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Designtheorie
Design oder Wissenschaft? Designnahe Wissenschaft?



               Heidrun Allert | Philosophische Fakultät, IfP| CAU zu Kiel
Wissenschaftstheorie
•  Theorie über das Gewinnen von Theorien
•  Epistemologisch: Wie gewinne wir Erkenntnis?
•  Ontologisch: Was ist?


•  Zugriff auf die Realität?




Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik | IfP, CAU zu Kiel
1
    Was ist/will/tut Wissenschaft? Was produziert Wissenschaft?
        Beschreiben, vorhersagen, intervenieren?
        Sind die folgenden Dichotomien?

        Wissenschaft / Design?
        generalisiert, dekontextualisiert/situiert?
        Dekomposition/Komposition?
        Gesellschaft/Natur?
        Wissenschaft/Politik (politische Entscheidungen)?
        Angewandt/fundamental?
        Experiment/messie Feld?
        oberserving an static outside world/ intervening in an unfinished univers?


3   Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik | IfP, CAU zu Kiel       06.02.13
Arten der Wissenserzeugung
    Wissenschaft                                                        Gestaltung
      Deskriptiv, analytisch                                             Normativ, konstruktiv (Vision)
      generalisierte Aussagen treffen                                    Situative Bedingungen:
      Fakten de-kontextualisieren                                           Situierter Charakter sozialer
                                                                             Interventionen
      jedes Ergebnis erlaubt.
      Wurde die Methode richtig                                             Lokale Kontexte
      angewandt?                                                            Ist es nützlich? Funktioniert es?
                                                                            Wissen das praktische Relevanz hat
                                                                            Wissen, was zu tun ist!
                                                                            Wissen wie etwas erreicht werden
                                                                             kann


4        Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik | IfP, CAU zu Kiel                             06.02.13
5   © Heidrun Allert, Institut für Pädagogik, cau zu | IfP, CAU zu Kiel
    Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik kiel              06.02.13
www.climate-engineering.eu
                                                                          www.kiel-earth-institute.de



6   © Heidrun Allert, Institut für Pädagogik, cau zu | IfP, CAU zu Kiel
    Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik kiel                                      06.02.13
2
    Wozu Wissenschaft?

       Was ist der Nutzen von Wissenschaft?
       Bezug zur Gesellschaft?
       Kommt Wissenschaft noch voran?
       Sind die großen wissenschaftlichen Erkenntnisse schon
       gemacht?
       Weshalb sollte sich eine Gesellschaft Wissenschaft leisten?
       Welchen Beitrag leistet die Gesellschaft?



7   © Heidrun Allert, Institut für Pädagogik, cau zu | IfP, CAU zu Kiel
    Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik kiel              06.02.13
„Could science be brought to an end by
                                        scientists‘ belief that they have final answers
                                        or by society‘s reluctance to pay the bills?“

                                        (John Horgan,
                                        Scientific American, December 1992)




Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik | IfP, CAU zu Kiel
Final Answers?

                                        What does it mean to intervene in the
                                        world which we do research into?
                                        We find more and more examples where we
                                        transform the world in order to understand.




Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik | IfP, CAU zu Kiel
Society is asked to do much more than to
                                        pay the bills.

                                        Helga Nowotny & Giuseppe Testa argue
                                        that making the gene visible encounters the
                                        visibility of values in a pluralistic society.
                                        Some voices refer to nature as an immutable
                                        ethical authority.

Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik | IfP, CAU zu Kiel
Natur „wird zur Materie reduziert, die manipuliert und
                                        patentiert werden kann.
                                        Doch gerade diese Sichtweise ruft Gegenkräfte auf den
                                        Plan, die am Bild einer unwandelbaren Natur festhalten
                                        wollen. In dieser zerklüfteten moralischen Landschaft trifft
                                        die genetische Sichtbarkeit des Lebens auf die Sichtbarkeit
                                        von (wiedererstarkten) Werten. Doch in einer
                                        pluralistischen Gesellschaft sind und bleiben Werte
                                        heterogen. Sie verändern sich und stehen in Widerspruch
                                        zueinander. Das Ringen um die Gestaltung der Zukunft
                                        hat eingesetzt, doch diese muß, wie offen und ungewiß sie
                                        auch sein mag, das Zusammenleben in einer
                                        pluralistischen Gesellschaft ermöglichen.“ (Helga Nowotny
                                        & Giuseppe Testa)


Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik | IfP, CAU zu Kiel
3
     Wie verändert sich Wissenschaft? Weshalb?




12   © Heidrun Allert, Institut für Pädagogik, cau zu | IfP, CAU zu Kiel
     Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik kiel              06.02.13
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     Wer macht Wissenschaft?


     Design als Untersuchung
     Research through Design

     Medienpädagogik
            Bewahrende Perspektive
            Medienakzeptierende Perspektive
            Beitrag zur Medienentwicklung, Technikgenese


13   © Heidrun Allert, Institut für Pädagogik, cau zu | IfP, CAU zu Kiel
     Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik kiel              06.02.13
Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik | IfP, CAU zu Kiel
Die Rolle des Wissens im Design

     Think before creating.!                                            Think through creating.!
     !
                                                                        Research Through Design
                                                                           (Löwgren & Stolterman, 2007,
                                                                           Findeli et al. 2008, Cross, 1999)
                                                                        Design als Wissensgenerierung
                                                                           Design als Untersuchung, design as inquiry
                                                                           (Allert & Richter, 2009, 2010)




15       Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik | IfP, CAU zu Kiel                               06.02.13
Analyse & Synthese
                                                    „klassische“	
  Empirische	
  Forschung	
  

Hypothesen basierend auf                                                      Theorieentwicklung auf
                                    Hypothesenprüfung mittels                                                      Anwendung der Theorien
Beobachtungen und/oder                                                        Basis der Untersuchungs-
                                       Experimentaldesign                                                             durch Praktiker
 bestehenden Theorien                                                                 ergebnisse


                             Spezifika)on	
  neuer	
  Hypothesen	
  




                                     design-­‐basierte	
  Forschung	
  (ingenieursmäßiges	
  Vorgehen)	
  

   Analyse praktischer              Entwicklung von Lösungen                                                          Dokumentation und
                                                                             Erprobung und Evaluation
Probleme durch Forscher                 in Bezug zu einem                                                          Reflexion zur Entwicklung
                                                                             der Lösungen in der Praxis
     und Praktiker                    theoretischen Rahmen                                                           von Designprinzipien


                    Weiterentwicklung	
  des	
  Problemverständnisses,	
  der	
  Lösungen	
  und	
  Methoden	
  
                       Design-basierte vs. „klassische“ empirische Forschung (nach Reeves, 2006)
                        Design through research als dritte Position (Analyse DURCH Synthese)
         Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik | IfP, CAU zu Kiel
Gestaltung & Forschung
       In der Frage des Zusammenspiels von Gestaltung und
         Forschung lassen sich grob drei Ansätze differenzieren. Diese
         unterscheiden sich zumindest hinsichtlich der folgenden
         Aspekte
         1.  Verhältnis von Analyse & Synthese, bzw.
             Artefakt & Erkenntnis über einen Gegenstand (Phänomen)
         2.  Rolle des Wissens im Gestaltungsprozess
         3.  Frage der Form des generierten Wissens und seiner
             Generalisierbarkeit bzw. Übertragbarkeit in verschiedene
             Kontexte (Theorie/ Praxis).


17   © Heidrun Allert, Institut für Pädagogik, cau zu | IfP, CAU zu Kiel
     Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik kiel              06.02.13
18   © Heidrun Allert, Institut für Pädagogik, cau zu | IfP, CAU zu Kiel
     Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik kiel              06.02.13
Erkennen & Handeln konstituieren
         den Untersuchungsprozess
     dialectic process
     „(...) ill-structured problem solving                              It is a frame experiment in which the
        may be thought of as a design                                       problem solver engages in a
        process, not a systematic search                                    reflective conversation with the
        for problem solution“                                               elements of the problem
        (Schön, 1990).                                                      situation.“
                                                                            (Jonassen, 1999)


     Handeln als Form der                                               Nur durch Handeln zu Erkenntnissen
       Wissensgenerierung praktisch                                       kommen können. (Dewey)
       relevanten Wissens



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Erkennen & Handeln konstituieren
         den Untersuchungsprozess
     Designraum (Burckhardt, 1987)
     „(...) that problems and solutions in                              „the role of conjectured solution as a
        design are closely interwoven –                                    way of gaining understanding of
        that 'the solution' is not always a                                the problem, and the need
        straightforward answer to 'the                                     therefore, to generate a variety of
        problem‘. (...) the need to use                                    solutions precisely as a means of
        sketches, drawings, and models of                                  problem analysis“ (Cross 1995)
        all kinds as a way of exploring                                 „Further understanding of the
        problem and solution                                               problem is gained by testing this
        together“ (Cross, 1995)                                            conjectured solution“ (Darke,
                                                                           1979)
                                                                          Emergent qualities
                                                                          Emergent practices


20       Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik | IfP, CAU zu Kiel                         06.02.13
Arten der Wissenserzeugung
     Wissenschaft                                                        Gestaltung
     „(...) restrict and isolate variables that                          „(...) with the growing understanding of
        might influence the outcome of the                                  (...) the importance of in siti studies,
        experiment. The purpose is to find a                                and the notion of emergent
        way of measuring the role of a                                      qualities as a result of the designed
        small number of variables“                                          composition, the controlled
        (Stolterman, 2008)                                                  experiment if copied from
                                                                            science does not fit the needs of
                                                                            design practice"
                                                                            (Stolterman, 2008)




21        Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik | IfP, CAU zu Kiel                              06.02.13
Gebrauch (-sspuren)

             use




22	
       Heidrun Allert Medienpädagogik/Bildungsinformatik | IfP, CAU zu Kiel
           Heidrun Allert | | fhOOE | Hagenberg
Eingang
          „Completing Design in Use“

              use




Kürzester
Weg von
der U-Bahn




 23	
       Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik | IfP, CAU zu Kiel             Espoo, Finnland 23
                                                                                                 Oktober 2008
24
25
Lehr- und Forschungszugang
     „Lerntheorien haben keine unmittelbare handlungspraktische Relevanz.
       (...) Sie liefern dennoch eine wichtige Grundlage für reflektierte
       didaktische Entscheidungen, weil sie für verschiedene Sichtweisen auf
       das Phänomen Lernen (..) sensibel machen. (...) Um zu einer
       Gestaltungsstrategie zu kommen, sind die konkreten Ziele eines
       Lehrvorhabens allerdings entscheidender.“
         (Reinmann, 2011. Didaktisches Design – Von der Lerntheorie zur
         Gestaltungsstrategie)

     Lernen und Lehren mit Medien, Technologie gestütztes Lernen
       beschreibendes, generalisierendes Wissen über Lernprozesse
       Präsentation fertiger Lösungen bei denen die lerntheoretischen Erkenntnisse
        angewandt worden wären.
     © Heidrun Allert, Institut für Pädagogik, CAU zu Kiel
28   Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik | IfP, CAU zu Kiel    06.02.13
Lehr- und Forschungszugang
     „One of the dangers in this new field of design research is that researchers from
       other, non-design, disciplines will import methods and approaches
       that are inapproriate to developing the understanding of design.
       Researchers from psychology or computer science, for example, have
       tended to assume that there is ‚nothing special‘ about design as an activity
       for investigation.“
       (Cross, 1999)

     Fehlende methodologische und epistemologische Grundlagen einer
       Gestaltungsdisziplin
     Orientierung an deskriptiv analytisch orientierten Nachbarwissenschaften




     © Heidrun Allert, Institut für Pädagogik, CAU zu Kiel
29   Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik | IfP, CAU zu Kiel      06.02.13
Innovationen aus anderen Disziplinen




     Weiterbildungsblog http://www.weiterbildungsblog.de/2011/01/27/manifestkongress-ohne-vision/

     Innovationen aus anderen Disziplinen einzusetzen, möge Lernen
       transformieren, die Form des Lernens gewinnbringend verändern.


30   Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik | IfP, CAU zu Kiel                         06.02.13
31   © Heidrun Allert, Institut für Pädagogik, cau zu kiel     06.02.13
                                                             Quelle: L3T
32   © Heidrun Allert, Institut für Pädagogik, cau zu kiel     06.02.13
                                                             Quelle: L3T
Gestalterische Perspektive




33   © Heidrun Allert, Institut für Pädagogik, cau zu | IfP, CAU zu Kiel
     Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik kiel              06.02.13
Gestalterische Perspektive




     „(...) led to a series of 10 concepts focused on engaging
        parents, empowering teachers, and connecting
34
        schools.“ (IDEO)
     © Heidrun Allert, Institut für Pädagogik, cau zu kiel                                            06.02.13
       http://www.ideo.com/work/strategy-for-improved-early-childhood-education-for-wk-kellogg-foundation/
Gestalterische Perspektive




     http://www.ccmc.org/spark/tangiblesteps.html




35   © Heidrun Allert, Institut für Pädagogik, cau zu | IfP, CAU zu Kiel
     Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik kiel              06.02.13
Übung: Notebook/Taking Notes
       Product-oriented design
       Practice-oriented design




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Wissenschaftstheorie
•  Das Allgemeingültige, die Regel ... Auch wenn wir nur
   einzelne Ausprägungen/Fälle beobachten können
•  Erklärung und Prognose
•  Verschiedene wissenschaftstheoretische Richtungen, e.g.
        Kritischer Rationalismus (Popper)
        Kritische Theorie
        Phänomenologie (das Wesen der Dinge an ihren Erscheinungsformen
         erkennen)
        Wissenschaftlicher Realismus
        Pragmatismus
        Hermeneutik




Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik | IfP, CAU zu Kiel
Design
       Beyond the known!


