Organisationen als „Superakteure“ und Fiktionen Handeln in Organisationen -  Organisationen als Akteure Rainer Siebern
Teil I:  Organisationen als soziale  Akteure <ul><li>Autor: Prof. Dr. Hans Geser </li></ul><ul><li>Institut für Soziologie...
Inhalt <ul><li>Wie entstehen korporative Akteure als Organisationen? </li></ul><ul><li>Gibt es Gemeinsamkeiten und Untersc...
1. Einleitung <ul><li>1.1 Individuen </li></ul><ul><li>1.2 Handlungen & soziales Handeln </li></ul><ul><li>1.3 Interaktion...
1.1 Individuum <ul><li>Individuelles handeln: </li></ul><ul><li>menschliches Verhalten </li></ul><ul><li>psychische & phys...
1 .2 Handlungen & soziales Handeln <ul><li>Menschliches Verhalten: tun, unterlassen, dulden </li></ul><ul><li>verbunden mi...
1.3 Interaktionen <ul><li>Interaktionen sind:   </li></ul><ul><li>Wechselwirkungen und Wechselbeziehungen zwischen Individ...
1.4 Akteure <ul><li>Handeln als Individuum </li></ul><ul><li>in Kollektiven </li></ul><ul><li>oder Organisationen </li></u...
1.5  Kollektive & Kollektive Akteure <ul><li>Kollektive: Gruppen mit einer Vielzahl von Personen, mit gemeinsamen Interess...
1.6 Korporative Akteure <ul><li>erlangen formalrechtliche Anerkennung als handlungsfähige „juristische Person“ </li></ul><...
1.7 Akteurstatus von Organisationen <ul><li>Soziale Kollektive, die zwei Voraussetzungen erfüllen: </li></ul><ul><li>I. Vo...
Entscheidungen in Organisationen   <ul><li>Auswahl von Handlungalternativen von Individuen oder Kollektiven in einem sinnh...
Eigenwert von Entscheidungen  in Organisationen <ul><li>Emanzipation von Interessen ihrer  Mitglieder & Eigentümer haben A...
Eigengewicht der Organisation <ul><li>Beispiel Interessensorganisation: </li></ul><ul><li>Selbst bei schrankenloser demokr...
Entscheidungen und Kontrolle <ul><li>Die Zurechenbarkeiten bei O. sind gegeben, </li></ul><ul><li>selbst wenn Einzelperson...
Horizontale &Vertikale Differenzierung Das Strafrecht sieht Organisationen als Adressaten für Handlungen Chance höherer Za...
Kontrolle von Entscheidungen in Organisationen <ul><li>Zuschreibungen: </li></ul><ul><li>hohe Binnentransparenz </li></ul>...
Organisationen als soziale Akteure? <ul><li>Formale Organisationen </li></ul><ul><li>Erwartungen an andere z.B. Staat </li...
Handlung von Organisationen <ul><li>Autonome Entscheidung </li></ul><ul><li>sinnhafte Orientierung </li></ul><ul><li>instr...
Gesamtsystem Organisation:   formalrechtlicher korporartiver Akteur   <ul><li>Zurechnung im Strafrecht richtet sich im Nor...
Eigentumserwerb von juristischen Personen <ul><li>An juristischen Personen in einer globalisierten Handelswelt </li></ul><...
Vergleich  Individuum Organisationen <ul><li>Kontrolle: </li></ul><ul><li>viele Einflüsse psychischer & physischer Art bee...
<ul><li>Rechtskenntnisse werden nur bedingt erwartet </li></ul><ul><li>BGB   </li></ul><ul><li>Handlungsgebote-   und Verb...
Literatur <ul><li>Weber, M.(1984), Soziologische Grundbegriffe. Tübingen, UTB Verlag </li></ul>
Teil II . Organisationen:  Akteurkonstellationen- Korporative Akteure-Sozialsysteme <ul><li>1. Konzept der Akteurkonstella...
