„Wie Wertschätzung in der Pflege
  und für die Pflege ausgebaut
         werden kann“
                   NPK 2012, 13.09.2012

 Dr. Paul Fuchs-Frohnhofen, MA&T Würselen (bei Aachen)
 Malte Duisberg, Stiftung Evangelisches Altenheim Gemünd
Vortragsübersicht
1. Einführung, die Projekte PflegeWert und Gender-Med-AC
2. Wertschätzung und Stolz in der Dienstleistungsarbeit
   Pflege
3. Ausgewählte Ergebnisse aus Befragungen der
   Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter
4. Ebenen der Wertschätzung im Projekt PflegeWert
5. In PflegeWert entwickelte Handlungsanregungen
6. Empfehlungen an Einrichtungen der Alten- und
   Krankenpflege, Ausblick



                                                           2
Vorbemerkung
                ist ein arbeitswissenschaftliches Forschungs-
                Beratungs und Schulungsinstitut aus Würselen bei Aachen
                www.mat-gmbh.de

Beschäftigt sich seit nunmehr 5 Jahren auch mit pflegespezifischen
Themenstellungen.
Folgende Websites verdeutlichen wichtige Ansätze für die Pflege
aus unserer Arbeit

www.integra-altenpflege.de

http://www.pflege-regio-aachen.de/demenz-label.html

www.pia.pflege.de

www.pflegewert.info
                                                                      3
Projekt PflegeWert:

PflegeWert war ein Forschungs-
projekt, gefördert vom BMBF,
Laufzeit 01.07.2009-31.01.2012, im
Rahmen der Dienstleistungs-
forschung des BMBF mit dem Ziel,
Wertschätzungsbedingungen in
der Altenpflege zu erforschen.
                  Partner:




       Dieses Projekt wird gefördert vom
       Bundesministerium für Bildung und
     Forschung und aus dem Europäischen
      Sozialfonds der Europäischen Union.              4
Projekt Gender-Med-AC

              Gender-Med-AC
        ist ein Gestaltungsprojekt

    gefördert vom MGEPA NRW,
   Laufzeit 01.01.2012-31.01.2015,
                                                                             Partner:
    mit dem Ziel, die Vereinbarung
      von Familie und Beruf für
    Pflegende und Ärzt/inn/e/n in
        der Region Aachen zu
             verbessern.




Das Projekt wurde im Rahmen des aus dem EFRE ko-finanzierten Operationellen Programms für NRW
im Ziel 2 „Regionale Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung“ 2007-2013 ausgewählt.

                                                                                                5
Aus der Ausgangsanalyse des dip im
Gender-Med-Projekt: Der Altenquotient steigt
deutlich  also werden mehr Arbeitskräfte in
der Pflege benötigt




                                               6
Arbeitslose Pflegekräfte gibt es kaum  also
müssen die Einrichtungen mehr tun, um
Pflegekräfte zu halten und neue Pflegekräfte
zu gewinnen.




                                               7
Ergebnis Projekt PflegeWert:

 Der Ausbau von Wertschätzung für die
Pflegekräfte in den Einrichtungen und in
  der Gesellschaft ist ein guter Ansatz

      •um Pflegekräfte zu binden,

  •neue Pflegekräfte zu gewinnen und

   •Menschen für den Pflegeberuf zu
            begeistern.
                                           8
Was ist Wertschätzung




                        9
Was ist Wertschätzung?

… individuelle Mitarbeiterorientierung
… wahrgenommen/ gesehen werden
… berufliche & persönliche Entfaltung
… fordern & fördern
… angstfrei arbeiten
… Arbeitszufriedenheit
… Wohlbefinden
… Anerkennung
… respektvoller Umgang
Was ist Wertschätzung?


Wertschätzung ist eine Grundhaltung welche …

… sich an wertschätzenden Werten und Normen, z.B. Vertrauen und Respekt, orientiert.

… Mitarbeitende als eigenständige, motivierte und eigenverantwortlich handelnde
 Individuen sieht.

… Arbeitsbedingungen schafft, unter welchen Mitarbeitende gute Leistungen erbringen
 können, wollen und dürfen.