       Lösungen, die neue Handlungsoptionen bieten
       Grundnahmen in Frage stellen.




38   © Heidrun Allert, Institut für Pädagogik, cau zu | IfP, CAU zu Kiel
     Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik kiel              06.02.13
Der Kontext und die Fragen …
       Wissensgesellschaft wird „Innovationsgesellschaft“
           Alle wollen „Innovation“ ... und Kreativität
           PEPSI: „discover, experience, create“
       Problemlösungen in sich stetig wandelnden Umfeld
       Kann in Designprozessen Wissen generiert werden?
       Welche Art von Wissen wird generiert?




39   Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik | IfP, CAU zu Kiel
Designraum: Problem/Lösung
       Alles was klar ist, ist nur eine Hypothese (Laurel, 2004)
       Annahmen hinterfragen (vgl. Senge)
       Exploration des Designraumes
       Problem und Lösung bedingen sich gegenseitig
           Der Kontext verändert sich während die Lösung
            implementiert wird
           Der Kontext verändert sich durch die Lösung
           Das Problem wird durch die Lösung explizit
       Evaluation der Nutzung (transformed practice)


40
Design als „Open-Ended Inquiry“
       „the productive nature of human activity“ (Carroll,
         2006)
              Completing design in use (Carroll, 2006)
              Appropriation of technology (HCI)
              „Design durch Gebrauch“ (Brandes, 2007)
              „… although design is driven by a need or goal, this goal is
                 actually constructed by the very process of
                 design“ (Zamenopoulos, Alexiou, 2007)
       Use of artefacts results in transformed practice




41   Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik | IfP, CAU zu Kiel
Wissenschafts- und Designtheorie
•  Beschreiben?
•  Transformieren/Verändern? (how might ...)
    Die Wirklichkeit schaffen, die wir erkennen. Durch das
    Schaffen die Wirklichkeit erkennen. (Design)
        Design als angewandte Wissenschaft
        Design-based Research (Pea, Reinmann, u.a.)
        Research through Design (Jonas, Löwgren & Stoltermann)
•  Das Untersuchungsinstrument hat Einfluss auf die
    Erkenntnis. Das Untersuchungsinstrument muss designed
    werden.



Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik | IfP, CAU zu Kiel
Erkennen & Handeln konstituieren
         den Untersuchungsprozess
     dialectic process
     „(...) ill-structured problem solving                              It is a frame experiment in which the
        may be thought of as a design                                       problem solver engages in a
        process, not a systematic search                                    reflective conversation with the
        for problem solution“                                               elements of the problem
        (Schön, 1990).                                                      situation.“
                                                                            (Jonassen, 1999)


     Handeln als Form der                                               Durch Handeln in der Welt zu
       Wissensgenerierung praktisch                                       Erkenntnissen kommen (so in etwa
       relevanten Wissens                                                 Dewey)




43       Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik | IfP, CAU zu Kiel                         06.02.13
Erkennen & Handeln konstituieren
         den Untersuchungsprozess
     Designraum (Burckhardt, 1987)
     „(...) that problems and solutions in                              „the role of conjectured solution as a
        design are closely interwoven –                                    way of gaining understanding of
        that 'the solution' is not always a                                the problem, and the need
        straightforward answer to 'the                                     therefore, to generate a variety of
        problem‘. (...) the need to use                                    solutions precisely as a means of
        sketches, drawings, and models of                                  problem analysis“ (Cross 1995)
        all kinds as a way of exploring                                 „Further understanding of the
        problem and solution                                               problem is gained by testing this
        together“ (Cross, 1995)                                            conjectured solution“ (Darke,
                                                                           1979)




44       Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik | IfP, CAU zu Kiel                         06.02.13
Vom Umgang mit Wissen im Design
       Design als angewandte Wissenschaft („konservativ“, Fallman)
       Design als Intuition („romantisch“, Fallman)
       Die Wissenschaft vom Künstlichen (Simon, 1969, 1981)
           Naturwissenschaft: Dinge, wie sie sind (deskriptiv)
           Wissenschaft vom Künstlichen: Dinge, wie sie sein sollen (intentional,
            normativ)
       Design als Mitgestalter von Gesellschaft (Meier, 2003)
           nicht Wahrheit, sondern Werte
           keine richtige/wahre Lösung




45   Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik | IfP, CAU zu Kiel
Wissensgenerierung VOR Design
       “A major principle of Human-Centred Design is to “know your
        user” and thus emphasizing understanding of users needs and
        abilities” (Norman, 2005)
       Activity-Centred Design requires a deep understanding of the
        activities that were to be performed (Norman, 2005)
       Wissen als Mittel um erfolgreiche Produkte zu entwerfen
            Methoden der Design Forschung (Problemanalyse, Lösungsfindung)
            Explorieren der Bedürfnisse und Aktivitäten der Nutzer (Bedarfserhebung)
       Wissen vor dem Produkt
       Design wendet Wissen an



46   Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik | IfP, CAU zu Kiel
Design ALS Wissensgenerierung
       Design als Wissensgenerierung?
           Produkte/Services/Interventionen/Strategien
           Deeper understanding, Erkenntnis
           Emergent qualities
           Emergent practices




47   Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik | IfP, CAU zu Kiel
Generierung neuer Aktefakte
       Artefakt als die deduktive Anwendung eines Sets von Theoremen,
         (Models of Design, Coyne, 1989)
              eine Auswahl naturwissenschaftlicher Erkenntnis anwenden

       Induktiv: Sammeln aller Anforderungen (Coyne, 1989)
            Annahme: vollständig, objektiv

       Abduktiv: Artefakt als Hypothese




48   Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik | IfP, CAU zu Kiel
Design ALS Wissensgenerierung
       „design as cyclic process of knowledge creation with the design
         product as a working hypothesis“ (Allert, Richter, 2009)
              Exporation des Designraumes
              Problem und Lösung interdependent
              Evaluation: Reflecting transformed practice




49   Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik | IfP, CAU zu Kiel
Design ALS Wissensgenerierung
            Elemente
          1.      creation of a local theory of the problem at stake,
          2.      deriving a working hypotheses (the designed product or services) that
                  might overcome the problem, and
          3.      evaluation of the developmental aspects of use and viability of the
                  proposed solution.
            The designed product and service working as a hypothesis serves
             as a means to explore the problem and design space more
             deeply, creating a refined working theory (Allert, Richter,
             2009).



50   Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik | IfP, CAU zu Kiel
Ill-defined problems
     „Most of the pressing and important design problems of today‘s
       world are systemic problems that make collaboration supported by
       new technologies not a luxury but a necessity. These systemic
       problems—including the design of policies to address
       environmental degradation, economic disparity, and the
       disappearance of local cultures in the age of globalization, to name
       a few - are complex, open-ended, and ill-defined (Rittel &
       Webber, 1984; Simon, 1996),




     Fischer, G., Shipman, F. (2011). Collaborative Rationale and Social Creativity in Cultures of
     Participation. In: Human Technology – An Interdisciplinary Journal on Humans in ICT Environments.
51                                                                                                       06.02.13
     Volume 7 (2), August 2011, 164-187. (www.humantechnology.jyu.fi)
Ill-defined problems
     These problems need contributions from people with a wide range
       of experiences and perspectives, including stakeholders
       representing all those affected by the design results.
     The problems also often evolve over time, providing unique new
       challenges for design rationale and creativity research.“ (Fischer &
       Shipman, 2011)
     Keine „richtige“ Antwort / single solution.




     Fischer, G., Shipman, F. (2011). Collaborative Rationale and Social Creativity in Cultures of
     Participation. In: Human Technology – An Interdisciplinary Journal on Humans in ICT Environments.
52                                                                                                       06.02.13
     Volume 7 (2), August 2011, 164-187. (www.humantechnology.jyu.fi)
Ill-defined problems
       contributions of many minds, particularly from the people who
        own problems and are directly affected by them;
       the integration of problem framing and problem solving, where
        the understanding of the problem co-evolves with the activity of
        designing a solution (Schön, 1983);
       communication and collaboration among people from different
        disciplines and educational levels (Clark & Brennan, 1991);
       intelligent use of technologies and resources that support
        collective knowledge construction where multiple people
        contribute to a shared knowledge representation (Arias, Eden,
        Fischer, Gorman, & Scharff, 2001).

53   Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik | IfP, CAU zu Kiel   06.02.13
Drei Metaphern des Lernens
Lernen als Wissensaneignung                                                              Lernen als
          (monologisch,                                                                 Partizipation
  mentalistisch, kognitivistische                                                 (dialogisch, interaktionale
           Sichtweise )                                                                   Sichtweise)




                                                        Lernen
                                             als Wissensgenerierung
                                             („trialogisch“, kollaborative
                                          Entwicklung von Wissensobjekten)

(nach Hakkarainen & Paavola, 2007)
   Heidrun Allert & Christoph Richter | Trialogisches Lernen | KP-Lab 2006-2011
„Open-
                                                  Ended
                                                  Inquiry“
55   © Heidrun Allert
       Heidrun Allert & Christoph Richter, 2009
Prozess: Design als Untersuchung
     Bridging between creative design and scientific research

       Erkunden (Cultural Probes)
       Projektiver Schritt, Vision, Verorten
       Hypothesen generieren
       Materialisieren, operationalisieren
       In Erfahrung bringen
       Erklären




56   © Heidrun Allert, Institut für Pädagogik, cau zu | IfP, CAU zu Kiel
     Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik kiel              06.02.13
57   © Heidrun Allert, Institut für Pädagogik, cau zu | IfP, CAU zu Kiel
     Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik kiel              06.02.13
Verorten
Baue auf den Ideen anderer auf!
                                                                    Im Rahmen der Erkundung und Verortung
    Entwickle alternative Perspektiven!                             geht es darum Informationen über den
                                                                    Untersuchungs- bzw.
                                                                    Gestaltungsgegenstand zu sammeln, sich
                                                                    überraschen zu lassen und ein
                                                                    vorläufiges Verständnis des fraglichen
                                                                    Phänomens zu entwickeln. Zur
                                                                    Erkundung gehört dabei neben der Suche
                                                                    nach vorangegangen erfolgreichen oder
                                                                    gescheiterten Antwortversuchen auch die
                                                                    Bestimmung möglicher Perspektiven
                                                                    auf den Untersuchungs-/
                                                                    Gestaltungsgegenstand. Die Verortung
                                                                    hingegen dient der eigenen
                                                                    Positionsbestimmung und der Festlegung
                                                                    der für die Gruppe relevanten Perspektiven
                                                                    auf den Gegenstand.
     Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik | IfP, CAU zu Kiel
Verorten (framing)
       Beispiel: „Das LMS wird nicht genutzt!“
          Frame 1: die Lehrenden haben wenige kreative Ideen für den Einsatz
          Frame 2: die Lehrenden sehen ein LMS als Verwaltungs/
           Administrationstool. Mit eigenverantwortlichem Lernen hat das ihrer
           Meinung nach wenig zu tun.


