Erwachsenenbildungs-Magazin des Salzburger Bildungswerkes   02/2012




Erotisches Kapital –
Profit oder Stigma?


Europa in der
Schuldenfalle?


RIO PLUS/MINUS 20


Im Alter mehr Zeit
für Engagement?!




                                                            salzburger
                                                              bildungswerk
Das Team des Salzburger Bildungswerkes
Direktion                                     Karin MARESCH                               Gemeindeentwicklung
Günther SIGNITZER                             Sekretariat                                 Salzburg
Geschäftsführung                              Tel: 0 662-87 26 91-12                      Alexander GLAS
Tel: 0 662-87 26 91-14                        karin.maresch@sbw.salzburg.at               Tel: 0 662-87 26 91-13
g.signitzer@sbw.salzburg.at                   Isolde MRWA                                 alexander.glas@sbw.salzburg.at
Sarah Baier                                   Organisation                                Milica GLIBO
Sekretariat                                   Tel: 0 6277-77 94                           Tel: 0 662-87 26 91-27
Tel: 0 662-87 26 91-24                        isolde.mrwa@sbw.salzburg.at                 milica.glibo@sbw.salzburg.at
sarah.baier@sbw.salzburg.at                   Manuela Pleninger                           Anita MOSER
Richard BRESCHAR                              Öffentlichkeitsarbeit                       Tel: 0 662-87 26 91-18
Örtliche Bildungswerke                        Tel: 0 662-87 26 91-16                      anita.moser@sbw.salzburg.at
Tel: 0 662-87 26 91-19                        manuela.pleninger@sbw.salzburg.at
richard.breschar@sbw.salzburg.at              Brigitte SINGER                             Forum Familie
Sonja CHRIST                                  Institut für Elternbildung                  Andrea-Maria GRUBER
Sekretariat/Buchhaltung                       Tel: 0 662-87 26 91-15                      Pongau, Tel: 0664-8284180
Tel: 0 662-87 26 91-11                        b.singer@sbw.salzburg.at                    forumfamilie-pongau@salzburg.gv.at
sonja.christ@sbw.salzburg.at                  Christa WIELAND                             Wolfgang Mayr
Hans EDER                                     Institut für Seniorenbildung                Flachgau, Tel: 0664-8284238
Institut für Internationale Solidarität       Örtliche Bildungswerke                      forumfamilie-flachgau@salzburg.gv.at
Tel: 0 662-87 26 91-20                        Tel: 0 662-87 26 91-17                      Corona RETTENBACHER
hans.eder@sbw.salzburg.at                     christa.wieland@sbw.salzburg.at             Tennengau, Tel: 0664-8565527
Wolfgang Forthofer                                                                        forumfamilie-tennengau@salzburg.gv.at
Institut für Europa                           Institut für Medienbildung                  Christine Schläffer
Tel: 0 662-87 26 91-21                        Martin SEIBT                                Pinzgau, Tel: 0664-8284179
w.forthofer@sbw.salzburg.at                   Geschäftsführung                            forumfamilie-pinzgau@salzburg.gv.at
Ulrike FREIDL                                 Tel: 0 662-82 20 23-12                      Monika Weilharter
Sekretariat                                   seibt@imb-salzburg.at                       Lungau, Tel: 0664-8284237
Tel: 0 662-87 26 91-22                        Monika HOHENLOHE                            forumfamilie-lungau@salzburg.gv.at
ulrike.freidl@sbw.salzburg.at                 Tel: 0 662-82 20 23
Michaela Habetseder                           office@imb-salzburg.at
Öffentlichkeitsarbeit
m.habetseder@sbw.salzburg.at

                Qualitätssiegel
                                                              Salzburger Bildungswerk
                Salzburger
                Bildungswerk                                  SBWbildungswerk

                Qualitätstestiert
                bis 2016



  Veranstaltungstipps

 Bildungswochen                                                           Ring-Jahrestagung 2012 – „Aktives Altern und
 Pfarrwerfen, 22. bis 30. September 2012                                  der Dialog zwischen den Generationen als
 Göriach, 14. bis 20. Oktober 2012                                        Herausforderung für die Erwachsenenbildung“.
 Weißbach bei Lofer, 11. bis 18. November 2012                            Wien, 21./22. September 2012
 Werfenweng, 6. bis 13. Oktober 2012
                                                                          Herbsttagung 2012 mit Jahreshauptversammlung
 lern.fest der Lernenden Region Tennengau                                 Salzburg, 9./10. November 2012
 Salzberghalle Hallein, 6. Oktober 2012, 9.00 bis 17.00 Uhr
Editorial                                                                         Impressum

                                                                                  Herausgeber und Verleger:
                                                                                  Salzburger Bildungswerk (Dr. Günther Signitzer)
                                                                                  Redaktion: Manuela Pleninger (MP)
                                                                                  Imbergstraße 2/2, 5020 Salzburg
                                                                                  Tel. 0662-87 26 91-0 Fax 0662-87 26 91-3
                                                                                  E-Mail: office@sbw.salzburg.at
                                                                                  www.salzburgerbildungswerk.at
                                                                                  ZVR 200 288 147

                                                                                  Grafik: Werbeagentur Gerhard Gürtler
Der Sommer ist eine Zeit zum Innehalten, mit einem Rückblick auf die ver-         Lektorat: Mag. Michaela Habetseder
                                                                                  Coverfoto: © Fotolia, Foto Rückseite: Dr. Hans
gangene erste Hälfte des Jahres und mit einer Vorschau auf kommende Er-
                                                                                  Stehrer, Bildungswerkleiter Strobl
eignisse. Genießen Sie diese Zeit, und Sie werden sicherlich viel interessanten   Fotos: Salzburger Bildungswerk
Lesestoff und Anregungen in dieser Ausgabe des „dreiecks“ finden.                 (falls nicht anders angegeben)
                                                                                  Druck: Schönleitner, Kuchl
                                                                                  Gedruckt auf chlorfrei gebleichtem Papier.
Mit über 1.200 Veranstaltungen, beinahe 6.500 Unterrichtseinheiten und            Auflage: 2.200
über 86.000 TeilnehmerInnen konnte bei der Kuratoriumssitzung eine be-            MitarbeiterInnen Redaktion:
eindruckende Leistungsbilanz des Bildungswerkes im Veranstaltungsbereich          Dipl.-Ing. Richard Breschar (RiB)
vorgelegt werden, und der Tätigkeitsbericht 2011 wurde einhellig positiv be-      Dr. Hans Eder (HE)
                                                                                  Dr. Wolfgang Forthofer (FT)
wertet. Den Dank der Kuratoriumsmitglieder gebe ich gerne an alle Beteilig-       Alexander Glas, Msc (AG)
ten und Mitwirkenden weiter.                                                      Mag. Michaela Habetseder (MiHa)
                                                                                  Dr. Anita Moser (AM)
                                                                                  Isolde Mrwa (IM)
Das Salzburger Bildungswerk hat erneut das Qualitätstestierungsverfah-            Mag. Martin Seibt MSc (MS)
ren erfolgreich abgeschlossen und wurde mit dem Ö-Cert in die Liste der           Dr. Günther Signitzer (GS)
Qualitätsanbieter aufgenommen. Gute Voraussetzungen für unsere Teilneh-           DSA Mag. Brigitte Singer (BS)
merInnen, dass unsere Projekte und Veranstaltungen ihre Bildungsbedürf-           Blattlinie: Darstellung und Auseinandersetzung mit
nisse erfüllen und wir auch ein verlässlicher Partner sind.                       aktuellen bildungs- und gesellschaftspolitischen
                                                                                  Themen, Mitteilungs- und Serviceblatt über Veran-
Unsere Anstrengungen brauchen aber auch die tatkräftige Unterstützung             staltungen des Salzburger Bildungswerkes.
der Politik. In Zeiten allgemeiner Sparmaßnahmen des Landes Salzburg ste-         Das „dreieck“ richtet sich an MitarbeiterInnen in
hen auch Einrichtungen wie das Salzburger Bildungswerk auf der Liste der          der Erwachsenenbildung, MultiplikatorInnen,
                                                                                  PolitikerInnen sowie Medien.
finanziellen Kürzungen – diese treffen uns empfindlich. Nominell fallen wir
                                                                                  Namentlich gekennzeichnete Beiträge drücken die
auf das Niveau Ende der 1990er Jahre zurück, und es wird immer schwieriger,
                                                                                  Meinungen der AutorInnen aus. Sie müssen sich
die Anforderungen an die Qualität, Struktur und das Angebot zu erfüllen. Wir      nicht immer mit der Auffassung von Redaktion und
werden aber alles daran setzen, unsere Tätigkeit, insbesondere die Unter-         Herausgeber decken.
stützung ehrenamtlicher Bildungs- und Kulturarbeit in den Gemeinden, auf-         Offenlegung nach dem Pressegesetz: Aktuelle
recht zu erhalten. Der bereits begonnene Organisationsentwicklungsprozess         Berichte, Informationen und Stellungnahmen,
                                                                                  die im Zusammenhang mit der Tätigkeit des über-
mit Unterstützung des Landes sollte dazu beitragen.                               parteilichen und konfessionell nicht gebundenen
Wir sind überzeugt, dass sich Menschen aktiv an der Gestaltung ihres Le-          Salzburger Bildungswerkes stehen.
bensraumes beteiligen sollen und wollen Bildung lebendig machen. Wir              Wir danken für die Zusammenarbeit und
haben eine Verpflichtung gegenüber unseren BildungswerkleiterInnen, die           Unterstützung dem bm:ukk.
sich aktiv neben ihren beruflichen und familiären Verpflichtungen dafür ein-      dreieck-Leserservice:
setzen. Eine demokratische Gesellschaft braucht Strukturen, die weit über         Fragen an die Redaktion: Tel. 0662-872691-0 oder
                                                                                  E-Mail: office@sbw.salzburg.at
die Beteiligung an Wahlterminen und an den derzeit viel diskutierten zusätz-
                                                                                  Erscheinungsweise: 2-3mal jährlich
lichen direkten demokratischen Instrumenten hinausgeht. Das Salzburger            Abonnement- und Einzelbestellung:
Bildungswerk ist ein wichtiger Teil dieser Strukturen, und es würde uns freu-     Einzelheft € 4,- (exkl. Versand)
                                                                                  Jahresabonnement € 11,-
en, wenn Sie in diesem „dreieck“ auch eine Motivation finden, um dabei zu
                                                                                  Einzahlungen: RVS Salzburg Kto-Nr. 00047993,
sein bei der Gestaltung unseres Lebensraumes!                                     BLZ 35 000
                                                                                  Wenn bis 31. Dezember keine Abbestellung erfolgt,
                                                                                  verlängert sich das Abo jeweils um ein weiteres Jahr.

Dr. Günther Signitzer                                                             Vorstand des Salzburger Bildungswerkes
                                                                                  Rektor Dr. Josef Sampl, HR Dr. Alfred Berghammer,
Direktor                                                                          HR Dipl. Ing. Günter Daghofer, Dr. Andrea Eder-
                                                                                  Gitschthaler, BSI Josef Irnberger, HR Dr. Andreas
                                                                                  Kiefer, Senatsrat Dr. Heinz Klier, Dr. Lucia Luidold,
                                                                                  Dr. Ursula Maier-Rabler, HR Dr. Eduard Paulus,
                                                                                  HR Prof. Dr. Wilhelm Pölzl, Prim. Dr. Josef Rücker,
                                                                                  OStR Prof. Felix Strohbichler, Prof. Dr. Martin
                                                                                  Wiedemair

                                                                                  Präsidentin des Salzburger Bildungswerkes
                                                                                  LH Mag. Gabi Burgstaller
4 |




                                                                                          Foto: iStock
08     Erwachsenenbildung                  10           Eltern-, Frauen- und
                                                        Seniorenbildung                                  17   Gemeindeentwicklung




       Blickpunkte                                                   Gemeindeentwicklung
       06	 Schreibwerk findet statt                                  17	   Ausgezeichnet: Orte der Begegnung
       08	 Pensionierte Esel und verträgliches Reisen                18	   Gemeinschaftspflege im Generationendorf Hallein-Rif
                                                                     19	   „Herz für Hallein“ prämiert Ideen
                                                                     20	   Behindert und trotzdem voll dabei!

       Erwachsenenbildung
       08	 Qualitätsauszeichnung für Seniorentanz Österreich
       09	 Punkt für Punkt zum Schmunzelpunkt                        Europa und Politische Bildung
                                                                     21	   Nie wieder Krieg!
                                                                     22	   Elixhausen goes to Brüssel
                                                                     22	   Politik in Österreich und in der EU
       Eltern-, Frauen- und Seniorenbildung                          23	   Der Europatag im Europark
       10	 Geglückter Start oder voll daneben?                       23	   Das Institut für Europa geht auf Reisen
       12	 Erotisches Kapital – Profit oder Stigma?
       13	 Lebensqualität im Alter
       14	 „Wunschoma“ Pinzgau
       15	 Forum Familie informiert                                  Internationale Solidarität
       16	GLOSSE: Wenn die gläserne Decke zur                       24	 Biolandbau als Option. Erfolge und Hürden
           Betondecke wird                                           25	 RIO PLUS/MINUS 20




                                                            „Das war unsere Zeit“
                                                            Mehr dazu auf Seite 27




 02/2012 dreieck
| 5

Inhalt
                                                           „Nicht jeder ist ein
                                                           Aussteiger“
                                                           ... in zwei Stunden von Hof
                                                           bis nach Neuseeland


                                                           Mehr dazu auf

         30          Aus Gemeinde und Bezirk
                                                           Seite 30
                                                                                         33         Institut für Medienbildung




    Aus der Direktion                                                          Arbeitskreise
    26	 Anpacken im Ehrenamt                                                   34	 Im Alter mehr Zeit für Engagement?!
    27	 „Das war unsere Zeit!“
    28	 Bildung mit Qualität
    29	Unter einem Dach: Gemeindeverwaltung,
        Bildung und Kultur                                                     Personalia
                                                                               36	 Neue Gesichter – Neue Ideen
                                                                               37	Das Salzburger Bildungswerk trauert um
                                                                                   Hans Katschthaler
    Aus Gemeinde und Bezirk                                                    37	 Das Salzburger Bildungswerk gratuliert
    30	 lassische Musik, kreatives Malen, ein kriminelles
         K                                                                     38	 Sepp Scheibl – ein Nachruf
         Menü und Jazz                                                         38	 Silberner Dank an Gerhard Haslauer
    30	 Nicht jeder ist ein Aussteiger                                         38	 Zum Gedenken
    31	 Kneippen anstatt Kaffeetrinken
    32	 Tu was, dann tut sich was!
    32	 Hundstage in Bad Hofgastein
    33	 Europa in der Schuldenfalle?                                           Veranstaltungstipps
                                                                               02	 Veranstaltungstipps



    Institut für Medienbildung
    33	 Cybercheckers




                                                                                                                            dreieck   02/2012
6 |   B lic k p u n k te




                                                                                                                                              Foto: by_BirgitH_pixelio.de
Schreibwerk findet statt
                                                                                              Ingrid Foller, Teilnehmerin und Bildungswerk-

Itzling betreibt ehrenamtlich eine offene                                                     leiterin in Itzling, betreibt die Schreibwerkstatt
                                                                                              ehrenamtlich und mit Herz.

Schreibwerkstatt
Ein generationenübergreifendes Interview mit JONATHAN MARLER und HERMANN HANDLECHNER




  W
              ir schreiben, um unsere Sicht     Handlechner, Pensionär und Aktivist, und     Warum habt ihr euch für eine Schreib-

„
              auf das Leben zu vertiefen,       dem jüngsten Autor der Schreibwerkstatt,     werkstatt entschieden – eure Motivation?
              um es zweimal zu spüren – im      Jonathan Marler, getroffen, um mehr über     Hermann: Sicherlich Neugierde, aber auch
Augenblick des Erlebens und in der Rück-        Motivation und Mehrwert zu erfahren.         der Wunsch ein eigenes Buch zu schreiben,
schau“, so Schreibwerkstattleiterin Elisa-                                                   den ich mir bereits erfüllen konnte. (siehe
beth Fereberger. Mit Unterstützung von          Wie bzw. von wem habt ihr von der            Buchtipp: Es muss nicht immer Jakobsweg
Ingrid Foller, Leiterin des Bildungswerkes in   Schreibwerkstatt erfahren?                   sein).
Itzling, ist es gelungen, eine Schreibwerk-     Jonathan: Von einer Bekannten, sie wusste    Jonathan: Ich schreibe seit ich zehn Jah-
statt zu etablieren, die nicht nur Spaß am      dass ich gerne schreibe und hat sich für     re alt bin, das Schreiben hat sich mehr für
Schreiben vermittelt. Die Schreibwerkstatt      mich auf die Suche begeben. Das ABZ          mich entschieden als ich für das Schreiben.
ist ein Ort der Begegnung und geistigen         (ArbeiterInnen-Begegnungszentrum) liegt      Ich habe einfach Spaß daran.
Auseinandersetzung. Die TeilnehmerInnen         ganz in meiner Nähe und ist daher ideal.
sind interessiert an Sprache, Stil, Ausdruck    Hermann: Von Maria Wimmer aus dem ABZ,       Stört es dich nicht, dass alle anderen in
und Formulierungen, aber auch am gegen-         ich habe vorher noch nie an einer Schreib-   der Schreibwerkstatt über bis zu 40 Jahre
seitigen Austausch. Entstanden sind bisher      werkstatt teilgenommen und fand die Idee     älter sind als du?
ein Hörbuch sowie ein 90 Seiten starkes         interessant.                                 Jonathan: Nein, überhaupt nicht, ich bin
Lesebuch. Wir haben uns mit Hermann                                                          gerne mit Älteren unterwegs und kann es



02/2012 dreieck
Bl i ck p u nk te   | 7




Vergeltung
        chte                von JONATHAN MARL
                                              ER
                                                                                                          Buchtipp
Eine Kurzgeschi
                                                                          gekommen
                                            rkte, woher Sona
                        da. Niemand beme
Plöt  zlich stand sie                    cken. Sie sah           sich um. Nie-
                    annte in ihrem Na                                       Pfosten
war. Die Sonne br                              h stand, an den
                           r. Doch plötzlic
mand    nahm Notiz von ih                sie gut kannte           . Ralin. Er
                    hnt, jemand, den                                          . „Hallo
eines Hauses gele                               hatten des Hauses
                          d trat aus dem Sc
sah    zu ihr hinüber un                du, ich hatte           dich schon ver-
                     zu sehen. Weißt                              ich zu dir kom-
 Sona, schön dich                      ch gesagt, dass
                      n. „Du hast do                             ch ich sie!“ er-
 mi sst“, sagte Rali                    te. Jetzt brau
                     ich Hilfe bräuch                                 t nicht dein
 men könnte, wenn                         jemanden? Das is
                       uchst du wieder                           en mehr. Bitte!“
 wi  derte Sona. „Bra                  schon lang kein
                    itte. Ich hatte
 Ernst, oder?“ „B                           nd an. „Na gut,
                                                                        ich hab
                       altbekannten Freu
  fl ehte Sona ihren                       sie durchsehen          .“ Damit ging
                      Lager. Du kannst                               men, öffnete
  noch ein paar im                      ihm. Als sie anka
                       d Sona folgte                                          nach ihr
  Ra lin zum Lager un                         e hinein. Er ging
                         Lager und ließ si                          . Willst du ihn
  Ra  lin die Tore zum                     Neuen Testraum
                                                                                                         HERMANN HANDLECHNER und
                        habe auch einen
  ins Gebäude. „Ich                                                    mand drin.“                       INGRID SCHANDL-JELINEK
                         te Ralin. „Es    ist auch schon je
      sprobieren?“ frag                                            g. Er führte sie                      Es muss nicht immer Jakobsweg
   au                                   hrie sie freudi
                     ts wie rein!“ Sc                                       en in der                    sein. Am Griechischen Fernwan-
   „Wirklich?! Nich                          r. „Er liegt hint
                         fnete ihr die Tü                                                                derweg „E 4“.
   zu m Testraum und öf                   Sona zu der Ec           ke. Sie erkann-
                       n. Erfreut ging
   Ecke.“ Sagte Rali                                                         cht ging                    Verlag: Colorama, 180 Seiten
                                                  Sack lag. Das Li
                           der Ecke nur ein
   te   zu spät, dass in                   in gurgelnden           Lauten aus ihrer                      ISB: 978-3-902692-53-5
                       Der Schrei ging                                     s Ohr: „Du
    aus. Sie schrie.                          flüsterte ihr in
                          bückte sich und                            an.“ Es war das
    Ke hle unter. Ralin                      tzt bist du dr
                                                                                                         Ein amüsant-provokanter Reisebericht
                        nicht bezahlt. Je
    hast den letzten
                                                                                                         eines Öko-Rucksack-Touristen.
                      hörte...                                                     reibwerkstatt.
    letzte, das sie                                      üler und Autor in der Sch                       Es gibt tatsächlich Typen, die wandern
                                 Jonathan Marler ist Sch
                                                                                                         in Griechenland herum, mutterseelen-
                                                                                                         allein und das noch im August, anno
                                                                                                         2002. Das Tempo ist bei 35 Grad nicht das
                                                                                                         allergrößte, der Rucksack mit 15 kg trägt
 Gleichaltrigen nur empfehlen. Ich freue            bekommen und durfte ihn bei einer Veran-             auch zum langsamen Vorwärtskommen
 mich alle zwei Wochen auf die Schreib-             staltung im ABZ Itzling vortragen.                   bei. Aber da gibt es eben den EU, den
 werkstatt. Meine Schulkollegen verstehen                                                                Europäischen Fernwanderweg. Von dem
 das nicht so wirklich, sie wissen nicht, was       Hat sich an deinem Schreibstil etwas ge-             hat sich der Autor am Peloponnes ein
 sie verpassen.                                     ändert, seit du bei der Schreibwerkstatt             Teilstück ausgesucht. Davon berichtet
 Schreiben ist gut und befreit, egal in wel-        dabei bist?                                          er manch Seltsames, Ungereimtes und
 chem Alter.                                        Jonathan: Ja, auf jeden Fall. Ich bin jetzt seit     Abenteuerliches. Der Titel ist natürlich
                                                    fast einem Jahr dabei und mein Schreibstil           als Gegenstück zu den vielen Jakobsweg-
 Worin seht ihr den Nutzen bzw.                     wurde detailgetreuer und spannender.                 Büchern entstanden. Gemeinsam ist
 Mehrwert?                                                                                               aber, dass man sich Start und Ziel ein-
                                                    Vielen Dank für das Interview!
 Hermann: Ich finde es spannend, neue                                                                    fach selbst aussuchen kann. Es hat sich
 Schreibstile kennenzulernen, aber auch die         Jonathan Marler, Schüler, 15 Jahre, und Hermann      auch herumgesprochen, dass nicht alle
                                                    Handlechner, Pensionär, sind beide Teilnehmer der
 fachmännische Beratung durch Elisabeth             Schreibwerkstatt des Salzburger Bildungswerkes       Jakobspilger das Ziel Santiago erreichen.
 Fereberger und den Erfahrungsaustausch             Itzling.                                             Auch dem ÖKO-Rucksacktouristen ging
 untereinander schätze ich.                                                                              es nicht besser, er hat sein ursprüngliches
 Jonathan: Es macht Spaß und entspannt,             Treffpunkt ist jeweils das ABZ-Arbeite-              Ziel nicht erreicht. Er hat sich aber vor-
 außerdem habe ich das Gefühl, die anderen          rInnen-Begegnungs-Zentrum in Itzling, je-            genommen, den höchsten Berg des Pe-
 freuen sich über meine Texte. Ich kann mich        den zweiten Dienstag von 16.00-18.00 Uhr.            loponnes, den Profitis Ilias, später doch
 noch an meinen ersten Text in der Schreib-         Nähere Infos bei Dipl. Ing. Richard Breschar,        nochmals zu besteigen.
 werkstatt erinnern, ein Text über Zeit. Ich        E-Mail: richard.breschar@sbw.salzburg.at
 habe sehr gutes Feedback von den anderen                                                         (MP)




                                                                                                                                       dreieck    02/2012
8 |     B lic k p u n k te




Pensionierte Esel und verträgliches Reisen
                                                                                                                     VON HERMANN HANDLECHNER


Corfu Donkey Rescue –                           streicheln. Alle 62 Grautiere für einige Tage
Ein Programm für 62 pensionierte Esel           – oder auch länger – zu betreuen, heißt für
in Korfu                                        mich nicht Arbeit, sondern einfach Freude.
Donkeys heißen sie auf Englisch und Res-        Die großen Augen – etwas versteckt unter
cue bedeutet natürlich, dass sie für einen      den „Fliegengittern“ – das sanfte Wesen
geruhsamen Lebensabend gerettet wer-            und das muntere trab-trab, ein ganz tolles
den. Um den Hals haben sie alle ein kleines     Erlebnis. Es versteht sich von selbst, dass
Namensschild. Nur für die Gäste und die         es dafür keine Bezahlung geben kann. Das
HelferInnen. Denn die Chefin – eine Englän-     Projekt CDR wird von Spenden getragen.          Verträglich reisen?!
derin namens Judy Quinn – ruft alle beim        Dafür können die Helfer ganz in der Nähe        Und wie kommt man dort hin? Mit dem Zug
Namen. Braun, hell, dunkel, grau, alle Far-     (ca. 1 km) in der Pension Achilleos um 10 €/    von Salzburg nach Venedig, von dort mit
ben sieht man. Manchmal hinkt einer oder        Tag ein einfaches Quartier beziehen. Alles      der Fähre nach Griechenland (Korfu, Igou-
hat ein Bein eingebunden. Die Mehrzahl          zusammen einen Urlaub wert, denn man            menitsa oder Patras), und mit dem Bus (dort
aber ist recht gesund und munter, man           kann auch dazwischen die schöne Insel           heißt er Leoforio) fährt es sich etwa halb
merkt, sie werden gut versorgt. Alle freuen     Korfu genießen.                                 so teuer wie bei uns. Auch die Eisenbahn
sich über Zuneigung, Pflege, bürsten und        Nähere Infos: www.corfu-donkeys.com             ist ab Patras eine romantische Alternative.
                                                                                                Also mit öffentlichen Verkehrsmitteln sprich
                                                                                                „Verträglich Reisen“. Diese Art ist nicht nur
                                                                                                ökologischer, sondern meist auch güns-
                                                                                                tiger, wenn man etwas mehr Zeit hat und
                                                                                                am Schiff nicht den Komfort einer Kabine
                                                                                                benötigt. Variabel zusätzlich, denn die Rück-
                                                                                                fahrkarte dieser Fähren gilt 1 Jahr lang.
                                                                                                Als Abschluss noch die Aussage eines grie-
                                                                                                chischen Kapitäns einer Fähre nach Santo-
                                                                                                rin: „Wer mit dem Flugzeug nach Santorin
                                                                                                kommt, verpasst den schönsten Anblick der
                                                                                                Ägäis.“

                                                                                                Hermann Handlechner, Autor in der Schreibwerk-
                                                                                                statt des Salzburger Bildungswerkes Itzling, ist unter
                                                                                                anderem Mitglied des Naturschutzbundes Salzburg.



|   E r wac h se n e n b i l d u n g




    Qualitätsauszeichnung für Seniorentanz Österreich

    D
           er Bundesverband Seniorentanz Österreich hat das Qua-        Erwachsenenbildung (ARGE SEB). Dieses Zertifikat ist eine Bestäti-
           litätsentwicklungsverfahren S-QS des Vereins Salzbur-        gung dafür, dass der Verein „Bundesverband Seniorentanz Öster-
           ger Erwachsenenbildung erfolgreich abgeschlossen. Die        reich“ organisatorisch und inhaltlich sehr gut aufgestellt ist und
    Übergabe des Zertifikates erfolgte durch Prof. Dr. Martin Wiede-    sich durch ausgebildete und sehr engagierte TanzlehrerInnen
    mair, den Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Salzburger        auszeichnet.




02/2012 dreieck
Er wa ch s en e nb ild u ng   | 9




    Punkt für Punkt zum Schmunzelpunkt!
                                                                                                                                        VON KATRIN REITER




D
         as Netzwerk Bildungsberatung Salz-                                                           sich das Netzwerk der Aufgabe verschrie-
         burg bietet professionelle, vertrau-                                                         ben, zukünftig Beratungs- und Weiter-
         liche, neutrale und kostenfreie Infor-                                                       bildungsangebote gezielter aufeinander
mation und Beratung zu Bildung und Beruf                                                              abzustimmen, um individuellen und regi-
für alle ab 15 Jahren.                                                                                onalen Bedürfnissen besser entgegen zu
Es geht darum, Fragen abzuklären und zu                                                               kommen. Damit diese Aufgabe erfüllt wer-
besprechen, wie Sie Ihre Wünsche, Vorstel-                                                            den kann, werden zahlreiche Einrichtungen
lungen verwirklichen können. Diese Anlie-         Ihre ganz persönlichen Anliegen stehen da-          aus der Berufs- und Bildungsberatung für
gen können ganz unterschiedliche sein,            bei im Mittelpunkt.                                 Erwachsene, aus der Erwachsenenbildung
wie beispielsweise zu hinterfragen, worin                                                             sowie aus Sozialeinrichtungen in Stadt und
ich gut bin, welche Tätigkeiten ich gerne         Ein starkes Team: Das Netzwerk                      Land in den kommenden Jahren enger zu-
mache. Die Beraterin, der Berater schlüsselt      Bildungsberatung Salzburg                           sammenarbeiten.
mit Ihnen Ihre Fähigkeiten und Stärken auf        Die PartnerInnen – Verein Salzburger Er-
und erarbeitet gemeinsam mit Ihnen die            wachsenenbildung, BiBer Bildungsbera-               Gefördert aus Mitteln des Bundesminis-
nächsten Schritte, damit Sie Ihr Vorhaben         tung, FrauArbeit, Verein VIELE, AK Kompe-          teriums für Unterricht, Kunst und Kultur,
erfolgreich umsetzen können. Wenn Sie             tenzberatung, WKS-Karriereberatung sowie            Abteilung Erwachsenenbildung, des Euro-
sich bereits für einen bestimmten Bereich         die Lernenden Regionen – arbeiten einer-            päischen Sozialfonds, des Landes Salzburg,
interessieren oder im Beruf weiterkommen          seits gemeinsam an der Umsetzung einer              der Landeshauptstadt Salzburg sowie des
wollen, erhalten Sie in der Bildungsberatung      flächendeckenden, trägerneutralen und               Arbeitsmarktservice Salzburg.
Informationen, welche Weiterbildungen             kostenlosen Bildungs- und Berufsberatung            Katrin Reiter, MA ist Projektkoordinatorin für das
es gibt und wo sie angeboten werden.              im ganzen Land Salzburg. Andererseits hat           Netzwerk Bildungsberatung Salzburg.
Haben Sie bereits eine konkrete Weiterbil-
dung im Auge, erhalten Sie Informationen
über finanzielle Unterstützung. Unser Bera-
tungsmotto lautet: Möglichkeiten gemein-
sam entdecken. ... und so möchten wir Sie
im Gespräch Schritt für Schritt zu Ihrem
Schmunzelpunkt geleiten, der meist dann
auftaucht, wenn Sie Ihre Wege und Alterna-
tiven kennen.

Das aktuelle Angebot vom Netzwerk finden
Sie unter www.bildungsberatung-salzburg.
at. Zusätzlich zum persönlichen Einzel- oder
Gruppenberatungsgespräch bieten unsere
Partnereinrichtungen folgende Specials:
3	iBer: Kommt auch gerne vor Ort, wenn
   B
   
   sich 3 bis 4 Personen zusammenfinden.
3	  Arbeit: Workshops zur beruflichen
   Frau
   
   Zukunft, Gehaltsverhandlungen, ...
3	IELE: Kompetenzberatungen in Deutsch,
   V
   
   Englisch, Türkisch, Albanisch und BSK           Im Bild die Mitglieder des Netzwerkes (v.li.): Mag. Norbert Hemetsberger (WK Karriereberatung),
3	K Kompetenzberatung: Berufsinteres-
   A
                                                  Mag. Hilla Lindhuber (AK Kompetenzberatung), Mag. Angela Lindenthaler (Verein VIELE),
                                                   Mag. Christine Bauer-Grechenig (BiBer Bildungsberatung), Dr. Martin Wiedemair (Salzburger EB –
   senstest, Lehrlingsrecht
                                                   Projektleitung), Dr. Danielle Bidasio (FrauArbeit gemn. GmbH) und Katrin Reiter, MA (Salzburger
3	 KS-Karriereberatung: Lehrstellenbörse,
   W
                                                  EB – Projektkoordination).
   Berufsinformationscomputer



                                                                                                                                           dreieck   02/2012
10 |   E lte rn -, Fra u e n - u n d Senio renbildung




                                   Geglückter Start oder voll daneben?
                                                                                                                                             Doch „Bindung“ ist mehr als „bonding“, ist
                                                                                                                                             mehr als der Frühkontakt nach der Geburt:
                                                                                                                                             Die Bindungsentwicklung ist ein Prozess,
                                                                                                                                             der sich über die ersten drei bis vier Lebens-
                                                                                                                                             jahre eines Kindes erstreckt und in der Regel
                                                                                                                                             am Ende des ersten Lebensjahres ein klar
                                                                                                                                             identifizierbares Bindungsmuster erkennen
                                                                                                                                             lässt. Am Ende einer gelungenen Bindungs-
                                                                                                                                             entwicklung sind Kinder in der Lage, sich in
                                                                                                                                             die Gefühlswelt anderer hineinzuversetzen
                                                                                                                                             und die Absichten anderer besser zu erken-
                                                                                                                                             nen bzw. einzubeziehen. Das ist frühestens
                                                                                                                                             ab ca. drei Jahren möglich.
Foto: by_Alexandra H._pixelio.de




                                                                                                                                             Eine gute und sichere Bindungsentwick-
                                                                                                                                             lung hängt von den drei „v“ ab: Eine Be-
                                                                                                                                             zugsperson soll „verlässlich, vertraut und
                                                                                                                                             vorhersehbar“ sein, dann kann ein Kind sein
                                                                                                                                             Bindungsbedürfnis ausreichend stillen, eine
                                                                                                                                             gefestigte Vorstellung von sich selbst auf-
                                                                                                                                             bauen und mit Lust und Neugier die Welt
                                                                                                                                             erkunden.
                                   Interview mit Dr. Dores Beckord-Datterl, Psychologin und
                                   Psychotherapeutin – Teil 1                                                                                Warum ist das Thema Bindung in den
                                                                                                                                             letzten Jahren so häufig thematisiert



                                   D
                                           rei- bis sechsmal im Jahr flattert bei          Danke zu sagen, sondern im folgenden Ge-          worden?
                                           über 28.600 Müttern und Vätern aus              spräch nochmals Themen anzusprechen, die          Die Bindungstheorie ist in der Entwicklungs-
                                           Salzburg ein „Elternbrief“ ins Haus.            im Hintergrund ihrer Arbeit und Erfahrung         psychologie in den letzten Jahrzehnten zu
                                   Passend zum Alter versteht sich. Sie beschäf-           immer wichtig waren.                              einer der erfolgreichsten Beziehungstheo-
                                   tigen sich mit aktuellen Entwicklungsthemen                                                               rien avanciert, nicht zuletzt, weil sie empi-
                                   des eigenen Kindes und liefern hilfreiche               Liebe Dores, in der intensiven Zeit der Zu-       risch-naturwissenschaftlich überprüfbare
                                   Tipps und Informationen in den ersten sechs             sammenarbeit sind uns die verschiedensten         Aussagen zulässt.
                                   Lebensjahren – und das alles gratis. Die El-            Themen untergekommen und haben uns                Doch so populär die Bindungstheorie auch
                                   ternbriefe des Landes Salzburg werden vom               auch bei den Elternbriefen mehr oder weni-        ist, oft wird sie missverstanden bzw. ver-
                                   Salzburger Bildungswerk herausgegeben,                  ger lange beschäftigt. Eines dieser Themen        kürzt dargestellt oder mit nicht überprüften
                                   koordiniert und inhaltlich betreut.                     ist der vieldiskutierte Begriff des „bondings“,   Aussagen und „Glaubenssätzen“ vermischt,
                                   Um die Inhalte immer auf dem wissenschaft-              der frühen Bindung.                               was in der politischen und fachlichen Welt
                                   lich und medizinisch aktuellen Stand zu hal-                                                              immer wieder zu kontrovers diskutierten
                                   ten, begleiten viele ExpertInnen aus Salzburg           Welche Qualität braucht dieses                    Handlungsempfehlungen führt – Stichwort:
                                   die Redaktion der Elternbriefe. Darunter seit           „bonding“, um Kindern einen guten Start           Kinderbetreuung von unter Dreijährigen
                                   vielen Jahren die Psychologin und Psycho-               zu ermöglichen?                                   und „Wieviel Mutter braucht ein Kind“.
                                   therapeutin Dr. Dores Beckord-Datterl, die              Unter „bonding“ verstehen wir vor allem
                                   mit ihrer reichhaltigen Erfahrung aus der El-           die positive Auswirkung der frühen „Prä-          Auf der einen Seite haben Eltern ein
                                   ternberatung die inhaltliche Treffsicherheit            gungsbindung“ zwischen Mutter und Kind            großes Bedürfnis nach Orientierung,
                                   jedes einzelnen Briefes mitbegleitet hat. Seit          nach der Geburt, beispielsweise durch die         andererseits hören wir in den Medien im-
                                   dem Sommer 2012 ist sie nun in Pension. Das             Schaffung eines Rooming-In-Angebots auf           mer wieder von schrecklichen Fällen von
                                   nehmen wir nicht nur zum Anlass, aufrichtig             den Geburtenstationen.                            Vernachlässigung, die sicherlich nur die



                                   01/2012 dreieck
El ter n -, Fra uen - un d S en i oren b ild u ng    | 11




                                                                                                     Dr. Dores
                                                                                                     Beckord-Datterl,
Spitze des Eisbergs sind. Was passiert hier       um den Alltag mit ihren Kindern zu beste-          Psychologin
                                                                                                     und Psycho-
in den Familien?                                  hen, aber auch das Sprachrohr sein für die
                                                                                                     therapeutin
Jeder von uns trägt seine Lebensgeschichte        altersentsprechenden Entwicklungsthemen
mit sich, in der gute Erfahrungen aber auch       von Kindern und das Ermutigen und Lust
Verletzungen bis hin zu traumatischen Er-         Machen, sich auf die Beziehung mit Kindern        So wissen wir zum Beispiel, dass die posi-
lebnissen festgeschrieben sind. Und wir           einzulassen, weil ich überzeugt bin, dass es      tiven Effekte von Rooming-In auf der Ge-
Menschen handeln nicht immer vernünftig           sich lohnt.                                       burtenstation noch keine sichere Bindung
– vor allem dann nicht, wenn wir stark unter                                                        ausmachen; es erleichtert nur die Bindungs-
Druck geraten und gestresst sind. Eltern, die     Ist diese Form eine Art von Begleitung für        anbahnung, die zu Hause ausgebaut und
mit ihren Kindern nicht liebevoll umgehen,        Eltern?                                           weitergeführt werden muss.
sind meist schwer belastet oder wurden sel-       Ja, ich glaube schon, wenn auch nicht für         Wir können heute sensible Phasen für die
ber schlecht behandelt; dann sind sie nicht       alle – man muss Freude am Lesen und Re-           Bindungsentwicklung identifizieren. So
fähig, sich in die Bedürfnisse (kleiner) Kinder   flektieren haben.                                 scheint gesichert zu sein, dass das Fehlen
hineinzufühlen. Sie sind so stark mit sich                                                          einer speziellen Bindungsbeziehung nach
selbst beschäftigt bzw. damit, ihre innere        Welche Ziele verfolgt die Salutogenese?           dem 6. Lebensmonat schädigende Einflüs-
Not zu verstecken, dass alles Andere um sie       Im Gegensatz zur Pathogenese, die er-             se auf die Entwicklung nehmen wird (das zu
herum in den Hintergrund gerät. Also Vor-         forscht, was krank macht, beschäftigt             wissen, ist wichtig für die Vermittlung von
sicht vor Vorurteilen bzw. Verurteilungen,        sich die Salutogenese mit dem Wissen,             Pflege- und Adoptivkindern). Aber ist es
aber nicht Freispruch vor elterlicher Verant-     wie gesunde Entwicklung gelingen kann.            nicht auch tröstlich zu wissen, dass wir dazu
wortung – im Zweifelsfall oder in einer Not-      Was braucht es, um Krisen zu bewältigen,          einige Wochen Zeit haben? Und wir brau-
lage bedeutet das: Hilfe annehmen.                „Schatzsuche“ statt „Fehlersuche“, Fokus          chen eine achtsame Gestaltung von Über-
                                                  auf die Gesundheitsförderung und weniger          gängen, zum Beispiel bei der Eingewöh-
Was ist das Besondere für einen guten Start       auf die Krankheitsvermeidung.                     nung von einer Bezugsperson zur nächsten
von Anfang an, was brauchen Eltern dafür?                                                           Vertrauensperson. Wir kommen nicht auf
Auch aufgeschlossene Eltern brauchen ein          Was versteht man unter frühen Hilfen?             einer Einbahnstraße ins Leben – wenn das
Netz von niederschwelligen Angeboten, wo          Es geht hier um die Übernahme politischer         so wäre, hätte die Menschheit nicht über-
sie bei Bedarf Information, Unterstützung,        Verantwortung, Unterstützungsangebote             lebt. Wir sprechen auch von der Plastizität
Anregungen und Begleitung bekommen.               für Familien mit Babys und Kleinkindern zu        unseres Gehirns.
Eltern, die ihre Fehlhaltungen selbst nicht       installieren und zu vernetzen, um ein Auf-
erkennen, brauchen ein mutiges soziales           wachsen in körperlicher, emotionaler und          In der nächsten Ausgabe des „dreiecks“
Umfeld, das sich einmischt, wenn sichtbar         sozialer Gesundheit zu ermöglichen.               lesen Sie unter anderem: Werden Eltern
wird, dass es Kindern schlecht geht. Es ist                                                         zu wenig auf die ersten Monate und Jahre
nicht leicht, Zivilcourage zu zeigen, um klar     Wenn der Start der Eltern-Kind-Beziehung          vorbereitet? Wann beginnt Erziehung? Und
und deutlich gegen Kindesvernachlässi-            nicht so optimal geglückt ist (Kaiser-            wie können wir Väter mehr ins Boot holen?
gung und Kindeswohlgefährdung aufzutre-           schnitt, Depressionen der Mutter ...), kön-                                                              (BS)
ten – aber da sind wir alle gefordert. Heißt      nen Eltern hier etwas nachholen oder ist
es doch: „... es braucht ein Dorf, um ein Kind    der Zug abgefahren?
aufzuziehen“!                                     Ich sehe es als Fortschritt, die frühe Kindheit
                                                  zu erforschen und aufzuzeigen, wie frühe            Wenn Sie die Elternbriefe bestellen
Du hast jahrelang an der Erstellung und           Prägungen die weitere neurobiologische              wollen, können Sie das jederzeit un-
Aktualisierung der Elternbriefe des Landes        Entwicklung beeinflussen. Aber wir dürfen           kompliziert machen – entweder über
Salzburg, die vom Salzburger Bildungs-            nie vergessen, dass sich unser Leben auf            eine Bestellkarte, die Sie im Salzburger
werk herausgegeben werden, mitgear-               einem Entwicklungskontinuum befindet                Bildungswerk erhalten:
beitet. Welche Haltung war dir dabei am           und es um längerfristige Effekte und die            office@sbw.salzburg.at (Betreff:
wichtigsten?                                      Dauer von Beziehungseinflüssen geht, die            Bestellkarte Elternbriefe) oder unter:
Vor allem Respekt vor den Eltern, die vielfäl-    schließlich verinnerlicht und innere „Ar-           elternbriefe.salzburg.at/bestellung
tige Herausforderungen meistern müssen,           beitsmodelle“ werden.



