SlideShare ist ein Scribd-Unternehmen logo
1 von 27
Downloaden Sie, um offline zu lesen
1http://fc09.deviantart.net/fs12/i/2006/271/b/7/Deutschland_Baerchen_by_3ar1.jpg
10 Fragen und hoffentlich ein paar
Antworten zum Thema:
2
Ein Abstract ...
ž  Vor gut 10 Jahren noch zweifelten einige ewig Gestrige,
dass das Netz Alles überlagen würde. Heute wird weder
gezweifelt noch gelacht. Die Daten und Fakten belegen:
Medienkonzerne, die die Zeichen der Zeit nicht erkannt und
investiert haben, kämpfen und ehemals zweistellige
Renditen sind passé. Doch ist die Erneuerung des
Medienangebotes ein echtes Problem? Man mag zweifeln,
ob normative Vorgaben oder eine Kapitulation vor Google
eine echte Antwort auf die Herausforderungen sind.
Wesentlicher ist die Stärkung des Unternehmergeistes, die
Konzentration auf international anspruchsvolle Angebote und
Formate sowie die Stärkung des Innovationsgeistes. Wie so
häufig gilt: Lerne von den wahren Experten - schaut auf die
Jugend.
3
Medien? ... MEDIEN! Na klar, Medien!!!
4http://www.windowspower.de/wp-content/uploads/2013/01/standort2.jpg
1. Was ist ein „Medienstandort“ überhaupt?
ž  ... Laut Duden ein für die Medien „bedeutsamer
Standort“.
ž  ... Medienstandorte werden häufig mit diversen
„Einordnungen“ positioniert (z. B. Kindermedienland
Thüringen etc.).
ž  ... Medienstandorte müssen häufig „nur“ einige
Voraussetzungen erfüllen um erfolgreich zu sein,
Betonung auf „nur“.
ž  ... Eine wissenschaftliche Definition: „Ein
Medienstandort ist ein Standort, an dem eine
überdurchschnittliche Wertschöpfung in der
Medienwirtschaft realisiert wird und an dem die
Potenziale zur Vernetzung der Akteure der
Medienbranche genutzt werden.“ (Scholz et al. 2005:
13)
5
Geht es überhaupt noch um „Orte“
Und vor allem wem geht es um „Orte“?
Game of Thones:
Die Medienstandorte rüsten auf!
6http://cdn1.vox-cdn.com/assets/4229567/game-of-thrones-poster_85627-1920x1200.jpg
2. Was bedeutet „stark“ im Kontext und wer ist
es heute schon?
ž  Normative Rahmenbedingungen
ž  Regulative Rahmenbedingungen
ž  Medien- und Kulturförderung
ž  Standortmarketing
ž  Steuern?
7
Rezepte der 80er
Jahre helfen wohl
kaum in einer
durch und durch
digitalisierten
Wirtschaft.
So vielfältig die Medien so unterschiedlich die
Produktionsstandorte...
8http://www.mediencampus.de/typo3temp/pics/Standort2_f7e473104b.jpg
3. Gibt es überhaupt noch „den“ Medienstandort?
(und man mag auch Statistiken bezweifeln - China?)
Die TOP 20 im Jahr 2014
Große US-Dominanz...
ž  Produktionsstandorte
ž  Distributionsstandorte
ž  Dienstleistungsstandorte
ž  Projektstandorte
ž  Konzernstandorte
ž  ...
1. Comcast (Philadelphia / USA) € 48,684 Mrd.
2. Google Inc. (Mountain View/ USA) € 45,046 Mrd.
3. Disney Company (Burbank / USA) € 33,914 Mrd.
4. News Corp. Ltd. / Fox (New York/ USA) € 27,539 Mrd.
5. DirecTV, LLC (El Segundo/ USA) € 23,909 Mrd.
6. Time Warner Inc. (New York / USA) € 22,434 Mrd.
7. Viacom Inc./CBS (New York / USA) € 21,894 Mrd.
8. Sony Entertainment (Tokyo / JP ) € 17,830 Mrd.
9. Bertelsmann (Gütersloh/GER) € 16,356 Mrd.
10. Cox Enterprises Inc. (Atlanta /USA) € 11,972 Mrd.
11. Liberty Media/ (Englewood, CO / USA) € 10,774 Mrd.
12. Vivendi S.A. (Paris/ FRA) € 10,197 Mrd.
13. Dish Network(Englewood, CO / USA) € 9,860 Mrd.
14. Thomson Reuters (New York/ USA) € 9,859 Mrd.
15. Rogers Comm. (Toronto / CA) € 9,285 Mrd.
16. Hearst (New York/ USA) € 7,530 Mrd.
17. Lagardère Media (Paris/ FRA) € 7,216 Mrd.
18. Reed Elsevier PLC (London/ GB) € 7,106 Mrd.
19. ARD (Berlin, München/GER) € 6,284 Mrd.
20. Bloomberg L.P. (New York / USA) € 6,250 Mrd.
9http://www.mediadb.eu/rankings/intl-medienkonzerne-2014.html
Der Berg wächst, aber wo genau liegt die Nadel?
10http://www.dvz.de/uploads/pics/14d02405a_Datenberg_Big-Data_Online_Illu-Luedemann.png
4.Was verraten die Daten? (... Und was nicht?)
ž  Frequenzen
ž  Zeit- und
Raummuster
ž  Macht der
Plattformen
ž  Entkopplung von
nationalen
Systemen
ž  Gar nichts über
Inhalte!
11http://www.toptensocialmedia.com/wp-content/uploads/2013/10/tumblr_mtwk93AJNL1qz4vrso1_1280.png
April 4th 2013 – R.I.P.
1313, Assault and many more brands
5. Bedeutet Konzernmacht eine Diktatur der
Rahmenbedingungen und Inhalte?
13
Das „Monster“ ;-)
