SlideShare ist ein Scribd-Unternehmen logo
1 von 24
Grundlagen Praxisforschung - Aktionsforschung Sigrid Jones sigrid.jones@bikum.at Lehrgang Medienbildung WienXtra-Medienzentrum 15.12.2010
Qualitative und Quantitative Forschungsmethoden  Quantitative Methoden  • Messen Ziel: Generalisierung • Standardisierung der Instrumente • Komplexitätsreduktion • Abstraktion vom Kontext • Theorie als Menge von Hypothesen Qualitative Methoden  • Interpretieren Ziel: Verstehen des Einzelfalls • Offenheit der Instrumente • Exploration Entdeckungszusammenhang • Komplexitätserhaltung • Kontextualisierung Markus Seifert: Methoden der quantitativen Kommunikationsforschung
Qualitative und Quantitative Forschungsmethoden  Quantitative Methoden  Überprüfung von Theorieaussagen. • Es werden große Fallzahlen benötigt, da generalisierende Aussagen über soziale ber Zusammenhänge gemacht werden sollen. Qualitative Methoden  Entdeckung von Theorieaussagen. • Es werden keine großen Fallzahlen benötigt, denn schon ein Einzelfall kann genügen, um Zusammenhänge zu entdecken. Ivonne Bemerburg - Methoden quantitativer Sozialforschung
Qualitative und Quantitative Forschungsmethoden  Quantitative Methoden  Ein genauer Erhebungs- und Auswertungsplan liegt bereits vor Beginn der Untersuchung vor. Erhebungs- plan vor. Qualitative Methoden  Der Forschungsprozess ist offener gestaltet. Abweichungen vom ursprünglichen Plan gehören zum Forschungsprozess. Während des Forschungsprozesses treten neue Fragestellungen auf, die weiter verfolgt werden.  Ivonne Bemerburg - Methoden quantitativer Sozialforschung
Kombinationen Kombination qualitativer und quantitativer Methoden z.B. Qualitative Methoden werden zur Hypothesengenerierung eingesetzt, welche anschließend anschließend mit Hilfe von quantiativen Methoden überprüft werden. Einzelne Aspekte einer Fragestellung werden mit verschiedenen Methoden bearbeitet. Bestimmte Formen der Methodenkombination werden als Triangulation bezeichnet. Ivonne Bemerburg - Methoden quantitativer Sozialforschung
Begriff Aktionsforschung nach Peter Posch Aktionsforschung findet statt, wenn Menschen ihre eigene Praxis erforschen, um sie besser zu verstehen, weiter zu entwickeln, zu verbessern  Aktion: Menschen handeln innerhalb des Systems, das sie zu verstehen und entwickeln versuchen.  Forschung: systematische, kritische Untersuchung, die öffentlich gemacht wird
Technische Rationalität - Reflektive Rationalität Es gibt technische Lösungen für praktische Probleme Komplexe praktische Pro-bleme erfordern spezifische Lösungen ,[object Object]
 Lösungen können durch verschiedene Maßnahmen (Kurse, Veröffentlichungen Anordnungen usw.) Praktiker/innen übermittelt und von diesen in praktisches Handeln umgesetzt werden.
 Lösungen können nur innerhalb des Kontexts entwickelt werden, in dem das Problem besteht und in dem Praktiker/innen mit ihrem Handeln bestimmende Elemente sind.
 Lösungen können anderen Praktiker/innen zugänglich gemacht werden und werden dabei zu Hypothesen, die sie in ihrer eigenen Situation überprüfen und weiter entwickeln können.Peter Posch - Einführung in die Aktionsforschung
Aktionsforschung Kurt Lewin 1946 Action Research and Minority Problems Methodik als eine sich wiederholende Spirale von drei Schritten:  (1) Planung (2) soziale Intervention im Feld (3) Reflexion über die Resultate der Intervention.
Aktionsforschung „ Ziel ist es, die Qualität des Lehrens und Lernens ständig zu verbessern und eine forschende Haltung gegen- über der eigenen Praxis einzunehmen. Probleme in der eigenen Praxis werden selbst untersucht. D. h., dass eine berufliche Situation von Betroffenen selbst systematisch untersucht wird. “ Altrichter & Posch, 1998
Aktionsforschung Ziel: Handlungsperspektiven erarbeiten Forschungsgegenstand als Anknüpfungspunkt für gezielte Veränderungen des sozialen Umfelds Position von Forschern und Beforschten: Trennung zw. Wissenschaftlern und Beforschten werden aufgehoben, d.h. Subjekt und Objekt werden nicht als getrennte Instanzen angesehen  Forscher bringt sich in den Forschungsprozess mit ein (und gibt Distanz auf)   Die Erforschten sind genauso gut oder besser als Experten in der Beurteilung ihrer Situation Heinz Moser (nach Sabine Nolte)
Aktionsforschung Forschungstätigkeit in Alltagspraxis der Beteiligten eingebunden, um diese gemeinsam zu verändern  „dialogisch,“ d.h. die Forschung setzt sich in Diskussionen mit Betroffenen auseinander Moser (nach Sabine Nolte)
