User-Generated Content als Qualitätsmedium?  Alternative Anreize für Qualtitätscontent Dr Axel Bruns Senior Lecturer Smart Services CRC  / Centre of Excellence for Creative Industries and Innovation Queensland University of Technology Brisbane, Australia Visiting Scholar and Alcatel-Lucent Fellow Hans-Bredow-Institut, Hamburg snurb.info  –  produsage.org smartservicescrc.com.au  –  cci.edu.au
(http://www.research.ibm.com/visual/projects/history_flow/capitalism1.htm)
Niedergang der traditionellen Produktionslogik: Produzent    Vertreiber    Konsument (Marktforschung    Produzent    Vertreiber    Konsument) (Konsumentenideen    Produzent    Vertreiber    Konsument) Jenseits von ‘Produktion’
Eine neue Produktionslogik? (als Produzent) Produtzer (als Nutzer) (engl.  produsage ) Inhalt Inhalt
Produtzung In vielen Bereichen sichtbar: Open-source-Softwareentwicklung B ürgerjournalismus Politische Blogs Open news – z.B.  Slashdot ,  Indymedia ,  OhmyNews Wissensmanagement Wikis – z.B.  Wikipedia Social bookmarking – z.B.  del.icio.us ,  digg Geotagging – z.B.  Google Earth ,  Frappr Multi-User-Computerspiele z.B.  The Sims ,  Everquest ,  Second Life ,  Spore Inhaltsverbreitung und kreative Zusammenarbeit z.B.  Flickr ,  ccMixter ,  YouTube ,  Jumpcut ,  Current.tv Produktrezensionen z.B.  Epinions ,  IgoUgo Automatische Aggregation Google ,  Amazon ,  last.fm
Allgemeine Merkmale Allgemein beobachtbare Produtzungsprinzipien: Offene Teilnehmerschaft, gemeinsame Bewertung  – falls ausreichend groß und divers, kann die Gemeinschaft insgesamt mehr beitragen als ein geschlossenes Team von Produzenten, unabhängig von deren Qualifikationen Fließende Heterarchie, Ad-Hoc-Kontrolle  – Produtzer beteiligen such, wo individuelle Fähigkeit, Interesse, und Wissen das sinnvoll machen; dies ändert sich über die Laufzeit des Produtzungsprojekts Unfertige Artefakte, fortlaufender Prozeß  – Inhalte in Produtzungsprozessen werden fortlaufend weiterentwickelt, und sind daher immer unfertig; ihre Entwicklung folgt evolutionären, iterativen, palimpsestischen Pfaden Gemeinsamer Besitz, persönlicher Ruhm  – Teilnehmer erlauben (zumindest nichtkommerzielle) Benutzung und Weiterbearbeitung ihres geistigen Eigentums, und werden durch das Statuskapital entlohnt, das ihre Teilnahme generiert
Produtzung Jenseits von Produktion: ‘ anyone can edit’ – Nutzer werden Produtzer von Inhalten Inhalte sind nicht länger klar abgegrenzte Produkte – sie sind kurzzeitige Artefakte eines fortlaufenden Prozesses Nutzung und Produktion sind zunehmend, unauflösbar verwoben klare Abgrenzungen zwischen Produzenten, Vertreibern, und Konsumenten sind nicht länger zutreffend eine neue “ Generation C ” von Inhalts-Produtzern? dies ist  Produtzung
Produtzung und Medienindustrien Zusammenarbeit mit Produtzungsgemeinschaften: Größtmögliche Offenheit. Offen für Nutzer (Zugang) und zu Nutzern (Transparenz). Ankurbeln der Gemeinschaft durch Inhalte und Hilfsmittel. Erwünschtes Verhalten vorleben, produktive Teilnahme unterstützen. Unterstützung der Gruppendynamik und Abtretung von Verantwortung. Führende Nutzer ansprechen, sobald sie in Erscheinung treten. Keine Ausbeutung der Gemeinschaft und ihrer Arbeit. Profit ist schön, aber die Nutzer gehören sich selbst.