       Framing of the situation
       Informed guess




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Erkunden

                                                                    Exploration von
                                                                      Nutzungs- und Wissenspraktiken
                                                                    Weil Anforderungen nicht „eingesammelt
                                                                        werden können, latent und nicht
                                                                        versprachlicht sind.
                                                                    Methoden aus der Designforschung,
                                                                        Methoden der Unschärfe (siehe dgtf)
                                                                    e.g. Cultural Probes:
                                                                      Mattelmäki, T. (2006). Design Probes.
                                                                         University of Art and Design Helsinki
                                                                      Gaver, B. & Dunne, T. (1999). Projected
                                                                         Realities: Conceptual Design for Cultural
                                                                         Effect. In proceedings of CHI’99 (Pittsburgh,
                                                                         PA, 15 - 20 May 1999). ACM: NewYork.
61   Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik | IfP, CAU zu Kiel                                     06.02.13
Erkunden:
     Exploration von Wissenspraktiken


                                 Exploration von
                                 Wissenspraktiken




62   Christoph Richter, 2010                        06.02.13
Projektiver Schritt
       Identifikation von
        Spannungsverhältnissen und kritischen
        Ereignissen
       Vision, Position formulieren (Beispiel:
        Idee einer Knowledge Building
        Community im Klassenraum (Bereiter
        & Scardamalia)
       Qualitäten der Lösung,
       Welche Rolle spielen Technologien in
        „unfolding“ practices (co-evolving),

     Dann Artikulation der Anforderungen,
     z.B. als personas, rich pictures, use
     cases ...
63        Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik | IfP, CAU zu Kiel   06.02.13
Hypothesen generieren

                                                                    „Tolerate uncertainty, working with
                                                                       incomplete information“ (Cross 1995)
                                                                    „Questions, Hypotheses &
                                                                       Conjectures“ (Chow, Jonas, Joost,
                                                                       2010)
                                                                    Underlying assumptions of solutions help
                                                                       to better understand the problem (cp.
                                                                       Gaver & Dunne)
                                                                    Critical Design (Gaver)
                                                                    Ethical issues!
                             (Gaver & Dunne, 1999)
64   Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik | IfP, CAU zu Kiel                           06.02.13
Materialisieren, Vergegenständlichen
Vergegenständliche Deine Ideen!
                                                               Dem Materialisieren und Operationalisieren der
                 Sei minimalistisch!                           Hypothesen bzw. Lösungsideen kommt eine
                                                               doppelte Funktion zu.
                                                               1. Konkretisierung und Exploration der Idee
                                                               2. Vorbereitung einer praktischen Erprobung.
                                                                 nicht die Entwicklung eines finalen Produkts
                                                               sondern Verstehen der in der Hypothese
                                                               formulierten Kernidee.
                                                                Idee (Plan) nicht mit dem Artefakt (Handlung)
                                                               verwechseln (Bardram)
                                                                Materielle Qualitäten der Realität: Sich der
                                                               langsam entfaltenden Komplexität der Realität
                                                               stellen. Strom der Realität wahrnehmen, den
                                                               Plan vervollständigen
                                                                Kreativer Akt. Kein rein technischer Prozess.
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In Erfahrung bringen


                                                                    Prototypische Umsetzung und Erprobung im
                                                                       sozialen Kontext
                                                                      um die zugrundeliegenden Annahmen zu
                                                                         testen
                                                                      um Handlungsoptionen erfahrbar zu
                                                                       machen („Experience Prototyping“
                                                                       Buchenau & Suri, 2006)
                                                                      Erkenntnisse über den Gegenstand
                                                                       (soziales Phänomen) zu gewinnen
                                                                      Fragestellung zu beantworten
                                                                      „Completing Design in Use“ (Carroll)
66   Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik | IfP, CAU zu Kiel                              06.02.13
Wirkung erklären
     Was funktioniert unter welchen Bedingungen und wie/weshalb?
       Exploration der Bedingungen um (alternative) Hypothesen
       ausschließen zu können

     Generative Mechanismen
       "(...) the advancement of social theory calls for an analytical
       approach that systematically seeks to explicate the social mechanism
       that generate and explain observed associations between events (...)
       the point is to locate a middle ground between social laws and
       description, Merton said, and 'mechanisms' constitute such a middle
       ground" (Hedström & Swedberg, 1998)




67   Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik | IfP, CAU zu Kiel   06.02.13
Wirkung erklären
                                                                          Argumentation von Lösungen
                                                                          (Erklären)



                                                                          1.  Critical Incident Technique
                                                                              (CIT)
                                                                          2.  Question, Options, Criteria,
                                                                              Argumente (QOC)
                                                                          3.  generative Mechanismen



                                                                          QOC hier am Beispiel:
                                                                          Einführung der 8 Tagewoche
68   Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik | IfP, CAU zu Kiel                            06.02.13
Theoretische Fundierung




69   © Heidrun Allert, Institut für Pädagogik, cau zu kiel   06.02.13
Welches Wissen wird generiert?
       Generierung von Wissen in lokalen Kontexten
       Was funktioniert für wen unter welchen Bedingungen (Opel,
        SPAR …)
       „social mechanisms“ (Hedström, Swedberg, 1998)
         „… seeks to explicate the social mechanism that generate and explain
          observed associations between events“
         Systematic relationship between two events


                                        description
                                  middle-ground theories
                                   general/universal law


70
Generierung neuer Erkenntnisse
       Deduktiver Schluss
           Deduktionslogisch:
            Immer wenn ein Knabe in einem bestimmten Alter durch seine ältere
            Schwester verführt wird ... wird er masochistisch.
           „deriving special cases from universal rules“
            die notwendige Konsequenz (March, 1984)
       Induktiver Schuss
            Induktiv statistisch:
             Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Herrscher unpopulär wird, der sein Land
             in Kriege verwickelt, ist 84%; Ludwig der XIV verwickelte sein Land in
             Kriege; also wird Ludwig der XIV mit bedingt induktiven
             Wahrscheinlichkeitsgrad von 84% unpopulär.
            „formulating a general rule out of existing data or cases“


71   Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik | IfP, CAU zu Kiel
Generierung neuer Erkenntnisse
       Abduktiver Schluss (Peirce, 1960; Paavola, 2004)
           Schluss auf die beste Erklärung
           „forming an explanatory hypothesis“
           „something may be operative“
          Manipulative Abduction (Magnani)
          Die Rolle des Experiments
              Im Experiment liegen Antworten auf Fragen, die sich die Wissenschaftler
                 noch nicht gestellt haben (so in etwa Rheinberger)




72   Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik | IfP, CAU zu Kiel
Wissensgenerierung
als abduktiver Lernprozess
                                        Wissensgenerierung als strategiegeleitete
                                        Produktion und Überprüfung erklärender
                                        Hypothesen.
                                        Ausgehend von einem zu verstehenden
                                        oder zu erklärenden Phänomen, werden
                                        mögliche Hypothesen entwickelt, die dann
                                        sowohl theoretisch wie auch praktisch auf
                                        ihre Tragfähigkeit hin untersucht werden.

                                       deductive         inductive         abductive
                                         rule      (1)     rule      (1)     rule      (1)

                                         case      (2)     case      (2)     case      (2)

Kepler‘s Hypothese von der
                                        result (3)        result (3)        result (3)
Ellipsenbahn der Planeten
Heidrun Allert & Christoph Richter
                                     (Formen des Schließens nach Peirce, aus Shamiyeh, 2007)
Epistemologische Grundlagen
     Theories of transformative material activity
       Tätigkeitstheorie, cultural-historical activity theory (Vygotsky, Leont‘ev,
        Engeström)
       Pragmatismus (Dewey)


     “Both regard the concept of transformative practical activity as a theoretical
         category that makes it possible to solve philosophical dilemmas that emerge
         from Cartesian subject-object (and mind-body) dualism. (...) this concept
         (of activity) also implies for both theories a methodological
         approach of studying human behavior in which (...)
         experimentation and intervention play a central role.
     (...) to re-establish the significance of material artifacts in the study of human
         behavior“ (Miettinen, 2006)

74   © Heidrun Allert, Institut für Pädagogik, cau zu kiel
     Heidrun Allert | Medienpädagogik: Die Dringlichkeit einer gestalterischen Perspektive | IfP, CAU zu Kiel
Epistemologische Grundlagen
     Different perspectives on the design artefact
       Instrumental perspective
       Social-constructivist perspective
       Practice-oriented approaches (cf. Orlikowski, Hörning)
           unfolding local practices and technology as co-evolving
           „Act & Inquire in an Unfinished Universe“
            http://www.knowledge-through-design.uni-kiel.de/events-2012




75   © Heidrun Allert, Institut für Pädagogik, cau zu kiel
     Heidrun Allert | Medienpädagogik: Die Dringlichkeit einer gestalterischen Perspektive | IfP, CAU zu Kiel
Epistemologische Grundlagen
     The concept of mediated action (Vygotsky, 1978)
       „the relation between the human action and the object is
       mediated by cultural means or artifacts. The basic types of
       these means are tools and signs.“

     Epistemische Artefakte
         materielle und zeichenhafte Qualität
         ihre Rolle im wissensgenerierenden, untersuchenden Prozess




76   © Heidrun Allert, Institut für Pädagogik, cau zu kiel
     Heidrun Allert | Medienpädagogik: Die Dringlichkeit einer gestalterischen Perspektive | IfP, CAU zu Kiel   06.02.13
Artefakt als Untersuchungsinstrument
                                                               Wissensgenerierung als eine durch
                                                               Artefakte vermittelte Auseinandersetzung
                                                               mit dem Untersuchungsgegenstand.
                                                               Durch ihre dingliche Form ermöglichen
                                                               Artefakte die aktive Auseinandersetzung
                                                               mit einem Gegenstand und können immer
                                                               wieder neu interpretiert werden.
                                                               Gleichzeitig sind sie aufgrund ihres
                                                               jeweiligen Mediums und Formats nicht
                                                               beliebig form- und veränderbar.
                                                               Artefakte sind nicht nur Informations- und
                                                               Kommunikationsmittel, sondern können
                                                               auch zur Entwicklung, Untersuchung und
                                                               Erprobung von Ideen eingesetzt werden.
  Karte des Cholera-Ausbruchs 1854 in
    der Broad Street von John Snow
Heidrun Allert & Christoph Richter | Trialogisches Lernen | KP-Lab 2006-2011
Artefakt als Untersuchungsinstrument
Artefakt als Hypothese (Allert & Richter, 2009)
       Vergegenständlichung von Annahmen
       Exploration des Designraums unter einer Rahmung (framing) und
        Fragestellung
       Designhypothese: Qualität des Artefakts einbeziehen („mediating artefact)
       Mittel der Problemexploration und Gewinnung von Erkenntnissen über
        einen Gegenstand (Phänomen)




Heidrun Allert & Christoph Richter | Trialogisches Lernen | KP-Lab 2006-2011
Designhypothese
            Präskriptive Aussage formulieren:
             Annahme bezüglich Effekt und Wirkmechanismus benennen.
            Aussage im Planungsprozess
             über die Gestaltung des Artefakts und die angenommene Wirkung in einem
             lokalen Kontext in Hinblick auf ein Ziel
            Das Artefakt bzw. eine Intervention, in der ein Artefakt eine Rolle spielt
             (Untersuchungsinstrument) hat im Untersuchungsprozess den Status einer
             Hypothese.
            Die konzeptuelle und materielle (auch zeichenhafte) Qualität des Artefakts
             wird in die Hypothese einbezogen.


     Was ist das Spezifische der Technologie und wie wird sich Lernen
      dadurch verändern – welche Art von Lernen wird sie befördern?

79   Heidrun Allert | Medienpädagogik: Die Dringlichkeit einer gestalterischen Perspektive | IfP, CAU zu Kiel   06.02.13
Designexperiment
                                                                       Hat die materielle/zeichenhafte
                                                                         Qualität des Artefakts einen
                                                                         Einfluss auf die Ideen im Design
                                                                         und den Erkenntnisgewinn Lego
                                                                         im Storyboarding als
                                                                         epistemisches Artefakt führt zur
                                                                         Exploration mit der
                                                                         Zentrierung auf
                                                                         Handlungsoptionen und
                                                                         verhindert eine einseitige
                                                                         Toolzentrierung

80   Heidrun Allert | Medienpädagogik: Die Dringlichkeit einer gestalterischen Perspektive | IfP, CAU zu Kiel   06.02.13
Artefakt als Untersuchungsinstrument
Logic Models of Design (Coyne, 1988)
       artifact as theorem (process of deduction)
       artifact as theory (process of induction)
       ...

Artefakt als Hypothese (Allert & Richter, 2009)
       Vergegenständlichung von Annahmen
       Exploration des Designraums unter einer Rahmung und Fragestellung
       Designhypothese: materiale Qualität des Artefakts („mediating artefact)
       Design als Untersuchung
       Mittel der Problemexploration und Gewinnung von Erkenntnissen über
         einen Gegenstand (Phänomen)



Heidrun Allert & Christoph Richter | Trialogisches Lernen | KP-Lab 2006-2011
Epistemologische Grundlagen
     Die Form des Wissens
          Eine Idee/Erklärung haben, weshalb etwas funktionieren könnte (Jackland:
           Information, Systems, & Informationsystems)
          Hypothesen auf den Prüfstand stellen, Annahmen




82   © Heidrun Allert, Institut für Pädagogik, cau zu kiel
     Heidrun Allert | Medienpädagogik: Die Dringlichkeit einer gestalterischen Perspektive | IfP, CAU zu Kiel   06.02.13
Epistemologische Grundlagen
     Widerständigkeit der Realität und Realismus

          „Crucial to the pragmatist project is the notion that nature is not a simple
            project of ideas; nor is nature determined by society. Nature is plastic but
            not infinitely malleable. It resists, and in doing so actively
            participants in forming our purpose“ (Lenior, 1992; Resistance and
            the objectivity of knowledge)




83   © Heidrun Allert, Institut für Pädagogik, cau zu kiel
     Heidrun Allert | Medienpädagogik: Die Dringlichkeit einer gestalterischen Perspektive | IfP, CAU zu Kiel   06.02.13
Form des Wissens




                                                             Allgemeine Designtheorie
                                                                (Goldkuhl)
84   © Heidrun Allert, Institut für Pädagogik, cau zu kiel                 06.02.13
Arten der Wissenserzeugung
       „Fragen zum Status vonWissen in gestalterischen Praktiken und
         Objekten sowie zur Genese von Design als ‚Wissenskultur’ sind nicht
         bloß ein aktuelles Desiderat der Designwissenschaften, sondern
         korrespondieren mit Fragen und Modellen der jüngeren
         Wissenschaftsforschung bzw. der Science and Technology
         Studies.“ (Mareis, 2010).




