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Sharing Economy 3.0
Potenziale & Herausforderungen
Impulsvortrag
Thomas Dönnebrink
OuiShare Connector Germany
Freelancer Collaborative Economy
@TDoennebrink thomas@ouishare.net
am 20. Oktober 2017 im Umweltbundesministerium,
Krausenstr. 17/18, Raum 2.101a
Im Rahmen der Abfallvermeidungsdialoge:
Abfallvermeidung durch neue Nutzungsformen
Sharing Economy
Was ist das?
Definition: nichts Anerkanntes existiert / Abgrenzung: schwierig
Quelle: https://www.fastcompany.com/3046119/defining-the-sharing-economy-what-is-collaborative-consumption-and-what-isnt
Collaborative- / Peer- / Gig- / On-Demand- Economies
(Maschinenringe u.a. eG/eV)
Die Sharing Economy ist ...
Definitionen & Abgrenzungen
Allgemein (aus Wikipedia *2017) ... Sammelbegriff für Firmen, Geschäftsmodelle,
Plattformen, Online- & Offline-Communitys und Praktiken, die geteilte Nutzung
von ganz/teilweise ungenutzten Ressourcen ermöglichen.
Lawrence Lessing *2008 „... kollaborativer Konsum ermöglicht durch Teilen,
Austausch, Vermietung von Ressourcen ohne die Güter zu besitzen.“
In der wissenschaftlichen Literatur werden zur Klassifikation und Abgrenzung von Sharing Economy
Geschäftsmodellen die Dimensionen: Grad der Kommerzialität vs. Art der Ressource
(Produkt/Service-Charakter), bzw. (i) Non-professionalism, (ii) Commercialism, (iii) Temporality und
(iv) Tangibility verwendet. Das Schaubild illustriert den durch die Abgrenzungskriterien
aufgespannten Raum, dem gemeinhin Geschäftsmodelle der Sharing Economy zuzuordnen sind. (aus
Wikipedia)
--- Zusätzlich noch eine Definition von Rachel Botsman
„... eine Ökonomie die aufbaut auf dezentralen Netzwerken verbundener Individuen & Communitys
vs. Zentralisierter Institutionen und so transformiert wie wir produzieren,
Konsumieren, finanzieren und lernen.“ (Original: „... economy built on distributed networks of
connected individuals and communities versus centralized institutions, transforming how we can
produce, consume, finance, and learn.”– Rachel Botsman
https://www.fastcompany.com/3046119/defining-the-sharing-economy-what-is-collaborative-
consumption-and-what-isnt
Entwicklung (des Objektes)
der kollaborativen Ökonomie
Quelle: gezeichnet nach Rachel Botsmans Präsentation bei Wired (s. Youtube)
Wie hat sich das Objekt der kollaborativen Ökonomie nun entwickelt/ausgebreitet
– sowohl im Bezug auf die Gegenstände, als auch Bereich und die Zeit.
Bezüglich der Frage was wir teilen lassen sich vier Phasen unterschieden:
Phase 1 Wir verbinden uns um Informationen zu teilen.
Phase 2 Wir verbinden uns untereinander um soziale Netzwerke zu bilden.
Phase 3 Wir verbinden uns um digitale Güter zu teilen
Phase 4 Wir verbinden uns um reale Güter zu teilen und zugänglich zu machen.
Kurzum: Sharing und gemeinschaftliche Nutzung erreicht neue Dimensionen
Zum einen durch neue Technologien, zum anderen durch neue Erfahrungen und Bedürfnisse.
Bezüglich der Bereiche wo geteilt und kollaboriert wird lassen sich vier unterscheiden.
Diese überlappen und verstärken sich gegenseitig.
Am bekanntesten und weitesten verbreitet ist das Feld des kollaborativen Konsums, meist auch
bekannt unter dem Begriff Share- oder Sharing Economy.
Weniger bekannt, aber vielleicht in Zukunft noch disruptiver für den Status Quo sind die Felder der
kollaborativen Produktion und der kollaborativen Finanzierung.
In einem vierten Bereich, der unter Begriffen wie Offenheit oder kollaboratives Wissen oder Lernen
bekannt ist, werden Konzepte wie open software, open hardward, open knowledge, open
government and governance zusammengefasst. Aspekte dieses Bereichs der Offenheit spielen für
alle drei vorangehende Bereich auch eine wichtige Rolle.
Sharing Economy
Treiber & (Vor)bedingungen
Internet /
Smartphones
Sehnsucht nach
Gemeinschaft/Teilhabe
Umweltbewusstsein
Ressourcenschonung
Wirtschaftliche Not
... macht erfinderisch
Vertrauen in
Fremde
Vertrauen in
die Commons
Ungenutzte
Kapazitäten
Kritische
Masse
Bezüglich der Frage nach den Treibern dieser kollaborativen Ökonomie lassen sich vier nennen:
1. Rasende Verbreitung technologischer Innovationen &Digitalisierung durch Internet & Smartphones.
2. Zunehmende Sehnsucht nach Gemeinschaft und Teilhabe nach Jahrzehnten autistischem Materialismus.
3. Ein wachsendes Umwelt-Bewusstsein und Achtsamkeit für die planetarischen Grenzen.
4. Ökonomische (Sach)Zwänge. Die Not als Mutter von Innovation.
Die Treiber 2 & 3 stellen weitgehend eine Renaissance traditioneller Verhaltensweisen und alter Formen der
Verbundenheit dar. Nichtdestotrotz können sie aufgrund ihres Bestebens den Status quo zu ändern, als Ausdruck
sozialer Innovation betrachtet werden. Diese Treiber der sozialen Innovation verbinden sich mit den Treibern der
technologischen Innovation und schaffen so eine neue disruptive Qualität, für die hier den Ausdruck
KOLLABORATIVE INNOVATION prägen möchte. Wir betrachte diese Kollaborative Innovation sowohl als einen
wichtigen Ursprung als auch kraftvollen Motor für die Werteverschiebung, die sich zunehmend entfaltet und das
Wesen als auch den Lauf unserer Wirtschaft und Gesellschaft verändert.
Bezüglich der Vorbedingungen für die kollaborative Ökonomie lassen sich erneut vier ausmachen.
1. Vertrauen: Digitale Technology, GPS, Soziale Netzwerke ermöglichen kollaborative Technologien wie z.b.
Reputation Systeme die Vertrauen schaffen. Misstraute Fremde (strangers) werden zu Vertrauten (frangers) oder
sogar Freunden (friends).
2. Wachsender Glaube an die Commons wird geschaffen durch Werteverschiebungen wie bei der Bedeutung des
Privateigentums, Lebenstilen wie auch Lebenszielen
3. Ungenutzte Kapazitäten werden zunehmend als uneffizient und verschwenderisch wahrgenommen (klassische
Beispiel: der Privatwagen 23/24 am Straßenrand stehend).
4. Wachsender Netzwerkeffekt der zunehmend bessere matchings ermöglicht
und gegen Null tendierende Transaktionskosten.
Je mehr sich diese Vorbedingungen verbessern – und alle vier tun dies –
desto schneller und weiter wird sich die kollaborative Ökonomie ausbreiten.
Entwicklung (des Subjekts)
der kollaborativen Ökonomie
Betrachten wir nun die Subjekte der, bzw, hinter der Sharing/Collaborative Economy, d.h. die
Hauptakteure und deren Motivationen, so lassen sich drei Stationen unterscheiden.
Ich beschreibe sie mit den Begriffen 1.0/2.0/3.0 und erlaube mir sie – wie im obigen Schaubild
dargestellt - neben andere in der Literatur und im Diskurs verwendete Begriffe zu setzen.
So verwenden wir Collaborative Economy 1.0 synonym mit „social sharing“ (Referenz
unbekannt), Collaborative Economy 2.0 mit Plattform Kapitalismus (Begriff geprägt von Sascha
Lobo u.a.) und die Collaborative Economy 3.0 mit Plattform Kooperativismus (Begriff geprägt
von Trebor Scholz). Wobei im letzten Fall, der Plattform Kooperativismus diese nur eine – wen
auch gegenwärtig die bekannteste – Form der Collaborative Economy darstellt.
Jede dieser Phasen, jedes Upgrade, kann als eine Reaktion, eine Gegenbewegung, der
vorherigen betrachtet werden.
Nicht nur sehr amüsant, sondern auch sehr interessant erscheint mir auch die Betrachtung
von Dmytri Kleiner im 12. Kapitel des Buches von Trebor und Schneiders Buch „Ours to Hack
and to Own“. Seine Begrifflichkeit von: disintermediation – antidisintermediation und
counterantidisintermediation beschreibt sehr gut und anschaulich die sich aufeinander
beziehenden Gegenbewegungen.
Kollaborative Ökonomie 1.0
Soziales Sharing - Disintermediation
Mehr Teilen & Kollaboration
... als Ökonomie
In der kollaborativen Ökonomie 1.0 liegt der Fokus mehr auf dem teilen und kollaborieren
als auf der Ökonomie.
Die Akteure sowie Entwicklungs- und Veränderungstreiber sind vor alle: Hobbytreibende,
Netzwerke um gemeinsame Interessen, Aktivisten, nicht-kommerzielle Entitäten etc.
Und ihre Motivationen sind vielfältig und unterschiedlich:
es können soziale, ökologische, ökonomische oder Formen der Selbstverwirklichung,
Gemeinschaftsbildung sein oder einfach aus Lust an Unterhaltung, des Teilens oder Beitragen zu
einem Allgemeinwohl.
Beispiele sind: Wikipedia, Linux, Repair Cafés, foodsharing, mundraub oder die Anfänge von
Couchsurfing.
Yochai Benkler, Harvardprofessor und Autor von Büchern wie „The Wealth of Networks“ (Der
Reichtum von Netzwerken) beschreibt es auf folgende Weise:
“... Das Ergebnis sind soziale Interaktionen. Es war schwierig dies zu erklären als ich 2004
"Sharing nicely" geschrieben habe, da ich noch nicht auf airbnb o.ä. verweisen konnte, allerdings
konnte ich damals auch ohne Probleme auf die sich entfaltende Entwicklung zeigen, da sie noch
wahrhaftig sozial war im Gegensatz zu sich später überstülpenden Marktmechanismen.
Kollaborative Ökonomie 2.0
PlattformKapitalismus - Anti-Disintermediation
Mehr Ökonomie
... Als Teilen & Kollaboration
„Denkt an Google, Youtube, flickr, Uber, airbnb – alles Firmen welche nicht länger jemanden
Für die Erstellung des Content und der Services bezahlen sondern uns in die Lage versetzten
Diese selbst zu tun und dann haben sie einen Vakuum Sauger und saugen den Wert aus
Unserem Austauschsystem ... 100% des Marktwertes wird privatisiert, gekapert und nicht
Reinvestiert in die Kapazität der Nutzer beizusteuern. Dies ist das eigentliche Problem ..“
Michel Bauwens @PlatformCoopBerlin#1 Event 2016-03-04 (aus dem Englischen)
In der kollaborativen Ökonomie 2.0 ist der Fokus mehr auf der Ökonomie
als auf dem Teilen und Kollaborieren.
Die Akteure und Entwicklungs- und Veränderungstreiber sind vor allem:
VC gesponserte Start-ups.
Und ihre Motivationen sind vornehmlich ökonomischer Natur:
Eroberung von Marktanteilen,
Anstreben von Monopolstellungen,
Maximierung von Profiten,
Extraktion von Werten (in Form von Geld, Daten etc.)
Einige der bekanntesten Beispiele sind: Facebook, Airbnb, Uber y Co.
„Denkt an Google, Youtube, flickr, Uber, airbnb – alles Firmen welche nicht länger jemanden
Für die Erstellung des Content und der Services bezahlen sondern uns in die Lage versetzten
Diese selbst zu tun und dann haben sie einen Vakuum Sauger und saugen den Wert aus
Unserem Austauschsystem ... 100% des Marktwertes wird privatisiert, gekapert und nicht
Reinvestiert in die Kapazität der Nutzer beizusteuern. Dies ist das eigentliche Problem ..“
Michel Bauwens @PlatformCoopBerlin#1 Event 2016-03-04 (aus dem Englischen)
Hier einige Zahlen (2016) zu UBER & airbnb, den Flagschiffe dieser kollaborativen Ökonomie 2.0:
Sie zeigen ihre globale Ausdehnung, ihr finanzielles Potential, ihren spekulativen Wert und ihre
geringe und exklusive Basis von Investoren und somit Besitzern.
