SlideShare ist ein Scribd-Unternehmen logo
TreuhandERFOLG
Am24.Februar2008
findet die Volksab-
stimmung über die
Unternehmenssteu-
erreform II (USTR II)
statt. Im Gegensatz
zur Unternehmens-
steuerreform I, die
besonders grössere,
international tätige
Unternehmen un-
terstützt hat, kon-
zentriert sich die
USTR II auf die finanzielle Entlastung von
kleinen und mittleren Unternehmen (KMU)
und die Schaffung bzw. Sicherung von Ar-
beitsplätzen.
Massnahme 1: Die wirtschaftliche Doppel-
belastung mildern
Beim Bund werden ausgeschüttete Gewinne
künftig nur mehr zu 60 % besteuert, wenn sie
im Privatvermögen gehalten werden und zu
50%,wennsiezumGeschäftsvermögengehö-
ren. Die Beteiligung muss allerdings mindes-
tens 10 % des Eigenkapitals betragen.
Durch die Milderung der Doppelbesteuerung
des ausgeschütteten Unternehmensgewinns
bleibt den Unternehmen mehr finanzieller
Spielraum für Investitionen und Risikokapital.
Massnahme 2: Abbau von substanzzehren-
den Steuern
Substanzsteuern greifen aufVermögenswerte
zu und nicht auf das erwirtschaftete Einkom-
men.DieswidersprichtdemGrundsatzderBe-
steuerung nach der wirtschaftlichen Leis-
Die Unternehmenssteuerreform II
tungsfähigkeit.DieKantoneerhaltendieMög-
lichkeit, die Gewinnsteuer an die Kapitalsteu-
er anzurechnen. Die Einführung des Kapital-
einlageprinzips ermöglicht die steuerfreie
Rückzahlung der offenen Kapitaleinlagen und
des Agios.
Für Genossenschaften wird bei der Stempel-
abgabe ein Freibetrag von 1 Million Franken
eingeführt. Bei der Übertragung von Kapital-
gesellschaftenoderGenossenschaftenzwecks
Weiterführung(=Auffanggesellschaften)wer-
den diese von der Emissionsabgabe ausge-
nommen.BeiderSanierungvonKapitalgesell-
schaften und Genossenschaften gilt ein Frei-
betrag von 10 Millionen Franken.
Künftig kann jede Rückzahlung von Kapital-
einlagen durch die Beteiligungsinhaber steu-
erfrei erfolgen.Steuerbar ist nur mehr derVer-
mögensertrag, der über die Substanz hinaus
erwirtschaftetundandieBeteiligungsinhaber
ausgeschüttet wird.
Durch diese Massnahmen werden Genossen-
schaften den Kapitalgesellschaften gleichge-
stellt. Die Sanierung von Unternehmen und
damit die Rettung von Arbeitsplätzen werden
gefördert.
Massnahme 3: Entlastung von Personenun-
ternehmen in Übergangsphasen
Mit einem Bündel von Massnahmen werden
Gewerbebetriebe von Steuern befreit, die in
ungünstigen Momenten anfallen z.B. bei Um-
strukturierung oder Nachfolge.
In der Regel führt die Veräusserung von Anla-
gen zu einem steuerbaren Kapitalgewinn.Die-
ser kann durch eine entsprechende Abschrei-
bung auf der Ersatzanlage steuerlich kompen-
siert werden.Bisher war das nur möglich,wenn
die neue Anlage die gleiche Funktion hatte wie
die alte.In Zukunft verlangt die gesetzliche Re-
gelungnurmehr,dassdieErsatzanlagebetrieb-
liches Anlagevermögen darstellt. Dies erleich-
tert die steuerfreie Übertragung von stillen Re-
serven bei der Neuausrichtung des Betriebs.
KünftigwerdenWertschriftenimGeschäftsver-
mögen nicht mehr nach ihrem Verkehrswert,
sondern nach dem Buchwertprinzip bewertet.
Der Vermögenssteuer unterliegen damit die
ursprünglichen Anschaffungskosten – abzüg-
licheventuellerAbschreibungen.Diesevorteil-
haftere Bewertung reduziert sowohl die Höhe
derVermögenssteuer als auch den administra-
tiven Aufwand bei der Steuererklärung.
Bei der Übertragung von Liegenschaften vom
Geschäfts- ins Privatvermögen kann Steuer-
aufschub beantragt werden.Die Besteuerung
der Gewinne fällt erst bei der tatsächlichen
Realisierung an.
Das gleiche gilt für die Besteuerung der stillen
Reserven bei Erbteilung.Liquidationsgewinne
bei der Aufgabe einer selbständigen Erwerbs-
tätigkeit werden steuerlich entlastet.
Die Unternehmenssteuerreform II wird von
Wirtschaftsvertretern in hohem Masse be-
grüsst. Man erhofft sich die Sicherung und
Schaffung von Arbeitsplätzen und die Erhö-
hung der Attraktivität des Wirtschaftsstand-
orts Schweiz.
Den Kritikern gehen die steuerlichen Förde-
rungen der KMU zu wenig weit. Die Unter-
zeichner des Referendums vom März 2007 ar-
gumentieren, dass es unfair wäre, Löhne zu
100 % zu besteuern,Einkommen aus Dividen-
den nur zu 60 %.
Es würde wirtschaftlich interessanter Dividen-
den anstelle von Löhnen auszubezahlen. Da-
durch entgingen der AHV jährlich Beiträge in
Millionenhöhe.Weiters sei die Höhe der Steu-
erausfälle bei Bund und Kantonen unbekannt.
Es wird befürchtet, dass der Steuerwettbe-
werb zwischen den Kantonen weiter ange-
heiztwirdundletztlichnurdieGrossunterneh-
men und Grossaktionäre profitieren.
Anita Mandl
Anita Mandl

