Erwachsenenbildungs-Magazin des Salzburger Bildungswerkes   03/2011




Aktives Altern?!




Wenn Frauen
Schule machen …

Dritte Welt-
Patenschaften




                                                            salzburger
                                                              bildungswerk
Das Team des Salzburger Bildungswerkes

Direktion                                       Barbara HoLZNER                            Gemeindeentwicklung
Günther SIGNITZER                               Institut für Seniorenbildung               Salzburg
Geschäftsführung                                Örtliche Bildungswerke                     alexander GLaS
Tel: 0 662-87 26 91-14                          Tel: 0 662-87 26 91-17                     Tel: 0 662-87 26 91-13
g.signitzer@sbw.salzburg.at                     barbara.holzner@sbw.salzburg.at            alexander.glas@sbw.salzburg.at
Sarah BaIER                                     Karin MaRESCH                              anita MoSER
Sekretariat                                     Sekretariat                                Tel: 0 662-87 26 91-18
Tel: 0 662-87 26 91-24                          Tel: 0 662-87 26 91-12                     anita.moser@sbw.salzburg.at
sarah.baier@sbw.salzburg.at                     karin.maresch@sbw.salzburg.at              Sarah REITHER
Richard BRESCHaR                                Isolde MRWa                                Tel: 0 662-87 26 91-27
Örtliche Bildungswerke                          Organisation                               gemeindeentwicklung@sbw.salzburg.at
Tel: 0 662-87 26 91-19                          Tel: 0 6277-77 94
richard.breschar@sbw.salzburg.at                isolde.mrwa@sbw.salzburg.at                Forum Familie
Sonja CHRIST                                    Manuela PLENINGER                          andrea-Maria GRUBER
Sekretariat/Buchhaltung                         Öffentlichkeitsarbeit                      Pongau, Tel: 0664-8284180
Tel: 0 662-87 26 91-11                          Tel: 0 662-87 26 91-16                     forumfamilie-pongau@salzburg.gv.at
sonja.christ@sbw.salzburg.at                    manuela.pleninger@sbw.salzburg.at          Wolfgang MayR
Hans EDER                                       Brigitte SINGER                            Flachgau, Tel: 0664-8284238
Institut für Internationale Solidarität         Institut für Elternbildung                 forumfamilie-flachgau@salzburg.gv.at
Tel: 0 662-87 26 91-20                          Tel: 0 662-87 26 91-15                     Corona RETTENBaCHER
hans.eder@sbw.salzburg.at                       brigitte.singer@sbw.salzburg.at            Tennengau, Tel: 0664-8565527
Wolfgang FoRTHoFER                                                                         forumfamilie-tennengau@salzburg.gv.at
Institut für Europa                             Institut für Medienbildung                 Christine SCHLäFFER
Tel: 0 662-87 26 91-21                          Martin SEIBT                               Pinzgau, Tel: 0664-8284179
w.forthofer@sbw.salzburg.at                     Geschäftsführung                           forumfamilie-pinzgau@salzburg.gv.at
Ulrike FREIDL                                   Tel: 0 662-82 20 23-12                     Monika WEILHaRTER
Sekretariat                                     seibt@imb-salzburg.at                      Lungau, Tel: 0664-8284237
Tel: 0 662-87 26 91-22                          Monika HoHENLoHE                           forumfamilie-lungau@salzburg.gv.at
ulrike.freidl@sbw.salzburg.at                   Tel: 0 662-82 20 23
Michaela HaBETSEDER                             office@imb-salzburg.at
Öffentlichkeitsarbeit
m.habetseder@sbw.salzburg.at



                Qualitätssiegel
                Salzburger                Salzburger Bildungswerk
                Bildungswerk              SBWbildungswerk

                Qualitätstestiert
                bis 02.07. 2012



  Veranstaltungstipps

 Regionalkonferenzen und Bezirkstagungen 2012                                       Bildungswoche Hüttau
 Flachgau, 2. März 2012, 14.00 bis 19.00 Uhr, Holznerwirt, Eugendorf                15. bis 21. April 2012
 Lungau, 9. März 2012, 14.00 bis 19.00 Uhr, Lungauer Bildungsverbund, Tamsweg
 Pinzgau, 16. März 2012, 14.00 bis 19.00 Uhr, Wirtschaftskammer Zell am See
Editorial                                                                               Impressum

                                                                                        Herausgeber und Verleger:
                                                                                        Salzburger Bildungswerk (Dr. Günther Signitzer)
Ein Jahr voller Bildung und Bereicherung                                                Redaktion: Manuela Pleninger (MP)
                                                                                        Imbergstraße 2/2, 5020 Salzburg
Ein Jahr ist vergangen, seit ich das Salzburger Bildungs-                               Tel. 0662-87 26 91-0 Fax 0662-87 26 91-3
                                                                                        E-Mail: office@sbw.salzburg.at
werk im Bereich Öffentlichkeitsarbeit unterstütze. Ein                                  www.salzburgerbildungswerk.at
spannendes Jahr voller Bildung geht für mich zu Ende:                                   ZVR 200 288 147
So lernte ich viele Salzburger Gemeinden von einer neu-                                 Grafik: Werbeagentur Gerhard Gürtler
en, facettenreichen Seite, vielleicht sogar überhaupt erst                              Coverfoto: © Fotolia, Foto Rückseite: Dr. Hans
                                                                                        Stehrer, Bildungswerkleiter Strobl
kennen, bei 119 Gemeinden auch verständlich, oder? Ich
                                                                                        Fotos: Salzburger Bildungswerk
hoffe, man verzeiht mir. Außerdem erfuhr ich Persönlich-                                (falls nicht anders angegeben)
keitsbildung durch einen – nennen wir ihn – generations-                                Druck: Schönleitner, Kuchl
                                                                                        Gedruckt auf chlorfrei gebleichtem Papier.
übergreifenden Dialog, fand Zugang zu Traditionen und
                                                                                        Auflage: 2.200
Brauchtümern wie die Mundartdichtung. Sah Bildungsei-
                                                                                        MitarbeiterInnen Redaktion:
fer und Bildungslust, verbunden mit teils Bildungsfrust.                                Dipl.-Ing. Richard Breschar (RiB)
Ich kann sagen, ich fühle mich nach einem Jahr Bildungswerk gebildeter.                 Dr. Hans Eder (HE)
                                                                                        Dr. Wolfgang Forthofer (FT)
                                                                                        Alexander Glas (AG)
... dies alles klingt wohl eher nach EINbildung!                                        Mag. Michaela Habetseder (MiHa)
                                                                                        Mag. Barbara Holzner (bh)
Aber ich finde auf Ihre – unsere – Bildungsarbeit kann man sich auch etwas „einbil-     Dr. Anita Moser (AM)
                                                                                        Isolde Mrwa (IM)
den“, ist sie doch mit anderen Erwachsenenbildungseinrichtungen im Land Salzburg        Dr. Günther Signitzer (GS)
nicht vergleichbar. Wo sonst verfolgen so viele unterschiedliche Persönlichkeiten       DSA Mag. Brigitte Singer (BS)
und Charaktere ein gemeinsames Ziel, nämlich ihre Gemeinde lebenswerter, kultu-         Blattlinie: Darstellung und Auseinandersetzung mit
reller und aufregender für alle zu gestalten – und das alles ehrenamtlich?! Und wo      aktuellen bildungs- und gesellschaftspolitischen
sonst bewegt eine Woche voller Bildung ganze Gemeinden?                                 Themen, Mitteilungs- und Serviceblatt über Veran-
                                                                                        staltungen des Salzburger Bildungswerkes.
Ich freue mich schon jetzt auf (m)ein Bildungsjahr 2012 voller neuer Ideen und Ver-     Das „dreieck“ richtet sich an MitarbeiterInnen in
anstaltungen. Besonders freue ich mich auf den Kontakt mit vertrauten Gesichtern        der Erwachsenenbildung, MultiplikatorInnen,
sowie auf das Kennenlernen von neuen Persönlichkeiten. Einige konnte ich schon          PolitikerInnen sowie Medien.

auf unserer diesjährigen Herbstfahrt (lesen Sie dazu mehr ab Seite 26) nach Linz per-   Namentlich gekennzeichnete Beiträge drücken die
                                                                                        Meinungen der AutorInnen aus. Sie müssen sich
sönlich begrüßen, auch über Besuche im Büro freue ich mich immer wieder, und seit
                                                                                        nicht immer mit der Auffassung von Redaktion und
Herbst kann man sich nun auch virtuell mit mir/uns anfreunden.                          Herausgeber decken.

