„ Web 2.0 für Fortgeschrittene“ Dr. Jan-Hinrik Schmidt Wissenschaftlicher Referent  für digitale interaktive Medien  und politische Kommunikation Berlin, März 2011
Worüber spreche ich heute? Teil 1 – Web 2.0-Grundprinzipien und politisches Handeln Web 2.0-Prinzipien: Produsage und die Konvergenz von Konversation & Publikation  Wandel von Öffentlichkeit: Die Revolutionen in Nordafrika Neue Akteure und alte Medien: Wikileaks und Guttenplag Ausblick: Verallgegenwärtigung des Internets und neue Intermediäre
Web 2.0-Praktiken Anwendungen des Web 2.0 (oder: Social Web) senken die technischen Hürden für zahlreiche Aktivitäten Nutzung des Internet ist Teil umfassender gesellschaftlicher Praktiken Bewerten eines YouTube-Videos Bestätigen einer Kontaktanfrage auf Facebook Blogeintrag über den Guttenberg-Rücktritt Beispiel Wie orientiere ich mich in der Welt? Welche Position habe ich in meiner sozialen Umwelt? Wer bin ich? Kernfrage Informations-management Beziehungs-management Identitäts-management Aktivität Sach-auseinandersetzung Sozial-auseinandersetzung Selbst-auseinandersetzung Gesellschaftliche Praxis
Konvergenz von Konversation und Publikation Web 2.0 schafft einen neuen Typ von Öffentlichkeit: In persönlichen Öffentlichkeiten… (a)  werden Informationen   nach Kriterien der persönlichen Relevanz ausgewählt , [anstatt nach journalistischen Nachrichtenfaktoren] (b)  richtet   man   sich an ein (intendiertes) Publikum, das aus sozialen Kontakten besteht , [anstatt des verstreuten, unbekannten, unverbundenen Publikums der Massenmedien] (c)  und befindet sich im Kommunikationsmodus des „Konversation betreibens“. [anstatt im Modus des „Publizierens“]
Konvergenz von Konversation und Publikation In persönlichen Öffentlichkeiten verschwimmt die Trennung zwischen den „Sender“- und „Empfänger“-Rollen, die die Massenkommunikation kennzeichnen Twitter, Facebook u.ä. Angebote haben Konzept des „streams“ popularisiert  – der konstante Informationsfluss, der an die Seite bzw. Stelle von statischem Text tritt
Konvergenz von Konversation und Publikation Die Grenzen zwischen journalistischen und „Laien“-Öffentlichkeiten werden fließender,… …  nicht so sehr, weil Nutzer als Urheber von Informationen auftreten („user-generated content“), … sondern vor allem, weil Nutzer als Filter bzw. Multiplikatoren innerhalb ihrer sozialen Netzwerke agieren Persönliche Öffentlichkeiten machen professionellen Journalismus nicht überflüssig, sondern lassen „nur“ sein Monopol auf das Auswählen, Aufbereiten und öffentliche zur-Verfügung-Stellen von Informationen verschwinden    Diese Konvergenz von Konversation & Publikation wird zukünftig die Art und Weise prägen, wie wir uns individuell informieren und gesellschaftlich beobachten/verständigen http://www.flickr.com/photos/axels_bilder/1267008046/
Leitbilder der Produsage Das Web 2.0 lässt Grenzen zwischen Anbietern und Nutzern, zwischen „production“ und „usage“ verschwimmen    „produsage“ Vier Prinzipien: Offenheit und Kollaboration  Strukturiert, aber nicht strikt hierarchisch  Prozesse statt Produkte  Individueller Beitrag ohne individueller Besitz  [Modifizierte Fassung der Prinzipien von Produsage (nach Bruns 2009)]