1.1 Kollektive Handlungsfähigkeit <ul><li>Sozialität als Interdependenzbewältigung </li></ul><ul><li>herstellen und stabil...
1.2 Korporative Akteure  <ul><li>Interessensorganisationen:  Bündeln der  Ressourcen von „unten“: Kirche, Parteien </li></...
1.3 Arten von Organisationen <ul><li>Staatliche Einrichtungen:  Behörden, Krankenhäuser, Gefängnisse als Vollzugsanstalten...
Arbeitsorganisation von „oben“ <ul><li>Gesellschafter: zum Bsp.Gewinne </li></ul><ul><li>oder Beauftragte: KMK, Schulbehör...
<ul><li>Interessen- Organisation </li></ul><ul><li>gemeinsame I. </li></ul><ul><li>anfängliche Ranggleichheit repräsentati...
2.1 .  Dynamiken kollektiver Handlungsfähigkeit   Interessen- Organisation   Arbeitsorganisation <ul><li>„ shirking“:  Lei...
2.3  Drei Schwächen des „prinicipal “ <ul><li>1. Überwachungsproblem der agents </li></ul><ul><li>2. qualitatives Beurteil...
2.4. Mitgliederverhalten   „exit“  oder  „voice“ in Interessensorganisationen   <ul><li>Weniger Engagement  </li></ul><ul>...
Stärken & Schwächen   „Kollektiver Handlungsfähigkeit“ <ul><li>Je größer der Anteil an  Handlungen  von Organisationsmitgl...
3.  Systemtheorie Verständnis nach Luhmann <ul><li>Autopoiesis von Entscheidungen </li></ul><ul><li>selbstreferentielle te...
3.1 Akten erzeugen Akten <ul><li>Aktenfluss steht als Paradigma für eine Vorstellung von Sozialität als  Autopoiesis </li>...
3.2 Fiktion  einer akteurfrei formulierten Theorie <ul><li>Der Mensch kann nicht kommunizieren, nur die Kommunikation kann...
Aus  „actors“  werden  „agents“   <ul><li>Akteure handeln als „triviale Systeme“ </li></ul><ul><li>ihre formale Rolle mach...
Informale Organisation <ul><li>Ausblendung informeller Organisationsdynamiken  </li></ul><ul><li>Persönliche Beziehungen  ...
Formalstruktur als situationdefinierende Fiktion <ul><li>Die Fiktion der Organisation  als akteurlose Sozialität ist in de...
Fiktion des „und so weiter“ <ul><li>Die Fiktion, dass alle anderen entscheiden, </li></ul><ul><li>führt dazu das ich entsc...
Handlungsprägung durch Verdinglichung <ul><li>Verhandlungskonstellationen individueller Akteure Interessen zu gestalten we...
Handlungsprägende Sozialsysteme <ul><li>Je ausgeprägter die Formalstruktur ist, desto stärker ist die organisatorische Han...
Konzept der Verdinglichung <ul><li>Traditionell: Zurückführung bestimmter Strukturen auf die Gesetze der Natur </li></ul><...
Rationalitätsfiktionen <ul><li>Rationalitätsfiktionen bilden die Legitimierungsgeschichten </li></ul><ul><li>Beispiel: Org...
Zusammenfassung <ul><li>Akteurtheoretische Rekonstruktion unter Einbeziehung systemtheoretischer Autopoiesis Perspektive <...
Verhältnis zwischen Organisationen, ihren Mitgliedern und der Gesellschaft    Haben Organisationen Gewissen? <ul><li>Beisp...
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Superakteureund Fiktionen

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Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen individuellen und organisierten Akteuren
Wie sind die Beziehungen zwischen Organisationen und Individuum geregelt?