                                                                                        Offenlegung nach dem Pressegesetz: Aktuelle
Man kann sich mit uns anfreunden?!                                                      Berichte, Informationen und Stellungnahmen,
Ja, seit Oktober ist das Salzburger Bildungswerk nun auch im Web 2.0 angekommen         die im Zusammenhang mit der Tätigkeit des über-
                                                                                        parteilichen und konfessionell nicht gebundenen
und unter www.facebook/salzburgerbildungswerk und twitter.com/SBGBildungs-              Salzburger Bildungswerkes stehen.
werk bereit, sich mit „Bildungshungrigen“ virtuell auszutauschen, zu vernetzen und
                                                                                        Wir danken für die Zusammenarbeit und
über unsere vielen Veranstaltungen zu informieren. Bildungseinrichtungen wie das        Unterstützung dem bm:ukk.
Kärntner Bildungswerk, das Burgenländische oder Steirische Volksbildungswerk
                                                                                        dreieck-Leserservice:
sind bereits auf Facebook, für uns eine gute Möglichkeit, sich überregional am Lau-     Fragen an die Redaktion: Tel. 0662-872691-0 oder
fenden zu halten. Auf Twitter gehören wir jedoch zu den Vorreitern Österreichischer     E-Mail: office@sbw.salzburg.at
                                                                                        Erscheinungsweise: 2-3mal jährlich
Bildungseinrichtungen. 140 Zeichen ermöglichen es uns, in Echtzeit über Aktivitäten
                                                                                        Abonnement- und Einzelbestellung:
unserer täglichen Bildungsarbeit zu informieren. Werden Sie Teil unserer Communi-       Einzelheft € 4,- (exkl. Versand)
ty und verfolgen Sie uns bei unserer täglichen Arbeit (lesen Sie mehr auf Seite 6).     Jahresabonnement € 11,-
                                                                                        Einzahlungen: RVS Salzburg Kto-Nr. 00047993,
                                                                                        BLZ 35 000
Für dieses Jahr ist das unsere letzte Ausgabe. Ich wünsche Ihnen angenehme Win-         Wenn bis 31. Dezember keine Abbestellung erfolgt,
tertage und schon jetzt Frohe Weihnachten. Wir lesen uns im nächsten dreieck, das       verlängert sich das Abo jeweils um ein weiteres Jahr.
Ende April 2012 erscheinen wird!                                                        Vorstand des Salzburger Bildungswerkes
                                                                                        Rektor Dr. Josef Sampl, HR Dr. Alfred Berghammer,
                                                                                        HR Dipl. Ing. Günter Daghofer, Dr. Andrea Eder-
Bis dahin machen wir Bildung lebendig!                                                  Gitschthaler, BSI Josef Irnberger, HR Dr. Andreas
                                                                                        Kiefer, Senatsrat Dr. Heinz Klier, Dr. Lucia Luidold,
Manuela Pleninger                                                                       Dr. Ursula Maier-Rabler, HR Dr. Eduard Paulus,
                                                                                        HR Prof. Dr. Wilhelm Pölzl, Prim. Dr. Josef Rücker,
Öffentlichkeitsarbeit                                                                   OStR Prof. Felix Strohbichler, Prof. Dr. Martin
                                                                                        Wiedemair

                                                                                        Präsidentin des Salzburger Bildungswerkes
                                                                                        LH Mag. Gabi Burgstaller
4 |




                                                                   Erwachsenen-




                                                                                                                                                 Inhalt
                                                                   bildung
                                   Foto: Pixelio.de /Bredehorn.J
                                                                   weiterhin
                                                                   auf der
                                                                   Ersatzbank?

                                                                   Mehr dazu auf


07
                                                                   Seite 7

       Erwachsenenbildung                                                                08         Eltern-, Frauen-
                                                                                                    und Seniorenbildung




       Blickpunkte                                                                          Gemeindeentwicklung
       06 BildungsWEB 2.0                                                                   16 Salzburger Gemeinden schaffen Orte der Begegnung
                                                                                            17 „Neues Leben in alten Mauern – Lebensraum. Lebenstraum.
                                                                                               Gemeinde“
       Erwachsenenbildung                                                                   17 Neue Staffel „J.A! Jung trifft Alt“ gestartet
       07 Erwachsenenbildung weiterhin auf der Ersatzbank?                                  18 Ein Herz für Hallein
       07 Fördern statt fordern
       08 Kostenlose Bildungsberatung für ALLE
                                                                                            Europa und Politische Bildung
                                                                                            20 Freie Fahrt nach Mikulov
       Eltern-, Frauen- und Seniorenbildung                                                 21 Das Europa, das wir brauchen versus das Europa,
       08   Geld für die Familienkassa                                                         das wir wollen
       09   Das war unsere Zeit! Generationen erzählen                                      21 Kunst im Zeichen des religiösen Dialogs
       10   Kinder brauchen Grenzen?!                                                       22 Vorschau 2012: Nie wieder Krieg!
       12   Aktives Altern?!
       14   GLOSSE: Wenn Frauen Schule machen ...
                                                                                            Internationale Solidarität
                                                                                            23 Was steckt hinter Dritte Welt-Patenschaften?




                                                                          Ein Herz für Hallein
                                                                          Mehr dazu ab Seite 18


 03/2011 dreieck
| 5




16   Gemeindeentwicklung                 24          Aus der Direktion                 27         Aus Gemeinde und Bezirk




       Aus der Direktion                                                 Arbeitskreise
       24 50 Jahre Bildungswochen im Land Salzburg                       35 Mundartpreis neu belebt
       25 Sing ein frohes Lied dem Tag!
       26 Unsere Herbstfahrt nach Linz
                                                                         Personalia
                                                                         35   Neue Bildungswerkleiterin für Rauris
       Aus Gemeinde und Bezirk                                           36   Engagement verGOLDet
       27   Ein Wochenende im Zeichen der Kräuter                        36   Ehrenamt kommt in Göming nicht aus der Mode
       27   Flotte Käfer auf Rädern                                      36   Arbeit, die bereichert(e)
       28   Vo Schoppornou bis Niedansöi                                 37   Das Salzburger Bildungswerk gratuliert
       28   Ich darf meinen Lehrer nicht duzen ...                       37   Ehrennadel in Silber an Hans Stehrer
       29   Übern Trischibl zum Cyberspace                               38   Bildung, die bewegt!
       30   lern.fest.2011                                               38   Das Salzburger Bildungswerk begrüßt
       30   Wer sind die Freiwilligen?                                   38   Zum Gedenken
       31   Mösler haben großes Herz für Kinder
       32   Bildungswochen-Spitzenreiter ...
       33   14 Freiwillige zertifiziert                                  Veranstaltungstipps
       33   Der Duft der Stillen Zeit                                    02 Veranstaltungstipps
       34   „Alles fließt“                                               39 Ehren.Sache
       34   In nomine Patris




