Erwachsenenbildungs-Magazin des Salzburger Bildungswerkes   03/2012




Wann beginnt
Erziehung?


Neu anfangen –
Lernen FÜR ein
Leben (lang)!


Oma allein zu Haus


FreiwilligenkoordinatorIn



                                                            salzburger
                                                              bildungswerk
Das Team des Salzburger Bildungswerkes
Direktion                                 Karin MARESCH                              Gemeindeentwicklung
Günther SIGNITZER                         Sekretariat                                Salzburg
Geschäftsführung                          Tel: 0 662-87 26 91-12                     Alexander GLAS
Tel: 0 662-87 26 91-14                    karin.maresch@sbw.salzburg.at              Tel: 0 662-87 26 91-13
g.signitzer@sbw.salzburg.at               Isolde MRWA                                alexander.glas@sbw.salzburg.at
Sarah Baier                               Organisation                               Milica GLIBO
Sekretariat                               Tel: 0 6277-77 94                          Tel: 0 662-87 26 91-27
Tel: 0 662-87 26 91-24                    isolde.mrwa@sbw.salzburg.at                milica.glibo@sbw.salzburg.at
sarah.baier@sbw.salzburg.at               Manuela Pleninger                          Anita MOSER
Richard BRESCHAR                          Öffentlichkeitsarbeit                      Tel: 0 662-87 26 91-18
Örtliche Bildungswerke                    Tel: 0 662-87 26 91-16                     anita.moser@sbw.salzburg.at
Tel: 0 662-87 26 91-19                    manuela.pleninger@sbw.salzburg.at
richard.breschar@sbw.salzburg.at          Brigitte SINGER                            Forum Familie
Sonja CHRIST                              Institut für Elternbildung                 Andrea-Maria GRUBER
Sekretariat/Buchhaltung                   Tel: 0 662-87 26 91-15                     Pongau, Tel: 0664-8284180
Tel: 0 662-87 26 91-11                    b.singer@sbw.salzburg.at                   forumfamilie-pongau@salzburg.gv.at
sonja.christ@sbw.salzburg.at              Christa WIELAND                            Wolfgang Mayr
Hans EDER                                 Institut für Seniorenbildung               Flachgau, Tel: 0664-8284238
Institut für Internationale Solidarität   Örtliche Bildungswerke                     forumfamilie-flachgau@salzburg.gv.at
Tel: 0 662-87 26 91-20                    Tel: 0 662-87 26 91-17                     Corona RETTENBACHER
hans.eder@sbw.salzburg.at                 christa.wieland@sbw.salzburg.at            Tennengau, Tel: 0664-8565527
Wolfgang Forthofer                                                                   forumfamilie-tennengau@salzburg.gv.at
Institut für Europa                       Institut für Medienbildung                 Christine Schläffer
Tel: 0 662-87 26 91-21                    Martin SEIBT                               Pinzgau, Tel: 0664-8284179
w.forthofer@sbw.salzburg.at               Geschäftsführung                           forumfamilie-pinzgau@salzburg.gv.at
Ulrike FREIDL                             Tel: 0 662-82 20 23-12                     Monika Weilharter
Sekretariat                               seibt@imb-salzburg.at                      Lungau, Tel: 0664-8284237
Tel: 0 662-87 26 91-22                    Monika HOHENLOHE                           forumfamilie-lungau@salzburg.gv.at
ulrike.freidl@sbw.salzburg.at             Tel: 0 662-82 20 23
Michaela Habetseder                       office@imb-salzburg.at
Öffentlichkeitsarbeit
m.habetseder@sbw.salzburg.at




                Qualitätssiegel
                                                         Salzburger Bildungswerk
                Salzburger
                Bildungswerk                             SBWbildungswerk

                Qualitätstestiert
                bis 2016




  Veranstaltungstipps

 Brainweek – Internationale Woche des Gehirns                        Bildungswoche
 11. bis 15. März 2013                                               Thalgau, Eröffnung am 3. März 2013
Editorial                                                                                     Impressum

                                                                                              Herausgeber und Verleger:
                                                                                              Salzburger Bildungswerk (Dr. Günther Signitzer)
                                                                                              Redaktion: Mag. Manuela Pleninger (MP)
                                                                                              Imbergstraße 2/2, 5020 Salzburg
                                                                                              Tel. 0662-87 26 91-0 Fax 0662-87 26 91-3
                                                                                              E-Mail: office@sbw.salzburg.at
                                                                                              www.salzburgerbildungswerk.at
Was verbindet den 9. November 2012 mit dem 13. September 1956? An beiden Tagen                ZVR 200 288 147
wurden wichtige Weichen für die Zukunft des Salzburger Bildungswerkes gestellt. Am            Grafik: Werbeagentur Gerhard Gürtler
13. September 1956 wurde das Bildungswerk in Salzburg mit dem Ziel gegründet, ehren-          Lektorat: Mag. Michaela Habetseder
                                                                                              Coverfoto: © Fotolia, Foto Rückseite:
amtliche Bildungs- und Kulturarbeit in Salzburg zu unterstützen. Am 9. November 2012
                                                                                              Dr. Hans Stehrer, Bildungswerkleiter Strobl
wurde bei der Hauptversammlung ein neuer Vorstand gewählt und im Rahmen des Orga-             Fotos: Salzburger Bildungswerk
nisationsentwicklungsprozesses „Das Salzburger Bildungswerk stellt die Zukunftsfrage“         (falls nicht anders angegeben)
                                                                                              Druck: Schönleitner, Kuchl
intensiv über künftige Aufgaben und Rahmenbedingungen diskutiert.
                                                                                              Gedruckt auf chlorfrei gebleichtem Papier.
                                                                                              Auflage: 2.200
Ganz besonders für eine Bildungseinrichtung ist es wichtig, ihre Tätigkeit auf die Zukunft    MitarbeiterInnen Redaktion:
hin auszurichten. Wir haben uns dieser Frage in den vergangenen Jahrzehnten immer             Dipl.-Ing. Richard Breschar (RiB)
wieder gestellt, unser Leitbild überarbeitet und auch ein Qualitätsmanagementverfahren        Dr. Hans Eder (HE)
                                                                                              Dr. Wolfgang Forthofer (FT)
eingeführt. Wir wollen nun wieder gemeinsam mit allen relevanten Gruppen über den             Alexander Glas, Msc (AG)
Weg in die Zukunft diskutieren. Bereits jetzt lassen sich viele interessante Ansätze erken-   Mag. Michaela Habetseder (MiHa)
nen. Zur Weiterentwicklung und Umsetzung brauchen wir aber auch den Rückhalt und              Dr. Anita Moser (AM)
                                                                                              Isolde Mrwa (IM)
die Unterstützung der Politik auf allen Ebenen. Unser Bildungsbereich, der nur teilweise      Mag. Martin Seibt MSc (MS)
marktfähig ist, gehört zu den öffentlichen Aufgaben unserer Gesellschaft. Die Aktionslinie    Dr. Günther Signitzer (GS)
„Community Education“ im Beschluss der Bundesregierung „Strategie zum lebensbeglei-           DSA Mag. Brigitte Singer (BS)
                                                                                              Mag. Christa Wieland (CW)
tenden Lernen“ stellt eine Positionierung und Anerkennung dar. Lokale und regionale
Bildungs- und Kulturarbeit der Bildungswerke sowie die Stärkung des „Ehrenamtes“ sind         Blattlinie: Darstellung und Auseinandersetzung mit
                                                                                              aktuellen bildungs- und gesellschaftspolitischen
dabei wichtige Bereiche, in denen das Salzburger Bildungswerk erfolgreich und aner-           Themen, Mitteilungs- und Serviceblatt über Veran-
kannt tätig ist.                                                                              staltungen des Salzburger Bildungswerkes.
                                                                                              Das „dreieck“ richtet sich an MitarbeiterInnen in
                                                                                              der Erwachsenenbildung, MultiplikatorInnen,
Der Verein Salzburger Bildungswerk hat glücklicherweise neben den engagierten eh-             PolitikerInnen sowie Medien.
renamtlichen Bildungswerkleitungen auch viele wertvolle Vorstandsmitglieder. Vielfach
                                                                                              Namentlich gekennzeichnete Beiträge drücken die
bleibt ihr Engagement im Hintergrund, und nur in wenigen Fällen werden sie und ihre           Meinungen der AutorInnen aus. Sie müssen sich
Tätigkeit in der Öffentlichkeit wahrgenommen. Bei der Hauptversammlung wurden nun             nicht immer mit der Auffassung von Redaktion und
                                                                                              Herausgeber decken.
drei langjährige und sehr verdienstvolle Menschen mit der Ehrenmitgliedschaft geehrt.
Dies ist nicht nur ein Zeichen des Dankes, sondern auch der Anerkennung ihres Engage-         Offenlegung nach dem Pressegesetz: Aktuelle
                                                                                              Berichte, Informationen und Stellungnahmen,
ments und ihrer Mitarbeit in einem Lebensbereich, der für uns alle eine besondere Bedeu-      die im Zusammenhang mit der Tätigkeit des über-
tung hat. Sie finden die Würdigung von Günter Daghofer, Heinz Klier und Felix Strohbich-      parteilichen und konfessionell nicht gebundenen
ler beim Bericht über die Herbsttagung (Seite 7). Ein Dank gilt allen Vorstandsmitgliedern,   Salzburger Bildungswerkes stehen.
und wir heißen neue Mitglieder willkommen: Waltraut Hofmeister, Nikolaus Lienbacher,          Wir danken für die Zusammenarbeit und
Renate Reifenauer, Josef Thurner und Stefanie Walch. Wir freuen uns auf die weitere kon-      Unterstützung dem bm:ukk.

struktive Zusammenarbeit!                                                                     dreieck-Leserservice:
                                                                                              Fragen an die Redaktion: Tel. 0662-872691-0 oder
                                                                                              E-Mail: office@sbw.salzburg.at
Übrigens: Am 14. November 2012 fanden sechs Veranstaltungen des Salzburger Bildungs-          Erscheinungsweise: 2-3mal jährlich
werkes statt. Die Themen reichten von der Fortbildung für den Flachgauer Besuchsdienst        Abonnement- und Einzelbestellung:
                                                                                              Einzelheft € 4,- (exkl. Versand)
über einen Vortrag zu Erziehungsfragen bis hin zu Ernährung und einem Erzählnachmit-
                                                                                              Jahresabonnement € 11,-
tag. Im Jahresdurchschnitt gibt es täglich 3,5 Veranstaltungen des Bildungswerkes im          Einzahlungen: RVS Salzburg Kto-Nr. 00047993,
Land Salzburg. Ich bin sicher, dass wir auch für Sie interessante Bildungsangebote im Pro-    BLZ 35 000
                                                                                              Wenn bis 31. Dezember keine Abbestellung erfolgt,
gramm haben. Oder noch besser: Sie engagieren sich und machen mit bei der Bildung
                                                                                              verlängert sich das Abo jeweils um ein weiteres Jahr.
für die Zukunft!
                                                                                              Vorstand des Salzburger Bildungswerkes
                                                                                              Vors. LAbg. Dr. Josef Sampl, HR Dr. Alfred Bergham-
                                                                                              mer, Dr. Andrea Eder-Gitschthaler, OSR Waltraut
Dr. Günther Signitzer                                                                         Hofmeister, HR Dr. Andreas Kiefer, DI Nikolaus Lien-
                                                                                              bacher, Dr. Lucia Luidold, Dr. Ursula Maier-Rabler,
Direktor des Salzburger Bildungswerkes                                                        Stv. HR Prof. Dr. Wilhelm, Pölzl, Dipl. Päd. BSI Renate
                                                                                              Reifenauer, Primar i.R. Dr. Josef Rücker, LSI Mag.
                                                                                              Josef Thurner, Stefanie Walch, HR Prof. Dr. Martin
                                                                                              Wiedemair

                                                                                              Präsidentin des Salzburger Bildungswerkes
                                                                                              LH Mag. Gabi Burgstaller
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                                                                                        Foto: © Royalty-Free/Corbis
08     Erwachsenenbildung                 10          Eltern-, Frauen- und
                                                      Seniorenbildung                                                 24   Europa und
                                                                                                                           Politische Bildung




       Blickpunkte                                                  Gemeindeentwicklung
       06	Das Salzburger Bildungswerk macht sich fit für           16	   Die Welt durch gemeinsames Kochen erfahren
           die Zukunft                                              17	   Wer wagt, gewinnt!
                                                                    18	   Im Fokus: Aktives Altern und Generationensolidarität
                                                                    19	   Mobil und sicher
                                                                    20	   Oma allein zu Haus
       Erwachsenenbildung                                           21	   Salzburger Lokalbahn barrierefrei
       08	Erwachsenenbildung ist Arbeit mit und am                 22	   Voneinander profitieren
           Menschen                                                 23	   Drei Stunden wandern und erzählen
       09	 Brainweek – Internationale Woche des Gehirns             24	   Neues Pfarr- und Gemeindezentrum Hallein-Rif
       10	Auf eigene Stärken bauen – Berufliche Zukunft
           gestalten

                                                                    Europa und Politische Bildung
                                                                    24	 Ein Ausblick auf 2013
       Eltern-, Frauen- und Seniorenbildung                         25	 Die Ukraine
       10	   LIPPGLOSSE: Halb leer – Halb voll?!
       11	   Bis hierher und noch viel weiter!
       12	   Wann beginnt Erziehung?
       14	   Neu anfangen – Lernen Für ein Leben (lang)!            Internationale Solidarität
       15	   Aus dem Schatten treten                                27	 Alles schön verzinkt! Und wo beginnt’s? Nachdenken erlaubt!




                                                       „Das war unsere Zeit!“
                                                       Mehr dazu auf Seite 39




 03/2012 dreieck
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Inhalt
                                                     Salzburger
                                                     Singwoche –
                                                     Singen und
                                                     fröhlich sein!



         28                                                                  31
                                                     Mehr dazu auf
                                                     Seite 29
                  Aus der Direktion                                                      Aus Gemeinde und Bezirk




     Aus der Direktion                                                Arbeitskreise
     28	 FreiwilligenkoordinatorIn – was ist das?                     39	 „Das war unsere Zeit!“ – Nachberichte
     29	 Singen und fröhlich sein!
     30	„Aktives Altern und der Dialog zwischen den Generationen
         als Herausforderung für die Erwachsenenbildung“
     30	 Das Salzburger Bildungswerk stellt die Zukunftsfrage         Personalia
                                                                      41	   Das Salzburger Bildungswerk gratuliert ...
                                                                      42	   Geehrt
                                                                      42	   Wir bedanken uns
     Aus Gemeinde und Bezirk                                          42	   Das Salzburger Bildungswerk begrüßt
     31	 Netze knüpfen – Wissen erweitern                             42	   Zum Gedenken
     31	 Eine lange Nacht beim Pulvermacher                           43	   Businesslauf 2012
     32	 Buchstaben bewegen
     33	gelebt – geschrieben – verewigt: Mehr als ein starkes
         Stück Papier                                                 Veranstaltungs- und Buchtipps
     33	 Strobls Kleindenkmäler: Was ist daran wahr?                  02	 Veranstaltungstipps
     34	 Rio20+ im Landtag präsentiert                                43	 Buchtipps
     34	 „Aufbrechen“ in ein neues Miteinander
     35	 Das lern.fest 2012 machte Lust aufs Lernen
     36	Werte erhalten – Gegenwart gestalten – Zukunft
         ermöglichen
     36	 Bildungs- und Nationalparktage in Muhr
     37	 Die Zeit ist reif für einen nachhaltigen Lebensstil!
     38	 Der Zeit enthasten




                                                                                                                  dreieck   03/2012
6 |   B lic k p u n k te




Das Salzburger Bildungswerk macht sich fit für die Zuk
Hervorragende Bildungsarbeit durch engagierte, kompetente Bildungswerkleitungen und qualitätsvolle Betreuung




D
         ie diesjährige Herbsttagung war             „Strategie zum lebensbegleitenden Ler-
         geprägt von der Zukunftsfrage. Die          nen“ mit dem Schwerpunkt „Community
         Zeit ändert sich, wir uns auch!             Education“. Lernen durch Partizipation in
Nach der Eröffnung durch den Vorsitzenden            der Gemeinde, maßgeschneiderte lokale
Josef Sampl begrüßte LHF Gabi Burgstaller            Bildungsangebote sowie Kooperation und
als Präsidentin des Salzburger Bildungs-             Vernetzung werden dabei besonders her-
werkes die TeilnehmerInnen und dankte                vorgehoben. Damit werde das Arbeitsfeld
allen ehren- und hauptamtlichen Mitarbei-            des Salzburger Bildungswerkes eine noch
terInnen für die engagierte Tätigkeit.               stärkere Bedeutung gewinnen, zeigte sich
Direktor Günther Signitzer konnte im Rück-           Signitzer überzeugt.
blick auf die vergangenen vier Jahre eine            Der Finanzbericht des langjährigen Finanz-
beeindruckende Bilanz, insbesondere im               referenten Dipl. Ing. Günter Daghofer zeigte   Im Bild (v.li.) die drei Ehrenmitglieder Heinz Klier,
                                                                                                    Günter Daghofer und Felix Strohbichler mit Josef
Veranstaltungsbereich, vorlegen: Im Durch-           die Entwicklung des Budgets auf. Nach den
                                                                                                    Sampl und Wilhelm Pölzl.
schnitt fanden täglich 3,5 Veranstaltungen           Steigerungen in den Vorjahren kam es ab
statt, die von über 230 TeilnehmerInnen be-          2010 durch die Kürzungen der Landessub-        jüngt und gleichzeitig auch auf Kontinuität
sucht wurden. Dabei waren die Themen Ge-             vention zu Reduzierungen, die sich auch für    Wert gelegt.
sundheit, Elternbildung, Seniorenbildung,            2013 und 2014 abzeichnen. Diese Entwick-
Politische Bildung sowie Gemeinwesen-                lung sieht er mit großer Sorge, da damit der   Die Weiterentwicklung im Fokus
arbeit und Regionalentwicklung führend.              finanzielle Rahmen für Bildungsaktivitäten     Im Rahmen der Hauptversammlung fand
Rund 120.000 TeilnehmerInnen wurden                  weiter eingeschränkt wird.                     auch die Diskussion „Das Salzburger Bil-
dabei gezählt. Auch der Einsatz von neuen                                                           dungswerk stellt die Zukunftsfrage“ statt.
Medien im Web 2.0 und von innovativen                Mit der anschließenden Neuwahl des Vor-        Dabei geht es um die Fragen, welche The-
Methoden, beispielsweise das Kompetenz-              standes wurde auch ein deutliches Signal       men und Arbeitsfelder wichtiger werden,
portfolio, hat sich bewährt. Signitzer verwies       für die Zukunft gesetzt: Mit fünf neuen Mit-   welche Struktur und welche Ressourcen
auf den Beschluss der Bundesregierung zur            gliedern wurde der Vorstand erheblich ver-     das Salzburger Bildungswerk braucht. Mar-
                                                                                                    tina Berthold, die diesen Prozess beglei-
                                                                                                    tet, gab einen kurzen Überblick über die
                                                                                                    bisherigen Aktivitäten im Rahmen dieses
                                                                                                    Prozesses. Nach dem „Rat der Weisen“,
                                                                                                    den Workshops in St. Johann und Strobl
                                                                                                    sowie nach der intensiven Diskussion mit
                                                                                                    den hauptamtlichen MitarbeiterInnen sei
                                                                                                    dies der nächste Schritt. Der umfangreiche
                                                                                                    Organisationsentwicklungsprozess soll im
                                                                                                    Juni 2013 abgeschlossen werden.
                                                                                                    In der anschließenden Gesprächsrunde be-
                                                                                                    tonte LHF Gabi Burgstaller, dass die Nähe zu
                                                                                                    den BürgerInnen die Stärke und Besonder-
                                                                                                    heit des Bildungswerkes sei. Sie ermutigte
                                                                                                    die BildungswerkleiterInnen, sich vor Ort
 Präsidentin LHF Gabi Burstaller (re.) dankte den ehemaligen BildungswerkleiterInnen (v.li.)        Bündnispartner zu suchen. Für Bernhard
 Christine Weitgasser (Filzmoos), Helga Pressler (Tamsweg-Sauerfeld), Josef Irnberger (Scheffau),   Hutter, den Pongauer Bezirksleiter, sind
 Frieda Aigner (Anthering), Daniel Krainer (Bürmoos) und Vizebgm. Martina Brugger (Lessach) für
                                                                                                    die Aufrechterhaltung der Struktur und die
 ihr langjähriges Engagement.
                                                                                                    personelle Ausgestaltung der Direktion für



03/2012 dreieck
Bl i ck p u nk te   | 7




kunft

    eine Stärkung der Betreuung unbedingt
    notwendig. Lucia Luidold, Leiterin des
    Referates Salzburger Volkskultur, hob die
    kulturellen Aktivitäten des Bildungswerkes
    hervor und Stefanie Walch, Bildungswerk-
    leiterin in Hof und Flachgauer Bezirksleite-
    rin, die notwendige Schärfung des Profils.
    Signitzer hält das Zusammenwirken von
    engagierten, kompetenten Bildungswerk-
    leiterInnen, eine gelungene Betreuung und       Der neue Vorstand (v.li.): OSR Waltraut Hofmeister, HR Prof. Dr. Wilhelm Pölzl, Stefanie Walch,
    Serviceleistung sowie qualitätsvolle An-        LSI Mag. Josef Thurner, Dip. Päd. BSI Renate Reifenauer BA, Dr. Lucia Luidold, Primar i.R. Dr. Josef
    gebote aus der Direktion für die wichtige       Rücker, LAbg. Dr. Josef Sampl und LHF Mag. Gabi Burgstaller. Nicht im Bild: DI Nikolaus Lienbacher,
    Grundlage der Arbeit ehrenamtlicher Bil-        Dr. Ursula Maier-Rabler, HR Dr. Andreas Kiefer, Dr. Andrea Eder-Gitschthaler, HR Dr. Alfred Bergham-
                                                    mer und HR Prof. Dr. Martin Wiedemair.
    dungswerkleiterInnen. Übereinstimmung
    herrschte in der Frage der Themenfreiheit
    örtlicher Bildungswerke, der Schwerpunkt-      haben ihn sein historisches Wissen und eine          Er dankte auch den Mitgliedern, die sich
    angebote und über die Notwendigkeit, die       genaue Kenntnis über gesellschaftliche Zu-           weiterhin zur Verfügung stellen und vor
    Aus- und Fortbildung der Bildungswerklei-      sammenhänge, die auch in den Veröffent-              allem den neuen Mitgliedern für ihre Bereit-
    terInnen zu intensivieren.                     lichungen in der Fachpresse zur österrei-            schaft, mitzuwirken und sich einzubringen.
    Die Vorschläge für die Schärfung des Profils   chischen und internationalen Agrarpolitik            Er ist zuversichtlich, dass das Salzburger
    werden weiter bearbeitet. Die bevorste-        sichtbar wurden.                                     Bildungswerk auch die zukünftigen Heraus-
    hende Übersiedlung in das Stadtwerkeare-       Heinz Klier war seit 1973 Mitglied im Vor-           forderungen bewältigen wird.
    al bietet für das Salzburger Bildungswerk      stand und von 1994 bis 2001 Vorsitzender-
    ebenfalls neue Entwicklungschancen und         Stellvertreter. Als langjähriger Leiter des          Weiterer Schwerpunkt:
    die Möglichkeit, neue Strukturen zu erar-      Kulturamtes der Stadt Salzburg und der               Biografiearbeit
    beiten.                                        Kulturvereinigung Salzburg waren ihm die             Biografiearbeit lädt – mit einem wertschät-
                                                   Bildungsaktivitäten im kulturellen Bereich           zenden Blick zurück – ein, der eigenen Zu-
    Jahrzehntelanges Engagement mit                ein besonderes Anliegen.                             kunftsmöglichkeit vorzufühlen: So stand es
    Ehrenmitgliedschaft gewürdigt                  Felix Strohbichler war von 1975 bis 1992             im Programm, und Susanne Hölzl (ehema-
    Die Hauptversammlung bot auch den idea-        Leiter des Bildungswerkes in Anthering, von          lige Bildungswerkleiterin in Göming) hat
    len Rahmen, drei verdienten Persönlich-        1986 bis 2012 Bezirksleiter für den Flachgau         es in hervorragender Weise verstanden,
    keiten in Würdigung ihrer Verdienste um        und seit 1995 im Vorstand. Er war immer vor-         uns das zu vermitteln. Mit einer sehr bild-
    das Salzburger Bildungswerk die Ehrenmit-      ne dabei: 1982 in Anthering bei der ersten           haften und lebendigen Präsentation in bes-
    gliedschaft zu verleihen: Günter Daghofer,     Raumplanung mit Bürgerbeteiligung, der               ter Bildungswerkweise führte sie uns von
    Heinz Klier und Felix Strohbichler.            ersten Evaluation einer Bildungswoche und            der eigenen Biografie hin zu den Fragen
                                                   den Initiativen für die Regionalkonferenzen.         einer fördernden Lernumgebung bis zu Zu-
    Günter Daghofer war seit 1985 Finanzrefe-      Insgesamt 32 Jahre hat er im Salzburger Bil-         kunftsvisionen.
    rent. In den vergangenen 27 Jahren wurde       dungswerk in verschiedenen Funktionen
    ein Budgetvolumen von beinahe 24 Mio.          verdienstvoll mitgearbeitet und war stets            Abschließend mein Resümee: Eine gelun-
    Euro für die Arbeit des Bildungswerkes         bemüht, im besten Sinne volksbildnerisch             gene Herbsttagung 2012, bei der das Enga-
    aufgebracht und beschlossen. In seine Zeit     zu wirken.                                           gement der BildungswerkleiterInnen wieder
    fällt auch die Beauftragung des Salzbur-       Josef Sampl bedankte sich bei den neuen              deutlich sichtbar wurde und viele kollegiale
    ger Bildungswerkes mit den Agenden der         Ehrenmitgliedern für die gute und kon-               Gespräche geführt werden konnten.       (GS)
    Dorferneuerung. Besonders ausgezeichnet        struktive Zusammenarbeit im Vorstand.



                                                                                                                                         dreieck    03/2012
8 |   E r wa c h se n e n b i l d u n g




                                                                                                                zählt das Ergebnis“, so Johannes Hahn. Da-
                                                                                                                mit dieses erbracht werden kann, ist eine

Erwachsenenbildung ist Arbeit                                                                                   verlässliche Bereitstellung öffentlicher Mit-
                                                                                                                tel wichtig. Hier bieten die zwischen KEBÖ-

mit und am Menschen                                                                                             Verbänden und bm:ukk abgeschlossenen
                                                                                                                mehrjährigen       Leistungsvereinbarungen
                                                                                                                gewisse Planungssicherheit.
                                                                                                                Auch Bundesministerin Claudia Schmied
Festakt 40 Jahre Konferenz der Erwachsenenbildung Österreichs                                                   zeigte sich von der KEBÖ, die mit 7.500 Bil-
                                                                       VON ANGELA BERGAUER                      dungseinrichtungen sowie 210.000 Veran-
                                                                                                                staltungen und 3 Millionen Teilnahmen pro



D
        ie Konferenz der Erwachsenenbil-       Diskussion einnehmen“, fasste Angela                             Jahr eine beachtliche Größe darstellt, beein-
        dung, KEBÖ, feierte am 1. Oktober      Bergauer vom Ring Österreichischer Bil-                          druckt: „Die KEBÖ ist ein besonders wich-
        2012 ihr 40-jähriges Bestehen. Wei-    dungswerke zusammen.                                             tiger Partner für das Bundesministerium für
terer Jubilar ist die Weiterbildungsakademie                                                                    Unterricht, Kunst und Kultur, bmu:kk, sie
Österreich, wba, die ihren fünften Geburts-    Johannes Hahn:                                                   prägt die Bildungslandschaft in Österreich
tag feiert und als internationales Vorzeige-   Am Ende zählt das Ergebnis                                       entscheidend mit.“ Als einzigartig innerhalb
modell für Kompetenzanerkennung in der         Ring-Präsident Johannes Hahn betonte die                         Europas hob sie das Kooperative System der
Erwachsenenbildung gilt. Gefeiert wurde        Relevanz der Erwachsenenbildung für die                          Erwachsenenbildung hervor. Die Vielfalt
im Beisein von 150 Festgästen am „bifeb)“ in   Gesellschaft. „Erwachsenenbildung muss                           sei eine Stärke der KEBÖ, genauso wie die
Strobl am Wolfgangsee. Prominente Gast-        in ihrer Besonderheit wahrgenommen wer-                          Freiwilligenarbeit und das niederschwellige
redner waren unter anderem Bildungsmi-         den, trotz und wegen ihrer Besonderheiten                        Angebot. „Gemeinsam haben wir einiges
nisterin Claudia Schmied und der Präsident     gleichwertiger Teil des Bildungssystems                          erreicht und abgeschlossen, so ermöglicht
des Rings Österreichischer Bildungswerke,      sein. Ihre wesentlichen Aufgaben sind                            eine Bund-Länder-Initiative österreichweit
EU-Kommissar Johannes Hahn. Auch die           Kompensation von Ausbildungslücken, die                          nun kostenfreie Basisbildung und das Nach-
Grußworte von Bundespräsident Heinz Fi-        Qualifikation und berufliche Weiterbildung                       holen von Pflichtschulabschlüssen.“
scher fanden großen Anklang.                   für den Arbeitsmarkt, die Persönlichkeits-
                                               entwicklung und die Befähigung zur Teil-                         Quizideal kein Kriterium
„Die KEBÖ hat starke gemeinsame Anlie-         habe an politischen und gesellschaftlichen                       der Bildung
gen, Zielsetzungen und Erfolge. Der KEBÖ-      Prozessen“, so Hahn.                                             Den Vorsitz der KEBÖ, der alle zwei Jahre
Leitungsausschuss ist ein handlungsfähiges     Neben dem Setzen von Schwerpunkten                               wechselt, übernimmt nun das Forum Ka-
Gremium und ein Modell demokratischer          plädierte Hahn für eine offene, kritische Dis-                   tholischer Erwachsenenbildung. Bischof
Zusammenarbeit. Die KEBÖ als verlässliche      kussion, vor allem auch im Hinblick auf die                      Manfred Scheuer, der für Erwachsenenbil-
Partnerin des Bildungsministeriums und als     Ökonomisierung der Bildung, den Zwang                            dung zuständige Referatsbischof der Ös-
Vertretung der gemeinnützigen Erwachse-        zur Weiterbildung und die Frage, ob Bil-                         terreichischen Bischofskonferenz, hob die
nenbildung ist notwendig, hat sich bewährt     dung der zunehmenden Arbeitslosigkeit                            Wichtigkeit der Bildung hervor, „es gehe vor
und wird auch weiterhin eine wichtige und      entgegenwirken kann. „Bildung qualifiziert,                      allem um Orientierungswissen, um sein Le-
kritische Rolle in der bildungspolitischen     schafft aber keine Arbeitsplätze. Am Ende                        ben glücklich gestalten zu können“. In An-




                                                                                                               Prominente Gäste des Festaktes (v.li.): Dr. Gerhard
                                                                                                               Bisovsky (Verband Österreichischer Volkshoch-
                                                                                                               schulen), Mag. Karin Reisinger (Weiterbildungs-
                                                                                                               akademie Österreich), Mag. Hubert Petrasch (Fo-
                                                                                                               rum Katholischer Erwachsenenbildung), Bischof
                                                                                                               Manfred Scheuer, Angela Bergauer (Ring Österrei-
                                                                                                               chischer Bildungswerke), Dr. Johannes Hahn, BM
                                                                                                               Dr. Claudia Schmied, Dr. Michael Sturm (bfi Öster-
                                                                                                               reich), Dr. Margarete Wallmann (Bundesinstitut für
                                                                                                               Erwachsenenbildung, bifeb), Ing. Rudolf Planton
                                                                                           Foto: Ursula Bahr




                                                                                                               (ARGE Bildungshäuser Österreich), Mag. Hannes
                                                                                                               Knett (WIFI Österreich), DI Bernhard Keiler (LFI),
                                                                                                               Mag. Pia Lichtblau (VÖGB).




03/2012 dreieck
Er wa ch s en e nb ild u ng   | 9


spielung auf die Millionenshow meinte er:
„Das Quizideal der Bildung ist kein Kriteri-          Die KEBÖ ist der Zusammenschluss der zehn führenden Erwachsenenbildungseinrich-
um für Allgemeinbildung. Es darf nicht sein,          tungen Österreichs, die 1972 am Bundesinstitut für Erwachsenenbildung, bifeb), gegrün-
dass Quoten über Qualität beziehungswei-              det wurde:
se Versagen entscheiden, Bildung darf nicht           Arbeitsgemeinschaft der Bildungshäuser Österreich (ARGE), Berufsförderungsinstitut
ökonomisiert werden.“                                 Österreich (bfi), Büchereiverband Österreichs (BVÖ), Forum Katholischer Erwachsenen-
                                                      bildung in Österreich, Ländliches Fortbildungsinstitut (LFI), Ring Österreichischer Bil-
Die scheidende Vorsitzende der KEBÖ, An-              dungswerke, Verband Österreichischer Gewerkschaftlicher Bildung (VÖGB), Verband
gela Bergauer, übermittelte die Grußbot-              Österreichischer Volkshochschulen (VÖV), Volkswirtschaftliche Gesellschaft Österreich
schaft des Bundespräsidenten. Heinz Fi-               (VWG), Wirtschaftsförderungsinstitut der Wirtschaftskammer Österreich (WIFI)
scher ermutigte dazu, auch den Blick in die
Zukunft nicht aus den Augen zu verlieren.             wba – Kompetenz braucht Anerkennung
„KEBÖ und wba haben ein hohes Ansehen                 Die wba ist ein Zertifizierungssystem für ErwachsenenbildnerInnen. Das Verfahren setzt
in der Bevölkerung und verdienen Lob,                 erwachsenenbildungsspezifische Praxis voraus und erkennt bereits vorhandene Qualifi-
Dank und Anerkennung. Lebensbegleiten-                kationen an. Fehlende Kompetenzen können über Angebote am Erwachsenenbildungs-
des Lernen ist von Bedeutung, weil Wissen             markt erworben werden. Bisher haben sich 1.333 Personen bei der wba angemeldet, es
Zukunft ist“, so der Bundespräsident.                 wurden 531 ErwachsenenbildnerInnen zertifiziert sowie 134 wba-Diplome mit ausgewie-
                                                      senem Fachbereich vergeben.
Dr. Angela Bergauer ist Generalsekretärin des Rings
Österreichischer Bildungswerke




   Brainweek – Internationale Woche des Gehirns
   vom 11. bis 15. März 2013
   Veranstaltungsvorschau



  D
          ie Erforschung des Gehirns zählt zu           St. Veit: 11.03.: Lernen ein Kinderspiel? Wie
          den großen Themen des 3. Jahrtau-             Sie Ihr Kind optimal in der Schule begleiten,
          sends, denn alle unsere Lebensfunkti-         13.03.: Gedächtnistipps für einen stressfreien
  onen, aber auch Empfindungen werden über              (Arbeits-)Alltag
  bzw. durch das Gehirn gesteuert, beeinflusst
  und reguliert. Wir wollen die Internationale          Weißbach: 12.03.: Lernen ein Kinderspiel?
  Woche des Gehirns nutzen, um dieses kom-              Wie Sie Ihr Kind optimal in der Schule beglei-
  plex funktionierende Organ näher kennenzu-            ten
  lernen. In Form von Vorträgen, Expertenge-
  sprächen sowie Trainingsangeboten werden              Hof: 13.03.: Gewusst wie – Gedächtnistipps
  in Stadt und Land Salzburg eine Vielzahl von          für einen stressfreien (Arbeits-)Alltag
  Aktivitäten für Erwachsene, aber auch Kinder
  angeboten.                                            Stadt Salzburg: 12.03.-15.03.: Gedächtnis-
                                                        training mit Memo-Fit; Brainshow im Haus
  Schon jetzt können Sie sich                           der Natur und Filmangebote.
                                                                                                                                                    Grafik Albert Gruber




  vormerken:
                                                        Das Detailprogramm mit allen Terminen
  Bad Hofgastein: 12.03.: Gedächtnistipps für           liegt ab Februar 2012 auf.
  einen stressfreien (Arbeits-)Alltag, 14.03.:          Weitere Informationen unter
  Geistig fit ein Leben lang                            www.salzburgerbildungswerk.at
                                                                                                 (CW)




                                                                                                                                    dreieck   03/2012
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                                               Auf eigene Stärken bauen –
                                               Berufliche Zukunft gestalten
                                               Erstellen Sie Ihr persönliches Kompetenzprofil



                                               B
                                                      ei beruflicher Veränderung steht oft die       eigenes Stärken- und Qualifikationsprofil zu erar-
                                                      Frage im Vordergrund: Was kann ich ei-         beiten und die nächsten Umsetzungsschritte kon-
                                                      gentlich gut? Welche Stärken und Fähig-        kret zu planen.
                                               keiten habe ich?
                                               Für ein sicheres Auftreten ist es wichtig, dass man   Das Angebot ist kostenlos und wird im Netzwerk
                                               seine eigenen Kompetenzen erkennt und die-            Bildungsberatung Salzburg vom Verein BiBer und
                                               se auch selbstbewusst nach außen hin vertreten        vom Verein VIELE angeboten.
                                               kann. Die Kompetenzberatung bietet den Rah-           Weitere Informationen unter:
                                               men, mit speziell ausgebildeten TrainerInnen ein      www.bildungsberatung-salzburg.at




|   E lte r n- , Fra u e n - u n d Se n io renbildung




                                                                                LIPPGLOSSE                    Mag. Brigitte Singer leitet
                                                                                                              das Institut für Frauen-

    Halb leer – Halb voll?!                                                                                   und Elternbildung im
                                                                                                              Salzburger Bildungswerk.




S
      ollten Sie als Mann sich in meine Glos-                Privatwelt wimmelt nur so vor lauter Einzel-    Kampagne der Wiener
      se verirrt haben, freuen Sie sich, Sie                 kämpferinnen. Ein wirklich guter Anlass für     Frauenabteilung
      sind hier in der Siegerstraße ange-                    eine Kampagne, die uns Erstaunliches zeigt.
langt! Sie bekommen (laut Statistik) noch                    Dass nämlich viele in 4 Wänden wohnen,
bis zum Jahresende bezahlt, wofür Sie ar-                    aber dass trotz einer Fülle von Händen in
beiten.                                                      diesen 4 Wänden sich lediglich 2 davon – in     Was allerdings am 19. Oktober in einem
                                                             der Regel weibliche – für den Alltag zustän-    Wiener Waschsalon seinen Anfang nahm,
Für die Frauen, die sich diese Zeilen zu Ge-                 dig fühlen.                                     hat viel Humoristisches und Wahres und ver-
müte führen, kann ich nur den Aufruf star-                                                                   dient hier eindeutig Ihre Aufmerksamkeit.
ten, diese Situation sportlich zu sehen und                  Die Magie der Zahlen                            http://4waende4haende.at/ - eine Kampa-
nicht hinzunehmen. Equal Pay Day heißt                       Und es kann nicht oft genug gesagt wer-         gne der Wiener Frauenabteilung: Schauen
das Rätsel. Die Statistik kann uns hier ei-                  den: Frauen arbeiten im Durchschnitt 65         Sie sich diese Website an, es zahlt sich aus!
niges zeigen: Frauen arbeiten in Salzburg                    Stunden in der Woche, davon sind 26 Stun-       Sie finden hier nicht nur einen Fleiß-O-Meter
seit dem 27. September 2012 umsonst,                         den (ca. 40 %) unbezahlte Haushaltstätig-       als APP, sondern auch genügend kleine Hel-
„gratis“.                                                    keiten und Kinderbetreuung (auch wenn           ferleins, die einmal deutlich machen, wer wie
Sie dürfen also ihre Staubsaugerkilometer,                   viele Frauen mit Kindern gefühlte 48 Stun-      viele Kilometer in Ihrem Haushalt hinter dem
ihre Tonnen am Kassaband, ihre Berge an                      den schon an einem Tag abspulen müssen).        Staubsauger herrennt und wie viele Hände
Akten, ihre Arbeiten an PatientInnen, ihre                   Männer arbeiten 63 Stunden pro Woche,           hier tatsächlich potentiell für das Wohlbefin-
1000kw-Stunden am heißen Friseurföhn bis                     davon 48 bezahlt und 14 unbezahlt. Zu die-      den aller sorgen könn(t)en.
Jahresende für 0 Euro verrichten.                            sem Satz fällt mir leider gar nichts Humoris-
                                                             tisches ein!                                    Eine wahre Freude!
Die Arbeitswelt hat viele Heldinnen, die                                                                     So toll, dass unser Ziel Silvester heißen muss:
nicht gleich entlohnt werden. Doch die                                                                       Vom 1.1. bis zu Silvester – mein Bester!



03/2012 dreieck
El ter n -, Fra uen - un d S en i oren b ild u ng    | 11




Bis hierher und noch viel weiter!
20. Salzburger Frauensalon – Ein Jubiläumssalon




W
          ir wollen es wissen! Wer gibt heu-   bende Kraft ist und daher die Verbindung             Die Politik hat sicherlich die offensichtlichste
          te den Ton an in Salzburg? Was       und den Motor darstellt. Auch wenn sich              und breiteste Möglichkeit, dieses Thema
          ist in Salzburg geschehen an der     Themen verschoben haben, hat sich leider             aufzunehmen. Dr. Liane Pluntz, langjäh-
Frauenfront? Feministische Ideen haben         an einigem nicht viel geändert und benö-             rige Frauenreferentin der Arbeiterkammer
Frauen in Salzburg bewegt, vieles auf die      tigt nach wie vor Gehör: Verdienstmöglich-           Salzburg, und Mag. Barbara Sieberth, Ge-
Füße zu stellen und sind immer noch Motor      keiten und Einstiegsmöglichkeiten sind für           meinderätin der Stadt Salzburg, sind sich
für engagierte Arbeit für und mit Frauen.      junge Frauen oft sehr prekär!                        darüber einig, dass trotz zum Teil guter Re-
Doch das F-Wort ist unmodern gewor-                                                                 gelungen die Beziehungsrealität oft wenig
den. Junge Frauen sind erfolgreich und                                                              betroffen ist und hier bis zur Gleichstellung
distanzieren sich deutlich von den Feminis-                                                         noch ein weiter Weg zurückgelegt werden
tinnen. Warum? Sind wir im Frauensalon                                                              muss. Frauen dürfen im alltäglichen Kampf
schon in der Komfortzone der Sofaecke                                                               nicht alleine gelassen werden.
angelangt, ohne politischen Aufschrei,
dass Frauen immer noch ein Drittel weni-                                                            Und vor allem gibt es immer noch genügend
ger verdienen? Wir wollen beide Frauen ins                                                          Ziele, die uns zwar bis hierher gebracht ha-
Gespräch bringen: Protagonistinnen mit         In der Kirche kennen sich Mag. Gabi                  ben, aber eben noch nicht wirklich weiter.
Geschichte und Frauen, die Digital-Natives     Treschnitzer, Theologin, Vorsitzende der             Viel weiter wollen wir schon noch kommen.
sind. Zu Themen, die kontrovers und hitzig,    KFB Salzburg, und MMag. Maria Löcker,                Neue Frauen, neue Ideen und wilde Ent-
humorvoll und ungewöhnlich, frech und          Theologin, Mitarbeiterin der KJ Salzburg,            schlossenheit können hier auf gut bearbei-
widerständig die Bereiche Politik, Bildung     bestens aus. Frauen haben sich hier mas-             tetem Boden aufbauen. Diesen Blick nach
und Kirche ins Visier nehmen.                  siv Gehör verschafft, sind nach wie vor ein          vorne und zurück hat der Jubiläumssalon
                                               Großteil der tragenden Kräfte in der Kirche,         spannend aufgezeigt!                     (BS)
Seit 10 Jahren greift der Salzburger Frauen-   die aber nach wie vor wenig öffentliche
salon nun schon die Tradition der Salons auf   Ämter für sie übrig hat.
und knüpft dort an, wo wesentliche Impulse
für frauenemanzipatorische Bewegungen
ausgingen. Zweimal jährlich wird zu einem
Salon geladen: Das Leben von Frauen, ihre
Taten, Vorhaben und Ansichten sollen
sichtbar werden. Orte für eine Begegnung
mit Tiefgang und Augenzwinkern.

