DO 04.02.10 20.00 UhrKleiner SaalErnst Krenek EnsembleÍride Martínez SopranHanna Weinmeister ViolineChristian Eisenberger ...
Ein Komponistzwischen den ZeitenWenige andere Komponisten haben wie der Österreicher Ernst Krenek(1900–1991) nahezu die ge...
ponisten zwischen den Zeiten. In die fast durchgehend streng gehaltenedodekaphone Schaffensphase, die den Komponisten als ...
seln rhythmisch-lebhafte Staccatopassagen und gesangliches Legatospiel.Zuletzt erklingt ein Fugato (Allegro vivace), für d...
sich um sein einziges Werk in französischer Sprache handelt. Vorlagewaren Gedichte des Belgiers Émile Verhaeren (1855–1916...
andere nicht. Wie auch immer, der wahrnehmbare Unterschied in derStimmung der zwei Sätze liegt nicht an irgendeinem Konstr...
Ebenmäßigkeit steht ein bruchstückhafter, in flüchtige Figuren aufge-löster Tonsatz entgegen. Neben der musikalisch schlic...
Porträt der MitwirkendenChristian Eisenbergerspielt seit seinem vierten Lebensjahr Geige, inskribierte schon mit 14Jahren ...
Porträt der MitwirkendenMünchen. Für diese Rolle gewann sie im Jahr 1998 den begehrten Titelals »Nachwuchstalent des Jahre...
Porträt der MitwirkendenSie produzierte Aufnahmen mit vielen deutschen Rundfunkanstalten undLabels, u. a. mit Coviello Cla...
Porträt der Mitwirkendenund den Solo-Projekten ist ihm zudem die Kammermusik ein wichtigesAnliegen, zu seinen Partnern zäh...
Porträt der MitwirkendenSiegmund WeinmeisterDer Dirigent und Pianist wurde in Salzburg geboren. Er studierte an derHochsch...
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  1. 1. DO 04.02.10 20.00 UhrKleiner SaalErnst Krenek EnsembleÍride Martínez SopranHanna Weinmeister ViolineChristian Eisenberger ViolineTatjana Masurenko ViolaDorothea Schönwiese-Guschlbauer VioloncelloMatthias Schorn KlarinetteSiegmund Weinmeister KlavierErnst Krenek (1900 – 1991)Serenade für Klarinette, Violine, Viola und Violoncello op. 4 (1919)Moderato – Adagio, ma non troppo – Allegro molto – Langsamer – Allegretto grazioso –Allegro vivaceDrei Lieder für Mezzosopran, Klarinette und Streichquartett op. 30anach Texten von Émile Verhaeren (1924)»La barque« – »Un soir« – »L’heure mauvaise«Trio für Violine, Viola und Violoncello op. 118 (1949)Allegretto vivace – Larghetto – Allegretto vivace – Adagio – Allegretto graziosoPauseTrio für Violine, Klarinette und Klavier op. 108 (1946)Allegretto moderato, comodo – Allegro agitato»Zeitlieder« für Mezzosopran und Streichquartett op. 215nach Texten von Renata Pandula (1972)»Kennst du den Augenblick« – »Hab Hände«Triophantasie für Violine, Violoncello und Klavier op. 63 (1929)Andante sostenutoIn Zusammenarbeit mit demHandy ausgeschaltet? Vielen Dank!