                                                                                                                  dreieck   03/2011
6 |   B lic k p u n k te




BildungsWEB 2.0 – Wir sind Gestalter der Zukunft




... auch mit dem Salzburger Bildungswerk kann man sich nun virtuell anfreunden



S
      oziale Netzwerke wie Facebook, Twit-     sprochen“. Sei es von TeilnehmerInnen          getwittert. Bereits nach einer Woche hatte
      ter und YouTube nehmen eine immer        unserer (Bildungs-)Veranstaltungen, Refe-      die Fanseite des Salzburger Bildungswerkes
      wichtiger werdende Bedeutung für ein     rentInnen, MitarbeiterInnen oder Bildungs-     an die 30 Fans und 10 Followers auf Twitter.
Unternehmen ein. Auch das Salzburger Bil-      werkleiterInnen, die bereits privat über
dungswerk verwendet schon seit längerem        einen Account bei einem oder mehreren so-      Unsere BildungswerkleiterInnen können
Web 2.0-Tools, wie die Terminvergabe mit-      zialen Netzwerken verfügen. Wichtige Ziel-     ihre Veranstaltungen als Person auf Face-
tels Doodle, die an Wikipedia angelehnte       gruppen, wie die Altersgruppe der 20- bis      book bewerben, kommentieren, Hinter-
Plattform Salzburgwiki (die weltweit die       40-Jährigen, finden sich zu größten Teilen     grundinfos posten, u.v.m.
Nummer 3 unter den regionalen Wissens-         täglich im Web 2.0 ein, um sich auszutau-      Zusätzlich werden wir wöchentlich aus-
plattformen einnimmt und mehr als 36,5         schen, zu vernetzen oder aber auch um zu       gewählte Veranstaltungen als Salzburger
Millionen Zugriffe verzeichnet), Google-       recherchieren. So suchen laut Austria Inter-   Bildungswerk auf Twitter und Facebook be-
Maps und ContentManagementSysteme              net Monitoring von den rund sechs Milli-       werben, so können auch „Internetmuffel“
(PIMCORE, Typo3), um ihre Homepages zu         onen österreichischen InternetuserInnen        sicher sein, dass ihre Bildungswoche gepos-
warten. Web 2.0 ist also schon bei uns ange-   über 30 Prozent aktiv nach Ausbildungs-,       tet bzw. getwittert wird.
kommen, aber noch nicht im strategischen       Weiterbildungs- oder Kursangeboten.
Einsatz der Öffentlichkeitsarbeit und Veran-                                                  Gerne können Sie sich mit uns auch via Fa-
staltungsbewerbung.                            Unsere Vorteile „sehen und                     cebook virtuell anfreunden oder uns auf
                                               gesehen werden“                                Twitter durch unseren Bildungsalltag be-
                Mittendrin statt               Das Salzburger Bildungswerk hat das Potenti-   gleiten. Machen wir gemeinsam Bildung
                  außen vor!                   al einer Online-Gemeinschaft erkannt und ist   lebendig und lassen die virtuelle Communi-
                                               nun auch auf Facebook und Twitter online.      ty daran teilhaben. Einfach auf unsere
Auch wenn wir als Salzburger Bildungswerk      So wird seit Oktober 2011 unter www.face-      Homepage salzburgerbildungswerk.at ge-
im „Social Network“ bisher nicht vertreten     book.com/salzburgerbildungswerk gepostet       hen und unter     Facebook oder      Twit-
waren, so wurde doch über uns darin „ge-       und unter twitter.com/SBGBildungswerk          terxmitlesen!                         (MP)




03/2011 dreieck
Er wa ch s en e nb ild u ng   | 7




 Erwachsenenbildung weiterhin
 auf der Ersatzbank?
                                                                                                                                    VON PETER BRAUN




V
       or 20 Jahren haben die gemeinnüt-        re Verschlechterungen. Insgesamt ist die          nahezu allen Einrichtungen. Alles in allem
       zigen Einrichtungen der allgemeinen      Weiterbildung weiterhin der am heftigsten         wurden im Jahr 2010 16.124 Vorträge,
       und beruflichen Erwachsenenbil-          unterfinanzierte Bereich unseres Bildungs-        Kurse und Seminare durchgeführt, die von
dung und der öffentlichen Bibliotheken die      systems.                                          354.480 Menschen besucht wurden. Ver-
„Arbeitsgemeinschaft Salzburger Erwach-                                                           stärkt nachgefragt sind hier die berufsbil-
senen Bildung“ gegründet. Das damalige          20 Jahre „arbeitsgemeinschaft                     denden Angebote. Die Hälfte bis zwei Drit-
Leitmotiv: Erwachsenenbildung von der           Salzburger Erwachsenenbildung“                    tel der Fortbildungswilligen sind Frauen.
bildungspolitischen Ersatzbank herunter-        Salzburg ist für freiwillige kooperative Struk-   Diese Entwicklung ist unter anderem auf
holen und neben Schule und Hochschule           turen der gemeinnützigen Weiterbildung            die erkennbare Wende in der Förderpolitik
ein gleichwertiger Teil des Bildungssystems     in Österreich wegweisend gewesen, indem           der öffentlichen Hand, insbesondere auch
werden. Ist dies gelungen? Die Antwort ist      man hier mit vier kooperativen Entwick-           von Seiten des Landes Salzburg, hin zu ei-
ambivalent. Das Wissen über die Bedeutung       lungskonzepten seit 1991 alle fünf Jahre          ner verstärkten Forcierung der beruflichen
der Weiterbildung und des öffentlichen Bi-      Entwicklungsperspektiven und Positionen           Weiterbildung zurück zu führen. Dass die öf-
bliothekswesen ist heute größer als vor 20      für die Weiterbildung im Bundesland for-          fentlichen Bibliotheken und Bildungswerk-
Jahren. Die von der Bundesregierung im          muliert hat. Salzburg hat (noch) eine gesun-      einrichtungen für die nächsten drei Jahre
Juli dieses Jahres beschlossene „Strategie      de Grundstruktur mit einer einzigartigen          um 8 Prozent gekürzt werden, wirft diese
zum lebensbegleitenden Lernen in Öster-         Flächendeckung in Österreich.                     Einrichtungen aber auf das Förderungsni-
reich“ formuliert sehr ehrgeizige Ziele und                                                       veau von Mitte der neunziger Jahre zurück.
Benchmarks für die nächsten Jahre, diese        Die Veranstaltungs- und TeilnehmerInnen-          Das ist keine Perspektive. Das derzeitige,
betreffen auch die Erwachsenenbildung.          statistik der Mitgliedsorganisationen der         relativ ausbalancierte Förderungssystem in
Im Bundesland Salzburg aber haben sich,         Arbeitsgemeinschaft Salzburger Erwachse-          der Salzburger Weiterbildung in einem Be-
in Relation zu den öffentlichen Ausgaben        nenbildung weist für das Jahr 2010 kaum           reich einseitig zu verändern (es geht um gut
in die anderen Bereiche des Bildungssys-        eine Veränderung gegenüber 2009 auf. Im           100.000 Euro pro Jahr) und damit das insge-
tems – Schule und Hochschule –, die Be-         Vergleich etwa zu den Vorjahren 2008 und          samt positive Bild zu beschädigen, sollte in
dingungen für die Weiterbildung nur in den      2009, wo insbesondere bei den Veranstal-          jedem Fall vermieden werden.
neunziger Jahren deutlich verbessert. Zur       tungszahlen noch deutliche Anstiege zu
Zeit verbessert sich die Situation in einigen   verzeichnen waren, stagnieren die Veran-          Dir. Mag. Peter Braun ist Vorsitzender der Arbeitsge-
Bereichen, in anderen gibt es unzumutba-        staltungs- und TeilnehmerInnenzahlen in           meinschaft Salzburger Erwachsenenbildung.