UBER
>400.000 Fahrer in den USA (Katz/Krueger)
en: 449 Städte/66 Länder (Wikipedia)
VC: >10 Millarden $*
14 Runden/72 Investoren (Crunchbase)
Börsenwerte: 80+ Milliarden?
airbnb
>1,5 Mio. Auflistungen in
34.000 Städten/191 Ländern (Wikipedia)
VC: 2.39 Milliarde. $* + 1 Milliarde Fremdfinanzierung
8 Runden/33 Investoren/ 10 Akquisitionen (Crunchbase)
Börsenwert: 25+ Milliarden?
Innerhalb weniger Jahre bietet beispielsweise airbnb mehr Betten an als die größte Hotelkette
und sie erreichen dies mit einem Bruchteil der Angestellten und erzielen an der Börse eine höhere
Bewertung.
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Neben den genannten „Bits“-Anbietern: Google, Youtube, Flickr und den genannten
„Atoms“-Anbietern UBER und airbnb (Auto und Haus) gibt es aber noch viele weitere
Bereiche in denen tausende von Plattformen - mit ihren teils exponentiellen
Wachstumsraten - unsere Wirtschaft- unsere Gesellschaft und wie wir reisen, leben,
arbeiten, denken und handeln zunehmend und rasant verändern.
Es gibt verschiedene Versuche von Übersichten, eine der bekanntesten ist
Honeycomb, das Wabenmuster von Jeremiah Owjang Crowd Companies - www.web-
strategist.com Hier die letzte Ausgabe 3.0 vom März 2016 in der 280 startups aus
460 untersuchten ausgewählt und kategorisiert wurden.
Uberisierung & Monokulturen
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Nun mögen die Bereiche, Branchen und Startups vielseitig sowie die Ideen und deren
Umsetzungen der Tausenden von entstandenen Plattformen kreativ gewesen sein.
Meist nicht sehr kreativ wurde es wenn es um Governance- &Ownershipmodelle ging.
Der Begriff Uberisation lässt sich nicht nur verwenden für die Beschreibung des
technischen Aspekt von Plattformen und Mobile Apps, die Peer to Peer Transaktionen
zwischen Klienten und Providern ermöglichen, sondern auch als Bezeichnung für eine
Verengung von Handlungs- und Gestaltungsoptionen auf die des neoliberalen,
libertäre Silicon Valleys. Und die sehen meist so aus: Suche und Umsetzung
vermarktbarer Ideen, Attraktion von reichlich VC Kapital, Skalierung und Anstrebung
von Monopolisierung für schnellen lukrativen Börsengang mit hohen return on
investment - alles weitere wird dieser Logik nachgeordnet –spätestens wenn das VC
Kapital und die damit verbundenen Sachzwänge das Ruder übernommen haben.
Die Präsenz und der „Erfolg“ von Namen wie UBER und Airbnb sowie der
dahinterstehenden Firmen, Modelle und Philosophien in den Medien sowie in den
Köpfen junger Entrepreneure und profitorientierter Kapitalanleger sind wohl enorm.
Fasst scheint es als halle Margret Thatchers TINA: „There is no alternative“ noch kräftig
nach.
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21
Verwundert es wenn am Ende herauskommt, was man im Laufe des Prozesses
hineingegeben hat?
So prägte Sascha Lobo in einem Spiegel Online Artikel im September 2014 den Begriff
Plattform Kapitalismus und Jeremiah Owyang stellte in seiner keynote auf dem
OuiShareFest 2015 im May heraus, das VCs innerhalb kurzer Zeit fast 12 Mrd $ in die
Collaborative Economie investiert haben. Das heißt: Die meisten startups gehören den
VCs, den Venture Capitalist. Kurzum: Die Sharing Economy gehört den 1%.
Douglas Rushkoff, Autor des Bestsellers: „Throwing rocks at the Google Bus“ resümiert
u.a. auf der South by Southwest (SXSW) Konferenz, dass die digitale Technik, die ein
neues Zeitalter von Wohlstand bringen sollte bisher lediglich dazu geführt hat den
industriellen Kapitalismus auf Steroide zu setzen, soziale Netzwerke zu Daten Mienen
werden zu lassen und startups für Billionen an die Börse gebracht hat, die aber mehr
Job zerstören als sie schaffen. Rushkoff fordert daher ein neues Operating System für
die digitale Wirtschaft.
"In dem Moment in dem wir aufhören die digitale Ökonomie nur auf das Wachstums
des Kapitals hin zu optimieren und stattdessen beginnen es zu optimieren für die
Zirkulierung von Werten zwischen Menschen, wird alles sehr schnell besser werden."
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Kollaborative Economy 3.0
PlatformCooperativism – Counter-Anti-Disintermediation
Teilen & Kollaboration
Ausgedehnt auf
Besitz und Leitung
Beim Platform Cooperativism geht es um das Klonen des technischen Herzens von Online
Plattformen und deren Einbau in einer genossenschaftliches Modell, eines welches Arbeiter,
Besitzer, Communitys und Städte in Solidarität zueinander bringt und dies politisch durchsetzt.
Trebor Scholz @PlaformCooperativism Conference in NYC 2015-11-12(aus dem Englischen)
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Jetzt manifestiert sich die kollaborative Ökonomie 3.0.
Zum Einen als Gegenbewegung der Kommerzialisierung und Vereinnahmung
(im wahrsten Sinne des Wortes) der kollaborativen Ökonomie
Und zum Anderen als menschlichere Alternative.
Der Plattform Kooperativismus ist eine Ausformung dieser kollaborativen Ökonomie 3.0.
Es wurde verstanden, dass es nicht ausreicht Zugänge zu schaffen, sondern was fehlt ist,
dass Stakeholder einer Plattform auch deren Shareholder (Mitbesitzer und -entscheider) werden.
Nur so kann Mitentscheidung bei Produktionsmitteln gewährleistet und eine Befreiung von
Abhängigkeit und Willkür durch externe Entitäten, die andere Interessen verfolgen, sichergestellt
werden.
So wird vermieden, dass die auf den Plattformen geschaffenen Werte nicht extrahiert und
in wenigen Händen konzentriert und somit noch mehr Ungleichheiten geschaffen werden,
sondern dass diese mehr verteilt werden und somit mehr Gleichheit erzeugen.
Existierende Beispiele von Plattform Kooperativen sind: Fairmondo, Stocksy, Modo, Tapazz, Goteo,
Green Taxi, Fairbnb etc.
Und nun die Frage: Was sind die Potentiale, was die Gefahren/Herausforderungen der Sharing
Economy?
Potentiale
Die Sharing Economy hat das Potenzial ...
• Überall lokal Werte, Wohlstand und Wohlbefinden zu generieren.
• Einzelne Communitys und die Gesellschaft als Ganzes resilienter zu machen.
• mehr (Chancen)Gleichheit und Sicherheit durch gerechteren Zugang zu schaffen.
• Menschen mehr Optionen und Rollenvielfalt zu bieten.
• Menschen mehr Selbst‐ & Mitbestimmung zu ermöglichen.
• Menschen mehr Selbst‐ & Mitgestaltung zu bieten.
• Menschen mehr am gemeinschaftlichen Leben zu inkluieren und Teilhaben zu lassen.
• Gemeinschaftliche Nutzung zu fördern.
• mehr Offenheit & Transparenz zu gewährleisten.
• Zusammenleben mehr auf Augenhöhe zu organisieren.
• Ressourcen zu schonend (v.a. durch geschlossenere regionalere Kreislaufwirtschaften.)
• Menschen und Teilhabe nicht nur über Geld zu definieren.
• mehr Vertrauen unter Menschen und der Gesellschaft zu bilden.
• sich mehr am Gemeinwohl zu orientiert und auszurichten.
• die (Grund)bedürfnisse aller Menschen zu befriedigend.
Gefahren/Herausforderungen
Die Sharing Economy hat das Potenzial ...
• immer mehr Regionen/Bereichen/Bevölkerungsanteilen zu verarmen.
• Einzelne Communitys und die Gesellschaft als Ganzes Krisenanfälliger zu machen.
• mehr Ungleichheit und Unsicherheit durch Eigentums- & Machtkonzentration zu schaffen.
• Die Optionen und Rollenvielfalt von Menschen zu begrenzen.
• Menschen mehr fremd zu bestimmen, zu manipulieren, zu kontrollieren.
• Menschen durch zunehmende Gestaltungsvorgaben einzuengen.
• immer mehr Menschen vom gemeinschaftlichen Leben auszuschließen, zu isolieren.
• Individuellen Konsum zu befeuern.
• undurchsichtige (Daten)Silos & Intransparenz zu schaffen.
• neue Hierarchien und Abhängigkeiten zu organisieren.
• Ressourcenverbrauch zu erhöhen (v.a. durch Reboundeffekte, Bedürfnisgenerierung, etc.).
• immer mehr Lebensbereiche zu kommerzialisieren und monetarisieren.
• Menschen zunehmend zu vereinzeln und Vertrauen zu degenerieren.
• Partikularinteressen zunehmend durchzusetzen.
• die (Grund)bedürfnisbefriedigung einer wachsenden Zahl Menschen zu erschweren.
Was jetzt?
Gut/nützlich oder schlecht/schädlich?
An der Gegenüberstellung fällt schon auf: Die Frage ob Sharing Economy „an sich“: gut, nützlich,
nachhaltig, sozialverträglich, ökologisch, abfallreduzierend ODER schlecht, schädlich,
sozialunverträglich, unökologisch oder ressourcenverbrauchssteigernd ist, ist schwer zu
beantworten.
Um hierauf eine befriedigende Antwort zu finden, muss sich v.a. der Kontext angeschaut werden.
Bill Gates Ausspruch von 1996: „content is king“ sollte ergänzt werden mit „but context is god“.
Oder mit einem anderen Bespiel gesagt: Ein Messer kann eine todbringende Waffe oder ein
lebensrettendes Werkzeug sein. Es kommt darauf an.
Es kommt darauf an was der Kontext ist. Also nicht nur um Was es geht, sondern auch was der
Kontext ist. Dazu gehört: Wer (sind die Akteure)? Warum (handeln sie)? Zu wessen Vorteil? (d.h.
die Ziele, Intentionen, Haltungen und Verhältnisse der Beteiligten bzw. derer die am Ende auf den
Kontext Einfluss nehmen können sind ausschlaggebend. Das heißt es geht auch um Besitz-,
Beziehungs- und Machtverhältnisse, Entscheidungskompetenzen und (politischen) Willen.)
Letztendlich um die entscheidene Frage: Warum?
Hierzu gehört dann auch die Notwendigkeit der Konversation. Und zwar nicht nur die
Konversation mit Besitzern oder Produzenten von Sharing Plattformen oder Experten, sondern
allen Betroffenen.
Erst durch die Betrachtung und Einbeziehung aller drei Kreise kann die ideale Schnittmenge
ermittelt und die richtigen Aktivitäten oder Unterlassungen angegangen werden um die positiven
Potentiale zu ermöglichen und zu befördern und die negativen zu erschweren oder zu
unterbinden.
Handlungsempfehlungen
Ich möchte an dieser Stelle noch einmal zurückgreifen auf Teile meines Impulsvortrags
im Rahmen der AbfallvermeidungsDialogs in 2016 im Umweltbundesamt.
Und an dieser Stelle noch einmal besonders verweisen auf ...
(Hintergrundinforamtion: Ende 2014 gab es aus der Berliner Senatsverwaltung Wirtschaft,
Technologie und Bildung heraus das Interesse der Frage der Sharing und Collaborative
Economy in der Stadt nachzugehen. Als Viererteam wurden wir beauftragt eine kleine 30
seitige Potenzialanalyse zu schreiben. Titel: „Von der geteilten zur teilenden Stadt. Berlin auf
dem Weg zur Sharing City.“ Bei Interesse finden Sie die Potenzialanalyse im Internet - etwas
versteckt und erst auf eine kleine politische Anfrage und nach 15 monatigem Schubladendasein
unter berlin.de/sen/wirtschaft bzw. auf Sharingberlin.de/potenzialanalyse)
1. Indikatoren
Vorschlag von 15 Indikatoren als Bewertungskriterien
01 Lokal wertschöpfend (vs. wertabfließend)
02 Resilienz fördernd (vs. Krisenanfälligkeit)
03 Eigentum streuend (vs. Eigentum konzentrierend)
04 Optionsausweitung & Rollenvielfalt (vs. Options‐ & Rollenbegrenzung)
05 Selbst‐ & Mitbestimmung (vs. Fremdbestimmung)
06 Selbst‐ & Mitgestaltung (vs. Gestaltungsvorgabe)
07 Gemeinschafts‐ bzw. beziehungsfördernd/ inkludierend (vs. Isolierend/ exkludierend)
08 Gemeinschaftliche Nutzung (vs. ausschließliche/ Individual‐Nutzung (Abverkauf, Einweg)
09 Offenheit & Transparenz (vs. Silos & Intransparenz)
10 Horizontal (Peer) (vs. hierarchisch)
11 Ressourcen schonend/Kreislaufwirtschaft (vs. Ressourcen verbrauchend /Einweg)
12 Teilhabe‐ & Gestaltungsvielfalt über Geld hinaus (vs. nur über Geld)
13 Vertrauensbildend (vs. vereinzelnd)
14 Gemeinwohlorientiert (vs. Partikularinteressen)
15 Grundbedürfnisse befriedigend (vs. Luxusbedarf/ Verschwendung
1. Vorschlag der Erstellung allgemeingültiger Indikatoren / Deskriptoren
- als Bewertungskriterien für die Sharing & Collaborative Economy und
- zur Klassifizierung von Firmen, Geschäftsmodelle, Plattformen, Online- & Offline-Communitys
und Praktiken.