http://mundoextraordinario.com/wp-content/uploads/2010/05/google-monster.jpg 14
6. Warum könnte eine „Kapitulation“ die falsche
Reaktion sein?
ž  Allianzen für echte Alternativen
aufbauen (Corporate VC 2.0)
ž  Chancen des Second Screen
(besser) nutzen
ž  Wer „kapituliert“ gibt das Heft des
Handelns ab.
ž  Beispiel eBooks: Nicht in Nostalgie
erstarren (u. a. Buchpreisbindung)
15
„Ein anderer Weg wäre die freiwillige
Selbstbeschränkung des Siegers. Ist es wirklich
klug, zu warten, bis der erste ernstzunehmende
Politiker die Zerschlagung Googles fordert?
Oder, noch schlimmer: bis die Bürger Ihnen die
Gefolgschaft verweigern – solange sie noch
können? Wir jedenfalls können es schon
nicht mehr.“ (Mathias Döpfner 16.4.2014)
7. Sind technologische Plattformen Freund oder
Feind der Medienanbieter?
ž  Typische Anbieter medialer Plattformen: Google,
Facebook, Instagram, Pinderest, Youtube,
Amazon, Watchever, Gaming-Portale etc.
ž  Zentrales Momentum: Nutzung von Inhalten von
Drittanbietern.
ž  Auswirkungen: Schaffung einer „neuen“
Wertschöpfungsstufe. Altes Problem in neuer
Dimension: Wer hat welchen Anteil an einer
„Netzwerkleistung“ (Dyer & Singh in den 90er
Jahren)?
16
Keine Prognose, aber ein Erkenntnis bleibt:
Immer wieder aufstehen und weitermachen!
17http://cdn4.spiegel.de/images/image-108583-panoV9-abcd.jpg
Tourismus, Merchandise, Konsum, Steuern ...
„Mein Schatz“!
18http://ultralist.somehost.de/newzealand/newzealand63.jpg
8. Ist „Medienstandortförderung“ ein gutes
Geschäft?
ž  Intelligentes Rückflussmodell
ž  Erhalt von Kreativ- und Innovationspotenzial
ž  Kultur- und Imagetransfer
ž  Schaffung (temporärer) Arbeitsplätze (verdeckte
Subventionen)
ž  Sekundäre Start-Up Förderung
19
To boldly go where no man has gone before...
20
9. Sollte Deutschland bei den Medien andere
Wege jenseits der „Standortförderung“ gehen?
ž  Der Browsergame-Boom 2003-2013 hat bewiesen,
dass Nischen äußerst erfolgreich und profitabel sein
können.
ž  Ein Verharren bei den „traditionellen Medien“ führt
lediglich zu einem Netto-Reichweitenrückgang (vgl.
Horizont 8/2014: 13).
ž  Start-Up und Aufbauprogramme sind unabdingbare
Voraussetzung. Hier müssen VC, Corporate-VC und
staatliche Förderprogramme alte Pfade verlassen und
schnell adaptive Systeme entwickeln.
21
Internet-Milieus bei jungen Menschen 2014
22http://www.horizont.net/emarketing/images/2014-018_HORIZONT.pdf; Stand 11.5.2014
(Basis DIVSI-Studie U 25; n=1.512; Datenbasis 3. Quartal 2013)
10. Was kann man von Kindern & Jugendlichen
für einen starken Medienstandort lernen?
23
11,00
9,00
22,00
23,00
20,00
23,00
39,00
60,00
62,00
62,00
81,00
73,00
12,00
23,00
13,00
17,00
25,00
23,00
15,00
19,00
17,00
26,00
8,00
16,00
0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100
Computer (offline)
DVD, Video
Tageszeitung
Bücher
Computer-, Konsolen-, Onlinespiele
Digitale Fotos machen
Musik-CDs, Kassetten
Radio*
MP3
Fernsehen*
Handy
Internet*
Täglich Mehrmals pro Woche
Quelle: mpfs, JIM-STUDIE 2013 - Jugend, Information, (Multi-) Media, Seite 11
Abschließend ein paar Ideen &
Handlungsempfehlungen ohne Fragezeichen!
ž  Kulturelle Identität auch bei zunehmender
Entkopplung wahren.
ž  Kreativ- und Innovationskraft durch eine Start Up-
Kultur stärken (E-Entrepreneurship-Kultur).
ž  Die „Aufrüstung“ beenden, die Kräfte bündeln.
ž  Verlassen der etablierten Förderpfade und smarte
Impulse setzen.
24
Wer die Medienstandortdebatte allein als
„Wirtschaftsdebatte“ begreift, hat die kulturelle, publizistische
und aufklärende Dimension der Medien ignoriert. Gerade
aufgrund dieser Umfänglichkeit aber ist es wichtige und
vorrangige Aufgabe sich als Wirtschaftsorganisation
besonders mit Medien auseinanderzusetzen.
Zwei Zitate die Mut machen sollten vom
legendären Intelgründer Andy Grove!
The Internet doesn't change everything.
It doesn't change supply and
demand.
I have been quoted saying that, in the
future, all companies will be
Internet companies. I still believe
that. More than ever, really.
Diskussionsrunde
26
Danke für die Aufmerksamkeit!
ž  Prof. Dr. Jörg Müller-Lietzkow
ž  Universität Paderborn
ž  Medienökonomie und Medienmanagement
ž  Warburger Str. 100
ž  33098 Paderborn
ž  +495251603274
ž  +491785448978
ž  joergmueller45 (Skype)
ž  @lietzkow (Twitter)
ž  jml@mail.upb.de (Mail)
27