   Fördern statt fordern
  Helmut Mödlhammer fordert Anreizsysteme für Freiwilligenarbeit


  D
          as Europäische Jahr für Freiwilligentätigkeit geht zu Ende.    Engagement fördern und nicht behindern
          Was wird davon übrig bleiben außer vielen anerkennenden        sollen. Erbrachte Leistungen könnten bei-
          Reden und einem etwas dickeren Pressespiegel über Eh-          spielweise mittels Punktesystem abgerech-
  renamtlichkeit? Manche Ideen bekamen heuer prominente Unter-           net werden. Haftungsfragen sollen endlich
  stützung. Gemeindebundpräsident Bgm. Helmut Mödlhammer                 geklärt und die Möglichkeiten für einen Versicherungsschutz für
  fordert zum Beispiel, dass Menschen, die ihre Tatkraft unentgelt-      ehrenamtliches Engagement ausgeweitet werden. Vielleicht wird
  lich zur Verfügung stellen, später davon profitieren sollen, und       im nächsten Jahr doch etwas umgesetzt. Immerhin liegt jetzt ein
  dass rechtliche Rahmenbedingungen für Freiwilligenarbeit das           erster Entwurf für ein Freiwilligengesetz vor.             (RiB)




                                                                                                                                      dreieck   03/2011
8 |     E r wa c h se n e n b i l d u n g




     Kostenlose Bildungsberatung für ALLE
                                                                                 Neues Netzwerk in der Erwachsenenbildung



                                                                                 Z
                                                                                       iel des Netzwerkes Bildungsberatung ist es, den Bür-
                                                                                       gerInnen in Land und Stadt Salzburg eine kompetente,
                                                                                       qualitätsvolle und wohnortnahe Bildungsberatung und
                                                                                 -information zu ermöglichen. Ferner sollen im Laufe des Pro-
                                                                                 jektes die Beratungs- und Weiterbildungsangebote besser auf
                                                                                 individuelle wie auch regionale Bedürfnisse abgestimmt und
                                                                                 weiterentwickelt werden.

                                                                                 Um dieses Ziel zu erreichen, werden alle wichtigen Akteu-
                                                                                 rInnen im Bereich Berufs- und Bildungsberatung und Weiter-
                                                                                 bildung in Stadt und Land auf zwei Ebenen verbunden: dem
                                                                                 PartnerInnen- und dem AkteurInnenetz. Den Kern bildet der
                                                                                 Verein Salzburger Erwachsenenbildung als Träger und Koor-
                                                                                 dinator, zusammen mit den beratungsaktiven PartnerInnen
                                                                                 BiBer Bildungsberatung, Frau&Arbeit, Verein VIELE, der AK-
                                                                                 Kompetenzberatung, der WKS-Karriereberatung sowie den
                                                                                 Lernenden Regionen.

                                                                                 Gefördert wird dieses ESF-Projekt aus Mitteln der Europäischen
    Nähere Informationen erhalten Sie bei Katrin Reiter,                         Union, des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kul-
    Bakk.phil. MA, Projektkoordinatorin Netzwerk Salzburg.                       tur, Abteilung Erwachsenenbildung, des Landes und der Stadt
    Tel: +43 (0)664 216 44 30 oder katrin.reiter@eb.salzburg.at                  Salzburg sowie des Arbeitsmarktservice Salzburg.




|   E lte r n- , Fra u e n - u n d Se n i o renbildung



      Forum Familie informiert

     Online-Broschüre „Geld für die Familienkassa -
     Beihilfen & Förderungen“
     Gerade in schwierigen Zeiten wollen wir Familien den Zugang zu Finanzhilfen erleichtern. Daher bieten wir
     die neue und aktuelle Version unserer Online-Broschüre: www.salzburg.gv.at/1204_forumfamilie_familienkassa.pdf
     Die Broschüre enthält viele Neuerungen, wie z.B. Änderungen bei der Familienbeihilfe, und ist in folgende Abschnitte gegliedert:
      3 der Geburt
        Vor                                              3Fördertipps für Lehrlinge                  3Finanzielle Erleichterungen für
      3Nach der Geburt – Kinderbetreuung                3Ebbe in der Kassa  finanzielle              Menschen mit Behinderung
      3Fördertipps für Schulkinder                        Notlagen                                   3Weiterführende Links

     Detaillierte Infos bekommen Familien und Interessierte auch gerne direkt bei Forum Familie, den Elternservice-Stellen des Landes in
     allen Bezirken: www.salzburg.gv.at/forumfamilie




03/2011 dreieck
El ter n -, Fra uen - un d S en i orenb ild u ng   | 9




                                                                                                                                                    Foto: FamilieN/ProSenectute
 Das war unsere Zeit! Generationen erzählen
Ein Projekt stellt sich vor


      Wenn ein alter Mensch stirbt, dann ist es,                       Archive, Chroniken, Stadt- und Landesarchiv sowie ORF und Salz-
       als ob eine ganze Bibliothek verbrennt.                         burger Nachrichten dokumentiert und diese Art der örtlichen „Wis-
                                                                       sens- und Geschichtsspeicherung“ in Gemeinden als Fixeinrichtung
                                        Afrikanisches Sprichwort
                                                                       verankert werden. Denn: Die Schilderungen, Berichte und Anekdo-
                                                                       ten, subjektiv nacherzählt und erinnert, ergeben als „oral history“



W
          ie sah es in Ihrer Gemeinde vor siebzig Jahren aus? Wel-     ein ganz besonderes Stück Salzburger Geschichte.               (bh)
          chen Schulweg mussten Kinder in Ihrer Gemeinde um
          1935 zurücklegen? Was erlebten sie im Unterricht? Wie
haben Generationen vor Ihnen Weihnachten gefeiert? Wie haben            Und nun unsere Bitte an Sie: Bei der Ansprache lokaler „Per-
sich die Lebensbedingungen in den letzten siebzig Jahren eigent-        sönlichkeiten“, und später auch bei der Durchführung der
lich verändert?                                                         Interviews, sind wir auf Ihre Hilfe angewiesen. Denn Sie sind
                                                                        unsere Kontaktperson zu den ZeitzeugInnen Ihres Ortes. Diese
Diese und viele weitere Fragen will der Arbeitskreis Seniorenbildung    Ihre Unterstützung ist von enormer Bedeutung für das Gelin-
mit seinem im Herbst 2012 startenden Projekt „Das war unsere Zeit!      gen des Projektes, weshalb wir Sie schon jetzt um Folgendes
Generationen erzählen“ beantwortet wissen. Das ehrgeizige Projekt       ersuchen: Bitte teilen Sie uns mit, ob Sie sich eine Mitarbeit Ihres
des Salzburger Bildungswerkes zielt darauf ab, mit Hilfe standardi-     Bildungswerkes am Projekt „Das war unsere Zeit! Generationen
sierter Befragungsinstrumente in jeder Gemeinde des Landes Salz-        erzählen“ vorstellen können. Wenn ja, freuen wir uns über erste
burg mindestens zwei Personen der Geburtsjahrgänge vor 1932 zu          Überlegungen zu geeigneten ErzählpartnerInnen Ihres Ortes!
ihrer Jugendzeit zu befragen. Der Arbeitskreis setzt damit einen Im-
puls, der die ältere Generation wachrüttelt, aber auch die jüngeren
Generationen anspricht. Möglichst viele ältere Menschen sollen         Für Ihre Anregungen und Fragen stehe ich gerne zur Verfügung:
hinsichtlich ihrer Biografien aktiviert, das Erzählte durch örtliche   Dr. Günther Signitzer, Tel: 0662-872691, office@sbw.salzburg.at



                                                                                                                                    dreieck   03/2011
10 |   E lte rn -, Fra u e n - u n d Senio renbildung




                                                                   Kinder brauchen Grenzen?!