                                                                                                                                          dreieck       02/2012
12 |   E lte rn -, Fra u e n - u n d Senio renbildung




Erotisches Kapital – Profit oder Stigma?

D
        er bereits 19. Frauensalon platzte                                                                     Kontrolle über ihre sexuellen Aktivitäten
        Anfang Juli fast aus allen Nähten, so                                                                  und ihre sexuellen Ausdrucksformen zuzu-
        groß schien das Interesse am Thema                                                                     gestehen. Viele Feministinnen haben durch
„Erotisches Kapital – Profit oder Stigma?“ zu                                                                  die patriarchalische Sicht der Dinge eine Ge-
sein. Frauen aller Altersstufen (von 18 bis                                                                    hirnwäsche erfahren, sodass sie nicht mehr
80 Jahren) konnten ihre ganz persönliche                                                                       in der Lage sind zu sehen, dass Sexualität
Frauenerfahrung vorweisen und diskutier-                                                                       und erotisches Kapital Machtinstrumente
ten einen Abend lang mit Adelheid Stieger                                                                      von Frauen sein können.“
MBA, Diplomierte Sexualberaterin und -pä-                                                                      Denn Männer haben alles getan, um Frauen
dagogin aus Linz, und der Salzburger Philo-                                                                    daran zu hindern, ihren großen Vorteil ge-
sophin Dr. Anne Siegetsleitner.                                                                                genüber Männern auszunutzen.
Erotisches Kapital wird vermarktet wie nie!                                                                    Diese Gemengelage an Themen und An-
Frauen sind dabei nicht die Hauptgewinne-               Im Bild die Salonieren Brigitte Singer, Alexandra      reizen zum Widerspruch oder zur Diskussi-
                                                        Schmidt und Edeltraud Zlanabitnig-Leeb
rinnen – warum? Frauen dürfen nur ohne                                                                         on hat uns bewogen, dieses heiße Thema
                                                        (stehend, v.li.). Im Salon zu Gast (v.li.): Adelheid
Flirt beruflich erfolgreich sein, damit alles           Stieger, Moderatorin Regina Augustin und               in den Salon zu „zerren“. Adelheid Stieger,
politisch und feministisch korrekt ist. Wir             Anne Siegetsleitner.                                   ebenfalls Fachfrau für Business und Ma-
fragten uns, wer von weiblichen Werten                                                                         nagementtrainings, stellte sich mit Anne
profitiert, und dürfen kluge Frauen auch                mischt mit feministischer Scharfsinnigkeit             Siegetsleitner, die den philosophischen
hübsch sein? Welche ethischen Wertig-                   ergibt das dann tatsächlich einige Einblicke           Weitblick repräsentierte, diesem explosiven
keiten stecken hinter der Macht des ero-                in die Welt des Erfolges von Frauen.                   feministischen Diskurs.
tischen Kapitals, und wie können Frauen                 Kapital aus weiblichen Reizen lässt Männer             Bei scharfen Nüssen und frechen Früchten
in dieser Kontroverse ihren persönlichen                oft sehr viel Geld verdienen, in jedem Fall            ging das Gespräch der beiden sehr genau
Standpunkt erringen – ohne Vorurteile,                  profitieren mehr Männer von weiblicher                 auf die Machtverhältnisse ein, innerhalb
aber mit selbstbewusstem Auftritt?                      Erotik als Frauen selbst. Frauen, die ihres für        derer sich diese Zuteilung von Chancen im
                                                        sich erfolgreich nutzen, werden verächtlich            Arbeitsleben abspielt. Der Erfolgsfaktor Ero-
Weiblicher Erfolg und männlicher                        abgewertet.                                            tisches Kapital wird am Arbeitsmarkt mitt-
Reichtum                                                Bringt uns wirklich nur Intelligenz weiter? Ist        lerweile bewusst verlangt und auch einge-
Von Leihmüttern und Callgirls, von Super-               es die Anleitung zum Tabubruch, wenn wir               setzt. Denn zum einen steht die Einheit des
frauen und weiblichen Reizen und vielen sehr            uns mit der Frage auseinandersetzen, ob                Körper-Geist-Seele-Bewusstseins ganz stark
kontroversen Themen rund um weiblichen                  Frauen ihr Sex-Appeal und ihre Schönheit               im Kontakt mit der eigenen Ausstrahlung
Erfolg war an diesem Abend die Rede.                    für sich selber profitabel nutzen dürfen?              und soll uns durch dieses Selbstbewusst-
Wenn Soziologinnen sich Gedanken machen,                Männern ist Geldgier gestattet – Frauen                sein vermitteln. Doch neben dieser Le-
wie Menschen an die Spitze der Gesellschaft             nicht, und Männer nehmen sich als Ge-                  benslust, wie die Sexualtherapeutin Stieger
kommen, ist das ein sehr differenzierter                schlecht das Recht, die Bedingungen für den            immer wieder betonte, ist die Erotik auch
Blick auf alle Mechanismen, die Menschen                sexuellen Zugriff auf Frauen zu diktieren.             ein Bestandteil der Arbeitslust, der Lust am
so agieren lassen, wie sie eben agieren. Ge-            Die Struktur dieses Tabus beinhaltet weit-             aktiven Leben. Es stellt sich daher schon
                                                        reichende Folgen: So wird klar, dass die alte          auch immer die Frage, wie weit Frauen
                                                        Weisheit, dass Liebe für Geld nicht käuflich           das für sich nutzen. Berechtigt nutzen. Ein
  Dazu ein Buchtipp                                     ist, die unabsichtlichen Nebenfolgen in Ver-           wichtiger Appell ging dahingehend auch
                                                        bindung bringen, dass Dienstleistungen                 von der Philosophin aus, die immer wieder
                     Dr. CATHERINE HAKIM                am Menschen und Pflegeberufe derart                    konstatierte, dass es eine Frage der realen
                     Erotisches Kapital                 gering entlohnt werden – was Wirtschafts-              Machtverhältnisse sei, wer diese Attribute
                     Das Geheimnis erfolg-              wissenschafterInnen belegen. Es macht uns              bestimmt. Und die Machtverhältnisse sind
                     reicher Menschen                   außerdem täglich klar, dass Vermögen ein               aktuell zugunsten der Männer verteilt, da
                     Verlag: campus                     männlich besetzter Faktor ist.                         dürfen wir uns nicht täuschen lassen, trotz
                     ISBN: 978-3-593-39468-8            Die Soziologin Dr. Catherine Hakim konsta-             aller wiederkehrenden Lippenbekennt-
                     376 Seiten,                        tiert: „Faktisch lehnt der Feminismus in all           nisse, dass Geschlechtergleichheit schon
                     € 20,60                            seinen Farben und Facetten Sex und Sexua-              hergestellt sei.
                                                        lität ab, statt danach zu trachten, Frauen die         Da capo! Es gibt noch viel zu tun!        (BS)




02/2012 dreieck
El ter n -, Fra uen - un d S en i oren b ild u ng    | 13




Lebensqualität im Alter
10 Jahre „Selbst bestimmt
und kreativ“



K
        ennen Sie das auch: Sie treffen einen
        Bekannten zufällig im Supermarkt,
        winken ihm zu und ... ja genau, wie
war doch noch sein Name? Ludwig, nein Le-
opold, in jedem Fall irgendetwas mit ‚L’, und
bevor es peinlich wird, machen Sie lieber,
dass Sie zur Kasse kommen – schnell weg,
sonst merkt der namenlose Bekannte noch,
dass Sie gar nicht mehr wissen, wie er heißt




                                                                                                                                                      Foto: Fotolia
... und so verlassen Sie das Geschäft mit dem
Gefühl: Ja, der ist aber alt geworden!
Es stimmt schon: Das Thema „Älter werden“
eröffnet nicht nur schöne Aussichten, son-      können. Dem Trainingsprogramm liegt eine       dern auch, weil unsere engagierten Refe-
dern weckt durchaus auch unangenehme            wissenschaftliche Studie der Universität       rentInnen, die speziell für die Durchführung
Gefühle. Der Verlust der eigenen Kräfte und     Erlangen zugrunde, in der nachgewiesen         dieser Kurse ausgebildet wurden, neben
der Gedächtnisleistung sowie der lieber         werden konnte, dass die Verbindung von         ihrem fachlichen Wissen auch jede Menge
Menschen gehören ebenso zu den weniger          Gedächtnisübungen mit Bewegungsein-            Freude und Herzblut in die Gestaltung der
schönen Seiten wie die Angst, pflegebe-         heiten zu einer deutlichen Steigerung der      Kurseinheiten einbringen. Für viele Seni-
dürftig zu werden und das selbstständige        Gedächtnisleistung und Mobilität führt. Das    orinnen und Senioren sind die Kurstage
Leben aufgeben zu müssen. Gerade diese          sind wesentliche Faktoren dafür, möglichst     zu echten Höhepunkten einer Woche ge-
negativen Vorstellungsbilder verhindern         lange selbstständig und somit auch selbst      worden, weil Orte der Begegnung und der
leider oftmals die eigene Auseinanderset-       bestimmt leben zu können. Darüber hinaus       Freundschaft entstanden sind, die Halt ge-
zung mit dem Älter werden und verdecken         werden im Rahmen der Kurseinheiten aber        ben und vor dem Alleinsein schützen.
dabei, wie viel Potential auch in dieser Le-    auch spezifische Fragen des Alters thema-
bensphase liegt bzw. liegen kann. Genau         tisiert, die dazu dienen, kreative Lösungs-    „Selbst bestimmt und kreativ“-Kurse kön-
das, nämlich das Potential der nachberuf-       möglichkeiten für das eigene Älter werden      nen von jedem örtlichen Bildungswerk ge-
lichen Lebensphase zu fördern, ist seit zehn    in Gesprächen mit Gleichgesinnten zu ent-      bucht werden und finden ab Herbst auch
Jahren Ziel der Kursreihe „Selbst bestimmt      wickeln. Dass Lebensqualität nicht alleine     wieder in Salzburg im Haus Corso in der Im-
und kreativ“ im Salzburger Bildungswerk.        vom körperlichen Befinden abhängig ist,        bergstraße 2 statt. Ein Kurs mit insgesamt
Schon allein dieser lange Zeitraum macht        sondern sich wesentlich auch darüber defi-     10 Treffen kostet 40 Euro pro TeilnehmerIn,
deutlich, dass dieses Angebot nicht nur auf     niert, wie man schwierigen und herausfor-      wobei es an vielen Orten auch Förderungen
große Resonanz bei den TeilnehmerInnen          dernden Situationen des Lebens begegnet,       durch die Gemeinde gibt.
stößt, sondern offensichtlich auch zu einem     wie Veränderungsprozesse und Abschied-                                                               (CW)

Fixpunkt der Kursangebote für ältere Men-       nehmen gemeistert werden, und wie es
schen im Bundesland Salzburg gehört.            gelingt, mit den nicht erfüllten Lebenswün-
                                                schen oder nicht geglückten Beziehungen         Sind Sie neugierig geworden?
Wir sehen noch lange nicht alt aus!             umzugehen, zeigen uns unter anderem all         Gerne informiere ich Sie über dieses
Gedächtnistraining und motorische Übun-         jene Menschen, die zwar körperlich krank        Angebot und unterstütze Sie bei der
gen bilden die Basis des Kursangebots,          sind, aber voller Freude mitten im Leben        Organisation: Mag. Christa Wieland,
das sich an Menschen richtet, welche die        stehen.                                         Institut für Seniorenbildung,
Gesundheit von Körper, Geist und Seele          Das Aufgreifen all dieser Facetten des Al-      Tel: 0662-872691-17,
möglichst lange erhalten wollen, um so Le-      terns gelingt nicht nur deshalb so gut, weil    E-Mail: christa.wieland@sbw.salzburg.at
bensfreude bis ins hohe Alter genießen zu       in kleinen Gruppen gearbeitet wird, son-



                                                                                                                                     dreieck       02/2012
14 |   E lte rn -, Fra u e n - u n d Senio renbildung




                                                                                                                 Viel Spaß haben Alfons und Eva

„Wunschoma“ Pinzgau                                                                                              Baumgartner aus Lofer mit den
                                                                                                                 Wunschenkerln Sophie und Lisa.




Eine Verbindung zum gegenseitigen Vorteil
                                                                                                                          VON CHRISTINE SCHLÄFFER




D
        ie Großfamilie inklusive Großeltern             Projektkoordinatorin Klaudia Kaiser kennt      milien ist die Vermittlung im Rahmen des
        gibt es nur noch selten. Damit fehlt            alle Betreuungspersonen und Familien           Leader-Projekts kostenlos.
        neben dem sozialen Netz auch die                persönlich und klärt im Vorfeld die Vorstel-   Die Gegenleistung der Familie an die
Betreuung durch die Großeltern, die die                 lungen und Anforderungen der Familien          „Wunschgroßeltern“ ist Vereinbarungssa-
Familie wesentlich unterstützen und ent-                und der „Wunschgroßeltern“ genau ab. Die       che; ehrenamtlicher Einsatz oder auch ge-
lasten können. In der Stadt Salzburg und                passende Vermittlung braucht auch manch-       genseitige Dienstleistungen sind ebenso
Umgebung gibt es bereits seit 15 Jahren                 mal etwas Zeit, geht es doch nicht um eine     möglich wie eine stundenweise Aufwands-
den „Leihomadienst“ des Katholischen Fa-                möglichst rasche Erledigung, sondern um        entschädigung.
milienverbandes. Auch im Pinzgau gab es                 verantwortungsvolles     Zusammenführen        Letztendlich entscheiden Betreuungsper-
immer wieder Nachfragen nach Leihgroß-                  der passenden Menschen.                        son und Familie, ob sie miteinander können
eltern. Mit Hilfe der Finanzierung durch                                                               und sich auf die „Wunschoma-Beziehung“
Leader-Mittel und durch das Familienres-                Alle Betreuungspersonen sind unfall- und       einlassen möchten – die Vorauswahl und
sort konnte im November 2011 das Projekt                haftpflichtversichert und nehmen an päda-      Vermittlung erfolgt mit bestem Wissen und
„Wunschoma Pinzgau“ gestartet werden.                   gogischen Weiterbildungen teil – sowohl        Gewissen, aber ohne Garantie für die Eig-
                                                        für die „Wunschomas“ als auch für die Fa-      nung bzw. Zufriedenheit.



02/2012 dreieck
El ter n -, Fra uen - un d S en i oren b ild u ng    | 15


Wunschomas und -opas gesucht!
Sobald die Familie ihre Wunschoma bzw.           Wunschoma/-opa
den Wunschopa gefunden hat, steht die
Betreuungsperson längerfristig – auch für
unvorhergesehene Einsätze – zur Verfü-           Wenn Sie sich als Wunschoma/-opa im Pinzgau
gung. Fallweises Einspringen – so wie es         engagieren oder Ihre Wunschgroßeltern finden
auch eigene Großeltern tun würden – wird         möchten, dann melden Sie sich bei
zwischen Familie und Wunschoma bzw.              Klaudia Kaiser (Wunschoma-Koordinatorin)
-opa selbst organisiert.                         Tel: 0676-789 91 74, E-Mail: wunschoma@gmail.com

Der Projektstart im Herbst war sehr erfolg-      Das Projekt „Wunschoma“ im Pinzgau wird aus EU-Mitteln gefördert und ist eine Koope-
reich. Bis jetzt haben sich 26 Wunschomas        ration von Kath. Familienverband, pinzgauermutmacher, Forum Familie, Leader-Region
und -opas zwischen 47 und 70 Jahren ge-          Nationalpark Hohe Tauern und dem Familienressort des Landes Salzburg.
meldet, von der pensionierten Hotelbesit-
zerin bis zur Mindestrentnerin, die nicht nur    Landesweiter Leihomadienst des Katholischen Familienverbandes
Zeit zur Verfügung hat, sondern auch einen       Vermittelt seit 15 Jahren Leihomas/-opas im Großraum Salzburg, in den Bezirken sowie
kleinen Zuverdienst sucht ...                    seit einiger Zeit im Tiroler Unterland
                                                 Tel: 0662-8047-1240 (Mo-Fr, 8.00 bis 12.00 Uhr), E-Mail: info-sbg@familie.at
Auf der Familienseite gibt es mehr als 40 An-
fragen aus den Pinzgauer Gemeinden von
Unken bis Neukirchen. Viele Familien haben
schon ihre „Wunschgroßeltern“ gefunden,         der dreijährigen Projektlaufzeit Verschie-   mittlung“ eine unverzichtbare Dienstleis-
wobei darauf geschaut wurde, die Vermitt-       denes auszuprobieren – so der Versuch,       tung geworden ist und als dauerhaftes
lung möglichst in der eigenen Gemeinde          Omas mit stundenweiser Entlohnung ge-        Angebot im Pinzgau bestehen bleibt.
oder in unmittelbarer Nähe zu machen.           nauso einzusetzen wie Ehrenamtliche (auf
Der Bedarf an Omas und Opas ist aber weit       eigenen Wunsch) oder solche Betreuungs-      Christine Schläffer leitet das Forum Familie Pinzgau
                                                                                             - Elternservice des Landes – Hilfe bei Fragen zur Kin-
größer, und so werden laufend interessierte     personen, die sich kleine Anerkennungs-      derbetreuung. Infos über materielle Förderungen 
Personen gesucht – im gesamten Pinzgau          dienste oder ab und zu mal eine Einladung    Beihilfen. Wegweiser zu Hilfs- und Beratungsstellen.
und ganz besonders im Raum Bruck.               zum Essen wünschen.                          Unterstützung und Begleitung bei neuen Familien-
                                                                                             projekten.

Eine Charakteristik des Leader-Projekts im      Nach der dreijährigen Projektlaufzeit wün-
Pinzgau ist auch die Möglichkeit, während       schen wir uns, dass die „Wunschomaver-




  Forum Familie informiert
  Online-Broschüre „Geld für die Familienkassa – Beihilfen  Förderungen“

  Gerade in schwierigen Zeiten wollen wir Familien den                Die Broschüre enthält viele Neuerungen, wie zum Beispiel
  Zugang zu Finanzhilfen erleichtern.                                 Änderungen bei der Familienbeihilfe, und ist in folgende Ab-
  Soeben ist die neue und aktuelle Version unserer Online-            schnitte gegliedert:
  Broschüre erschienen:                                               3	 or der Geburt
                                                                         V
                                                                         
  www.salzburg.gv.at/1204_forumfamilie_familienkassa.pdf              3	 ach der Geburt – Kinderbetreuung
                                                                         N
                                                                         
                                                                      3	 ördertipps für Schulkinder
                                                                         F
                                                                         
  Detaillierte Infos bekommen Familien und Interessierte auch         3	 ördertipps für Lehrlinge
                                                                         F
                                                                         
  gerne direkt bei Forum Familie, den Elternservice-Stellen des       3	 bbe in der Kassa  finanzielle Notlagen
                                                                         E
                                                                         
  Landes in allen Bezirken: www.salzburg.gv.at/forumfamilie           3	 inanzielle Erleichterungen für Menschen mit Behinderung
                                                                         F
                                                                         
                                                                      3	 eiterführende Links
                                                                         W
                                                                         




                                                                                                                                   dreieck       02/2012
16 |   E lte rn -, Fra u e n - u n d Senio renbildung




                                                                                                                                   GLOSSE
Wenn die gläserne Decke zur
Betondecke wird

J
                                                                                                         Mag. Brigitte Singer
    etzt haben wir den Salat. Nicht nur am              Die gute Nachricht ist: In Schulbüchern          leitet das Institut für
    Teller, damit wir Frauen auch ja schlank            lesen Kinder jetzt von Ärztinnen, Mechani-       Frauen- und Eltern-
    sind, nein, auch im Berufsleben sieht es            kerinnen, Vätern, die Kinder wickeln und in      bildung im Salzbur-
  nicht gerade so aus, als könnten Bildung              den Kindergarten bringen (wenn es einen          ger Bildungswerk.

und frühe Karriereplanung uns vor Herd,                 Platz gibt).
Küche, Kindern und Pensionskahlschlag
schützen.                                               Die schlechte Nachricht ist: Frauen verdie-      auf eine unsichtbare Barriere bezieht, die
                                                        nen immer noch um 30 Prozent weniger als         Frauen davon abhält, Topjobs in Unterneh-
Es gibt sie ja jetzt die Karrierefrauen, die ge-        Männer. Eine ganze Generation von Teil-          men zu bekommen.
schafft haben, wovon viele Frauen der Ge-               zeitmüttern und Teilzeitberufstätigen blickt
neration aus dem letzten Jahrtausend 19xx               einer Pension in Armut entgegen.                 Aus der vielzitierten Gläsernen Decke ist
nur träumen konnten: erfolgreiche Wissen-                                                                eine aus Beton geworden. Da wundert
schafterinnen, Bankerinnen, Physikerinnen,                                                               es nicht, wenn Idylle wieder hoch im Kurs
Medizinerinnen, Nobelpreisträgerinnen (gibt                                                              steht. Es ist wirklich faszinierend, wie man-
es immerhin mehr als wir wissen, genauer                                                                 cher Zeitgeist daherkommt: Magazine wie
gesagt 21). Noch nie waren die Anforde-                                                                  Landlust oder Servus weisen dramatische
rungen an Frauen so enorm wie heute.                                                                     Auflagenzuwächse auf. Sie beruhigen: kein
Nicht nur an die viel herbeizitierte Karriere-                                                           Tratsch, keine nervigen Promis, keine sozial-
frau. Nein, alle anderen sollen auch Super-                                                              politischen Probleme, keine Cybervokabeln
Hausfrauen, perfekte Mütter, eloquente                                                                   aus dem Netz, die eh keiner versteht, der
Gesprächspartnerinnen, erfolgreiche Be-                                                                  nicht dauernd damit zu tun hat, keine Ka-
rufsfrauen, attraktive Partnerinnen, tolle                                                               tastrophen, keine Korruption. Geschichten
Gastgeberinnen, serviceorientierte Mitar-                                                                über das gute Leben, die in allen von uns
beiterinnen, zufriedene, sexy Singlefrauen,                                                              schöne Erinnerungen wachrufen, an die
aktive Seniorinnen sein – wenn nötig, mit                                                                Kindheit, die noch in Ordnung war, die vie-
kleinen chirurgischen Verbesserungen, die                                                                len guten Sachen, die selbst gemacht wur-
unseren Wert am Beziehungs- und Arbeits-                                                                 den, eine Zeit ohne Plastikmüll und Trash,
markt erhöhen sollen.                                                                                    wohin man schaut, Frauen, die in Schürzen
                                                                                                         das beste Essen kochen (sogar ohne Strom
Die Nischenladys, die niemandem                                                                          und ganz bio). Es wirkt alles so heimelig, so
gefährlich werden                                                                                        friedlich, so entschleunigt, so schön.
Sie alle haben eines gemeinsam mit den
Frauen, die vor 30 Jahren für die Gleich-                                                                Nein, nicht nur das. Es gibt sogar die Karri-
berechtigung der Frauen auf die Straßen                 In einem Artikel der Business Week wird das      erefrauen, die sich ihren Freizeitkick beim
gegangen sind. Sie suchen immer noch                    „velvet ghetto Phenomenon“ (das sichere          Marmeladeeinkochen holen. Bei der neu-
nach einem Weg, ein selbstbestimmtes und                Ghetto-Phänomen) für Frauen in Manage-           en Lust an der Idylle. Schließt sich hier der
gleichberechtigtes Leben mit gleicher Ent-              mentpositionen verwendet, welches bei-           Kreis? Bin ich in einer Zeitmaschine?
lohnung für gleiche Arbeit führen zu kön-               spielweise in Kommunikationsberufen die
nen. Vielerorts hat sich die Meinung breit ge-          Überlegung in den Raum stellt, dass sich          Wir Frauen wollen eben immer
macht, der Feminismus habe sich ohnehin                 Frauen zwar im Management etablieren,                     nur das eine ...
erledigt. Manche wollen das Wort gar nicht              aber keine Gefahr für Männer im Kampf
mehr in den Mund nehmen. Ist doch eh al-                um Topmanagement-Jobs darstellen. Ähn-
                                                                                                          … ja, Sie haben richtig geraten:
les gesetzlich verankert, schon durchge-                lich dem viel gehörten und zitierten Begriff
setzt, nicht mehr zeitgemäß, von gestern ...            „Glass ceiling“ (die gläserne Decke), die sich             Glücklich sein!
                                                                                                                                                  (BS)



02/2012 dreieck
G emei n deentw ick lu ng    | 17



Ausgezeichnet: Orte der Begegnung
51 Projektideen wurden beim Wettbewerb „Zsammkemma“ eingereicht. 8 Initiativen dürfen sich nun über
eine Auszeichnung freuen!



N
         eue Impulse können Salzburgs
         Gemeinden, Städte und Regionen
         noch lebenswerter machen. Lan-
desrätin Dr. Tina Widmann startete deshalb
gemeinsam mit der Gemeindeentwicklung
Salzburg im Herbst 2011 den Wettbewerb
„Zsammkemma – Gemeinden schaffen
Orte der Begegnung“. Gesucht waren Orte,
Initiativen, Ideen, die Begegnung jeglicher
Art ermöglichen und fördern: Begegnung
zwischen Alt, Jung, MigrantInnen, Ortsan-




                                                                                                                                            Foto: LPB
sässigen, Zugezogenen, Beeinträchtigten,
Andersdenkenden. „Mit diesem Wettbe-
werb wollen wir den sozialen Zusammen-        die Qual der Wahl und vergab schließlich       des generationenübergreifenden Projektes
halt in den Gemeinden stärken“, informiert    neben den drei Hauptpreisen auch fünf An-      im öffentlichen Raum: Gemeinschaft entwi-
Tina Widmann, „in einer Zeit abnehmenden      erkennungspreise.                              ckeln, miteinander etwas erleben, Raum für
Engagements und unverbindlicher wer-          Der 1. Preis geht an das Projekt „Die Spiel-   Begegnung schaffen und wahrgenommen
dender Beziehungen soll damit bewusst         platzköche“. In der Gemeinde Grödig            werden.
ein solidaritätsfördernder Akzent gesetzt     bieten die Verantwortlichen der Jugend-
werden“.                                      arbeit und des islamischen Kultur- und         Das Projekt „Mobile Märchenecke im Seni-
                                              Sportvereins „Ihlas“ wöchentlich eine kin-     orenheim“ wurde mit dem 2. Preis ausge-
Teilnehmen konnten alle Salzburgerinnen       der- und jugendgerechte Kochaktion mit         zeichnet. In die Märchenecke für Jung und
und Salzburger, öffentliche Einrichtungen     Aufstrichen und einfachen Speisen aus          Alt im Salzburger Stadtteil Parsch sind alle
oder die Gemeinden selbst. 51 Projektideen    verschiedenen kulturellen Regionen an. Als     eingeladen, die Geschichten und Märchen
wurden eingereicht, 8 wurden nun mit          Rahmenprogramm wird Streetsoccer für           lieben, vor allem natürlich auch Erzähler
einem Preis ausgezeichnet. Die Jury hatte     Mädchen und Burschen geboten. Das Ziel         aller Generationen und Kulturen! Die Ini-
                                                                                             tiatoren des Vereins Stadtteilentwicklung
                                                                                             Parsch wünschen sich eine bunte Mischung
                                                                                             von Märchen aus unserer Heimat und aus
 Die sieben Jurymitglieder haben 8 Preise vergeben                                           anderen Kulturen. Die Märchenecke soll
                                                                                             jedes Jahr in einem anderen Seniorenheim
 Hauptpreise                                                                                 im Stadtteil ihren Platz finden. Ein Postwurf
 1. Preis: Die Spielplatzköche: Kochen und Essen am Spielplatz (Grödig)                      informiert alle Bewohner über die Märchen-
 2. Preis: Mobile Märchenecke im Seniorenheim: Märchenecke für Jung und Alt (Parsch)         stunden, Kindergärten, Volksschule und Se-
 3. Preis: Living Room: Wohnzimmer im Freien (Seeham)                                        niorenheime werden speziell eingeladen.

 Anerkennungspreise                                                                          Living Room, das Wohnzimmer im Freien in
 Miteinander in Köstendorf: Treffen aller Kulturen beim Kochen                               der Gemeinde Seeham, darf sich über den
 Grenzenlos kochen in Parsch: Gemeinsam mit verschiedenen Kulturen und                       3. Preis freuen. Das Jugendzentrum wird auf
 Generationen                                                                                dem Dorfplatz eine neue Form des Lebens-
 BürgerInnen-Rat in St. Koloman                                                              raumes (living space) in Form eines Wohn-
 Zsammhalten  Zsammhelfen in Seeham: Hilfe im Alltagsleben durch Jugendliche                zimmers (living room) gestalten. Dazu wird
 Junge engagierte StraßwalchenerInnen: Förderung sozialen Engagements                        der Platz 10 Tage mit einem künstlichen
                                                                                             Boden verkleidet und Möbel wie in einem
 Infos zu allen Projekten: www.gemeindeentwicklung.at                                        Wohnzimmer arrangiert. Das Ziel bringt
                                                                                             Maria Erker, die Leiterin des Jugendzen-



                                                                                                                            dreieck     02/2012
18 |   Geme i n d e e nt w i c k l u ng




trums, kurz und bündig auf den Punkt: „Wir      Akzente Salzburg. Keine Verpflichtung zur         und Kommunikation begünstigen“, meint
wollen damit mitten im Ort einen neuen          Mitgliedschaft, kein Eintritt und kein Kon-       Tina Widmann, „doch ein Platz, ein Raum
Treffpunkt schaffen und zeigen, wie der         sumzwang sollen zudem garantieren, dass           oder Gebäude reicht nur in den wenigsten
öffentliche Raum belebt und auch anders         möglichst viele Menschen das Angebot              Fällen aus, um Begegnung zu fördern“. Ne-
genutzt werden kann“.                           nutzen können. „Auf Nachhaltigkeit, Inno-         ben der räumlichen Infrastruktur brauche
                                                vation sowie Dialog- und Begegnungsmög-           es eine soziale Infrastruktur und die Initiati-
Kriterienkatalog unterstützte Jury              lichkeit haben wir ebenfalls besonderen           ve engagierter Menschen. „Dieser Wettbe-
bei Entscheidung                                Wert gelegt“, ergänzt Jurymitglied Ulrike         werb hat zur Bewusstseinsbildung und So-
„Ein wesentliches Entscheidungskriterium        Kendlbacher vom Referat für Familie und           lidaritätsförderung einen wichtigen Beitrag
war für uns die Frage, ob die Orte der Be-      Generationen.                                     geleistet“.                             (MiHa)
gegnung niederschwellig und barrierefrei        „Die Alltagsrealität zeigt, dass infrastruktu-
zugänglich und allen bekannt sind“, er-         relle Voraussetzungen wie Sport-, Kultur-
läutert Jurymitglied Harald Brandner von        oder Freizeitstätten zwar soziale Netzwerke




  Gemeinschaftspflege im
  Generationendorf Hallein-Rif
  85, 63, 51, 42, 35, 15 … Jahre alt, – was verbindet durchgängig alle Generationen in Hallein-Rif?
  Die Freude am gemeinsamen Tun!
                                                                                                                         VON BRIGITTE SCHMIDT




  S
         o wieder einmal geschehen im Mai:      Gerade einen tollen Schuss hingelegt             VerliererInnen gab es natürlich keine, der
         Junge und Junggebliebene trafen        und nah an der „Taube“ dran, der nächste         olympische Gedanke zählte: Dabei sein
         sich zu einem Stockschützenturnier     Schuss verändert alles, und es gibt keinen       ist alles! Eine Gruppe mit den wenigsten
  am Rifer Spitz. Bei herrlichem Wetter und     einzigen Punkt für die Gruppe. Es ist auf-       Punkten gab es allerdings schon. Sie wur-
  bester Stimmung wurden zuerst einmal          regend, lustig, und es bleibt spannend bis       de mit einem Kranz bester Speckwürste
  die Regeln erklärt. Die Profis nahmen sich    zum Schluss.                                     geehrt und damit getröstet, dass das
  der Neulinge an und stellten sich gedul-                                                       Ergebnis bei gutem Training das nächs-
  dig allen Fragen. Gute Tipps und Ratschlä-    Zur Siegerehrung traf man sich im Ver-           te Mal schon viel besser ausfallen kann.
  ge gab man sich gegenseitig weiter. Und       einsheim des Siedlungsvereins Rif. Unser         Apropos das nächste Mal: Wir alle freuen
  dann konnte es auch schon losgehen.           Bürgermeister Dr. Christian Stöckl, Vize-        uns darauf, und vielleicht kommen noch
  Gespielt wurde in generationenübergrei-       bgm. Alois Rettensteiner und auch andere         ein paar neue Teams dazu, die auch auf
  fenden Teams. Mit Sportsgeist und auch        Sponsoren sorgten für schöne Sachpreise,         den Speckwurstkranz ein Auge haben.
  mit Ehrgeiz gingen wir an die Sache ran.      die mit Freude angenommen wurden.
  Richtig leicht ist das Stockschießen nicht.                                                    Brigitte Schmidt vom Verein TREFFPUNKT-RIF.




02/2012 dreieck
G emei n deentw ick lu ng    | 19




  „Herz für Hallein“ prämiert Ideen
Gemeinschaft, Kommunikation und Integration fordern und fördern
                                                                                                                                 VON ANITA MEMMER




V
        or über einem Jahr (am 27. Jänner       aufgestellt. Darin konnte man Vorschläge           der verschiedenen Projekte ließen es sich
        2011) startete in Hallein das Projekt   und Ideen, aber vor allem eigene Initiativen       auch Landesrätin Dr. Tina Widmann, Bgm.
        „Ein Herz für Hallein“ (wir haben in    deponieren.                                        Dr. Christian Stöckl, Stadträtin Dr. Eveline
den vergangenen Ausgaben des „dreiecks“                                                            Sampl-Schiestl und Bezirkshauptmann
laufend darüber berichtet). Mit dieser In-      Impulse für ein lebendiges                         Mag. Helmut Fürst nicht nehmen, der Ver-
itiative wurden alle BewohnerInnen Hal-         Miteinander                                        anstaltung beizuwohnen.
leins ermutigt, selbst gegen Entfremdung,       Anfang Mai 2012 erfolgte nun die Prämie-
                                                                                                   Dr. Anita Memmer ist Initiatorin von „Ein Herz für
Vereinsamung und Werteverlust aktiv zu          rung der insgesamt 13 eingereichten Initiati-      Hallein“ und leitet gemeinsam mit Friedl Bahner das
werden. Zwischenmenschliche Brücken             ven im Musikhaus Hallein. Durch den Abend          Salzburger Bildungswerk Hallein.
sollten gebaut werden, um wieder mehr           führte Jurymitglied Manfred Baumann, die
Nähe und Gemeinschaft spürbar werden zu         musikalische Umrahmung gestaltete ein
lassen. Zu diesem Zweck wurden in Hallein       Klarinettenquartett vom Musikum Hallein.
an zwölf verschiedenen Orten Briefkästen        Neben den vielen aktiven TeilnehmerInnen
                                                                                                    Auszeichnungen
                                                              Im Bild die Herz für Hallein-         Folgende Initiativen wurden mit „Hal-
                                                              TeilnehmerInnen (1.Reihe v.           leiner Münzen“ im Wert von je 850 Euro
                                                              li.) Ing. Gerald Höpflinger, Prof.    (1. und 2. Platz) bzw. im Wert von je 200
                                                              Helmuth Hickmann, Dr. Anita
                                                                                                    Euro (zwei 3. Plätze) ausgezeichnet:
                                                              Memmer (Projektinitiatorin),
                                                              Mag. Brigitte Längle, Esther
                                                              Strodl, Josef Grabner, Brigitte       1. und 2. Platz gingen ex aequo an das
                                                              Winkler, (2. Reihe v.li.) Maria       Herz für Hallein-Märchen und mittler-
                                                              Seeleitner, Antonia Siller, Karin     weile Maskottchen der Initiative „Lua-
                                                              Kogler, Doris Pichler, Karoline
                                                                                                    na, das Koboldmädchen“ und an den
                                                              Haunsperger und Iris Moos-
                                                              leitner.                              „DOH-REH-TREFF“. Dieser hat sich zum
                                                                                                    Ziel gesetzt, Jung und Alt zusammenzu-
                                                                                                    führen. So entstand daraus die Initiative
Auszug aus „Luana, das Koboldmädchen“:                                                              „I FÜR DI – DU FÜR MI!“, ein Angebot für
                                                                                                    aktive Nachbarschaftshilfe.
                                                                                                    Der 3. Preis wurde ebenfalls geteilt und
                                                                                                    ging ex aequo an die beiden Initiativen
                                                                                                    Halleiner Chor-Weihnacht und Stadt-
                                                                                                    führungen für MigrantInnen.
                                                                                                    Alle weiteren Initiativen und Projekte
                                                                                                    wurden mit Glasherzen von Alfarè aus-
                                                                                                    gezeichnet.