Weitere ähnliche Inhalte

Ähnlich wie 10 fragen medienstandort_d_5_6_2014_w_rb

Internetbasierte Plattformen: Ihre wirtschaftliche und gesellschaftliche Bed...
Internetbasierte Plattformen: Ihre wirtschaftliche und  gesellschaftliche Bed...Internetbasierte Plattformen: Ihre wirtschaftliche und  gesellschaftliche Bed...
Internetbasierte Plattformen: Ihre wirtschaftliche und gesellschaftliche Bed...
René C.G. Arnold
 
Let's get digital wie unternehmen heute schon wie morgen arbeiten
Let's get digital   wie unternehmen heute schon wie morgen arbeitenLet's get digital   wie unternehmen heute schon wie morgen arbeiten
Let's get digital wie unternehmen heute schon wie morgen arbeiten
netmedianer GmbH
 
Soziale Medien im Unternehmen--ein rechtsfreier Raum?
Soziale Medien im Unternehmen--ein rechtsfreier Raum?Soziale Medien im Unternehmen--ein rechtsfreier Raum?
Soziale Medien im Unternehmen--ein rechtsfreier Raum?
Hellmuth Broda
 

Ähnlich wie 10 fragen medienstandort_d_5_6_2014_w_rb (20)

Twitter und Co. im Unternehmen - Höhere Produktivität durch Microblogging.
Twitter und Co. im Unternehmen - Höhere Produktivität durch Microblogging.Twitter und Co. im Unternehmen - Höhere Produktivität durch Microblogging.
Twitter und Co. im Unternehmen - Höhere Produktivität durch Microblogging.
 
