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Thomas Dönnebrink
Conector OuiShare Alemania
Freelancer Economy Colaborativa
@TDoennebrink thomas@ouishare.net
Plattform Kooperativismus
oder Digitale Kooperativen
Diese Präsentation wurde gehalten unter folgenden Titeln
Während der folgenden Veranstaltungen (siehe slides 2-4)
2016-09-22 Tenerife – Tenerife Colaborativa (Commonia, ULL, PCTT, TFinnova)
2016-09-29 México DF – México-Alemania (Goethe, Impact MX, Redes, OuiShare)
2016-10-05 México DF – OuiShareSummit (ACERCA, FIAAPP, CCEMEX, OuiShare)
Lange: ca. 40 min.
Versionen in Englisch & Spanisch:
www.slideshare.net/doennebrink
Thomas Dönnebrink
Conector OuiShare Alemania
Freelancer Economy Colaborativa
@TDoennebrink thomas@ouishare.net
Plattform Kooperativismus
Den Plattformkapitalismus herausfordernd
Thomas Dönnebrink
Conector OuiShare Alemania
Freelancer Economy Colaborativa
@TDoennebrink thomas@ouishare.net
Thomas Dönnebrink
Conector OuiShare Alemania
Freelancer Economy Colaborativa
@TDoennebrink thomas@ouishare.net
Es freut mich, dass das Thema Platform Kooperativismus ein zunehmendes Interesse erfährt.
Meine Name ist Thomas Dönnebrink. Ich lebe in Berlin und
habe als Sprachlehrer sowie Gründungsgeschäftsführer und erster Schulleiter
einer deutschen Botschaftsschule in Izmir (Türkei) gearbeitet
bevor ich mich vor ca. vier Jahren den Themen kollaborative Ökonomie/Gesellschaft,
Transformation und neuen Wirtschafts- und Gesellschaftsformen zugewandt habe.
Mich interessiert die Konvergenz von Ideen, Konzepten und Bewegungen
und ich bin als Connector Teil des OuiShare Netzwerkes.
Platform Cooperativism
Plattform Kooperativismus
Plattform Kooperativimus =
1.Plattform
als Teil und Ausdruck der (neuen) kollaborativen Ökonomie +
2.Kooperativismus
als Teil einer sozialen und solidarischen Tradition
+ mehr?
Werfen wir zunächst einen Blick auf den Begriff "Platform Kooperativismus".
Er besteht aus zwei Wörtern und Konzepten.
Zunächst die Vorstellung einer Plattform.
Eine Plattform ist Teil und Ausdruck der neuen kollaborativen Ökonomie
und ihrer disruptiven und exponentiellen Dynamik.
Desweiteren die Vorstellung des Kooperativismus, des Genossenschaftswesens,
mit seiner bereits 180 jährigen Tradition und Geschichte.
Es kommen hier somit zwei Entwicklungen und Bewegungen zusammen,
die bisher nichts - oder fast nichts - miteinander zu tun gehabt haben.
Aber dies verändert sich gerade - bzw. sollte es zumindest.
Was ist eine Plattform?
Firma
(Box)
Plattform
(Netzwerk)
Ökosystem
(Medium)
Quelle: Simone Cicero @meedabyte
Was ist nun eine Plattform?
Es ist - dank technischer, sozialer und kollaborativer Innovationen und dank eines Wertewandels –
eine neue Form von Kommunikation, Produktion, Interaktion
und eine neue Möglichkeit seine Bedürfnisse zu befriedigen –
jenseits traditioneller Intermediäre wie dem Staat oder privaten Firmen.
Dies bedingt, dass Staaten, Regierungen und Firmen,
sowie ihre Praktiken, Handlungsgewohnheiten und Geschäftsmodelle unter Innovationsdruck geraten.
Es ergibt sich ein Entwicklungspfad von geschlossenen und auf Konkurrenz basierten Modellen
hin zu Modellen die zunehmend offen sind und kollaborativ sind.
Entwicklungstendenzen /
Verschiebungen
Produkt Service Marktplatz Plattform Commons?
EGO System
Monodirektional
Produktion/Bereitstellung
ECHO bzw. ECO System
Bi- /Multidirektional
Co-Produktion/Co-Creation
Folgende These:
Es gibt eine Entwicklungsrichtung von der Produktion und dem (Ab)Verkauf von Produkten
hin zu Dienstleistungen.
Dies kann noch in einem klassischen Rahmen, d.h. den traditionellen Dichotomien:
Produzenten vs. Konsumenten, Versorger vs. Klienten,
Arbeitgeber vs. Arbeitnehmer, Regierende vs. Regierte stattfinden,
Lassen Sie es uns: EGO System nehmen aufgrund seiner unilateralen Ausgerichtetheit.
Der Fokus liegt auf der Produktion und der Bereitstellung.
Aber die Entwicklung bzw. Verschiebung hört hier nicht auf,
sondern setzt sich weiter in Richtung Marktplätze und noch weiter Richtung Plattformen fort.
Der Übergang von Marktplätzen zu Plattformen ist etwas unscharf,
lässt sich aber anhand der Grade von Öffnung, von Rollen- und Optionsvielfalt,
wie auch Möglichkeiten der Partizipation und Selbstverwaltung ziehen.
Die Abgrenzung ist nicht immer klar und hängt auch wohl vom Blickwinkel ab.
Aufgrund seiner bi- bzw. multidirektionalen Ausrichtung
und seines Fokus auf Co-Produktion und Co-Creation
kann man hier von einen ECHO System (im Sinne von Resonanz)
bzw. einem ECO System (im Sinne eines breiten interrelationalen Umfeldes) sprechen.
Hier bewegen wir uns jetzt in einem neuen Paradigma.
Plattformen
Erfolgsfaktoren / empirische Studien
Es gibt tausende von Plattformen: Das Wabenmuster von Jeremiah Owjang –
hier die letzte Ausgabe 3.0 vom März 2016 - klassifiziert 280 Startups von ihnen.
Bezüglich Plattformen und ihrer Dynamiken und Entwicklungspfade lohnt es
auch einen Blick auf pentagrowth.com zu werfen.
Es ist ein Bericht zu den Ergebnissen einer empirischen Studie zu den Erfolgsfaktoren
von 50 Unternehmungen wie Wikipedia, Spotify, Airbnb und andere die in einem Zeitraum
von fünf Jahren jährlich Jahr - und ohne Unterbrechung - Wachstumsraten von über 50%
und somit exponentielles Wachstum erreichten.
Die abgebildete Grafik zeigt übersichtlich die fünf Wachstumshebel
mit ihren jeweils drei Gradierungen.
Plattformen = Teil/Ausdruck der
kollaborativen Ökonomie
Da Plattformen sowohl Teil als auch Ausdruck der kollaborativen Ökonomie ist,
einige Worte bezüglich dieses Kontext.
Wir unterscheiden vier Bereiche,
die sich selbstverständlich überlagern und gegenseitig verstärken können.
Am Bekanntesten und Sichtbarsten ist der Bereich des kollaborativen Konsums,
welcher oftmals auch unter dem Begriff Share- oder Sharing Ökonomie bekannt ist.
Weniger bekannt und sichtbar aber möglicherweise in Zukunft noch disruptiver für den
Status Quo sind die Bereiche der kollaborativen Produktion und der kollaborativen Finanzierung.
Ein vierter Bereich, der teilweise die Bezeichnung: Offenheit oder kollaboratives Wissen/Lernen trägt,
umfasst Konzepte wie: open software, open hardward, open knowledge, open government,
open governance open everything.
Aspekte dieses Teils des kollaborativen Wissens/Lernens
beflügeln auch alle anderen voran genannten Bereiche.
Kollaborative Ökonomie
Entwicklung/Evolution des Objektes
Betrachten wir die Objekte der kollaborativen Ökonomie und ihrer Entwicklung
während der letzten Jahre, so lassen sich diese in vier Phasen einteilen:
Phase 1 Wir verbinden uns um Informationen zu teilen.
Phase 2 Wir verbinden uns untereinander um soziale Netzwerke zu bilden.
Phase 3 Wir verbinden uns um digitale Güter zu teilen.
Phase 4 Wir verbinden uns um reale Güter zu teilen bzw. diese zugänglich zu machen.
Kurzum: Die Reich- und Wirkungsweite vergrößert sich zunehmend.
Kollaborative Ökonomie
Entwicklung/Evolution des Subjekts
Kollaborative Ökonomie 1.0
Kollaborative Ökonomie 2.0
Kollaborative Ökonomie 3.0
Betrachten wir nun die Subjekte der kollaborativen Ökonomie,
d.h. die Akteure und ihre Motivationen,
lassen sich folgende Entwicklungsstufen darstellen,
die ich mit den Begriffen kollaborative Ökonomie 1.0, 2.0 und 3.0 bezeichnen möchte.
Ich sehe sie als eine Abfolge von sich aufeinander beziehenden Gegenströmungen.
Kollaborative Ökonomie 1.0
Mehr Kollaboration als Ökonomie
Akteure: Hobbytreibende, Itneressen-Netzwerke, Aktivisten, etc
Motivationen: soziale, ökologische, ökonomische, Formen der Selbstverwirklichung,
Gemeinschaftsbildung, Lust an Unterhaltung oder Beitragen zum Allgemeinwohl.
Beispiele: Wikipedia, Linux, Couchsurfing, Carpooling (Teilen von Kosten)
„Now what you get are social interaction. … It used to be harder to explain this,
when I first wrote sharing nicely in 2004 I couldn’t just point at airbnb (etc.)… ,
but at that time I could also point unproblematically at things that were happening
that were genuinely social opposed to essentially an overlaying market.”