85   © Heidrun Allert, Institut für Pädagogik, cau zu kiel
     Heidrun Allert | Medienpädagogik: Die Dringlichkeit einer gestalterischen Perspektive | IfP, CAU zu Kiel   06.02.13
Form des Wissens
       Von Wissenschaft wird zunehmend die
        Lösung von Problemen in lokalen
        Kontexten erwartet (Jonas, 2005)
       Mode 2 knowledge (Nowotny, Scott,
        Gibbons, 1994)




86       Heidrun Allert | Medienpädagogik: Die Dringlichkeit einer gestalterischen Perspektive | IfP, CAU zu Kiel   06.02.13
„Learning as Mediated Activity“
                               „Mediation“
                                 (Béguin & Rabardel, 2000)
                                    epistemic
                                    social
                                    pragmatic




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Quellen
Hakkarainen, K., & Paavola, S. (2007). From monological and dialogical to trialogical approaches of
   learning. Paper presentated at a workshop on Guided Construction of Knowledge in Classrooms,
   February 5-8, 2007, Hebrew University, Jerusalem.
Moen, A., Mørch, A.I., & Paavola, S. (Eds.)(2010). Collaborative Knowledge Creation: Practices,
   Tools, and Concepts. Retrieved November 10, from http://www.knowledgepractices.info/wiki/
   index.php?title= Handbook_on_Trialogical_Learning.
Paavola, S., & Hakkarainen, K. (2004). "Trialogical" processes of mediation through conceptual
    artifacts. Paper presented at the Scandinavian Summer Cruise at the Baltic Sea (theme: Motivation,
    Learning and Knowledge Building in the 21st Century), June 18-21, 2004, Retrieved November
    30, 2010 from: http://www.lime.ki.se/uploads/images/537/
    Baltic2004_Paavola_Hakkarainen.pdf.
Paavola, S., Hakkarainen, K., & Sintonen, M. (2006). Abduction with Dialogical and Trialogical Means.
    Logic Journal of the IGPL 14(2), 137-150.
Shamiyeh, M. (2010). Abductive Reasoning and the Conjecture of the New. In: M. Shamiyeh (Eds.).
   Creating Desired Futures: How Design Thinking Innovates Business (S.127-139). Basel: Birkhäuser.
Siemens, G. (2004). Connectivism: A Learning Theory for the Digital Age. Retrieved November 30, 2010
    from http://www.elearnspace.org/Articles/connectivism.htm.
     Heidrun Allert | Medienpädagogik: Die Dringlichkeit einer gestalterischen Perspektive | IfP, CAU zu Kiel
Drei Metaphern des Lernens
Lernen als Wissensaneignung                                                              Lernen als
          (monologisch,                                                                 Partizipation
  mentalistisch, kognitivistische                                                 (dialogisch, interaktionale
           Sichtweise )                                                                   Sichtweise)




                                                        Lernen
                                             als Wissensgenerierung
                                             („trialogisch“, kollaborative
                                          Entwicklung von Wissensobjekten)

(nach Hakkarainen & Paavola, 2007)
   Heidrun Allert & Christoph Richter | Trialogisches Lernen | KP-Lab 2006-2011
Lernen als Wissensaneignung
                                                               Lernen als Prozess der individuellen
                                                               Aneignung und (Re-)Konstruktion von
                                                               Wissen und Aufbau mentaler
                                                               Repräsentationen.

                                                                Theorien mentaler Wissensstrukturen
                                                               und Schemata
                                                                Individuelle Expertise
                                                                Traditionelle kognitivistische
                                                               Theorien
                                                                Formal-logisch orientierte
                                                               Epistemologie


Heidrun Allert & Christoph Richter | Trialogisches Lernen | KP-Lab 2006-2011
Lernen als Partizipation
                                                               Lernen als Prozess der sozialen
                                                               Partizipation, der kognitiven Sozialisation
                                                               und Enkulturation sowie der Übernahme
                                                               sozialer Normen, Werte und Identitäten.
                                                                In eine Community hineinwachsen
                                                               (Communities of Practice)
                                                                Meister werden (Apprenticeship)


                                                                Situierte und verteilte Kognition
                                                                Betonung dialogischer und interaktionaler
                                                               Erkenntnisprozesse




Heidrun Allert & Christoph Richter | Trialogisches Lernen | KP-Lab 2006-2011
Lernen als Wissensgenerierung
                                                               Lernen als Prozess der kollaborativen
                                                               Entwicklung bzw. Generierung neuer
                                                               Wissensbestände/-objekte. Bewusste
                                                               Weiterentwicklung des Wissens,
                                                               Untersuchung und Innovation.


                                                                Wissensgenerierende Organisationen
                                                               (Nonaka & Takeuchi)
                                                                Tätigkeitstheorie (Engeström)
                                                                Knowledge Building (Bereiter)
                                                                Transformationsorientierte Epistemologie
                                                               Artefakt vermittelter (mediierter) Tätigkeit




Heidrun Allert & Christoph Richter | Trialogisches Lernen | KP-Lab 2006-2011
Wissensgenerierung
als sozial vermittelter Prozess
                                                               Wissensgenerierung als grundlegend
                                                               sozialer Prozess, in dem neue Ideen von
                                                               den Akteuren in einem sozialen Netzwerk
                                                               co-konstruiert werden.
                                                               Die kritische Auseinandersetzung mit und
                                                               das Anknüpfen an den Ideen andere bildet
                                                               eine wichtige Voraussetzung des
                                                               individuellen wie auch des kollektiven
                                                               Lernens. Disziplinenübergreifende
                                                               Zusammenarbeit bietet eine wesentliche
                                                               Möglichkeit des gegenseitigen Lernens wie
                                                               auch der gemeinsamen Wissens-
                                                               generierung.


Charles R. Darwin mit Joseph Hooker
 und Charles Lyell in Down House
Heidrun Allert & Christoph Richter | Trialogisches Lernen | KP-Lab 2006-2011
Lernen in der
Wissens- und Innovationsgesellschaft
  Immer mehr Menschen werden im Laufe ihres Lebens in unterschiedlichen, oft
     nur lose miteinander verbundenen Bereichen arbeiten.
  Informelles Lernen gewinnt im Vergleich zur formalen Ausbildung an Bedeutung.
     Lernen findet in Communities of Practice, persönlichen Netzwerken und während
     der Arbeit statt.
    Lernen ist ein kontinuierlicher, lebenslanger Prozess. Lernen und Arbeit sind eng
     miteinander verwoben.
    Technologien ändern unsere Arbeit- und Denkweisen und eröffnen neue
     Möglichkeiten der Informationsverarbeitung.
    Die Verzahnung individuellen und organisationalen Lernens gewinnt an
     Bedeutung.
    Neben deklarativem und prozeduralem Wissen steigt der Bedarf an Orientierungs-
     und Metawissen.


(vgl. Siemens, 2004)

Heidrun Allert & Christoph Richter, CAU zu Kiel, wissensgenerierendes kooperatives Lernen
Lernen als Wissensaneignung
     Fixing the Bava Dryer
     http://bavatuesdays.com/fixing-the-bava-dryer/

     Empfehlung via twitter:




95   © Heidrun Allert, zu Kiel, wissensgenerierendes kooperatives Lernen
     Heidrun Allert, CAU Institut für Pädagogik, cau zu kiel               06.02.13
Lernen als Wissensaneignung
     MIT open courseware
       http://ocw.mit.edu/index.htm


     Highlights for High School features MIT
        OpenCourseWare materials that are most useful for high
        school students and teachers.
       http://ocw.mit.edu/high-school/




96   © Heidrun Allert, zu Kiel, wissensgenerierendes kooperatives Lernen
     Heidrun Allert, CAU Institut für Pädagogik, cau zu kiel               06.02.13
Wissensgenerierendes Lernen
als Prozess




Heidrun Allert & Christoph Richter, CAU zu Kiel, wissensgenerierendes kooperatives Lernen
Fragenndstellen
             n d w u e re D ic
                               h!
Sei n e u g ie r ig u                        Sei in K o nt a kt
                                                                     !    Einen wichtigen Einstiegspunkt in den
                                                                          Lernprozess bildet die Suche und
                                                                          Formulierung einer bedeutsamen
                                                                          Fragestellung. Die Fragestellung dient
                                                                          einerseits einer ersten Bestimmung des
                                                                          Untersuchungs- bzw. Gestaltungs-
                                                                          gegenstandes sollte andererseits aber nicht
                                                                          zu eng gefasst sein, um Raum für neue
                                                                          Lösungsideen zu bieten. Die Fragestellung
                                                                          sollte ergebnisoffen formuliert sein, und
                                                                          hat in der Regel die folgende Struktur:
                                                                          "Wie könnten wir XY erreichen, verbessern,
                                                                          erklären?". Die Beantwortung der Frage
                                                                          sollte dabei kein Selbstzweck sein, sondern
                                                                          einem "realen" Interesse dienen.


          Heidrun Allert & Christoph Richter, CAU zu Kiel, wissensgenerierendes kooperatives Lernen
Erkunden & Verorten
Baue auf den Ideen anderer auf!
                                                                     Im Rahmen der Erkundung und Verortung
    Entwickle alternative Perspektiven!                              geht es darum Informationen über den
                                                                     Untersuchungs- bzw.
                                                                     Gestaltungsgegenstand zu sammeln, sich
                                                                     überraschen zu lassen und ein vorläufiges
                                                                     Verständnis des fraglichen Phänomens zu
                                                                     entwickeln. Zur Erkundung gehört dabei
                                                                     neben der Suche nach vorangegangen
                                                                     erfolgreichen oder gescheiterten
                                                                     Antwortversuchen auch die Bestimmung
                                                                     möglicher Perspektiven auf den
                                                                     Untersuchungs-/Gestaltungsgegenstand.
                                                                     Die Verortung hingegen dient der eigenen
                                                                     Positionsbestimmung und der Festlegung
                                                                     der für die Lerngruppe relevanten
                                                                     Perspektiven auf den Gegenstand.

     Heidrun Allert & Christoph Richter, CAU zu Kiel, wissensgenerierendes kooperatives Lernen
100   © Heidrun Allert, Institut für Pädagogik, cau zu kiel   06.02.13
Hypothesen entwickeln
Lass Deiner Phantasie freien Lauf                                     Im Mittelpunkt dieser Phase steht die
und teile sie mit anderen!                                            gemeinsame Entwicklung von Ideen zur
                                                                      Beantwortung der Fragestellung. Die Ideen
                         Fo rde re                                    sind dabei als Hypothesen zu verstehen, bei
                                   Fe e d ba c
                                               k        ei n !        deren Gültigkeit es möglich sein sollte,
                                                                      etwas zu erreichen, zu verändern oder zu
                                                                      erklären. Die Entwicklung von Hypothesen
                                                                      ist dabei ein interaktiver Prozess, in dem
                                                                      immer wieder neue Ideen eingebracht und
                                                                      anhand der vorhandenen Informationen
                                                                      auf ihre Tragfähigkeit hin beurteilt werden.
                                                                      Am Ende dieses Prozesses steht die
                                                                      Auswahl der erfolgversprechendsten oder
                                                                      auch der interessantesten Hypothese.