Gliederung Teil 1 – Web 2.0-Grundprinzipien und politisches Handeln Web 2.0-Prinzipien: Produsage und die Konvergenz von Konversation & Publikation   Wandel von Öffentlichkeit: Die Revolutionen in Nordafrika Neue Akteure und alte Medien: Wikileaks und Guttenplag Ausblick: Verallgegenwärtigung des Internets und neue Intermediäre
Wandel von Öffentlichkeit Rolle des Internets für sozialen Wandel wird kontrovers diskutiert „ Cyberoptimistische Position“:  Internet ermöglicht bzw. begünstigt demokratisierende Tendenzen, weil es Mobilisierung und Koordination an zentralisierten Machtstrukturen vorbei unterstützt  „ Cyberpessimistische Position“:  Internet ist Instrument der Überwachung und Kontrolle, noch dazu in der Hand von kommerziell orientierten Firmen, denen es primär um Profit, allenfalls sekundär um Demokratisierung ginge Für den Ablauf von sozialem Wandel im Allgemeinen und politischen Umstürzen im Speziellen sind Kommunikationsmedien bzw. die Strukturen des Mediensystems zwar eine wichtige, aber nicht die einzig entscheidende Rahmenbedingung Französische Revolution: Zeitungen, Vignetten, Flugblätter Februarrevolution Russland: Telegraphie Iranische Revolution: Transistorradios, Kassettenrekorder
Wandel von Öffentlichkeit Demonstrationen / Revolutionen in Nordafrika wurden auch als „Twitter-Revolution“ bzw. „Facebook-Revolution“ bezeichnet Begünstigende Faktoren:  Rasche, schneeballartiges Verbreiten von Informationen über Facebook und Twitter Dokumentieren und (mit)teilen der Geschehnisse vor Ort via mobile Geräte Erzeugen einer transnationalen Öffentlichkeit für Ereignisse – auch weil etabliert-professionelle Medien auf nutzergenerierte Inhalte zurückgreifen
Videoempfehlung: Evgeny Morozov / RSA Animate http://www.youtube.com/watch?v=Uk8x3V-sUgU
Gliederung Teil 1 – Web 2.0-Grundprinzipien und politisches Handeln Web 2.0-Prinzipien: Produsage und die Konvergenz von Konversation & Publikation   Wandel von Öffentlichkeit: Die Revolutionen in Nordafrika Neue Akteure und alte Medien: Wikileaks und Guttenplag Ausblick: Verallgegenwärtigung des Internets und neue Intermediäre
WikiLeaks: Die Zukunft des investigativen Journalismus?
Wikileaks Wikileaks (keine Verbindung zur Wikipedia!) ist seit Oktober 2006 online Non-profit-Organisation, die eine Plattform für Dokumente, Unterlagen, Informationen bietet, die von „whistleblowers“ (Informanten; Hinweisgeber) geliefert werden „ We publish material of ethical, political and historical significance while keeping the identity of our sources anonymous, thus providing a universal way for the revealing of suppressed and censored injustices.“ Wesentliche Dokumentsammlungen der jüngeren Zeit: „ Afghan War Diary“ ~77.000 (von ~91.000 vorliegenden) interne Dokumente der US-Armee zum Afghanistan-Krieg zwischen 2004 und 2009 „ Iraq War Logs“ ~400.000 „Field Reports“ der US-Armee zum Krieg im Irak zwischen 2004 und 2009 „ Cablegate“ diplomatische Noten, die zwischen 1966 und 2010 von amerikanischen Botschaften an das State Department geschickt wurden ~250.000 Dokumente, davorn ~15.600 als geheim klassifiziert
Beispiel
Neue und alte Medien Insbesondere die umfangreichen Dokumentsammlungen auf WikiLeaks werden in Medienpartnerschaften journalistisch aufbereitet (z.B. Spiegel, Guardian, New York Times, El Pais, Le Monde)