Acton Research zyklisch: ähnliche Arbeitsschritte, in ähnlicher Abfolge werden öfter nacheinander ausgeführt partizipativ: die untersuchten Personen, Institutionen, sind aktive Teilnehmer im Forschungsprozess qualitativ: meistens eher qualitative Foschung, nicht quantitativ reflektiv: kritische Reflexion über den Prozess und Zwischenergebnisse sind ein wichtiger Teil jedes Zyklus  flexibel: reagiert flexibel auf die sich verändernde Situation fortschreitend: entwickelt sich allmählich aus dem zyklischen Prozess heraus Kemmis and McTaggart (1998)
Argumente gegen Aktionsforschung Peter Posch - Einführung in die Aktionsforschung Intervention ist nicht Sache der Forschung. PraktikerInnen fehlt die Distanz zur eigenen Praxis. Die Verläßlichkeit (Validität) der Ergebnisse ist gering, weil die methodische Strenge fehlt. Aktionsforschung liefert keine verallgemeinerbaren Ergebnisse. Bei der Aktionsforschung wird das vorhandene Wissen kaum genutzt und “das Rad immer wieder neu erfunden“
Typische Ausgangspunkte für Aktionsforschung  Peter Posch  - Einführung in die Aktionsforschung Ein Interesse: z. B. eine vielversprechende Idee ausprobieren; eine "Stärke" ausbauen; eine alltägliche Verpflichtung überlegter und ökonomischer erledigen. Eine Schwierigkeit: z. B. eine schwierige Situation verbessern, ein Problem lösen, einen Mangel ausgleichen. Eine "unklare Situation": ein "Rätsel" lösen, das gar nicht eindeutig positiv oder negativ, erfreulich oder belastend erlebt werden muss, aber dazu anregt, es zu durchschauen und der Situation besser gewachsen zu sein.
Research is a „systematic attempt to keep you from cheating yourself and others“        (Richard Feynman)  Das heisst:  sich über die eigenen Erwartungen und Vorurteile gegenüber der zu untersuchenden Frage Rechenschaft ablegen nicht nur jene Tatsachen bzw. Daten berücksichtigen, die mit den eigenen Erwartungen übereinstimmen, sondern auch jene, die dagegen sprechen  bereits verfügbares Wissen in die Überlegungen einbeziehen. Ergebnisse öffentlich diskutierbar machen (und sei es auch nur im Gespräch). Peter Posch - Einführung in die Aktionsforschung
Methoden Projektjournal  Projekttagebuch Statistische Kenndaten Portfolio Interviews, Fokusgruppeninterview Ton, Videoaufnahme Feldnotizen, Protokolle schriftliche Befragung strukturierte Beobachtung Heinz Moser (2003) Instrumentenkoffer für die Praxisforschung
Projektjournal Datum Heutiges Arbeitsziel Blatt Nr. Persönliche Bemerkungen Was heute geschah Heinz Moser (2003) Instrumentenkoffer für die Praxisforschung
Gütekriterien der Forschung 1. Transparenz Forschende müssen mit offenen Karten arbeiten und so weit über ihre Ziele und Methoden informieren, dass Leser eines Forschungsberichts die Möglichkeit haben, die Arbeit in ihren Stärken und Schwächen zu beurteilen. 2. Stimmigkeit Ziele und Methoden des Forschungsprozesses müssen miteinander vereinbar sein. Die Methoden, die ich wähle, sollten zum Forschungsziel passen. 3. Adäquatheit Grundfrage: Sind die Forschungsresultate dem Gegenstand angemessen, um den es geht? 4. Anschlussfähigkeit Die Resultate sollen mit dem Fachwissen bzw. dem wissenschaftlichen Wissen des untersuchten Gebietes verknüpft sein und darin eine neue Erkenntnis darstellen. Heinz Moser (2003) Instrumentenkoffer für die Praxisforschung
Qualitätskriterien einer Fallstudie  Peter Posch-  Einführung in die Aktionsforschung Einleitung: Kann der Leser nachvollziehen, was durch den Forschungsprozess herausgefunden werden soll?  Werden begriffliche und theoretische Vorkenntnisse (samt Quellenangaben) kurz umrissen? Wird Kontext lebendig und anschaulich und doch so knapp wie möglich dargestellt, beschränkt auf das was für das Verständnis nötig ist?
Qualitätskriterien einer Fallstudie  Peter Posch - Einführung in die Aktionsforschung Methoden: Wird die Methode beschrieben?  Werden durch die methodische Vorgangsweise unterschiedliche Perspektiven erfasst?  Ergebnisse: Werden die Daten genau dokumentiert (z.B. wörtliche Zitate, Tabellen, Diagramme) vorerst ohne sie zu interpretieren und zu bewerten?
Qualitätskriterien einer Fallstudie  Diskussion: Kann der Leser seine eigenen Schlüsse ziehen? Sind die Interpretation durch die Daten belegt? Ausblick: Wie plausibel sind die persönlichen Schlussfolgerungen? Peter Posch - Einführung in die Aktionsforschung

