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Usability & usefulness in digital libraries

 Summer School Digital Libraries




 20‐24. September 2010             Bozen‐Bolzano


 Prof. Dr. René Schneider, Haute Ecole de Gestion, Genf
Warum?

4. Aktuelle Trends in der Evaluation kennenlernen 


3.    Lernen, selbst zu evaluieren oder Evaluationen zu beauftragen


2.    Grundkenntnisse vermeiden Fehler in der Konzeption von DL


1. Usability und Usefulness sind essentiell für die Kundenarbeit
Überblick

 4. Forschungsprojekt ACCEPT




 2. Usability (in Digital Libraries)   3. Usefulness (in Digital Libraries)


 1. Begriffe & Definitionen
1. Begriffe & Definitionen
Definition: Digital Libraries
 "Digital libraries are organized collections of digital 
 information. 
 They combine the structuring and gathering of 
 information, which libraries and archives have 
 always done, with the digital representation that 
 computers have made possible."


  Practical Digital Libraries. Michael Lesk. Morgan Kaufmann. 1997.
Beispiel




           http://sunsite.berkeley.edu
Frage
Welcher Prozess steckt hinter diesen Begriffen?
Enwicklungsprozess




 http://www.slideshare.net/UIEpreviews/search‐discovery‐patterns‐a‐uie‐virtual‐seminar
Definition: Evaluation
 Evaluation (Evaluierung) ist in der allgemeinsten 
 Bedeutung die Bewertung von 
 Organisationseinheiten, Prozessen und 
 Ergebnissen dieser Prozesse gemeint.
 Darunter fällt auch Software bzw. besondere 
 Bestandteile dieser Software, also 
 Benutzerschnittstellen und Inhalte. 
Evaluation: Prinzipien

 “Regardless of methodology, evaluation 
  is a social activity.”
                                Hirschman/Mani 2003




                         http://findability.org/images/uxpeople.png
Frage
Welche Eigenschaften sollte eine 
benutzerfreundliche digitale Bibliothek besitzen ?
Beispiel




     http://semanticstudios.com/publications/semantics/images/honeycombbig.jpg
Barrierefreiheit & Universal Design
Evaluation: Motivation
  Wie können diese  unterschiedlichen Eigenschaften 
   während
    •   der Entwicklung (development)
    •   des Testens (testing)
    •   der Auslieferung (deployment)
 in objektive Qualitätskriterien gefasst werden?
  Zielgruppen / Interessenten
    •   Geldgeber,
    •   Projektmanager,
    •   Entwickler, 
    •   Benutzer.
Evaluationstypen
  Bewertende Evaluation: How good?
    •   Hier wird eine bestimmte gewünschte oder geforderte 
        Systemeigenschaft geprüft.
  Analysierende Evaluation: Why bad?
    •   Ziel dieser Evaluation ist es, Hinweise auf Schwachstellen zu 
        erhalten, um direkte Gestaltungsvorschläge zu liefern.
  Vergleichende Evaluation: Which is better?
    •   Zwei oder mehr Systeme werden miteinander verglichen
Objektive vs. subjektive Methoden(1)

 objektive Methoden
   versucht, die subjektiven Einflüsse weitgehend auszuschalten.
   Objektive Methoden ermitteln harte Daten, beispielsweise
   präzise Angaben über Bearbeitungszeiten und Fehlerzahlen.
   Ziel der objektiven Methoden ist die Beobachtung der
   tatsächlichen Benutzung der Anwendung. Die Beobachtung
   ohne technische Unterstützung erfolgt mit Hilfe von
   Beobachtungsprotokollen, die in der Regel in strukturierter
   Form vorliegen und die zu beobachteten Sachverhalte vorgeben.


                                        Beispiel: Logfile‐Analyse
Objektive vs. subjektive Methoden(2)

 subjektive Methoden
   Bei subjektiven Methoden steht die Bewertung der
   Benutzungsschnittstelle durch den Benutzer im Vordergrund.
   Es werden hier sogenannte weiche Daten ermittelt,
   beispielsweise ob die Benutzung des Systems einfach,
   angenehm und verständlich ist. Vorwiegend werden hier
   Befragungen der Benutzer eingesetzt. Dabei können die
   Befragungen per Fragebogen oder als Interview erfolgen.