Aufbereitung von WikiLeaks-Daten http://www.guardian.co.uk/world/datablog/interactive/2010/oct/23/wikileaks-iraq-deaths-map
Kollaborative Plagiat-Jagd: Das Guttenplag-Wiki http://de.guttenplag.wikia.com/wiki/Guttenberg-2006/129
Kollaborative Plagiat-Jagd: Das Guttenplag-Wiki Quelle: http://de.guttenplag.wikia.com/wiki/Plagiate
Guttenplag in den Medien http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,748358,00.html http://tinyurl.com/4nxud95
Guttenberg in den sozialen Medien
Gliederung Teil 1 – Web 2.0-Grundprinzipien und politisches Handeln Web 2.0-Prinzipien: Produsage und die Konvergenz von Konversation & Publikation   Wandel von Öffentlichkeit: Die Revolutionen in Nordafrika Neue Akteure und alte Medien: Wikileaks und Guttenplag Ausblick: Verallgegenwärtigung des Internets und neue Intermediäre
Ausblick: Verallgegenwärtigung des Internets Die Möglichkeiten, auf das Netz zuzugreifen, werden sich absehbar noch vergrössern Modelle des „cloud computing“ ermöglichen es, von beliebigen Zugangsgeräten auf Daten und Programme zugreifen zu können Der Zugang zum Internet über mobile Endgeräte wird sich weiter verbreiten, wobei die geographische Position des Nutzers (bewusst oder unbewusst) übertragen wird Hinzu wird eine wachsende Zahl von „intelligenten“ Alltagsgegenständen kommen, die z.B. über RFID-Chips an Datennetze angeschlossen sein werden Bildnachweis:  Aram Bartholl (http://www.flickr.com/photos/bartholl/343077004/)  Gary Hayes (http://www.flickr.com/photos/garyhayes/4502026170/) Jared Earle (http://www.flickr.com/photos/jaredearle/4675262184/)
Ausblick: Verallgegenwärtigung des Internets Eine solche „Mobilisierung“ und Verallgegen-wärtigung des Internets wird eine Reihe von Folgen nach sich ziehen, darunter… …  die Notwendigkeit, Angebote und Inhalte für veränderte Rezeptionssituationen anzupassen (z.B. „Handy-TV“) …  eine stärkere Anpassung von Inhalten und Angeboten an Standort oder Umgebung der Nutzer – für zweckgerichtete oder auch spielerische Nutzung  …  weitere Debatten über Datenschutz und Überwachung, die unter Bedingungen des „ubiquitious computing“ bzw. „pervasive computing“ gesellschaftlich neu geregelt werden müssen Bildnachweis:  Aram Bartholl (http://www.flickr.com/photos/bartholl/343077004/)  Gary Hayes (http://www.flickr.com/photos/garyhayes/4502026170/) Jared Earle (http://www.flickr.com/photos/jaredearle/4675262184/)
Ausblick: Neue Intermediäre Beide Entwicklungen - sowohl der Struktur-wandel von Öffentlichkeit als auch die Verallgegenwärtigung des Internets – beinhalten Prozesse der Dezentralisierung, aber auch der Re-Zentralisierung Viele Bereiche des Internets zeichnen sich durch dezentrale und lose Organisationsstrukturen aus, in denen Wissens- und Kulturgüter (oft ohne kommerzielle Motivation) geschaffen und geteilt werden Gleichzeitig kommen aber auch neue Intermediäre ins Spiel, die Informationen und Aufmerksamkeit nach ökonomischen und/oder technischen Kriterien kanalisieren
Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! Dr. Jan-Hinrik Schmidt Hans-Bredow-Institut Warburgstr. 8-10, 20354 Hamburg [email_address] www.hans-bredow-institut.de www.schmidtmitdete.de www.dasneuenetz.de