Yochai Benkler auf dem Kultursymposium in Weimar 2016-06-03
In der kollaborativen Ökonomie 1.0 liegt der Fokus mehr auf dem teilen und kollaborieren
als auf der Ökonomie.
Die Akteure sowie Entwicklungs- und Veränderungstreiber sind vor alle: Hobbytreibende,
Netzwerke um gemeinsame Interessen, Aktivisten, nicht-kommerzielle Entitäten etc.
Und ihre Motivationen sind vielfältig und unterschiedlich:
es können soziale, ökologische, ökonomische oder Formen der Selbstverwirklichung,
Gemeinschaftsbildung sein oder einfach aus Lust an Unterhaltung, des Teilens oder Beitragen zu
einem Allgemeinwohl.
Beispiele sind: Wikipedia, Linux, oder die Anfänge von Couchsurfing etc.
Yochai Benkler, Harvardprofessor und Autor von Büchern wie „The Wealth of Networks“ (Der
Reichtum von Netzwerken) beschreibt es auf folgende Weise:
“... Das Ergebnis sind soziale Interaktionen. Es war schwierig dies zu erklären als ich 2004 "Sharing
nicely" geschrieben habe, da ich noch nicht auf airbnb o.ä. verweisen konnte, allerdings konnte ich
damals auch ohne Probleme auf die sich entfaltende Entwicklung zeigen, da sie noch wahrhaftig
sozial war im Gegensatz zu sich später überstülpenden Marktmechanismen.
Kollaborative Ökonomie 2.0
Mehr Ökonomie als Kollaboration
Akteure: VC gesponserte Start-ups
Motivationen: vornehmlich ökonomischer Natur
Marktanteilen, Monopolstellungen, Profitmaximierung, Extraktion
Beispiele: Uber, Airbnb, Facebook, etc.
„Think about Google, Youtube, flickr, Uber, airbnb -all companies which do
no longer pay anyone for creating content and services but enable us to do
this and then they have a vacuum cleaner and suck the value out of our
exchange system. ... 100% of the market value is privatized, captured and is
not reinvested in the capacity of the users to con- tribute. This is the real problem..”
Michel Bauwens @PlatformCoopBerlin#1 Event 2016-03-04
In der kollaborativen Ökonomie 2.0 ist der Fokus mehr auf der Ökonomie
als auf dem Teilen und Kollaborieren.
Die Akteure und Entwicklungs- und Veränderungstreiber sind vor allem:
VC gesponserte Start-ups.
Und ihre Motivationen sind vornehmlich ökonomischer Natur:
Eroberung von Marktanteilen, Anstreben von Monopolstellungen,
Maximierung von Profiten, Extraktion von Werten (in Form von Geld, Daten etc.)
Einige der bekanntesten Beispiele sind: Facebook, Airbnb, Uber y Co.
Michael Bauwens, Co-Fundador der P2P Stiftung drückt es auf unserem ersten
PlatformCoopBerlin Treffen folgendermaßen aus:
“Denkt an Google, YouTube, flickr, Uber, Airbnb etc.– alles Firmen,
die niemanden dafür bezahlen um Content zu schaffen, sondern sie erlauben uns es zu tun
und dann haben siie einen Staubsauger mit dem sie den Wert aus unserem Austauschsystem sagen ...
100% des Marktwertes ist privatisiert und nichts wird reinvestiert in die Subsistenz der Beitragsleister.
Dies ist das Kernproblem."
Kollaborative Ökonomie 2.0
Beispiele
>1,5 Mio. Auflistungen in
34.000 Städten/191 Ländern (Wikipedia)
VC: 2.39 Milliarde. $* + 1 Milliarde Fremdfinanzierung
8 Runden/33 Investoren/ 10 Akquisitionen (Crunchbase)
Börsenwert: 25+ Milliarden?
>400.000 Fahrer in den USA (Katz/Krueger)
en: 449 Städte/66 Länder (Wikipedia)
VC: >10 Millarden $*
14 Runden/72 Investoren (Crunchbase)
Börsenwerte: 80+ Milliarden?
*se encuentra datos contradictorios aún en Crunchbase su mismo
Werfen wir einen schnellen Blick auf die Flagschiffe dieser kollaborativen Ökonomie 2.0:
Airbnb y UBER.
Hier einige Zahlen welche ihre globale Ausdehnung, ihr finanzielles Potential,
ihren spekulativen Wert und ihre geringe und exklusive Basis von Investoren und somit Besitzern.
Innerhalb weniger Jahre bietet beispielsweise airbnb mehr Betten an als die größte Hotelkette
und sie erreichen dies mit einem Bruchteil der Angestellten
und erreichen an der Börse eine höhere Bewertung.
Uberisierung, Monokultur &
Werte-Extrahierung
Foto:http://venturebeat.com/2014/09/11/yes-a-build-your-own-uber-for-x-kit-costs-only-400/
Foto:syndicatspgic.frFoto:http://www.scriptonitedaily.com
Natürlich werden hier Airbnb und UBER nur pars pro toto für eine gesammte Gattung genannt.
Viele Startups dieser Kategorie beginnen ihren Pitch mit: "Wir sind das airbnb, oder wir sind das UBER für X."
Wobei X für eine x-beliebige Industrie, einen Lebensbereich oder ein bestimmtes Bedürfnis besteht.
Bezüglich ihrer Ideen, Implementierungen und Ausgestaltungen zeigen sich die Startups facettenreich
und kreativ. Allerdings lässt die Kreativität und Vielfalt rapide nach wenn es um Besitz- und
Entscheidungsmodelle, wenn es um Ownership and Governance, geht.
Hier herrscht meist eine Monokultur die - wie in der Landwirtschaft –
schädlich und langfristig nicht nachhaltig ist.
Der Begriff Uberisierung lässt sich nicht nur auf einen technischen Aspekt einer Plattform,
eines Apps oder auf die Ermöglichung einer Peer-to-Peer Transaktion beziehen,
sondern auch als Ausdruck einer Verengung der Designs und der Handlungsoptionen auf die
des neoliberalen und libertären Silicon Valley.
Und somit zeigt sich oftmals folgender Entwicklungspfad:
Suche und Implementierung lediglich der Ideen mit Marktwert, d.h. die im Markt verkauft werden können.
Anziehung großer Mengen von Venture Capital
Skalierung und Anstrebung von Monopolstellungen um
einen Börsengang oder einen schnellen und lukrativen Verkauf anzustreben,
der einen hohen return on investment garantiert.
Und alles Weitere wird - im besten Falle - dieser Logik untergeordnet –
spätestens wenn das Risikokapital und damit die inherenten Sachzwänge das Steuer übernehmen.
Die Präsenz und der Eindruck von Erfolg welche Namen wie UBER und Airbnb wie auch die
Geschäftsmodelle und Philosophien, die sie representieren in den Medien, wie auch den Köpfen junger
Entrepreneure wie auch Investoren mit Gewinnmaximierungsabsichten hinterlassen ist enorm.
Es scheint, dass der Satz von Margret Thatchers TINA: “There is no alternative”
noch immer kräftig nachhalt.
Plattform Kapitalismus,
Kapitalismus auf Steroiden & das 1%
Ist es daher verwunderlich, dass am Ende aus dem Prozess herauskommt,
was am Anfang hineingesteckt worden ist?
Sascha Lobo hat in seinem Spiegel Online Artikel 2014 den Begriff Plattform Kapitalismus geprägt.
Und Jeremiah Owyang betonte in seiner Keynote beim OuiShare Fest 2015, dass die VC,
dass heißt die Venture Kapitalisten - in einer sehr kurzen Periode –
ca. 12 Milliarden $ in die kollaborative Ökonomie investiert haben.
Mit dem Ergebnis, dass der Großteil der Startups und mit ihr die kollaborative Ökonomie
den Superreichen gehört und durch sie geleitet und bestimmt wird.
Und Douglas Rushkoff, Autor des Bestsellers: „Throwing rocks at the Google Bus“ resumiert
in seiner Rede bei der South by Southwest (SXSW) Konferenz, dass
„die digitale Technologie sollte den Beginn einer Ära des Wohlstands einläuten,
aber bisher hat sie lediglich den industriellen Kapitalismus auf Steroide gesetzt.
Missionen von soziale Netzwerken werden auf Datenmining reduziert und
Banken verschreiben sich Algorithmen anstatt sich auf Investitionen zu konzentrieren
-alles im Namen des Wachstums. Es werden Start-ups für Milliarden verkauft,
-aber sie zerstören mehr Beschäftigung und Märkte als sie schaffen."
Daher fordert Rushkoff eine neues Betriebssystem für die digitale Wirtschaft und sagt in seinem Buch:
"In dem Moment in dem wir aufhören die digitale Ökonomie nur auf das Wachstums des Kapitals hin
zu optimieren und stattdessen beginnen es zu optimieren für die Zirkulierung von Werten
zwischen Menschen, wird alles sehr schnell besser werden."
Kollaborative Ökonomie 3.0 =
Plattform Kooperativismus
Teilhabe an Besitz und Einfluss
Akteure: Stakeholders -> Shareholder
Motivationen: Teilhabe/Einfluss auf Produktionsmittel, Befreiung von Abhängigkeit
Und Willkür externer Interessen, gerechtere Verteilung von Werten etc.
Beispiele: Fairmondo, Stocksy, WeChance, tapazz
platform cooperativism is about cloning the technological heart of online platforms
and puts it to work with a cooperative model, one that puts workers, owners,
communities, and cities in a kind of solidarity that leads to political power.
Trebor Scholz: @PlatformCooperativism Conference in NYC 2015-11-12
Jetzt manifestiert sich die kollaborative Ökonomie 3.0.