Pionierinnen in Salzburg
Für diesen Jubiläumssalon haben wir die
Bereiche „Bildung“, „Politik“ und „Kirche“
ausgewählt und jeweils eine Frau mit viel
Erfahrung und eine am Beginn ihres Berufs-
lebens zu einem Zwiegespräch gebeten.
Dr. Silvia Kronberger, Gender- und Diver-
sitytrainerin an der Landesakademie, Vor-       Im Jubiläumssalon zu Gast (stehend v. li.) Mag. Hildegard Schreckeis-Nägele, Mag. Gabi Treschnitzer,
kämpferin im Bereich Kultur und Bildung         MMag. Maria Löcker, Sabaha Sinanovic, Mag. Regina Augustin, Mag. Romana Rotschopf,
(ARGE Kultur), sprach mit Sabaha Sinanovic,     Mag. Dagmar Stranzinger, Mag. Edeltraud Zlanabitnig-Leeb.
Mitarbeiterin der Radiofabrik. Hier wurde       (sitzend v. li.) Dr. Silvia Kronberger, Mag. Barabara Sieberth, Mag. Alexandra Schmidt,
                                                Dr. Liane Pluntz, Mag. Brigitte Singer.
sehr deutlich, dass Engagement die trei-



                                                                                                                                         dreieck       03/2012
12 |   E lte rn -, Fra u e n - u n d Senio renbildung




                                                                                               Wann beginnt Erziehung?
Foto: by_Alexandra H._pixelio.de




                                   Geglückter Start oder voll daneben? Teil 2



                                   S
                                          chon im letzten „dreieck“ berichteten            weile aus Ein-Kind-Familien und konnten         Nachdem eine verlässliche und vertrau-
                                          wir über die Themen „bonding“ und                nicht durch ihre Geschwister lernen.            ensvolle Bindung mit dem Kind aufgebaut
                                          „Frühe Bindung“. In dieser Ausgabe               Wir bauen von Generation zu Generation          wurde und es sich mit zunehmender Ent-
                                   präsentieren wir den zweiten Teil unseres               auf Erfahrungswissen auf, und doch hat jede     deckungslust die Welt aneignet, braucht
                                   Interviews mit Dr. Dores Beckord-Datterl. Die           Zeit ihre eigenen Herausforderungen und         ein Kind neben Erklärungen und Vorbildern
                                   Psychologin und Psychotherapeutin arbeite-              Lösungen: Was heutige Eltern selbst nicht       vor allem Übungsmöglichkeiten und Ant-
                                   te bis zum Sommer 2012 im Redaktionsteam                erlebt haben, können sie zum Teil durch         worten, um in die soziale Gruppe hinein-
                                   der Elternbriefe mit. Diese werden vom Land             Selbstreflexion, „Nachbeelterung“ durch         zuwachsen: Es gibt Neins und Regeln zum
                                   Salzburg gemeinsam mit dem Salzburger                   wertschätzende Begleitung und Assistenz,        eigenen Schutz und der von anderen Men-
                                   Bildungswerk herausgegeben und beschäf-                 „Selbstbeelterung“ durch Dialoge mit dem        schen und Gegenständen – das erfordert
                                   tigen sich mit aktuellen Entwicklungsthe-               „inneren Kind“, durch Erfahrungsaustausch       Einüben von Impulskontrolle und das Re-
                                   men des eigenen Kindes, liefern hilfreiche              und Unterstützung in Eltern-Kind-Gruppen,       gulieren von starken Gefühlen, reden und
                                   Tipps sowie Informationen für die ersten                Modelle und Vorbilder für Konfliktbeglei-       verhandeln statt hauen, ...
                                   sechs Lebensjahre – und das alles gratis.               tung, Streitkultur, Kooperation, ... nachho-
                                                                                           len und lernen.                                 Wie viel Erziehung brauchen Kinder
                                   Brigitte Singer, Leiterin des Instituts für El-                                                         wirklich?
                                   tern- und Frauenbildung, hatte folgende                 Wann beginnt für dich Erziehung?                Das ist keine Frage von Quantität, sondern
                                   Fragen und Dores Beckord-Datterl darauf                 Erziehung geschieht mehr oder weniger au-       von Temperament und positiven Erfah-
                                   die Antworten!                                          tomatisch – durch Identifikation und Nach-      rungen: Wenn ich durch Einhalten be-
                                                                                           ahmung, ob wir das wollen oder nicht. Das       stimmter Spielregeln mehr Liebe, Anerken-
                                   Werden Eltern zu wenig auf die ersten                   ICH entwickelt sich nun mal im Spiegel des      nung und Aufmerksamkeit bekomme als
                                   Monate und Jahre mit Baby und Kleinkind                 DU. Es ist vielmehr die Frage, ob und wie wir   durch egoistisches Einzelkämpfertum, bin
                                   vorbereitet? Viele kommen ja mittler-                   bewusst erziehen können.                        ich gut unterwegs – oder?



                                   03/2012 dreieck
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                                                                                                  Dr. Dores
                                                                                                  Beckord-Datterl,
Können Kinder zu sehr verwöhnt werden?           Probleme hier am offensichtlichsten              Psychologin
                                                                                                  und Psycho-
Ja, wenn sie in einer passiven Überstimulie-     werden. Ist das der richtige Zeitpunkt?
                                                                                                  therapeutin
rung klein gehalten werden oder wenn sie         Ich finde, wir sollten auf „kritische Lebens-
ihre Körpersinne nicht benützen dürfen, um       phasen“ zeitgerecht reagieren. Dabei denke
eine gute Erfahrung zu machen bzw. ein           ich an die Schwangerschaft und frühe            aus, die am feinfühligsten seine Bindungs-
selbstgestecktes Ziel zu erreichen.              Kindheit: Hier sollten Müttern und Vätern       und Autonomiebedürfnisse beantwortet.
                                                 möglichst viele Unterstützungsangebote          Ich denke, wir brauchen eine Mehrfachbe-
Was möchtest du Eltern sagen, die                zugänglich sein.                                treuung für Kinder, in der sowohl Vater und
Schuldgefühle haben, etwas falsch                Mehr politische Verantwortung müsste im         Mutter Bezugspersonen für das Kind sind,
gemacht zu haben?                                Ausbau und in der Qualität der Kinderbe-        aber auch andere Erwachsene verlässlich
Schuldgefühle sind sehr unproduktiv, ge-         treuung, vor allem bei den Unter-Dreijäh-       und emotional präsent sind. Das kann aber
hören besprochen und verabschiedet; viel-        rigen, übernommen werden.                       nur gehen, wenn auch die Arbeitswelt Mo-
leicht braucht es eine Wiedergutmachung,         Es wäre hilfreich, wenn Kinderbetreuungs-       delle entwickelt, wo Männern und Frauen
einen neuen Start, ein Bemühen zum Bes-          einrichtungen ausreichend mit Elternbe-         mehr Familienzeit zur Verfügung steht.
seren. Schuld ist nur jemand, der vorsätzlich    ratungs- und Bildungsangeboten vernetzt
dem anderen schaden will, aber Fehler pas-       wären bzw. Fachpersonal von außen zur           Was möchtest du jungen Familien ans
sieren immer wieder. Oft wissen wir es nicht     Verfügung stünde.                               Herz legen?
besser oder merken zu spät, dass unser Tun       Wir brauchen eine laufende „Blickschulung“      Erziehung heißt heute, vermehrt freie Spiel-
die anderen verletzt. Dann müssen wir wie-       und Reflexionsbegleitung für das pädago-        und Erlebnisräume offen zu halten, mit allen
der von vorne anfangen.                          gische Fachpersonal (inklusive Eltern), um zu   Sinnen die Welt entdecken zu dürfen, sich
                                                 erkennen, wo ein Kind unter seelischer Not      zu bewegen und zu rasten, kompetente
Wann müssen wir Kinder schützen?                 leidet und um handlungsfähig zu bleiben.        Konfliktbegleitung bereitzustellen, wenn
Kinder brauchen Schon- und Schutzräume.                                                          Kinder einmal nicht weiterwissen oder auf
Sie gehören geschützt vor einseitigen und        Wie können wir Väter mehr ins Boot              Kosten eines „Opferkindes“ den eigenen
zu passiven Freizeitvergnügungen, z.B. vor       holen?                                          Selbstwert steigern wollen.
zu viel fernsehen, vor zu viel ungesunden        Vielleicht dort hingehen, wo die Väter sind
Lebensmitteln (die den Namen „Lebens-            – in die Betriebe und Freizeitanlagen? Oder     Es gibt kein Rezept und keine Garantie für
mittel“ gar nicht verdienen), natürlich vor      durch interaktive Netzangebote? Ich weiß        das Familienglück – aber die Fähigkeit, un-
jeglicher sexueller Ausbeutung, aber auch        es nicht – das müssen die Männer selbst         sere Kinder mit offenen Augen zu lieben (=
vor zu ehrgeizigen Eltern und emotionalem        sagen.                                          das Gegenteil von blinder Affenliebe), und
Missbrauch. Spielsachen und Kleidung dür-                                                        immer wieder mal inne zu halten und sich
fen nicht wichtiger werden als gemeinsam         Frauen tragen nach wie vor die Haupt-           zu fragen, was uns gut tut, kann sicher nicht
verbrachte Zeit.                                 verantwortung – da helfen genügend              schaden.
                                                 Kinderbetreuungsplätze zwar den Arbeit-
Ist Kindererziehung heute schwieriger            gebern, aber die Doppelbelastung bleibt         Vielen Dank für das Gespräch!
geworden?                                        weiblich, und in dieser Diskussion bleiben                                                             (BS)
Schwieriger ist vielleicht, dass wir weniger     Frauen und Kinder oft auf der Strecke.
verbindliche Grundregeln dafür haben, was        Welche Rahmenbedingungen sind aus
richtig und was falsch ist – wir müssen selber   deiner Sicht gerechter?                           Wenn Sie die Elternbriefe bestellen
für unsere Werte einstehen, und manchmal         Wir hängen immer noch an dem konserva-            wollen, können Sie das jederzeit un-
fehlt uns der Austausch mit einer altersge-      tiven Familienbild, dass Kinder Frauensa-         kompliziert machen – entweder über
mischten Vergleichsgruppe von anderen            che sind, und am besten kann es allein die        eine Bestellkarte, die Sie im Salzburger
Kindern und Erwachsenen, um unsere Po-           Mutter. Das haben wir Müttern auch lange          Bildungswerk erhalten: office@sbw.
sitionen klar zu kriegen.                        genug eingeredet. Ein Kind hat die Fähig-         salzburg.at (Betreff: Bestellkarte Eltern-
                                                 keit, zu mehreren Personen eine Bindung           briefe) oder unter: elternbriefe.salzburg.
Viele Interventionen in Familien erfolgen        aufzubauen, und es sucht sich, wenn es die        at/bestellung
erst nach dem Schuleintritt, weil die            Wahl hat, diejenige Hauptbezugsperson



                                                                                                                                       dreieck       03/2012
14 |            E lte rn -, Fra u e n - u n d Senio renbildung




               Neu anfangen – Lernen FÜR ein Leben (lang)!
                                                                                                                kenden Gefühle nicht nur lange anhalten
                                                                                                                mögen, sondern auch ansteckend auf ihre
                                                                                                                KundInnen wirken.

                                                                                                                Alt und Aktiv sind kein Widerspruch
                                                                                                                Nun möchte ich mit diesen Beispielen, in de-
                                                                                                                nen ältere Menschen sich neuen Aufgaben
                                                                                                                widmen, weder eine Lanze für ein „ewiges
                                                                                                                Aufschieben“ der Pension brechen, noch
                                                                                                                dafür plädieren, die Erwerbsarbeit mög-
                                                                                                                lichst lange hinauszuzögern. Nein, diese
                                                                                                                Beispiele dienen dazu, deutlich zu machen,
                                                                                                                dass alt und aktiv sein kein Widerspruch
                                                                                                                sind und dass wir in einer pluralen Gesell-
                                                                                                                schaft zukünftig noch öfter auf Lebensent-
                                                                                                                würfe treffen werden, die dadurch gekenn-
                                                                                                                zeichnet sind, im Alter einen tatsächlichen
                                                                                                                Neuanfang zu wagen. Auch wenn diese
                                                                                                                drei beschriebenen Biographien oberfläch-
Foto: iStock




                                                                                                                lich betrachtet wohl kaum etwas miteinan-
                                                                                                                der zu tun haben, in der Tiefendimension
                                                                                                                eint sie doch einiges: Wann immer wir uns



K
        ennen Sie Mississauga? Nein? Nun,                        und Feiertagsarbeit inklusive, strapaziöse     dazu entschließen, gleich welchen Alters,
        das ist grundsätzlich nicht schlimm,                     Auslandsreisen quer über den Globus und        etwas Neues anzupacken oder zu lernen,
        denn die rund 700.000 Einwohne-                          öffentliche Auftritte vor einem Millionenpu-   dann steht ganz oben unsere Motivation,
rInnen zählende kanadische Stadt ist hier-                       blikum. Ja, als Oberhaupt der Katholischen     ein konkretes Selbstbild, das uns beflügelt,
zulande wohl kaum jemandem ein Begriff,                          Kirche hat man einiges zu tun. Rücksicht auf   neue Herausforderungen anzugehen. Ha-
wenngleich sie weltweit die einzige Stadt                        das Alter kann da leider nicht genommen        zel McCallion hat es in ihrer 34-jährigen
ist, deren amtierendes Stadtoberhaupt                            werden, und wenn der Papst heute mit 85        Amtszeit geschafft, aus ihrer Stadt eine der
mit 91 Jahren zum zwölften Mal wieder-                           Jahren dieses Arbeitspensum immer noch         attraktivsten Städte Kanadas zu machen, in
gewählt wurde. Hazel McCallion, so der                           bewältigt, dann zählt seine Woche wohl         der sich die Einwohnerzahl von ursprüng-
Name der überaus rüstigen und politisch                          mindestens so viele Stunden wie die eines      lich 270.000 fast verdreifacht hat und die
kämpferischen Bürgermeisterin, zählt laut                        „Top-Managers“, nur mit dem Unterschied,       obendrein heute zu einer der wenigen
Umfragen zu den populärsten Bürgermeis-                          dass aktive Manager meist halb so alt sind.    schuldenfreien Städte Nordamerikas zählt.
terInnen Kanadas, nicht nur wegen ihres                          Die Chance, Jungunternehmerin des Jah-         Ihre Motivation, das zu schaffen und auch
hohen Alters, sondern auch wegen ihres                           res 2012 zu werden, stehen für Margot          längerfristig zu sichern, ist mit hoher Wahr-
ungebrochenen Einsatzes für ihre Stadt, für                      Opferkuch nicht schlecht, denn wer wagt        scheinlichkeit auch dafür verantwortlich,
die sie jährlich während der Adventzeit mit                      es schon, sich mit 80 Jahren endlich den       dass sie diese anspruchsvollen Aufgaben
Nikolausmütze durch die Straßen spaziert,                        Traum der Selbstständigkeit zu erfüllen und    noch immer bewältigen kann.
um deutlich zu machen, dass sie eine Poli-                       – wie Frau Opferkuch – in Salzburg Itzling     Für Papst Benedikt XVI mag die stärkste Mo-
tikerin zum Anfassen ist.                                        die erste eigene Apotheke aufzumachen?         tivation wohl in seinem Glauben begründet
                                                                 Eine eigene Apotheke zu führen war „ihr        sein. „Glaube versetzt ja bekanntlich Berge“
Ohne Rücksicht auf das Alter                                     Lebenstraum“, wie sie in einem Interview       und dieser befähigt ihn dazu, dieses umfas-
Auch Joseph Ratzinger startet 2005 mit 78                        betont, auch wenn er sich erst jetzt im ho-    sende Amt auch im hohen Alter auszufül-
Jahren nochmals ganz durch! Der Job, den                         hen Alter erfüllt hat. Mit viel Freude und     len. Gepaart mit dem Wissen, für eine welt-
er in diesem Alter annimmt, hat es wahr-                         Elan geht sie diese neuen Aufgaben nun an,     umspannende Gemeinschaft die Zukunft
lich in sich: Nahezu keine Freizeit, Sonn-                       und es ist ihr zu wünschen, dass diese stär-   mitgestalten zu können, beflügelt auch



03/2012 dreieck
El ter n -, Fra uen - un d S en i oren b ild u ng    | 15


dann, wenn die Last des Alters drückt und      „Für jeden Neuanfang, vor allem im Alter,        tun. Denn in „jedem Anfang wohnt nicht
mitunter auch schmerzhaft in Erinnerung        gilt, dass wir Dinge verfolgen sollen, hinter    nur ein Zauber inne“, sondern auch Mühsal
ruft, dass man nicht mehr 20 ist.              denen wir wirklich stehen und nicht Dinge,       und Anstrengung, und diese bewältigen
Wenn Lebensträume zum Greifen nah sind,        mit denen wir jemandem etwas beweisen            wir nur, wenn wir an dem, was wir tun, also
dann spielt auch das Alter scheinbar keine     möchten“: So beschreibt der deutsche, in         der konkreten Tätigkeit selbst, Freude und
Rolle, man muss nur zupacken. Die Mo-          Berlin lehrende Psychoanalytiker Hans-           Vergnügen empfinden.
tivation, die wir spüren, wenn wir Dinge       Werner Rückert die zentrale Voraussetzung
verfolgen, die wir wirklich wollen und nicht   dafür, dass ein Neubeginn auch glückt und        Also: Gehen Sie auf Entdeckungsreise nach
deshalb anstreben, weil wir Freunden im-       nicht in Frustration endet.                      Ihren inneren Wünschen und Sehnsüchten
ponieren möchten oder die Wünsche von                                                           und haben Sie Mut, diese auch umzusetzen,
anderen realisieren sollten, dann herrscht     Egal, ob wir im Alter nochmal ein neues          auch wenn Sie damit möglichweise den si-
nicht nur innere Freude und Zuversicht,        Berufsfeld entdecken, ein Instrument er-         cheren Pfad der Konventionen verlassen –
sondern dann hat man, wie Frau Opferkuch,      lernen, eine neue Sprache oder eine neue         Beispiele dafür gibt es und NachahmerInnen
auch den Elan, Lebensträume zu verwirkli-      Sportart, wir sollten ernsthaft prüfen, ob es    hoffentlich mehr als genug.            (CW)
chen.                                          wirklich unser tiefster Wunsch ist, dies zu




Aus dem Schatten treten
Der Weltdemenztag 2012




G
       roße Leinwand – volles Kino – zwei
       lachende alte Menschen, die gegen
       die Sonne blinzeln und uns unmiss-
verständlich wissen lassen: Ja, wir leben       Wir wollen Mut machen, hinzuhören und hinzuschauen, um die veränderte emotionale und geistige
noch – und: Es geht uns gut!                    Welt von an Demenz Erkrankten wahrzunehmen und diese verwandelte Situation in den gemein-
                                                samen Alltag zu integrieren.
Was für ein schöner und zugleich berüh-
render Auftakt zu einer Veranstaltung, bei
der es um das Thema Demenz geht. Bereits             Ich bin dement, na und?                    zu einer öffentlichen Person gemacht , die es
zum vierten Mal veranstaltete das Institut                                                      ihr ermöglicht, auf breiter Ebene aus erster
für Seniorenbildung in Kooperation mit         Auch Helga Rohra, die nach dem Kurzfilm          Hand darüber zu sprechen, was es heißt, de-
der Laube GmbH einen Themenabend, der          unser Gast war, scheint nicht nur ihren Auf-     menzerkrankt zu sein. Egal, ob sich ihre Stim-
demenziell erkrankte Menschen in den Mit-      tritt, sondern auch ihr Leben – trotz Demenz     me an professionelle Pflegekräfte und Ärzte,
telpunkt stellt. Gestartet wurde heuer mit     – zu genießen. Sie ist erst Mitte 50, als sie    pflegende Angehörige oder an Erkrankte
dem Kurzfilm „auf augenhöhe“ von Ulrike        mit der Diagnose Demenz konfrontiert wird,       selbst richtet, es geht ihr immer darum, klar
Bez. Diese filmische Annäherung portrai-       und seit damals ist viel geschehen in ihrem      zu machen, dass Demenz kein Stigma ist,
tiert fünf Menschen, die in der malerischen    Leben. Freilich, nicht nur schöne und an-        sondern dass das gesellschaftliche Umfeld
Landschaft des bayerischen Dorfs Erpfingen     genehme Dinge, denn Leben heißt immer            aufgerufen ist, das Zusammenleben von
unter einem Baum sitzen und es sich ein-       auch, Licht und Schatten kennenzulernen.         gesunden und kranken Menschen neu zu
fach gut gehen lassen. Etwas, was wir bei-     Aber nur im Schatten stehen zu bleiben, da-      organisieren. Helga Rohra wird nicht müde,
nahe schon verlernt haben, nämlich, nichts     von hielt Helga Rohra nichts. Nein, heraus-      darauf hinzuweisen, wie (über-)lebenswich-
tun, nur da sitzen, den Tag, den Augenblick    treten lautete ihre Devise. Erstmals trat sie    tig es für demenzkranke Menschen ist, in
genießen. Genießen, ja, das könnte das         2010 öffentlich auf, um über sich und ihre Er-   Kommunikation mit anderen zu sein, das
Motto des Abends werden, selbst wenn das       krankung zu sprechen. Mut zu machen und          Gefühl zu haben, trotz Erkrankung an der
Thema „Demenz“ auf dem Programm steht          sich einzumischen, wenn es um die Sache          Gemeinschaft teilzuhaben und nicht aus-
und wohl alles ferner liegt, als die Koppe-    der Menschen mit Demenz geht. Spätestens         schließlich durch das, was nicht mehr mög-
lung dieser beiden Begriffe.                   ihr Buch „Aus dem Schatten treten“ hat sie       lich ist, durch die „Brille des Defizitären“, ge-



                                                                                                                                      dreieck       03/2012
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sehen zu werden. Eine überaus berechtigte                   innovativsten Schulprojekte zu diesem The-        ihrer Umwelt, aber auch eine verbesserte
und gleichzeitig in dieser Deutlichkeit noch                ma in ganz Österreich. Schülerinnen und           Wahrnehmung von sich selbst.
ungewohnte Forderung, die da gestellt wird.                 Schüler der HLFS Ursprung in Elixhausen           MaturaschülerInnen haben sich in einem
Aber, so zeigten die Beiträge des Publikums                 haben zusammen mit ihrem Lehrer Prof. Dr.         längeren Projekt dieser Thematik angenom-
und der anhaltende Schlussapplaus, eine                     Konrad Steiner nicht nur im Labor hochka-         men und filmisch festgehalten, wie basale
längst fällige!                                             rätige Ursachenforschung betrieben, son-          Stimulation wirkt und was sie bei Demenz-
                                                            dern auch die psychologische Dimension            erkrankten bewirken kann. Entstanden ist
Vergessen verstehen – Jugend                                anhand von Workshops und Besuchen in              ein eindrückliches Beispiel, was es heißt,
und Alzheimer                                               geriatrischen Einrichtungen kennengelernt.        daheim zu pflegen, aber auch, wie Kontakt
Wenige Tage nach diesem Veranstaltungs-                     Das mit dem IMST-Award 2012 ausgezeich-           ohne Sprache hergestellt werden kann, um
abend haben wir nochmals in „Das Kino“                      nete Schulprojekt sorgte wohl für die meis-       das Wohlbefinden merklich zu verbessern.
geladen. Auch diesmal ein eher ungewöhn-                    ten AHA-Erlebnisse unter den Besuche-             Wir wollen mit diesen Veranstaltungen im
liches Programm, denn die Auseinander-                      rInnen, da deutlich wurde, auf welch hohem        Rahmen des Weltdemenztages nicht nur ei-
setzung von Jugendlichen mit dem Thema                      Niveau und mit welcher Ernsthaftigkeit sich       nen Beitrag zu einem besseren Verständnis
Demenz steckt noch in den Kinderschuhen,                    junge Menschen diesem Thema widmen.               zwischen gesunden und kranken Menschen
wenngleich viele Kinder und Jugendliche                     Nicht weniger ambitioniert war die Film-          leisten, sondern deutlich machen, dass Re-
die Erkrankung sozusagen live miterleben.                   präsentation „Das eigene Leben spüren“            spekt zwischen Gesunden und Kranken, Al-
Denn wenn Urgroß- oder Großeltern an De-                    der HBLW Saalfelden. Wenn Sprache als             ten und Jungen nur dann entstehen kann,
menz erkranken, ist auch das gesamte fa-                    Kommunikationsmittel bei Demenzpatien-            wenn wir von einander wissen, einander
miliäre System damit konfrontiert, sich auf                 tInnen verloren geht, kann Kommunikation          begegnen und verstehen lernen, was uns
eine neue Situation einzustellen, Aufgaben                  über „Berührung“, also die Haut, dieses Feh-      trennt und verbindet.
und Rollen neu zu verteilen, und das betrifft               len der sprachlichen Kommunikation erset-
auch junge Menschen.                                        zen. „Basale Stimulation“, wie diese Technik      Mit diesem Ausblick freuen wir uns auf die
Unter dem Titel „Vergessen verstehen – Ju-                  im Fachjargon heißt, ermöglicht Patien-           Veranstaltungen zum Weltdemenztag 2013.
gend und Alzheimer“ läuft wohl eines der                    tInnen eine neue Form der Wahrnehmung                                                      (CW)



|   Ge m e in d e e nt w i c k l u n g




Die Welt durch gemeinsames Kochen erfahren
W
          as verbindet im Salzburger Stadt-                 neue EinwohnerInnen. Der bunte Nationa-           Reinerlös der Publikation dient der Fortset-
          teil Parsch eine Altenbetreuerin                  litäts- und Gesellschaftsmix sollte positiv       zung der Kochabende sowie der Finanzie-
          aus Bosnien, eine Soziologin aus                  für die Gemeinschaft genutzt und ein Dia-         rung weiterer multikultureller Projekte.
dem Iran, einen Arzt aus Ungarn und einen                   log zwischen MitbürgerInnen unterschied-                                                   (AM)

Afghanistan-Flüchtling? Gemeinsam kochen                    lichster Herkunft gefördert werden.
und essen!                                                  2010 erfolgte der Start, zweimal jährlich
Immer mehr Menschen aus den verschie-                       findet nun ein kunterbunter Kochabend
densten Nationen siedeln sich im be-                        im Pfarrsaal im Stadtteil Parsch statt. Vor
schaulichen Stadtteil Parsch an. Aber auch                  Kurzem war es wieder soweit: Nach einem
Zuagroaste aus den österreichischen Bundes-                 kulturellen Einstieg mit der bosnischen
ländern wohnen und leben in Salzburg, wol-                  Tanzgruppe „Kud Safir“ ging es los ...
len sich kennenlernen und Bande knüpfen.                    Die Köchinnen und Köche braten und ba-
Doch wo und wie lernt man sich kennen?                      cken vor Ort oder bringen vorbereitete Lieb-
                                                            lingsspeisen mit. Wer nicht selbst kocht, hilft
Übers Essen kemman d‘Leut zsamm                             mit oder gibt eine freiwillige Spende. Das
Die Initiatoren von „Grenzenlos Kochen“, der                „Grenzenlos Kochen“ hat eingeschlagen.
Arbeitskreis Palschuki des Stadtteilvereins                 Kein Wunder, ist doch gemeinsam kochen,
Parsch, Teilnehmer der sozialen Gemeinde-                   essen und trinken im Menschen verankert
                                                                                                              Dieses Mal auf dem kunterbunten Speiseplan:
entwicklung Salzburg, trat 2010 mit der Idee                wie Feuer machen, säen oder ernten.
                                                                                                              Szegediner Gulasch, Das schnellste Huhn der
an, Menschen über das Essen zusammen zu                     Aus den gemeinsamen Kochaktivitäten soll          Welt, Burek, Apfelstrudel und Sulawesis.
bringen: Junge und Alte, Einheimische und                   in Zukunft ein Kochbuch entstehen. Der



03/2012 dreieck
G emei n deentw ick lu ng    | 17




Wer wagt, gewinnt!

W
         ohin soll sich die Gemeinde Weiß-
         bach entwickeln und was muss
         dafür getan werden? Der Gemein-
deentwicklungs-Prozess soll die Antworten
liefern.

2013 wird Weißbach in das Programm der
Gemeindeentwicklung aufgenommen wer-
den. „Wir wollen die Zukunft unserer Ge-
meinde nachhaltig positiv beeinflussen, um
bestmögliche Lebens-, Arbeits- und Wohn-
verhältnisse für Jung und Alt zu schaffen“,
betont Bürgermeister Josef Michael Hohen-
warter. Um dabei optimal auf die Anliegen        Bei der Bürgerversammlung wurde bereits über Lösungsmöglichkeiten diskutiert.
und Ideen der Bevölkerung reagieren und
eingehen zu können, wurde im Herbst eine
groß angelegte Bürgerbefragung durch-           lischen Ausbildung und dem Angebot der            In einer 12seitigen Broschüre wird die Be-
geführt. Die Beteiligung war mit 45 % er-       Vereine. Der Naturpark wurde durchwegs            völkerung nun über alle Ergebnisse detail-
freulich hoch, die Ergebnisse wurden vor        positiv gesehen, die touristischen Chancen        liert informiert. 2013 werden zu den ein-
kurzem bei einer Bürgerversammlung im           werden gut genutzt. Insgesamt wurde die           zelnen Themenbereichen Arbeitsgruppen
Rahmen der Bildungswoche präsentiert.           Lebensqualität mit Gut bewertet.                  gebildet. „Für uns bedeuten diese Rück-
                                                Auch Potential für mehr Engagement ist            meldungen die wertvolle Grundlage für
Soziales, Umwelt, Wirtschaft, Energie, Ver-     vorhanden. „30 % der Befragten möchten            unseren Gemeindeentwicklungs-Prozess“,
kehr, Gemeindeleben, spezielle ortsbezo-        bei Fragen, die die Gemeinde betreffen,           freut sich Bürgermeister Hohenwarter. „Nur
gene Fragen: Alle Lebensbereiche waren          mehr mitbestimmen, und jeder Fünfte wür-          die Beteiligung vieler hilft uns, unsere Ge-
in dem von der Gemeindeentwicklung              de sich engagieren“, weist Alexander Glas         meinde lebenswerter zu gestalten“.
Salzburg gemeinsam mit der Universität          auf einen weiteren positiven Aspekt hin.                                                      (MiHa)

Salzburg und dem Institut für Erwachse-
nenbildung in Wien erstellten Fragebogen        Präsentation bei
zu finden. „Bei der Auswertung stellte sich     Bürgerversammlung
heraus, dass den Weißbachern Eigenstän-         Bei der Bürgerversammlung wurde enga-
digkeit sehr wichtig ist“, informiert Alexan-   giert über die Ergebnisse diskutiert. Da-
der Glas von der Gemeindeentwicklung            durch ergibt sich für die Weiterarbeit ein
Salzburg, „die eigene Volksschule und der       sehr umfassendes Bild von der Stimmung,
Kindergarten wurden mit 90 % bzw. 92 %          den Anliegen und Erwartungen der Ge-
am höchsten bewertet, überraschend auch         meindebevölkerung. Alexander Glas: „Der
die hohe Zustimmung zur Autarken Ener-          anonyme Fragebogen liefert Rückmel-
gieversorgung (79 %)“.                          dungen von Bürgerinnen und Bürgern, die            Die Verwendung des Fragebogens ist für
                                                sich aus unterschiedlichen Gründen sonst           alle Salzburger Gemeinden möglich.
Die Geruchsbelästigung durch das Nahwär-        nicht artikulieren würden. Bei der Bürger-         Ein Großteil der Fragen ist auf alle
meheizwerk, die Lärmbelästigung durch           versammlung erscheinen überwiegend die             Gemeinden übertragbar und wird durch
die Bundesstraße und die Beeinträchtigung       aktiven, im Gemeindeleben bereits Enga-            einen ortsspezifischen Teil ergänzt.
des Ortsbildes durch einen Altautoabstell-      gierten“. Sie haben nach der Ergebnisprä-          Infos und Kontakt: Alexander Glas,
platz waren die wenig überraschenden ne-        sentation bereits an realistischen Lösungs-        Gemeindeentwicklung Salzburg,
gativen Highlights. Sehr zufrieden sind die     und Handlungsmöglichkeiten gearbeitet              Tel: 0662-872691-13,
Weißbacher hingegen mit der Verwaltung,         bzw. darüber nachgedacht.                          gemeindeentwicklung@sbw.salzburg.at
dem Kindergarten, der Schule, der musika-



                                                                                                                                 dreieck     03/2012
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                                                                                                            Möglichkeiten für aktives Altern
                                                                                                            schaffen
                                                                                                            Die Entwicklung erfordert, die Gruppe älter
                                                                                                            werdender Menschen selbst anzusprechen,
                                                                                                            wenn es um gegenseitige Hilfen geht.

                                                                                                            Aktives Altern ist der Schlüssel zur Wahrung
                                                                                                            der Solidarität zwischen den Generationen
                                                                                                            in Gesellschaften mit immer mehr älteren
                                                                                                            Menschen.
                                                                                                            Es ist nicht mehr möglich und auch nicht
                                                                                                            immer sinnvoll, dass Gemeinden Alters-
                                                                                                            versorgung selber leisten, aber sie müssen
                                                                                                            Rahmenbedingungen schaffen, die das bür-
                                                                                                            gerschaftliche Engagement fördern. Denn




                                                                                        Foto: iStockphoto
                                                                                                            Altersversorgung und Altersvorsorge kann
                                                                                                            durch die Stärkung der Eigeninitiative und
                                                                                                            durch organsierte Nachbarschaftshilfe gut
Im Fokus: Aktives Altern und                                                                                erfüllt werden. Einige Salzburger Gemein-
                                                                                                            den haben mit Unterstützung der Gemein-

Generationensolidarität                                                                                     deentwicklung Salzburg schon begonnen,
                                                                                                            sich an die geänderten gesellschaftlichen
                                                                                                            Rahmenbedingungen anzupassen. Sie er-
                                                                                                            möglichen älteren Menschen „Eigenstän-



D
        ie Fakten sind eindeutig: Ab heuer     HelferInnen unter 60 Jahre zurückgehen                       dige Lebensführung“ sowie „Teilhabe an
        wird in Europa die Bevölkerung im      wird. Familien werden kleiner.                               der Gesellschaft älterer Menschen“, die zwei
        erwerbsfähigen Alter abnehmen,         Gleichzeitig laufen im Gemeindebudget                        wesentlichen Ziele des EU-Jahres 2012.
während die Zahl der über 60-Jährigen          die Kostenstellen „Soziale Wohlfahrt“ und
jährlich um etwa zwei Millionen zunehmen       „Gesundheit“ aus dem Ruder. Die von den                        eilhabe an der Gesellschaft bedeutet,
                                                                                                             T
wird. Das bedeutet einerseits eine größere     Gemeinden aufgrund von bundes- bzw.                           dass ältere Menschen die Chance erhal-
Anzahl hilfe- oder pflegebedürftiger Men-      landesgesetzlichen Vorgaben nur in einge-                     ten, voll am gesellschaftlichen Leben teil-
schen, weil heute ein Drittel der hochbe-      schränktem Umfang steuerbaren Nettoaus-                       zuhaben. Dabei sollen ältere Menschen in
tagten Menschen über 80 Jahre Zuwen-           gaben für Soziale Wohlfahrt stiegen im letz-                  die Lage versetzt werden, durch Freiwilli-
dung benötigt, andererseits heißt das aber     ten Jahr um 8,3 Prozent, für Gesundheit um                    gentätigkeit (häufig als Familienpfleger)
auch, dass es eine immer größere Anzahl        fünf Prozent. Nicht nur PessimistInnen un-                    einen aktiven Beitrag zu leisten.
kompetenter, rüstiger, selbstbestimmter        ken, dass die Lebensqualität aufgrund des                      igenständige Lebensführung: Aktives
                                                                                                             E
SeniorInnen gibt. Dieser relative Bevölke-     demografischen Wandels mit herkömm-                           Altern bedeutet auch, möglichst lange
rungszuwachs älterer Menschen macht            lichen Strategien nicht mehr aufrechterhal-                   selbstständig bleiben zu können. Dafür
deutlich, wie sehr der relative Anteil fami-   ten werden kann.                                              braucht es Unterstützung.
liärer, nachbarschaftlicher und beruflicher
                                                                                                            Die Gemeindeentwicklung Salzburg bietet
                                                                                                            hierfür zahlreiche Angebote, so wurden
                                                                                                            beispielsweise bei unserer Tagung „Gut
                                                                                                            versorgt im Ort“ Wege präsentiert, wie Ge-
  Elisabeth Mayr, MA, ist                                                                                   meinden „Aktives Altwerden in gewohnter
  wissenschaftliche Mitarbei-                                                                               Umgebung“ unterstützen können.         (AG)
  terin im Forschungsbüro
  „queraum. kultur- und
  sozialforschung“. Sie in-                                                                                 Mehr unter www.gemeindeentwicklung.at
  formierte bei der Tagung                                                                                  zu folgenden Themenbereichen: Gut ver-
  der Gemeindeentwicklung
                                                                                                            sorgt im Ort, Generationendorf, Altern in
  Salzburg, wie man enga-
  giert gesund bleiben kann.                                                                                guter Gesellschaft, J.A! -Jung trifft Alt, Oma
                                                                                                            allein zu Haus.




03/2012 dreieck
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Mobil und sicher

S
       icherheit und Mobilität im Alter: Unter
       diesem Motto stehen in der Flachgau-
       er Gemeinde St. Georgen die diesjäh-
rigen Aktivitäten im Rahmen des Projektes
„Altern in guter Gesellschaft“. Rund 20 An-
gebote haben die Verantwortlichen der
Gemeinde in Zusammenarbeit mit der Ge-                                                                                               Bahnfahren leicht
meindeentwicklung Salzburg zusammen-                                                                                                 gemacht: Werner
gestellt. Als Kooperationspartner konnten                                                                                            Höck erklärt die
dafür das Kuratorium für Verkehrssicherheit,                                                                                         Funktionsweise




                                                                                                                    Foto: Gemeinde
                                                                                                                                     eines Fahrkarten-
der Österreichische Zivilinvalidenverband,
                                                                                                                                     automaten.
die Salzburger Landeskliniken, ÖBB und
Salzburg AG mit der Salzburger Lokalbahn
gewonnen werden. Die Themenpalette ist
vielfältig und praxisnah: Sicher wohnen,         wesentlich dazu bei, dass sich die ältere Be-   Rahmen des Vortrages „Bahnfahren leicht
Unfallverhütung, Verkehrssicherheit, Bahn-       völkerung in St. Georgen wohlfühlen kann“,      gemacht“ praktische Tipps, um den Seni-
fahren werden ebenso angesprochen wie            schildert Maria Höpflinger, die das Projekt     oren die Unsicherheit bei der Verwendung
Fragen zur Mobilität und zur eigenen Ver-        vor Ort koordiniert und leitet.                 des Fahrkartenautomaten zu nehmen. Groß
kehrskompetenz, die Sicherheit zu Hause                                                          war das Interesse der Senioren auch bei der
und im Alltag. Auch Sicherheitstrainings         Der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel war     Remisenbesichtigung der Salzburger Lokal-
und ein Sensibilisierungsvortrag über den        ein besonderer Schwerpunkt gewidmet.            bahn. Nach einer gemeinsamen Fahrt mit
Umgang mit älteren und/oder behinderten          „Die ältere Generation reist sehr gerne,        der Lokalbahn nach Salzburg-Itzling konn-
Mitmenschen sind in der Veranstaltungs-          unternimmt Ausflüge“, so Maria Höpflin-         ten sie hinter die Kulissen des Fahrbetriebes
reihe zu finden. „Yogaübungen, ein Seni-         ger, „um das Reisen auch mit öffentlichen       blicken und beispielsweise erfahren, dass
oren-Sicherheitstheater sowie monatliche         Verkehrsmitteln ungetrübt genießen zu           es auch für ältere Menschen problemlos
Treffen zum Stricken, gemeinsamen Mitta-         können, bedarf es jedoch umfassender In-        möglich ist, zum unterirdischen Salzburger
gessen, beim Stammtisch und beim Lach-           formation“. Werner Höck, ehrenamtlicher         Lokalbahnhof zu gelangen bzw. diesen zu
yoga ergänzen unser Angebot und tragen           Mobilitätsberater der ÖBB, gab deshalb im       verlassen. Maria Höpflinger: „Es ist ein Lift
                                                                                                 vorhanden, mit dem auch gehbeeinträch-
                                                                                                 tigte Menschen oder Menschen, die auf den
                                                                                                 Rollstuhl angewiesen sind, problemlos die
 Altern in guter Gesellschaft                                                                    Bahnhofshalle, die Obus-Haltestellen und
                                                                                                 die Bahnsteige der ÖBB-Züge erreichen
 Das Projekt „Altern in guter Gesellschaft“ wurde von der Gemeindeentwicklung Salzburg           können“. Flache Einstiege in die S-Bahn-
 2008 in den Gemeinden Seeham und Mattsee gestartet. Seit 2010 ist die Gemeinde St.              Garnituren erleichtern das Reisen für ältere
 Georgen im Programm, 2011 folgte Lamprechtshausen.                                              Menschen ebenfalls. Ziel dieses Ausfluges
 Dabei werden auf Gemeindeebene Möglichkeiten und Bedingungen für ein gutes, so-                 war es aber nicht nur, den Senioren aus St.
 zial-kompatibles Altern erarbeitet. Mit betroffenen und zuständigen Instanzen wird das          Georgen das Reisen mit öffentlichen Ver-
 Handlungsfeld Altern analysiert und gestaltet. Dies reicht von Möglichkeiten der Pfle-          kehrsmitteln schmackhaft(er) zu machen,
 gevermeidung, Sturzprophylaxe, Bewegungs- und Gedächtnistraining, Unterstützung                 auch der gemeinschaftliche Aspekt sollte
 betreuender Angehöriger bis zu Wohnraumadaptionen, Formen des betreubaren Woh-                  dabei nicht zu kurz kommen. „Gemeinsam-
 nens, ...                                                                                       keit stärkt die Lebensfreude, die Gesundheit
 Weitere Themenschwerpunkte sind unter anderem noch die barrierefreie Gemeinde, die              und das Wohlbefinden“, ist Projektleiterin
 barrierefreie Wirtschaft, Bildung und Freizeit im Alter, die pflegenden Angehörigen und         Maria Höpflinger überzeugt, „wesentliche
 Sozialbeauftragte in Gemeinden.                                                                 Aspekte, die das Altern in guter Gesellschaft
 Infos: www.gemeindeentwicklung.at                                                               erst ermöglichen“.                      (MiHa)




                                                                                                                                           dreieck   03/2012
20 |   Geme i n d e e nt w i c k l u ng




Oma allein zu Haus
Konsequenzen einer alternden
Gesellschaft
                      VON ROSEMARIE FUCHSHOFER




D
        ie deutsche Bundesregierung hat
        gerade      einen   „Demografiegip-
        fel“ abgehalten. Dort wurden auf
höchster Ebene Folgen und Auswirkungen
                                                 Foto: Fotolia




der alternden Gesellschaft diskutiert. Die
kollektive Überalterung trifft Deutschland
ganz besonders. Prognostiziert wird, dass
zur Mitte dieses Jahrhunderts ein Drittel        tralort und der stundenweisen mobilen              Noch brennt der Hut nicht
der Bevölkerung Rentner sein werden. Die         Altenpflege wird das Auslangen gefunden.           Noch steht den Salzburger Gemeinden das
Konsequenzen des Wandels treffen vor             Als soziale Feuerwehr gibt es eine landes-         Wasser, was die Altenversorgung mit ihren
allem die neuen Bundesländer und den             weite Pflege-Hotline, dort und da einen            kommunalen und sozialen Aufgaben an-
ländlichen Raum mit voller Härte. Manche         örtlichen Freiwilligen-Hilfsdienst. Also, was      geht, nicht bis zum Hals, sondern nur bis
Landstriche haben mit enormen Bevölke-           soll das Krisengerede und die Panikmache?!         zu den Knien. Das engmaschige Netz aus
rungsverlusten durch Geburtendefizit und         Kommunen haben Vordringlicheres zu tun:            familiärer und nachbarschaftlicher freiwilli-
Abwanderung zu kämpfen. Es sind die Jun-         Schlaglöcher und Kanalnetze ausbessern,            ger Hilfe kostet nichts und funktioniert vie-
gen, die weg gehen, die Alten bleiben. Mit       Schulen, Turnhallen, Bauhöfe und Zeug-             lerorts reibungslos. Doch dieses Modell hat
den Jungen gehen die zukünftigen Eltern          stätten sanieren. Blasmusik, Schützen- und         ein Ablaufdatum. Durch die Veränderung
und diejenigen, die sich um die zukünftigen      Trachtenverein und die Jugend warten seit          der Familien-, Erwerbs- und Altersstruktur,
Alten kümmern sollten. Häuser stehen viel-       Jahren auf die Errichtung des multifunkti-         durch die Abwanderung verteilen sich die
fach leer, Infrastruktur dünnt aus. Oma sitzt    onalen Mehrzweckhauses. Die Kernaufga-             Lasten auf immer weniger Schultern. In
allein zu Haus.                                  ben der Gemeinden sind definiert, sowieso          absehbarer Zukunft stehen kaum noch An-
                                                 schon zu viele und kaum zu finanzieren.            gehörige zur Verfügung, die den betagten
Österreich, dem Bundesland Salzburg, ist                                                            Partner/die Partnerin, den Vater, die Mutter
dieses Phänomen nicht fremd, wenn auch                                                              pflegen. Die Kinder werden weniger, die
noch in abgeschwächter Form und in struk-                                                           Scheidungsrate steigt. Lebenslange famili-
turschwachen Randbezirken. Österreich                                                               äre Bindungen, verlässliche Partnerschaften,
vergreist. Aus den geburtenstarken Jahr-                                                            die die Belastungen des Alters zu tragen im
gängen der 1950er und 60er Jahre werden                                                             Stande sind, werden die Ausnahme, nicht
in absehbarer Zeit PensionistInnen. „Vor sich                                                       die Regel sein. Die „öffentliche Hand“ wird
her schieben die Babyboomer eine enorm                                                              vermehrt zum Handkuss kommen. Das trifft
wachsende Zahl an Betagten und Hoch-                                                                vor allem die Gemeinden.
betagten, während hinter ihnen die Zahl
der Menschen im Erwerbsalter schrumpft“                                                             Die Gemeindeentwicklung Salzburg widmet
(SN, 11.10.2012, S. 9). Aber der dringende                                                          sich dem Zukunftsthema „Generationen“
Handlungsbedarf wird bei uns noch nicht                                                             schon seit Jahren. Nach „Generationendorf“,
gesehen. PolitikerInnen und Entschei-                                                               „Altern in guter Gesellschaft“, „Junge Paten“
dungsträgerInnen verweisen auf die intakte                                                          u.a. sind aktuell die vier Lungauer Gemein-
Sozialstruktur, die Nachbarschaftshilfe, die                                                        den St. Michael, St. Margarethen, Muhr und
Vereine, die funktionierende Dorfgemein-                                                            Zederhaus Partner im Projekt „Oma allein zu
schaft. Es geht ja eh. Angehörigenpflege                                                            Haus“. Es geht um Themen wie „Alt werden
ist die Regel, nicht die Ausnahme. Mit den       Smart-Home-Technologien, wie es das ARS
                                                                                                    ist nichts für Feiglinge“, „Leeres Nest und
wenigen Pflegeplätzen im Seniorenheim,           Electronica Center schon zeigt, sollen zukünftig   großes Haus“, „Hilfe annehmen lernen“. Bei
einigen betreubaren Wohnungen im Zen-            für uns sorgen.                                    den interkommunalen Arbeitstreffen wird



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die konkrete Situation beleuchtet, werden         In 25 Jahren werden es mehr als doppelt so     Haus. Noch ist Zeit, maßgeschneiderte und
anstehende Herausforderungen beschrie-            viele sein (ca. 2.100, davon mehr als 1.100    praktikable Lösungen für die Gemeinden
ben: Was haben wir, was brauchen wir,             über 75 Jahre). Und das bei einer prognos-     zu suchen und zu finden. Funktionierende,
wer kann wem wobei helfen? Auch für den           tizierten Verringerung der Gesamteinwoh-       bewährte Beispiele wie Sozialbeauftragte,
Lungau gilt: Noch brennt der Hut nicht, nur       nerzahl und wachsenden Strukturdefiziten.      soziale Hilfsdienste, Begleitung pflegender
bei denen, deren Kinder weggezogen sind,          Viele werden schon in den nächsten Jahren      Angehöriger gibt es in einigen Generatio-
dort, wo die Kompensationsmechanismen             außerfamiliäre Hilfe zur Bewältigung ihres     nendörfern (z.B. Seeham, Mattsee, Elixhau-
der Dorfgemeinschaft nicht greifen. Die           Alltages brauchen. Smart-Home-Techno-          sen). Dies sind aber rare Ausnahmen. Die
Abwanderung wird die Lage aber früher             logien, bei denen ein Computer mit Be-         Brisanz des Themas, gerade für die Kommu-
und stärker zuspitzen als anderswo. „Oma          wegungsmelder überwacht, ob jemand             nen, wird unterschätzt. Es ist Zeit, die Wei-
allein zu Haus“ ist heute schon vielfach Rea-     gestürzt ist oder der Besuch der mobilen       chen zu stellen.
lität. Aktuell sind von den gesamt ca. 6.000      Altenpflege zwei Mal die Woche für eine
                                                                                                 Dr. Rosemarie Fuchshofer ist Soziologin und hat die
EinwohnerInnen der vier Gemeinden 1.000           Stunde werden das Problem nicht ausrei-        sozialwissenschaftliche Begleitung der genannten
älter als 65 Jahre (davon 470 über 75 Jahre).     chend lösen. Oma sitzt trotzdem allein zu      Projekte inne.




