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1
Künstliche Intelligenz –
eine volkswirtschaftliche Betrachtung
2
Dr. Ralf Kölbach
Vorstandssprecher Westerwald Bank eG
T: +49 2662 961-220
Ralf.Koelbach@westerwaldbank.de
Dienstlich:
www.westerwaldbank.de
Linkedin:
https://www.linkedin.com/in/dr-ralf-koelbach/
3
Künstliche Intelligenz: eine Annäherung
2. Volkswirtschaftliche Auswirkungen: Produktivität
3. Volkswirtschaftliche Auswirkungen: Arbeitsmarkt
4. Volkswirtschaftliche Auswirkungen: Einkommensverteilung
5. KI und internationale Wettbewerbsfähigkeit
1.
Agenda
4
6. Einsatzmöglichkeiten von KI in der Finanzindustrie
7. Fazit: KI – ein Gamechanger?
1. Künstliche Intelligenz: eine Annäherung
5
1.1 Versuch einer Begriffsdefinition
1.2 KI: eine disruptive Innovation?
1.3 Hat KI das Zeug zu einer Basisinnovation im Sinne Kondratieffs?
• „Ziel der KI ist es, Maschinen zu entwickeln, die sich verhalten, als verfügten sie über Intelligenz“.
John McCarthy, 1955 (!)
• Zur Geschichte:
• „In den dreißiger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts sind durch Kurt Gödel, Alonso Church und Alan
Turing wichtige Fundamente für die Logik und die theoretische Informatik gelegt worden. Für die KI von
besonderer Bedeutung sind die Gödelschen Sätze.“ (Ertel, S. 6)
• „Die KI als praktische Wissenschaft der Mechanisierung des Denkens konnte natürlich erst beginnen, als es
programmierbare Rechenmaschinen gab. Dies war in den fünfziger Jahren der Fall.“ (Ertel, S. 9)
1. Künstliche Intelligenz: eine Annäherung
1.1 Versuch einer Begriffsdefinition
6
• Definition „disruptive Innovation“
• „Disruptive Technologien (oft auch „Disruptive Innovationen“; englisch to disrupt „unterbrechen“ bzw.
„stören“) sind Innovationen, die die Erfolgsserie einer bereits bestehenden Technologie, eines bestehenden
Produkts oder einer bestehenden Dienstleistung ersetzen oder diese vollständig vom Markt verdrängen und
die Investitionen der bisher beherrschenden Marktteilnehmer obsolet machen.[1] Oftmals beschreibt
Disruption den Prozess eines ressourcenarmen Unternehmens, das große und etablierte Firmen
herausfordert.“ (Wikipedia)
• Ist KI eine in diesem disruptive Innovation?
• Für die derzeit dominierende KI-Variante, das Maschinelle Lernen (ChatGPT) gilt: KI zeigt sich bisher eher
als Beschleuniger für die Produktentwicklung, also unterstützend, nicht selbst kreativ verändernd.
• Ihre erste Einschätzung: Kann KI perspektivisch kreativ sein?
1. Künstliche Intelligenz: eine Annäherung
1.2 KI: eine disruptive Innovation?
7
• Definition „Basisinnovation“,
• Quelle: Leo A. Nefiodow, „Der sechste Kondratieff“, St. Augustin 1997, S. 13-15
„Damit eine Neuerung als Basisinnovation eingestuft wird, muss sie die drei folgenden Kriterien erfüllen:
− Sie muss aus einem Bündel eng vernetzter Technologien bestehen, das in der Lage ist, das Tempo und die
Richtung des Innovationsgeschehens für mehrere Jahrzehnte zu bestimmen.
− Damit eine Neuerung als Basisinnovation eingestuft werden kann, muss sie die Rolle einer Lokomotive für
die gesamte Wirtschaft übernehmen und das Wachstum der Weltwirtschaft über mehrere Jahrzehnte
maßgeblich bestimmen.
− Schließlich ist eine Basisinnovation dadurch gekennzeichnet, dass sie zu einer weitreichenden
Reorganisation der Gesellschaft führt.“
• Ihre Einschätzung: Ist KI eine Basisinnovation im Rahmen der Kondratieffschen Hypothese?