Zum Einen als Gegenbewegung der Kommerzialisierung und Vereinnahmung
(im wahrsten Sinne des Wortes) der kollaborativen Ökonomie
Und zum Anderen als menschlichere Alternative.
Der Plattform Kooperativismus ist eine Ausformung dieser kollaborativen Ökonomie 3.0.
Es wurde verstanden, dass es nicht ausreicht Zugänge zu schaffen, sondern was fehlt ist,
dass Stakeholder einer Plattform auch deren Shareholder (Mitbesitzer und -entscheider) werden.
Nur so kann Mitentscheidung bei Produktionsmitteln gewährleistet und eine Befreiung von
Abhängigkeit und Willkür durch externe Entitäten, die andere Interessen verfolgen, sichergestellt werden.
So wird vermieden, dass die auf den Plattformen geschaffenen Werte nicht extrahiert und
in wenigen Händen konzentriert und somit noch mehr Ungleichheiten geschaffen werden,
sondern dass diese mehr verteilt werden und somit mehr Gleichheit erzeugen.
Existierende Beispiele von Plattform Kooperativen sind: Fairmondo, Stocksy, WeChance etc. –
Mehr Beispiele folgen.
Trebor Scholz, Professor an der New School Universität in New York City und Organisator der
Platformcoop Konferenz, definiert eine Platform Kooperative folgendermaßen:
„es handelt sich um das Klonen des technischen Herzens von digitalen Plattformen und das Einsetzen
in ein kooperatives Modell, eins, welches Arbeiter, Besitzer, Community und Städte in eine
Solidaritätsbeziehung bringt und zur politischen Macht führt."
Kooperativismus (Deutschland)
Genossenschaftswesen
• 25% der Deutschen = Mitglied einer Genossenschaft
• 8800 eingetragene Genossenschaften
• 800.000 Beschäftigte bei Genossenschaften
Nachdem wir nun einen Blick auf Plattformen geworfen haben –
und die kollaborative Ökonomie zu denen sie gehören –
wenden wir uns dem Kooperativismus, dem Genossenschaftswesen (mit Fokus auf Deutschland) zu.
Der Beginn des deutschen Genossenschaftswesen reicht zurück in die 1850er und 1860er Jahre und
ist eng verbunden mit den Namen Friedrich Wilhelm Raiffeisen y Hermann Schulze-Delitzsch.
Heutzutage gehören etwa ein Viertel der 80 Millionen Deutschen einer der 8800 registrierten
Genossenschaften an. In ihnen arbeiten ca. 800.000 Menschen, welches 1% der Bevölkerung entspricht.
Zum Beispiel sich fast 100% der Landwirte Mitglied in wenigstens einer der 2300+
landwirtschaftlichen Genossenschaften. Ca. 10% der Wohnungen in Deutschland sind im Besitz und
werden verwaltet durch eine der ca. 2000 Wohnbaugenossenschaften die insgesamt 2.2. Millionen
Wohneinheiten für mehr als 5 Millionen Personen anbieten. Darüber hinaus gibt es knapp 2000 (1889)
Konsumgenossenschaften, mehr als 1200 (1262) Produktions- und Dienstleistungsgenossenschaften
und um die 1000 (1047) Genossenschaftsbanken.
Und jetzt stellen wir uns einmal vor:
Diese Tausenden von Genossenschaften, mit ihren Millionen von Mitgliedern und - Dank der Banken –
Milliarden von Kapital gehen eine Koalition mit der neuen kollaborativen Ökonomie 3.0 ein.
Welch ein Potential!
Aber wie sieht die Realität aus?
Allianz: Genossenschaftswesen &
kollaborative Ökonomie?
Jährliche international Forscungskonferenz der International Cooperative Alliance
Quintessens: Die Politik, Wissenschaft und das Genossenschaftswesen in Deutschland
Verschläft die Entwicklung und ihnen entgeht so die Möglichkeiten und das Potenzial.
Mit der löblichen
Ausnahme von:
Diesen Februar nahm ich an einer Veranstaltung im Abgeordnetenhaus des deutschen Bundestages teil.
Die politische Linke der Sozialdemokraten hatte geladen zu einem dreistündigen Event zum Thema:
Wir eG statt Ich AG: Reform des Genossenschaftsgesetz. Dabei auch Klaus Töpfer, Ex-Minister der CDU,
sowie Beamte aus dem Wirtschafts- & Justizministerium als auch Vertreter von Genossenschaftsverbänden.
Worüber wurde gesprochen? Was waren die Visionen? Man schaute gemeinsam in die Vergangenheit,
klopfte sich auf die Schultern und betrachtete wo man stand.
Aber nicht ein einziges Mal wurden in der gesamten Debatte die Themen kollaborative Ökonomie,
Digitalisierung oder Platform Kooperativismus auch nur mit einem Wort erwähnt.
Ebenso berichtet Esther Schmitt, Organisatorin der PlatformCoop Gruppe in Valencia, dass auf keiner
der beiden von ihr in diesem Jahr besuchten wissenschaftlichen Konferenzen: die jährliche internationale
Forschungskonferenz der internationalen Genossenschaftsallianz sowie der Forschernachwuchs
Arbeitsgruppe der Arbeitsgemeinschaft genossenschaftlicher Institute, die kollaborative Ökonomie,
Digitalisierung oder der Plattform Kooperativismus thematisiert worden sind.
Quintessens: Die Politik, Wissenschaft und das Genossenschaftswesen in Deutschland verschläft die
Entwicklung und ihnen entgeht so die Möglichkeiten und das Potenzial.
Einzige löbliche Ausnahme in Deutschland ist das Goethe Institut, welches sich dem während des unter
dem Motto: Teilen und Tauschen" stehenden Weimarer Kultursymposiums 2016 auch den Themen
kollaborativer Ökonomie und Plattform Kooperativismus in verschiedenen Veranstaltungen widmete.
Im Vorfeld gab es seit Dezember 2015 zwölf Veranstaltungen an zwölf Goethe Standorten weltweit
zum gleichen Thema, einschließlich einer Panel Diskussion mit Trebor Scholz und Felix Weth in NYC.
Allianz: Genossenschaftswesen &
kollaborative Ökonomie
In anderen Ländern/Städten gibt es
Bereits mehr politische Resonanz ....
Barcelona
Neapel
Jeremy Corbyn – Labour Party / UK
In anderen Ländern und Städten stößt das Thema teilweise bereits auf mehr Resonanz.
Im politischen Umfeld der Stadtregierung von Barcelona trifft der Plattform Kooperativismus
auf großes Interesse und die Stadt Neapel scheint sich in diese Richtung zu bewegen.
Interessant ist auch, dass Jeremy Corbyn, Vorsitzender der Labour Partei im Vereinigten
Königreich vor wenigen Tagen - wohl inspiriert durch die digitale Kampagne von Bernie Sanders
im US-amerikanischen Wahlkampf - ein Manifest der digitalen Demokratie veröffentlicht hat.
Unter den acht Themen die verstärkt gefördert werden sollen, befindet sich auch der
Plattform Kooperativismus, sowie konkrete und machtwirksame Vorschläge zu deren Unterstützung.
Genannt werden Gesetzesinitiativen und Finanzierungen durch die nationale Investionsbank,
sowie durch regionale Banken.
Die Anfänge
Im November 2015 fand die erste Plattform Kooperativismus Konferenz an der New School
Universität in New York City statt.
Sie wurde organisiert von Trebor Scholz, Professor für Kultur und Medien an der New School und
Nathan Schneider, Journalist und Assistenzprofessor für Medien an der Universität in Colorado Boulder.
Die beiden hatten im Dezember 2015 Artikel veröffentlicht, welche wichtige Begriffe und Ideen
für die folgende Debatte setzten.
Nathan Schneider in Shareable den Artikel: “Owning is the new Sharing” (Besitzen ist das neue Teilen)
welches den von den Akteuren der kollaborativen Ökonomie 2.0 gern und oft verwendeten Slogan
“Sharing is the new Owning” (Teilen ist das neue Besitzen) umdrehte.
Trebor Scholz veröffentlichte im gleichen Monat den Medium Artikel:
„Platform Cooperativism vs. The Sharing Economy“ Ich empfehle beide Artikel.
Die Konferenz brachte mehr als Hundert Beitragende und jeden Tag mehr als Tausend
Programmierer, Designer, Wissenschaftler, Forscher, Entrepreneure, Genossenschaftler,
Aktivisten und Plattform Unternehmer zusammen.
Die Konferenz wurde zu einer „coming-out party“ für das kooperative Internet.
Teilnahme, Feedback und Enthusiasmus übertraf alle Erwartungen und so trug die Konferenz
nicht nur zu einer beträchtlichen Verbreitung des Konzepts des Plattform Kooperativismus bei,
sondern setzte darüber hinaus auch eine neue und wichtige politische Debatte
über unsere Ökonomie und Gesellschaft im Allgemeinen in Gang.
Für mehr Informationen, Video etc. siehe: www.platformcoop.net
Das Momentum
Beispiele aus Deutschland
Nach der Konferenz fanden rund um das Thema weitere Veranstaltungen statt.
Ich erwähne hier nur einige die ich selber organisiert oder mit eigenen Beiträgen beteiligt war.
Dies waren fünf Veranstaltungen im Rahmen der PlatformCoopBerlin Gruppe:
eine mit Michel Bauwens, Mitbegründer der P2P-Foundation, eine mit Trebor Scholz,
ein Event zu Gast bei der PlatformCoop fairmondo, ein weiteres bei und mit Coliga
und das fünfte mit Tiberius Brastaviceanu, Mitbegründer von Sensorica.