      Heidrun Allert & Christoph Richter, CAU zu Kiel, wissensgenerierendes kooperatives Lernen
Materialisieren, Vergegenständlichen
Vergegenständliche Deine Ideen!
                                                                    Dem Materialisieren und
                 Sei minimalistisch!                                Operationalisieren der Hypothesen bzw.
                                                                    Lösungsideen kommt eine doppelte
                                                                    Funktion zu. Es dient einerseits der
                                                                    weiterführenden Konkretisierung und
                                                                    Exploration der Idee, in dem untersucht
                                                                    wird, ob und wie eine Realisierung möglich
                                                                    ist und andererseits zur Vorbereitung einer
                                                                    praktischen Erprobung. Das Materialisieren
                                                                    & Operationalisieren einer Hypothese kann
                                                                    etwa in Form eines Prototypen, eines
                                                                    Handlungskonzepts oder einer
                                                                    Versuchsanordnung erfolgen. Es geht
                                                                    hierbei nicht um die Entwicklung eines
                                                                    finalen Produkts sondern um die
                                                                    Umsetzung der in der Hypothese
                                                                    formulierten Kernidee.
    Heidrun Allert & Christoph Richter, CAU zu Kiel, wissensgenerierendes kooperatives Lernen
Erproben
Mache früh Fehler und lerne daraus!                                  Die Erprobung dient dazu die
                                                                     Tragfähigkeit der vorgeschlagenen Lösung
                                                                     praktisch zu überprüfen und Anregungen
                                                                     für Verbesserungsmöglichkeiten oder aber
                                                                     für neue Lösungsansätze zu gewinnen. Um
                                                                     die Aussagekraft zu erhöhen und um
                                                                     unvorhergesehene "Nebenwirkungen"
                                                                     aufspüren zu können, sollten die Lösungen
                                                                     möglichst realitätsnah erprobt werden.
                                                                     Wichtiger als ein erwartungskonformes
                                                                     Ergebnis ist dabei die Entwicklung eines
                                                                     weiterführenden Verständnisses des
                                                                     Untersuchungs- bzw.
                                                                     Gestaltungsgegenstandes. Fehler und
                                                                     unerwartete Ergebnisse bieten hierbei eine
                                                                     zentrale Lernchance, da sie bislang
                                                                     unbedachte Aspekte sichtbar machen.
     Heidrun Allert & Christoph Richter, CAU zu Kiel, wissensgenerierendes kooperatives Lernen
Erklären & Kommunizieren
Dokumentiere Deinen Arbeitsprozess!
                                                                    Damit andere auf den Erfahrungen und
                                                                    Erkenntnissen aus dem Lernprozess
                                                                    aufbauen können, ist es wichtig die
                                                                    entwickelten Ideen und Ergebnisse aber
                                                                    auch die möglichen Fehlschläge und
                                                                    Irrwege zu erklären und anderen zur
                                                                    Verfügung zu stellen. Die Form der
                                                                    Darstellung und die Verbreitungswege sind
                                                                    dabei jeweils abhängig von den jeweiligen
                                   Stehe zu                         Interessengruppen.
                                   "Deinen"
                                   Fehlern!




    Heidrun Allert & Christoph Richter, CAU zu Kiel, wissensgenerierendes kooperatives Lernen
rediscovering the material world
        stating that we took too        Design
         little effort in generating        Eigenes Lebensumfeld
         hypothesis in science.             Eigene Lernumgebung
        designing and probing is           ...

         about generating
         hypothesis.




105                                                                 06.02.13
Der Untersuchungs-/
     Gestaltungsgegenstand
Soziale Phänomene
Der Untersuchungs- bzw. Gestaltungsgegenstand ist das Phänomen, das Objekt oder der
Prozess, das bzw. der erklärt, verändert oder gestaltet werden soll.
Der Gegenstand ist dabei nicht statisch, sondern kann sich während und auch durch den
Lernprozess substantiell verändern.


- Fragen generieren!
- Woher kommt eine Hypothese?
- Praktiken und Phänomene erkunden
- Artefakt als Sonde um neue Erfahrungen zu ermöglichen und Phänomene zu erkunden

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Cau mp8 _designtheorie__wi_se2012-13