1. Künstliche Intelligenz: eine Annäherung
1.3 Hat KI das Zeug zu einer Basisinnovation im Sinne Kondratieffs?
8
2. Volkswirtschaftliche Auswirkungen: Produktivität
9
2.1 Chancen zur Produktivitätssteigerung mittels KI
2.2 Eine erste Einschätzung
• Eine Analyse des World Economic Forum (WEC), aus: faz.net vom 10.10.2023
• Tätigkeiten, die von KI ersetzt oder ergänzt werden:
2. Volkswirtschaftliche Auswirkungen: Produktivität
2.1 Chancen zur Produktivitätssteigerung mittels KI
10
• KI kann einen signifikanten Beitrag zur Produktivitätssteigerung leisten.
• Insbesondere kann sie in der Vor- und Nachbereitung von menschenorientierten Tätigkeiten entlasten,
z.B. Daten sammeln und auswerten
• Sie kann, so eingesetzt, den Menschen Freiräume zur Ausübung ihrer Kernkompetenzen schaffen.
2. Volkswirtschaftliche Auswirkungen: Produktivität
2.2 Eine erste Einschätzung
11
3. Volkswirtschaftliche Auswirkungen: Arbeitsmarkt
12
3.1 KI: Chancen und Risiken
3.2 Eine erste Einschätzung
• Eine Analyse des World Economic Forum (WEC), aus: faz.net vom 10.10.2023
• Jobs mit dem höchsten Potenzial für eine Automatisierung durch KI:
1. Kreditsachbearbeiter (!)
2. Management-Analysten
3. Telefonverkäufer
4. Statistiker (Anfänger)
5. Kassierer
6. Techniker der Forensik
7. Rezeptionisten und Informationssachbearbeiter
8. Maklerbüroangestellte
9. Produktions-, Planungs- und Expeditionssachbearbeiter
10. Sachbearbeiter
3. Volkswirtschaftliche Auswirkungen: Arbeitsmarkt
3.1 KI: Chancen und Risiken
13
• Eine Analyse des World Economic Forum (WEC), aus: faz.net vom 10.10.2023
• Jobs mit dem höchsten Potenzial für eine Erweiterung durch generative KI:
1. Versicherungsvertreter
2. Bio- und Biomediziningenieure
3. Mathematiker
4. Redakteure
5. Datenbank-Architekten
6. Statistiker
7. Spezialisten für Schulung und Entwicklung
8. Datenbankadministratoren
9. Versicherungs- und Kfz-Gutachter
10. Grafik Designer
3. Volkswirtschaftliche Auswirkungen: Arbeitsmarkt
3.1 KI: Chancen und Risiken
14
• Eine Analyse des World Economic Forum (WEC), aus: faz.net vom 10.10.2023
• Branchen mit der niedrigsten Betroffenheit für generative KI:
1. Athleten und Leistungssportler
2. Landwirtschaftliche Unternehmer
3. Bildungs- und Berufsberatung
4. Klerus
5. Pflegekräfte für Zuhause
6. Anästhesisten
7. Sozialarbeiter im Gesundheitswesen
8. Ehe- und Familientherapeuten
9. Prüfer von Titeln, Zusammenfassende und Recherchierende
10. Zahnärzte und Kieferorthopäden
3. Volkswirtschaftliche Auswirkungen: Arbeitsmarkt
3.1 KI: Chancen und Risiken
15
• KI wird viele Berufsbilder, ganze Branchen, signifikant verändern.
• Viele Tätigkeiten werden ersetzt, manche Stellen werden verschwinden.
• Gleichzeitig wird KI Menschen massiv von einfachen und redundanten Tätigkeiten entlasten.
• KI wird im Gegenzug auch neue Tätigkeiten und Stellen entstehen lassen.
• Wie immer in der Geschichte wird weder die Welt untergehen, noch das Paradies erschaffen.
• Arbeit wird nicht verschwinden. Es entstehen viele Chance, dass die Menschen sich mittels KI auf
sinnstiftende Tätigkeiten fokussieren können.