  2. 2. Ein Komponistzwischen den ZeitenWenige andere Komponisten haben wie der Österreicher Ernst Krenek(1900–1991) nahezu die gesamte ästhetische Vielfalt des 20. Jahrhun-derts in ihrem Schaffen nachvollzogen. Von Beginn an stand er dabeizwischen den gegensätzlichen musikalischen Welten seines aus der Klangwelt der Spätromantik schöp- fenden Lehrers Franz Schreker einerseits und dem großen Neue- rer Arnold Schönberg anderseits. Dementsprechend schrittweise voll- zog sich seine eigene Entwicklung hin zu einer singulär dastehenden Persönlichkeit der jüngeren Musik- geschichte. Als frühes Erfolgsstück entpuppte sich bereits die tonale Serenade op. 4, die noch während seiner Wiener Studienzeit entstand. In den folgenden Wanderjahren befand er sich auch komposito- risch auf der Suche nach neuen Ausdrucksmitteln, die schließlich in zwei so konträren Werken wie der Jazzoper »Jonny spielt auf« und der strengen Zwölftonoper »Karl V.« gipfelte. Auf diesem Weg entstanden naheliegender Weise auch Werke, die später dem überaus selbstkri-Ernst Krenek in den frühen 20er Jahren tischen Urteil ihres Autors nichtstandhielten, wie die »nicht für die Öffentlichkeit bestimmten« (Krenek)Lieder op. 30a und die ebenfalls zurückgezogene Triophantasie op. 63.Aus heutiger Sicht ermöglichen aber nicht zuletzt gerade auch dieseStücke einen spannenden Blick in die musikalische Werkstatt eines Kom-
  3. 3. ponisten zwischen den Zeiten. In die fast durchgehend streng gehaltenedodekaphone Schaffensphase, die den Komponisten als einen derwichtigsten Weggefährten und Nachfolger der Zweiten Wiener Schulekennzeichnet, fallen die beiden Triokompositionen op. 108 und op. 118,während die Zeitlieder op. 215 (1972) seiner seriellen und somit erneutam aktuellsten musikalischen Geschehen anknüpfenden Periode zuzu-ordnen sind. Es ist bezeichnend, dass der größte Teil dieses neue Uferauslotenden späteren Schaffens auch geographisch in einen neue Weltfällt, sah sich Krenek doch in den 1930er Jahren aus politischen Gründengezwungen, dem aufkommenden Nationalsozialismus in Mitteleuropazu entfliehen und zunächst Deutschland und in der Folge auch seinerösterreichischen Heimat den Rücken zu kehren und in den USA einenNeubeginn zu wagen. Zwar nach dem Ende des 2. Weltkrieges wiederoft in Europa zu Gast, blieb er dennoch bis zu seinem Lebensende inAmerika und war damit nicht nur ein Komponist zwischen den Zeitenund den musikalischen Stilen, sondern auch im buchstäblichen Sinnzwischen den Welten.Serenade für Klarinette, Violine, Viola und Violoncello op. 4Die tonale, in strengem Kontrapunkt Vorbildern von Beethoven bisBartók huldigende Serenade B-Dur op. 4 (1919) entstand auf Anregungvon Franz Schreker und stellt eines jener Stücke aus seiner Jugendzeitdar, die Krenek auch in späteren Jahrzehnten noch als für seine Ent-wicklung relevant anerkannte. Als Hauptthema diente ihm ein kleinesMotiv, das er einer früheren Kontrapunktübung entnahm und »dasSchreker ›hübsch‹ fand, etwas ›italienisch‹ vom Charakter her, was immerer damit gemeint haben mag« (Ernst Krenek: »Im Atem der Zeit«). Nach kurzer Einleitung der Streicher stellt die Klarinette dieses gra-ziöse Thema vor, das in der Folge mannigfaltig verarbeitet, in verschie-densten Färbungen beleuchtet wird und auch als Grundlage der nach-folgenden Sätze dient. Anders als der für sich stehende Kopfsatz (Nr. 1)bilden diese eine attacca zu spielende Folge (Nr. 2–6). So geht das in Formeiner Passacaglia ruhig schreitende »Adagio, ma non troppo« nahtlos inein geisterhaft huschendes Scherzo (Allegro molto) über, in das sich wie-derum ein ausdrucksvoller Mittelteil schiebt. Es folgt ein »Langsamer«überschriebener Abschnitt, in dem die Violine »wie eine Solo-Violine«zu spielen hat, während dazu lautmalerische Effekte »wie ein Gemur-mel« erklingen. Im an fünfter Stelle stehenden »Allegro vivace« wech-