Vgl. Sackmann, 2010
auf einen Blick
 Stationäre Altenpflege und Kurzzeitpflege in Gemünd
    mit insgesamt 93 Plätzen
   darin ein Fachbereich Gerontopsychiatrie
   Pflegewohnhaus in Kall mit 20 Plätzen
   Mobile Pflege mit ca. 180 Kunden
   Büros für Pflegeberatung in Kall und Hellenthal
   Essen auf Rädern mit tgl. ca. 250 Mahlzeiten
   Betreutes Wohnen in Gemünd und Kall mit 65 Einheiten
   Tagesbetreuung ambulant und teilstationär
   Haushaltshilfe, Wohnungsreinigung und Gartenpflege
   Gebäudemanagement und Verwaltungsarbeiten
   Insgesamt über 220 Mitarbeitende und 30 Ehrenamtliche
Ebenen der Wertschätzung im Projekt PflegeWert – Auswertung
          Mitarbeiterperspektive, Quantitative Befragung EvA Gemünd

            Welche Maßnahmen, die ihr Träger anbietet, halten Sie für
                        besonders wertschätzend ?




N = 74

                                                                        13
Auswertung Quantitative
   Befragung Mitarbeiterperspektive, CBT, Projekt PflegeWert

     Welche Maßnahmen, die ihr Träger anbietet, halten Sie für
                 besonders wertschätzend ?

WOGE- Angebote des Gesundheitsmanagements

    Rückmeldung zur Kundenzufriedenheit (z.B.
      Auswertung Umfragen, Kundenbericht)

 Kenntnisnahme von Schreiben der Angehörigen


               wertschätzende Entgeldkonzepte


Gesundheitsförderung/Gesundheitsmanagement

Mitarbeiterorientierte (und bewohnerbezogene)
               Arbeitsgestaltung
   Politik und Gesellschaft im Nahbereich von
 Einrichtungen zu Wertschätzungsgebern für die
                Pflege entwickeln
                        Anerkennungsschreiben

      Positive Beispiele aus der Pflege öffentlich
                        machen
 Diskussion über die Pflege im positiven Sinne in
  Presse, Fernsehen und Politik mitbestimmen

                                                     0   20   40   60   80   100   120   140    160    180   200


                                                                                               n=287
                                                                                                                   14
Wertgeschätzte Mitarbeiter/innen
bleiben und leisten gute Arbeit
Ebenen der Wertschätzung im Projekt
                         PflegeWert

Die folgenden 5 Ebenen der Wertschätzung werden im Projekt
   PflegeWert betrachtet:


              Selbst-Wertschätzung
              Wertschätzung durch KundInnen und
  Angehörige
              Wertschätzung durch Team und Vorgesetzte
              Wertschätzung als Bestandteil der Organisation
              Wertschätzung durch Gesellschaft und Umwelt



                                                             16
Vorhandene Wertschätzungsmechanismen

Vorhandene Wertschätzungsmechanismen in der Stiftung EvA
1. Selbstwertschätzung:
    • -
2. Wertschätzung durch Kunden
    • z.B. Information über Prüfergebnisse, Weitergabe von Dankschreiben der
       Angehörigen, Spenden und Präsente von Bewohnern/Angehörigen, Rückmeldungen
       zur Kundenzufriedenheit
3. Wertschätzung durch Team & Vorgesetzte
    • z.B. Geburtstagsblumen, Weihnachtsbrief, Fest für die Mitarbeitenden, Wertschätzung
       durch besondere Aufgaben
4. Wertschätzung in der Organisationskultur
    • z.B. Mitarbeiter-orientierte Arbeitsgestaltung, flache Hierarchiestrukturen,
       Unterstützung durch ergänzende Dienste, wie z.B. Wohnbereichshilfen oder externe
       Unterstützung der PC-Pflegeplanung, Mitarbeiter-Entwicklungsgespräche,
       ausreichende und praxisnahe Pflegehilfsmittel
5. Wertschätzung durch Gesellschaft
    • -
,




     Handlungs-
    anregungen in
     PflegeWert




                18
Konzept der Handlungsanregung
    „Erfolgsbesprechung“




           PflegeWert
                                19
Konzept der Erfolgsbesprechung
              Systematische und strukturierte Besprechung eines Falls
                       oder einer übergreifenden Fragestellung
           Anknüpfung am bekannten Vorgehen bei einer Fallbesprechung
            Fokus: Wo liegen bei diesem Fall die Erfolge unserer Arbeit?
                         Welche Erfolge haben wir erreicht?
                      Wodurch haben wir diese Erfolge erreicht?
              Wie können wir in Zukunft an diesen Erfolgen anknüpfen?