  • 1. Designtheorie Design oder Wissenschaft? Designnahe Wissenschaft? Heidrun Allert | Philosophische Fakultät, IfP| CAU zu Kiel
  • 2. Wissenschaftstheorie •  Theorie über das Gewinnen von Theorien •  Epistemologisch: Wie gewinne wir Erkenntnis? •  Ontologisch: Was ist? •  Zugriff auf die Realität? Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik | IfP, CAU zu Kiel
  • 3. 1 Was ist/will/tut Wissenschaft? Was produziert Wissenschaft? Beschreiben, vorhersagen, intervenieren? Sind die folgenden Dichotomien? Wissenschaft / Design? generalisiert, dekontextualisiert/situiert? Dekomposition/Komposition? Gesellschaft/Natur? Wissenschaft/Politik (politische Entscheidungen)? Angewandt/fundamental? Experiment/messie Feld? oberserving an static outside world/ intervening in an unfinished univers? 3 Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik | IfP, CAU zu Kiel 06.02.13
  • 4. Arten der Wissenserzeugung Wissenschaft Gestaltung   Deskriptiv, analytisch   Normativ, konstruktiv (Vision)   generalisierte Aussagen treffen   Situative Bedingungen:   Fakten de-kontextualisieren Situierter Charakter sozialer Interventionen   jedes Ergebnis erlaubt. Wurde die Methode richtig   Lokale Kontexte angewandt?   Ist es nützlich? Funktioniert es?   Wissen das praktische Relevanz hat   Wissen, was zu tun ist!   Wissen wie etwas erreicht werden kann 4 Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik | IfP, CAU zu Kiel 06.02.13
  • 5. 5 © Heidrun Allert, Institut für Pädagogik, cau zu | IfP, CAU zu Kiel Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik kiel 06.02.13
  • 6. www.climate-engineering.eu www.kiel-earth-institute.de 6 © Heidrun Allert, Institut für Pädagogik, cau zu | IfP, CAU zu Kiel Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik kiel 06.02.13
  • 7. 2 Wozu Wissenschaft? Was ist der Nutzen von Wissenschaft? Bezug zur Gesellschaft? Kommt Wissenschaft noch voran? Sind die großen wissenschaftlichen Erkenntnisse schon gemacht? Weshalb sollte sich eine Gesellschaft Wissenschaft leisten? Welchen Beitrag leistet die Gesellschaft? 7 © Heidrun Allert, Institut für Pädagogik, cau zu | IfP, CAU zu Kiel Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik kiel 06.02.13
  • 8. „Could science be brought to an end by scientists‘ belief that they have final answers or by society‘s reluctance to pay the bills?“ (John Horgan, Scientific American, December 1992) Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik | IfP, CAU zu Kiel
  • 9. Final Answers? What does it mean to intervene in the world which we do research into? We find more and more examples where we transform the world in order to understand. Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik | IfP, CAU zu Kiel
  • 10. Society is asked to do much more than to pay the bills. Helga Nowotny & Giuseppe Testa argue that making the gene visible encounters the visibility of values in a pluralistic society. Some voices refer to nature as an immutable ethical authority. Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik | IfP, CAU zu Kiel
  • 11. Natur „wird zur Materie reduziert, die manipuliert und patentiert werden kann. Doch gerade diese Sichtweise ruft Gegenkräfte auf den Plan, die am Bild einer unwandelbaren Natur festhalten wollen. In dieser zerklüfteten moralischen Landschaft trifft die genetische Sichtbarkeit des Lebens auf die Sichtbarkeit von (wiedererstarkten) Werten. Doch in einer pluralistischen Gesellschaft sind und bleiben Werte heterogen. Sie verändern sich und stehen in Widerspruch zueinander. Das Ringen um die Gestaltung der Zukunft hat eingesetzt, doch diese muß, wie offen und ungewiß sie auch sein mag, das Zusammenleben in einer pluralistischen Gesellschaft ermöglichen.“ (Helga Nowotny & Giuseppe Testa) Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik | IfP, CAU zu Kiel
  • 12. 3 Wie verändert sich Wissenschaft? Weshalb? 12 © Heidrun Allert, Institut für Pädagogik, cau zu | IfP, CAU zu Kiel Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik kiel 06.02.13
  • 13. 4 Wer macht Wissenschaft? Design als Untersuchung Research through Design Medienpädagogik   Bewahrende Perspektive   Medienakzeptierende Perspektive   Beitrag zur Medienentwicklung, Technikgenese 13 © Heidrun Allert, Institut für Pädagogik, cau zu | IfP, CAU zu Kiel Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik kiel 06.02.13
  • 14. Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik | IfP, CAU zu Kiel
  • 15. Die Rolle des Wissens im Design Think before creating.! Think through creating.! ! Research Through Design (Löwgren & Stolterman, 2007, Findeli et al. 2008, Cross, 1999) Design als Wissensgenerierung Design als Untersuchung, design as inquiry (Allert & Richter, 2009, 2010) 15 Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik | IfP, CAU zu Kiel 06.02.13
  • 16. Analyse & Synthese „klassische“  Empirische  Forschung   Hypothesen basierend auf Theorieentwicklung auf Hypothesenprüfung mittels Anwendung der Theorien Beobachtungen und/oder Basis der Untersuchungs- Experimentaldesign durch Praktiker bestehenden Theorien ergebnisse Spezifika)on  neuer  Hypothesen   design-­‐basierte  Forschung  (ingenieursmäßiges  Vorgehen)   Analyse praktischer Entwicklung von Lösungen Dokumentation und Erprobung und Evaluation Probleme durch Forscher in Bezug zu einem Reflexion zur Entwicklung der Lösungen in der Praxis und Praktiker theoretischen Rahmen von Designprinzipien Weiterentwicklung  des  Problemverständnisses,  der  Lösungen  und  Methoden   Design-basierte vs. „klassische“ empirische Forschung (nach Reeves, 2006) Design through research als dritte Position (Analyse DURCH Synthese) Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik | IfP, CAU zu Kiel
  • 17. Gestaltung & Forschung   In der Frage des Zusammenspiels von Gestaltung und Forschung lassen sich grob drei Ansätze differenzieren. Diese unterscheiden sich zumindest hinsichtlich der folgenden Aspekte 1.  Verhältnis von Analyse & Synthese, bzw. Artefakt & Erkenntnis über einen Gegenstand (Phänomen) 2.  Rolle des Wissens im Gestaltungsprozess 3.  Frage der Form des generierten Wissens und seiner Generalisierbarkeit bzw. Übertragbarkeit in verschiedene Kontexte (Theorie/ Praxis). 17 © Heidrun Allert, Institut für Pädagogik, cau zu | IfP, CAU zu Kiel Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik kiel 06.02.13
  • 18. 18 © Heidrun Allert, Institut für Pädagogik, cau zu | IfP, CAU zu Kiel Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik kiel 06.02.13
  • 19. Erkennen & Handeln konstituieren den Untersuchungsprozess dialectic process „(...) ill-structured problem solving It is a frame experiment in which the may be thought of as a design problem solver engages in a process, not a systematic search reflective conversation with the for problem solution“ elements of the problem (Schön, 1990). situation.“ (Jonassen, 1999) Handeln als Form der Nur durch Handeln zu Erkenntnissen Wissensgenerierung praktisch kommen können. (Dewey) relevanten Wissens 19 Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik | IfP, CAU zu Kiel 06.02.13
  • 20. Erkennen & Handeln konstituieren den Untersuchungsprozess Designraum (Burckhardt, 1987) „(...) that problems and solutions in „the role of conjectured solution as a design are closely interwoven – way of gaining understanding of that 'the solution' is not always a the problem, and the need straightforward answer to 'the therefore, to generate a variety of problem‘. (...) the need to use solutions precisely as a means of sketches, drawings, and models of problem analysis“ (Cross 1995) all kinds as a way of exploring „Further understanding of the problem and solution problem is gained by testing this together“ (Cross, 1995) conjectured solution“ (Darke, 1979)   Emergent qualities   Emergent practices 20 Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik | IfP, CAU zu Kiel 06.02.13
  • 21. Arten der Wissenserzeugung Wissenschaft Gestaltung „(...) restrict and isolate variables that „(...) with the growing understanding of might influence the outcome of the (...) the importance of in siti studies, experiment. The purpose is to find a and the notion of emergent way of measuring the role of a qualities as a result of the designed small number of variables“ composition, the controlled (Stolterman, 2008) experiment if copied from science does not fit the needs of design practice" (Stolterman, 2008) 21 Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik | IfP, CAU zu Kiel 06.02.13
  • 22. Gebrauch (-sspuren)   use 22   Heidrun Allert Medienpädagogik/Bildungsinformatik | IfP, CAU zu Kiel Heidrun Allert | | fhOOE | Hagenberg
  • 23. Eingang „Completing Design in Use“   use Kürzester Weg von der U-Bahn 23   Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik | IfP, CAU zu Kiel Espoo, Finnland 23 Oktober 2008
  • 24. 24
  • 25. 25
  • 26.
  • 27.
  • 28. Lehr- und Forschungszugang „Lerntheorien haben keine unmittelbare handlungspraktische Relevanz. (...) Sie liefern dennoch eine wichtige Grundlage für reflektierte didaktische Entscheidungen, weil sie für verschiedene Sichtweisen auf das Phänomen Lernen (..) sensibel machen. (...) Um zu einer Gestaltungsstrategie zu kommen, sind die konkreten Ziele eines Lehrvorhabens allerdings entscheidender.“ (Reinmann, 2011. Didaktisches Design – Von der Lerntheorie zur Gestaltungsstrategie) Lernen und Lehren mit Medien, Technologie gestütztes Lernen   beschreibendes, generalisierendes Wissen über Lernprozesse   Präsentation fertiger Lösungen bei denen die lerntheoretischen Erkenntnisse angewandt worden wären. © Heidrun Allert, Institut für Pädagogik, CAU zu Kiel 28 Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik | IfP, CAU zu Kiel 06.02.13
  • 29. Lehr- und Forschungszugang „One of the dangers in this new field of design research is that researchers from other, non-design, disciplines will import methods and approaches that are inapproriate to developing the understanding of design. Researchers from psychology or computer science, for example, have tended to assume that there is ‚nothing special‘ about design as an activity for investigation.“ (Cross, 1999) Fehlende methodologische und epistemologische Grundlagen einer Gestaltungsdisziplin Orientierung an deskriptiv analytisch orientierten Nachbarwissenschaften © Heidrun Allert, Institut für Pädagogik, CAU zu Kiel 29 Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik | IfP, CAU zu Kiel 06.02.13
  • 30. Innovationen aus anderen Disziplinen Weiterbildungsblog http://www.weiterbildungsblog.de/2011/01/27/manifestkongress-ohne-vision/ Innovationen aus anderen Disziplinen einzusetzen, möge Lernen transformieren, die Form des Lernens gewinnbringend verändern. 30 Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik | IfP, CAU zu Kiel 06.02.13
  • 31. 31 © Heidrun Allert, Institut für Pädagogik, cau zu kiel 06.02.13 Quelle: L3T
  • 32. 32 © Heidrun Allert, Institut für Pädagogik, cau zu kiel 06.02.13 Quelle: L3T
  • 33. Gestalterische Perspektive 33 © Heidrun Allert, Institut für Pädagogik, cau zu | IfP, CAU zu Kiel Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik kiel 06.02.13
  • 34. Gestalterische Perspektive „(...) led to a series of 10 concepts focused on engaging parents, empowering teachers, and connecting 34 schools.“ (IDEO) © Heidrun Allert, Institut für Pädagogik, cau zu kiel 06.02.13 http://www.ideo.com/work/strategy-for-improved-early-childhood-education-for-wk-kellogg-foundation/
  • 35. Gestalterische Perspektive http://www.ccmc.org/spark/tangiblesteps.html 35 © Heidrun Allert, Institut für Pädagogik, cau zu | IfP, CAU zu Kiel Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik kiel 06.02.13
  • 36. Übung: Notebook/Taking Notes   Product-oriented design   Practice-oriented design 36 © Heidrun Allert, Institut für Pädagogik, cau zu | IfP, CAU zu Kiel Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik kiel 06.02.13
  • 37. Wissenschaftstheorie •  Das Allgemeingültige, die Regel ... Auch wenn wir nur einzelne Ausprägungen/Fälle beobachten können •  Erklärung und Prognose •  Verschiedene wissenschaftstheoretische Richtungen, e.g.   Kritischer Rationalismus (Popper)   Kritische Theorie   Phänomenologie (das Wesen der Dinge an ihren Erscheinungsformen erkennen)   Wissenschaftlicher Realismus   Pragmatismus   Hermeneutik Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik | IfP, CAU zu Kiel
  • 38. Design   Beyond the known!   Lösungen, die neue Handlungsoptionen bieten   Grundnahmen in Frage stellen. 38 © Heidrun Allert, Institut für Pädagogik, cau zu | IfP, CAU zu Kiel Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik kiel 06.02.13
  • 39. Der Kontext und die Fragen …   Wissensgesellschaft wird „Innovationsgesellschaft“   Alle wollen „Innovation“ ... und Kreativität   PEPSI: „discover, experience, create“   Problemlösungen in sich stetig wandelnden Umfeld   Kann in Designprozessen Wissen generiert werden?   Welche Art von Wissen wird generiert? 39 Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik | IfP, CAU zu Kiel
  • 40. Designraum: Problem/Lösung   Alles was klar ist, ist nur eine Hypothese (Laurel, 2004)   Annahmen hinterfragen (vgl. Senge)   Exploration des Designraumes   Problem und Lösung bedingen sich gegenseitig   Der Kontext verändert sich während die Lösung implementiert wird   Der Kontext verändert sich durch die Lösung   Das Problem wird durch die Lösung explizit   Evaluation der Nutzung (transformed practice) 40
  • 41. Design als „Open-Ended Inquiry“   „the productive nature of human activity“ (Carroll, 2006)   Completing design in use (Carroll, 2006)   Appropriation of technology (HCI)   „Design durch Gebrauch“ (Brandes, 2007)   „… although design is driven by a need or goal, this goal is actually constructed by the very process of design“ (Zamenopoulos, Alexiou, 2007)   Use of artefacts results in transformed practice 41 Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik | IfP, CAU zu Kiel
  • 42. Wissenschafts- und Designtheorie •  Beschreiben? •  Transformieren/Verändern? (how might ...) Die Wirklichkeit schaffen, die wir erkennen. Durch das Schaffen die Wirklichkeit erkennen. (Design)   Design als angewandte Wissenschaft   Design-based Research (Pea, Reinmann, u.a.)   Research through Design (Jonas, Löwgren & Stoltermann) •  Das Untersuchungsinstrument hat Einfluss auf die Erkenntnis. Das Untersuchungsinstrument muss designed werden. Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik | IfP, CAU zu Kiel
  • 43. Erkennen & Handeln konstituieren den Untersuchungsprozess dialectic process „(...) ill-structured problem solving It is a frame experiment in which the may be thought of as a design problem solver engages in a process, not a systematic search reflective conversation with the for problem solution“ elements of the problem (Schön, 1990). situation.“ (Jonassen, 1999) Handeln als Form der Durch Handeln in der Welt zu Wissensgenerierung praktisch Erkenntnissen kommen (so in etwa relevanten Wissens Dewey) 43 Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik | IfP, CAU zu Kiel 06.02.13
  • 44. Erkennen & Handeln konstituieren den Untersuchungsprozess Designraum (Burckhardt, 1987) „(...) that problems and solutions in „the role of conjectured solution as a design are closely interwoven – way of gaining understanding of that 'the solution' is not always a the problem, and the need straightforward answer to 'the therefore, to generate a variety of problem‘. (...) the need to use solutions precisely as a means of sketches, drawings, and models of problem analysis“ (Cross 1995) all kinds as a way of exploring „Further understanding of the problem and solution problem is gained by testing this together“ (Cross, 1995) conjectured solution“ (Darke, 1979) 44 Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik | IfP, CAU zu Kiel 06.02.13