                                                                                                    Sie alle haben Herz für Hallein beweisen.
                                                                                                    Die Initiativen der engagierten Hallei-
                                                                                                    nerInnen bleiben bestehen, neue Ideen
                                                                                                    sind jederzeit herzlich willkommen!
                                                                                                    Ausführliche Projektbeschreibungen
                                                                                                    finden Sie unter:
                                                                                                    http://www.herzfuerhallein.at/




                                                                                                                                     dreieck    02/2012
20 |   Geme i n d e e nt w i c k l u ng




  Mit Sehbeeinträchtigung
  Brailleschrift lesen lernen




                                                                                                                                                  Fotos: sisal.at - Treweller
   Behindert und trotzdem voll dabei!
   Aus dem Generationendorf Elsbethen                                                                                VON CHRISTIAN TREWELLER




  W
            as Barrierefreiheit bringen kann,                                                 derungen betreffen, sondern dass Barri-
            zeigten SchülerInnen der Volks-                                                   erefreiheit früher oder später allen zugu-
            schulen Elsbethen und Vorder-                                                     tekommt. Damit sind diese SchülerInnen
  fager in der Abschlussveranstaltung des                                                     wichtige MultiplikatorInnen in dem Be-
  Projektes „Aus anderer Sicht“.                                                              mühen von Elsbethen, eine Gemeinde für
                                                                                              alle Generationen zu sein.
  Trotz Behinderung vollwertig am Ge-
  meindeleben teilhaben! Das geht, wenn                                                       Das Projekt wurde von der Projektgruppe
  die Gemeinde barrierefrei ist - sowohl im                                                   „Generationendorf Elsbethen“ gemein-
  Zugang zu allen Einrichtungen als auch in                                                   sam mit der Sozialen Initiative Salzburg
  den Köpfen aller Beteiligten. Dies zeigten                                                  (SIS) initiiert und von der Gemeinde Els-
                                                Spannend: Unterricht in Gebärdensprache ...
  die SchülerInnen der Gemeinde Elsbethen                                                     bethen, dem Referat für Familien und
  eindrucksvoll bei ihrer Präsentation und                                                    Generationen des Landes Salzburg sowie
  gaben dabei wertvolle Gedankenanstö-          schen mit und ohne Beeinträchtigungen.        von der Gemeindeentwicklung Salzburg
  ße. Zuvor erfuhren die SchülerInnen im        Begleitet wurden die SchülerInnen dabei       unterstützt.
  Projekt „Aus anderer Sicht“ mögliche Be-      von „ExpertInnen in eigener Sache“ – von
  einträchtigungen, erlebten Barriereabbau      Menschen mit Behinderungen. Ein wich-         Christian Treweller ist Diplompädagoge und
                                                                                              diplomierter Sozialarbeiter, Leiter der Sozialen
  und entwickelten neue Sichtweisen eines       tiger Lerneffekt war zudem, dass Barrieren    Initiative Salzburg (SIS) und Lehrbeauftragter an
  unkomplizierten Miteinanders von Men-         nicht ausschließlich Menschen mit Behin-      der Pädagogischen Hochschule Salzburg.




02/2012 dreieck
Europa un d Pol i ti s ch e B ild u ng    | 21




  Nie wieder Krieg!




                                                          Auf dem Weg nach Jaglici. Das kleine Dorf bei
                                                          Srebrenica wird von Bauern helfen Bauern (BhB)
                                                          Salzburg betreut.                                              Ein Gedenkstein erinnert an die Opfer
                                                                                                                         des Massakers von Srebrenica.


Impressionen aus Bosnien 
Herzegowina, Kroatien und Serbien


D
        ie Studienreise „Nie wieder Krieg!“ ver-
        mittelte, wie wichtig Frieden (nicht nur)
        in Europa ist. Noch sind nicht alle Wun-
den der „Jugoslawien-Kriege“ verheilt, noch
gibt es viele Menschen, die an deren Folgen
leiden, und dennoch gibt es Zuversicht für eine
glückliche(re) Zukunft.
                                                        Erich Rathfelder, Korres-   Österreichs Botschafter
                                                        pondent der Berliner        Dr. Clemens Koja sprach
                                                        Tageszeitung, vermit-       in Belgrad über die
                                                        telte mehr als nur einen    europäische Zukunft
                                                        touristischen Eindruck      Serbiens.                    Es gibt auch wieder Jugend in Jaglici.
                                                        von Sarajevo.



                                                                                                              Prof. Dr. Ljiljana
                                                                                                              Gehrecke, Ehren-
                                                                                                              präsidentin des
                                                                                                              Europahauses
Frauen gründeten die landwirtschaftliche Ge-                                                                  Vukovar, und Bür-
nossenschaft HANA in Srebrenica. Am Abend der                                                                 germeister Željko
Eröffnung des Verkaufsladens lernten wir auch                                                                 Sabo setzen sich
Major Andreas Arlitzer (im Bild hinten) und Offizier-                                                         für ein friedliches
stellvertreter Harald Mörth kennen, die über die                                                              Miteinander von
Aufgaben des Liaison Observation Teams des                                                                    Kroaten und Ser-
Österreichischen Bundesheeres in Bosnien                                                                     ben in der Donau-
Herzegowina informierten. Die beiden Herren                                                                   und Grenzstadt
                                                        Dragica Krstic (rechts) führte durch ihre
überzeugten von der Bedeutung ihrer Aufgabe.                                                                  Vukovar ein.
                                                        serbische Heimat – hier in Sremski Karlovci.




                                                                                                                                                dreieck      02/2012
22 |   E u ro p a u n d Po l i t i s che B ildung




  Elixhausen goes to Brüssel

   E
        in Besuch im Europäischen Parlament, ein Gespräch mit              bei Simona Wohleser und Andrea Posch, den Leiterinnen der
        dem Europaparlamentarier Richard Seeber, eine Visite in            EU-Büros des österreichischen Gemeinde- bzw. Städtebundes,
        der ständigen Vertretung Österreichs zur Europäischen              und bei Ernst Holzinger vom Bundeskanzleramt.          (FT)
   Union und eine Diskussionsrunde im Verbindungsbüro des
   Landes Salzburg zur EU standen im Mittelpunkt der Exkursi-
   on der Gemeindevertretung Elixhausen nach Brüssel, die vom
   Salzburger Bildungswerk Elixhausen und dem Institut für Eu-
   ropa vorbereitet und begleitet wurde. Wir bedanken uns bei
   Bürgermeister Markus Kurcz für die Initiative, bei Michaela Petz-
   Michez, Leiterin des „Salzburg-Büros“, für die Organisation des
   Programms vor Ort und bei unseren Gesprächspartnerinnen
   und –partnern für viele interessante Informationen: bei Irmfried
   Schwimann, Direktorin in der Generaldirektion Wettbewerb
   und Finanzdienstleistungen der Europäischen Kommission,




Politik in Österreich und in der EU
Gemeinsamer Lehrgang von Katholischem und Salzburger Bildungswerk



D
        as politische System in Österreich                                                          sion, Vertretung in Österreich, Bundesrat
        und in der Europäischen Union ist                                                           Stefan Schennach und Bakk. phil. Udo Bach-
        so komplex, dass es für Bürgerinnen                                                         mair vom ORF.
und Bürger oft schwer zu durchschauen ist.
Die Uninformiertheit über Entscheidungs-                                   Ein kompetenter und      Der Lehrgang wird mit einer Exkursion zu
wege in der Politik ist aber mit ein Grund                                 immer wieder             EU-Institutionen sowie österreichischen
                                                                           spannender
für die Politikverdrossenheit der Menschen.                                                         und Salzburger Einrichtungen bei der Eu-
                                                                           Gesprächspartner:
Die gemeinsame Veranstaltung sollte infor-                                 Dr. Erhard Busek.
                                                                                                    ropäischen Union vom 17. bis 20. Februar
mieren und der Verdrossenheit entgegen-                                                             2013 fortgesetzt. Bei Interesse kontaktie-
wirken. Erfreuliche 30 Teilnehmerinnen und                                                          ren Sie Dr. Wolfgang Forthofer, Tel: 0662-
Teilnehmer nahmen die Gelegenheit wahr.             chischen Politik, ein Samstag der EU-Politik.   872691-21, w.forthofer@sbw.salzburg.at.
Ein Samstag widmete sich der österrei-              Eine Exkursion nach Wien mit Besuchen                                                 (FT)
                                                    im Parlament, im Haus der Europäischen
                                                    Union und im ORF-Funkhaus rundete den
                                                    Lehrgang praxisnah ab. Wir bedanken uns
                                                    bei den kompetenten Referentinnen und
                                                    Referenten, die den Erfolg des Lehrgangs
                                                    ermöglichten: Dr. Franz Fallend und Dr.
                                                    Doris Wydra vom Fachbereich Politikwis-
                                                                                                                                            Fotos: KBW Salzburg




                                                    senschaft und Soziologie der Universität
                                                    Salzburg, Vizekanzler a. D. Dr. Erhard Busek,
                                                    Mag. Thomas Weber, Informationsbüro des
                                                    Europäischen Parlaments in Österreich,
Im Bild die Lehrgangsgruppe.                        Mag. Bernhard Kühr, Europäische Kommis-         „Live“ beim Ö1-Mittagsjournal.



02/2012 dreieck
Europa un d Pol i ti s ch e B ild u ng    | 23



Der Europatag im Europark

D
        er Europatag erinnert daran, dass         Berchtesgadener Land-Traunstein, der Na-
        Europa als Gemeinschaft am 9. Mai         tionalbank, des Salzburger Bildungswerks
        1950 „geboren“ wurde. 2012 stand          sowie der Europa Union der Landkreise
der Europatag im Europark im Zeichen des          Berchtesgadener Land und Traunstein ge-
Europäischen Jahres für aktives Altern und        meinsam Antworten auf alle Fragen rund
Solidarität zwischen den Generationen.            um die Europäische Union – und freuten
Aber auch Senioren- und Pensionsthemen,           sich über den Besuch von Landeshauptfrau
grenzüberschreitende Projekte und Fragen          Gabi Burgstaller.                    (FT)
rund um den Euro waren Schwerpunkte
an den Informationsständen. Wie bereits            Im Bild (v.li.) eine Besucherin, Dr. Wolfgang
in den vergangenen Jahren gaben Fach-              Forthofer, Mag. Michaela Petz-Michez, die




                                                                                                                                                          Foto: Wildbild
                                                   Leiterin des Salzburger Verbindungsbüros in
leute der Europa-Informationsstellen im
                                                   Brüssel, und LHF Mag. Gabi Burgstaller.
Land Salzburg und der EuRegio Salzburg-




  Das Institut für Europa geht auf Reisen
   Ziel: Die Ukraine


  D
          ie Ukraine ist ein riesiger Staat. Das Land erstreckt sich von
          der ungarischen Tiefebene bis an den Don, von den tiefen
          Moorfeldern der weißrussischen Sümpfe bis in die san-
  digen Steppen Bessarabiens. Die Ukraine ist nach Russland das
  flächenmäßig zweitgrößte Land Europas und damit der größte
  Staat Europas, der ausschließlich in Europa liegt. Die Studienreise
  des Instituts für Europa konzentriert sich daher auf den Westen
  des Landes und auf die Hauptstadt Kiew.
  Seit der Auflösung der Sowjetunion im Jahre 1991 ist die Ukraine
  unabhängig. In diesen letzten 20 Jahren erlebten das Land und
  seine Menschen viele Phasen, von der nationalen Begeisterung
  bis hin zu Anarchie und Rechtlosigkeit. Seit der Orangenen Revo-
  lution 2005 veränderte zwar der wirtschaftliche Aufschwung das
                                                                            Kiew
  Land, die hohen Werte der Revolution änderten aber nichts am
  kleinlichen Alltag der Parteipolitik und dem Mangel an demokra-
  tischem Gebaren.                                                           Dennoch: Die Ukraine ist ein an großartigen Städten, herrlicher
                                                                             Architektur und begabten Menschen überreiches Kulturland,
                                                                             das gefahrlos zu bereisen ist. Es lohnt sich, den großen weißen
                                                                             Fleck auf der europäischen Landkarte für sich mit Farbe zu füllen.
                                                                             Kommen Sie mit in die Ukraine und erfahren Sie vieles über die
                                                                             politische, wirtschaftliche und soziale Situation vor Ort!     (FT)

                                                                             Reisetermin: 14. bis 21. Oktober 2012
                                                                             Detaillierte Informationen erhalten Sie im Institut für Europa,
                                                                             Dr. Wolfgang Forthofer, Tel: 0662-872691-21 bzw.
                                                          Lemberg            w.forthofer@sbw.salzburg.at.




                                                                                                                                        dreieck      02/2012
24 |   Inte rn at i o n a l e So l i darität




                                                                                                          Erkenntnis, dass weder die „traditionelle“
                                                                                                          noch die „konventionelle“ Landwirtschaft,
                                                                                                          geschweige denn die „Grüne Revolution“
                                                                                                          oder die „Neue Grüne Revolution“ (die „alte“
                                                                                                          plus Gentechnik), für die kleinbäuerlich
                                                                                                          strukturierte Landwirtschaft eine Option
                                                                                                          mit Zukunftschancen ist. Die systematische
                                                                                                          Einführung und offensive Forcierung des
                                                                                                          Biolandbaus hingegen schon. Deshalb ha-
                                                                                                          ben wir uns im Rahmen der Regionalkoope-
                                                                                                          ration Salzburg – San Vicente (Departament
                                                                                                          mit 1180 km2, 174.000 EinwohnerInnen) für
                                                                                                          diesen Schwerpunkt entschieden.
                                                                                                          Konkret haben wir – 15 Organisationen der
                                                                                                          Zivilgesellschaft und die Gemeinde Teco-
                                                                                                          luca – MOPAO (Movimiento Popular de
                                                                                                          Agricultura Organica – Volksbewegung für




                                                                                         Foto: INTERSOL
                                                                                                          den BioLandbau) gegründet. Dr. Hans Eder,
                                                                                                          Leiter des Instituts für Internationale Solida-
                                                                                                          rität im Salzburger Bildungswerk und Direk-


Biolandbau als Option.
                                                                                                          tor von INTERSOL, ist Teil dieser Bewegung
                                                                                                          und eines der sieben Vorstandsmitglieder.
                                                                                                          Das ist ein Hinweis auf die Art, wie wir die

Erfolge und Hürden                                                                                        Regionalkooperation verstehen: nicht bloß
                                                                                                          als Geldgeber (80 % der Mittel stammen
                                                                                                          vom Land Salzburg), sondern direkt in-
                                                                                                          volviert in den Prozess. D.h. wir beteiligen
REGIONALKOOPERATION SALZBURG – SAN VICENTE                                                                uns mit konzeptuellen und strategischen
                                                                                                          Vorschlägen, Finanzen und Fachpersonal.



I
    n El Salvador, einem Land minimal grö-      als 20 Jahren weitgehend vom ehemaligen                   Das sprengt das klassische Geber-Nehmer-
    ßer als Niederösterreich, leben ca. 40      Präsidenten Cristiani stark beeinflusst, op-              Korsett der „Entwicklungszusammenarbeit“
    % der rund 7,3 Mio. Menschen in länd-       tiert (noch?) nicht für einen fundamentalen               und ersetzt es durch „Partnerschaft“, d.h.
lichen Gebieten. Dort, wo noch immer die        Paradigmen- und Politikwechsel. Die mi-                   Ko-Operation und Solidarität.
extrem ungleiche Landverteilung eines der       nimalen Veränderungsprozesse im Agrar-
zentralen wirtschaftlichen, sozialen und        bereich gehen eher auf die Kreativität und                Erfolge und Hindernisse:
politischen Probleme darstellt. Seit eini-      Selbstbestimmung der Bauern und der mit                   Inkompatibilität von Biolandbau
gen Jahren gibt es – durch das neo-liberale     ihnen agierenden NGOs zurück.                             und (Neuer) Grüner Revolution
Wirtschaftsmodell begünstigt – einen wei-                                                                 In den letzten zwei Jahren wurden konzep-
ter fortschreitenden Konzentrationsprozess      Biolandbau und Permakultur                                tuelle, organisatorische und real-wirtschaft-
von Grund und Boden. Die nunmehr seit           als sinnvolle Alternativen zur                            liche, soziale Fortschritte erzielt. Beispiels-
drei Jahren regierende (Mitte)Links-Re-         Agroindustrie                                             weise wurde die Ernährungssicherheit und
gierung von Mauricio Funes und Sanchez          In diesem Kontext forcieren wir den Bio-                  –souveränität gestärkt. Die Nahrungsmittel-
Seren konnte und/oder wollte daran nicht        landbau, kombiniert mit Initiativen der Per-              Palette mit Bioprodukten für die Bedienung
viel ändern. Auch die Agrarpolitik, seit mehr   makultur. Ausgangspunkt ist die analytische               lokaler Märkte konnte ebenso ausgeweitet
                                                                                                          werden wie der Export von Cashew-Kernen
                                                                                                          (Bio und Fair Trade), der wieder angekurbelt
 Dringend gesucht:                                                                                        wurde. Außerdem ist es gelungen, durch
                                                                                                          Beharrlichkeit und Konsequenz dazu beizu-
 ExpertInnen des BioLandbaus und Permakultur für Personaleinsätze, ev.                                    tragen, dass sich Monsanto aus der Region
 auch StudentInnen der Boku Wien!                                                                         (vorläufig?) zurückzog!
 Nähere Infos bei Dr. Hans Eder, Tel: 0662-972691-20,
 E-Mail: hans.eder@sbw.salzburg.at oder interstol.at.                                                     Aber für einen weiteren quantitativen und
                                                                                                          qualitativen Ausbau gibt es viele Hürden



02/2012 dreieck
Inter n ati on a l e S ol id a rit ät    | 25


und Hindernisse: So kann sich die Regierung   wirtschaft mit dem BioLandbau. Außer-                      eines großen Territoriums exklusiv für Bio-
nicht dazu durchringen, die „fumigaciones     dem: Die betroffene Bevölkerung in diesem                  Landbau. Die anderen Felder sollen – wenn
aereas“ (Besprühung der Zuckerrohrfelder      dichtest besiedelten Land Zentralamerikas                  überhaupt – mit BioPestiziden z.B. aus Boli-
aus der Luft) konsequent zu verbieten. Wir    leidet unter Haut- und Atemwegserkran-                     vien (unser Vorschlag) oder Cuba (Neigung
verwiesen beim jüngsten Treffen mit dem       kungen durch die Verwendung aggres-                        der Regierung) behandelt werden und sich
Vize-Landwirtschaftsminister Flores auf die   siver Pflanzenschutz- und „Reifungsmittel“.                mittelfristig dem wirtschaftlich sinnvolleren
Inkompatibilität der konventionellen Land-    Unser Vorschlag zielt auf die Ausweisung                   BioLandbau anschließen.                   (HE)




  RIO PLUS/MINUS 20
Folgt der „nachhaltigen Entwicklung“ die Green Economy? Wo bleiben die Alternativen?



D
        er UN-Gipfel von Rio 1992 zu Wirt-                                                               Wir sehen in diesem systemkonformen, d.h.
        schaft und Umwelt hatte große                                                                    im Wesentlichen neo-liberalen Green-Eco-
        Erwartungen in Richtung einer Ver-                                                               nomy-System, gesteuert von den ohnehin
söhnung zwischen Wirtschaft und Umwelt                                                                   schon bekannten Akteuren der Weltwirt-
geweckt – zu Recht wurde vom „Erd-Gipfel“                                                                schaft, keine Lösung! Weil damit nach wie



                                                                                        Foto: INTERSOL
gesprochen, mit Weichenstellungen für                                                                    vor das Primat der Wirtschaft, der homo oe-
das Überleben der Menschheit. Genährt                                                                    conomicus vorherrscht und den homo sapi-
wurden die positiven Perspektiven durch                                                                  ens dominiert, d.h., dass sich die Wirtschaft
die Tatsache, dass es eine gewisse Über-                                                                 die Politik und Gesellschaft unterordnet.
einstimmung zwischen den Regierenden
und den etablierten zivilgesellschaftlichen   Deshalb sind die Ergebnisse von Rio und                    Ein Luxus, auf die wirklichen
NGOs gegeben hat. Der Konsensbegriff war      Millenniumsgipfeln insgesamt dürftig,                      Alternativen zu verzichten
u.a. die „Nachhaltige Entwicklung“.           durchwachsen und mehr negativ als positiv                  Gibt es Alternativen? Ja, die gibt es. Nach-
                                              – wenn als Richtkategorie das Gemeinwohl                   vollziehbar im Kopf der „einfachen“ Men-
Nach 20 Jahren: Ernüchterung                  gilt (was denn sonst?). Die Armutsbekämp-                  schen ebenso wie bei hochkarätigen
Die erste Ernüchterung kam zehn Jahre spä-    fung ist gescheitert, die Gesellschaften ent-              WissenschafterInnen und unabhängigen
ter: beim Rio+10-Gipfel in Durban, Südafri-   wickeln sich selber unter „Nachhaltigkeit“                 sozialen Bewegungen der Zivilgesellschaft.
ka. Man schrammte nahe am Abbruch der         immer weiter auseinander. Die Bio-Diver-                   Konkrete Beispiele: Occupy-Bewegung von
Konferenz vorbei. U.a. wurde deutlich, dass   sität und kulturelle Vielfalt ist gefährdeter              Frankfurt bis New York, die Jugendlichen
die „nachhaltige Entwicklung“ nach und        denn je, der Klimawandel galoppiert, die                   der Plaza del Sol in Madrid, die Aktivitäten
nach zum Allerwelts-Begriff degradiert und    Wirtschafts- und Klimaflüchtlinge zählen                   von ATTAC, die weltweiten Sozialforen, die
inflationär von allen möglichen Akteuren      bald 1 Mrd. Menschen.                                      Bewegungen für Abya Yala indigener Völker
verwendet wurde: von Regierungen eben-                                                                   oder das Netzwerk sozialer Organisationen
so wie von Konzernen und Entwicklungsa-       20 Jahre „Nachhaltigkeit“ und nun                          gegen Freihandelsabkommen (TLC) und für
genturen. Hinzu gesellte sich die Übernah-    die Green Economy?                                         ALBA (Boliviarianische Allianz für die Völker
me der „Millenniumsziele“ der Weltbank,       Bei der offiziellen Rio+20-Konferenz und                   unseres Amerika), La Via Campesina, Orga-
OECD, EU und der nationalen Regierungen       den vielen Tagungen etc. hierzulande wird                  nisationen der Zivilcourage (auch hierzu-
und div. systemkonformen NGOs – oder          nun als Nachfolgekonzept für „nachhaltige                  lande – etwa gegen die Gentechnik in der
etwa durch den „Globalen Marshall-Plan“.      Entwicklung“ die Green Economy forciert:                   Landwirtschaft), ...
Bezeichnend, dass davon der „globale Sü-      Sie soll es regeln! In der Logik der Green                 Viele haben sich zur Parallelveranstaltung
den“ (die sozialen Bewegungen und Orga-       Economy sollen Natur und Ökosysteme –                      zum offiziellen Rio+20-Event in Rio eben-
nisationen) nichts (mehr) hören und sehen     und die Einwirkung der Wirtschaft – quasi                  dort eingefunden, angeklagt, eingefordert
wollen. Sie wollen nicht – nicht mal „nach-   mit einem Bonus-Malus-System bewertet                      und versucht, das „Neue“, eventuell sogar
haltig“ – global, d.h. vom Westen ge- und     werden. Das kennen wir doch schon beim                     eine „Neue Zivilisation“ zu skizzieren und
verplant werden!                              Handel mit Klimazertifikaten – ohne Erfolg.                einzuführen.                             (HE)




                                                                                                                                             dreieck        02/2012
26 |   A u s d e r D i re k t i o n




  Anpacken im Ehrenamt
  Wir blicken auf das Europäische Jahr der Freiwilligentätigkeit zurück und starten 2012 mit einer
  Organisationsentwicklung



 R
         und 1.300 Veranstaltungen mit über 86.000 Teilneh-          keineswegs selbstverständlich, sondern wurde in vielen Jahren
         merInnen hat das Salzburger Bildungswerk im letzten Jahr    durch umsichtige und engagierte Unterstützung gefördert und
         durchgeführt: Das zeigt die Veranstaltungsbilanz 2011.      gestärkt. Ich bin immer wieder zu Veranstaltungen des Salzburger
                                                                     Bildungswerkes eingeladen, und es ist für mich beeindruckend,
 „Uns geht es um ein differenziertes, qualitativ hochwertiges Bil-   mit welcher Freude BildungswerkleiterInnen diese Tätigkeit ausü-
 dungsangebot, welches möglichst wohnortnah zur Verfügung            ben. Dabei geht es auch um wichtige Themen für unsere Zukunft
 steht. Dafür braucht es ein umfassendes Veranstaltungsservice,      und unsere Gesellschaft: Alternative Energieszenarien, Förderung
 kompetente, persönliche Beratung, Vernetzungsarbeit sowie           der Lesepatenschaft, politische Bildung und Gesundheit werden
 gut aufbereitete Anregungen für inhaltliche Schwerpunkte. Dies      in vielfältiger Art und Weise behandelt“.
 wurde 2011 wieder sehr engagiert bewältigt“, betont Direktor Dr.
 Günther Signitzer.                                                  Organisationsentwicklung, um künftige Herausforde-
                                                                     rungen und Handlungsfelder zu bearbeiten
 Insbesondere in den Bereichen Eltern- und Seniorenbildung, bei      Durch die Mittelfristige Fördervereinbarung mit dem Land Salz-
 Generationenprojekten, Aktivitäten zur Integration, Energie- und    burg hatte das Salzburger Bildungswerk für 2011 eine solide fi-
 Gesundheitsthemen sowie bei politischer Bildung ist das Salzbur-    nanzielle Planungssicherheit.
 ger Bildungswerk ein wichtiger Ansprechpartner in den Gemein-
 den.                                                                Um das Salzburger Bildungswerk für die Zukunft bestmöglich
                                                                     aufzustellen, wurde im Auftrag der Landeshauptfrau ein Organi-
 Ebenfalls erfreulich ist das erfolgreiche Durchlaufen des Quali-    sationsentwicklungsprozess gestartet. Dieser Prozess wird 2012
 tätstestierungsverfahrens sowie die Überreichung des „Ö-Certs“      begonnen und soll 2013 abgeschlossen werden. LHF Mag. Gabi
 und damit die Aufnahme in die Liste der Qualitätsanbieter (dazu     Burgstaller betont die Wichtigkeit eines verstärkten Profils für
 mehr auf Seite 28).                                                 die Bildungswerkarbeit. LAbg. Rektor Prof. Dr. Josef Sampl, der
                                                                     Vorsitzende des Vorstandes, und Direktor Dr. Günther Signitzer
 Ehrenamt ist keineswegs selbstverständlich                          sind überzeugt, dass mit diesem Prozess nicht nur die engagier-
 Bei der Kuratoriumssitzung betonte LHF Mag. Gabi Burgstaller,       te Arbeit aller BildungswerkleiterInnen, sondern auch der gesell-
 Präsidentin des Salzburger Bildungswerkes, das hohe ehren-          schaftspolitische Wert dieser Bildungs- und Kulturarbeit deutlich
 amtliche Engagement der BildungswerkleiterInnen: „Dieses ist        wird.




                                                                                           Im Bild die Kuratoriumsmitglieder (v.li.):
                                                                                           Dr. Günther Signitzer, LAbg. Dr. Josef Sampl,
                                                                                           Mag. Eva Veichtlbauer, Katharina Lichtmanns-
                                                                                           perger, LAbg. Bgm. Dr. Christian Stöckl,
                                                                                           Mag. Dagmar Aigner, LAbg. Ingrid Riezler,
                                                                                           LAbg. Lukas Essl, LHF Mag. Gabi Burgstaller,
                                                                                           Mag. Rudolf Eidenhammer und Dr. Martin
                                                                                           Wiedemair.




02/2012 dreieck
Aus der Di re k t ion    | 27




„Das war unsere Zeit!“
Geschichten, die das Leben schrieb …



E
      in Sprichwort besagt: „Wenn ein al-
      ter Mensch stirbt, dann ist es, als ob
      eine ganze Bibliothek verbrennt“.
Traditionen, Rituale, Sitten und Gebräuche
verblassen. Es ist daher wichtig, Gedan-
kengut zu erhalten und zu dokumentieren,
besonders jenes der Jahrgänge vor 1933.
Das Salzburger Bildungswerk möchte aktiv
einen Beitrag leisten und startet daher im
Herbst 2012 das umfangreiche Projekt „Das        desarchiv dokumentiert und diese Art der       ner Person gelegt werden, sondern auf die
war unsere Zeit!“. Im ganzen Land Salzburg       örtlichen Wissens- und Geschichtsspeiche-      Lebensumstände wie z.B. Schule, Arbeit,
sollen im Laufe des nächsten Jahres Ge-          rung in Gemeinden als Fixeinrichtung ver-      Wohnen, Kleidung, Nahrung, Krankheit,
schichten, die das Leben schrieb, zusam-         ankert werden“, so Walch.                      Feste und Bräuche, Religion, etc. Bei dieser
mengetragen, professionell interviewt und                                                       ungezwungenen Veranstaltung kommen
via Videokamera erfasst werden. „Der Fokus       Erzählcafés                                    vielleicht außergewöhnliche Erlebnisse
liegt auf den Geburtsjahrgängen vor 1933,        Um in den Gemeinden das Bewusstsein für        oder Persönlichkeiten zum Vorschein, die
keine Generation davor hat so viele Verän-       die Wichtigkeit dieser „oral history“ zu we-   sich für eine Dokumentation bestens an-
derungen miterlebt wie jene der jetzt über       cken, sollen den Befragungen öffentliche       bieten.
80-Jährigen“, so der Initiator des Projektes     „Erzählcafés“ vorangehen. Dabei können
Dr. Alfred Berghammer, Leiter des Arbeits-       alle Interessierten teilnehmen – zuhören
kreises Seniorenbildung. Wie sah es in ihrer     oder erzählen. Hauptaugenmerk soll dabei       salzburger
Gemeinde aus? Welchen Schulweg mussten           nicht auf die gesamte Lebensgeschichte ei-       bildungswerk
Kinder um 1935 zurücklegen? Was erlebten
sie im Unterricht? Wie wurde Weihnachten
gefeiert? Und was hat sich eigentlich in den
letzten siebzig Jahren verändert? All diese
                                                  Ankündigung
Fragen liefern subjektive Erinnerungen, die
ein besonderes Stück Salzburger Geschich-        Am 13. September 2012 wird das Projekt im Rahmen einer Pressekonferenz der Öffent-
te dokumentieren und für nachkommende            lichkeit vorgestellt. Das erste Erzählcafé findet am 23. September 2012 im Rahmen der
Generationen identitätsstiftend sind.            Eröffnung der Bildungswoche in Pfarrwerfen statt.

Das ehrgeizige Projekt des Arbeitskreises        Unsere Bitte an Sie: Bei der Ansprache lokaler „Persönlichkeiten“, und später auch bei der
Seniorenbildung wird von Landesrätin Dr.         Durchführung der Interviews, sind wir auf Ihre Hilfe angewiesen. Denn Sie sind unsere
Tina Widmann gefördert und zielt darauf          Kontaktperson zu den ZeitzeugInnen Ihres Ortes. Diese Ihre Unterstützung ist von enor-
ab, in jeder der 119 Gemeinden des Landes        mer Bedeutung für das Gelingen des Projektes, weshalb wir Sie schon jetzt um Folgendes
Salzburg mindestens zwei ZeitzeugInnen zu        ersuchen: Bitte teilen Sie uns mit, ob Sie sich eine Mitarbeit Ihres Bildungswerkes/Ihrer
befragen. Die Koordinatorin des Projektes,       Gemeinde am Projekt „Das war unsere Zeit!“ vorstellen können. Wenn ja, freuen wir uns
Stefanie Walch, Bildungswerkleiterin aus         über erste Überlegungen zu geeigneten ErzählpartnerInnen in Ihrem Ort!
Hof, setzt damit einen Impuls, der die ältere
Generation wachrüttelt, aber auch die jün-       Für Anregungen und Fragen stehen wir gerne zur Verfügung:
geren Generationen anspricht. „Möglichst         Stefanie Walch (Projektleiterin), Tel: 0664-3520011
viele ältere Menschen sollen hinsichtlich        E-Mail: stefanie@walch-partner.com oder office@sbw.salzburg.at
ihrer Biografien aktiviert, das Erzählte durch
örtliche Archive, Chroniken, Stadt- und Lan-



                                                                                                                              dreieck      02/2012
28 |    A u s d e r D i re k t i o n




  Buchtipp
                                                             Bildung mit Qualität
                               Iwan Pasuchin
                               Bankrott der
                               Bildungsgesellschaft        Qualitätszertifikat verlängert bis 2016
                               Pädagogik in politökono-
                               mischen Kontexten



                                                           S
                               Verlag: Springer VS                chon seit Jahren steht das Salz-
                               ISBN 978-3-531-19637-4             burger Bildungswerk für Quali-
                               388 Seiten, € 51,35                tät in der Erwachsenenbildung,
                                                           seit 2008 auch schriftlich nachweisbar        des Salzburger Bildungswerkes war in
   Bankrott der Bildungsgesellschaft                       durch die LQW-Zertifizierung. „LQW“           diesen Prozess mit eingebunden. Mitte
   Die Vision von einer Bildungsgesellschaft,              ist die Abkürzung für „Lernerorientierte      Mai fand die Visitation durch Erich Fül-
   in der das durch Lernen angehäufte Wis-                 Qualitätstestierung in der Weiterbil-         ling statt, einem Organisationsberater
   sen die zentrale ökonomische Ressource                  dung“ und wird von ArtSet Forschung,          aus der Nähe von Hamburg. Ende Juni
   darstellen sollte, wurde im Zuge des Crashs             Bildung, Beratung GmbH, einer deut-           folgte dann ein Abschlussworkshop,
   des entfesselten Kapitalismus endgültig ad              schen Institution, angeboten. Es ist ein      bei dem gemeinsam strategische Ent-
   absurdum geführt. Immer mehr Menschen,                  Qualitätszertifikat, das die Lernenden in     wicklungsziele für die nächsten vier
   die an das Versprechen glaubten, auf Ba-                den Mittelpunkt stellt. In Österreich sind    Jahre festgelegt und erarbeitet wurden.
   sis einer höheren Qualifizierung Wohlstand              bereits 104 Bildungsorganisationen            Darunter unter anderem die Veranke-
   oder wenigstens einen sicheren Arbeitsplatz             LQW-zertifiziert, darunter St. Virgil, Bi-    rung und Nutzung des Web 2.0 in der
   zu erlangen, sehen sich um die Früchte ihrer            Ber – Bildungsberatung für Erwachsene         internen und externen Kommunikati-
   Anstrengungen betrogen. So würde räum-                  und die Volkshochschule Salzburg.             onsstruktur.
   liche und zeitliche Flexibilität, aber auch das
   Einbringen von Kreativität zumeist im Sinne             Um das LQW-Zertifikat für weitere vier        Es folgte die Überreichung des LQW-
   des Auftraggebers ausgelegt. Hinzu kämen                Jahre zu erlangen, wurde ein neuer so         Zertifikates, das uns gleichzeitig auch
   seit den 1970er Jahren stagnierende oder gar            genannter „Selbstreport“ verfasst. Elf        für das neue, österreichische Produkt
   rückläufige Gehälter von AkademikerInnen in             verschiedene Qualitätsbereiche, darun-        „Ö-Cert“ qualifiziert. Das „Ö-Cert“ soll
   wohlhabenden Ländern, während anderer-                  ter Lehr- und Lernprozess sowie Evalu-        qualitätssichernde Maßnahmen der
   seits Pensionsabschläge und weitaus gerin-              ation des Bildungsprozesses, wurden           Erwachsenenbildungsorganisationen
   gere Arbeitsplatzsicherheit hinzugekommen               dazu über-, bearbeitet und beschrie-          aufzeigen, fördern und so Transparenz
   seien.                                                  ben. Das gesamte Team der Direktion           verschaffen.                        (RiB)


   Das Buch untersucht die Zusammenhän-
   ge zwischen wirtschaftlichen und pädago-
   gischen Entwicklungen und setzt sich mit de-
   ren politischen Hintergründen auseinander.
   Ein Schwerpunkt liegt auf der Frage, welche
   Rolle der Bildungssektor bei der Gestaltung
   der Berufswelt spielt und v.a. spielen müsste,
   um diese den Bedürfnissen der breiten Be-
   völkerungsmehrheit entsprechend (mit-) zu
   prägen. Abschließend erfolgt das Aufzeigen
   möglicher Wege, wie Bildungsverfahren
   unter Berücksichtigung politökonomischer
   Kontexte sinnvoll gestaltet werden können.

   Dr. Iwan Pasuchin ist Erziehungswissenschafter, der
   sowohl als Dozent an mehreren Universitäten und
   Hochschulen tätig ist, als auch an einer „Brennpunkt-
   hauptschule“ unterrichtet.                              Nach dem Abschlussworkshop wurde den MitarbeiterInnen der Direktion von Erich Fülling
                                                           das Zertifikat überreicht.