1. Größtmögliche Offenheit Zugang: Breite Teilnahme ermöglichen Künstliche Barrieren vermeiden Die Gemeinschaft selbst belohnt Qualität, und bestraft Störungen Transparenz: Ehrliche Ansprache auch kommerzieller Zielsetzungen Beteiligung der Nutzergemeinschaft an Zukunftsplänen Vorgesehene Änderungen diskutieren ( Wikipedia , nicht  Facebook  ist das Vorbild.) (http://www.canada.com/technology/Facebook+vows+improvements+after+user+backlash/1426664/story.html)
2. Ankurbeln der Gemeinschaft Inhalte: Produtzung baut auf Ursprungsinhalte Z.B. Linus Torvalds erster Linux-Kernel, Wikipedia s erste Artikel, … Diese beeinflussen die weitere Entwicklung    Mitarbeiter müssen eigenen Enthusiasmus zeigen und konstruktive Teilnahme vorleben Hilfsmittel: Tools bestimmen den ‘Lösungshorizont’ Toolkits müssen einfach und vielseitig sein (cf. Eric von Hippel,  Democratizing Innovation )    Nutzung beobachten und auswerten    Bereit sein für unerwartete Nutzerwünsche
3. Gruppendynamik unterstützen Dynamik in der Nutzergruppe: Kontinuierliche Regel- und Wertedefinition Fortlaufende gegenseitige Bewertung Entstehen von Gemeinschaftsstrukturen    Selbstkontrolle als Ziel unterstützen    Pläne machen, Verantwortung abzutreten Führende Teilnehmer: ‘ Benevolent dictators’? ‘Micro-celebrities’? Abhängig von Unterstützung der Teilnehmer    Partner für Innovation    Ansprechen, einbinden (einstellen?)  Aber: nicht zuviel Macht geben
4. Keine Ausbeutung Eigentum an Inhalten: Intellectual Property ist nicht mehr kontrollierbar Weiterverbreitung kann profitabel sein    Inhaltsverbreitbarkeit (spreadability) ermöglichen    Verbreitung durch Nutzer akzeptieren Einschließen von Nutzern: ‘ Hijacking the hive’ ist kurzfristig lukrativ, … …  letztlich aber für die Marke sehr schädlich.    Mash-up von Inhalten und Services unterstützen    Verlust an Kontrollmöglichkeiten akzeptieren    Dadurch entstehende neue Möglichkeiten  erkunden und erschließen
Produtzung und Medienindustrien Zusammenarbeit mit Produtzungsgemeinschaften: Größtmögliche Offenheit. Offen für Nutzer (Zugang) und zu Nutzern (Transparenz). Ankurbeln der Gemeinschaft durch Inhalte und Hilfsmittel. Erwünschtes Verhalten vorleben, produktive Teilnahme unterstützen. Unterstützung der Gruppendynamik und Abtretung von Verantwortung. Führende Nutzer ansprechen, sobald sie in Erscheinung treten. Keine Ausbeutung der Gemeinschaft und ihrer Arbeit. Profit ist schön, aber die Nutzer gehören sich selbst.
Virales Marketing Axel Bruns Senior Lecturer ARC Centre of Excellence for Creative Industries and Innovation Creative Industries Faculty Queensland University of Technology Brisbane, Australia Project Leader for Social Media Smart Services Cooperative Research Centre Email: [email_address] Blog:  http://snurb.info/ Produsage: http://produsage.org/ LinkedIn: http://www.linkedin.com/in/snurb Blogs, Wikipedia, Second Life, and Beyond:From Production to Produsage  (Peter Lang, 2008)

User-Generated Content als Qualitätsmedium? Alternative Anreize für Qualitätscontent

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    User-Generated Content alsQualitätsmedium? Alternative Anreize für Qualtitätscontent Dr Axel Bruns Senior Lecturer Smart Services CRC / Centre of Excellence for Creative Industries and Innovation Queensland University of Technology Brisbane, Australia Visiting Scholar and Alcatel-Lucent Fellow Hans-Bredow-Institut, Hamburg snurb.info – produsage.org smartservicescrc.com.au – cci.edu.au
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    Niedergang der traditionellenProduktionslogik: Produzent  Vertreiber  Konsument (Marktforschung  Produzent  Vertreiber  Konsument) (Konsumentenideen  Produzent  Vertreiber  Konsument) Jenseits von ‘Produktion’
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    Eine neue Produktionslogik?(als Produzent) Produtzer (als Nutzer) (engl. produsage ) Inhalt Inhalt
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    Produtzung In vielenBereichen sichtbar: Open-source-Softwareentwicklung B ürgerjournalismus Politische Blogs Open news – z.B. Slashdot , Indymedia , OhmyNews Wissensmanagement Wikis – z.B. Wikipedia Social bookmarking – z.B. del.icio.us , digg Geotagging – z.B. Google Earth , Frappr Multi-User-Computerspiele z.B. The Sims , Everquest , Second Life , Spore Inhaltsverbreitung und kreative Zusammenarbeit z.B. Flickr , ccMixter , YouTube , Jumpcut , Current.tv Produktrezensionen z.B. Epinions , IgoUgo Automatische Aggregation Google , Amazon , last.fm
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    Allgemeine Merkmale Allgemeinbeobachtbare Produtzungsprinzipien: Offene Teilnehmerschaft, gemeinsame Bewertung – falls ausreichend groß und divers, kann die Gemeinschaft insgesamt mehr beitragen als ein geschlossenes Team von Produzenten, unabhängig von deren Qualifikationen Fließende Heterarchie, Ad-Hoc-Kontrolle – Produtzer beteiligen such, wo individuelle Fähigkeit, Interesse, und Wissen das sinnvoll machen; dies ändert sich über die Laufzeit des Produtzungsprojekts Unfertige Artefakte, fortlaufender Prozeß – Inhalte in Produtzungsprozessen werden fortlaufend weiterentwickelt, und sind daher immer unfertig; ihre Entwicklung folgt evolutionären, iterativen, palimpsestischen Pfaden Gemeinsamer Besitz, persönlicher Ruhm – Teilnehmer erlauben (zumindest nichtkommerzielle) Benutzung und Weiterbearbeitung ihres geistigen Eigentums, und werden durch das Statuskapital entlohnt, das ihre Teilnahme generiert
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    Produtzung Jenseits vonProduktion: ‘ anyone can edit’ – Nutzer werden Produtzer von Inhalten Inhalte sind nicht länger klar abgegrenzte Produkte – sie sind kurzzeitige Artefakte eines fortlaufenden Prozesses Nutzung und Produktion sind zunehmend, unauflösbar verwoben klare Abgrenzungen zwischen Produzenten, Vertreibern, und Konsumenten sind nicht länger zutreffend eine neue “ Generation C ” von Inhalts-Produtzern? dies ist Produtzung
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    Produtzung und MedienindustrienZusammenarbeit mit Produtzungsgemeinschaften: Größtmögliche Offenheit. Offen für Nutzer (Zugang) und zu Nutzern (Transparenz). Ankurbeln der Gemeinschaft durch Inhalte und Hilfsmittel. Erwünschtes Verhalten vorleben, produktive Teilnahme unterstützen. Unterstützung der Gruppendynamik und Abtretung von Verantwortung. Führende Nutzer ansprechen, sobald sie in Erscheinung treten. Keine Ausbeutung der Gemeinschaft und ihrer Arbeit. Profit ist schön, aber die Nutzer gehören sich selbst.
