Social Web und gesellschaftspolitische Utopien Mag. David Röthler politik.netzkompetenz.at Stand:  09.06.09
 
Utopie οὐτοπία  utopía  „die Nicht-Örtlichkeit“ der wünschenswerte Zustand der Welt/eines Staates Synonym für optimistisch-fantastische Ideale  Utopien sind üblicherweise nicht sofort realisierbar
Mit jeder Innovation im Bereich der Telekommunikation wurden gesellschaftliche Utopien verknüpft: Aus der Transatlantikverkabelung der 1860er Jahre und dem Ausbau der Telegrafie wurde eine "technisch gestützte Eintracht der Völker dieser Welt, mit der Aussicht auf nichts weniger als den Weltfrieden" abgeleitet, wie Frank Hartmann in seinem Buch "Globale Medienkultur" schreibt.
Internet-Utopien die Utopie einer weltweiten Gemeinschaft durch das Internet ->Globales Dorf die Informationsgesellschaft wird irgendwann einmal alle Menschen gleicher und freier machen Neue Produktionsweisen jenseits des Kapitalismus
 
 
 
Bertolt Brecht 1927/1932 ein Vorschlag zur Umfunktionierung des Rundfunks:  „Der Rundfunk ist aus einem  Distributionsapparat  in einen  Kommunikationsapparat  zu verwandeln.
Bertolt Brecht 1927/1932 „ Der Rundfunk wäre der denkbar großartigste Kommunikationsapparat des öffentlichen Lebens, ein ungeheures Kanalsystem, das heißt, er wäre es, wenn er es verstünde, nicht nur auszusenden, sondern auch zu empfangen, also den Zuhörer  nicht nur zu hören, sondern auch sprechen zu machen und ihn nicht zu isolieren, sondern ihn auch in Beziehung zu setzen. Der Hörfunk könnte den Austausch, Gespräche, Debatten und Dispute ermöglichen.“
Neue Gesellschaftsformen durch Medien Brecht war überzeugt, dass Medien positive gesellschaftliche Veränderungen hervorrufen können. „ Undurchführbar in dieser Gesellschaftsordnung, durchführbar in einer anderen, dienen die Vorschläge, welche doch nur eine natürliche Konsequenz der technischen Entwicklung bilden, der Propagierung und Form dieser anderen Ordnung. [...]“
 
 
Ist die Utopie von Brecht Realität geworden?
Hans Magnus Enzensberger „ Die neuen Medien sind ihrer Struktur nach egalitär. (Kursbuch 20/1970: 167)“ „  Die elektronische Technik kennt keinen prinzipiellen Gegensatz von Sender und Empfänger. Jedes Transistorradio ist, von seinem Bauprinzip her, zugleich ein potentieller Sender. (Kursburch 20/1970: 160)“ „ Repressiver Mediengebrauch“ „ zentral gesteuertes Programm mit einem Sender und vielen Empfängern“ Konsumenten passivisiert und entpolitisiert
„ emanzipatorischer Mediengebrauch“ Mediengeräte nicht reine Konsumtionsmittel „  Sie sind im Prinzip immer zugleich Produktionsmittel, und zwar, da sie sich in den Händen der Massen befinden, sozialisierte Produktionsmittel. (Kursbuch 20/1970: 168)“ „  Tonbandgeräte, Bild- und Schmalfilmkameras befinden sich heute schon in weitem Umfang im Besitz der Lohnabhängigen. Es ist zu fragen, warum diese Produktionsmittel nicht massenhaft [...] in allen gesellschaftlichen Konfliktsituationen auftauchen. (Kursbuch 20/1970: 170)“
„ Kalifornische Ideologie“ Mit viel Pathos verkündete John Perry Barlow 1996 die „Unabhängigkeit des Cyberspace“ (Barlow 1996) Kalifornische Ideologie glaubt, dass der technologische Fortschritt liberale Prinzipien unweigerlich zu einer gesellschaftlichen Tatsache machen werde.
Unabhängigkeitserklärung des Cyberspace „ Regierungen der industriellen Welt, Ihr müden Giganten aus Fleisch und Stahl, ich komme aus dem Cyberspace, der neuen Heimat des Geistes. Im Namen der Zukunft bitte ich Euch, Vertreter einer vergangenen Zeit: Laßt uns in Ruhe! Ihr seid bei uns nicht willkommen. Wo wir uns versammeln, besitzt Ihr keine Macht“
Projekt Oekonux Eine wichtige Frage ist, ob die Prinzipien der Entwicklung Freier Software eine neue Ökonomie begründen können, die als Grundlage für eine neue Gesellschaft dienen könnte. http://www.oekonux.de/
Frei? Freie Medieninhalte  (Creative Commons) Freies Wissen (Wikipedia) Freie Software (Open Source) Freies Geld (Open Money) Freibier?
Wie verändert sich Gesellschaft? Politik Bildung Journalismus Hierarchien Transparenz Partizipation Kulturen der Kooperation
Dystopie George Orwell: „1984“ „ Der Große Bruder ist unfehlbar und allmächtig.  Jeder Erfolg, jede Leistung, jeder Sieg, jede wissenschaftliche Entdeckung, alles Wissen, alle Weisheit, alles Glück, alle Tugend werden unmittelbar seiner Führerschaft und Eingebung zugeschrieben. Niemand hat je den Großen Bruder gesehen. Er ist ein Gesicht an den Litfaßsäulen, eine Stimme am Televisor. (Orwell 1950, 190)“
 