02/2012 dreieck
Aus der Di re k t ion    | 29



Unter einem Dach: Gemeindeverwaltung,
Bildung und Kultur
Tennengauer Bezirkstagung 2012                                                                                               VON MICHAEL NEUREITER



Vorbildliche Kooperation
Das neue Gemeindehaus in Adnet ist ein Glücksfall: Hier gibt es Ge-
meindeverwaltung, Bildung und Kultur unter einem Dach! Hier ta-
gen die Gemeindevertretung und ihre Ausschüsse, hier veranstaltet
das Salzburger Bildungswerk seine Vorträge. Im Nebenraum stellt
die Gemeindebibliothek 4000 Medien zur Verfügung. Und eine Tür
weiter erschließt das Marmormuseum die Entstehung und Nutzung
dieses europaweit bedeutsamen Adneter Bodenschatzes! So traf
man sich zur Bezirkstagung im Gemeindehaus, und Bgm. Wolfgang
Auer informierte über die erfreuliche Entwicklung des Salzburger
Bildungswerkes, des Marmormuseums und der Gemeindebiblio-
thek in den letzten Jahren: „Wir freuen uns sehr, dass Maria Klappa-
cher, Berthold Ziller und Petra Auer mit ihren Teams nicht nur eine     Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der gut besuchten Bezirkstagung
besonders erfreuliche Entwicklung ihrer Einrichtungen vorweisen         2012 des Salzburger Bildungswerkes Tennengau im Gemeindehaus Adnet.
können, sondern auch über die vorbildliche Kooperation zwischen         Im Bild (v.li.) Bezirksleiter Michael Neureiter, Bibliotheksleiterin Petra Auer
diesen Einrichtungen unter einem Dach!“                                 (7.v.li.), Bildungswerkleiterin Maria Klappacher (9.v.li.), Museums-Sprecher
                                                                        Helmut Auer (11.v.li.), Bürgermeister Wolfgang Auer (13. v.li.) und der Pu-
                                                                        cher Bürgermeister Helmut Klose (re.) im neuen Marmormuseum.
Rückblick und Ausblick
Das Salzburger Bildungswerk Adnet wurde 2010 von Maria Klappa-
cher als Bildungswerkleiterin übernommen. Sie hat in kurzer Zeit       dies die 133. Bildungswoche im Bezirk! Nach dem Austausch über
ein großes Team gewonnen und führt Veranstaltungen vor allem           die „Lernende Region Tennengau” (Heike Guritzer-Maurer) und
in den Bereichen Reisen, Gesundheit, Frauenthemen und Literatur        über das „Forum Familie Tennengau” (Corona Rettenbacher) gab
durch. Im Rahmen der Bezirkstagung informierten Bildungswerk-          es Informationen über die landesweiten Initiativen des Salzburger
leiterInnen aus den Tennengauer Gemeinden über ihre Schwer-            Bildungswerkes durch Richard Breschar, Christa Wieland und Stefa-
punkte: So gab es in Rußbach in Verantwortung des neuen Bil-           nie Walch (über das Zeitzeugenprojekt „Das war unsere Zeit”).
dungswerkleiters Peter Hafner im Juni eine Bildungswoche. Seit der
ersten Bildungswoche im Tennengau 1962 in Annaberg-Lungötz ist         MMag. Michael Neureiter ist Bezirksleiter im Tennengau.




                                                                                                                       Aus G emei n d e u nd Bez irk      |


   Ausgeschrieben                                                      den, ihre (max. 10) Gedichte einzusenden. Der Preis ist mit 2.500
                                                                       Euro dotiert. Eine Jury, bestehend aus Dr. Brita Steinwendtner
                                                                       (Autorin), Ingrid Schimpl-Wallner (Lehrerin) und Hildemar Holl
  Maria Zittrauer-Lyrikpreis                                           (Germanist, Literaturarchiv Salzburg), wird den/die PreisträgerIn
  Zur Erinnerung an die Lyrikerin und Trakl-Preisträgerin Maria Zit-   auswählen. Dieser/diese wird zur Überreichung und Präsentation
  trauer schreiben der Gasteiner Kulturkreis und das Literaturhaus     des „3. Maria Zittrauer-Lyrikpreises“ im Jänner 2013 eingeladen.
  Salzburg anlässlich des 100. Geburtstages im Jänner 2013 den „3.     Die Gedichte müssen bis spätestens 19. Oktober 2012 an den
  Maria Zittrauer-Lyrikpreis“ zum Thema „Mächtig wirkt die Zeit“       Gasteiner Kulturkreis gesandt werden.
  aus.
                                                                       Gasteiner Kulturkreis
  Salzburger Dichterinnen und Dichter, deren lyrische Werke bisher     5640 Bad Gastein, Gasteiner Bundesstraße 1, Tel: 0664-1767968
  nicht in Buchform gedruckt wurden, sollen damit animiert wer-        Fax: 06434-2954, E-Mail: kulturkreis@a1.net




                                                                                                                                      dreieck      02/2012
30 |   A u s G e me i n d e u n d B ezirk




  Klassische Musik, kreatives Malen,
  ein kriminelles Menü und Jazz
                                                                        VON STEFANIE WALCH




B
       ereits zum vierten Mal fand Anfang     den kreativen MalerInnen, die unter der An-
       Juni 2012 die Veranstaltungsreihe      leitung von Andrea Wurzer und Marianne
       „Kunst, Kultur und Kulinarik“ in Hof   Litschauer einzigartige Kunstwerke gestal-
statt, deren Ziel auch die Einbeziehung       teten. Brigitta Klaushofer leitete den Work-
einheimischer KünstlerInnen oder Musike-      shop „Naturkosmetik“, wo u.a. eine Ringel-
rInnen ist. So gaben zum Auftakt am Frei-     blumencreme selbst hergestellt wurde. Für
tag die jungen Talente des Musikums Hof       die Kinder war Basteln und Malen für den
ein Konzert, bei dem klassische Musik im      Vatertag angesagt.
Mittelpunkt stand. Das spezielle Ambien-
te der Tenne im Rauchhaus war ein wür-        Mord im Rauchhaus
diger Rahmen für dieses Konzert, was die      Am Samstagabend wurde es kriminell: „Mord      beispiellosen Zusammenarbeit hatte der/
begeisterten BesucherInnen mit großem         im Rauchhaus“ war der Titel der Stand up-      die TäterIn natürlich keine Chance und wur-
Applaus bestätigten. Der Samstag gehörte      Comedy, bei der es neben einem Mordfall        de am Schluss überführt.
                                              auch ein 3-Gang-Menü aus dem Restaurant
                                              „Zum Dreibergbachl“ in Plainfeld gab. Beim     Die Jazz-Musik des Kranjc-Trios beim Früh-
                                              Konzept der „Salzburger DinnerCrime           schoppen am Sonntag bildete einen gelun-
                                              Company“ verschwimmen die Grenzen zwi-         genen Kontrast zu der alten, bäuerlichen
                                              schen Bühne und Zuschauerraum, und das         Atmosphäre im Rauchhaus, die hauptsäch-
                                              Publikum wird zum Mitspielen aktiviert. Das    lich jüngere Familien anzog. Die Hofer Bäu-
                                              Ergebnis war ein lebendiger und lustiger       erinnen sorgten für das leibliche Wohl – so
                                              Theaterabend, bei dem die ZuschauerInnen       wurde es ein sehr gemütlicher Vatertags-
                                              auch Pointen lieferten, weil die Schauspie-    frühschoppen für alle BesucherInnen.
                                              lerInnen viele Zurufe aufgegriffen und         Stefanie Walch ist Bildungswerkleiterin in Hof und
                                              schlagfertig eingebaut haben. Bei dieser       Bezirksleiterin im Flachgau.




Nicht jeder ist ein Aussteiger
Mit Gregor Sieböck in zwei Stunden von Hof bis nach Neuseeland
                                                                                                                          VON STEFANIE WALCH




D
       er Weltenwanderer Gregor Sieböck                                                      wurden, ließ er die ZuhörerInnen an seinen
       begeisterte kürzlich bei seinem Dia-                                                  Wanderungen teilhaben. Zuerst auf dem
       vortrag zahlreiche BesucherInnen in                                                   Jakobsweg durch Europa bis nach Spanien,
der Turnhalle der Volksschule Hof.                                                           dann von der Südspitze Amerikas durch die
Gregor hat Wirtschaft und Umweltwissen-                                                      endlosen Weiten Patagoniens, auf der kö-
schaften studiert und 2003 seinen Job bei                                                    niglichen Inkastraße von Peru bis Ecuador,
der Weltbank in New York gekündigt, um                                                       entlang der kalifornischen Küste bis nach
von Bad Ischl aus zu Fuß um die halbe Welt                                                   San Francisco. Die Wanderung durch Japan
                                              Walter Unterrainer und Stefanie Walch mit
zu reisen. Sein Ziel dabei war, die Vision                                                   und schließlich durch Neuseeland bildete
                                              Gregor Sieböck (v.li.).
von einem bewussten, einfachen Leben in                                                      den Abschluss seiner 3-jährigen Reise. Bei
respektvollem Umgang mit der Erde zu ver-     von interessanten und lustigen Anekdoten       seinem Vortrag vermittelte er sehr authen-
breiten. Mit beeindruckenden Bildern, die     sowie philosophischen Gedanken begleitet       tisch den Wechsel zwischen großer Ein-



02/2012 dreieck
Aus G emei n de un d Bez irk     | 31


samkeit mit purer Lebensfreude, intensiven
Bekanntschaften, spirituellen Erkenntnissen
und immer wieder mit dem Staunen über
die Schönheit der Natur.
Die ZuhörerInnen waren von seiner Leis-
tung und seiner Vision beeindruckt. „Es
kann nicht jeder aussteigen. Aber es braucht
Menschen wie Gregor, damit uns bewusst
wird, was im Leben wirklich wichtig ist und
wofür wir uns Zeit nehmen sollten“, laute-
te die Aussage eines Besuchers. Die Ver-
anstalter, Stefanie Walch vom Salzburger
Bildungswerk und Walter Unterrainer vom
USK Hof, dessen Mitglieder der Sektion
Tischtennis auch für die Bewirtung gesorgt
haben, waren über diese Beurteilung natür-
lich sehr zufrieden.

Stefanie Walch ist Bildungswerkleiterin in Hof und
Bezirksleiterin im Flachgau.                         Gregor Sieböck auf dem Sarlkofel in Südtirol.




   Kneippen anstatt Kaffeetrinken
   Spannender Kneipp-Vortrag in Kuchl
                                                                                                                                 VON MARIA PLÖSSNIG




   S
         ind Sie schon einmal bei kühlen              fer. Das Wasser um die Füße ist kalt, aber     man zur Ruhe kommen möchte) behan-
         Maitemperaturen ins Wasser ge-               man hält es aus. Dann steigt man tiefer        delt man auch nur die Beine, die ja, wie
         stiegen? Langsam waten Sie tie-              hinein und denkt sich bei den Oberschen-       gerade berichtet, nicht so kälteempfind-
                                                      keln: „Oh, kalt, aber noch geht es!“. Dann     lich sind wie der Bereich oberhalb.
                                                      kommt man zum Oberkörper – und da ist          Wenn man dagegen müde ist, ist es rat-
                                                      das Wasser nun wirklich zu kalt! Das liegt     sam, die Arme bis zum Ellenbogen in ein
                                                      daran, dass der menschliche Körper an          kühles Wasserbecken zu tauchen und
                                                      den Füßen einen bis drei Kältepunkte pro       dort kurz die Arme kreisen zu lassen. Das
                                                      Quadratzentimeter besitzt, während der         muntert genauso auf wie Kaffee!
                                                      Oberkörper, wo die lebenswichtigen Or-
                                                      gane liegen, besser geschützt wird: Hier       Die Gesundheitspädagogin Inge Buch-
                                                      sind ca. 13 Kältepunkte pro Quadratzen-        mayer vom Kneipp-Verein hat Ende Juni
                                                      timeter verteilt!                              in Kuchl direkt bei der idyllisch gelegenen
                                                      Diesen Temperaturspielraum nutzen              Kneippanlage Tipps und Tricks verraten,
                                                      Kneipp-Therapeuten, um einen vorbeu-           wie man das Immunsystem stärken und
                                                      genden und abwehrstärkenden Effekt             sich selbst mit Wechselbädern und Kalt-
                                                      bei den zu behandelnden Personen zu            duschen Gutes tun kann.
                                                      erzielen. Und aus diesem Grund geht man        Aber nicht nur Wasser spielt beim Kneip-
                                                      beim Wasser-Kneippen auch langsam mit          pen eine Rolle. Im Herbst wird der Kneipp-
                                                      dem Wasser von unten nach oben vor:            Verein wieder in Kuchl gastieren – mit
                                                      Nur nicht zu schnell, damit sich der Körper    dem Thema „Gesundheitswickel“.
  Kneipp-Gesundheitspädagogin Inge
  Buchmayer (li.) verriet Tipps und Tricks
                                                      langsam an den Temperaturunterschied           Mag. Maria Plößnig ist Bildungswerkleiterin
  rund um das Kneippen.                               gewöhnen kann. Und meistens (wenn              in Kuchl.




                                                                                                                                         dreieck   02/2012
32 |   A u s G e me i n d e u n d B ezirk




   Tu was, dann tut sich was!
   Das Lesezelt machte Station in St. Michael
                                                                  VON CHRISTINE RAMSPACHER




  D
         ie Wäscheleine mit fast 500 Ge-         führte vom Lesezelt in die Buchhandlung
         schichten reichte vom Park bis          Scharfetter, von dort weiter in die Pfarrbi-
         zum Lesezelt bei der Volksschule.       bliothek und in die Bücherei der Haupt-
  Unterschiedlichste Texte animierten zum        schule. Auf dem Programm standen ne-
  Lesen, durften auch „gepflückt“ und mit-       ben afrikanischen Geschichten, erzählt
  genommen werden. Eine Märchenrallye            von Autor Patrick Addai aus Ghana, auch
                                                 Märchen und Schelmengeschichten von
                                                 SR F.W. Scharinger. Das Lesen schmack-
                                                 haft und abwechslungsreich machten ein
                                                 Lesepicknick sowie abwechslungsreiche           Autor Patrick Addai aus Ghana.
                                                 Schulstunden. Die junge Autorin Sophia
                                                 Stöckl präsentierte ihr erstes Buch „Zahfor     mitmachen: Allen Schulen und Kindergär-
                                                 auf magischen Abwegen“, und die Texte           ten des Ortes, der Bibliothek, der Buch-
                                                 zum Thema „Hurra Frühlingszeit“ brach-          handlung Scharfetter, dem Elternverein,
                                                 ten frischen Wind ins Pensionistenwohn-         der Gemeinde und dem Salzburger Bil-
                                                 heim. Auch der Elternverein beteiligte          dungswerk St. Michael sei DANKE gesagt!
                                                 sich und kam mit einem schweren Koffer
                                                 im Zelt an, gefüllt mit interessanten Sach-     Christine Ramspacher ist Bildungswerkleiterin in
                                                                                                 St. Michael.
  Die größeren Kinder lasen den kleineren vor.   büchern. Es tut sich also was, wenn viele




Hundstage in Bad Hofgastein                                                                                                  VON HEIDEMARIA MIMRA




D
        ie Thementage „Mensch  Hund“,           Artgerechter Umgang mit Hunden
        veranstaltet vom Salzburger Bil-         und Aufklärung von Missverständ-
        dungswerk/KULTUR.GUT Bad Hof-            nissen standen im Mittelpunkt der
gastein, bemühten sich um einen konstruk-        Veranstaltungen.
tiven Dialog in der Öffentlichkeit zu einem      Hundefreunde und Hundefeinde hatten
viel diskutierten Thema.                         ihre Argumente, und sie haben sie beson-
Der Hund als ältester Begleiter des Men-         ders bei der von Mag. Alfred Hütteneder
schen hat auch heute noch seinen Platz           äußerst diplomatisch geleiteten Podiums-
mitten unter uns. Er ist Wach-, Hirten-, La-     diskussion mit maßgeblich Beteiligten aus
winen-, Blinden- oder Therapiehund. Und          dem ganzen Bundesland Salzburg auch
manchmal ist er einfach nur der Gefährte         deutlich artikuliert. Bgm. Friedrich Zettinig
und der beste Freund seines Frauchens            zeigte sich gegenüber der Idee, mit Unter-
oder Herrchens.                                  stützung der Gemeinde Freilaufgebiete in         ren der Dog-Day im Weitmoser Schlössl, die
Das Programm, das von Vorträgen über Mit-        unserem Tal zu initiieren, in denen Hunde-       Kunsthunde-Ausstellung und die Fotoaus-
mach-Aktionen, Hund-Kind-/SeniorInnen-           halterInnen spazieren gehen können und           stellung. Da stand einfach das Vergnügen
Tagen bis Kunstevents einen weiten Bogen         Hunde die Möglichkeit zu Sozialkontakten         von Mensch und Hund im Vordergrund.
zum Thema „Mensch  Hund“ spannte, wur-          haben, ohne zu stören, sehr aufgeschlossen.      Mag. Dr. Heidemaria Mimra ist Bildungswerkleiterin
de dementsprechend aufmerksam verfolgt.          Von solchen Problemen unbeschwert wa-            in Bad Hofgastein.




02/2012 dreieck
Aus G emei n de un d Bez irk     | 33



Europa in der Schuldenfalle?                                                                                                    VON MARIA PLÖSSNIG




W
          as ist los mit den GriechInnen? Di-    Dr. Doris Wydra Mitte Mai in Kuchl konnte       Ist es da ein Wunder, dass man gerne eines
          ese oder ähnliche Fragen haben         ich mich zum Beispiel wieder an das deut-       der ursprünglichen Hauptziele der EU, näm-
          sich in den letzten Monaten viele      sche Defizit und die Aufweichung der Euro-      lich die Sicherung des dauerhaften Friedens
gestellt und wohl nicht nur wir, die „reichen“   Kriterien erinnern. Auch die Rezession von      in Europa, aus den Augen verliert? Die ge-
EuropäerInnen in Österreich. Die Krise des       2007 in Irland, die völlig andere Ursachen      genseitigen Vorurteile, besonders zwischen
Euro wird gerne mit diesem einen Land ver-       („Bankenkrise“) als jene in Griechenland        Deutschen und Griechen, sind jedoch seit
bunden. Dass es sich hier jedoch eigentlich      hatte, ist beinahe schon in Vergessenheit       2010 erheblich angewachsen.
um eine Krise von mehreren europäischen          geraten.                                        Doris Wydra hat eingängig, verständlich,
Staaten handelt – nämlich den uncharmant         Es ist sehr leicht, Unzufriedenheiten und       vor allen Dingen aber hochinteressant über
und alles andere als sensibel bezeichneten       Unsicherheiten auf andere zu fokussieren.       diese komplexen Vorgänge berichtet. Und
P(ortugal) I(rland/Italien) G(riechenland)       Vor kurzem wurde festgestellt, dass Öster-      sie hat eines klar gemacht: Nicht die Tren-
S(panien)-Ländern wird gerne vergessen.          reich innerhalb der EU (nach Luxemburg          nung, sondern das verstärkte Zusammenar-
Allzu einfach ist es, sich auf ein einzelnes     und der Niederlande) die drittstärkste Wirt-    beiten innerhalb Europas könnte aus ihrer
Feindbild zu konzentrieren. Auch der zeit-       schaftsleistung pro Kopf aufweist – Ten-        Sicht ein akzeptabler Weg aus der Krise sein.
liche Rahmen in der Euro-Historie wird           denz steigend. Aber die Unsicherheit steigt     Allerdings hat die EU hier wohl noch einen
gerne unterschätzt: Nicht das Defizit Grie-      trotzdem auch bei uns: Wie wird es weiter-      weiten Weg vor sich.
chenlands oder gar die ursprünglich ame-         gehen mit unseren Sparbüchern und Ein-
rikanische Finanzkrise stellten den Beginn       lagen? Und politisch populäre Begriffe wie      Mag. Maria Plößnig ist Bildungswerkleiterin in Kuchl.

des schwachen Euros dar, sondern die Ur-         der „Rettungsschirm“ oder die „Schulden-
sachen sind vielfältiger und weitreichender.     bremse“ mögen zwar eingängig sein, aber
Erst nach Erinnerung durch den Vortrag von       wer versteht wirklich, was dahinter steckt?                IMB – In sti tut für Med ie nb ild u ng                     |



  Cybercheckers                                  Hendrik Fellinger außerdem Kontakt mit
                                                 den SchülerInnen über E-Mail und einer
                                                 privaten Facebook-Gruppe, um sie bei




                                                                                                                                                       Foto: LPB Franz Neumayr/SB
                                                 weiteren Fragen und Problemen zu unter-
 Wie ist die Pilotphase gelaufen?                stützen.
                        VON HENDRIK FELLINGER
                                                 Von Cybermobbing bis zu
                                                 Werbefallen


    W
               ie funktioniert Hacken?“, „Was    Inhaltlich wurde versucht, die für Kinder
                                                                                                   Landeshauptfrau Mag. Gabi Burgstaller

  „
               mache ich, wenn ich im In-        und Jugendliche wichtigsten Aspekte
                                                                                                   (2.v.li.) besucht die Cybercheckers. Im Bild
               ternet beschimpft werde?“,        der Internetnutzung zu behandeln. Mit             (v.li.) mit Schülerin Jovana, Projektleiter
  „Darf ich Filme und Musik aus dem Inter-       viel Ausprobieren, aber auch einiges              Hendrik Fellinger und Schülerin Lejla.
  net herunterladen?“: Diese und andere          an theoretischem Wissen bearbeiteten
  Fragen stellten sich die TeilnehmerInnen       die SchülerInnen Themen wie Internet-          chen, die mit großer Begeisterung bei der
  des Pilotprojektes „Cybercheckers“, das        grundwissen, Werbefallen, Urheberrecht         Sache waren. Für die freiwillige Teilnahme
  seit Anfang des Jahres 2012 in der Neuen       oder Cybermobbing. Mittels moderner            erhielten alle SchülerInnen am Ende des
  Mittelschule Lehen durchgeführt wird.          Präsentationstechniken konnten die Cy-         Workshops ein Zertifikat, das sie als Cyber-
  Jeweils zwei SchülerInnen aus den 2. und       bercheckers im Praxisbereich selbst über       checkers ausweist. Zur großen Freude der
  3. Klassen verbrachten vier mal zwei Un-       das Erlernte sogenannte „Screencasts“          Cybercheckers überreichte Landeshaupt-
  terrichtseinheiten im Informatikraum und       (kurze Videos, von den SchülerInnen mit        frau Mag. Gabi Burgstaller persönlich die
  lernten viele Dinge über die Nutzung von       Mikrofon moderiert, die zeigen, was am         Urkunden und hatte noch das eine oder
  Internet, Handy  Co, um sie später nach       Bildschirm passiert) erstellen, damit die      andere kleine Geschenk für die Internetpi-
  dem „Peer“-Prinzip mit ihren Klassenkol-       Information auch hängenbleibt!                 oniere dabei!
  legInnen zu teilen. Seit der Durchführung      In der Neuen Mittelschule Lehen waren          Mag. Hendrik Fellinger arbeitet im IMB (Institut für
  des Workshops hält der Referent Mag.           zwei Drittel der TeilnehmerInnen Mäd-          Medienbildung).




                                                                                                                                     dreieck   02/2012
34 |   A r b e i t sk re i se




                                                                                                          tion zu tun haben, die sich sehr aktiv und
                                                                                                          selbstbewusst an Bildungsprozessen betei-
                                                                                                          ligt und in Bezug auf die Wahl der Inhalte,
                                                                                                          Methoden und Formen auch partizipativ
                                                                                                          eingebunden werden will. Zudem verfügt
                                                                                                          diese Generation zum Teil auch über höhere
                                                                                                          Bildungsabschlüsse und wünscht daher ein
                                                                                                          sehr differenziertes und anspruchsvolles
                                                                                                          Angebot, das möglichst vielen Bedürfnis-
                                                                                                          sen entgegen kommt.

                                                                                                          Entberuflichung
                                                                                                          Insgesamt zeigt sich, dass die Erwerbsbe-
                                                                                                          teiligung von älteren Menschen kontinu-
                                                                                                          ierlich abnimmt und vitale PensionistInnen
                                                                                                          kaum Möglichkeiten haben, ihre beruflich
                                                                                                          gewonnenen Erfahrungen produktiv einzu-
                                                                                                          bringen.
                                                                                                          Für eine Einrichtung, die mit ehrenamt-
                                                                                                          lichen BildungsorganisatorInnen vor Ort
                                                                                                          arbeitet, scheint diese Entwicklung beson-
                                                                                                          ders erfreulich, da sich unmittelbar nach der
                                                                                                          Pensionierung für viele Menschen ein Enga-
                                                                                                          gementfenster öffnet, das den Blick freigibt,
                                                                                                          sich zukünftig verstärkt ehrenamtlich einzu-
                                                                                                          bringen und die beruflichen Kompetenzen
                                                                                                          auf dieser Ebene weiterzugeben. Auch

Im Alter mehr Zeit für                                                                                    Angebote, bei denen ältere Menschen ihre
                                                                                           Foto: CORBIS




                                                                                                          Erfahrung und ihr Wissen an eine jüngere

Engagement?!                                                                                              Generation weitergeben können, bieten ei-
                                                                                                          nen innovativen Ansatz, Erfahrungswissen
                                                                                                          und gesellschaftliche Teilhabe miteinander
                                                                                                          zu verknüpfen.
Überlegungen zu einer zukunftsfähigen Seniorenbildung
                                                                                                          Singularisierung
                                                                                                          Der Anteil alleinstehender älterer Menschen



W
          ir wissen es natürlich längst: In      spruch erhebt, ein innovativer und attrak-               ist im Steigen begriffen, und Wohnen von
          unserer Wohlstandsgesellschaft         tiver Anbieter für Seniorenbildung zu sein.              mehreren Generationen unter einem Dach
          werden immer mehr Menschen                                                                      – eine weder immer gewünschte, noch
älter und gewinnen – vor allem im „jün-          Verjüngung                                               ganz friktionsfreie Wohnform – zählt zu den
geren Alter“ – auch deutlich an Lebens-          Viele Menschen werden heute schon früh                   Seltenheiten, vor allem im urbanen Raum.
qualität dazu. Für all jene, die sich fachlich   mit dem „Altersproblem“ konfrontiert.                    Durch die Reduzierung sozialer Kontakte,
mit dem Themenbereich Seniorenbildung            Dies vor allem auf dem Arbeitsmarkt, auf                 das Versterben eines Lebenspartners oder
beschäftigen – wie die Mitglieder des Ar-        dem man mit Mitte 40 schon als „alt“ –                   dem Wegzug von Kindern braucht es ver-
beitskreises Seniorenbildung im Salzburger       manchmal auch als „zu alt“ für eine Tätig-               mehrt Räume, in denen Begegnung und
Bildungswerk – bedeutet das in mehrfacher        keit – eingestuft wird. Paradoxerweise wird              Austausch, aber auch Geselligkeit statt-
Hinsicht eine große Herausforderung.             gleichzeitig in der öffentlichen Darstellung             finden können. Zudem ist die Kontinuität
                                                 zunehmend ein Bild älterer Menschen prä-                 eines (Bildungs-)Angebots ein ganz zen-
Im Folgenden will ich anhand der wesent-         sentiert, das vor allem dynamische, aktive               traler Bestandteil. Regelmäßige Treffen (wie
lichen Strukturmerkmale, die eine älterwer-      und jugendlich wirkende SeniorInnen zeigt,               beispielsweise bei Selbst bestimmt und kre-
dende Gesellschaft charakterisieren, zeigen,     die kaum Spuren von Alterung aufweisen.                  ativ-Kursen) unterstützen die Tages- bzw.
welche Herausforderungen sich für eine           Für einen Bildungsanbieter bedeutet dies,                Wochenplanung älterer Menschen und ge-
Bildungseinrichtung ergeben, die den An-         dass wir es heute mit einer älteren Genera-              ben dadurch eine gute zeitliche Struktur.



02/2012 dreieck
Ar bei t sk re ise    | 35


Daneben spielen generationsübergreifen-         Alleine die Aufzählung dieser wenigen
de Angebote eine immer wichtigere Rolle.        Merkmale macht deutlich, dass SeniorIn-          Buchtipp
Nicht nur weil sich die Familienstrukturen      nenbildung heute mit vielfältigen Anforde-
nachhaltig verändert haben, sondern auch,       rungen konfrontiert ist. Der Arbeitskreis Se-
weil es vermittelnde Angebote zwischen          niorenbildung im Salzburger Bildungswerk
den Generationen braucht, um Werthal-           hat sich Ende Mai in einer Klausur gezielt                           ANDREAS KUMPF
tungen deutlich zu machen und Verständ-         diesen Herausforderungen gewidmet und                                Glück im Alter
nis für die unterschiedlichen Bedürfnisse       ausgelotet, welche Inhalte wir zukünftig                             Verlag:
und Fragen zu fördern.                          anbieten möchten.                                                    Anton Pustet
                                                                                                                     ISBN: 978-3-7025-
Feminisierung                                   Einige Schwerpunkte für die kommenden                                0668-1
In unseren Breiten ist das Alter zunehmend      Jahre werden sein:                                                   160 Seiten, € 25,00
weiblich und aufgrund der höheren Le-           3	Spezielle Angebote im Bereich der poli-
                                                  
benserwartung von Frauen beinahe eine             tischen Bildung für ältere Menschen be-        21 glückliche Menschen im Alter von 65
Zwei-Drittel-Frauengesellschaft.                  reitstellen. Vor allem unter dem Aspekt,       bis 95 Jahren, porträtiert auf 160 Seiten
Schon heute ist es so, dass die Allgemeine        historisches Wissen für die nachkom-           und eingeschlossen in zwei Buchde-
Erwachsenenbildung auf einen sehr viel hö-        mende Generation zugänglich zu ma-             ckeln. Nicht gerade viel, könnte man
heren Frauenanteil zurückgreifen kann und         chen und gleichzeitig die gesellschafts-       meinen, für so ein großes Thema. Aber,
zwar quer durch alle Generationen. Frauen-        politische Verantwortung für Heute zu          so die einhellige Beschreibung, Glück
bildungsangebote gewinnen aber gerade             verdeutlichen.                                 ist eben auch eine stille Sache, etwas
im Alter noch einmal mehr an Bedeutung.         3	 öglichkeiten für bürgergesellschaft-
                                                  M
                                                                                                Ruhiges, Bedächtiges und kommt in
Was heißt es beispielsweise, nach einer           liche Beteiligungsformen fördern               unserer lauten und vollen Zeit eben
langjährigen Partnerschaft alleine zu sein?     3	Themen wie Gesundheit, Patientenverfü-
                                                                                                daher auch mit viel weniger aus. Vor
Wie gelingt es, sich von vielleicht nicht-ge-     gung, Vorsorgevollmacht forcieren              allem aber beansprucht das Thema
lebten Wünschen in einer positiven Form zu      3	Facetten geglückten Alters aufzeigen
                                                                                                Glück Zeit, und die haben heute nur
verabschieden, und welche Rolle will man          und einer breiten Öffentlichkeit vorstel-      wenige. Denn es gilt, ein ganzes Leben
als ältere Frau in der Gesellschaft einneh-       len, um die Angst vor dem Älter werden         Revue passieren zu lassen und sich der
men? Themen, die nicht ausschließlich im          zu minimieren                                  Frage zu widmen: Was hat mein Leben,
Rahmen von Bildungsveranstaltungen be-          3	ernetzte Großveranstaltungen mit regi-
                                                  V
                                                                                                was hat mich glücklich gemacht? Sie
handelt werden, aber Ausgangspunkt sein           onaler Beteiligung (geplant: Brainweek         merken gleich, das ist nicht einfach zu
können, neue Perspektiven zu eröffnen.            2013)                                          beantworten, und in jedem Fall gibt es
                                                                                                 dazu im Buch weder ein Patentrezept
Hochaltrigkeit                                  Wir freuen uns, wenn Sie unser Angebot           noch wohlgemeinte Tipps, die helfen,
Personen nach dem 80. Lebensjahr zählt          für diese Zielgruppe verfolgen, sich daran       das Glück zu finden. Das Buch will eher
man zur sogenannten Gruppe der Hoch-            beteiligen, aber auch kritisch bleiben und       Anstoß geben, sich anhand von frem-
altrigen oder zum 4. Lebensalter – eine zah-    uns wissen lassen, was Sie vermissen. Der        den Biographien anregen zu lassen,
lenmäßig sehr stark wachsende Gruppe.           Arbeitskreis Seniorenbildung wird sich in        sich selbst dieser Frage zu widmen und
Gerade in dieser Lebensphase scheint es         jedem Fall den Interessen der älteren Men-       gleichzeitig auch ein wenig zu schau-
von großer Bedeutung, sich nochmals mit         schen widmen und versuchen, am positiven         en, was denn andere Menschen als ihr
der eigenen Biographie, dem eigenen Le-         Bild einer älter werdenden Gesellschaft mit-     Glück definieren. Das Glück des Men-
ben auseinander zu setzen, um letztendlich      zubauen.                                (CW)     schen liegt doch in einem selbst und
auch das eigene Leben loslassen zu kön-                                                          nicht außerhalb, könnte man meinen,
nen.                                             Mitglieder des Arbeitskreises Seniorenbildung   und daher ist ein Suchen gar nicht nö-
                                                 Arbeitskreisleiter HR Dr. Alfred Berghammer
Eine wichtige Lernaufgabe in dieser Phase        Dr. Hannelore Blaschek                          tig. Nötig wäre vielleicht eher, sich ge-
ist u.a. auch die Reduzierung von Angst,         Brunhilde Grasser                               wahr zu werden, was denn das innere
und gegen die Angst gibt es – so Wolfgang        Mag. Ulrike Kendlbacher                         Glück ausmacht, und dann hat man es
                                                 Hannerl Lusum
Schmidbauer in seinem Buch Altern ohne           Anna Moser                                      vielleicht auch schon gefunden. In je-
Angst – ganz mächtige Verbündete, wie            RegR. Dieter Obermayer                          dem Fall ist der vorliegende Bildband
zum Beispiel Kreativität, Neugierde und          Mag. Monika Puck                                eine gelungene Inspiration, sich mit
                                                 Dr. Helga Schloffer
Humor. Bereiche also, die ganz stark mit         Annemarie Schobesberger                         dem Glück im Alter zu beschäftigen
Bildungsangeboten abgedeckt werden               Mag. Andrea Weilguni                            und das eigene Leben daraufhin anzu-
können.                                          Prof. Robert Wintersteiger                      schauen.
                                                 Marlene Wörndl




                                                                                                                              dreieck       02/2012
36 |    Pe rs o n a l i a




 Neue Gesichter – Neue Ideen
In Rußbach, St. Koloman, Straßwalchen und Tweng sind seit kurzem neue BildungswerkleiterInnen aktiv.