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Superakteureund Fiktionen

  1. 1. Organisationen als „Superakteure“ und Fiktionen Handeln in Organisationen - Organisationen als Akteure Rainer Siebern
  2. 2. Teil I: Organisationen als soziale Akteure <ul><li>Autor: Prof. Dr. Hans Geser </li></ul><ul><li>Institut für Soziologie der Universität Zürich </li></ul><ul><li>http://www.suz.unizh.ch/organisation/ </li></ul><ul><li>Zeitschrift für Soziologie, Jg. 19, Heft 6, Dezember 1990, S. 401-417 </li></ul>
  3. 3. Inhalt <ul><li>Wie entstehen korporative Akteure als Organisationen? </li></ul><ul><li>Gibt es Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen individuellen und organisierten Akteuren? </li></ul><ul><li>Wie sind die Beziehungen zwischen Organisationen und Individuum geregelt? </li></ul><ul><li>Wie verhalten sich strukturelle und dynamische Prozesse zueinander? </li></ul>
  4. 4. 1. Einleitung <ul><li>1.1 Individuen </li></ul><ul><li>1.2 Handlungen & soziales Handeln </li></ul><ul><li>1.3 Interaktionen </li></ul><ul><li>1.4 Akteure </li></ul><ul><li>1.5 Kollektive Akteure </li></ul><ul><li>1.6 Korporative Akteure </li></ul><ul><li>1.7 Akteurstatus von Organisationen </li></ul>
  5. 5. 1.1 Individuum <ul><li>Individuelles handeln: </li></ul><ul><li>menschliches Verhalten </li></ul><ul><li>psychische & physische Prozesse </li></ul><ul><li>Subjekt </li></ul><ul><li>unteilbar als Einzelwesen </li></ul><ul><li>Individuen leben in Gesellschaft mit anderen </li></ul>
  6. 6. 1 .2 Handlungen & soziales Handeln <ul><li>Menschliches Verhalten: tun, unterlassen, dulden </li></ul><ul><li>verbunden mit subjektivem Sinn </li></ul><ul><li>sozial auf das Verhalten anderer beziehen </li></ul><ul><li>und daran in seinem Ablauf orientieren </li></ul><ul><li>Bestimmungsgründe sozialen Handelns: zweckrational, wertrational, affektuell, traditional </li></ul><ul><li>Weber, M.(1984): Soziologische Grundbegriffe, S.19 </li></ul>
  7. 7. 1.3 Interaktionen <ul><li>Interaktionen sind: </li></ul><ul><li>Wechselwirkungen und Wechselbeziehungen zwischen Individuen, die sich gegenseitig beeinflussen. </li></ul><ul><li>Orientierungen an Erwartungen des anderen </li></ul><ul><li>Alter Ego: Ich und die anderen </li></ul><ul><li>Symbole erwarten & provozieren Reaktionen </li></ul>
  8. 8. 1.4 Akteure <ul><li>Handeln als Individuum </li></ul><ul><li>in Kollektiven </li></ul><ul><li>oder Organisationen </li></ul><ul><li>und tragen je nach Situationen verschiedene Rollen, </li></ul><ul><li>Akteurmodelle werden später erklärt: Homo Sociologicus- Homo Oeconomicus, emotional man, Identitätsbehaupter ( Schimank 2000, S. 21) </li></ul>
  9. 9. 1.5 Kollektive & Kollektive Akteure <ul><li>Kollektive: Gruppen mit einer Vielzahl von Personen, mit gemeinsamen Interessen, die aber nicht organisiert sind (Reinhold 1992, S. 307) </li></ul>
  10. 10. 1.6 Korporative Akteure <ul><li>erlangen formalrechtliche Anerkennung als handlungsfähige „juristische Person“ </li></ul><ul><li>nehmen verfassungsmäßige Grundrechte in Anspruch Freiheitsrechte, Eigentumsrechte, Vertrag-und Meinungsrechte </li></ul>