                                                                                                                                                  Foto: Irina Drazowa-Fischer
Die heutige Eltern-Kind-Beziehung

Teil 2 des Gespräches mit                               in der Erziehung nicht alleine ist und Unter-   Welchen Effekt hat so ein Training für die
Dr. Manfred Wünsche                                     stützung erhält – zum Beispiel vom anderen      Eltern?
                                                        Elternteil oder eben durch die Großeltern.      Sie erarbeiten sich Wissen über ihr Kind und



I
   m letzten „dreieck“ war der erste Teil               Um auch einmal nicht Eltern sein zu müs-        das Miteinander zwischen Eltern und Kind.
   eines Interviews mit dem Psychologen,                sen und ein Leben abseits des Kinder Erzie-     Sie lernen, dieses Wissen konkret in ihrem
   Gesundheitspsychologen und Psycho-                   hens führen zu können. Das relativiert viel     Alltag umzusetzen. Sie überprüfen, ob sie
therapeuten Dr. Manfred Wünsche zu le-                  und erleichtert es, sich mit den alltäglichen   nicht auch vieles richtig machen. Dann wer-
sen. Im 2. Teil unseres Gespräches haben                Anforderungen zu Recht zu finden.               den sie im Training dafür auch bestärkt und
wir mehr Zeit für interessante Detailfragen                                                             erlangen Sicherheit. Davon profitieren nicht
verwendet.                                              Sehen Sie in den letzten Jahren Verän-          nur die Eltern, sondern auch ihre Kinder.
                                                        derungen der Themen in der therapeu-            Und es tut immer gut zu erfahren, dass die
In der Arbeit mit Eltern sind vielfach die              tischen arbeit mit Eltern?                      anderen Eltern mit ähnlichen Schwierig-
Erziehungshintergründe ein viel bespro-                 Die Verunsicherung der Eltern wird durch        keiten oder Fragestellungen konfrontiert
chenes Thema. Aber es braucht auch gesell-              mediale Auseinandersetzungen leider ver-        sind. Nicht alleine zu sein oder zu erfahren,
schaftliche Rahmenbedingungen, die es El-               stärkt. TV, Internet und Ratgeber sind stän-    wie Andere mit den Anforderungen zu
tern erleichtern, ihre Sache gut zu machen.             dig präsent und müssen von den Eltern           Recht kommen, unterstützt mich und die
                                                        interpretiert werden. Der Einfluss dieser       Eltern in den Trainings enorm.
Herr Dr. Wünsche, welches Umfeld brau-                  Medien wird immer stärker. Viele dieser
chen Eltern, um ihre Sache gut zu ma-                   MeinungsbildnerInnen erzeugen Halbwahr-         Brauchen Eltern einen Plan in der Erzie-
chen?                                                   heiten und müssen kritisch und reflektiert      hung oder haben wir das intuitiv intus,
Ein gelungenes Familienleben hat immer                  betrachtet werden. Das findet aber meist        wie es geht?
auch mit der Verfügbarkeit von Ressourcen               nicht statt. In meiner Tätigkeit als Eltern-    Viele Eltern haben eine natürliche Gabe
zu tun. Egal, ob das die Größe der Woh-                 trainer geht es oft darum, Licht ins Dunkel     und Intuition, wie das Miteinander funkti-
nung, eine zufriedenstellende Partnerschaft             zu bringen, Eltern Sicherheit zu geben und      oniert und können auch danach handeln.
oder die Verfügbarkeit von Großeltern sind.             konkrete Schritte für Veränderungen beizu-      Viele Eltern werden aber durch ihre eigene
Ich halte es für immens wichtig, dass man               bringen.                                        Geschichte und Erfahrungen verunsichert,



03/2011 dreieck
El ter n -, Fra uen - un d S en i oren b ild u ng    | 11


sodass diese Intuition verloren geht. Mir        wir Menschen eben, und das Meiste ist
geht es gar nicht darum, gegen intuitives        gut versteh- und nachvollziehbar. Auch ich
Handeln vorzugehen. Vielmehr sollten sie         mache im Übrigen Fehler in der Erziehung
dieses nützen, aber eben auch Zusammen-          meiner Kinder. Ich weiß aber meist schnell        Manfred Wünsche
hänge lernen und dort Veränderungen er-          – zumindest wenn es notwendig ist – worin         ist Klinischer
wirken, wo es notwendig ist.                     das Problem liegt und wie ich es verändern        Psychologe, Gesund-
                                                 kann.                                             heitspsychologe und
Was können Eltern tun, wenn sie von ihren                                                          Psychotherapeut
Kindern sprichwörtlich „genervt“ sind?           Brauchen Kinder Grenzen?
Zum Beispiel sich und das Kind nicht im-         Allgemein formuliert ist diese Frage nicht
mer zu tierisch ernst nehmen. Auch einmal        zu beantworten. In manchen Situationen ja
locker lassen, Dinge relativieren. Ich muss      natürlich, in anderen Situationen ist es bes-    zum größten Einflussfaktor in der Familie
auch nicht immer Eltern sein. Es ist gut, sich   ser, das Kind selbst die Erfahrung machen        und in der Erziehung entwickelt. Längst
auch als FreundIn oder PartnerIn zu verste-      zu lassen. Man muss als Eltern situativ ent-     sind es nicht mehr nur die Eltern, Lehrer
hen, Aktivitäten auch ohne das Kind zu un-       scheiden, aber eben wissen, was man tut,         oder Freunde, die unsere Kinder erziehen.
ternehmen, abzuspannen und wieder Ener-          welche Auswirkung die jeweilige Grenze           Es liegt an uns, das Ausmaß des Konsums zu
gie aufzutanken. Dauernd Eltern sein zu          oder fehlende Grenze auf das Erleben und         überblicken und mit dem Kind zu vereinba-
müssen, reduziert bei vielen das Empfinden       Verhalten des Kindes hat. Es ist enorm wich-     ren. Dabei ist weder der Fernseher, PC oder
für persönliche Freiheit und wirkt häufig als    tig für das Kind zu lernen, dass es eine Frus-   das Internet schlecht. Die Frage ist, wie viel
Stressfaktor in der Eltern-Kind-Beziehung.       tration ertragen muss – zum Beispiel drau-       davon, gibt es alternative Aktivitäten und
                                                 ßen ist es schön und heiß, ich muss aber         vor allem was sieht und spielt das Kind?
Warum machen wir in der Erziehung im-            trotzdem für die Schularbeit lernen. Manch-      Setzt man sich über die Inhalte des Konsu-
mer die gleichen Fehler?                         mal müssen Kinder die Grenzen durch die          mierten mit dem Kind auseinander und hält
Erstens sind wir auch nur Menschen, die          Konsequenzen ihres eigenen Handelns              man die Dauer des Konsums in Grenzen
Fehler begehen und zweitens sind es Feh-         erfahren oder aber sie erleben, dass sie         (abhängig vom Alter), können Kinder auch
ler, die durchaus nachvollziehbar sind. Denn     sich eigene Standards setzen und die Kon-        von der „neuen“ Medienkultur profitieren.
auch wir funktionieren nach bestimmten           sequenzen selbst tragen müssen – das ist         Doch leider können wir mit der Geschwin-
Prinzipien. Inkonsequentes Handeln hat z.B.      Leben und kann/soll auch nicht immer von         digkeit dieser Entwicklungen gar nicht mit-
nicht nur einen negativen Effekt, sondern        uns Eltern beeinflusst werden. In diesem         halten und verstehen Probleme erst dann,
vorher auch einen positiven für mich: Etwa,      Sinne sind Grenzen entwicklungsfördernd          wenn sie sich bereits etabliert haben.
wenn ich einen Konflikt mit meinem Kind          oder -hemmend.
nicht bereinige, weil ich die Auseinander-                                                        Ein einfaches „Hausmittelchen“ zum
setzung fürchte und vermeiden will, werde        Welche Rolle spielt der Medienkonsum in          Schluss: Was hilft unseren Kindern?
ich durch mein Verhalten zwar kurzfristig        der Erziehung, in der Familie?                   Wir sollten neugierig und interessiert mit
belohnt, langfristig aber bestraft. So sind      Der Medienkonsum hat sich rasend schnell         unseren Kindern leben lernen. Kinder zei-
                                                                                                  gen uns, wie man unvoreingenommen an
                                                                                                  Dinge herangeht. Sie sind individuell, pro-
                                                                                                  bieren aus und verwerfen wieder. Sie leben
                                                                                                  im Hier und Jetzt. Die meisten kennen keine
                                                                                                  „Sorgen“. Wir sollten ihnen nicht alles abge-
                                                                                                  wöhnen, nur weil wir Anpassung, Leistungs-
                                                                                                  erbringung und Konformität zu unseren
                                                                                                  höchsten Werten zählen. Vielmehr sollten
                                                                                                  wir den Kindern gegenüber offen sein, und
                                                                                                  wir können viel von den Kindern lernen.
                                                                                                  Wir sollten zuversichtlich sein, dass sie es
                                                                                                  im Leben schaffen werden. Vielleicht wird
                                                                                                  ihre Entwicklung aber auch ganz anders
                                                                                                  verlaufen, als wir das planen oder vorsehen
                                                                                                  wollen. Darin sollten wir sie unterstützen,
                                                                                                  schätzen und lieben.
Foto: Fotolia




                                                                                                  Vielen Dank für das Gespräch!                          (BS)




                                                                                                                                        dreieck       03/2011
12 |            E lte rn -, Fra u e n - u n d Senio renbildung




                                                                       ische Jahr für aktives Altern und Solidarität zwischen den Generati-
                                                                       onen 2012“ wurde ein Thesenpapier zum aktiven Alter(n) entwor-
                                                                       fen, das im Folgenden präsentiert wird.