Social Collaboration: "Stell dir vor, es wird digital und keiner macht mit"
Social Collaboration: "Stell dir vor, es wird digital und keiner macht mit"Social Collaboration: "Stell dir vor, es wird digital und keiner macht mit"
Social Collaboration: "Stell dir vor, es wird digital und keiner macht mit"
 
Unternehmen & Social Media. Schluss mit lustig.
Unternehmen & Social Media. Schluss mit lustig.Unternehmen & Social Media. Schluss mit lustig.
Unternehmen & Social Media. Schluss mit lustig.
 
Social Media im Unternehmen
Social Media im UnternehmenSocial Media im Unternehmen
Social Media im Unternehmen
 
Silicon Valley and Big Data: The Hidden Side of the Digital Transformation
Silicon Valley and Big Data: The Hidden Side of the Digital TransformationSilicon Valley and Big Data: The Hidden Side of the Digital Transformation
Silicon Valley and Big Data: The Hidden Side of the Digital Transformation
 
Digital Disruption
Digital DisruptionDigital Disruption
Digital Disruption
 
Die Digitalisierung - Auslöser, Auswirkungen und Herausforderungen
Die Digitalisierung - Auslöser, Auswirkungen und HerausforderungenDie Digitalisierung - Auslöser, Auswirkungen und Herausforderungen
Die Digitalisierung - Auslöser, Auswirkungen und Herausforderungen
 
Internetbasierte Plattformen: Ihre wirtschaftliche und gesellschaftliche Bed...
Internetbasierte Plattformen: Ihre wirtschaftliche und  gesellschaftliche Bed...Internetbasierte Plattformen: Ihre wirtschaftliche und  gesellschaftliche Bed...
Internetbasierte Plattformen: Ihre wirtschaftliche und gesellschaftliche Bed...
 
Social Media im Unternehmen werdengrundlegende Änderungen in der Geschäftswel...
Social Media im Unternehmen werdengrundlegende Änderungen in der Geschäftswel...Social Media im Unternehmen werdengrundlegende Änderungen in der Geschäftswel...
Social Media im Unternehmen werdengrundlegende Änderungen in der Geschäftswel...
 
Let's get digital wie unternehmen heute schon wie morgen arbeiten
Let's get digital   wie unternehmen heute schon wie morgen arbeitenLet's get digital   wie unternehmen heute schon wie morgen arbeiten
Let's get digital wie unternehmen heute schon wie morgen arbeiten
 
Goldmedia Trendmonitor 2015
Goldmedia Trendmonitor 2015Goldmedia Trendmonitor 2015
Goldmedia Trendmonitor 2015
 
Goldmedia trendmonitor 2015_webversion
Goldmedia trendmonitor 2015_webversionGoldmedia trendmonitor 2015_webversion
Goldmedia trendmonitor 2015_webversion
 
Big Data – Vorsprung durch Wissen
Big Data – Vorsprung durch WissenBig Data – Vorsprung durch Wissen
Big Data – Vorsprung durch Wissen
 
Künstliche Intelligenz : WELCHE FOLGEN FÜR DIE DRUCKINDUSTRIE UND WEB-TO-PRINT?
Künstliche Intelligenz : WELCHE FOLGEN FÜR DIE DRUCKINDUSTRIE UND WEB-TO-PRINT?Künstliche Intelligenz : WELCHE FOLGEN FÜR DIE DRUCKINDUSTRIE UND WEB-TO-PRINT?
Künstliche Intelligenz : WELCHE FOLGEN FÜR DIE DRUCKINDUSTRIE UND WEB-TO-PRINT?
 