  11. 11. 1.7 Akteurstatus von Organisationen <ul><li>Soziale Kollektive, die zwei Voraussetzungen erfüllen: </li></ul><ul><li>I. Vorgänge und Ereignisse sind zwingend dem kollektiv zurechenbar und nicht deren Mitglieder oder der Umwelt </li></ul><ul><li>II. Inseln verdichterter arbeitsteiliger Interdependenz </li></ul><ul><li>-fundamentale Basisautonomie (die O. entwickelt eigene Normen und Sanktionsmacht) </li></ul><ul><li>-Außenverhalten wird durch die Produktionsaufgaben und deren Technologie und binnenstrukturellen Ressourcen bestimmt </li></ul>
  12. 12. Entscheidungen in Organisationen <ul><li>Auswahl von Handlungalternativen von Individuen oder Kollektiven in einem sinnhaften Kontext </li></ul><ul><li>Entscheidungen richten sich an bestimmte Ziele & Aufgaben </li></ul><ul><li>selbst bei Basisdemokratie wird die Partizipation aller Mitglieder nie gleich der Summe der individuellen Präferenzen sein </li></ul><ul><li>Entscheidungsverfahren werden durch Knappheiten interner Kommunikations- und Koordinationskappazitäten beschränkt </li></ul><ul><li>Loslösung von ursprünglichen Zielsetzungen der O. </li></ul>
  13. 13. Eigenwert von Entscheidungen in Organisationen <ul><li>Emanzipation von Interessen ihrer Mitglieder & Eigentümer haben Auswirkungen auf Entscheidungen in O. </li></ul><ul><li>Bsp. Aktiengesellschaften: Vorstand und Aufsichtsrat als Kontrollorgan </li></ul><ul><li>Profit und Rentabilität sind zu generell </li></ul>
  14. 14. Eigengewicht der Organisation <ul><li>Beispiel Interessensorganisation: </li></ul><ul><li>Selbst bei schrankenloser demokratischer Partizipation werden beschlossene Entscheidungen nie mit der Summe der individuellen Präferenzen der Mitglieder vollständig übereinstimmen </li></ul><ul><li>Bsp. Parteitage: Beeinflussung der Mitglieder durch Inszenierung von vorstrukturierten Entscheidungen </li></ul>
  15. 15. Entscheidungen und Kontrolle <ul><li>Die Zurechenbarkeiten bei O. sind gegeben, </li></ul><ul><li>selbst wenn Einzelpersonen falsch (nicht nach Aktenlage und Weisungsbefugnis) entscheiden, hat die vertikale Hierarchie versagt </li></ul><ul><li>Entscheidungen auf horizontalen Hierarchien verschleiern die Zuschreibungen von Entscheidungen auf Einzelpersonen </li></ul>
  16. 16. Horizontale &Vertikale Differenzierung Das Strafrecht sieht Organisationen als Adressaten für Handlungen Chance höherer Zahlungsfähigkeit als bei Individuen Geser, S. 405
  17. 17. Kontrolle von Entscheidungen in Organisationen <ul><li>Zuschreibungen: </li></ul><ul><li>hohe Binnentransparenz </li></ul><ul><li>höhere Zielspezifität </li></ul><ul><li>bessere Selbstverantwortlichkeit </li></ul><ul><li>O. agieren simultan an verschiedenen Interaktionssystemen </li></ul><ul><li>O. haben ein hohes Interesse an Mitgestaltung von befolgten Normen </li></ul>
  18. 18. Organisationen als soziale Akteure? <ul><li>Formale Organisationen </li></ul><ul><li>Erwartungen an andere z.B. Staat </li></ul><ul><li>Gesinnung </li></ul><ul><li>Treue </li></ul><ul><li>Pflichtgefühl </li></ul><ul><li>Identität </li></ul><ul><li>Philosophie </li></ul><ul><li>Individuelle Interessen und Erwartungen Differeinzierungs-prozesse: Mitgliedererwartungen </li></ul><ul><li>und Interessen </li></ul><ul><li>Rolle des „free Rider“ (Olson) </li></ul>