Peter Hafner: Rußbach                                                       Daniela Vsol: Straßwalchen

K                                                                           W
       ürzlich wurde Peter Hafner zum neuen Bildungswerkleiter                        ie im letzten „dreieck“ kurz ange-
       in Rußbach bestellt. Als Vorsitzender des örtlichen Bildungs-                  merkt, hat Daniela Vsol die Leitung
       werkes freut sich Bürgermeister Josef Grasl, dass die Traditi-                 des Salzburger Bildungswerkes in
on, Bildung zu den Menschen zu bringen, in Rußbach nach kurzer              Straßwalchen übernommen. Sie leitet dort
Pause eine ambitionierte Fortsetzung erfährt. Dem pensionierten             auch das Service- und Familienbüro und hat
Hauptschullehrer Peter Hafner ist es ein besonderes Anliegen, mit           somit bereits Erfahrung im Bildungsbereich.
seiner Bildungsarbeit zu einem lebendigen Gemeinschaftsleben                Das Familienbüro ist Ansprechpartner in allen
beizutragen und Impulse zu setzen sowie sich mit Brauchtum und              Fragen rund um Familie, Job und Weiterbildung. Im Frühjahr wurde
Moderne zu beschäftigen.                                        (CW)        Daniela Vsol im Rahmen eines Kerngespräches von Isolde Mrwa zur
                                                                            Leiterin bestellt. Bürgermeister Johann Kreil ist sehr erfreut darüber,
                                                                            dass das örtliche Bildungswerk nach über zwei Jahren nun endlich
                                                                            wieder eine Leitung hat. Wir freuen uns auf die künftige Zusam-
                                                                            menarbeit mit Daniela Vsol und interessante Kooperationen mit
                                                                            dem Familienbüro!                                                  (IM)




                                                                            Wolfgang Kocher: Tweng

                                                                            R
                                                                                    obert Grießner, Bezirksleiter des Salzburger Bildungswerkes
                                                                                    im Lungau, bestellte kürzlich Dipl. Ing. Wolfgang Kocher zum
                                                                                    neuen Bildungswerkleiter von Tweng.
                                                                            Der junge Landwirtschaftslehrer und Bauer möchte den Einwoh-
                                                                            nerInnen von Tweng ihren Ort wieder näher bringen und auch die
  Im Bild die ehemalige Bildungswerkleiterin VD Margret Schnitzhofer
  (5.v.li.), Bildungswerkleiter Peter Hafner (Mitte) und Bgm. Josef Grasl   Besonderheiten, die die Region bietet, zum Thema machen. Dazu
  (3.v.re.) im Kreise engagierter Rußbacher.                                zählen im Bereich Landwirtschaft unter anderem ursprüngliche An-
                                                                            bausorten, die interessante Vorteile und Alternativen bieten. „Dieses
                                                                            Vorhaben passt sehr gut in das Gesamtprogramm der Lungauer Bil-
                                                                            dungswerke und in den Biosphärenpark“, meint Robert Grießner.
Petra Eisl: St. Koloman                                                     Mit der ehemaligen Bildungswerkleiterin und Bibliothekarin von
                                                                            Tweng, Sieglinde Wessely, freut sich auch Bürgermeister Franz Pöl-



P
        etra Eisl übernimmt mit Sommer 2012 in Sachen Bildungs-             litzer, dass das Bildungswerk Tweng mit neuem Schwung wieder
        und Kulturarbeit die Leitung des Salzburger Bildungswerkes          aktiviert wurde und nun für die Bevölkerung interessante Angebote
        in St. Koloman. Auch wenn Petra Eisl für den Sommer schon           erarbeitet werden.                                               (RiB)
einige Programmpunkte für St. Koloman geplant hat, wird die offi-
zielle Bestellung erst im Oktober mit Bürgermeister Willi Wallinger
und Bezirksleiter MMag. Michael Neureiter stattfinden.
Petra Eisl schließt in Kürze die Ausbildung zur Diplom-Erwachsenen-
bildnerin mit Schwerpunkt Gesundheitsbildung ab und leitet seit
                                                                                                                            Im Bild (v.li.) Bezirks-
mehreren Jahren die Eltern-Kind-Gruppe in St. Koloman. Wir freuen
                                                                                                                            leiter Robert Grießner,
uns, dass Petra Eisl die langjährige und überaus erfolgreiche ehren-                                                        Sieglinde Wessely,
amtliche Arbeit von Herbert Walkner fortsetzen wird und wünschen                                                            Wolfgang Kocher und
ihr viel Freude für die zukünftigen Aufgaben. Gemeinsam machen                                                              Franz Pöllitzer.
wir Bildung lebendig!                                           (CW)




02/2012 dreieck
Per sona lia    | 37



Das Salzburger                                                                  Das Salzburger Bildungswerk gratuliert
Bildungswerk trauert                                                            HR Mag. Hans Lunzer, Geschäftsführer des Burgenlän-

um Hans Katschthaler                                                            dischen Volksbildungswerkes,
                                                                                Josef Kohlberger, Bildungswerkleiter in Köstendorf,
                                                                                DI Dr. Christoph Braumann, Mitglied im Fachausschuss



L
     andeshauptmann a.D. Dr. Hans Katschthaler ist                              und im Beirat Gemeindeentwicklung,
     am 5. Juli 2012 verstorben.                                                Georg Kirchner, Bildungswerkleiter in Bramberg,
     Er war mit ganzem Herzen ein Bildungsmensch,                               Andrea Rieder, Bildungswerkleiterin in Hollersbach,
der persönliche und regionale Identität mit Weitblick                           Maria Höll, Bildungswerkleiterin in Annaberg-Lungötz,
über inhaltliche und politische Grenzen verbinden                               Bgm. Adolf Hinterhauser, Dorfbeuern,
konnte. Heimat und Offenheit waren keine Gegen-                                 DI Karl Paschek, ehem. Bildungswerkleiter in Plainfeld,
sätze, sondern unabdingbare Voraussetzungen für                                 Fritz Kutter, Kustos Museum Bad Gastein,
eine positive Entwicklung. Politische Bildung ein un-                           Johann Haigermoser, ehem. Bildungswerkleiter in
verzichtbares Element für konstruktiven, gesellschaft-                          Annaberg-Lungötz,
lichen Diskurs. Ökologie und Naturschutz Grundlagen für die Bewahrung           Augustin Kloiber, Restaurator für die Heimatmuseen,
der Lebensqualität.                                                             Bgm. Josef Leitinger, St. Martin/Lofer,
                                                                                Bgm. Heinrich Perner, St. Andrä/Lungau
Bereits einige Jahre vor seiner politischen Tätigkeit in der Landesregierung
war er als vielfach gefragter Referent für das Salzburger Bildungswerk un-      zum runden Geburtstag.
terwegs. Bei der Frühjahrstagung 1968 stellte er eine vielbeachtete Veran-
staltungsreihe unter dem Titel „50 Jahre Republik Österreich“ vor, die in
vielen Gemeinden großen Anklang fand. In die Zeit seiner Ressortführung         Gemeindebundpräsident Bgm. Helmut Mödlhammer
in der Landesregierung für den Bereich Bildung fallen auch die Initiative       zur Verleihung des großen Ehrenzeichens des Landes
für den ersten Entwicklungsplan der ARGE Salzburger Erwachsenenbil-             Salzburg.
dung „Modell Erwachsenenbildung Salzburg“, welches weit über die
Grenzen Anerkennung gefunden hat, der Förderungspreis für besondere             Dipl. Päd. Ing. Wolfgang P. Paretta zur Bestellung
Leistungen auf dem Gebiet der Erwachsenenbildung sowie die Einrich-             zum Geschäftsführer des LFI Salzburg (Ländliches
tung des Hauses der Erwachsenenbildung, in dem auch das Salzburger              Fortbildungsinstitut).
Bildungswerk eine Heimstätte gefunden hat. In der Folge wurde die finan-
zielle Ausstattung der Einrichtungen erheblich verbessert. Die Integration      Den Gemeinden Neumarkt am Wallersee, St. Michael
der Dorferneuerung sowie die Stärkung und inhaltliche Erweiterung des           im Lungau und Mattsee zur Auszeichnung „Lehrlings-
Salzburger Bildungswerkes in den Bereichen Elternbildung, Politische Bil-       freundlichste Gemeinde“ des Landes.
dung und Internationale Solidarität wurden von ihm ebenfalls tatkräftig
unterstützt.
Von 1984 bis 1990 war er Präsident des Verbandes Österreichischer Volks-
bildungswerke und initiierte das „Bildungspolitische Grundsatzpapier für
die Volksbildung“ (1986). 1989 bis 1996 war Hans Katschthaler auch Präsi-
dent des Salzburger Bildungswerkes, und seit 1996 war er Ehrenmitglied.
Auch in den vergangenen Jahren zeigte er in persönlichen Gesprächen
immer wieder sein Interesse an unserer Bildungs- und Kulturarbeit und
war weiterhin im Rahmen des Salzburger Bildungswerkes tätig, sei es bei
unseren Veranstaltungen der politischen Bildung oder durch seine Le-
sungen in Pinzgauer Mundart.
                                                                                                                                             Foto: Franz Neumayr




Wir haben mit Hans Katschthaler nicht nur einen großartigen Menschen
und Förderer der Erwachsenenbildung verloren, sondern auch eine
Person, die Hirn – Herz – Hand in ihrem politischen Wirken verbinden
konnte. Es waren über 40 Jahre intensive, persönliche Verbundenheit
zum Salzburger Bildungswerk und zu den Menschen, die ehren- oder
                                                                                Im Bild Helmut Mödlhammer (Mitte) mit LHF Gabi Burgstaller
hauptamtlich in dieser Einrichtung arbeiten – dafür danken wir aufrich-
                                                                                und LH-Stv. Wilfried Haslauer.
tig!                                                                     (GS)




                                                                                                                             dreieck     02/2012
38 |   Pe rs o n a l i a




Sepp Scheibl – ein Nachruf

D
       ie Mitglieder des Salzburger Bil-         einer richtigen Schatzkiste angewachsen,
       dungswerkes Elsbethen und des Els-        die vieles über die Geschichte des Ortes
       bethener Museumsvereins trauern           erzählt und auch weithin über die Grenzen
um ihren Leiter, Sepp Scheibl, der am 7. Juni    Elsbethens bekannt und anerkannt ist.
2012, dem Fronleichnamstag, völlig uner-
wartet im 68. Lebensjahr verstorben ist.         Sepp Scheibl war bekannt und beliebt we-
                                                 gen seiner 1.600 Sendungen im ORF Salz-
Sepp Scheibl wusste sehr viel über die Ge-       burg, seiner vielen Lesungen und seiner
meinde Elsbethen und die Region, über die        Mundarttexte. Aber auch aufgrund seiner
prähistorische Zeit, die frühe Siedlungsge-      Art, die Menschen zusammen zu holen, zu
schichte, die Kriegs- und Nachkriegszeit ge-     motivieren und mit seiner Begeisterung
nauso wie über die Geschichte vieler Höfe        anzustecken – wie bei den vielen Veran-
und Familien.                                    staltungen im Museum. Das von ihm be-
                                                 gründete Oktoberfest hat sich inzwischen
Seine Freude, die Geschichte der Gemeinde        zu einem Höhepunkt im Jahreslauf des Ge-           Sepp Scheibl, aus seinem Buch
zu erforschen, historische Gegenstände und       meindelebens entwickelt.                           „S‘Lachen und s‘Leben“ 1994
Ansichten zu sammeln und zu präsentieren,
war faszinierend. Seine Sammelleidenschaft                    Sepp, es war                          S‘Lachn ist vom Herrgott gebn, und
führte schließlich dazu, dass vor 25 Jahren                 „a bsondere Zeit“                       macht den Menschen mächtig,
das Elsbethener Museum gegründet wurde.
                                                                 mit dir!                           do manchmal hat ma den
Inzwischen ist das „Pulvermachergütl“ zu                                                    (RiB)
                                                                                                    Verdacht, wer lacht, gilt als
                                                                                                    verdächtig.
                                                                                                    Jeder muaß sein Binkerl tragn,

 Silberner Dank an Gerhard
                                                                                                    hast viel Humor, brauchst net
                                                                                                    verzagn.

 Haslauer
                                                                                                    Im Lustigsein steckt
                                                                                                    Himmelsmacht,
                                                                                                    weils Freudnbringa Freudn macht.


D
       as Salzburger Bildungswerk bedankte sich im Mai bei Volksschuldirektor Ger-
       hard Haslauer für die langjährige Mitarbeit mit der Ehrennadel in Silber. Seit
       über 20 Jahren organisiert Haslauer vor allem kulturelle Veranstaltungen oder
den kulturellen Rahmen von Bildungsveranstaltungen des örtlichen Bildungswerkes
in Leopoldskron-Moos. Dem ehemaligen Kapellmeister ist vor allem die musikalische
Jugendarbeit wichtig. So hat er zum Beispiel die musische Erziehung in der Volksschu-
                                                                                                    Zum Gedenken
le Leopoldskron sehr stark unterstützt. Er selbst leitet die Volksschule Walserfeld. Auf
                                               besonderes Interesse sind auch seine                 Am 26. Mai 2012 ist OSR Franz Altenber-
                                               musikalischen Moorwanderungen, die                   ger im 84. Lebensjahr verstorben. Franz
                                               Bildungstage, drei Bildungswochen und                Altenberger war fünf Jahre (1975-1980)
                                               die „Mösler Adventfenster“ gestoßen.                 Leiter des örtlichen Bildungswerkes in
                                                                                                    Großgmain. Neben seinem Beruf als
                                                 Im Namen der Leopoldskroner Bil-                   Lehrer hat er sich auch in der Erwachse-
                                                 dungswerkleiterin Waltraut Hofmeister              nenbildung ehrenamtlich engagiert und
                                                 bedanken wir uns ganz herzlich für die             seinen wertvollen Beitrag geleistet. Wir
                                                 tolle Mitarbeit und wünschen Gerhard               werden Franz Altenberger ein ehrendes
                                                 Haslauer weiterhin viel Freude bei sei-            Gedenken bewahren, unsere Anteilnah-
 Im Bild Gerhard Haslauer (Mitte) mit Waltraut
                                                 nen vielen Aktivitäten!            (RiB)           me gilt den Angehörigen.
 Hofmeister und Richard Breschar.




02/2012 dreieck
Unser neues Angebot in der
               SeniorInnenbildung ist da!
               Mehr auf unserer Homepage
               unter bildungsbereiche/
               seniorenbildung
Foto: iStock
Österreichische Post AG
                                 Info-Mail. Entgelt bezahlt.




 www.salzburgerbildungswerk.at




salzburger
                           Wir machen
  bildungswerk       Bildung lebendig!