Literaturempfehlungen Heranwachsen mit dem Social Web Das neue Netz  „ Politik Digital“  (Christoph Bieber) „ From Production to Produsage“  (Axel Bruns) „ Emergenz digitaler Öffentlichkeiten“  (Stefan Münker) „ A Private Sphere“ (Zizi Papacharissi)
Die FES im Web 2.0 (Stand: 18.3.2011) Youtube: FES seit März 2009 45.722 Aufrufe insgesamt Zum Vergleich:  KAS: 22.065 Aufrufe insgesamt Böll: 34.535 Aufrufe insgesamt Naumann: 173.203 Aufrufe insgesamt  Facebook: FES seit Juli 2009 aktuell 6.652 Fans  Zum Vergleich: KAS: 3.895 Fans Böll: 3.778 Fans Naumann (Gruppe): 1.044 Mitglieder Twitter: FES seit Juni 2010 729 Follower, 942 Tweets Zum Vergleich: KAS (11/2007): 1.065 / 924 Böll (09/2009): 2.328 / 1.536 Naumann (08/2009): 643 / 332
Weiterführende Literatur Benkler, Yochai (2006): The Wealth of Networks. How social production transforms markets and freedom.  New Haven/London. Bruns, Axel (2008): Blogs, Wikipedia, Second Life, and beyond. From production to produsage. New York. Jenkins, Henry (2006): Convergence Culture. Where old and new media collide. New York. Münker, Stefan (2009): Emergenz digitaler Öffentlichkeiten – Die Sozialen Medien im Web 2.0. Frankfurt a.M.  Neuberger, Christoph/Christian Nuernbergk/Melanie Rischke (Hg.) (2009): Journalismus im Internet. Profession – Partizipation – Technisierung. Wiesbaden.  Papacharissi, Zizi (2010): A private sphere. Democracy in a digital age. Cambridge. Schmidt, Jan (2009): Das neue Netz. Merkmale, Praktiken und Konsequenzen des Web 2.0. Konstanz. Schmidt, Jan/Ingrid Paus-Hasebrink/Uwe Hasebrink (Hrsg.) (2009): Heranwachsen mit dem Social Web. Berlin . Solove, Daniel (2006): The Digital Person: Technology and Privacy in the Information Age. Cambridge.
Teil 2 - Jenseits der Standard-Anwendungen Monitoring von Themen und Diskussionen Gemeinsames Erstellen von Texten Livestreams
Monitoring von Themen und Diskussionen
 
Monitoring von Themen und Diskussionen
Monitoring von Themen und Diskussionen
Weiterführende Links: Monitoring http://backtweets.com/ Zeigt Tweets die auf bestimmte URLs verweisen http://trendistic.com/ http://www.blogpulse.com/ Suchmaschine für Blogs http://twitterwallr.com Einfach eine eigene Twitterwall einrichten http://socialmediatoday.com/SMC/192464 Beschreibung von 20 Tools zum Twitter-Monitoring
Gemeinsames Erstellen von Texten: Etherpad
Gemeinsames Erstellen von Texten: Etherpad
Gemeinsames Erstellen von Mindmap: Mindmeister.com
Weiterführende Links: Kollaboratives Text-Erstellen http://etherpad.org  Homepage der Entwickler von Etherpad http://typewith.me  Hosting von Etherpad-Dokumenten http://ietherpad.com Hosting von Etherpad-Dokumenten http://www.mindmeister.com/de einzeln oder kollaborativ MindMaps erstellen (Registrierung nötig)
Livestreams: Ustream.tv
Livestreams: Ustream.tv
Livestreams: Slideshare
Livestreams: Slideshare
Livestreams
Weiterführende Links: Livestreams http://www.ustream.tv/ Plattform für eigene Livestreams http://www.slideshare.net/ „YouTube für Präsentationen“ mit integrierter Lifestream-Möglichkeit  http://www.youtube.com/my_webcam Aufzeichnen von Videos via Webcam

Web20 fortgeschrittene 2011_berlin

  • 1.
    „ Web 2.0für Fortgeschrittene“ Dr. Jan-Hinrik Schmidt Wissenschaftlicher Referent für digitale interaktive Medien und politische Kommunikation Berlin, März 2011
  • 2.