• Sehen wir die Chancen!
3. Volkswirtschaftliche Auswirkungen: Arbeitsmarkt
3.2 Eine erste Einschätzung
16
4. Volkswirtschaftliche Auswirkungen:
Einkommensverteilung
17
4.1 KI kann Ungleichheit verstärken, oder verringern
4.2 Eine erste Einschätzung
• Internationale Ungleichheit
• Risiken:
− Entwickelte Länder sind schneller in der Nutzung neuer Technologien und könnten ihren Vorsprung mittels
KI sogar noch ausbauen
− Da KI primär einfache Tätigkeiten substituiert und komplexe unterstützt bzw. sogar erweitert, besteht die
Gefahr des Verlustes an Arbeitsplätzen in den sich entwickelnden Ländern.
• Chancen:
− KI kann den Zugang zu Bildung für die Menschen in sich entwickelnden Ländern massiv verbessern. Ein
aufgeladenes Handy plus stabiles Internet plus kostenlose Apps genügen.
− KI kann Wettervorhersagen verbessern, die oft schlechte medizinische Versorgung massiv unterstützen und
die Bürokratie effizienter gestalten.
4. Volkswirtschaftliche Auswirkungen: Einkommensverteilung
4.1 KI kann Ungleichheit verstärken, oder verringern
18
• Intranationale Ungleichheit
• Risiken:
− Gut ausgebildete (und bereits gut bezahlte) sind schneller in der Nutzung neuer Technologien und könnten
ihren relativen Vorsprung am Arbeitsmarkt mittels KI sogar noch ausbauen
− Da KI primär einfache Tätigkeiten substituiert und komplexe unterstützt bzw. sogar erweitert, besteht die
Gefahr des Verlustes an Arbeitsplätzen gerade für geringer Qualifizierte.
• Chancen:
− KI kann die Bildungsmöglichkeiten für alle deutlich verbessern.
− KI kann Menschen mit Beeinträchtigungen helfen.
4. Volkswirtschaftliche Auswirkungen: Einkommensverteilung
4.1 KI kann Ungleichheit verstärken, oder verringern
19
• „Enormous uncertainty remains about how powerful the technology will eventually prove. But the
potential upside is big enough to warrant a tremor of excitement.“
• „In the best case scenario, AI could help make whole populations healthier, better educated and better
informed.“
• „In time, that could make them a lot less poor.“
Quelle: The Economist, January 27th-February 2nd, p. 18.
4. Volkswirtschaftliche Auswirkungen: Einkommensverteilung
4.2 Eine erste Einschätzung
20
5. KI und internationale Wettbewerbsfähigkeit
21
5.1 Wo steht Deutschland im Thema KI relativ zur Welt?
5.2 Bewertung und Ausblick: was tun?
• Während das Thema KI selbst schon lange existiert, hat das Wettrennen im derzeit dominierenden
Thema generative KI mittels LLM (z.B. ChatGPT) gerade erst begonnen.
• Deutschland kann aufgrund der gut ausgebildeten Arbeitskräfte Gewinner im Wettrennen sein und
mittels KI enorme Produktivitätsfortschritte erreichen.
• KI ist in der Politik hoch positioniert, Frau B. Stark-Watzinger/BMBF: „Für mich ist klar: KI ist eine
Schlüsseltechnologie –vielleicht die zentrale des 21. Jahrhunderts.“
Quelle: BMBF-Aktionsplan Künstliche Intelligenz, Vorwort, Berlin, November 2023.
• Es gibt eine nationale KI-Strategie und bis Ende 2024 sollen 500 Mio. Euro investiert werden.
• Deutschland ist also, so der Zwischenstand, im Thema KI durchaus gut positioniert.
5. KI und internationale Wettbewerbsfähigkeit
5.1 Wo steht Deutschland im Thema KI relativ zur Welt?
22
• Es ist fundamental, die Chancen von KI zu erkennen und zu propagieren!
• KI kann den Mangel an Arbeitskräften in Teilen kompensieren.
• Ein gründerfreundliches Umfeld, auch für Themen rund um KI, ist von zentraler Bedeutung.