Weitere ähnliche Inhalte

Was ist angesagt?

5169 wireless network_security_amine_k
5169 wireless network_security_amine_k5169 wireless network_security_amine_k
5169 wireless network_security_amine_k
Rama Krishna M
 

Was ist angesagt? (17)

WEP/WPA attacks
WEP/WPA attacksWEP/WPA attacks
WEP/WPA attacks
 
The Power of SPL
The Power of SPLThe Power of SPL
The Power of SPL
 
An Introduction to Open Source Software and Web Application Development
An Introduction to Open Source Software and Web Application DevelopmentAn Introduction to Open Source Software and Web Application Development
An Introduction to Open Source Software and Web Application Development
 
Real-time Twitter Sentiment Analysis and Image Recognition with Apache NiFi
Real-time Twitter Sentiment Analysis and Image Recognition with Apache NiFiReal-time Twitter Sentiment Analysis and Image Recognition with Apache NiFi
Real-time Twitter Sentiment Analysis and Image Recognition with Apache NiFi
 
Environnement administratif et politique des bibliothèques
Environnement administratif et politique des bibliothèquesEnvironnement administratif et politique des bibliothèques
Environnement administratif et politique des bibliothèques
 
Open Source Software
Open Source SoftwareOpen Source Software
Open Source Software
 
5169 wireless network_security_amine_k
5169 wireless network_security_amine_k5169 wireless network_security_amine_k
5169 wireless network_security_amine_k
 
IPSec Overview
IPSec OverviewIPSec Overview
IPSec Overview
 
Deep learning based recommender systems (lab seminar paper review)
Deep learning based recommender systems (lab seminar paper review)Deep learning based recommender systems (lab seminar paper review)
Deep learning based recommender systems (lab seminar paper review)
 
Web application penetration testing lab setup guide
Web application penetration testing lab setup guideWeb application penetration testing lab setup guide
Web application penetration testing lab setup guide
 
Tutorial Mahout - Recommendation
Tutorial Mahout - RecommendationTutorial Mahout - Recommendation
Tutorial Mahout - Recommendation
 
Honeypot 101 (slide share)
Honeypot 101 (slide share)Honeypot 101 (slide share)
Honeypot 101 (slide share)
 
Getting Started with Splunk Enterprise
Getting Started with Splunk EnterpriseGetting Started with Splunk Enterprise
Getting Started with Splunk Enterprise
 
WannaCry Ransomware Attack: What to Do Now
WannaCry Ransomware Attack: What to Do NowWannaCry Ransomware Attack: What to Do Now
WannaCry Ransomware Attack: What to Do Now
 
Arpspoofing
ArpspoofingArpspoofing
Arpspoofing
 
Bettercap
BettercapBettercap
Bettercap
 
Computer Forensics.pptx
Computer Forensics.pptxComputer Forensics.pptx
Computer Forensics.pptx
 

Andere mochten auch

República bolivariana de venezuela
República bolivariana de venezuelaRepública bolivariana de venezuela
República bolivariana de venezuela
wilcajose
 
Enfermedades tecnológicas o patologías informáticas
Enfermedades tecnológicas o patologías informáticasEnfermedades tecnológicas o patologías informáticas
Enfermedades tecnológicas o patologías informáticas
Carlita ENavarrete
 
eyepin eCRM Lösungen
eyepin eCRM Lösungeneyepin eCRM Lösungen
eyepin eCRM Lösungen
Matthias Funk
 

Andere mochten auch (20)

Recetario de cocina
Recetario de cocinaRecetario de cocina
Recetario de cocina
 
República bolivariana de venezuela
República bolivariana de venezuelaRepública bolivariana de venezuela
República bolivariana de venezuela
 
Karen, karelis , luis y katiusca
Karen, karelis , luis y katiuscaKaren, karelis , luis y katiusca
Karen, karelis , luis y katiusca
 
Analisis
AnalisisAnalisis
Analisis
 
Weihnachten in polen
Weihnachten in polenWeihnachten in polen
Weihnachten in polen
 
Sugerencias
Sugerencias Sugerencias
Sugerencias
 
Hotel Schwarzer Adler Nauders Prospekt 2015
Hotel Schwarzer Adler Nauders Prospekt 2015Hotel Schwarzer Adler Nauders Prospekt 2015
Hotel Schwarzer Adler Nauders Prospekt 2015
 
Videojuegos
VideojuegosVideojuegos
Videojuegos
 
LA ROBOTICA
LA ROBOTICALA ROBOTICA
LA ROBOTICA
 
Navidad
NavidadNavidad
Navidad
 
Economia 3 unidad
Economia 3 unidadEconomia 3 unidad
Economia 3 unidad
 
social networks
social networkssocial networks
social networks
 
Gerencia de proyectos
Gerencia de proyectosGerencia de proyectos
Gerencia de proyectos
 
Enfermedades tecnológicas o patologías informáticas
Enfermedades tecnológicas o patologías informáticasEnfermedades tecnológicas o patologías informáticas
Enfermedades tecnológicas o patologías informáticas
 
eyepin eCRM Lösungen
eyepin eCRM Lösungeneyepin eCRM Lösungen
eyepin eCRM Lösungen
 
Organigrama
OrganigramaOrganigrama
Organigrama
 
Riesgos del internet
Riesgos del internetRiesgos del internet
Riesgos del internet
 
Los mejores carros
Los mejores carrosLos mejores carros
Los mejores carros
 
La escuela en la sociedad de la información
La escuela en la sociedad de la informaciónLa escuela en la sociedad de la información
La escuela en la sociedad de la información
 
Taller de reciclaje
Taller de reciclajeTaller de reciclaje
Taller de reciclaje
 

Ähnlich wie Einführung in die Praxisforschung/ Aktionsforschung

Voraussetzungen, Prinzipien Und Beispiele Einer FöRderungsorientierten Diagno...
Voraussetzungen, Prinzipien Und Beispiele Einer FöRderungsorientierten Diagno...Voraussetzungen, Prinzipien Und Beispiele Einer FöRderungsorientierten Diagno...
Voraussetzungen, Prinzipien Und Beispiele Einer FöRderungsorientierten Diagno...
leaprojekt
 
