SlideShare ist ein Scribd-Unternehmen logo
1 von 21
Downloaden Sie, um offline zu lesen
3 zentrale Diskrepanzen
zwischen Anspruch und Realität
im deutschen Bildungssystem –
Relevanz Wolfgang Klafkis
in der heutigen Unterrichtspraxis
Auswertung einer Befragung
deutschsprachiger Pädagogen
August 2013
Corinna Herbert,
Johannes-Gutenberg-Universität Mainz
corinna.herbert@aol.de
Methodenbeschreibung
• Methode: Online-Befragung
• Zielgruppe: Lehrer & Pädagogen (im Berufsleben stehend)
• Rekrutierung: Internet (Pädagogik-Newsletter & Soziale
Netzwerke mit Pädagogik-Bezug)
• Rekrutierung: Internet (Pädagogik-Newsletter & Soziale
Netzwerke mit Pädagogik-Bezug)
• Fragebogen: Siehe Anhang (Word-Datei)
• Durchschnittliche Interviewlänge: 16 Minuten
• Stichprobengröße: n = 61
Fragebogen
Zusammenfassung
• 69% der befragten Pädagogen wenden die Grundsätze Klafkis entweder
unbewusst oder sogar bewusst in ihrer Unterrichtspraxis an. Lediglich 21%
können sich nichts Genaues (oder gar nichts) unter Klafkis Theorien
vorstellen.
• Als relevantestes didaktisches Konzept wird es angesehen, den Schülern
die Fähigkeit zum kommunikativen / diskursiven Handeln sowiedie Fähigkeit zum kommunikativen / diskursiven Handeln sowie
übergreifende Kompetenzen nahe zu bringen.
• Es klafft eine große Lücke zwischen Anspruch und schulischer Realität:
Schule in ihrer heutigen Form ist nach Ansicht der Befragten zu sehr auf
das Lehren fachlicher Inhalte ausgerichtet, während die Vermittlung
übergreifender Kompetenzen ihrer Meinung nach häufig zu kurz kommt.
• Die Mehrheit der Befragten fühlt sich der Bildungspolitik (zumindest z.T.)
ausgeliefert und empfindet das Schulsystem als ungerecht.
Kenntnis & Anwendung Klafkis
69% der Pädagogen wenden Klafkis Modelle bewusst oder unbewusst an.
13%
8%Wende seine Grundsätze bewusst an
18% Davon gehört,
weiß aber nichts Genaues darüber
Habe noch nie etwas davon gehört
Wende seine Grundsätze an, aber eher unbewusst
51%
Kann mir etwas darunter vorstellen,
wende aber nichts an
10%
n = 61
Kenntnis didaktischer Modelle (offen)
„Klafkis kritisch-konstruktive Didaktik, allem voran die
Planung des Unterrichts über die Didaktische Analyse,
die durch die hohen Praxisanteile in meinem Studium
trainiert wurde ... und sich vermischt mit allen
weiteren Ideen, Modellen und Gedanken. Generell
denke ich, bleibt es in der Praxis kein “reines“ Modell,
sondern es vermischt sich sehr stark mit der
Lehrerpersönlichkeit, neuen Erkenntnissen und
Vorgehensweisen, die sich in der Praxis für einen
persönlich als hilfreich erweisen.“ (Grundschullehrerin,
„Die grundlegenden didaktischen Modelle wechseln
häufig. Liest man die Vertreter der
bildungstheoretischen Didaktik (Wolfgang Klafki,
Eduard Spranger, Herman Nohl, Wilhelm Flitner, Erich
Weniger, Theodor Litt, Claus Gnutzmann), so findet
man sowohl aufeinander Aufbauendes als auch
einander Widersprechendes. Daher legt sich jeder
Lehrer sein eigenes Modell zurecht. Ich persönlich
lehne mich stark an die konstruktivistische Didaktik
an.“ (Gymnasiallehrer, Mathematik, Niedersachsen,persönlich als hilfreich erweisen.“ (Grundschullehrerin,
Niedersachsen, 11-15 Jahre Berufspraxis)
an.“ (Gymnasiallehrer, Mathematik, Niedersachsen,
30+ Jahre Berufspraxis)
„Ich arbeite als Ausbilder im Studienseminar mit Klafkis
Text von 1958 “Die didaktische Analyse als Kern der
Unterrichtsvorbereitung“. Allerdings habe ich diesen
wiederum didaktisch aufbereitet. Ich habe es auch mit
Modellen aus dem Bereich der Lernfelddidaktik
versucht (Sloane). Die bauen meistens auf Klafki auf,
allerdings werden meines Erachtens die wesentlichen
Aspekte nicht gut genug rübergebracht. Ergänzend
arbeite ich mit Felix Rauner (Arbeitswissenschaftler im
Bereich der beruflichen Bildung).“ (Berufsschullehrer,
Metalltechnik, Hessen, 11-15 Jahre Berufspraxis)
„Bildungstheoretische Didaktik und Lerntheoretische
Didaktik fallen mir ein. Ich habe die Bücher von Hilbert
Meyer gelesen ... im Studium und im Referendariat.
Heute lese ich so etwas nicht mehr und es interessiert
mich auch nicht mehr. Ich orientiere mich am Kind und
nicht an Theorien.“ (Grundschullehrerin, Baden-
Württemberg, 6-10 Jahre Berufspraxis)
„Unterricht ist Handwerk. Didaktische Modelle sind
Kunst um der Kunst willen.“ (Lehrer Integrierte
Gesamtschule, NRW, 6-10 Jahre Berufspraxis)
Verwendung eigener Konzepte /
Leitfäden (offen)
„Klafki ist und bleibt wohl immer Hintergrund meiner
Vorbereitung, das “Raster“ hat sich im Kopf
festgesetzt, wird aber angepasst. Somit erfolgt
zunächst ein fundierter Überblick über das Thema an
sich, anschließend die Überlegung, was davon in die
Zielsetzung übernommen werden muss und am Ende
gelernt sein soll. Erst danach wähle ich in der Regel die
Wege und die Methodik. Allerdings gibt es auch die
„Ich gehe von einer kompetenzorientierten,
individualisierten Unterrichtsgestaltung aus und
versuche, Themen, Kompetenzen, größere
Inhaltsbezüge auf unterschiedlichen Ebenen
anzubieten und die SuS dabei zu begleiten, sich mit
dem Stoff auseinander zu setzen. Dabei versuche ich
darauf zu achten, dass möglichst wenig Unter- bzw.
Überforderung für die einzelne Person entsteht. Um
hier weiter zu kommen, werden die SuS befragt zu
Wege und die Methodik. Allerdings gibt es auch die
Möglichkeit, dass die Methode selbst im Mittelpunkt
steht oder aber Methoden- oder Medienkompetenz in
einer Unterrichtseinheit einen größeren Stellenwert
bekommen und die Planung dahingehend
beeinflussen. Um neben den strukturierten Planungen
einen Ausgleich zu schaffen, so dass den Schülern
Freiräume entstehen, sie selbstständig lernen können,