• Hierzu bedarf es aber einer positiven Grundhaltung zu Innovation und einer damit verbundenen
maßvollen Bürokratie:
Fazit: Wir können uns die „German Angst“ nicht leisten!
5. KI und internationale Wettbewerbsfähigkeit
5.2 Bewertung und Ausblick: was tun?
23
6. Einsatzmöglichkeiten von KI in der Finanzindustrie
24
- Ein erster Überblick -
6. Einsatzmöglichkeiten von KI in der Finanzindustrie:
- Ein erster Überblick -
25
Ihre Einschätzung: Welche weiteren Einsatzfelder für KI in der Finanzindustrie sehen Sie?
7. Fazit: KI – ein Gamechanger?
26
• These 1: KI wirkt bisher eher evolutionär, als disruptiv - unterstützend, nicht zerstörend.
• These 2: KI ist ein Grundpfeiler der nächsten Stufe der Digitalisierung ( = Automatisierung).
• These 3: KI verändert die Arbeits- und Lebenswelt nachhaltig.
• These 4: KI kann die sich entwickelnden Länder sehr stark auf ihrem Weg unterstützen.
• These 5: KI kann einen weltweiten Produktivitäts- und Wachstumsschub auslösen.
• These 6: KI ist sehr gut mit Nachhaltigkeit/ESG verknüpfbar.
Ihre Einschätzung: Ist KI ein Gamechanger oder doch nur ein Hype? Ist KI gefährlich?
7. Fazit: KI – ein Gamechanger?
27
Also ist KI so?
28
Oder so?
29
• „Doch es gibt keinen Grund zu leben und kein
Ende unserer Misere, wenn unsere Ängste
überhand nehmen.“
Moralische Briefe, 13.12b
…also:
keine Angst vor KI !
Seneca zu unseren Ängsten:
30
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!
Ihre Fragen?
31
• Agrawal, A./Gans, J./Goldfarb, A., „Prediction Machines – The Simple Economics of Artificial Intelligence“, Boston 2018.
• Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), „BMBF-Aktionsplan Künstliche Intelligenz“, Berlin 2023.
• Digital FinanceLab, „Künstliche Intelligenz für Kreditinstitute – Anwendungsbeispiele und Methoden“, Sonderausgabe für DG Nexolution
eG, Wiesbaden 2022.
• Ebner, S., „Wachstumsbooster KI“, in: Bankinformation, Ausgabe 02-24, S. 10-15.
• Ertel, W., „Grundkurs Künstliche Intelligenz – Eine praxisorientierte Einführung“, Wiesbaden 2021.
• Garcia, M., „KI zieht in die Vorstandsetagen ein“, in: Handelsblatt, 10. Januar 2024, Nr. 10, S. 14.
• Kudermann, M., „Wenn die KI übernimmt“, in: FAS, 21. Januar 2024, Nr. 3, S. 51.
• Meyer, M./Salomon, M., „GenAI - Entscheidender Faktor“, in: Bankinformation, Ausgabe 02-24, S. 34-37.
• Reintjes, D., „Kannst du das übernehmen?“, in: Wirtschaftswoche, N5. 52/2024, S. 88-91.
• Suleyman, M./Bhaskar, M., „The Coming Wave, New York 2023,
• Tegmark, M., „Leben 3.0 – Mensch sein im Zeitalter Künstlicher Intelligenz, Berlin 2017.
• The Economist, „AI nationalism – Machine of thre state“, Issue Jan. 6th-12th, 2024, pp. 45-47.
• The Economist, „Detecting AI fakery - True or false?“, Issue Jan. 20th-26th, 2024, pp. 70-71.
• The Economist, „AI for all“, Issue Jan. 27th-Feb. 2nd, 2024, p. 10.
• The Economist, „Chatbots for the bottom four billion“, Issue Jan. 27th-Feb. 2nd, 2024, pp.1618.
• Vogels, W., „Es wird nicht nur einen Gewinner geben“, in: FAS, 28. Januar 2024, Nr. 4, S. 27.