  19. 19. Handlung von Organisationen <ul><li>Autonome Entscheidung </li></ul><ul><li>sinnhafte Orientierung </li></ul><ul><li>instrumentale Mittelverwendung </li></ul><ul><li>Stellenzuschreibungen und Positionen transferieren Verantwortung als Strategie der Individualisierung </li></ul>
  20. 20. Gesamtsystem Organisation: formalrechtlicher korporartiver Akteur <ul><li>Zurechnung im Strafrecht richtet sich im Normalfall an die Organisation </li></ul><ul><li>Vereinfachung der Beweislast liegt in organisatorischen Handlungsprozessen </li></ul><ul><li>i.d.R gute Zahlungsfähigkeiten ( Coleman 1974) </li></ul><ul><li>Anerkennung als handlungsfähige „juristische Person“: </li></ul><ul><li>Erlangen individueller Freiheitsrechte </li></ul><ul><li>j.P. können selbst Eigentümer von juristischen Personen werden </li></ul>
  21. 21. Eigentumserwerb von juristischen Personen <ul><li>An juristischen Personen in einer globalisierten Handelswelt </li></ul><ul><li>Akzeptanz der Überindividualität einer juristischen Person </li></ul><ul><li>Träger von gesellschaftlicher Mitverantwortung </li></ul><ul><li>Bildung einer „corporate identity “ </li></ul>
  22. 22. Vergleich Individuum Organisationen <ul><li>Kontrolle: </li></ul><ul><li>viele Einflüsse psychischer & physischer Art beeinflussen individuelles Verhalten (Emotionen-Identität) </li></ul><ul><li>individuelle Schuldfähigkeit </li></ul><ul><li>normative selbst- und Fremderwartungen </li></ul><ul><li>Alter, Bildung, Gesundheit </li></ul><ul><li>Hohe Erwartungen an internen hierarchischen Kontrollen </li></ul><ul><li>Veranwortlichkeit zur Prävention von Fehlern </li></ul><ul><li>absichtsvolle nach Akten vollzogene Entscheidungen und Handlungen </li></ul><ul><li>kaum mildernde Umstände oder Hoffnung auf einen Status verminderter Schuldfähigkeit möglich </li></ul>
  23. 23. <ul><li>Rechtskenntnisse werden nur bedingt erwartet </li></ul><ul><li>BGB </li></ul><ul><li>Handlungsgebote- und Verbote werden nur unbestimmt verbindlich normiert z.Bsp.: du sollst Nicht Rauchen </li></ul><ul><li>Einzelperson </li></ul><ul><li>Selbstqualifizierung </li></ul><ul><li>Verantwortungsethik </li></ul><ul><li>Rechtskenntnisse werden erwartet (BGB, HGB, STGB) </li></ul><ul><li>Erwartungen an Organisationen Kenntnisse über ihre Funktionsrollen und Überlebensfähigkeiten zu gewährleisten </li></ul><ul><li>Vielzahl von Experten </li></ul><ul><li>interorganisationelle Normenstrukturen </li></ul>Normative Handlungserwartungen an: Individuum Organisationen
  24. 24. Literatur <ul><li>Weber, M.(1984), Soziologische Grundbegriffe. Tübingen, UTB Verlag </li></ul>
  25. 25. Teil II . Organisationen: Akteurkonstellationen- Korporative Akteure-Sozialsysteme <ul><li>1. Konzept der Akteurkonstellation= Struktur </li></ul><ul><li>2. Dynamiken kollektiver Handlungsfähigkeit </li></ul><ul><li>3. Sozialsystem als Theorie nach Luhmann als autopoietische Systeme </li></ul>