Vo5 2010-short
Vo5 2010-shortVo5 2010-short
Vo5 2010-short
Jan Stern
 
Flexmedia WB 2
Flexmedia WB 2Flexmedia WB 2
Flexmedia WB 2
FLEXMEDIA
 
Motivation als Erfolgsfaktor des Lernens mit digitalen Medien
Motivation als Erfolgsfaktor des Lernens mit digitalen MedienMotivation als Erfolgsfaktor des Lernens mit digitalen Medien
Motivation als Erfolgsfaktor des Lernens mit digitalen Medien
You(r) Study
 
Die notwendigkeit wissenschaftlichen arbeitens virtuell
Die notwendigkeit wissenschaftlichen arbeitens virtuellDie notwendigkeit wissenschaftlichen arbeitens virtuell
Die notwendigkeit wissenschaftlichen arbeitens virtuell
ZooTante
 
Die notwendigkeit wissenschaftlichen arbeitens virtuell
Die notwendigkeit wissenschaftlichen arbeitens virtuellDie notwendigkeit wissenschaftlichen arbeitens virtuell
Die notwendigkeit wissenschaftlichen arbeitens virtuell
ZooTante
 
Die notwendigkeit wissenschaftlichen arbeitens virtuell
Die notwendigkeit wissenschaftlichen arbeitens virtuellDie notwendigkeit wissenschaftlichen arbeitens virtuell
Die notwendigkeit wissenschaftlichen arbeitens virtuell
ZooTante
 
VO PAED Medienkulturforschung
VO PAED MedienkulturforschungVO PAED Medienkulturforschung
VO PAED Medienkulturforschung
Axel Maireder
 

Ähnlich wie Einführung in die Praxisforschung/ Aktionsforschung (20)

Vo6 2010neu
Vo6 2010neuVo6 2010neu
Vo6 2010neu
 
Offenheit als Grundlage für gesellschaftliche Entwicklungen und Treiber für d...
Offenheit als Grundlage für gesellschaftliche Entwicklungen und Treiber für d...Offenheit als Grundlage für gesellschaftliche Entwicklungen und Treiber für d...
Offenheit als Grundlage für gesellschaftliche Entwicklungen und Treiber für d...
 
Forschungszugänge und -methoden im interdisziplinären Feld des technologieges...
Forschungszugänge und -methoden im interdisziplinären Feld des technologieges...Forschungszugänge und -methoden im interdisziplinären Feld des technologieges...
Forschungszugänge und -methoden im interdisziplinären Feld des technologieges...
 
120702_ZOE 3_12 wzk
120702_ZOE 3_12 wzk120702_ZOE 3_12 wzk
120702_ZOE 3_12 wzk
 
Transfer.pdf
Transfer.pdfTransfer.pdf
Transfer.pdf
 
Voraussetzungen, Prinzipien Und Beispiele Einer FöRderungsorientierten Diagno...
Voraussetzungen, Prinzipien Und Beispiele Einer FöRderungsorientierten Diagno...Voraussetzungen, Prinzipien Und Beispiele Einer FöRderungsorientierten Diagno...
Voraussetzungen, Prinzipien Und Beispiele Einer FöRderungsorientierten Diagno...
 
Vo5 2010-short
Vo5 2010-shortVo5 2010-short
Vo5 2010-short
 
Grundlagen vs. anwendungsorientierte Forschung
Grundlagen vs. anwendungsorientierte ForschungGrundlagen vs. anwendungsorientierte Forschung
Grundlagen vs. anwendungsorientierte Forschung
 
Die richtige Forschungsfrage finden
Die richtige Forschungsfrage findenDie richtige Forschungsfrage finden
Die richtige Forschungsfrage finden
 
Flexmedia WB 2
Flexmedia WB 2Flexmedia WB 2
Flexmedia WB 2
 
Disputation: Von Open Access zu Open Science: Zum Wandel digitaler Kulturen d...
Disputation: Von Open Access zu Open Science: Zum Wandel digitaler Kulturen d...Disputation: Von Open Access zu Open Science: Zum Wandel digitaler Kulturen d...
Disputation: Von Open Access zu Open Science: Zum Wandel digitaler Kulturen d...
 
Motivation als Erfolgsfaktor des Lernens mit digitalen Medien
Motivation als Erfolgsfaktor des Lernens mit digitalen MedienMotivation als Erfolgsfaktor des Lernens mit digitalen Medien
Motivation als Erfolgsfaktor des Lernens mit digitalen Medien
 
Open Education in der (Hoch-)Schule ... Mediendidaktische Professionalität ze...
Open Education in der (Hoch-)Schule ... Mediendidaktische Professionalität ze...Open Education in der (Hoch-)Schule ... Mediendidaktische Professionalität ze...
Open Education in der (Hoch-)Schule ... Mediendidaktische Professionalität ze...
 