   Stärkung der
Selbstwertschätzung                                           Reflexion erfolgreich
                                                          bewältigter, realer Situationen
 Bewusst werden
                                 Erfolgs-                       der Pflegearbeit,
   der eigenen                 besprechung                 um Erfolge kommunizierbar
   Leistungen                                                 darstellen zu können


                     Blick, auf das, was Pflegende leisten
                   Pflegende als Expert/innen ihrer Selbst
                Definition vom Erfolg der pflegerischen Arbeit
        Versicherung des Beitrags am Gelingen der pflegerischen Arbeit
                             Ziel der Verstetigung

                                                                                            20
„Seminar: Wertschätzend Führen“




            PflegeWert
                                  21
Seminar: Wertschätzend Führen

    Konzept und TN-Unterlagen für ein 2 tägiges Führungskräfte-Seminar zur Förderung
         wertschätzender Verhaltensweisen und zur Stärkung des Selbstwertes


•     Bedarfsorientierung &
                                                              •     Verhaltensorientierung
      Praxisnähe
                                                                    durch Rollenspiele und
•     Beteiligungsorientierung         Seminar:
                                                                    individuelle Reflexion
•     Handlungsorientierung          Wertschätzend
                                        Führen                •     Ressourcenorientierung
      durch praxisnahe
                                                                    durch Stärkung der
      Übungssegmente
                                                                    Persönlichkeit


             Vier Module:
                     1. Wertschätzung und Wertschöpfung in der Pflege
                     2. Rolle der Führungskräfte
                     3. Wertschätzende Verhaltensweisen im Alltag
                     4. Selbstwertschätzung und Förderung der eigenen Gesundheit


                                                                                             22
Seminar: Wertschätzend Führen



                Was hat Ihnen an dieser Veranstaltung
                gefallen? (Auszug)
                •gute Vermittlung der Fortbildung
                •Rollenspiele
                •Gruppenarbeit (3)
                •Gruppendiskussionen
                •gute Materialien
                •praxisorientierte Inhalte, guter Theorie-
                    Praxis-Transfer möglich
                •Informationsaustausch zw. verschiedenen
                Pflegeeinrichtungen
                •Praktische Übungen mit Meinungsaustausch
                •abwechslungsreiches Arbeiten



                                                             23
Überblick Handlungsanregungen

• Pflege-Erfolgsbesprechungen
• Sprache in der Pflege – Reflektion eigener Darstellung
• Systematisierung von Rückmeldungen durch
  Bewohner/innen und Angehörige
• wertschätzende Mitarbeiterentwicklungsgespräche
• Seminar: wertschätzend führen
• wertschätzendes Gesundheitsmanagement
• Wertschätzungsfördernde Öffentlichkeitsarbeit
                         PflegeWert
                    3. Wertschätzend Führend               24
                                                           24
Handlungsanregung: Wertschätzende
         Mitarbeiterentwicklungsgespräche




MA&T                PflegeWert              25
Konzept der Wertschätzenden
               Mitarbeiterentwicklungsgespräche

             Handlungsanregung zur Gestaltung „wertschätzender
    Mitarbeiterentwicklungsgesprächen in stationären Pflegeeinrichtungen“,

         Broschüre für Geschäftsleitungen       und Führungskräfte.

Förderung von Motivation und
 Arbeitszufriedenheit durch                                           Reflexion des eigenen
 systematische, persönliche         wertschätzende               Verhaltens durch Möglichkeiten
     Rückmeldungen und          Mitarbeiterentwicklungs-                 die Selbst- und
    individuelle Förderung             gespräche                     Fremdwahrnehmung der
                                                                  eigenen Person abzugleichen
   Qualitätssicherung und
-steigerung durch verhaltens-
    bezogenes Feedback

                  Die Gesprächseigenschaften und die inhaltliche Zielsetzung von
            Mitarbeiterentwicklungsgesprächen beinhalten viele wertschätzende Aspekte.

              Es bietet beispielsweise Anknüpfungspunkte, um Mitarbeitenden individuell
               Anerkennung und Achtung zu geben und ein auf Vertrauen und Respekt
                                 basierendes Betriebsklima zu fördern.

                                                                                              26
Handlungsanregung: wertschätzendes
                  Gesundheitsmanagement

                         Analysen im Projekt PflegeWert haben
                         gezeigt, dass Mitarbeiter/innen das
                         Betriebliche Gesundheitsmanagement als
                         wertschätzend empfinden
                         •wenn sie an der Ausgestaltung der konkreten
                         Maßnahmen beteiligt werden
                         •wenn die gemeinsame Orientierung an
                         Mitarbeiterinteressen und betrieblichen
                         Interessen von ihnen als ehrlich empfunden
                         wird
                         •und wenn nicht der Eindruck entsteht, dass
                         letztlich doch nur das betriebliche
                         „Funktionieren“ im Vordergrund steht.