Ich hatte vorgeschlagen, dass diese Indikatoren visuelle Entsprechungen in Form der
Energiesparbalken in Elektrogeräten finden könnten und als solche helfen
positive Effekte zu fördern und negative zu erschweren.
Unter bitly.com/Indikatoren-CollaborativeEconomy gibt es weiter Überlegungen hierzu.
Bei Interesse können dort auch Kommentare hinterlassen werden.
2. Handlungsempfehlungen
aus der Potenzialanalyse
ALLGEMEINE HANDLUNGSEMPFEHLUNGEN
1. Wahrnehmen & Sensibilisieren
2. Verstehen & differenzieren
3. Regulieren & deregulieren
4. Wertschätzen, sichtbar machen & fördern
5. Kooperieren & integrieren
6. Profilieren & proaktiv agieren
KONKRETE HANDLUNGSEMPFEHLUNGEN (Ausw.)
1. Verwaltungsübergreifende AGs
2. On- & Offline Plattformen für Kollaboration
3. Gesetzesinitiativen pro bürgl. Engagement,
Non-profit & kooperativer Rechtsformen
4. Gütesiegel ökosozialer Sharing-Produkte
5. Initierung europäischer Sharing City Resolution
6. Allianz europäischer Sharing Cities
2. Handlungsempfehlungen unterschieden in allgemeine und konkrete:
1.Wahrnehmen & Sensibilisieren
Potenzialanalyse, Mapping
2. Verstehen & differenzieren
Phase 1: rosarot. Phase 2: tiefschwarz. Phase 3: Differenzierungen & Andersartigkeit
3. Regulieren & deregulieren
Dialog mit Sharing-Initiativen, gemeinsame Regeln entwickeln, aus Grauzone führen.
4. Wertschätzen, sichtbar machen & fördern
Strategisch Förderung unterstützungswürdiger Unternehmungen (nur teilw. Monetär)
5. Kooperieren & integrieren
Potenziale nutzen: Selbstorganisation, Partizipation, kooperative Entscheidungsprozesse
Potenzieller Kooperationspartner “Public-Civic Partnerschaften“ zur Rückgewinnung von Politischen
Handlungsoptionen
6. Profilieren & proaktiv agieren
Konkrete Empfehlungen/Wünsche an ... 1) ...Landesebene 2) ...Bundesebene 3) ...EU‐Ebene (Auswahl).
Hier nur einige Beispiele (siehe Beispiele Tafel)
Einladung
PeerSharing
AbschlussKonferenz 30.11.17
Mit Sharing nachhaltiger wirtschaften?
Sozial-ökologische Potenziale
der digitalen Kultur des Teilens
Vorstellung der empirischen Erkenntnisse
Fragen:
► Warum nutzen Menschen Sharing-Angebote?
► Welche Potenziale gibt es für Peer-to-Peer
Sharing?
► Kann die digitale Kultur des Teilens so weiterent-
wickelt werden, dass sie einen (noch größeren)
Beitrag zum nachhaltigen Wirtschaften leistet, etwa
zu Ressourcenschonung und Klimaschutz?
► Welche Rahmenbedingungen braucht es dafür?
Forum 1
Geteilte Güternutzung –
wie gut für die Umwelt?
Ausblick
„Die Zukunft gehört Unternehmen welche Kontrolle und Wohlstand verteilen
anstatt beides zu konzentrieren, und dies ist kein utopischer Traum,
sondern eine zunehmende praktische Notwendigkeit um Kunden
in einer Nullgrenzkostenwelt zu gewinnen und zu halten.“
Neal Gorenflo, Herausgeber des Shareable Magazins.
Kollaborative Economy 4.0
Glokale ganzheitliche Wir-Kultur Zentren
Kollaborative Economy 4.0
Glokale ganzheitliche Wir-Kultur Zentren
Beispiel: Hof Prädikow (Infos von www.hof-praedikow.de )
In Prädikow, einem kleinen idyllischen Dorf in der Märkischen Schweiz (ca. 1 Std. von Berlins Zentrum
entfernt) liegt ein ebenso schöner wie großer Gutshof (3 ha Hof auf 9 ha Land). Bis zur Wende wurden
hier eine Brennerei, eine Schmiede, Tierställe, Scheunen, Landwirtschaft jeglicher Art und
Wohngebäude aktiv betrieben. Nun wollen wir diesem Hof neues Leben einhauchen und gemeinsam
mit inspirierten und engagierten Menschen einen Ort zum Wohnen und Arbeiten schaffen. Wann?
Sofort!
WIE IST DER STAND?
Im Dezember 2016 erwarb die Stiftung trias den Hof Prädikow und schloss mit der
Mietergenossenschaft Selbstbau e.G. im Januar 2017 einen Erbbaupachtvertrag ab. Wir, eine Gruppe
von mittlerweile 24 Erwachsenen (und 12 Kindern), organisieren seit dem Januar 2017 die vielfältige
Aktivitäten auf dem Hof, sowie die Entwicklung des Standortes. Die erste Bauphase ist für Ende 2017
geplant.
VISION
Der Hof soll ein lebendiger Raum zum Wohnen und Arbeiten werden, generationsübergreifend und
zukunftsweisend. Der Hof ist groß genug für viele Ideen und bietet nicht nur Platz für die zukünftigen
Bewohner/innen, sondern auch für viele Arten von Gewerbe und einen aktiven Austausch mit Dorf und
Region.
Das Projekt verbindet gemeinschaftliches Wohnen und zeitgemäßes Arbeiten auf dem Land. Als
Schnittstelle für traditionelles Handwerk, Kreativwirtschaft und digitales Gewerbe werden vielfältige
Synergien genutzt und innovative Prozesse sowie Produkte für Mobilität, Versorgung, Bildung, Kultur
und Gemeinschaft entwickelt. Ein Reallabor für das Landleben der Zukunft.
Vielen Dank!
Thomas Dönnebrink
OuiShare Connector Germany
Freelancer Collaborative Economy
www.about.me/thomasdoennebrink
thomas@ouishare.net
@tdoennebrink
+49 176 32335744
Über Thomas Dönnebrink
lebt in Berlin und arbeitet als OuiShare Connector und Freelancer
im Bereich Collaborative Economy/Society, soziale Innovation und Transformation.
Sein Fokus liegt auf den Charakteristika neuer und alter Ökonomie
und der Konvergenz von Ideen, Konzepten und Bewegungen im Kontext der sich entwickelnden
Transformation unser Wirtschaft und Gesellschaft im Allgemeinen und von Organisationen und
communitys im Besonderen.
Zu diesen Themen und Fragen hält er Reden und workshop,ist beteiligt an Forschungsvorhaben und
Studien, organisiert, kuratiert, moderiert und facilitiert Events unterschiedlicher Formate und berät
Individuen und Organisationen in Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft in nationalem
und internationalen Kontext.
LinkedIn Profil - thomas@ouishare.net - @tdoennebrink - +49 176 32335744
1 Magazin ouishare.net
8 Große Konferenzen
2 Touren (LATAM/Europa
10 Internationale Summits
100+ FB/Slack Gruppen
Hunderte OuiShare
Events
Tausende Mitglieder
Zehntausende FB/Twitter
Fan & Follower Fans
> 30 cities in Europa, Lateinamerica & Near Osten
4. Internationale Konferenz. 18.-21.Mai 2016
“After the Gold Rush”
About OuiShare
OuiShare entstanden vor vier Jahren in Paris aus einem Blog zum Thema kollaborativer Konsum.
Mittlerweile hat OuiShare sich gewandelt in ein internationales Peer-Netzwerk mit Tausenden von
Mitgliedern und das Studienobjekt hat zunehmend holistische Formen angenommen.
Als Bewegung, think und do-tank hat OuiShare mittlerweile einige Hundert Events in Dutzenden von
Städten in Europa, Amerika und dem Nahen Osten veranstaltet..
Seit 2013 findet jedes Jahr im Mai in Paris das 3-tägige OuiShareFest statt. Seit 2015 auch in Barcelona
und seit 2016 in Rio de Janero. Als größtest Event der kollaborativen Ökonomie und Gesellschaft zieht
es jährlich über Tausend Teilnehmer, Teilgeberinnen und Experten aus der ganzen Welt an.
Werte (werden gerade überarbeitet in kollektivem Prozess)
Openness – Transparency – Independence – Impact – Feedback –
Action – MPRL (Meet People in Real Life) – PermanentBeta – Inclusion - Play
Zusatzmaterial
Welches in diesem Kontext von Interesse sein könnte
Smart City vs.
Sharing City
Quelle:http://www.berlin-partner.de/standort-berlin/smart-city-berlin/
Akteure/Treiber:
Public – Private Partnership:
v.a. große Unternehmen/Organisationen
Herangehensweise/Philosopie/Weltbild:
top – down, technokratisch, technologisch, IOT,
ökonomisch, paternalistisch
Bürger:
passiv – abhängig – überwacht - konsumistisch
Akteure/Treiber:
Public – Civic Partnership:
(multistakeholder)
Herangehensweise/Philosopie/Weltbild:
bottom – up, kollaborativ, (techno-sozial), partizipativ
Bürger:
(pro)aktiv – kontributiv – verantwortlich - inklusiv
Lassen Sie uns einmal am Beispiel Berlins den Smart City Ansatz genauer anschauen. Hier einige Statements
von einem der Haupttreiber in der Stadt: berlin-partner: „Für Berlin als „Smart City“ gibt es ein klares
politisches Bekenntnis. Im April 2015 hat der Berliner Senat die Smart-City-Strategie Berlin beschlossen."
Zu den Zielen gehören unter anderen der Ausbau der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der
Metropolregion Berlin-Brandenburg, die Steigerung der Ressourceneffizienz und Klimaneutralität Berlins bis
zum Jahr 2050.“
Oder ebenso auf gleicher Seite: „Das Netzwerk Smart City Berlin ist eine von der Berlin Partner für
Wirtschaft & Technologie GmbH und der Technologiestiftung Berlin initiierte Arbeitsgruppe mit mehr als
100 Unternehmen, Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen ...“
Ausschlussreich auch das Titelbild der Smart City Ausgabe der Berlin Partner Brochure/Zeitschrift. Auf der
Titelseite sieht man: Stadtsilouette, Kurvenverläufe, Cloud- App & Tech Icons and dazu folgende Teaser:
Industrie 4.0, ein Blick auf die vierte Revolution mit GE – Cisco, die Ziele des IT-Giganten am Standtort Berlin
– Greentech Awards prämieren grüne Innovationen und „Im Interview: Vorstandsvorsitzender von DB
Station & Service“
Daraus ergibt sich ein Bild der Akteure/Treiber hinter Smart City Initiativen, deren Herangehensweise bzw.
Philosopie/Weltbild und die Rolle der bzw. für die Bürger. (siehe Folie)
Jetzt der Blick auf Sharing Cities. Sucht man in Wikipedia nach Sharing City, so sucht man vergeblich. Findet
auch auf der englischsprachigen Seite nichts. Nehmen wir also die Definition von Amsterdam, der ersten
sich in Europe zur Sharing City erklärten Stadt:
„Amsterdam Sharing City recognizes the sharing economy as a key driver of sustainable and economically
resilient city rich in social capital and acknowledges the need to consider sharing economy principles and
incorporate them in the process of recreating the political, economic and social landscape.“
Aus dieser Definition und meinem eigenen Selbstverständnis leite ich folgende Merkmale für eine Sharing
City ab, die sich teilweise recht deutlich von der Smart City unterscheidet: (siehe Folie)
Schaut man sich unter den genannten Botschaftern der Amsterdam Sharing City’
So findet man unter den Akteuren auch Amsterdam Smart City.