  4. 4. seln rhythmisch-lebhafte Staccatopassagen und gesangliches Legatospiel.Zuletzt erklingt ein Fugato (Allegro vivace), für das Beethovens op. 95Pate stand. Aus heutiger Einschätzung spiegelt die Serenade sehr markant denZeitgeist der tonalen Musik in Mitteleuropa und speziell in Wien inden ersten beiden Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts, während sie nochkeinerlei Hinweis auf die sich bereits parallel entwickelnde Atonalitätetwa des Schönberg-Kreises, geschweige denn auf die bald darauf eben-falls zur Anwendung gelangende Dodekaphonie liefert. Amüsant ist imZusammenhang mit der Entstehung die Tatsache, dass die Besetzungauf ein Missverständnis in der Kommunikation zurückzuführen ist:Meinte Schreker mit der Aufforderung zur Komposition eines »Klari-nettenquartetts« ein Stück für Klarinette, zwei Streicher und Klavier, sodachte Krenek, dass Klarinette und Streichtrio gefordert wären. Folge-richtig lehnte der Lehrer das Stück anfänglich als unbrauchbar ab,änderte aber seine Meinung, als er das vielversprechende Fortschreitender Arbeit erkannte. 1920, im Jahr nach der Komposition der Serenade,folgte Ernst Krenek seinem Lehrer Schreker nach Berlin, was dazu bei-getragen haben mag, dass dem Stück nach Aufführungen in Wien auchin Deutschland bald weite Verbreitung beschieden war.Lieder für Mezzosopran, Klarinette und Streichquartett op. 30aZeitlebens fast unentwegt auf Reisen, fällt auch die Komposition derLieder op. 30a in eine solche Phase von Kreneks Ruhelosigkeit. Diese istfreilich auch – wie eingangs beschrieben – ein generelles Kennzeichenseiner künstlerischen Arbeit, die in den 1920er Jahren insbesondere denAufbruch aus der tradierten Funktionstonalität in neue kompositorischeDimensionen – Frei- und Atonalität sowie in der Folge die Dodekapho-nie – beinhaltete. Vermutlich in Zürich komponierte er 1924 jene dreiLieder, zu denen er später in seiner Autobiographie »Im Atem der Zeit«schrieb: »Von der Musik habe ich nichts im Gedächtnis behalten, außerdaß sie mir selbst recht sonderbar vorkam und nichts ähnelte, das ich bisdahin komponiert hatte, obgleich ich sie kaum beschreiben könnte. DieLieder waren wie Notizen in ein Tagebuch flüchtig hingeworfen, undsie wurden nie aufgeführt, und ich wollte auch nicht, daß sie veröffent-licht wurden. Sie sind verschwunden wie so viele andere meiner Manu-skripte.« – Im Œuvre des Komponisten nimmt das glücklicherweise nichtwirklich verschwundene op. 30a insofern eine Sonderstellung ein, als es
  5. 5. sich um sein einziges Werk in französischer Sprache handelt. Vorlagewaren Gedichte des Belgiers Émile Verhaeren (1855–1916), die Krenekaus dessen Sammlungen »Fresques« und »Paroles mornes« entnahm:»La barque«, »Un soir« und »L’heure mauvaise«. Kennzeichnend fürden Zyklus ist die Transparenz und unbedingte Wortdeutlichkeit, zuderen Gunsten auch jegliche Überfrachtung des Instrumentalsatzesunterbleibt, aber auch die romantisch anmutende Stimmungsmalerei,die nicht so sehr (etwa im Sinne Weberns) die Ausdeutung des Einzel-worts betreibt, sondern den erzählenden Inhalt des jeweiligen Gedichtsan sich nachzuzeichnen scheint.Trio für Violine, Viola und Violoncello op. 118Das in den Jahren 1948/49 im kalifornischen Exil