werden Teile in Lernbuffets arrangiert oder mit Hilfe
von Wochen- oder Arbeitsplänen verpflichtende
Aufgaben geschaffen und weitere Möglichkeiten
angeboten.“ (Grundschullehrerin, Niedersachsen, 11-
15 Jahre Berufspraxis)
hier weiter zu kommen, werden die SuS befragt zu
ihrem Lernen und zu ihren Fortschritten, bzw. es
werden gemeinsam individuelle Zielvorgaben
festgesteckt. Dann schaue ich, welche der Methoden,
Didaktiken und Materialien hierbei die hilfreichsten
sind.“ (Lehrerin Integrierte Gesamtschule, Hessen, 16-
20 Jahre Berufspraxis)
„Was ist tatsächlich praxisrelevant? Was ist unnötiges
Balastwissen? Was knüpft an die Welt der Schüler an?
Was ist Basiswissen, wie kann ich die Neugier
wecken?“ (Berufsschullehrerin, Gesundheit und
Soziales, Brandenburg, 2-5 Jahre Berufspraxis)
Relevanz didaktischer Kriterien
Als am wichtigsten wird es erachtet übergreifende Kompetenzen zu vermitteln.
75
77
79
80
82
87
89
Schülern wird eine krit. & reflekt. Haltung vermittelt
Lehrinhalte vorab ausreichend auf Gehalt & Nutzen prüfen
Fähigk. zum kommunikativen / diskursiven Handeln erwerben
Schülern übergreifende Kompetenzen vermitteln
Thema hat eine hohe Bedeutung für die persönl. Lebenswelt
Selbstbestimmung, Mitbestimmung & Solidarität ausbilden
Schülern fachliche Inhalte vermitteln
n = 61; Top-2-Boxes (1+2) einer 5er-Skala in %
44
48
51
54
56
61
67
69
74
Gesellsch. aktuelle Schlüsselprobleme als Unterrichtskern
Thema hat eine hohe Bedeutung für die Zukunft d. Schülers
Auf gesellschaftliche Veränderungen vorbereiten & anregen
Thema hat eine hohe Bedeutung für die Gegenw. d. Schülers
Schüler erwerben möglichst viel fachliches Wissen
Inhalte haben Vorrang vor Methoden
Gesellschaftskrit. & politische Grundhaltung bei Lehrern
Didaktische Mod. bieten konkr. Leitf. für den Unterricht
Schüler können selbst Themen zum Bearbeiten auswählen
Wie wichtig sind Ihnen persönlich die folgenden Kriterien?
Realität didaktischer Kriterien
Die Realität zeichnet sich aber durch einen Überhang von Wissensvermittlung aus.
31
34
34
43
54
61
74
Selbstbestimmung, Mitbestimmung & Solidarität ausbilden
Schülern übergreifende Kompetenzen vermitteln
Fähigk. zum kommunikativen / diskursiven Handeln erwerben
Inhalte haben Vorrang vor Methoden
Thema hat eine hohe Bedeutung für die persönl. Lebenswelt
Schüler erwerben möglichst viel fachliches Wissen
Schülern fachliche Inhalte vermitteln
n = 61; Top-2-Boxes (1+2) einer 5er-Skala in %
Inwieweit sind diese Kriterien in der heutigen Unterrichtspraxis Realität?
12
12
15
18
21
23
25
25
30
Schüler können selbst Themen zum Bearbeiten auswählen
Lehrinhalte vorab ausreichend auf Gehalt & Nutzen prüfen
Gesellsch. aktuelle Schlüsselprobleme als Unterrichtskern
Auf gesellschaftliche Veränderungen vorbereiten & anregen
Gesellschaftskrit. & politische Grundhaltung bei Lehrern
Didaktische Mod. bieten konkr. Leitf. für den Unterricht
Thema hat eine hohe Bedeutung für die Zukunft d. Schülers
Thema hat eine hohe Bedeutung für die Gegenw. d. Schülers
Schülern wird eine krit. & reflekt. Haltung vermittelt
Relevanz vs. schulische Realität
3 große Diskrepanzen existieren bei der Kompetenzvermittlung, der Vorabprüfung
von Lehrinhalten sowie der Vorbereitung auf gesellschaftliche Veränderungen.
30
40
50
60
70
80
90
Fähigk. zum kommunikativen / diskursiven
Handeln erwerben
Schülern übergreifende Kompetenzen
vermitteln
Selbstbestimmung, Mitbestimmung &
Solidarität ausbilden
Thema hat eine hohe Bedeutung für die
persönl. Lebenswelt
Didaktische Mod. bieten konkr. Leitf. für
den Unterricht
Schüler können selbst Themen zum
Bearbeiten auswählen
Gesellsch. aktuelle Schlüsselprobleme als
Unterrichtskern
n = 61; Top-2-Boxes (1+2) einer 5er-Skala in %
0
10
20
30
Schülern fachliche Inhalte vermitteln
Schülern wird eine krit. & reflekt. Haltung
vermittelt
Lehrinhalte vorab ausreichend auf Gehalt
& Nutzen prüfen
Thema hat eine hohe Bedeutung für die
Zukunft d. Schülers
Auf gesellschaftliche Veränderungen
vorbereiten & anregen
Thema hat eine hohe Bedeutung für die
Gegenw. d. Schülers
Schüler erwerben möglichst viel fachliches
Wissen
Inhalte haben Vorrang vor Methoden
Gesellschaftskrit. & politische
Grundhaltung bei Lehrern
Relevanz
Realität
Unterrichtsformen (Verteilung
nach Häufigkeit der Anwendung)
Die von Klafki propagierten Methoden (Gruppenarbeit, Stationenarbeit,
Projektarbeit) machen etwa ein Drittel der aktuellen Unterrichtsrealität aus.
5%
6%
26%
Projektarbeit
Sonstiges
Frontalunterricht
Stationenarbeit
9%
17%
Partnerarbeit
19%
26%
Gruppenarbeit
18%
Einzelarbeit
n = 61; Mittelwerte der 100-Punkte-Eingaben
Verwendete Unterrichts- und
Sozialformen (offen)
„Frontalunterricht, Gruppenarbeit (überwiegend
Zweiergruppen, ohne Gruppentische, jeder Schüler
sucht sich Partner nach eigenen Vorstellungen, auch
der Lehrer kommt als Partner in Frage)“
(Gymnasiallehrer, Mathematik, Niedersachsen, 30+
Jahre Berufspraxis)
„Möglichst kurze frontale Phasen mit möglichst wenig
„Einseitige Unterrichtsgestaltung führt zu Langeweile
und verhindert, dass SuS lernen. Eine Mischform der
Unterrichtsgestaltung ist sehr wichtig. Reine
Wissensvermittlung gelingt am besten durch den
Frontalunterricht. Um verschiedene Kompetenzen zu
fördern, wende ich Gruppen, Partnerarbeit und
Stationsarbeit an. Heterogene Klassen können gut
gefördert werden, indem man eine Mischform von
Unterrichtsformen anwendet.“ (Realschullehrerin,
„Möglichst kurze frontale Phasen mit möglichst wenig
Lehrer-Redeanteil, hin und wieder mediengestützter
kurzer Lehrervortrag, Gruppenarbeit, viel
Partnerarbeit, Wochenplan, Werkstattunterricht,