Hier ist – und ich finde so sollte es auch sein – Smart City ein Bestandteil einer Sharing City.
Sharing Economy /
5 Key Criteria by Botsman
5 key ingredients to truly collaborative, sharing-driven companies.
Quelle: https://www.fastcompany.com/3046119/defining-the-sharing-economy-what-is-collaborative-consumption-and-what-isnt
 The core business idea involves unlocking the value of unused or under-utilized
assets (“idling capacity”) whether it’s for monetary or non-monetary benefits.
 The company should have a clear values-driven mission and be built
on meaningful principles including transparency, humanness, and authenticity
that inform short and long-term strategic decisions.
 The providers on the supply-side should be valued, respected, empowered & the
companies committed to making the lives of these providers economically & socially better.
The customers on the demand side of the platforms should benefit from the ability to get
goods and services in more efficient ways that mean they pay for access instead of ownership.
The business should be built on distributed marketplaces or decentralized networks that
create a sense of belonging, collective accountability and mutual benefit through the
community they build

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2017 10-20 presentation sharing economy 3-0

  • 1. Sharing Economy 3.0 Potenziale & Herausforderungen Impulsvortrag Thomas Dönnebrink OuiShare Connector Germany Freelancer Collaborative Economy @TDoennebrink thomas@ouishare.net am 20. Oktober 2017 im Umweltbundesministerium, Krausenstr. 17/18, Raum 2.101a Im Rahmen der Abfallvermeidungsdialoge: Abfallvermeidung durch neue Nutzungsformen
  • 2. Sharing Economy Was ist das? Definition: nichts Anerkanntes existiert / Abgrenzung: schwierig Quelle: https://www.fastcompany.com/3046119/defining-the-sharing-economy-what-is-collaborative-consumption-and-what-isnt Collaborative- / Peer- / Gig- / On-Demand- Economies (Maschinenringe u.a. eG/eV)
  • 3. Die Sharing Economy ist ... Definitionen & Abgrenzungen Allgemein (aus Wikipedia *2017) ... Sammelbegriff für Firmen, Geschäftsmodelle, Plattformen, Online- & Offline-Communitys und Praktiken, die geteilte Nutzung von ganz/teilweise ungenutzten Ressourcen ermöglichen. Lawrence Lessing *2008 „... kollaborativer Konsum ermöglicht durch Teilen, Austausch, Vermietung von Ressourcen ohne die Güter zu besitzen.“
  • 4. In der wissenschaftlichen Literatur werden zur Klassifikation und Abgrenzung von Sharing Economy Geschäftsmodellen die Dimensionen: Grad der Kommerzialität vs. Art der Ressource (Produkt/Service-Charakter), bzw. (i) Non-professionalism, (ii) Commercialism, (iii) Temporality und (iv) Tangibility verwendet. Das Schaubild illustriert den durch die Abgrenzungskriterien aufgespannten Raum, dem gemeinhin Geschäftsmodelle der Sharing Economy zuzuordnen sind. (aus Wikipedia) --- Zusätzlich noch eine Definition von Rachel Botsman „... eine Ökonomie die aufbaut auf dezentralen Netzwerken verbundener Individuen & Communitys vs. Zentralisierter Institutionen und so transformiert wie wir produzieren, Konsumieren, finanzieren und lernen.“ (Original: „... economy built on distributed networks of connected individuals and communities versus centralized institutions, transforming how we can produce, consume, finance, and learn.”– Rachel Botsman https://www.fastcompany.com/3046119/defining-the-sharing-economy-what-is-collaborative- consumption-and-what-isnt
  • 5. Entwicklung (des Objektes) der kollaborativen Ökonomie Quelle: gezeichnet nach Rachel Botsmans Präsentation bei Wired (s. Youtube)
  • 6. Wie hat sich das Objekt der kollaborativen Ökonomie nun entwickelt/ausgebreitet – sowohl im Bezug auf die Gegenstände, als auch Bereich und die Zeit. Bezüglich der Frage was wir teilen lassen sich vier Phasen unterschieden: Phase 1 Wir verbinden uns um Informationen zu teilen. Phase 2 Wir verbinden uns untereinander um soziale Netzwerke zu bilden. Phase 3 Wir verbinden uns um digitale Güter zu teilen Phase 4 Wir verbinden uns um reale Güter zu teilen und zugänglich zu machen. Kurzum: Sharing und gemeinschaftliche Nutzung erreicht neue Dimensionen Zum einen durch neue Technologien, zum anderen durch neue Erfahrungen und Bedürfnisse. Bezüglich der Bereiche wo geteilt und kollaboriert wird lassen sich vier unterscheiden. Diese überlappen und verstärken sich gegenseitig. Am bekanntesten und weitesten verbreitet ist das Feld des kollaborativen Konsums, meist auch bekannt unter dem Begriff Share- oder Sharing Economy. Weniger bekannt, aber vielleicht in Zukunft noch disruptiver für den Status Quo sind die Felder der kollaborativen Produktion und der kollaborativen Finanzierung. In einem vierten Bereich, der unter Begriffen wie Offenheit oder kollaboratives Wissen oder Lernen bekannt ist, werden Konzepte wie open software, open hardward, open knowledge, open government and governance zusammengefasst. Aspekte dieses Bereichs der Offenheit spielen für alle drei vorangehende Bereich auch eine wichtige Rolle.
  • 7. Sharing Economy Treiber & (Vor)bedingungen Internet / Smartphones Sehnsucht nach Gemeinschaft/Teilhabe Umweltbewusstsein Ressourcenschonung Wirtschaftliche Not ... macht erfinderisch Vertrauen in Fremde Vertrauen in die Commons Ungenutzte Kapazitäten Kritische Masse
  • 8. Bezüglich der Frage nach den Treibern dieser kollaborativen Ökonomie lassen sich vier nennen: 1. Rasende Verbreitung technologischer Innovationen &Digitalisierung durch Internet & Smartphones. 2. Zunehmende Sehnsucht nach Gemeinschaft und Teilhabe nach Jahrzehnten autistischem Materialismus. 3. Ein wachsendes Umwelt-Bewusstsein und Achtsamkeit für die planetarischen Grenzen. 4. Ökonomische (Sach)Zwänge. Die Not als Mutter von Innovation. Die Treiber 2 & 3 stellen weitgehend eine Renaissance traditioneller Verhaltensweisen und alter Formen der Verbundenheit dar. Nichtdestotrotz können sie aufgrund ihres Bestebens den Status quo zu ändern, als Ausdruck sozialer Innovation betrachtet werden. Diese Treiber der sozialen Innovation verbinden sich mit den Treibern der technologischen Innovation und schaffen so eine neue disruptive Qualität, für die hier den Ausdruck KOLLABORATIVE INNOVATION prägen möchte. Wir betrachte diese Kollaborative Innovation sowohl als einen wichtigen Ursprung als auch kraftvollen Motor für die Werteverschiebung, die sich zunehmend entfaltet und das Wesen als auch den Lauf unserer Wirtschaft und Gesellschaft verändert. Bezüglich der Vorbedingungen für die kollaborative Ökonomie lassen sich erneut vier ausmachen. 1. Vertrauen: Digitale Technology, GPS, Soziale Netzwerke ermöglichen kollaborative Technologien wie z.b. Reputation Systeme die Vertrauen schaffen. Misstraute Fremde (strangers) werden zu Vertrauten (frangers) oder sogar Freunden (friends). 2. Wachsender Glaube an die Commons wird geschaffen durch Werteverschiebungen wie bei der Bedeutung des Privateigentums, Lebenstilen wie auch Lebenszielen 3. Ungenutzte Kapazitäten werden zunehmend als uneffizient und verschwenderisch wahrgenommen (klassische Beispiel: der Privatwagen 23/24 am Straßenrand stehend). 4. Wachsender Netzwerkeffekt der zunehmend bessere matchings ermöglicht und gegen Null tendierende Transaktionskosten. Je mehr sich diese Vorbedingungen verbessern – und alle vier tun dies – desto schneller und weiter wird sich die kollaborative Ökonomie ausbreiten.
  • 9. Entwicklung (des Subjekts) der kollaborativen Ökonomie
  • 10. Betrachten wir nun die Subjekte der, bzw, hinter der Sharing/Collaborative Economy, d.h. die Hauptakteure und deren Motivationen, so lassen sich drei Stationen unterscheiden. Ich beschreibe sie mit den Begriffen 1.0/2.0/3.0 und erlaube mir sie – wie im obigen Schaubild dargestellt - neben andere in der Literatur und im Diskurs verwendete Begriffe zu setzen. So verwenden wir Collaborative Economy 1.0 synonym mit „social sharing“ (Referenz unbekannt), Collaborative Economy 2.0 mit Plattform Kapitalismus (Begriff geprägt von Sascha Lobo u.a.) und die Collaborative Economy 3.0 mit Plattform Kooperativismus (Begriff geprägt von Trebor Scholz). Wobei im letzten Fall, der Plattform Kooperativismus diese nur eine – wen auch gegenwärtig die bekannteste – Form der Collaborative Economy darstellt. Jede dieser Phasen, jedes Upgrade, kann als eine Reaktion, eine Gegenbewegung, der vorherigen betrachtet werden. Nicht nur sehr amüsant, sondern auch sehr interessant erscheint mir auch die Betrachtung von Dmytri Kleiner im 12. Kapitel des Buches von Trebor und Schneiders Buch „Ours to Hack and to Own“. Seine Begrifflichkeit von: disintermediation – antidisintermediation und counterantidisintermediation beschreibt sehr gut und anschaulich die sich aufeinander beziehenden Gegenbewegungen.
  • 11. Kollaborative Ökonomie 1.0 Soziales Sharing - Disintermediation Mehr Teilen & Kollaboration ... als Ökonomie
  • 12. In der kollaborativen Ökonomie 1.0 liegt der Fokus mehr auf dem teilen und kollaborieren als auf der Ökonomie. Die Akteure sowie Entwicklungs- und Veränderungstreiber sind vor alle: Hobbytreibende, Netzwerke um gemeinsame Interessen, Aktivisten, nicht-kommerzielle Entitäten etc. Und ihre Motivationen sind vielfältig und unterschiedlich: es können soziale, ökologische, ökonomische oder Formen der Selbstverwirklichung, Gemeinschaftsbildung sein oder einfach aus Lust an Unterhaltung, des Teilens oder Beitragen zu einem Allgemeinwohl. Beispiele sind: Wikipedia, Linux, Repair Cafés, foodsharing, mundraub oder die Anfänge von Couchsurfing. Yochai Benkler, Harvardprofessor und Autor von Büchern wie „The Wealth of Networks“ (Der Reichtum von Netzwerken) beschreibt es auf folgende Weise: “... Das Ergebnis sind soziale Interaktionen. Es war schwierig dies zu erklären als ich 2004 "Sharing nicely" geschrieben habe, da ich noch nicht auf airbnb o.ä. verweisen konnte, allerdings konnte ich damals auch ohne Probleme auf die sich entfaltende Entwicklung zeigen, da sie noch wahrhaftig sozial war im Gegensatz zu sich später überstülpenden Marktmechanismen.