    Worüber spreche ichheute? Teil 1 – Web 2.0-Grundprinzipien und politisches Handeln Web 2.0-Prinzipien: Produsage und die Konvergenz von Konversation & Publikation Wandel von Öffentlichkeit: Die Revolutionen in Nordafrika Neue Akteure und alte Medien: Wikileaks und Guttenplag Ausblick: Verallgegenwärtigung des Internets und neue Intermediäre
  • 3.
    Web 2.0-Praktiken Anwendungendes Web 2.0 (oder: Social Web) senken die technischen Hürden für zahlreiche Aktivitäten Nutzung des Internet ist Teil umfassender gesellschaftlicher Praktiken Bewerten eines YouTube-Videos Bestätigen einer Kontaktanfrage auf Facebook Blogeintrag über den Guttenberg-Rücktritt Beispiel Wie orientiere ich mich in der Welt? Welche Position habe ich in meiner sozialen Umwelt? Wer bin ich? Kernfrage Informations-management Beziehungs-management Identitäts-management Aktivität Sach-auseinandersetzung Sozial-auseinandersetzung Selbst-auseinandersetzung Gesellschaftliche Praxis
  • 4.
    Konvergenz von Konversationund Publikation Web 2.0 schafft einen neuen Typ von Öffentlichkeit: In persönlichen Öffentlichkeiten… (a) werden Informationen nach Kriterien der persönlichen Relevanz ausgewählt , [anstatt nach journalistischen Nachrichtenfaktoren] (b) richtet man sich an ein (intendiertes) Publikum, das aus sozialen Kontakten besteht , [anstatt des verstreuten, unbekannten, unverbundenen Publikums der Massenmedien] (c) und befindet sich im Kommunikationsmodus des „Konversation betreibens“. [anstatt im Modus des „Publizierens“]
  • 5.
    Konvergenz von Konversationund Publikation In persönlichen Öffentlichkeiten verschwimmt die Trennung zwischen den „Sender“- und „Empfänger“-Rollen, die die Massenkommunikation kennzeichnen Twitter, Facebook u.ä. Angebote haben Konzept des „streams“ popularisiert – der konstante Informationsfluss, der an die Seite bzw. Stelle von statischem Text tritt
  • 6.
    Konvergenz von Konversationund Publikation Die Grenzen zwischen journalistischen und „Laien“-Öffentlichkeiten werden fließender,… … nicht so sehr, weil Nutzer als Urheber von Informationen auftreten („user-generated content“), … sondern vor allem, weil Nutzer als Filter bzw. Multiplikatoren innerhalb ihrer sozialen Netzwerke agieren Persönliche Öffentlichkeiten machen professionellen Journalismus nicht überflüssig, sondern lassen „nur“ sein Monopol auf das Auswählen, Aufbereiten und öffentliche zur-Verfügung-Stellen von Informationen verschwinden  Diese Konvergenz von Konversation & Publikation wird zukünftig die Art und Weise prägen, wie wir uns individuell informieren und gesellschaftlich beobachten/verständigen http://www.flickr.com/photos/axels_bilder/1267008046/
  • 7.
    Leitbilder der ProdusageDas Web 2.0 lässt Grenzen zwischen Anbietern und Nutzern, zwischen „production“ und „usage“ verschwimmen  „produsage“ Vier Prinzipien: Offenheit und Kollaboration Strukturiert, aber nicht strikt hierarchisch Prozesse statt Produkte Individueller Beitrag ohne individueller Besitz [Modifizierte Fassung der Prinzipien von Produsage (nach Bruns 2009)]
  • 8.
    Gliederung Teil 1– Web 2.0-Grundprinzipien und politisches Handeln Web 2.0-Prinzipien: Produsage und die Konvergenz von Konversation & Publikation Wandel von Öffentlichkeit: Die Revolutionen in Nordafrika Neue Akteure und alte Medien: Wikileaks und Guttenplag Ausblick: Verallgegenwärtigung des Internets und neue Intermediäre
  • 9.