Desweiteren nahmen während des 4. OuiShareFest im Mai in Paris mehr als 80 Personen
an der Veranstaltung “Return of the Co-op. Building the Next Generation Sharing Economy” teil.
Gleichfalls fanden sechs Events zum Thema in diversen Städten Spaniens und Mexicos statt.
Bevor am 11.11.2016 in New York die zweite Platform Conference ansteht
und das erste Jahr abschließt.
Das Momentum
Aufbau von Infrastruktur
Neben der PlatformCoop Gruppe in Berlin mit mehr als 140 Mitgliedern gibt es noch
PlatformCoop Gruppen in Valencia, Barcelona, Australien.
Und die Facebook Gruppe: Rise of the Digital Cooperative mit mehr als 950 Mitgliedern
dient als Pinnwand der internationalen community.
Wer möchte kann selber eine PlatformCoopX Gruppe ins Leben rufen um das Thema
in der eigenen Region zu diskutieren und zu befördern.
Unter www.internetofownership.net befindet sich ein
Register des demokratischen Ökosystems online.
Hier findet sich eine Auflistung von Plattform Kooperativen, Events und ein Blog.
Ein weiteres Informationsmedium ist die Seite www.platformcoop.net
mit allen Informationen zu den Konferenzen, Videos, Publikationen
und des sich formierenden Platform Kooperativismus Konsortiums.
PlatformCoops1
presentados por Shareable
Und schließlich einige Beispiele von bereits bestehenden Plattform Kooperativen.
(Im oben erwähnten Register www.internetofownership.net sowie unter www.platformcoop.net
finden sich weitere Beispiele) Hier presentiere ich in Kürze elf, die Teil eines Shareable Artikels
im Mai 2016 waren. Die ersten fünf sind vollwertige Plattform Kooperativen,
die folgenden verfolgen kooperative Prinzipien.
1.Fairmondo* aus Berlin, ist eine genossenschaftliche Alternative zu Ebay y Amazon. Die Plattform
gehört 2000+ Genossenschaftlern und hat auf diese Weise bisher mehr als 600.000€ eingeworben.
2. Stocksy* aus Kanada, ist eine Plattform für Stock-Fotografie. Fotografen werden zu Mitbesitzern
der Plattform. Stocksy wächst sehr schnell und arbeitet bereits rentabel.
3. Union Taxi* aus Denver, ist einer der Herausforderer von UBER, 100% in den Händen der Fahrer. .
4. Modo* aus Vancouver, 16.000 Genossenschaftler teilen sich 500 Fahrzeuge,
welche über eine App für 4$/h einfach ausgeliehen werden können.
5. Tapazz* aus Belgien ist eine P2P carsharing Kooperative.
6. Enspiral aus Neuseeland, mehr als eine Genossenschaft. Sie wächst und gewinnt rasch an Bekanntheit.
Mit loomio y cobudget haben sie zwei Open Source programme entwickelt, welche wichtige Fragen löst
wie Entscheidungsfindungsprozesse und Wertedistribution einfach, transparent, partizipativ und
gerecht umgesetzt werden können.
7. VTC Cab aus Paris, ein weiterer Herausforderer von UBER aber organisiert als Non-Profit Organisation.
8. Timefounder aus Barcelona ist noch auf der Suche nach der passenden legalen Form.
Zeitliche Beiträge von Kollaborateuren eines Projektes werden in gerechte Anteile umgewandelt.
9. Backfeed ist noch privat, aber soll in eine auf Blockchain basierendes dezentrales kollaboratives
Netzwerk umgewandelt werden (als Nachfolgemodel von Plattform Kooperativen betrachtet)
10. Peerby aus den Niederlanden ist eine B-Corporation. Sie haben mehr als zwei Millionen €
von ihren Usern eingesammelt. .
11. Juno aus New York ist noch in weiterer Herausforderer von UBER. Es ist ein privates Unternehmen
unterscheidet sic haber von UBER dadurch, dass 50% der Aktien für die Fahrer zurückgestellt und nur
eine Kommission von 10% gegenüber den 20-25% die UBER einbehält, erhoben werden sollen.
PlatformCoops2
Auswahl der NYC Präsentation
Und noch eine Auswahl von vier Beispielen von insgesamt 16 im Rahmen eines eigenen
Beitrags auf der resten PlatformCoop Konferenz in New York City vorgestellten.
(Alle Beispiele hier auf Slideshare in Englisch und Spanisch)
Vive Berlin ist eine Berliner Genossenschaft von Reiseführern aus diversen Ländern, die über eine
gemeinsame Plattform ihre Dienst anbieten, sich organisieren und neue Projekte anbieten.
BioBoden ist eine Bürgergenossenschaft. Mit Anteilen werden Bodenparzellen gekauf und
Bio-Landwirten zur Verfügung gestellt um den Boden zu schützen, die Landwirtschaft zu
diversifieren und nachhaltiger zu gestalten, kleinteilige Landwirtschaft und Lebensunterhalte
zu ermöglichen und Bodenspekulation zu unterbinden.
Healthbank aus der Schweiz, ist die erste Plattform für den Austausch von Gesundheitsdaten.
Lediglich Privatpersonen können Mitglieder dieser Genossenschaft sein.
Daten jedwediger Form und unterschiedlichem Ursprung können gesammelt werden.
Lediglich der Nutzer bestimmt selber mit wem er/sie eigene Daten teilen
oder eventuell nicht mehr teilen will.
WeChange ist eine Plattform Kooperative, die das Facebook für Aktivisten werden will und ihnen
eine Vielzahl von integrierten Open Source Werkzeugen auf ihrer Plattform zur Verfügung stellt.
Wo stehen wir und
Wohin geht es?
“The future belongs to enterprises
that distribute control and wealth
rather than concentrating it,
and that's not a utopian dream,
it's an increasingly practical necesity
in order to attact and keep customers
in a zero marginal cost world.“
Neal Gorenflo
Neal Gorenflo, Herausgeber des Online Magazins Shareable ist davon überzeugt, dass:
„die Zukunft denjenigen Unternehmen gehört, welche Kontrolle und Reichtümer
breiter streuen anstatt sie zu konzentrieren und dies ist kein utopischer Traum,
sondern zunehmend eine praktische Notwendigkeit um in einer Welt,
in der sich die Grenzkosten Null annähern (siehe Rifkin)
Klienten gewonnen und auch gehalten werden können.“
Aber trotz allem Optimismus, Enthusiasms und starkem anfänglichen Impuls
gilt es festzuhalten und zu unterstreichen, dass sich der Plattform Kooperativismus
noch in einer frühen Geburtsphase befindet.
Noch gibt es nicht viele Plattform Kooperativen.
Lediglich einige von ihnen können bereits auf längere Erfahrung zurückblicken und
keine ist bisher annähernd so bekannt, im Gespräch oder
(in finanziellem Sinne) erfolgreich wie die UBER, airbnb & Co’s.
Jedoch wächst die Anzahl der Entrepreneure und Gruppen,
die ein platformbasiertes Start-up oder Unternehmung gründen wollen,
dieses auf der Grundlage eines kooperativen Modells zu tun.
Und bereits etablierte Unternehmen erwägen eine Umwandlung in eine Genossenschaft
– oder haben diesen Schritt bereits vollzogen.
Wo stehen wir und
wohin geht es?
„A revolution doesn‘t happen
when society adopts new tools, it happens
When society adopts new behaviour“
Clay Shirky
„It is the need to design a system
that puts all that technology truly at the service of the inhabitants
— and not the other way around.“
Saskia Sassen
Von Nöten sind daher meist mehr Informationen, Erfahrungen, Rat und Unterstützung bei rechtlichen,
organisatorischen sowie entscheidungs- und führungspraktischen Fragen im genossenschaftlichen Kontext.
Daher an dieser Stelle mein Appell: Genossenschaftsverbände, Genossenschaften im Allgemeinen und
Genossenschaftsbank im Besonderen, lokale Regierungen, Stiftungen, Unversitäten, Coworking Spaces
und andere Unternehmungen der kollaborativen Wirtschaft und zivilgesellschaftlichen Gruppierungen –
um nur einige potentielle Allierte zu nennen – sollten ihre Kräfte und Ressourcen zusammenbringen um
Inkubatoren, Acceleratoren und Fonds zu gründen um einer Reihe von (Plattform) Kooperativen bei der
Gründung zu helfen und ein Ökosystem und Netzwerk gegenseitiger Hilfestellung aufzubauen um die
lokale, soziale und solidarische Wirtschaft zu stärken und befördern.
Und ich möchte das Gesagte mit zwei Zitaten untermauern.
Zunächst Clay Shirky, Autor, Berater y Professor für Fragen sozio-ökonomischer Effekte von Internet-
Technologien. Er sagt: „Eine Revolution ereignet sich nicht wenn sich eine Gesellschaft neue Werkzeuge
(d.h. eine neue Technologie) aneignet, sondern sie ereignet sich wenn sie neue Verhaltensweisen annimmt.“
Oder ähnlich Saskia Sassen, Soziologieprofessorin mit Fokus auf Globalisierung & internationaler Migration:
Sie sagt: „Es gilt ein System zu schaffen, welches die Technologie wahrhaftig in den Dienst
der Menschen stellt – und nicht umgekehrt.“
Darum sollten wir uns zunächst nach dem “Warum” fragen.
Warum machen wir was wir machen oder machen wollen?
Und dann sollten nach dem “Wie” fragen bevor wir uns mit der Frage des “Was” beschäftigen.