Weitere ähnliche Inhalte

Ähnlich wie Die Unternehmenssteuerreform II

Unternehmenswert / Bewertungsstandard
Unternehmenswert / BewertungsstandardUnternehmenswert / Bewertungsstandard
Unternehmenswert / Bewertungsstandard
Dr. Anke Nestler
 
Erbschaftsteuerreform – Auswirkungen für Unternehmenserben
Erbschaftsteuerreform – Auswirkungen für UnternehmenserbenErbschaftsteuerreform – Auswirkungen für Unternehmenserben
Erbschaftsteuerreform – Auswirkungen für Unternehmenserben
I W
 
Friedrich und-partner-steuernews-05-2020
Friedrich und-partner-steuernews-05-2020Friedrich und-partner-steuernews-05-2020
Friedrich und-partner-steuernews-05-2020
Sebastian Friedrich
 
NPK2012 - Andy Goßrau, Elke Evertz: Was ist die richtige Rechtsform für einen...
NPK2012 - Andy Goßrau, Elke Evertz: Was ist die richtige Rechtsform für einen...NPK2012 - Andy Goßrau, Elke Evertz: Was ist die richtige Rechtsform für einen...
NPK2012 - Andy Goßrau, Elke Evertz: Was ist die richtige Rechtsform für einen...
Niederrheinischer Pflegekongress
 
Rechtsanwalt in Vietnam Dr. Oliver Massmann INVESTITIONSSCHUTZ STEUERRECHT
Rechtsanwalt in Vietnam Dr. Oliver Massmann INVESTITIONSSCHUTZ STEUERRECHT   Rechtsanwalt in Vietnam Dr. Oliver Massmann INVESTITIONSSCHUTZ STEUERRECHT
Rechtsanwalt in Vietnam Dr. Oliver Massmann INVESTITIONSSCHUTZ STEUERRECHT
Dr. Oliver Massmann
 