  26. 26. 1.1 Kollektive Handlungsfähigkeit <ul><li>Sozialität als Interdependenzbewältigung </li></ul><ul><li>herstellen und stabilisieren </li></ul><ul><li>durch Beobachtung und Aushandlungen </li></ul><ul><li>bindende Vereinbarungen treffen </li></ul><ul><li>Netzwerk </li></ul><ul><li>Polyarchie </li></ul><ul><li>Hierarchie </li></ul>
  27. 27. 1.2 Korporative Akteure <ul><li>Interessensorganisationen: Bündeln der Ressourcen von „unten“: Kirche, Parteien </li></ul><ul><li>Geld, Macht, Wissen mit dem Ziel gemeinsame Interessen durchzusetzen </li></ul><ul><li>Wer darf mitmachen? </li></ul><ul><li>Welche Ziele werden mit welchen Mitteln verfolgt? </li></ul><ul><li>Welche Beiträge leisten die Mitglieder? </li></ul><ul><li>Wie wird entschieden? </li></ul><ul><li>Wie werden Erträge verteilt? </li></ul>
  28. 28. 1.3 Arten von Organisationen <ul><li>Staatliche Einrichtungen: Behörden, Krankenhäuser, Gefängnisse als Vollzugsanstalten </li></ul><ul><li>Schulen </li></ul><ul><li>Universitäten </li></ul><ul><li>Wirtschaftsbetriebe </li></ul><ul><li>soziale Wohlfahrtsbetriebe als non-Profitinstitutionen </li></ul><ul><li>Kirchen, Klöster </li></ul><ul><li>Stiftungen </li></ul><ul><li>Vereine </li></ul><ul><li>Gewerkschaften </li></ul><ul><li>Interessenverbände </li></ul>von unten von oben Arbeitsorganisationen Interessensorganisationen
  29. 29. Arbeitsorganisation von „oben“ <ul><li>Gesellschafter: zum Bsp.Gewinne </li></ul><ul><li>oder Beauftragte: KMK, Schulbehörde, etc. </li></ul><ul><li>Grundlage sind keine gemeinsamen Interessen, sondern Tauschbeziehungen- die Arbeitsorganisation sucht sich individuelle Akteure zur Zieldurchsetzung mittels Arbeitsvertrag </li></ul>
  30. 30. <ul><li>Interessen- Organisation </li></ul><ul><li>gemeinsame I. </li></ul><ul><li>anfängliche Ranggleichheit repräsentativ- basisdemokratische Legitimation der Hierarchie Struktur und Personen </li></ul><ul><li>und ausgeflaggt </li></ul><ul><li>Konflikte entstehen, wenn nicht mit einer Stimme gesprochen wird </li></ul><ul><li>Arbeitsorganisation </li></ul><ul><li>unterschiedliche I. </li></ul><ul><li>Hierarchie gesetzt </li></ul><ul><li>Führung gesetzt </li></ul><ul><li>und Organisationsziele werden ausgeflaggt </li></ul>2. Entstehung von Dynamiken in Organisationen
  31. 31. 2.1 . Dynamiken kollektiver Handlungsfähigkeit Interessen- Organisation Arbeitsorganisation <ul><li>„ shirking“: Leistungsverweigerung oder Minimal Prinzip auch mit nicht genehmigten Methoden </li></ul><ul><li>Beamte, Lehrer </li></ul><ul><li>„ principal agent“ (Coleman 1990, Moe 1984) </li></ul><ul><li>„ agents“ erbringen nur ganz bestimmt geforderte Leistungen als „principal“ </li></ul><ul><li>„ agents“ als nutzenorientierter Akteur </li></ul>„ Oligarchisierung“ Wechselspiel von Führung und Basis Führung verselbstständigt sich ggü. Mitglieder (Entfremdung) Führung entfernt sich von ihren Mitglieder Zielen Interpretation von Mitglieder Utopie der Mitglieder Kontra Rationalitätserwägungen der Führung  Entfremdung Bsp. Gewerkschaften
  32. 32. 2.3 Drei Schwächen des „prinicipal “ <ul><li>1. Überwachungsproblem der agents </li></ul><ul><li>2. qualitatives Beurteilungsproblem verkauft seine Leistungen als qualitativ gut Bsp. Wissenschaftliche Expertise </li></ul><ul><li>3. Fehlen wirksamer Sanktionsmöglichkeiten Bsp. Austauschbarkeit von Experten, Beamten </li></ul><ul><li>= Je mehr „shirking“, desto weniger orientieren sich die O.-Mitglieder an die Organisationsziele </li></ul><ul><li>stattdessen verfolgen sie ihre eigenen Interessen </li></ul>