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    1. Größtmögliche OffenheitZugang: Breite Teilnahme ermöglichen Künstliche Barrieren vermeiden Die Gemeinschaft selbst belohnt Qualität, und bestraft Störungen Transparenz: Ehrliche Ansprache auch kommerzieller Zielsetzungen Beteiligung der Nutzergemeinschaft an Zukunftsplänen Vorgesehene Änderungen diskutieren ( Wikipedia , nicht Facebook ist das Vorbild.) (http://www.canada.com/technology/Facebook+vows+improvements+after+user+backlash/1426664/story.html)
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    2. Ankurbeln derGemeinschaft Inhalte: Produtzung baut auf Ursprungsinhalte Z.B. Linus Torvalds erster Linux-Kernel, Wikipedia s erste Artikel, … Diese beeinflussen die weitere Entwicklung  Mitarbeiter müssen eigenen Enthusiasmus zeigen und konstruktive Teilnahme vorleben Hilfsmittel: Tools bestimmen den ‘Lösungshorizont’ Toolkits müssen einfach und vielseitig sein (cf. Eric von Hippel, Democratizing Innovation )  Nutzung beobachten und auswerten  Bereit sein für unerwartete Nutzerwünsche
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    3. Gruppendynamik unterstützenDynamik in der Nutzergruppe: Kontinuierliche Regel- und Wertedefinition Fortlaufende gegenseitige Bewertung Entstehen von Gemeinschaftsstrukturen  Selbstkontrolle als Ziel unterstützen  Pläne machen, Verantwortung abzutreten Führende Teilnehmer: ‘ Benevolent dictators’? ‘Micro-celebrities’? Abhängig von Unterstützung der Teilnehmer  Partner für Innovation  Ansprechen, einbinden (einstellen?)  Aber: nicht zuviel Macht geben
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    4. Keine AusbeutungEigentum an Inhalten: Intellectual Property ist nicht mehr kontrollierbar Weiterverbreitung kann profitabel sein  Inhaltsverbreitbarkeit (spreadability) ermöglichen  Verbreitung durch Nutzer akzeptieren Einschließen von Nutzern: ‘ Hijacking the hive’ ist kurzfristig lukrativ, … … letztlich aber für die Marke sehr schädlich.  Mash-up von Inhalten und Services unterstützen  Verlust an Kontrollmöglichkeiten akzeptieren  Dadurch entstehende neue Möglichkeiten erkunden und erschließen
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    Produtzung und MedienindustrienZusammenarbeit mit Produtzungsgemeinschaften: Größtmögliche Offenheit. Offen für Nutzer (Zugang) und zu Nutzern (Transparenz). Ankurbeln der Gemeinschaft durch Inhalte und Hilfsmittel. Erwünschtes Verhalten vorleben, produktive Teilnahme unterstützen. Unterstützung der Gruppendynamik und Abtretung von Verantwortung. Führende Nutzer ansprechen, sobald sie in Erscheinung treten. Keine Ausbeutung der Gemeinschaft und ihrer Arbeit. Profit ist schön, aber die Nutzer gehören sich selbst.
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    Virales Marketing AxelBruns Senior Lecturer ARC Centre of Excellence for Creative Industries and Innovation Creative Industries Faculty Queensland University of Technology Brisbane, Australia Project Leader for Social Media Smart Services Cooperative Research Centre Email: [email_address] Blog: http://snurb.info/ Produsage: http://produsage.org/ LinkedIn: http://www.linkedin.com/in/snurb Blogs, Wikipedia, Second Life, and Beyond:From Production to Produsage (Peter Lang, 2008)