Friedrich und-partner-steuernews-02-2021
Friedrich und-partner-steuernews-02-2021Friedrich und-partner-steuernews-02-2021
Friedrich und-partner-steuernews-02-2021
Sebastian Friedrich
 
Friedrich und-partner-steuernews-03-2020
Friedrich und-partner-steuernews-03-2020Friedrich und-partner-steuernews-03-2020
Friedrich und-partner-steuernews-03-2020
Sebastian Friedrich
 
Der Referentenentwurf des Bundesfinanzministeriums zur Reform des Erbschaft- ...
Der Referentenentwurf des Bundesfinanzministeriums zur Reform des Erbschaft- ...Der Referentenentwurf des Bundesfinanzministeriums zur Reform des Erbschaft- ...
Der Referentenentwurf des Bundesfinanzministeriums zur Reform des Erbschaft- ...
I W
 
Steuerneutrale Ausschüttung eines Betriebs an Schwestergesellschaft
Steuerneutrale Ausschüttung eines Betriebs an SchwestergesellschaftSteuerneutrale Ausschüttung eines Betriebs an Schwestergesellschaft
Steuerneutrale Ausschüttung eines Betriebs an Schwestergesellschaft
Harun Can
 
Steuernews 4 vj2012
Steuernews 4 vj2012Steuernews 4 vj2012
Steuernews 4 vj2012
Michael Schröder
 
Präsentation von Regierungsrat Anton Lauber zur Steuervorlage 17
Präsentation von Regierungsrat Anton Lauber zur Steuervorlage 17Präsentation von Regierungsrat Anton Lauber zur Steuervorlage 17
Präsentation von Regierungsrat Anton Lauber zur Steuervorlage 17
Handelskammer beider Basel
 
Mehrwertsteur
MehrwertsteurMehrwertsteur
Mehrwertsteur
Dr. Oliver Massmann
 
Grasedieck: Die große GmbH-Reform. Ein Überblick über die wesentlichen Neueru...
Grasedieck: Die große GmbH-Reform. Ein Überblick über die wesentlichen Neueru...Grasedieck: Die große GmbH-Reform. Ein Überblick über die wesentlichen Neueru...
Grasedieck: Die große GmbH-Reform. Ein Überblick über die wesentlichen Neueru...
Raabe Verlag
 
10 Erfolgs-Bedürfnisse eines KMU können
10 Erfolgs-Bedürfnisse eines KMU können10 Erfolgs-Bedürfnisse eines KMU können
10 Erfolgs-Bedürfnisse eines KMU können
WM-Pool Pressedienst
 
2.7. Kostenrechnung
2.7. Kostenrechnung2.7. Kostenrechnung
2.7. Kostenrechnung
Markus Hammele
 

Ähnlich wie Die Unternehmenssteuerreform II (20)

Unternehmenswert / Bewertungsstandard
Unternehmenswert / BewertungsstandardUnternehmenswert / Bewertungsstandard
Unternehmenswert / Bewertungsstandard
 
Erbschaftsteuerreform – Auswirkungen für Unternehmenserben
Erbschaftsteuerreform – Auswirkungen für UnternehmenserbenErbschaftsteuerreform – Auswirkungen für Unternehmenserben
Erbschaftsteuerreform – Auswirkungen für Unternehmenserben
 
Von der Einzelfirma zur GmbH
Von der Einzelfirma zur GmbH Von der Einzelfirma zur GmbH
Von der Einzelfirma zur GmbH
 
Friedrich und-partner-steuernews-05-2020
Friedrich und-partner-steuernews-05-2020Friedrich und-partner-steuernews-05-2020
Friedrich und-partner-steuernews-05-2020
 
TAX-NEWS-AUGUST-2016
TAX-NEWS-AUGUST-2016TAX-NEWS-AUGUST-2016
TAX-NEWS-AUGUST-2016
 
NPK2012 - Andy Goßrau, Elke Evertz: Was ist die richtige Rechtsform für einen...
NPK2012 - Andy Goßrau, Elke Evertz: Was ist die richtige Rechtsform für einen...NPK2012 - Andy Goßrau, Elke Evertz: Was ist die richtige Rechtsform für einen...
NPK2012 - Andy Goßrau, Elke Evertz: Was ist die richtige Rechtsform für einen...
 