Projektunterricht, Ziel: hoher Anteil an Schüleraktivität,
viele selbständige Arbeitsformen“
(Grundschullehrerin, Hessen, 30+ Jahre Berufspraxis)
Unterrichtsformen anwendet.“ (Realschullehrerin,
Kunst / Religion / Philosophie, Schleswig-Holstein,
Referendarin)
„Möglichst vielfältig: Frontale Phasen zur Erarbeitung
(die frontale Erklärung kann aber auch von SuS
übernommen werden), zur Vertiefung Einzel- und viel
Partnerarbeit. Gruppenarbeit seltener, ist vom Thema
und der Lerngruppe abhängig. Gern auch spielerische
Unterrichtsformen wie Rollenspiele, Spiele im
Klassenverband und in Kleingruppen.“ (Lehrerin
Integrierte Gesamtschule, Hessen, 2-5 Jahre
Berufspraxis)
„Frontalunterricht, Gruppenarbeit, Experimente,
Darstellendes Spiel (Kinder spielen „Wir sind das
Bohrsche Atommodell“ usw.), Yogaübungen zum
Stressabbau und zur Förderung der Konzentration“
(Gymnasiallehrerin, Biologie / Chemie, Hessen, 6-10
Jahre Berufspraxis)
Bewertung des Schulsystems
Die Pädagogen fühlen sich mehrheitlich der Bildungspolitik ausgeliefert.
6,46 6,51
7
8
9
10
Das
Schulsystem ist
nicht gerecht
Das
Schulsystem ist
inhuman
Das
Schulsystem ist
elitär
Das
Schulsystem ist
konservativ
Das
Schulsystem ist
nicht tragbar
Das
Schulsystem ist
geschlossen
Ich fühle mich der
Bildungspolitik
ausgeliefert
Der Lehrplan ist
für mich eine
Einschränkung
Ich habe das
Gefühl nichts bewegen zu
können
Gesamtschulen
sind kein
sinnvolles Konzept
Mittelwerte auf einer bipolaren Skala von 1-10
n = 61
6,46
5,48
5,74
6,1
6,36
5,54
6,51
4,51
4,25 4,44
1
2
3
4
5
6
Das Schulsystem ist
gerecht
Das Schulsystem ist
human
Das Schulsystem ist
demokratisch
Das Schulsystem ist
liberal
Das Schulsystem ist
gut so wie es ist
Das Schulsystem ist
integrativ
Ich fühle mich der
Bildungspolitik
nicht ausgeliefert
Der Lehrplan ist für
mich eine Hilfe
Ich habe das Gefühl
etwas bewegen zu
können
Gesamtschulen
sind ein sinnvolles
Konzept
Kritik bzgl. des Bildungssystems
(offene Nennungen)
„Die Lehrerausbildung sollte gerade an der HS viel
praxisrelevanter sein, Themen wie individuelle
Lernförderung fehlen gänzlich, weg vom reinen
Faktenwissen hin zum Schulen von Kompetenzen und
dafür auch Zeit bekommen, kleinere Klassen und mehr
Teamarbeit im Kollegium fördern, mehr Personal ins
Bildungssystem!“ (Berufsschullehrerin, Gesundheit
und Soziales, Brandenburg, 2-5 Jahre Berufspraxis)
„Für Gymnasiallehrkräfte ist die universitäre fachliche
Ausbildung entscheidend. Anders als in anderen
Lehrämtern erfolgt die Motivation in überwiegendem
Maße durch fachliche Begeisterung. In einem
zweijährigen Referendariat sollte dann die
Unterrichtspraxis im Mittelpunkt stehen. Zusatzmodule
im Studium, z.B. zur Inklusion, sind wenig zielführend.
Vielmehr sollte hierzu die Möglichkeit zur Fortbildung
bestehen, wenn Inklusion im Beruf ansteht. Einbestehen, wenn Inklusion im Beruf ansteht. Ein
differenziertes Schulsystem fördert die verschiedenen
Begabungen in idealer Weise.“ (Gymnasiallehrer,
Mathematik / Wirtschaft / Wirtschaftsinformatik,
Bayern, 11-15 Jahre Berufspraxis)
„Die Ausbildung muss in allen Bundesländern
vereinheitlicht werden. Mehr Praktika für Studenten.
Eignungsprüfungen für den Lehrerberuf - notfalls auch
psychologische Tests. Manche Dozenten sind total
“schulfremd“, lehren am Kind vorbei.“
(Grundschullehrerin, Baden-Württemberg, 6-10 Jahre
Berufspraxis)
„Mehr Personal, um die Inklusion voranzutreiben,
Lehrerausbildung mehr an der Praxis orientieren“
(Grundschullehrerin, Thüringen, 30+ Jahre
Berufspraxis)
„Grundschullehrer müssen mittlerweile die Arbeit von
Förderschullehrkräften übernehmen, haben jedoch
während des Studium nicht die entsprechende
Ausbildung erhalten. Auch werden Förderschullehrer
besser bezahlt als Grundschullehrkräfte, obwohl diese
fast identische Arbeit leisten.“ (Grundschullehrerin,
Hessen, 2-5 Jahre Berufspraxis)
ANHANG:
Beschreibung der Stichprobe
Beschreibung der Stichprobe - 1
Variable Ausprägung Anteil
Geschlecht Weiblich 61%
Männlich 36%
Keine Angabe 3%
Alter Bis 24 Jahre 10%Alter Bis 24 Jahre 10%
25 bis 29 Jahre 18%
30 bis 39 Jahre 31%
40 bis 49 Jahre 13%
50 bis 59 Jahre 18%
60 Jahre oder älter 10%
n = 61
Beschreibung der Stichprobe - 2
Variable Ausprägung Anteil
Unterrichtet an Schultyp …
(Mehrfachnennungen
möglich!)
Grundschule 23%
Hauptschule 5%
Realschule 8%
Gymnasium 30%
Integr. Gesamtschule 16%
n = 61
Integr. Gesamtschule 16%
Koop. Gesamtschule 2%
Förderschule 5%
Berufsschule 8%
Erwachsenenbildung 3%
Sonstiges 13%
Keine Angabe 2%
Beschreibung der Stichprobe - 3
Variable Ausprägung Anteil
Unterrichtete Klassenstufen
(Mehrfachnennungen
möglich!)
Klasse 1-4 28%
Klasse 5-6 43%
Klasse 7-10 54%
n = 61
Klasse 11-13 28%
Vorschule 2%
Berufsschulklassen 10%
Sonstiges 10%
Beschreibung der Stichprobe - 4
Variable Ausprägung Anteil
Berufsjahre Noch im Referendariat 8%
2-5 Jahre 36%
6-10 Jahre 8%
11-15 Jahre 12%
n = 61
16-20 Jahre 7%
20-29 Jahre 8%
30 Jahre oder mehr 15%
Sonstiges 3%
Keine Angabe 3%
Beschreibung der Stichprobe - 5
Variable Ausprägung Anteil
Bundesland, in dem
unterrichtet wird
Schleswig-Holstein 5%
Hamburg 2%
Niedersachsen 10%
Hessen 33%
Nordrhein-Westfalen 7%
n = 61
Nordrhein-Westfalen 7%
Rheinland-Pfalz 3%
Baden-Württemberg 12%
Bayern 13%
Brandenburg 5%
Thüringen 5%
Im Ausland 5%
Beschreibung der Stichprobe - 6
Variable Ausprägung Anteil
Bildungspolitische Präferenz CDU 8%
SPD 12%
B90 / Die Grünen 23%
n = 61
Die Linke 5%
Piraten-Partei 2%
Alternative für DE 2%
Keine Angabe 48%
Fragen oder Anregungen?Fragen oder Anregungen?
Corinna Herbert,
Johannes-Gutenberg-Universität Mainz
corinna.herbert@aol.de