  • 45. Vom Umgang mit Wissen im Design   Design als angewandte Wissenschaft („konservativ“, Fallman)   Design als Intuition („romantisch“, Fallman)   Die Wissenschaft vom Künstlichen (Simon, 1969, 1981)   Naturwissenschaft: Dinge, wie sie sind (deskriptiv)   Wissenschaft vom Künstlichen: Dinge, wie sie sein sollen (intentional, normativ)   Design als Mitgestalter von Gesellschaft (Meier, 2003)   nicht Wahrheit, sondern Werte   keine richtige/wahre Lösung 45 Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik | IfP, CAU zu Kiel
  • 46. Wissensgenerierung VOR Design   “A major principle of Human-Centred Design is to “know your user” and thus emphasizing understanding of users needs and abilities” (Norman, 2005)   Activity-Centred Design requires a deep understanding of the activities that were to be performed (Norman, 2005)   Wissen als Mittel um erfolgreiche Produkte zu entwerfen   Methoden der Design Forschung (Problemanalyse, Lösungsfindung)   Explorieren der Bedürfnisse und Aktivitäten der Nutzer (Bedarfserhebung)   Wissen vor dem Produkt   Design wendet Wissen an 46 Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik | IfP, CAU zu Kiel
  • 47. Design ALS Wissensgenerierung   Design als Wissensgenerierung?   Produkte/Services/Interventionen/Strategien   Deeper understanding, Erkenntnis   Emergent qualities   Emergent practices 47 Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik | IfP, CAU zu Kiel
  • 48. Generierung neuer Aktefakte   Artefakt als die deduktive Anwendung eines Sets von Theoremen, (Models of Design, Coyne, 1989)   eine Auswahl naturwissenschaftlicher Erkenntnis anwenden   Induktiv: Sammeln aller Anforderungen (Coyne, 1989)   Annahme: vollständig, objektiv   Abduktiv: Artefakt als Hypothese 48 Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik | IfP, CAU zu Kiel
  • 49. Design ALS Wissensgenerierung   „design as cyclic process of knowledge creation with the design product as a working hypothesis“ (Allert, Richter, 2009)   Exporation des Designraumes   Problem und Lösung interdependent   Evaluation: Reflecting transformed practice 49 Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik | IfP, CAU zu Kiel
  • 50. Design ALS Wissensgenerierung   Elemente 1.  creation of a local theory of the problem at stake, 2.  deriving a working hypotheses (the designed product or services) that might overcome the problem, and 3.  evaluation of the developmental aspects of use and viability of the proposed solution.   The designed product and service working as a hypothesis serves as a means to explore the problem and design space more deeply, creating a refined working theory (Allert, Richter, 2009). 50 Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik | IfP, CAU zu Kiel
  • 51. Ill-defined problems „Most of the pressing and important design problems of today‘s world are systemic problems that make collaboration supported by new technologies not a luxury but a necessity. These systemic problems—including the design of policies to address environmental degradation, economic disparity, and the disappearance of local cultures in the age of globalization, to name a few - are complex, open-ended, and ill-defined (Rittel & Webber, 1984; Simon, 1996), Fischer, G., Shipman, F. (2011). Collaborative Rationale and Social Creativity in Cultures of Participation. In: Human Technology – An Interdisciplinary Journal on Humans in ICT Environments. 51 06.02.13 Volume 7 (2), August 2011, 164-187. (www.humantechnology.jyu.fi)
  • 52. Ill-defined problems These problems need contributions from people with a wide range of experiences and perspectives, including stakeholders representing all those affected by the design results. The problems also often evolve over time, providing unique new challenges for design rationale and creativity research.“ (Fischer & Shipman, 2011) Keine „richtige“ Antwort / single solution. Fischer, G., Shipman, F. (2011). Collaborative Rationale and Social Creativity in Cultures of Participation. In: Human Technology – An Interdisciplinary Journal on Humans in ICT Environments. 52 06.02.13 Volume 7 (2), August 2011, 164-187. (www.humantechnology.jyu.fi)
  • 53. Ill-defined problems   contributions of many minds, particularly from the people who own problems and are directly affected by them;   the integration of problem framing and problem solving, where the understanding of the problem co-evolves with the activity of designing a solution (Schön, 1983);   communication and collaboration among people from different disciplines and educational levels (Clark & Brennan, 1991);   intelligent use of technologies and resources that support collective knowledge construction where multiple people contribute to a shared knowledge representation (Arias, Eden, Fischer, Gorman, & Scharff, 2001). 53 Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik | IfP, CAU zu Kiel 06.02.13
  • 54. Drei Metaphern des Lernens Lernen als Wissensaneignung Lernen als (monologisch, Partizipation mentalistisch, kognitivistische (dialogisch, interaktionale Sichtweise ) Sichtweise) Lernen als Wissensgenerierung („trialogisch“, kollaborative Entwicklung von Wissensobjekten) (nach Hakkarainen & Paavola, 2007) Heidrun Allert & Christoph Richter | Trialogisches Lernen | KP-Lab 2006-2011
  • 55. „Open- Ended Inquiry“ 55 © Heidrun Allert Heidrun Allert & Christoph Richter, 2009
  • 56. Prozess: Design als Untersuchung Bridging between creative design and scientific research   Erkunden (Cultural Probes)   Projektiver Schritt, Vision, Verorten   Hypothesen generieren   Materialisieren, operationalisieren   In Erfahrung bringen   Erklären 56 © Heidrun Allert, Institut für Pädagogik, cau zu | IfP, CAU zu Kiel Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik kiel 06.02.13
  • 57. 57 © Heidrun Allert, Institut für Pädagogik, cau zu | IfP, CAU zu Kiel Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik kiel 06.02.13
  • 58. Verorten Baue auf den Ideen anderer auf! Im Rahmen der Erkundung und Verortung Entwickle alternative Perspektiven! geht es darum Informationen über den Untersuchungs- bzw. Gestaltungsgegenstand zu sammeln, sich überraschen zu lassen und ein vorläufiges Verständnis des fraglichen Phänomens zu entwickeln. Zur Erkundung gehört dabei neben der Suche nach vorangegangen erfolgreichen oder gescheiterten Antwortversuchen auch die Bestimmung möglicher Perspektiven auf den Untersuchungs-/ Gestaltungsgegenstand. Die Verortung hingegen dient der eigenen Positionsbestimmung und der Festlegung der für die Gruppe relevanten Perspektiven auf den Gegenstand. Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik | IfP, CAU zu Kiel
  • 59. Verorten (framing)   Beispiel: „Das LMS wird nicht genutzt!“   Frame 1: die Lehrenden haben wenige kreative Ideen für den Einsatz   Frame 2: die Lehrenden sehen ein LMS als Verwaltungs/ Administrationstool. Mit eigenverantwortlichem Lernen hat das ihrer Meinung nach wenig zu tun.   Framing of the situation   Informed guess 59 © Heidrun Allert, Institut für Pädagogik, cau zu | IfP, CAU zu Kiel Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik kiel 06.02.13
  • 60. 60 © Heidrun Allert, Institut für Pädagogik, cau zu | IfP, CAU zu Kiel Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik kiel 06.02.13
  • 61. Erkunden Exploration von Nutzungs- und Wissenspraktiken Weil Anforderungen nicht „eingesammelt werden können, latent und nicht versprachlicht sind. Methoden aus der Designforschung, Methoden der Unschärfe (siehe dgtf) e.g. Cultural Probes:   Mattelmäki, T. (2006). Design Probes. University of Art and Design Helsinki   Gaver, B. & Dunne, T. (1999). Projected Realities: Conceptual Design for Cultural Effect. In proceedings of CHI’99 (Pittsburgh, PA, 15 - 20 May 1999). ACM: NewYork. 61 Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik | IfP, CAU zu Kiel 06.02.13
  • 62. Erkunden: Exploration von Wissenspraktiken   Exploration von Wissenspraktiken 62 Christoph Richter, 2010 06.02.13
  • 63. Projektiver Schritt   Identifikation von Spannungsverhältnissen und kritischen Ereignissen   Vision, Position formulieren (Beispiel: Idee einer Knowledge Building Community im Klassenraum (Bereiter & Scardamalia)   Qualitäten der Lösung,   Welche Rolle spielen Technologien in „unfolding“ practices (co-evolving), Dann Artikulation der Anforderungen, z.B. als personas, rich pictures, use cases ... 63 Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik | IfP, CAU zu Kiel 06.02.13
  • 64. Hypothesen generieren „Tolerate uncertainty, working with incomplete information“ (Cross 1995) „Questions, Hypotheses & Conjectures“ (Chow, Jonas, Joost, 2010) Underlying assumptions of solutions help to better understand the problem (cp. Gaver & Dunne) Critical Design (Gaver) Ethical issues! (Gaver & Dunne, 1999) 64 Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik | IfP, CAU zu Kiel 06.02.13
  • 65. Materialisieren, Vergegenständlichen Vergegenständliche Deine Ideen! Dem Materialisieren und Operationalisieren der Sei minimalistisch! Hypothesen bzw. Lösungsideen kommt eine doppelte Funktion zu. 1. Konkretisierung und Exploration der Idee 2. Vorbereitung einer praktischen Erprobung.   nicht die Entwicklung eines finalen Produkts sondern Verstehen der in der Hypothese formulierten Kernidee.  Idee (Plan) nicht mit dem Artefakt (Handlung) verwechseln (Bardram)  Materielle Qualitäten der Realität: Sich der langsam entfaltenden Komplexität der Realität stellen. Strom der Realität wahrnehmen, den Plan vervollständigen  Kreativer Akt. Kein rein technischer Prozess. Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik | IfP, CAU zu Kiel
  • 66. In Erfahrung bringen Prototypische Umsetzung und Erprobung im sozialen Kontext   um die zugrundeliegenden Annahmen zu testen   um Handlungsoptionen erfahrbar zu machen („Experience Prototyping“ Buchenau & Suri, 2006)   Erkenntnisse über den Gegenstand (soziales Phänomen) zu gewinnen   Fragestellung zu beantworten   „Completing Design in Use“ (Carroll) 66 Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik | IfP, CAU zu Kiel 06.02.13
  • 67. Wirkung erklären Was funktioniert unter welchen Bedingungen und wie/weshalb? Exploration der Bedingungen um (alternative) Hypothesen ausschließen zu können Generative Mechanismen "(...) the advancement of social theory calls for an analytical approach that systematically seeks to explicate the social mechanism that generate and explain observed associations between events (...) the point is to locate a middle ground between social laws and description, Merton said, and 'mechanisms' constitute such a middle ground" (Hedström & Swedberg, 1998) 67 Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik | IfP, CAU zu Kiel 06.02.13
  • 68. Wirkung erklären Argumentation von Lösungen (Erklären) 1.  Critical Incident Technique (CIT) 2.  Question, Options, Criteria, Argumente (QOC) 3.  generative Mechanismen QOC hier am Beispiel: Einführung der 8 Tagewoche 68 Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik | IfP, CAU zu Kiel 06.02.13
  • 69. Theoretische Fundierung 69 © Heidrun Allert, Institut für Pädagogik, cau zu kiel 06.02.13
  • 70. Welches Wissen wird generiert?   Generierung von Wissen in lokalen Kontexten   Was funktioniert für wen unter welchen Bedingungen (Opel, SPAR …)   „social mechanisms“ (Hedström, Swedberg, 1998)   „… seeks to explicate the social mechanism that generate and explain observed associations between events“   Systematic relationship between two events description middle-ground theories general/universal law 70
  • 71. Generierung neuer Erkenntnisse   Deduktiver Schluss   Deduktionslogisch: Immer wenn ein Knabe in einem bestimmten Alter durch seine ältere Schwester verführt wird ... wird er masochistisch.   „deriving special cases from universal rules“ die notwendige Konsequenz (March, 1984)   Induktiver Schuss   Induktiv statistisch: Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Herrscher unpopulär wird, der sein Land in Kriege verwickelt, ist 84%; Ludwig der XIV verwickelte sein Land in Kriege; also wird Ludwig der XIV mit bedingt induktiven Wahrscheinlichkeitsgrad von 84% unpopulär.   „formulating a general rule out of existing data or cases“ 71 Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik | IfP, CAU zu Kiel
  • 72. Generierung neuer Erkenntnisse   Abduktiver Schluss (Peirce, 1960; Paavola, 2004)   Schluss auf die beste Erklärung   „forming an explanatory hypothesis“   „something may be operative“   Manipulative Abduction (Magnani)   Die Rolle des Experiments   Im Experiment liegen Antworten auf Fragen, die sich die Wissenschaftler noch nicht gestellt haben (so in etwa Rheinberger) 72 Heidrun Allert | Medienpädagogik/Bildungsinformatik | IfP, CAU zu Kiel
  • 73. Wissensgenerierung als abduktiver Lernprozess Wissensgenerierung als strategiegeleitete Produktion und Überprüfung erklärender Hypothesen. Ausgehend von einem zu verstehenden oder zu erklärenden Phänomen, werden mögliche Hypothesen entwickelt, die dann sowohl theoretisch wie auch praktisch auf ihre Tragfähigkeit hin untersucht werden. deductive inductive abductive rule (1) rule (1) rule (1) case (2) case (2) case (2) Kepler‘s Hypothese von der result (3) result (3) result (3) Ellipsenbahn der Planeten Heidrun Allert & Christoph Richter (Formen des Schließens nach Peirce, aus Shamiyeh, 2007)
  • 74. Epistemologische Grundlagen Theories of transformative material activity   Tätigkeitstheorie, cultural-historical activity theory (Vygotsky, Leont‘ev, Engeström)   Pragmatismus (Dewey) “Both regard the concept of transformative practical activity as a theoretical category that makes it possible to solve philosophical dilemmas that emerge from Cartesian subject-object (and mind-body) dualism. (...) this concept (of activity) also implies for both theories a methodological approach of studying human behavior in which (...) experimentation and intervention play a central role. (...) to re-establish the significance of material artifacts in the study of human behavior“ (Miettinen, 2006) 74 © Heidrun Allert, Institut für Pädagogik, cau zu kiel Heidrun Allert | Medienpädagogik: Die Dringlichkeit einer gestalterischen Perspektive | IfP, CAU zu Kiel
  • 75. Epistemologische Grundlagen Different perspectives on the design artefact   Instrumental perspective   Social-constructivist perspective   Practice-oriented approaches (cf. Orlikowski, Hörning)   unfolding local practices and technology as co-evolving   „Act & Inquire in an Unfinished Universe“ http://www.knowledge-through-design.uni-kiel.de/events-2012 75 © Heidrun Allert, Institut für Pädagogik, cau zu kiel Heidrun Allert | Medienpädagogik: Die Dringlichkeit einer gestalterischen Perspektive | IfP, CAU zu Kiel
  • 76. Epistemologische Grundlagen The concept of mediated action (Vygotsky, 1978) „the relation between the human action and the object is mediated by cultural means or artifacts. The basic types of these means are tools and signs.“ Epistemische Artefakte   materielle und zeichenhafte Qualität   ihre Rolle im wissensgenerierenden, untersuchenden Prozess 76 © Heidrun Allert, Institut für Pädagogik, cau zu kiel Heidrun Allert | Medienpädagogik: Die Dringlichkeit einer gestalterischen Perspektive | IfP, CAU zu Kiel 06.02.13