Erwachsenenbildungs-Magazin dreieck 02/2012

  • 1.
    Erwachsenenbildungs-Magazin des SalzburgerBildungswerkes 02/2012 Erotisches Kapital – Profit oder Stigma? Europa in der Schuldenfalle? RIO PLUS/MINUS 20 Im Alter mehr Zeit für Engagement?! salzburger bildungswerk
  • 2.
    Das Team desSalzburger Bildungswerkes Direktion Karin MARESCH Gemeindeentwicklung Günther SIGNITZER Sekretariat Salzburg Geschäftsführung Tel: 0 662-87 26 91-12 Alexander GLAS Tel: 0 662-87 26 91-14 karin.maresch@sbw.salzburg.at Tel: 0 662-87 26 91-13 g.signitzer@sbw.salzburg.at Isolde MRWA alexander.glas@sbw.salzburg.at Sarah Baier Organisation Milica GLIBO Sekretariat Tel: 0 6277-77 94 Tel: 0 662-87 26 91-27 Tel: 0 662-87 26 91-24 isolde.mrwa@sbw.salzburg.at milica.glibo@sbw.salzburg.at sarah.baier@sbw.salzburg.at Manuela Pleninger Anita MOSER Richard BRESCHAR Öffentlichkeitsarbeit Tel: 0 662-87 26 91-18 Örtliche Bildungswerke Tel: 0 662-87 26 91-16 anita.moser@sbw.salzburg.at Tel: 0 662-87 26 91-19 manuela.pleninger@sbw.salzburg.at richard.breschar@sbw.salzburg.at Brigitte SINGER Forum Familie Sonja CHRIST Institut für Elternbildung Andrea-Maria GRUBER Sekretariat/Buchhaltung Tel: 0 662-87 26 91-15 Pongau, Tel: 0664-8284180 Tel: 0 662-87 26 91-11 b.singer@sbw.salzburg.at forumfamilie-pongau@salzburg.gv.at sonja.christ@sbw.salzburg.at Christa WIELAND Wolfgang Mayr Hans EDER Institut für Seniorenbildung Flachgau, Tel: 0664-8284238 Institut für Internationale Solidarität Örtliche Bildungswerke forumfamilie-flachgau@salzburg.gv.at Tel: 0 662-87 26 91-20 Tel: 0 662-87 26 91-17 Corona RETTENBACHER hans.eder@sbw.salzburg.at christa.wieland@sbw.salzburg.at Tennengau, Tel: 0664-8565527 Wolfgang Forthofer forumfamilie-tennengau@salzburg.gv.at Institut für Europa Institut für Medienbildung Christine Schläffer Tel: 0 662-87 26 91-21 Martin SEIBT Pinzgau, Tel: 0664-8284179 w.forthofer@sbw.salzburg.at Geschäftsführung forumfamilie-pinzgau@salzburg.gv.at Ulrike FREIDL Tel: 0 662-82 20 23-12 Monika Weilharter Sekretariat seibt@imb-salzburg.at Lungau, Tel: 0664-8284237 Tel: 0 662-87 26 91-22 Monika HOHENLOHE forumfamilie-lungau@salzburg.gv.at ulrike.freidl@sbw.salzburg.at Tel: 0 662-82 20 23 Michaela Habetseder office@imb-salzburg.at Öffentlichkeitsarbeit m.habetseder@sbw.salzburg.at Qualitätssiegel Salzburger Bildungswerk Salzburger Bildungswerk SBWbildungswerk Qualitätstestiert bis 2016 Veranstaltungstipps Bildungswochen Ring-Jahrestagung 2012 – „Aktives Altern und Pfarrwerfen, 22. bis 30. September 2012 der Dialog zwischen den Generationen als Göriach, 14. bis 20. Oktober 2012 Herausforderung für die Erwachsenenbildung“. Weißbach bei Lofer, 11. bis 18. November 2012 Wien, 21./22. September 2012 Werfenweng, 6. bis 13. Oktober 2012 Herbsttagung 2012 mit Jahreshauptversammlung lern.fest der Lernenden Region Tennengau Salzburg, 9./10. November 2012 Salzberghalle Hallein, 6. Oktober 2012, 9.00 bis 17.00 Uhr
  • 3.
    Editorial Impressum Herausgeber und Verleger: Salzburger Bildungswerk (Dr. Günther Signitzer) Redaktion: Manuela Pleninger (MP) Imbergstraße 2/2, 5020 Salzburg Tel. 0662-87 26 91-0 Fax 0662-87 26 91-3 E-Mail: office@sbw.salzburg.at www.salzburgerbildungswerk.at ZVR 200 288 147 Grafik: Werbeagentur Gerhard Gürtler Der Sommer ist eine Zeit zum Innehalten, mit einem Rückblick auf die ver- Lektorat: Mag. Michaela Habetseder Coverfoto: © Fotolia, Foto Rückseite: Dr. Hans gangene erste Hälfte des Jahres und mit einer Vorschau auf kommende Er- Stehrer, Bildungswerkleiter Strobl eignisse. Genießen Sie diese Zeit, und Sie werden sicherlich viel interessanten Fotos: Salzburger Bildungswerk Lesestoff und Anregungen in dieser Ausgabe des „dreiecks“ finden. (falls nicht anders angegeben) Druck: Schönleitner, Kuchl Gedruckt auf chlorfrei gebleichtem Papier. Mit über 1.200 Veranstaltungen, beinahe 6.500 Unterrichtseinheiten und Auflage: 2.200 über 86.000 TeilnehmerInnen konnte bei der Kuratoriumssitzung eine be- MitarbeiterInnen Redaktion: eindruckende Leistungsbilanz des Bildungswerkes im Veranstaltungsbereich Dipl.-Ing. Richard Breschar (RiB) vorgelegt werden, und der Tätigkeitsbericht 2011 wurde einhellig positiv be- Dr. Hans Eder (HE) Dr. Wolfgang Forthofer (FT) wertet. Den Dank der Kuratoriumsmitglieder gebe ich gerne an alle Beteilig- Alexander Glas, Msc (AG) ten und Mitwirkenden weiter. Mag. Michaela Habetseder (MiHa) Dr. Anita Moser (AM) Isolde Mrwa (IM) Das Salzburger Bildungswerk hat erneut das Qualitätstestierungsverfah- Mag. Martin Seibt MSc (MS) ren erfolgreich abgeschlossen und wurde mit dem Ö-Cert in die Liste der Dr. Günther Signitzer (GS) Qualitätsanbieter aufgenommen. Gute Voraussetzungen für unsere Teilneh- DSA Mag. Brigitte Singer (BS) merInnen, dass unsere Projekte und Veranstaltungen ihre Bildungsbedürf- Blattlinie: Darstellung und Auseinandersetzung mit nisse erfüllen und wir auch ein verlässlicher Partner sind. aktuellen bildungs- und gesellschaftspolitischen Themen, Mitteilungs- und Serviceblatt über Veran- Unsere Anstrengungen brauchen aber auch die tatkräftige Unterstützung staltungen des Salzburger Bildungswerkes. der Politik. In Zeiten allgemeiner Sparmaßnahmen des Landes Salzburg ste- Das „dreieck“ richtet sich an MitarbeiterInnen in hen auch Einrichtungen wie das Salzburger Bildungswerk auf der Liste der der Erwachsenenbildung, MultiplikatorInnen, PolitikerInnen sowie Medien. finanziellen Kürzungen – diese treffen uns empfindlich. Nominell fallen wir Namentlich gekennzeichnete Beiträge drücken die auf das Niveau Ende der 1990er Jahre zurück, und es wird immer schwieriger, Meinungen der AutorInnen aus. Sie müssen sich die Anforderungen an die Qualität, Struktur und das Angebot zu erfüllen. Wir nicht immer mit der Auffassung von Redaktion und werden aber alles daran setzen, unsere Tätigkeit, insbesondere die Unter- Herausgeber decken. stützung ehrenamtlicher Bildungs- und Kulturarbeit in den Gemeinden, auf- Offenlegung nach dem Pressegesetz: Aktuelle recht zu erhalten. Der bereits begonnene Organisationsentwicklungsprozess Berichte, Informationen und Stellungnahmen, die im Zusammenhang mit der Tätigkeit des über- mit Unterstützung des Landes sollte dazu beitragen. parteilichen und konfessionell nicht gebundenen Wir sind überzeugt, dass sich Menschen aktiv an der Gestaltung ihres Le- Salzburger Bildungswerkes stehen. bensraumes beteiligen sollen und wollen Bildung lebendig machen. Wir Wir danken für die Zusammenarbeit und haben eine Verpflichtung gegenüber unseren BildungswerkleiterInnen, die Unterstützung dem bm:ukk. sich aktiv neben ihren beruflichen und familiären Verpflichtungen dafür ein- dreieck-Leserservice: setzen. Eine demokratische Gesellschaft braucht Strukturen, die weit über Fragen an die Redaktion: Tel. 0662-872691-0 oder E-Mail: office@sbw.salzburg.at die Beteiligung an Wahlterminen und an den derzeit viel diskutierten zusätz- Erscheinungsweise: 2-3mal jährlich lichen direkten demokratischen Instrumenten hinausgeht. Das Salzburger Abonnement- und Einzelbestellung: Bildungswerk ist ein wichtiger Teil dieser Strukturen, und es würde uns freu- Einzelheft € 4,- (exkl. Versand) Jahresabonnement € 11,- en, wenn Sie in diesem „dreieck“ auch eine Motivation finden, um dabei zu Einzahlungen: RVS Salzburg Kto-Nr. 00047993, sein bei der Gestaltung unseres Lebensraumes! BLZ 35 000 Wenn bis 31. Dezember keine Abbestellung erfolgt, verlängert sich das Abo jeweils um ein weiteres Jahr. Dr. Günther Signitzer Vorstand des Salzburger Bildungswerkes Rektor Dr. Josef Sampl, HR Dr. Alfred Berghammer, Direktor HR Dipl. Ing. Günter Daghofer, Dr. Andrea Eder- Gitschthaler, BSI Josef Irnberger, HR Dr. Andreas Kiefer, Senatsrat Dr. Heinz Klier, Dr. Lucia Luidold, Dr. Ursula Maier-Rabler, HR Dr. Eduard Paulus, HR Prof. Dr. Wilhelm Pölzl, Prim. Dr. Josef Rücker, OStR Prof. Felix Strohbichler, Prof. Dr. Martin Wiedemair Präsidentin des Salzburger Bildungswerkes LH Mag. Gabi Burgstaller
  • 4.
    4 | Foto: iStock 08 Erwachsenenbildung 10 Eltern-, Frauen- und Seniorenbildung 17 Gemeindeentwicklung Blickpunkte Gemeindeentwicklung 06 Schreibwerk findet statt 17 Ausgezeichnet: Orte der Begegnung 08 Pensionierte Esel und verträgliches Reisen 18 Gemeinschaftspflege im Generationendorf Hallein-Rif 19 „Herz für Hallein“ prämiert Ideen 20 Behindert und trotzdem voll dabei! Erwachsenenbildung 08 Qualitätsauszeichnung für Seniorentanz Österreich 09 Punkt für Punkt zum Schmunzelpunkt Europa und Politische Bildung 21 Nie wieder Krieg! 22 Elixhausen goes to Brüssel 22 Politik in Österreich und in der EU Eltern-, Frauen- und Seniorenbildung 23 Der Europatag im Europark 10 Geglückter Start oder voll daneben? 23 Das Institut für Europa geht auf Reisen 12 Erotisches Kapital – Profit oder Stigma? 13 Lebensqualität im Alter 14 „Wunschoma“ Pinzgau 15 Forum Familie informiert Internationale Solidarität 16 GLOSSE: Wenn die gläserne Decke zur 24 Biolandbau als Option. Erfolge und Hürden Betondecke wird 25 RIO PLUS/MINUS 20 „Das war unsere Zeit“ Mehr dazu auf Seite 27 02/2012 dreieck
  • 5.
    | 5 Inhalt „Nicht jeder ist ein Aussteiger“ ... in zwei Stunden von Hof bis nach Neuseeland Mehr dazu auf 30 Aus Gemeinde und Bezirk Seite 30 33 Institut für Medienbildung Aus der Direktion Arbeitskreise 26 Anpacken im Ehrenamt 34 Im Alter mehr Zeit für Engagement?! 27 „Das war unsere Zeit!“ 28 Bildung mit Qualität 29 Unter einem Dach: Gemeindeverwaltung, Bildung und Kultur Personalia 36 Neue Gesichter – Neue Ideen 37 Das Salzburger Bildungswerk trauert um Hans Katschthaler Aus Gemeinde und Bezirk 37 Das Salzburger Bildungswerk gratuliert 30 lassische Musik, kreatives Malen, ein kriminelles K 38 Sepp Scheibl – ein Nachruf Menü und Jazz 38 Silberner Dank an Gerhard Haslauer 30 Nicht jeder ist ein Aussteiger 38 Zum Gedenken 31 Kneippen anstatt Kaffeetrinken 32 Tu was, dann tut sich was! 32 Hundstage in Bad Hofgastein 33 Europa in der Schuldenfalle? Veranstaltungstipps 02 Veranstaltungstipps Institut für Medienbildung 33 Cybercheckers dreieck 02/2012
  • 6.
    6 | B lic k p u n k te Foto: by_BirgitH_pixelio.de Schreibwerk findet statt Ingrid Foller, Teilnehmerin und Bildungswerk- Itzling betreibt ehrenamtlich eine offene leiterin in Itzling, betreibt die Schreibwerkstatt ehrenamtlich und mit Herz. Schreibwerkstatt Ein generationenübergreifendes Interview mit JONATHAN MARLER und HERMANN HANDLECHNER W ir schreiben, um unsere Sicht Handlechner, Pensionär und Aktivist, und Warum habt ihr euch für eine Schreib- „ auf das Leben zu vertiefen, dem jüngsten Autor der Schreibwerkstatt, werkstatt entschieden – eure Motivation? um es zweimal zu spüren – im Jonathan Marler, getroffen, um mehr über Hermann: Sicherlich Neugierde, aber auch Augenblick des Erlebens und in der Rück- Motivation und Mehrwert zu erfahren. der Wunsch ein eigenes Buch zu schreiben, schau“, so Schreibwerkstattleiterin Elisa- den ich mir bereits erfüllen konnte. (siehe beth Fereberger. Mit Unterstützung von Wie bzw. von wem habt ihr von der Buchtipp: Es muss nicht immer Jakobsweg Ingrid Foller, Leiterin des Bildungswerkes in Schreibwerkstatt erfahren? sein). Itzling, ist es gelungen, eine Schreibwerk- Jonathan: Von einer Bekannten, sie wusste Jonathan: Ich schreibe seit ich zehn Jah- statt zu etablieren, die nicht nur Spaß am dass ich gerne schreibe und hat sich für re alt bin, das Schreiben hat sich mehr für Schreiben vermittelt. Die Schreibwerkstatt mich auf die Suche begeben. Das ABZ mich entschieden als ich für das Schreiben. ist ein Ort der Begegnung und geistigen (ArbeiterInnen-Begegnungszentrum) liegt Ich habe einfach Spaß daran. Auseinandersetzung. Die TeilnehmerInnen ganz in meiner Nähe und ist daher ideal. sind interessiert an Sprache, Stil, Ausdruck Hermann: Von Maria Wimmer aus dem ABZ, Stört es dich nicht, dass alle anderen in und Formulierungen, aber auch am gegen- ich habe vorher noch nie an einer Schreib- der Schreibwerkstatt über bis zu 40 Jahre seitigen Austausch. Entstanden sind bisher werkstatt teilgenommen und fand die Idee älter sind als du? ein Hörbuch sowie ein 90 Seiten starkes interessant. Jonathan: Nein, überhaupt nicht, ich bin Lesebuch. Wir haben uns mit Hermann gerne mit Älteren unterwegs und kann es 02/2012 dreieck
  • 7.
    Bl i ckp u nk te | 7 Vergeltung chte von JONATHAN MARL ER Buchtipp Eine Kurzgeschi gekommen rkte, woher Sona da. Niemand beme Plöt zlich stand sie cken. Sie sah sich um. Nie- annte in ihrem Na Pfosten war. Die Sonne br h stand, an den r. Doch plötzlic mand nahm Notiz von ih sie gut kannte . Ralin. Er hnt, jemand, den . „Hallo eines Hauses gele hatten des Hauses d trat aus dem Sc sah zu ihr hinüber un du, ich hatte dich schon ver- zu sehen. Weißt ich zu dir kom- Sona, schön dich ch gesagt, dass n. „Du hast do ch ich sie!“ er- mi sst“, sagte Rali te. Jetzt brau ich Hilfe bräuch t nicht dein men könnte, wenn jemanden? Das is uchst du wieder en mehr. Bitte!“ wi derte Sona. „Bra schon lang kein itte. Ich hatte Ernst, oder?“ „B nd an. „Na gut, ich hab altbekannten Freu fl ehte Sona ihren sie durchsehen .“ Damit ging Lager. Du kannst men, öffnete noch ein paar im ihm. Als sie anka d Sona folgte nach ihr Ra lin zum Lager un e hinein. Er ging Lager und ließ si . Willst du ihn Ra lin die Tore zum Neuen Testraum HERMANN HANDLECHNER und habe auch einen ins Gebäude. „Ich mand drin.“ INGRID SCHANDL-JELINEK te Ralin. „Es ist auch schon je sprobieren?“ frag g. Er führte sie Es muss nicht immer Jakobsweg au hrie sie freudi ts wie rein!“ Sc en in der sein. Am Griechischen Fernwan- „Wirklich?! Nich r. „Er liegt hint fnete ihr die Tü derweg „E 4“. zu m Testraum und öf Sona zu der Ec ke. Sie erkann- n. Erfreut ging Ecke.“ Sagte Rali cht ging Verlag: Colorama, 180 Seiten Sack lag. Das Li der Ecke nur ein te zu spät, dass in in gurgelnden Lauten aus ihrer ISB: 978-3-902692-53-5 Der Schrei ging s Ohr: „Du aus. Sie schrie. flüsterte ihr in bückte sich und an.“ Es war das Ke hle unter. Ralin tzt bist du dr Ein amüsant-provokanter Reisebericht nicht bezahlt. Je hast den letzten eines Öko-Rucksack-Touristen. hörte... reibwerkstatt. letzte, das sie üler und Autor in der Sch Es gibt tatsächlich Typen, die wandern Jonathan Marler ist Sch in Griechenland herum, mutterseelen- allein und das noch im August, anno 2002. Das Tempo ist bei 35 Grad nicht das allergrößte, der Rucksack mit 15 kg trägt Gleichaltrigen nur empfehlen. Ich freue bekommen und durfte ihn bei einer Veran- auch zum langsamen Vorwärtskommen mich alle zwei Wochen auf die Schreib- staltung im ABZ Itzling vortragen. bei. Aber da gibt es eben den EU, den werkstatt. Meine Schulkollegen verstehen Europäischen Fernwanderweg. Von dem das nicht so wirklich, sie wissen nicht, was Hat sich an deinem Schreibstil etwas ge- hat sich der Autor am Peloponnes ein sie verpassen. ändert, seit du bei der Schreibwerkstatt Teilstück ausgesucht. Davon berichtet Schreiben ist gut und befreit, egal in wel- dabei bist? er manch Seltsames, Ungereimtes und chem Alter. Jonathan: Ja, auf jeden Fall. Ich bin jetzt seit Abenteuerliches. Der Titel ist natürlich fast einem Jahr dabei und mein Schreibstil als Gegenstück zu den vielen Jakobsweg- Worin seht ihr den Nutzen bzw. wurde detailgetreuer und spannender. Büchern entstanden. Gemeinsam ist Mehrwert? aber, dass man sich Start und Ziel ein- Vielen Dank für das Interview! Hermann: Ich finde es spannend, neue fach selbst aussuchen kann. Es hat sich Schreibstile kennenzulernen, aber auch die Jonathan Marler, Schüler, 15 Jahre, und Hermann auch herumgesprochen, dass nicht alle Handlechner, Pensionär, sind beide Teilnehmer der fachmännische Beratung durch Elisabeth Schreibwerkstatt des Salzburger Bildungswerkes Jakobspilger das Ziel Santiago erreichen. Fereberger und den Erfahrungsaustausch Itzling. Auch dem ÖKO-Rucksacktouristen ging untereinander schätze ich. es nicht besser, er hat sein ursprüngliches Jonathan: Es macht Spaß und entspannt, Treffpunkt ist jeweils das ABZ-Arbeite- Ziel nicht erreicht. Er hat sich aber vor- außerdem habe ich das Gefühl, die anderen rInnen-Begegnungs-Zentrum in Itzling, je- genommen, den höchsten Berg des Pe- freuen sich über meine Texte. Ich kann mich den zweiten Dienstag von 16.00-18.00 Uhr. loponnes, den Profitis Ilias, später doch noch an meinen ersten Text in der Schreib- Nähere Infos bei Dipl. Ing. Richard Breschar, nochmals zu besteigen. werkstatt erinnern, ein Text über Zeit. Ich E-Mail: richard.breschar@sbw.salzburg.at habe sehr gutes Feedback von den anderen (MP) dreieck 02/2012
  • 8.
    8 | B lic k p u n k te Pensionierte Esel und verträgliches Reisen VON HERMANN HANDLECHNER Corfu Donkey Rescue – streicheln. Alle 62 Grautiere für einige Tage Ein Programm für 62 pensionierte Esel – oder auch länger – zu betreuen, heißt für in Korfu mich nicht Arbeit, sondern einfach Freude. Donkeys heißen sie auf Englisch und Res- Die großen Augen – etwas versteckt unter cue bedeutet natürlich, dass sie für einen den „Fliegengittern“ – das sanfte Wesen geruhsamen Lebensabend gerettet wer- und das muntere trab-trab, ein ganz tolles den. Um den Hals haben sie alle ein kleines Erlebnis. Es versteht sich von selbst, dass Namensschild. Nur für die Gäste und die es dafür keine Bezahlung geben kann. Das HelferInnen. Denn die Chefin – eine Englän- Projekt CDR wird von Spenden getragen. Verträglich reisen?! derin namens Judy Quinn – ruft alle beim Dafür können die Helfer ganz in der Nähe Und wie kommt man dort hin? Mit dem Zug Namen. Braun, hell, dunkel, grau, alle Far- (ca. 1 km) in der Pension Achilleos um 10 €/ von Salzburg nach Venedig, von dort mit ben sieht man. Manchmal hinkt einer oder Tag ein einfaches Quartier beziehen. Alles der Fähre nach Griechenland (Korfu, Igou- hat ein Bein eingebunden. Die Mehrzahl zusammen einen Urlaub wert, denn man menitsa oder Patras), und mit dem Bus (dort aber ist recht gesund und munter, man kann auch dazwischen die schöne Insel heißt er Leoforio) fährt es sich etwa halb merkt, sie werden gut versorgt. Alle freuen Korfu genießen. so teuer wie bei uns. Auch die Eisenbahn sich über Zuneigung, Pflege, bürsten und Nähere Infos: www.corfu-donkeys.com ist ab Patras eine romantische Alternative. Also mit öffentlichen Verkehrsmitteln sprich „Verträglich Reisen“. Diese Art ist nicht nur ökologischer, sondern meist auch güns- tiger, wenn man etwas mehr Zeit hat und am Schiff nicht den Komfort einer Kabine benötigt. Variabel zusätzlich, denn die Rück- fahrkarte dieser Fähren gilt 1 Jahr lang. Als Abschluss noch die Aussage eines grie- chischen Kapitäns einer Fähre nach Santo- rin: „Wer mit dem Flugzeug nach Santorin kommt, verpasst den schönsten Anblick der Ägäis.“ Hermann Handlechner, Autor in der Schreibwerk- statt des Salzburger Bildungswerkes Itzling, ist unter anderem Mitglied des Naturschutzbundes Salzburg. | E r wac h se n e n b i l d u n g Qualitätsauszeichnung für Seniorentanz Österreich D er Bundesverband Seniorentanz Österreich hat das Qua- Erwachsenenbildung (ARGE SEB). Dieses Zertifikat ist eine Bestäti- litätsentwicklungsverfahren S-QS des Vereins Salzbur- gung dafür, dass der Verein „Bundesverband Seniorentanz Öster- ger Erwachsenenbildung erfolgreich abgeschlossen. Die reich“ organisatorisch und inhaltlich sehr gut aufgestellt ist und Übergabe des Zertifikates erfolgte durch Prof. Dr. Martin Wiede- sich durch ausgebildete und sehr engagierte TanzlehrerInnen mair, den Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Salzburger auszeichnet. 02/2012 dreieck
  • 9.
    Er wa chs en e nb ild u ng | 9 Punkt für Punkt zum Schmunzelpunkt! VON KATRIN REITER D as Netzwerk Bildungsberatung Salz- sich das Netzwerk der Aufgabe verschrie- burg bietet professionelle, vertrau- ben, zukünftig Beratungs- und Weiter- liche, neutrale und kostenfreie Infor- bildungsangebote gezielter aufeinander mation und Beratung zu Bildung und Beruf abzustimmen, um individuellen und regi- für alle ab 15 Jahren. onalen Bedürfnissen besser entgegen zu Es geht darum, Fragen abzuklären und zu kommen. Damit diese Aufgabe erfüllt wer- besprechen, wie Sie Ihre Wünsche, Vorstel- den kann, werden zahlreiche Einrichtungen lungen verwirklichen können. Diese Anlie- Ihre ganz persönlichen Anliegen stehen da- aus der Berufs- und Bildungsberatung für gen können ganz unterschiedliche sein, bei im Mittelpunkt. Erwachsene, aus der Erwachsenenbildung wie beispielsweise zu hinterfragen, worin sowie aus Sozialeinrichtungen in Stadt und ich gut bin, welche Tätigkeiten ich gerne Ein starkes Team: Das Netzwerk Land in den kommenden Jahren enger zu- mache. Die Beraterin, der Berater schlüsselt Bildungsberatung Salzburg sammenarbeiten. mit Ihnen Ihre Fähigkeiten und Stärken auf Die PartnerInnen – Verein Salzburger Er- und erarbeitet gemeinsam mit Ihnen die wachsenenbildung, BiBer Bildungsbera- Gefördert aus Mitteln des Bundesminis- nächsten Schritte, damit Sie Ihr Vorhaben tung, FrauArbeit, Verein VIELE, AK Kompe- teriums für Unterricht, Kunst und Kultur, erfolgreich umsetzen können. Wenn Sie tenzberatung, WKS-Karriereberatung sowie Abteilung Erwachsenenbildung, des Euro- sich bereits für einen bestimmten Bereich die Lernenden Regionen – arbeiten einer- päischen Sozialfonds, des Landes Salzburg, interessieren oder im Beruf weiterkommen seits gemeinsam an der Umsetzung einer der Landeshauptstadt Salzburg sowie des wollen, erhalten Sie in der Bildungsberatung flächendeckenden, trägerneutralen und Arbeitsmarktservice Salzburg. Informationen, welche Weiterbildungen kostenlosen Bildungs- und Berufsberatung Katrin Reiter, MA ist Projektkoordinatorin für das es gibt und wo sie angeboten werden. im ganzen Land Salzburg. Andererseits hat Netzwerk Bildungsberatung Salzburg. Haben Sie bereits eine konkrete Weiterbil- dung im Auge, erhalten Sie Informationen über finanzielle Unterstützung. Unser Bera- tungsmotto lautet: Möglichkeiten gemein- sam entdecken. ... und so möchten wir Sie im Gespräch Schritt für Schritt zu Ihrem Schmunzelpunkt geleiten, der meist dann auftaucht, wenn Sie Ihre Wege und Alterna- tiven kennen. Das aktuelle Angebot vom Netzwerk finden Sie unter www.bildungsberatung-salzburg. at. Zusätzlich zum persönlichen Einzel- oder Gruppenberatungsgespräch bieten unsere Partnereinrichtungen folgende Specials: 3 iBer: Kommt auch gerne vor Ort, wenn B sich 3 bis 4 Personen zusammenfinden. 3 Arbeit: Workshops zur beruflichen Frau Zukunft, Gehaltsverhandlungen, ... 3 IELE: Kompetenzberatungen in Deutsch, V Englisch, Türkisch, Albanisch und BSK Im Bild die Mitglieder des Netzwerkes (v.li.): Mag. Norbert Hemetsberger (WK Karriereberatung), 3 K Kompetenzberatung: Berufsinteres- A Mag. Hilla Lindhuber (AK Kompetenzberatung), Mag. Angela Lindenthaler (Verein VIELE), Mag. Christine Bauer-Grechenig (BiBer Bildungsberatung), Dr. Martin Wiedemair (Salzburger EB – senstest, Lehrlingsrecht Projektleitung), Dr. Danielle Bidasio (FrauArbeit gemn. GmbH) und Katrin Reiter, MA (Salzburger 3 KS-Karriereberatung: Lehrstellenbörse, W EB – Projektkoordination). Berufsinformationscomputer dreieck 02/2012
  • 10.
    10 | E lte rn -, Fra u e n - u n d Senio renbildung Geglückter Start oder voll daneben? Doch „Bindung“ ist mehr als „bonding“, ist mehr als der Frühkontakt nach der Geburt: Die Bindungsentwicklung ist ein Prozess, der sich über die ersten drei bis vier Lebens- jahre eines Kindes erstreckt und in der Regel am Ende des ersten Lebensjahres ein klar identifizierbares Bindungsmuster erkennen lässt. Am Ende einer gelungenen Bindungs- entwicklung sind Kinder in der Lage, sich in die Gefühlswelt anderer hineinzuversetzen und die Absichten anderer besser zu erken- nen bzw. einzubeziehen. Das ist frühestens ab ca. drei Jahren möglich. Foto: by_Alexandra H._pixelio.de Eine gute und sichere Bindungsentwick- lung hängt von den drei „v“ ab: Eine Be- zugsperson soll „verlässlich, vertraut und vorhersehbar“ sein, dann kann ein Kind sein Bindungsbedürfnis ausreichend stillen, eine gefestigte Vorstellung von sich selbst auf- bauen und mit Lust und Neugier die Welt erkunden. Interview mit Dr. Dores Beckord-Datterl, Psychologin und Psychotherapeutin – Teil 1 Warum ist das Thema Bindung in den letzten Jahren so häufig thematisiert D rei- bis sechsmal im Jahr flattert bei Danke zu sagen, sondern im folgenden Ge- worden? über 28.600 Müttern und Vätern aus spräch nochmals Themen anzusprechen, die Die Bindungstheorie ist in der Entwicklungs- Salzburg ein „Elternbrief“ ins Haus. im Hintergrund ihrer Arbeit und Erfahrung psychologie in den letzten Jahrzehnten zu Passend zum Alter versteht sich. Sie beschäf- immer wichtig waren. einer der erfolgreichsten Beziehungstheo- tigen sich mit aktuellen Entwicklungsthemen rien avanciert, nicht zuletzt, weil sie empi- des eigenen Kindes und liefern hilfreiche Liebe Dores, in der intensiven Zeit der Zu- risch-naturwissenschaftlich überprüfbare Tipps und Informationen in den ersten sechs sammenarbeit sind uns die verschiedensten Aussagen zulässt. Lebensjahren – und das alles gratis. Die El- Themen untergekommen und haben uns Doch so populär die Bindungstheorie auch ternbriefe des Landes Salzburg werden vom auch bei den Elternbriefen mehr oder weni- ist, oft wird sie missverstanden bzw. ver- Salzburger Bildungswerk herausgegeben, ger lange beschäftigt. Eines dieser Themen kürzt dargestellt oder mit nicht überprüften koordiniert und inhaltlich betreut. ist der vieldiskutierte Begriff des „bondings“, Aussagen und „Glaubenssätzen“ vermischt, Um die Inhalte immer auf dem wissenschaft- der frühen Bindung. was in der politischen und fachlichen Welt lich und medizinisch aktuellen Stand zu hal- immer wieder zu kontrovers diskutierten ten, begleiten viele ExpertInnen aus Salzburg Welche Qualität braucht dieses Handlungsempfehlungen führt – Stichwort: die Redaktion der Elternbriefe. Darunter seit „bonding“, um Kindern einen guten Start Kinderbetreuung von unter Dreijährigen vielen Jahren die Psychologin und Psycho- zu ermöglichen? und „Wieviel Mutter braucht ein Kind“. therapeutin Dr. Dores Beckord-Datterl, die Unter „bonding“ verstehen wir vor allem mit ihrer reichhaltigen Erfahrung aus der El- die positive Auswirkung der frühen „Prä- Auf der einen Seite haben Eltern ein ternberatung die inhaltliche Treffsicherheit gungsbindung“ zwischen Mutter und Kind großes Bedürfnis nach Orientierung, jedes einzelnen Briefes mitbegleitet hat. Seit nach der Geburt, beispielsweise durch die andererseits hören wir in den Medien im- dem Sommer 2012 ist sie nun in Pension. Das Schaffung eines Rooming-In-Angebots auf mer wieder von schrecklichen Fällen von nehmen wir nicht nur zum Anlass, aufrichtig den Geburtenstationen. Vernachlässigung, die sicherlich nur die 01/2012 dreieck
  • 11.
    El ter n-, Fra uen - un d S en i oren b ild u ng | 11 Dr. Dores Beckord-Datterl, Spitze des Eisbergs sind. Was passiert hier um den Alltag mit ihren Kindern zu beste- Psychologin und Psycho- in den Familien? hen, aber auch das Sprachrohr sein für die therapeutin Jeder von uns trägt seine Lebensgeschichte altersentsprechenden Entwicklungsthemen mit sich, in der gute Erfahrungen aber auch von Kindern und das Ermutigen und Lust Verletzungen bis hin zu traumatischen Er- Machen, sich auf die Beziehung mit Kindern So wissen wir zum Beispiel, dass die posi- lebnissen festgeschrieben sind. Und wir einzulassen, weil ich überzeugt bin, dass es tiven Effekte von Rooming-In auf der Ge- Menschen handeln nicht immer vernünftig sich lohnt. burtenstation noch keine sichere Bindung – vor allem dann nicht, wenn wir stark unter ausmachen; es erleichtert nur die Bindungs- Druck geraten und gestresst sind. Eltern, die Ist diese Form eine Art von Begleitung für anbahnung, die zu Hause ausgebaut und mit ihren Kindern nicht liebevoll umgehen, Eltern? weitergeführt werden muss. sind meist schwer belastet oder wurden sel- Ja, ich glaube schon, wenn auch nicht für Wir können heute sensible Phasen für die ber schlecht behandelt; dann sind sie nicht alle – man muss Freude am Lesen und Re- Bindungsentwicklung identifizieren. So fähig, sich in die Bedürfnisse (kleiner) Kinder flektieren haben. scheint gesichert zu sein, dass das Fehlen hineinzufühlen. Sie sind so stark mit sich einer speziellen Bindungsbeziehung nach selbst beschäftigt bzw. damit, ihre innere Welche Ziele verfolgt die Salutogenese? dem 6. Lebensmonat schädigende Einflüs- Not zu verstecken, dass alles Andere um sie Im Gegensatz zur Pathogenese, die er- se auf die Entwicklung nehmen wird (das zu herum in den Hintergrund gerät. Also Vor- forscht, was krank macht, beschäftigt wissen, ist wichtig für die Vermittlung von sicht vor Vorurteilen bzw. Verurteilungen, sich die Salutogenese mit dem Wissen, Pflege- und Adoptivkindern). Aber ist es aber nicht Freispruch vor elterlicher Verant- wie gesunde Entwicklung gelingen kann. nicht auch tröstlich zu wissen, dass wir dazu wortung – im Zweifelsfall oder in einer Not- Was braucht es, um Krisen zu bewältigen, einige Wochen Zeit haben? Und wir brau- lage bedeutet das: Hilfe annehmen. „Schatzsuche“ statt „Fehlersuche“, Fokus chen eine achtsame Gestaltung von Über- auf die Gesundheitsförderung und weniger gängen, zum Beispiel bei der Eingewöh- Was ist das Besondere für einen guten Start auf die Krankheitsvermeidung. nung von einer Bezugsperson zur nächsten von Anfang an, was brauchen Eltern dafür? Vertrauensperson. Wir kommen nicht auf Auch aufgeschlossene Eltern brauchen ein Was versteht man unter frühen Hilfen? einer Einbahnstraße ins Leben – wenn das Netz von niederschwelligen Angeboten, wo Es geht hier um die Übernahme politischer so wäre, hätte die Menschheit nicht über- sie bei Bedarf Information, Unterstützung, Verantwortung, Unterstützungsangebote lebt. Wir sprechen auch von der Plastizität Anregungen und Begleitung bekommen. für Familien mit Babys und Kleinkindern zu unseres Gehirns. Eltern, die ihre Fehlhaltungen selbst nicht installieren und zu vernetzen, um ein Auf- erkennen, brauchen ein mutiges soziales wachsen in körperlicher, emotionaler und In der nächsten Ausgabe des „dreiecks“ Umfeld, das sich einmischt, wenn sichtbar sozialer Gesundheit zu ermöglichen. lesen Sie unter anderem: Werden Eltern wird, dass es Kindern schlecht geht. Es ist zu wenig auf die ersten Monate und Jahre nicht leicht, Zivilcourage zu zeigen, um klar Wenn der Start der Eltern-Kind-Beziehung vorbereitet? Wann beginnt Erziehung? Und und deutlich gegen Kindesvernachlässi- nicht so optimal geglückt ist (Kaiser- wie können wir Väter mehr ins Boot holen? gung und Kindeswohlgefährdung aufzutre- schnitt, Depressionen der Mutter ...), kön- (BS) ten – aber da sind wir alle gefordert. Heißt nen Eltern hier etwas nachholen oder ist es doch: „... es braucht ein Dorf, um ein Kind der Zug abgefahren? aufzuziehen“! Ich sehe es als Fortschritt, die frühe Kindheit zu erforschen und aufzuzeigen, wie frühe Wenn Sie die Elternbriefe bestellen Du hast jahrelang an der Erstellung und Prägungen die weitere neurobiologische wollen, können Sie das jederzeit un- Aktualisierung der Elternbriefe des Landes Entwicklung beeinflussen. Aber wir dürfen kompliziert machen – entweder über Salzburg, die vom Salzburger Bildungs- nie vergessen, dass sich unser Leben auf eine Bestellkarte, die Sie im Salzburger werk herausgegeben werden, mitgear- einem Entwicklungskontinuum befindet Bildungswerk erhalten: beitet. Welche Haltung war dir dabei am und es um längerfristige Effekte und die office@sbw.salzburg.at (Betreff: wichtigsten? Dauer von Beziehungseinflüssen geht, die Bestellkarte Elternbriefe) oder unter: Vor allem Respekt vor den Eltern, die vielfäl- schließlich verinnerlicht und innere „Ar- elternbriefe.salzburg.at/bestellung tige Herausforderungen meistern müssen, beitsmodelle“ werden. dreieck 02/2012
  • 12.
    12 | E lte rn -, Fra u e n - u n d Senio renbildung Erotisches Kapital – Profit oder Stigma? D er bereits 19. Frauensalon platzte Kontrolle über ihre sexuellen Aktivitäten Anfang Juli fast aus allen Nähten, so und ihre sexuellen Ausdrucksformen zuzu- groß schien das Interesse am Thema gestehen. Viele Feministinnen haben durch „Erotisches Kapital – Profit oder Stigma?“ zu die patriarchalische Sicht der Dinge eine Ge- sein. Frauen aller Altersstufen (von 18 bis hirnwäsche erfahren, sodass sie nicht mehr 80 Jahren) konnten ihre ganz persönliche in der Lage sind zu sehen, dass Sexualität Frauenerfahrung vorweisen und diskutier- und erotisches Kapital Machtinstrumente ten einen Abend lang mit Adelheid Stieger von Frauen sein können.“ MBA, Diplomierte Sexualberaterin und -pä- Denn Männer haben alles getan, um Frauen dagogin aus Linz, und der Salzburger Philo- daran zu hindern, ihren großen Vorteil ge- sophin Dr. Anne Siegetsleitner. genüber Männern auszunutzen. Erotisches Kapital wird vermarktet wie nie! Diese Gemengelage an Themen und An- Frauen sind dabei nicht die Hauptgewinne- Im Bild die Salonieren Brigitte Singer, Alexandra reizen zum Widerspruch oder zur Diskussi- Schmidt und Edeltraud Zlanabitnig-Leeb rinnen – warum? Frauen dürfen nur ohne on hat uns bewogen, dieses heiße Thema (stehend, v.li.). Im Salon zu Gast (v.li.): Adelheid Flirt beruflich erfolgreich sein, damit alles Stieger, Moderatorin Regina Augustin und in den Salon zu „zerren“. Adelheid Stieger, politisch und feministisch korrekt ist. Wir Anne Siegetsleitner. ebenfalls Fachfrau für Business und Ma- fragten uns, wer von weiblichen Werten nagementtrainings, stellte sich mit Anne profitiert, und dürfen kluge Frauen auch mischt mit feministischer Scharfsinnigkeit Siegetsleitner, die den philosophischen hübsch sein? Welche ethischen Wertig- ergibt das dann tatsächlich einige Einblicke Weitblick repräsentierte, diesem explosiven keiten stecken hinter der Macht des ero- in die Welt des Erfolges von Frauen. feministischen Diskurs. tischen Kapitals, und wie können Frauen Kapital aus weiblichen Reizen lässt Männer Bei scharfen Nüssen und frechen Früchten in dieser Kontroverse ihren persönlichen oft sehr viel Geld verdienen, in jedem Fall ging das Gespräch der beiden sehr genau Standpunkt erringen – ohne Vorurteile, profitieren mehr Männer von weiblicher auf die Machtverhältnisse ein, innerhalb aber mit selbstbewusstem Auftritt? Erotik als Frauen selbst. Frauen, die ihres für derer sich diese Zuteilung von Chancen im sich erfolgreich nutzen, werden verächtlich Arbeitsleben abspielt. Der Erfolgsfaktor Ero- Weiblicher Erfolg und männlicher abgewertet. tisches Kapital wird am Arbeitsmarkt mitt- Reichtum Bringt uns wirklich nur Intelligenz weiter? Ist lerweile bewusst verlangt und auch einge- Von Leihmüttern und Callgirls, von Super- es die Anleitung zum Tabubruch, wenn wir setzt. Denn zum einen steht die Einheit des frauen und weiblichen Reizen und vielen sehr uns mit der Frage auseinandersetzen, ob Körper-Geist-Seele-Bewusstseins ganz stark kontroversen Themen rund um weiblichen Frauen ihr Sex-Appeal und ihre Schönheit im Kontakt mit der eigenen Ausstrahlung Erfolg war an diesem Abend die Rede. für sich selber profitabel nutzen dürfen? und soll uns durch dieses Selbstbewusst- Wenn Soziologinnen sich Gedanken machen, Männern ist Geldgier gestattet – Frauen sein vermitteln. Doch neben dieser Le- wie Menschen an die Spitze der Gesellschaft nicht, und Männer nehmen sich als Ge- benslust, wie die Sexualtherapeutin Stieger kommen, ist das ein sehr differenzierter schlecht das Recht, die Bedingungen für den immer wieder betonte, ist die Erotik auch Blick auf alle Mechanismen, die Menschen sexuellen Zugriff auf Frauen zu diktieren. ein Bestandteil der Arbeitslust, der Lust am so agieren lassen, wie sie eben agieren. Ge- Die Struktur dieses Tabus beinhaltet weit- aktiven Leben. Es stellt sich daher schon reichende Folgen: So wird klar, dass die alte auch immer die Frage, wie weit Frauen Weisheit, dass Liebe für Geld nicht käuflich das für sich nutzen. Berechtigt nutzen. Ein Dazu ein Buchtipp ist, die unabsichtlichen Nebenfolgen in Ver- wichtiger Appell ging dahingehend auch bindung bringen, dass Dienstleistungen von der Philosophin aus, die immer wieder Dr. CATHERINE HAKIM am Menschen und Pflegeberufe derart konstatierte, dass es eine Frage der realen Erotisches Kapital gering entlohnt werden – was Wirtschafts- Machtverhältnisse sei, wer diese Attribute Das Geheimnis erfolg- wissenschafterInnen belegen. Es macht uns bestimmt. Und die Machtverhältnisse sind reicher Menschen außerdem täglich klar, dass Vermögen ein aktuell zugunsten der Männer verteilt, da Verlag: campus männlich besetzter Faktor ist. dürfen wir uns nicht täuschen lassen, trotz ISBN: 978-3-593-39468-8 Die Soziologin Dr. Catherine Hakim konsta- aller wiederkehrenden Lippenbekennt- 376 Seiten, tiert: „Faktisch lehnt der Feminismus in all nisse, dass Geschlechtergleichheit schon € 20,60 seinen Farben und Facetten Sex und Sexua- hergestellt sei. lität ab, statt danach zu trachten, Frauen die Da capo! Es gibt noch viel zu tun! (BS) 02/2012 dreieck
  • 13.
    El ter n-, Fra uen - un d S en i oren b ild u ng | 13 Lebensqualität im Alter 10 Jahre „Selbst bestimmt und kreativ“ K ennen Sie das auch: Sie treffen einen Bekannten zufällig im Supermarkt, winken ihm zu und ... ja genau, wie war doch noch sein Name? Ludwig, nein Le- opold, in jedem Fall irgendetwas mit ‚L’, und bevor es peinlich wird, machen Sie lieber, dass Sie zur Kasse kommen – schnell weg, sonst merkt der namenlose Bekannte noch, dass Sie gar nicht mehr wissen, wie er heißt Foto: Fotolia ... und so verlassen Sie das Geschäft mit dem Gefühl: Ja, der ist aber alt geworden! Es stimmt schon: Das Thema „Älter werden“ eröffnet nicht nur schöne Aussichten, son- können. Dem Trainingsprogramm liegt eine dern auch, weil unsere engagierten Refe- dern weckt durchaus auch unangenehme wissenschaftliche Studie der Universität rentInnen, die speziell für die Durchführung Gefühle. Der Verlust der eigenen Kräfte und Erlangen zugrunde, in der nachgewiesen dieser Kurse ausgebildet wurden, neben der Gedächtnisleistung sowie der lieber werden konnte, dass die Verbindung von ihrem fachlichen Wissen auch jede Menge Menschen gehören ebenso zu den weniger Gedächtnisübungen mit Bewegungsein- Freude und Herzblut in die Gestaltung der schönen Seiten wie die Angst, pflegebe- heiten zu einer deutlichen Steigerung der Kurseinheiten einbringen. Für viele Seni- dürftig zu werden und das selbstständige Gedächtnisleistung und Mobilität führt. Das orinnen und Senioren sind die Kurstage Leben aufgeben zu müssen. Gerade diese sind wesentliche Faktoren dafür, möglichst zu echten Höhepunkten einer Woche ge- negativen Vorstellungsbilder verhindern lange selbstständig und somit auch selbst worden, weil Orte der Begegnung und der leider oftmals die eigene Auseinanderset- bestimmt leben zu können. Darüber hinaus Freundschaft entstanden sind, die Halt ge- zung mit dem Älter werden und verdecken werden im Rahmen der Kurseinheiten aber ben und vor dem Alleinsein schützen. dabei, wie viel Potential auch in dieser Le- auch spezifische Fragen des Alters thema- bensphase liegt bzw. liegen kann. Genau tisiert, die dazu dienen, kreative Lösungs- „Selbst bestimmt und kreativ“-Kurse kön- das, nämlich das Potential der nachberuf- möglichkeiten für das eigene Älter werden nen von jedem örtlichen Bildungswerk ge- lichen Lebensphase zu fördern, ist seit zehn in Gesprächen mit Gleichgesinnten zu ent- bucht werden und finden ab Herbst auch Jahren Ziel der Kursreihe „Selbst bestimmt wickeln. Dass Lebensqualität nicht alleine wieder in Salzburg im Haus Corso in der Im- und kreativ“ im Salzburger Bildungswerk. vom körperlichen Befinden abhängig ist, bergstraße 2 statt. Ein Kurs mit insgesamt Schon allein dieser lange Zeitraum macht sondern sich wesentlich auch darüber defi- 10 Treffen kostet 40 Euro pro TeilnehmerIn, deutlich, dass dieses Angebot nicht nur auf niert, wie man schwierigen und herausfor- wobei es an vielen Orten auch Förderungen große Resonanz bei den TeilnehmerInnen dernden Situationen des Lebens begegnet, durch die Gemeinde gibt. stößt, sondern offensichtlich auch zu einem wie Veränderungsprozesse und Abschied- (CW) Fixpunkt der Kursangebote für ältere Men- nehmen gemeistert werden, und wie es schen im Bundesland Salzburg gehört. gelingt, mit den nicht erfüllten Lebenswün- schen oder nicht geglückten Beziehungen Sind Sie neugierig geworden? Wir sehen noch lange nicht alt aus! umzugehen, zeigen uns unter anderem all Gerne informiere ich Sie über dieses Gedächtnistraining und motorische Übun- jene Menschen, die zwar körperlich krank Angebot und unterstütze Sie bei der gen bilden die Basis des Kursangebots, sind, aber voller Freude mitten im Leben Organisation: Mag. Christa Wieland, das sich an Menschen richtet, welche die stehen. Institut für Seniorenbildung, Gesundheit von Körper, Geist und Seele Das Aufgreifen all dieser Facetten des Al- Tel: 0662-872691-17, möglichst lange erhalten wollen, um so Le- terns gelingt nicht nur deshalb so gut, weil E-Mail: christa.wieland@sbw.salzburg.at bensfreude bis ins hohe Alter genießen zu in kleinen Gruppen gearbeitet wird, son- dreieck 02/2012
  • 14.