                                                                       Man lernt auch im Alter nicht aus –
                                                                       nur anders
                                                                       1. Das defizitorientierte altersbild wird durch ein
                                                                          ressourcenorientiertes altersmodell ersetzt
                                                                       Für Lern- und Bildungsprozesse gibt es keine Altersgrenze. Auch
                                                                       im Alter verändern sich Synapsen entsprechend ihrer Verwendung,
                                                                       sie werden größer, aktiver oder bilden sich gar neu. Diese Plastizität
                                                                       des Gehirns ist bis ins hohe Alter gegeben, stellt eine wesentliche
                                                                       Voraussetzung für Lernen dar und wird durch dieses gefördert. So
                                                                       nehmen Erfahrungen, Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten auch
                                                                       im Alter noch zu: Ältere Menschen verfügen über ein hohes Erfah-
                                                                       rungswissen, einen großen Wortschatz sowie hohe Sprachkom-
                                                                       petenz (= kristalline Intelligenz). Aufmerksamkeit, Verarbeitungs-
                                                                       geschwindigkeit und Auffassungsgabe (= fluide Intelligenz) sind
                                                                       jedoch reduziert, was dazu führt, dass ältere Menschen in neuen
                                                                       Situationen beziehungsweise bei der Aneignung von gänzlich neu-
                                                                       en Lerninhalten mehr Verarbeitungszeit benötigen. Zudem lernen
Foto: CORBIS




                                                                       ältere Menschen anders als junge. Sie lernen das, was für sie wichtig
                                                                       ist, das Gelernte wird unmittelbar genutzt und im Alltag umgesetzt.
                                                                       Des Weiteren lernen Ältere, um ihre Kompetenzen zu erweitern


               Aktives Altern?!
                                                                       und zu erhalten sowie um soziale Kontakte herzustellen. Bildungs-
                                                                       beteiligung hat positive Auswirkungen auf die Gesundheit, erhöht
                                                                       intellektuelle Fähigkeiten, verändert die Gehirnstruktur, verringert
                                                                       Armutsgefährdung und erhöht Chancengleichheit. Alter ist auch
                                                                       aus diesen Gründen eine eigenständige und aktive Lebensphase,
Unser Institut für Seniorenbildung entwickelt                          keine Rest- oder Ruhestandsphase. Das Defizitmodell des Alterns ist
dazu fünf Thesen                                                       daher inadäquat und nicht mehr aktuell.

                                                                       2. altern ist ein heterogener, mehrdimensionaler


E
      in Fünftel der österreichischen Bevölkerung ist über 60 Jahre       Prozess
      alt, Tendenz steigend. Die Lebensstile dieser Personengruppe     Der demographische Wandel bedingt auch einen Wandel der
      sind sehr verschieden, und doch wird in der Öffentlichkeit nur   Lebensläufe. Die nachberufliche Lebensphase wird durch die
über „die Senioren“ gesprochen, ohne Altersgruppen, Lernerfah-         steigende Lebenserwartung länger, zwischen dem Ende der Be-
rungen und soziale Milieus zu unterscheiden. Diese Aspekte stellen     rufstätigkeit und dem 75. Lebensjahr entsteht ein „dritter Lebens-
nicht nur große Herausforderungen an die Erwachsenenbildung            abschnitt“, an den dann der „vierte Lebensabschnitt“ mit Beginn
dar, sondern bieten auch Chancen für neue Entwicklungen. Ver-          des 76. Lebensjahres anschließt. Ausbildung, Berufstätigkeit und
mehrt werden qualitativ hochwertige Bildungsangebote für Men-          Pension folgen nicht mehr streng abgegrenzt aufeinander, sondern
schen ab 60 Jahren nachgefragt. Diese müssen einerseits Wissens-       vermischen sich. Individuelle Vielfalt und Pluralität der Lebensstile
zuwachs, Beratung und Entfaltungsmöglichkeiten ermöglichen,            im Alter nehmen zu, eine Angleichung erfolgt erst im höchsten Al-
aber auch soziale Interaktion und Bindung gewährleisten sowie zur      ter. Die Lebensstile und Lebenseinstellungen der Menschen über
Integration älterer Menschen in der Gesellschaft beitragen.            60 Jahren sind folglich sehr verschieden. Es zeigt sich, dass unsere
                                                                       Gesellschaft dem Bild „DER SeniorInnen“ bis jetzt noch kein ange-
Das Institut für Seniorenbildung befasst sich schon lange mit den      messenes Alter(n)sbild entgegengesetzt hat. Dies ist insofern pro-
zentralen Handlungsfeldern und Entwicklungen der Bildung im            blematisch, als dass das gesellschaftliche Altersbild auf individueller
Alter. Es bietet vielfältige Impulse für die nachberufliche Lebens-    und gesellschaftlicher Ebene die Wahrnehmung und Beurteilung
phase, thematisiert die Herausforderungen des Älterwerdens und         von älteren Menschen, die Gestaltung von sozialen Interaktionen
setzt Bildungsangebote, die die geistige, psychische und physische     mit ihnen sowie die Erwartungen an den eigenen Altersprozess und
Gesundheit erhalten und fördern. Als Vorausschau auf das „Europä-      die persönliche Lebenssituation im Alter beeinflusst. Folglich muss



03/2011 dreieck
El ter n -, Fra uen - un d S en i oren b ild u ng                   | 13


das öffentliche Bewusstsein für den Nutzen von Bildung und Lernen         bildungseinrichtungen Raum gegeben werden muss. Damit ältere
in allen Lebensphasen erhöht, ein differenzierteres Altersbild in den     Menschen mitgestalten und mitentscheiden können, brauchen sie
Fokus gestellt sowie die Öffentlichkeit für die individuellen Anlie-      Informationen, Transparenz sowie offene Kommunikationsstruk-
gen und Bedürfnisse der älteren Bevölkerung sensibilisiert werden.        turen, die dialogorientiert, bürgernah und barrierefrei sind. Es müs-
Bildung ist dafür eine wesentliche Bedingung.                             sen Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit allen (älteren)
                                                                          Menschen unabhängig vom Bildungs- und Einkommensstand, von
Der „Spread Effect“                                                       Geschlecht und der ethnischen Herkunft Teilhabe ermöglicht wird
                                                                          und ihr umfassendes Erfahrungswissen nicht verloren geht. Für äl-
3. Bildung ist ein wesentlicher Beitrag zur Sicherung                     tere MigrantInnen und sozial Benachteiligte sollen neue Formen
   der Teilhabe und Chancengleichheit von älteren                         des Zugangs zum Ehrenamt gefunden und unterstützt werden.
   Menschen
Erwachsenenbildung ist der Weg zu Partizipation und Mitgestaltung
sowie zu Selbstverantwortung und Selbstbestimmung. Sie muss an
den spezifischen Möglichkeiten und Motivationen, Entwicklungs-
aufgaben und Lebenseinstellungen der jeweiligen Lebensphase
anknüpfen und entsprechende Angebote setzen. Ziele von Bildung
im Alter sind die Sinnvermittlung, die Entwicklung von Rationalität
und Wissenschaftlichkeit und die Entfaltung von Kompetenzen zur
Reflexion und eigenständigen Urteilsbildung. Es geht um eine Er-
weiterung der eigenen Welt, um die Vergrößerung eigener Hand-