  • 13. Kollaborative Ökonomie 2.0 PlattformKapitalismus - Anti-Disintermediation Mehr Ökonomie ... Als Teilen & Kollaboration „Denkt an Google, Youtube, flickr, Uber, airbnb – alles Firmen welche nicht länger jemanden Für die Erstellung des Content und der Services bezahlen sondern uns in die Lage versetzten Diese selbst zu tun und dann haben sie einen Vakuum Sauger und saugen den Wert aus Unserem Austauschsystem ... 100% des Marktwertes wird privatisiert, gekapert und nicht Reinvestiert in die Kapazität der Nutzer beizusteuern. Dies ist das eigentliche Problem ..“ Michel Bauwens @PlatformCoopBerlin#1 Event 2016-03-04 (aus dem Englischen)
  • 14. In der kollaborativen Ökonomie 2.0 ist der Fokus mehr auf der Ökonomie als auf dem Teilen und Kollaborieren. Die Akteure und Entwicklungs- und Veränderungstreiber sind vor allem: VC gesponserte Start-ups. Und ihre Motivationen sind vornehmlich ökonomischer Natur: Eroberung von Marktanteilen, Anstreben von Monopolstellungen, Maximierung von Profiten, Extraktion von Werten (in Form von Geld, Daten etc.) Einige der bekanntesten Beispiele sind: Facebook, Airbnb, Uber y Co. „Denkt an Google, Youtube, flickr, Uber, airbnb – alles Firmen welche nicht länger jemanden Für die Erstellung des Content und der Services bezahlen sondern uns in die Lage versetzten Diese selbst zu tun und dann haben sie einen Vakuum Sauger und saugen den Wert aus Unserem Austauschsystem ... 100% des Marktwertes wird privatisiert, gekapert und nicht Reinvestiert in die Kapazität der Nutzer beizusteuern. Dies ist das eigentliche Problem ..“ Michel Bauwens @PlatformCoopBerlin#1 Event 2016-03-04 (aus dem Englischen)
  • 15. Hier einige Zahlen (2016) zu UBER & airbnb, den Flagschiffe dieser kollaborativen Ökonomie 2.0: Sie zeigen ihre globale Ausdehnung, ihr finanzielles Potential, ihren spekulativen Wert und ihre geringe und exklusive Basis von Investoren und somit Besitzern. UBER >400.000 Fahrer in den USA (Katz/Krueger) en: 449 Städte/66 Länder (Wikipedia) VC: >10 Millarden $* 14 Runden/72 Investoren (Crunchbase) Börsenwerte: 80+ Milliarden? airbnb >1,5 Mio. Auflistungen in 34.000 Städten/191 Ländern (Wikipedia) VC: 2.39 Milliarde. $* + 1 Milliarde Fremdfinanzierung 8 Runden/33 Investoren/ 10 Akquisitionen (Crunchbase) Börsenwert: 25+ Milliarden? Innerhalb weniger Jahre bietet beispielsweise airbnb mehr Betten an als die größte Hotelkette und sie erreichen dies mit einem Bruchteil der Angestellten und erzielen an der Börse eine höhere Bewertung.
  • 16. 16
  • 17. Neben den genannten „Bits“-Anbietern: Google, Youtube, Flickr und den genannten „Atoms“-Anbietern UBER und airbnb (Auto und Haus) gibt es aber noch viele weitere Bereiche in denen tausende von Plattformen - mit ihren teils exponentiellen Wachstumsraten - unsere Wirtschaft- unsere Gesellschaft und wie wir reisen, leben, arbeiten, denken und handeln zunehmend und rasant verändern. Es gibt verschiedene Versuche von Übersichten, eine der bekanntesten ist Honeycomb, das Wabenmuster von Jeremiah Owjang Crowd Companies - www.web- strategist.com Hier die letzte Ausgabe 3.0 vom März 2016 in der 280 startups aus 460 untersuchten ausgewählt und kategorisiert wurden.
  • 19. 19 Nun mögen die Bereiche, Branchen und Startups vielseitig sowie die Ideen und deren Umsetzungen der Tausenden von entstandenen Plattformen kreativ gewesen sein. Meist nicht sehr kreativ wurde es wenn es um Governance- &Ownershipmodelle ging. Der Begriff Uberisation lässt sich nicht nur verwenden für die Beschreibung des technischen Aspekt von Plattformen und Mobile Apps, die Peer to Peer Transaktionen zwischen Klienten und Providern ermöglichen, sondern auch als Bezeichnung für eine Verengung von Handlungs- und Gestaltungsoptionen auf die des neoliberalen, libertäre Silicon Valleys. Und die sehen meist so aus: Suche und Umsetzung vermarktbarer Ideen, Attraktion von reichlich VC Kapital, Skalierung und Anstrebung von Monopolisierung für schnellen lukrativen Börsengang mit hohen return on investment - alles weitere wird dieser Logik nachgeordnet –spätestens wenn das VC Kapital und die damit verbundenen Sachzwänge das Ruder übernommen haben. Die Präsenz und der „Erfolg“ von Namen wie UBER und Airbnb sowie der dahinterstehenden Firmen, Modelle und Philosophien in den Medien sowie in den Köpfen junger Entrepreneure und profitorientierter Kapitalanleger sind wohl enorm. Fasst scheint es als halle Margret Thatchers TINA: „There is no alternative“ noch kräftig nach.
  • 20. 20
  • 21. 21 Verwundert es wenn am Ende herauskommt, was man im Laufe des Prozesses hineingegeben hat? So prägte Sascha Lobo in einem Spiegel Online Artikel im September 2014 den Begriff Plattform Kapitalismus und Jeremiah Owyang stellte in seiner keynote auf dem OuiShareFest 2015 im May heraus, das VCs innerhalb kurzer Zeit fast 12 Mrd $ in die Collaborative Economie investiert haben. Das heißt: Die meisten startups gehören den VCs, den Venture Capitalist. Kurzum: Die Sharing Economy gehört den 1%. Douglas Rushkoff, Autor des Bestsellers: „Throwing rocks at the Google Bus“ resümiert u.a. auf der South by Southwest (SXSW) Konferenz, dass die digitale Technik, die ein neues Zeitalter von Wohlstand bringen sollte bisher lediglich dazu geführt hat den industriellen Kapitalismus auf Steroide zu setzen, soziale Netzwerke zu Daten Mienen werden zu lassen und startups für Billionen an die Börse gebracht hat, die aber mehr Job zerstören als sie schaffen. Rushkoff fordert daher ein neues Operating System für die digitale Wirtschaft. "In dem Moment in dem wir aufhören die digitale Ökonomie nur auf das Wachstums des Kapitals hin zu optimieren und stattdessen beginnen es zu optimieren für die Zirkulierung von Werten zwischen Menschen, wird alles sehr schnell besser werden."
  • 22. 22 Kollaborative Economy 3.0 PlatformCooperativism – Counter-Anti-Disintermediation Teilen & Kollaboration Ausgedehnt auf Besitz und Leitung Beim Platform Cooperativism geht es um das Klonen des technischen Herzens von Online Plattformen und deren Einbau in einer genossenschaftliches Modell, eines welches Arbeiter, Besitzer, Communitys und Städte in Solidarität zueinander bringt und dies politisch durchsetzt. Trebor Scholz @PlaformCooperativism Conference in NYC 2015-11-12(aus dem Englischen)
  • 23. 23 Jetzt manifestiert sich die kollaborative Ökonomie 3.0. Zum Einen als Gegenbewegung der Kommerzialisierung und Vereinnahmung (im wahrsten Sinne des Wortes) der kollaborativen Ökonomie Und zum Anderen als menschlichere Alternative. Der Plattform Kooperativismus ist eine Ausformung dieser kollaborativen Ökonomie 3.0. Es wurde verstanden, dass es nicht ausreicht Zugänge zu schaffen, sondern was fehlt ist, dass Stakeholder einer Plattform auch deren Shareholder (Mitbesitzer und -entscheider) werden. Nur so kann Mitentscheidung bei Produktionsmitteln gewährleistet und eine Befreiung von Abhängigkeit und Willkür durch externe Entitäten, die andere Interessen verfolgen, sichergestellt werden. So wird vermieden, dass die auf den Plattformen geschaffenen Werte nicht extrahiert und in wenigen Händen konzentriert und somit noch mehr Ungleichheiten geschaffen werden, sondern dass diese mehr verteilt werden und somit mehr Gleichheit erzeugen. Existierende Beispiele von Plattform Kooperativen sind: Fairmondo, Stocksy, Modo, Tapazz, Goteo, Green Taxi, Fairbnb etc. Und nun die Frage: Was sind die Potentiale, was die Gefahren/Herausforderungen der Sharing Economy?
  • 24. Potentiale Die Sharing Economy hat das Potenzial ... • Überall lokal Werte, Wohlstand und Wohlbefinden zu generieren. • Einzelne Communitys und die Gesellschaft als Ganzes resilienter zu machen. • mehr (Chancen)Gleichheit und Sicherheit durch gerechteren Zugang zu schaffen. • Menschen mehr Optionen und Rollenvielfalt zu bieten. • Menschen mehr Selbst‐ & Mitbestimmung zu ermöglichen. • Menschen mehr Selbst‐ & Mitgestaltung zu bieten. • Menschen mehr am gemeinschaftlichen Leben zu inkluieren und Teilhaben zu lassen. • Gemeinschaftliche Nutzung zu fördern. • mehr Offenheit & Transparenz zu gewährleisten. • Zusammenleben mehr auf Augenhöhe zu organisieren. • Ressourcen zu schonend (v.a. durch geschlossenere regionalere Kreislaufwirtschaften.) • Menschen und Teilhabe nicht nur über Geld zu definieren. • mehr Vertrauen unter Menschen und der Gesellschaft zu bilden. • sich mehr am Gemeinwohl zu orientiert und auszurichten. • die (Grund)bedürfnisse aller Menschen zu befriedigend.
  • 25. Gefahren/Herausforderungen Die Sharing Economy hat das Potenzial ... • immer mehr Regionen/Bereichen/Bevölkerungsanteilen zu verarmen. • Einzelne Communitys und die Gesellschaft als Ganzes Krisenanfälliger zu machen. • mehr Ungleichheit und Unsicherheit durch Eigentums- & Machtkonzentration zu schaffen. • Die Optionen und Rollenvielfalt von Menschen zu begrenzen. • Menschen mehr fremd zu bestimmen, zu manipulieren, zu kontrollieren. • Menschen durch zunehmende Gestaltungsvorgaben einzuengen. • immer mehr Menschen vom gemeinschaftlichen Leben auszuschließen, zu isolieren. • Individuellen Konsum zu befeuern. • undurchsichtige (Daten)Silos & Intransparenz zu schaffen. • neue Hierarchien und Abhängigkeiten zu organisieren. • Ressourcenverbrauch zu erhöhen (v.a. durch Reboundeffekte, Bedürfnisgenerierung, etc.). • immer mehr Lebensbereiche zu kommerzialisieren und monetarisieren. • Menschen zunehmend zu vereinzeln und Vertrauen zu degenerieren. • Partikularinteressen zunehmend durchzusetzen. • die (Grund)bedürfnisbefriedigung einer wachsenden Zahl Menschen zu erschweren.
  • 26. Was jetzt? Gut/nützlich oder schlecht/schädlich?
  • 27. An der Gegenüberstellung fällt schon auf: Die Frage ob Sharing Economy „an sich“: gut, nützlich, nachhaltig, sozialverträglich, ökologisch, abfallreduzierend ODER schlecht, schädlich, sozialunverträglich, unökologisch oder ressourcenverbrauchssteigernd ist, ist schwer zu beantworten. Um hierauf eine befriedigende Antwort zu finden, muss sich v.a. der Kontext angeschaut werden. Bill Gates Ausspruch von 1996: „content is king“ sollte ergänzt werden mit „but context is god“. Oder mit einem anderen Bespiel gesagt: Ein Messer kann eine todbringende Waffe oder ein lebensrettendes Werkzeug sein. Es kommt darauf an. Es kommt darauf an was der Kontext ist. Also nicht nur um Was es geht, sondern auch was der Kontext ist. Dazu gehört: Wer (sind die Akteure)? Warum (handeln sie)? Zu wessen Vorteil? (d.h. die Ziele, Intentionen, Haltungen und Verhältnisse der Beteiligten bzw. derer die am Ende auf den Kontext Einfluss nehmen können sind ausschlaggebend. Das heißt es geht auch um Besitz-, Beziehungs- und Machtverhältnisse, Entscheidungskompetenzen und (politischen) Willen.) Letztendlich um die entscheidene Frage: Warum? Hierzu gehört dann auch die Notwendigkeit der Konversation. Und zwar nicht nur die Konversation mit Besitzern oder Produzenten von Sharing Plattformen oder Experten, sondern allen Betroffenen. Erst durch die Betrachtung und Einbeziehung aller drei Kreise kann die ideale Schnittmenge ermittelt und die richtigen Aktivitäten oder Unterlassungen angegangen werden um die positiven Potentiale zu ermöglichen und zu befördern und die negativen zu erschweren oder zu unterbinden.