Rechtsanwalt in Vietnam Dr. Oliver Massmann INVESTITIONSSCHUTZ STEUERRECHT
Rechtsanwalt in Vietnam Dr. Oliver Massmann INVESTITIONSSCHUTZ STEUERRECHT   Rechtsanwalt in Vietnam Dr. Oliver Massmann INVESTITIONSSCHUTZ STEUERRECHT
Rechtsanwalt in Vietnam Dr. Oliver Massmann INVESTITIONSSCHUTZ STEUERRECHT
 
Friedrich und-partner-steuernews-02-2021
Friedrich und-partner-steuernews-02-2021Friedrich und-partner-steuernews-02-2021
Friedrich und-partner-steuernews-02-2021
 
Friedrich und-partner-steuernews-03-2020
Friedrich und-partner-steuernews-03-2020Friedrich und-partner-steuernews-03-2020
Friedrich und-partner-steuernews-03-2020
 
Der Referentenentwurf des Bundesfinanzministeriums zur Reform des Erbschaft- ...
Der Referentenentwurf des Bundesfinanzministeriums zur Reform des Erbschaft- ...Der Referentenentwurf des Bundesfinanzministeriums zur Reform des Erbschaft- ...
Der Referentenentwurf des Bundesfinanzministeriums zur Reform des Erbschaft- ...
 
Steuerneutrale Ausschüttung eines Betriebs an Schwestergesellschaft
Steuerneutrale Ausschüttung eines Betriebs an SchwestergesellschaftSteuerneutrale Ausschüttung eines Betriebs an Schwestergesellschaft
Steuerneutrale Ausschüttung eines Betriebs an Schwestergesellschaft
 
Das neue GmbH-Recht
Das neue GmbH-RechtDas neue GmbH-Recht
Das neue GmbH-Recht
 
Neuling DStR 2015 558
Neuling DStR 2015 558Neuling DStR 2015 558
Neuling DStR 2015 558
 
Steuernews 4 vj2012
Steuernews 4 vj2012Steuernews 4 vj2012
Steuernews 4 vj2012
 
Sr2
Sr2Sr2
Sr2
 
Präsentation von Regierungsrat Anton Lauber zur Steuervorlage 17
Präsentation von Regierungsrat Anton Lauber zur Steuervorlage 17Präsentation von Regierungsrat Anton Lauber zur Steuervorlage 17
Präsentation von Regierungsrat Anton Lauber zur Steuervorlage 17
 
Mehrwertsteur
MehrwertsteurMehrwertsteur
Mehrwertsteur
 
Grasedieck: Die große GmbH-Reform. Ein Überblick über die wesentlichen Neueru...
Grasedieck: Die große GmbH-Reform. Ein Überblick über die wesentlichen Neueru...Grasedieck: Die große GmbH-Reform. Ein Überblick über die wesentlichen Neueru...
Grasedieck: Die große GmbH-Reform. Ein Überblick über die wesentlichen Neueru...
 
10 Erfolgs-Bedürfnisse eines KMU können
10 Erfolgs-Bedürfnisse eines KMU können10 Erfolgs-Bedürfnisse eines KMU können
10 Erfolgs-Bedürfnisse eines KMU können
 
2.7. Kostenrechnung
2.7. Kostenrechnung2.7. Kostenrechnung
2.7. Kostenrechnung
 

Mehr von WM-Pool Pressedienst

In der Ruhe liegt die Kraft
In der Ruhe liegt die KraftIn der Ruhe liegt die Kraft
In der Ruhe liegt die Kraft
WM-Pool Pressedienst
 