  Salzburger Lokalbahn barrierefrei
  Gemeindeentwicklung Salzburg lädt zum Mobilitätstraining
                                                                                                                            VON MANFRED FISCHER




  I
      m Rahmen des Mobilitätstrainings            laden. Viele ÖZIV-Mitglieder mit Rollator,
      für Seniorinnen und Senioren hatten         im Hand- oder Elektro-Rollstuhl waren ge-
      die Salzburger Lokalbahnen (SLB), der       kommen, um das Angebot zu testen.
  Arbeitskreis „Altern in guter Gesellschaft“
  aus St. Georgen und der Österreichische         „Die Salzburger Lokalbahn will für alle
  Zivil-Invalidenverband Flachgau (ÖZIV)          Menschen da sein. Deswegen stellen wir
  am Lokalbahnhof Bürmoos zur Präsenta-           jetzt den ersten Niederflur-Triebwagen in
  tion des neuen Niederflur-Triebwagens           Dienst. Bis Ende 2013 sollen neun unserer
  der Salzburger Lokalbahnen (SLB) einge-         18 Triebwagen mit einem Niederflur-Mit-
                                                  telteil ausgestattet sein. In diesen können
                                                  Menschen mit Gehbehinderung, im Roll-




                                                                                                                                                        Fotos: Manfred Fischer
                                                  stuhl oder Rollator, Mütter und Väter mit
                                                  Kinderwägen, aber auch RadfahrerInnen
                                                  stufenlos einsteigen“, erklärte Angelika
                                                  Gasteiner vom Kundenservice der SLB
                                                  kürzlich in Bürmoos. Damit behinderte
                                                                                                  Im Mittelteil des Triebwagens ist Platz zum
                                                  Nutzer garantiert mit einem Niederflur-         „Einparken“ mit den Rollis.
                                                  Wagen fahren können, ist derzeit noch
                                                  eine Anmeldung bei der Serviceline der         Die neuen barrierefreien Niederflur-
                                                  SLB erforderlich. Diese sollte einen Tag vor   Triebwagen werden auch auf der Strecke
                                                  der beabsichtigten Fahrt erfolgen. Die SLB     Bürmoos-Trimmelkam bzw. künftig Os-
                                                  stellt dann die Triebwagen um.                 termiething eingesetzt. Der verlängerte
                                                                                                 Lokalbahnabschnitt bis Ostermiething
                                                  „Durch den neuen Triebwagen ist es mir         soll am 12. Dezember 2014 offiziell seiner
                                                  erstmals möglich, die Lokalbahn nach Salz-     Bestimmung übergeben werden.
                                                  burg mit dem Rollstuhl zu nützen, und ich
Auch mit dem Elektro-Rollstuhl ist das Ein- und   bin nicht mehr nur auf das Auto angewie-       Mag. Manfred W. K. Fischer ist Journalist und freier
Aussteigen aus den barrierefreien Niederflur-                                                    Mitarbeiter des Vereins „Initiativ für behinderte
                                                  sen“, meinte ein Herr im Hand-Rollstuhl.       Kinder und Jugendliche“.
Triebwagen leicht möglich.




                                                                                                                                      dreieck   03/2012
22 |   Geme i n d e e nt w i c k l u ng




Voneinander profitieren
J.A! Jung trifft Alt



D
        ie Lebenswelten von Jung und Alt        der, interagieren und profitieren voneinan-      werden Jugendliche auf soziale Berufe vor-
        sind heute weiter entfernt denn je.     der.                                             bereitet, sie können Einblicke in pädago-
        Während die Jugend in einer Welt                                                         gische, therapeutische und pflegerische Be-
aus Konsum und technologischem Fort-            Dass es auch anders gehen kann, beweisen         rufe gewinnen, andere Lebenserfahrungen
schritt zu Hause ist, verbringen viele Senio-   Vanessa, My, Stefan, Samantha, Anna und          und -realitäten kennenlernen“, informiert
rInnen ihre Zeit in Altersresidenzen – fernab   Lisa. Sie nehmen in diesem Schuljahr am          Projektleiterin Dr. Anita Moser. Die etwas
vom Rest der Gesellschaft. Immer seltener       Projekt „J.A! Jung trifft Alt“ teil. Das heißt   andere Freizeitgestaltung wird von den Ju-
treffen die beiden Generationen aufeinan-       konkret: Sie gehen nach der Schule einmal        gendlichen frei gewählt. Sie kümmern sich
                                                pro Woche in ein Seniorenheim und treffen        in diesem Schuljahr regelmäßig um Bewoh-
                                                sich dort mit älteren Menschen. Gemein-          ner in Pinzgauer Seniorenheimen und um
                                                sam machen sie Ausflüge, lesen ein Buch          Bewohner von Seniorenheimen in der Stadt
                                                vor oder spielen ein Spiel – kurzum, sie         Salzburg. „Hier lernen die Jugendlichen das
                                                verbringen Zeit mit den älteren Menschen.        Leben der Senioren konkret kennen und er-
                                                Den Jugendlichen macht ihr Engagement            fahren, wie man alte Menschen pflegt und
                                                Spaß: Sie sind „junge Paten“.                    wie das Leben im Heim organisiert ist“, weist
                                                                                                 die ressortzuständige Landesrätin Dr. Tina
                                                „J.A! Jung trifft Alt“, das Projekt von Ge-      Widmann auf einen weiteren zentralen As-
                                                meindeentwicklung Salzburg, Salzburger           pekt des Projektes hin.
                                                Landeskrankenanstalten und youngCaritas,
                                                wird heuer zum dritten Mal durchgeführt.         Großes Plus: Verlässlichkeit
                                                Die Verantwortlichen setzen dabei nicht nur      „Wichtig ist die Verlässlichkeit“, betont Si-
                                                auf kurzfristige Effekte: „Bei diesem Projekt    grid Schrammel, sie ist Seniorenbetreuerin



03/2012 dreieck
G emei n deentw ick lu ng    | 23


in der ÖJAB Seniorenwohnanlage Aigen.            keinen Sinn“, so eine junge Patin über ihren
Erfahrungen mit SchülerInnen, die nach ei-       Schützling. Spazieren gehen, vorlesen, spie-           Beteiligte Schulen: ABZ St. Josef,
nigen Besuchen nicht mehr kamen, möchte          len – alles gehört zum Beisammensein von               BG Zaunergasse, HLW Saalfelden
sie nicht noch einmal machen. Daher schätzt      Paten und Schützlingen.                                Seniorenheime: Albertus Magnus Haus,
sie dieses Projekt, wo die Jugendlichen auch                                           (AM, MiHa)       ÖJAB Seniorenwohnanlage Aigen,
in Schulungen auf ihre Aufgabe vorbereitet                                                              Diakonie Zentrum, PH St. Johann in Tirol,
werden. Damit jeder weiß, was ihn erwartet.                                                             Seniorenwohnanlage Schüttdorf, Sozial-
Die jugendlichen Paten kümmern sich zum            Das Projekt wird unterstützt vom                     zentrum Pillersee/Fieberbrunn, Haus der
Teil auch um sehr kranke Menschen. „Man            Generationenreferat des Landes, von Spar             Senioren Uttendorf, SWH Farmach, SWH
muss auf sie eingehen, akzeptieren, wie sie        und von der Alpenmilch Salzburg.                     Bramberg, SWH Maishofen, SWH Rauris
sind. Ihnen ständig zu widersprechen, hat




  Drei Stunden wandern und erzählen
  4. Elixhausener Generationendorfwanderung
                                                                                                                                  VON MARKUS KURCZ




 E
        nde Oktober 2012 fand die bereits vierte Elixhausener Ge-          auch für Familien mit Kindern geeignet war, gab es zahlreiche Er-
        nerationendorfwanderung statt. Über 70 Interessierte aller         klärungen und Hinweise zu Kraft- und Energieplätzen durch den
        Generationen nahmen das warme Herbstwetter zum An-                 Elixhausener Radiästheten Werner Mayer.
 lass, um durch die westliche Mitte des Elixhausener Ortsgebietes
 zu wandern.                                                               „Das große Interesse an unseren Wanderungen ist ungebrochen
                                                                           stark. Nächstes Jahr ist eine Wanderung durch die östliche Mitte
 Unter fachkundiger Führung der Organisatoren Karl Witzmann                unseres Gemeindegebietes vorstellbar. Darüber hinaus ergeben
 und Bruno Wuppinger ging es vom Ortsteil Ursprung über den                sich mit den Routen aus dem im letzten Jahr erschienenen Kultur-
 Mühlenweg zur „Ehrenbachgrotte“ und weiter zum Ehrenbach,                 katalog noch viele schöne Wandertouren entlang an historisch
 an dem früher mehrere Mühlen in Betrieb waren und über deren              bedeutenden Plätzen und interessanten Objekten“, waren sich
 Bedeutung und Nutzung der heute 80-jährige Simon Klausner                 die beiden Organisatoren Witzmann und Wuppinger nach fast
 berichtete. Über Weichenberg und die Mooshamstraße führte                 drei Stunden Wandern und Erzählen einig.
 die Wanderung nach Sachsenheim. Während der Wanderung, die                Mag. Markus Kurcz ist Bürgermeister von Elixhausen.




                                                                                                        Bgm. a.D. DI Bruno Wuppinger, Dir. Dr. Wolfgang
                                                                                                        Stehrer, Dr. Werner Mayer, Simon Klausner und
                                                                                                        Mag. Karl Witzmann (v.li.) informierten während
                                                                                                        der Wanderung über die Landschaft und Ge-
 Über 70 Interessierte aller Generationen folgten der Einladung und nahmen an der Wanderung             schichte Elixhausens sowie über Wissenswertes
 durch die westliche Mitte des Gemeindegebietes teil.                                                   zu Kraft- und Energieplätzen im Ort.




                                                                                                                                        dreieck     03/2012
24 |   Geme i n d e e nt w i c k l u ng




  Neues Pfarr- und Gemeindezentrum Hallein-Rif

A
        nfang September 2012 war es endlich soweit: Die Bewoh-
        nerinnen und Bewohner des Generationendorfstadtteils Rif-
        Taxach konnten ihr Gemeindezentrum einweihen. LH-Stv.
Dr. Wilfried Haslauer betonte bei der Einweihung: „Ich freue mich
über die Eröffnung dieses für die Gemeinschaft und das kirchliche
Leben zukunftsweisenden Projekts für den Stadtteil Rif-Taxach.
Dieses architektonisch gelungene Projekt ist einerseits aufgrund
der Zusammenarbeit von Pfarre und Stadtgemeinde und anderer-
seits aufgrund des beispielhaften Energiekonzepts ein Pilotprojekt,




                                                                                                                                                        Foto: Franz Neumayr
das für hohe Energieeffizienz und gleichzeitig geringe Betriebs-
kosten sorgt.“

Die Gesamtkosten des neuen Gemeindezentrums im Halleiner                   Freuen sich über das neue Zentrum (v.li.): Pfarrer Hansjörg Hofer, LH Stv.
Stadtteil, in dem auch die Kirche integriert ist, betrugen rund drei       Wilfried Haslauer, Sr. Margaretha Tschische und Bürgermeister Christian
Millionen Euro. Der Gemeindeausgleichsfonds hat 100.000 Euro               Stöckl bei der Eröffnung.
beigetragen. Die stetige Zuwanderung junger Familien nach Rif-
Taxach hat die Bevölkerungszahl bereits auf knapp 3.700 ansteigen          braucht, sondern auch die Stadtgemeinde Hallein Veranstaltungs-
lassen. Die Platzbedürfnisse einer solchen Gemeindegröße kann              räume für den Stadtteil Rif benötigt, wurde unter Mitwirkung des
das 1996 erbaute Pfarrzentrum St. Albrecht nicht mehr vollständig          Vereins Treffpunkt Rif an der Erweiterung zum „Pfarr- und Gemein-
erfüllen. Nachdem nicht nur die Pfarre einen größeren Liturgieraum         dezentrum Rif“ gearbeitet.                                   (MP)




24 |   E u ro p a u n d Po l i t i s che B ildung




                                                                                                    Prozesse der Postdemokratie. Die Ver-
  Ein Ausblick auf 2013                                                                             anstaltung wird in Kooperation mit dem
                                                                                                    Bildungszentrum Saalfelden und dem Eu-
                                                                                                    ropa Zentrum Baden-Württemberg konzi-
 Die Europäische Union für ihre                     Wir alle sind Griechenland!                     piert.
 Bürgerinnen und Bürger                             Politik und soziale Gerechtigkeit in der
 Studienfahrt nach Brüssel vom                      Postdemokratie                                  Ein EU-„Neuling“: Bulgarien
 17. bis 20. Februar                                Ziele dieser Tagung vom 5. bis 7. April in      Die Studienreise führt von Sofia nach
 Inhalte: Kennenlernen der EU, ihrer Insti-         Saalfelden sind das Aufzeigen des Zusam-        Russe an der Donau
 tutionen, ihrer Politik, den Abläufen und          menhangs von wirtschaftlichen Entwick-          Sie wird sich mit der politischen, wirt-
 den Entscheidungsprozessen sowie von               lungen und Veränderungen in der poli-           schaftlichen und sozialen Situation Bulga-
 österreichischen und Salzburger Einrich-           tischen Struktur Österreichs und innerhalb      riens beschäftigen, einem Land, das seit
 tungen bei der EU. Diese Exkursion ist für         der EU, die Verdeutlichung der Tatsache,        2007 Mitglied der Europäischen Union
 alle interessierten Personen offen und             dass die Probleme (nicht nur) Griechen-         ist. Unser Partner ist auch hier das Europa
 wird in Zusammenarbeit mit dem Katho-              lands großteils strukturell und nur zum         Zentrum Baden-Württemberg. Die Reise
 lischen Bildungswerk Salzburg und dem              Teil „hausgemacht“ sind und daher alle          wird im Mai/Juni stattfinden, der genaue
 Verbindungsbüro des Landes Salzburg zur            anderen EU-Staaten und alle anderen EU-         Termin stand bei Redaktionsschluss noch
 EU organisiert und durchgeführt.                   Bürgerinnen und Bürger betreffen sowie          nicht fest.                              (FT)
                                                    die Sensibilisierung für die schleichenden

 Für Informationen steht Ihnen Dr. Wolfgang Forthofer, Institut für Europa, Tel: 0662-872691-21 bzw.
 w.forthofer@sbw.salzburg.at gerne zur Verfügung.



03/2012 dreieck
Europa un d Pol i ti s ch e B ild u ng    | 25




                                                                                „Kuppeln, Kastanien und Kapitalismus am Dnjepr: Die Haupt-
                                                                                stadt der Ukraine ist eine atemberaubende Metropole in Gold

  Die Ukraine                                                                   und Grün“: So beschreibt der Reiseführer Marco Polo die Stadt
                                                                                – sehr zutreffend. Hier die Sophienkathedrale.



Impressionen einer beeindruckenden Studienreise



L
     emberg und Kiew – und eine 550 Ki-         ine: Das große Land, das 1991 nach der Auf-    mehr oder weniger erfolgreich, wovon sich
     lometer lange Busfahrt zwischen den        lösung der Sowjetunion unabhängig wurde        die Reisegruppe immer wieder überzeugen
     beiden Städten – standen auf dem           und seither um seinen politischen, wirt-       konnte.                                 3
Reiseplan des Instituts für Europa. Die Ukra-   schaftlichen und sozialen Aufstieg kämpft –




 Im ehemals jü-
 dischen Viertel
 Lembergs: Dr.
 Halyna Kotow-
 ski (Bildmitte)
 erwies sich
 als profunde
 Kennerin ihrer
 ukrainischen
 Heimat und als
 perfekte Reise-                                                                                            Das Rathaus (li.) – Lemberg ist eine
 leiterin.                                                                                                  Stadt im Aufbruch.




                                                                                                                                   dreieck      03/2012
26 |    E u ro p a u n d Po l i t i s che B ildung




Lenka Vojtova aus der Tschechischen Republik
informierte über die Altstadtsanierung in Lem-
berg – ein Projekt der deutschen Gesellschaft
für Internationale Zusammenarbeit (GIZ).

Wir bedanken uns bei Juri Durkot, Journa-
list aus Lemberg, und bei Österreichs Bot-
schafter Mag. Wolf-Dietrich Heim, die uns
die Situation der Ukraine schilderten, nicht
zuletzt die Unterschiede zwischen dem
„russischen“ Osten und dem „ukrainischen“
Westen des Landes und dem Balanceakt
zwischen Russland und Europäischer Union.
Wir bedanken uns bei Alexander Schimpf               Eine hölzerne Dorfkirche bei Krekhiv.
von der Fronius International GmbH in
Kniaschitschi für viele Informationen über
die Bedingungen für Unternehmen und
Unternehmer bzw. für die Arbeitnehmer
in der Ukraine. In diesem österreichischen
Unternehmen erfolgt die Produktion von
Schweißgeräten und der Vertrieb von Inver-
ter- und Standard-Technologie für die Märk-
te Ukraine, Weißrussland und Russland.
(FT)


                                                      Mag. Tobias Vogel (stehend) vom Kooperati-            Neben einem Konzert in der Philharmonie be-
                                                      onsbüro Lviv (Lemberg) des Österreichischen           geisterte auch ein Streichquartett im Museum
                                                      Austauschdienstes (OeAD) und seine Studen-            der Opernsängerin Solomija Kruschelnyzka.
                                                      tinnen informierten über Studienbedingungen
                                                      in der Ukraine.




                                                      Hoch klingt das Lied vom braven Mann …
                                                                                                                                              VON INGRID FOLLER


                                                      Dr. Wolfgang Forthofer hat nicht nur eine sehr lehrreiche und erlebnisvolle Reise organi-
                                                      siert, sondern er hat auch bewiesen, dass er ein Mann von hoher sozialer Kompetenz ist.
                                                      Eine Mitreisende verunglückte, er blieb bei ihr in einem sogenannten „Bezirkskranken-
                                                      haus“, begleitete sie zum Flughafen nach Lemberg und kam nach 3 Tagen zur Gruppe in
Dr. Johannes Aigner, Stellvertreter des österrei-     Kiew nach. Für die Gruppe hatte er alles organisiert, sodass keine Leerläufe auftauchten,
chischen Botschafters in Kiew, im Bild mit seiner     und das tat er in Ruhe und ohne Aufgeregtheit.
Mutter Elfriede (ehemalige Bildungswerkleiterin       Die Ukraine-Reisenden sind ihm unendlich dankbar, solche Handlungsweisen schaffen
in Anthering), verfügt über immenses Wissen           Vertrauen!
über die Ukraine. Thema war auch das Demokra-                             Ingrid Foller ist Bildungswerkleiterin in Itzling und begeisterte Exkursionsteilnehmerin.
tiedefizit im Land.




03/2012 dreieck
Inter n ati on a l e S ol id a rit ät    | 27




                                                                                                                                                                            Foto: by_Stihl024_pixelio.de
  Alles schön verzinkt! Und wo
  beginnt‘s? Nachdenken erlaubt!
Ein Beispiel für die weltweiten Zusammenhänge



D
       as Red Bull-Stadion in Wals-Siezen-          Verzinker Mitteleuropas (sein Name soll                         Zink-Produzenten weltweit) eine Lebenser-
       heim ist es ... die vielen neuen Bal-        hier zu seiner Reputation nicht genannt                         wartung von 35 Jahren. Das ist keine Situ-
       kone sind es ... die neueren Autos           werden), dass für ihn die Zink-Kette in Ant-                    ation der „Unterentwicklung“, sondern der
sind es ... und ... alles ist ... verzinkt. Damit   werpen beginnt (Anm.: Antwerpen ist einer                       Verneinung der Existenz der Schwächeren
es lange halten möge. Und das stimmt:               der größten Häfen für die Anlieferung von                       in der Kette kapitalistischer Ausbeutung
Verzinktes Eisen und Blech ist sehr wider-          Erzen und Mineralien in Europa).                                (Jean Ziegler würde sagen: Krieg).
standsfähig, es schützt faktisch ewig vor
Korrosion. Darauf legen wir Wert, wenn es           Ist das nicht bedenklich? Das heißt nämlich,                    Es ist keine Angelegenheit für „Gut-Men-
um unsere eigenen Artikel geht, und die             dass er sich als „Verzinker“ ebenso wenig                       schen“, die sich um diese Kettenschicksale
Umwelt und Wirtschaft sind auch sehr da-            Gedanken macht über die Herkunft des                            annehmen, sondern eine Frage der intel-
rauf bedacht und profitieren von diesem             Zinks, wie die vorhin erwähnten Kinder.                         lektuellen Redlichkeit, Fairness und Ver-
Rohstoff – doch zu welchem Preis?                   Was sich hier an Hand einzelner Beispiele                       antwortung.
                                                    offenbart, ist leider eine umgreifende Tat-
Soll mit Verarbeitung und Gebrauch von              sache: Wir machen uns kaum Gedanken,                            Andersrum: Wenn uns diese kausalen Zu-
Zink unser Denken ausgeschaltet werden?             woher Dinge des täglichen Bedarfs oder                          sammenhänge von Armut und Reichtum
Quasi: Was kümmert mich, woher das                  entscheidende Rohstoffe stammen – und                           nicht interessieren, sollten wir auch keine
„Zeug“ kommt? Ich hab‘s gekauft und nicht           unter welchen Bedingungen Menschen am                           Produkte aus diesen Ketten verarbeiten
gestohlen. Diese Einstellung ist freilich nicht     Beginn der Kette arbeiten – und leiden. So                      und verwenden. Konsequenter Weise. Zink
weit weg von den Ergebnissen einer Umfra-           haben die Bergleute in Peru und Bolivien                        steht nur exemplarisch für diese weltweiten,
ge an Wiener Kindern, wo zehn Prozent auf           (beide Länder zählen zu den wichtigsten                         einseitigen Abhängigkeiten mit Schieflage
die Frage „Woher kommt denn die Milch?“                                                                             – praktisch erstrecken sich diese Warenket-
mit Überzeugung geantwortet haben: „Aus                                                                             ten auf fast alle Dinge unseres Lebens und
dem Supermarkt!“                                                                                                    Wirtschaftens.
Die Wege vom Milchbauern zu den Kon-
sumentInnen waren nicht präsent, werden                                                                             Wir plädieren für eine „Buchstabierung“,
ignoriert.                                                                                                          eine „Alphabetisierung“ dieser Zusammen-
                                                                                                                    hänge, eine kritische Reflexion darüber und
Wenn die Kuh Milch gibt, wer gibt                                                                                   klare Konsequenzen: nämlich den Verzicht
                                                                                                  Fotos: INTERSOL




dann Zink?                                                                                                          auf die o.e. Annehmlichkeiten oder die Zu-
Oder: Wir machen uns kaum Gedanken,                                                                                 sammenarbeit auf der gesamten Schiene
woher Dinge kommen!                                                                                                 ... unter dem Regime der Solidarwirtschaft
                                                                                                                    und des Prinzips von „Fair Trade“: zertifiziert
Das ist bewusstseinsmäßig gar nicht so weit         Bolivien: Rohstoff für den Weltmarkt, die Armut                 oder auch nicht. Jedenfalls: faktisch.     (HE)
entfernt von der Aussage eines der größten          bleibt im Land.



                                                                                                                                                         dreieck        03/2012
28 |   A u s d e r D i re k t i o n




FreiwilligenkoordinatorIn –
was ist das?

S
      ie wollen ein Team von Freiwilligen      Freiwilligenbörse brauchen vor allem viel
      leiten und/oder aufbauen, in einem       Wissen und Kompetenzen derjenigen, die
      Verein, einer Einrichtung eine Funkti-   diese Projekte initiieren und durchführen       Um diesem Anspruch gerecht werden zu
on ausüben? Sie suchen sich freiwillige Per-   wollen.                                         können, bietet das Salzburger Bildungs-
sonen, mit denen Sie gemeinsam ein Projekt     Freiwillige wollen richtig angesprochen         werk bereits seit 2007 den Zertifikatslehr-
auf die Beine stellen wollen, helfen anderen   und motiviert werden, sie wollen wissen,        gang „FreiwilligenkoordinatorIn“ an, der
eine passende Person für eine bestimmte        wofür und wie lange sie sich verpflichten,      auch von der WeiterbildungsAkademie ak-
Tätigkeit zu finden? Sind im Gemeindeamt       sie brauchen bei Problemen eine/n An-           kreditiert ist.
für die Anliegen der Vereine und sonstigen     sprechpartnerIn.
freiwilligen Einrichtungen zuständig? Dann     Ein/e FreiwilligenkoordinatorIn braucht         Zertifikatslehrgang „Freiwilligen-
sind Sie – im weitesten Sinn – bereits Frei-   daher Team-, Kommunikations- und Kon-           koordinatorIn“ 2013
willigenkoordinatorIn!                         fliktfähigkeit, aber auch die Fähigkeit, sich   Auch heuer ist das Ziel dieses Lehrganges
                                               selbst abgrenzen zu können.                     die Vermittlung von speziellen Kenntnis-
Ehrenamt benötigt mehr als                     Für die Veranstaltungsplanung und -durch-       sen für eine kompetente und zukunfts-
Engagement, Herz und Energie                   führung ist Know How über Projektma-            orientierte Unterstützung, Motivation und
Die Planung eines Ferienprogramms, die         nagement, Öffentlichkeitsarbeit und Spon-       Erhaltung der Freiwilligen in ihrer Arbeit.
Durchführung eines Zeltlagers, die Adap-       soring notwendig sowie Basiswissen über         Dies erfolgt durch die Weitergabe von the-
tierung eines Vereinshauses, die Neugestal-    die rechtliche Absicherung und die Buch-        oretischen Grundlagen, die Durchführung
tung eines Museums oder der Aufbau einer       führung und Besteuerung.                        von praxisnahen und praktischen Übungen



 Termine
                                                                                               Abschluss: Für einen positiven Abschluss
  Samstag, 9. März 2013                        Samstag, 14. September 2013                     des Lehrganges sind die Anwesenheit bei
  Einführung in die Grundlagen der             Rechtliche Aspekte der Freiwilligenarbeit       mindestens 9 Modulen sowie die Teilnah-
  Freiwilligenarbeit                           Besteuerung und Rechnungslegung von             me an einem Kompetenzworkshop erfor-
  Besondere Aspekte der Veranstaltungspla-     kleinen Vereinen                                derlich. Darüber hinaus muss ein Projekt
  nung – Barrierefreiheit und nachhaltige      Kompetenz- und Tätigkeitsnachweise              der Freiwilligenkoordination für den eige-
  Veranstaltungen                                                                              nen Wirkungsbereich erarbeitet, schriftlich
                                               Samstag, 5. Oktober 2013
                                                                                               festgehalten und präsentiert werden. Die
  Samstag, 13. April 2013                      Die eigene Energie im Blick –
                                                                                               TeilnehmerInnen erhalten eine Teilnah-
  Professionelle Gesprächsführung und          Selbstmanagement
                                                                                               mebestätigung und ein Zertifikat.
  Konfliktmanagement                           Lehrgangsabschluss
  Das innere Feuer entfachen und brennen                                                       Lehrgangs-/Seminarbeitrag: Gesamter
                                               Im Juli/August 2013 werden die Teilneh-
  lassen – Motivation, Gewinnung und                                                           Lehrgang (inkl. Skripten und Pausenge-
                                               merInnen eingeladen, in einem Workshop
  (Ein)Bindung von Freiwilligen                                                                tränke): 290 Euro
                                               ihrem Wissen und ihren Fähigkeiten,
  Samstag, 25. Mai 2013                        die sie sich im Rahmen ihrer freiwilligen       Anmeldung und Information: Schriftlich
  Projekte mit Freiwilligen managen            Tätigkeit angeeignet haben, auf die Spur        bis spätestens 31. Jänner 2013 beim
                                               zu kommen und ihre fachlichen, sozialen         Salzburger Bildungswerk, Isolde Mrwa,
  Samstag, 22. Juni 2013
                                               und personellen Kompetenzen schriftlich         Pantaleoner Straße 55, 5120 St. Pantaleon
  Kompetent präsent – (Medien-)Informati-
                                               festzuhalten.                                   Tel: +43 (0)6277-7794
  onen richtig gestalten
                                                                                               oder +43 (0)664-2134428
  Ohne Moos nix los – SponsorInnen finden      Umfang: Der gesamte Lehrgang umfasst
                                                                                               E-Mail: isolde.mrwa@sbw.salzburg.at
  und betreuen                                 58 Einheiten (à 45 Minuten)




03/2012 dreieck
Aus der Di re k t ion    | 29


sowie durch die Berücksichtigung und Ein-        von Freiwilligen betraut sind oder sich dafür    nach-Hause-Nehmen von Erfahrungen,
beziehung der Fähigkeiten und Stärken der        qualifizieren wollen.                            die in der Praxisarbeit mit Freiwilligen be-
TeilnehmerInnen.                                 Der Ausbildungslehrgang „Freiwilligenko-         reits gewonnen werden konnten. Ebenfalls
                                                 ordinatorIn“ bietet nicht nur eine inhalt-       durch den Lehrgang gefördert wird die Ver-
Das Angebot richtet sich                         liche Kompetenzerweiterung der Teilneh-          netzung der FreiwilligenkoordinatorInnen
an alle ehrenamtlich und freiwillig Tätigen,     merInnen, sondern auch eine Plattform            zum Zweck des zukünftigen Austausches.
die mit der Begleitung und Koordination          zum Einbringen, Austauschen und Mit-                                                              (IM)




                                                                                                                                                    Bilder: Reinhard Klinger
                                                                                                                Ein beeindruckendes Bild: Die


  Singen und fröhlich sein!
                                                                                                                TeilnehmerInnen der Singwoche
                                                                                                                beim Abschlusskonzert.




D
        ie Salzburger Singwoche ist in die       ren. Eine Auswahl davon gaben die Sänge-         vermittelt ein positives Lebensgefühl und
        Jahre gekommen ... und doch so ju-       rinnen und Sänger beim stimmungsvollen           stellt die Gemeinschaft in den Mittelpunkt.
        gendlich-frisch wie nie zuvor! Bereits   Abschlusskonzert in der Aberseer Kirche          Zwei wesentliche Aspekte, die uns idea-
zum 49. Mal trafen sich heuer Ende August        zum Besten.                                      ler Weise das ganze Jahr begleiten. Viel ist
singbegeisterte Frauen, Männer und Kinder                                                         heutzutage von der positiven Wirkung des
in Strobl zum „musikalischen Kreativurlaub“      „Singen und fröhlich sein!“ – das Motto der      Singens auf Körper und Psyche die Rede -
für Stimme, Körper und Seele. 150 Teilneh-       diesjährigen Singwoche – war einem stei-         darin liegt wohl auch ein Geheimnis des Er-
merInnen bedeuteten einen neuen Rekord,          rischen Volkslied entnommen. Da heißt‘s:         folges der Singwoche. Denn dass sie sich in
und nicht wenige mussten sogar auf nächs-        „Singen und fröhlich sein, miteinand lach’n,     einer Zeit des Freitzeitaktivitäten-Überan-
tes Jahr vertröstet werden.                      scherzn und lustig sein, des sand so Sachn,      gebotes bewährt, ist nicht selbstverständ-
                                                 die ein jedes Herz tuan so gfrein“. Damit ist    lich! Gerade auch deshalb freuen wir uns
Andreas Gassner und Helmut Zeilner, die          über die Singwoche schon alles gesagt ... sie    auf die Jubiläumssingwoche 2013!      (MiHa)
beiden Salzburger Landeschorleiter, Petra
Huber und Dorli Brandstätter, sie betreuten
die 6- bis 14-Jährigen, sowie die beiden
Stimmbildner Agnes Mitterlechner-Wim-
mer und Thomas Schneider standen heuer
als ReferentInnen zur Verfügung. Geistliche
und weltliche Chorliteratur sowie österrei-
chische und internationale (Volks-)Lieder
waren sowohl im gemischten, als auch im                                                          Auch die Jüngeren lassen sich von
                                                                                                 der Freude am Singen anstecken.
Frauen-, Männer- und Jugendchor zu hö-



                                                                                                                                     dreieck    03/2012
30 |   A u s d e r D i re k t i o n




 Aktives Altern und der Dialog zwischen den Generationen als Herausforderung
 für die Erwachsenenbildung

  „Aktives Altern und der Dialog zwischen den Generationen als Heraus-
  forderung für die Erwachsenenbildung“: Unter diesem Titel fand Ende
  September 2012 in Wien die Tagung für haupt- und ehrenamtliche
  Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Einrichtungen des Ringes
  Österreichischer Bildungswerke, darunter auch das Salzburger
  Bildungswerk, statt. Im Mittelpunkt standen Workshops, Befunde,
  Begriffe, Fragen und Thesen zum Tagungsthema. Das Salzburger
  Bildungswerk, Direktor Günther Signitzer und sechs hauptamtliche
  MitarbeiterInnen, stellten unter anderem zu den Themen „Altern in
  guter Gesellschaft“ und „Generationendorf“ ihre Projekte vor.
  Zum Abschluss des Abends durften wir RING-Ehrenpräsident und EU-
  Regionalkommissar Johannes Hahn begrüßen und ihm unsere Fragen           Im Bild (v.li.) Richard Breschar, Isolde Mrwa, Christa Wieland, Johannes
  über die EU und die EU-Bildungspolitik stellen.                 (MP)     Hahn, Brigitte Singer, Manuela Pleninger.




Das Salzburger Bildungswerk stellt
die Zukunftsfrage
S
     eit Juli 2012 wird in einem umfang-        dabei gesammelt und drei Empfehlungen             teren Workshop geladen. Bei der Herbstta-
     reichen, von der Landeshauptfrau in-       für die Weiterentwicklung des Salzburger          gung konnten dann noch einmal Ideen und
     itiierten Organisationsentwicklungs-       Bildungswerkes formuliert. Es handelt sich        Wünsche eingebracht werden, außerdem
prozess über die Zukunft des Salzburger         hierbei um die Empfehlungen zu folgenden          wird es die Möglichkeit einer Online-Beteili-
Bildungswerkes nachgedacht. Wir sind nun        Aspekten:                                         gung via Google Docs geben. Der Vorstand
bei der Hälfte unseres Organisationsent-        1. zukünftige Strukturen und Ressourcen           wird dann aus den Ergebnissen entspre-
wicklungsprozesses angekommen. Der Ab-          2. Profil schärfen und Vielfalt ermöglichen       chende Schlüsse ziehen. Wir danken allen,
schluss ist für Juni 2013 geplant. Als erstes   3. Öffentlichkeitsarbeit                          die sich an unserem Entwicklungsprozess
Gremium hat Anfang September der „Rat                                                             beteiligen und bleiben gespannt. Im nächs-
der Weisen“, eine nach dem Zufallsprinzip       Anschließend waren alle ehrenamtlichen            ten „dreieck“ werden wir sicher schon mehr
zusammengestellte Gruppe aus Haupt-,            MitarbeiterInnen Inner- und Außergebirg           berichten können.                      (RiB)
Ehrenamtlichen und BürgermeisterInnen,          zu zwei Abendworkshops sowie alle haupt-
in Bad Vigaun getagt. 51 Ideen wurden           amtlichen MitarbeiterInnen zu einem wei-


                                                                             Im Bild der „Rat der Weisen“ (v.li.): Moderatorin Mag. Martina Ber-
                                                                             thold, Amtsleiter Ing. Siegfried Wartbichler aus Niedernsill, Dipl.
                                                                             Ing. Hermann Hinterstoisser als Referent des Salzburger Bildungs-
                                                                             werkes, Bildungswerkleiterin Brigitte Weißenbacher aus Hintersee,
                                                                             Mag. Brigitte Singer und Sonja Christ aus der Direktion, Referatslei-
                                                                             terin Mag. Ulrike Kendlbacher vom Familienreferat, Josef Irnberger,
                                                                             Vertreter der Bildungswerke für den Vorstand, Monika Weilharter
                                                                             vom Forum Familie, Dr. Martin Wiedemair für den Fachausschuss,
                                                                             Bildungswerkleiterin Hilde Baumgartner aus Abtenau, Bgm. Ernst
                                                                             Josef Kandler aus Muhr, Bezirksleiter MMag. Michael Neureiter.
                                                                             Nicht im Bild: Bildungswerkleiterin Dr. Anita Memmer aus Hallein.




03/2012 dreieck
Aus G emei n de un d Bez irk      | 31



                                                                                               VORSCHAU auf
Netze knüpfen –                                                                                Weiterbildungsmodule
Wissen erweitern                                                                               im Frühjahr 2013
                                                                                               20. Februar 2013, 19.15 Uhr,
Flachgauer Besuchsdienste                                                                      Seniorenheim Seekirchen
bilden sich fort                                                                               Thema: Einblick in die Altersseele
                        VON MARTIN WEICHBOLD
                                                                                               17. April 2013, 9.15 Uhr,



I
     n etlichen Flachgauer Gemeinden sind       war und ist die Hallwangerin Mag. Birgit       Gemeindezentrum Seeham
     engagierte BürgerInnen einen Teil ih-      Weichbold,      Erziehungswissenschafterin     Thema: Umgang mit Menschen in
     rer Freizeit als „Besuchsdienst“ im Ein-   und Gesundheits- und Krankenpflegeleh-         Krisensituationen
satz. Sie besuchen kranke, einsame und          rerin mit dem Schwerpunkt Gerontologie
                                                                                               Referentin für beide Fortbildungen:
zumeist alte Menschen in deren privaten         (Lehre von den Erscheinungsformen und
                                                                                               DGKS Mag. Birgit Weichbold,
Räumen oder in den Appartements im Se-          Auswirkungen des Alter(n)s). Durch ihr
                                                                                               Erziehungswissenschafterin und
niorenwohnhaus, um ihnen Gesellschaft           ehrenamtliches Vernetzungsengagement
                                                                                               Gerontologin.
zu leisten. In Hallwang wurden für diese        gibt es seit Winter 2011 eine gemeinsame
                                                                                               Das Angebot ist kostenlos.Anmeldung
ehrenamtliche Tätigkeit bereits seit 2003       Programmplanung und Organisation unter
                                                                                               erbeten unter 0662-872691-17 oder
20 Personen speziell geschult. Die Stadtge-     dem Dach des Salzburger Bildungswerkes.
                                                                                               christa.wieland@sbw.salzburg.at
meinde Seekirchen hat im Rahmen des Eu-         So wurden seit dem Frühjahr 2011 bereits
Regio-Projekts „Forum Freiwilligenarbeit“ in    sechs kostenlose und gemeindeübergrei-
den Jahren 2006 und 2007 versucht, neue         fende Fortbildungsveranstaltungen zu den      Im Bereich der Methoden wurde bislang
Freiwillige zu gewinnen, diesen Freiwilligen    Themen „Techniken zur Gesprächsanbah-         – inhaltsabhängig – eine bunte Mischung
Basiskompetenzen an Gesprächsführung            nung I+II”, „Persönlichkeit, Bedürfnisse,     geboten. Während bei der Einführung in
zu vermitteln und ihnen einige Aktions-         Selbstbestimmung”, „Jeder tickt auf seine/    die Demenz und die Depression der In-
und Reaktionsvorschläge für bestimmte Be-       ihre Weise – wie die kognitiven Fähigkeiten   formationsinput (unterstützt durch kurze
suchsdienstsituationen mitzugeben. Auch         unserer KundInnen unser Handeln beein-        Filmsequenzen und Fallbeispiele) überwog,
in Seeham und Schleedorf gab es im Jahr         flussen” und „Umgang mit Dementen und         konnten die Besuchsdienste im Bereich der
2010 vom örtlichen Sozialen Hilfsdienst         Depressiven I+II” durchgeführt.               Kommunikationstechniken in parallel lau-
und/oder den örtlichen Bildungswerken in-       Die Zahl der Fortbildungsinteressierten       fenden Lernstationen selbstgesteuert z.B.
itiierte und durchgeführte Fortbildungsmo-      liegt derzeit zwischen 30 und 40 Teilneh-     „Aktives Zuhören” und die Formulierung
dule zu den Bereichen Kommunikation und         merInnen, wobei bei den Startveranstal-       von „Ich-Botschaften” üben.
Umgang mit verwirrten Menschen.                 tungen in Hallwang und in Elixhausen mit
Verbindendes Glied all dieser vorerst ge-       über 50 BesucherInnen das Interesse be-       Dr. Martin Weichbold ist Bildungswerkleiter
meindeintern abgewickelten Aktivitäten          sonders hoch war.                             in Hallwang.




 Eine lange Nacht beim Pulvermacher
 Wie jedes Jahr beteiligte sich das Museum Elsbethen „Zum Pulvermacher“ auch heu-
 er an der Langen Nacht der Museen. Bildungswerkleiter Albert Unterlaß organisierte
 dazu einen „Elektromagnetismus“-Workshop aus der Reihe „Wissenschaft im Wirts-
 haus“. Gemeinsam mit Michael Stockinger wagten sich zuerst Kinder an die Experi-
 mente und produzierten unter anderem hell leuchtende Blitze. Erwachsene schauten
 ihnen dabei über die Schultern und studierten die beiliegenden Anweisungen. Frisch
 gebackenes Brot konnten dann die BesucherInnen, unter ihnen auch einige Bildungs-
 werkleiterInnen, direkt vom Museumsbäcker genießen, bevor sie mit dem Busshuttle
 zur Besichtigung der anderen Museen in Salzburg und Umgebung aufbrachen. (RiB)




                                                                                                                                dreieck     03/2012
32 |   A u s G e me i n d e u n d B ezirk




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  Buchstaben bewegen
                                                         VON WALTRAUD UND JOHANN GRALL




M
          it der Eröffnung der neuen Bü-      mit dem bekannten Innviertler Architekten
          cherei, einer Fotoausstellung zum   und Schriftsteller Friedrich Achleitner. Er
          Thema „schwarz/weiß“ und der        fesselte die BesucherInnen mit seinen Dia-
Vorstellung des Kurzführers der Klein- und    lektgedichten aus seinem neuen Buch „iwa-          „iwahaubbd“: So heißt das neue Buch von
                                                                                                 Friedrich Achleitner. Er sorgte mit seinen
Flurdenkmäler wurde am 14. Oktober 2012       haubbd“.
                                                                                                 Dialektgedichten für einen Höhepunkt der
die 9. Bildungswoche in Göriach durch Be-                                                        Bildungswoche.
zirkshauptmann Hofrat Dr. Robert Kissela      Max Steiner aus Altenmarkt musste seine
eröffnet. Unter dem Titel „Ein Dorf liest     geplante Märchenwanderung auf Grund
– Buchstaben bewegen“ wurden fünf ver-        des starken Schneefalles in einen Märchen-         begeistern. Der Vortrag „click  check“ der
schiedene Veranstaltungen durchgeführt.       erzählnachmittag im Jugendraum abän-               Polizei über die Gefahren im Internet und
Ein Highlight dieser Woche war die Lesung     dern, konnte die Kinder aber trotzdem sehr         bei den neuen Medien informierte und
                                                                                                 schockierte zugleich.
                                                                                                 Den Abschluss der Bildungswoche bildete
                                                                                                 ein Abend für die Jugend. Mit dem Auf-
                                                                                                 tritt der Band „Brainless feat“, Spielen und
                                                                                                 Büchern wurde die 9. Bildungswoche im
                                                                                                 neuen Jugendraum in relativ lockerer At-
                                                                                                 mosphäre beendet.