Weitere ähnliche Inhalte

Andere mochten auch

Blogs sind tot - es lebe der Blog!
Blogs sind tot - es lebe der Blog!Blogs sind tot - es lebe der Blog!
Blogs sind tot - es lebe der Blog!Jost Broichmann
 
Expertenwissen erfolgreich vermarkten
Expertenwissen erfolgreich vermarktenExpertenwissen erfolgreich vermarkten
Expertenwissen erfolgreich vermarktenMonika Thoma
 
Das Ende der traditionellen Buchhaltung
Das Ende der traditionellen BuchhaltungDas Ende der traditionellen Buchhaltung
Das Ende der traditionellen BuchhaltungReporta AG
 
Ihk Vortrag UnternehmensgrüNder V1 0
Ihk Vortrag UnternehmensgrüNder V1 0Ihk Vortrag UnternehmensgrüNder V1 0
Ihk Vortrag UnternehmensgrüNder V1 0ThinkSimple
 
Super comm leadgenerierung
Super comm   leadgenerierungSuper comm   leadgenerierung
Super comm leadgenerierungThomas Vetter
 
IA Konferenz München 2011
IA Konferenz München 2011IA Konferenz München 2011
IA Konferenz München 2011Alexander Beck
 
monikathoma/nicolerupp
monikathoma/nicoleruppmonikathoma/nicolerupp
monikathoma/nicoleruppMonika Thoma
 
Spricht dein Blog auch?
Spricht dein Blog auch?Spricht dein Blog auch?
Spricht dein Blog auch?deutschonline
 
Absolventa_Stipendium_EvaHahn
Absolventa_Stipendium_EvaHahnAbsolventa_Stipendium_EvaHahn
Absolventa_Stipendium_EvaHahnEva Hahn
 
De mit mandura produkte-powerpoint
De mit mandura produkte-powerpointDe mit mandura produkte-powerpoint
De mit mandura produkte-powerpointFlorentina Dietrich
 

Andere mochten auch (20)

Transkulturelle Haltung: Vision & Methode
Transkulturelle Haltung: Vision & MethodeTranskulturelle Haltung: Vision & Methode
Transkulturelle Haltung: Vision & Methode
 
Blogs sind tot - es lebe der Blog!
Blogs sind tot - es lebe der Blog!Blogs sind tot - es lebe der Blog!
Blogs sind tot - es lebe der Blog!
 
Expertenwissen erfolgreich vermarkten
Expertenwissen erfolgreich vermarktenExpertenwissen erfolgreich vermarkten
Expertenwissen erfolgreich vermarkten
 
Griepentrog Reputationsmanagement
Griepentrog ReputationsmanagementGriepentrog Reputationsmanagement
Griepentrog Reputationsmanagement
 
Das Ende der traditionellen Buchhaltung
Das Ende der traditionellen BuchhaltungDas Ende der traditionellen Buchhaltung
Das Ende der traditionellen Buchhaltung
 
Ihk Vortrag UnternehmensgrüNder V1 0
Ihk Vortrag UnternehmensgrüNder V1 0Ihk Vortrag UnternehmensgrüNder V1 0
Ihk Vortrag UnternehmensgrüNder V1 0
 
Super comm leadgenerierung
Super comm   leadgenerierungSuper comm   leadgenerierung
Super comm leadgenerierung
 
IA Konferenz München 2011
IA Konferenz München 2011IA Konferenz München 2011
IA Konferenz München 2011
 
Bilder im DaF
Bilder im DaFBilder im DaF
Bilder im DaF
 
Apatity
ApatityApatity
Apatity
 
monikathoma/nicolerupp
monikathoma/nicoleruppmonikathoma/nicolerupp
monikathoma/nicolerupp
 
MovieYourBusiness
MovieYourBusinessMovieYourBusiness
MovieYourBusiness
 
Laser
LaserLaser
Laser
 
Zur Infrastruktur glaubwürdiger PR
Zur Infrastruktur glaubwürdiger PR Zur Infrastruktur glaubwürdiger PR
Zur Infrastruktur glaubwürdiger PR
 
Spricht dein Blog auch?
Spricht dein Blog auch?Spricht dein Blog auch?
Spricht dein Blog auch?
 
Unsere sprachschule
Unsere  sprachschuleUnsere  sprachschule
Unsere sprachschule
 
10 schonsten slowakischen
10 schonsten slowakischen10 schonsten slowakischen
10 schonsten slowakischen
 
Absolventa_Stipendium_EvaHahn
Absolventa_Stipendium_EvaHahnAbsolventa_Stipendium_EvaHahn
Absolventa_Stipendium_EvaHahn
 
De mit mandura produkte-powerpoint
De mit mandura produkte-powerpointDe mit mandura produkte-powerpoint
De mit mandura produkte-powerpoint
 
23oct
23oct23oct
23oct
 

Ähnlich wie 3 zentrale Diskrepanzen zwischen Anspruch und Realität im Deutschen Bildungssystem – Relevanz Wolfgang Klafkis in der heutigen Unterrichtspraxis

2012 Bremen Karsten Speck schulsozialarbeit in bremen
2012 Bremen Karsten Speck schulsozialarbeit in bremen2012 Bremen Karsten Speck schulsozialarbeit in bremen
2012 Bremen Karsten Speck schulsozialarbeit in bremenMarkus Gerstmann
 
STE-PS Doku - Experimentieren mit Luft - Klasse 3
STE-PS Doku - Experimentieren mit Luft - Klasse 3STE-PS Doku - Experimentieren mit Luft - Klasse 3
STE-PS Doku - Experimentieren mit Luft - Klasse 3Michael Wünsch
 
Individualisiertes Lernen im Rahmen von Schulentwicklung - Mehrwert durch dig...
Individualisiertes Lernen im Rahmen von Schulentwicklung - Mehrwert durch dig...Individualisiertes Lernen im Rahmen von Schulentwicklung - Mehrwert durch dig...
Individualisiertes Lernen im Rahmen von Schulentwicklung - Mehrwert durch dig...Mandy Rohs
 