50% der indischen Frauen sind Analphabetinnen
 
Medienkompetenz
Realität Überwachung Digital Divide Medienkompetenz Kommunikationskulturen
Realität Macht bei Regierungen und Konzernen Aber Ambiguität Menschen sind in einer stärkeren Position als je zuvor
Politische Relevanz Hoffnung auf Wiederaneignung des politischen Prozesses durch die BürgerInnen mit Unterstützung durch die neuen Technologien Eröffnung von Handlungsmöglichkeiten
Aber Barrieren aufgrund unterschiedlicher Ressourcenausstattung Zeit Artikulationsfähigkeit Digital Literacy Fähigkeit zum Umgang mit Kritik … Umsetzung der Ergebnisse von Beteiligungsverfahren?
Beispiele
 
 
Wirkliche Teilhabe oder schmückendes Beiwerk?
 
 
 
 
 
 
 
 
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Utopien Web20 Version April2009

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    Social Web undgesellschaftspolitische Utopien Mag. David Röthler politik.netzkompetenz.at Stand: 09.06.09
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    Utopie οὐτοπία  utopía „die Nicht-Örtlichkeit“ der wünschenswerte Zustand der Welt/eines Staates Synonym für optimistisch-fantastische Ideale Utopien sind üblicherweise nicht sofort realisierbar
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    Mit jeder Innovationim Bereich der Telekommunikation wurden gesellschaftliche Utopien verknüpft: Aus der Transatlantikverkabelung der 1860er Jahre und dem Ausbau der Telegrafie wurde eine "technisch gestützte Eintracht der Völker dieser Welt, mit der Aussicht auf nichts weniger als den Weltfrieden" abgeleitet, wie Frank Hartmann in seinem Buch "Globale Medienkultur" schreibt.
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    Internet-Utopien die Utopieeiner weltweiten Gemeinschaft durch das Internet ->Globales Dorf die Informationsgesellschaft wird irgendwann einmal alle Menschen gleicher und freier machen Neue Produktionsweisen jenseits des Kapitalismus
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    Bertolt Brecht 1927/1932ein Vorschlag zur Umfunktionierung des Rundfunks: „Der Rundfunk ist aus einem Distributionsapparat in einen Kommunikationsapparat zu verwandeln.
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    Bertolt Brecht 1927/1932„ Der Rundfunk wäre der denkbar großartigste Kommunikationsapparat des öffentlichen Lebens, ein ungeheures Kanalsystem, das heißt, er wäre es, wenn er es verstünde, nicht nur auszusenden, sondern auch zu empfangen, also den Zuhörer nicht nur zu hören, sondern auch sprechen zu machen und ihn nicht zu isolieren, sondern ihn auch in Beziehung zu setzen. Der Hörfunk könnte den Austausch, Gespräche, Debatten und Dispute ermöglichen.“
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    Neue Gesellschaftsformen durchMedien Brecht war überzeugt, dass Medien positive gesellschaftliche Veränderungen hervorrufen können. „ Undurchführbar in dieser Gesellschaftsordnung, durchführbar in einer anderen, dienen die Vorschläge, welche doch nur eine natürliche Konsequenz der technischen Entwicklung bilden, der Propagierung und Form dieser anderen Ordnung. [...]“
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    Ist die Utopievon Brecht Realität geworden?
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    Hans Magnus Enzensberger„ Die neuen Medien sind ihrer Struktur nach egalitär. (Kursbuch 20/1970: 167)“ „ Die elektronische Technik kennt keinen prinzipiellen Gegensatz von Sender und Empfänger. Jedes Transistorradio ist, von seinem Bauprinzip her, zugleich ein potentieller Sender. (Kursburch 20/1970: 160)“ „ Repressiver Mediengebrauch“ „ zentral gesteuertes Programm mit einem Sender und vielen Empfängern“ Konsumenten passivisiert und entpolitisiert