MA&T                                                                    27
Konzept des Wertschätzenden
           Gesundheitsmanagements
        Handlungsanregung zur Einführung eines „wertschätzenden
        Gesundheitsmanagements in stationären Pflegeeinrichtungen“,
        Broschüre für Leitungen und Arbeitsgruppen, Konzept und Fallbeispiele



                                                                  Anregungen für die
       präventiv
                                                                   Veränderung von
Gesundheitsbelastungen           wertschätzendes               Arbeitsverhältnissen und
    reduzieren und                Gesundheits-                 individuellen Verhalten in
 gesundheitsförderliche           management                  Bezug auf die persönliche
  Ressourcen fördern
                                                                   Gesunderhaltung.
                                                              Wertschätzungsorientierung



  Ein Wertschätzendes Gesundheitsmanagement trägt dazu bei, dass
  Mitarbeitende sich in ihrem Unternehmen als Persönlichkeit
  angenommen und befähigt fühlen, den täglichen Anforderungen
  des Pflegeberufes gerecht zu werden.


                                                                                            28
Elemente eines wertschätzenden
                  Gesundheitsmanagements

        Wertschätzendes Gesundheitsmanagement

                       Lenkungsteam Gesundheitsmanagement

       Bei Bedarf: div. Arbeitskreise bzw. Gesundheitszirkel   Projektleiter BGM und bei
                                                               Bedarf BGM-Expert/innen
                                                                In den Arbeitsbereichen
          Mitarbeiterführung und
         Mitarbeiterwertschätzung
                                                     Leitbild und Organisationskultur
                                                   „Wertschätzung in einem gesunden
             Förderung persönlicher                           Unternehmen“
             Gesundheitspotenziale,
              Verhaltensprävention
                                               Gesundheitsförderliche
                                                 Arbeitsgestaltung,
                                                Verhältnisprävention




MA&T                                                                                       29
Fallbeispiel: Das WOGE-Konzept der CBT


•   WOGE = Wohlbefinden und Gesundheit
•   Lenkungskreis und Woge-Begleiter vor Ort
•   Tägliche Angebote wie das Woge Obst
•   Jahresthemen: z.B. das Jahr des Rückens oder
    das Jahr der gesundheitsgerechten Pause


 Die Kunst der Angebotsvielfalt liegt in der Kreativität
  und dem Erfahrungsschatz der Mitarbeitenden,
  welche bereits vorhandene Ressourcen im persönlichen
  Umfeld identifizieren und entsprechend nutzbar
   machen.




    MA&T                                                    30
Handlungsanregung: wertschätzungs-
             fördernde Öffentlichkeitsarbeit




MA&T                                           31
Fazit: Empfehlungen an
              Organisationen der Alten-
                 und Krankenpflege
1. Wertschätzung ist eine gute Orientierung auch für Mitarbeiterbindung
   und Mitarbeitergewinnung
2. Die Förderung von Wertschätzung ist eine ganzheitliche Aufgabe der
   Organisation, sie kann von der Leitung und/oder von Mitarbeiter/innen
   angestoßen werden.
3. Wertschätzung sollte die interne Wertschätzung ebenso umfassen,
   wie die Förderung der Wertschätzung der professionellen Pflegearbeit
   in der Gesellschaft.
4. Maßnahmen zur Wertschätzungs-Förderung sollten auf
   verschiedenen Ebenen so eingeführt werden, dass das Vorangehen
   von Leitung deutlich wird, und die Mitarbeiter/innen in projekthafter
   Organisation beteiligt werden.
5. Kommen Sie auf uns zu, wir berichten gerne über Erfahrungen u.a. in
   den Projekten PflegeWert und Gender-Med-AC - wir können bei
   Bedarf auch helfen, ihre Geschäftsführungen zu überzeugen
                                                                           32
Jetzt erschienen:

Das PflegeWert - Buch im KDA-
           Verlag




                                33
Herzlichen Dank für
Ihre Aufmerksamkeit !




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NPK2012 - Dr. Paul Fuchs-Frohnhofen, Malte Duisberg: Wie Wertschätzung in der Pflege…