  • 29. Ich möchte an dieser Stelle noch einmal zurückgreifen auf Teile meines Impulsvortrags im Rahmen der AbfallvermeidungsDialogs in 2016 im Umweltbundesamt. Und an dieser Stelle noch einmal besonders verweisen auf ... (Hintergrundinforamtion: Ende 2014 gab es aus der Berliner Senatsverwaltung Wirtschaft, Technologie und Bildung heraus das Interesse der Frage der Sharing und Collaborative Economy in der Stadt nachzugehen. Als Viererteam wurden wir beauftragt eine kleine 30 seitige Potenzialanalyse zu schreiben. Titel: „Von der geteilten zur teilenden Stadt. Berlin auf dem Weg zur Sharing City.“ Bei Interesse finden Sie die Potenzialanalyse im Internet - etwas versteckt und erst auf eine kleine politische Anfrage und nach 15 monatigem Schubladendasein unter berlin.de/sen/wirtschaft bzw. auf Sharingberlin.de/potenzialanalyse)
  • 30. 1. Indikatoren Vorschlag von 15 Indikatoren als Bewertungskriterien 01 Lokal wertschöpfend (vs. wertabfließend) 02 Resilienz fördernd (vs. Krisenanfälligkeit) 03 Eigentum streuend (vs. Eigentum konzentrierend) 04 Optionsausweitung & Rollenvielfalt (vs. Options‐ & Rollenbegrenzung) 05 Selbst‐ & Mitbestimmung (vs. Fremdbestimmung) 06 Selbst‐ & Mitgestaltung (vs. Gestaltungsvorgabe) 07 Gemeinschafts‐ bzw. beziehungsfördernd/ inkludierend (vs. Isolierend/ exkludierend) 08 Gemeinschaftliche Nutzung (vs. ausschließliche/ Individual‐Nutzung (Abverkauf, Einweg) 09 Offenheit & Transparenz (vs. Silos & Intransparenz) 10 Horizontal (Peer) (vs. hierarchisch) 11 Ressourcen schonend/Kreislaufwirtschaft (vs. Ressourcen verbrauchend /Einweg) 12 Teilhabe‐ & Gestaltungsvielfalt über Geld hinaus (vs. nur über Geld) 13 Vertrauensbildend (vs. vereinzelnd) 14 Gemeinwohlorientiert (vs. Partikularinteressen) 15 Grundbedürfnisse befriedigend (vs. Luxusbedarf/ Verschwendung
  • 31. 1. Vorschlag der Erstellung allgemeingültiger Indikatoren / Deskriptoren - als Bewertungskriterien für die Sharing & Collaborative Economy und - zur Klassifizierung von Firmen, Geschäftsmodelle, Plattformen, Online- & Offline-Communitys und Praktiken. Ich hatte vorgeschlagen, dass diese Indikatoren visuelle Entsprechungen in Form der Energiesparbalken in Elektrogeräten finden könnten und als solche helfen positive Effekte zu fördern und negative zu erschweren. Unter bitly.com/Indikatoren-CollaborativeEconomy gibt es weiter Überlegungen hierzu. Bei Interesse können dort auch Kommentare hinterlassen werden.
  • 32. 2. Handlungsempfehlungen aus der Potenzialanalyse ALLGEMEINE HANDLUNGSEMPFEHLUNGEN 1. Wahrnehmen & Sensibilisieren 2. Verstehen & differenzieren 3. Regulieren & deregulieren 4. Wertschätzen, sichtbar machen & fördern 5. Kooperieren & integrieren 6. Profilieren & proaktiv agieren KONKRETE HANDLUNGSEMPFEHLUNGEN (Ausw.) 1. Verwaltungsübergreifende AGs 2. On- & Offline Plattformen für Kollaboration 3. Gesetzesinitiativen pro bürgl. Engagement, Non-profit & kooperativer Rechtsformen 4. Gütesiegel ökosozialer Sharing-Produkte 5. Initierung europäischer Sharing City Resolution 6. Allianz europäischer Sharing Cities
  • 33. 2. Handlungsempfehlungen unterschieden in allgemeine und konkrete: 1.Wahrnehmen & Sensibilisieren Potenzialanalyse, Mapping 2. Verstehen & differenzieren Phase 1: rosarot. Phase 2: tiefschwarz. Phase 3: Differenzierungen & Andersartigkeit 3. Regulieren & deregulieren Dialog mit Sharing-Initiativen, gemeinsame Regeln entwickeln, aus Grauzone führen. 4. Wertschätzen, sichtbar machen & fördern Strategisch Förderung unterstützungswürdiger Unternehmungen (nur teilw. Monetär) 5. Kooperieren & integrieren Potenziale nutzen: Selbstorganisation, Partizipation, kooperative Entscheidungsprozesse Potenzieller Kooperationspartner “Public-Civic Partnerschaften“ zur Rückgewinnung von Politischen Handlungsoptionen 6. Profilieren & proaktiv agieren Konkrete Empfehlungen/Wünsche an ... 1) ...Landesebene 2) ...Bundesebene 3) ...EU‐Ebene (Auswahl). Hier nur einige Beispiele (siehe Beispiele Tafel)
  • 34. Einladung PeerSharing AbschlussKonferenz 30.11.17 Mit Sharing nachhaltiger wirtschaften? Sozial-ökologische Potenziale der digitalen Kultur des Teilens Vorstellung der empirischen Erkenntnisse Fragen: ► Warum nutzen Menschen Sharing-Angebote? ► Welche Potenziale gibt es für Peer-to-Peer Sharing? ► Kann die digitale Kultur des Teilens so weiterent- wickelt werden, dass sie einen (noch größeren) Beitrag zum nachhaltigen Wirtschaften leistet, etwa zu Ressourcenschonung und Klimaschutz? ► Welche Rahmenbedingungen braucht es dafür? Forum 1 Geteilte Güternutzung – wie gut für die Umwelt?
  • 35. Ausblick „Die Zukunft gehört Unternehmen welche Kontrolle und Wohlstand verteilen anstatt beides zu konzentrieren, und dies ist kein utopischer Traum, sondern eine zunehmende praktische Notwendigkeit um Kunden in einer Nullgrenzkostenwelt zu gewinnen und zu halten.“ Neal Gorenflo, Herausgeber des Shareable Magazins.
  • 36. Kollaborative Economy 4.0 Glokale ganzheitliche Wir-Kultur Zentren
  • 37. Kollaborative Economy 4.0 Glokale ganzheitliche Wir-Kultur Zentren
  • 38. Beispiel: Hof Prädikow (Infos von www.hof-praedikow.de ) In Prädikow, einem kleinen idyllischen Dorf in der Märkischen Schweiz (ca. 1 Std. von Berlins Zentrum entfernt) liegt ein ebenso schöner wie großer Gutshof (3 ha Hof auf 9 ha Land). Bis zur Wende wurden hier eine Brennerei, eine Schmiede, Tierställe, Scheunen, Landwirtschaft jeglicher Art und Wohngebäude aktiv betrieben. Nun wollen wir diesem Hof neues Leben einhauchen und gemeinsam mit inspirierten und engagierten Menschen einen Ort zum Wohnen und Arbeiten schaffen. Wann? Sofort! WIE IST DER STAND? Im Dezember 2016 erwarb die Stiftung trias den Hof Prädikow und schloss mit der Mietergenossenschaft Selbstbau e.G. im Januar 2017 einen Erbbaupachtvertrag ab. Wir, eine Gruppe von mittlerweile 24 Erwachsenen (und 12 Kindern), organisieren seit dem Januar 2017 die vielfältige Aktivitäten auf dem Hof, sowie die Entwicklung des Standortes. Die erste Bauphase ist für Ende 2017 geplant. VISION Der Hof soll ein lebendiger Raum zum Wohnen und Arbeiten werden, generationsübergreifend und zukunftsweisend. Der Hof ist groß genug für viele Ideen und bietet nicht nur Platz für die zukünftigen Bewohner/innen, sondern auch für viele Arten von Gewerbe und einen aktiven Austausch mit Dorf und Region. Das Projekt verbindet gemeinschaftliches Wohnen und zeitgemäßes Arbeiten auf dem Land. Als Schnittstelle für traditionelles Handwerk, Kreativwirtschaft und digitales Gewerbe werden vielfältige Synergien genutzt und innovative Prozesse sowie Produkte für Mobilität, Versorgung, Bildung, Kultur und Gemeinschaft entwickelt. Ein Reallabor für das Landleben der Zukunft.
  • 39. Vielen Dank! Thomas Dönnebrink OuiShare Connector Germany Freelancer Collaborative Economy www.about.me/thomasdoennebrink thomas@ouishare.net @tdoennebrink +49 176 32335744
  • 40. Über Thomas Dönnebrink lebt in Berlin und arbeitet als OuiShare Connector und Freelancer im Bereich Collaborative Economy/Society, soziale Innovation und Transformation. Sein Fokus liegt auf den Charakteristika neuer und alter Ökonomie und der Konvergenz von Ideen, Konzepten und Bewegungen im Kontext der sich entwickelnden Transformation unser Wirtschaft und Gesellschaft im Allgemeinen und von Organisationen und communitys im Besonderen. Zu diesen Themen und Fragen hält er Reden und workshop,ist beteiligt an Forschungsvorhaben und Studien, organisiert, kuratiert, moderiert und facilitiert Events unterschiedlicher Formate und berät Individuen und Organisationen in Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft in nationalem und internationalen Kontext. LinkedIn Profil - thomas@ouishare.net - @tdoennebrink - +49 176 32335744
  • 41. 1 Magazin ouishare.net 8 Große Konferenzen 2 Touren (LATAM/Europa 10 Internationale Summits 100+ FB/Slack Gruppen Hunderte OuiShare Events Tausende Mitglieder Zehntausende FB/Twitter Fan & Follower Fans > 30 cities in Europa, Lateinamerica & Near Osten 4. Internationale Konferenz. 18.-21.Mai 2016 “After the Gold Rush”
  • 42. About OuiShare OuiShare entstanden vor vier Jahren in Paris aus einem Blog zum Thema kollaborativer Konsum. Mittlerweile hat OuiShare sich gewandelt in ein internationales Peer-Netzwerk mit Tausenden von Mitgliedern und das Studienobjekt hat zunehmend holistische Formen angenommen. Als Bewegung, think und do-tank hat OuiShare mittlerweile einige Hundert Events in Dutzenden von Städten in Europa, Amerika und dem Nahen Osten veranstaltet.. Seit 2013 findet jedes Jahr im Mai in Paris das 3-tägige OuiShareFest statt. Seit 2015 auch in Barcelona und seit 2016 in Rio de Janero. Als größtest Event der kollaborativen Ökonomie und Gesellschaft zieht es jährlich über Tausend Teilnehmer, Teilgeberinnen und Experten aus der ganzen Welt an. Werte (werden gerade überarbeitet in kollektivem Prozess) Openness – Transparency – Independence – Impact – Feedback – Action – MPRL (Meet People in Real Life) – PermanentBeta – Inclusion - Play
  • 43. Zusatzmaterial Welches in diesem Kontext von Interesse sein könnte
  • 44. Smart City vs. Sharing City Quelle:http://www.berlin-partner.de/standort-berlin/smart-city-berlin/ Akteure/Treiber: Public – Private Partnership: v.a. große Unternehmen/Organisationen Herangehensweise/Philosopie/Weltbild: top – down, technokratisch, technologisch, IOT, ökonomisch, paternalistisch Bürger: passiv – abhängig – überwacht - konsumistisch Akteure/Treiber: Public – Civic Partnership: (multistakeholder) Herangehensweise/Philosopie/Weltbild: bottom – up, kollaborativ, (techno-sozial), partizipativ Bürger: (pro)aktiv – kontributiv – verantwortlich - inklusiv
  • 45. Lassen Sie uns einmal am Beispiel Berlins den Smart City Ansatz genauer anschauen. Hier einige Statements von einem der Haupttreiber in der Stadt: berlin-partner: „Für Berlin als „Smart City“ gibt es ein klares politisches Bekenntnis. Im April 2015 hat der Berliner Senat die Smart-City-Strategie Berlin beschlossen." Zu den Zielen gehören unter anderen der Ausbau der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der Metropolregion Berlin-Brandenburg, die Steigerung der Ressourceneffizienz und Klimaneutralität Berlins bis zum Jahr 2050.“ Oder ebenso auf gleicher Seite: „Das Netzwerk Smart City Berlin ist eine von der Berlin Partner für Wirtschaft & Technologie GmbH und der Technologiestiftung Berlin initiierte Arbeitsgruppe mit mehr als 100 Unternehmen, Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen ...“ Ausschlussreich auch das Titelbild der Smart City Ausgabe der Berlin Partner Brochure/Zeitschrift. Auf der Titelseite sieht man: Stadtsilouette, Kurvenverläufe, Cloud- App & Tech Icons and dazu folgende Teaser: Industrie 4.0, ein Blick auf die vierte Revolution mit GE – Cisco, die Ziele des IT-Giganten am Standtort Berlin – Greentech Awards prämieren grüne Innovationen und „Im Interview: Vorstandsvorsitzender von DB Station & Service“ Daraus ergibt sich ein Bild der Akteure/Treiber hinter Smart City Initiativen, deren Herangehensweise bzw. Philosopie/Weltbild und die Rolle der bzw. für die Bürger. (siehe Folie) Jetzt der Blick auf Sharing Cities. Sucht man in Wikipedia nach Sharing City, so sucht man vergeblich. Findet auch auf der englischsprachigen Seite nichts. Nehmen wir also die Definition von Amsterdam, der ersten sich in Europe zur Sharing City erklärten Stadt: „Amsterdam Sharing City recognizes the sharing economy as a key driver of sustainable and economically resilient city rich in social capital and acknowledges the need to consider sharing economy principles and incorporate them in the process of recreating the political, economic and social landscape.“ Aus dieser Definition und meinem eigenen Selbstverständnis leite ich folgende Merkmale für eine Sharing City ab, die sich teilweise recht deutlich von der Smart City unterscheidet: (siehe Folie) Schaut man sich unter den genannten Botschaftern der Amsterdam Sharing City’ So findet man unter den Akteuren auch Amsterdam Smart City. Hier ist – und ich finde so sollte es auch sein – Smart City ein Bestandteil einer Sharing City.