    Wandel von ÖffentlichkeitRolle des Internets für sozialen Wandel wird kontrovers diskutiert „ Cyberoptimistische Position“: Internet ermöglicht bzw. begünstigt demokratisierende Tendenzen, weil es Mobilisierung und Koordination an zentralisierten Machtstrukturen vorbei unterstützt „ Cyberpessimistische Position“: Internet ist Instrument der Überwachung und Kontrolle, noch dazu in der Hand von kommerziell orientierten Firmen, denen es primär um Profit, allenfalls sekundär um Demokratisierung ginge Für den Ablauf von sozialem Wandel im Allgemeinen und politischen Umstürzen im Speziellen sind Kommunikationsmedien bzw. die Strukturen des Mediensystems zwar eine wichtige, aber nicht die einzig entscheidende Rahmenbedingung Französische Revolution: Zeitungen, Vignetten, Flugblätter Februarrevolution Russland: Telegraphie Iranische Revolution: Transistorradios, Kassettenrekorder
  • 10.
    Wandel von ÖffentlichkeitDemonstrationen / Revolutionen in Nordafrika wurden auch als „Twitter-Revolution“ bzw. „Facebook-Revolution“ bezeichnet Begünstigende Faktoren: Rasche, schneeballartiges Verbreiten von Informationen über Facebook und Twitter Dokumentieren und (mit)teilen der Geschehnisse vor Ort via mobile Geräte Erzeugen einer transnationalen Öffentlichkeit für Ereignisse – auch weil etabliert-professionelle Medien auf nutzergenerierte Inhalte zurückgreifen
  • 11.
    Videoempfehlung: Evgeny Morozov/ RSA Animate http://www.youtube.com/watch?v=Uk8x3V-sUgU
  • 12.
    Gliederung Teil 1– Web 2.0-Grundprinzipien und politisches Handeln Web 2.0-Prinzipien: Produsage und die Konvergenz von Konversation & Publikation Wandel von Öffentlichkeit: Die Revolutionen in Nordafrika Neue Akteure und alte Medien: Wikileaks und Guttenplag Ausblick: Verallgegenwärtigung des Internets und neue Intermediäre
  • 13.
    WikiLeaks: Die Zukunftdes investigativen Journalismus?
  • 14.
    Wikileaks Wikileaks (keineVerbindung zur Wikipedia!) ist seit Oktober 2006 online Non-profit-Organisation, die eine Plattform für Dokumente, Unterlagen, Informationen bietet, die von „whistleblowers“ (Informanten; Hinweisgeber) geliefert werden „ We publish material of ethical, political and historical significance while keeping the identity of our sources anonymous, thus providing a universal way for the revealing of suppressed and censored injustices.“ Wesentliche Dokumentsammlungen der jüngeren Zeit: „ Afghan War Diary“ ~77.000 (von ~91.000 vorliegenden) interne Dokumente der US-Armee zum Afghanistan-Krieg zwischen 2004 und 2009 „ Iraq War Logs“ ~400.000 „Field Reports“ der US-Armee zum Krieg im Irak zwischen 2004 und 2009 „ Cablegate“ diplomatische Noten, die zwischen 1966 und 2010 von amerikanischen Botschaften an das State Department geschickt wurden ~250.000 Dokumente, davorn ~15.600 als geheim klassifiziert
  • 15.
  • 16.
    Neue und alteMedien Insbesondere die umfangreichen Dokumentsammlungen auf WikiLeaks werden in Medienpartnerschaften journalistisch aufbereitet (z.B. Spiegel, Guardian, New York Times, El Pais, Le Monde)
  • 17.
    Aufbereitung von WikiLeaks-Datenhttp://www.guardian.co.uk/world/datablog/interactive/2010/oct/23/wikileaks-iraq-deaths-map
  • 18.
    Kollaborative Plagiat-Jagd: DasGuttenplag-Wiki http://de.guttenplag.wikia.com/wiki/Guttenberg-2006/129
  • 19.