Thomas häcker
Thomas häckerThomas häcker
Thomas häckerIvancic
 
Kleines Handbuch - Flechsig
Kleines Handbuch - FlechsigKleines Handbuch - Flechsig
Kleines Handbuch - Flechsigat_workingplace
 
STE-PS - Science Teacher Education - Principles and Standards - v03
STE-PS - Science Teacher Education - Principles and Standards - v03STE-PS - Science Teacher Education - Principles and Standards - v03
STE-PS - Science Teacher Education - Principles and Standards - v03Michael Wünsch
 
Faculty Development HSG Entwicklungsprozess
Faculty Development HSG EntwicklungsprozessFaculty Development HSG Entwicklungsprozess
Faculty Development HSG Entwicklungsprozesshse_unisg
 
Persoenlicher Sinn und historisch Politisches Lernen
Persoenlicher Sinn und historisch Politisches LernenPersoenlicher Sinn und historisch Politisches Lernen
Persoenlicher Sinn und historisch Politisches LernenLisa Rosa
 
Konstruktivismus Im Unterricht Exposé
Konstruktivismus Im Unterricht ExposéKonstruktivismus Im Unterricht Exposé
Konstruktivismus Im Unterricht ExposéLinda Bernabei
 
Schul und Qualitätsentwicklung
Schul  und QualitätsentwicklungSchul  und Qualitätsentwicklung
Schul und Qualitätsentwicklungericheiden
 
Podium Schule 1.11 - Thema Individuelle Förderung
Podium Schule 1.11 - Thema Individuelle FörderungPodium Schule 1.11 - Thema Individuelle Förderung
Podium Schule 1.11 - Thema Individuelle FörderungVielfalt_Lernen
 
Selbstbestimmtes Geschichtslernen mit Weblogs in der Schule
Selbstbestimmtes Geschichtslernen mit Weblogs in der SchuleSelbstbestimmtes Geschichtslernen mit Weblogs in der Schule
Selbstbestimmtes Geschichtslernen mit Weblogs in der SchuleLisa Rosa
 
20181129 TeachingTrends 2018_ICM _Diversity
20181129 TeachingTrends 2018_ICM _Diversity20181129 TeachingTrends 2018_ICM _Diversity
20181129 TeachingTrends 2018_ICM _DiversityKarsten Morisse
 
Script Anleitung Powerpoint
Script Anleitung PowerpointScript Anleitung Powerpoint
Script Anleitung PowerpointDeFavoX
 

Ähnlich wie 3 zentrale Diskrepanzen zwischen Anspruch und Realität im Deutschen Bildungssystem – Relevanz Wolfgang Klafkis in der heutigen Unterrichtspraxis (20)

Methoden - Sozialformen - Arbeitstechniken - Ein Curriculum für die Grundschule
Methoden - Sozialformen - Arbeitstechniken - Ein Curriculum für die GrundschuleMethoden - Sozialformen - Arbeitstechniken - Ein Curriculum für die Grundschule
Methoden - Sozialformen - Arbeitstechniken - Ein Curriculum für die Grundschule
 
Erziehungswissenschaft (B.A.)
Erziehungswissenschaft (B.A.)Erziehungswissenschaft (B.A.)
Erziehungswissenschaft (B.A.)
 
2012 Bremen Karsten Speck schulsozialarbeit in bremen
2012 Bremen Karsten Speck schulsozialarbeit in bremen2012 Bremen Karsten Speck schulsozialarbeit in bremen
2012 Bremen Karsten Speck schulsozialarbeit in bremen
 
STE-PS Doku - Experimentieren mit Luft - Klasse 3
STE-PS Doku - Experimentieren mit Luft - Klasse 3STE-PS Doku - Experimentieren mit Luft - Klasse 3
STE-PS Doku - Experimentieren mit Luft - Klasse 3
 
Individualisiertes Lernen im Rahmen von Schulentwicklung - Mehrwert durch dig...
Individualisiertes Lernen im Rahmen von Schulentwicklung - Mehrwert durch dig...Individualisiertes Lernen im Rahmen von Schulentwicklung - Mehrwert durch dig...
Individualisiertes Lernen im Rahmen von Schulentwicklung - Mehrwert durch dig...
 
Thomas häcker
Thomas häckerThomas häcker
Thomas häcker
 
Modul 2
Modul 2Modul 2
Modul 2
 
Kleines Handbuch - Flechsig
Kleines Handbuch - FlechsigKleines Handbuch - Flechsig
Kleines Handbuch - Flechsig
 
STE-PS - Science Teacher Education - Principles and Standards - v03
STE-PS - Science Teacher Education - Principles and Standards - v03STE-PS - Science Teacher Education - Principles and Standards - v03
STE-PS - Science Teacher Education - Principles and Standards - v03
 
Faculty Development HSG Entwicklungsprozess
Faculty Development HSG EntwicklungsprozessFaculty Development HSG Entwicklungsprozess
Faculty Development HSG Entwicklungsprozess
 
Lernen durch Lehren
Lernen durch LehrenLernen durch Lehren
Lernen durch Lehren
 
Persoenlicher Sinn und historisch Politisches Lernen
Persoenlicher Sinn und historisch Politisches LernenPersoenlicher Sinn und historisch Politisches Lernen
Persoenlicher Sinn und historisch Politisches Lernen
 
Konstruktivismus Im Unterricht Exposé
Konstruktivismus Im Unterricht ExposéKonstruktivismus Im Unterricht Exposé
Konstruktivismus Im Unterricht Exposé
 
Forschendes Lernen und E-Learning
Forschendes Lernen und E-LearningForschendes Lernen und E-Learning
Forschendes Lernen und E-Learning
 
Schul und Qualitätsentwicklung
Schul  und QualitätsentwicklungSchul  und Qualitätsentwicklung
Schul und Qualitätsentwicklung
 
Podium Schule 1.11 - Thema Individuelle Förderung
Podium Schule 1.11 - Thema Individuelle FörderungPodium Schule 1.11 - Thema Individuelle Förderung
Podium Schule 1.11 - Thema Individuelle Förderung
 
Selbstbestimmtes Geschichtslernen mit Weblogs in der Schule
Selbstbestimmtes Geschichtslernen mit Weblogs in der SchuleSelbstbestimmtes Geschichtslernen mit Weblogs in der Schule
Selbstbestimmtes Geschichtslernen mit Weblogs in der Schule
 
20181129 TeachingTrends 2018_ICM _Diversity
20181129 TeachingTrends 2018_ICM _Diversity20181129 TeachingTrends 2018_ICM _Diversity
20181129 TeachingTrends 2018_ICM _Diversity
 
Script Anleitung Powerpoint
Script Anleitung PowerpointScript Anleitung Powerpoint
Script Anleitung Powerpoint
 
Anleitung h 12 15
Anleitung h 12 15Anleitung h 12 15
Anleitung h 12 15
 

3 zentrale Diskrepanzen zwischen Anspruch und Realität im Deutschen Bildungssystem – Relevanz Wolfgang Klafkis in der heutigen Unterrichtspraxis