  • 1.
    „Wie Wertschätzung inder Pflege und für die Pflege ausgebaut werden kann“ NPK 2012, 13.09.2012 Dr. Paul Fuchs-Frohnhofen, MA&T Würselen (bei Aachen) Malte Duisberg, Stiftung Evangelisches Altenheim Gemünd
  • 2.
    Vortragsübersicht 1. Einführung, dieProjekte PflegeWert und Gender-Med-AC 2. Wertschätzung und Stolz in der Dienstleistungsarbeit Pflege 3. Ausgewählte Ergebnisse aus Befragungen der Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter 4. Ebenen der Wertschätzung im Projekt PflegeWert 5. In PflegeWert entwickelte Handlungsanregungen 6. Empfehlungen an Einrichtungen der Alten- und Krankenpflege, Ausblick 2
  • 3.
    Vorbemerkung ist ein arbeitswissenschaftliches Forschungs- Beratungs und Schulungsinstitut aus Würselen bei Aachen www.mat-gmbh.de Beschäftigt sich seit nunmehr 5 Jahren auch mit pflegespezifischen Themenstellungen. Folgende Websites verdeutlichen wichtige Ansätze für die Pflege aus unserer Arbeit www.integra-altenpflege.de http://www.pflege-regio-aachen.de/demenz-label.html www.pia.pflege.de www.pflegewert.info 3
  • 4.
    Projekt PflegeWert: PflegeWert warein Forschungs- projekt, gefördert vom BMBF, Laufzeit 01.07.2009-31.01.2012, im Rahmen der Dienstleistungs- forschung des BMBF mit dem Ziel, Wertschätzungsbedingungen in der Altenpflege zu erforschen. Partner: Dieses Projekt wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und aus dem Europäischen Sozialfonds der Europäischen Union. 4
  • 5.
    Projekt Gender-Med-AC Gender-Med-AC ist ein Gestaltungsprojekt gefördert vom MGEPA NRW, Laufzeit 01.01.2012-31.01.2015, Partner: mit dem Ziel, die Vereinbarung von Familie und Beruf für Pflegende und Ärzt/inn/e/n in der Region Aachen zu verbessern. Das Projekt wurde im Rahmen des aus dem EFRE ko-finanzierten Operationellen Programms für NRW im Ziel 2 „Regionale Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung“ 2007-2013 ausgewählt. 5
  • 6.
    Aus der Ausgangsanalysedes dip im Gender-Med-Projekt: Der Altenquotient steigt deutlich  also werden mehr Arbeitskräfte in der Pflege benötigt 6
  • 7.
    Arbeitslose Pflegekräfte gibtes kaum  also müssen die Einrichtungen mehr tun, um Pflegekräfte zu halten und neue Pflegekräfte zu gewinnen. 7
  • 8.
    Ergebnis Projekt PflegeWert: Der Ausbau von Wertschätzung für die Pflegekräfte in den Einrichtungen und in der Gesellschaft ist ein guter Ansatz •um Pflegekräfte zu binden, •neue Pflegekräfte zu gewinnen und •Menschen für den Pflegeberuf zu begeistern. 8
  • 9.
  • 10.
    Was ist Wertschätzung? …individuelle Mitarbeiterorientierung … wahrgenommen/ gesehen werden … berufliche & persönliche Entfaltung … fordern & fördern … angstfrei arbeiten … Arbeitszufriedenheit … Wohlbefinden … Anerkennung … respektvoller Umgang
  • 11.
    Was ist Wertschätzung? Wertschätzungist eine Grundhaltung welche … … sich an wertschätzenden Werten und Normen, z.B. Vertrauen und Respekt, orientiert. … Mitarbeitende als eigenständige, motivierte und eigenverantwortlich handelnde Individuen sieht. … Arbeitsbedingungen schafft, unter welchen Mitarbeitende gute Leistungen erbringen können, wollen und dürfen. Vgl. Sackmann, 2010
  • 12.
    auf einen Blick Stationäre Altenpflege und Kurzzeitpflege in Gemünd mit insgesamt 93 Plätzen  darin ein Fachbereich Gerontopsychiatrie  Pflegewohnhaus in Kall mit 20 Plätzen  Mobile Pflege mit ca. 180 Kunden  Büros für Pflegeberatung in Kall und Hellenthal  Essen auf Rädern mit tgl. ca. 250 Mahlzeiten  Betreutes Wohnen in Gemünd und Kall mit 65 Einheiten  Tagesbetreuung ambulant und teilstationär  Haushaltshilfe, Wohnungsreinigung und Gartenpflege  Gebäudemanagement und Verwaltungsarbeiten  Insgesamt über 220 Mitarbeitende und 30 Ehrenamtliche
  • 13.
    Ebenen der Wertschätzungim Projekt PflegeWert – Auswertung Mitarbeiterperspektive, Quantitative Befragung EvA Gemünd Welche Maßnahmen, die ihr Träger anbietet, halten Sie für besonders wertschätzend ? N = 74 13
  • 14.