                                        Beispiel: Usability‐Test
Kriterien für die Wahl einer Methode

  Was ist das Ziel der Evaluation?
    •   Geht es um einen abschließenden Test des Gesamtsystems, 
        oder sollen bestimmte Aspekte überprüft werden?
  Wer soll die Evaluation durchführen?
    •   Ist es besser, dass ein Experte das System inspiziert, oder 
        sollten auch Benutzer die Evaluation durchführen?
  Wo soll die Evaluation durchgeführt werden?
    •   Soll sie in einem Labor oder einem Arbeitsplatz
        durchgeführt werden?
Kriterien für die Wahl einer Methode

   Welche Informationen werden gesammelt?
    •   Was soll gemessen werden, welche Daten sind von 
        Bedeutung?
   Wie groß sind die Ressourcen?
    •   Wieviel Geld und Zeit stehen für die Evaluation zur 
        Verfügung?
Vorgehen
 Für die Durchführung einer gelungenen Evaluation geht 
 es also darum, eine Vielzahl von Parameter a priori 
 abzuschätzen.

 Dabei kann es hilfreich sein, diese Parameter als Online‐
 Beratungshilfe zur Verfügung zu stellen, um die 
 Entscheidungsfindung zu erleichtern.

 Evaluierungsplattform CHEVAL der HTW Chur: 
 http://www.cheval‐lab.ch/online‐beratungskomponente
Das « LHC‐Problem »
 Für fast alle Evaluationsmethoden muss beachtet werden, 
 dass ein erheblicher Arbeitsaufwand für die Auswertung 
 entsteht, der Tage, in vielen Fällen Wochen beansprucht. 
Definition: Usability
 In design, Usability is the study
 of the ease with which people
 can employ a particular tool or
 other human‐made object in
 order to achieve a particular
 goal. ...
            en.wikipedia.org/wiki/Usability
                                              The state or condition of being
                                              usable; The degree to which an
                                              object,      device,      software
                                              application, etc. is easy to use
                                              with no specific training
                                                        en.wiktionary.org/wiki/usability
Usability: Charakterisika (Nielsen)
 Effizienz (efficient to use)
 Zufriedenheit (subjective satisfaction)
 Erlernbarkeit (easy to learn)
 Merkbarkeit (easy to remember)
 Fehlertoleranz (few errors)
Usability: Methoden
  Expertenorientierte Methoden
    Cognitive Walkthrough
    Heuristische Evaluation
  Benutzerorientierte Methoden
    Fokusgruppen
    Benutzerbefragung
    Usability‐Test
                   s. Schweibenz/Thissen: Qualität im Web
Qualität ‐ Quantität




                   Jakob Nielsen, alertbox, 19 März 2010
Mythen zur Software‐Evaluierung
  Fünf Testteilnehmer reichen aus.
  Das Hauptziel eines Usability Tests ist es, Usability 
   Probleme zu finden.
  Ein Usability Test wird sehr viel besser, wenn er in 
   einem Usability Lab durchgeführt wird.
  Usability Tests sind besser als Experten‐Reviews.
  Gefundene Probleme sind einfach zu korrigieren.

                                                   Rolf Molich
   http://www.slideshare.net/uxhh/5‐mythen‐ber‐usability‐testing
Definition: Usefulness
 utility: the quality of being of
 practical use
   wordnetweb.princeton.edu/perl/webwn




                                         the quality of having utility and
                                         especially practical worth or
                                         applicability
                                              Merriam Webster Online Dictionary
2. / 3. Usability & Usefulness in DL
Frage
Wie verhalten sich



Usability            &    Usefulness 




                          zueinander?
Usability & Usefulness
Etwas kann leicht zu 
bedienen, aber völlig 
nutzlos sein:
Usability ist unabhängig
von Usefulness.          Hingegen kann nicht 
                         nützlich sein, was 
                         schwer zu bedienen ist: 
                         Usefulness ist abhängig
                         von Usability.
Usability & Usefulness in DL
Bei Usability (in 
digitalen Bibliotheken) 
geht es um die 
Schnittstelle zum          Bei der Usefulness (in 
System, genauer um die     digitalen Bibliotheken) 
Beziehung zwischen         geht es um den Inhalt, 
System und Benutzer.       genauer um die 
                           Beziehung zwischen 
                           Inhalt und Benutzer. 
The Elements of User Experience




                  http://www.jjg.net/elements/pdf/elements.pdf
Bozen Summerschool Digital Libraries
Usability & Usefulness
In beiden Fällen geht es bei der Evaluation der
Usability und der Usefulness um die Feststellung
qualitativer Merkmale und deren Beurteilung
durch den Benutzer.
Interaction triptych framework




        http://www.is.informatik.uni‐duisburg.de/wiki/index.php/JPA_2_‐_WP7
Frage
Welche Merkmale kennzeichnen die Relationen zwischen 
Benutzer, Inhalt und System in einer digitalen Bibliothek?
Interaction triptych framework




                                                       Tsakonas, Papatheodorou, 2008, 
    Exploring usefulness and usability in the evaluation of open access digital libraries
Bozen Summerschool Digital Libraries
Usefulness in DL: Ausgangspunkt
 Die Evaluation der Usefulness ist für Bibliotheken von 
 besonderem Interesse, da diese Evaluation häufig intern 
 (in house), d.h. durch den Bibliothekar geschehen kann.

