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Pressemitteilung
Wuppertal, 02. Dezember 2010


BARMER GEK veröffentlicht Internetstudie zur
Gesundheitskompetenz


Wie gut können Menschen Krankheiten bewältigen und ihre Gesundheit er-
halten? Setzen sich Männer und Frauen unterschiedlich mit Gesundheit
auseinander? Warum gehen Arbeitnehmer krank zur Arbeit? Solche Fragen
standen im Mittelpunkt einer Internetbefragung zur Gesundheitskompetenz,
die Wissenschaftler des Kompetenzzentrums für Fortbildung und Arbeitsges-
taltung der Bergischen Universität Wuppertal im Frühjahr im Auftrag der
BARMER GEK durchgeführt haben.


Mit Blick auf die Studienergebnisse plädiert die Vorstandsvorsitzende der
BARMER GEK, Birgit Fischer, für mehr Investitionen in die Gesundheits-
kompetenz von Bürgern und Unternehmen. „Wenn wir die Wettbewerbsfä-
higkeit der Unternehmen wahren wollen, müssen wir die gesundheitlichen
Voraussetzungen in Familie und Beruf auch für älter werdende Belegschaf-
ten schaffen. Dazu leistet die Entkopplung von Arbeits- und Lohnkosten kei-
nen Beitrag. Zielführend ist ein stärkeres Engagement für mehr betriebliche
Gesundheit und gesunde Arbeitsbedingungen."


Studienleiter Professor Dr. Rainer Wieland verweist auf die Neuartigkeit der
Studie: „Mit fast 5.000 Teilnehmern ist sie nicht nur die größte ihrer Art, sie
liefert auch eine Reihe aufschlussreicher Ergebnisse zum Zusammenhang
zwischen Persönlichkeit, Arbeit und Gesundheit."


Gesundheitskompetenz als Unternehmensressource
Insbesondere für Unternehmen und Organisationen liefert die Studie nützli-
                                                                                  _______________________
che Hinweise. Eine gesunde Arbeitssituation fördert individuelle Gesund-
                                                                                  Pressestelle
heitskompetenz, sie führt privat und beruflich zu mehr Wohlbefinden und
                                                                                  Lichtscheider Straße 89
                                                                                  42285 Wuppertal
besserer Gesundheit. Gute Führung strahlt zudem positiv auf das Gesund-
                                                                                  Tel.: 0202 56 81 99 14 01
heitsverhalten der Beschäftigten aus. Der wöchentliche Zeitaufwand zuguns-        Fax: 0202 56 81 99 14 59
                                                                                  presse@barmer-gek.de
ten gesundheitsbezogener Aktivitäten ist bei Beschäftigten in Unternehmen         www.barmer-gek.de

                                                                                  Athanasios Drougias (Ltg.)
höher, in denen eine gesundheitsorientierte Unternehmenskultur existiert          Tel.: 0202 56 81 99 14 21
                                                                                  athanasios.drougias@barmer-gek.de
und die Führungskräfte Mitarbeiter orientiert führen.
                                                                                  Dr. Kai Behrens
                                                                                  Tel.: 030 25331 44 3020
                                                                                  kai.behrens@barmer-gek.de
Auch zu den Motiven für den sogenannten Präsentismus von Arbeitnehmern
und Arbeitnehmerinnen liefert die Studie interessante Ergebnisse: 22,5 Pro-
zent der Erwerbstätigen gehen aus Pflichtgefühl krank zur Arbeit, 17,3 Pro-
zent gaben Teamgeist und -verpflichtung an, das Motiv „Normal leben" wur-
de immerhin von 15,5 Prozent angegeben. Indes nur 8,7 Prozent nannten
die „Angst vor Benachteiligung", sogar nur 2,4 Prozent die „Angst vor dem
Verlust des Arbeitsplatzes". Allerdings sind letztere Beweggründe für Be-
schäftigte an ungesunden Arbeitsplätzen weitaus wichtiger (34,7%).