    Auswertung Quantitative Befragung Mitarbeiterperspektive, CBT, Projekt PflegeWert Welche Maßnahmen, die ihr Träger anbietet, halten Sie für besonders wertschätzend ? WOGE- Angebote des Gesundheitsmanagements Rückmeldung zur Kundenzufriedenheit (z.B. Auswertung Umfragen, Kundenbericht) Kenntnisnahme von Schreiben der Angehörigen wertschätzende Entgeldkonzepte Gesundheitsförderung/Gesundheitsmanagement Mitarbeiterorientierte (und bewohnerbezogene) Arbeitsgestaltung Politik und Gesellschaft im Nahbereich von Einrichtungen zu Wertschätzungsgebern für die Pflege entwickeln Anerkennungsschreiben Positive Beispiele aus der Pflege öffentlich machen Diskussion über die Pflege im positiven Sinne in Presse, Fernsehen und Politik mitbestimmen 0 20 40 60 80 100 120 140 160 180 200 n=287 14
  • 15.
  • 16.
    Ebenen der Wertschätzungim Projekt PflegeWert Die folgenden 5 Ebenen der Wertschätzung werden im Projekt PflegeWert betrachtet:  Selbst-Wertschätzung  Wertschätzung durch KundInnen und Angehörige  Wertschätzung durch Team und Vorgesetzte  Wertschätzung als Bestandteil der Organisation  Wertschätzung durch Gesellschaft und Umwelt 16
  • 17.
    Vorhandene Wertschätzungsmechanismen Vorhandene Wertschätzungsmechanismenin der Stiftung EvA 1. Selbstwertschätzung: • - 2. Wertschätzung durch Kunden • z.B. Information über Prüfergebnisse, Weitergabe von Dankschreiben der Angehörigen, Spenden und Präsente von Bewohnern/Angehörigen, Rückmeldungen zur Kundenzufriedenheit 3. Wertschätzung durch Team & Vorgesetzte • z.B. Geburtstagsblumen, Weihnachtsbrief, Fest für die Mitarbeitenden, Wertschätzung durch besondere Aufgaben 4. Wertschätzung in der Organisationskultur • z.B. Mitarbeiter-orientierte Arbeitsgestaltung, flache Hierarchiestrukturen, Unterstützung durch ergänzende Dienste, wie z.B. Wohnbereichshilfen oder externe Unterstützung der PC-Pflegeplanung, Mitarbeiter-Entwicklungsgespräche, ausreichende und praxisnahe Pflegehilfsmittel 5. Wertschätzung durch Gesellschaft • -
  • 18.
    , Handlungs- anregungen in PflegeWert 18
  • 19.
    Konzept der Handlungsanregung „Erfolgsbesprechung“ PflegeWert 19
  • 20.
    Konzept der Erfolgsbesprechung Systematische und strukturierte Besprechung eines Falls oder einer übergreifenden Fragestellung Anknüpfung am bekannten Vorgehen bei einer Fallbesprechung Fokus: Wo liegen bei diesem Fall die Erfolge unserer Arbeit? Welche Erfolge haben wir erreicht? Wodurch haben wir diese Erfolge erreicht? Wie können wir in Zukunft an diesen Erfolgen anknüpfen? Stärkung der Selbstwertschätzung Reflexion erfolgreich bewältigter, realer Situationen Bewusst werden Erfolgs- der Pflegearbeit, der eigenen besprechung um Erfolge kommunizierbar Leistungen darstellen zu können Blick, auf das, was Pflegende leisten Pflegende als Expert/innen ihrer Selbst Definition vom Erfolg der pflegerischen Arbeit Versicherung des Beitrags am Gelingen der pflegerischen Arbeit Ziel der Verstetigung 20
  • 21.
  • 22.
    Seminar: Wertschätzend Führen Konzept und TN-Unterlagen für ein 2 tägiges Führungskräfte-Seminar zur Förderung wertschätzender Verhaltensweisen und zur Stärkung des Selbstwertes • Bedarfsorientierung & • Verhaltensorientierung Praxisnähe durch Rollenspiele und • Beteiligungsorientierung Seminar: individuelle Reflexion • Handlungsorientierung Wertschätzend Führen • Ressourcenorientierung durch praxisnahe durch Stärkung der Übungssegmente Persönlichkeit Vier Module: 1. Wertschätzung und Wertschöpfung in der Pflege 2. Rolle der Führungskräfte 3. Wertschätzende Verhaltensweisen im Alltag 4. Selbstwertschätzung und Förderung der eigenen Gesundheit 22
  • 23.
    Seminar: Wertschätzend Führen Was hat Ihnen an dieser Veranstaltung gefallen? (Auszug) •gute Vermittlung der Fortbildung •Rollenspiele •Gruppenarbeit (3) •Gruppendiskussionen •gute Materialien •praxisorientierte Inhalte, guter Theorie- Praxis-Transfer möglich •Informationsaustausch zw. verschiedenen Pflegeeinrichtungen •Praktische Übungen mit Meinungsaustausch •abwechslungsreiches Arbeiten 23
  • 24.
    Überblick Handlungsanregungen • Pflege-Erfolgsbesprechungen •Sprache in der Pflege – Reflektion eigener Darstellung • Systematisierung von Rückmeldungen durch Bewohner/innen und Angehörige • wertschätzende Mitarbeiterentwicklungsgespräche • Seminar: wertschätzend führen • wertschätzendes Gesundheitsmanagement • Wertschätzungsfördernde Öffentlichkeitsarbeit PflegeWert 3. Wertschätzend Führend 24 24
  • 25.
    Handlungsanregung: Wertschätzende Mitarbeiterentwicklungsgespräche MA&T PflegeWert 25
  • 26.