  • 1. 3 zentrale Diskrepanzen zwischen Anspruch und Realität im deutschen Bildungssystem – Relevanz Wolfgang Klafkis in der heutigen Unterrichtspraxis Auswertung einer Befragung deutschsprachiger Pädagogen August 2013 Corinna Herbert, Johannes-Gutenberg-Universität Mainz corinna.herbert@aol.de
  • 2. Methodenbeschreibung • Methode: Online-Befragung • Zielgruppe: Lehrer & Pädagogen (im Berufsleben stehend) • Rekrutierung: Internet (Pädagogik-Newsletter & Soziale Netzwerke mit Pädagogik-Bezug) • Rekrutierung: Internet (Pädagogik-Newsletter & Soziale Netzwerke mit Pädagogik-Bezug) • Fragebogen: Siehe Anhang (Word-Datei) • Durchschnittliche Interviewlänge: 16 Minuten • Stichprobengröße: n = 61 Fragebogen
  • 3. Zusammenfassung • 69% der befragten Pädagogen wenden die Grundsätze Klafkis entweder unbewusst oder sogar bewusst in ihrer Unterrichtspraxis an. Lediglich 21% können sich nichts Genaues (oder gar nichts) unter Klafkis Theorien vorstellen. • Als relevantestes didaktisches Konzept wird es angesehen, den Schülern die Fähigkeit zum kommunikativen / diskursiven Handeln sowiedie Fähigkeit zum kommunikativen / diskursiven Handeln sowie übergreifende Kompetenzen nahe zu bringen. • Es klafft eine große Lücke zwischen Anspruch und schulischer Realität: Schule in ihrer heutigen Form ist nach Ansicht der Befragten zu sehr auf das Lehren fachlicher Inhalte ausgerichtet, während die Vermittlung übergreifender Kompetenzen ihrer Meinung nach häufig zu kurz kommt. • Die Mehrheit der Befragten fühlt sich der Bildungspolitik (zumindest z.T.) ausgeliefert und empfindet das Schulsystem als ungerecht.
  • 4. Kenntnis & Anwendung Klafkis 69% der Pädagogen wenden Klafkis Modelle bewusst oder unbewusst an. 13% 8%Wende seine Grundsätze bewusst an 18% Davon gehört, weiß aber nichts Genaues darüber Habe noch nie etwas davon gehört Wende seine Grundsätze an, aber eher unbewusst 51% Kann mir etwas darunter vorstellen, wende aber nichts an 10% n = 61
  • 5. Kenntnis didaktischer Modelle (offen) „Klafkis kritisch-konstruktive Didaktik, allem voran die Planung des Unterrichts über die Didaktische Analyse, die durch die hohen Praxisanteile in meinem Studium trainiert wurde ... und sich vermischt mit allen weiteren Ideen, Modellen und Gedanken. Generell denke ich, bleibt es in der Praxis kein “reines“ Modell, sondern es vermischt sich sehr stark mit der Lehrerpersönlichkeit, neuen Erkenntnissen und Vorgehensweisen, die sich in der Praxis für einen persönlich als hilfreich erweisen.“ (Grundschullehrerin, „Die grundlegenden didaktischen Modelle wechseln häufig. Liest man die Vertreter der bildungstheoretischen Didaktik (Wolfgang Klafki, Eduard Spranger, Herman Nohl, Wilhelm Flitner, Erich Weniger, Theodor Litt, Claus Gnutzmann), so findet man sowohl aufeinander Aufbauendes als auch einander Widersprechendes. Daher legt sich jeder Lehrer sein eigenes Modell zurecht. Ich persönlich lehne mich stark an die konstruktivistische Didaktik an.“ (Gymnasiallehrer, Mathematik, Niedersachsen,persönlich als hilfreich erweisen.“ (Grundschullehrerin, Niedersachsen, 11-15 Jahre Berufspraxis) an.“ (Gymnasiallehrer, Mathematik, Niedersachsen, 30+ Jahre Berufspraxis) „Ich arbeite als Ausbilder im Studienseminar mit Klafkis Text von 1958 “Die didaktische Analyse als Kern der Unterrichtsvorbereitung“. Allerdings habe ich diesen wiederum didaktisch aufbereitet. Ich habe es auch mit Modellen aus dem Bereich der Lernfelddidaktik versucht (Sloane). Die bauen meistens auf Klafki auf, allerdings werden meines Erachtens die wesentlichen Aspekte nicht gut genug rübergebracht. Ergänzend arbeite ich mit Felix Rauner (Arbeitswissenschaftler im Bereich der beruflichen Bildung).“ (Berufsschullehrer, Metalltechnik, Hessen, 11-15 Jahre Berufspraxis) „Bildungstheoretische Didaktik und Lerntheoretische Didaktik fallen mir ein. Ich habe die Bücher von Hilbert Meyer gelesen ... im Studium und im Referendariat. Heute lese ich so etwas nicht mehr und es interessiert mich auch nicht mehr. Ich orientiere mich am Kind und nicht an Theorien.“ (Grundschullehrerin, Baden- Württemberg, 6-10 Jahre Berufspraxis) „Unterricht ist Handwerk. Didaktische Modelle sind Kunst um der Kunst willen.“ (Lehrer Integrierte Gesamtschule, NRW, 6-10 Jahre Berufspraxis)
  • 6. Verwendung eigener Konzepte / Leitfäden (offen) „Klafki ist und bleibt wohl immer Hintergrund meiner Vorbereitung, das “Raster“ hat sich im Kopf festgesetzt, wird aber angepasst. Somit erfolgt zunächst ein fundierter Überblick über das Thema an sich, anschließend die Überlegung, was davon in die Zielsetzung übernommen werden muss und am Ende gelernt sein soll. Erst danach wähle ich in der Regel die Wege und die Methodik. Allerdings gibt es auch die „Ich gehe von einer kompetenzorientierten, individualisierten Unterrichtsgestaltung aus und versuche, Themen, Kompetenzen, größere Inhaltsbezüge auf unterschiedlichen Ebenen anzubieten und die SuS dabei zu begleiten, sich mit dem Stoff auseinander zu setzen. Dabei versuche ich darauf zu achten, dass möglichst wenig Unter- bzw. Überforderung für die einzelne Person entsteht. Um hier weiter zu kommen, werden die SuS befragt zu Wege und die Methodik. Allerdings gibt es auch die Möglichkeit, dass die Methode selbst im Mittelpunkt steht oder aber Methoden- oder Medienkompetenz in einer Unterrichtseinheit einen größeren Stellenwert bekommen und die Planung dahingehend beeinflussen. Um neben den strukturierten Planungen einen Ausgleich zu schaffen, so dass den Schülern Freiräume entstehen, sie selbstständig lernen können, werden Teile in Lernbuffets arrangiert oder mit Hilfe von Wochen- oder Arbeitsplänen verpflichtende Aufgaben geschaffen und weitere Möglichkeiten angeboten.“ (Grundschullehrerin, Niedersachsen, 11- 15 Jahre Berufspraxis) hier weiter zu kommen, werden die SuS befragt zu ihrem Lernen und zu ihren Fortschritten, bzw. es werden gemeinsam individuelle Zielvorgaben festgesteckt. Dann schaue ich, welche der Methoden, Didaktiken und Materialien hierbei die hilfreichsten sind.“ (Lehrerin Integrierte Gesamtschule, Hessen, 16- 20 Jahre Berufspraxis) „Was ist tatsächlich praxisrelevant? Was ist unnötiges Balastwissen? Was knüpft an die Welt der Schüler an? Was ist Basiswissen, wie kann ich die Neugier wecken?“ (Berufsschullehrerin, Gesundheit und Soziales, Brandenburg, 2-5 Jahre Berufspraxis)