Zuviel Handlungsspielraum im Arbeitsleben
Noch ein anderes Ergebnis aus der Arbeitswelt ist bemerkenswert. Bisher ist
die arbeitspsychologische Forschung davon ausgegangen, dass Handlungs-
spielräume als "Stresspuffer" für Fehlbeanspruchung, psychosomatische
Beschwerden, Herzkreislauferkrankungen und Arbeitsunfähigkeit dienen.
Nach der aktuellen Internetbefragung trifft das nur bedingt zu. Zwar gilt auch
hier: Je zufriedener Beschäftigte sich über die eigenen Handlungsspielräume
äußern, desto geringer sind die Fehlzeiten. Doch kehrt sich dieser Zusam-
menhang um, sobald die Beschäftigten den Handlungsspielraum als "eher
zuviel" einschätzen.


Laut Wieland belegt die Studie einen negativen, sich selbst verstärkenden
Wirkungskreis: „Beschäftigte mit hoher individueller Gesundheitskompetenz
haben einen besseren Gesundheitszustand und arbeiten an gesünderen
Arbeitsplätzen. Beschäftigte mit geringer Gesundheitskompetenz haben da-
gegen nicht nur einen schlechteren allgemeinen Gesundheitszustand, sie
haben zudem auch ungesündere Arbeitsplätze.“


Gesundheitsbewusste Frauen
Auffällig sind die Ergebnisse zur geschlechterspezifischen Gesundheitskom-
                                                                                 _______________________
petenz: Bei Frauen steigt die Kompetenz mit dem Alter an, bei Männern
                                                                                 Pressestelle
bleibt sie relativ konstant. Frauen mit hoher Gesundheitskompetenz informie-
                                                                                 Lichtscheider Straße 89
ren sich mehr über gesundheitsrelevante Themen und zeigen eine hohe              42285 Wuppertal

                                                                                 Tel.: 0202 56 81 99 14 01
Vorsorgeorientierung. Bei Männern mit hoher Gesundheitskompetenz zeigt           Fax: 0202 56 81 99 14 59
                                                                                 presse@barmer-gek.de
sich dagegen eine auffällige Abweichung. Sie beteiligen sich vergleichsweise     www.barmer-gek.de

                                                                                 Athanasios Drougias (Ltg.)
selten an Gesundheits-Checks. Die Vorsorgeorientierung ist genauso niedrig       Tel.: 0202 56 81 99 14 21
                                                                                 athanasios.drougias@barmer-gek.de
ausgeprägt wie bei Männern mit niedriger Gesundheitskompetenz. Dazu
                                                                                 Dr. Kai Behrens
                                                                                 Tel.: 030 25331 44 3020
                                                                                 kai.behrens@barmer-gek.de
passt auch eine anderes Ergebnis: Männer mit höheren Bildungsabschlüs-
sen wie Abitur oder Fachhochschulreife betreiben weniger Vorsorge als
Männer mit Hauptschulabschluss.


Die Internetbefragung der BARMER GEK lief von Mitte März bis Ende Mai
2010. Die Teilnehmer beantworteten rund zehn Minuten lang einen Online-
Fragebogen und erhielten per Mausklick ihr persönliches Gesundheitskom-
petenz-Profil. Zwei Drittel der Teilnehmer waren Frauen, gleichfalls zwei Drit-
tel berufstätig. Das Durchschnittsalter lag bei rund 43 Jahren. Die Befragten
arbeiten mehrheitlich in den Branchen Gesundheitswesen und öffentlicher
Dienst (jeweils rund 18 Prozent), Industrie (rund 12 Prozent) sowie Handel,
Handwerk und Informationstechnologie (insgesamt 11 Prozent).


Die Ergebnisse der Befragung sind im Internet unter www.barmer-
gek.de/gesundheitsstudie abrufbar.