Der Sprung von der Anhöhe. Wirklichkeit - Empirie und die Bedeutung von Theorien
Der Sprung von der Anhöhe. Wirklichkeit - Empirie und die Bedeutung von TheorienDer Sprung von der Anhöhe. Wirklichkeit - Empirie und die Bedeutung von Theorien
Der Sprung von der Anhöhe. Wirklichkeit - Empirie und die Bedeutung von Theorien
 
Die notwendigkeit wissenschaftlichen arbeitens virtuell
Die notwendigkeit wissenschaftlichen arbeitens virtuellDie notwendigkeit wissenschaftlichen arbeitens virtuell
Die notwendigkeit wissenschaftlichen arbeitens virtuell
 
Die notwendigkeit wissenschaftlichen arbeitens virtuell
Die notwendigkeit wissenschaftlichen arbeitens virtuellDie notwendigkeit wissenschaftlichen arbeitens virtuell
Die notwendigkeit wissenschaftlichen arbeitens virtuell
 
Die notwendigkeit wissenschaftlichen arbeitens virtuell
Die notwendigkeit wissenschaftlichen arbeitens virtuellDie notwendigkeit wissenschaftlichen arbeitens virtuell
Die notwendigkeit wissenschaftlichen arbeitens virtuell
 
3 zentrale Diskrepanzen zwischen Anspruch und Realität im Deutschen Bildungss...
3 zentrale Diskrepanzen zwischen Anspruch und Realität im Deutschen Bildungss...3 zentrale Diskrepanzen zwischen Anspruch und Realität im Deutschen Bildungss...
3 zentrale Diskrepanzen zwischen Anspruch und Realität im Deutschen Bildungss...
 
Reflektieren als aktivierendes Element in der Mathematiklehrer(innen)bildung
Reflektieren als aktivierendes Element in der Mathematiklehrer(innen)bildungReflektieren als aktivierendes Element in der Mathematiklehrer(innen)bildung
Reflektieren als aktivierendes Element in der Mathematiklehrer(innen)bildung
 
VO PAED Medienkulturforschung
VO PAED MedienkulturforschungVO PAED Medienkulturforschung
VO PAED Medienkulturforschung
 

Mehr von joness6

01 Medienerziehung
01 Medienerziehung01 Medienerziehung
01 Medienerziehung
joness6
 
03 Weblogs in der Schule
03 Weblogs in der Schule 03 Weblogs in der Schule
03 Weblogs in der Schule
joness6
 
Lernspiele Lesepiele Software Schriftspracherwerb
Lernspiele Lesepiele Software SchriftspracherwerbLernspiele Lesepiele Software Schriftspracherwerb
Lernspiele Lesepiele Software Schriftspracherwerb
joness6
 
07 Aspekte des Schriftspracherwerbs, Rechtschreiben, Schreibstrategien
07 Aspekte des Schriftspracherwerbs, Rechtschreiben, Schreibstrategien07 Aspekte des Schriftspracherwerbs, Rechtschreiben, Schreibstrategien
07 Aspekte des Schriftspracherwerbs, Rechtschreiben, Schreibstrategien
joness6
 
06 Rechtschreiben
06 Rechtschreiben06 Rechtschreiben
06 Rechtschreiben
joness6
 
05 Sprachbetrachtung
05 Sprachbetrachtung 05 Sprachbetrachtung
05 Sprachbetrachtung
joness6
 
04 Lesespiele, Leseübungen
04 Lesespiele, Leseübungen04 Lesespiele, Leseübungen
04 Lesespiele, Leseübungen
joness6
 
03 Lernbeobachtung Selbstbeobachtung Kompetenzraster
03 Lernbeobachtung Selbstbeobachtung Kompetenzraster 03 Lernbeobachtung Selbstbeobachtung Kompetenzraster
03 Lernbeobachtung Selbstbeobachtung Kompetenzraster
joness6
 
01 02 Systematische Lernbeobachtung, Schreibprobe nach Dehn
01 02 Systematische Lernbeobachtung, Schreibprobe nach Dehn01 02 Systematische Lernbeobachtung, Schreibprobe nach Dehn
01 02 Systematische Lernbeobachtung, Schreibprobe nach Dehn
joness6
 
03.2 Aspekte des Schriftspracherwerbs, Phonologische Bewusstheit
03.2 Aspekte des Schriftspracherwerbs, Phonologische Bewusstheit 03.2 Aspekte des Schriftspracherwerbs, Phonologische Bewusstheit
03.2 Aspekte des Schriftspracherwerbs, Phonologische Bewusstheit
joness6
 
04 Aspekte des Schriftspracherwerbs, Schreiben, Schrift, Motorik
04 Aspekte des Schriftspracherwerbs,  Schreiben, Schrift, Motorik04 Aspekte des Schriftspracherwerbs,  Schreiben, Schrift, Motorik
04 Aspekte des Schriftspracherwerbs, Schreiben, Schrift, Motorik
joness6
 
06 Aspekte des Schriftspracherwerbs, Lesestrategien
06 Aspekte des Schriftspracherwerbs, Lesestrategien 06 Aspekte des Schriftspracherwerbs, Lesestrategien
06 Aspekte des Schriftspracherwerbs, Lesestrategien
joness6
 
05 Aspekte des Schriftspracherwerbs, Stufenmodelle
05 Aspekte des Schriftspracherwerbs, Stufenmodelle05 Aspekte des Schriftspracherwerbs, Stufenmodelle
05 Aspekte des Schriftspracherwerbs, Stufenmodelle
joness6
 