                                                                                                                                                  Grafik: A. Gruber
lungsmöglichkeiten. Bildung im Alter steigert das physische und
psychische Wohlbefinden, fördert die soziale Integration, stärkt
Kompetenzen und Selbstorganisation und hilft, ein positives ge-
sellschaftliches Altersbild zu entwickeln. Sie ist zudem förderlich für
die Antizipation und Verarbeitung kritischer Lebensereignisse und         5. Bildungsangebote müssen Lernen im alter, aber
senkt Demenz- sowie Mortalitätsrisiko. Bildung beugt durch Aktivi-           auch das „alter(n) Lernen“ ermöglichen
tät und Durchbrechung der alltäglichen Routine der Einsamkeit im          Ältere Menschen müssen den vor ihnen liegenden neuen Lebens-
Alter vor, sie erweitert den Interessensradius und begünstigt eine        abschnitt mit Inhalten, Aufgaben und neuen Zielen füllen, eine Neu-
positive Zukunftsorientierung. Ältere Menschen, die sich weiterbil-       orientierung ist unabdingbar, doch woran? In den hoch individuali-
den, engagieren sich eher ehrenamtlich, haben mehr Vertrauen in           sierten Gesellschaften gibt es nicht nur einen großen Spielraum, das
politische Institutionen, beteiligen sich eher an Unterschriftenakti-     eigene Leben im Alter individuell zu gestalten, sondern auch einen
onen und politischen Diskussionen. UND: Bildung hat auch „spread          gewissen Zwang, diesen Spielraum zu nutzen, um soziales Leben
effects“: Sie wirkt sich auch positiv auf das soziale Umfeld der Ler-     und gesellschaftliche Teilhabe aufrecht zu erhalten. In Folge steigt
nenden aus. Bildung im Alter kann jedoch nicht als Bringschuld der        der Bedarf an qualitativ hochwertigen Bildungsangeboten, die ver-
älteren Menschen gesehen, sondern muss als gesellschaftliche Ver-         schiedenste Themenbereiche der nachberuflichen Lebensphase
pflichtung wahrgenommen werden!                                           behandeln, wobei die Vorbereitung auf diesen Lebensabschnitt
                                                                          schon lange vor der Pensionierung beginnen sollte. Den Prozess
4. Ehrenamtliches Engagement älterer ist eine                             des Alterns zu bewältigen, bedeutet, die Veränderungen des ge-
   wertvolle Ressource für die Gesellschaft, die es                       sellschaftlichen Umfelds und die Veränderungen auf der individu-
   zu nutzen gilt                                                         ellen Ebene nachzuvollziehen und zu gestalten. Die Entwicklung
Soziales Engagement sowie Bildung haben vielfältige positive              einer eigenen Alter(n)skultur ist von großer Bedeutung. Bildung ist
Auswirkungen auf die Gesundheit und Lebenszufriedenheit von               hierfür eine notwendige Bedingung. Sie gewährleistet die Selbstbe-
älteren Menschen, was viele von ihnen dazu bewegt, sich ehren-            hauptung auf einem derzeit noch alternsfeindlichen Arbeitsmarkt
amtlich zu engagieren. Vor allem Menschen mit höherem Bildungs-           sowie die Vorbereitung auf selbst gewählte Lebensformen oder die
niveau wollen aktiv bleiben, sich persönlich weiterentwickeln, ihre       Verfolgung von bereits während der Erwerbsphase gewählten au-
Kompetenzen und ihr Wissen aus dem Erwerbsleben einbringen,               ßerberuflichen Zielen.
aber auch Entscheidungen treffen und gesellschaftliche Verände-
rungen bewirken. Paradox dabei ist, dass Menschen im dritten Le-          Das Institut für Seniorenbildung des Salzburger Bildungswerkes bie-
bensabschnitt über eine bessere Lebensqualität und mehr Ressour-          tet vielfältige Impulse für die nachberufliche Lebensphase, hilft, den
cen als vor einigen Jahrzehnten verfügen, die Gesellschaft jedoch         Übergang in diese Phase vorzubereiten und zu gestalten, themati-
noch keine adäquate „Verwendung“ für sie gefunden hat. Die noch           siert die Herausforderungen des Älterwerdens und setzt Bildungs-
weitgehend ungenutzten Ressourcen und Potentiale älterer Men-             angebote, die die geistige, psychische und physische Gesundheit
schen stellen eine große Chance dar, denen auch in Erwachsenen-           erhalten beziehungsweise fördern.                                  (bh)




                                                                                                                                        dreieck                  03/2011
14 |   E lte rn -, Fra u e n - u n d Senio renbildung




                                                                                                                                                      GLOSSE
                Wenn Frauen Schule machen …
                                                                                                                         greifend einseitig verteilt ist. Einseitig falsch
                                                                                                                         verteilt ist. Dort, wo viel ist, bleibt viel, und
                                                                                                                         dort, wo wenig ist, wird genommen. Eltern-
                                                                                                                         mitarbeit heißt das dann.

                                                                                                                         Von Lesefee bis Pedibus
                                                                                                                         Aus diesem Anlass haben das Frauenbüro
                                                                                                                         der Stadt Salzburg, die Stabsstelle für Chan-
                                                                                                                         cengleichheit, Anti-Diskriminierung und
                                                                                                                         Frauenförderung des Landes Salzburg und
                                                                                                                         das Institut für Elternbildung im Salzburger
                                                                                                                         Bildungswerk eine Erhebung an Salzburger
                                                                                                                         Volksschulen durchgeführt, um Genaueres
Foto: Fotolia




                                                                                                                         zum tatsächlichen Ausmaß zu erfahren. Ne-
                                                                                                                         ben ganz praktischen und verständlichen
                                                                                                                         Praktiken, dass schon bei der Schulein-
                                                                                                                         schreibung Mütter befragt werden, wie viel
                Wenn Frauen Schule machen, treffen wir sie nicht nur als Lehrerinnen
                                                                                                                         sie mithelfen können und danach dann die
                und Direktorinnen, Reinigungskräfte, Büffethelferinnen, Hortpädagoginnen                                 Klasseneinteilung erfolgt, um in jeder Klas-
                und Schulpsychologinnen, nein wir treffen sie auch in vielen anderen                                     se genug mitarbeitende Mütter zu haben,
                Bereichen an, ohne die die Schule gar nicht mehr funktionieren könnte.                                   gibt es auch ein lange Liste von Tätigkeiten,
                                                                                                                         die hier von Frauen für die Schule erledigt