    Kollaborative Plagiat-Jagd: DasGuttenplag-Wiki Quelle: http://de.guttenplag.wikia.com/wiki/Plagiate
  • 20.
    Guttenplag in denMedien http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,748358,00.html http://tinyurl.com/4nxud95
  • 21.
    Guttenberg in densozialen Medien
  • 22.
    Gliederung Teil 1– Web 2.0-Grundprinzipien und politisches Handeln Web 2.0-Prinzipien: Produsage und die Konvergenz von Konversation & Publikation Wandel von Öffentlichkeit: Die Revolutionen in Nordafrika Neue Akteure und alte Medien: Wikileaks und Guttenplag Ausblick: Verallgegenwärtigung des Internets und neue Intermediäre
  • 23.
    Ausblick: Verallgegenwärtigung desInternets Die Möglichkeiten, auf das Netz zuzugreifen, werden sich absehbar noch vergrössern Modelle des „cloud computing“ ermöglichen es, von beliebigen Zugangsgeräten auf Daten und Programme zugreifen zu können Der Zugang zum Internet über mobile Endgeräte wird sich weiter verbreiten, wobei die geographische Position des Nutzers (bewusst oder unbewusst) übertragen wird Hinzu wird eine wachsende Zahl von „intelligenten“ Alltagsgegenständen kommen, die z.B. über RFID-Chips an Datennetze angeschlossen sein werden Bildnachweis: Aram Bartholl (http://www.flickr.com/photos/bartholl/343077004/) Gary Hayes (http://www.flickr.com/photos/garyhayes/4502026170/) Jared Earle (http://www.flickr.com/photos/jaredearle/4675262184/)
  • 24.
    Ausblick: Verallgegenwärtigung desInternets Eine solche „Mobilisierung“ und Verallgegen-wärtigung des Internets wird eine Reihe von Folgen nach sich ziehen, darunter… … die Notwendigkeit, Angebote und Inhalte für veränderte Rezeptionssituationen anzupassen (z.B. „Handy-TV“) … eine stärkere Anpassung von Inhalten und Angeboten an Standort oder Umgebung der Nutzer – für zweckgerichtete oder auch spielerische Nutzung … weitere Debatten über Datenschutz und Überwachung, die unter Bedingungen des „ubiquitious computing“ bzw. „pervasive computing“ gesellschaftlich neu geregelt werden müssen Bildnachweis: Aram Bartholl (http://www.flickr.com/photos/bartholl/343077004/) Gary Hayes (http://www.flickr.com/photos/garyhayes/4502026170/) Jared Earle (http://www.flickr.com/photos/jaredearle/4675262184/)
  • 25.
    Ausblick: Neue IntermediäreBeide Entwicklungen - sowohl der Struktur-wandel von Öffentlichkeit als auch die Verallgegenwärtigung des Internets – beinhalten Prozesse der Dezentralisierung, aber auch der Re-Zentralisierung Viele Bereiche des Internets zeichnen sich durch dezentrale und lose Organisationsstrukturen aus, in denen Wissens- und Kulturgüter (oft ohne kommerzielle Motivation) geschaffen und geteilt werden Gleichzeitig kommen aber auch neue Intermediäre ins Spiel, die Informationen und Aufmerksamkeit nach ökonomischen und/oder technischen Kriterien kanalisieren
  • 26.
    Herzlichen Dank fürIhre Aufmerksamkeit! Dr. Jan-Hinrik Schmidt Hans-Bredow-Institut Warburgstr. 8-10, 20354 Hamburg [email_address] www.hans-bredow-institut.de www.schmidtmitdete.de www.dasneuenetz.de
  • 27.
    Literaturempfehlungen Heranwachsen mitdem Social Web Das neue Netz „ Politik Digital“ (Christoph Bieber) „ From Production to Produsage“ (Axel Bruns) „ Emergenz digitaler Öffentlichkeiten“ (Stefan Münker) „ A Private Sphere“ (Zizi Papacharissi)
  • 28.