                                                           Waltraud und Johann Grall
                                                                                                 Insgesamt waren es eine würdige Eröffnung,
                                                           präsentierten den neuen
                                                           Bildband der Klein- und Flur-         interessante und lustige Veranstaltungen,
                                                           denkmäler. Im Bild mit Bezirks-       und man konnte eindeutig erkennen, dass
                                                           leiter Robert Grießner (1.v.li.),     Buchstaben bewegen.
                                                           Bgm. Reinhard Radebner (2.
                                                           v.li.) und BH Robert Kissela (re.).   Waltraud und Ing. Johann Grall sind Bildungswerk-
                                                                                                 leiter in Göriach.




03/2012 dreieck
Aus G emei n de un d Bez irk     | 33



gelebt – geschrieben – verewigt: Mehr als ein
starkes Stück Papier                                                                                                           VON BARBARA VIERTHALER




D
        as Salzburger Bildungswerk in Pfarrwerfen feiert heuer sein
        50-jähriges Jubiläum. Auch aus diesem Anlass fand Ende
        September 2012 die 15. Bildungswoche statt.
Eröffnet wurde die Bildungswoche durch LT-Präs. ÖkR. Bgm. Simon
Illmer und Direktor Günther Signitzer. Die Podiumsdiskussion „Das
war unsere Zeit“ wurde vom Pfarrwerfener Singkreis musikalisch um-
rahmt, der schon am Vortag bei „MEIN LEBEN – MEINE LIEDER – Lie-
derabend mit Sepp Oberhöller“ für einen gelungenen Beginn sorgte.
Nach einem geschichtlichen Rückblick mit Fritz Hörmann und einer
Einführung zum Thema „ZeitzeugInnen“ durch Stefanie Walch, führte
VD Bernhard Hutter das Gespräch mit vier Zeitzeugen: Margarethe
Deisl, Sebastian Gschwandtner sen., Burkhard Madleitner sen. und
                                                                          Pfarrwerfen vor 60 Jahren. Im Bild (v.li.) Burkhard Madleitner sen.,
Christian Vierthaler. Zum Thema passend baute Christian Vierthaler        Margarethe Deisl, Bgm. Simon Illmer, Bernhard Hutter, Christian
ein Modell des Ortszentrums von Pfarrwerfen aus dem Jahre 1950.           Vierthaler und Sebastian Gschwandtner.
Auf großes Interesse stieß der Vortrag von Dr. Sylvia Glück, Fachärz-
tin für Frauenheilkunde, zum Thema „Schul- und Komplementär-            sage mit Herbert Gschwendtner, ein Un- und Wildkräuterkochkurs
medizin sind kein Widerspruch“. So wissen wir jetzt, dass Schul- und    sowie ein Sicherheitstag statt.
Komplementärmedizin einander wie Puzzlesteine ergänzen, und             Den Abschluss der Bildungswoche bildete das Erntedankfest. An
bei Erkrankungen, aber auch, um gesund zu bleiben, sollten wir die      diesem Tag wurde auch die wieder eröffnete Gemeindebücherei
Angebote beider nutzen.                                                 eingeweiht und der Pfarrwerfener Bevölkerung mit einem „Tag der
Im Rahmen der Bildungswoche fanden auch eine Lesung und Finis-          offenen Tür“ präsentiert.
                                                                        Barbara Vierthaler ist Bildungswerkleiterin in Pfarrwerfen.




  Strobls Kleindenkmäler: Was ist daran wahr?
                                                                                                                                 VON JOHANN STEHRER




                                                     200
                                                                         Kleindenkmäler hat Heimatforscherin Irma Hillebrand in Strobl auf-
                                                                         genommen. Sie hat dabei viele nette Abenteuer erlebt. Bei der Prä-
                                                                         sentation im Oktober überzeugte sie die vielen BesucherInnen von
                                                     ihrem umfangreichen Wissen über die Geschichte ihrer Gemeinde.
                                                     Besonders interessant sind natürlich die „Gschichtln“. Ob sie wahr oder falsch sind?
                                                     Irma Hillebrand ist jeder Spur nachgegangen – wegen der Wahrheit, und weil sie
                                                     auch ein bisserl neugierig ist. Von einem Mann, der jedes Jahr beim Wildererkreuz
                                                     Zither spielt, erfuhr sie zum Beispiel eine wahre Geschichte: Wie zwei Heimkehrer am
                                                     9. November 1918 beim Jausnen von einem Revierjäger erschossen wurden. Irma
                                                     Hillebrand weiß aber auch viel über die Hintergründe verschiedener Heiligendar-
                                                     stellungen. Ihr Wissen will sie im nächsten Jahr auch wieder bei kleinen geführten
                                                     Wanderungen weiter geben. Betreut wurde Hillebrand von Petra Aster aus Bad Ischl,
  Im Bild (v.li.) Richard Breschar, Volkskundlerin   die auch die Daten der Kleindenkmäler der anderen Salzburger Landgemeinden be-
  Petra Aster, Heimatforscherin Irma Hillebrand,     arbeitet. Die Objekte können über die Internetdatenbank www.kleindenkmaeler.com
  Bildungswerkleiter Johann Stehrer und Bgm.         besichtigt werden.
  Josef Weikinger.                                                                                   Dr. Johann Stehrer ist Bildungswerkleiter in Strobl.




                                                                                                                                         dreieck   03/2012
34 |   A u s G e me i n d e u n d B ezirk




                                                                                                                                               Foto: Fotolia
Rio20+ im Landtag präsentiert

I
    m Bundesland Salzburg wurde anlässlich
    der UNO-Konferenz in Rio de Janeiro ein
    öffentlicher Prozess der Zivilgesellschaft
initiiert, um Fragen rund um das Thema
„Umwelt und nachhaltige Entwicklung“ zu
diskutieren. Das „Salzburger Netzwerk Bil-
dung für nachhaltige Entwicklung und glo-
bales Lernen“ (sabine) hat gemeinsam mit          1. Übernahme einer Vorreiterrolle
regionalen Partnern zu einer sechsteiligen        nachhaltigen Lebensstiles – eine Art
regionalen Veranstaltungsreihe mit unter-         Selbstverpflichtung des Landtages,
schiedlichen Themen und einer Abschluss-          2. Überzeugungsarbeit in öffentlichen Ein-
veranstaltung eingeladen.                         richtungen zu leisten, damit auch diese        Das Salzburger Bildungswerk ist Teil des
Im November wurden nun dem Landtag die            dem Gedanken der Nachhaltigkeit folgen,        „Salzburger Netzwerkes Bildung für nach-
Ergebnisse inklusive einer umfassenden Ana-       3. bei regionalen Initiativen mitzuarbeiten    haltige Entwicklung und globales Lernen“
lyse der Situation in Salzburg präsentiert. An-   oder diese zu unterstützen.                    – sabine. In diesem Forum von Bildungs-
geregt wurde dabei auch Folgendes:                                                       (RiB)   einrichtungen setzen sich Organisationen
                                                                                                 und Einzelpersonen mit Themen der Bil-
                                                                                                 dung für eine nachhaltige Entwicklung in
                                                                                                 globaler Perspektive auseinander. Neben
                                                                                                 vielen Einzelveranstaltungen bietet „sabi-
                                                                                                 ne“ auch den Nachhaltigkeitsintensivlehr-
                                                                                                 gang „Ideen wachsen lassen“ an.

                                                                                                 Weitere Informationen finden Sie auf un-
                                                                                                 serer Homepage unter www.salzburger-
                                                                                                 bildungswerk.at/de/bildungsbereiche/
 Eindrücke von der regionalen Veranstaltung im Lungau zum Thema „Ernährung“.                     projekte oder www.suedwindsalzburg.at.




„Aufbrechen“ in ein neues Miteinander
Das war das Herbstsymposion 2012 im Lungau                                                                           VON PETER UND LIESI LÖCKER




D
        er Lungau und die Kärntner Nock-          Bürgerbeteiligung gelebt und umgesetzt         für eine erfolgreiche Partizipation. Sie stell-
        berge wurden im Juli 2012 als Bio-        werden?“ fand das 12. Herbstsymposion im       te fest, dass die Politikverdrossenheit nicht
        sphärenpark (BSP) der UNESCO (=           Lungau statt.                                  mit einem Desinteresse an Politik gleichzu-
Modellregion für nachhaltige Entwicklung)                                                        setzen ist. Vielmehr ist es die Art, wie Politik
anerkannt. Als Pflichtkriterium eines BSP         „Empire Me – Der Staat bin ich“                gemacht wird, die den Unmut der Bürge-
gilt das nachweisliche Mitbestimmen und           Der Einstieg mit dem Film „Empire Me – Der     rInnen verursacht.
Mitgestalten der Bevölkerung und NGOs.            Staat bin ich“ war kontrovers und zeigte       Stainer-Hämmerle fordert einen Paradig-
                                                  die vielen Facetten, wie Menschen selbst-      menwechsel: „Politik darf nicht (mehr) als
BürgerInnen müssen aufbrechen und ak-             bestimmt leben, auf. Danach sprach Ka-         Kampf von Interessen, sondern als Herstel-
tiv mitgestalten können. Dazu gilt es auch,       thrin Stainer-Hämmerle, Politologin an der     lung von Gemeinwohl verstanden werden.
Strukturen aufzubrechen und Eingefahrenes         Fachhochschule Kärnten, vom „Mitreden          Denn für die bisher Herrschenden bedeutet
zu erneuern. Unter dem Motto „Wie kann            und Mitentscheiden“, also über Faktoren        Partizipation automatisch Machtverlust,



03/2012 dreieck
Aus G emei n de un d Bez irk        | 35


aber eventuell Vertrauensgewinn“. Sie be-                                                        All dieses Grundwissen über Basisdemo-
zeichnet folgende Aspekte als die Eckpfeiler                                                     kratie und Beteiligung sollte bei der Po-
der Partizipation: Einbettung ins Entschei-                                                      diumsdiskussion zu Wegen führen, wie
dungssystem, transparentes Grundkonzept,                                                         im Biosphärenpark Lungau Beteiligung
gemeinsam vereinbarte Spielregeln und                                                            ermöglicht werden kann. Während Re-
Konsensprinzip, Unterstützung durch neu-                                                         gionalmanager Josef Fanninger und die
trale Moderatoren, Einbindung von Sach-                                                          Bürgermeister Wolfgang Eder und Franz
und Prozesskompetenz, nachvollziehbare                                                           Winkler genug Beteiligungsmöglichkeiten
Ergebnisse, deliberierte Ergebnisse, Öffent-                                                     für die BürgerInnen sahen, orteten die Zu-
lichkeitsarbeit, nachvollziehbare Entschei-     TeilnehmerInnen des Herbstsymposions 2012        hörerInnen, dass es noch zu wenig Möglich-
dung und Umsetzung, Nachsorge und Re-           im Lungau.                                       keiten der Beteiligung gibt. Vor allem sollen
flexion.                                                                                         sich alle, die wollen, beteiligen können,
                                                 se jetzt Wirklichkeit wird. Was stört, ist      nicht nur ausgesuchte Personen. In der Dis-
Mehr direkte Demokratie                          „der Wähler“, so Wolfgang Radlegger und         kussion wurde festgestellt, dass es vor dem
Projekte, welche mit Bürgerbeteiligung           Wolfgang Gmachl. Sie erläuterten die An-        Beginn eines Prozesses klare Ziele braucht,
umgesetzt werden, brauchen zwar eine             liegen von „MeinOE – Demokratie jetzt“. „Es     die Wege müssen offen sein für alle, die sich
längere Planungsphase, sind aber meist           braucht ein neues Wahlrecht, mehr direkte       engagieren und beteiligen wollen.
schneller umgesetzt. Am Beispiel des „Salz-      Demokratie, einen Ausbau der Grund- und         Mit dem „Wos ma selba hom“ klang das
burger Modells“ zeigte Wilfried Rogler auf,      Freiheitsrechte, ein starkes unabhängiges       Symposion in bewährter Weise aus.
wie BürgerInnenbeteiligung in einem Ent-         Parlament, den Kampf gegen die Korrup-
scheidungssystem verankert werden kann.          tion, einen neuen Föderalismus, unabhän-        Peter Löcker ist Bildungswerkleiter
                                                                                                 in St. Margarethen.
Die Initiative „mehr Demokratie Salzburg“        gige Medien und eine Reform der Parteien“,
arbeitet schon viele Jahre daran, dass die-      waren sich die beiden einig.




 Das lern.fest 2012 machte Lust aufs Lernen

  B
          ereits zum zweiten Mal fand am 6. Oktober 2012 das „lern.      für Veranstaltungen des Kulturforums Hallein sowie Tennengau-
          fest“ der Lernenden Region Tennengau statt. Insgesamt          Bücher, Bücher der Pucher Autorin Hermine Weixlbaumer-Zach,
          zehn Bildungseinrichtungen aus dem gesamten Bezirk             eine Mundart-CD und eine DVD zu „Stille Nacht“.
  präsentierten, koordiniert von Mag. Heike Guritzer-Maurer, der         Folgende Einrichtungen waren 2012 vertreten: Biber-Bildungsbe-
  Leiterin der Lernenden Region, ein vielseitiges und abwechs-           ratung, Bibliotheken, Evangelisches Bildungswerk, IKU Hallein, Ka-
  lungsreiches Angebot in der Halleiner Salzberghalle.                   tholisches Bildungswerk, Ländliches Fortbildungsinstitut, Netzwerk
  Rund 300 BesucherInnen konnten unter mehr als 50 Angeboten             Bildungsberatung, Salzburger Bildungswerk, Volkshochschule Ten-
  wählen, sich über Erwachsenenbildung informieren und vieles            nengau und Wirtschaftsförderungsinstitut Tennengau.            (MP)
  auch kostenlos vor Ort ausprobieren.
  So gab es beispielsweise auf Initiative des Bezirksleiters des Salz-
  burger Bildungswerkes, Michael Neureiter, ein Tennengau-Quiz
  mit 13 Fotos und vielen Preisen. Etwa 50 Besucherinnen und
  Besucher beteiligten sich und versuchten, die 13 Fotos den 13
  Tennengauer Gemeinden richtig zuzuordnen. „Es ging um die 13
  Richtigen in möglichst kurzer Zeit, eine Teilnehmerin schaffte es
  in 40 Sekunden“, berichtet Neureiter, der mit dem Quiz auch den
  Bildungsauftrag „Lebensraum“ verbindet. „Das Salzburger Bil-
  dungswerk hat für mich die Bildungsaufträge Generationen, Le-
  bensraum und Kultur: Beim ‚Lebensraum‘ geht‘s um die Kenntnis
  unserer kleinen Welt und um Impulse für das Zusammenleben und
  die aktuellen Fragen!“ Den Besten überreichte Bezirksleiter Neu-
  reiter Kulinarisches, Kulturelles und Lektüre. Darunter Gutscheine




                                                                                                                                       dreieck   03/2012
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                                                                                               waren die neuen Medien in den Schulen

 Werte erhalten – Gegenwart                                                                    – so trafen sich Jung und Alt in den Com-
                                                                                               puterräumen der Hauptschule.

 gestalten – Zukunft ermöglichen                                                               SeniorInnen aus dem Ort beschäftigten
                                                                                               sich unter der Leitung von Prof. Dr. Stie-
                                                                                               ger intensiv mit dem Thema „Chancen
 Bildungswoche in Großarl                                                                      des Älterwerdens“. Anklang fand auch
                                                                          VON WERNER THORBAUER
                                                                                               der Vortrag von Univ.Doz. Dr. Karl Buch-



  E
        nde September 2012 feierte Groß-            meinsam gestaltete, Elternwerkstatt zum    graber zum Thema „Wert der Bergbauern
        arl gemeinsam das Erntedankfest             Thema „Vorlesen ist Liebe“ sowie eine      für die Gesellschaft – ohne Bauersleut’ kei-
        und eröffnete gleichzeitig eine Bil-        Abendveranstaltung zum Thema „Famili-      ne Kulturlandschaft und kein Essen“.
  dungswoche, die ein überaus spannendes            enfreundliche Gemeinde“.                   Bürgermeister Johann Rohrmoser, Vize-
  Programm bereithielt. Unter dem Motto                                                        bürgermeister Johann Ganitzer, GR Jo-
  „Werte erhalten – Gegenwart gestalten –           Ein Tag der Bildungswoche gehörte ganz     hann Kreuzer und AL Franz Hasler gaben
  Zukunft ermöglichen“ wurde versucht, die          den Schulen. „Schule früher –Schule heu-   einen Überblick über die Entwicklung der
  Gemeinschaft und das Zusammengehö-                te“: Schreibend, erzählend, singend, musi- Marktgemeinde Großarl seit 1962.
  rigkeitsgefühl zu stärken und für Jung und        zierend und gestaltend näherten sich die   Den Abschluss der Woche bildete eine
  Alt kulturelle, bildungsmäßige, unterhalt-        einzelnen Schulen des Ortes über den Vor-  Zauberreise mit Musik nach „somewhere
  same und abwechslungsreiche Veranstal-            mittag dem Thema.                          over the rainbow“ – ein Konzert mit Chor
  tungen zu bieten. So gab es neben einer           Am Abend gestalteten die Schulen der       und Solisten des Esembles Annelie in der
  Fotoausstellung „Wie die Zeit vergeht?! –         Marktgemeinde nach einem Impulsreferat     voll besetzten Turnhalle.
  Wie war es einmal?“, einem Kabarett mit           von Frau BSI i.R. OSR Heidelinde Kahlham-
  Ingo Vogel über Gesundheit auch eine,             mer eine gut besuchte Podiumsdiskussion.   HD i. R. Werner Thorbauer ist Bildungswerkleiter
                                                                                               in Großarl.
  mit dem Katholischen Bildungswerk ge-             Ebenfalls Schwerpunkt in dieser Woche




 Die Schulen veranstalteten ein öffentliches Lesen. Überall im Ort konnte man ein Buch in die Hand nehmen, in die Welt der Bücher eintauchen und dazu
 Kulinarisches aus der Region genießen.




Bildungs- und Nationalparktage in Muhr
                                                                                                                                 VON ROBERT GRIESSNER




S
       eit zwei Jahrzehnten erstreckt sich         Es wurde eifrig diskutiert und für die Zu-          Viele Interessierte aus dem gesamten Lun-
       der Nationalpark Hohe Tauern auch           kunft geplant. Mit ExpertInnen wurden die           gau besuchten die Nationalpark-Ausstel-
       auf das Gemeindegebiet von Muhr.            Besonderheiten der Almregion sowie des              lung im historischen Blasnerhof. Heimische
Mit einem Anteil von insgesamt 1711 ha ist         naturbelassenen Karwassersees erforscht.            Sammler und Künstler zeigten ihre Rari-
Muhr die östlichste Nationalparkgemeinde           Ein Erlebnis für alle Naturfreunde bildete          täten und Werke und gaben fachkundige
und die einzige im Lungau. Im Rahmen der           die Vorstellung des Naturdenkmals Kande-            Informationen. Kreatives wurde von Kinder-
8. Bildungs- und Nationalparktage widmete          laberfichte, die auf Grund der eigenartigen         garten und Volksschule sowie von Jugend-
sich die Muhrer Bevölkerung verstärkt dem          Verzweigungen das Aussehen eines vielar-            lichen der Gemeinde aus- und vorgestellt.
Nationalparkgedanken.                              migen Kerzenleuchters erhält.                       Großen Anklang bei den Kindern fand das



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Aus G emei n de un d Bez irk     | 37




Im Rahmen der Gemeindeversammlung wurde
Bildungswerkleiter Robert Grießner mit dem
Goldenen Verdienstzeichen der Gemeinde Muhr
geehrt. Im Bild (v.li.) Vizebgm. Michael Macheiner,
Robert Grießner, BH Dr. Robert Kissela und Bgm.
Sepp Kandler.


von einem Nationalparkranger angeleitete
„Steine schleifen“.
                                                      Besprechung Biosphärenpark beim Naturdenkmal Kandelaberfichte. Die Lungauer Bildungswerkleite-
                                                      rInnen werden die Entwicklung von Projekten im Sinne des Biosphärenparks unterstützen und begleiten.
Das Thema „Perspektiven der Gemeinde
Muhr als Nationalpark- und Biosphärenpark-            sprach sich in diesem Zusammenhang für              mit Bgm. Toferer und einer Delegation der
gemeinde“ bildete die Grundlage für eine              eine intensive Einbindung der Bevölkerung           südsteirischen Stadtgemeinde Mureck fan-
Gemeindeversammlung. Mag. Fanninger                   aus. In Themenkreisen sollen in nächster            den die 8. Muhrer Bildungs- und National-
informierte ausführlich über den „Biosphä-            Zeit zielführende Ideen gesammelt und               parktage mit einer Bergandacht auf dem
renpark“ und gab der Hoffnung Ausdruck,               ausgearbeitet werden.                               2402 Meter hohen Mureck einen feierlichen
dass der Lungau in Zukunft auf Basis dieses           Gemeinsam mit BH HR Dr. Kissela, Bgm.               Abschluss.
Prädikates innovative Projekte entwickeln             Kandler und vielen Einheimischen, Bewoh-
und umsetzen möge. Bgm. Sepp Kandler                  nerInnen der Nachbargemeinde Hüttschlag             Robert Grießner ist Bildungswerkleiter in Muhr.




Die Zeit ist reif für einen nachhaltigen Lebensstil!
Biosphärenpark Lungau



D
        er Lungau ist eine bedeutende Kulturlandschaft! Ende Sep-
        tember 2012 bekam diese gemeinsam mit den Kärntner
        Nockbergen die UNESCO-Auszeichnung „Biosphärenpark –
Modellregion für nachhaltige Entwicklung“. Nachhaltigkeit soll nun
in ökologischer, ökonomischer und sozialer Hinsicht gelebt werden
und zwar im gesamten Bezirk. Dies basiert auf einem Versprechen,
das sich alle Gemeinden des Lungaus gegeben haben. Es geht dabei
um die Umsetzung der in Rio 1992 verabschiedeten Lokalen Agen-
da 21. Dieser LA-21-Prozess läuft nun auf Hochtouren, betreut von
der SPES-Zukunftsakademie (Abkürzung für Studiengesellschaft für
Projekte zur Erneuerung der Strukturen) in Schlierbach. Das Salz-
burger Bildungswerk Lungau war von Anfang an Wegbegleiter                         Lungauer BildungswerkleiterInnen im Biosphärenparkbüro in
dieses Gedankens. Nun soll das Salzburger Bildungswerk Lungau                     Mauterndorf.
der Bildungspartner des Biosphärenparks sein. Bezirksleiter Robert
Grießner, Stefan Fanninger und DI Jasmin Pickl haben deshalb alle               werke an den örtlichen Prozessen beteiligen und die Umsetzung
BildungswerkleiterInnen zu einer Besprechung in das Biosphären-                 des Biosphärenparks durch ein partizipatives Bildungsprogramm
parkbüro eingeladen. Dort wurde vereinbart, dass sich die Bildungs-             unterstützen.                                              (RiB)




                                                                                                                                             dreieck   03/2012
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  Der Zeit enthasten
  7. Bildungswoche und 50 Jahre Bildungswerk Werfenweng
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  D
          er Zeit enthasten: Unter diesem                                                        in der Folge den Alltag leichter bewälti-
          Motto feierte das Salzburger Bil-                                                      gen.
          dungswerk Werfenweng Anfang                                                            Ein Vortrag über „Safer internet“ vermit-
  Oktober sein 50-jähriges Bestehen. „Im-                                                        telte vor allem Sicherheit im Umgang mit
  mer schneller, immer höher, immer wei-                                                         Facebook. Jugendliche und Erwachsene
  ter“: So kann man den EU-weit erkenn-                                                          wurden auf alle damit verbundenen Ge-
  baren Trend beschreiben, der sich schon                                                        fahren aufmerksam gemacht, erfuhren
  lange nicht mehr nur auf den Berufsalltag                                                      aber auch, wie man sich gezielt vor Fal-
  beschränkt, sondern in vielen Bereichen                                                        len im Internet schützen kann. Sehr gut
                                                   Fotos: Toni Aichhorn




  unserer schnelllebigen Gesellschaft fest-                                                      angenommen wurde auch der von Anna
  stellbar ist. Freizeitstress und Burnout sind                                                  Brandner angebotene Kurs „Seifenschaum
  die wohl bekanntesten Auswirkungen die-                                                        und Badefreuden“.
  ser Entwicklung.                                                                               Somit gab es in Werfenweng eine Woche
  Mit unseren Veranstaltungen wollten wir          Dank Yoga-Tuch ein Gefühl der tiefen          lang ein sehr vielfältiges Angebot zum
  Möglichkeiten bieten, der Zeit ein wenig         Entspannung.                                  Thema „Der Zeit enthasten“, das erfreu-
  zu enthasten, Zeit zu finden für sich selbst,                                                  licher Weise auch großen Zuspruch bei
  für Familie und Freunde.                         Am nächsten Tag lernten alle Beteiligten      den Männern fand.
                                                   ein völlig neues Gefühl der tiefen Entspan-
                                                   nung und körperlichen Befreiung kennen.       Sonja Zechner ist Bildungswerkleiterin in
                                                                                                 Werfenweng.
                                                   In einem von der Decke hängenden Yoga-
                                                   Tuch praktizierten alle TeilnehmerInnen
                                                   die von Wolfgang Popp vermittelten
                                                   Übungen zur Geschmeidigkeit der Mus-
                                                   kulatur und Lockerung der Gelenke. Ent-
                                                   spannungsmusik und das Ambiente des
                                                   Schimuseums verstärkten die Wirkung der
                                                   sehr beeindruckenden Körpererfahrung.

                                                   Wohlfühloasen im Alltag
  Begleitet von wohlriechenden Düften kreierte     Lernen durch Selbsterfahrung war auch
  jeder sein persönliches Badeerlebnis aus hoch-   ein wesentlicher Schwerpunkt im Work-
  wertigen Naturprodukten.                         shop „Gelassen und sicher im Stress“. Dr.
                                                   Christa Reinecker versuchte zu vermitteln,
  Erste Gelegenheit bot sich im Anschluss          wie wichtig und effizient es ist, kleine
  an die Eröffnungsfeier bei der Lesung von        Wohlfühloasen in den Alltag einzubauen.
  Mundartdichter Toni Aichhorn. Trotz allem        Über den Weg der Sinne kann sehr schnell
  Humor steckte in jeder Geschichte auch           Wohlbefinden und Entspannung erzielt
  ein Fünkchen Wahrheit, und so regten die         werden: Sei es durch Hören eines be-
  sehr authentisch vorgetragenen Stücke            stimmten Musikstückes, durch Betrachten
  nicht nur zum Lachen, sondern auch zum           eines bewusst ausgewählten Bildes oder
                                                                                                 Zu Hause konnten Badetaler, Sprudelpralinen,
  Nachdenken an. Musikalisch umrahmt               durch Riechen eines beliebten Duftes. Die
                                                                                                 Badesalz, Lippenpflege und Seifenstücke stolz
  wurden die Texte von den Aubichimusi-            dadurch hervorgerufenen Assoziationen         präsentiert und zur Entspannung verwendet
  kanten.                                          stimmen uns glücklich und lassen uns so       werden.




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Ar bei t sk re ise    | 39




Berichte aus der Gemeinde
Kuchl und dem Stadtteil Parsch
Es geht auch ganz gemütlich!
Das war unsere Zeit: Bericht aus Kuchl
                                                                                                                         VON MARIA PLÖSSNIG




I
   m Offenen Seniorentreff in Kuchl haben                                                  Es hat Spaß gemacht! Daher fand in Kuchl
   sich am 27. Oktober 2012 erstmals Seni-                                                 Anfang Dezember bereits das zweite Er-
   orInnen und interessierte KuchlerInnen                                                  zählcafé statt. Damit man sich in Kuchl „wie-
getroffen, um zwanglos bei Kaffee und                                                      der an Sachen erinnert, die man eigentlich
Kuchen über vergangene Zeiten zu plau-                                                     schon vergessen hat“. Parallel startete auch
dern. Dabei wurden so manche historische                                                   ein von der Pfarre und Kuchler Jugend-
„Schätze“ und Anekdoten ausgegraben. So                                                    lichen gestaltetes Projekt „Das ist unsere
wurde beim Foto jener Straßenwalze, die                                                    Zeit“: Jugendliche bringen hier den Seni-
die Kuchler Bundesstraße erstmals (1927)                                                   orInnen „ihre“ Lebenswelt mit Facebook,
asphaltiert hat, in Erinnerungen geschwelgt                                                Google und Youtube näher.
– wie der Asphalt an den bloßen Füßen ge-     Füße einfach abends ins Bett gelegt hat
klebt hat, wie man sich trotz schmutziger     undundund ...                                Mag. Maria Plößnig ist Bildungswerkleiterin in Kuchl.




In Parsch war und ist immer was los
Das war unsere Zeit: Jugend interviewt ZeitzeugInnen
                                                                                                                  VON CHRISTINE HACKENBERG




E
     nde September begrüßte Ricci Bayer       Freunde des Stadtteilvereins Parsch. Unter   im Stadtteil. Primar i.R. Dr. Josef Rücker
     beim ersten Kulturcafé nach der Som-     dem Titel „Das war unsere Zeit!“ befragten   übernahm die Moderation, umrahmt von
     merpause im bis auf den letzten Platz    StudentInnen der Uni Salzburg „Ur-Par-       Bildern und Musik (Julia Willi, 16 Jahre) aus
besetzten Pinzgausaal des Heffterhofes die    scher“ über ihre Kinder- und Jugendzeit      der guten alten Zeit. 



 1. Gespräch                                            rude Starnberg (J
                                                                           ahrgang
                      .1988) unterh ielt sich mit Gert
  Romana Davare (geb                                                        Parsch
                                                         te ihren Mann in
  1931)                               hekerhof und lern                      rt.
  Unsere Zeitzeug  in wohnte im Apot           r Familie  von Bomben zerstö
                    gsende  wurde das Haus de              ihrer  Lehre bei einem
  kennen. Bei Krie                       he Karriere mit                         r
                        nn ihre beruflic                       mit dem Putzen de
  Fr au Starnberg bega      itsbeginn war   7.00 Uhr morgens       nntal gebracht,
                     . Arbe                                     No
                                            die Wäscherei nach bend. Musste man
  Friseur in Parsch      e Wäsche wurde in
      ölten Fußböden. Di um 19.00 Uhr war schließlich Feie
                                                               ra                      nntag machte man
   ge                                                                höne Zeit. Am So
   natürlic h zu Fuß, und                  sich de nnoch an eine sc                  bis nach Bad Isch
                                                                                                       l
                        en, erinnert sie                         Land, zum Beispiel                    e
   au ch Samstag arbeit       ge mit dem Fa hrrad, quer durchs        haft und Düre rfilmstudios in di
   oft aben teuerliche Ausflü          n dann die   Wienfilmgesellsc              nen in  der unmittel-
                      Schließlich kame                          n SchauspielerIn
   und auch weiter.                            der man berühmte
                      ne sp annende Zeit, in
   Nachbarschaft. Ei
                     aft begegnete.
    baren Nachbarsch



                                                                                                                               dreieck       03/2012
40 |   A r b e i t sk re i se




2. Gespräch                                                                                Dr. Josef Rücker zog Resümee über die „gute
                                                                                           alte Zeit“, schlug eine Brücke zur Gegenwart
  Walter Pamminger (Jahrg                                                                  und hielt fest: Die Jugend von damals war
                           ang 1939) erzählte Felix
  1994) wie er mit seiner Fam                            Scope (geb.                       zwar finanziell arm, aber voller Ideen und
                               ilie (Eltern und sechs Ges
  insgesamt waren es 15                                   chwistern),
                           Kinder im damaligen Bra                                         glücklich. So ist es einfach wichtig, selbst
  aufwuchs. Jede Familie hat                          ndstätterhaus,
                              te 24 m² Wohnfläche, Bad                                     kreativ zu werden und alles kritisch zu hin-
  befand sich für alle Bew                              und Toilette
                           ohner gemeinsam am Gang.
  Enge störte niemand, die                             Die häusliche                       terfragen. Zufriedenheit und Respekt vor
                             Wohnräume wurden ja nur
  Schlafen benutzt.                                    zum Essen und                       dem Alter war und ist wichtig.
  Jeder Morgen startete mit                                                                Und ein sich ständig wiederholendes Phä-
                                 einem Fußmarsch zur „ro
 trischen“ (Straßenbahn),                                  ten Elek-
                            dann weiter in die Andräs                                      nomen: Die neue Generation weiß immer,
 Rechen-, Schreibheft und                              chule. Je ein
                            ein Zeichenblock waren dam                                     was die vorhergehende hätte machen sol-
 terial für den Unterrich                                als als Ma-
                          t ausreichend. Nicht sel
 Schulweg über Umwege nac                            ten führte der                        len, niemand ist aber für die Gegenwart zu-
                          h Hause und dauerte daher
 Nach dem Essen wurde rasch                           etwas länger.                        ständig.
                              die Aufgabe gemacht, dann
 lich der spannende Teil                                 begann näm-                       Bei dieser Veranstaltung ist es gelungen, den
                          des Tages: Fischen im Ger
 punkt Kreuzberg, im Winter                           sbach, Treff-
                               Skifahren auf der Sanato                                    so wichtigen Dialog zwischen den Genera-
 je nach Jahreszeit konnte                               riumswiese,
                             man in den umliegenden Sch                                    tionen – ein heutzutage sehr schwieriges
(wenn die Besitzer nicht                                 rebergärten
                           anwesend waren) auch Obs
gab nur einen einzigen und                           t „ernten“. Es                        Unterfangen – anzuregen. Anschließend
                                daher kostbaren Ball, der
auch mal im Blumenbeet der                                 , wenn er                       konnten alle den begonnenen Meinungs-
                              Nachbarn landete, wieder
rückgeholt wurde. Taschenge                             schnell zu-                        austausch bei einem Imbiss in persönlichen
                             ld war unbekannt, dennoch
terhaltung stets gesorgt.                                war für Un-
                            … eine scheinbar glücklich                                     Gesprächen fortführen.
Die Kapitulation Österreic                              e Kindheit.
                            hs im Frühjahr 1945 bracht
dem Einmarsch amerikanisch                               e dann mit                        Christine Hackenberg betreut die Öffentlichkeits-
                             er Soldaten die erste Beg
einem farbigen Soldaten.                                 egnung mit                        arbeit für den Stadtteilverein Parsch.




 3. Gespräch                                              mburg) sprach mi
                                                                             t Michael
                     rald Lohmann    (geb. 1926 in Ha
  Zeitzeuge Dr. Ha                                                           ichen Fa-
           (Jahrgang 1982).                              seiner gutbürgerl
  Lechner
                     nseate aus de   r Großstadt mit               yll kam, hatte er
  Als der junge Ha                              ins ländliche Id                Mundart
                       hwes ter und Bruder)                 sch und Parscher
  milie (Eltern, Sc                    kämpfen, Hochdeut                      me waren
                     chproblemen zu                                      oble
                                                     kommunikativen Pr auerei der
  vorerst mit Spra              atibel. Aber die                          br
  waren ei  nfach nicht komp            e Eisprodukt   ion für die Bier
                     en, besonders di
   schnell überwund                     Kindern angetan.                      ert, aber
                     er hatte es den                      ch nicht asphalti                         eln“ für
   Familie Schmeder                   rgstraße, war no                            n die „Lichtmand
   Die einzige St raße, die Gaisbe           digen Handwerk   er. Abends sorgte         fuhrwerke transp
                                                                                                         or-
                                alle notwen                                rde. Pferde
   es gab  damals in Parsch               rgen wieder    ausgeschaltet wu            Hausbau,  Lebensmittel,
                      chtung, die am Mo alles Notwendige: Ziegel für den                  stärkten sich di
                                                                                                            e
   die Straßenbeleu           rkehrsmittel                             den Gasthäusern
   tierten  als einzige Ve                  nbier. In    den umliegen                 hwierige n Zeiten ver-
                        ieglbier und Ster                         wirtschaftlich sc      ntag, Dienstag un
                                                                                                            d
    Bierfässer für St fstieg auf den Gaisberg. In den                  tteln war nur Mo
    Wanderer  vor dem Au                  mit Bier    wegzuspülen, be                   r. Aber  es gab auch
                      her seine Sorgen                               fonverbindung he        und die Feigen-
    suchte auch manc                               stellte die Tele
              erlaubt. Das    Fräulein vom Amt          ung von Lokomo  tiven, Brückenbau              ch die
    Mittwoch                               : Herstell                                , führte in Pars
                       etriebe in Parsch                         Paulaner Brauerei , sehr zum Ärger der
    schon Industrieb                       So hn und Erbe der                  und fuhr
                       dwig Schmederer,                    Pflanzen hierher                          e Stadt,
    kaffeefabrik. Lu                   achte exotische                             iner Villa in di
     moderne Landwi rtschaft ein, br           Kaiserhaus vo   rbehalten) von se       nzielle Zuwendung
                                                                                                          den
                                   r nur dem                                gige, fina
     Polizei, 5-spännig (das wa                  und re ttete durch großzü
                          ein eigenes E-Werk
     weiters betrieb er      n vor dem Bankro
                                                 tt.
                        erei
     Salzburger Kunstv


Das war unsere Zeit!
Das Projekt des Arbeitskreises Seniorenbildung im Salzburger Bildungswerk wird von Landesrätin Dr. Tina Widmann
gefördert und zielt darauf ab, in jeder der 119 Gemeinden des Landes Salzburg mindestens zwei ZeitzeugInnen          salzburger
zu befragen. Der Fokus liegt auf den Geburtsjahrgängen vor 1933, denn keine Generation davor hat so viele Ver-         bildungswerk
änderungen miterlebt wie jene der jetzt über 80-Jährigen. Mit Fragen zu Schulweg, Mahlzeiten, Beruf, Sitten und      das war unsere zeit
Gebräuchen sollen subjektive Erinnerungen gesammelt werden, die ein besonderes Stück Salzburger Geschichte
dokumentieren und für nachkommende Generationen identitätsstiftend sind.



03/2012 dreieck
Per sona lia    | 41




Das Salzburger Bildungswerk gratuliert ...
Ing. Herbert Walkner zur Ehrennadel in                tion vorbereitet und durchgeführt. Beson-      die die Arbeit des örtlichen Bildungswerkes
Silber des Salzburger Bildungswerkes. Her-            ders hervorzuheben sind die Projektwo-         immer unterstützt. Ihre Arbeit für die Orts-
bert Walkner leitete seit 1999 das Salzbur-           chen, die sich mit den Themen Energie,         chronik und ihr umfangreiches Wissen um
ger Bildungswerk St. Koloman. In dieser               Gesundheit, Sicherheit und Generationen        die Geschichte der Gemeinde sind wert-
Zeit wurden rund 300 Veranstaltungen                  befassten. Daneben gab es noch Kinder-         volle Impulse.
durch das Bildungswerk bzw. in Koopera-               festwochen und Veranstaltungen zur El-
                                                      ternbildung sowie zur politischen Bildung.
                                                      Drei Bildungswochen wurden in dieser Zeit        OSR Helmut Brandstätter, Bildungswerk-
                                                      durchgeführt, darunter auch eine gemein-         leiter in Grödig
                                                      sam mit Bad Vigaun – das hatte es bis dato       Bgm. Johann Ganisl, Nußdorf
                                                      noch nicht gegeben.                              Brunhilde Grasser, ehem. Mitarbeiterin
                                                      Günther Signitzer, der Direktor des Salzbur-     des Salzburger Bildungswerkes und Mit-
                                                      ger Bildungswerkes, bedankte sich bei Ing.       glied des Arbeitskreises Seniorenbildung
                                                      Herbert Walkner für das langjährige Enga-        Bgm. Andreas Haitzer, Schwarzach
                                                      gement im Bildungs- und Kulturbereich            Dr. Wolfgang Kirchtag, Bildungswerklei-
                                                      sowie bei allen seinen MitarbeiterInnen.         ter in Henndorf
Im Bild (v.li.) Bgm. Willi Wallinger, Herbert Walk-   Insbesondere dankte er auch der Leiterin         Daniel Krainer, ehem. Bildungswerkleiter
ner und die neue Bildungswerkleiterin Petra Eisl.     des Mundartarchives, Erika Rettenbacher,         in Bürmoos
                                                                                                       OSR Rudolf Langer, ehem. Bildungswerk-
                                                                                                       leiter in Hollersbach und Bezirksleiter
 Werner Thorbauer zur Ehrennadel in Silber                                                             Pinzgau
 des Salzburger Bildungswerkes. Werner                                                                 Bgm. Bettina Mitterer, Lofer
 Thorbauer leitet seit 1999 das Salzburger                                                             Bgm. Peter Perner, Lessach
 Bildungswerk Großarl. Er kam als junger                                                               Reg. Rat Othmar Purkrabek, ehem.
 Lehrer in die Marktgemeinde und war                                                                   Bildungswerkleiter in Mariapfarr
 über viele Jahre Direktor der Hauptschu-                                                              Bgm. Dr. Christian Stöckl, Hallein
 le. Sein Anliegen ist die Kooperation der                                                             Bgm. Paul Weissenbacher, Hintersee
 Vereine und die Unterstützung sozialer In-                                                            Sieglinde Wessely, ehem. Bildungswerk-
 itiativen im Großarltal, wo er mit dem Ge-                                                            leiterin in Tweng
 schäftsführer des „Sozialen Hilfsdienstes                                                             Dr. Renate Woerle-Velez Pardo, WIFI
 Großarltal“ und Leiter des Bildungswerkes            Im Bild (v.li.) GR Johann Kreuzer, Vizebgm.      Institutsleiterin
 Hüttschlag, Martin Rohrmoser, eng zu-                Johann Ganitzer, Werner Thorbauer,
                                                                                                       zum runden Geburtstag.
 sammenarbeitet.                                      Bgm. Johann Rohrmoser und AL Franz Hasler.

                                                                                                       Josefine und Anton Heitzmann, Lungau-
                                                                                                       er Heimatmuseum Tamsweg
                                                                                                       Ursula und Alfred Huemer, Museum im
                                                                ... zu 50 Jahre Salzburger             Einlegerhaus Obertrum
                                                                Bildungswerk Werfenweng                Emmi Klettner, Pongauer Heimatmuse-
                                                                Günther Signitzer gratulierte der      um Goldegg
                                                                Gemeinde Werfenweng zum                Walter Reifmüller, Felberturmmuseum
                                                                50-jährigen Gründungsjubiläum          Mittersill
                                                                des örtlichen Bildungswerkes.          Franziska Scheibl, Museum Zum
                                                                Im Rahmen der Eröffnung der 7.         Pulvermacher, Elsbethen
                                                                Bildungswoche Anfang Oktober           sowie Erich Urbanek, Museum Burg
                                                                gab Bgm. Dr. Peter Brandauer           Golling,
Im Bild (v.li.) Kustos Hans Müller, Toni Aichhorn, Bildungs-    einen kurzen Rückblick auf die
werkleiterin Sonja Zechner, Wolfgang Popp (Leiter des
                                                                großartigen      Veranstaltungen       zur Verleihung des Bundes-Ehrenzeichens
Bildungswerkes von 1982 bis 2001), Günther Signitzer und                                               für Freiwilligenleistungen.
Bgm. Peter Brandauer.
                                                                und die zahlreichen Initiativen.




                                                                                                                                    dreieck     03/2012
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                                                       Wir bedanken uns
         Geehrt                                        Das Salzburger Bildungswerk verabschiedet sich von Gabriele di Centa-Laimer als
                                                       Bezirksleiterin im Oberpinzgau. Wir bedanken uns bei ihr für das Engagement im
                                                       Salzburger Bildungswerk und wünschen ihr, dass sich ihr Gesundheitszustand bald
                                                       wieder verbessert!




                                                       S
                                                             onja Christ bedankte sich im Namen des
Fotos: Neumayr




                                                             Salzburger Bildungswerkes bei Markus Kle-
                                                             ment, der seit 1975 in der Abteilung 2 als
                                                       Amtsbote tätig war. Seit 1980 übermittelte er täg-
      Im Rahmen eines Festaktes wurde Primar           lich die Post zwischen dem Amt der Salzburger
      i.R. Dr. Josef Rücker, Mitglied des SBW-Vor-     Landesregierung und dem Haus der Erwachse-
      standes, das „Große Verdienstzeichen des         nenbildung „Corso“. Er übernahm dankenswerter
      Landes“ verliehen. Rücker hat sich als Leiter    Weise auch immer wieder den Transport unserer
      der Neonatologie des Landeskrankenhauses         in der Landesdruckerei produzierten Broschüren
      Salzburg sowie in seinen vielen ehrenamt-        und Handzettel. Lieber Markus, wir wünschen dir
      lichen Funktionen, zum Beispiel als Vorstands-   für die Pension alles Gute, beste Gesundheit und
      mitglied des Salzburger Bildungswerkes oder      bedanken uns für die vielen Jahre verlässlicher
      als Präsident von Intersol, große Verdienste     und umsichtiger Zusammenarbeit!
      erworben.