komponierte Streich-trio op. 118 ist eines jener Werke, zu denen uns erfreulicherweise einedirekte Beschreibung durch den Komponisten vorliegt. Demnachbesteht es »aus fünf Abschnitten, die ohne Unterbrechung gespielt wer-den. Der erste hat den Charakter eines ersten Sonatensatzes, aber dieForm ist sehr frei behandelt. Der Ton ist leicht und spielerisch, und dieMusik beruht auf vielen Abwandlungen einer Zwölfton-Reihe, die in denersten fünf Takten exponiert wird. Der zweite Abschnitt (Larghetto) istkontrastierend, lyrisch, mit weit gespannten melodischen Linien, die inder Violine über den diffusen Klängen der beiden anderen Instrumenteerscheinen. Es folgt eine kurze Reprise des ersten Abschnittes (Alle-gretto). Der vierte Abschnitt (Adagio) betont wieder die expressivenCharaktere und kündigt die Akkorde an, die das Finale einleiten werden.Bevor dieses einsetzt, wird das Adagio von kurzen Reminiszenzen andas Allegretto unterbrochen. Der fünfte Abschnitt (Allegretto grazioso)ist ein leicht bewegtes Rondo, das sich aus den genannten Akkordenentwickelt. Eine Anspielung auf das Allegretto des Anfangs schließt dasWerk.«Trio für Violine, Klarinette und Klavier op. 108Eines der seit mehr als sechzig Jahren anhaltend meistgespielten Kam-mermusikwerke Kreneks ist das Klarinettentrio op. 108. Es entstand1946 in St. Paul, Minnesota, wo Krenek 1942–47 Professor und Leiterdes Department of Music an der Hamline University war. Auch zu die-sem Stück liegt ein kurz gefasster Einführungstext seines Autors vor:»Von den beiden Sätzen basiert der eine auf einer Zwölftonreihe, der
  6. 6. andere nicht. Wie auch immer, der wahrnehmbare Unterschied in derStimmung der zwei Sätze liegt nicht an irgendeinem Konstruktionsvor-gang, sondern am Ausdrucksgehalt. Ab und an wurden Hörer, die eini-gen Wert auf technische Problemstellungen legten und dachten, sie hät-ten einige Ahnung davon, eingeladen zu raten, welcher der beidenSätze der dodekaphone wäre. Gewöhnlich waren ihre Vermutungenfalsch, allerdings nicht unlogisch. Der erste Satz mit seinem ziemlichscharf umrissenen Aufbau, der sich um ein paar leicht erkennbareMotive dreht, scheint viel mehr auf strengste Konstruktionsprinzipienbezogen zu sein als der zweite, der viel launischer wirkt und sich voneiner Idee zur nächsten herumzutreiben scheint. Das Gegenteil istwahr. Der zweite Satz – eine Kombination aus Variations- und Rondo-Form mit einer Coda, die das Thema des ersten Satzes aufgreift –basiert auf einer Zwölftonreihe, während der erste Satz in dieser Hin-sicht ›frei‹ ist. Dies zeigt, dass eine Anwendung der Zwölftontechnikjegliche expressiven oder strukturellen Charakteristika der so behan-delten Musik weder bedingt noch ausschließt.« (Übertragung aus demEnglischen, Anm.) Angemerkt sei noch, dass Krenek selbst sein op. 108 noch im Jahrder Komposition mit keinem Geringeren als dem Geiger RudolfKolisch aus der Taufe hob, dem Schwager Schönbergs und einem dernamhaftesten Interpreten für die Werke der 2. Wiener Schule.Zeitlieder für mittlere Stimme und Streichquartett op. 215Die Zeitlieder op. 215 auf Texte von Renata Pandula entstanden 1972und sind somit der späten Schaffensperiode des Komponisten zuzuord-nen, in der er seit langem die dodekaphone Technik in die Bereiche derSerialität weiterentwickelt hatte. Dazu Matthias Schmidt (der auch inseinem Buch »Im Gefälle der Zeit« Kreneks Liedwerk detailliert unter-sucht hat) in dem Aufsatz »Erinnerungen an die Zukunft. Zum SpätwerkErnst Kreneks«: »[…] Einerseits zeigen sie zwölftönige Rotationsreihenmit exakt bemessenen Zeitproportionen und einer genau vorherbestimm-ten dynamischen und Tonhöhen-Folge, die stilistisch an serielle Verfah-rensweisen erinnern. Andererseits ist die Singstimme von den verwi-ckelten Mechanismen der Tonordnung ausgenommen, und diese selbstweisen zahlreiche aleatorische Elemente, wie unbestimmte Notenwerteoder perkussive Momente in den Streicher-Partien auf. Die Gedichte[…] thematisieren die Un(be)greifbarkeit der Zeit. Ihrer meditativen