    Die FES imWeb 2.0 (Stand: 18.3.2011) Youtube: FES seit März 2009 45.722 Aufrufe insgesamt Zum Vergleich: KAS: 22.065 Aufrufe insgesamt Böll: 34.535 Aufrufe insgesamt Naumann: 173.203 Aufrufe insgesamt Facebook: FES seit Juli 2009 aktuell 6.652 Fans Zum Vergleich: KAS: 3.895 Fans Böll: 3.778 Fans Naumann (Gruppe): 1.044 Mitglieder Twitter: FES seit Juni 2010 729 Follower, 942 Tweets Zum Vergleich: KAS (11/2007): 1.065 / 924 Böll (09/2009): 2.328 / 1.536 Naumann (08/2009): 643 / 332
  • 29.
    Weiterführende Literatur Benkler,Yochai (2006): The Wealth of Networks. How social production transforms markets and freedom. New Haven/London. Bruns, Axel (2008): Blogs, Wikipedia, Second Life, and beyond. From production to produsage. New York. Jenkins, Henry (2006): Convergence Culture. Where old and new media collide. New York. Münker, Stefan (2009): Emergenz digitaler Öffentlichkeiten – Die Sozialen Medien im Web 2.0. Frankfurt a.M. Neuberger, Christoph/Christian Nuernbergk/Melanie Rischke (Hg.) (2009): Journalismus im Internet. Profession – Partizipation – Technisierung. Wiesbaden. Papacharissi, Zizi (2010): A private sphere. Democracy in a digital age. Cambridge. Schmidt, Jan (2009): Das neue Netz. Merkmale, Praktiken und Konsequenzen des Web 2.0. Konstanz. Schmidt, Jan/Ingrid Paus-Hasebrink/Uwe Hasebrink (Hrsg.) (2009): Heranwachsen mit dem Social Web. Berlin . Solove, Daniel (2006): The Digital Person: Technology and Privacy in the Information Age. Cambridge.
  • 30.
    Teil 2 -Jenseits der Standard-Anwendungen Monitoring von Themen und Diskussionen Gemeinsames Erstellen von Texten Livestreams
  • 31.
    Monitoring von Themenund Diskussionen
  • 32.
  • 33.
    Monitoring von Themenund Diskussionen
  • 34.
    Monitoring von Themenund Diskussionen
  • 35.
    Weiterführende Links: Monitoringhttp://backtweets.com/ Zeigt Tweets die auf bestimmte URLs verweisen http://trendistic.com/ http://www.blogpulse.com/ Suchmaschine für Blogs http://twitterwallr.com Einfach eine eigene Twitterwall einrichten http://socialmediatoday.com/SMC/192464 Beschreibung von 20 Tools zum Twitter-Monitoring
  • 36.
    Gemeinsames Erstellen vonTexten: Etherpad
  • 37.
    Gemeinsames Erstellen vonTexten: Etherpad
  • 38.
    Gemeinsames Erstellen vonMindmap: Mindmeister.com
  • 39.
    Weiterführende Links: KollaborativesText-Erstellen http://etherpad.org Homepage der Entwickler von Etherpad http://typewith.me Hosting von Etherpad-Dokumenten http://ietherpad.com Hosting von Etherpad-Dokumenten http://www.mindmeister.com/de einzeln oder kollaborativ MindMaps erstellen (Registrierung nötig)
  • 40.
  • 41.
  • 42.
  • 43.
  • 44.
  • 45.
    Weiterführende Links: Livestreamshttp://www.ustream.tv/ Plattform für eigene Livestreams http://www.slideshare.net/ „YouTube für Präsentationen“ mit integrierter Lifestream-Möglichkeit http://www.youtube.com/my_webcam Aufzeichnen von Videos via Webcam

Hinweis der Redaktion