Gutes aus der Region – das macht auch bei der IT Sinn
Gutes aus der Region – das macht auch bei der IT SinnGutes aus der Region – das macht auch bei der IT Sinn
Gutes aus der Region – das macht auch bei der IT Sinn
WM-Pool Pressedienst
 
Internationale Geschäftsabwicklung
Internationale GeschäftsabwicklungInternationale Geschäftsabwicklung
Internationale Geschäftsabwicklung
WM-Pool Pressedienst
 
Bis 30 Prozent geringere Outputkosten
Bis 30 Prozent geringere OutputkostenBis 30 Prozent geringere Outputkosten
Bis 30 Prozent geringere Outputkosten
WM-Pool Pressedienst
 
Die Schweiz,ein Land mit vielen international tätigen KMU
Die Schweiz,ein Land mit vielen international tätigen KMUDie Schweiz,ein Land mit vielen international tätigen KMU
Die Schweiz,ein Land mit vielen international tätigen KMU
WM-Pool Pressedienst
 
Der Internettext als Verkaufsinstrument
Der Internettext als VerkaufsinstrumentDer Internettext als Verkaufsinstrument
Der Internettext als Verkaufsinstrument
WM-Pool Pressedienst
 
Wirkungsvolle Gesamtkonzeptionen für KMU-Betriebe
Wirkungsvolle Gesamtkonzeptionen für KMU-BetriebeWirkungsvolle Gesamtkonzeptionen für KMU-Betriebe
Wirkungsvolle Gesamtkonzeptionen für KMU-Betriebe
WM-Pool Pressedienst
 
Organ-Haftpflichtversicherung (D&O)
Organ-Haftpflichtversicherung (D&O)Organ-Haftpflichtversicherung (D&O)
Organ-Haftpflichtversicherung (D&O)
WM-Pool Pressedienst
 
Damit die Fracht nicht verloren geht
Damit die Fracht nicht verloren gehtDamit die Fracht nicht verloren geht
Damit die Fracht nicht verloren geht
WM-Pool Pressedienst
 
Abnehmen für Geniesser bedeutet:Mehr roduktivität durch leistungsfähigere Arb...
Abnehmen für Geniesser bedeutet:Mehr roduktivität durch leistungsfähigere Arb...Abnehmen für Geniesser bedeutet:Mehr roduktivität durch leistungsfähigere Arb...
Abnehmen für Geniesser bedeutet:Mehr roduktivität durch leistungsfähigere Arb...
WM-Pool Pressedienst
 
Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung…
Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung…Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung…
Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung…
WM-Pool Pressedienst
 

Mehr von WM-Pool Pressedienst (20)

In der Ruhe liegt die Kraft
In der Ruhe liegt die KraftIn der Ruhe liegt die Kraft
In der Ruhe liegt die Kraft
 
Gutes aus der Region – das macht auch bei der IT Sinn
Gutes aus der Region – das macht auch bei der IT SinnGutes aus der Region – das macht auch bei der IT Sinn
Gutes aus der Region – das macht auch bei der IT Sinn
 
Wein aus Zypern
Wein aus ZypernWein aus Zypern
Wein aus Zypern
 
Internationale Geschäftsabwicklung
Internationale GeschäftsabwicklungInternationale Geschäftsabwicklung
Internationale Geschäftsabwicklung
 
Start für Netzwerk-TV
Start für Netzwerk-TVStart für Netzwerk-TV
Start für Netzwerk-TV
 
Bei der Vorsorge Steuern sparen
Bei der Vorsorge Steuern sparenBei der Vorsorge Steuern sparen
Bei der Vorsorge Steuern sparen
 
Bis 30 Prozent geringere Outputkosten
Bis 30 Prozent geringere OutputkostenBis 30 Prozent geringere Outputkosten
Bis 30 Prozent geringere Outputkosten
 