  • 7. Relevanz didaktischer Kriterien Als am wichtigsten wird es erachtet übergreifende Kompetenzen zu vermitteln. 75 77 79 80 82 87 89 Schülern wird eine krit. & reflekt. Haltung vermittelt Lehrinhalte vorab ausreichend auf Gehalt & Nutzen prüfen Fähigk. zum kommunikativen / diskursiven Handeln erwerben Schülern übergreifende Kompetenzen vermitteln Thema hat eine hohe Bedeutung für die persönl. Lebenswelt Selbstbestimmung, Mitbestimmung & Solidarität ausbilden Schülern fachliche Inhalte vermitteln n = 61; Top-2-Boxes (1+2) einer 5er-Skala in % 44 48 51 54 56 61 67 69 74 Gesellsch. aktuelle Schlüsselprobleme als Unterrichtskern Thema hat eine hohe Bedeutung für die Zukunft d. Schülers Auf gesellschaftliche Veränderungen vorbereiten & anregen Thema hat eine hohe Bedeutung für die Gegenw. d. Schülers Schüler erwerben möglichst viel fachliches Wissen Inhalte haben Vorrang vor Methoden Gesellschaftskrit. & politische Grundhaltung bei Lehrern Didaktische Mod. bieten konkr. Leitf. für den Unterricht Schüler können selbst Themen zum Bearbeiten auswählen Wie wichtig sind Ihnen persönlich die folgenden Kriterien?
  • 8. Realität didaktischer Kriterien Die Realität zeichnet sich aber durch einen Überhang von Wissensvermittlung aus. 31 34 34 43 54 61 74 Selbstbestimmung, Mitbestimmung & Solidarität ausbilden Schülern übergreifende Kompetenzen vermitteln Fähigk. zum kommunikativen / diskursiven Handeln erwerben Inhalte haben Vorrang vor Methoden Thema hat eine hohe Bedeutung für die persönl. Lebenswelt Schüler erwerben möglichst viel fachliches Wissen Schülern fachliche Inhalte vermitteln n = 61; Top-2-Boxes (1+2) einer 5er-Skala in % Inwieweit sind diese Kriterien in der heutigen Unterrichtspraxis Realität? 12 12 15 18 21 23 25 25 30 Schüler können selbst Themen zum Bearbeiten auswählen Lehrinhalte vorab ausreichend auf Gehalt & Nutzen prüfen Gesellsch. aktuelle Schlüsselprobleme als Unterrichtskern Auf gesellschaftliche Veränderungen vorbereiten & anregen Gesellschaftskrit. & politische Grundhaltung bei Lehrern Didaktische Mod. bieten konkr. Leitf. für den Unterricht Thema hat eine hohe Bedeutung für die Zukunft d. Schülers Thema hat eine hohe Bedeutung für die Gegenw. d. Schülers Schülern wird eine krit. & reflekt. Haltung vermittelt
  • 9. Relevanz vs. schulische Realität 3 große Diskrepanzen existieren bei der Kompetenzvermittlung, der Vorabprüfung von Lehrinhalten sowie der Vorbereitung auf gesellschaftliche Veränderungen. 30 40 50 60 70 80 90 Fähigk. zum kommunikativen / diskursiven Handeln erwerben Schülern übergreifende Kompetenzen vermitteln Selbstbestimmung, Mitbestimmung & Solidarität ausbilden Thema hat eine hohe Bedeutung für die persönl. Lebenswelt Didaktische Mod. bieten konkr. Leitf. für den Unterricht Schüler können selbst Themen zum Bearbeiten auswählen Gesellsch. aktuelle Schlüsselprobleme als Unterrichtskern n = 61; Top-2-Boxes (1+2) einer 5er-Skala in % 0 10 20 30 Schülern fachliche Inhalte vermitteln Schülern wird eine krit. & reflekt. Haltung vermittelt Lehrinhalte vorab ausreichend auf Gehalt & Nutzen prüfen Thema hat eine hohe Bedeutung für die Zukunft d. Schülers Auf gesellschaftliche Veränderungen vorbereiten & anregen Thema hat eine hohe Bedeutung für die Gegenw. d. Schülers Schüler erwerben möglichst viel fachliches Wissen Inhalte haben Vorrang vor Methoden Gesellschaftskrit. & politische Grundhaltung bei Lehrern Relevanz Realität
  • 10. Unterrichtsformen (Verteilung nach Häufigkeit der Anwendung) Die von Klafki propagierten Methoden (Gruppenarbeit, Stationenarbeit, Projektarbeit) machen etwa ein Drittel der aktuellen Unterrichtsrealität aus. 5% 6% 26% Projektarbeit Sonstiges Frontalunterricht Stationenarbeit 9% 17% Partnerarbeit 19% 26% Gruppenarbeit 18% Einzelarbeit n = 61; Mittelwerte der 100-Punkte-Eingaben
  • 11. Verwendete Unterrichts- und Sozialformen (offen) „Frontalunterricht, Gruppenarbeit (überwiegend Zweiergruppen, ohne Gruppentische, jeder Schüler sucht sich Partner nach eigenen Vorstellungen, auch der Lehrer kommt als Partner in Frage)“ (Gymnasiallehrer, Mathematik, Niedersachsen, 30+ Jahre Berufspraxis) „Möglichst kurze frontale Phasen mit möglichst wenig „Einseitige Unterrichtsgestaltung führt zu Langeweile und verhindert, dass SuS lernen. Eine Mischform der Unterrichtsgestaltung ist sehr wichtig. Reine Wissensvermittlung gelingt am besten durch den Frontalunterricht. Um verschiedene Kompetenzen zu fördern, wende ich Gruppen, Partnerarbeit und Stationsarbeit an. Heterogene Klassen können gut gefördert werden, indem man eine Mischform von Unterrichtsformen anwendet.“ (Realschullehrerin, „Möglichst kurze frontale Phasen mit möglichst wenig Lehrer-Redeanteil, hin und wieder mediengestützter kurzer Lehrervortrag, Gruppenarbeit, viel Partnerarbeit, Wochenplan, Werkstattunterricht, Projektunterricht, Ziel: hoher Anteil an Schüleraktivität, viele selbständige Arbeitsformen“ (Grundschullehrerin, Hessen, 30+ Jahre Berufspraxis) Unterrichtsformen anwendet.