  7. 7. Ebenmäßigkeit steht ein bruchstückhafter, in flüchtige Figuren aufge-löster Tonsatz entgegen. Neben der musikalisch schlichten Bildhaftigkeitsteht dabei ein Unterton von gespannter Sprödigkeit und Angriffslust.Der Widerstand gegen das zeitliche Verschwinden ist ebenso unbedingtvorgetragen, wie er sich selbst als vergebens ironisiert.«Triophantasie für Violine, Violoncello und Klavier op. 63Die abschließende kurze Triophantasie bildet im Rahmen dieses Pro-gramms eine geradezu nostalgisch anmutende Rückkehr in eine ver-meintlich »gute alte Zeit«: 1929 entstand in unmittelbarer Nachbar-schaft zu Kreneks anhaltend populärem Liederzyklus »Reisebuch ausden österreichischen Alpen« op. 62 die Triophantasie op. 63. Angeregtdazu wurde der Komponist durch den Pianisten (und Komponisten!)Artur Schnabel, der eine Aufführung bei gemeinsamen Trioabendenmit dem Geiger Carl Flesch und dem Cellisten Gregor Piatigorsky inBerlin in Aussicht stellte; eine Idee, die sich freilich nicht realisierte,was zur späteren überkritischen Selbsteinschätzung Kreneks beigetra-gen haben mag: »Es ist ein ganz und gar minderwertiges Stück, undindem ich es schrieb, versäumte ich eine wunderbare Gelegenheit, vondrei Künstlern ersten Ranges aufgeführt zu werden.« Nur zu gerne wird man aus der heutigen Distanz von acht Jahrzehn-ten dem Schöpfer der Musik widersprechen und sich eher jenem Kriti-ker zuneigen, der einmal die »ätherische Schönheit der Klänge« in die-sem Werk beschwor. In einem einzigen, mehrere in Tempo undCharakter unterschiedliche Abschnitte vereinenden Satz geht Kreneknur behutsam die Erweiterung funktionstonaler Bezüge an, Atonaleswird nur in wenigen Momenten musikalischer Erregung vehementerangedeutet. Wie im »Reisebuch« scheint jedoch auch hier vor allem dieBeschaulichkeit, die Ruhe und die Geborgenheit innerhalb eines alpi-nen Umfelds – fern des turbulenten Treibens einer Großstadt –beschworen zu sein. Nicht zu leugnen auch der gegen Ende durch-schimmernde feine, geradezu süßliche Ton, der den Wiener Salongeistjener Zeit zu atmen scheint. Ernst Krenek – ein Komponist zwischenden Zeiten, ein Komponist im Atem der Zeit.Christian Heindl
  8. 8. Porträt der MitwirkendenChristian Eisenbergerspielt seit seinem vierten Lebensjahr Geige, inskribierte schon mit 14Jahren an der Musikhochschule in Wien in der Klasse von Günter Pich-ler und studierte danach drei Jahre bei Ernst Kovacic. Früh begann er seine berufliche Laufbahn als erster Geiger im Jeu-nesse-Weltorchester und beim Wiener Hochschul-Symphonieorchesterunter Claudio Abbado. Internationale Konzerttätigkeit u. a. mit demKlangforum Wien, dem Concentus Musicus Wien und dem WienerKammerorchester folgte. Seit 1991 spielt er beim Chamber Orchestraof Europe und seit 1996 ist er dort ständiges Mitglied. Er arbeitete mitKünstlern wie Claudio Abbado, Martha Argerich, Nikolaus Harnoncourt,Heinz Holliger, Herbert von Karajan, Gidon Kremer, Kent Nagano, JulianRachlin, Andras Schiff und Sandor Végh zusammen. Seine kammermusikalische Tätigkeit umfasste Konzerte unter ande-rem mit Irene Grafenauer, Thomas Larcher, Till Alexander Körber,Jane Atkins sowie Christine Whittlesey. Er trat bei Festivals wie demCarinthischen Sommer, dem Klangbogen Wien und dem BrucknerfestLinz auf. Als Solist war er mit diversen internationalen Kammerorches-tern wie der Camerata Tokyo zu hören. Christian Eisenberger spielt eine Violine aus dem 19. Jahrhundertvon Joseph Hel (Paris).