Ich mache mich selbständig
Ich mache mich selbständigIch mache mich selbständig
Ich mache mich selbständig
 
Die Schweiz,ein Land mit vielen international tätigen KMU
Die Schweiz,ein Land mit vielen international tätigen KMUDie Schweiz,ein Land mit vielen international tätigen KMU
Die Schweiz,ein Land mit vielen international tätigen KMU
 
Internationale Kontakte pflegen
Internationale Kontakte pflegenInternationale Kontakte pflegen
Internationale Kontakte pflegen
 
Mahnen und Betreiben
Mahnen und BetreibenMahnen und Betreiben
Mahnen und Betreiben
 
Der Internettext als Verkaufsinstrument
Der Internettext als VerkaufsinstrumentDer Internettext als Verkaufsinstrument
Der Internettext als Verkaufsinstrument
 
Sind Sie fit für 2011?
Sind Sie fit für 2011?Sind Sie fit für 2011?
Sind Sie fit für 2011?
 
Externs Rating
Externs RatingExterns Rating
Externs Rating
 
Wirkungsvolle Gesamtkonzeptionen für KMU-Betriebe
Wirkungsvolle Gesamtkonzeptionen für KMU-BetriebeWirkungsvolle Gesamtkonzeptionen für KMU-Betriebe
Wirkungsvolle Gesamtkonzeptionen für KMU-Betriebe
 
Organ-Haftpflichtversicherung (D&O)
Organ-Haftpflichtversicherung (D&O)Organ-Haftpflichtversicherung (D&O)
Organ-Haftpflichtversicherung (D&O)
 
«Intellectual Property Rights»
«Intellectual Property Rights»«Intellectual Property Rights»
«Intellectual Property Rights»
 
Damit die Fracht nicht verloren geht
Damit die Fracht nicht verloren gehtDamit die Fracht nicht verloren geht
Damit die Fracht nicht verloren geht
 
Abnehmen für Geniesser bedeutet:Mehr roduktivität durch leistungsfähigere Arb...
Abnehmen für Geniesser bedeutet:Mehr roduktivität durch leistungsfähigere Arb...Abnehmen für Geniesser bedeutet:Mehr roduktivität durch leistungsfähigere Arb...
Abnehmen für Geniesser bedeutet:Mehr roduktivität durch leistungsfähigere Arb...
 
Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung…
Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung…Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung…
Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung…
 