 Allerdings existieren im Gegensatz zur Evaluation der 
 Usability wenige ausgereifte Methoden, sondern eher 
 eine Vielzahl von Modellen zur Bestimmung der 
 Nützlichkeit.  
Usefulness in DL: Problematik
 Der Grund scheint in einem prinzipiellen Antagonismus
 zwischen
 • den Bibliothekaren, die die Systeme erstellen und 
     betreuen, 
 • sowie den Nutzern, die die Inhalte konsultieren
 zu liegen.
 Bibliothekare und Nutzer haben häufig unterschiedliche
 Sichtweisen bzgl. der Nützlichkeit einer Ressource. 
Usefulness in DL: P3 Modell




                                          Dillon & Morris, 1999,
 Power, Perception and Performance: From Usability Engineering to 
      Technology Acceptance with the P3 Model of User Response
Usefulness: Modelle




                                             Fuhr et al., 2001, 
            Digital libraries: a generic classification scheme
Bozen Summerschool Digital Libraries
Usefulness in DL: Evaluationskriterien 




                           Fuhr et al., 2001, S. 193
Bozen Summerschool Digital Libraries
Usefulness in DL: Voraussetzungen  




                    Khani‐Zabihi, Ghinea & Chen, 2006, 
                 „Digital libraries: what do users want?“
Usefulness in DL: Verbesserungsvorschläge 




                      Khani‐Zabihi, Ghinea & Chen, 2006, 
                   „Digital libraries: what do users want?“
Usefulness in DL: Verbesserungsvorschläge 




                      Khani‐Zabihi, Ghinea & Chen, 2006, 
                   „Digital libraries: what do users want?“
Usefulness in DL: Verbesserungsvorschläge 




                      Khani‐Zabihi, Ghinea & Chen. 2006, 
                   „Digital libraries: what do users want?“
Usefulness in DL: Verbesserungsvorschläge 




                      Khani‐Zabihi, Ghinea & Chen. 2006, 
                   „Digital libraries: what do users want?“
Das erste Mittel der Wahl bleibt …
der Fragebogen,

dessen Zusammenstellung und Auswertung alles
andere als trivial ist.
Überblick

 4. Forschungsprojekt ACCEPT
4. Forschungsprojekt ACCEPT
ACCEPT
Das Projekt ACCEPT untersucht die Faktoren und Hindernisse, die
eine Relevanz für die Bereitstellung digitaler Angebote im Kontext
wissenschaftlicher Bibliotheken besitzen. Dabei soll überprüft
werden, welche konkrete Wirkung die Bereitstellung elektronischer
Ressourcen in digitalen Bibliotheken hat und wie die
Erfahrungswerte     der    Nutzerseite      auf   die   Gestaltung
benutzerfreundlicher Schnittstellen zu übertragen sind. Aufbauend
auf diesen Ergebnissen zum Thema "usefulness" wird die
Benutzerfreundlichkeit der Benutzerschnittstellen von E‐lib.ch mit
dem Ziel getestet, eine maximale Nutzungsbreite sowie einen
maximalen Nutzungsgrad von digitalen Ressourcen in
wissenschaftlichen Bibliotheken zu erreichen.
E‐lib.ch
 Strategisches Ziel ist es, E‐lib.ch als
 das führende und zentrale nationale
 Portal im Sinne eines "Single‐Point‐
 of‐Access" für die wissenschaftliche
 Informationsrecherche              und
 Bereitstellung in der Schweiz
 aufzubauen und nachhaltig zu
 etablieren.
PERSONAS‐Studie: Universität Genf
 In der ersten Projektphase wurde ein Verfahren zur Überprüfung 
 der Nützlichkeit der Online‐Ressourcen in Zusammenarbeit mit der 
 Universitätsbibliothek Genf durchgeführt. 

 Fokus der Umfrage: 
    ‐ Format: Präferenz Papier – Digitale Ressource
    ‐ Datenträger – Kommunikationsmittel (Laptop, Smartphone, …)
    ‐ Zugriff: Uni – Zuhause 
    ‐ Wichtigkeit von Volltextzugriff
    ‐ Verhalten bei Nichtvorhandensein einer Ressource
    ‐ Zeitaufwand für Suche
Vorgehen: 
 a) Erstellung und statistische Auswertung der Umfrage

 b) Analyse von Gruppen und Profilen der Studenten, 
     wissenschaftlichen Mitarbeiter und Professoren der Universtät 
     Genf: Extraktion von authentischen Persönlichkeitsmerkmalen

 c) Download von Public Domain Photos

 d) Erstellung von PERSONAS‐Profilen für charakteristische 
 Benutzergruppen der einzelnen Fakultäten
PERSONAS‐Studie  (für die Universität Genf)
  1. Umfrage      2. Soziale Netzwerke 3. Publ. Dom. Photos