                                                                                  _______________________

                                                                                  Pressestelle
                                                                                  Lichtscheider Straße 89
                                                                                  42285 Wuppertal

                                                                                  Tel.: 0202 56 81 99 14 01
                                                                                  Fax: 0202 56 81 99 14 59
                                                                                  presse@barmer-gek.de
                                                                                  www.barmer-gek.de

                                                                                  Athanasios Drougias (Ltg.)
                                                                                  Tel.: 0202 56 81 99 14 21
                                                                                  athanasios.drougias@barmer-gek.de

                                                                                  Dr. Kai Behrens
                                                                                  Tel.: 030 25331 44 3020
                                                                                  kai.behrens@barmer-gek.de

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  • 1. Pressemitteilung Wuppertal, 02. Dezember 2010 BARMER GEK veröffentlicht Internetstudie zur Gesundheitskompetenz Wie gut können Menschen Krankheiten bewältigen und ihre Gesundheit er- halten? Setzen sich Männer und Frauen unterschiedlich mit Gesundheit auseinander? Warum gehen Arbeitnehmer krank zur Arbeit? Solche Fragen standen im Mittelpunkt einer Internetbefragung zur Gesundheitskompetenz, die Wissenschaftler des Kompetenzzentrums für Fortbildung und Arbeitsges- taltung der Bergischen Universität Wuppertal im Frühjahr im Auftrag der BARMER GEK durchgeführt haben. Mit Blick auf die Studienergebnisse plädiert die Vorstandsvorsitzende der BARMER GEK, Birgit Fischer, für mehr Investitionen in die Gesundheits- kompetenz von Bürgern und Unternehmen. „Wenn wir die Wettbewerbsfä- higkeit der Unternehmen wahren wollen, müssen wir die gesundheitlichen Voraussetzungen in Familie und Beruf auch für älter werdende Belegschaf- ten schaffen. Dazu leistet die Entkopplung von Arbeits- und Lohnkosten kei- nen Beitrag. Zielführend ist ein stärkeres Engagement für mehr betriebliche Gesundheit und gesunde Arbeitsbedingungen." Studienleiter Professor Dr. Rainer Wieland verweist auf die Neuartigkeit der Studie: „Mit fast 5.000 Teilnehmern ist sie nicht nur die größte ihrer Art, sie liefert auch eine Reihe aufschlussreicher Ergebnisse zum Zusammenhang zwischen Persönlichkeit, Arbeit und Gesundheit." Gesundheitskompetenz als Unternehmensressource Insbesondere für Unternehmen und Organisationen liefert die Studie nützli- _______________________ che Hinweise. Eine gesunde Arbeitssituation fördert individuelle Gesund- Pressestelle heitskompetenz, sie führt privat und beruflich zu mehr Wohlbefinden und Lichtscheider Straße 89 42285 Wuppertal besserer Gesundheit. Gute Führung strahlt zudem positiv auf das Gesund- Tel.: 0202 56 81 99 14 01 heitsverhalten der Beschäftigten aus. Der wöchentliche Zeitaufwand zuguns- Fax: 0202 56 81 99 14 59 presse@barmer-gek.de ten gesundheitsbezogener Aktivitäten ist bei Beschäftigten in Unternehmen www.barmer-gek.de Athanasios Drougias (Ltg.) höher, in denen eine gesundheitsorientierte Unternehmenskultur existiert Tel.: 0202 56 81 99 14 21 athanasios.drougias@barmer-gek.de und die Führungskräfte Mitarbeiter orientiert führen. Dr. Kai Behrens Tel.: 030 25331 44 3020 kai.behrens@barmer-gek.de