Who let the Bots out ... Eine Customer Experience, an der kein Marketer vorbe...
Who let the Bots out ... Eine Customer Experience, an der kein Marketer vorbe...Who let the Bots out ... Eine Customer Experience, an der kein Marketer vorbe...
Who let the Bots out ... Eine Customer Experience, an der kein Marketer vorbe...
 
IKT Forum Ansbach-Martin_Reti
IKT Forum Ansbach-Martin_RetiIKT Forum Ansbach-Martin_Reti
IKT Forum Ansbach-Martin_Reti
 
K5 Konferenz 2015 - Intro zur Marketing Session - Florian Heinemann
K5 Konferenz 2015 - Intro zur Marketing Session - Florian HeinemannK5 Konferenz 2015 - Intro zur Marketing Session - Florian Heinemann
K5 Konferenz 2015 - Intro zur Marketing Session - Florian Heinemann
 
Call Center for Finance, Fachartikel, 1/2012
Call Center for Finance, Fachartikel, 1/2012Call Center for Finance, Fachartikel, 1/2012
Call Center for Finance, Fachartikel, 1/2012
 
Crowdsourcing -das_outsourcing_der_zukunft
Crowdsourcing  -das_outsourcing_der_zukunftCrowdsourcing  -das_outsourcing_der_zukunft
Crowdsourcing -das_outsourcing_der_zukunft
 
Soziale Medien im Unternehmen--ein rechtsfreier Raum?
Soziale Medien im Unternehmen--ein rechtsfreier Raum?Soziale Medien im Unternehmen--ein rechtsfreier Raum?
Soziale Medien im Unternehmen--ein rechtsfreier Raum?
 