Literatur
32

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Künstliche Intelligenz aus volkswirtschaftlicher Sicht

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  • 2. Künstliche Intelligenz – eine volkswirtschaftliche Betrachtung 2
  • 3. Dr. Ralf Kölbach Vorstandssprecher Westerwald Bank eG T: +49 2662 961-220 Ralf.Koelbach@westerwaldbank.de Dienstlich: www.westerwaldbank.de Linkedin: https://www.linkedin.com/in/dr-ralf-koelbach/ 3
  • 4. Künstliche Intelligenz: eine Annäherung 2. Volkswirtschaftliche Auswirkungen: Produktivität 3. Volkswirtschaftliche Auswirkungen: Arbeitsmarkt 4. Volkswirtschaftliche Auswirkungen: Einkommensverteilung 5. KI und internationale Wettbewerbsfähigkeit 1. Agenda 4 6. Einsatzmöglichkeiten von KI in der Finanzindustrie 7. Fazit: KI – ein Gamechanger?
  • 5. 1. Künstliche Intelligenz: eine Annäherung 5 1.1 Versuch einer Begriffsdefinition 1.2 KI: eine disruptive Innovation? 1.3 Hat KI das Zeug zu einer Basisinnovation im Sinne Kondratieffs?
  • 6. • „Ziel der KI ist es, Maschinen zu entwickeln, die sich verhalten, als verfügten sie über Intelligenz“. John McCarthy, 1955 (!) • Zur Geschichte: • „In den dreißiger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts sind durch Kurt Gödel, Alonso Church und Alan Turing wichtige Fundamente für die Logik und die theoretische Informatik gelegt worden. Für die KI von besonderer Bedeutung sind die Gödelschen Sätze.“ (Ertel, S. 6) • „Die KI als praktische Wissenschaft der Mechanisierung des Denkens konnte natürlich erst beginnen, als es programmierbare Rechenmaschinen gab. Dies war in den fünfziger Jahren der Fall.“ (Ertel, S. 9) 1. Künstliche Intelligenz: eine Annäherung 1.1 Versuch einer Begriffsdefinition 6
  • 7. • Definition „disruptive Innovation“ • „Disruptive Technologien (oft auch „Disruptive Innovationen“; englisch to disrupt „unterbrechen“ bzw. „stören“) sind Innovationen, die die Erfolgsserie einer bereits bestehenden Technologie, eines bestehenden Produkts oder einer bestehenden Dienstleistung ersetzen oder diese vollständig vom Markt verdrängen und die Investitionen der bisher beherrschenden Marktteilnehmer obsolet machen.[1] Oftmals beschreibt Disruption den Prozess eines ressourcenarmen Unternehmens, das große und etablierte Firmen herausfordert.“ (Wikipedia) • Ist KI eine in diesem disruptive Innovation? • Für die derzeit dominierende KI-Variante, das Maschinelle Lernen (ChatGPT) gilt: KI zeigt sich bisher eher als Beschleuniger für die Produktentwicklung, also unterstützend, nicht selbst kreativ verändernd. • Ihre erste Einschätzung: Kann KI perspektivisch kreativ sein? 1. Künstliche Intelligenz: eine Annäherung 1.2 KI: eine disruptive Innovation? 7
  • 8. • Definition „Basisinnovation“, • Quelle: Leo A. Nefiodow, „Der sechste Kondratieff“, St. Augustin 1997, S. 13-15 „Damit eine Neuerung als Basisinnovation eingestuft wird, muss sie die drei folgenden Kriterien erfüllen: − Sie muss aus einem Bündel eng vernetzter Technologien bestehen, das in der Lage ist, das Tempo und die Richtung des Innovationsgeschehens für mehrere Jahrzehnte zu bestimmen. − Damit eine Neuerung als Basisinnovation eingestuft werden kann, muss sie die Rolle einer Lokomotive für die gesamte Wirtschaft übernehmen und das Wachstum der Weltwirtschaft über mehrere Jahrzehnte maßgeblich bestimmen. − Schließlich ist eine Basisinnovation dadurch gekennzeichnet, dass sie zu einer weitreichenden Reorganisation der Gesellschaft führt.“ • Ihre Einschätzung: Ist KI eine Basisinnovation im Rahmen der Kondratieffschen Hypothese? 1. Künstliche Intelligenz: eine Annäherung 1.3 Hat KI das Zeug zu einer Basisinnovation im Sinne Kondratieffs? 8