“ (Realschullehrerin, Kunst / Religion / Philosophie, Schleswig-Holstein, Referendarin) „Möglichst vielfältig: Frontale Phasen zur Erarbeitung (die frontale Erklärung kann aber auch von SuS übernommen werden), zur Vertiefung Einzel- und viel Partnerarbeit. Gruppenarbeit seltener, ist vom Thema und der Lerngruppe abhängig. Gern auch spielerische Unterrichtsformen wie Rollenspiele, Spiele im Klassenverband und in Kleingruppen.“ (Lehrerin Integrierte Gesamtschule, Hessen, 2-5 Jahre Berufspraxis) „Frontalunterricht, Gruppenarbeit, Experimente, Darstellendes Spiel (Kinder spielen „Wir sind das Bohrsche Atommodell“ usw.), Yogaübungen zum Stressabbau und zur Förderung der Konzentration“ (Gymnasiallehrerin, Biologie / Chemie, Hessen, 6-10 Jahre Berufspraxis)
  • 12. Bewertung des Schulsystems Die Pädagogen fühlen sich mehrheitlich der Bildungspolitik ausgeliefert. 6,46 6,51 7 8 9 10 Das Schulsystem ist nicht gerecht Das Schulsystem ist inhuman Das Schulsystem ist elitär Das Schulsystem ist konservativ Das Schulsystem ist nicht tragbar Das Schulsystem ist geschlossen Ich fühle mich der Bildungspolitik ausgeliefert Der Lehrplan ist für mich eine Einschränkung Ich habe das Gefühl nichts bewegen zu können Gesamtschulen sind kein sinnvolles Konzept Mittelwerte auf einer bipolaren Skala von 1-10 n = 61 6,46 5,48 5,74 6,1 6,36 5,54 6,51 4,51 4,25 4,44 1 2 3 4 5 6 Das Schulsystem ist gerecht Das Schulsystem ist human Das Schulsystem ist demokratisch Das Schulsystem ist liberal Das Schulsystem ist gut so wie es ist Das Schulsystem ist integrativ Ich fühle mich der Bildungspolitik nicht ausgeliefert Der Lehrplan ist für mich eine Hilfe Ich habe das Gefühl etwas bewegen zu können Gesamtschulen sind ein sinnvolles Konzept
  • 13. Kritik bzgl. des Bildungssystems (offene Nennungen) „Die Lehrerausbildung sollte gerade an der HS viel praxisrelevanter sein, Themen wie individuelle Lernförderung fehlen gänzlich, weg vom reinen Faktenwissen hin zum Schulen von Kompetenzen und dafür auch Zeit bekommen, kleinere Klassen und mehr Teamarbeit im Kollegium fördern, mehr Personal ins Bildungssystem!“ (Berufsschullehrerin, Gesundheit und Soziales, Brandenburg, 2-5 Jahre Berufspraxis) „Für Gymnasiallehrkräfte ist die universitäre fachliche Ausbildung entscheidend. Anders als in anderen Lehrämtern erfolgt die Motivation in überwiegendem Maße durch fachliche Begeisterung. In einem zweijährigen Referendariat sollte dann die Unterrichtspraxis im Mittelpunkt stehen. Zusatzmodule im Studium, z.B. zur Inklusion, sind wenig zielführend. Vielmehr sollte hierzu die Möglichkeit zur Fortbildung bestehen, wenn Inklusion im Beruf ansteht. Einbestehen, wenn Inklusion im Beruf ansteht. Ein differenziertes Schulsystem fördert die verschiedenen Begabungen in idealer Weise.“ (Gymnasiallehrer, Mathematik / Wirtschaft / Wirtschaftsinformatik, Bayern, 11-15 Jahre Berufspraxis) „Die Ausbildung muss in allen Bundesländern vereinheitlicht werden. Mehr Praktika für Studenten. Eignungsprüfungen für den Lehrerberuf - notfalls auch psychologische Tests. Manche Dozenten sind total “schulfremd“, lehren am Kind vorbei.“ (Grundschullehrerin, Baden-Württemberg, 6-10 Jahre Berufspraxis) „Mehr Personal, um die Inklusion voranzutreiben, Lehrerausbildung mehr an der Praxis orientieren“ (Grundschullehrerin, Thüringen, 30+ Jahre Berufspraxis) „Grundschullehrer müssen mittlerweile die Arbeit von Förderschullehrkräften übernehmen, haben jedoch während des Studium nicht die entsprechende Ausbildung erhalten. Auch werden Förderschullehrer besser bezahlt als Grundschullehrkräfte, obwohl diese fast identische Arbeit leisten.“ (Grundschullehrerin, Hessen, 2-5 Jahre Berufspraxis)
  • 15. Beschreibung der Stichprobe - 1 Variable Ausprägung Anteil Geschlecht Weiblich 61% Männlich 36% Keine Angabe 3% Alter Bis 24 Jahre 10%Alter Bis 24 Jahre 10% 25 bis 29 Jahre 18% 30 bis 39 Jahre 31% 40 bis 49 Jahre 13% 50 bis 59 Jahre 18% 60 Jahre oder älter 10% n = 61
  • 16. Beschreibung der Stichprobe - 2 Variable Ausprägung Anteil Unterrichtet an Schultyp … (Mehrfachnennungen möglich!) Grundschule 23% Hauptschule 5% Realschule 8% Gymnasium 30% Integr. Gesamtschule 16% n = 61 Integr. Gesamtschule 16% Koop. Gesamtschule 2% Förderschule 5% Berufsschule 8% Erwachsenenbildung 3% Sonstiges 13% Keine Angabe 2%
  • 17. Beschreibung der Stichprobe - 3 Variable Ausprägung Anteil Unterrichtete Klassenstufen (Mehrfachnennungen möglich!) Klasse 1-4 28% Klasse 5-6 43% Klasse 7-10 54% n = 61 Klasse 11-13 28% Vorschule 2% Berufsschulklassen 10% Sonstiges 10%
  • 18. Beschreibung der Stichprobe - 4 Variable Ausprägung Anteil Berufsjahre Noch im Referendariat 8% 2-5 Jahre 36% 6-10 Jahre 8% 11-15 Jahre 12% n = 61 16-20 Jahre 7% 20-29 Jahre 8% 30 Jahre oder mehr 15% Sonstiges 3% Keine Angabe 3%
  • 19. Beschreibung der Stichprobe - 5 Variable Ausprägung Anteil Bundesland, in dem unterrichtet wird Schleswig-Holstein 5% Hamburg 2% Niedersachsen 10% Hessen 33% Nordrhein-Westfalen 7% n = 61 Nordrhein-Westfalen 7% Rheinland-Pfalz 3% Baden-Württemberg 12% Bayern 13% Brandenburg 5% Thüringen 5% Im Ausland 5%
  • 20. Beschreibung der Stichprobe - 6 Variable Ausprägung Anteil Bildungspolitische Präferenz CDU 8% SPD 12% B90 / Die Grünen 23% n = 61 Die Linke 5% Piraten-Partei 2% Alternative für DE 2% Keine Angabe 48%
  • 21. Fragen oder Anregungen?Fragen oder Anregungen? Corinna Herbert, Johannes-Gutenberg-Universität Mainz corinna.herbert@aol.de