Íride MartínezDie international erfolgreiche Sopranistin stammt aus Costa Rica. Dortbegann sie ihre musikalische Ausbildung, bevor sie in Italien beiMirella Freni und Elio Battaglia und in Deutschland bei Wilma Lippstudierte. Sie nahm an bedeutenden Gesangswettbewerben teil, in Ita-lien etwa bei »Maria Caniglia« und in Spanien am Concurso de Cantode Bilbao. Ihr offizielles Debüt lieferte die talentierte Martínez im Jahr1994 im Teatro de la Ópera de Roma, wo sie die Rolle der Norina in»Don Pasquale« sang. Nach diesem Erfolg begannen ihre regelmäßigenAuftritte in Deutschland. Von 1995 bis 2002 war sie festes Mitglied desEnsembles der Kölner Oper. Als internationaler Karrieresprung ent-puppte sich ihr Auftritt als Viola/Cesario bei der Welt-Premiere von»Was ihr wollt« von Manfred Trojahn an der Bayerischen Staatsoper in
  9. 9. Porträt der MitwirkendenMünchen. Für diese Rolle gewann sie im Jahr 1998 den begehrten Titelals »Nachwuchstalent des Jahres«. Regelmäßige Auftritte bei den Salz-burger Festspielen folgten, sie arbeitete mit Dirigenten wie Lorin Mazel,Sir Colin Davis, Valery Gergiev, René Jacobs, Vladimir Fedosejev undvielen anderen. Im Laufe ihrer Karriere war sie bereits auf zahlreichen internationa-len Opernbühnen (Berlin, Frankfurt, Paris, Genf, Lissabon) zu sehenund trat bei renommierten Festivals wie in Glyndebourne auf. In derSpielzeit 2007 gelang ihr ein großer Triumph an der Deutschen OperBerlin in der Titelrolle von »Lucia de Lammermoor«. An der MailänderScala debütierte Íride Martínez 2008 mit einer Rolle in der Oper »1984«,komponiert und dirigiert von Lorin Maazel. Im Jahr 2005 gründete sie die Stiftung »Jovenes Cantantes M.P.«, dieSängern aus Costa Rica hilft, international arbeiten zu können. Dem-nächst wird sie ihr Debüt als Norina in »Don Pasquale« am CoventGarden Royal Opera House in London geben.Tatjana Masurenkostammt aus einer russischen Jazz-Musikerfamilie und erhielt bereits mitsechs Jahren ersten Violinunterricht. Mit elf Jahren begann sie Viola zuspielen; sie studierte in St. Petersburg zuerst an der Spezialschule fürhochbegabte Kinder und später am staatlichen Konservatorium. Zuihren Lehrern gehörten Nobuko Imai, Kim Kashkashian und AlexejLudewig. Ihre Begegnungen mit Boris Pergamenschikow, Paul Badura-Skoda und György Kurtag hatten einen wichtigen Einfluss auf ihrekünstlerische Entwicklung. Tatjana Masurenko erhielt zahlreiche inter-nationale Preise und Auszeichnungen, z. B. beim Wettbewerb LionelTertis in England oder dem Yuri Bashmet-Wettbewerb in Moskau. Sie ist regelmäßig Gastsolistin bei Orchestern in Europa, Russlandund Asien wie der NDR Radio-Philharmonie, dem Gewandhausorches-ter Leipzig oder den St. Petersburger Philharmonikern. Darüber hinauswidmet sie sich mit besonderem Engagement der Kammermusik mitPartnern wie Lars Vogt oder Christian Tetzlaff. Tatjana Masurenko wurde bei internationalen Festivals engagiert, etwabeim Marlboro Music Festival (USA), dem Schloss Moritzburg Festival(Deutschland), dem Delft Chamber Music Festival (Niederlande) und demWest Cork Chamber Music Festival (Irland). Im Bereich der zeitgenössi-schen Musik hat sie zahlreiche Werke zur Uraufführung gebracht.