  • 46. Sharing Economy / 5 Key Criteria by Botsman 5 key ingredients to truly collaborative, sharing-driven companies. Quelle: https://www.fastcompany.com/3046119/defining-the-sharing-economy-what-is-collaborative-consumption-and-what-isnt  The core business idea involves unlocking the value of unused or under-utilized assets (“idling capacity”) whether it’s for monetary or non-monetary benefits.  The company should have a clear values-driven mission and be built on meaningful principles including transparency, humanness, and authenticity that inform short and long-term strategic decisions.  The providers on the supply-side should be valued, respected, empowered & the companies committed to making the lives of these providers economically & socially better. The customers on the demand side of the platforms should benefit from the ability to get goods and services in more efficient ways that mean they pay for access instead of ownership. The business should be built on distributed marketplaces or decentralized networks that create a sense of belonging, collective accountability and mutual benefit through the community they build

Hinweis der Redaktion

  1. „... collaborative consumption made by the activities of sharing, exchanging, and rental of resources without owning the good.” Lawrence Lessing *2008 „... economy built on distributed networks of connected individuals and communities versus centralized institutions, transforming how we can produce, consume, finance, and learn.” – Rachel Botsman https://www.fastcompany.com/3046119/defining-the-sharing-economy-what-is-collaborative-consumption-and-what-isnt Fragmentiert, zunehmend verwirrend und das ist problematisch models that in some way use digital technologies to directly match service and goods providers with customers, bypassing traditional middlemen. The “sharing economy” is a term frequently incorrectly applied to ideas where there is an efficient model of matching supply with demand, but zero sharing and collaboration involved.
  2. In der wissenschaftlichen Literatur werden zur Klassifikation und Abgrenzung von Sharing Economy Geschäftsmodellen die Dimensionen - Grad der Kommerzialität vs. Art der Ressource (Produkt/Service-Charakter), bzw. (i) Non-professionalism, (ii) Commercialism, (iii) Temporality und (iv) Tangibility verwendet. Das Schaubild illustriert den durch die Abgrenzungskriterien aufgespannten Raum, dem gemeinhin Geschäftsmodelle der Sharing Economy zuzuordnen sind. „... collaborative consumption made by the activities of sharing, exchanging, and rental of resources without owning the good.” Lawrence Lessing *2008 --- Zusätzlich ---- „... eine Ökonomie die aufbaut auf dezentralen Netzwerken verbundener Individuen & Communitys vs. Zentralisierter Institutionen und so transformiert wie wir produzieren, Konsumieren, finanzieren und lernen.“ (Original: „... economy built on distributed networks of connected individuals and communities versus centralized institutions, transforming how we can produce, consume, finance, and learn.”– Rachel Botsman https://www.fastcompany.com/3046119/defining-the-sharing-economy-what-is-collaborative-consumption-and-what-isnt
  3. Wie hat sich das Objekt der kollaborativen Ökonomie nun entwickelt/ausgebreitet – sowohl im Bezug auf die Gegenstände, als auch Bereich und die Zeit. Bezüglich der Frage was wir teilen lassen sich vier Phasen unterschieden:   Phase 1 Wir verbinden uns um Informationen zu teilen. Phase 2 Wir verbinden uns untereinander um soziale Netzwerke zu bilden. Phase 3 Wir verbinden uns um digitale Güter zu teilen Phase 4 Wir verbinden uns um reale Güter zu teilen und zugänglich zu machen.   Kurzum: Sharing und gemeinschaftliche Nutzung erreicht neue Dimensionen Zum einen durch neue Technologien, zum anderen durch neue Erfahrungen und Bedürfnisse. Bezüglich der Bereiche wo geteilt und kollaboriert wird lassen sich auch wieder vier unterscheiden. Diese überlappen und verstärken sich gegenseitig.   Am bekanntesten und weitesten verbreitet ist das Feld des kollaborativen Konsums, meist auch bekannt unter dem Begriff Share- oder Sharing Economy. Weniger bekannt, aber vielleicht in Zukunft noch disruptiver für den Status Quo sind die Felder der kollaborativen Produktion und der kollaborativen Finanzierung. In einem vierten Bereich, der unter Begriffen wie Offenheit oder kollaboratives Wissen oder Lernen bekannt ist, werden Konzepte wie open software, open hardward, open knowledge, open government and governance zusammengefasst. Aspekte dieses Bereichs der Offenheit spielen für alle drei vorangehende Bereich auch eine wichtige Rolle.  
  4. Bezüglich der Frage nach den Treibern dieser kollaborativen Ökonomie lassen sich vier nennen:   1. Rasende Verbreitung technologischer Innovationen &Digitalisierung durch Internet & Smartphones. 2. Zunehmende Sehnsucht nach Gemeinschaft und Teilhabe nach Jahrzehnten autistischem Materialismus. 3. Ein wachsendes Umwelt-Bewusstsein und Achtsamkeit für die planetarischen Grenzen. 4. Ökonomische (Sach)Zwänge. Die Not als Mutter von Innovation.   Die Treiber 2 & 3 stellen weitgehend eine Renaissance traditioneller Verhaltensweisen und alter Formen der Verbundenheit dar. Nichtdestotrotz können sie aufgrund ihres Bestebens den Status quo zu ändern, als Ausdruck sozialer Innovation betrachtet werden. Diese Treiber der sozialen Innovation verbinden sich mit den Treibern der technologischen Innovation und schaffen so eine neue disruptive Qualität, für die hier den Ausdruck KOLLABORATIVE INNOVATION prägen möchte. Wir betrachte diese Kollaborative Innovation sowohl als einen wichtigen Ursprung als auch kraftvollen Motor für die Werteverschiebung, die sich zunehmend entfaltet und das Wesen als auch den Lauf unserer Wirtschaft und Gesellschaft verändert. Bezüglich der Vorbedingungen für die kollaborative Ökonomie lassen sich erneut vier ausmachen.    1. Vertrauen: Digitale Technology, GPS, Soziale Netzwerke ermöglichen kollaborative Technologien wie z.b. Reputation Systeme die Vertrauen schaffen. Misstraute Fremde (strangers) werden zu Vertrauten (frangers) oder sogar Freunden (friends). 2. Wachsender Glaube an die Commons wird geschaffen durch Werteverschiebungen wie bei der Bedeutung des Privateigentums, Lebenstilen wie auch Lebenszielen 3. Ungenutzte Kapazitäten werden zunehmend als uneffizient und verschwenderisch wahrgenommen (klassische Beispiel: der Privatwagen 23/24 am Straßenrand stehend). 4. Wachsender Netzwerkeffekt der zunehmend bessere matchings ermöglicht und gegen Null tendierende Transaktionskosten.   Je mehr sich diese Vorbedingungen verbessern – und alle vier tun dies – desto schneller und weiter wird sich die kollaborative Ökonomie ausbreiten.
  5. Betrachten wir nun die Subjekte der, bzw, hinter der Sharing/Collaborative Economy, d.h. die Hauptakteure und deren Motivationen, so lassen sich drei Stationen unterscheiden. Ich beschreibe sie mit den Begriffen 1.0/2.0/3.0 und erlaube mir sie – wie im obigen Schaubild dargestellt - neben andere in der Literatur und im Diskurs verwendete Begriffe zu setzen. So verwenden wir Collaborative Economy 1.0 synonym mit „social sharing“ (Referenz unbekannt), Collaborative Economy 2.0 mit Plattform Kapitalismus (Begriff geprägt von Sascha Lobo u.a.) und die Collaborative Economy 3.0 mit Plattform Kooperativismus (Begriff geprägt von Trebor Scholz). Wobei im letzten Fall, der Plattform Kooperativismus diese nur eine – wen auch gegenwärtig die bekannteste – Form der Collaborative Economy darstellt. Jede dieser Phasen, jedes Upgrade, kann als eine Reaktion, eine Gegenbewegung, der vorherigen betrachtet werden. Nicht nur sehr amüsant, sondern sehr interessant erscheint mir auch die Betrachtung von Dmytri Kleiner im 12. Kapitel des Buches von Trebor und Schneiders Buch „Ours to Hack and to Own“. Seine Begrifflichkeit von: disintermediation – antidisintermediation und counterantidisintermediation beschreibt sehr gut und anschaulich die sich aufeinander beziehenden Gegenbewegungen.
  6. In der kollaborativen Ökonomie 1.0 liegt der Fokus mehr auf dem teilen und kollaborieren als auf der Ökonomie. Die Akteure sowie Entwicklungs- und Veränderungstreiber sind vor alle: Hobbytreibende, Netzwerke um gemeinsame Interessen, Aktivisten, nicht-kommerzielle Entitäten etc. Und ihre Motivationen sind vielfältig und unterschiedlich: es können soziale, ökologische, ökonomische oder Formen der Selbstverwirklichung, Gemeinschaftsbildung sein oder einfach aus Lust an Unterhaltung, des Teilens oder Beitragen zu einem Allgemeinwohl. Beispiele sind: Wikipedia, Linux, Repair Cafés, foodsharing, mundraub oder die Anfänge von Couchsurfing. Yochai Benkler, Harvardprofessor und Autor von Büchern wie „The Wealth of Networks“ (Der Reichtum von Netzwerken) beschreibt es auf folgende Weise: “... Das Ergebnis sind soziale Interaktionen. Es war schwierig dies zu erklären als ich 2004 "Sharing nicely" geschrieben habe, da ich noch nicht auf airbnb o.ä. verweisen konnte, allerdings konnte ich damals auch ohne Probleme auf die sich entfaltende Entwicklung zeigen, da sie noch wahrhaftig sozial war im Gegensatz zu sich später überstülpenden Marktmechanismen.
  7. In der kollaborativen Ökonomie 2.0 ist der Fokus mehr auf der Ökonomie als auf dem Teilen und Kollaborieren. Die Akteure und Entwicklungs- und Veränderungstreiber sind vor allem: VC gesponserte Start-ups. Und ihre Motivationen sind vornehmlich ökonomischer Natur: Eroberung von Marktanteilen, Anstreben von Monopolstellungen, Maximierung von Profiten, Extraktion von Werten (in Form von Geld, Daten etc.) Einige der bekanntesten Beispiele sind: Facebook, Airbnb, Uber y Co. „Denkt an Google, Youtube, flickr, Uber, airbnb – alles Firmen welche nicht länger jemanden Für die Erstellung des Content und der Services bezahlen sondern uns in die Lage versetzten Diese selbst zu tun und dann haben sie einen Vakuum Sauger und saugen den Wert aus Unserem Austauschsystem ... 100% des Marktwertes wird privatisiert, gekapert und nicht Reinvestiert in die Kapazität der Nutzer beizusteuern. Dies ist das eigentliche Problem ..“ Michel Bauwens @PlatformCoopBerlin#1 Event 2016-03-04 (aus dem Englischen) Hier einige Zahlen (2016) zu UBER & airbnb, den Flagschiffe dieser kollaborativen Ökonomie 2.0: Sie zeigen ihre globale Ausdehnung, ihr finanzielles Potential, ihren spekulativen Wert und ihre geringe und exklusive Basis von Investoren und somit Besitzern. UBER >400.000 Fahrer in den USA (Katz/Krueger) en: 449 Städte/66 Länder (Wikipedia) VC: >10 Millarden $* 14 Runden/72 Investoren (Crunchbase) Börsenwerte: 80+ Milliarden? airbnb >1,5 Mio. Auflistungen in 34.000 Städten/191 Ländern (Wikipedia) VC: 2.39 Milliarde. $* + 1 Milliarde Fremdfinanzierung 8 Runden/33 Investoren/ 10 Akquisitionen (Crunchbase) Börsenwert: 25+ Milliarden? Innerhalb weniger Jahre bietet beispielsweise airbnb mehr Betten an als die größte Hotelkette und sie erreichen dies mit einem Bruchteil der Angestellten und erzielen an der Börse eine höhere Bewertung.