    14 | E lte rn -, Fra u e n - u n d Senio renbildung Viel Spaß haben Alfons und Eva „Wunschoma“ Pinzgau Baumgartner aus Lofer mit den Wunschenkerln Sophie und Lisa. Eine Verbindung zum gegenseitigen Vorteil VON CHRISTINE SCHLÄFFER D ie Großfamilie inklusive Großeltern Projektkoordinatorin Klaudia Kaiser kennt milien ist die Vermittlung im Rahmen des gibt es nur noch selten. Damit fehlt alle Betreuungspersonen und Familien Leader-Projekts kostenlos. neben dem sozialen Netz auch die persönlich und klärt im Vorfeld die Vorstel- Die Gegenleistung der Familie an die Betreuung durch die Großeltern, die die lungen und Anforderungen der Familien „Wunschgroßeltern“ ist Vereinbarungssa- Familie wesentlich unterstützen und ent- und der „Wunschgroßeltern“ genau ab. Die che; ehrenamtlicher Einsatz oder auch ge- lasten können. In der Stadt Salzburg und passende Vermittlung braucht auch manch- genseitige Dienstleistungen sind ebenso Umgebung gibt es bereits seit 15 Jahren mal etwas Zeit, geht es doch nicht um eine möglich wie eine stundenweise Aufwands- den „Leihomadienst“ des Katholischen Fa- möglichst rasche Erledigung, sondern um entschädigung. milienverbandes. Auch im Pinzgau gab es verantwortungsvolles Zusammenführen Letztendlich entscheiden Betreuungsper- immer wieder Nachfragen nach Leihgroß- der passenden Menschen. son und Familie, ob sie miteinander können eltern. Mit Hilfe der Finanzierung durch und sich auf die „Wunschoma-Beziehung“ Leader-Mittel und durch das Familienres- Alle Betreuungspersonen sind unfall- und einlassen möchten – die Vorauswahl und sort konnte im November 2011 das Projekt haftpflichtversichert und nehmen an päda- Vermittlung erfolgt mit bestem Wissen und „Wunschoma Pinzgau“ gestartet werden. gogischen Weiterbildungen teil – sowohl Gewissen, aber ohne Garantie für die Eig- für die „Wunschomas“ als auch für die Fa- nung bzw. Zufriedenheit. 02/2012 dreieck
  • 15.
    El ter n-, Fra uen - un d S en i oren b ild u ng | 15 Wunschomas und -opas gesucht! Sobald die Familie ihre Wunschoma bzw. Wunschoma/-opa den Wunschopa gefunden hat, steht die Betreuungsperson längerfristig – auch für unvorhergesehene Einsätze – zur Verfü- Wenn Sie sich als Wunschoma/-opa im Pinzgau gung. Fallweises Einspringen – so wie es engagieren oder Ihre Wunschgroßeltern finden auch eigene Großeltern tun würden – wird möchten, dann melden Sie sich bei zwischen Familie und Wunschoma bzw. Klaudia Kaiser (Wunschoma-Koordinatorin) -opa selbst organisiert. Tel: 0676-789 91 74, E-Mail: wunschoma@gmail.com Der Projektstart im Herbst war sehr erfolg- Das Projekt „Wunschoma“ im Pinzgau wird aus EU-Mitteln gefördert und ist eine Koope- reich. Bis jetzt haben sich 26 Wunschomas ration von Kath. Familienverband, pinzgauermutmacher, Forum Familie, Leader-Region und -opas zwischen 47 und 70 Jahren ge- Nationalpark Hohe Tauern und dem Familienressort des Landes Salzburg. meldet, von der pensionierten Hotelbesit- zerin bis zur Mindestrentnerin, die nicht nur Landesweiter Leihomadienst des Katholischen Familienverbandes Zeit zur Verfügung hat, sondern auch einen Vermittelt seit 15 Jahren Leihomas/-opas im Großraum Salzburg, in den Bezirken sowie kleinen Zuverdienst sucht ... seit einiger Zeit im Tiroler Unterland Tel: 0662-8047-1240 (Mo-Fr, 8.00 bis 12.00 Uhr), E-Mail: info-sbg@familie.at Auf der Familienseite gibt es mehr als 40 An- fragen aus den Pinzgauer Gemeinden von Unken bis Neukirchen. Viele Familien haben schon ihre „Wunschgroßeltern“ gefunden, der dreijährigen Projektlaufzeit Verschie- mittlung“ eine unverzichtbare Dienstleis- wobei darauf geschaut wurde, die Vermitt- denes auszuprobieren – so der Versuch, tung geworden ist und als dauerhaftes lung möglichst in der eigenen Gemeinde Omas mit stundenweiser Entlohnung ge- Angebot im Pinzgau bestehen bleibt. oder in unmittelbarer Nähe zu machen. nauso einzusetzen wie Ehrenamtliche (auf Der Bedarf an Omas und Opas ist aber weit eigenen Wunsch) oder solche Betreuungs- Christine Schläffer leitet das Forum Familie Pinzgau - Elternservice des Landes – Hilfe bei Fragen zur Kin- größer, und so werden laufend interessierte personen, die sich kleine Anerkennungs- derbetreuung. Infos über materielle Förderungen Personen gesucht – im gesamten Pinzgau dienste oder ab und zu mal eine Einladung Beihilfen. Wegweiser zu Hilfs- und Beratungsstellen. und ganz besonders im Raum Bruck. zum Essen wünschen. Unterstützung und Begleitung bei neuen Familien- projekten. Eine Charakteristik des Leader-Projekts im Nach der dreijährigen Projektlaufzeit wün- Pinzgau ist auch die Möglichkeit, während schen wir uns, dass die „Wunschomaver- Forum Familie informiert Online-Broschüre „Geld für die Familienkassa – Beihilfen Förderungen“ Gerade in schwierigen Zeiten wollen wir Familien den Die Broschüre enthält viele Neuerungen, wie zum Beispiel Zugang zu Finanzhilfen erleichtern. Änderungen bei der Familienbeihilfe, und ist in folgende Ab- Soeben ist die neue und aktuelle Version unserer Online- schnitte gegliedert: Broschüre erschienen: 3 or der Geburt V www.salzburg.gv.at/1204_forumfamilie_familienkassa.pdf 3 ach der Geburt – Kinderbetreuung N 3 ördertipps für Schulkinder F Detaillierte Infos bekommen Familien und Interessierte auch 3 ördertipps für Lehrlinge F gerne direkt bei Forum Familie, den Elternservice-Stellen des 3 bbe in der Kassa finanzielle Notlagen E Landes in allen Bezirken: www.salzburg.gv.at/forumfamilie 3 inanzielle Erleichterungen für Menschen mit Behinderung F 3 eiterführende Links W dreieck 02/2012
  • 16.
    16 | E lte rn -, Fra u e n - u n d Senio renbildung GLOSSE Wenn die gläserne Decke zur Betondecke wird J Mag. Brigitte Singer etzt haben wir den Salat. Nicht nur am Die gute Nachricht ist: In Schulbüchern leitet das Institut für Teller, damit wir Frauen auch ja schlank lesen Kinder jetzt von Ärztinnen, Mechani- Frauen- und Eltern- sind, nein, auch im Berufsleben sieht es kerinnen, Vätern, die Kinder wickeln und in bildung im Salzbur- nicht gerade so aus, als könnten Bildung den Kindergarten bringen (wenn es einen ger Bildungswerk. und frühe Karriereplanung uns vor Herd, Platz gibt). Küche, Kindern und Pensionskahlschlag schützen. Die schlechte Nachricht ist: Frauen verdie- auf eine unsichtbare Barriere bezieht, die nen immer noch um 30 Prozent weniger als Frauen davon abhält, Topjobs in Unterneh- Es gibt sie ja jetzt die Karrierefrauen, die ge- Männer. Eine ganze Generation von Teil- men zu bekommen. schafft haben, wovon viele Frauen der Ge- zeitmüttern und Teilzeitberufstätigen blickt neration aus dem letzten Jahrtausend 19xx einer Pension in Armut entgegen. Aus der vielzitierten Gläsernen Decke ist nur träumen konnten: erfolgreiche Wissen- eine aus Beton geworden. Da wundert schafterinnen, Bankerinnen, Physikerinnen, es nicht, wenn Idylle wieder hoch im Kurs Medizinerinnen, Nobelpreisträgerinnen (gibt steht. Es ist wirklich faszinierend, wie man- es immerhin mehr als wir wissen, genauer cher Zeitgeist daherkommt: Magazine wie gesagt 21). Noch nie waren die Anforde- Landlust oder Servus weisen dramatische rungen an Frauen so enorm wie heute. Auflagenzuwächse auf. Sie beruhigen: kein Nicht nur an die viel herbeizitierte Karriere- Tratsch, keine nervigen Promis, keine sozial- frau. Nein, alle anderen sollen auch Super- politischen Probleme, keine Cybervokabeln Hausfrauen, perfekte Mütter, eloquente aus dem Netz, die eh keiner versteht, der Gesprächspartnerinnen, erfolgreiche Be- nicht dauernd damit zu tun hat, keine Ka- rufsfrauen, attraktive Partnerinnen, tolle tastrophen, keine Korruption. Geschichten Gastgeberinnen, serviceorientierte Mitar- über das gute Leben, die in allen von uns beiterinnen, zufriedene, sexy Singlefrauen, schöne Erinnerungen wachrufen, an die aktive Seniorinnen sein – wenn nötig, mit Kindheit, die noch in Ordnung war, die vie- kleinen chirurgischen Verbesserungen, die len guten Sachen, die selbst gemacht wur- unseren Wert am Beziehungs- und Arbeits- den, eine Zeit ohne Plastikmüll und Trash, markt erhöhen sollen. wohin man schaut, Frauen, die in Schürzen das beste Essen kochen (sogar ohne Strom Die Nischenladys, die niemandem und ganz bio). Es wirkt alles so heimelig, so gefährlich werden friedlich, so entschleunigt, so schön. Sie alle haben eines gemeinsam mit den Frauen, die vor 30 Jahren für die Gleich- Nein, nicht nur das. Es gibt sogar die Karri- berechtigung der Frauen auf die Straßen In einem Artikel der Business Week wird das erefrauen, die sich ihren Freizeitkick beim gegangen sind. Sie suchen immer noch „velvet ghetto Phenomenon“ (das sichere Marmeladeeinkochen holen. Bei der neu- nach einem Weg, ein selbstbestimmtes und Ghetto-Phänomen) für Frauen in Manage- en Lust an der Idylle. Schließt sich hier der gleichberechtigtes Leben mit gleicher Ent- mentpositionen verwendet, welches bei- Kreis? Bin ich in einer Zeitmaschine? lohnung für gleiche Arbeit führen zu kön- spielweise in Kommunikationsberufen die nen. Vielerorts hat sich die Meinung breit ge- Überlegung in den Raum stellt, dass sich Wir Frauen wollen eben immer macht, der Feminismus habe sich ohnehin Frauen zwar im Management etablieren, nur das eine ... erledigt. Manche wollen das Wort gar nicht aber keine Gefahr für Männer im Kampf mehr in den Mund nehmen. Ist doch eh al- um Topmanagement-Jobs darstellen. Ähn- … ja, Sie haben richtig geraten: les gesetzlich verankert, schon durchge- lich dem viel gehörten und zitierten Begriff setzt, nicht mehr zeitgemäß, von gestern ... „Glass ceiling“ (die gläserne Decke), die sich Glücklich sein! (BS) 02/2012 dreieck
  • 17.
    G emei ndeentw ick lu ng | 17 Ausgezeichnet: Orte der Begegnung 51 Projektideen wurden beim Wettbewerb „Zsammkemma“ eingereicht. 8 Initiativen dürfen sich nun über eine Auszeichnung freuen! N eue Impulse können Salzburgs Gemeinden, Städte und Regionen noch lebenswerter machen. Lan- desrätin Dr. Tina Widmann startete deshalb gemeinsam mit der Gemeindeentwicklung Salzburg im Herbst 2011 den Wettbewerb „Zsammkemma – Gemeinden schaffen Orte der Begegnung“. Gesucht waren Orte, Initiativen, Ideen, die Begegnung jeglicher Art ermöglichen und fördern: Begegnung zwischen Alt, Jung, MigrantInnen, Ortsan- Foto: LPB sässigen, Zugezogenen, Beeinträchtigten, Andersdenkenden. „Mit diesem Wettbe- werb wollen wir den sozialen Zusammen- die Qual der Wahl und vergab schließlich des generationenübergreifenden Projektes halt in den Gemeinden stärken“, informiert neben den drei Hauptpreisen auch fünf An- im öffentlichen Raum: Gemeinschaft entwi- Tina Widmann, „in einer Zeit abnehmenden erkennungspreise. ckeln, miteinander etwas erleben, Raum für Engagements und unverbindlicher wer- Der 1. Preis geht an das Projekt „Die Spiel- Begegnung schaffen und wahrgenommen dender Beziehungen soll damit bewusst platzköche“. In der Gemeinde Grödig werden. ein solidaritätsfördernder Akzent gesetzt bieten die Verantwortlichen der Jugend- werden“. arbeit und des islamischen Kultur- und Das Projekt „Mobile Märchenecke im Seni- Sportvereins „Ihlas“ wöchentlich eine kin- orenheim“ wurde mit dem 2. Preis ausge- Teilnehmen konnten alle Salzburgerinnen der- und jugendgerechte Kochaktion mit zeichnet. In die Märchenecke für Jung und und Salzburger, öffentliche Einrichtungen Aufstrichen und einfachen Speisen aus Alt im Salzburger Stadtteil Parsch sind alle oder die Gemeinden selbst. 51 Projektideen verschiedenen kulturellen Regionen an. Als eingeladen, die Geschichten und Märchen wurden eingereicht, 8 wurden nun mit Rahmenprogramm wird Streetsoccer für lieben, vor allem natürlich auch Erzähler einem Preis ausgezeichnet. Die Jury hatte Mädchen und Burschen geboten. Das Ziel aller Generationen und Kulturen! Die Ini- tiatoren des Vereins Stadtteilentwicklung Parsch wünschen sich eine bunte Mischung von Märchen aus unserer Heimat und aus Die sieben Jurymitglieder haben 8 Preise vergeben anderen Kulturen. Die Märchenecke soll jedes Jahr in einem anderen Seniorenheim Hauptpreise im Stadtteil ihren Platz finden. Ein Postwurf 1. Preis: Die Spielplatzköche: Kochen und Essen am Spielplatz (Grödig) informiert alle Bewohner über die Märchen- 2. Preis: Mobile Märchenecke im Seniorenheim: Märchenecke für Jung und Alt (Parsch) stunden, Kindergärten, Volksschule und Se- 3. Preis: Living Room: Wohnzimmer im Freien (Seeham) niorenheime werden speziell eingeladen. Anerkennungspreise Living Room, das Wohnzimmer im Freien in Miteinander in Köstendorf: Treffen aller Kulturen beim Kochen der Gemeinde Seeham, darf sich über den Grenzenlos kochen in Parsch: Gemeinsam mit verschiedenen Kulturen und 3. Preis freuen. Das Jugendzentrum wird auf Generationen dem Dorfplatz eine neue Form des Lebens- BürgerInnen-Rat in St. Koloman raumes (living space) in Form eines Wohn- Zsammhalten Zsammhelfen in Seeham: Hilfe im Alltagsleben durch Jugendliche zimmers (living room) gestalten. Dazu wird Junge engagierte StraßwalchenerInnen: Förderung sozialen Engagements der Platz 10 Tage mit einem künstlichen Boden verkleidet und Möbel wie in einem Infos zu allen Projekten: www.gemeindeentwicklung.at Wohnzimmer arrangiert. Das Ziel bringt Maria Erker, die Leiterin des Jugendzen- dreieck 02/2012
  • 18.
    18 | Geme i n d e e nt w i c k l u ng trums, kurz und bündig auf den Punkt: „Wir Akzente Salzburg. Keine Verpflichtung zur und Kommunikation begünstigen“, meint wollen damit mitten im Ort einen neuen Mitgliedschaft, kein Eintritt und kein Kon- Tina Widmann, „doch ein Platz, ein Raum Treffpunkt schaffen und zeigen, wie der sumzwang sollen zudem garantieren, dass oder Gebäude reicht nur in den wenigsten öffentliche Raum belebt und auch anders möglichst viele Menschen das Angebot Fällen aus, um Begegnung zu fördern“. Ne- genutzt werden kann“. nutzen können. „Auf Nachhaltigkeit, Inno- ben der räumlichen Infrastruktur brauche vation sowie Dialog- und Begegnungsmög- es eine soziale Infrastruktur und die Initiati- Kriterienkatalog unterstützte Jury lichkeit haben wir ebenfalls besonderen ve engagierter Menschen. „Dieser Wettbe- bei Entscheidung Wert gelegt“, ergänzt Jurymitglied Ulrike werb hat zur Bewusstseinsbildung und So- „Ein wesentliches Entscheidungskriterium Kendlbacher vom Referat für Familie und lidaritätsförderung einen wichtigen Beitrag war für uns die Frage, ob die Orte der Be- Generationen. geleistet“. (MiHa) gegnung niederschwellig und barrierefrei „Die Alltagsrealität zeigt, dass infrastruktu- zugänglich und allen bekannt sind“, er- relle Voraussetzungen wie Sport-, Kultur- läutert Jurymitglied Harald Brandner von oder Freizeitstätten zwar soziale Netzwerke Gemeinschaftspflege im Generationendorf Hallein-Rif 85, 63, 51, 42, 35, 15 … Jahre alt, – was verbindet durchgängig alle Generationen in Hallein-Rif? Die Freude am gemeinsamen Tun! VON BRIGITTE SCHMIDT S o wieder einmal geschehen im Mai: Gerade einen tollen Schuss hingelegt VerliererInnen gab es natürlich keine, der Junge und Junggebliebene trafen und nah an der „Taube“ dran, der nächste olympische Gedanke zählte: Dabei sein sich zu einem Stockschützenturnier Schuss verändert alles, und es gibt keinen ist alles! Eine Gruppe mit den wenigsten am Rifer Spitz. Bei herrlichem Wetter und einzigen Punkt für die Gruppe. Es ist auf- Punkten gab es allerdings schon. Sie wur- bester Stimmung wurden zuerst einmal regend, lustig, und es bleibt spannend bis de mit einem Kranz bester Speckwürste die Regeln erklärt. Die Profis nahmen sich zum Schluss. geehrt und damit getröstet, dass das der Neulinge an und stellten sich gedul- Ergebnis bei gutem Training das nächs- dig allen Fragen. Gute Tipps und Ratschlä- Zur Siegerehrung traf man sich im Ver- te Mal schon viel besser ausfallen kann. ge gab man sich gegenseitig weiter. Und einsheim des Siedlungsvereins Rif. Unser Apropos das nächste Mal: Wir alle freuen dann konnte es auch schon losgehen. Bürgermeister Dr. Christian Stöckl, Vize- uns darauf, und vielleicht kommen noch Gespielt wurde in generationenübergrei- bgm. Alois Rettensteiner und auch andere ein paar neue Teams dazu, die auch auf fenden Teams. Mit Sportsgeist und auch Sponsoren sorgten für schöne Sachpreise, den Speckwurstkranz ein Auge haben. mit Ehrgeiz gingen wir an die Sache ran. die mit Freude angenommen wurden. Richtig leicht ist das Stockschießen nicht. Brigitte Schmidt vom Verein TREFFPUNKT-RIF. 02/2012 dreieck
  • 19.
    G emei ndeentw ick lu ng | 19 „Herz für Hallein“ prämiert Ideen Gemeinschaft, Kommunikation und Integration fordern und fördern VON ANITA MEMMER V or über einem Jahr (am 27. Jänner aufgestellt. Darin konnte man Vorschläge der verschiedenen Projekte ließen es sich 2011) startete in Hallein das Projekt und Ideen, aber vor allem eigene Initiativen auch Landesrätin Dr. Tina Widmann, Bgm. „Ein Herz für Hallein“ (wir haben in deponieren. Dr. Christian Stöckl, Stadträtin Dr. Eveline den vergangenen Ausgaben des „dreiecks“ Sampl-Schiestl und Bezirkshauptmann laufend darüber berichtet). Mit dieser In- Impulse für ein lebendiges Mag. Helmut Fürst nicht nehmen, der Ver- itiative wurden alle BewohnerInnen Hal- Miteinander anstaltung beizuwohnen. leins ermutigt, selbst gegen Entfremdung, Anfang Mai 2012 erfolgte nun die Prämie- Dr. Anita Memmer ist Initiatorin von „Ein Herz für Vereinsamung und Werteverlust aktiv zu rung der insgesamt 13 eingereichten Initiati- Hallein“ und leitet gemeinsam mit Friedl Bahner das werden. Zwischenmenschliche Brücken ven im Musikhaus Hallein. Durch den Abend Salzburger Bildungswerk Hallein. sollten gebaut werden, um wieder mehr führte Jurymitglied Manfred Baumann, die Nähe und Gemeinschaft spürbar werden zu musikalische Umrahmung gestaltete ein lassen. Zu diesem Zweck wurden in Hallein Klarinettenquartett vom Musikum Hallein. an zwölf verschiedenen Orten Briefkästen Neben den vielen aktiven TeilnehmerInnen Auszeichnungen Im Bild die Herz für Hallein- Folgende Initiativen wurden mit „Hal- TeilnehmerInnen (1.Reihe v. leiner Münzen“ im Wert von je 850 Euro li.) Ing. Gerald Höpflinger, Prof. (1. und 2. Platz) bzw. im Wert von je 200 Helmuth Hickmann, Dr. Anita Euro (zwei 3. Plätze) ausgezeichnet: Memmer (Projektinitiatorin), Mag. Brigitte Längle, Esther Strodl, Josef Grabner, Brigitte 1. und 2. Platz gingen ex aequo an das Winkler, (2. Reihe v.li.) Maria Herz für Hallein-Märchen und mittler- Seeleitner, Antonia Siller, Karin weile Maskottchen der Initiative „Lua- Kogler, Doris Pichler, Karoline na, das Koboldmädchen“ und an den Haunsperger und Iris Moos- leitner. „DOH-REH-TREFF“. Dieser hat sich zum Ziel gesetzt, Jung und Alt zusammenzu- führen. So entstand daraus die Initiative Auszug aus „Luana, das Koboldmädchen“: „I FÜR DI – DU FÜR MI!“, ein Angebot für aktive Nachbarschaftshilfe. Der 3. Preis wurde ebenfalls geteilt und ging ex aequo an die beiden Initiativen Halleiner Chor-Weihnacht und Stadt- führungen für MigrantInnen. Alle weiteren Initiativen und Projekte wurden mit Glasherzen von Alfarè aus- gezeichnet. Sie alle haben Herz für Hallein beweisen. Die Initiativen der engagierten Hallei- nerInnen bleiben bestehen, neue Ideen sind jederzeit herzlich willkommen! Ausführliche Projektbeschreibungen finden Sie unter: http://www.herzfuerhallein.at/ dreieck 02/2012
  • 20.
    20 | Geme i n d e e nt w i c k l u ng Mit Sehbeeinträchtigung Brailleschrift lesen lernen Fotos: sisal.at - Treweller Behindert und trotzdem voll dabei! Aus dem Generationendorf Elsbethen VON CHRISTIAN TREWELLER W as Barrierefreiheit bringen kann, derungen betreffen, sondern dass Barri- zeigten SchülerInnen der Volks- erefreiheit früher oder später allen zugu- schulen Elsbethen und Vorder- tekommt. Damit sind diese SchülerInnen fager in der Abschlussveranstaltung des wichtige MultiplikatorInnen in dem Be- Projektes „Aus anderer Sicht“. mühen von Elsbethen, eine Gemeinde für alle Generationen zu sein. Trotz Behinderung vollwertig am Ge- meindeleben teilhaben! Das geht, wenn Das Projekt wurde von der Projektgruppe die Gemeinde barrierefrei ist - sowohl im „Generationendorf Elsbethen“ gemein- Zugang zu allen Einrichtungen als auch in sam mit der Sozialen Initiative Salzburg den Köpfen aller Beteiligten. Dies zeigten (SIS) initiiert und von der Gemeinde Els- Spannend: Unterricht in Gebärdensprache ... die SchülerInnen der Gemeinde Elsbethen bethen, dem Referat für Familien und eindrucksvoll bei ihrer Präsentation und Generationen des Landes Salzburg sowie gaben dabei wertvolle Gedankenanstö- schen mit und ohne Beeinträchtigungen. von der Gemeindeentwicklung Salzburg ße. Zuvor erfuhren die SchülerInnen im Begleitet wurden die SchülerInnen dabei unterstützt. Projekt „Aus anderer Sicht“ mögliche Be- von „ExpertInnen in eigener Sache“ – von einträchtigungen, erlebten Barriereabbau Menschen mit Behinderungen. Ein wich- Christian Treweller ist Diplompädagoge und diplomierter Sozialarbeiter, Leiter der Sozialen und entwickelten neue Sichtweisen eines tiger Lerneffekt war zudem, dass Barrieren Initiative Salzburg (SIS) und Lehrbeauftragter an unkomplizierten Miteinanders von Men- nicht ausschließlich Menschen mit Behin- der Pädagogischen Hochschule Salzburg. 02/2012 dreieck
  • 21.
    Europa un dPol i ti s ch e B ild u ng | 21 Nie wieder Krieg! Auf dem Weg nach Jaglici. Das kleine Dorf bei Srebrenica wird von Bauern helfen Bauern (BhB) Salzburg betreut. Ein Gedenkstein erinnert an die Opfer des Massakers von Srebrenica. Impressionen aus Bosnien Herzegowina, Kroatien und Serbien D ie Studienreise „Nie wieder Krieg!“ ver- mittelte, wie wichtig Frieden (nicht nur) in Europa ist. Noch sind nicht alle Wun- den der „Jugoslawien-Kriege“ verheilt, noch gibt es viele Menschen, die an deren Folgen leiden, und dennoch gibt es Zuversicht für eine glückliche(re) Zukunft. Erich Rathfelder, Korres- Österreichs Botschafter pondent der Berliner Dr. Clemens Koja sprach Tageszeitung, vermit- in Belgrad über die telte mehr als nur einen europäische Zukunft touristischen Eindruck Serbiens. Es gibt auch wieder Jugend in Jaglici. von Sarajevo. Prof. Dr. Ljiljana Gehrecke, Ehren- präsidentin des Europahauses Frauen gründeten die landwirtschaftliche Ge- Vukovar, und Bür- nossenschaft HANA in Srebrenica. Am Abend der germeister Željko Eröffnung des Verkaufsladens lernten wir auch Sabo setzen sich Major Andreas Arlitzer (im Bild hinten) und Offizier- für ein friedliches stellvertreter Harald Mörth kennen, die über die Miteinander von Aufgaben des Liaison Observation Teams des Kroaten und Ser- Österreichischen Bundesheeres in Bosnien ben in der Donau- Herzegowina informierten. Die beiden Herren und Grenzstadt Dragica Krstic (rechts) führte durch ihre überzeugten von der Bedeutung ihrer Aufgabe. Vukovar ein. serbische Heimat – hier in Sremski Karlovci. dreieck 02/2012
  • 22.
    22 | E u ro p a u n d Po l i t i s che B ildung Elixhausen goes to Brüssel E in Besuch im Europäischen Parlament, ein Gespräch mit bei Simona Wohleser und Andrea Posch, den Leiterinnen der dem Europaparlamentarier Richard Seeber, eine Visite in EU-Büros des österreichischen Gemeinde- bzw. Städtebundes, der ständigen Vertretung Österreichs zur Europäischen und bei Ernst Holzinger vom Bundeskanzleramt. (FT) Union und eine Diskussionsrunde im Verbindungsbüro des Landes Salzburg zur EU standen im Mittelpunkt der Exkursi- on der Gemeindevertretung Elixhausen nach Brüssel, die vom Salzburger Bildungswerk Elixhausen und dem Institut für Eu- ropa vorbereitet und begleitet wurde. Wir bedanken uns bei Bürgermeister Markus Kurcz für die Initiative, bei Michaela Petz- Michez, Leiterin des „Salzburg-Büros“, für die Organisation des Programms vor Ort und bei unseren Gesprächspartnerinnen und –partnern für viele interessante Informationen: bei Irmfried Schwimann, Direktorin in der Generaldirektion Wettbewerb und Finanzdienstleistungen der Europäischen Kommission, Politik in Österreich und in der EU Gemeinsamer Lehrgang von Katholischem und Salzburger Bildungswerk D as politische System in Österreich sion, Vertretung in Österreich, Bundesrat und in der Europäischen Union ist Stefan Schennach und Bakk. phil. Udo Bach- so komplex, dass es für Bürgerinnen mair vom ORF. und Bürger oft schwer zu durchschauen ist. Die Uninformiertheit über Entscheidungs- Ein kompetenter und Der Lehrgang wird mit einer Exkursion zu wege in der Politik ist aber mit ein Grund immer wieder EU-Institutionen sowie österreichischen spannender für die Politikverdrossenheit der Menschen. und Salzburger Einrichtungen bei der Eu- Gesprächspartner: Die gemeinsame Veranstaltung sollte infor- Dr. Erhard Busek. ropäischen Union vom 17. bis 20. Februar mieren und der Verdrossenheit entgegen- 2013 fortgesetzt. Bei Interesse kontaktie- wirken. Erfreuliche 30 Teilnehmerinnen und ren Sie Dr. Wolfgang Forthofer, Tel: 0662- Teilnehmer nahmen die Gelegenheit wahr. chischen Politik, ein Samstag der EU-Politik. 872691-21, w.forthofer@sbw.salzburg.at. Ein Samstag widmete sich der österrei- Eine Exkursion nach Wien mit Besuchen (FT) im Parlament, im Haus der Europäischen Union und im ORF-Funkhaus rundete den Lehrgang praxisnah ab. Wir bedanken uns bei den kompetenten Referentinnen und Referenten, die den Erfolg des Lehrgangs ermöglichten: Dr. Franz Fallend und Dr. Doris Wydra vom Fachbereich Politikwis- Fotos: KBW Salzburg senschaft und Soziologie der Universität Salzburg, Vizekanzler a. D. Dr. Erhard Busek, Mag. Thomas Weber, Informationsbüro des Europäischen Parlaments in Österreich, Im Bild die Lehrgangsgruppe. Mag. Bernhard Kühr, Europäische Kommis- „Live“ beim Ö1-Mittagsjournal. 02/2012 dreieck
  • 23.
    Europa un dPol i ti s ch e B ild u ng | 23 Der Europatag im Europark D er Europatag erinnert daran, dass Berchtesgadener Land-Traunstein, der Na- Europa als Gemeinschaft am 9. Mai tionalbank, des Salzburger Bildungswerks 1950 „geboren“ wurde. 2012 stand sowie der Europa Union der Landkreise der Europatag im Europark im Zeichen des Berchtesgadener Land und Traunstein ge- Europäischen Jahres für aktives Altern und meinsam Antworten auf alle Fragen rund Solidarität zwischen den Generationen. um die Europäische Union – und freuten Aber auch Senioren- und Pensionsthemen, sich über den Besuch von Landeshauptfrau grenzüberschreitende Projekte und Fragen Gabi Burgstaller. (FT) rund um den Euro waren Schwerpunkte an den Informationsständen. Wie bereits Im Bild (v.li.) eine Besucherin, Dr. Wolfgang in den vergangenen Jahren gaben Fach- Forthofer, Mag. Michaela Petz-Michez, die Foto: Wildbild Leiterin des Salzburger Verbindungsbüros in leute der Europa-Informationsstellen im Brüssel, und LHF Mag. Gabi Burgstaller. Land Salzburg und der EuRegio Salzburg- Das Institut für Europa geht auf Reisen Ziel: Die Ukraine D ie Ukraine ist ein riesiger Staat. Das Land erstreckt sich von der ungarischen Tiefebene bis an den Don, von den tiefen Moorfeldern der weißrussischen Sümpfe bis in die san- digen Steppen Bessarabiens. Die Ukraine ist nach Russland das flächenmäßig zweitgrößte Land Europas und damit der größte Staat Europas, der ausschließlich in Europa liegt. Die Studienreise des Instituts für Europa konzentriert sich daher auf den Westen des Landes und auf die Hauptstadt Kiew. Seit der Auflösung der Sowjetunion im Jahre 1991 ist die Ukraine unabhängig. In diesen letzten 20 Jahren erlebten das Land und seine Menschen viele Phasen, von der nationalen Begeisterung bis hin zu Anarchie und Rechtlosigkeit. Seit der Orangenen Revo- lution 2005 veränderte zwar der wirtschaftliche Aufschwung das Kiew Land, die hohen Werte der Revolution änderten aber nichts am kleinlichen Alltag der Parteipolitik und dem Mangel an demokra- tischem Gebaren. Dennoch: Die Ukraine ist ein an großartigen Städten, herrlicher Architektur und begabten Menschen überreiches Kulturland, das gefahrlos zu bereisen ist. Es lohnt sich, den großen weißen Fleck auf der europäischen Landkarte für sich mit Farbe zu füllen. Kommen Sie mit in die Ukraine und erfahren Sie vieles über die politische, wirtschaftliche und soziale Situation vor Ort! (FT) Reisetermin: 14. bis 21. Oktober 2012 Detaillierte Informationen erhalten Sie im Institut für Europa, Dr. Wolfgang Forthofer, Tel: 0662-872691-21 bzw. Lemberg w.forthofer@sbw.salzburg.at. dreieck 02/2012
  • 24.
    24 | Inte rn at i o n a l e So l i darität Erkenntnis, dass weder die „traditionelle“ noch die „konventionelle“ Landwirtschaft, geschweige denn die „Grüne Revolution“ oder die „Neue Grüne Revolution“ (die „alte“ plus Gentechnik), für die kleinbäuerlich strukturierte Landwirtschaft eine Option mit Zukunftschancen ist. Die systematische Einführung und offensive Forcierung des Biolandbaus hingegen schon. Deshalb ha- ben wir uns im Rahmen der Regionalkoope- ration Salzburg – San Vicente (Departament mit 1180 km2, 174.000 EinwohnerInnen) für diesen Schwerpunkt entschieden. Konkret haben wir – 15 Organisationen der Zivilgesellschaft und die Gemeinde Teco- luca – MOPAO (Movimiento Popular de Agricultura Organica – Volksbewegung für Foto: INTERSOL den BioLandbau) gegründet. Dr. Hans Eder, Leiter des Instituts für Internationale Solida- rität im Salzburger Bildungswerk und Direk- Biolandbau als Option. tor von INTERSOL, ist Teil dieser Bewegung und eines der sieben Vorstandsmitglieder. Das ist ein Hinweis auf die Art, wie wir die Erfolge und Hürden Regionalkooperation verstehen: nicht bloß als Geldgeber (80 % der Mittel stammen vom Land Salzburg), sondern direkt in- volviert in den Prozess. D.h. wir beteiligen REGIONALKOOPERATION SALZBURG – SAN VICENTE uns mit konzeptuellen und strategischen Vorschlägen, Finanzen und Fachpersonal. I n El Salvador, einem Land minimal grö- als 20 Jahren weitgehend vom ehemaligen Das sprengt das klassische Geber-Nehmer- ßer als Niederösterreich, leben ca. 40 Präsidenten Cristiani stark beeinflusst, op- Korsett der „Entwicklungszusammenarbeit“ % der rund 7,3 Mio. Menschen in länd- tiert (noch?) nicht für einen fundamentalen und ersetzt es durch „Partnerschaft“, d.h. lichen Gebieten. Dort, wo noch immer die Paradigmen- und Politikwechsel. Die mi- Ko-Operation und Solidarität. extrem ungleiche Landverteilung eines der nimalen Veränderungsprozesse im Agrar- zentralen wirtschaftlichen, sozialen und bereich gehen eher auf die Kreativität und Erfolge und Hindernisse: politischen Probleme darstellt. Seit eini- Selbstbestimmung der Bauern und der mit Inkompatibilität von Biolandbau gen Jahren gibt es – durch das neo-liberale ihnen agierenden NGOs zurück. und (Neuer) Grüner Revolution Wirtschaftsmodell begünstigt – einen wei- In den letzten zwei Jahren wurden konzep- ter fortschreitenden Konzentrationsprozess Biolandbau und Permakultur tuelle, organisatorische und real-wirtschaft- von Grund und Boden. Die nunmehr seit als sinnvolle Alternativen zur liche, soziale Fortschritte erzielt. Beispiels- drei Jahren regierende (Mitte)Links-Re- Agroindustrie weise wurde die Ernährungssicherheit und gierung von Mauricio Funes und Sanchez In diesem Kontext forcieren wir den Bio- –souveränität gestärkt. Die Nahrungsmittel- Seren konnte und/oder wollte daran nicht landbau, kombiniert mit Initiativen der Per- Palette mit Bioprodukten für die Bedienung viel ändern. Auch die Agrarpolitik, seit mehr makultur. Ausgangspunkt ist die analytische lokaler Märkte konnte ebenso ausgeweitet werden wie der Export von Cashew-Kernen (Bio und Fair Trade), der wieder angekurbelt Dringend gesucht: wurde. Außerdem ist es gelungen, durch Beharrlichkeit und Konsequenz dazu beizu- ExpertInnen des BioLandbaus und Permakultur für Personaleinsätze, ev. tragen, dass sich Monsanto aus der Region auch StudentInnen der Boku Wien! (vorläufig?) zurückzog! Nähere Infos bei Dr. Hans Eder, Tel: 0662-972691-20, E-Mail: hans.eder@sbw.salzburg.at oder interstol.at. Aber für einen weiteren quantitativen und qualitativen Ausbau gibt es viele Hürden 02/2012 dreieck
  • 25.
    Inter n ation a l e S ol id a rit ät | 25 und Hindernisse: So kann sich die Regierung wirtschaft mit dem BioLandbau. Außer- eines großen Territoriums exklusiv für Bio- nicht dazu durchringen, die „fumigaciones dem: Die betroffene Bevölkerung in diesem Landbau. Die anderen Felder sollen – wenn aereas“ (Besprühung der Zuckerrohrfelder dichtest besiedelten Land Zentralamerikas überhaupt – mit BioPestiziden z.B. aus Boli- aus der Luft) konsequent zu verbieten. Wir leidet unter Haut- und Atemwegserkran- vien (unser Vorschlag) oder Cuba (Neigung verwiesen beim jüngsten Treffen mit dem kungen durch die Verwendung aggres- der Regierung) behandelt werden und sich Vize-Landwirtschaftsminister Flores auf die siver Pflanzenschutz- und „Reifungsmittel“. mittelfristig dem wirtschaftlich sinnvolleren Inkompatibilität der konventionellen Land- Unser Vorschlag zielt auf die Ausweisung BioLandbau anschließen. (HE) RIO PLUS/MINUS 20 Folgt der „nachhaltigen Entwicklung“ die Green Economy? Wo bleiben die Alternativen? D er UN-Gipfel von Rio 1992 zu Wirt- Wir sehen in diesem systemkonformen, d.h. schaft und Umwelt hatte große im Wesentlichen neo-liberalen Green-Eco- Erwartungen in Richtung einer Ver- nomy-System, gesteuert von den ohnehin söhnung zwischen Wirtschaft und Umwelt schon bekannten Akteuren der Weltwirt- geweckt – zu Recht wurde vom „Erd-Gipfel“ schaft, keine Lösung! Weil damit nach wie Foto: INTERSOL gesprochen, mit Weichenstellungen für vor das Primat der Wirtschaft, der homo oe- das Überleben der Menschheit. Genährt conomicus vorherrscht und den homo sapi- wurden die positiven Perspektiven durch ens dominiert, d.h., dass sich die Wirtschaft die Tatsache, dass es eine gewisse Über- die Politik und Gesellschaft unterordnet. einstimmung zwischen den Regierenden und den etablierten zivilgesellschaftlichen Deshalb sind die Ergebnisse von Rio und Ein Luxus, auf die wirklichen NGOs gegeben hat. Der Konsensbegriff war Millenniumsgipfeln insgesamt dürftig, Alternativen zu verzichten u.a. die „Nachhaltige Entwicklung“. durchwachsen und mehr negativ als positiv Gibt es Alternativen? Ja, die gibt es. Nach- – wenn als Richtkategorie das Gemeinwohl vollziehbar im Kopf der „einfachen“ Men- Nach 20 Jahren: Ernüchterung gilt (was denn sonst?). Die Armutsbekämp- schen ebenso wie bei hochkarätigen Die erste Ernüchterung kam zehn Jahre spä- fung ist gescheitert, die Gesellschaften ent- WissenschafterInnen und unabhängigen ter: beim Rio+10-Gipfel in Durban, Südafri- wickeln sich selber unter „Nachhaltigkeit“ sozialen Bewegungen der Zivilgesellschaft. ka. Man schrammte nahe am Abbruch der immer weiter auseinander. Die Bio-Diver- Konkrete Beispiele: Occupy-Bewegung von Konferenz vorbei. U.a. wurde deutlich, dass sität und kulturelle Vielfalt ist gefährdeter Frankfurt bis New York, die Jugendlichen die „nachhaltige Entwicklung“ nach und denn je, der Klimawandel galoppiert, die der Plaza del Sol in Madrid, die Aktivitäten nach zum Allerwelts-Begriff degradiert und Wirtschafts- und Klimaflüchtlinge zählen von ATTAC, die weltweiten Sozialforen, die inflationär von allen möglichen Akteuren bald 1 Mrd. Menschen. Bewegungen für Abya Yala indigener Völker verwendet wurde: von Regierungen eben- oder das Netzwerk sozialer Organisationen so wie von Konzernen und Entwicklungsa- 20 Jahre „Nachhaltigkeit“ und nun gegen Freihandelsabkommen (TLC) und für genturen. Hinzu gesellte sich die Übernah- die Green Economy? ALBA (Boliviarianische Allianz für die Völker me der „Millenniumsziele“ der Weltbank, Bei der offiziellen Rio+20-Konferenz und unseres Amerika), La Via Campesina, Orga- OECD, EU und der nationalen Regierungen den vielen Tagungen etc. hierzulande wird nisationen der Zivilcourage (auch hierzu- und div. systemkonformen NGOs – oder nun als Nachfolgekonzept für „nachhaltige lande – etwa gegen die Gentechnik in der etwa durch den „Globalen Marshall-Plan“. Entwicklung“ die Green Economy forciert: Landwirtschaft), ... Bezeichnend, dass davon der „globale Sü- Sie soll es regeln! In der Logik der Green Viele haben sich zur Parallelveranstaltung den“ (die sozialen Bewegungen und Orga- Economy sollen Natur und Ökosysteme – zum offiziellen Rio+20-Event in Rio eben- nisationen) nichts (mehr) hören und sehen und die Einwirkung der Wirtschaft – quasi dort eingefunden, angeklagt, eingefordert wollen. Sie wollen nicht – nicht mal „nach- mit einem Bonus-Malus-System bewertet und versucht, das „Neue“, eventuell sogar haltig“ – global, d.h. vom Westen ge- und werden. Das kennen wir doch schon beim eine „Neue Zivilisation“ zu skizzieren und verplant werden! Handel mit Klimazertifikaten – ohne Erfolg. einzuführen. (HE) dreieck 02/2012
  • 26.
    26 | A u s d e r D i re k t i o n Anpacken im Ehrenamt Wir blicken auf das Europäische Jahr der Freiwilligentätigkeit zurück und starten 2012 mit einer Organisationsentwicklung R und 1.300 Veranstaltungen mit über 86.000 Teilneh- keineswegs selbstverständlich, sondern wurde in vielen Jahren merInnen hat das Salzburger Bildungswerk im letzten Jahr durch umsichtige und engagierte Unterstützung gefördert und durchgeführt: Das zeigt die Veranstaltungsbilanz 2011. gestärkt. Ich bin immer wieder zu Veranstaltungen des Salzburger Bildungswerkes eingeladen, und es ist für mich beeindruckend, „Uns geht es um ein differenziertes, qualitativ hochwertiges Bil- mit welcher Freude BildungswerkleiterInnen diese Tätigkeit ausü- dungsangebot, welches möglichst wohnortnah zur Verfügung ben. Dabei geht es auch um wichtige Themen für unsere Zukunft steht. Dafür braucht es ein umfassendes Veranstaltungsservice, und unsere Gesellschaft: Alternative Energieszenarien, Förderung kompetente, persönliche Beratung, Vernetzungsarbeit sowie der Lesepatenschaft, politische Bildung und Gesundheit werden gut aufbereitete Anregungen für inhaltliche Schwerpunkte. Dies in vielfältiger Art und Weise behandelt“. wurde 2011 wieder sehr engagiert bewältigt“, betont Direktor Dr. Günther Signitzer. Organisationsentwicklung, um künftige Herausforde- rungen und Handlungsfelder zu bearbeiten Insbesondere in den Bereichen Eltern- und Seniorenbildung, bei Durch die Mittelfristige Fördervereinbarung mit dem Land Salz- Generationenprojekten, Aktivitäten zur Integration, Energie- und burg hatte das Salzburger Bildungswerk für 2011 eine solide fi- Gesundheitsthemen sowie bei politischer Bildung ist das Salzbur- nanzielle Planungssicherheit. ger Bildungswerk ein wichtiger Ansprechpartner in den Gemein- den. Um das Salzburger Bildungswerk für die Zukunft bestmöglich aufzustellen, wurde im Auftrag der Landeshauptfrau ein Organi- Ebenfalls erfreulich ist das erfolgreiche Durchlaufen des Quali- sationsentwicklungsprozess gestartet. Dieser Prozess wird 2012 tätstestierungsverfahrens sowie die Überreichung des „Ö-Certs“ begonnen und soll 2013 abgeschlossen werden. LHF Mag. Gabi und damit die Aufnahme in die Liste der Qualitätsanbieter (dazu Burgstaller betont die Wichtigkeit eines verstärkten Profils für mehr auf Seite 28). die Bildungswerkarbeit. LAbg. Rektor Prof. Dr. Josef Sampl, der Vorsitzende des Vorstandes, und Direktor Dr. Günther Signitzer Ehrenamt ist keineswegs selbstverständlich sind überzeugt, dass mit diesem Prozess nicht nur die engagier- Bei der Kuratoriumssitzung betonte LHF Mag. Gabi Burgstaller, te Arbeit aller BildungswerkleiterInnen, sondern auch der gesell- Präsidentin des Salzburger Bildungswerkes, das hohe ehren- schaftspolitische Wert dieser Bildungs- und Kulturarbeit deutlich amtliche Engagement der BildungswerkleiterInnen: „Dieses ist wird. Im Bild die Kuratoriumsmitglieder (v.li.): Dr. Günther Signitzer, LAbg. Dr. Josef Sampl, Mag. Eva Veichtlbauer, Katharina Lichtmanns- perger, LAbg. Bgm. Dr. Christian Stöckl, Mag. Dagmar Aigner, LAbg. Ingrid Riezler, LAbg. Lukas Essl, LHF Mag. Gabi Burgstaller, Mag. Rudolf Eidenhammer und Dr. Martin Wiedemair. 02/2012 dreieck
  • 27.
    Aus der Dire k t ion | 27 „Das war unsere Zeit!“ Geschichten, die das Leben schrieb … E in Sprichwort besagt: „Wenn ein al- ter Mensch stirbt, dann ist es, als ob eine ganze Bibliothek verbrennt“. Traditionen, Rituale, Sitten und Gebräuche verblassen. Es ist daher wichtig, Gedan- kengut zu erhalten und zu dokumentieren, besonders jenes der Jahrgänge vor 1933. Das Salzburger Bildungswerk möchte aktiv einen Beitrag leisten und startet daher im Herbst 2012 das umfangreiche Projekt „Das desarchiv dokumentiert und diese Art der ner Person gelegt werden, sondern auf die war unsere Zeit!“. Im ganzen Land Salzburg örtlichen Wissens- und Geschichtsspeiche- Lebensumstände wie z.B. Schule, Arbeit, sollen im Laufe des nächsten Jahres Ge- rung in Gemeinden als Fixeinrichtung ver- Wohnen, Kleidung, Nahrung, Krankheit, schichten, die das Leben schrieb, zusam- ankert werden“, so Walch. Feste und Bräuche, Religion, etc. Bei dieser mengetragen, professionell interviewt und ungezwungenen Veranstaltung kommen via Videokamera erfasst werden. „Der Fokus Erzählcafés vielleicht außergewöhnliche Erlebnisse liegt auf den Geburtsjahrgängen vor 1933, Um in den Gemeinden das Bewusstsein für oder Persönlichkeiten zum Vorschein, die keine Generation davor hat so viele Verän- die Wichtigkeit dieser „oral history“ zu we- sich für eine Dokumentation bestens an- derungen miterlebt wie jene der jetzt über cken, sollen den Befragungen öffentliche bieten. 80-Jährigen“, so der Initiator des Projektes „Erzählcafés“ vorangehen. Dabei können Dr. Alfred Berghammer, Leiter des Arbeits- alle Interessierten teilnehmen – zuhören kreises Seniorenbildung. Wie sah es in ihrer oder erzählen. Hauptaugenmerk soll dabei salzburger Gemeinde aus? Welchen Schulweg mussten nicht auf die gesamte Lebensgeschichte ei- bildungswerk Kinder um 1935 zurücklegen? Was erlebten sie im Unterricht? Wie wurde Weihnachten gefeiert? Und was hat sich eigentlich in den letzten siebzig Jahren verändert? All diese Ankündigung Fragen liefern subjektive Erinnerungen, die ein besonderes Stück Salzburger Geschich- Am 13. September 2012 wird das Projekt im Rahmen einer Pressekonferenz der Öffent- te dokumentieren und für nachkommende lichkeit vorgestellt. Das erste Erzählcafé findet am 23. September 2012 im Rahmen der Generationen identitätsstiftend sind. Eröffnung der Bildungswoche in Pfarrwerfen statt. Das ehrgeizige Projekt des Arbeitskreises Unsere Bitte an Sie: Bei der Ansprache lokaler „Persönlichkeiten“, und später auch bei der Seniorenbildung wird von Landesrätin Dr. Durchführung der Interviews, sind wir auf Ihre Hilfe angewiesen. Denn Sie sind unsere Tina Widmann gefördert und zielt darauf Kontaktperson zu den ZeitzeugInnen Ihres Ortes. Diese Ihre Unterstützung ist von enor- ab, in jeder der 119 Gemeinden des Landes mer Bedeutung für das Gelingen des Projektes, weshalb wir Sie schon jetzt um Folgendes Salzburg mindestens zwei ZeitzeugInnen zu ersuchen: Bitte teilen Sie uns mit, ob Sie sich eine Mitarbeit Ihres Bildungswerkes/Ihrer befragen. Die Koordinatorin des Projektes, Gemeinde am Projekt „Das war unsere Zeit!“ vorstellen können. Wenn ja, freuen wir uns Stefanie Walch, Bildungswerkleiterin aus über erste Überlegungen zu geeigneten ErzählpartnerInnen in Ihrem Ort! Hof, setzt damit einen Impuls, der die ältere Generation wachrüttelt, aber auch die jün- Für Anregungen und Fragen stehen wir gerne zur Verfügung: geren Generationen anspricht. „Möglichst Stefanie Walch (Projektleiterin), Tel: 0664-3520011 viele ältere Menschen sollen hinsichtlich E-Mail: stefanie@walch-partner.com oder office@sbw.salzburg.at ihrer Biografien aktiviert, das Erzählte durch örtliche Archive, Chroniken, Stadt- und Lan- dreieck 02/2012