  10. 10. Porträt der MitwirkendenSie produzierte Aufnahmen mit vielen deutschen Rundfunkanstalten undLabels, u. a. mit Coviello Classics, EMI und Wergo. Neben ihrer Konzerttä-tigkeit hat sie eine Professur für Viola an der Hochschule für Musik »FelixMendelssohn Bartholdy« in Leipzig inne und leitet weltweit Meisterkurse.Tatjana Masurenko spielt eine Bratsche von P. A. Testore von 1750.Dorothea Schönwiese-Guschlbauerwurde in Wien geboren. Sie studierte an der Musikhochschule in Wienbei Tobias Kühne, am Mozarteum Salzburg bei Heidi Litschauer und amRoyal Northern College of Music in Manchester bei Ralph Kirshbaum,wo sie jeweils mit Auszeichnung abschloss. Ein weiteres Studium führtesie an die Juilliard School of Music, New York. Sie spielte als Solocellistin des Gustav Mahler Jugendorchesters,war Mitglied der Camerata Salzburg unter Sandor Végh, Gastsolocellis-tin im RSO Wien und wirkt seit 1991 regelmäßig im Concentus Musi-cus Wien unter Nikolaus Harnoncourt mit. Seit 2006 spielt sie auch imChamber Orchestra of Europe und ist Solocellistin des Ensemble Prisma.Mit ihrer Tätigkeit als Kammermusikerin und Solistin war sie unteranderem bei der styriarte in Graz, den Salzburger Festspielen, den Gra-fenegger Schlosskonzerten, im Wiener Konzerthaus und bei WienModern zu hören. Sie ist Mitglied des Wiener Fortepiano Trios und desWiener Quintetts und widmet sich zusammen mit der Pianistin IngridMarsoner regelmäßig dem Repertoire für Violoncello und Klavier.Matthias Schornwurde 1982 in Salzburg geboren. Er studierte Konzertfach Klarinette ander Universität für Musik und darstellende Kunst Wien bei Johann Hindlerund besuchte mehrere Meisterkurse, u. a. bei Alois Brandhofer in Salzburg. Seine berufliche Laufbahn begann er als Klarinettist beim RSO Wien,2007 wurde er nach Stationen beim DSO Berlin und bei den MünchnerPhilharmonikern als Soloklarinettist beim Orchester der Wiener Staats-oper bzw. bei den Wiener Philharmonikern engagiert. Als Solist konzertierte er u. a. mit dem DSO Berlin, dem RSB, demGeorgischen Kammerorchester Ingolstadt, dem Bruckner Orchester Linz,den London Mozart Players, der Russischen KammerphilharmonieSt. Petersburg und der Wiener Kammerphilharmonie. Weiter wurde er inden vergangenen Jahren regelmäßig als Soloklarinettist von führendeneuropäischen Orchestern eingeladen. Neben seiner Orchestertätigkeit
  11. 11. Porträt der Mitwirkendenund den Solo-Projekten ist ihm zudem die Kammermusik ein wichtigesAnliegen, zu seinen Partnern zählen u. a. Christoph Eschenbach, DanielHope, Daniel Müller-Schott, das Minetti Quartett und das QuatourEbene. Auf der Suche nach seinem eigenen Klangideal gründete er ver-schiedene Kammermusikensembles wie das Trio Marc Chagall, dasTheophil Ensemble Wien oder das Crossover Ensemble Faltenradio. Matthias Schorn ist Jurymitglied verschiedener Wettbewerbe, leiteteine Klarinettenklasse an der Konservatorium Wien Privatuniversitätund ist künstlerischer Leiter des von ihm gegründeten Festivals Palm-Klang in Oberalm (Salzburg).Hanna Weinmeisterwurde 1969 in Salzburg geboren. Sie begann mit ihrer Ausbildung beiBruno Steinschaden am Mozarteum Salzburg. Danach