03 Aspekte des Schriftspracherwerbs, Anfänge schriftsprachlichen Lernens
03 Aspekte des Schriftspracherwerbs, Anfänge schriftsprachlichen Lernens03 Aspekte des Schriftspracherwerbs, Anfänge schriftsprachlichen Lernens
03 Aspekte des Schriftspracherwerbs, Anfänge schriftsprachlichen Lernens
joness6
 
02 Aspekte des Schriftspracherwerbs, Fibeln
02 Aspekte des Schriftspracherwerbs, Fibeln02 Aspekte des Schriftspracherwerbs, Fibeln
02 Aspekte des Schriftspracherwerbs, Fibeln
joness6
 

Mehr von joness6 (20)

06 Weblog in der Schules
06 Weblog in der Schules06 Weblog in der Schules
06 Weblog in der Schules
 
01 Medienerziehung
01 Medienerziehung01 Medienerziehung
01 Medienerziehung
 
04 Computerspiele Lernspiele Lernsoftware
04 Computerspiele Lernspiele Lernsoftware04 Computerspiele Lernspiele Lernsoftware
04 Computerspiele Lernspiele Lernsoftware
 
03 Weblogs in der Schule
03 Weblogs in der Schule 03 Weblogs in der Schule
03 Weblogs in der Schule
 
01 IT Grundlagen - Übersicht
01 IT Grundlagen - Übersicht01 IT Grundlagen - Übersicht
01 IT Grundlagen - Übersicht
 
02 Kindersuchmaschinen Kinderseiten
 02  Kindersuchmaschinen Kinderseiten 02  Kindersuchmaschinen Kinderseiten
02 Kindersuchmaschinen Kinderseiten
 
03 Mediendidaktik - Webquest
03 Mediendidaktik -  Webquest03 Mediendidaktik -  Webquest
03 Mediendidaktik - Webquest
 
Lernspiele Lesepiele Software Schriftspracherwerb
Lernspiele Lesepiele Software SchriftspracherwerbLernspiele Lesepiele Software Schriftspracherwerb
Lernspiele Lesepiele Software Schriftspracherwerb
 
07 Aspekte des Schriftspracherwerbs, Rechtschreiben, Schreibstrategien
07 Aspekte des Schriftspracherwerbs, Rechtschreiben, Schreibstrategien07 Aspekte des Schriftspracherwerbs, Rechtschreiben, Schreibstrategien
07 Aspekte des Schriftspracherwerbs, Rechtschreiben, Schreibstrategien
 
06 Rechtschreiben
06 Rechtschreiben06 Rechtschreiben
06 Rechtschreiben
 
05 Sprachbetrachtung
05 Sprachbetrachtung 05 Sprachbetrachtung
05 Sprachbetrachtung
 
04 Lesespiele, Leseübungen
04 Lesespiele, Leseübungen04 Lesespiele, Leseübungen
04 Lesespiele, Leseübungen
 
03 Lernbeobachtung Selbstbeobachtung Kompetenzraster
03 Lernbeobachtung Selbstbeobachtung Kompetenzraster 03 Lernbeobachtung Selbstbeobachtung Kompetenzraster
03 Lernbeobachtung Selbstbeobachtung Kompetenzraster
 
01 02 Systematische Lernbeobachtung, Schreibprobe nach Dehn
01 02 Systematische Lernbeobachtung, Schreibprobe nach Dehn01 02 Systematische Lernbeobachtung, Schreibprobe nach Dehn
01 02 Systematische Lernbeobachtung, Schreibprobe nach Dehn
 
03.2 Aspekte des Schriftspracherwerbs, Phonologische Bewusstheit
03.2 Aspekte des Schriftspracherwerbs, Phonologische Bewusstheit 03.2 Aspekte des Schriftspracherwerbs, Phonologische Bewusstheit
03.2 Aspekte des Schriftspracherwerbs, Phonologische Bewusstheit
 
04 Aspekte des Schriftspracherwerbs, Schreiben, Schrift, Motorik
04 Aspekte des Schriftspracherwerbs,  Schreiben, Schrift, Motorik04 Aspekte des Schriftspracherwerbs,  Schreiben, Schrift, Motorik
04 Aspekte des Schriftspracherwerbs, Schreiben, Schrift, Motorik
 
06 Aspekte des Schriftspracherwerbs, Lesestrategien
06 Aspekte des Schriftspracherwerbs, Lesestrategien 06 Aspekte des Schriftspracherwerbs, Lesestrategien
06 Aspekte des Schriftspracherwerbs, Lesestrategien
 
05 Aspekte des Schriftspracherwerbs, Stufenmodelle
05 Aspekte des Schriftspracherwerbs, Stufenmodelle05 Aspekte des Schriftspracherwerbs, Stufenmodelle
05 Aspekte des Schriftspracherwerbs, Stufenmodelle
 
03 Aspekte des Schriftspracherwerbs, Anfänge schriftsprachlichen Lernens
03 Aspekte des Schriftspracherwerbs, Anfänge schriftsprachlichen Lernens03 Aspekte des Schriftspracherwerbs, Anfänge schriftsprachlichen Lernens
03 Aspekte des Schriftspracherwerbs, Anfänge schriftsprachlichen Lernens
 
02 Aspekte des Schriftspracherwerbs, Fibeln
02 Aspekte des Schriftspracherwerbs, Fibeln02 Aspekte des Schriftspracherwerbs, Fibeln
02 Aspekte des Schriftspracherwerbs, Fibeln
 