                                                       Das Salzburger Bildungswerk begrüßt
                                                       Petra Eisl als neue Bildungswerkleiterin in St. Koloman. Sie hat die Ausbildung zur Di-
                                                       plom-Erwachsenenbildnerin mit dem Schwerpunkt Gesundheitsbildung abgeschlos-
                                                       sen, das Generationenfest initiiert sowie seit einigen Jahren im örtlichen Bildungswerk
                                                       mitgearbeitet und u.a. die Kinderfestwochen organisiert.
                                                       Wir wünschen der neuen Leiterin des örtlichen Bildungswerkes viel Erfolg und bedan-
                                                       ken uns für ihre Bereitschaft zu diesem ehrenamtlichen Engagement.

      Friedl Bahner, Bildungswerkleiter in Hallein,
      wurde mit dem „Verdienstzeichen des Landes
      Salzburg“ ausgezeichnet. Bahner ist seit vie-     Zum Gedenken
      len Jahren ein kultureller Motor in der Stadt
      Hallein und der angrenzenden Region. Das          Am 17. August 2012 verstarb nach plötzlicher schwerer Erkrankung Stiftpropst
      Kulturforum Hallein bietet auch in Kooperati-     Vinzenz Baldemair. Neben seiner Funktion als Propst des Kollegiatstiftes Mattsee
      on mit dem Salzburger Bildungswerk ein her-       lagen ihm als langjähriger Kustos besonders das Stiftsmuseum und die Gemein-
      vorragendes Programm.                             schaft der Gemeinde am Herzen. Er war als Seelsorger den Menschen in ihren
                                                        Freuden und Sorgen sehr nahe.
      Der Berufstitel Hofrat wurde an Prof. Dr. Mar-
      tin Wiedemair, Mitglied des SBW-Vorstandes        Nach langer, schwerer Krankheit verstarb am 18. Oktober 2012 Mag. Elisabeth
      und Leiter des Arbeitskreises „Bildungswo-        Kornhofer im 48. Lebensjahr. Wir haben sie als engagierte und überaus kompe-
      chen“, verliehen. Wiedemair ist als Geschäfts-    tente Mitarbeiterin der „arge region kultur“ sowie im Rahmen der Entwicklung des
      führer der ARGE Salzburger Erwachsenen-           Waggerl-Hauses kennengelernt und in den Jahren immer wieder ihren Einsatz und
      bildung ein wichtiger Impulsgeber für die         ihre Tatkraft bewundert. Die Initiativen des Kulturvereines „Blaues Fenster“ sind
      Weiterentwicklung der Erwachsenenbildung          untrennbar mit ihrem Namen verbunden. Als Obfrau hat sie sich immer wieder für
      im Land Salzburg und österreichweit als aner-     die weitere Entwicklung eingesetzt und die vielfältigen Kooperationen gefestigt.
      kannter Experte in zahlreichen Gremien tätig.
                                                        Wir werden Mag. Elisabeth Kornhofer und Vinzenz Baldemair ein ehrendes Geden-
      Wir gratulieren!                                  ken bewahren, unsere Anteilnahme gilt den Angehörigen.




03/2012 dreieck
Per sona lia    | 43



                                                      Trotz strömenden Regens trat das Salzburger Bildungswerk gemeinsam
                                                      mit über 3.000 StarterInnen Anfang September zum zweiten Mal beim
                                                      Salzburger Businesslauf an. Das Team „Ehrenamt“, bestehend aus Barbara
                                                      Vierthaler (Bildungswerkleiterin in Pfarrwerfen), dem Pongauer Bezirkslei-
                                                      ter Dir. Bernhard Hutter und Bildungswerkleiter Dr. Martin Weichbold aus
                                                      Hallwang, erreichte mit einer Gesamtzeit von 1 Stunde und 44 Minuten den
                                                      erfolgreichen 215. Platz. Team „Hauptamt“ rund um DI Richard Breschar,
                                                      Buchhalterin Sonja Christ und Mag. Manuela Pleninger (Öffentlichkeits-
                                                      arbeit) rannte dank CEO-Wertung auf den 112. Platz. Mit einer Zeit von 2
                                                      Stunden und 4 Minuten konnten sie sich im Vergleich zum Vorjahr um zehn
                                                      Minuten verbessern. Das Ziel, gemeinsam Bildung zu bewegen, wurde auf
                                                      jeden Fall erreicht!                                                 (MP)




Buch- und DVD-Tipps
Karl Wolf                                                            Theorie und Praxis der Erziehung unter einem ungewöhnlichen
Biopädagogik                                                         Blickwinkel zu sehen wünschen. Der Erziehungswissenschaft ins-
Reden, Aufsätze, Abhandlungen                                        gesamt müsste es willkommen sein, wenn von Zeit zu Zeit daran
Herausgegeben von Monika Rothbucher und Gerhard Zecha                erinnert wird, dass Erziehung im Leben wurzelt und auf das Leben
LIT-Verlag, Berlin-Wien 2012                                         hin ausgerichtet ist. Erziehung des Leblosen macht keinen Sinn.
ISBN- 978-3-643-50375-6, 388 Seiten, Euro 30,80                      Das vorliegende Werk regt jedenfalls in einladender Weise dazu
                                                                     an, Erziehung für das Leben durch die „Hochschule des Lebens“
Hinter dem unkonventionellen Titel dieses Sammelbandes von           dienstbar zu machen mit dem Endziel eines gelingenden Lebens.
Reden, Aufsätzen und Abhandlungen steht ein unkonventio-             Rezension von Dr. Josef Steidl, ehem. Vorstandsvorsitzender des Salzburger
neller Autor. Seine narrative Pädagogik befasst sich nämlich nicht   Bildungswerkes
primär mit Inhalten der universitären Pädagogik, sondern mit In-
halten der von ihm so genannten „Hochschule des Lebens“. Die-                              Damit es nicht verlorengeht
se ist Inbegriff der Hochschätzung von Erfahrung und Weisheit                         Band 3 – Verein Geschichte Bürmoos
gelebten Lebens. Die „Hochschule des Lebens“ beruht demge-                            Erhältlich: Rupertus Buchhandlung, Höllrigl,
mäß auf einem „unverkürzten Bildungsbegriff“. Ihr buntes Ange-                        Gemeindeämter Bürmoos, Lamprechtshau-
bot steht grundsätzlich allen Lebenskreisen in allen Altersstufen                     sen, Nußdorf und St. Georgen, Papier Pircher
offen. Und was die Gebildeten dieser hohen Schule betrifft, kön-                      und Fa. Jakob in Lamprechtshausen, Raiba
nen sie es mit den herkömmlich Gebildeten ohne Abstriche auf-                         Bürmoos, Bäckerei Pasch oder direkt beim
nehmen, wenn es um Fragen der Lebensbewältigung und eines                             Verein Geschichte Bürmoos.
gelingenden Lebens geht.                                             Es wird auf Wunsch in ganz Europa um 23 Euro versandt.
Im Programm der informellen „Hochschule des Lebens“ stehen
erwartungsgemäß Themenbereiche wie Lebenskunde, Lebens-              Passend zur Weihnachtszeit: DVD-Tipp
führung, Lebenskrisen, Lebensorientierung, Lebensgefühl, Le-         Stille Nacht auf DVD
bensweisheit u.a.m.                                                  Materialsammlung von Mag. Rosina König
Wo findet nun der Autor die Lebenswelt, in der dieses Programm       (auch in Englisch und Italienisch)
authentisch umgesetzt ist? Mit der ihm eigenen Achtsamkeit           Preis: Euro 18, für Mitglieder der Stille-Nacht-Gesellschaft und für
entdeckt er sie in der kleinen, unscheinbaren und oft unbeach-       Bildungseinrichtungen Euro 12, Bestellung: info@stillenacht.at
teten Welt des Alltags, im ursprünglichen Leben der Natur und        oder Stille-Nacht-Platz 7, 5110 Oberndorf
im schöpferischen Leben der Kunst. Die Beiträge „Pädagogische        Die Materialsammlung „Stille Nacht auf DVD“, bestehend aus
Gegenseitigkeit“ sowie die Lebensbilder über „Adalbert Stifter als   eigenen Publikationen, Autographen, Tondokumenten, Foto-
Erzieher“ und „Rudolf Szyszkowitz – Werk und Leben“ spiegeln         material und Filmen, soll künftig in Schulen und Erwachsenen-
diese Entdeckung beispielhaft wider.                                 bildungseinrichtungen zur Verwendung für Präsentationen und
Die Lektüre dieses klar verständlich geschriebenen und teilweise     Medien und in der Vermittlung des Lieds, seiner Entstehung und
mit feinem Humor gewürzten Werkes mag all jene bereichern, die       seiner Botschaft zum Einsatz kommen.




                                                                                                                                    dreieck    03/2012
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                                    Info-Mail. Entgelt bezahlt.




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             Das Salzburger Bildungswerk wünscht
             angenehme Feiertage und
             ein besinnliches Weihnachtsfest.




salzburger
                            Wir machen
  bildungswerk        Bildung lebendig!