Kraft unseres Willens und Dank des enormen Potentials von Crowd-Intelligenz und der Vielzahl von
Werkzeugen und Erfahrungen von Kollaboration welche wir uns vor allem in den letzten beiden Dekaden
angeignet haben, werden wir zunehmend in die Lage versetzt ein neues Ökosystem, eine neue,
kollaborativere, nachhaltigere, humanere und gerechtere Ökonomie und Gesellschaft zu erproben und
zu erschaffen. Und die Plattform Kooperativen sind ein wichtiger Schritt in diese Richtung.
Warum warten wir noch? Vielen Dank!
Vielen Dank
Thomas Dönnebrink
OuiShare Connector Germany
Freelancer Collaborative Economy
www.about.me/thomasdoennebrink
thomas@ouishare.net
@tdoennebrink
+49 176 32335744

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Plattform Kooperativismus als Antwort auf den Plattform Kapitalismus

  • 1. Thomas Dönnebrink Conector OuiShare Alemania Freelancer Economy Colaborativa @TDoennebrink thomas@ouishare.net Plattform Kooperativismus oder Digitale Kooperativen Diese Präsentation wurde gehalten unter folgenden Titeln Während der folgenden Veranstaltungen (siehe slides 2-4) 2016-09-22 Tenerife – Tenerife Colaborativa (Commonia, ULL, PCTT, TFinnova) 2016-09-29 México DF – México-Alemania (Goethe, Impact MX, Redes, OuiShare) 2016-10-05 México DF – OuiShareSummit (ACERCA, FIAAPP, CCEMEX, OuiShare) Lange: ca. 40 min. Versionen in Englisch & Spanisch: www.slideshare.net/doennebrink
  • 2. Thomas Dönnebrink Conector OuiShare Alemania Freelancer Economy Colaborativa @TDoennebrink thomas@ouishare.net Plattform Kooperativismus Den Plattformkapitalismus herausfordernd
  • 3. Thomas Dönnebrink Conector OuiShare Alemania Freelancer Economy Colaborativa @TDoennebrink thomas@ouishare.net
  • 4. Thomas Dönnebrink Conector OuiShare Alemania Freelancer Economy Colaborativa @TDoennebrink thomas@ouishare.net
  • 5. Es freut mich, dass das Thema Platform Kooperativismus ein zunehmendes Interesse erfährt. Meine Name ist Thomas Dönnebrink. Ich lebe in Berlin und habe als Sprachlehrer sowie Gründungsgeschäftsführer und erster Schulleiter einer deutschen Botschaftsschule in Izmir (Türkei) gearbeitet bevor ich mich vor ca. vier Jahren den Themen kollaborative Ökonomie/Gesellschaft, Transformation und neuen Wirtschafts- und Gesellschaftsformen zugewandt habe. Mich interessiert die Konvergenz von Ideen, Konzepten und Bewegungen und ich bin als Connector Teil des OuiShare Netzwerkes.
  • 6. Platform Cooperativism Plattform Kooperativismus Plattform Kooperativimus = 1.Plattform als Teil und Ausdruck der (neuen) kollaborativen Ökonomie + 2.Kooperativismus als Teil einer sozialen und solidarischen Tradition + mehr?
  • 7. Werfen wir zunächst einen Blick auf den Begriff "Platform Kooperativismus". Er besteht aus zwei Wörtern und Konzepten. Zunächst die Vorstellung einer Plattform. Eine Plattform ist Teil und Ausdruck der neuen kollaborativen Ökonomie und ihrer disruptiven und exponentiellen Dynamik. Desweiteren die Vorstellung des Kooperativismus, des Genossenschaftswesens, mit seiner bereits 180 jährigen Tradition und Geschichte. Es kommen hier somit zwei Entwicklungen und Bewegungen zusammen, die bisher nichts - oder fast nichts - miteinander zu tun gehabt haben. Aber dies verändert sich gerade - bzw. sollte es zumindest.
  • 8. Was ist eine Plattform? Firma (Box) Plattform (Netzwerk) Ökosystem (Medium) Quelle: Simone Cicero @meedabyte
  • 9. Was ist nun eine Plattform? Es ist - dank technischer, sozialer und kollaborativer Innovationen und dank eines Wertewandels – eine neue Form von Kommunikation, Produktion, Interaktion und eine neue Möglichkeit seine Bedürfnisse zu befriedigen – jenseits traditioneller Intermediäre wie dem Staat oder privaten Firmen. Dies bedingt, dass Staaten, Regierungen und Firmen, sowie ihre Praktiken, Handlungsgewohnheiten und Geschäftsmodelle unter Innovationsdruck geraten. Es ergibt sich ein Entwicklungspfad von geschlossenen und auf Konkurrenz basierten Modellen hin zu Modellen die zunehmend offen sind und kollaborativ sind.
  • 10. Entwicklungstendenzen / Verschiebungen Produkt Service Marktplatz Plattform Commons? EGO System Monodirektional Produktion/Bereitstellung ECHO bzw. ECO System Bi- /Multidirektional Co-Produktion/Co-Creation
  • 11. Folgende These: Es gibt eine Entwicklungsrichtung von der Produktion und dem (Ab)Verkauf von Produkten hin zu Dienstleistungen. Dies kann noch in einem klassischen Rahmen, d.h. den traditionellen Dichotomien: Produzenten vs. Konsumenten, Versorger vs. Klienten, Arbeitgeber vs. Arbeitnehmer, Regierende vs. Regierte stattfinden, Lassen Sie es uns: EGO System nehmen aufgrund seiner unilateralen Ausgerichtetheit. Der Fokus liegt auf der Produktion und der Bereitstellung. Aber die Entwicklung bzw. Verschiebung hört hier nicht auf, sondern setzt sich weiter in Richtung Marktplätze und noch weiter Richtung Plattformen fort. Der Übergang von Marktplätzen zu Plattformen ist etwas unscharf, lässt sich aber anhand der Grade von Öffnung, von Rollen- und Optionsvielfalt, wie auch Möglichkeiten der Partizipation und Selbstverwaltung ziehen. Die Abgrenzung ist nicht immer klar und hängt auch wohl vom Blickwinkel ab. Aufgrund seiner bi- bzw. multidirektionalen Ausrichtung und seines Fokus auf Co-Produktion und Co-Creation kann man hier von einen ECHO System (im Sinne von Resonanz) bzw. einem ECO System (im Sinne eines breiten interrelationalen Umfeldes) sprechen. Hier bewegen wir uns jetzt in einem neuen Paradigma.
  • 13. Es gibt tausende von Plattformen: Das Wabenmuster von Jeremiah Owjang – hier die letzte Ausgabe 3.0 vom März 2016 - klassifiziert 280 Startups von ihnen. Bezüglich Plattformen und ihrer Dynamiken und Entwicklungspfade lohnt es auch einen Blick auf pentagrowth.com zu werfen. Es ist ein Bericht zu den Ergebnissen einer empirischen Studie zu den Erfolgsfaktoren von 50 Unternehmungen wie Wikipedia, Spotify, Airbnb und andere die in einem Zeitraum von fünf Jahren jährlich Jahr - und ohne Unterbrechung - Wachstumsraten von über 50% und somit exponentielles Wachstum erreichten. Die abgebildete Grafik zeigt übersichtlich die fünf Wachstumshebel mit ihren jeweils drei Gradierungen.
  • 14. Plattformen = Teil/Ausdruck der kollaborativen Ökonomie
  • 15. Da Plattformen sowohl Teil als auch Ausdruck der kollaborativen Ökonomie ist, einige Worte bezüglich dieses Kontext. Wir unterscheiden vier Bereiche, die sich selbstverständlich überlagern und gegenseitig verstärken können. Am Bekanntesten und Sichtbarsten ist der Bereich des kollaborativen Konsums, welcher oftmals auch unter dem Begriff Share- oder Sharing Ökonomie bekannt ist. Weniger bekannt und sichtbar aber möglicherweise in Zukunft noch disruptiver für den Status Quo sind die Bereiche der kollaborativen Produktion und der kollaborativen Finanzierung. Ein vierter Bereich, der teilweise die Bezeichnung: Offenheit oder kollaboratives Wissen/Lernen trägt, umfasst Konzepte wie: open software, open hardward, open knowledge, open government, open governance open everything. Aspekte dieses Teils des kollaborativen Wissens/Lernens beflügeln auch alle anderen voran genannten Bereiche.
  • 17. Betrachten wir die Objekte der kollaborativen Ökonomie und ihrer Entwicklung während der letzten Jahre, so lassen sich diese in vier Phasen einteilen: Phase 1 Wir verbinden uns um Informationen zu teilen. Phase 2 Wir verbinden uns untereinander um soziale Netzwerke zu bilden. Phase 3 Wir verbinden uns um digitale Güter zu teilen. Phase 4 Wir verbinden uns um reale Güter zu teilen bzw. diese zugänglich zu machen. Kurzum: Die Reich- und Wirkungsweite vergrößert sich zunehmend.
  • 18. Kollaborative Ökonomie Entwicklung/Evolution des Subjekts Kollaborative Ökonomie 1.0 Kollaborative Ökonomie 2.0 Kollaborative Ökonomie 3.0
  • 19. Betrachten wir nun die Subjekte der kollaborativen Ökonomie, d.h. die Akteure und ihre Motivationen, lassen sich folgende Entwicklungsstufen darstellen, die ich mit den Begriffen kollaborative Ökonomie 1.0, 2.0 und 3.0 bezeichnen möchte. Ich sehe sie als eine Abfolge von sich aufeinander beziehenden Gegenströmungen.