Einführung in die Praxisforschung/ Aktionsforschung

  • 1. Grundlagen Praxisforschung - Aktionsforschung Sigrid Jones sigrid.jones@bikum.at Lehrgang Medienbildung WienXtra-Medienzentrum 15.12.2010
  • 2. Qualitative und Quantitative Forschungsmethoden Quantitative Methoden • Messen Ziel: Generalisierung • Standardisierung der Instrumente • Komplexitätsreduktion • Abstraktion vom Kontext • Theorie als Menge von Hypothesen Qualitative Methoden • Interpretieren Ziel: Verstehen des Einzelfalls • Offenheit der Instrumente • Exploration Entdeckungszusammenhang • Komplexitätserhaltung • Kontextualisierung Markus Seifert: Methoden der quantitativen Kommunikationsforschung
  • 3. Qualitative und Quantitative Forschungsmethoden Quantitative Methoden Überprüfung von Theorieaussagen. • Es werden große Fallzahlen benötigt, da generalisierende Aussagen über soziale ber Zusammenhänge gemacht werden sollen. Qualitative Methoden Entdeckung von Theorieaussagen. • Es werden keine großen Fallzahlen benötigt, denn schon ein Einzelfall kann genügen, um Zusammenhänge zu entdecken. Ivonne Bemerburg - Methoden quantitativer Sozialforschung
  • 4. Qualitative und Quantitative Forschungsmethoden Quantitative Methoden Ein genauer Erhebungs- und Auswertungsplan liegt bereits vor Beginn der Untersuchung vor. Erhebungs- plan vor. Qualitative Methoden Der Forschungsprozess ist offener gestaltet. Abweichungen vom ursprünglichen Plan gehören zum Forschungsprozess. Während des Forschungsprozesses treten neue Fragestellungen auf, die weiter verfolgt werden. Ivonne Bemerburg - Methoden quantitativer Sozialforschung
  • 5. Kombinationen Kombination qualitativer und quantitativer Methoden z.B. Qualitative Methoden werden zur Hypothesengenerierung eingesetzt, welche anschließend anschließend mit Hilfe von quantiativen Methoden überprüft werden. Einzelne Aspekte einer Fragestellung werden mit verschiedenen Methoden bearbeitet. Bestimmte Formen der Methodenkombination werden als Triangulation bezeichnet. Ivonne Bemerburg - Methoden quantitativer Sozialforschung
  • 6. Begriff Aktionsforschung nach Peter Posch Aktionsforschung findet statt, wenn Menschen ihre eigene Praxis erforschen, um sie besser zu verstehen, weiter zu entwickeln, zu verbessern Aktion: Menschen handeln innerhalb des Systems, das sie zu verstehen und entwickeln versuchen. Forschung: systematische, kritische Untersuchung, die öffentlich gemacht wird
  • 7.
  • 8. Lösungen können durch verschiedene Maßnahmen (Kurse, Veröffentlichungen Anordnungen usw.) Praktiker/innen übermittelt und von diesen in praktisches Handeln umgesetzt werden.
  • 9. Lösungen können nur innerhalb des Kontexts entwickelt werden, in dem das Problem besteht und in dem Praktiker/innen mit ihrem Handeln bestimmende Elemente sind.
  • 10. Lösungen können anderen Praktiker/innen zugänglich gemacht werden und werden dabei zu Hypothesen, die sie in ihrer eigenen Situation überprüfen und weiter entwickeln können.Peter Posch - Einführung in die Aktionsforschung
  • 11. Aktionsforschung Kurt Lewin 1946 Action Research and Minority Problems Methodik als eine sich wiederholende Spirale von drei Schritten: (1) Planung (2) soziale Intervention im Feld (3) Reflexion über die Resultate der Intervention.
  • 12. Aktionsforschung „ Ziel ist es, die Qualität des Lehrens und Lernens ständig zu verbessern und eine forschende Haltung gegen- über der eigenen Praxis einzunehmen. Probleme in der eigenen Praxis werden selbst untersucht. D. h., dass eine berufliche Situation von Betroffenen selbst systematisch untersucht wird. “ Altrichter & Posch, 1998
  • 13. Aktionsforschung Ziel: Handlungsperspektiven erarbeiten Forschungsgegenstand als Anknüpfungspunkt für gezielte Veränderungen des sozialen Umfelds Position von Forschern und Beforschten: Trennung zw. Wissenschaftlern und Beforschten werden aufgehoben, d.h. Subjekt und Objekt werden nicht als getrennte Instanzen angesehen Forscher bringt sich in den Forschungsprozess mit ein (und gibt Distanz auf) Die Erforschten sind genauso gut oder besser als Experten in der Beurteilung ihrer Situation Heinz Moser (nach Sabine Nolte)
  • 14. Aktionsforschung Forschungstätigkeit in Alltagspraxis der Beteiligten eingebunden, um diese gemeinsam zu verändern „dialogisch,“ d.h. die Forschung setzt sich in Diskussionen mit Betroffenen auseinander Moser (nach Sabine Nolte)
  • 15. Acton Research zyklisch: ähnliche Arbeitsschritte, in ähnlicher Abfolge werden öfter nacheinander ausgeführt partizipativ: die untersuchten Personen, Institutionen, sind aktive Teilnehmer im Forschungsprozess qualitativ: meistens eher qualitative Foschung, nicht quantitativ reflektiv: kritische Reflexion über den Prozess und Zwischenergebnisse sind ein wichtiger Teil jedes Zyklus flexibel: reagiert flexibel auf die sich verändernde Situation fortschreitend: entwickelt sich allmählich aus dem zyklischen Prozess heraus Kemmis and McTaggart (1998)