Erwachsenenbildungs-Magazin dreieck 02/2012

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    Erwachsenenbildungs-Magazin des SalzburgerBildungswerkes 03/2012 Wann beginnt Erziehung? Neu anfangen – Lernen FÜR ein Leben (lang)! Oma allein zu Haus FreiwilligenkoordinatorIn salzburger bildungswerk
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    Das Team desSalzburger Bildungswerkes Direktion Karin MARESCH Gemeindeentwicklung Günther SIGNITZER Sekretariat Salzburg Geschäftsführung Tel: 0 662-87 26 91-12 Alexander GLAS Tel: 0 662-87 26 91-14 karin.maresch@sbw.salzburg.at Tel: 0 662-87 26 91-13 g.signitzer@sbw.salzburg.at Isolde MRWA alexander.glas@sbw.salzburg.at Sarah Baier Organisation Milica GLIBO Sekretariat Tel: 0 6277-77 94 Tel: 0 662-87 26 91-27 Tel: 0 662-87 26 91-24 isolde.mrwa@sbw.salzburg.at milica.glibo@sbw.salzburg.at sarah.baier@sbw.salzburg.at Manuela Pleninger Anita MOSER Richard BRESCHAR Öffentlichkeitsarbeit Tel: 0 662-87 26 91-18 Örtliche Bildungswerke Tel: 0 662-87 26 91-16 anita.moser@sbw.salzburg.at Tel: 0 662-87 26 91-19 manuela.pleninger@sbw.salzburg.at richard.breschar@sbw.salzburg.at Brigitte SINGER Forum Familie Sonja CHRIST Institut für Elternbildung Andrea-Maria GRUBER Sekretariat/Buchhaltung Tel: 0 662-87 26 91-15 Pongau, Tel: 0664-8284180 Tel: 0 662-87 26 91-11 b.singer@sbw.salzburg.at forumfamilie-pongau@salzburg.gv.at sonja.christ@sbw.salzburg.at Christa WIELAND Wolfgang Mayr Hans EDER Institut für Seniorenbildung Flachgau, Tel: 0664-8284238 Institut für Internationale Solidarität Örtliche Bildungswerke forumfamilie-flachgau@salzburg.gv.at Tel: 0 662-87 26 91-20 Tel: 0 662-87 26 91-17 Corona RETTENBACHER hans.eder@sbw.salzburg.at christa.wieland@sbw.salzburg.at Tennengau, Tel: 0664-8565527 Wolfgang Forthofer forumfamilie-tennengau@salzburg.gv.at Institut für Europa Institut für Medienbildung Christine Schläffer Tel: 0 662-87 26 91-21 Martin SEIBT Pinzgau, Tel: 0664-8284179 w.forthofer@sbw.salzburg.at Geschäftsführung forumfamilie-pinzgau@salzburg.gv.at Ulrike FREIDL Tel: 0 662-82 20 23-12 Monika Weilharter Sekretariat seibt@imb-salzburg.at Lungau, Tel: 0664-8284237 Tel: 0 662-87 26 91-22 Monika HOHENLOHE forumfamilie-lungau@salzburg.gv.at ulrike.freidl@sbw.salzburg.at Tel: 0 662-82 20 23 Michaela Habetseder office@imb-salzburg.at Öffentlichkeitsarbeit m.habetseder@sbw.salzburg.at Qualitätssiegel Salzburger Bildungswerk Salzburger Bildungswerk SBWbildungswerk Qualitätstestiert bis 2016 Veranstaltungstipps Brainweek – Internationale Woche des Gehirns Bildungswoche 11. bis 15. März 2013 Thalgau, Eröffnung am 3. März 2013
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    Editorial Impressum Herausgeber und Verleger: Salzburger Bildungswerk (Dr. Günther Signitzer) Redaktion: Mag. Manuela Pleninger (MP) Imbergstraße 2/2, 5020 Salzburg Tel. 0662-87 26 91-0 Fax 0662-87 26 91-3 E-Mail: office@sbw.salzburg.at www.salzburgerbildungswerk.at Was verbindet den 9. November 2012 mit dem 13. September 1956? An beiden Tagen ZVR 200 288 147 wurden wichtige Weichen für die Zukunft des Salzburger Bildungswerkes gestellt. Am Grafik: Werbeagentur Gerhard Gürtler 13. September 1956 wurde das Bildungswerk in Salzburg mit dem Ziel gegründet, ehren- Lektorat: Mag. Michaela Habetseder Coverfoto: © Fotolia, Foto Rückseite: amtliche Bildungs- und Kulturarbeit in Salzburg zu unterstützen. Am 9. November 2012 Dr. Hans Stehrer, Bildungswerkleiter Strobl wurde bei der Hauptversammlung ein neuer Vorstand gewählt und im Rahmen des Orga- Fotos: Salzburger Bildungswerk nisationsentwicklungsprozesses „Das Salzburger Bildungswerk stellt die Zukunftsfrage“ (falls nicht anders angegeben) Druck: Schönleitner, Kuchl intensiv über künftige Aufgaben und Rahmenbedingungen diskutiert. Gedruckt auf chlorfrei gebleichtem Papier. Auflage: 2.200 Ganz besonders für eine Bildungseinrichtung ist es wichtig, ihre Tätigkeit auf die Zukunft MitarbeiterInnen Redaktion: hin auszurichten. Wir haben uns dieser Frage in den vergangenen Jahrzehnten immer Dipl.-Ing. Richard Breschar (RiB) wieder gestellt, unser Leitbild überarbeitet und auch ein Qualitätsmanagementverfahren Dr. Hans Eder (HE) Dr. Wolfgang Forthofer (FT) eingeführt. Wir wollen nun wieder gemeinsam mit allen relevanten Gruppen über den Alexander Glas, Msc (AG) Weg in die Zukunft diskutieren. Bereits jetzt lassen sich viele interessante Ansätze erken- Mag. Michaela Habetseder (MiHa) nen. Zur Weiterentwicklung und Umsetzung brauchen wir aber auch den Rückhalt und Dr. Anita Moser (AM) Isolde Mrwa (IM) die Unterstützung der Politik auf allen Ebenen. Unser Bildungsbereich, der nur teilweise Mag. Martin Seibt MSc (MS) marktfähig ist, gehört zu den öffentlichen Aufgaben unserer Gesellschaft. Die Aktionslinie Dr. Günther Signitzer (GS) „Community Education“ im Beschluss der Bundesregierung „Strategie zum lebensbeglei- DSA Mag. Brigitte Singer (BS) Mag. Christa Wieland (CW) tenden Lernen“ stellt eine Positionierung und Anerkennung dar. Lokale und regionale Bildungs- und Kulturarbeit der Bildungswerke sowie die Stärkung des „Ehrenamtes“ sind Blattlinie: Darstellung und Auseinandersetzung mit aktuellen bildungs- und gesellschaftspolitischen dabei wichtige Bereiche, in denen das Salzburger Bildungswerk erfolgreich und aner- Themen, Mitteilungs- und Serviceblatt über Veran- kannt tätig ist. staltungen des Salzburger Bildungswerkes. Das „dreieck“ richtet sich an MitarbeiterInnen in der Erwachsenenbildung, MultiplikatorInnen, Der Verein Salzburger Bildungswerk hat glücklicherweise neben den engagierten eh- PolitikerInnen sowie Medien. renamtlichen Bildungswerkleitungen auch viele wertvolle Vorstandsmitglieder. Vielfach Namentlich gekennzeichnete Beiträge drücken die bleibt ihr Engagement im Hintergrund, und nur in wenigen Fällen werden sie und ihre Meinungen der AutorInnen aus. Sie müssen sich Tätigkeit in der Öffentlichkeit wahrgenommen. Bei der Hauptversammlung wurden nun nicht immer mit der Auffassung von Redaktion und Herausgeber decken. drei langjährige und sehr verdienstvolle Menschen mit der Ehrenmitgliedschaft geehrt. Dies ist nicht nur ein Zeichen des Dankes, sondern auch der Anerkennung ihres Engage- Offenlegung nach dem Pressegesetz: Aktuelle Berichte, Informationen und Stellungnahmen, ments und ihrer Mitarbeit in einem Lebensbereich, der für uns alle eine besondere Bedeu- die im Zusammenhang mit der Tätigkeit des über- tung hat. Sie finden die Würdigung von Günter Daghofer, Heinz Klier und Felix Strohbich- parteilichen und konfessionell nicht gebundenen ler beim Bericht über die Herbsttagung (Seite 7). Ein Dank gilt allen Vorstandsmitgliedern, Salzburger Bildungswerkes stehen. und wir heißen neue Mitglieder willkommen: Waltraut Hofmeister, Nikolaus Lienbacher, Wir danken für die Zusammenarbeit und Renate Reifenauer, Josef Thurner und Stefanie Walch. Wir freuen uns auf die weitere kon- Unterstützung dem bm:ukk. struktive Zusammenarbeit! dreieck-Leserservice: Fragen an die Redaktion: Tel. 0662-872691-0 oder E-Mail: office@sbw.salzburg.at Übrigens: Am 14. November 2012 fanden sechs Veranstaltungen des Salzburger Bildungs- Erscheinungsweise: 2-3mal jährlich werkes statt. Die Themen reichten von der Fortbildung für den Flachgauer Besuchsdienst Abonnement- und Einzelbestellung: Einzelheft € 4,- (exkl. Versand) über einen Vortrag zu Erziehungsfragen bis hin zu Ernährung und einem Erzählnachmit- Jahresabonnement € 11,- tag. Im Jahresdurchschnitt gibt es täglich 3,5 Veranstaltungen des Bildungswerkes im Einzahlungen: RVS Salzburg Kto-Nr. 00047993, Land Salzburg. Ich bin sicher, dass wir auch für Sie interessante Bildungsangebote im Pro- BLZ 35 000 Wenn bis 31. Dezember keine Abbestellung erfolgt, gramm haben. Oder noch besser: Sie engagieren sich und machen mit bei der Bildung verlängert sich das Abo jeweils um ein weiteres Jahr. für die Zukunft! Vorstand des Salzburger Bildungswerkes Vors. LAbg. Dr. Josef Sampl, HR Dr. Alfred Bergham- mer, Dr. Andrea Eder-Gitschthaler, OSR Waltraut Dr. Günther Signitzer Hofmeister, HR Dr. Andreas Kiefer, DI Nikolaus Lien- bacher, Dr. Lucia Luidold, Dr. Ursula Maier-Rabler, Direktor des Salzburger Bildungswerkes Stv. HR Prof. Dr. Wilhelm, Pölzl, Dipl. Päd. BSI Renate Reifenauer, Primar i.R. Dr. Josef Rücker, LSI Mag. Josef Thurner, Stefanie Walch, HR Prof. Dr. Martin Wiedemair Präsidentin des Salzburger Bildungswerkes LH Mag. Gabi Burgstaller
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    4 | Foto: © Royalty-Free/Corbis 08 Erwachsenenbildung 10 Eltern-, Frauen- und Seniorenbildung 24 Europa und Politische Bildung Blickpunkte Gemeindeentwicklung 06 Das Salzburger Bildungswerk macht sich fit für 16 Die Welt durch gemeinsames Kochen erfahren die Zukunft 17 Wer wagt, gewinnt! 18 Im Fokus: Aktives Altern und Generationensolidarität 19 Mobil und sicher 20 Oma allein zu Haus Erwachsenenbildung 21 Salzburger Lokalbahn barrierefrei 08 Erwachsenenbildung ist Arbeit mit und am 22 Voneinander profitieren Menschen 23 Drei Stunden wandern und erzählen 09 Brainweek – Internationale Woche des Gehirns 24 Neues Pfarr- und Gemeindezentrum Hallein-Rif 10 Auf eigene Stärken bauen – Berufliche Zukunft gestalten Europa und Politische Bildung 24 Ein Ausblick auf 2013 Eltern-, Frauen- und Seniorenbildung 25 Die Ukraine 10 LIPPGLOSSE: Halb leer – Halb voll?! 11 Bis hierher und noch viel weiter! 12 Wann beginnt Erziehung? 14 Neu anfangen – Lernen Für ein Leben (lang)! Internationale Solidarität 15 Aus dem Schatten treten 27 Alles schön verzinkt! Und wo beginnt’s? Nachdenken erlaubt! „Das war unsere Zeit!“ Mehr dazu auf Seite 39 03/2012 dreieck
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    | 5 Inhalt Salzburger Singwoche – Singen und fröhlich sein! 28 31 Mehr dazu auf Seite 29 Aus der Direktion Aus Gemeinde und Bezirk Aus der Direktion Arbeitskreise 28 FreiwilligenkoordinatorIn – was ist das? 39 „Das war unsere Zeit!“ – Nachberichte 29 Singen und fröhlich sein! 30 „Aktives Altern und der Dialog zwischen den Generationen als Herausforderung für die Erwachsenenbildung“ 30 Das Salzburger Bildungswerk stellt die Zukunftsfrage Personalia 41 Das Salzburger Bildungswerk gratuliert ... 42 Geehrt 42 Wir bedanken uns Aus Gemeinde und Bezirk 42 Das Salzburger Bildungswerk begrüßt 31 Netze knüpfen – Wissen erweitern 42 Zum Gedenken 31 Eine lange Nacht beim Pulvermacher 43 Businesslauf 2012 32 Buchstaben bewegen 33 gelebt – geschrieben – verewigt: Mehr als ein starkes Stück Papier Veranstaltungs- und Buchtipps 33 Strobls Kleindenkmäler: Was ist daran wahr? 02 Veranstaltungstipps 34 Rio20+ im Landtag präsentiert 43 Buchtipps 34 „Aufbrechen“ in ein neues Miteinander 35 Das lern.fest 2012 machte Lust aufs Lernen 36 Werte erhalten – Gegenwart gestalten – Zukunft ermöglichen 36 Bildungs- und Nationalparktage in Muhr 37 Die Zeit ist reif für einen nachhaltigen Lebensstil! 38 Der Zeit enthasten dreieck 03/2012
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    6 | B lic k p u n k te Das Salzburger Bildungswerk macht sich fit für die Zuk Hervorragende Bildungsarbeit durch engagierte, kompetente Bildungswerkleitungen und qualitätsvolle Betreuung D ie diesjährige Herbsttagung war „Strategie zum lebensbegleitenden Ler- geprägt von der Zukunftsfrage. Die nen“ mit dem Schwerpunkt „Community Zeit ändert sich, wir uns auch! Education“. Lernen durch Partizipation in Nach der Eröffnung durch den Vorsitzenden der Gemeinde, maßgeschneiderte lokale Josef Sampl begrüßte LHF Gabi Burgstaller Bildungsangebote sowie Kooperation und als Präsidentin des Salzburger Bildungs- Vernetzung werden dabei besonders her- werkes die TeilnehmerInnen und dankte vorgehoben. Damit werde das Arbeitsfeld allen ehren- und hauptamtlichen Mitarbei- des Salzburger Bildungswerkes eine noch terInnen für die engagierte Tätigkeit. stärkere Bedeutung gewinnen, zeigte sich Direktor Günther Signitzer konnte im Rück- Signitzer überzeugt. blick auf die vergangenen vier Jahre eine Der Finanzbericht des langjährigen Finanz- beeindruckende Bilanz, insbesondere im referenten Dipl. Ing. Günter Daghofer zeigte Im Bild (v.li.) die drei Ehrenmitglieder Heinz Klier, Günter Daghofer und Felix Strohbichler mit Josef Veranstaltungsbereich, vorlegen: Im Durch- die Entwicklung des Budgets auf. Nach den Sampl und Wilhelm Pölzl. schnitt fanden täglich 3,5 Veranstaltungen Steigerungen in den Vorjahren kam es ab statt, die von über 230 TeilnehmerInnen be- 2010 durch die Kürzungen der Landessub- jüngt und gleichzeitig auch auf Kontinuität sucht wurden. Dabei waren die Themen Ge- vention zu Reduzierungen, die sich auch für Wert gelegt. sundheit, Elternbildung, Seniorenbildung, 2013 und 2014 abzeichnen. Diese Entwick- Politische Bildung sowie Gemeinwesen- lung sieht er mit großer Sorge, da damit der Die Weiterentwicklung im Fokus arbeit und Regionalentwicklung führend. finanzielle Rahmen für Bildungsaktivitäten Im Rahmen der Hauptversammlung fand Rund 120.000 TeilnehmerInnen wurden weiter eingeschränkt wird. auch die Diskussion „Das Salzburger Bil- dabei gezählt. Auch der Einsatz von neuen dungswerk stellt die Zukunftsfrage“ statt. Medien im Web 2.0 und von innovativen Mit der anschließenden Neuwahl des Vor- Dabei geht es um die Fragen, welche The- Methoden, beispielsweise das Kompetenz- standes wurde auch ein deutliches Signal men und Arbeitsfelder wichtiger werden, portfolio, hat sich bewährt. Signitzer verwies für die Zukunft gesetzt: Mit fünf neuen Mit- welche Struktur und welche Ressourcen auf den Beschluss der Bundesregierung zur gliedern wurde der Vorstand erheblich ver- das Salzburger Bildungswerk braucht. Mar- tina Berthold, die diesen Prozess beglei- tet, gab einen kurzen Überblick über die bisherigen Aktivitäten im Rahmen dieses Prozesses. Nach dem „Rat der Weisen“, den Workshops in St. Johann und Strobl sowie nach der intensiven Diskussion mit den hauptamtlichen MitarbeiterInnen sei dies der nächste Schritt. Der umfangreiche Organisationsentwicklungsprozess soll im Juni 2013 abgeschlossen werden. In der anschließenden Gesprächsrunde be- tonte LHF Gabi Burgstaller, dass die Nähe zu den BürgerInnen die Stärke und Besonder- heit des Bildungswerkes sei. Sie ermutigte die BildungswerkleiterInnen, sich vor Ort Präsidentin LHF Gabi Burstaller (re.) dankte den ehemaligen BildungswerkleiterInnen (v.li.) Bündnispartner zu suchen. Für Bernhard Christine Weitgasser (Filzmoos), Helga Pressler (Tamsweg-Sauerfeld), Josef Irnberger (Scheffau), Hutter, den Pongauer Bezirksleiter, sind Frieda Aigner (Anthering), Daniel Krainer (Bürmoos) und Vizebgm. Martina Brugger (Lessach) für die Aufrechterhaltung der Struktur und die ihr langjähriges Engagement. personelle Ausgestaltung der Direktion für 03/2012 dreieck
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    Bl i ckp u nk te | 7 kunft eine Stärkung der Betreuung unbedingt notwendig. Lucia Luidold, Leiterin des Referates Salzburger Volkskultur, hob die kulturellen Aktivitäten des Bildungswerkes hervor und Stefanie Walch, Bildungswerk- leiterin in Hof und Flachgauer Bezirksleite- rin, die notwendige Schärfung des Profils. Signitzer hält das Zusammenwirken von engagierten, kompetenten Bildungswerk- leiterInnen, eine gelungene Betreuung und Der neue Vorstand (v.li.): OSR Waltraut Hofmeister, HR Prof. Dr. Wilhelm Pölzl, Stefanie Walch, Serviceleistung sowie qualitätsvolle An- LSI Mag. Josef Thurner, Dip. Päd. BSI Renate Reifenauer BA, Dr. Lucia Luidold, Primar i.R. Dr. Josef gebote aus der Direktion für die wichtige Rücker, LAbg. Dr. Josef Sampl und LHF Mag. Gabi Burgstaller. Nicht im Bild: DI Nikolaus Lienbacher, Grundlage der Arbeit ehrenamtlicher Bil- Dr. Ursula Maier-Rabler, HR Dr. Andreas Kiefer, Dr. Andrea Eder-Gitschthaler, HR Dr. Alfred Bergham- mer und HR Prof. Dr. Martin Wiedemair. dungswerkleiterInnen. Übereinstimmung herrschte in der Frage der Themenfreiheit örtlicher Bildungswerke, der Schwerpunkt- haben ihn sein historisches Wissen und eine Er dankte auch den Mitgliedern, die sich angebote und über die Notwendigkeit, die genaue Kenntnis über gesellschaftliche Zu- weiterhin zur Verfügung stellen und vor Aus- und Fortbildung der Bildungswerklei- sammenhänge, die auch in den Veröffent- allem den neuen Mitgliedern für ihre Bereit- terInnen zu intensivieren. lichungen in der Fachpresse zur österrei- schaft, mitzuwirken und sich einzubringen. Die Vorschläge für die Schärfung des Profils chischen und internationalen Agrarpolitik Er ist zuversichtlich, dass das Salzburger werden weiter bearbeitet. Die bevorste- sichtbar wurden. Bildungswerk auch die zukünftigen Heraus- hende Übersiedlung in das Stadtwerkeare- Heinz Klier war seit 1973 Mitglied im Vor- forderungen bewältigen wird. al bietet für das Salzburger Bildungswerk stand und von 1994 bis 2001 Vorsitzender- ebenfalls neue Entwicklungschancen und Stellvertreter. Als langjähriger Leiter des Weiterer Schwerpunkt: die Möglichkeit, neue Strukturen zu erar- Kulturamtes der Stadt Salzburg und der Biografiearbeit beiten. Kulturvereinigung Salzburg waren ihm die Biografiearbeit lädt – mit einem wertschät- Bildungsaktivitäten im kulturellen Bereich zenden Blick zurück – ein, der eigenen Zu- Jahrzehntelanges Engagement mit ein besonderes Anliegen. kunftsmöglichkeit vorzufühlen: So stand es Ehrenmitgliedschaft gewürdigt Felix Strohbichler war von 1975 bis 1992 im Programm, und Susanne Hölzl (ehema- Die Hauptversammlung bot auch den idea- Leiter des Bildungswerkes in Anthering, von lige Bildungswerkleiterin in Göming) hat len Rahmen, drei verdienten Persönlich- 1986 bis 2012 Bezirksleiter für den Flachgau es in hervorragender Weise verstanden, keiten in Würdigung ihrer Verdienste um und seit 1995 im Vorstand. Er war immer vor- uns das zu vermitteln. Mit einer sehr bild- das Salzburger Bildungswerk die Ehrenmit- ne dabei: 1982 in Anthering bei der ersten haften und lebendigen Präsentation in bes- gliedschaft zu verleihen: Günter Daghofer, Raumplanung mit Bürgerbeteiligung, der ter Bildungswerkweise führte sie uns von Heinz Klier und Felix Strohbichler. ersten Evaluation einer Bildungswoche und der eigenen Biografie hin zu den Fragen den Initiativen für die Regionalkonferenzen. einer fördernden Lernumgebung bis zu Zu- Günter Daghofer war seit 1985 Finanzrefe- Insgesamt 32 Jahre hat er im Salzburger Bil- kunftsvisionen. rent. In den vergangenen 27 Jahren wurde dungswerk in verschiedenen Funktionen ein Budgetvolumen von beinahe 24 Mio. verdienstvoll mitgearbeitet und war stets Abschließend mein Resümee: Eine gelun- Euro für die Arbeit des Bildungswerkes bemüht, im besten Sinne volksbildnerisch gene Herbsttagung 2012, bei der das Enga- aufgebracht und beschlossen. In seine Zeit zu wirken. gement der BildungswerkleiterInnen wieder fällt auch die Beauftragung des Salzbur- Josef Sampl bedankte sich bei den neuen deutlich sichtbar wurde und viele kollegiale ger Bildungswerkes mit den Agenden der Ehrenmitgliedern für die gute und kon- Gespräche geführt werden konnten. (GS) Dorferneuerung. Besonders ausgezeichnet struktive Zusammenarbeit im Vorstand. dreieck 03/2012
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    8 | E r wa c h se n e n b i l d u n g zählt das Ergebnis“, so Johannes Hahn. Da- mit dieses erbracht werden kann, ist eine Erwachsenenbildung ist Arbeit verlässliche Bereitstellung öffentlicher Mit- tel wichtig. Hier bieten die zwischen KEBÖ- mit und am Menschen Verbänden und bm:ukk abgeschlossenen mehrjährigen Leistungsvereinbarungen gewisse Planungssicherheit. Auch Bundesministerin Claudia Schmied Festakt 40 Jahre Konferenz der Erwachsenenbildung Österreichs zeigte sich von der KEBÖ, die mit 7.500 Bil- VON ANGELA BERGAUER dungseinrichtungen sowie 210.000 Veran- staltungen und 3 Millionen Teilnahmen pro D ie Konferenz der Erwachsenenbil- Diskussion einnehmen“, fasste Angela Jahr eine beachtliche Größe darstellt, beein- dung, KEBÖ, feierte am 1. Oktober Bergauer vom Ring Österreichischer Bil- druckt: „Die KEBÖ ist ein besonders wich- 2012 ihr 40-jähriges Bestehen. Wei- dungswerke zusammen. tiger Partner für das Bundesministerium für terer Jubilar ist die Weiterbildungsakademie Unterricht, Kunst und Kultur, bmu:kk, sie Österreich, wba, die ihren fünften Geburts- Johannes Hahn: prägt die Bildungslandschaft in Österreich tag feiert und als internationales Vorzeige- Am Ende zählt das Ergebnis entscheidend mit.“ Als einzigartig innerhalb modell für Kompetenzanerkennung in der Ring-Präsident Johannes Hahn betonte die Europas hob sie das Kooperative System der Erwachsenenbildung gilt. Gefeiert wurde Relevanz der Erwachsenenbildung für die Erwachsenenbildung hervor. Die Vielfalt im Beisein von 150 Festgästen am „bifeb)“ in Gesellschaft. „Erwachsenenbildung muss sei eine Stärke der KEBÖ, genauso wie die Strobl am Wolfgangsee. Prominente Gast- in ihrer Besonderheit wahrgenommen wer- Freiwilligenarbeit und das niederschwellige redner waren unter anderem Bildungsmi- den, trotz und wegen ihrer Besonderheiten Angebot. „Gemeinsam haben wir einiges nisterin Claudia Schmied und der Präsident gleichwertiger Teil des Bildungssystems erreicht und abgeschlossen, so ermöglicht des Rings Österreichischer Bildungswerke, sein. Ihre wesentlichen Aufgaben sind eine Bund-Länder-Initiative österreichweit EU-Kommissar Johannes Hahn. Auch die Kompensation von Ausbildungslücken, die nun kostenfreie Basisbildung und das Nach- Grußworte von Bundespräsident Heinz Fi- Qualifikation und berufliche Weiterbildung holen von Pflichtschulabschlüssen.“ scher fanden großen Anklang. für den Arbeitsmarkt, die Persönlichkeits- entwicklung und die Befähigung zur Teil- Quizideal kein Kriterium „Die KEBÖ hat starke gemeinsame Anlie- habe an politischen und gesellschaftlichen der Bildung gen, Zielsetzungen und Erfolge. Der KEBÖ- Prozessen“, so Hahn. Den Vorsitz der KEBÖ, der alle zwei Jahre Leitungsausschuss ist ein handlungsfähiges Neben dem Setzen von Schwerpunkten wechselt, übernimmt nun das Forum Ka- Gremium und ein Modell demokratischer plädierte Hahn für eine offene, kritische Dis- tholischer Erwachsenenbildung. Bischof Zusammenarbeit. Die KEBÖ als verlässliche kussion, vor allem auch im Hinblick auf die Manfred Scheuer, der für Erwachsenenbil- Partnerin des Bildungsministeriums und als Ökonomisierung der Bildung, den Zwang dung zuständige Referatsbischof der Ös- Vertretung der gemeinnützigen Erwachse- zur Weiterbildung und die Frage, ob Bil- terreichischen Bischofskonferenz, hob die nenbildung ist notwendig, hat sich bewährt dung der zunehmenden Arbeitslosigkeit Wichtigkeit der Bildung hervor, „es gehe vor und wird auch weiterhin eine wichtige und entgegenwirken kann. „Bildung qualifiziert, allem um Orientierungswissen, um sein Le- kritische Rolle in der bildungspolitischen schafft aber keine Arbeitsplätze. Am Ende ben glücklich gestalten zu können“. In An- Prominente Gäste des Festaktes (v.li.): Dr. Gerhard Bisovsky (Verband Österreichischer Volkshoch- schulen), Mag. Karin Reisinger (Weiterbildungs- akademie Österreich), Mag. Hubert Petrasch (Fo- rum Katholischer Erwachsenenbildung), Bischof Manfred Scheuer, Angela Bergauer (Ring Österrei- chischer Bildungswerke), Dr. Johannes Hahn, BM Dr. Claudia Schmied, Dr. Michael Sturm (bfi Öster- reich), Dr. Margarete Wallmann (Bundesinstitut für Erwachsenenbildung, bifeb), Ing. Rudolf Planton Foto: Ursula Bahr (ARGE Bildungshäuser Österreich), Mag. Hannes Knett (WIFI Österreich), DI Bernhard Keiler (LFI), Mag. Pia Lichtblau (VÖGB). 03/2012 dreieck
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    Er wa chs en e nb ild u ng | 9 spielung auf die Millionenshow meinte er: „Das Quizideal der Bildung ist kein Kriteri- Die KEBÖ ist der Zusammenschluss der zehn führenden Erwachsenenbildungseinrich- um für Allgemeinbildung. Es darf nicht sein, tungen Österreichs, die 1972 am Bundesinstitut für Erwachsenenbildung, bifeb), gegrün- dass Quoten über Qualität beziehungswei- det wurde: se Versagen entscheiden, Bildung darf nicht Arbeitsgemeinschaft der Bildungshäuser Österreich (ARGE), Berufsförderungsinstitut ökonomisiert werden.“ Österreich (bfi), Büchereiverband Österreichs (BVÖ), Forum Katholischer Erwachsenen- bildung in Österreich, Ländliches Fortbildungsinstitut (LFI), Ring Österreichischer Bil- Die scheidende Vorsitzende der KEBÖ, An- dungswerke, Verband Österreichischer Gewerkschaftlicher Bildung (VÖGB), Verband gela Bergauer, übermittelte die Grußbot- Österreichischer Volkshochschulen (VÖV), Volkswirtschaftliche Gesellschaft Österreich schaft des Bundespräsidenten. Heinz Fi- (VWG), Wirtschaftsförderungsinstitut der Wirtschaftskammer Österreich (WIFI) scher ermutigte dazu, auch den Blick in die Zukunft nicht aus den Augen zu verlieren. wba – Kompetenz braucht Anerkennung „KEBÖ und wba haben ein hohes Ansehen Die wba ist ein Zertifizierungssystem für ErwachsenenbildnerInnen. Das Verfahren setzt in der Bevölkerung und verdienen Lob, erwachsenenbildungsspezifische Praxis voraus und erkennt bereits vorhandene Qualifi- Dank und Anerkennung. Lebensbegleiten- kationen an. Fehlende Kompetenzen können über Angebote am Erwachsenenbildungs- des Lernen ist von Bedeutung, weil Wissen markt erworben werden. Bisher haben sich 1.333 Personen bei der wba angemeldet, es Zukunft ist“, so der Bundespräsident. wurden 531 ErwachsenenbildnerInnen zertifiziert sowie 134 wba-Diplome mit ausgewie- senem Fachbereich vergeben. Dr. Angela Bergauer ist Generalsekretärin des Rings Österreichischer Bildungswerke Brainweek – Internationale Woche des Gehirns vom 11. bis 15. März 2013 Veranstaltungsvorschau D ie Erforschung des Gehirns zählt zu St. Veit: 11.03.: Lernen ein Kinderspiel? Wie den großen Themen des 3. Jahrtau- Sie Ihr Kind optimal in der Schule begleiten, sends, denn alle unsere Lebensfunkti- 13.03.: Gedächtnistipps für einen stressfreien onen, aber auch Empfindungen werden über (Arbeits-)Alltag bzw. durch das Gehirn gesteuert, beeinflusst und reguliert. Wir wollen die Internationale Weißbach: 12.03.: Lernen ein Kinderspiel? Woche des Gehirns nutzen, um dieses kom- Wie Sie Ihr Kind optimal in der Schule beglei- plex funktionierende Organ näher kennenzu- ten lernen. In Form von Vorträgen, Expertenge- sprächen sowie Trainingsangeboten werden Hof: 13.03.: Gewusst wie – Gedächtnistipps in Stadt und Land Salzburg eine Vielzahl von für einen stressfreien (Arbeits-)Alltag Aktivitäten für Erwachsene, aber auch Kinder angeboten. Stadt Salzburg: 12.03.-15.03.: Gedächtnis- training mit Memo-Fit; Brainshow im Haus Schon jetzt können Sie sich der Natur und Filmangebote. Grafik Albert Gruber vormerken: Das Detailprogramm mit allen Terminen Bad Hofgastein: 12.03.: Gedächtnistipps für liegt ab Februar 2012 auf. einen stressfreien (Arbeits-)Alltag, 14.03.: Weitere Informationen unter Geistig fit ein Leben lang www.salzburgerbildungswerk.at (CW) dreieck 03/2012
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    10 | E r wa c h s e n e n b i l d u n g Auf eigene Stärken bauen – Berufliche Zukunft gestalten Erstellen Sie Ihr persönliches Kompetenzprofil B ei beruflicher Veränderung steht oft die eigenes Stärken- und Qualifikationsprofil zu erar- Frage im Vordergrund: Was kann ich ei- beiten und die nächsten Umsetzungsschritte kon- gentlich gut? Welche Stärken und Fähig- kret zu planen. keiten habe ich? Für ein sicheres Auftreten ist es wichtig, dass man Das Angebot ist kostenlos und wird im Netzwerk seine eigenen Kompetenzen erkennt und die- Bildungsberatung Salzburg vom Verein BiBer und se auch selbstbewusst nach außen hin vertreten vom Verein VIELE angeboten. kann. Die Kompetenzberatung bietet den Rah- Weitere Informationen unter: men, mit speziell ausgebildeten TrainerInnen ein www.bildungsberatung-salzburg.at | E lte r n- , Fra u e n - u n d Se n io renbildung LIPPGLOSSE Mag. Brigitte Singer leitet das Institut für Frauen- Halb leer – Halb voll?! und Elternbildung im Salzburger Bildungswerk. S ollten Sie als Mann sich in meine Glos- Privatwelt wimmelt nur so vor lauter Einzel- Kampagne der Wiener se verirrt haben, freuen Sie sich, Sie kämpferinnen. Ein wirklich guter Anlass für Frauenabteilung sind hier in der Siegerstraße ange- eine Kampagne, die uns Erstaunliches zeigt. langt! Sie bekommen (laut Statistik) noch Dass nämlich viele in 4 Wänden wohnen, bis zum Jahresende bezahlt, wofür Sie ar- aber dass trotz einer Fülle von Händen in beiten. diesen 4 Wänden sich lediglich 2 davon – in Was allerdings am 19. Oktober in einem der Regel weibliche – für den Alltag zustän- Wiener Waschsalon seinen Anfang nahm, Für die Frauen, die sich diese Zeilen zu Ge- dig fühlen. hat viel Humoristisches und Wahres und ver- müte führen, kann ich nur den Aufruf star- dient hier eindeutig Ihre Aufmerksamkeit. ten, diese Situation sportlich zu sehen und Die Magie der Zahlen http://4waende4haende.at/ - eine Kampa- nicht hinzunehmen. Equal Pay Day heißt Und es kann nicht oft genug gesagt wer- gne der Wiener Frauenabteilung: Schauen das Rätsel. Die Statistik kann uns hier ei- den: Frauen arbeiten im Durchschnitt 65 Sie sich diese Website an, es zahlt sich aus! niges zeigen: Frauen arbeiten in Salzburg Stunden in der Woche, davon sind 26 Stun- Sie finden hier nicht nur einen Fleiß-O-Meter seit dem 27. September 2012 umsonst, den (ca. 40 %) unbezahlte Haushaltstätig- als APP, sondern auch genügend kleine Hel- „gratis“. keiten und Kinderbetreuung (auch wenn ferleins, die einmal deutlich machen, wer wie Sie dürfen also ihre Staubsaugerkilometer, viele Frauen mit Kindern gefühlte 48 Stun- viele Kilometer in Ihrem Haushalt hinter dem ihre Tonnen am Kassaband, ihre Berge an den schon an einem Tag abspulen müssen). Staubsauger herrennt und wie viele Hände Akten, ihre Arbeiten an PatientInnen, ihre Männer arbeiten 63 Stunden pro Woche, hier tatsächlich potentiell für das Wohlbefin- 1000kw-Stunden am heißen Friseurföhn bis davon 48 bezahlt und 14 unbezahlt. Zu die- den aller sorgen könn(t)en. Jahresende für 0 Euro verrichten. sem Satz fällt mir leider gar nichts Humoris- tisches ein! Eine wahre Freude! Die Arbeitswelt hat viele Heldinnen, die So toll, dass unser Ziel Silvester heißen muss: nicht gleich entlohnt werden. Doch die Vom 1.1. bis zu Silvester – mein Bester! 03/2012 dreieck
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    El ter n-, Fra uen - un d S en i oren b ild u ng | 11 Bis hierher und noch viel weiter! 20. Salzburger Frauensalon – Ein Jubiläumssalon W ir wollen es wissen! Wer gibt heu- bende Kraft ist und daher die Verbindung Die Politik hat sicherlich die offensichtlichste te den Ton an in Salzburg? Was und den Motor darstellt. Auch wenn sich und breiteste Möglichkeit, dieses Thema ist in Salzburg geschehen an der Themen verschoben haben, hat sich leider aufzunehmen. Dr. Liane Pluntz, langjäh- Frauenfront? Feministische Ideen haben an einigem nicht viel geändert und benö- rige Frauenreferentin der Arbeiterkammer Frauen in Salzburg bewegt, vieles auf die tigt nach wie vor Gehör: Verdienstmöglich- Salzburg, und Mag. Barbara Sieberth, Ge- Füße zu stellen und sind immer noch Motor keiten und Einstiegsmöglichkeiten sind für meinderätin der Stadt Salzburg, sind sich für engagierte Arbeit für und mit Frauen. junge Frauen oft sehr prekär! darüber einig, dass trotz zum Teil guter Re- Doch das F-Wort ist unmodern gewor- gelungen die Beziehungsrealität oft wenig den. Junge Frauen sind erfolgreich und betroffen ist und hier bis zur Gleichstellung distanzieren sich deutlich von den Feminis- noch ein weiter Weg zurückgelegt werden tinnen. Warum? Sind wir im Frauensalon muss. Frauen dürfen im alltäglichen Kampf schon in der Komfortzone der Sofaecke nicht alleine gelassen werden. angelangt, ohne politischen Aufschrei, dass Frauen immer noch ein Drittel weni- Und vor allem gibt es immer noch genügend ger verdienen? Wir wollen beide Frauen ins Ziele, die uns zwar bis hierher gebracht ha- Gespräch bringen: Protagonistinnen mit In der Kirche kennen sich Mag. Gabi ben, aber eben noch nicht wirklich weiter. Geschichte und Frauen, die Digital-Natives Treschnitzer, Theologin, Vorsitzende der Viel weiter wollen wir schon noch kommen. sind. Zu Themen, die kontrovers und hitzig, KFB Salzburg, und MMag. Maria Löcker, Neue Frauen, neue Ideen und wilde Ent- humorvoll und ungewöhnlich, frech und Theologin, Mitarbeiterin der KJ Salzburg, schlossenheit können hier auf gut bearbei- widerständig die Bereiche Politik, Bildung bestens aus. Frauen haben sich hier mas- tetem Boden aufbauen. Diesen Blick nach und Kirche ins Visier nehmen. siv Gehör verschafft, sind nach wie vor ein vorne und zurück hat der Jubiläumssalon Großteil der tragenden Kräfte in der Kirche, spannend aufgezeigt! (BS) Seit 10 Jahren greift der Salzburger Frauen- die aber nach wie vor wenig öffentliche salon nun schon die Tradition der Salons auf Ämter für sie übrig hat. und knüpft dort an, wo wesentliche Impulse für frauenemanzipatorische Bewegungen ausgingen. Zweimal jährlich wird zu einem Salon geladen: Das Leben von Frauen, ihre Taten, Vorhaben und Ansichten sollen sichtbar werden. Orte für eine Begegnung mit Tiefgang und Augenzwinkern. Pionierinnen in Salzburg Für diesen Jubiläumssalon haben wir die Bereiche „Bildung“, „Politik“ und „Kirche“ ausgewählt und jeweils eine Frau mit viel Erfahrung und eine am Beginn ihres Berufs- lebens zu einem Zwiegespräch gebeten. Dr. Silvia Kronberger, Gender- und Diver- sitytrainerin an der Landesakademie, Vor- Im Jubiläumssalon zu Gast (stehend v. li.) Mag. Hildegard Schreckeis-Nägele, Mag. Gabi Treschnitzer, kämpferin im Bereich Kultur und Bildung MMag. Maria Löcker, Sabaha Sinanovic, Mag. Regina Augustin, Mag. Romana Rotschopf, (ARGE Kultur), sprach mit Sabaha Sinanovic, Mag. Dagmar Stranzinger, Mag. Edeltraud Zlanabitnig-Leeb. Mitarbeiterin der Radiofabrik. Hier wurde (sitzend v. li.) Dr. Silvia Kronberger, Mag. Barabara Sieberth, Mag. Alexandra Schmidt, Dr. Liane Pluntz, Mag. Brigitte Singer. sehr deutlich, dass Engagement die trei- dreieck 03/2012
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    12 | E lte rn -, Fra u e n - u n d Senio renbildung Wann beginnt Erziehung? Foto: by_Alexandra H._pixelio.de Geglückter Start oder voll daneben? Teil 2 S chon im letzten „dreieck“ berichteten weile aus Ein-Kind-Familien und konnten Nachdem eine verlässliche und vertrau- wir über die Themen „bonding“ und nicht durch ihre Geschwister lernen. ensvolle Bindung mit dem Kind aufgebaut „Frühe Bindung“. In dieser Ausgabe Wir bauen von Generation zu Generation wurde und es sich mit zunehmender Ent- präsentieren wir den zweiten Teil unseres auf Erfahrungswissen auf, und doch hat jede deckungslust die Welt aneignet, braucht Interviews mit Dr. Dores Beckord-Datterl. Die Zeit ihre eigenen Herausforderungen und ein Kind neben Erklärungen und Vorbildern Psychologin und Psychotherapeutin arbeite- Lösungen: Was heutige Eltern selbst nicht vor allem Übungsmöglichkeiten und Ant- te bis zum Sommer 2012 im Redaktionsteam erlebt haben, können sie zum Teil durch worten, um in die soziale Gruppe hinein- der Elternbriefe mit. Diese werden vom Land Selbstreflexion, „Nachbeelterung“ durch zuwachsen: Es gibt Neins und Regeln zum Salzburg gemeinsam mit dem Salzburger wertschätzende Begleitung und Assistenz, eigenen Schutz und der von anderen Men- Bildungswerk herausgegeben und beschäf- „Selbstbeelterung“ durch Dialoge mit dem schen und Gegenständen – das erfordert tigen sich mit aktuellen Entwicklungsthe- „inneren Kind“, durch Erfahrungsaustausch Einüben von Impulskontrolle und das Re- men des eigenen Kindes, liefern hilfreiche und Unterstützung in Eltern-Kind-Gruppen, gulieren von starken Gefühlen, reden und Tipps sowie Informationen für die ersten Modelle und Vorbilder für Konfliktbeglei- verhandeln statt hauen, ... sechs Lebensjahre – und das alles gratis. tung, Streitkultur, Kooperation, ... nachho- len und lernen. Wie viel Erziehung brauchen Kinder Brigitte Singer, Leiterin des Instituts für El- wirklich? tern- und Frauenbildung, hatte folgende Wann beginnt für dich Erziehung? Das ist keine Frage von Quantität, sondern Fragen und Dores Beckord-Datterl darauf Erziehung geschieht mehr oder weniger au- von Temperament und positiven Erfah- die Antworten! tomatisch – durch Identifikation und Nach- rungen: Wenn ich durch Einhalten be- ahmung, ob wir das wollen oder nicht. Das stimmter Spielregeln mehr Liebe, Anerken- Werden Eltern zu wenig auf die ersten ICH entwickelt sich nun mal im Spiegel des nung und Aufmerksamkeit bekomme als Monate und Jahre mit Baby und Kleinkind DU. Es ist vielmehr die Frage, ob und wie wir durch egoistisches Einzelkämpfertum, bin vorbereitet? Viele kommen ja mittler- bewusst erziehen können. ich gut unterwegs – oder? 03/2012 dreieck
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    El ter n-, Fra uen - un d S en i oren b ild u ng | 13 Dr. Dores Beckord-Datterl, Können Kinder zu sehr verwöhnt werden? Probleme hier am offensichtlichsten Psychologin und Psycho- Ja, wenn sie in einer passiven Überstimulie- werden. Ist das der richtige Zeitpunkt? therapeutin rung klein gehalten werden oder wenn sie Ich finde, wir sollten auf „kritische Lebens- ihre Körpersinne nicht benützen dürfen, um phasen“ zeitgerecht reagieren. Dabei denke eine gute Erfahrung zu machen bzw. ein ich an die Schwangerschaft und frühe aus, die am feinfühligsten seine Bindungs- selbstgestecktes Ziel zu erreichen. Kindheit: Hier sollten Müttern und Vätern und Autonomiebedürfnisse beantwortet. möglichst viele Unterstützungsangebote Ich denke, wir brauchen eine Mehrfachbe- Was möchtest du Eltern sagen, die zugänglich sein. treuung für Kinder, in der sowohl Vater und Schuldgefühle haben, etwas falsch Mehr politische Verantwortung müsste im Mutter Bezugspersonen für das Kind sind, gemacht zu haben? Ausbau und in der Qualität der Kinderbe- aber auch andere Erwachsene verlässlich Schuldgefühle sind sehr unproduktiv, ge- treuung, vor allem bei den Unter-Dreijäh- und emotional präsent sind. Das kann aber hören besprochen und verabschiedet; viel- rigen, übernommen werden. nur gehen, wenn auch die Arbeitswelt Mo- leicht braucht es eine Wiedergutmachung, Es wäre hilfreich, wenn Kinderbetreuungs- delle entwickelt, wo Männern und Frauen einen neuen Start, ein Bemühen zum Bes- einrichtungen ausreichend mit Elternbe- mehr Familienzeit zur Verfügung steht. seren. Schuld ist nur jemand, der vorsätzlich ratungs- und Bildungsangeboten vernetzt dem anderen schaden will, aber Fehler pas- wären bzw. Fachpersonal von außen zur Was möchtest du jungen Familien ans sieren immer wieder. Oft wissen wir es nicht Verfügung stünde. Herz legen? besser oder merken zu spät, dass unser Tun Wir brauchen eine laufende „Blickschulung“ Erziehung heißt heute, vermehrt freie Spiel- die anderen verletzt. Dann müssen wir wie- und Reflexionsbegleitung für das pädago- und Erlebnisräume offen zu halten, mit allen der von vorne anfangen. gische Fachpersonal (inklusive Eltern), um zu Sinnen die Welt entdecken zu dürfen, sich erkennen, wo ein Kind unter seelischer Not zu bewegen und zu rasten, kompetente Wann müssen wir Kinder schützen? leidet und um handlungsfähig zu bleiben. Konfliktbegleitung bereitzustellen, wenn Kinder brauchen Schon- und Schutzräume. Kinder einmal nicht weiterwissen oder auf Sie gehören geschützt vor einseitigen und Wie können wir Väter mehr ins Boot Kosten eines „Opferkindes“ den eigenen zu passiven Freizeitvergnügungen, z.B. vor holen? Selbstwert steigern wollen. zu viel fernsehen, vor zu viel ungesunden Vielleicht dort hingehen, wo die Väter sind Lebensmitteln (die den Namen „Lebens- – in die Betriebe und Freizeitanlagen? Oder Es gibt kein Rezept und keine Garantie für mittel“ gar nicht verdienen), natürlich vor durch interaktive Netzangebote? Ich weiß das Familienglück – aber die Fähigkeit, un- jeglicher sexueller Ausbeutung, aber auch es nicht – das müssen die Männer selbst sere Kinder mit offenen Augen zu lieben (= vor zu ehrgeizigen Eltern und emotionalem sagen. das Gegenteil von blinder Affenliebe), und Missbrauch. Spielsachen und Kleidung dür- immer wieder mal inne zu halten und sich fen nicht wichtiger werden als gemeinsam Frauen tragen nach wie vor die Haupt- zu fragen, was uns gut tut, kann sicher nicht verbrachte Zeit. verantwortung – da helfen genügend schaden. Kinderbetreuungsplätze zwar den Arbeit- Ist Kindererziehung heute schwieriger gebern, aber die Doppelbelastung bleibt Vielen Dank für das Gespräch! geworden? weiblich, und in dieser Diskussion bleiben (BS) Schwieriger ist vielleicht, dass wir weniger Frauen und Kinder oft auf der Strecke. verbindliche Grundregeln dafür haben, was Welche Rahmenbedingungen sind aus richtig und was falsch ist – wir müssen selber deiner Sicht gerechter? Wenn Sie die Elternbriefe bestellen für unsere Werte einstehen, und manchmal Wir hängen immer noch an dem konserva- wollen, können Sie das jederzeit un- fehlt uns der Austausch mit einer altersge- tiven Familienbild, dass Kinder Frauensa- kompliziert machen – entweder über mischten Vergleichsgruppe von anderen che sind, und am besten kann es allein die eine Bestellkarte, die Sie im Salzburger Kindern und Erwachsenen, um unsere Po- Mutter. Das haben wir Müttern auch lange Bildungswerk erhalten: office@sbw. sitionen klar zu kriegen. genug eingeredet. Ein Kind hat die Fähig- salzburg.at (Betreff: Bestellkarte Eltern- keit, zu mehreren Personen eine Bindung briefe) oder unter: elternbriefe.salzburg. Viele Interventionen in Familien erfolgen aufzubauen, und es sucht sich, wenn es die at/bestellung erst nach dem Schuleintritt, weil die Wahl hat, diejenige Hauptbezugsperson dreieck 03/2012
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    14 | E lte rn -, Fra u e n - u n d Senio renbildung Neu anfangen – Lernen FÜR ein Leben (lang)! kenden Gefühle nicht nur lange anhalten mögen, sondern auch ansteckend auf ihre KundInnen wirken. Alt und Aktiv sind kein Widerspruch Nun möchte ich mit diesen Beispielen, in de- nen ältere Menschen sich neuen Aufgaben widmen, weder eine Lanze für ein „ewiges Aufschieben“ der Pension brechen, noch dafür plädieren, die Erwerbsarbeit mög- lichst lange hinauszuzögern. Nein, diese Beispiele dienen dazu, deutlich zu machen, dass alt und aktiv sein kein Widerspruch sind und dass wir in einer pluralen Gesell- schaft zukünftig noch öfter auf Lebensent- würfe treffen werden, die dadurch gekenn- zeichnet sind, im Alter einen tatsächlichen Neuanfang zu wagen. Auch wenn diese drei beschriebenen Biographien oberfläch- Foto: iStock lich betrachtet wohl kaum etwas miteinan- der zu tun haben, in der Tiefendimension eint sie doch einiges: Wann immer wir uns K ennen Sie Mississauga? Nein? Nun, und Feiertagsarbeit inklusive, strapaziöse dazu entschließen, gleich welchen Alters, das ist grundsätzlich nicht schlimm, Auslandsreisen quer über den Globus und etwas Neues anzupacken oder zu lernen, denn die rund 700.000 Einwohne- öffentliche Auftritte vor einem Millionenpu- dann steht ganz oben unsere Motivation, rInnen zählende kanadische Stadt ist hier- blikum. Ja, als Oberhaupt der Katholischen ein konkretes Selbstbild, das uns beflügelt, zulande wohl kaum jemandem ein Begriff, Kirche hat man einiges zu tun. Rücksicht auf neue Herausforderungen anzugehen. Ha- wenngleich sie weltweit die einzige Stadt das Alter kann da leider nicht genommen zel McCallion hat es in ihrer 34-jährigen ist, deren amtierendes Stadtoberhaupt werden, und wenn der Papst heute mit 85 Amtszeit geschafft, aus ihrer Stadt eine der mit 91 Jahren zum zwölften Mal wieder- Jahren dieses Arbeitspensum immer noch attraktivsten Städte Kanadas zu machen, in gewählt wurde. Hazel McCallion, so der bewältigt, dann zählt seine Woche wohl der sich die Einwohnerzahl von ursprüng- Name der überaus rüstigen und politisch mindestens so viele Stunden wie die eines lich 270.000 fast verdreifacht hat und die kämpferischen Bürgermeisterin, zählt laut „Top-Managers“, nur mit dem Unterschied, obendrein heute zu einer der wenigen Umfragen zu den populärsten Bürgermeis- dass aktive Manager meist halb so alt sind. schuldenfreien Städte Nordamerikas zählt. terInnen Kanadas, nicht nur wegen ihres Die Chance, Jungunternehmerin des Jah- Ihre Motivation, das zu schaffen und auch hohen Alters, sondern auch wegen ihres res 2012 zu werden, stehen für Margot längerfristig zu sichern, ist mit hoher Wahr- ungebrochenen Einsatzes für ihre Stadt, für Opferkuch nicht schlecht, denn wer wagt scheinlichkeit auch dafür verantwortlich, die sie jährlich während der Adventzeit mit es schon, sich mit 80 Jahren endlich den dass sie diese anspruchsvollen Aufgaben Nikolausmütze durch die Straßen spaziert, Traum der Selbstständigkeit zu erfüllen und noch immer bewältigen kann. um deutlich zu machen, dass sie eine Poli- – wie Frau Opferkuch – in Salzburg Itzling Für Papst Benedikt XVI mag die stärkste Mo- tikerin zum Anfassen ist. die erste eigene Apotheke aufzumachen? tivation wohl in seinem Glauben begründet Eine eigene Apotheke zu führen war „ihr sein. „Glaube versetzt ja bekanntlich Berge“ Ohne Rücksicht auf das Alter Lebenstraum“, wie sie in einem Interview und dieser befähigt ihn dazu, dieses umfas- Auch Joseph Ratzinger startet 2005 mit 78 betont, auch wenn er sich erst jetzt im ho- sende Amt auch im hohen Alter auszufül- Jahren nochmals ganz durch! Der Job, den hen Alter erfüllt hat. Mit viel Freude und len. Gepaart mit dem Wissen, für eine welt- er in diesem Alter annimmt, hat es wahr- Elan geht sie diese neuen Aufgaben nun an, umspannende Gemeinschaft die Zukunft lich in sich: Nahezu keine Freizeit, Sonn- und es ist ihr zu wünschen, dass diese stär- mitgestalten zu können, beflügelt auch 03/2012 dreieck
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    El ter n-, Fra uen - un d S en i oren b ild u ng | 15 dann, wenn die Last des Alters drückt und „Für jeden Neuanfang, vor allem im Alter, tun. Denn in „jedem Anfang wohnt nicht mitunter auch schmerzhaft in Erinnerung gilt, dass wir Dinge verfolgen sollen, hinter nur ein Zauber inne“, sondern auch Mühsal ruft, dass man nicht mehr 20 ist. denen wir wirklich stehen und nicht Dinge, und Anstrengung, und diese bewältigen Wenn Lebensträume zum Greifen nah sind, mit denen wir jemandem etwas beweisen wir nur, wenn wir an dem, was wir tun, also dann spielt auch das Alter scheinbar keine möchten“: So beschreibt der deutsche, in der konkreten Tätigkeit selbst, Freude und Rolle, man muss nur zupacken. Die Mo- Berlin lehrende Psychoanalytiker Hans- Vergnügen empfinden. tivation, die wir spüren, wenn wir Dinge Werner Rückert die zentrale Voraussetzung verfolgen, die wir wirklich wollen und nicht dafür, dass ein Neubeginn auch glückt und Also: Gehen Sie auf Entdeckungsreise nach deshalb anstreben, weil wir Freunden im- nicht in Frustration endet. Ihren inneren Wünschen und Sehnsüchten ponieren möchten oder die Wünsche von und haben Sie Mut, diese auch umzusetzen, anderen realisieren sollten, dann herrscht Egal, ob wir im Alter nochmal ein neues auch wenn Sie damit möglichweise den si- nicht nur innere Freude und Zuversicht, Berufsfeld entdecken, ein Instrument er- cheren Pfad der Konventionen verlassen – sondern dann hat man, wie Frau Opferkuch, lernen, eine neue Sprache oder eine neue Beispiele dafür gibt es und NachahmerInnen auch den Elan, Lebensträume zu verwirkli- Sportart, wir sollten ernsthaft prüfen, ob es hoffentlich mehr als genug. (CW) chen. wirklich unser tiefster Wunsch ist, dies zu Aus dem Schatten treten Der Weltdemenztag 2012 G roße Leinwand – volles Kino – zwei lachende alte Menschen, die gegen die Sonne blinzeln und uns unmiss- verständlich wissen lassen: Ja, wir leben Wir wollen Mut machen, hinzuhören und hinzuschauen, um die veränderte emotionale und geistige noch – und: Es geht uns gut! Welt von an Demenz Erkrankten wahrzunehmen und diese verwandelte Situation in den gemein- samen Alltag zu integrieren. Was für ein schöner und zugleich berüh- render Auftakt zu einer Veranstaltung, bei der es um das Thema Demenz geht. Bereits Ich bin dement, na und? zu einer öffentlichen Person gemacht , die es zum vierten Mal veranstaltete das Institut ihr ermöglicht, auf breiter Ebene aus erster für Seniorenbildung in Kooperation mit Auch Helga Rohra, die nach dem Kurzfilm Hand darüber zu sprechen, was es heißt, de- der Laube GmbH einen Themenabend, der unser Gast war, scheint nicht nur ihren Auf- menzerkrankt zu sein. Egal, ob sich ihre Stim- demenziell erkrankte Menschen in den Mit- tritt, sondern auch ihr Leben – trotz Demenz me an professionelle Pflegekräfte und Ärzte, telpunkt stellt. Gestartet wurde heuer mit – zu genießen. Sie ist erst Mitte 50, als sie pflegende Angehörige oder an Erkrankte dem Kurzfilm „auf augenhöhe“ von Ulrike mit der Diagnose Demenz konfrontiert wird, selbst richtet, es geht ihr immer darum, klar Bez. Diese filmische Annäherung portrai- und seit damals ist viel geschehen in ihrem zu machen, dass Demenz kein Stigma ist, tiert fünf Menschen, die in der malerischen Leben. Freilich, nicht nur schöne und an- sondern dass das gesellschaftliche Umfeld Landschaft des bayerischen Dorfs Erpfingen genehme Dinge, denn Leben heißt immer aufgerufen ist, das Zusammenleben von unter einem Baum sitzen und es sich ein- auch, Licht und Schatten kennenzulernen. gesunden und kranken Menschen neu zu fach gut gehen lassen. Etwas, was wir bei- Aber nur im Schatten stehen zu bleiben, da- organisieren. Helga Rohra wird nicht müde, nahe schon verlernt haben, nämlich, nichts von hielt Helga Rohra nichts. Nein, heraus- darauf hinzuweisen, wie (über-)lebenswich- tun, nur da sitzen, den Tag, den Augenblick treten lautete ihre Devise. Erstmals trat sie tig es für demenzkranke Menschen ist, in genießen. Genießen, ja, das könnte das 2010 öffentlich auf, um über sich und ihre Er- Kommunikation mit anderen zu sein, das Motto des Abends werden, selbst wenn das krankung zu sprechen. Mut zu machen und Gefühl zu haben, trotz Erkrankung an der Thema „Demenz“ auf dem Programm steht sich einzumischen, wenn es um die Sache Gemeinschaft teilzuhaben und nicht aus- und wohl alles ferner liegt, als die Koppe- der Menschen mit Demenz geht. Spätestens schließlich durch das, was nicht mehr mög- lung dieser beiden Begriffe. ihr Buch „Aus dem Schatten treten“ hat sie lich ist, durch die „Brille des Defizitären“, ge- dreieck 03/2012