    Konzept der Wertschätzenden Mitarbeiterentwicklungsgespräche Handlungsanregung zur Gestaltung „wertschätzender Mitarbeiterentwicklungsgesprächen in stationären Pflegeeinrichtungen“, Broschüre für Geschäftsleitungen und Führungskräfte. Förderung von Motivation und Arbeitszufriedenheit durch Reflexion des eigenen systematische, persönliche wertschätzende Verhaltens durch Möglichkeiten Rückmeldungen und Mitarbeiterentwicklungs- die Selbst- und individuelle Förderung gespräche Fremdwahrnehmung der eigenen Person abzugleichen Qualitätssicherung und -steigerung durch verhaltens- bezogenes Feedback Die Gesprächseigenschaften und die inhaltliche Zielsetzung von Mitarbeiterentwicklungsgesprächen beinhalten viele wertschätzende Aspekte. Es bietet beispielsweise Anknüpfungspunkte, um Mitarbeitenden individuell Anerkennung und Achtung zu geben und ein auf Vertrauen und Respekt basierendes Betriebsklima zu fördern. 26
  • 27.
    Handlungsanregung: wertschätzendes Gesundheitsmanagement Analysen im Projekt PflegeWert haben gezeigt, dass Mitarbeiter/innen das Betriebliche Gesundheitsmanagement als wertschätzend empfinden •wenn sie an der Ausgestaltung der konkreten Maßnahmen beteiligt werden •wenn die gemeinsame Orientierung an Mitarbeiterinteressen und betrieblichen Interessen von ihnen als ehrlich empfunden wird •und wenn nicht der Eindruck entsteht, dass letztlich doch nur das betriebliche „Funktionieren“ im Vordergrund steht. MA&T 27
  • 28.
    Konzept des Wertschätzenden Gesundheitsmanagements Handlungsanregung zur Einführung eines „wertschätzenden Gesundheitsmanagements in stationären Pflegeeinrichtungen“, Broschüre für Leitungen und Arbeitsgruppen, Konzept und Fallbeispiele Anregungen für die präventiv Veränderung von Gesundheitsbelastungen wertschätzendes Arbeitsverhältnissen und reduzieren und Gesundheits- individuellen Verhalten in gesundheitsförderliche management Bezug auf die persönliche Ressourcen fördern Gesunderhaltung. Wertschätzungsorientierung Ein Wertschätzendes Gesundheitsmanagement trägt dazu bei, dass Mitarbeitende sich in ihrem Unternehmen als Persönlichkeit angenommen und befähigt fühlen, den täglichen Anforderungen des Pflegeberufes gerecht zu werden. 28
  • 29.
    Elemente eines wertschätzenden Gesundheitsmanagements Wertschätzendes Gesundheitsmanagement Lenkungsteam Gesundheitsmanagement Bei Bedarf: div. Arbeitskreise bzw. Gesundheitszirkel Projektleiter BGM und bei Bedarf BGM-Expert/innen In den Arbeitsbereichen Mitarbeiterführung und Mitarbeiterwertschätzung Leitbild und Organisationskultur „Wertschätzung in einem gesunden Förderung persönlicher Unternehmen“ Gesundheitspotenziale, Verhaltensprävention Gesundheitsförderliche Arbeitsgestaltung, Verhältnisprävention MA&T 29
  • 30.
    Fallbeispiel: Das WOGE-Konzeptder CBT • WOGE = Wohlbefinden und Gesundheit • Lenkungskreis und Woge-Begleiter vor Ort • Tägliche Angebote wie das Woge Obst • Jahresthemen: z.B. das Jahr des Rückens oder das Jahr der gesundheitsgerechten Pause  Die Kunst der Angebotsvielfalt liegt in der Kreativität und dem Erfahrungsschatz der Mitarbeitenden, welche bereits vorhandene Ressourcen im persönlichen Umfeld identifizieren und entsprechend nutzbar machen. MA&T 30
  • 31.
    Handlungsanregung: wertschätzungs- fördernde Öffentlichkeitsarbeit MA&T 31
  • 32.
    Fazit: Empfehlungen an Organisationen der Alten- und Krankenpflege 1. Wertschätzung ist eine gute Orientierung auch für Mitarbeiterbindung und Mitarbeitergewinnung 2. Die Förderung von Wertschätzung ist eine ganzheitliche Aufgabe der Organisation, sie kann von der Leitung und/oder von Mitarbeiter/innen angestoßen werden. 3. Wertschätzung sollte die interne Wertschätzung ebenso umfassen, wie die Förderung der Wertschätzung der professionellen Pflegearbeit in der Gesellschaft. 4. Maßnahmen zur Wertschätzungs-Förderung sollten auf verschiedenen Ebenen so eingeführt werden, dass das Vorangehen von Leitung deutlich wird, und die Mitarbeiter/innen in projekthafter Organisation beteiligt werden. 5. Kommen Sie auf uns zu, wir berichten gerne über Erfahrungen u.a. in den Projekten PflegeWert und Gender-Med-AC - wir können bei Bedarf auch helfen, ihre Geschäftsführungen zu überzeugen 32
  • 33.
    Jetzt erschienen: Das PflegeWert- Buch im KDA- Verlag 33
  • 34.
    Herzlichen Dank für IhreAufmerksamkeit ! 34