  33. 33. 2.4. Mitgliederverhalten „exit“ oder „voice“ in Interessensorganisationen <ul><li>Weniger Engagement </li></ul><ul><li>„ innere Emigration“ aus Enttäuschung </li></ul><ul><li>Ausstieg oder Androhung von Ausstieg um Gehör zu finden </li></ul><ul><li>Gefahr von Mitgliederschwund </li></ul><ul><li>Innerorganisatorische Opposition </li></ul><ul><li>Änderungen verlangen oder erkämpfen </li></ul>
  34. 34. Stärken & Schwächen „Kollektiver Handlungsfähigkeit“ <ul><li>Je größer der Anteil an Handlungen von Organisationsmitgliedern, welche der Organisation zugerechnet werden, desto größer die kollektive Handlungsfähigkeit </li></ul><ul><li>= mit einer Stimme sprechen </li></ul><ul><li>Strukturelle Dynamiken </li></ul><ul><li>Konflikte kollektiver Hdlg.-Fähigkeit: </li></ul><ul><li>„ shirking“ </li></ul>
  35. 35. 3. Systemtheorie Verständnis nach Luhmann <ul><li>Autopoiesis von Entscheidungen </li></ul><ul><li>selbstreferentielle temporalisierte Systeme </li></ul><ul><li>Elemente sozialer Systeme ist die Kommunikation </li></ul><ul><li>Akteure sind Träger der Kommunikation </li></ul><ul><li>Für Organisationen ist der Kommunikationstyp die Entscheidung </li></ul><ul><li>operative Abfolge aufeinander nehmende Entscheidungen </li></ul><ul><li>Basis ist wie in der Interaktionstheorie eine Systemgeschichte als Identitätsmuster </li></ul>
  36. 36. 3.1 Akten erzeugen Akten <ul><li>Aktenfluss steht als Paradigma für eine Vorstellung von Sozialität als Autopoiesis </li></ul><ul><li>schafft „ Anschlussfähigkeit “ </li></ul><ul><li>Entdeckungszusammenhang als Entdeckung von Zusammenhängen von Entscheidungen </li></ul><ul><li>Begründungszusammenhang aus früheren Erfahrungen von Operationalisierung </li></ul>
  37. 37. 3.2 Fiktion einer akteurfrei formulierten Theorie <ul><li>Der Mensch kann nicht kommunizieren, nur die Kommunikation kann kommunizieren </li></ul><ul><li>Kommunikation muss immer wieder als handeln ausgeflaggt werden </li></ul><ul><li>Handeln wird als Entscheiden stilisiert </li></ul><ul><li>Akteure sind notwendige Fiktionen der Kommunikation </li></ul><ul><li>=„Ohnmacht“ der Akteure. Bloße Zuschreibung als psychisches Individuum </li></ul>
  38. 38. Aus „actors“ werden „agents“ <ul><li>Akteure handeln als „triviale Systeme“ </li></ul><ul><li>ihre formale Rolle macht sie zum Betriebsmittel der Organisation </li></ul><ul><li>Mitgliedsrolle bestimmt das Handeln nach Regeln und schreibt Entscheidungsprämissen vor </li></ul><ul><li>Akteurempfindung als austauschbares Exekutivorgan </li></ul>
  39. 39. Informale Organisation <ul><li>Ausblendung informeller Organisationsdynamiken </li></ul><ul><li>Persönliche Beziehungen und Vertrauen unter Akteuren </li></ul><ul><li>Seilschaften, Klüngel, </li></ul>