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    16 | E lte rn -, Fra u e n - u n d Senio renbildung sehen zu werden. Eine überaus berechtigte innovativsten Schulprojekte zu diesem The- ihrer Umwelt, aber auch eine verbesserte und gleichzeitig in dieser Deutlichkeit noch ma in ganz Österreich. Schülerinnen und Wahrnehmung von sich selbst. ungewohnte Forderung, die da gestellt wird. Schüler der HLFS Ursprung in Elixhausen MaturaschülerInnen haben sich in einem Aber, so zeigten die Beiträge des Publikums haben zusammen mit ihrem Lehrer Prof. Dr. längeren Projekt dieser Thematik angenom- und der anhaltende Schlussapplaus, eine Konrad Steiner nicht nur im Labor hochka- men und filmisch festgehalten, wie basale längst fällige! rätige Ursachenforschung betrieben, son- Stimulation wirkt und was sie bei Demenz- dern auch die psychologische Dimension erkrankten bewirken kann. Entstanden ist Vergessen verstehen – Jugend anhand von Workshops und Besuchen in ein eindrückliches Beispiel, was es heißt, und Alzheimer geriatrischen Einrichtungen kennengelernt. daheim zu pflegen, aber auch, wie Kontakt Wenige Tage nach diesem Veranstaltungs- Das mit dem IMST-Award 2012 ausgezeich- ohne Sprache hergestellt werden kann, um abend haben wir nochmals in „Das Kino“ nete Schulprojekt sorgte wohl für die meis- das Wohlbefinden merklich zu verbessern. geladen. Auch diesmal ein eher ungewöhn- ten AHA-Erlebnisse unter den Besuche- Wir wollen mit diesen Veranstaltungen im liches Programm, denn die Auseinander- rInnen, da deutlich wurde, auf welch hohem Rahmen des Weltdemenztages nicht nur ei- setzung von Jugendlichen mit dem Thema Niveau und mit welcher Ernsthaftigkeit sich nen Beitrag zu einem besseren Verständnis Demenz steckt noch in den Kinderschuhen, junge Menschen diesem Thema widmen. zwischen gesunden und kranken Menschen wenngleich viele Kinder und Jugendliche Nicht weniger ambitioniert war die Film- leisten, sondern deutlich machen, dass Re- die Erkrankung sozusagen live miterleben. präsentation „Das eigene Leben spüren“ spekt zwischen Gesunden und Kranken, Al- Denn wenn Urgroß- oder Großeltern an De- der HBLW Saalfelden. Wenn Sprache als ten und Jungen nur dann entstehen kann, menz erkranken, ist auch das gesamte fa- Kommunikationsmittel bei Demenzpatien- wenn wir von einander wissen, einander miliäre System damit konfrontiert, sich auf tInnen verloren geht, kann Kommunikation begegnen und verstehen lernen, was uns eine neue Situation einzustellen, Aufgaben über „Berührung“, also die Haut, dieses Feh- trennt und verbindet. und Rollen neu zu verteilen, und das betrifft len der sprachlichen Kommunikation erset- auch junge Menschen. zen. „Basale Stimulation“, wie diese Technik Mit diesem Ausblick freuen wir uns auf die Unter dem Titel „Vergessen verstehen – Ju- im Fachjargon heißt, ermöglicht Patien- Veranstaltungen zum Weltdemenztag 2013. gend und Alzheimer“ läuft wohl eines der tInnen eine neue Form der Wahrnehmung (CW) | Ge m e in d e e nt w i c k l u n g Die Welt durch gemeinsames Kochen erfahren W as verbindet im Salzburger Stadt- neue EinwohnerInnen. Der bunte Nationa- Reinerlös der Publikation dient der Fortset- teil Parsch eine Altenbetreuerin litäts- und Gesellschaftsmix sollte positiv zung der Kochabende sowie der Finanzie- aus Bosnien, eine Soziologin aus für die Gemeinschaft genutzt und ein Dia- rung weiterer multikultureller Projekte. dem Iran, einen Arzt aus Ungarn und einen log zwischen MitbürgerInnen unterschied- (AM) Afghanistan-Flüchtling? Gemeinsam kochen lichster Herkunft gefördert werden. und essen! 2010 erfolgte der Start, zweimal jährlich Immer mehr Menschen aus den verschie- findet nun ein kunterbunter Kochabend densten Nationen siedeln sich im be- im Pfarrsaal im Stadtteil Parsch statt. Vor schaulichen Stadtteil Parsch an. Aber auch Kurzem war es wieder soweit: Nach einem Zuagroaste aus den österreichischen Bundes- kulturellen Einstieg mit der bosnischen ländern wohnen und leben in Salzburg, wol- Tanzgruppe „Kud Safir“ ging es los ... len sich kennenlernen und Bande knüpfen. Die Köchinnen und Köche braten und ba- Doch wo und wie lernt man sich kennen? cken vor Ort oder bringen vorbereitete Lieb- lingsspeisen mit. Wer nicht selbst kocht, hilft Übers Essen kemman d‘Leut zsamm mit oder gibt eine freiwillige Spende. Das Die Initiatoren von „Grenzenlos Kochen“, der „Grenzenlos Kochen“ hat eingeschlagen. Arbeitskreis Palschuki des Stadtteilvereins Kein Wunder, ist doch gemeinsam kochen, Parsch, Teilnehmer der sozialen Gemeinde- essen und trinken im Menschen verankert Dieses Mal auf dem kunterbunten Speiseplan: entwicklung Salzburg, trat 2010 mit der Idee wie Feuer machen, säen oder ernten. Szegediner Gulasch, Das schnellste Huhn der an, Menschen über das Essen zusammen zu Aus den gemeinsamen Kochaktivitäten soll Welt, Burek, Apfelstrudel und Sulawesis. bringen: Junge und Alte, Einheimische und in Zukunft ein Kochbuch entstehen. Der 03/2012 dreieck
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    G emei ndeentw ick lu ng | 17 Wer wagt, gewinnt! W ohin soll sich die Gemeinde Weiß- bach entwickeln und was muss dafür getan werden? Der Gemein- deentwicklungs-Prozess soll die Antworten liefern. 2013 wird Weißbach in das Programm der Gemeindeentwicklung aufgenommen wer- den. „Wir wollen die Zukunft unserer Ge- meinde nachhaltig positiv beeinflussen, um bestmögliche Lebens-, Arbeits- und Wohn- verhältnisse für Jung und Alt zu schaffen“, betont Bürgermeister Josef Michael Hohen- warter. Um dabei optimal auf die Anliegen Bei der Bürgerversammlung wurde bereits über Lösungsmöglichkeiten diskutiert. und Ideen der Bevölkerung reagieren und eingehen zu können, wurde im Herbst eine groß angelegte Bürgerbefragung durch- lischen Ausbildung und dem Angebot der In einer 12seitigen Broschüre wird die Be- geführt. Die Beteiligung war mit 45 % er- Vereine. Der Naturpark wurde durchwegs völkerung nun über alle Ergebnisse detail- freulich hoch, die Ergebnisse wurden vor positiv gesehen, die touristischen Chancen liert informiert. 2013 werden zu den ein- kurzem bei einer Bürgerversammlung im werden gut genutzt. Insgesamt wurde die zelnen Themenbereichen Arbeitsgruppen Rahmen der Bildungswoche präsentiert. Lebensqualität mit Gut bewertet. gebildet. „Für uns bedeuten diese Rück- Auch Potential für mehr Engagement ist meldungen die wertvolle Grundlage für Soziales, Umwelt, Wirtschaft, Energie, Ver- vorhanden. „30 % der Befragten möchten unseren Gemeindeentwicklungs-Prozess“, kehr, Gemeindeleben, spezielle ortsbezo- bei Fragen, die die Gemeinde betreffen, freut sich Bürgermeister Hohenwarter. „Nur gene Fragen: Alle Lebensbereiche waren mehr mitbestimmen, und jeder Fünfte wür- die Beteiligung vieler hilft uns, unsere Ge- in dem von der Gemeindeentwicklung de sich engagieren“, weist Alexander Glas meinde lebenswerter zu gestalten“. Salzburg gemeinsam mit der Universität auf einen weiteren positiven Aspekt hin. (MiHa) Salzburg und dem Institut für Erwachse- nenbildung in Wien erstellten Fragebogen Präsentation bei zu finden. „Bei der Auswertung stellte sich Bürgerversammlung heraus, dass den Weißbachern Eigenstän- Bei der Bürgerversammlung wurde enga- digkeit sehr wichtig ist“, informiert Alexan- giert über die Ergebnisse diskutiert. Da- der Glas von der Gemeindeentwicklung durch ergibt sich für die Weiterarbeit ein Salzburg, „die eigene Volksschule und der sehr umfassendes Bild von der Stimmung, Kindergarten wurden mit 90 % bzw. 92 % den Anliegen und Erwartungen der Ge- am höchsten bewertet, überraschend auch meindebevölkerung. Alexander Glas: „Der die hohe Zustimmung zur Autarken Ener- anonyme Fragebogen liefert Rückmel- gieversorgung (79 %)“. dungen von Bürgerinnen und Bürgern, die Die Verwendung des Fragebogens ist für sich aus unterschiedlichen Gründen sonst alle Salzburger Gemeinden möglich. Die Geruchsbelästigung durch das Nahwär- nicht artikulieren würden. Bei der Bürger- Ein Großteil der Fragen ist auf alle meheizwerk, die Lärmbelästigung durch versammlung erscheinen überwiegend die Gemeinden übertragbar und wird durch die Bundesstraße und die Beeinträchtigung aktiven, im Gemeindeleben bereits Enga- einen ortsspezifischen Teil ergänzt. des Ortsbildes durch einen Altautoabstell- gierten“. Sie haben nach der Ergebnisprä- Infos und Kontakt: Alexander Glas, platz waren die wenig überraschenden ne- sentation bereits an realistischen Lösungs- Gemeindeentwicklung Salzburg, gativen Highlights. Sehr zufrieden sind die und Handlungsmöglichkeiten gearbeitet Tel: 0662-872691-13, Weißbacher hingegen mit der Verwaltung, bzw. darüber nachgedacht. gemeindeentwicklung@sbw.salzburg.at dem Kindergarten, der Schule, der musika- dreieck 03/2012
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    18 | Geme i n d e e nt w i c k l u ng Möglichkeiten für aktives Altern schaffen Die Entwicklung erfordert, die Gruppe älter werdender Menschen selbst anzusprechen, wenn es um gegenseitige Hilfen geht. Aktives Altern ist der Schlüssel zur Wahrung der Solidarität zwischen den Generationen in Gesellschaften mit immer mehr älteren Menschen. Es ist nicht mehr möglich und auch nicht immer sinnvoll, dass Gemeinden Alters- versorgung selber leisten, aber sie müssen Rahmenbedingungen schaffen, die das bür- gerschaftliche Engagement fördern. Denn Foto: iStockphoto Altersversorgung und Altersvorsorge kann durch die Stärkung der Eigeninitiative und durch organsierte Nachbarschaftshilfe gut Im Fokus: Aktives Altern und erfüllt werden. Einige Salzburger Gemein- den haben mit Unterstützung der Gemein- Generationensolidarität deentwicklung Salzburg schon begonnen, sich an die geänderten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen anzupassen. Sie er- möglichen älteren Menschen „Eigenstän- D ie Fakten sind eindeutig: Ab heuer HelferInnen unter 60 Jahre zurückgehen dige Lebensführung“ sowie „Teilhabe an wird in Europa die Bevölkerung im wird. Familien werden kleiner. der Gesellschaft älterer Menschen“, die zwei erwerbsfähigen Alter abnehmen, Gleichzeitig laufen im Gemeindebudget wesentlichen Ziele des EU-Jahres 2012. während die Zahl der über 60-Jährigen die Kostenstellen „Soziale Wohlfahrt“ und jährlich um etwa zwei Millionen zunehmen „Gesundheit“ aus dem Ruder. Die von den eilhabe an der Gesellschaft bedeutet, T wird. Das bedeutet einerseits eine größere Gemeinden aufgrund von bundes- bzw. dass ältere Menschen die Chance erhal- Anzahl hilfe- oder pflegebedürftiger Men- landesgesetzlichen Vorgaben nur in einge- ten, voll am gesellschaftlichen Leben teil- schen, weil heute ein Drittel der hochbe- schränktem Umfang steuerbaren Nettoaus- zuhaben. Dabei sollen ältere Menschen in tagten Menschen über 80 Jahre Zuwen- gaben für Soziale Wohlfahrt stiegen im letz- die Lage versetzt werden, durch Freiwilli- dung benötigt, andererseits heißt das aber ten Jahr um 8,3 Prozent, für Gesundheit um gentätigkeit (häufig als Familienpfleger) auch, dass es eine immer größere Anzahl fünf Prozent. Nicht nur PessimistInnen un- einen aktiven Beitrag zu leisten. kompetenter, rüstiger, selbstbestimmter ken, dass die Lebensqualität aufgrund des igenständige Lebensführung: Aktives E SeniorInnen gibt. Dieser relative Bevölke- demografischen Wandels mit herkömm- Altern bedeutet auch, möglichst lange rungszuwachs älterer Menschen macht lichen Strategien nicht mehr aufrechterhal- selbstständig bleiben zu können. Dafür deutlich, wie sehr der relative Anteil fami- ten werden kann. braucht es Unterstützung. liärer, nachbarschaftlicher und beruflicher Die Gemeindeentwicklung Salzburg bietet hierfür zahlreiche Angebote, so wurden beispielsweise bei unserer Tagung „Gut versorgt im Ort“ Wege präsentiert, wie Ge- Elisabeth Mayr, MA, ist meinden „Aktives Altwerden in gewohnter wissenschaftliche Mitarbei- Umgebung“ unterstützen können. (AG) terin im Forschungsbüro „queraum. kultur- und sozialforschung“. Sie in- Mehr unter www.gemeindeentwicklung.at formierte bei der Tagung zu folgenden Themenbereichen: Gut ver- der Gemeindeentwicklung sorgt im Ort, Generationendorf, Altern in Salzburg, wie man enga- giert gesund bleiben kann. guter Gesellschaft, J.A! -Jung trifft Alt, Oma allein zu Haus. 03/2012 dreieck
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    G emei ndeentw ick lu ng | 19 Mobil und sicher S icherheit und Mobilität im Alter: Unter diesem Motto stehen in der Flachgau- er Gemeinde St. Georgen die diesjäh- rigen Aktivitäten im Rahmen des Projektes „Altern in guter Gesellschaft“. Rund 20 An- gebote haben die Verantwortlichen der Gemeinde in Zusammenarbeit mit der Ge- Bahnfahren leicht meindeentwicklung Salzburg zusammen- gemacht: Werner gestellt. Als Kooperationspartner konnten Höck erklärt die dafür das Kuratorium für Verkehrssicherheit, Funktionsweise Foto: Gemeinde eines Fahrkarten- der Österreichische Zivilinvalidenverband, automaten. die Salzburger Landeskliniken, ÖBB und Salzburg AG mit der Salzburger Lokalbahn gewonnen werden. Die Themenpalette ist vielfältig und praxisnah: Sicher wohnen, wesentlich dazu bei, dass sich die ältere Be- Rahmen des Vortrages „Bahnfahren leicht Unfallverhütung, Verkehrssicherheit, Bahn- völkerung in St. Georgen wohlfühlen kann“, gemacht“ praktische Tipps, um den Seni- fahren werden ebenso angesprochen wie schildert Maria Höpflinger, die das Projekt oren die Unsicherheit bei der Verwendung Fragen zur Mobilität und zur eigenen Ver- vor Ort koordiniert und leitet. des Fahrkartenautomaten zu nehmen. Groß kehrskompetenz, die Sicherheit zu Hause war das Interesse der Senioren auch bei der und im Alltag. Auch Sicherheitstrainings Der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel war Remisenbesichtigung der Salzburger Lokal- und ein Sensibilisierungsvortrag über den ein besonderer Schwerpunkt gewidmet. bahn. Nach einer gemeinsamen Fahrt mit Umgang mit älteren und/oder behinderten „Die ältere Generation reist sehr gerne, der Lokalbahn nach Salzburg-Itzling konn- Mitmenschen sind in der Veranstaltungs- unternimmt Ausflüge“, so Maria Höpflin- ten sie hinter die Kulissen des Fahrbetriebes reihe zu finden. „Yogaübungen, ein Seni- ger, „um das Reisen auch mit öffentlichen blicken und beispielsweise erfahren, dass oren-Sicherheitstheater sowie monatliche Verkehrsmitteln ungetrübt genießen zu es auch für ältere Menschen problemlos Treffen zum Stricken, gemeinsamen Mitta- können, bedarf es jedoch umfassender In- möglich ist, zum unterirdischen Salzburger gessen, beim Stammtisch und beim Lach- formation“. Werner Höck, ehrenamtlicher Lokalbahnhof zu gelangen bzw. diesen zu yoga ergänzen unser Angebot und tragen Mobilitätsberater der ÖBB, gab deshalb im verlassen. Maria Höpflinger: „Es ist ein Lift vorhanden, mit dem auch gehbeeinträch- tigte Menschen oder Menschen, die auf den Rollstuhl angewiesen sind, problemlos die Altern in guter Gesellschaft Bahnhofshalle, die Obus-Haltestellen und die Bahnsteige der ÖBB-Züge erreichen Das Projekt „Altern in guter Gesellschaft“ wurde von der Gemeindeentwicklung Salzburg können“. Flache Einstiege in die S-Bahn- 2008 in den Gemeinden Seeham und Mattsee gestartet. Seit 2010 ist die Gemeinde St. Garnituren erleichtern das Reisen für ältere Georgen im Programm, 2011 folgte Lamprechtshausen. Menschen ebenfalls. Ziel dieses Ausfluges Dabei werden auf Gemeindeebene Möglichkeiten und Bedingungen für ein gutes, so- war es aber nicht nur, den Senioren aus St. zial-kompatibles Altern erarbeitet. Mit betroffenen und zuständigen Instanzen wird das Georgen das Reisen mit öffentlichen Ver- Handlungsfeld Altern analysiert und gestaltet. Dies reicht von Möglichkeiten der Pfle- kehrsmitteln schmackhaft(er) zu machen, gevermeidung, Sturzprophylaxe, Bewegungs- und Gedächtnistraining, Unterstützung auch der gemeinschaftliche Aspekt sollte betreuender Angehöriger bis zu Wohnraumadaptionen, Formen des betreubaren Woh- dabei nicht zu kurz kommen. „Gemeinsam- nens, ... keit stärkt die Lebensfreude, die Gesundheit Weitere Themenschwerpunkte sind unter anderem noch die barrierefreie Gemeinde, die und das Wohlbefinden“, ist Projektleiterin barrierefreie Wirtschaft, Bildung und Freizeit im Alter, die pflegenden Angehörigen und Maria Höpflinger überzeugt, „wesentliche Sozialbeauftragte in Gemeinden. Aspekte, die das Altern in guter Gesellschaft Infos: www.gemeindeentwicklung.at erst ermöglichen“. (MiHa) dreieck 03/2012
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    20 | Geme i n d e e nt w i c k l u ng Oma allein zu Haus Konsequenzen einer alternden Gesellschaft VON ROSEMARIE FUCHSHOFER D ie deutsche Bundesregierung hat gerade einen „Demografiegip- fel“ abgehalten. Dort wurden auf höchster Ebene Folgen und Auswirkungen Foto: Fotolia der alternden Gesellschaft diskutiert. Die kollektive Überalterung trifft Deutschland ganz besonders. Prognostiziert wird, dass zur Mitte dieses Jahrhunderts ein Drittel tralort und der stundenweisen mobilen Noch brennt der Hut nicht der Bevölkerung Rentner sein werden. Die Altenpflege wird das Auslangen gefunden. Noch steht den Salzburger Gemeinden das Konsequenzen des Wandels treffen vor Als soziale Feuerwehr gibt es eine landes- Wasser, was die Altenversorgung mit ihren allem die neuen Bundesländer und den weite Pflege-Hotline, dort und da einen kommunalen und sozialen Aufgaben an- ländlichen Raum mit voller Härte. Manche örtlichen Freiwilligen-Hilfsdienst. Also, was geht, nicht bis zum Hals, sondern nur bis Landstriche haben mit enormen Bevölke- soll das Krisengerede und die Panikmache?! zu den Knien. Das engmaschige Netz aus rungsverlusten durch Geburtendefizit und Kommunen haben Vordringlicheres zu tun: familiärer und nachbarschaftlicher freiwilli- Abwanderung zu kämpfen. Es sind die Jun- Schlaglöcher und Kanalnetze ausbessern, ger Hilfe kostet nichts und funktioniert vie- gen, die weg gehen, die Alten bleiben. Mit Schulen, Turnhallen, Bauhöfe und Zeug- lerorts reibungslos. Doch dieses Modell hat den Jungen gehen die zukünftigen Eltern stätten sanieren. Blasmusik, Schützen- und ein Ablaufdatum. Durch die Veränderung und diejenigen, die sich um die zukünftigen Trachtenverein und die Jugend warten seit der Familien-, Erwerbs- und Altersstruktur, Alten kümmern sollten. Häuser stehen viel- Jahren auf die Errichtung des multifunkti- durch die Abwanderung verteilen sich die fach leer, Infrastruktur dünnt aus. Oma sitzt onalen Mehrzweckhauses. Die Kernaufga- Lasten auf immer weniger Schultern. In allein zu Haus. ben der Gemeinden sind definiert, sowieso absehbarer Zukunft stehen kaum noch An- schon zu viele und kaum zu finanzieren. gehörige zur Verfügung, die den betagten Österreich, dem Bundesland Salzburg, ist Partner/die Partnerin, den Vater, die Mutter dieses Phänomen nicht fremd, wenn auch pflegen. Die Kinder werden weniger, die noch in abgeschwächter Form und in struk- Scheidungsrate steigt. Lebenslange famili- turschwachen Randbezirken. Österreich äre Bindungen, verlässliche Partnerschaften, vergreist. Aus den geburtenstarken Jahr- die die Belastungen des Alters zu tragen im gängen der 1950er und 60er Jahre werden Stande sind, werden die Ausnahme, nicht in absehbarer Zeit PensionistInnen. „Vor sich die Regel sein. Die „öffentliche Hand“ wird her schieben die Babyboomer eine enorm vermehrt zum Handkuss kommen. Das trifft wachsende Zahl an Betagten und Hoch- vor allem die Gemeinden. betagten, während hinter ihnen die Zahl der Menschen im Erwerbsalter schrumpft“ Die Gemeindeentwicklung Salzburg widmet (SN, 11.10.2012, S. 9). Aber der dringende sich dem Zukunftsthema „Generationen“ Handlungsbedarf wird bei uns noch nicht schon seit Jahren. Nach „Generationendorf“, gesehen. PolitikerInnen und Entschei- „Altern in guter Gesellschaft“, „Junge Paten“ dungsträgerInnen verweisen auf die intakte u.a. sind aktuell die vier Lungauer Gemein- Sozialstruktur, die Nachbarschaftshilfe, die den St. Michael, St. Margarethen, Muhr und Vereine, die funktionierende Dorfgemein- Zederhaus Partner im Projekt „Oma allein zu schaft. Es geht ja eh. Angehörigenpflege Haus“. Es geht um Themen wie „Alt werden ist die Regel, nicht die Ausnahme. Mit den Smart-Home-Technologien, wie es das ARS ist nichts für Feiglinge“, „Leeres Nest und wenigen Pflegeplätzen im Seniorenheim, Electronica Center schon zeigt, sollen zukünftig großes Haus“, „Hilfe annehmen lernen“. Bei einigen betreubaren Wohnungen im Zen- für uns sorgen. den interkommunalen Arbeitstreffen wird 03/2012 dreieck
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    G emei ndeentw ick lu ng | 21 die konkrete Situation beleuchtet, werden In 25 Jahren werden es mehr als doppelt so Haus. Noch ist Zeit, maßgeschneiderte und anstehende Herausforderungen beschrie- viele sein (ca. 2.100, davon mehr als 1.100 praktikable Lösungen für die Gemeinden ben: Was haben wir, was brauchen wir, über 75 Jahre). Und das bei einer prognos- zu suchen und zu finden. Funktionierende, wer kann wem wobei helfen? Auch für den tizierten Verringerung der Gesamteinwoh- bewährte Beispiele wie Sozialbeauftragte, Lungau gilt: Noch brennt der Hut nicht, nur nerzahl und wachsenden Strukturdefiziten. soziale Hilfsdienste, Begleitung pflegender bei denen, deren Kinder weggezogen sind, Viele werden schon in den nächsten Jahren Angehöriger gibt es in einigen Generatio- dort, wo die Kompensationsmechanismen außerfamiliäre Hilfe zur Bewältigung ihres nendörfern (z.B. Seeham, Mattsee, Elixhau- der Dorfgemeinschaft nicht greifen. Die Alltages brauchen. Smart-Home-Techno- sen). Dies sind aber rare Ausnahmen. Die Abwanderung wird die Lage aber früher logien, bei denen ein Computer mit Be- Brisanz des Themas, gerade für die Kommu- und stärker zuspitzen als anderswo. „Oma wegungsmelder überwacht, ob jemand nen, wird unterschätzt. Es ist Zeit, die Wei- allein zu Haus“ ist heute schon vielfach Rea- gestürzt ist oder der Besuch der mobilen chen zu stellen. lität. Aktuell sind von den gesamt ca. 6.000 Altenpflege zwei Mal die Woche für eine Dr. Rosemarie Fuchshofer ist Soziologin und hat die EinwohnerInnen der vier Gemeinden 1.000 Stunde werden das Problem nicht ausrei- sozialwissenschaftliche Begleitung der genannten älter als 65 Jahre (davon 470 über 75 Jahre). chend lösen. Oma sitzt trotzdem allein zu Projekte inne. Salzburger Lokalbahn barrierefrei Gemeindeentwicklung Salzburg lädt zum Mobilitätstraining VON MANFRED FISCHER I m Rahmen des Mobilitätstrainings laden. Viele ÖZIV-Mitglieder mit Rollator, für Seniorinnen und Senioren hatten im Hand- oder Elektro-Rollstuhl waren ge- die Salzburger Lokalbahnen (SLB), der kommen, um das Angebot zu testen. Arbeitskreis „Altern in guter Gesellschaft“ aus St. Georgen und der Österreichische „Die Salzburger Lokalbahn will für alle Zivil-Invalidenverband Flachgau (ÖZIV) Menschen da sein. Deswegen stellen wir am Lokalbahnhof Bürmoos zur Präsenta- jetzt den ersten Niederflur-Triebwagen in tion des neuen Niederflur-Triebwagens Dienst. Bis Ende 2013 sollen neun unserer der Salzburger Lokalbahnen (SLB) einge- 18 Triebwagen mit einem Niederflur-Mit- telteil ausgestattet sein. In diesen können Menschen mit Gehbehinderung, im Roll- Fotos: Manfred Fischer stuhl oder Rollator, Mütter und Väter mit Kinderwägen, aber auch RadfahrerInnen stufenlos einsteigen“, erklärte Angelika Gasteiner vom Kundenservice der SLB kürzlich in Bürmoos. Damit behinderte Im Mittelteil des Triebwagens ist Platz zum Nutzer garantiert mit einem Niederflur- „Einparken“ mit den Rollis. Wagen fahren können, ist derzeit noch eine Anmeldung bei der Serviceline der Die neuen barrierefreien Niederflur- SLB erforderlich. Diese sollte einen Tag vor Triebwagen werden auch auf der Strecke der beabsichtigten Fahrt erfolgen. Die SLB Bürmoos-Trimmelkam bzw. künftig Os- stellt dann die Triebwagen um. termiething eingesetzt. Der verlängerte Lokalbahnabschnitt bis Ostermiething „Durch den neuen Triebwagen ist es mir soll am 12. Dezember 2014 offiziell seiner erstmals möglich, die Lokalbahn nach Salz- Bestimmung übergeben werden. burg mit dem Rollstuhl zu nützen, und ich Auch mit dem Elektro-Rollstuhl ist das Ein- und bin nicht mehr nur auf das Auto angewie- Mag. Manfred W. K. Fischer ist Journalist und freier Aussteigen aus den barrierefreien Niederflur- Mitarbeiter des Vereins „Initiativ für behinderte sen“, meinte ein Herr im Hand-Rollstuhl. Kinder und Jugendliche“. Triebwagen leicht möglich. dreieck 03/2012
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    22 | Geme i n d e e nt w i c k l u ng Voneinander profitieren J.A! Jung trifft Alt D ie Lebenswelten von Jung und Alt der, interagieren und profitieren voneinan- werden Jugendliche auf soziale Berufe vor- sind heute weiter entfernt denn je. der. bereitet, sie können Einblicke in pädago- Während die Jugend in einer Welt gische, therapeutische und pflegerische Be- aus Konsum und technologischem Fort- Dass es auch anders gehen kann, beweisen rufe gewinnen, andere Lebenserfahrungen schritt zu Hause ist, verbringen viele Senio- Vanessa, My, Stefan, Samantha, Anna und und -realitäten kennenlernen“, informiert rInnen ihre Zeit in Altersresidenzen – fernab Lisa. Sie nehmen in diesem Schuljahr am Projektleiterin Dr. Anita Moser. Die etwas vom Rest der Gesellschaft. Immer seltener Projekt „J.A! Jung trifft Alt“ teil. Das heißt andere Freizeitgestaltung wird von den Ju- treffen die beiden Generationen aufeinan- konkret: Sie gehen nach der Schule einmal gendlichen frei gewählt. Sie kümmern sich pro Woche in ein Seniorenheim und treffen in diesem Schuljahr regelmäßig um Bewoh- sich dort mit älteren Menschen. Gemein- ner in Pinzgauer Seniorenheimen und um sam machen sie Ausflüge, lesen ein Buch Bewohner von Seniorenheimen in der Stadt vor oder spielen ein Spiel – kurzum, sie Salzburg. „Hier lernen die Jugendlichen das verbringen Zeit mit den älteren Menschen. Leben der Senioren konkret kennen und er- Den Jugendlichen macht ihr Engagement fahren, wie man alte Menschen pflegt und Spaß: Sie sind „junge Paten“. wie das Leben im Heim organisiert ist“, weist die ressortzuständige Landesrätin Dr. Tina „J.A! Jung trifft Alt“, das Projekt von Ge- Widmann auf einen weiteren zentralen As- meindeentwicklung Salzburg, Salzburger pekt des Projektes hin. Landeskrankenanstalten und youngCaritas, wird heuer zum dritten Mal durchgeführt. Großes Plus: Verlässlichkeit Die Verantwortlichen setzen dabei nicht nur „Wichtig ist die Verlässlichkeit“, betont Si- auf kurzfristige Effekte: „Bei diesem Projekt grid Schrammel, sie ist Seniorenbetreuerin 03/2012 dreieck
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    G emei ndeentw ick lu ng | 23 in der ÖJAB Seniorenwohnanlage Aigen. keinen Sinn“, so eine junge Patin über ihren Erfahrungen mit SchülerInnen, die nach ei- Schützling. Spazieren gehen, vorlesen, spie- Beteiligte Schulen: ABZ St. Josef, nigen Besuchen nicht mehr kamen, möchte len – alles gehört zum Beisammensein von BG Zaunergasse, HLW Saalfelden sie nicht noch einmal machen. Daher schätzt Paten und Schützlingen. Seniorenheime: Albertus Magnus Haus, sie dieses Projekt, wo die Jugendlichen auch (AM, MiHa) ÖJAB Seniorenwohnanlage Aigen, in Schulungen auf ihre Aufgabe vorbereitet Diakonie Zentrum, PH St. Johann in Tirol, werden. Damit jeder weiß, was ihn erwartet. Seniorenwohnanlage Schüttdorf, Sozial- Die jugendlichen Paten kümmern sich zum Das Projekt wird unterstützt vom zentrum Pillersee/Fieberbrunn, Haus der Teil auch um sehr kranke Menschen. „Man Generationenreferat des Landes, von Spar Senioren Uttendorf, SWH Farmach, SWH muss auf sie eingehen, akzeptieren, wie sie und von der Alpenmilch Salzburg. Bramberg, SWH Maishofen, SWH Rauris sind. Ihnen ständig zu widersprechen, hat Drei Stunden wandern und erzählen 4. Elixhausener Generationendorfwanderung VON MARKUS KURCZ E nde Oktober 2012 fand die bereits vierte Elixhausener Ge- auch für Familien mit Kindern geeignet war, gab es zahlreiche Er- nerationendorfwanderung statt. Über 70 Interessierte aller klärungen und Hinweise zu Kraft- und Energieplätzen durch den Generationen nahmen das warme Herbstwetter zum An- Elixhausener Radiästheten Werner Mayer. lass, um durch die westliche Mitte des Elixhausener Ortsgebietes zu wandern. „Das große Interesse an unseren Wanderungen ist ungebrochen stark. Nächstes Jahr ist eine Wanderung durch die östliche Mitte Unter fachkundiger Führung der Organisatoren Karl Witzmann unseres Gemeindegebietes vorstellbar. Darüber hinaus ergeben und Bruno Wuppinger ging es vom Ortsteil Ursprung über den sich mit den Routen aus dem im letzten Jahr erschienenen Kultur- Mühlenweg zur „Ehrenbachgrotte“ und weiter zum Ehrenbach, katalog noch viele schöne Wandertouren entlang an historisch an dem früher mehrere Mühlen in Betrieb waren und über deren bedeutenden Plätzen und interessanten Objekten“, waren sich Bedeutung und Nutzung der heute 80-jährige Simon Klausner die beiden Organisatoren Witzmann und Wuppinger nach fast berichtete. Über Weichenberg und die Mooshamstraße führte drei Stunden Wandern und Erzählen einig. die Wanderung nach Sachsenheim. Während der Wanderung, die Mag. Markus Kurcz ist Bürgermeister von Elixhausen. Bgm. a.D. DI Bruno Wuppinger, Dir. Dr. Wolfgang Stehrer, Dr. Werner Mayer, Simon Klausner und Mag. Karl Witzmann (v.li.) informierten während der Wanderung über die Landschaft und Ge- Über 70 Interessierte aller Generationen folgten der Einladung und nahmen an der Wanderung schichte Elixhausens sowie über Wissenswertes durch die westliche Mitte des Gemeindegebietes teil. zu Kraft- und Energieplätzen im Ort. dreieck 03/2012
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    24 | Geme i n d e e nt w i c k l u ng Neues Pfarr- und Gemeindezentrum Hallein-Rif A nfang September 2012 war es endlich soweit: Die Bewoh- nerinnen und Bewohner des Generationendorfstadtteils Rif- Taxach konnten ihr Gemeindezentrum einweihen. LH-Stv. Dr. Wilfried Haslauer betonte bei der Einweihung: „Ich freue mich über die Eröffnung dieses für die Gemeinschaft und das kirchliche Leben zukunftsweisenden Projekts für den Stadtteil Rif-Taxach. Dieses architektonisch gelungene Projekt ist einerseits aufgrund der Zusammenarbeit von Pfarre und Stadtgemeinde und anderer- seits aufgrund des beispielhaften Energiekonzepts ein Pilotprojekt, Foto: Franz Neumayr das für hohe Energieeffizienz und gleichzeitig geringe Betriebs- kosten sorgt.“ Die Gesamtkosten des neuen Gemeindezentrums im Halleiner Freuen sich über das neue Zentrum (v.li.): Pfarrer Hansjörg Hofer, LH Stv. Stadtteil, in dem auch die Kirche integriert ist, betrugen rund drei Wilfried Haslauer, Sr. Margaretha Tschische und Bürgermeister Christian Millionen Euro. Der Gemeindeausgleichsfonds hat 100.000 Euro Stöckl bei der Eröffnung. beigetragen. Die stetige Zuwanderung junger Familien nach Rif- Taxach hat die Bevölkerungszahl bereits auf knapp 3.700 ansteigen braucht, sondern auch die Stadtgemeinde Hallein Veranstaltungs- lassen. Die Platzbedürfnisse einer solchen Gemeindegröße kann räume für den Stadtteil Rif benötigt, wurde unter Mitwirkung des das 1996 erbaute Pfarrzentrum St. Albrecht nicht mehr vollständig Vereins Treffpunkt Rif an der Erweiterung zum „Pfarr- und Gemein- erfüllen. Nachdem nicht nur die Pfarre einen größeren Liturgieraum dezentrum Rif“ gearbeitet. (MP) 24 | E u ro p a u n d Po l i t i s che B ildung Prozesse der Postdemokratie. Die Ver- Ein Ausblick auf 2013 anstaltung wird in Kooperation mit dem Bildungszentrum Saalfelden und dem Eu- ropa Zentrum Baden-Württemberg konzi- Die Europäische Union für ihre Wir alle sind Griechenland! piert. Bürgerinnen und Bürger Politik und soziale Gerechtigkeit in der Studienfahrt nach Brüssel vom Postdemokratie Ein EU-„Neuling“: Bulgarien 17. bis 20. Februar Ziele dieser Tagung vom 5. bis 7. April in Die Studienreise führt von Sofia nach Inhalte: Kennenlernen der EU, ihrer Insti- Saalfelden sind das Aufzeigen des Zusam- Russe an der Donau tutionen, ihrer Politik, den Abläufen und menhangs von wirtschaftlichen Entwick- Sie wird sich mit der politischen, wirt- den Entscheidungsprozessen sowie von lungen und Veränderungen in der poli- schaftlichen und sozialen Situation Bulga- österreichischen und Salzburger Einrich- tischen Struktur Österreichs und innerhalb riens beschäftigen, einem Land, das seit tungen bei der EU. Diese Exkursion ist für der EU, die Verdeutlichung der Tatsache, 2007 Mitglied der Europäischen Union alle interessierten Personen offen und dass die Probleme (nicht nur) Griechen- ist. Unser Partner ist auch hier das Europa wird in Zusammenarbeit mit dem Katho- lands großteils strukturell und nur zum Zentrum Baden-Württemberg. Die Reise lischen Bildungswerk Salzburg und dem Teil „hausgemacht“ sind und daher alle wird im Mai/Juni stattfinden, der genaue Verbindungsbüro des Landes Salzburg zur anderen EU-Staaten und alle anderen EU- Termin stand bei Redaktionsschluss noch EU organisiert und durchgeführt. Bürgerinnen und Bürger betreffen sowie nicht fest. (FT) die Sensibilisierung für die schleichenden Für Informationen steht Ihnen Dr. Wolfgang Forthofer, Institut für Europa, Tel: 0662-872691-21 bzw. w.forthofer@sbw.salzburg.at gerne zur Verfügung. 03/2012 dreieck
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    Europa un dPol i ti s ch e B ild u ng | 25 „Kuppeln, Kastanien und Kapitalismus am Dnjepr: Die Haupt- stadt der Ukraine ist eine atemberaubende Metropole in Gold Die Ukraine und Grün“: So beschreibt der Reiseführer Marco Polo die Stadt – sehr zutreffend. Hier die Sophienkathedrale. Impressionen einer beeindruckenden Studienreise L emberg und Kiew – und eine 550 Ki- ine: Das große Land, das 1991 nach der Auf- mehr oder weniger erfolgreich, wovon sich lometer lange Busfahrt zwischen den lösung der Sowjetunion unabhängig wurde die Reisegruppe immer wieder überzeugen beiden Städten – standen auf dem und seither um seinen politischen, wirt- konnte. 3 Reiseplan des Instituts für Europa. Die Ukra- schaftlichen und sozialen Aufstieg kämpft – Im ehemals jü- dischen Viertel Lembergs: Dr. Halyna Kotow- ski (Bildmitte) erwies sich als profunde Kennerin ihrer ukrainischen Heimat und als perfekte Reise- Das Rathaus (li.) – Lemberg ist eine leiterin. Stadt im Aufbruch. dreieck 03/2012
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    26 | E u ro p a u n d Po l i t i s che B ildung Lenka Vojtova aus der Tschechischen Republik informierte über die Altstadtsanierung in Lem- berg – ein Projekt der deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ). Wir bedanken uns bei Juri Durkot, Journa- list aus Lemberg, und bei Österreichs Bot- schafter Mag. Wolf-Dietrich Heim, die uns die Situation der Ukraine schilderten, nicht zuletzt die Unterschiede zwischen dem „russischen“ Osten und dem „ukrainischen“ Westen des Landes und dem Balanceakt zwischen Russland und Europäischer Union. Wir bedanken uns bei Alexander Schimpf Eine hölzerne Dorfkirche bei Krekhiv. von der Fronius International GmbH in Kniaschitschi für viele Informationen über die Bedingungen für Unternehmen und Unternehmer bzw. für die Arbeitnehmer in der Ukraine. In diesem österreichischen Unternehmen erfolgt die Produktion von Schweißgeräten und der Vertrieb von Inver- ter- und Standard-Technologie für die Märk- te Ukraine, Weißrussland und Russland. (FT) Mag. Tobias Vogel (stehend) vom Kooperati- Neben einem Konzert in der Philharmonie be- onsbüro Lviv (Lemberg) des Österreichischen geisterte auch ein Streichquartett im Museum Austauschdienstes (OeAD) und seine Studen- der Opernsängerin Solomija Kruschelnyzka. tinnen informierten über Studienbedingungen in der Ukraine. Hoch klingt das Lied vom braven Mann … VON INGRID FOLLER Dr. Wolfgang Forthofer hat nicht nur eine sehr lehrreiche und erlebnisvolle Reise organi- siert, sondern er hat auch bewiesen, dass er ein Mann von hoher sozialer Kompetenz ist. Eine Mitreisende verunglückte, er blieb bei ihr in einem sogenannten „Bezirkskranken- haus“, begleitete sie zum Flughafen nach Lemberg und kam nach 3 Tagen zur Gruppe in Dr. Johannes Aigner, Stellvertreter des österrei- Kiew nach. Für die Gruppe hatte er alles organisiert, sodass keine Leerläufe auftauchten, chischen Botschafters in Kiew, im Bild mit seiner und das tat er in Ruhe und ohne Aufgeregtheit. Mutter Elfriede (ehemalige Bildungswerkleiterin Die Ukraine-Reisenden sind ihm unendlich dankbar, solche Handlungsweisen schaffen in Anthering), verfügt über immenses Wissen Vertrauen! über die Ukraine. Thema war auch das Demokra- Ingrid Foller ist Bildungswerkleiterin in Itzling und begeisterte Exkursionsteilnehmerin. tiedefizit im Land. 03/2012 dreieck
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    Inter n ation a l e S ol id a rit ät | 27 Foto: by_Stihl024_pixelio.de Alles schön verzinkt! Und wo beginnt‘s? Nachdenken erlaubt! Ein Beispiel für die weltweiten Zusammenhänge D as Red Bull-Stadion in Wals-Siezen- Verzinker Mitteleuropas (sein Name soll Zink-Produzenten weltweit) eine Lebenser- heim ist es ... die vielen neuen Bal- hier zu seiner Reputation nicht genannt wartung von 35 Jahren. Das ist keine Situ- kone sind es ... die neueren Autos werden), dass für ihn die Zink-Kette in Ant- ation der „Unterentwicklung“, sondern der sind es ... und ... alles ist ... verzinkt. Damit werpen beginnt (Anm.: Antwerpen ist einer Verneinung der Existenz der Schwächeren es lange halten möge. Und das stimmt: der größten Häfen für die Anlieferung von in der Kette kapitalistischer Ausbeutung Verzinktes Eisen und Blech ist sehr wider- Erzen und Mineralien in Europa). (Jean Ziegler würde sagen: Krieg). standsfähig, es schützt faktisch ewig vor Korrosion. Darauf legen wir Wert, wenn es Ist das nicht bedenklich? Das heißt nämlich, Es ist keine Angelegenheit für „Gut-Men- um unsere eigenen Artikel geht, und die dass er sich als „Verzinker“ ebenso wenig schen“, die sich um diese Kettenschicksale Umwelt und Wirtschaft sind auch sehr da- Gedanken macht über die Herkunft des annehmen, sondern eine Frage der intel- rauf bedacht und profitieren von diesem Zinks, wie die vorhin erwähnten Kinder. lektuellen Redlichkeit, Fairness und Ver- Rohstoff – doch zu welchem Preis? Was sich hier an Hand einzelner Beispiele antwortung. offenbart, ist leider eine umgreifende Tat- Soll mit Verarbeitung und Gebrauch von sache: Wir machen uns kaum Gedanken, Andersrum: Wenn uns diese kausalen Zu- Zink unser Denken ausgeschaltet werden? woher Dinge des täglichen Bedarfs oder sammenhänge von Armut und Reichtum Quasi: Was kümmert mich, woher das entscheidende Rohstoffe stammen – und nicht interessieren, sollten wir auch keine „Zeug“ kommt? Ich hab‘s gekauft und nicht unter welchen Bedingungen Menschen am Produkte aus diesen Ketten verarbeiten gestohlen. Diese Einstellung ist freilich nicht Beginn der Kette arbeiten – und leiden. So und verwenden. Konsequenter Weise. Zink weit weg von den Ergebnissen einer Umfra- haben die Bergleute in Peru und Bolivien steht nur exemplarisch für diese weltweiten, ge an Wiener Kindern, wo zehn Prozent auf (beide Länder zählen zu den wichtigsten einseitigen Abhängigkeiten mit Schieflage die Frage „Woher kommt denn die Milch?“ – praktisch erstrecken sich diese Warenket- mit Überzeugung geantwortet haben: „Aus ten auf fast alle Dinge unseres Lebens und dem Supermarkt!“ Wirtschaftens. Die Wege vom Milchbauern zu den Kon- sumentInnen waren nicht präsent, werden Wir plädieren für eine „Buchstabierung“, ignoriert. eine „Alphabetisierung“ dieser Zusammen- hänge, eine kritische Reflexion darüber und Wenn die Kuh Milch gibt, wer gibt klare Konsequenzen: nämlich den Verzicht Fotos: INTERSOL dann Zink? auf die o.e. Annehmlichkeiten oder die Zu- Oder: Wir machen uns kaum Gedanken, sammenarbeit auf der gesamten Schiene woher Dinge kommen! ... unter dem Regime der Solidarwirtschaft und des Prinzips von „Fair Trade“: zertifiziert Das ist bewusstseinsmäßig gar nicht so weit Bolivien: Rohstoff für den Weltmarkt, die Armut oder auch nicht. Jedenfalls: faktisch. (HE) entfernt von der Aussage eines der größten bleibt im Land. dreieck 03/2012
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    28 | A u s d e r D i re k t i o n FreiwilligenkoordinatorIn – was ist das? S ie wollen ein Team von Freiwilligen Freiwilligenbörse brauchen vor allem viel leiten und/oder aufbauen, in einem Wissen und Kompetenzen derjenigen, die Verein, einer Einrichtung eine Funkti- diese Projekte initiieren und durchführen Um diesem Anspruch gerecht werden zu on ausüben? Sie suchen sich freiwillige Per- wollen. können, bietet das Salzburger Bildungs- sonen, mit denen Sie gemeinsam ein Projekt Freiwillige wollen richtig angesprochen werk bereits seit 2007 den Zertifikatslehr- auf die Beine stellen wollen, helfen anderen und motiviert werden, sie wollen wissen, gang „FreiwilligenkoordinatorIn“ an, der eine passende Person für eine bestimmte wofür und wie lange sie sich verpflichten, auch von der WeiterbildungsAkademie ak- Tätigkeit zu finden? Sind im Gemeindeamt sie brauchen bei Problemen eine/n An- kreditiert ist. für die Anliegen der Vereine und sonstigen sprechpartnerIn. freiwilligen Einrichtungen zuständig? Dann Ein/e FreiwilligenkoordinatorIn braucht Zertifikatslehrgang „Freiwilligen- sind Sie – im weitesten Sinn – bereits Frei- daher Team-, Kommunikations- und Kon- koordinatorIn“ 2013 willigenkoordinatorIn! fliktfähigkeit, aber auch die Fähigkeit, sich Auch heuer ist das Ziel dieses Lehrganges selbst abgrenzen zu können. die Vermittlung von speziellen Kenntnis- Ehrenamt benötigt mehr als Für die Veranstaltungsplanung und -durch- sen für eine kompetente und zukunfts- Engagement, Herz und Energie führung ist Know How über Projektma- orientierte Unterstützung, Motivation und Die Planung eines Ferienprogramms, die nagement, Öffentlichkeitsarbeit und Spon- Erhaltung der Freiwilligen in ihrer Arbeit. Durchführung eines Zeltlagers, die Adap- soring notwendig sowie Basiswissen über Dies erfolgt durch die Weitergabe von the- tierung eines Vereinshauses, die Neugestal- die rechtliche Absicherung und die Buch- oretischen Grundlagen, die Durchführung tung eines Museums oder der Aufbau einer führung und Besteuerung. von praxisnahen und praktischen Übungen Termine Abschluss: Für einen positiven Abschluss Samstag, 9. März 2013 Samstag, 14. September 2013 des Lehrganges sind die Anwesenheit bei Einführung in die Grundlagen der Rechtliche Aspekte der Freiwilligenarbeit mindestens 9 Modulen sowie die Teilnah- Freiwilligenarbeit Besteuerung und Rechnungslegung von me an einem Kompetenzworkshop erfor- Besondere Aspekte der Veranstaltungspla- kleinen Vereinen derlich. Darüber hinaus muss ein Projekt nung – Barrierefreiheit und nachhaltige Kompetenz- und Tätigkeitsnachweise der Freiwilligenkoordination für den eige- Veranstaltungen nen Wirkungsbereich erarbeitet, schriftlich Samstag, 5. Oktober 2013 festgehalten und präsentiert werden. Die Samstag, 13. April 2013 Die eigene Energie im Blick – TeilnehmerInnen erhalten eine Teilnah- Professionelle Gesprächsführung und Selbstmanagement mebestätigung und ein Zertifikat. Konfliktmanagement Lehrgangsabschluss Das innere Feuer entfachen und brennen Lehrgangs-/Seminarbeitrag: Gesamter Im Juli/August 2013 werden die Teilneh- lassen – Motivation, Gewinnung und Lehrgang (inkl. Skripten und Pausenge- merInnen eingeladen, in einem Workshop (Ein)Bindung von Freiwilligen tränke): 290 Euro ihrem Wissen und ihren Fähigkeiten, Samstag, 25. Mai 2013 die sie sich im Rahmen ihrer freiwilligen Anmeldung und Information: Schriftlich Projekte mit Freiwilligen managen Tätigkeit angeeignet haben, auf die Spur bis spätestens 31. Jänner 2013 beim zu kommen und ihre fachlichen, sozialen Salzburger Bildungswerk, Isolde Mrwa, Samstag, 22. Juni 2013 und personellen Kompetenzen schriftlich Pantaleoner Straße 55, 5120 St. Pantaleon Kompetent präsent – (Medien-)Informati- festzuhalten. Tel: +43 (0)6277-7794 onen richtig gestalten oder +43 (0)664-2134428 Ohne Moos nix los – SponsorInnen finden Umfang: Der gesamte Lehrgang umfasst E-Mail: isolde.mrwa@sbw.salzburg.at und betreuen 58 Einheiten (à 45 Minuten) 03/2012 dreieck
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    Aus der Dire k t ion | 29 sowie durch die Berücksichtigung und Ein- von Freiwilligen betraut sind oder sich dafür nach-Hause-Nehmen von Erfahrungen, beziehung der Fähigkeiten und Stärken der qualifizieren wollen. die in der Praxisarbeit mit Freiwilligen be- TeilnehmerInnen. Der Ausbildungslehrgang „Freiwilligenko- reits gewonnen werden konnten. Ebenfalls ordinatorIn“ bietet nicht nur eine inhalt- durch den Lehrgang gefördert wird die Ver- Das Angebot richtet sich liche Kompetenzerweiterung der Teilneh- netzung der FreiwilligenkoordinatorInnen an alle ehrenamtlich und freiwillig Tätigen, merInnen, sondern auch eine Plattform zum Zweck des zukünftigen Austausches. die mit der Begleitung und Koordination zum Einbringen, Austauschen und Mit- (IM) Bilder: Reinhard Klinger Ein beeindruckendes Bild: Die Singen und fröhlich sein! TeilnehmerInnen der Singwoche beim Abschlusskonzert. D ie Salzburger Singwoche ist in die ren. Eine Auswahl davon gaben die Sänge- vermittelt ein positives Lebensgefühl und Jahre gekommen ... und doch so ju- rinnen und Sänger beim stimmungsvollen stellt die Gemeinschaft in den Mittelpunkt. gendlich-frisch wie nie zuvor! Bereits Abschlusskonzert in der Aberseer Kirche Zwei wesentliche Aspekte, die uns idea- zum 49. Mal trafen sich heuer Ende August zum Besten. ler Weise das ganze Jahr begleiten. Viel ist singbegeisterte Frauen, Männer und Kinder heutzutage von der positiven Wirkung des in Strobl zum „musikalischen Kreativurlaub“ „Singen und fröhlich sein!“ – das Motto der Singens auf Körper und Psyche die Rede - für Stimme, Körper und Seele. 150 Teilneh- diesjährigen Singwoche – war einem stei- darin liegt wohl auch ein Geheimnis des Er- merInnen bedeuteten einen neuen Rekord, rischen Volkslied entnommen. Da heißt‘s: folges der Singwoche. Denn dass sie sich in und nicht wenige mussten sogar auf nächs- „Singen und fröhlich sein, miteinand lach’n, einer Zeit des Freitzeitaktivitäten-Überan- tes Jahr vertröstet werden. scherzn und lustig sein, des sand so Sachn, gebotes bewährt, ist nicht selbstverständ- die ein jedes Herz tuan so gfrein“. Damit ist lich! Gerade auch deshalb freuen wir uns Andreas Gassner und Helmut Zeilner, die über die Singwoche schon alles gesagt ... sie auf die Jubiläumssingwoche 2013! (MiHa) beiden Salzburger Landeschorleiter, Petra Huber und Dorli Brandstätter, sie betreuten die 6- bis 14-Jährigen, sowie die beiden Stimmbildner Agnes Mitterlechner-Wim- mer und Thomas Schneider standen heuer als ReferentInnen zur Verfügung. Geistliche und weltliche Chorliteratur sowie österrei- chische und internationale (Volks-)Lieder waren sowohl im gemischten, als auch im Auch die Jüngeren lassen sich von der Freude am Singen anstecken. Frauen-, Männer- und Jugendchor zu hö- dreieck 03/2012