10 fragen medienstandort_d_5_6_2014_w_rb

  • 2. 10 Fragen und hoffentlich ein paar Antworten zum Thema: 2
  • 3. Ein Abstract ... ž  Vor gut 10 Jahren noch zweifelten einige ewig Gestrige, dass das Netz Alles überlagen würde. Heute wird weder gezweifelt noch gelacht. Die Daten und Fakten belegen: Medienkonzerne, die die Zeichen der Zeit nicht erkannt und investiert haben, kämpfen und ehemals zweistellige Renditen sind passé. Doch ist die Erneuerung des Medienangebotes ein echtes Problem? Man mag zweifeln, ob normative Vorgaben oder eine Kapitulation vor Google eine echte Antwort auf die Herausforderungen sind. Wesentlicher ist die Stärkung des Unternehmergeistes, die Konzentration auf international anspruchsvolle Angebote und Formate sowie die Stärkung des Innovationsgeistes. Wie so häufig gilt: Lerne von den wahren Experten - schaut auf die Jugend. 3
  • 4. Medien? ... MEDIEN! Na klar, Medien!!! 4http://www.windowspower.de/wp-content/uploads/2013/01/standort2.jpg
  • 5. 1. Was ist ein „Medienstandort“ überhaupt? ž  ... Laut Duden ein für die Medien „bedeutsamer Standort“. ž  ... Medienstandorte werden häufig mit diversen „Einordnungen“ positioniert (z. B. Kindermedienland Thüringen etc.). ž  ... Medienstandorte müssen häufig „nur“ einige Voraussetzungen erfüllen um erfolgreich zu sein, Betonung auf „nur“. ž  ... Eine wissenschaftliche Definition: „Ein Medienstandort ist ein Standort, an dem eine überdurchschnittliche Wertschöpfung in der Medienwirtschaft realisiert wird und an dem die Potenziale zur Vernetzung der Akteure der Medienbranche genutzt werden.“ (Scholz et al. 2005: 13) 5 Geht es überhaupt noch um „Orte“ Und vor allem wem geht es um „Orte“?
  • 6. Game of Thones: Die Medienstandorte rüsten auf! 6http://cdn1.vox-cdn.com/assets/4229567/game-of-thrones-poster_85627-1920x1200.jpg
  • 7. 2. Was bedeutet „stark“ im Kontext und wer ist es heute schon? ž  Normative Rahmenbedingungen ž  Regulative Rahmenbedingungen ž  Medien- und Kulturförderung ž  Standortmarketing ž  Steuern? 7 Rezepte der 80er Jahre helfen wohl kaum in einer durch und durch digitalisierten Wirtschaft.
  • 8. So vielfältig die Medien so unterschiedlich die Produktionsstandorte... 8http://www.mediencampus.de/typo3temp/pics/Standort2_f7e473104b.jpg
  • 9. 3. Gibt es überhaupt noch „den“ Medienstandort? (und man mag auch Statistiken bezweifeln - China?) Die TOP 20 im Jahr 2014 Große US-Dominanz... ž  Produktionsstandorte ž  Distributionsstandorte ž  Dienstleistungsstandorte ž  Projektstandorte ž  Konzernstandorte ž  ... 1. Comcast (Philadelphia / USA) € 48,684 Mrd. 2. Google Inc. (Mountain View/ USA) € 45,046 Mrd. 3. Disney Company (Burbank / USA) € 33,914 Mrd. 4. News Corp. Ltd. / Fox (New York/ USA) € 27,539 Mrd. 5. DirecTV, LLC (El Segundo/ USA) € 23,909 Mrd. 6. Time Warner Inc. (New York / USA) € 22,434 Mrd. 7. Viacom Inc./CBS (New York / USA) € 21,894 Mrd. 8. Sony Entertainment (Tokyo / JP ) € 17,830 Mrd. 9. Bertelsmann (Gütersloh/GER) € 16,356 Mrd. 10. Cox Enterprises Inc. (Atlanta /USA) € 11,972 Mrd. 11. Liberty Media/ (Englewood, CO / USA) € 10,774 Mrd. 12. Vivendi S.A. (Paris/ FRA) € 10,197 Mrd. 13. Dish Network(Englewood, CO / USA) € 9,860 Mrd. 14. Thomson Reuters (New York/ USA) € 9,859 Mrd. 15. Rogers Comm. (Toronto / CA) € 9,285 Mrd. 16. Hearst (New York/ USA) € 7,530 Mrd. 17. Lagardère Media (Paris/ FRA) € 7,216 Mrd. 18. Reed Elsevier PLC (London/ GB) € 7,106 Mrd. 19. ARD (Berlin, München/GER) € 6,284 Mrd. 20. Bloomberg L.P. (New York / USA) € 6,250 Mrd. 9http://www.mediadb.eu/rankings/intl-medienkonzerne-2014.html
  • 10. Der Berg wächst, aber wo genau liegt die Nadel? 10http://www.dvz.de/uploads/pics/14d02405a_Datenberg_Big-Data_Online_Illu-Luedemann.png
  • 11. 4.Was verraten die Daten? (... Und was nicht?) ž  Frequenzen ž  Zeit- und Raummuster ž  Macht der Plattformen ž  Entkopplung von nationalen Systemen ž  Gar nichts über Inhalte! 11http://www.toptensocialmedia.com/wp-content/uploads/2013/10/tumblr_mtwk93AJNL1qz4vrso1_1280.png
  • 12. April 4th 2013 – R.I.P. 1313, Assault and many more brands
  • 13. 5. Bedeutet Konzernmacht eine Diktatur der Rahmenbedingungen und Inhalte? 13