  • 9. 2. Volkswirtschaftliche Auswirkungen: Produktivität 9 2.1 Chancen zur Produktivitätssteigerung mittels KI 2.2 Eine erste Einschätzung
  • 10. • Eine Analyse des World Economic Forum (WEC), aus: faz.net vom 10.10.2023 • Tätigkeiten, die von KI ersetzt oder ergänzt werden: 2. Volkswirtschaftliche Auswirkungen: Produktivität 2.1 Chancen zur Produktivitätssteigerung mittels KI 10
  • 11. • KI kann einen signifikanten Beitrag zur Produktivitätssteigerung leisten. • Insbesondere kann sie in der Vor- und Nachbereitung von menschenorientierten Tätigkeiten entlasten, z.B. Daten sammeln und auswerten • Sie kann, so eingesetzt, den Menschen Freiräume zur Ausübung ihrer Kernkompetenzen schaffen. 2. Volkswirtschaftliche Auswirkungen: Produktivität 2.2 Eine erste Einschätzung 11
  • 12. 3. Volkswirtschaftliche Auswirkungen: Arbeitsmarkt 12 3.1 KI: Chancen und Risiken 3.2 Eine erste Einschätzung
  • 13. • Eine Analyse des World Economic Forum (WEC), aus: faz.net vom 10.10.2023 • Jobs mit dem höchsten Potenzial für eine Automatisierung durch KI: 1. Kreditsachbearbeiter (!) 2. Management-Analysten 3. Telefonverkäufer 4. Statistiker (Anfänger) 5. Kassierer 6. Techniker der Forensik 7. Rezeptionisten und Informationssachbearbeiter 8. Maklerbüroangestellte 9. Produktions-, Planungs- und Expeditionssachbearbeiter 10. Sachbearbeiter 3. Volkswirtschaftliche Auswirkungen: Arbeitsmarkt 3.1 KI: Chancen und Risiken 13
  • 14. • Eine Analyse des World Economic Forum (WEC), aus: faz.net vom 10.10.2023 • Jobs mit dem höchsten Potenzial für eine Erweiterung durch generative KI: 1. Versicherungsvertreter 2. Bio- und Biomediziningenieure 3. Mathematiker 4. Redakteure 5. Datenbank-Architekten 6. Statistiker 7. Spezialisten für Schulung und Entwicklung 8. Datenbankadministratoren 9. Versicherungs- und Kfz-Gutachter 10. Grafik Designer 3. Volkswirtschaftliche Auswirkungen: Arbeitsmarkt 3.1 KI: Chancen und Risiken 14
  • 15. • Eine Analyse des World Economic Forum (WEC), aus: faz.net vom 10.10.2023 • Branchen mit der niedrigsten Betroffenheit für generative KI: 1. Athleten und Leistungssportler 2. Landwirtschaftliche Unternehmer 3. Bildungs- und Berufsberatung 4. Klerus 5. Pflegekräfte für Zuhause 6. Anästhesisten 7. Sozialarbeiter im Gesundheitswesen 8. Ehe- und Familientherapeuten 9. Prüfer von Titeln, Zusammenfassende und Recherchierende 10. Zahnärzte und Kieferorthopäden 3. Volkswirtschaftliche Auswirkungen: Arbeitsmarkt 3.1 KI: Chancen und Risiken 15
  • 16. • KI wird viele Berufsbilder, ganze Branchen, signifikant verändern. • Viele Tätigkeiten werden ersetzt, manche Stellen werden verschwinden. • Gleichzeitig wird KI Menschen massiv von einfachen und redundanten Tätigkeiten entlasten. • KI wird im Gegenzug auch neue Tätigkeiten und Stellen entstehen lassen. • Wie immer in der Geschichte wird weder die Welt untergehen, noch das Paradies erschaffen. • Arbeit wird nicht verschwinden. Es entstehen viele Chance, dass die Menschen sich mittels KI auf sinnstiftende Tätigkeiten fokussieren können. • Sehen wir die Chancen! 3. Volkswirtschaftliche Auswirkungen: Arbeitsmarkt 3.2 Eine erste Einschätzung 16
  • 17. 4. Volkswirtschaftliche Auswirkungen: Einkommensverteilung 17 4.1 KI kann Ungleichheit verstärken, oder verringern 4.2 Eine erste Einschätzung