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    „ emanzipatorischer Mediengebrauch“Mediengeräte nicht reine Konsumtionsmittel „ Sie sind im Prinzip immer zugleich Produktionsmittel, und zwar, da sie sich in den Händen der Massen befinden, sozialisierte Produktionsmittel. (Kursbuch 20/1970: 168)“ „ Tonbandgeräte, Bild- und Schmalfilmkameras befinden sich heute schon in weitem Umfang im Besitz der Lohnabhängigen. Es ist zu fragen, warum diese Produktionsmittel nicht massenhaft [...] in allen gesellschaftlichen Konfliktsituationen auftauchen. (Kursbuch 20/1970: 170)“
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    „ Kalifornische Ideologie“Mit viel Pathos verkündete John Perry Barlow 1996 die „Unabhängigkeit des Cyberspace“ (Barlow 1996) Kalifornische Ideologie glaubt, dass der technologische Fortschritt liberale Prinzipien unweigerlich zu einer gesellschaftlichen Tatsache machen werde.
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    Unabhängigkeitserklärung des Cyberspace„ Regierungen der industriellen Welt, Ihr müden Giganten aus Fleisch und Stahl, ich komme aus dem Cyberspace, der neuen Heimat des Geistes. Im Namen der Zukunft bitte ich Euch, Vertreter einer vergangenen Zeit: Laßt uns in Ruhe! Ihr seid bei uns nicht willkommen. Wo wir uns versammeln, besitzt Ihr keine Macht“
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    Projekt Oekonux Einewichtige Frage ist, ob die Prinzipien der Entwicklung Freier Software eine neue Ökonomie begründen können, die als Grundlage für eine neue Gesellschaft dienen könnte. http://www.oekonux.de/
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    Frei? Freie Medieninhalte (Creative Commons) Freies Wissen (Wikipedia) Freie Software (Open Source) Freies Geld (Open Money) Freibier?
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    Wie verändert sichGesellschaft? Politik Bildung Journalismus Hierarchien Transparenz Partizipation Kulturen der Kooperation
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    Dystopie George Orwell:„1984“ „ Der Große Bruder ist unfehlbar und allmächtig. Jeder Erfolg, jede Leistung, jeder Sieg, jede wissenschaftliche Entdeckung, alles Wissen, alle Weisheit, alles Glück, alle Tugend werden unmittelbar seiner Führerschaft und Eingebung zugeschrieben. Niemand hat je den Großen Bruder gesehen. Er ist ein Gesicht an den Litfaßsäulen, eine Stimme am Televisor. (Orwell 1950, 190)“
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    50% der indischenFrauen sind Analphabetinnen
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    Realität Überwachung DigitalDivide Medienkompetenz Kommunikationskulturen
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    Realität Macht beiRegierungen und Konzernen Aber Ambiguität Menschen sind in einer stärkeren Position als je zuvor
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    Politische Relevanz Hoffnungauf Wiederaneignung des politischen Prozesses durch die BürgerInnen mit Unterstützung durch die neuen Technologien Eröffnung von Handlungsmöglichkeiten
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    Aber Barrieren aufgrundunterschiedlicher Ressourcenausstattung Zeit Artikulationsfähigkeit Digital Literacy Fähigkeit zum Umgang mit Kritik … Umsetzung der Ergebnisse von Beteiligungsverfahren?
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    Wirkliche Teilhabe oderschmückendes Beiwerk?
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    Kontakt Mag. DavidRöthler, http://davidroethler.mp/ mobil +43 664 2139427 skype d.roethler Online-Raum http://proj.emea.acrobat.com/david/ Email [email_address]   http://politik.netzkompetenz.at www.projektkompetenz.eu http://blog.eu.info.at http://twitter.com/davidroethler http://friendfeed.com/davidroethler www.xing.com/profile/David_Roethler http://de-de.facebook.com/people/David_Rothler/506043195