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    30 | A u s d e r D i re k t i o n Aktives Altern und der Dialog zwischen den Generationen als Herausforderung für die Erwachsenenbildung „Aktives Altern und der Dialog zwischen den Generationen als Heraus- forderung für die Erwachsenenbildung“: Unter diesem Titel fand Ende September 2012 in Wien die Tagung für haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Einrichtungen des Ringes Österreichischer Bildungswerke, darunter auch das Salzburger Bildungswerk, statt. Im Mittelpunkt standen Workshops, Befunde, Begriffe, Fragen und Thesen zum Tagungsthema. Das Salzburger Bildungswerk, Direktor Günther Signitzer und sechs hauptamtliche MitarbeiterInnen, stellten unter anderem zu den Themen „Altern in guter Gesellschaft“ und „Generationendorf“ ihre Projekte vor. Zum Abschluss des Abends durften wir RING-Ehrenpräsident und EU- Regionalkommissar Johannes Hahn begrüßen und ihm unsere Fragen Im Bild (v.li.) Richard Breschar, Isolde Mrwa, Christa Wieland, Johannes über die EU und die EU-Bildungspolitik stellen. (MP) Hahn, Brigitte Singer, Manuela Pleninger. Das Salzburger Bildungswerk stellt die Zukunftsfrage S eit Juli 2012 wird in einem umfang- dabei gesammelt und drei Empfehlungen teren Workshop geladen. Bei der Herbstta- reichen, von der Landeshauptfrau in- für die Weiterentwicklung des Salzburger gung konnten dann noch einmal Ideen und itiierten Organisationsentwicklungs- Bildungswerkes formuliert. Es handelt sich Wünsche eingebracht werden, außerdem prozess über die Zukunft des Salzburger hierbei um die Empfehlungen zu folgenden wird es die Möglichkeit einer Online-Beteili- Bildungswerkes nachgedacht. Wir sind nun Aspekten: gung via Google Docs geben. Der Vorstand bei der Hälfte unseres Organisationsent- 1. zukünftige Strukturen und Ressourcen wird dann aus den Ergebnissen entspre- wicklungsprozesses angekommen. Der Ab- 2. Profil schärfen und Vielfalt ermöglichen chende Schlüsse ziehen. Wir danken allen, schluss ist für Juni 2013 geplant. Als erstes 3. Öffentlichkeitsarbeit die sich an unserem Entwicklungsprozess Gremium hat Anfang September der „Rat beteiligen und bleiben gespannt. Im nächs- der Weisen“, eine nach dem Zufallsprinzip Anschließend waren alle ehrenamtlichen ten „dreieck“ werden wir sicher schon mehr zusammengestellte Gruppe aus Haupt-, MitarbeiterInnen Inner- und Außergebirg berichten können. (RiB) Ehrenamtlichen und BürgermeisterInnen, zu zwei Abendworkshops sowie alle haupt- in Bad Vigaun getagt. 51 Ideen wurden amtlichen MitarbeiterInnen zu einem wei- Im Bild der „Rat der Weisen“ (v.li.): Moderatorin Mag. Martina Ber- thold, Amtsleiter Ing. Siegfried Wartbichler aus Niedernsill, Dipl. Ing. Hermann Hinterstoisser als Referent des Salzburger Bildungs- werkes, Bildungswerkleiterin Brigitte Weißenbacher aus Hintersee, Mag. Brigitte Singer und Sonja Christ aus der Direktion, Referatslei- terin Mag. Ulrike Kendlbacher vom Familienreferat, Josef Irnberger, Vertreter der Bildungswerke für den Vorstand, Monika Weilharter vom Forum Familie, Dr. Martin Wiedemair für den Fachausschuss, Bildungswerkleiterin Hilde Baumgartner aus Abtenau, Bgm. Ernst Josef Kandler aus Muhr, Bezirksleiter MMag. Michael Neureiter. Nicht im Bild: Bildungswerkleiterin Dr. Anita Memmer aus Hallein. 03/2012 dreieck
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    Aus G emein de un d Bez irk | 31 VORSCHAU auf Netze knüpfen – Weiterbildungsmodule Wissen erweitern im Frühjahr 2013 20. Februar 2013, 19.15 Uhr, Flachgauer Besuchsdienste Seniorenheim Seekirchen bilden sich fort Thema: Einblick in die Altersseele VON MARTIN WEICHBOLD 17. April 2013, 9.15 Uhr, I n etlichen Flachgauer Gemeinden sind war und ist die Hallwangerin Mag. Birgit Gemeindezentrum Seeham engagierte BürgerInnen einen Teil ih- Weichbold, Erziehungswissenschafterin Thema: Umgang mit Menschen in rer Freizeit als „Besuchsdienst“ im Ein- und Gesundheits- und Krankenpflegeleh- Krisensituationen satz. Sie besuchen kranke, einsame und rerin mit dem Schwerpunkt Gerontologie Referentin für beide Fortbildungen: zumeist alte Menschen in deren privaten (Lehre von den Erscheinungsformen und DGKS Mag. Birgit Weichbold, Räumen oder in den Appartements im Se- Auswirkungen des Alter(n)s). Durch ihr Erziehungswissenschafterin und niorenwohnhaus, um ihnen Gesellschaft ehrenamtliches Vernetzungsengagement Gerontologin. zu leisten. In Hallwang wurden für diese gibt es seit Winter 2011 eine gemeinsame Das Angebot ist kostenlos.Anmeldung ehrenamtliche Tätigkeit bereits seit 2003 Programmplanung und Organisation unter erbeten unter 0662-872691-17 oder 20 Personen speziell geschult. Die Stadtge- dem Dach des Salzburger Bildungswerkes. christa.wieland@sbw.salzburg.at meinde Seekirchen hat im Rahmen des Eu- So wurden seit dem Frühjahr 2011 bereits Regio-Projekts „Forum Freiwilligenarbeit“ in sechs kostenlose und gemeindeübergrei- den Jahren 2006 und 2007 versucht, neue fende Fortbildungsveranstaltungen zu den Im Bereich der Methoden wurde bislang Freiwillige zu gewinnen, diesen Freiwilligen Themen „Techniken zur Gesprächsanbah- – inhaltsabhängig – eine bunte Mischung Basiskompetenzen an Gesprächsführung nung I+II”, „Persönlichkeit, Bedürfnisse, geboten. Während bei der Einführung in zu vermitteln und ihnen einige Aktions- Selbstbestimmung”, „Jeder tickt auf seine/ die Demenz und die Depression der In- und Reaktionsvorschläge für bestimmte Be- ihre Weise – wie die kognitiven Fähigkeiten formationsinput (unterstützt durch kurze suchsdienstsituationen mitzugeben. Auch unserer KundInnen unser Handeln beein- Filmsequenzen und Fallbeispiele) überwog, in Seeham und Schleedorf gab es im Jahr flussen” und „Umgang mit Dementen und konnten die Besuchsdienste im Bereich der 2010 vom örtlichen Sozialen Hilfsdienst Depressiven I+II” durchgeführt. Kommunikationstechniken in parallel lau- und/oder den örtlichen Bildungswerken in- Die Zahl der Fortbildungsinteressierten fenden Lernstationen selbstgesteuert z.B. itiierte und durchgeführte Fortbildungsmo- liegt derzeit zwischen 30 und 40 Teilneh- „Aktives Zuhören” und die Formulierung dule zu den Bereichen Kommunikation und merInnen, wobei bei den Startveranstal- von „Ich-Botschaften” üben. Umgang mit verwirrten Menschen. tungen in Hallwang und in Elixhausen mit Verbindendes Glied all dieser vorerst ge- über 50 BesucherInnen das Interesse be- Dr. Martin Weichbold ist Bildungswerkleiter meindeintern abgewickelten Aktivitäten sonders hoch war. in Hallwang. Eine lange Nacht beim Pulvermacher Wie jedes Jahr beteiligte sich das Museum Elsbethen „Zum Pulvermacher“ auch heu- er an der Langen Nacht der Museen. Bildungswerkleiter Albert Unterlaß organisierte dazu einen „Elektromagnetismus“-Workshop aus der Reihe „Wissenschaft im Wirts- haus“. Gemeinsam mit Michael Stockinger wagten sich zuerst Kinder an die Experi- mente und produzierten unter anderem hell leuchtende Blitze. Erwachsene schauten ihnen dabei über die Schultern und studierten die beiliegenden Anweisungen. Frisch gebackenes Brot konnten dann die BesucherInnen, unter ihnen auch einige Bildungs- werkleiterInnen, direkt vom Museumsbäcker genießen, bevor sie mit dem Busshuttle zur Besichtigung der anderen Museen in Salzburg und Umgebung aufbrachen. (RiB) dreieck 03/2012
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    32 | A u s G e me i n d e u n d B ezirk Max Steiner begeisterte Jung und Alt. Buchstaben bewegen VON WALTRAUD UND JOHANN GRALL M it der Eröffnung der neuen Bü- mit dem bekannten Innviertler Architekten cherei, einer Fotoausstellung zum und Schriftsteller Friedrich Achleitner. Er Thema „schwarz/weiß“ und der fesselte die BesucherInnen mit seinen Dia- Vorstellung des Kurzführers der Klein- und lektgedichten aus seinem neuen Buch „iwa- „iwahaubbd“: So heißt das neue Buch von Friedrich Achleitner. Er sorgte mit seinen Flurdenkmäler wurde am 14. Oktober 2012 haubbd“. Dialektgedichten für einen Höhepunkt der die 9. Bildungswoche in Göriach durch Be- Bildungswoche. zirkshauptmann Hofrat Dr. Robert Kissela Max Steiner aus Altenmarkt musste seine eröffnet. Unter dem Titel „Ein Dorf liest geplante Märchenwanderung auf Grund – Buchstaben bewegen“ wurden fünf ver- des starken Schneefalles in einen Märchen- begeistern. Der Vortrag „click check“ der schiedene Veranstaltungen durchgeführt. erzählnachmittag im Jugendraum abän- Polizei über die Gefahren im Internet und Ein Highlight dieser Woche war die Lesung dern, konnte die Kinder aber trotzdem sehr bei den neuen Medien informierte und schockierte zugleich. Den Abschluss der Bildungswoche bildete ein Abend für die Jugend. Mit dem Auf- tritt der Band „Brainless feat“, Spielen und Büchern wurde die 9. Bildungswoche im neuen Jugendraum in relativ lockerer At- mosphäre beendet. Waltraud und Johann Grall Insgesamt waren es eine würdige Eröffnung, präsentierten den neuen Bildband der Klein- und Flur- interessante und lustige Veranstaltungen, denkmäler. Im Bild mit Bezirks- und man konnte eindeutig erkennen, dass leiter Robert Grießner (1.v.li.), Buchstaben bewegen. Bgm. Reinhard Radebner (2. v.li.) und BH Robert Kissela (re.). Waltraud und Ing. Johann Grall sind Bildungswerk- leiter in Göriach. 03/2012 dreieck
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    Aus G emein de un d Bez irk | 33 gelebt – geschrieben – verewigt: Mehr als ein starkes Stück Papier VON BARBARA VIERTHALER D as Salzburger Bildungswerk in Pfarrwerfen feiert heuer sein 50-jähriges Jubiläum. Auch aus diesem Anlass fand Ende September 2012 die 15. Bildungswoche statt. Eröffnet wurde die Bildungswoche durch LT-Präs. ÖkR. Bgm. Simon Illmer und Direktor Günther Signitzer. Die Podiumsdiskussion „Das war unsere Zeit“ wurde vom Pfarrwerfener Singkreis musikalisch um- rahmt, der schon am Vortag bei „MEIN LEBEN – MEINE LIEDER – Lie- derabend mit Sepp Oberhöller“ für einen gelungenen Beginn sorgte. Nach einem geschichtlichen Rückblick mit Fritz Hörmann und einer Einführung zum Thema „ZeitzeugInnen“ durch Stefanie Walch, führte VD Bernhard Hutter das Gespräch mit vier Zeitzeugen: Margarethe Deisl, Sebastian Gschwandtner sen., Burkhard Madleitner sen. und Pfarrwerfen vor 60 Jahren. Im Bild (v.li.) Burkhard Madleitner sen., Christian Vierthaler. Zum Thema passend baute Christian Vierthaler Margarethe Deisl, Bgm. Simon Illmer, Bernhard Hutter, Christian ein Modell des Ortszentrums von Pfarrwerfen aus dem Jahre 1950. Vierthaler und Sebastian Gschwandtner. Auf großes Interesse stieß der Vortrag von Dr. Sylvia Glück, Fachärz- tin für Frauenheilkunde, zum Thema „Schul- und Komplementär- sage mit Herbert Gschwendtner, ein Un- und Wildkräuterkochkurs medizin sind kein Widerspruch“. So wissen wir jetzt, dass Schul- und sowie ein Sicherheitstag statt. Komplementärmedizin einander wie Puzzlesteine ergänzen, und Den Abschluss der Bildungswoche bildete das Erntedankfest. An bei Erkrankungen, aber auch, um gesund zu bleiben, sollten wir die diesem Tag wurde auch die wieder eröffnete Gemeindebücherei Angebote beider nutzen. eingeweiht und der Pfarrwerfener Bevölkerung mit einem „Tag der Im Rahmen der Bildungswoche fanden auch eine Lesung und Finis- offenen Tür“ präsentiert. Barbara Vierthaler ist Bildungswerkleiterin in Pfarrwerfen. Strobls Kleindenkmäler: Was ist daran wahr? VON JOHANN STEHRER 200 Kleindenkmäler hat Heimatforscherin Irma Hillebrand in Strobl auf- genommen. Sie hat dabei viele nette Abenteuer erlebt. Bei der Prä- sentation im Oktober überzeugte sie die vielen BesucherInnen von ihrem umfangreichen Wissen über die Geschichte ihrer Gemeinde. Besonders interessant sind natürlich die „Gschichtln“. Ob sie wahr oder falsch sind? Irma Hillebrand ist jeder Spur nachgegangen – wegen der Wahrheit, und weil sie auch ein bisserl neugierig ist. Von einem Mann, der jedes Jahr beim Wildererkreuz Zither spielt, erfuhr sie zum Beispiel eine wahre Geschichte: Wie zwei Heimkehrer am 9. November 1918 beim Jausnen von einem Revierjäger erschossen wurden. Irma Hillebrand weiß aber auch viel über die Hintergründe verschiedener Heiligendar- stellungen. Ihr Wissen will sie im nächsten Jahr auch wieder bei kleinen geführten Wanderungen weiter geben. Betreut wurde Hillebrand von Petra Aster aus Bad Ischl, Im Bild (v.li.) Richard Breschar, Volkskundlerin die auch die Daten der Kleindenkmäler der anderen Salzburger Landgemeinden be- Petra Aster, Heimatforscherin Irma Hillebrand, arbeitet. Die Objekte können über die Internetdatenbank www.kleindenkmaeler.com Bildungswerkleiter Johann Stehrer und Bgm. besichtigt werden. Josef Weikinger. Dr. Johann Stehrer ist Bildungswerkleiter in Strobl. dreieck 03/2012
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    34 | A u s G e me i n d e u n d B ezirk Foto: Fotolia Rio20+ im Landtag präsentiert I m Bundesland Salzburg wurde anlässlich der UNO-Konferenz in Rio de Janeiro ein öffentlicher Prozess der Zivilgesellschaft initiiert, um Fragen rund um das Thema „Umwelt und nachhaltige Entwicklung“ zu diskutieren. Das „Salzburger Netzwerk Bil- dung für nachhaltige Entwicklung und glo- bales Lernen“ (sabine) hat gemeinsam mit 1. Übernahme einer Vorreiterrolle regionalen Partnern zu einer sechsteiligen nachhaltigen Lebensstiles – eine Art regionalen Veranstaltungsreihe mit unter- Selbstverpflichtung des Landtages, schiedlichen Themen und einer Abschluss- 2. Überzeugungsarbeit in öffentlichen Ein- veranstaltung eingeladen. richtungen zu leisten, damit auch diese Das Salzburger Bildungswerk ist Teil des Im November wurden nun dem Landtag die dem Gedanken der Nachhaltigkeit folgen, „Salzburger Netzwerkes Bildung für nach- Ergebnisse inklusive einer umfassenden Ana- 3. bei regionalen Initiativen mitzuarbeiten haltige Entwicklung und globales Lernen“ lyse der Situation in Salzburg präsentiert. An- oder diese zu unterstützen. – sabine. In diesem Forum von Bildungs- geregt wurde dabei auch Folgendes: (RiB) einrichtungen setzen sich Organisationen und Einzelpersonen mit Themen der Bil- dung für eine nachhaltige Entwicklung in globaler Perspektive auseinander. Neben vielen Einzelveranstaltungen bietet „sabi- ne“ auch den Nachhaltigkeitsintensivlehr- gang „Ideen wachsen lassen“ an. Weitere Informationen finden Sie auf un- serer Homepage unter www.salzburger- bildungswerk.at/de/bildungsbereiche/ Eindrücke von der regionalen Veranstaltung im Lungau zum Thema „Ernährung“. projekte oder www.suedwindsalzburg.at. „Aufbrechen“ in ein neues Miteinander Das war das Herbstsymposion 2012 im Lungau VON PETER UND LIESI LÖCKER D er Lungau und die Kärntner Nock- Bürgerbeteiligung gelebt und umgesetzt für eine erfolgreiche Partizipation. Sie stell- berge wurden im Juli 2012 als Bio- werden?“ fand das 12. Herbstsymposion im te fest, dass die Politikverdrossenheit nicht sphärenpark (BSP) der UNESCO (= Lungau statt. mit einem Desinteresse an Politik gleichzu- Modellregion für nachhaltige Entwicklung) setzen ist. Vielmehr ist es die Art, wie Politik anerkannt. Als Pflichtkriterium eines BSP „Empire Me – Der Staat bin ich“ gemacht wird, die den Unmut der Bürge- gilt das nachweisliche Mitbestimmen und Der Einstieg mit dem Film „Empire Me – Der rInnen verursacht. Mitgestalten der Bevölkerung und NGOs. Staat bin ich“ war kontrovers und zeigte Stainer-Hämmerle fordert einen Paradig- die vielen Facetten, wie Menschen selbst- menwechsel: „Politik darf nicht (mehr) als BürgerInnen müssen aufbrechen und ak- bestimmt leben, auf. Danach sprach Ka- Kampf von Interessen, sondern als Herstel- tiv mitgestalten können. Dazu gilt es auch, thrin Stainer-Hämmerle, Politologin an der lung von Gemeinwohl verstanden werden. Strukturen aufzubrechen und Eingefahrenes Fachhochschule Kärnten, vom „Mitreden Denn für die bisher Herrschenden bedeutet zu erneuern. Unter dem Motto „Wie kann und Mitentscheiden“, also über Faktoren Partizipation automatisch Machtverlust, 03/2012 dreieck
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    Aus G emein de un d Bez irk | 35 aber eventuell Vertrauensgewinn“. Sie be- All dieses Grundwissen über Basisdemo- zeichnet folgende Aspekte als die Eckpfeiler kratie und Beteiligung sollte bei der Po- der Partizipation: Einbettung ins Entschei- diumsdiskussion zu Wegen führen, wie dungssystem, transparentes Grundkonzept, im Biosphärenpark Lungau Beteiligung gemeinsam vereinbarte Spielregeln und ermöglicht werden kann. Während Re- Konsensprinzip, Unterstützung durch neu- gionalmanager Josef Fanninger und die trale Moderatoren, Einbindung von Sach- Bürgermeister Wolfgang Eder und Franz und Prozesskompetenz, nachvollziehbare Winkler genug Beteiligungsmöglichkeiten Ergebnisse, deliberierte Ergebnisse, Öffent- für die BürgerInnen sahen, orteten die Zu- lichkeitsarbeit, nachvollziehbare Entschei- TeilnehmerInnen des Herbstsymposions 2012 hörerInnen, dass es noch zu wenig Möglich- dung und Umsetzung, Nachsorge und Re- im Lungau. keiten der Beteiligung gibt. Vor allem sollen flexion. sich alle, die wollen, beteiligen können, se jetzt Wirklichkeit wird. Was stört, ist nicht nur ausgesuchte Personen. In der Dis- Mehr direkte Demokratie „der Wähler“, so Wolfgang Radlegger und kussion wurde festgestellt, dass es vor dem Projekte, welche mit Bürgerbeteiligung Wolfgang Gmachl. Sie erläuterten die An- Beginn eines Prozesses klare Ziele braucht, umgesetzt werden, brauchen zwar eine liegen von „MeinOE – Demokratie jetzt“. „Es die Wege müssen offen sein für alle, die sich längere Planungsphase, sind aber meist braucht ein neues Wahlrecht, mehr direkte engagieren und beteiligen wollen. schneller umgesetzt. Am Beispiel des „Salz- Demokratie, einen Ausbau der Grund- und Mit dem „Wos ma selba hom“ klang das burger Modells“ zeigte Wilfried Rogler auf, Freiheitsrechte, ein starkes unabhängiges Symposion in bewährter Weise aus. wie BürgerInnenbeteiligung in einem Ent- Parlament, den Kampf gegen die Korrup- scheidungssystem verankert werden kann. tion, einen neuen Föderalismus, unabhän- Peter Löcker ist Bildungswerkleiter in St. Margarethen. Die Initiative „mehr Demokratie Salzburg“ gige Medien und eine Reform der Parteien“, arbeitet schon viele Jahre daran, dass die- waren sich die beiden einig. Das lern.fest 2012 machte Lust aufs Lernen B ereits zum zweiten Mal fand am 6. Oktober 2012 das „lern. für Veranstaltungen des Kulturforums Hallein sowie Tennengau- fest“ der Lernenden Region Tennengau statt. Insgesamt Bücher, Bücher der Pucher Autorin Hermine Weixlbaumer-Zach, zehn Bildungseinrichtungen aus dem gesamten Bezirk eine Mundart-CD und eine DVD zu „Stille Nacht“. präsentierten, koordiniert von Mag. Heike Guritzer-Maurer, der Folgende Einrichtungen waren 2012 vertreten: Biber-Bildungsbe- Leiterin der Lernenden Region, ein vielseitiges und abwechs- ratung, Bibliotheken, Evangelisches Bildungswerk, IKU Hallein, Ka- lungsreiches Angebot in der Halleiner Salzberghalle. tholisches Bildungswerk, Ländliches Fortbildungsinstitut, Netzwerk Rund 300 BesucherInnen konnten unter mehr als 50 Angeboten Bildungsberatung, Salzburger Bildungswerk, Volkshochschule Ten- wählen, sich über Erwachsenenbildung informieren und vieles nengau und Wirtschaftsförderungsinstitut Tennengau. (MP) auch kostenlos vor Ort ausprobieren. So gab es beispielsweise auf Initiative des Bezirksleiters des Salz- burger Bildungswerkes, Michael Neureiter, ein Tennengau-Quiz mit 13 Fotos und vielen Preisen. Etwa 50 Besucherinnen und Besucher beteiligten sich und versuchten, die 13 Fotos den 13 Tennengauer Gemeinden richtig zuzuordnen. „Es ging um die 13 Richtigen in möglichst kurzer Zeit, eine Teilnehmerin schaffte es in 40 Sekunden“, berichtet Neureiter, der mit dem Quiz auch den Bildungsauftrag „Lebensraum“ verbindet. „Das Salzburger Bil- dungswerk hat für mich die Bildungsaufträge Generationen, Le- bensraum und Kultur: Beim ‚Lebensraum‘ geht‘s um die Kenntnis unserer kleinen Welt und um Impulse für das Zusammenleben und die aktuellen Fragen!“ Den Besten überreichte Bezirksleiter Neu- reiter Kulinarisches, Kulturelles und Lektüre. Darunter Gutscheine dreieck 03/2012
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    36 | A u s G e me i n d e u n d B ezirk waren die neuen Medien in den Schulen Werte erhalten – Gegenwart – so trafen sich Jung und Alt in den Com- puterräumen der Hauptschule. gestalten – Zukunft ermöglichen SeniorInnen aus dem Ort beschäftigten sich unter der Leitung von Prof. Dr. Stie- ger intensiv mit dem Thema „Chancen Bildungswoche in Großarl des Älterwerdens“. Anklang fand auch VON WERNER THORBAUER der Vortrag von Univ.Doz. Dr. Karl Buch- E nde September 2012 feierte Groß- meinsam gestaltete, Elternwerkstatt zum graber zum Thema „Wert der Bergbauern arl gemeinsam das Erntedankfest Thema „Vorlesen ist Liebe“ sowie eine für die Gesellschaft – ohne Bauersleut’ kei- und eröffnete gleichzeitig eine Bil- Abendveranstaltung zum Thema „Famili- ne Kulturlandschaft und kein Essen“. dungswoche, die ein überaus spannendes enfreundliche Gemeinde“. Bürgermeister Johann Rohrmoser, Vize- Programm bereithielt. Unter dem Motto bürgermeister Johann Ganitzer, GR Jo- „Werte erhalten – Gegenwart gestalten – Ein Tag der Bildungswoche gehörte ganz hann Kreuzer und AL Franz Hasler gaben Zukunft ermöglichen“ wurde versucht, die den Schulen. „Schule früher –Schule heu- einen Überblick über die Entwicklung der Gemeinschaft und das Zusammengehö- te“: Schreibend, erzählend, singend, musi- Marktgemeinde Großarl seit 1962. rigkeitsgefühl zu stärken und für Jung und zierend und gestaltend näherten sich die Den Abschluss der Woche bildete eine Alt kulturelle, bildungsmäßige, unterhalt- einzelnen Schulen des Ortes über den Vor- Zauberreise mit Musik nach „somewhere same und abwechslungsreiche Veranstal- mittag dem Thema. over the rainbow“ – ein Konzert mit Chor tungen zu bieten. So gab es neben einer Am Abend gestalteten die Schulen der und Solisten des Esembles Annelie in der Fotoausstellung „Wie die Zeit vergeht?! – Marktgemeinde nach einem Impulsreferat voll besetzten Turnhalle. Wie war es einmal?“, einem Kabarett mit von Frau BSI i.R. OSR Heidelinde Kahlham- Ingo Vogel über Gesundheit auch eine, mer eine gut besuchte Podiumsdiskussion. HD i. R. Werner Thorbauer ist Bildungswerkleiter in Großarl. mit dem Katholischen Bildungswerk ge- Ebenfalls Schwerpunkt in dieser Woche Die Schulen veranstalteten ein öffentliches Lesen. Überall im Ort konnte man ein Buch in die Hand nehmen, in die Welt der Bücher eintauchen und dazu Kulinarisches aus der Region genießen. Bildungs- und Nationalparktage in Muhr VON ROBERT GRIESSNER S eit zwei Jahrzehnten erstreckt sich Es wurde eifrig diskutiert und für die Zu- Viele Interessierte aus dem gesamten Lun- der Nationalpark Hohe Tauern auch kunft geplant. Mit ExpertInnen wurden die gau besuchten die Nationalpark-Ausstel- auf das Gemeindegebiet von Muhr. Besonderheiten der Almregion sowie des lung im historischen Blasnerhof. Heimische Mit einem Anteil von insgesamt 1711 ha ist naturbelassenen Karwassersees erforscht. Sammler und Künstler zeigten ihre Rari- Muhr die östlichste Nationalparkgemeinde Ein Erlebnis für alle Naturfreunde bildete täten und Werke und gaben fachkundige und die einzige im Lungau. Im Rahmen der die Vorstellung des Naturdenkmals Kande- Informationen. Kreatives wurde von Kinder- 8. Bildungs- und Nationalparktage widmete laberfichte, die auf Grund der eigenartigen garten und Volksschule sowie von Jugend- sich die Muhrer Bevölkerung verstärkt dem Verzweigungen das Aussehen eines vielar- lichen der Gemeinde aus- und vorgestellt. Nationalparkgedanken. migen Kerzenleuchters erhält. Großen Anklang bei den Kindern fand das 03/2012 dreieck
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    Aus G emein de un d Bez irk | 37 Im Rahmen der Gemeindeversammlung wurde Bildungswerkleiter Robert Grießner mit dem Goldenen Verdienstzeichen der Gemeinde Muhr geehrt. Im Bild (v.li.) Vizebgm. Michael Macheiner, Robert Grießner, BH Dr. Robert Kissela und Bgm. Sepp Kandler. von einem Nationalparkranger angeleitete „Steine schleifen“. Besprechung Biosphärenpark beim Naturdenkmal Kandelaberfichte. Die Lungauer Bildungswerkleite- rInnen werden die Entwicklung von Projekten im Sinne des Biosphärenparks unterstützen und begleiten. Das Thema „Perspektiven der Gemeinde Muhr als Nationalpark- und Biosphärenpark- sprach sich in diesem Zusammenhang für mit Bgm. Toferer und einer Delegation der gemeinde“ bildete die Grundlage für eine eine intensive Einbindung der Bevölkerung südsteirischen Stadtgemeinde Mureck fan- Gemeindeversammlung. Mag. Fanninger aus. In Themenkreisen sollen in nächster den die 8. Muhrer Bildungs- und National- informierte ausführlich über den „Biosphä- Zeit zielführende Ideen gesammelt und parktage mit einer Bergandacht auf dem renpark“ und gab der Hoffnung Ausdruck, ausgearbeitet werden. 2402 Meter hohen Mureck einen feierlichen dass der Lungau in Zukunft auf Basis dieses Gemeinsam mit BH HR Dr. Kissela, Bgm. Abschluss. Prädikates innovative Projekte entwickeln Kandler und vielen Einheimischen, Bewoh- und umsetzen möge. Bgm. Sepp Kandler nerInnen der Nachbargemeinde Hüttschlag Robert Grießner ist Bildungswerkleiter in Muhr. Die Zeit ist reif für einen nachhaltigen Lebensstil! Biosphärenpark Lungau D er Lungau ist eine bedeutende Kulturlandschaft! Ende Sep- tember 2012 bekam diese gemeinsam mit den Kärntner Nockbergen die UNESCO-Auszeichnung „Biosphärenpark – Modellregion für nachhaltige Entwicklung“. Nachhaltigkeit soll nun in ökologischer, ökonomischer und sozialer Hinsicht gelebt werden und zwar im gesamten Bezirk. Dies basiert auf einem Versprechen, das sich alle Gemeinden des Lungaus gegeben haben. Es geht dabei um die Umsetzung der in Rio 1992 verabschiedeten Lokalen Agen- da 21. Dieser LA-21-Prozess läuft nun auf Hochtouren, betreut von der SPES-Zukunftsakademie (Abkürzung für Studiengesellschaft für Projekte zur Erneuerung der Strukturen) in Schlierbach. Das Salz- burger Bildungswerk Lungau war von Anfang an Wegbegleiter Lungauer BildungswerkleiterInnen im Biosphärenparkbüro in dieses Gedankens. Nun soll das Salzburger Bildungswerk Lungau Mauterndorf. der Bildungspartner des Biosphärenparks sein. Bezirksleiter Robert Grießner, Stefan Fanninger und DI Jasmin Pickl haben deshalb alle werke an den örtlichen Prozessen beteiligen und die Umsetzung BildungswerkleiterInnen zu einer Besprechung in das Biosphären- des Biosphärenparks durch ein partizipatives Bildungsprogramm parkbüro eingeladen. Dort wurde vereinbart, dass sich die Bildungs- unterstützen. (RiB) dreieck 03/2012
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    38 | A u s G e me i n d e u n d B ezirk Der Zeit enthasten 7. Bildungswoche und 50 Jahre Bildungswerk Werfenweng VON SONJA ZECHNER D er Zeit enthasten: Unter diesem in der Folge den Alltag leichter bewälti- Motto feierte das Salzburger Bil- gen. dungswerk Werfenweng Anfang Ein Vortrag über „Safer internet“ vermit- Oktober sein 50-jähriges Bestehen. „Im- telte vor allem Sicherheit im Umgang mit mer schneller, immer höher, immer wei- Facebook. Jugendliche und Erwachsene ter“: So kann man den EU-weit erkenn- wurden auf alle damit verbundenen Ge- baren Trend beschreiben, der sich schon fahren aufmerksam gemacht, erfuhren lange nicht mehr nur auf den Berufsalltag aber auch, wie man sich gezielt vor Fal- beschränkt, sondern in vielen Bereichen len im Internet schützen kann. Sehr gut Fotos: Toni Aichhorn unserer schnelllebigen Gesellschaft fest- angenommen wurde auch der von Anna stellbar ist. Freizeitstress und Burnout sind Brandner angebotene Kurs „Seifenschaum die wohl bekanntesten Auswirkungen die- und Badefreuden“. ser Entwicklung. Somit gab es in Werfenweng eine Woche Mit unseren Veranstaltungen wollten wir Dank Yoga-Tuch ein Gefühl der tiefen lang ein sehr vielfältiges Angebot zum Möglichkeiten bieten, der Zeit ein wenig Entspannung. Thema „Der Zeit enthasten“, das erfreu- zu enthasten, Zeit zu finden für sich selbst, licher Weise auch großen Zuspruch bei für Familie und Freunde. Am nächsten Tag lernten alle Beteiligten den Männern fand. ein völlig neues Gefühl der tiefen Entspan- nung und körperlichen Befreiung kennen. Sonja Zechner ist Bildungswerkleiterin in Werfenweng. In einem von der Decke hängenden Yoga- Tuch praktizierten alle TeilnehmerInnen die von Wolfgang Popp vermittelten Übungen zur Geschmeidigkeit der Mus- kulatur und Lockerung der Gelenke. Ent- spannungsmusik und das Ambiente des Schimuseums verstärkten die Wirkung der sehr beeindruckenden Körpererfahrung. Wohlfühloasen im Alltag Begleitet von wohlriechenden Düften kreierte Lernen durch Selbsterfahrung war auch jeder sein persönliches Badeerlebnis aus hoch- ein wesentlicher Schwerpunkt im Work- wertigen Naturprodukten. shop „Gelassen und sicher im Stress“. Dr. Christa Reinecker versuchte zu vermitteln, Erste Gelegenheit bot sich im Anschluss wie wichtig und effizient es ist, kleine an die Eröffnungsfeier bei der Lesung von Wohlfühloasen in den Alltag einzubauen. Mundartdichter Toni Aichhorn. Trotz allem Über den Weg der Sinne kann sehr schnell Humor steckte in jeder Geschichte auch Wohlbefinden und Entspannung erzielt ein Fünkchen Wahrheit, und so regten die werden: Sei es durch Hören eines be- sehr authentisch vorgetragenen Stücke stimmten Musikstückes, durch Betrachten nicht nur zum Lachen, sondern auch zum eines bewusst ausgewählten Bildes oder Zu Hause konnten Badetaler, Sprudelpralinen, Nachdenken an. Musikalisch umrahmt durch Riechen eines beliebten Duftes. Die Badesalz, Lippenpflege und Seifenstücke stolz wurden die Texte von den Aubichimusi- dadurch hervorgerufenen Assoziationen präsentiert und zur Entspannung verwendet kanten. stimmen uns glücklich und lassen uns so werden. 03/2012 dreieck
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    Ar bei tsk re ise | 39 Berichte aus der Gemeinde Kuchl und dem Stadtteil Parsch Es geht auch ganz gemütlich! Das war unsere Zeit: Bericht aus Kuchl VON MARIA PLÖSSNIG I m Offenen Seniorentreff in Kuchl haben Es hat Spaß gemacht! Daher fand in Kuchl sich am 27. Oktober 2012 erstmals Seni- Anfang Dezember bereits das zweite Er- orInnen und interessierte KuchlerInnen zählcafé statt. Damit man sich in Kuchl „wie- getroffen, um zwanglos bei Kaffee und der an Sachen erinnert, die man eigentlich Kuchen über vergangene Zeiten zu plau- schon vergessen hat“. Parallel startete auch dern. Dabei wurden so manche historische ein von der Pfarre und Kuchler Jugend- „Schätze“ und Anekdoten ausgegraben. So lichen gestaltetes Projekt „Das ist unsere wurde beim Foto jener Straßenwalze, die Zeit“: Jugendliche bringen hier den Seni- die Kuchler Bundesstraße erstmals (1927) orInnen „ihre“ Lebenswelt mit Facebook, asphaltiert hat, in Erinnerungen geschwelgt Google und Youtube näher. – wie der Asphalt an den bloßen Füßen ge- Füße einfach abends ins Bett gelegt hat klebt hat, wie man sich trotz schmutziger undundund ... Mag. Maria Plößnig ist Bildungswerkleiterin in Kuchl. In Parsch war und ist immer was los Das war unsere Zeit: Jugend interviewt ZeitzeugInnen VON CHRISTINE HACKENBERG E nde September begrüßte Ricci Bayer Freunde des Stadtteilvereins Parsch. Unter im Stadtteil. Primar i.R. Dr. Josef Rücker beim ersten Kulturcafé nach der Som- dem Titel „Das war unsere Zeit!“ befragten übernahm die Moderation, umrahmt von merpause im bis auf den letzten Platz StudentInnen der Uni Salzburg „Ur-Par- Bildern und Musik (Julia Willi, 16 Jahre) aus besetzten Pinzgausaal des Heffterhofes die scher“ über ihre Kinder- und Jugendzeit der guten alten Zeit. 1. Gespräch rude Starnberg (J ahrgang .1988) unterh ielt sich mit Gert Romana Davare (geb Parsch te ihren Mann in 1931) hekerhof und lern rt. Unsere Zeitzeug in wohnte im Apot r Familie von Bomben zerstö gsende wurde das Haus de ihrer Lehre bei einem kennen. Bei Krie he Karriere mit r nn ihre beruflic mit dem Putzen de Fr au Starnberg bega itsbeginn war 7.00 Uhr morgens nntal gebracht, . Arbe No die Wäscherei nach bend. Musste man Friseur in Parsch e Wäsche wurde in ölten Fußböden. Di um 19.00 Uhr war schließlich Feie ra nntag machte man ge höne Zeit. Am So natürlic h zu Fuß, und sich de nnoch an eine sc bis nach Bad Isch l en, erinnert sie Land, zum Beispiel e au ch Samstag arbeit ge mit dem Fa hrrad, quer durchs haft und Düre rfilmstudios in di oft aben teuerliche Ausflü n dann die Wienfilmgesellsc nen in der unmittel- Schließlich kame n SchauspielerIn und auch weiter. der man berühmte ne sp annende Zeit, in Nachbarschaft. Ei aft begegnete. baren Nachbarsch dreieck 03/2012
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    40 | A r b e i t sk re i se 2. Gespräch Dr. Josef Rücker zog Resümee über die „gute alte Zeit“, schlug eine Brücke zur Gegenwart Walter Pamminger (Jahrg und hielt fest: Die Jugend von damals war ang 1939) erzählte Felix 1994) wie er mit seiner Fam Scope (geb. zwar finanziell arm, aber voller Ideen und ilie (Eltern und sechs Ges insgesamt waren es 15 chwistern), Kinder im damaligen Bra glücklich. So ist es einfach wichtig, selbst aufwuchs. Jede Familie hat ndstätterhaus, te 24 m² Wohnfläche, Bad kreativ zu werden und alles kritisch zu hin- befand sich für alle Bew und Toilette ohner gemeinsam am Gang. Enge störte niemand, die Die häusliche terfragen. Zufriedenheit und Respekt vor Wohnräume wurden ja nur Schlafen benutzt. zum Essen und dem Alter war und ist wichtig. Jeder Morgen startete mit Und ein sich ständig wiederholendes Phä- einem Fußmarsch zur „ro trischen“ (Straßenbahn), ten Elek- dann weiter in die Andräs nomen: Die neue Generation weiß immer, Rechen-, Schreibheft und chule. Je ein ein Zeichenblock waren dam was die vorhergehende hätte machen sol- terial für den Unterrich als als Ma- t ausreichend. Nicht sel Schulweg über Umwege nac ten führte der len, niemand ist aber für die Gegenwart zu- h Hause und dauerte daher Nach dem Essen wurde rasch etwas länger. ständig. die Aufgabe gemacht, dann lich der spannende Teil begann näm- Bei dieser Veranstaltung ist es gelungen, den des Tages: Fischen im Ger punkt Kreuzberg, im Winter sbach, Treff- Skifahren auf der Sanato so wichtigen Dialog zwischen den Genera- je nach Jahreszeit konnte riumswiese, man in den umliegenden Sch tionen – ein heutzutage sehr schwieriges (wenn die Besitzer nicht rebergärten anwesend waren) auch Obs gab nur einen einzigen und t „ernten“. Es Unterfangen – anzuregen. Anschließend daher kostbaren Ball, der auch mal im Blumenbeet der , wenn er konnten alle den begonnenen Meinungs- Nachbarn landete, wieder rückgeholt wurde. Taschenge schnell zu- austausch bei einem Imbiss in persönlichen ld war unbekannt, dennoch terhaltung stets gesorgt. war für Un- … eine scheinbar glücklich Gesprächen fortführen. Die Kapitulation Österreic e Kindheit. hs im Frühjahr 1945 bracht dem Einmarsch amerikanisch e dann mit Christine Hackenberg betreut die Öffentlichkeits- er Soldaten die erste Beg einem farbigen Soldaten. egnung mit arbeit für den Stadtteilverein Parsch. 3. Gespräch mburg) sprach mi t Michael rald Lohmann (geb. 1926 in Ha Zeitzeuge Dr. Ha ichen Fa- (Jahrgang 1982). seiner gutbürgerl Lechner nseate aus de r Großstadt mit yll kam, hatte er Als der junge Ha ins ländliche Id Mundart hwes ter und Bruder) sch und Parscher milie (Eltern, Sc kämpfen, Hochdeut me waren chproblemen zu oble kommunikativen Pr auerei der vorerst mit Spra atibel. Aber die br waren ei nfach nicht komp e Eisprodukt ion für die Bier en, besonders di schnell überwund Kindern angetan. ert, aber er hatte es den ch nicht asphalti eln“ für Familie Schmeder rgstraße, war no n die „Lichtmand Die einzige St raße, die Gaisbe digen Handwerk er. Abends sorgte fuhrwerke transp or- alle notwen rde. Pferde es gab damals in Parsch rgen wieder ausgeschaltet wu Hausbau, Lebensmittel, chtung, die am Mo alles Notwendige: Ziegel für den stärkten sich di e die Straßenbeleu rkehrsmittel den Gasthäusern tierten als einzige Ve nbier. In den umliegen hwierige n Zeiten ver- ieglbier und Ster wirtschaftlich sc ntag, Dienstag un d Bierfässer für St fstieg auf den Gaisberg. In den tteln war nur Mo Wanderer vor dem Au mit Bier wegzuspülen, be r. Aber es gab auch her seine Sorgen fonverbindung he und die Feigen- suchte auch manc stellte die Tele erlaubt. Das Fräulein vom Amt ung von Lokomo tiven, Brückenbau ch die Mittwoch : Herstell , führte in Pars etriebe in Parsch Paulaner Brauerei , sehr zum Ärger der schon Industrieb So hn und Erbe der und fuhr dwig Schmederer, Pflanzen hierher e Stadt, kaffeefabrik. Lu achte exotische iner Villa in di moderne Landwi rtschaft ein, br Kaiserhaus vo rbehalten) von se nzielle Zuwendung den r nur dem gige, fina Polizei, 5-spännig (das wa und re ttete durch großzü ein eigenes E-Werk weiters betrieb er n vor dem Bankro tt. erei Salzburger Kunstv Das war unsere Zeit! Das Projekt des Arbeitskreises Seniorenbildung im Salzburger Bildungswerk wird von Landesrätin Dr. Tina Widmann gefördert und zielt darauf ab, in jeder der 119 Gemeinden des Landes Salzburg mindestens zwei ZeitzeugInnen salzburger zu befragen. Der Fokus liegt auf den Geburtsjahrgängen vor 1933, denn keine Generation davor hat so viele Ver- bildungswerk änderungen miterlebt wie jene der jetzt über 80-Jährigen. Mit Fragen zu Schulweg, Mahlzeiten, Beruf, Sitten und das war unsere zeit Gebräuchen sollen subjektive Erinnerungen gesammelt werden, die ein besonderes Stück Salzburger Geschichte dokumentieren und für nachkommende Generationen identitätsstiftend sind. 03/2012 dreieck
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    Per sona lia | 41 Das Salzburger Bildungswerk gratuliert ... Ing. Herbert Walkner zur Ehrennadel in tion vorbereitet und durchgeführt. Beson- die die Arbeit des örtlichen Bildungswerkes Silber des Salzburger Bildungswerkes. Her- ders hervorzuheben sind die Projektwo- immer unterstützt. Ihre Arbeit für die Orts- bert Walkner leitete seit 1999 das Salzbur- chen, die sich mit den Themen Energie, chronik und ihr umfangreiches Wissen um ger Bildungswerk St. Koloman. In dieser Gesundheit, Sicherheit und Generationen die Geschichte der Gemeinde sind wert- Zeit wurden rund 300 Veranstaltungen befassten. Daneben gab es noch Kinder- volle Impulse. durch das Bildungswerk bzw. in Koopera- festwochen und Veranstaltungen zur El- ternbildung sowie zur politischen Bildung. Drei Bildungswochen wurden in dieser Zeit OSR Helmut Brandstätter, Bildungswerk- durchgeführt, darunter auch eine gemein- leiter in Grödig sam mit Bad Vigaun – das hatte es bis dato Bgm. Johann Ganisl, Nußdorf noch nicht gegeben. Brunhilde Grasser, ehem. Mitarbeiterin Günther Signitzer, der Direktor des Salzbur- des Salzburger Bildungswerkes und Mit- ger Bildungswerkes, bedankte sich bei Ing. glied des Arbeitskreises Seniorenbildung Herbert Walkner für das langjährige Enga- Bgm. Andreas Haitzer, Schwarzach gement im Bildungs- und Kulturbereich Dr. Wolfgang Kirchtag, Bildungswerklei- sowie bei allen seinen MitarbeiterInnen. ter in Henndorf Im Bild (v.li.) Bgm. Willi Wallinger, Herbert Walk- Insbesondere dankte er auch der Leiterin Daniel Krainer, ehem. Bildungswerkleiter ner und die neue Bildungswerkleiterin Petra Eisl. des Mundartarchives, Erika Rettenbacher, in Bürmoos OSR Rudolf Langer, ehem. Bildungswerk- leiter in Hollersbach und Bezirksleiter Werner Thorbauer zur Ehrennadel in Silber Pinzgau des Salzburger Bildungswerkes. Werner Bgm. Bettina Mitterer, Lofer Thorbauer leitet seit 1999 das Salzburger Bgm. Peter Perner, Lessach Bildungswerk Großarl. Er kam als junger Reg. Rat Othmar Purkrabek, ehem. Lehrer in die Marktgemeinde und war Bildungswerkleiter in Mariapfarr über viele Jahre Direktor der Hauptschu- Bgm. Dr. Christian Stöckl, Hallein le. Sein Anliegen ist die Kooperation der Bgm. Paul Weissenbacher, Hintersee Vereine und die Unterstützung sozialer In- Sieglinde Wessely, ehem. Bildungswerk- itiativen im Großarltal, wo er mit dem Ge- leiterin in Tweng schäftsführer des „Sozialen Hilfsdienstes Dr. Renate Woerle-Velez Pardo, WIFI Großarltal“ und Leiter des Bildungswerkes Im Bild (v.li.) GR Johann Kreuzer, Vizebgm. Institutsleiterin Hüttschlag, Martin Rohrmoser, eng zu- Johann Ganitzer, Werner Thorbauer, zum runden Geburtstag. sammenarbeitet. Bgm. Johann Rohrmoser und AL Franz Hasler. Josefine und Anton Heitzmann, Lungau- er Heimatmuseum Tamsweg Ursula und Alfred Huemer, Museum im ... zu 50 Jahre Salzburger Einlegerhaus Obertrum Bildungswerk Werfenweng Emmi Klettner, Pongauer Heimatmuse- Günther Signitzer gratulierte der um Goldegg Gemeinde Werfenweng zum Walter Reifmüller, Felberturmmuseum 50-jährigen Gründungsjubiläum Mittersill des örtlichen Bildungswerkes. Franziska Scheibl, Museum Zum Im Rahmen der Eröffnung der 7. Pulvermacher, Elsbethen Bildungswoche Anfang Oktober sowie Erich Urbanek, Museum Burg gab Bgm. Dr. Peter Brandauer Golling, Im Bild (v.li.) Kustos Hans Müller, Toni Aichhorn, Bildungs- einen kurzen Rückblick auf die werkleiterin Sonja Zechner, Wolfgang Popp (Leiter des großartigen Veranstaltungen zur Verleihung des Bundes-Ehrenzeichens Bildungswerkes von 1982 bis 2001), Günther Signitzer und für Freiwilligenleistungen. Bgm. Peter Brandauer. und die zahlreichen Initiativen. dreieck 03/2012
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    42 | Pe rs o n a l i a Wir bedanken uns Geehrt Das Salzburger Bildungswerk verabschiedet sich von Gabriele di Centa-Laimer als Bezirksleiterin im Oberpinzgau. Wir bedanken uns bei ihr für das Engagement im Salzburger Bildungswerk und wünschen ihr, dass sich ihr Gesundheitszustand bald wieder verbessert! S onja Christ bedankte sich im Namen des Fotos: Neumayr Salzburger Bildungswerkes bei Markus Kle- ment, der seit 1975 in der Abteilung 2 als Amtsbote tätig war. Seit 1980 übermittelte er täg- Im Rahmen eines Festaktes wurde Primar lich die Post zwischen dem Amt der Salzburger i.R. Dr. Josef Rücker, Mitglied des SBW-Vor- Landesregierung und dem Haus der Erwachse- standes, das „Große Verdienstzeichen des nenbildung „Corso“. Er übernahm dankenswerter Landes“ verliehen. Rücker hat sich als Leiter Weise auch immer wieder den Transport unserer der Neonatologie des Landeskrankenhauses in der Landesdruckerei produzierten Broschüren Salzburg sowie in seinen vielen ehrenamt- und Handzettel. Lieber Markus, wir wünschen dir lichen Funktionen, zum Beispiel als Vorstands- für die Pension alles Gute, beste Gesundheit und mitglied des Salzburger Bildungswerkes oder bedanken uns für die vielen Jahre verlässlicher als Präsident von Intersol, große Verdienste und umsichtiger Zusammenarbeit! erworben. Das Salzburger Bildungswerk begrüßt Petra Eisl als neue Bildungswerkleiterin in St. Koloman. Sie hat die Ausbildung zur Di- plom-Erwachsenenbildnerin mit dem Schwerpunkt Gesundheitsbildung abgeschlos- sen, das Generationenfest initiiert sowie seit einigen Jahren im örtlichen Bildungswerk mitgearbeitet und u.a. die Kinderfestwochen organisiert. Wir wünschen der neuen Leiterin des örtlichen Bildungswerkes viel Erfolg und bedan- ken uns für ihre Bereitschaft zu diesem ehrenamtlichen Engagement. Friedl Bahner, Bildungswerkleiter in Hallein, wurde mit dem „Verdienstzeichen des Landes Salzburg“ ausgezeichnet. Bahner ist seit vie- Zum Gedenken len Jahren ein kultureller Motor in der Stadt Hallein und der angrenzenden Region. Das Am 17. August 2012 verstarb nach plötzlicher schwerer Erkrankung Stiftpropst Kulturforum Hallein bietet auch in Kooperati- Vinzenz Baldemair. Neben seiner Funktion als Propst des Kollegiatstiftes Mattsee on mit dem Salzburger Bildungswerk ein her- lagen ihm als langjähriger Kustos besonders das Stiftsmuseum und die Gemein- vorragendes Programm. schaft der Gemeinde am Herzen. Er war als Seelsorger den Menschen in ihren Freuden und Sorgen sehr nahe. Der Berufstitel Hofrat wurde an Prof. Dr. Mar- tin Wiedemair, Mitglied des SBW-Vorstandes Nach langer, schwerer Krankheit verstarb am 18. Oktober 2012 Mag. Elisabeth und Leiter des Arbeitskreises „Bildungswo- Kornhofer im 48. Lebensjahr. Wir haben sie als engagierte und überaus kompe- chen“, verliehen. Wiedemair ist als Geschäfts- tente Mitarbeiterin der „arge region kultur“ sowie im Rahmen der Entwicklung des führer der ARGE Salzburger Erwachsenen- Waggerl-Hauses kennengelernt und in den Jahren immer wieder ihren Einsatz und bildung ein wichtiger Impulsgeber für die ihre Tatkraft bewundert. Die Initiativen des Kulturvereines „Blaues Fenster“ sind Weiterentwicklung der Erwachsenenbildung untrennbar mit ihrem Namen verbunden. Als Obfrau hat sie sich immer wieder für im Land Salzburg und österreichweit als aner- die weitere Entwicklung eingesetzt und die vielfältigen Kooperationen gefestigt. kannter Experte in zahlreichen Gremien tätig. Wir werden Mag. Elisabeth Kornhofer und Vinzenz Baldemair ein ehrendes Geden- Wir gratulieren! ken bewahren, unsere Anteilnahme gilt den Angehörigen. 03/2012 dreieck
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    Per sona lia | 43 Trotz strömenden Regens trat das Salzburger Bildungswerk gemeinsam mit über 3.000 StarterInnen Anfang September zum zweiten Mal beim Salzburger Businesslauf an. Das Team „Ehrenamt“, bestehend aus Barbara Vierthaler (Bildungswerkleiterin in Pfarrwerfen), dem Pongauer Bezirkslei- ter Dir. Bernhard Hutter und Bildungswerkleiter Dr. Martin Weichbold aus Hallwang, erreichte mit einer Gesamtzeit von 1 Stunde und 44 Minuten den erfolgreichen 215. Platz. Team „Hauptamt“ rund um DI Richard Breschar, Buchhalterin Sonja Christ und Mag. Manuela Pleninger (Öffentlichkeits- arbeit) rannte dank CEO-Wertung auf den 112. Platz. Mit einer Zeit von 2 Stunden und 4 Minuten konnten sie sich im Vergleich zum Vorjahr um zehn Minuten verbessern. Das Ziel, gemeinsam Bildung zu bewegen, wurde auf jeden Fall erreicht! (MP) Buch- und DVD-Tipps Karl Wolf Theorie und Praxis der Erziehung unter einem ungewöhnlichen Biopädagogik Blickwinkel zu sehen wünschen. Der Erziehungswissenschaft ins- Reden, Aufsätze, Abhandlungen gesamt müsste es willkommen sein, wenn von Zeit zu Zeit daran Herausgegeben von Monika Rothbucher und Gerhard Zecha erinnert wird, dass Erziehung im Leben wurzelt und auf das Leben LIT-Verlag, Berlin-Wien 2012 hin ausgerichtet ist. Erziehung des Leblosen macht keinen Sinn. ISBN- 978-3-643-50375-6, 388 Seiten, Euro 30,80 Das vorliegende Werk regt jedenfalls in einladender Weise dazu an, Erziehung für das Leben durch die „Hochschule des Lebens“ Hinter dem unkonventionellen Titel dieses Sammelbandes von dienstbar zu machen mit dem Endziel eines gelingenden Lebens. Reden, Aufsätzen und Abhandlungen steht ein unkonventio- Rezension von Dr. Josef Steidl, ehem. Vorstandsvorsitzender des Salzburger neller Autor. Seine narrative Pädagogik befasst sich nämlich nicht Bildungswerkes primär mit Inhalten der universitären Pädagogik, sondern mit In- halten der von ihm so genannten „Hochschule des Lebens“. Die- Damit es nicht verlorengeht se ist Inbegriff der Hochschätzung von Erfahrung und Weisheit Band 3 – Verein Geschichte Bürmoos gelebten Lebens. Die „Hochschule des Lebens“ beruht demge- Erhältlich: Rupertus Buchhandlung, Höllrigl, mäß auf einem „unverkürzten Bildungsbegriff“. Ihr buntes Ange- Gemeindeämter Bürmoos, Lamprechtshau- bot steht grundsätzlich allen Lebenskreisen in allen Altersstufen sen, Nußdorf und St. Georgen, Papier Pircher offen. Und was die Gebildeten dieser hohen Schule betrifft, kön- und Fa. Jakob in Lamprechtshausen, Raiba nen sie es mit den herkömmlich Gebildeten ohne Abstriche auf- Bürmoos, Bäckerei Pasch oder direkt beim nehmen, wenn es um Fragen der Lebensbewältigung und eines Verein Geschichte Bürmoos. gelingenden Lebens geht. Es wird auf Wunsch in ganz Europa um 23 Euro versandt. Im Programm der informellen „Hochschule des Lebens“ stehen erwartungsgemäß Themenbereiche wie Lebenskunde, Lebens- Passend zur Weihnachtszeit: DVD-Tipp führung, Lebenskrisen, Lebensorientierung, Lebensgefühl, Le- Stille Nacht auf DVD bensweisheit u.a.m. Materialsammlung von Mag. Rosina König Wo findet nun der Autor die Lebenswelt, in der dieses Programm (auch in Englisch und Italienisch) authentisch umgesetzt ist? Mit der ihm eigenen Achtsamkeit Preis: Euro 18, für Mitglieder der Stille-Nacht-Gesellschaft und für entdeckt er sie in der kleinen, unscheinbaren und oft unbeach- Bildungseinrichtungen Euro 12, Bestellung: info@stillenacht.at teten Welt des Alltags, im ursprünglichen Leben der Natur und oder Stille-Nacht-Platz 7, 5110 Oberndorf im schöpferischen Leben der Kunst. Die Beiträge „Pädagogische Die Materialsammlung „Stille Nacht auf DVD“, bestehend aus Gegenseitigkeit“ sowie die Lebensbilder über „Adalbert Stifter als eigenen Publikationen, Autographen, Tondokumenten, Foto- Erzieher“ und „Rudolf Szyszkowitz – Werk und Leben“ spiegeln material und Filmen, soll künftig in Schulen und Erwachsenen- diese Entdeckung beispielhaft wider. bildungseinrichtungen zur Verwendung für Präsentationen und Die Lektüre dieses klar verständlich geschriebenen und teilweise Medien und in der Vermittlung des Lieds, seiner Entstehung und mit feinem Humor gewürzten Werkes mag all jene bereichern, die seiner Botschaft zum Einsatz kommen. dreieck 03/2012
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    Österreichische Post AG Info-Mail. Entgelt bezahlt. www.salzburgerbildungswerk.at Das Salzburger Bildungswerk wünscht angenehme Feiertage und ein besinnliches Weihnachtsfest. salzburger Wir machen bildungswerk Bildung lebendig!