                                       4. Personas‐Profile
PERSONA: Sophie
PERSONA: Philippe
Frage
Was sind Vor‐ und Nachteile des Personas‐Verfahrens?
Vorteile des Personas‐Verfahrens
 Sie helfen dem Team, sich an die Stelle des Benutzers zu 
  setzen.
 Benutzer werden „fassbar“: Entwickler fragen sich nicht 
  „Wie würde ich diese Aufgabe erledigen?“ sondern 
  „Wie würde John diese Aufgabe erfüllen?“. 
 Grössere Identifizierung mit dem Benutzer: Personae 
  erhöhen die Empathie der Entwickler für den Benutzer.
 Ökonomisches Werkzeug: Personae können schnell und 
  unkompliziert erstellt werden. (Zeitaufwand etwa ein 
  bis zwei Wochen.)
Nachteile des Personas‐Verfahrens
    Es besteht die Gefahr der Künstlichkeit der Personen.
    Der direkte Kundenkontakt kann verloren gehen. 
    Probleme bei heterogenen Benutzergruppen.
    Jedes Projekt braucht eigene Personae.
    Personen wandeln sich, (auch im Umgang mit 
     Systemen).
PERSONAS‐Studie: Universität Genf
 Um auf den Kontext von digitalen Bibliotheken zurückzukommen: 
 es geht nicht darum, was Bibliothekare von einer Ressource oder 
 einer Dienstleistung wollen oder halten.
 Es geht um die Bedürfnisse und Erwartungen der Kunden. 
 Personas sind eine einfache und effiziente Methode, diese 
 Bedürfnisse zu illustrieren.
Usability‐Tests: E‐codices
Zu Beginn der zweiten Projektphase wurden zwei 
Testserien zur Evaluation der Benutzerfreundlichkeit von 
E‐codices.ch (www.e‐codices.ch), einer virtuellen 
Bibliothek für mittelalterliche Handschriften der Schweiz.  
Die Testserien beschäftigten sich mit der Such nach 
Dokumenten, insb. der fassettierten Suche sowie der 
Arbeit mit dem Manuskript. 
In beiden Fällen wurden vergleichende Studien 
durchgeführt, d.h. E‐codices wurde direkt mit jeweils 
einem anderen System verglichen. 
Frage
Welchen Verlauf und welche Aufgaben könnte ein 
solcher Test haben?
Testablauf: Fassettiertes Browsen
1.   Bisherige Erfahrungen / Freies Surfen
2.   Suchstrategie erläutern
3.   Dokumente suchen
4.   Dokument mit Fassette suchen
        (Wechsel zur anderen Plattform)
5.   Direkter Vergleich des „look&feel“
6.   Gleiches Dokument suchen
7.   Wissensgebiet mit Fassetten einschränken
8.   Post‐hoc Interview zu Fassettierung
Testablauf: Arbeiten mit dem Dokument
1.   Bisherige Erfahrungen / Freies Surfen
2.   Suchstrategie erläutern
3.   Dokumente suchen
4.   Arbeiten mit dem Faksimile: Funktionen erläutern
        (Wechsel zur anderen Plattform)
5.   Direkter Vergleich des „look&feel“
6.   Arbeiten mit dem Faksimile: Funktionen erläutern
7.   Gesonderte Funktionen: RSS / Material / DFG‐Viewer
8.   Post‐hoc Interview zur Arbeit mit dem Dokument
Analyse
Ergebnisse
Ergebnisse
Verbesserungsvorschläge
Verbesserungsvorschläge: Fassettierung
Suche mit Suchfenster
Verbesserungsvorschläge: Faksimile
Literatur
•   ACCEPT Forschungsberichte: 
    http://campus.hesge.ch/id_bilingue/projekte_partner/projekte/accept/kont
    ext.asp

•   Schweibenz, Thissen, 2003,           •   Kani‐Zabihi, Ghinea & Chen, 2006, 
    Qualität im Web, Springer.               “Digital Libraries: what do users 
•   Krug, 2005, Don’t make me think.         want?”, Online Information Review, 
    New Riders.                              vol. 30, no. 4, pp. 395‐412.
•   www.useit.com                        •   Tsakonas, Papatheodoru (ed.), 
                                             2009, Evaluation of Digital Libraries: 
                                             An Insight into Useful Applications 
                                             and Methods, Chandos.
•   Hegner, Methoden zur Evaluation von Software, IZ‐Arbeitsbericht Nr. 29, 
    2003 
Fragen?




          Danke für Ihre Aufmerksamkeit!

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