  • 18. • Internationale Ungleichheit • Risiken: − Entwickelte Länder sind schneller in der Nutzung neuer Technologien und könnten ihren Vorsprung mittels KI sogar noch ausbauen − Da KI primär einfache Tätigkeiten substituiert und komplexe unterstützt bzw. sogar erweitert, besteht die Gefahr des Verlustes an Arbeitsplätzen in den sich entwickelnden Ländern. • Chancen: − KI kann den Zugang zu Bildung für die Menschen in sich entwickelnden Ländern massiv verbessern. Ein aufgeladenes Handy plus stabiles Internet plus kostenlose Apps genügen. − KI kann Wettervorhersagen verbessern, die oft schlechte medizinische Versorgung massiv unterstützen und die Bürokratie effizienter gestalten. 4. Volkswirtschaftliche Auswirkungen: Einkommensverteilung 4.1 KI kann Ungleichheit verstärken, oder verringern 18
  • 19. • Intranationale Ungleichheit • Risiken: − Gut ausgebildete (und bereits gut bezahlte) sind schneller in der Nutzung neuer Technologien und könnten ihren relativen Vorsprung am Arbeitsmarkt mittels KI sogar noch ausbauen − Da KI primär einfache Tätigkeiten substituiert und komplexe unterstützt bzw. sogar erweitert, besteht die Gefahr des Verlustes an Arbeitsplätzen gerade für geringer Qualifizierte. • Chancen: − KI kann die Bildungsmöglichkeiten für alle deutlich verbessern. − KI kann Menschen mit Beeinträchtigungen helfen. 4. Volkswirtschaftliche Auswirkungen: Einkommensverteilung 4.1 KI kann Ungleichheit verstärken, oder verringern 19
  • 20. • „Enormous uncertainty remains about how powerful the technology will eventually prove. But the potential upside is big enough to warrant a tremor of excitement.“ • „In the best case scenario, AI could help make whole populations healthier, better educated and better informed.“ • „In time, that could make them a lot less poor.“ Quelle: The Economist, January 27th-February 2nd, p. 18. 4. Volkswirtschaftliche Auswirkungen: Einkommensverteilung 4.2 Eine erste Einschätzung 20
  • 21. 5. KI und internationale Wettbewerbsfähigkeit 21 5.1 Wo steht Deutschland im Thema KI relativ zur Welt? 5.2 Bewertung und Ausblick: was tun?
  • 22. • Während das Thema KI selbst schon lange existiert, hat das Wettrennen im derzeit dominierenden Thema generative KI mittels LLM (z.B. ChatGPT) gerade erst begonnen. • Deutschland kann aufgrund der gut ausgebildeten Arbeitskräfte Gewinner im Wettrennen sein und mittels KI enorme Produktivitätsfortschritte erreichen. • KI ist in der Politik hoch positioniert, Frau B. Stark-Watzinger/BMBF: „Für mich ist klar: KI ist eine Schlüsseltechnologie –vielleicht die zentrale des 21. Jahrhunderts.“ Quelle: BMBF-Aktionsplan Künstliche Intelligenz, Vorwort, Berlin, November 2023. • Es gibt eine nationale KI-Strategie und bis Ende 2024 sollen 500 Mio. Euro investiert werden. • Deutschland ist also, so der Zwischenstand, im Thema KI durchaus gut positioniert. 5. KI und internationale Wettbewerbsfähigkeit 5.1 Wo steht Deutschland im Thema KI relativ zur Welt? 22
  • 23. • Es ist fundamental, die Chancen von KI zu erkennen und zu propagieren! • KI kann den Mangel an Arbeitskräften in Teilen kompensieren. • Ein gründerfreundliches Umfeld, auch für Themen rund um KI, ist von zentraler Bedeutung. • Hierzu bedarf es aber einer positiven Grundhaltung zu Innovation und einer damit verbundenen maßvollen Bürokratie: Fazit: Wir können uns die „German Angst“ nicht leisten! 5. KI und internationale Wettbewerbsfähigkeit 5.2 Bewertung und Ausblick: was tun? 23
  • 24. 6. Einsatzmöglichkeiten von KI in der Finanzindustrie 24 - Ein erster Überblick -
  • 25. 6. Einsatzmöglichkeiten von KI in der Finanzindustrie: - Ein erster Überblick - 25 Ihre Einschätzung: Welche weiteren Einsatzfelder für KI in der Finanzindustrie sehen Sie?