Hinweis der Redaktion

  • #4 Ernst & Young: 2010-2020 : 180.000 mehr Menschen in stationärer Pflege Zuzahlungsbedarf durchschnittlich 2000 €  neue Konzepte rechtzeitig angehen
  • #21 Schau hin, was wir erreicht haben! – Blick auf das, was Pflegende leisten – Bewusst werden der eigenen Gestaltungskompetenz und Einflussmöglichkeiten! Unterschied zur klassischen Fallarbeit: Blick in die Vergangenheit Definition erfolgreicher Arbeit: bspw. Alltäglichkeit erhalten von Glas Wein oder Zigaretten
  • #26 Was ist Gesundheitsmanagement? Unter „Betrieblichem Gesundheitsmanagement“ (BGM) wird das systematische und nachhaltige Bemühen um die gesundheitsförderliche Gestaltung von Strukturen und Prozessen sowie um die gesundheitsförderliche Befähigung der Beschäftigten verstanden (Expertenkommission von Bertelsmann Stiftung u. Hans-Böckler-Stiftung, 2004). Grob: Was ist WGM? Wie kamen wir dazu es als Wertschätzungsinstrument weiterzuentwickeln?
  • #28 Quelle: (PflegeWert Interviewergebnisse bei CBT und St. Gereon).
  • #29 die Inhalte der Ottawa-Charta zur Gesundheitsförderung,  Ottawa-Charta besagt: „Gesundheitsförderung zielt auf einen Prozess, allen Menschen ein höheres Maß an Selbstbestimmung über ihre Gesundheit zu ermöglichen und sie damit zur Stärkung ihrer Gesundheit zu befähigen.“ (vgl. Ottawa-Charta 1986, S. 1) den Salutogenese-Ansatz von Antonovsky Orientierung an Ressourcen, die Gesundheit fördern/ Gesund machen und nicht daran, welche Faktoren/ Aspekte krank machen Verstehbarkeit, Handhabbarkeit und Bedeutsamkeit der Anforderungen der Arbeit und das „Haus der Arbeitsfähigkeit“ von Ilmarinen und Tempel: Haus ist die Zusammenfassung aller Erkenntnisse aus einer Studie, in welcher über 11 Jahre mehr als 6000 Personen im Verlaufe ihres Arbeitslebens beobachtet, untersucht, befragt und ggf. gefördert. Faktoren im Haus sind auf 4 Stockwerke verteilt, Gesundheit als Basis, Kompetenzen, Motivation, Management & Belastungen ganz oben. Ilmarinen betont, dass die Arbeitsfähigkeit nur gefördert wird, wenn alle Aspekt gleichermaßen mit einbezogen werden.
  • #30 Zum einen Strukturen und Verantwortlichkeiten, zum anderen Inhaltliche Schwerpunkte Wertschätzendes Gesundheitsmanagement ist auf unterschiedlichen Ebenen angesiedelt, Organisation und Identität, Arbeitsplätze und Hilfsmittel, Führungs und Vorbildfunktion sowie individuell Angebote WGM: sucht Kontakt und Beteiligung aller Mitarbeiter über einzelne Ansprechpartner vor Ort
  • #32 Quelle: (PflegeWert Interviewergebnisse bei CBT und St. Gereon).