  • 20. Kollaborative Ökonomie 1.0 Mehr Kollaboration als Ökonomie Akteure: Hobbytreibende, Itneressen-Netzwerke, Aktivisten, etc Motivationen: soziale, ökologische, ökonomische, Formen der Selbstverwirklichung, Gemeinschaftsbildung, Lust an Unterhaltung oder Beitragen zum Allgemeinwohl. Beispiele: Wikipedia, Linux, Couchsurfing, Carpooling (Teilen von Kosten) „Now what you get are social interaction. … It used to be harder to explain this, when I first wrote sharing nicely in 2004 I couldn’t just point at airbnb (etc.)… , but at that time I could also point unproblematically at things that were happening that were genuinely social opposed to essentially an overlaying market.” Yochai Benkler auf dem Kultursymposium in Weimar 2016-06-03
  • 21. In der kollaborativen Ökonomie 1.0 liegt der Fokus mehr auf dem teilen und kollaborieren als auf der Ökonomie. Die Akteure sowie Entwicklungs- und Veränderungstreiber sind vor alle: Hobbytreibende, Netzwerke um gemeinsame Interessen, Aktivisten, nicht-kommerzielle Entitäten etc. Und ihre Motivationen sind vielfältig und unterschiedlich: es können soziale, ökologische, ökonomische oder Formen der Selbstverwirklichung, Gemeinschaftsbildung sein oder einfach aus Lust an Unterhaltung, des Teilens oder Beitragen zu einem Allgemeinwohl. Beispiele sind: Wikipedia, Linux, oder die Anfänge von Couchsurfing etc. Yochai Benkler, Harvardprofessor und Autor von Büchern wie „The Wealth of Networks“ (Der Reichtum von Netzwerken) beschreibt es auf folgende Weise: “... Das Ergebnis sind soziale Interaktionen. Es war schwierig dies zu erklären als ich 2004 "Sharing nicely" geschrieben habe, da ich noch nicht auf airbnb o.ä. verweisen konnte, allerdings konnte ich damals auch ohne Probleme auf die sich entfaltende Entwicklung zeigen, da sie noch wahrhaftig sozial war im Gegensatz zu sich später überstülpenden Marktmechanismen.
  • 22. Kollaborative Ökonomie 2.0 Mehr Ökonomie als Kollaboration Akteure: VC gesponserte Start-ups Motivationen: vornehmlich ökonomischer Natur Marktanteilen, Monopolstellungen, Profitmaximierung, Extraktion Beispiele: Uber, Airbnb, Facebook, etc. „Think about Google, Youtube, flickr, Uber, airbnb -all companies which do no longer pay anyone for creating content and services but enable us to do this and then they have a vacuum cleaner and suck the value out of our exchange system. ... 100% of the market value is privatized, captured and is not reinvested in the capacity of the users to con- tribute. This is the real problem..” Michel Bauwens @PlatformCoopBerlin#1 Event 2016-03-04
  • 23. In der kollaborativen Ökonomie 2.0 ist der Fokus mehr auf der Ökonomie als auf dem Teilen und Kollaborieren. Die Akteure und Entwicklungs- und Veränderungstreiber sind vor allem: VC gesponserte Start-ups. Und ihre Motivationen sind vornehmlich ökonomischer Natur: Eroberung von Marktanteilen, Anstreben von Monopolstellungen, Maximierung von Profiten, Extraktion von Werten (in Form von Geld, Daten etc.) Einige der bekanntesten Beispiele sind: Facebook, Airbnb, Uber y Co. Michael Bauwens, Co-Fundador der P2P Stiftung drückt es auf unserem ersten PlatformCoopBerlin Treffen folgendermaßen aus: “Denkt an Google, YouTube, flickr, Uber, Airbnb etc.– alles Firmen, die niemanden dafür bezahlen um Content zu schaffen, sondern sie erlauben uns es zu tun und dann haben siie einen Staubsauger mit dem sie den Wert aus unserem Austauschsystem sagen ... 100% des Marktwertes ist privatisiert und nichts wird reinvestiert in die Subsistenz der Beitragsleister. Dies ist das Kernproblem."
  • 24. Kollaborative Ökonomie 2.0 Beispiele >1,5 Mio. Auflistungen in 34.000 Städten/191 Ländern (Wikipedia) VC: 2.39 Milliarde. $* + 1 Milliarde Fremdfinanzierung 8 Runden/33 Investoren/ 10 Akquisitionen (Crunchbase) Börsenwert: 25+ Milliarden? >400.000 Fahrer in den USA (Katz/Krueger) en: 449 Städte/66 Länder (Wikipedia) VC: >10 Millarden $* 14 Runden/72 Investoren (Crunchbase) Börsenwerte: 80+ Milliarden? *se encuentra datos contradictorios aún en Crunchbase su mismo
  • 25. Werfen wir einen schnellen Blick auf die Flagschiffe dieser kollaborativen Ökonomie 2.0: Airbnb y UBER. Hier einige Zahlen welche ihre globale Ausdehnung, ihr finanzielles Potential, ihren spekulativen Wert und ihre geringe und exklusive Basis von Investoren und somit Besitzern. Innerhalb weniger Jahre bietet beispielsweise airbnb mehr Betten an als die größte Hotelkette und sie erreichen dies mit einem Bruchteil der Angestellten und erreichen an der Börse eine höhere Bewertung.
  • 27. Natürlich werden hier Airbnb und UBER nur pars pro toto für eine gesammte Gattung genannt. Viele Startups dieser Kategorie beginnen ihren Pitch mit: "Wir sind das airbnb, oder wir sind das UBER für X." Wobei X für eine x-beliebige Industrie, einen Lebensbereich oder ein bestimmtes Bedürfnis besteht. Bezüglich ihrer Ideen, Implementierungen und Ausgestaltungen zeigen sich die Startups facettenreich und kreativ. Allerdings lässt die Kreativität und Vielfalt rapide nach wenn es um Besitz- und Entscheidungsmodelle, wenn es um Ownership and Governance, geht. Hier herrscht meist eine Monokultur die - wie in der Landwirtschaft – schädlich und langfristig nicht nachhaltig ist. Der Begriff Uberisierung lässt sich nicht nur auf einen technischen Aspekt einer Plattform, eines Apps oder auf die Ermöglichung einer Peer-to-Peer Transaktion beziehen, sondern auch als Ausdruck einer Verengung der Designs und der Handlungsoptionen auf die des neoliberalen und libertären Silicon Valley. Und somit zeigt sich oftmals folgender Entwicklungspfad: Suche und Implementierung lediglich der Ideen mit Marktwert, d.h. die im Markt verkauft werden können. Anziehung großer Mengen von Venture Capital Skalierung und Anstrebung von Monopolstellungen um einen Börsengang oder einen schnellen und lukrativen Verkauf anzustreben, der einen hohen return on investment garantiert. Und alles Weitere wird - im besten Falle - dieser Logik untergeordnet – spätestens wenn das Risikokapital und damit die inherenten Sachzwänge das Steuer übernehmen. Die Präsenz und der Eindruck von Erfolg welche Namen wie UBER und Airbnb wie auch die Geschäftsmodelle und Philosophien, die sie representieren in den Medien, wie auch den Köpfen junger Entrepreneure wie auch Investoren mit Gewinnmaximierungsabsichten hinterlassen ist enorm. Es scheint, dass der Satz von Margret Thatchers TINA: “There is no alternative” noch immer kräftig nachhalt.
  • 29. Ist es daher verwunderlich, dass am Ende aus dem Prozess herauskommt, was am Anfang hineingesteckt worden ist? Sascha Lobo hat in seinem Spiegel Online Artikel 2014 den Begriff Plattform Kapitalismus geprägt. Und Jeremiah Owyang betonte in seiner Keynote beim OuiShare Fest 2015, dass die VC, dass heißt die Venture Kapitalisten - in einer sehr kurzen Periode – ca. 12 Milliarden $ in die kollaborative Ökonomie investiert haben. Mit dem Ergebnis, dass der Großteil der Startups und mit ihr die kollaborative Ökonomie den Superreichen gehört und durch sie geleitet und bestimmt wird. Und Douglas Rushkoff, Autor des Bestsellers: „Throwing rocks at the Google Bus“ resumiert in seiner Rede bei der South by Southwest (SXSW) Konferenz, dass „die digitale Technologie sollte den Beginn einer Ära des Wohlstands einläuten, aber bisher hat sie lediglich den industriellen Kapitalismus auf Steroide gesetzt. Missionen von soziale Netzwerken werden auf Datenmining reduziert und Banken verschreiben sich Algorithmen anstatt sich auf Investitionen zu konzentrieren -alles im Namen des Wachstums. Es werden Start-ups für Milliarden verkauft, -aber sie zerstören mehr Beschäftigung und Märkte als sie schaffen." Daher fordert Rushkoff eine neues Betriebssystem für die digitale Wirtschaft und sagt in seinem Buch: "In dem Moment in dem wir aufhören die digitale Ökonomie nur auf das Wachstums des Kapitals hin zu optimieren und stattdessen beginnen es zu optimieren für die Zirkulierung von Werten zwischen Menschen, wird alles sehr schnell besser werden."