  • 16. Argumente gegen Aktionsforschung Peter Posch - Einführung in die Aktionsforschung Intervention ist nicht Sache der Forschung. PraktikerInnen fehlt die Distanz zur eigenen Praxis. Die Verläßlichkeit (Validität) der Ergebnisse ist gering, weil die methodische Strenge fehlt. Aktionsforschung liefert keine verallgemeinerbaren Ergebnisse. Bei der Aktionsforschung wird das vorhandene Wissen kaum genutzt und “das Rad immer wieder neu erfunden“
  • 17. Typische Ausgangspunkte für Aktionsforschung Peter Posch - Einführung in die Aktionsforschung Ein Interesse: z. B. eine vielversprechende Idee ausprobieren; eine "Stärke" ausbauen; eine alltägliche Verpflichtung überlegter und ökonomischer erledigen. Eine Schwierigkeit: z. B. eine schwierige Situation verbessern, ein Problem lösen, einen Mangel ausgleichen. Eine "unklare Situation": ein "Rätsel" lösen, das gar nicht eindeutig positiv oder negativ, erfreulich oder belastend erlebt werden muss, aber dazu anregt, es zu durchschauen und der Situation besser gewachsen zu sein.
  • 18. Research is a „systematic attempt to keep you from cheating yourself and others“ (Richard Feynman) Das heisst: sich über die eigenen Erwartungen und Vorurteile gegenüber der zu untersuchenden Frage Rechenschaft ablegen nicht nur jene Tatsachen bzw. Daten berücksichtigen, die mit den eigenen Erwartungen übereinstimmen, sondern auch jene, die dagegen sprechen bereits verfügbares Wissen in die Überlegungen einbeziehen. Ergebnisse öffentlich diskutierbar machen (und sei es auch nur im Gespräch). Peter Posch - Einführung in die Aktionsforschung
  • 19. Methoden Projektjournal Projekttagebuch Statistische Kenndaten Portfolio Interviews, Fokusgruppeninterview Ton, Videoaufnahme Feldnotizen, Protokolle schriftliche Befragung strukturierte Beobachtung Heinz Moser (2003) Instrumentenkoffer für die Praxisforschung
  • 20. Projektjournal Datum Heutiges Arbeitsziel Blatt Nr. Persönliche Bemerkungen Was heute geschah Heinz Moser (2003) Instrumentenkoffer für die Praxisforschung
  • 21. Gütekriterien der Forschung 1. Transparenz Forschende müssen mit offenen Karten arbeiten und so weit über ihre Ziele und Methoden informieren, dass Leser eines Forschungsberichts die Möglichkeit haben, die Arbeit in ihren Stärken und Schwächen zu beurteilen. 2. Stimmigkeit Ziele und Methoden des Forschungsprozesses müssen miteinander vereinbar sein. Die Methoden, die ich wähle, sollten zum Forschungsziel passen. 3. Adäquatheit Grundfrage: Sind die Forschungsresultate dem Gegenstand angemessen, um den es geht? 4. Anschlussfähigkeit Die Resultate sollen mit dem Fachwissen bzw. dem wissenschaftlichen Wissen des untersuchten Gebietes verknüpft sein und darin eine neue Erkenntnis darstellen. Heinz Moser (2003) Instrumentenkoffer für die Praxisforschung
  • 22. Qualitätskriterien einer Fallstudie Peter Posch- Einführung in die Aktionsforschung Einleitung: Kann der Leser nachvollziehen, was durch den Forschungsprozess herausgefunden werden soll? Werden begriffliche und theoretische Vorkenntnisse (samt Quellenangaben) kurz umrissen? Wird Kontext lebendig und anschaulich und doch so knapp wie möglich dargestellt, beschränkt auf das was für das Verständnis nötig ist?
  • 23. Qualitätskriterien einer Fallstudie Peter Posch - Einführung in die Aktionsforschung Methoden: Wird die Methode beschrieben? Werden durch die methodische Vorgangsweise unterschiedliche Perspektiven erfasst? Ergebnisse: Werden die Daten genau dokumentiert (z.B. wörtliche Zitate, Tabellen, Diagramme) vorerst ohne sie zu interpretieren und zu bewerten?
  • 24. Qualitätskriterien einer Fallstudie Diskussion: Kann der Leser seine eigenen Schlüsse ziehen? Sind die Interpretation durch die Daten belegt? Ausblick: Wie plausibel sind die persönlichen Schlussfolgerungen? Peter Posch - Einführung in die Aktionsforschung
  • 25. Schreiben schützt vor dem individuellen und kollektiven Vergessen verschafft Überblick erleichtert Systematisierung macht implizites Wissen explizit erhöht die Qualität der Reflexion über die Praxis erleichtert die Kommunikation anderen stärkt das berufliche Selbstbewußtsein ermöglicht begründete bildungspolitische Einflußnahme
  • 26. wikipedia - Aktionsforschung [werner.stangl]s arbeitsblätter– Handlungsforschung Konrad Krainer - Aktionsforschung: Grundlage professioneller Praxis Bob Dick: Beginners' guide to action research Heinz Moser (2003) Instrumentenkoffer für die Praxisforschung