  8. Neben den genannten „Bits“-Anbietern: Google, Youtube, Flickr und den genannten „Atoms“-Anbietern UBER und airbnb (Auto und Haus) gibt es aber noch viele weitere Bereiche in denen tausende von Plattformen - mit ihren teils exponentiellen Wachstumsraten - unsere Wirtschaft- unsere Gesellschaft und wie wir reisen, leben, arbeiten, denken und handeln zunehmend und rasant verändern. Es gibt verschiedene Versuche von Übersichten, eine der bekanntesten ist Honeycomb, das Wabenmuster von Jeremiah Owjang Crowd Companies - www.web-strategist.com Hier die letzte Ausgabe 3.0 vom März 2016 in der 280 startups aus 460 untersuchten ausgewählt und kategorisiert wurden.
  9. Nun mögen die Bereiche, Branchen und Startups vielseitig sowie die Ideen und deren Umsetzungen der Tausenden von entstandenen Plattformen kreativ gewesen sein. Meist nicht sehr kreativ wurde es wenn es um Governance- &Ownershipmodelle ging. Der Begriff Uberisation lässt sich nicht nur verwenden für die Beschreibung des technischen Aspekt von Plattformen und Mobile Apps, die Peer to Peer Transaktionen zwischen Klienten und Providern ermöglichen, sondern auch als Bezeichnung für eine Verengung von Handlungs- und Gestaltungsoptionen auf die des neoliberalen, libertäre Silicon Valleys. Und die sehen meist so aus: Suche und Umsetzung vermarktbarer Ideen, Attraktion von reichlich VC Kapital, Skalierung und Anstrebung von Monopolisierung für schnellen lukrativen Börsengang mit hohen return on investment - alles weitere wird dieser Logik nachgeordnet –spätestens wenn das VC Kapital und die damit verbundenen Sachzwänge das Ruder übernommen haben. Die Präsenz und der „Erfolg“ von Namen wie UBER und Airbnb sowie der dahinterstehenden Firmen, Modelle und Philosophien in den Medien sowie in den Köpfen junger Entrepreneure und profitorientierter Kapitalanleger sind wohl enorm. Fasst scheint es als halle Margret Thatchers TINA: „There is no alternative“ noch kräftig nach.
  10. Verwundert es wenn am Ende herauskommt, was man im Laufe des Prozesses hineingegeben hat? So prägte Sascha Lobo in einem Spiegel Online Artikel im September 2014 den Begriff Plattform Kapitalismus und Jeremiah Owyang stellte in seiner keynote auf dem OuiShareFest 2015 im May heraus, das VCs innerhalb kurzer Zeit fast 12 Mrd $ in die Collaborative Economie investiert haben. Das heißt: Die meisten startups gehören den VCs, den Venture Capitalist. Kurzum: Die Sharing Economy gehört den 1%. Douglas Rushkoff, Autor des Bestsellers: „Throwing rocks at the Google Bus“ resümiert u.a. auf der South by Southwest (SXSW) Konferenz, dass die digitale Technik, die ein neues Zeitalter von Wohlstand bringen sollte bisher lediglich dazu geführt hat den industriellen Kapitalismus auf Steroide zu setzen, soziale Netzwerke zu Daten Mienen werden zu lassen und startups für Billionen an die Börse gebracht hat, die aber mehr Job zerstören als sie schaffen. Rushkoff fordert daher ein neues Operating System für die digitale Wirtschaft. "In dem Moment in dem wir aufhören die digitale Ökonomie nur auf das Wachstums des Kapitals hin zu optimieren und stattdessen beginnen es zu optimieren für die Zirkulierung von Werten zwischen Menschen, wird alles sehr schnell besser werden."
  11. Multistakeholder approach Fairmondo (D), Stocksy (CAN), Modo (CAN-Vancouver) car sharing co-op 16.000 members fleet of 500 cars 4$/h through App Tapazz (B) P2P Carsharing Coop (+space)
  12. Überall lokal Werte, Wohlstand und Wohlbefinden zu generieren. Einzelne Communitys und die Gesellschaft als Ganzes resilienter zu machen. mehr (Chancen)Gleichheit und Sicherheit durch gerechteren Zugang zu schaffen. Menschen mehr Optionen und Rollenvielfalt zu bieten. Menschen mehr Selbst‐ & Mitbestimmung zu ermöglichen. Menschen mehr Selbst‐ & Mitgestaltung zu bieten. Menschen mehr am gemeinschaftlichen Leben zu inkluieren und Teilhaben zu lassen. Gemeinschaftliche Nutzung zu fördern. mehr Offenheit & Transparenz zu gewährleisten. Zusammenleben mehr auf Augenhöhe zu organisieren. Ressourcen zu schonend (v.a. durch geschlossenere regionalere Kreislaufwirtschaften.) Menschen und Teilhabe nicht nur über Geld zu definieren. mehr Vertrauen unter Menschen und der Gesellschaft zu bilden. sich mehr am Gemeinwohl zu orientiert und auszurichten. die (Grund)bedürfnisse aller Menschen zu befriedigend.
  13. immer mehr Regionen/Bereichen/Bevölkerungsanteilen zu verarmen. Einzelne Communitys und die Gesellschaft als Ganzes Krisenanfälliger zu machen. mehr Ungleichheit und Unsicherheit durch Eigentums- & Machtkonzentration zu schaffen. Die Optionen und Rollenvielfalt von Menschen zu begrenzen. Menschen mehr fremd zu bestimmen, zu manipulieren, zu kontrollieren. Menschen durch zunehmende Gestaltungsvorgaben einzuengen. immer mehr Menschen vom gemeinschaftlichen Leben auszuschließen, zu isolieren. Individuellen Konsum zu befeuern. undurchsichtige (Daten)Silos & Intransparenz zu schaffen. neue Hierarchien und Abhängigkeiten zu organisieren. Ressourcenverbrauch zu erhöhen (v.a. durch Reboundeffekte, Bedürfnisgenerierung, etc.). immer mehr Lebensbereiche zu kommerzialisieren und monetarisieren. Menschen zunehmend zu vereinzeln und Vertrauen zu degenerieren. Partikularinteressen zunehmend durchzusetzen. die (Grund)bedürfnisbefriedigung einer wachsenden Zahl Menschen zu erschweren.
  14. An der Gegenüberstellung fällt schon auf: Die Frage ob Sharing Economy „an sich“: gut, nützlich, nachhaltig, sozialverträglich, ökologisch, abfallreduzierend ODER schlecht, schädlich, sozialunverträglich, unökologisch oder ressourcenverbrauchssteigernd ist, ist schwer zu beantworten. Um hierauf eine befriedigende Antwort zu finden, muss sich v.a. der Kontext angeschaut werden. Bill Gates Ausspruch von 1996: „content is king“ sollte ergänzt werden mit „but context is god“.   Oder mit einem anderen Bespiel gesagt: Ein Messer kann eine todbringende Waffe oder ein lebensrettendes Werkzeug sein. Es kommt darauf an. Es kommt darauf an was der Kontext ist. Also nicht nur um Was es geht, sondern auch was der Kontext ist. Dazu gehört: Wer (sind die Akteure)? Warum (handeln sie)? Zu wessen Vorteil? (d.h. die Ziele, Intentionen, Haltungen und Verhältnisse der Beteiligten bzw. derer die am Ende auf den Kontext Einfluss nehmen können sind ausschlaggebend. Das heißt es geht auch um Besitz-, Beziehungs- und Machtverhältnisse, Entscheidungskompetenzen und (politischen) Willen.) Letztendlich um die entscheidene Frage: Warum? Hierzu gehört dann auch die Notwendigkeit der Konversation. Und zwar nicht nur die Konversation mit Besitzern oder Produzenten von Sharing Plattformen oder Experten, sondern allen Betroffenen. Erst durch die Betrachtung und Einbeziehung aller drei Kreise kann die ideale Schnittmenge ermittelt und die richtigen Aktivitäten oder Unterlassungen angegangen werden um die positiven Potentiale zu ermöglichen und zu befördern und die negativen zu erschweren oder zu unterbinden.
  15. Ich möchte an dieser Stelle noch einmal zurückgreifen auf Teile meines Impulsvortrags im Rahmen der AbfallvermeidungsDialogs in 2016 im Umweltbundesamt. Und an dieser Stelle noch einmal besonders verweisen auf ... (Hintergrundinforamtion: Ende 2014 gab es aus der Berliner Senatsverwaltung Wirtschaft, Technologie und Bildung heraus das Interesse der Frage der Sharing und Collaborative Economy in der Stadt nachzugehen. Als Viererteam wurden wir beauftragt eine kleine 30 seitige Potenzialanalyse zu schreiben. Titel: „Von der geteilten zur teilenden Stadt. Berlin auf dem Weg zur Sharing City.“ Bei Interesse finden Sie die Potenzialanalyse im Internet - etwas versteckt und erst auf eine kleine politische Anfrage und nach 15 monatigem Schubladendasein unter berlin.de/sen/wirtschaft bzw. auf Sharingberlin.de/potenzialanalyse)
  16. 1. Vorschlag der Erstellung allgemeingültiger Indikatoren / Deskriptoren - als Bewertungskriterien für die Sharing & Collaborative Economy und - zur Klassifizierung von Firmen, Geschäftsmodelle, Plattformen, Online- & Offline-Communitys und Praktiken. Ich hatte vorgeschlagen, dass diese Indikatoren visuelle Entsprechungen in Form der Energiesparbalken in Elektrogeräten finden könnten und als solche helfen positive Effekte zu fördern und negative zu erschweren. Unter bitly.com/Indikatoren-CollaborativeEconomy gibt es weiter Überlegungen hierzu. Bei Interesse können dort auch Kommentare hinterlassen werden. ---- Zusatz ----- Botsman 2015: Perhaps we should be working towards a certification system that recognizes true “sharing,” “collaborative,” and “peer” platforms. Indeed, Debbie Woskow, author of “Unlocking the Sharing Economy: An Independent Review,” is working on an industry-wide ‘kite mark’ for responsible sharing economy companies in the U.K. (https://www.fastcompany.com/3046119/defining-the-sharing-economy-what-is-collaborative-consumption-and-what-isnt)
  17. 2. Handlungsempfehlungen unterschieden in allgemeine und konkrete:   1.Wahrnehmen & Sensibilisieren Potenzialanalyse, Mapping 2. Verstehen & differenzieren Phase 1: rosarot. Phase 2: tiefschwarz. Phase 3: Differenzierungen & Andersartigkeit  3. Regulieren & deregulieren Dialog mit Sharing-Initiativen, gemeinsame Regeln entwickeln, aus Grauzone führen. 4. Wertschätzen, sichtbar machen & fördern Strategisch Förderung unterstützungswürdiger Unternehmungen (nur teilw. Monetär) 5. Kooperieren & integrieren Potenziale nutzen: Selbstorganisation, Partizipation, kooperative Entscheidungsprozesse Potenzieller Kooperationspartner “Public-Civic Partnerschaften“ zur Rückgewinnung von Politischen Handlungsoptionen 6. Profilieren & proaktiv agieren   Konkrete Empfehlungen/Wünsche an ... 1) ...Landesebene 2) ...Bundesebene 3) ...EU‐Ebene (Auswahl). Hier nur einige Beispiele (siehe Beispiele Tafel)
  18. „A revolution doesn‘t happen when society adopts new tools, it happens When society adopts new behaviour“ Clay Shirky „It is the need to design a system that puts all that technology truly at the service of the inhabitants — and not the other way around.“ Saskia Sassen
  19. „... collaborative consumption made by the activities of sharing, exchanging, and rental of resources without owning the good.” Lawrence Lessing *2008 „... economy built on distributed networks of connected individuals and communities versus centralized institutions, transforming how we can produce, consume, finance, and learn.” – Rachel Botsman https://www.fastcompany.com/3046119/defining-the-sharing-economy-what-is-collaborative-consumption-and-what-isnt Fragmentiert, zunehmend verwirrend und das ist problematisch models that in some way use digital technologies to directly match service and goods providers with customers, bypassing traditional middlemen. The “sharing economy” is a term frequently incorrectly applied to ideas where there is an efficient model of matching supply with demand, but zero sharing and collaboration involved.