  • 30. Kollaborative Ökonomie 3.0 = Plattform Kooperativismus Teilhabe an Besitz und Einfluss Akteure: Stakeholders -> Shareholder Motivationen: Teilhabe/Einfluss auf Produktionsmittel, Befreiung von Abhängigkeit Und Willkür externer Interessen, gerechtere Verteilung von Werten etc. Beispiele: Fairmondo, Stocksy, WeChance, tapazz platform cooperativism is about cloning the technological heart of online platforms and puts it to work with a cooperative model, one that puts workers, owners, communities, and cities in a kind of solidarity that leads to political power. Trebor Scholz: @PlatformCooperativism Conference in NYC 2015-11-12
  • 31. Jetzt manifestiert sich die kollaborative Ökonomie 3.0. Zum Einen als Gegenbewegung der Kommerzialisierung und Vereinnahmung (im wahrsten Sinne des Wortes) der kollaborativen Ökonomie Und zum Anderen als menschlichere Alternative. Der Plattform Kooperativismus ist eine Ausformung dieser kollaborativen Ökonomie 3.0. Es wurde verstanden, dass es nicht ausreicht Zugänge zu schaffen, sondern was fehlt ist, dass Stakeholder einer Plattform auch deren Shareholder (Mitbesitzer und -entscheider) werden. Nur so kann Mitentscheidung bei Produktionsmitteln gewährleistet und eine Befreiung von Abhängigkeit und Willkür durch externe Entitäten, die andere Interessen verfolgen, sichergestellt werden. So wird vermieden, dass die auf den Plattformen geschaffenen Werte nicht extrahiert und in wenigen Händen konzentriert und somit noch mehr Ungleichheiten geschaffen werden, sondern dass diese mehr verteilt werden und somit mehr Gleichheit erzeugen. Existierende Beispiele von Plattform Kooperativen sind: Fairmondo, Stocksy, WeChance etc. – Mehr Beispiele folgen. Trebor Scholz, Professor an der New School Universität in New York City und Organisator der Platformcoop Konferenz, definiert eine Platform Kooperative folgendermaßen: „es handelt sich um das Klonen des technischen Herzens von digitalen Plattformen und das Einsetzen in ein kooperatives Modell, eins, welches Arbeiter, Besitzer, Community und Städte in eine Solidaritätsbeziehung bringt und zur politischen Macht führt."
  • 32. Kooperativismus (Deutschland) Genossenschaftswesen • 25% der Deutschen = Mitglied einer Genossenschaft • 8800 eingetragene Genossenschaften • 800.000 Beschäftigte bei Genossenschaften
  • 33. Nachdem wir nun einen Blick auf Plattformen geworfen haben – und die kollaborative Ökonomie zu denen sie gehören – wenden wir uns dem Kooperativismus, dem Genossenschaftswesen (mit Fokus auf Deutschland) zu. Der Beginn des deutschen Genossenschaftswesen reicht zurück in die 1850er und 1860er Jahre und ist eng verbunden mit den Namen Friedrich Wilhelm Raiffeisen y Hermann Schulze-Delitzsch. Heutzutage gehören etwa ein Viertel der 80 Millionen Deutschen einer der 8800 registrierten Genossenschaften an. In ihnen arbeiten ca. 800.000 Menschen, welches 1% der Bevölkerung entspricht. Zum Beispiel sich fast 100% der Landwirte Mitglied in wenigstens einer der 2300+ landwirtschaftlichen Genossenschaften. Ca. 10% der Wohnungen in Deutschland sind im Besitz und werden verwaltet durch eine der ca. 2000 Wohnbaugenossenschaften die insgesamt 2.2. Millionen Wohneinheiten für mehr als 5 Millionen Personen anbieten. Darüber hinaus gibt es knapp 2000 (1889) Konsumgenossenschaften, mehr als 1200 (1262) Produktions- und Dienstleistungsgenossenschaften und um die 1000 (1047) Genossenschaftsbanken. Und jetzt stellen wir uns einmal vor: Diese Tausenden von Genossenschaften, mit ihren Millionen von Mitgliedern und - Dank der Banken – Milliarden von Kapital gehen eine Koalition mit der neuen kollaborativen Ökonomie 3.0 ein. Welch ein Potential! Aber wie sieht die Realität aus?
  • 34. Allianz: Genossenschaftswesen & kollaborative Ökonomie? Jährliche international Forscungskonferenz der International Cooperative Alliance Quintessens: Die Politik, Wissenschaft und das Genossenschaftswesen in Deutschland Verschläft die Entwicklung und ihnen entgeht so die Möglichkeiten und das Potenzial. Mit der löblichen Ausnahme von:
  • 35. Diesen Februar nahm ich an einer Veranstaltung im Abgeordnetenhaus des deutschen Bundestages teil. Die politische Linke der Sozialdemokraten hatte geladen zu einem dreistündigen Event zum Thema: Wir eG statt Ich AG: Reform des Genossenschaftsgesetz. Dabei auch Klaus Töpfer, Ex-Minister der CDU, sowie Beamte aus dem Wirtschafts- & Justizministerium als auch Vertreter von Genossenschaftsverbänden. Worüber wurde gesprochen? Was waren die Visionen? Man schaute gemeinsam in die Vergangenheit, klopfte sich auf die Schultern und betrachtete wo man stand. Aber nicht ein einziges Mal wurden in der gesamten Debatte die Themen kollaborative Ökonomie, Digitalisierung oder Platform Kooperativismus auch nur mit einem Wort erwähnt. Ebenso berichtet Esther Schmitt, Organisatorin der PlatformCoop Gruppe in Valencia, dass auf keiner der beiden von ihr in diesem Jahr besuchten wissenschaftlichen Konferenzen: die jährliche internationale Forschungskonferenz der internationalen Genossenschaftsallianz sowie der Forschernachwuchs Arbeitsgruppe der Arbeitsgemeinschaft genossenschaftlicher Institute, die kollaborative Ökonomie, Digitalisierung oder der Plattform Kooperativismus thematisiert worden sind. Quintessens: Die Politik, Wissenschaft und das Genossenschaftswesen in Deutschland verschläft die Entwicklung und ihnen entgeht so die Möglichkeiten und das Potenzial. Einzige löbliche Ausnahme in Deutschland ist das Goethe Institut, welches sich dem während des unter dem Motto: Teilen und Tauschen" stehenden Weimarer Kultursymposiums 2016 auch den Themen kollaborativer Ökonomie und Plattform Kooperativismus in verschiedenen Veranstaltungen widmete. Im Vorfeld gab es seit Dezember 2015 zwölf Veranstaltungen an zwölf Goethe Standorten weltweit zum gleichen Thema, einschließlich einer Panel Diskussion mit Trebor Scholz und Felix Weth in NYC.
  • 36. Allianz: Genossenschaftswesen & kollaborative Ökonomie In anderen Ländern/Städten gibt es Bereits mehr politische Resonanz .... Barcelona Neapel Jeremy Corbyn – Labour Party / UK
  • 37. In anderen Ländern und Städten stößt das Thema teilweise bereits auf mehr Resonanz. Im politischen Umfeld der Stadtregierung von Barcelona trifft der Plattform Kooperativismus auf großes Interesse und die Stadt Neapel scheint sich in diese Richtung zu bewegen. Interessant ist auch, dass Jeremy Corbyn, Vorsitzender der Labour Partei im Vereinigten Königreich vor wenigen Tagen - wohl inspiriert durch die digitale Kampagne von Bernie Sanders im US-amerikanischen Wahlkampf - ein Manifest der digitalen Demokratie veröffentlicht hat. Unter den acht Themen die verstärkt gefördert werden sollen, befindet sich auch der Plattform Kooperativismus, sowie konkrete und machtwirksame Vorschläge zu deren Unterstützung. Genannt werden Gesetzesinitiativen und Finanzierungen durch die nationale Investionsbank, sowie durch regionale Banken.
  • 39. Im November 2015 fand die erste Plattform Kooperativismus Konferenz an der New School Universität in New York City statt. Sie wurde organisiert von Trebor Scholz, Professor für Kultur und Medien an der New School und Nathan Schneider, Journalist und Assistenzprofessor für Medien an der Universität in Colorado Boulder. Die beiden hatten im Dezember 2015 Artikel veröffentlicht, welche wichtige Begriffe und Ideen für die folgende Debatte setzten. Nathan Schneider in Shareable den Artikel: “Owning is the new Sharing” (Besitzen ist das neue Teilen) welches den von den Akteuren der kollaborativen Ökonomie 2.0 gern und oft verwendeten Slogan “Sharing is the new Owning” (Teilen ist das neue Besitzen) umdrehte. Trebor Scholz veröffentlichte im gleichen Monat den Medium Artikel: „Platform Cooperativism vs. The Sharing Economy“ Ich empfehle beide Artikel. Die Konferenz brachte mehr als Hundert Beitragende und jeden Tag mehr als Tausend Programmierer, Designer, Wissenschaftler, Forscher, Entrepreneure, Genossenschaftler, Aktivisten und Plattform Unternehmer zusammen. Die Konferenz wurde zu einer „coming-out party“ für das kooperative Internet. Teilnahme, Feedback und Enthusiasmus übertraf alle Erwartungen und so trug die Konferenz nicht nur zu einer beträchtlichen Verbreitung des Konzepts des Plattform Kooperativismus bei, sondern setzte darüber hinaus auch eine neue und wichtige politische Debatte über unsere Ökonomie und Gesellschaft im Allgemeinen in Gang. Für mehr Informationen, Video etc. siehe: www.platformcoop.net
  • 41. Nach der Konferenz fanden rund um das Thema weitere Veranstaltungen statt. Ich erwähne hier nur einige die ich selber organisiert oder mit eigenen Beiträgen beteiligt war. Dies waren fünf Veranstaltungen im Rahmen der PlatformCoopBerlin Gruppe: eine mit Michel Bauwens, Mitbegründer der P2P-Foundation, eine mit Trebor Scholz, ein Event zu Gast bei der PlatformCoop fairmondo, ein weiteres bei und mit Coliga und das fünfte mit Tiberius Brastaviceanu, Mitbegründer von Sensorica. Desweiteren nahmen während des 4. OuiShareFest im Mai in Paris mehr als 80 Personen an der Veranstaltung “Return of the Co-op. Building the Next Generation Sharing Economy” teil. Gleichfalls fanden sechs Events zum Thema in diversen Städten Spaniens und Mexicos statt. Bevor am 11.11.2016 in New York die zweite Platform Conference ansteht und das erste Jahr abschließt.