  • 15. 6. Warum könnte eine „Kapitulation“ die falsche Reaktion sein? ž  Allianzen für echte Alternativen aufbauen (Corporate VC 2.0) ž  Chancen des Second Screen (besser) nutzen ž  Wer „kapituliert“ gibt das Heft des Handelns ab. ž  Beispiel eBooks: Nicht in Nostalgie erstarren (u. a. Buchpreisbindung) 15 „Ein anderer Weg wäre die freiwillige Selbstbeschränkung des Siegers. Ist es wirklich klug, zu warten, bis der erste ernstzunehmende Politiker die Zerschlagung Googles fordert? Oder, noch schlimmer: bis die Bürger Ihnen die Gefolgschaft verweigern – solange sie noch können? Wir jedenfalls können es schon nicht mehr.“ (Mathias Döpfner 16.4.2014)
  • 16. 7. Sind technologische Plattformen Freund oder Feind der Medienanbieter? ž  Typische Anbieter medialer Plattformen: Google, Facebook, Instagram, Pinderest, Youtube, Amazon, Watchever, Gaming-Portale etc. ž  Zentrales Momentum: Nutzung von Inhalten von Drittanbietern. ž  Auswirkungen: Schaffung einer „neuen“ Wertschöpfungsstufe. Altes Problem in neuer Dimension: Wer hat welchen Anteil an einer „Netzwerkleistung“ (Dyer & Singh in den 90er Jahren)? 16
  • 17. Keine Prognose, aber ein Erkenntnis bleibt: Immer wieder aufstehen und weitermachen! 17http://cdn4.spiegel.de/images/image-108583-panoV9-abcd.jpg
  • 18. Tourismus, Merchandise, Konsum, Steuern ... „Mein Schatz“! 18http://ultralist.somehost.de/newzealand/newzealand63.jpg
  • 19. 8. Ist „Medienstandortförderung“ ein gutes Geschäft? ž  Intelligentes Rückflussmodell ž  Erhalt von Kreativ- und Innovationspotenzial ž  Kultur- und Imagetransfer ž  Schaffung (temporärer) Arbeitsplätze (verdeckte Subventionen) ž  Sekundäre Start-Up Förderung 19
  • 20. To boldly go where no man has gone before... 20
  • 21. 9. Sollte Deutschland bei den Medien andere Wege jenseits der „Standortförderung“ gehen? ž  Der Browsergame-Boom 2003-2013 hat bewiesen, dass Nischen äußerst erfolgreich und profitabel sein können. ž  Ein Verharren bei den „traditionellen Medien“ führt lediglich zu einem Netto-Reichweitenrückgang (vgl. Horizont 8/2014: 13). ž  Start-Up und Aufbauprogramme sind unabdingbare Voraussetzung. Hier müssen VC, Corporate-VC und staatliche Förderprogramme alte Pfade verlassen und schnell adaptive Systeme entwickeln. 21
  • 22. Internet-Milieus bei jungen Menschen 2014 22http://www.horizont.net/emarketing/images/2014-018_HORIZONT.pdf; Stand 11.5.2014 (Basis DIVSI-Studie U 25; n=1.512; Datenbasis 3. Quartal 2013)
  • 23. 10. Was kann man von Kindern & Jugendlichen für einen starken Medienstandort lernen? 23 11,00 9,00 22,00 23,00 20,00 23,00 39,00 60,00 62,00 62,00 81,00 73,00 12,00 23,00 13,00 17,00 25,00 23,00 15,00 19,00 17,00 26,00 8,00 16,00 0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100 Computer (offline) DVD, Video Tageszeitung Bücher Computer-, Konsolen-, Onlinespiele Digitale Fotos machen Musik-CDs, Kassetten Radio* MP3 Fernsehen* Handy Internet* Täglich Mehrmals pro Woche Quelle: mpfs, JIM-STUDIE 2013 - Jugend, Information, (Multi-) Media, Seite 11
  • 24. Abschließend ein paar Ideen & Handlungsempfehlungen ohne Fragezeichen! ž  Kulturelle Identität auch bei zunehmender Entkopplung wahren. ž  Kreativ- und Innovationskraft durch eine Start Up- Kultur stärken (E-Entrepreneurship-Kultur). ž  Die „Aufrüstung“ beenden, die Kräfte bündeln. ž  Verlassen der etablierten Förderpfade und smarte Impulse setzen. 24 Wer die Medienstandortdebatte allein als „Wirtschaftsdebatte“ begreift, hat die kulturelle, publizistische und aufklärende Dimension der Medien ignoriert. Gerade aufgrund dieser Umfänglichkeit aber ist es wichtige und vorrangige Aufgabe sich als Wirtschaftsorganisation besonders mit Medien auseinanderzusetzen.
  • 25. Zwei Zitate die Mut machen sollten vom legendären Intelgründer Andy Grove! The Internet doesn't change everything. It doesn't change supply and demand. I have been quoted saying that, in the future, all companies will be Internet companies. I still believe that. More than ever, really.
  • 27. Danke für die Aufmerksamkeit! ž  Prof. Dr. Jörg Müller-Lietzkow ž  Universität Paderborn ž  Medienökonomie und Medienmanagement ž  Warburger Str. 100 ž  33098 Paderborn ž  +495251603274 ž  +491785448978 ž  joergmueller45 (Skype) ž  @lietzkow (Twitter) ž  jml@mail.upb.de (Mail) 27