Die Unternehmenssteuerreform II

  • 1. TreuhandERFOLG Am24.Februar2008 findet die Volksab- stimmung über die Unternehmenssteu- erreform II (USTR II) statt. Im Gegensatz zur Unternehmens- steuerreform I, die besonders grössere, international tätige Unternehmen un- terstützt hat, kon- zentriert sich die USTR II auf die finanzielle Entlastung von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) und die Schaffung bzw. Sicherung von Ar- beitsplätzen. Massnahme 1: Die wirtschaftliche Doppel- belastung mildern Beim Bund werden ausgeschüttete Gewinne künftig nur mehr zu 60 % besteuert, wenn sie im Privatvermögen gehalten werden und zu 50%,wennsiezumGeschäftsvermögengehö- ren. Die Beteiligung muss allerdings mindes- tens 10 % des Eigenkapitals betragen. Durch die Milderung der Doppelbesteuerung des ausgeschütteten Unternehmensgewinns bleibt den Unternehmen mehr finanzieller Spielraum für Investitionen und Risikokapital. Massnahme 2: Abbau von substanzzehren- den Steuern Substanzsteuern greifen aufVermögenswerte zu und nicht auf das erwirtschaftete Einkom- men.DieswidersprichtdemGrundsatzderBe- steuerung nach der wirtschaftlichen Leis- Die Unternehmenssteuerreform II tungsfähigkeit.DieKantoneerhaltendieMög- lichkeit, die Gewinnsteuer an die Kapitalsteu- er anzurechnen. Die Einführung des Kapital- einlageprinzips ermöglicht die steuerfreie Rückzahlung der offenen Kapitaleinlagen und des Agios. Für Genossenschaften wird bei der Stempel- abgabe ein Freibetrag von 1 Million Franken eingeführt. Bei der Übertragung von Kapital- gesellschaftenoderGenossenschaftenzwecks Weiterführung(=Auffanggesellschaften)wer- den diese von der Emissionsabgabe ausge- nommen.BeiderSanierungvonKapitalgesell- schaften und Genossenschaften gilt ein Frei- betrag von 10 Millionen Franken. Künftig kann jede Rückzahlung von Kapital- einlagen durch die Beteiligungsinhaber steu- erfrei erfolgen.Steuerbar ist nur mehr derVer- mögensertrag, der über die Substanz hinaus erwirtschaftetundandieBeteiligungsinhaber ausgeschüttet wird. Durch diese Massnahmen werden Genossen- schaften den Kapitalgesellschaften gleichge- stellt. Die Sanierung von Unternehmen und damit die Rettung von Arbeitsplätzen werden gefördert. Massnahme 3: Entlastung von Personenun- ternehmen in Übergangsphasen Mit einem Bündel von Massnahmen werden Gewerbebetriebe von Steuern befreit, die in ungünstigen Momenten anfallen z.B. bei Um- strukturierung oder Nachfolge. In der Regel führt die Veräusserung von Anla- gen zu einem steuerbaren Kapitalgewinn.Die- ser kann durch eine entsprechende Abschrei- bung auf der Ersatzanlage steuerlich kompen- siert werden.Bisher war das nur möglich,wenn die neue Anlage die gleiche Funktion hatte wie die alte.In Zukunft verlangt die gesetzliche Re- gelungnurmehr,dassdieErsatzanlagebetrieb- liches Anlagevermögen darstellt. Dies erleich- tert die steuerfreie Übertragung von stillen Re- serven bei der Neuausrichtung des Betriebs. KünftigwerdenWertschriftenimGeschäftsver- mögen nicht mehr nach ihrem Verkehrswert, sondern nach dem Buchwertprinzip bewertet. Der Vermögenssteuer unterliegen damit die ursprünglichen Anschaffungskosten – abzüg- licheventuellerAbschreibungen.Diesevorteil- haftere Bewertung reduziert sowohl die Höhe derVermögenssteuer als auch den administra- tiven Aufwand bei der Steuererklärung. Bei der Übertragung von Liegenschaften vom Geschäfts- ins Privatvermögen kann Steuer- aufschub beantragt werden.Die Besteuerung der Gewinne fällt erst bei der tatsächlichen Realisierung an. Das gleiche gilt für die Besteuerung der stillen Reserven bei Erbteilung.Liquidationsgewinne bei der Aufgabe einer selbständigen Erwerbs- tätigkeit werden steuerlich entlastet. Die Unternehmenssteuerreform II wird von Wirtschaftsvertretern in hohem Masse be- grüsst. Man erhofft sich die Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen und die Erhö- hung der Attraktivität des Wirtschaftsstand- orts Schweiz. Den Kritikern gehen die steuerlichen Förde- rungen der KMU zu wenig weit. Die Unter- zeichner des Referendums vom März 2007 ar- gumentieren, dass es unfair wäre, Löhne zu 100 % zu besteuern,Einkommen aus Dividen- den nur zu 60 %. Es würde wirtschaftlich interessanter Dividen- den anstelle von Löhnen auszubezahlen. Da- durch entgingen der AHV jährlich Beiträge in Millionenhöhe.Weiters sei die Höhe der Steu- erausfälle bei Bund und Kantonen unbekannt. Es wird befürchtet, dass der Steuerwettbe- werb zwischen den Kantonen weiter ange- heiztwirdundletztlichnurdieGrossunterneh- men und Grossaktionäre profitieren. Anita Mandl Anita Mandl