  • 42. Das Momentum Aufbau von Infrastruktur
  • 43. Neben der PlatformCoop Gruppe in Berlin mit mehr als 140 Mitgliedern gibt es noch PlatformCoop Gruppen in Valencia, Barcelona, Australien. Und die Facebook Gruppe: Rise of the Digital Cooperative mit mehr als 950 Mitgliedern dient als Pinnwand der internationalen community. Wer möchte kann selber eine PlatformCoopX Gruppe ins Leben rufen um das Thema in der eigenen Region zu diskutieren und zu befördern. Unter www.internetofownership.net befindet sich ein Register des demokratischen Ökosystems online. Hier findet sich eine Auflistung von Plattform Kooperativen, Events und ein Blog. Ein weiteres Informationsmedium ist die Seite www.platformcoop.net mit allen Informationen zu den Konferenzen, Videos, Publikationen und des sich formierenden Platform Kooperativismus Konsortiums.
  • 45. Und schließlich einige Beispiele von bereits bestehenden Plattform Kooperativen. (Im oben erwähnten Register www.internetofownership.net sowie unter www.platformcoop.net finden sich weitere Beispiele) Hier presentiere ich in Kürze elf, die Teil eines Shareable Artikels im Mai 2016 waren. Die ersten fünf sind vollwertige Plattform Kooperativen, die folgenden verfolgen kooperative Prinzipien. 1.Fairmondo* aus Berlin, ist eine genossenschaftliche Alternative zu Ebay y Amazon. Die Plattform gehört 2000+ Genossenschaftlern und hat auf diese Weise bisher mehr als 600.000€ eingeworben. 2. Stocksy* aus Kanada, ist eine Plattform für Stock-Fotografie. Fotografen werden zu Mitbesitzern der Plattform. Stocksy wächst sehr schnell und arbeitet bereits rentabel. 3. Union Taxi* aus Denver, ist einer der Herausforderer von UBER, 100% in den Händen der Fahrer. . 4. Modo* aus Vancouver, 16.000 Genossenschaftler teilen sich 500 Fahrzeuge, welche über eine App für 4$/h einfach ausgeliehen werden können. 5. Tapazz* aus Belgien ist eine P2P carsharing Kooperative. 6. Enspiral aus Neuseeland, mehr als eine Genossenschaft. Sie wächst und gewinnt rasch an Bekanntheit. Mit loomio y cobudget haben sie zwei Open Source programme entwickelt, welche wichtige Fragen löst wie Entscheidungsfindungsprozesse und Wertedistribution einfach, transparent, partizipativ und gerecht umgesetzt werden können. 7. VTC Cab aus Paris, ein weiterer Herausforderer von UBER aber organisiert als Non-Profit Organisation. 8. Timefounder aus Barcelona ist noch auf der Suche nach der passenden legalen Form. Zeitliche Beiträge von Kollaborateuren eines Projektes werden in gerechte Anteile umgewandelt. 9. Backfeed ist noch privat, aber soll in eine auf Blockchain basierendes dezentrales kollaboratives Netzwerk umgewandelt werden (als Nachfolgemodel von Plattform Kooperativen betrachtet) 10. Peerby aus den Niederlanden ist eine B-Corporation. Sie haben mehr als zwei Millionen € von ihren Usern eingesammelt. . 11. Juno aus New York ist noch in weiterer Herausforderer von UBER. Es ist ein privates Unternehmen unterscheidet sic haber von UBER dadurch, dass 50% der Aktien für die Fahrer zurückgestellt und nur eine Kommission von 10% gegenüber den 20-25% die UBER einbehält, erhoben werden sollen.
  • 47. Und noch eine Auswahl von vier Beispielen von insgesamt 16 im Rahmen eines eigenen Beitrags auf der resten PlatformCoop Konferenz in New York City vorgestellten. (Alle Beispiele hier auf Slideshare in Englisch und Spanisch) Vive Berlin ist eine Berliner Genossenschaft von Reiseführern aus diversen Ländern, die über eine gemeinsame Plattform ihre Dienst anbieten, sich organisieren und neue Projekte anbieten. BioBoden ist eine Bürgergenossenschaft. Mit Anteilen werden Bodenparzellen gekauf und Bio-Landwirten zur Verfügung gestellt um den Boden zu schützen, die Landwirtschaft zu diversifieren und nachhaltiger zu gestalten, kleinteilige Landwirtschaft und Lebensunterhalte zu ermöglichen und Bodenspekulation zu unterbinden. Healthbank aus der Schweiz, ist die erste Plattform für den Austausch von Gesundheitsdaten. Lediglich Privatpersonen können Mitglieder dieser Genossenschaft sein. Daten jedwediger Form und unterschiedlichem Ursprung können gesammelt werden. Lediglich der Nutzer bestimmt selber mit wem er/sie eigene Daten teilen oder eventuell nicht mehr teilen will. WeChange ist eine Plattform Kooperative, die das Facebook für Aktivisten werden will und ihnen eine Vielzahl von integrierten Open Source Werkzeugen auf ihrer Plattform zur Verfügung stellt.
  • 48. Wo stehen wir und Wohin geht es? “The future belongs to enterprises that distribute control and wealth rather than concentrating it, and that's not a utopian dream, it's an increasingly practical necesity in order to attact and keep customers in a zero marginal cost world.“ Neal Gorenflo
  • 49. Neal Gorenflo, Herausgeber des Online Magazins Shareable ist davon überzeugt, dass: „die Zukunft denjenigen Unternehmen gehört, welche Kontrolle und Reichtümer breiter streuen anstatt sie zu konzentrieren und dies ist kein utopischer Traum, sondern zunehmend eine praktische Notwendigkeit um in einer Welt, in der sich die Grenzkosten Null annähern (siehe Rifkin) Klienten gewonnen und auch gehalten werden können.“ Aber trotz allem Optimismus, Enthusiasms und starkem anfänglichen Impuls gilt es festzuhalten und zu unterstreichen, dass sich der Plattform Kooperativismus noch in einer frühen Geburtsphase befindet. Noch gibt es nicht viele Plattform Kooperativen. Lediglich einige von ihnen können bereits auf längere Erfahrung zurückblicken und keine ist bisher annähernd so bekannt, im Gespräch oder (in finanziellem Sinne) erfolgreich wie die UBER, airbnb & Co’s. Jedoch wächst die Anzahl der Entrepreneure und Gruppen, die ein platformbasiertes Start-up oder Unternehmung gründen wollen, dieses auf der Grundlage eines kooperativen Modells zu tun. Und bereits etablierte Unternehmen erwägen eine Umwandlung in eine Genossenschaft – oder haben diesen Schritt bereits vollzogen.
  • 50. Wo stehen wir und wohin geht es? „A revolution doesn‘t happen when society adopts new tools, it happens When society adopts new behaviour“ Clay Shirky „It is the need to design a system that puts all that technology truly at the service of the inhabitants — and not the other way around.“ Saskia Sassen
  • 51. Von Nöten sind daher meist mehr Informationen, Erfahrungen, Rat und Unterstützung bei rechtlichen, organisatorischen sowie entscheidungs- und führungspraktischen Fragen im genossenschaftlichen Kontext. Daher an dieser Stelle mein Appell: Genossenschaftsverbände, Genossenschaften im Allgemeinen und Genossenschaftsbank im Besonderen, lokale Regierungen, Stiftungen, Unversitäten, Coworking Spaces und andere Unternehmungen der kollaborativen Wirtschaft und zivilgesellschaftlichen Gruppierungen – um nur einige potentielle Allierte zu nennen – sollten ihre Kräfte und Ressourcen zusammenbringen um Inkubatoren, Acceleratoren und Fonds zu gründen um einer Reihe von (Plattform) Kooperativen bei der Gründung zu helfen und ein Ökosystem und Netzwerk gegenseitiger Hilfestellung aufzubauen um die lokale, soziale und solidarische Wirtschaft zu stärken und befördern. Und ich möchte das Gesagte mit zwei Zitaten untermauern. Zunächst Clay Shirky, Autor, Berater y Professor für Fragen sozio-ökonomischer Effekte von Internet- Technologien. Er sagt: „Eine Revolution ereignet sich nicht wenn sich eine Gesellschaft neue Werkzeuge (d.h. eine neue Technologie) aneignet, sondern sie ereignet sich wenn sie neue Verhaltensweisen annimmt.“ Oder ähnlich Saskia Sassen, Soziologieprofessorin mit Fokus auf Globalisierung & internationaler Migration: Sie sagt: „Es gilt ein System zu schaffen, welches die Technologie wahrhaftig in den Dienst der Menschen stellt – und nicht umgekehrt.“ Darum sollten wir uns zunächst nach dem “Warum” fragen. Warum machen wir was wir machen oder machen wollen? Und dann sollten nach dem “Wie” fragen bevor wir uns mit der Frage des “Was” beschäftigen. Kraft unseres Willens und Dank des enormen Potentials von Crowd-Intelligenz und der Vielzahl von Werkzeugen und Erfahrungen von Kollaboration welche wir uns vor allem in den letzten beiden Dekaden angeignet haben, werden wir zunehmend in die Lage versetzt ein neues Ökosystem, eine neue, kollaborativere, nachhaltigere, humanere und gerechtere Ökonomie und Gesellschaft zu erproben und zu erschaffen. Und die Plattform Kooperativen sind ein wichtiger Schritt in diese Richtung. Warum warten wir noch? Vielen Dank!
  • 52. Vielen Dank Thomas Dönnebrink OuiShare Connector Germany Freelancer Collaborative Economy www.about.me/thomasdoennebrink thomas@ouishare.net @tdoennebrink +49 176 32335744