  • 77. Artefakt als Untersuchungsinstrument Wissensgenerierung als eine durch Artefakte vermittelte Auseinandersetzung mit dem Untersuchungsgegenstand. Durch ihre dingliche Form ermöglichen Artefakte die aktive Auseinandersetzung mit einem Gegenstand und können immer wieder neu interpretiert werden. Gleichzeitig sind sie aufgrund ihres jeweiligen Mediums und Formats nicht beliebig form- und veränderbar. Artefakte sind nicht nur Informations- und Kommunikationsmittel, sondern können auch zur Entwicklung, Untersuchung und Erprobung von Ideen eingesetzt werden. Karte des Cholera-Ausbruchs 1854 in der Broad Street von John Snow Heidrun Allert & Christoph Richter | Trialogisches Lernen | KP-Lab 2006-2011
  • 78. Artefakt als Untersuchungsinstrument Artefakt als Hypothese (Allert & Richter, 2009)   Vergegenständlichung von Annahmen   Exploration des Designraums unter einer Rahmung (framing) und Fragestellung   Designhypothese: Qualität des Artefakts einbeziehen („mediating artefact)   Mittel der Problemexploration und Gewinnung von Erkenntnissen über einen Gegenstand (Phänomen) Heidrun Allert & Christoph Richter | Trialogisches Lernen | KP-Lab 2006-2011
  • 79. Designhypothese   Präskriptive Aussage formulieren: Annahme bezüglich Effekt und Wirkmechanismus benennen.   Aussage im Planungsprozess über die Gestaltung des Artefakts und die angenommene Wirkung in einem lokalen Kontext in Hinblick auf ein Ziel   Das Artefakt bzw. eine Intervention, in der ein Artefakt eine Rolle spielt (Untersuchungsinstrument) hat im Untersuchungsprozess den Status einer Hypothese.   Die konzeptuelle und materielle (auch zeichenhafte) Qualität des Artefakts wird in die Hypothese einbezogen. Was ist das Spezifische der Technologie und wie wird sich Lernen dadurch verändern – welche Art von Lernen wird sie befördern? 79 Heidrun Allert | Medienpädagogik: Die Dringlichkeit einer gestalterischen Perspektive | IfP, CAU zu Kiel 06.02.13
  • 80. Designexperiment Hat die materielle/zeichenhafte Qualität des Artefakts einen Einfluss auf die Ideen im Design und den Erkenntnisgewinn Lego im Storyboarding als epistemisches Artefakt führt zur Exploration mit der Zentrierung auf Handlungsoptionen und verhindert eine einseitige Toolzentrierung 80 Heidrun Allert | Medienpädagogik: Die Dringlichkeit einer gestalterischen Perspektive | IfP, CAU zu Kiel 06.02.13
  • 81. Artefakt als Untersuchungsinstrument Logic Models of Design (Coyne, 1988)   artifact as theorem (process of deduction)   artifact as theory (process of induction)   ... Artefakt als Hypothese (Allert & Richter, 2009)   Vergegenständlichung von Annahmen   Exploration des Designraums unter einer Rahmung und Fragestellung   Designhypothese: materiale Qualität des Artefakts („mediating artefact)   Design als Untersuchung   Mittel der Problemexploration und Gewinnung von Erkenntnissen über einen Gegenstand (Phänomen) Heidrun Allert & Christoph Richter | Trialogisches Lernen | KP-Lab 2006-2011
  • 82. Epistemologische Grundlagen Die Form des Wissens   Eine Idee/Erklärung haben, weshalb etwas funktionieren könnte (Jackland: Information, Systems, & Informationsystems)   Hypothesen auf den Prüfstand stellen, Annahmen 82 © Heidrun Allert, Institut für Pädagogik, cau zu kiel Heidrun Allert | Medienpädagogik: Die Dringlichkeit einer gestalterischen Perspektive | IfP, CAU zu Kiel 06.02.13
  • 83. Epistemologische Grundlagen Widerständigkeit der Realität und Realismus „Crucial to the pragmatist project is the notion that nature is not a simple project of ideas; nor is nature determined by society. Nature is plastic but not infinitely malleable. It resists, and in doing so actively participants in forming our purpose“ (Lenior, 1992; Resistance and the objectivity of knowledge) 83 © Heidrun Allert, Institut für Pädagogik, cau zu kiel Heidrun Allert | Medienpädagogik: Die Dringlichkeit einer gestalterischen Perspektive | IfP, CAU zu Kiel 06.02.13
  • 84. Form des Wissens Allgemeine Designtheorie (Goldkuhl) 84 © Heidrun Allert, Institut für Pädagogik, cau zu kiel 06.02.13
  • 85. Arten der Wissenserzeugung   „Fragen zum Status vonWissen in gestalterischen Praktiken und Objekten sowie zur Genese von Design als ‚Wissenskultur’ sind nicht bloß ein aktuelles Desiderat der Designwissenschaften, sondern korrespondieren mit Fragen und Modellen der jüngeren Wissenschaftsforschung bzw. der Science and Technology Studies.“ (Mareis, 2010). 85 © Heidrun Allert, Institut für Pädagogik, cau zu kiel Heidrun Allert | Medienpädagogik: Die Dringlichkeit einer gestalterischen Perspektive | IfP, CAU zu Kiel 06.02.13
  • 86. Form des Wissens   Von Wissenschaft wird zunehmend die Lösung von Problemen in lokalen Kontexten erwartet (Jonas, 2005)   Mode 2 knowledge (Nowotny, Scott, Gibbons, 1994) 86 Heidrun Allert | Medienpädagogik: Die Dringlichkeit einer gestalterischen Perspektive | IfP, CAU zu Kiel 06.02.13
  • 87. „Learning as Mediated Activity“ „Mediation“ (Béguin & Rabardel, 2000)   epistemic   social   pragmatic 87 06.02.13
  • 88. Quellen Hakkarainen, K., & Paavola, S. (2007). From monological and dialogical to trialogical approaches of learning. Paper presentated at a workshop on Guided Construction of Knowledge in Classrooms, February 5-8, 2007, Hebrew University, Jerusalem. Moen, A., Mørch, A.I., & Paavola, S. (Eds.)(2010). Collaborative Knowledge Creation: Practices, Tools, and Concepts. Retrieved November 10, from http://www.knowledgepractices.info/wiki/ index.php?title= Handbook_on_Trialogical_Learning. Paavola, S., & Hakkarainen, K. (2004). "Trialogical" processes of mediation through conceptual artifacts. Paper presented at the Scandinavian Summer Cruise at the Baltic Sea (theme: Motivation, Learning and Knowledge Building in the 21st Century), June 18-21, 2004, Retrieved November 30, 2010 from: http://www.lime.ki.se/uploads/images/537/ Baltic2004_Paavola_Hakkarainen.pdf. Paavola, S., Hakkarainen, K., & Sintonen, M. (2006). Abduction with Dialogical and Trialogical Means. Logic Journal of the IGPL 14(2), 137-150. Shamiyeh, M. (2010). Abductive Reasoning and the Conjecture of the New. In: M. Shamiyeh (Eds.). Creating Desired Futures: How Design Thinking Innovates Business (S.127-139). Basel: Birkhäuser. Siemens, G. (2004). Connectivism: A Learning Theory for the Digital Age. Retrieved November 30, 2010 from http://www.elearnspace.org/Articles/connectivism.htm. Heidrun Allert | Medienpädagogik: Die Dringlichkeit einer gestalterischen Perspektive | IfP, CAU zu Kiel
  • 89. Drei Metaphern des Lernens Lernen als Wissensaneignung Lernen als (monologisch, Partizipation mentalistisch, kognitivistische (dialogisch, interaktionale Sichtweise ) Sichtweise) Lernen als Wissensgenerierung („trialogisch“, kollaborative Entwicklung von Wissensobjekten) (nach Hakkarainen & Paavola, 2007) Heidrun Allert & Christoph Richter | Trialogisches Lernen | KP-Lab 2006-2011
  • 90. Lernen als Wissensaneignung Lernen als Prozess der individuellen Aneignung und (Re-)Konstruktion von Wissen und Aufbau mentaler Repräsentationen.  Theorien mentaler Wissensstrukturen und Schemata  Individuelle Expertise  Traditionelle kognitivistische Theorien  Formal-logisch orientierte Epistemologie Heidrun Allert & Christoph Richter | Trialogisches Lernen | KP-Lab 2006-2011
  • 91. Lernen als Partizipation Lernen als Prozess der sozialen Partizipation, der kognitiven Sozialisation und Enkulturation sowie der Übernahme sozialer Normen, Werte und Identitäten.  In eine Community hineinwachsen (Communities of Practice)  Meister werden (Apprenticeship)  Situierte und verteilte Kognition  Betonung dialogischer und interaktionaler Erkenntnisprozesse Heidrun Allert & Christoph Richter | Trialogisches Lernen | KP-Lab 2006-2011
  • 92. Lernen als Wissensgenerierung Lernen als Prozess der kollaborativen Entwicklung bzw. Generierung neuer Wissensbestände/-objekte. Bewusste Weiterentwicklung des Wissens, Untersuchung und Innovation.  Wissensgenerierende Organisationen (Nonaka & Takeuchi)  Tätigkeitstheorie (Engeström)  Knowledge Building (Bereiter)  Transformationsorientierte Epistemologie Artefakt vermittelter (mediierter) Tätigkeit Heidrun Allert & Christoph Richter | Trialogisches Lernen | KP-Lab 2006-2011
  • 93. Wissensgenerierung als sozial vermittelter Prozess Wissensgenerierung als grundlegend sozialer Prozess, in dem neue Ideen von den Akteuren in einem sozialen Netzwerk co-konstruiert werden. Die kritische Auseinandersetzung mit und das Anknüpfen an den Ideen andere bildet eine wichtige Voraussetzung des individuellen wie auch des kollektiven Lernens. Disziplinenübergreifende Zusammenarbeit bietet eine wesentliche Möglichkeit des gegenseitigen Lernens wie auch der gemeinsamen Wissens- generierung. Charles R. Darwin mit Joseph Hooker und Charles Lyell in Down House Heidrun Allert & Christoph Richter | Trialogisches Lernen | KP-Lab 2006-2011
  • 94. Lernen in der Wissens- und Innovationsgesellschaft   Immer mehr Menschen werden im Laufe ihres Lebens in unterschiedlichen, oft nur lose miteinander verbundenen Bereichen arbeiten.   Informelles Lernen gewinnt im Vergleich zur formalen Ausbildung an Bedeutung. Lernen findet in Communities of Practice, persönlichen Netzwerken und während der Arbeit statt.   Lernen ist ein kontinuierlicher, lebenslanger Prozess. Lernen und Arbeit sind eng miteinander verwoben.   Technologien ändern unsere Arbeit- und Denkweisen und eröffnen neue Möglichkeiten der Informationsverarbeitung.   Die Verzahnung individuellen und organisationalen Lernens gewinnt an Bedeutung.   Neben deklarativem und prozeduralem Wissen steigt der Bedarf an Orientierungs- und Metawissen. (vgl. Siemens, 2004) Heidrun Allert & Christoph Richter, CAU zu Kiel, wissensgenerierendes kooperatives Lernen
  • 95. Lernen als Wissensaneignung Fixing the Bava Dryer http://bavatuesdays.com/fixing-the-bava-dryer/ Empfehlung via twitter: 95 © Heidrun Allert, zu Kiel, wissensgenerierendes kooperatives Lernen Heidrun Allert, CAU Institut für Pädagogik, cau zu kiel 06.02.13
  • 96. Lernen als Wissensaneignung MIT open courseware   http://ocw.mit.edu/index.htm Highlights for High School features MIT OpenCourseWare materials that are most useful for high school students and teachers.   http://ocw.mit.edu/high-school/ 96 © Heidrun Allert, zu Kiel, wissensgenerierendes kooperatives Lernen Heidrun Allert, CAU Institut für Pädagogik, cau zu kiel 06.02.13
  • 97. Wissensgenerierendes Lernen als Prozess Heidrun Allert & Christoph Richter, CAU zu Kiel, wissensgenerierendes kooperatives Lernen
  • 98. Fragenndstellen n d w u e re D ic h! Sei n e u g ie r ig u Sei in K o nt a kt ! Einen wichtigen Einstiegspunkt in den Lernprozess bildet die Suche und Formulierung einer bedeutsamen Fragestellung. Die Fragestellung dient einerseits einer ersten Bestimmung des Untersuchungs- bzw. Gestaltungs- gegenstandes sollte andererseits aber nicht zu eng gefasst sein, um Raum für neue Lösungsideen zu bieten. Die Fragestellung sollte ergebnisoffen formuliert sein, und hat in der Regel die folgende Struktur: "Wie könnten wir XY erreichen, verbessern, erklären?". Die Beantwortung der Frage sollte dabei kein Selbstzweck sein, sondern einem "realen" Interesse dienen. Heidrun Allert & Christoph Richter, CAU zu Kiel, wissensgenerierendes kooperatives Lernen
  • 99. Erkunden & Verorten Baue auf den Ideen anderer auf! Im Rahmen der Erkundung und Verortung Entwickle alternative Perspektiven! geht es darum Informationen über den Untersuchungs- bzw. Gestaltungsgegenstand zu sammeln, sich überraschen zu lassen und ein vorläufiges Verständnis des fraglichen Phänomens zu entwickeln. Zur Erkundung gehört dabei neben der Suche nach vorangegangen erfolgreichen oder gescheiterten Antwortversuchen auch die Bestimmung möglicher Perspektiven auf den Untersuchungs-/Gestaltungsgegenstand. Die Verortung hingegen dient der eigenen Positionsbestimmung und der Festlegung der für die Lerngruppe relevanten Perspektiven auf den Gegenstand. Heidrun Allert & Christoph Richter, CAU zu Kiel, wissensgenerierendes kooperatives Lernen
  • 100. 100 © Heidrun Allert, Institut für Pädagogik, cau zu kiel 06.02.13
  • 101. Hypothesen entwickeln Lass Deiner Phantasie freien Lauf Im Mittelpunkt dieser Phase steht die und teile sie mit anderen! gemeinsame Entwicklung von Ideen zur Beantwortung der Fragestellung. Die Ideen Fo rde re sind dabei als Hypothesen zu verstehen, bei Fe e d ba c k ei n ! deren Gültigkeit es möglich sein sollte, etwas zu erreichen, zu verändern oder zu erklären. Die Entwicklung von Hypothesen ist dabei ein interaktiver Prozess, in dem immer wieder neue Ideen eingebracht und anhand der vorhandenen Informationen auf ihre Tragfähigkeit hin beurteilt werden. Am Ende dieses Prozesses steht die Auswahl der erfolgversprechendsten oder auch der interessantesten Hypothese. Heidrun Allert & Christoph Richter, CAU zu Kiel, wissensgenerierendes kooperatives Lernen
  • 102. Materialisieren, Vergegenständlichen Vergegenständliche Deine Ideen! Dem Materialisieren und Sei minimalistisch! Operationalisieren der Hypothesen bzw. Lösungsideen kommt eine doppelte Funktion zu. Es dient einerseits der weiterführenden Konkretisierung und Exploration der Idee, in dem untersucht wird, ob und wie eine Realisierung möglich ist und andererseits zur Vorbereitung einer praktischen Erprobung. Das Materialisieren & Operationalisieren einer Hypothese kann etwa in Form eines Prototypen, eines Handlungskonzepts oder einer Versuchsanordnung erfolgen. Es geht hierbei nicht um die Entwicklung eines finalen Produkts sondern um die Umsetzung der in der Hypothese formulierten Kernidee. Heidrun Allert & Christoph Richter, CAU zu Kiel, wissensgenerierendes kooperatives Lernen
  • 103. Erproben Mache früh Fehler und lerne daraus! Die Erprobung dient dazu die Tragfähigkeit der vorgeschlagenen Lösung praktisch zu überprüfen und Anregungen für Verbesserungsmöglichkeiten oder aber für neue Lösungsansätze zu gewinnen. Um die Aussagekraft zu erhöhen und um unvorhergesehene "Nebenwirkungen" aufspüren zu können, sollten die Lösungen möglichst realitätsnah erprobt werden. Wichtiger als ein erwartungskonformes Ergebnis ist dabei die Entwicklung eines weiterführenden Verständnisses des Untersuchungs- bzw. Gestaltungsgegenstandes. Fehler und unerwartete Ergebnisse bieten hierbei eine zentrale Lernchance, da sie bislang unbedachte Aspekte sichtbar machen. Heidrun Allert & Christoph Richter, CAU zu Kiel, wissensgenerierendes kooperatives Lernen
  • 104. Erklären & Kommunizieren Dokumentiere Deinen Arbeitsprozess! Damit andere auf den Erfahrungen und Erkenntnissen aus dem Lernprozess aufbauen können, ist es wichtig die entwickelten Ideen und Ergebnisse aber auch die möglichen Fehlschläge und Irrwege zu erklären und anderen zur Verfügung zu stellen. Die Form der Darstellung und die Verbreitungswege sind dabei jeweils abhängig von den jeweiligen Stehe zu Interessengruppen. "Deinen" Fehlern! Heidrun Allert & Christoph Richter, CAU zu Kiel, wissensgenerierendes kooperatives Lernen
  • 105. rediscovering the material world   stating that we took too   Design little effort in generating   Eigenes Lebensumfeld hypothesis in science.   Eigene Lernumgebung   designing and probing is   ... about generating hypothesis. 105 06.02.13
  • 106. Der Untersuchungs-/ Gestaltungsgegenstand Soziale Phänomene Der Untersuchungs- bzw. Gestaltungsgegenstand ist das Phänomen, das Objekt oder der Prozess, das bzw. der erklärt, verändert oder gestaltet werden soll. Der Gegenstand ist dabei nicht statisch, sondern kann sich während und auch durch den Lernprozess substantiell verändern. - Fragen generieren! - Woher kommt eine Hypothese? - Praktiken und Phänomene erkunden - Artefakt als Sonde um neue Erfahrungen zu ermöglichen und Phänomene zu erkunden