studierte siezunächst bei Gerhard Schulz an der Musikhochschule Wien und in derKlasse von Zakhar Bron in Lübeck. Ab 1989 gewann sie zahlreicheinternationale Wettbewerbe. Als Solistin arbeitete sie mit Dirigenten wie Heinrich Schiff, HeinzHolliger, Franz Welser-Möst und Christian Zacharias und war unteranderem zu Gast bei den Münchner Philharmonikern, den BerlinerSymphonikern, dem Orchester der Oper Zürich und dem EnglishChamber Orchestra. Ein Schwerpunkt ihrer künstlerischen Tätigkeit liegt in der Kammer-musik und führte sie mit Musikern wie Heinrich Schiff, Leonidas Kava-kos, Gidon Kremer, Alexander Lonquich und Alexey Lubimov zusam-men. Weiterhin ist sie Mitglied des Tetzlaff Quartetts und des TrioWeinmeister. In der vergangenen Saison spielte Hanna Weinmeister unter anderembei den Salzburger Festspielen, der Schubertiade, bei den Ittinger Pfingst-konzerten und im Konzerthaus Wien. Im Jahr 2003 erschien die Einspie-lung von Ernst Kreneks Violinkonzert auf CD mit Hanna Weinmeisterals Solistin und dem Musikkollegium Winterthur unter Leitung vonHeinrich Schiff. Seit 1998 ist Hanna Weinmeister Erste Konzertmeisterin des Orches-ters der Oper Zürich und betreute von 2000 bis 2004 eine Violinklassean der Hochschule für Musik und Theater Bern. Sie spielt auf der Ben-nett Stradivarius aus dem Jahr 1692, die ihr von den Winterthurer Ver-sicherungen zur Verfügung gestellt wird.
  12. 12. Porträt der MitwirkendenSiegmund WeinmeisterDer Dirigent und Pianist wurde in Salzburg geboren. Er studierte an derHochschule für Musik und Darstellende Kunst Mozarteum SalzburgKlavier und Dirigieren bei Künstlern wie Michael Gielen, NikolausHarnoncourt und Dmitri Bashkirow. Für seine Abschlussproduktionvon Mozarts »Cosí fan tutte« wurde er mit der »Bernhard PaumgartnerMedaille« ausgezeichnet. Stationen der künstlerischen Entwicklung waren die Assistenz beiLorin Maazel und Heinz Holliger bei den Salzburger Festspielen.Außerdem war er als Dirigent in Deutschland tätig, unter anderem alsstellvertretender Generalmusikdirektor in Kaiserslautern. Seit 2004 ister Vizepräsident der Stiftung Jovenes Cantantes M.P., seit 2006 »diret-tore artistico« des Santa Vittoria Festivals und seit 2008 musikalischerLeiter des Ernst Krenek Ensembles. Auftritte bei den Salzburger Fest-spielen, dem Schleswig Holstein Musik-Festival, der MozartwocheSalzburg, dem Konzerthaus Berlin, dem Konzerthaus Wien, der AltenOper Frankfurt, dem Gewandhaus Leipzig. Dirigierte u. a. die KölnerPhilharmoniker, die Staatsphilharmonie Rheinland Pfalz, die CamerataAcademica Salzburg, das Mozarteumorchester, das Orchestre Lamo-reux Paris sowie das Northern Sinfonia Orchestra Newcastle und kanndabei auf mehrere CD-Einspielungen verweisen.IMPRESSUMHerausgeber Konzerthaus BerlinIntendant Prof. Dr. Sebastian NordmannRedaktion Jens SchubbeTitelfotografie Christian NielingerAbbildung Ernst Krenek InstitutReinzeichnung und Herstellung REIHER Grafikdesign & Druck2,00 €Die Intendanz möchte darauf hinweisen, dass das Fotografieren sowie die Nutzungton- und videotechnischer Geräte nicht zulässig sind.

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