  • 2. Auch zu den Motiven für den sogenannten Präsentismus von Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen liefert die Studie interessante Ergebnisse: 22,5 Pro- zent der Erwerbstätigen gehen aus Pflichtgefühl krank zur Arbeit, 17,3 Pro- zent gaben Teamgeist und -verpflichtung an, das Motiv „Normal leben" wur- de immerhin von 15,5 Prozent angegeben. Indes nur 8,7 Prozent nannten die „Angst vor Benachteiligung", sogar nur 2,4 Prozent die „Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes". Allerdings sind letztere Beweggründe für Be- schäftigte an ungesunden Arbeitsplätzen weitaus wichtiger (34,7%). Zuviel Handlungsspielraum im Arbeitsleben Noch ein anderes Ergebnis aus der Arbeitswelt ist bemerkenswert. Bisher ist die arbeitspsychologische Forschung davon ausgegangen, dass Handlungs- spielräume als "Stresspuffer" für Fehlbeanspruchung, psychosomatische Beschwerden, Herzkreislauferkrankungen und Arbeitsunfähigkeit dienen. Nach der aktuellen Internetbefragung trifft das nur bedingt zu. Zwar gilt auch hier: Je zufriedener Beschäftigte sich über die eigenen Handlungsspielräume äußern, desto geringer sind die Fehlzeiten. Doch kehrt sich dieser Zusam- menhang um, sobald die Beschäftigten den Handlungsspielraum als "eher zuviel" einschätzen. Laut Wieland belegt die Studie einen negativen, sich selbst verstärkenden Wirkungskreis: „Beschäftigte mit hoher individueller Gesundheitskompetenz haben einen besseren Gesundheitszustand und arbeiten an gesünderen Arbeitsplätzen. Beschäftigte mit geringer Gesundheitskompetenz haben da- gegen nicht nur einen schlechteren allgemeinen Gesundheitszustand, sie haben zudem auch ungesündere Arbeitsplätze.“ Gesundheitsbewusste Frauen Auffällig sind die Ergebnisse zur geschlechterspezifischen Gesundheitskom- _______________________ petenz: Bei Frauen steigt die Kompetenz mit dem Alter an, bei Männern Pressestelle bleibt sie relativ konstant. Frauen mit hoher Gesundheitskompetenz informie- Lichtscheider Straße 89 ren sich mehr über gesundheitsrelevante Themen und zeigen eine hohe 42285 Wuppertal Tel.: 0202 56 81 99 14 01 Vorsorgeorientierung. Bei Männern mit hoher Gesundheitskompetenz zeigt Fax: 0202 56 81 99 14 59 presse@barmer-gek.de sich dagegen eine auffällige Abweichung. Sie beteiligen sich vergleichsweise www.barmer-gek.de Athanasios Drougias (Ltg.) selten an Gesundheits-Checks. Die Vorsorgeorientierung ist genauso niedrig Tel.: 0202 56 81 99 14 21 athanasios.drougias@barmer-gek.de ausgeprägt wie bei Männern mit niedriger Gesundheitskompetenz. Dazu Dr. Kai Behrens Tel.: 030 25331 44 3020 kai.behrens@barmer-gek.de
  • 3. passt auch eine anderes Ergebnis: Männer mit höheren Bildungsabschlüs- sen wie Abitur oder Fachhochschulreife betreiben weniger Vorsorge als Männer mit Hauptschulabschluss. Die Internetbefragung der BARMER GEK lief von Mitte März bis Ende Mai 2010. Die Teilnehmer beantworteten rund zehn Minuten lang einen Online- Fragebogen und erhielten per Mausklick ihr persönliches Gesundheitskom- petenz-Profil. Zwei Drittel der Teilnehmer waren Frauen, gleichfalls zwei Drit- tel berufstätig. Das Durchschnittsalter lag bei rund 43 Jahren. Die Befragten arbeiten mehrheitlich in den Branchen Gesundheitswesen und öffentlicher Dienst (jeweils rund 18 Prozent), Industrie (rund 12 Prozent) sowie Handel, Handwerk und Informationstechnologie (insgesamt 11 Prozent). Die Ergebnisse der Befragung sind im Internet unter www.barmer- gek.de/gesundheitsstudie abrufbar. _______________________ Pressestelle Lichtscheider Straße 89 42285 Wuppertal Tel.: 0202 56 81 99 14 01 Fax: 0202 56 81 99 14 59 presse@barmer-gek.de www.barmer-gek.de Athanasios Drougias (Ltg.) Tel.: 0202 56 81 99 14 21 athanasios.drougias@barmer-gek.de Dr. Kai Behrens Tel.: 030 25331 44 3020 kai.behrens@barmer-gek.de