  • 26. 7. Fazit: KI – ein Gamechanger? 26
  • 27. • These 1: KI wirkt bisher eher evolutionär, als disruptiv - unterstützend, nicht zerstörend. • These 2: KI ist ein Grundpfeiler der nächsten Stufe der Digitalisierung ( = Automatisierung). • These 3: KI verändert die Arbeits- und Lebenswelt nachhaltig. • These 4: KI kann die sich entwickelnden Länder sehr stark auf ihrem Weg unterstützen. • These 5: KI kann einen weltweiten Produktivitäts- und Wachstumsschub auslösen. • These 6: KI ist sehr gut mit Nachhaltigkeit/ESG verknüpfbar. Ihre Einschätzung: Ist KI ein Gamechanger oder doch nur ein Hype? Ist KI gefährlich? 7. Fazit: KI – ein Gamechanger? 27
  • 28. Also ist KI so? 28
  • 30. • „Doch es gibt keinen Grund zu leben und kein Ende unserer Misere, wenn unsere Ängste überhand nehmen.“ Moralische Briefe, 13.12b …also: keine Angst vor KI ! Seneca zu unseren Ängsten: 30
  • 31. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! Ihre Fragen? 31
  • 32. • Agrawal, A./Gans, J./Goldfarb, A., „Prediction Machines – The Simple Economics of Artificial Intelligence“, Boston 2018. • Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), „BMBF-Aktionsplan Künstliche Intelligenz“, Berlin 2023. • Digital FinanceLab, „Künstliche Intelligenz für Kreditinstitute – Anwendungsbeispiele und Methoden“, Sonderausgabe für DG Nexolution eG, Wiesbaden 2022. • Ebner, S., „Wachstumsbooster KI“, in: Bankinformation, Ausgabe 02-24, S. 10-15. • Ertel, W., „Grundkurs Künstliche Intelligenz – Eine praxisorientierte Einführung“, Wiesbaden 2021. • Garcia, M., „KI zieht in die Vorstandsetagen ein“, in: Handelsblatt, 10. Januar 2024, Nr. 10, S. 14. • Kudermann, M., „Wenn die KI übernimmt“, in: FAS, 21. Januar 2024, Nr. 3, S. 51. • Meyer, M./Salomon, M., „GenAI - Entscheidender Faktor“, in: Bankinformation, Ausgabe 02-24, S. 34-37. • Reintjes, D., „Kannst du das übernehmen?“, in: Wirtschaftswoche, N5. 52/2024, S. 88-91. • Suleyman, M./Bhaskar, M., „The Coming Wave, New York 2023, • Tegmark, M., „Leben 3.0 – Mensch sein im Zeitalter Künstlicher Intelligenz, Berlin 2017. • The Economist, „AI nationalism – Machine of thre state“, Issue Jan. 6th-12th, 2024, pp. 45-47. • The Economist, „Detecting AI fakery - True or false?“, Issue Jan. 20th-26th, 2024, pp. 70-71. • The Economist, „AI for all“, Issue Jan. 27th-Feb. 2nd, 2024, p. 10. • The Economist, „Chatbots for the bottom four billion“, Issue Jan. 27th-Feb. 2nd, 2024, pp.1618. • Vogels, W., „Es wird nicht nur einen Gewinner geben“, in: FAS, 28. Januar 2024, Nr. 4, S. 27. Literatur 32