  40. 40. Formalstruktur als situationdefinierende Fiktion <ul><li>Die Fiktion der Organisation als akteurlose Sozialität ist in der Sozialdimension angesiedelt. </li></ul><ul><li>Das schafft Fügsamkeit der Mitglieder mit den organisatorischen Formalstrukturen und wechselseitige Zuschreibungen </li></ul><ul><li>Auch in der Sachdimension steht die Organisation und ihre Ziele über den Akteuren & prägt ihre Sinnverarbeitung </li></ul><ul><li>diese Vereinfachung schafft Verselbstständigung und lässt sich als autopoiesis von Entscheidungen fassen </li></ul>
  41. 41. Fiktion des „und so weiter“ <ul><li>Die Fiktion, dass alle anderen entscheiden, </li></ul><ul><li>führt dazu das ich entscheide; </li></ul><ul><li>und das alle entscheiden, </li></ul><ul><li>führt zu der Fiktion, </li></ul><ul><li>dass keiner entscheidet, </li></ul><ul><li>sondern die Entscheidungen </li></ul><ul><li>Legitimation durch Verfahren </li></ul><ul><li>zeitliche Fiktion: </li></ul><ul><li>Mitglieder kommen und gehen- die Organisation bleibt bestehen </li></ul>
  42. 42. Handlungsprägung durch Verdinglichung <ul><li>Verhandlungskonstellationen individueller Akteure Interessen zu gestalten werden ausgeblendet </li></ul><ul><li>und als Konstrukt autopoietischer Entscheidungszusammenhänge angesehen. </li></ul><ul><li>Gestaltungsillusion </li></ul>
  43. 43. Handlungsprägende Sozialsysteme <ul><li>Je ausgeprägter die Formalstruktur ist, desto stärker ist die organisatorische Handlungsprägung ggü. Den Mitgliedern und desto plausibler ist das Bild des organisatorischen Geschehens als Entscheidungs- Autopoiesis </li></ul><ul><li>Je stärker Informalität das Geschehen bestimmt, desto weniger handlungsprägend ist die Formalstruktur </li></ul>
  44. 44. Konzept der Verdinglichung <ul><li>Traditionell: Zurückführung bestimmter Strukturen auf die Gesetze der Natur </li></ul><ul><li>religiös: Gottes Wille </li></ul><ul><li>„ standard operating procedures“_ Verhaltensprogramm reduziert Komplexität </li></ul><ul><li>=institutionalisierte Entscheidungen </li></ul>
  45. 45. Rationalitätsfiktionen <ul><li>Rationalitätsfiktionen bilden die Legitimierungsgeschichten </li></ul><ul><li>Beispiel: Organisationen nutzen EDV </li></ul><ul><li>Assessment Center sind ein rationales Instrument für die Personalselektion </li></ul><ul><li>Reduzieren Entscheidungsunsicherheiten </li></ul><ul><li>Verkettungssachzwänge sind dann logische Folgeentscheidungen </li></ul>
  46. 46. Zusammenfassung <ul><li>Akteurtheoretische Rekonstruktion unter Einbeziehung systemtheoretischer Autopoiesis Perspektive </li></ul><ul><li>akteurlose Sozialität </li></ul><ul><li>Schutz vor „exit“ „voice“ und „shirking“ </li></ul><ul><li>Verselbstständigung wird getragen durch Verdinglichung von Formalstrukturen </li></ul>
  47. 47. Verhältnis zwischen Organisationen, ihren Mitgliedern und der Gesellschaft Haben Organisationen Gewissen? <ul><li>Beispiele: </li></ul><ul><li>Mannesmann Affäre (Vorwurf unangemessener persönlicher Bereicherung ) </li></ul><ul><li>Politikereinkommen Kohl (Kirch Media- und Spendenskandal) </li></ul><ul><li>u.a. Personen aller politischen Farben </li></ul><ul><li>Fehlverhalten von Managerentscheidungen: Bsp. Opel </li></ul><ul><li>und </li></ul>
  48. 48. Vielen Dank für ihre Aufmerksamkeit

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