  • 28.
    28 | A u s d e r D i re k t i o n Buchtipp Bildung mit Qualität Iwan Pasuchin Bankrott der Bildungsgesellschaft Qualitätszertifikat verlängert bis 2016 Pädagogik in politökono- mischen Kontexten S Verlag: Springer VS chon seit Jahren steht das Salz- ISBN 978-3-531-19637-4 burger Bildungswerk für Quali- 388 Seiten, € 51,35 tät in der Erwachsenenbildung, seit 2008 auch schriftlich nachweisbar des Salzburger Bildungswerkes war in Bankrott der Bildungsgesellschaft durch die LQW-Zertifizierung. „LQW“ diesen Prozess mit eingebunden. Mitte Die Vision von einer Bildungsgesellschaft, ist die Abkürzung für „Lernerorientierte Mai fand die Visitation durch Erich Fül- in der das durch Lernen angehäufte Wis- Qualitätstestierung in der Weiterbil- ling statt, einem Organisationsberater sen die zentrale ökonomische Ressource dung“ und wird von ArtSet Forschung, aus der Nähe von Hamburg. Ende Juni darstellen sollte, wurde im Zuge des Crashs Bildung, Beratung GmbH, einer deut- folgte dann ein Abschlussworkshop, des entfesselten Kapitalismus endgültig ad schen Institution, angeboten. Es ist ein bei dem gemeinsam strategische Ent- absurdum geführt. Immer mehr Menschen, Qualitätszertifikat, das die Lernenden in wicklungsziele für die nächsten vier die an das Versprechen glaubten, auf Ba- den Mittelpunkt stellt. In Österreich sind Jahre festgelegt und erarbeitet wurden. sis einer höheren Qualifizierung Wohlstand bereits 104 Bildungsorganisationen Darunter unter anderem die Veranke- oder wenigstens einen sicheren Arbeitsplatz LQW-zertifiziert, darunter St. Virgil, Bi- rung und Nutzung des Web 2.0 in der zu erlangen, sehen sich um die Früchte ihrer Ber – Bildungsberatung für Erwachsene internen und externen Kommunikati- Anstrengungen betrogen. So würde räum- und die Volkshochschule Salzburg. onsstruktur. liche und zeitliche Flexibilität, aber auch das Einbringen von Kreativität zumeist im Sinne Um das LQW-Zertifikat für weitere vier Es folgte die Überreichung des LQW- des Auftraggebers ausgelegt. Hinzu kämen Jahre zu erlangen, wurde ein neuer so Zertifikates, das uns gleichzeitig auch seit den 1970er Jahren stagnierende oder gar genannter „Selbstreport“ verfasst. Elf für das neue, österreichische Produkt rückläufige Gehälter von AkademikerInnen in verschiedene Qualitätsbereiche, darun- „Ö-Cert“ qualifiziert. Das „Ö-Cert“ soll wohlhabenden Ländern, während anderer- ter Lehr- und Lernprozess sowie Evalu- qualitätssichernde Maßnahmen der seits Pensionsabschläge und weitaus gerin- ation des Bildungsprozesses, wurden Erwachsenenbildungsorganisationen gere Arbeitsplatzsicherheit hinzugekommen dazu über-, bearbeitet und beschrie- aufzeigen, fördern und so Transparenz seien. ben. Das gesamte Team der Direktion verschaffen. (RiB) Das Buch untersucht die Zusammenhän- ge zwischen wirtschaftlichen und pädago- gischen Entwicklungen und setzt sich mit de- ren politischen Hintergründen auseinander. Ein Schwerpunkt liegt auf der Frage, welche Rolle der Bildungssektor bei der Gestaltung der Berufswelt spielt und v.a. spielen müsste, um diese den Bedürfnissen der breiten Be- völkerungsmehrheit entsprechend (mit-) zu prägen. Abschließend erfolgt das Aufzeigen möglicher Wege, wie Bildungsverfahren unter Berücksichtigung politökonomischer Kontexte sinnvoll gestaltet werden können. Dr. Iwan Pasuchin ist Erziehungswissenschafter, der sowohl als Dozent an mehreren Universitäten und Hochschulen tätig ist, als auch an einer „Brennpunkt- hauptschule“ unterrichtet. Nach dem Abschlussworkshop wurde den MitarbeiterInnen der Direktion von Erich Fülling das Zertifikat überreicht. 02/2012 dreieck
  • 29.
    Aus der Dire k t ion | 29 Unter einem Dach: Gemeindeverwaltung, Bildung und Kultur Tennengauer Bezirkstagung 2012 VON MICHAEL NEUREITER Vorbildliche Kooperation Das neue Gemeindehaus in Adnet ist ein Glücksfall: Hier gibt es Ge- meindeverwaltung, Bildung und Kultur unter einem Dach! Hier ta- gen die Gemeindevertretung und ihre Ausschüsse, hier veranstaltet das Salzburger Bildungswerk seine Vorträge. Im Nebenraum stellt die Gemeindebibliothek 4000 Medien zur Verfügung. Und eine Tür weiter erschließt das Marmormuseum die Entstehung und Nutzung dieses europaweit bedeutsamen Adneter Bodenschatzes! So traf man sich zur Bezirkstagung im Gemeindehaus, und Bgm. Wolfgang Auer informierte über die erfreuliche Entwicklung des Salzburger Bildungswerkes, des Marmormuseums und der Gemeindebiblio- thek in den letzten Jahren: „Wir freuen uns sehr, dass Maria Klappa- cher, Berthold Ziller und Petra Auer mit ihren Teams nicht nur eine Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der gut besuchten Bezirkstagung besonders erfreuliche Entwicklung ihrer Einrichtungen vorweisen 2012 des Salzburger Bildungswerkes Tennengau im Gemeindehaus Adnet. können, sondern auch über die vorbildliche Kooperation zwischen Im Bild (v.li.) Bezirksleiter Michael Neureiter, Bibliotheksleiterin Petra Auer diesen Einrichtungen unter einem Dach!“ (7.v.li.), Bildungswerkleiterin Maria Klappacher (9.v.li.), Museums-Sprecher Helmut Auer (11.v.li.), Bürgermeister Wolfgang Auer (13. v.li.) und der Pu- cher Bürgermeister Helmut Klose (re.) im neuen Marmormuseum. Rückblick und Ausblick Das Salzburger Bildungswerk Adnet wurde 2010 von Maria Klappa- cher als Bildungswerkleiterin übernommen. Sie hat in kurzer Zeit dies die 133. Bildungswoche im Bezirk! Nach dem Austausch über ein großes Team gewonnen und führt Veranstaltungen vor allem die „Lernende Region Tennengau” (Heike Guritzer-Maurer) und in den Bereichen Reisen, Gesundheit, Frauenthemen und Literatur über das „Forum Familie Tennengau” (Corona Rettenbacher) gab durch. Im Rahmen der Bezirkstagung informierten Bildungswerk- es Informationen über die landesweiten Initiativen des Salzburger leiterInnen aus den Tennengauer Gemeinden über ihre Schwer- Bildungswerkes durch Richard Breschar, Christa Wieland und Stefa- punkte: So gab es in Rußbach in Verantwortung des neuen Bil- nie Walch (über das Zeitzeugenprojekt „Das war unsere Zeit”). dungswerkleiters Peter Hafner im Juni eine Bildungswoche. Seit der ersten Bildungswoche im Tennengau 1962 in Annaberg-Lungötz ist MMag. Michael Neureiter ist Bezirksleiter im Tennengau. Aus G emei n d e u nd Bez irk | Ausgeschrieben den, ihre (max. 10) Gedichte einzusenden. Der Preis ist mit 2.500 Euro dotiert. Eine Jury, bestehend aus Dr. Brita Steinwendtner (Autorin), Ingrid Schimpl-Wallner (Lehrerin) und Hildemar Holl Maria Zittrauer-Lyrikpreis (Germanist, Literaturarchiv Salzburg), wird den/die PreisträgerIn Zur Erinnerung an die Lyrikerin und Trakl-Preisträgerin Maria Zit- auswählen. Dieser/diese wird zur Überreichung und Präsentation trauer schreiben der Gasteiner Kulturkreis und das Literaturhaus des „3. Maria Zittrauer-Lyrikpreises“ im Jänner 2013 eingeladen. Salzburg anlässlich des 100. Geburtstages im Jänner 2013 den „3. Die Gedichte müssen bis spätestens 19. Oktober 2012 an den Maria Zittrauer-Lyrikpreis“ zum Thema „Mächtig wirkt die Zeit“ Gasteiner Kulturkreis gesandt werden. aus. Gasteiner Kulturkreis Salzburger Dichterinnen und Dichter, deren lyrische Werke bisher 5640 Bad Gastein, Gasteiner Bundesstraße 1, Tel: 0664-1767968 nicht in Buchform gedruckt wurden, sollen damit animiert wer- Fax: 06434-2954, E-Mail: kulturkreis@a1.net dreieck 02/2012
  • 30.
    30 | A u s G e me i n d e u n d B ezirk Klassische Musik, kreatives Malen, ein kriminelles Menü und Jazz VON STEFANIE WALCH B ereits zum vierten Mal fand Anfang den kreativen MalerInnen, die unter der An- Juni 2012 die Veranstaltungsreihe leitung von Andrea Wurzer und Marianne „Kunst, Kultur und Kulinarik“ in Hof Litschauer einzigartige Kunstwerke gestal- statt, deren Ziel auch die Einbeziehung teten. Brigitta Klaushofer leitete den Work- einheimischer KünstlerInnen oder Musike- shop „Naturkosmetik“, wo u.a. eine Ringel- rInnen ist. So gaben zum Auftakt am Frei- blumencreme selbst hergestellt wurde. Für tag die jungen Talente des Musikums Hof die Kinder war Basteln und Malen für den ein Konzert, bei dem klassische Musik im Vatertag angesagt. Mittelpunkt stand. Das spezielle Ambien- te der Tenne im Rauchhaus war ein wür- Mord im Rauchhaus diger Rahmen für dieses Konzert, was die Am Samstagabend wurde es kriminell: „Mord beispiellosen Zusammenarbeit hatte der/ begeisterten BesucherInnen mit großem im Rauchhaus“ war der Titel der Stand up- die TäterIn natürlich keine Chance und wur- Applaus bestätigten. Der Samstag gehörte Comedy, bei der es neben einem Mordfall de am Schluss überführt. auch ein 3-Gang-Menü aus dem Restaurant „Zum Dreibergbachl“ in Plainfeld gab. Beim Die Jazz-Musik des Kranjc-Trios beim Früh- Konzept der „Salzburger DinnerCrime schoppen am Sonntag bildete einen gelun- Company“ verschwimmen die Grenzen zwi- genen Kontrast zu der alten, bäuerlichen schen Bühne und Zuschauerraum, und das Atmosphäre im Rauchhaus, die hauptsäch- Publikum wird zum Mitspielen aktiviert. Das lich jüngere Familien anzog. Die Hofer Bäu- Ergebnis war ein lebendiger und lustiger erinnen sorgten für das leibliche Wohl – so Theaterabend, bei dem die ZuschauerInnen wurde es ein sehr gemütlicher Vatertags- auch Pointen lieferten, weil die Schauspie- frühschoppen für alle BesucherInnen. lerInnen viele Zurufe aufgegriffen und Stefanie Walch ist Bildungswerkleiterin in Hof und schlagfertig eingebaut haben. Bei dieser Bezirksleiterin im Flachgau. Nicht jeder ist ein Aussteiger Mit Gregor Sieböck in zwei Stunden von Hof bis nach Neuseeland VON STEFANIE WALCH D er Weltenwanderer Gregor Sieböck wurden, ließ er die ZuhörerInnen an seinen begeisterte kürzlich bei seinem Dia- Wanderungen teilhaben. Zuerst auf dem vortrag zahlreiche BesucherInnen in Jakobsweg durch Europa bis nach Spanien, der Turnhalle der Volksschule Hof. dann von der Südspitze Amerikas durch die Gregor hat Wirtschaft und Umweltwissen- endlosen Weiten Patagoniens, auf der kö- schaften studiert und 2003 seinen Job bei niglichen Inkastraße von Peru bis Ecuador, der Weltbank in New York gekündigt, um entlang der kalifornischen Küste bis nach von Bad Ischl aus zu Fuß um die halbe Welt San Francisco. Die Wanderung durch Japan Walter Unterrainer und Stefanie Walch mit zu reisen. Sein Ziel dabei war, die Vision und schließlich durch Neuseeland bildete Gregor Sieböck (v.li.). von einem bewussten, einfachen Leben in den Abschluss seiner 3-jährigen Reise. Bei respektvollem Umgang mit der Erde zu ver- von interessanten und lustigen Anekdoten seinem Vortrag vermittelte er sehr authen- breiten. Mit beeindruckenden Bildern, die sowie philosophischen Gedanken begleitet tisch den Wechsel zwischen großer Ein- 02/2012 dreieck
  • 31.
    Aus G emein de un d Bez irk | 31 samkeit mit purer Lebensfreude, intensiven Bekanntschaften, spirituellen Erkenntnissen und immer wieder mit dem Staunen über die Schönheit der Natur. Die ZuhörerInnen waren von seiner Leis- tung und seiner Vision beeindruckt. „Es kann nicht jeder aussteigen. Aber es braucht Menschen wie Gregor, damit uns bewusst wird, was im Leben wirklich wichtig ist und wofür wir uns Zeit nehmen sollten“, laute- te die Aussage eines Besuchers. Die Ver- anstalter, Stefanie Walch vom Salzburger Bildungswerk und Walter Unterrainer vom USK Hof, dessen Mitglieder der Sektion Tischtennis auch für die Bewirtung gesorgt haben, waren über diese Beurteilung natür- lich sehr zufrieden. Stefanie Walch ist Bildungswerkleiterin in Hof und Bezirksleiterin im Flachgau. Gregor Sieböck auf dem Sarlkofel in Südtirol. Kneippen anstatt Kaffeetrinken Spannender Kneipp-Vortrag in Kuchl VON MARIA PLÖSSNIG S ind Sie schon einmal bei kühlen fer. Das Wasser um die Füße ist kalt, aber man zur Ruhe kommen möchte) behan- Maitemperaturen ins Wasser ge- man hält es aus. Dann steigt man tiefer delt man auch nur die Beine, die ja, wie stiegen? Langsam waten Sie tie- hinein und denkt sich bei den Oberschen- gerade berichtet, nicht so kälteempfind- keln: „Oh, kalt, aber noch geht es!“. Dann lich sind wie der Bereich oberhalb. kommt man zum Oberkörper – und da ist Wenn man dagegen müde ist, ist es rat- das Wasser nun wirklich zu kalt! Das liegt sam, die Arme bis zum Ellenbogen in ein daran, dass der menschliche Körper an kühles Wasserbecken zu tauchen und den Füßen einen bis drei Kältepunkte pro dort kurz die Arme kreisen zu lassen. Das Quadratzentimeter besitzt, während der muntert genauso auf wie Kaffee! Oberkörper, wo die lebenswichtigen Or- gane liegen, besser geschützt wird: Hier Die Gesundheitspädagogin Inge Buch- sind ca. 13 Kältepunkte pro Quadratzen- mayer vom Kneipp-Verein hat Ende Juni timeter verteilt! in Kuchl direkt bei der idyllisch gelegenen Diesen Temperaturspielraum nutzen Kneippanlage Tipps und Tricks verraten, Kneipp-Therapeuten, um einen vorbeu- wie man das Immunsystem stärken und genden und abwehrstärkenden Effekt sich selbst mit Wechselbädern und Kalt- bei den zu behandelnden Personen zu duschen Gutes tun kann. erzielen. Und aus diesem Grund geht man Aber nicht nur Wasser spielt beim Kneip- beim Wasser-Kneippen auch langsam mit pen eine Rolle. Im Herbst wird der Kneipp- dem Wasser von unten nach oben vor: Verein wieder in Kuchl gastieren – mit Nur nicht zu schnell, damit sich der Körper dem Thema „Gesundheitswickel“. Kneipp-Gesundheitspädagogin Inge Buchmayer (li.) verriet Tipps und Tricks langsam an den Temperaturunterschied Mag. Maria Plößnig ist Bildungswerkleiterin rund um das Kneippen. gewöhnen kann. Und meistens (wenn in Kuchl. dreieck 02/2012
  • 32.
    32 | A u s G e me i n d e u n d B ezirk Tu was, dann tut sich was! Das Lesezelt machte Station in St. Michael VON CHRISTINE RAMSPACHER D ie Wäscheleine mit fast 500 Ge- führte vom Lesezelt in die Buchhandlung schichten reichte vom Park bis Scharfetter, von dort weiter in die Pfarrbi- zum Lesezelt bei der Volksschule. bliothek und in die Bücherei der Haupt- Unterschiedlichste Texte animierten zum schule. Auf dem Programm standen ne- Lesen, durften auch „gepflückt“ und mit- ben afrikanischen Geschichten, erzählt genommen werden. Eine Märchenrallye von Autor Patrick Addai aus Ghana, auch Märchen und Schelmengeschichten von SR F.W. Scharinger. Das Lesen schmack- haft und abwechslungsreich machten ein Lesepicknick sowie abwechslungsreiche Autor Patrick Addai aus Ghana. Schulstunden. Die junge Autorin Sophia Stöckl präsentierte ihr erstes Buch „Zahfor mitmachen: Allen Schulen und Kindergär- auf magischen Abwegen“, und die Texte ten des Ortes, der Bibliothek, der Buch- zum Thema „Hurra Frühlingszeit“ brach- handlung Scharfetter, dem Elternverein, ten frischen Wind ins Pensionistenwohn- der Gemeinde und dem Salzburger Bil- heim. Auch der Elternverein beteiligte dungswerk St. Michael sei DANKE gesagt! sich und kam mit einem schweren Koffer im Zelt an, gefüllt mit interessanten Sach- Christine Ramspacher ist Bildungswerkleiterin in St. Michael. Die größeren Kinder lasen den kleineren vor. büchern. Es tut sich also was, wenn viele Hundstage in Bad Hofgastein VON HEIDEMARIA MIMRA D ie Thementage „Mensch Hund“, Artgerechter Umgang mit Hunden veranstaltet vom Salzburger Bil- und Aufklärung von Missverständ- dungswerk/KULTUR.GUT Bad Hof- nissen standen im Mittelpunkt der gastein, bemühten sich um einen konstruk- Veranstaltungen. tiven Dialog in der Öffentlichkeit zu einem Hundefreunde und Hundefeinde hatten viel diskutierten Thema. ihre Argumente, und sie haben sie beson- Der Hund als ältester Begleiter des Men- ders bei der von Mag. Alfred Hütteneder schen hat auch heute noch seinen Platz äußerst diplomatisch geleiteten Podiums- mitten unter uns. Er ist Wach-, Hirten-, La- diskussion mit maßgeblich Beteiligten aus winen-, Blinden- oder Therapiehund. Und dem ganzen Bundesland Salzburg auch manchmal ist er einfach nur der Gefährte deutlich artikuliert. Bgm. Friedrich Zettinig und der beste Freund seines Frauchens zeigte sich gegenüber der Idee, mit Unter- oder Herrchens. stützung der Gemeinde Freilaufgebiete in ren der Dog-Day im Weitmoser Schlössl, die Das Programm, das von Vorträgen über Mit- unserem Tal zu initiieren, in denen Hunde- Kunsthunde-Ausstellung und die Fotoaus- mach-Aktionen, Hund-Kind-/SeniorInnen- halterInnen spazieren gehen können und stellung. Da stand einfach das Vergnügen Tagen bis Kunstevents einen weiten Bogen Hunde die Möglichkeit zu Sozialkontakten von Mensch und Hund im Vordergrund. zum Thema „Mensch Hund“ spannte, wur- haben, ohne zu stören, sehr aufgeschlossen. Mag. Dr. Heidemaria Mimra ist Bildungswerkleiterin de dementsprechend aufmerksam verfolgt. Von solchen Problemen unbeschwert wa- in Bad Hofgastein. 02/2012 dreieck
  • 33.
    Aus G emein de un d Bez irk | 33 Europa in der Schuldenfalle? VON MARIA PLÖSSNIG W as ist los mit den GriechInnen? Di- Dr. Doris Wydra Mitte Mai in Kuchl konnte Ist es da ein Wunder, dass man gerne eines ese oder ähnliche Fragen haben ich mich zum Beispiel wieder an das deut- der ursprünglichen Hauptziele der EU, näm- sich in den letzten Monaten viele sche Defizit und die Aufweichung der Euro- lich die Sicherung des dauerhaften Friedens gestellt und wohl nicht nur wir, die „reichen“ Kriterien erinnern. Auch die Rezession von in Europa, aus den Augen verliert? Die ge- EuropäerInnen in Österreich. Die Krise des 2007 in Irland, die völlig andere Ursachen genseitigen Vorurteile, besonders zwischen Euro wird gerne mit diesem einen Land ver- („Bankenkrise“) als jene in Griechenland Deutschen und Griechen, sind jedoch seit bunden. Dass es sich hier jedoch eigentlich hatte, ist beinahe schon in Vergessenheit 2010 erheblich angewachsen. um eine Krise von mehreren europäischen geraten. Doris Wydra hat eingängig, verständlich, Staaten handelt – nämlich den uncharmant Es ist sehr leicht, Unzufriedenheiten und vor allen Dingen aber hochinteressant über und alles andere als sensibel bezeichneten Unsicherheiten auf andere zu fokussieren. diese komplexen Vorgänge berichtet. Und P(ortugal) I(rland/Italien) G(riechenland) Vor kurzem wurde festgestellt, dass Öster- sie hat eines klar gemacht: Nicht die Tren- S(panien)-Ländern wird gerne vergessen. reich innerhalb der EU (nach Luxemburg nung, sondern das verstärkte Zusammenar- Allzu einfach ist es, sich auf ein einzelnes und der Niederlande) die drittstärkste Wirt- beiten innerhalb Europas könnte aus ihrer Feindbild zu konzentrieren. Auch der zeit- schaftsleistung pro Kopf aufweist – Ten- Sicht ein akzeptabler Weg aus der Krise sein. liche Rahmen in der Euro-Historie wird denz steigend. Aber die Unsicherheit steigt Allerdings hat die EU hier wohl noch einen gerne unterschätzt: Nicht das Defizit Grie- trotzdem auch bei uns: Wie wird es weiter- weiten Weg vor sich. chenlands oder gar die ursprünglich ame- gehen mit unseren Sparbüchern und Ein- rikanische Finanzkrise stellten den Beginn lagen? Und politisch populäre Begriffe wie Mag. Maria Plößnig ist Bildungswerkleiterin in Kuchl. des schwachen Euros dar, sondern die Ur- der „Rettungsschirm“ oder die „Schulden- sachen sind vielfältiger und weitreichender. bremse“ mögen zwar eingängig sein, aber Erst nach Erinnerung durch den Vortrag von wer versteht wirklich, was dahinter steckt? IMB – In sti tut für Med ie nb ild u ng | Cybercheckers Hendrik Fellinger außerdem Kontakt mit den SchülerInnen über E-Mail und einer privaten Facebook-Gruppe, um sie bei Foto: LPB Franz Neumayr/SB weiteren Fragen und Problemen zu unter- Wie ist die Pilotphase gelaufen? stützen. VON HENDRIK FELLINGER Von Cybermobbing bis zu Werbefallen W ie funktioniert Hacken?“, „Was Inhaltlich wurde versucht, die für Kinder Landeshauptfrau Mag. Gabi Burgstaller „ mache ich, wenn ich im In- und Jugendliche wichtigsten Aspekte (2.v.li.) besucht die Cybercheckers. Im Bild ternet beschimpft werde?“, der Internetnutzung zu behandeln. Mit (v.li.) mit Schülerin Jovana, Projektleiter „Darf ich Filme und Musik aus dem Inter- viel Ausprobieren, aber auch einiges Hendrik Fellinger und Schülerin Lejla. net herunterladen?“: Diese und andere an theoretischem Wissen bearbeiteten Fragen stellten sich die TeilnehmerInnen die SchülerInnen Themen wie Internet- chen, die mit großer Begeisterung bei der des Pilotprojektes „Cybercheckers“, das grundwissen, Werbefallen, Urheberrecht Sache waren. Für die freiwillige Teilnahme seit Anfang des Jahres 2012 in der Neuen oder Cybermobbing. Mittels moderner erhielten alle SchülerInnen am Ende des Mittelschule Lehen durchgeführt wird. Präsentationstechniken konnten die Cy- Workshops ein Zertifikat, das sie als Cyber- Jeweils zwei SchülerInnen aus den 2. und bercheckers im Praxisbereich selbst über checkers ausweist. Zur großen Freude der 3. Klassen verbrachten vier mal zwei Un- das Erlernte sogenannte „Screencasts“ Cybercheckers überreichte Landeshaupt- terrichtseinheiten im Informatikraum und (kurze Videos, von den SchülerInnen mit frau Mag. Gabi Burgstaller persönlich die lernten viele Dinge über die Nutzung von Mikrofon moderiert, die zeigen, was am Urkunden und hatte noch das eine oder Internet, Handy Co, um sie später nach Bildschirm passiert) erstellen, damit die andere kleine Geschenk für die Internetpi- dem „Peer“-Prinzip mit ihren Klassenkol- Information auch hängenbleibt! oniere dabei! legInnen zu teilen. Seit der Durchführung In der Neuen Mittelschule Lehen waren Mag. Hendrik Fellinger arbeitet im IMB (Institut für des Workshops hält der Referent Mag. zwei Drittel der TeilnehmerInnen Mäd- Medienbildung). dreieck 02/2012
  • 34.
    34 | A r b e i t sk re i se tion zu tun haben, die sich sehr aktiv und selbstbewusst an Bildungsprozessen betei- ligt und in Bezug auf die Wahl der Inhalte, Methoden und Formen auch partizipativ eingebunden werden will. Zudem verfügt diese Generation zum Teil auch über höhere Bildungsabschlüsse und wünscht daher ein sehr differenziertes und anspruchsvolles Angebot, das möglichst vielen Bedürfnis- sen entgegen kommt. Entberuflichung Insgesamt zeigt sich, dass die Erwerbsbe- teiligung von älteren Menschen kontinu- ierlich abnimmt und vitale PensionistInnen kaum Möglichkeiten haben, ihre beruflich gewonnenen Erfahrungen produktiv einzu- bringen. Für eine Einrichtung, die mit ehrenamt- lichen BildungsorganisatorInnen vor Ort arbeitet, scheint diese Entwicklung beson- ders erfreulich, da sich unmittelbar nach der Pensionierung für viele Menschen ein Enga- gementfenster öffnet, das den Blick freigibt, sich zukünftig verstärkt ehrenamtlich einzu- bringen und die beruflichen Kompetenzen auf dieser Ebene weiterzugeben. Auch Im Alter mehr Zeit für Angebote, bei denen ältere Menschen ihre Foto: CORBIS Erfahrung und ihr Wissen an eine jüngere Engagement?! Generation weitergeben können, bieten ei- nen innovativen Ansatz, Erfahrungswissen und gesellschaftliche Teilhabe miteinander zu verknüpfen. Überlegungen zu einer zukunftsfähigen Seniorenbildung Singularisierung Der Anteil alleinstehender älterer Menschen W ir wissen es natürlich längst: In spruch erhebt, ein innovativer und attrak- ist im Steigen begriffen, und Wohnen von unserer Wohlstandsgesellschaft tiver Anbieter für Seniorenbildung zu sein. mehreren Generationen unter einem Dach werden immer mehr Menschen – eine weder immer gewünschte, noch älter und gewinnen – vor allem im „jün- Verjüngung ganz friktionsfreie Wohnform – zählt zu den geren Alter“ – auch deutlich an Lebens- Viele Menschen werden heute schon früh Seltenheiten, vor allem im urbanen Raum. qualität dazu. Für all jene, die sich fachlich mit dem „Altersproblem“ konfrontiert. Durch die Reduzierung sozialer Kontakte, mit dem Themenbereich Seniorenbildung Dies vor allem auf dem Arbeitsmarkt, auf das Versterben eines Lebenspartners oder beschäftigen – wie die Mitglieder des Ar- dem man mit Mitte 40 schon als „alt“ – dem Wegzug von Kindern braucht es ver- beitskreises Seniorenbildung im Salzburger manchmal auch als „zu alt“ für eine Tätig- mehrt Räume, in denen Begegnung und Bildungswerk – bedeutet das in mehrfacher keit – eingestuft wird. Paradoxerweise wird Austausch, aber auch Geselligkeit statt- Hinsicht eine große Herausforderung. gleichzeitig in der öffentlichen Darstellung finden können. Zudem ist die Kontinuität zunehmend ein Bild älterer Menschen prä- eines (Bildungs-)Angebots ein ganz zen- Im Folgenden will ich anhand der wesent- sentiert, das vor allem dynamische, aktive traler Bestandteil. Regelmäßige Treffen (wie lichen Strukturmerkmale, die eine älterwer- und jugendlich wirkende SeniorInnen zeigt, beispielsweise bei Selbst bestimmt und kre- dende Gesellschaft charakterisieren, zeigen, die kaum Spuren von Alterung aufweisen. ativ-Kursen) unterstützen die Tages- bzw. welche Herausforderungen sich für eine Für einen Bildungsanbieter bedeutet dies, Wochenplanung älterer Menschen und ge- Bildungseinrichtung ergeben, die den An- dass wir es heute mit einer älteren Genera- ben dadurch eine gute zeitliche Struktur. 02/2012 dreieck
  • 35.
    Ar bei tsk re ise | 35 Daneben spielen generationsübergreifen- Alleine die Aufzählung dieser wenigen de Angebote eine immer wichtigere Rolle. Merkmale macht deutlich, dass SeniorIn- Buchtipp Nicht nur weil sich die Familienstrukturen nenbildung heute mit vielfältigen Anforde- nachhaltig verändert haben, sondern auch, rungen konfrontiert ist. Der Arbeitskreis Se- weil es vermittelnde Angebote zwischen niorenbildung im Salzburger Bildungswerk den Generationen braucht, um Werthal- hat sich Ende Mai in einer Klausur gezielt ANDREAS KUMPF tungen deutlich zu machen und Verständ- diesen Herausforderungen gewidmet und Glück im Alter nis für die unterschiedlichen Bedürfnisse ausgelotet, welche Inhalte wir zukünftig Verlag: und Fragen zu fördern. anbieten möchten. Anton Pustet ISBN: 978-3-7025- Feminisierung Einige Schwerpunkte für die kommenden 0668-1 In unseren Breiten ist das Alter zunehmend Jahre werden sein: 160 Seiten, € 25,00 weiblich und aufgrund der höheren Le- 3 Spezielle Angebote im Bereich der poli- benserwartung von Frauen beinahe eine tischen Bildung für ältere Menschen be- 21 glückliche Menschen im Alter von 65 Zwei-Drittel-Frauengesellschaft. reitstellen. Vor allem unter dem Aspekt, bis 95 Jahren, porträtiert auf 160 Seiten Schon heute ist es so, dass die Allgemeine historisches Wissen für die nachkom- und eingeschlossen in zwei Buchde- Erwachsenenbildung auf einen sehr viel hö- mende Generation zugänglich zu ma- ckeln. Nicht gerade viel, könnte man heren Frauenanteil zurückgreifen kann und chen und gleichzeitig die gesellschafts- meinen, für so ein großes Thema. Aber, zwar quer durch alle Generationen. Frauen- politische Verantwortung für Heute zu so die einhellige Beschreibung, Glück bildungsangebote gewinnen aber gerade verdeutlichen. ist eben auch eine stille Sache, etwas im Alter noch einmal mehr an Bedeutung. 3 öglichkeiten für bürgergesellschaft- M Ruhiges, Bedächtiges und kommt in Was heißt es beispielsweise, nach einer liche Beteiligungsformen fördern unserer lauten und vollen Zeit eben langjährigen Partnerschaft alleine zu sein? 3 Themen wie Gesundheit, Patientenverfü- daher auch mit viel weniger aus. Vor Wie gelingt es, sich von vielleicht nicht-ge- gung, Vorsorgevollmacht forcieren allem aber beansprucht das Thema lebten Wünschen in einer positiven Form zu 3 Facetten geglückten Alters aufzeigen Glück Zeit, und die haben heute nur verabschieden, und welche Rolle will man und einer breiten Öffentlichkeit vorstel- wenige. Denn es gilt, ein ganzes Leben als ältere Frau in der Gesellschaft einneh- len, um die Angst vor dem Älter werden Revue passieren zu lassen und sich der men? Themen, die nicht ausschließlich im zu minimieren Frage zu widmen: Was hat mein Leben, Rahmen von Bildungsveranstaltungen be- 3 ernetzte Großveranstaltungen mit regi- V was hat mich glücklich gemacht? Sie handelt werden, aber Ausgangspunkt sein onaler Beteiligung (geplant: Brainweek merken gleich, das ist nicht einfach zu können, neue Perspektiven zu eröffnen. 2013) beantworten, und in jedem Fall gibt es dazu im Buch weder ein Patentrezept Hochaltrigkeit Wir freuen uns, wenn Sie unser Angebot noch wohlgemeinte Tipps, die helfen, Personen nach dem 80. Lebensjahr zählt für diese Zielgruppe verfolgen, sich daran das Glück zu finden. Das Buch will eher man zur sogenannten Gruppe der Hoch- beteiligen, aber auch kritisch bleiben und Anstoß geben, sich anhand von frem- altrigen oder zum 4. Lebensalter – eine zah- uns wissen lassen, was Sie vermissen. Der den Biographien anregen zu lassen, lenmäßig sehr stark wachsende Gruppe. Arbeitskreis Seniorenbildung wird sich in sich selbst dieser Frage zu widmen und Gerade in dieser Lebensphase scheint es jedem Fall den Interessen der älteren Men- gleichzeitig auch ein wenig zu schau- von großer Bedeutung, sich nochmals mit schen widmen und versuchen, am positiven en, was denn andere Menschen als ihr der eigenen Biographie, dem eigenen Le- Bild einer älter werdenden Gesellschaft mit- Glück definieren. Das Glück des Men- ben auseinander zu setzen, um letztendlich zubauen. (CW) schen liegt doch in einem selbst und auch das eigene Leben loslassen zu kön- nicht außerhalb, könnte man meinen, nen. Mitglieder des Arbeitskreises Seniorenbildung und daher ist ein Suchen gar nicht nö- Arbeitskreisleiter HR Dr. Alfred Berghammer Eine wichtige Lernaufgabe in dieser Phase Dr. Hannelore Blaschek tig. Nötig wäre vielleicht eher, sich ge- ist u.a. auch die Reduzierung von Angst, Brunhilde Grasser wahr zu werden, was denn das innere und gegen die Angst gibt es – so Wolfgang Mag. Ulrike Kendlbacher Glück ausmacht, und dann hat man es Hannerl Lusum Schmidbauer in seinem Buch Altern ohne Anna Moser vielleicht auch schon gefunden. In je- Angst – ganz mächtige Verbündete, wie RegR. Dieter Obermayer dem Fall ist der vorliegende Bildband zum Beispiel Kreativität, Neugierde und Mag. Monika Puck eine gelungene Inspiration, sich mit Dr. Helga Schloffer Humor. Bereiche also, die ganz stark mit Annemarie Schobesberger dem Glück im Alter zu beschäftigen Bildungsangeboten abgedeckt werden Mag. Andrea Weilguni und das eigene Leben daraufhin anzu- können. Prof. Robert Wintersteiger schauen. Marlene Wörndl dreieck 02/2012
  • 36.
    36 | Pe rs o n a l i a Neue Gesichter – Neue Ideen In Rußbach, St. Koloman, Straßwalchen und Tweng sind seit kurzem neue BildungswerkleiterInnen aktiv. Peter Hafner: Rußbach Daniela Vsol: Straßwalchen K W ürzlich wurde Peter Hafner zum neuen Bildungswerkleiter ie im letzten „dreieck“ kurz ange- in Rußbach bestellt. Als Vorsitzender des örtlichen Bildungs- merkt, hat Daniela Vsol die Leitung werkes freut sich Bürgermeister Josef Grasl, dass die Traditi- des Salzburger Bildungswerkes in on, Bildung zu den Menschen zu bringen, in Rußbach nach kurzer Straßwalchen übernommen. Sie leitet dort Pause eine ambitionierte Fortsetzung erfährt. Dem pensionierten auch das Service- und Familienbüro und hat Hauptschullehrer Peter Hafner ist es ein besonderes Anliegen, mit somit bereits Erfahrung im Bildungsbereich. seiner Bildungsarbeit zu einem lebendigen Gemeinschaftsleben Das Familienbüro ist Ansprechpartner in allen beizutragen und Impulse zu setzen sowie sich mit Brauchtum und Fragen rund um Familie, Job und Weiterbildung. Im Frühjahr wurde Moderne zu beschäftigen. (CW) Daniela Vsol im Rahmen eines Kerngespräches von Isolde Mrwa zur Leiterin bestellt. Bürgermeister Johann Kreil ist sehr erfreut darüber, dass das örtliche Bildungswerk nach über zwei Jahren nun endlich wieder eine Leitung hat. Wir freuen uns auf die künftige Zusam- menarbeit mit Daniela Vsol und interessante Kooperationen mit dem Familienbüro! (IM) Wolfgang Kocher: Tweng R obert Grießner, Bezirksleiter des Salzburger Bildungswerkes im Lungau, bestellte kürzlich Dipl. Ing. Wolfgang Kocher zum neuen Bildungswerkleiter von Tweng. Der junge Landwirtschaftslehrer und Bauer möchte den Einwoh- nerInnen von Tweng ihren Ort wieder näher bringen und auch die Im Bild die ehemalige Bildungswerkleiterin VD Margret Schnitzhofer (5.v.li.), Bildungswerkleiter Peter Hafner (Mitte) und Bgm. Josef Grasl Besonderheiten, die die Region bietet, zum Thema machen. Dazu (3.v.re.) im Kreise engagierter Rußbacher. zählen im Bereich Landwirtschaft unter anderem ursprüngliche An- bausorten, die interessante Vorteile und Alternativen bieten. „Dieses Vorhaben passt sehr gut in das Gesamtprogramm der Lungauer Bil- dungswerke und in den Biosphärenpark“, meint Robert Grießner. Petra Eisl: St. Koloman Mit der ehemaligen Bildungswerkleiterin und Bibliothekarin von Tweng, Sieglinde Wessely, freut sich auch Bürgermeister Franz Pöl- P etra Eisl übernimmt mit Sommer 2012 in Sachen Bildungs- litzer, dass das Bildungswerk Tweng mit neuem Schwung wieder und Kulturarbeit die Leitung des Salzburger Bildungswerkes aktiviert wurde und nun für die Bevölkerung interessante Angebote in St. Koloman. Auch wenn Petra Eisl für den Sommer schon erarbeitet werden. (RiB) einige Programmpunkte für St. Koloman geplant hat, wird die offi- zielle Bestellung erst im Oktober mit Bürgermeister Willi Wallinger und Bezirksleiter MMag. Michael Neureiter stattfinden. Petra Eisl schließt in Kürze die Ausbildung zur Diplom-Erwachsenen- bildnerin mit Schwerpunkt Gesundheitsbildung ab und leitet seit Im Bild (v.li.) Bezirks- mehreren Jahren die Eltern-Kind-Gruppe in St. Koloman. Wir freuen leiter Robert Grießner, uns, dass Petra Eisl die langjährige und überaus erfolgreiche ehren- Sieglinde Wessely, amtliche Arbeit von Herbert Walkner fortsetzen wird und wünschen Wolfgang Kocher und ihr viel Freude für die zukünftigen Aufgaben. Gemeinsam machen Franz Pöllitzer. wir Bildung lebendig! (CW) 02/2012 dreieck
  • 37.
    Per sona lia | 37 Das Salzburger Das Salzburger Bildungswerk gratuliert Bildungswerk trauert HR Mag. Hans Lunzer, Geschäftsführer des Burgenlän- um Hans Katschthaler dischen Volksbildungswerkes, Josef Kohlberger, Bildungswerkleiter in Köstendorf, DI Dr. Christoph Braumann, Mitglied im Fachausschuss L andeshauptmann a.D. Dr. Hans Katschthaler ist und im Beirat Gemeindeentwicklung, am 5. Juli 2012 verstorben. Georg Kirchner, Bildungswerkleiter in Bramberg, Er war mit ganzem Herzen ein Bildungsmensch, Andrea Rieder, Bildungswerkleiterin in Hollersbach, der persönliche und regionale Identität mit Weitblick Maria Höll, Bildungswerkleiterin in Annaberg-Lungötz, über inhaltliche und politische Grenzen verbinden Bgm. Adolf Hinterhauser, Dorfbeuern, konnte. Heimat und Offenheit waren keine Gegen- DI Karl Paschek, ehem. Bildungswerkleiter in Plainfeld, sätze, sondern unabdingbare Voraussetzungen für Fritz Kutter, Kustos Museum Bad Gastein, eine positive Entwicklung. Politische Bildung ein un- Johann Haigermoser, ehem. Bildungswerkleiter in verzichtbares Element für konstruktiven, gesellschaft- Annaberg-Lungötz, lichen Diskurs. Ökologie und Naturschutz Grundlagen für die Bewahrung Augustin Kloiber, Restaurator für die Heimatmuseen, der Lebensqualität. Bgm. Josef Leitinger, St. Martin/Lofer, Bgm. Heinrich Perner, St. Andrä/Lungau Bereits einige Jahre vor seiner politischen Tätigkeit in der Landesregierung war er als vielfach gefragter Referent für das Salzburger Bildungswerk un- zum runden Geburtstag. terwegs. Bei der Frühjahrstagung 1968 stellte er eine vielbeachtete Veran- staltungsreihe unter dem Titel „50 Jahre Republik Österreich“ vor, die in vielen Gemeinden großen Anklang fand. In die Zeit seiner Ressortführung Gemeindebundpräsident Bgm. Helmut Mödlhammer in der Landesregierung für den Bereich Bildung fallen auch die Initiative zur Verleihung des großen Ehrenzeichens des Landes für den ersten Entwicklungsplan der ARGE Salzburger Erwachsenenbil- Salzburg. dung „Modell Erwachsenenbildung Salzburg“, welches weit über die Grenzen Anerkennung gefunden hat, der Förderungspreis für besondere Dipl. Päd. Ing. Wolfgang P. Paretta zur Bestellung Leistungen auf dem Gebiet der Erwachsenenbildung sowie die Einrich- zum Geschäftsführer des LFI Salzburg (Ländliches tung des Hauses der Erwachsenenbildung, in dem auch das Salzburger Fortbildungsinstitut). Bildungswerk eine Heimstätte gefunden hat. In der Folge wurde die finan- zielle Ausstattung der Einrichtungen erheblich verbessert. Die Integration Den Gemeinden Neumarkt am Wallersee, St. Michael der Dorferneuerung sowie die Stärkung und inhaltliche Erweiterung des im Lungau und Mattsee zur Auszeichnung „Lehrlings- Salzburger Bildungswerkes in den Bereichen Elternbildung, Politische Bil- freundlichste Gemeinde“ des Landes. dung und Internationale Solidarität wurden von ihm ebenfalls tatkräftig unterstützt. Von 1984 bis 1990 war er Präsident des Verbandes Österreichischer Volks- bildungswerke und initiierte das „Bildungspolitische Grundsatzpapier für die Volksbildung“ (1986). 1989 bis 1996 war Hans Katschthaler auch Präsi- dent des Salzburger Bildungswerkes, und seit 1996 war er Ehrenmitglied. Auch in den vergangenen Jahren zeigte er in persönlichen Gesprächen immer wieder sein Interesse an unserer Bildungs- und Kulturarbeit und war weiterhin im Rahmen des Salzburger Bildungswerkes tätig, sei es bei unseren Veranstaltungen der politischen Bildung oder durch seine Le- sungen in Pinzgauer Mundart. Foto: Franz Neumayr Wir haben mit Hans Katschthaler nicht nur einen großartigen Menschen und Förderer der Erwachsenenbildung verloren, sondern auch eine Person, die Hirn – Herz – Hand in ihrem politischen Wirken verbinden konnte. Es waren über 40 Jahre intensive, persönliche Verbundenheit zum Salzburger Bildungswerk und zu den Menschen, die ehren- oder Im Bild Helmut Mödlhammer (Mitte) mit LHF Gabi Burgstaller hauptamtlich in dieser Einrichtung arbeiten – dafür danken wir aufrich- und LH-Stv. Wilfried Haslauer. tig! (GS) dreieck 02/2012
  • 38.
    38 | Pe rs o n a l i a Sepp Scheibl – ein Nachruf D ie Mitglieder des Salzburger Bil- einer richtigen Schatzkiste angewachsen, dungswerkes Elsbethen und des Els- die vieles über die Geschichte des Ortes bethener Museumsvereins trauern erzählt und auch weithin über die Grenzen um ihren Leiter, Sepp Scheibl, der am 7. Juni Elsbethens bekannt und anerkannt ist. 2012, dem Fronleichnamstag, völlig uner- wartet im 68. Lebensjahr verstorben ist. Sepp Scheibl war bekannt und beliebt we- gen seiner 1.600 Sendungen im ORF Salz- Sepp Scheibl wusste sehr viel über die Ge- burg, seiner vielen Lesungen und seiner meinde Elsbethen und die Region, über die Mundarttexte. Aber auch aufgrund seiner prähistorische Zeit, die frühe Siedlungsge- Art, die Menschen zusammen zu holen, zu schichte, die Kriegs- und Nachkriegszeit ge- motivieren und mit seiner Begeisterung nauso wie über die Geschichte vieler Höfe anzustecken – wie bei den vielen Veran- und Familien. staltungen im Museum. Das von ihm be- gründete Oktoberfest hat sich inzwischen Seine Freude, die Geschichte der Gemeinde zu einem Höhepunkt im Jahreslauf des Ge- Sepp Scheibl, aus seinem Buch zu erforschen, historische Gegenstände und meindelebens entwickelt. „S‘Lachen und s‘Leben“ 1994 Ansichten zu sammeln und zu präsentieren, war faszinierend. Seine Sammelleidenschaft Sepp, es war S‘Lachn ist vom Herrgott gebn, und führte schließlich dazu, dass vor 25 Jahren „a bsondere Zeit“ macht den Menschen mächtig, das Elsbethener Museum gegründet wurde. mit dir! do manchmal hat ma den Inzwischen ist das „Pulvermachergütl“ zu (RiB) Verdacht, wer lacht, gilt als verdächtig. Jeder muaß sein Binkerl tragn, Silberner Dank an Gerhard hast viel Humor, brauchst net verzagn. Haslauer Im Lustigsein steckt Himmelsmacht, weils Freudnbringa Freudn macht. D as Salzburger Bildungswerk bedankte sich im Mai bei Volksschuldirektor Ger- hard Haslauer für die langjährige Mitarbeit mit der Ehrennadel in Silber. Seit über 20 Jahren organisiert Haslauer vor allem kulturelle Veranstaltungen oder den kulturellen Rahmen von Bildungsveranstaltungen des örtlichen Bildungswerkes in Leopoldskron-Moos. Dem ehemaligen Kapellmeister ist vor allem die musikalische Jugendarbeit wichtig. So hat er zum Beispiel die musische Erziehung in der Volksschu- Zum Gedenken le Leopoldskron sehr stark unterstützt. Er selbst leitet die Volksschule Walserfeld. Auf besonderes Interesse sind auch seine Am 26. Mai 2012 ist OSR Franz Altenber- musikalischen Moorwanderungen, die ger im 84. Lebensjahr verstorben. Franz Bildungstage, drei Bildungswochen und Altenberger war fünf Jahre (1975-1980) die „Mösler Adventfenster“ gestoßen. Leiter des örtlichen Bildungswerkes in Großgmain. Neben seinem Beruf als Im Namen der Leopoldskroner Bil- Lehrer hat er sich auch in der Erwachse- dungswerkleiterin Waltraut Hofmeister nenbildung ehrenamtlich engagiert und bedanken wir uns ganz herzlich für die seinen wertvollen Beitrag geleistet. Wir tolle Mitarbeit und wünschen Gerhard werden Franz Altenberger ein ehrendes Haslauer weiterhin viel Freude bei sei- Gedenken bewahren, unsere Anteilnah- Im Bild Gerhard Haslauer (Mitte) mit Waltraut nen vielen Aktivitäten! (RiB) me gilt den Angehörigen. Hofmeister und Richard Breschar. 02/2012 dreieck
  • 39.
    Unser neues Angebotin der SeniorInnenbildung ist da! Mehr auf unserer Homepage unter bildungsbereiche/ seniorenbildung Foto: iStock
  • 40.
    Österreichische Post AG Info-Mail. Entgelt bezahlt. www.salzburgerbildungswerk.at salzburger Wir machen bildungswerk Bildung lebendig!