                W
                         as Müttern hier abverlangt wird,               am Vortag eine Stundenplanänderung für           werden.
                         bewegt sich in einem Rahmen                    den nächsten Morgen angekündigt wird
                         der gerne unerwähnt bleibt, weil               oder die Angst vor der Schule für ein Kind       Zum Beispiel:
                dadurch ein neues Versagen unseres Schul-               zur Qual wird. Von der (oft selbstverständ-      3 Mal wöchentlich Lesefee sein: zur Lese-
                                                                                                                           1
                                                                                                                           
                systems offenbart werden würde. Einem                   lich angenommenen) Aufgabenbetreuung               förderung kommen jeweils 2 Mütter am
                System, das zwar (im europäischen Ver-                  zu Hause rede ich hier noch gar nicht. Die ist     Vormittag 1 Stunde in die Schule und le-
                gleich) wahnsinnig viel Geld kostet, aber               aber in vielen Schulen immer noch Voraus-          sen mit den Kindern.
                leider nur unzulänglich funktioniert. Das               setzung, um gut lernen zu können – wehe,         3 Mal wöchentlich gibt es „gesunde Jau-
                                                                                                                           1
                                                                                                                           
                hat mit dem beständigen Willen zum Ka-                  wer das nicht leisten kann.                        se“: eine Mutter bereitet die gesunde
                puttsparen zu tun, mit unflexiblen Syste-                                                                  Jause für die ganze Klasse vor. Das heißt
                men, die es allen Beteiligten sehr schwer               Im Jahr des Ehrenamtes sei es deswegen             einkaufen, Brote schmieren, Gemüse und
                machen, die wichtigsten Ziele immer vor                 auch einmal erlaubt, auf die Aufgaben der          Obst schneiden, nett herrichten und in
                Augen zu behalten: Dass es hier neugierige              Mütter (und es sind leider überwiegend             die Klasse transportieren, Reste und Ge-
                Kinder gibt, die lernen wollen, dass Lernen             Mütter, auch wenn wir alle wissen, dass zu         schirr wieder abholen.
                auch Spaß machen soll und dass am Ende                  jedem Kind zwei Elternteile gehören) hinzu-      3edibus: Mütter begleiten Kinder auf ge-
                                                                                                                           P
                                                                                                                           
                einer Schullaufbahn nicht der Widerwillen               sehen, die so selbstverständlich sind, dass        fährlichen Schulwegen.
                gegen Schule und Lernen übrigbleiben                    sie zur tatsächlichen Personalressource der      3usflugsbegleitung zu Lehrausgängen,
                                                                                                                           A
                                                                                                                           
                soll.                                                   Schulen mitgerechnet werden. Und hier ist          ins Theater, ins Konzert, Exkursionen zur
                                                                        auch das Kernproblem im Ehrenamt ange-             Post, auf den Bauernhof ... dauert den
                Frauenamt statt Ehrenamt                                siedelt: Wichtige soziale und Bildungs-Auf-        ganzen Vormittag. Findet zwischen 5 bis
                Wer glaubt, mit Schulbeginn sind die Kin-               gaben werden in das Ehrenamt verschoben            8 Mal pro Semester statt.
                der aus dem „Gröbsten raus“, erlebt spä-                – und als Grund wird die Budget- und Ein-        3uchenbacken für den Elternsprechtag: 2
                                                                                                                           K
                                                                                                                           
                testens nach der ersten Schulwoche eine                 sparungspolitik genannt. Die bei genauerer         Mal im Jahr
                realistische Dusche: Wenn Kinder nach der               ehrlicher Betrachtungsweise einfach nur          3uchen für die Geburtstagsfeier des Kin-
                                                                                                                           K
                                                                                                                           
                dritten Schulstunde schon zu Hause sind,                verschleiert, dass das Geld schlicht und er-       des in die Schule bringen.



                03/2011 dreieck
El ter n -, Fra uen - un d S en i oren b ild u ng    | 15


3almbuschenbinden und Adventkranz-
 P
                                                Relevant waren jedoch sowohl Herkunft als
 binden in der Klasse. 1 Mutter hilft in der     auch Berufstätigkeit: Es wird eingeschätzt,
 Schule und alle Anderen bringen die Äste        dass generell die meisten Eltern berufstätig
 und Zweige in die Schule.                       sind. Jene, die besonders aktiv sind, wer-
3m Faschingsdienstag einen Beitrag fürs
 A
                                                den als in Teilzeit berufstätig angegeben,
 Buffet in die Schule bringen.                   manchmal auch als selbstständig oder in                    Brigitte Singer
3u Weihnachten Kekse für die Weih-
 Z
                                                Berufen, in denen sie sich ihre Zeit frei ein-             leitet das Institut
 nachtsfeier in die Schule bringen.              teilen können. Manche Eltern würden sich                   für Elternbildung.
 Elternabende, Elternsprechtage
3
                                                aber auch extra für Lehrausgänge oder an-
                                                 dere Projekte frei nehmen.
Zusätzlich soll man auch noch jährlich die       Einige Schulen gaben an, dass die Eltern-                 Festen und Schulfeiern. Die Elternmitarbeit
komplette Ausstattung für die Schule or-         mitarbeit von den immer gleichen Eltern,                  hat also auch eine wichtige Bedeutung für
ganisieren, mit den Kindern Verkehrser-          d.h. von einer relativ kleinen Gruppe geleis-             das Schulklima bzw. den Raum und die
ziehung und den Schulweg üben, auf die           tet werde. Meist sind das jene, die auch im               Gemeinschaft, innerhalb deren die Kinder
Fahrradprüfung lernen und üben, Faschings-       Elternverein tätig sind bzw. als Elternvertre-            lernen. Das Stundenausmaß „ersetzt“ im
kostüme schneidern, Schulaufführungen            terInnen einer Klasse auftreten. Das heißt,               Durchschnitt eine volle Lehrkraft an jeder
begleiten, Musikinstrumente besorgen und         dass teilweise eine relativ kleine Gruppe an              Schule, wenn man die Lehrverpflichtung
für Proben für Schulfeste vorbereiten, bei       Menschen relativ stark durch die freiwillige              mit 23 Wochenstunden annimmt.
der Erstkommunion- und Firmvorbereitung          Arbeit belastet wird.
als Tischmütter mithelfen, Elternabende                                                                    Das ist alles also selbstverständlich, weil die-
besuchen, sich in Medienkompetenz schlau         ohne Mami geht es nicht                                   se Familien sich entschlossen haben, Kinder
machen, im Elternverein an der Schule aktiv      Einige Schulen gaben an, dass sie bestimmte               zu haben. In der Folge heißt es dann: Sind
sein, Schulabschlussfest, Buffet und Spiel-      Aktivitäten nicht ohne die Unterstützung                  Sie diesen Monat schon mal ehrenamtlich
stationen betreuen, Bücherflohmarkt in der       der Eltern durchführen könnten. Am häu-                   bei der Müllabfuhr mitgefahren? Nein??
Schule, Klassenelternvertreterin sein, und       figsten wurden hier Lehrausgänge genannt,                 Dann tragen Sie sich bitte ein!
und und.                                         am zweithäufigsten Buffets, gefolgt von                                                                          (BS)


„Die Väter haben ja untertags
einen Beruf“
Die Elternmitarbeit wird immer noch vor
                                                  Aufgaben in der freiwilligen Elternmitarbeit
allem von den Müttern geleistet. Fast alle
Schulen geben hier ein Ungleichgewicht            Erhebung an 21 Salzburger Volksschulen. als aufgaben, die von den Eltern
an, einige erwähnen einzelne mithelfende          (unterstützend) übernommen werden, wurden folgende genannt:
Väter extra. Dies ist offensichtlich aber auch    Begleitung/Aufsicht bei Lehrausgängen/Ausflügen                                                                19
abhängig von der jeweiligen Tätigkeit: Die        Mitorganisation von Schulveranstaltungen (z.B. Feste, Aufführungen etc.)                                       17
Aktivitäten der Väter umfassen den Eltern-        Buffets                                                                                                        12
verein, einige Male auch den Posten des           Mitarbeit im Elternverein und Organisation diverser Schulaktionen (Osternester,
Obmannes, obwohl die restlichen Funkti-           Adventkranz binden, Bastelabende, Öffentlichkeitsarbeit etc.)                                                  10
onen nur von Frauen ausgefüllt werden,            Mithilfe bei Projekten (Lesenächte, Kulturprojekte, Multikulturelle Bibliothek etc.)                            8
Begleitungen bei Lehrausgängen sowie              Projekt „Gesunde Jause“                                                                                         6
immerhin zwei Mal eine eigene Erwähnung           Gemeinsames Üben/Nachhilfe/Lernhilfe (z.B. LesepartnerInnenschaften)                                            6
im Zusammenhang mit „Möbel bzw. Ti-               Bereicherung des Unterrichts                                                                                    4
sche schleppen“. Außerdem kommen Väter            Sportliche Aktivitäten                                                                                          4
ebenso wie Mütter in den Unterricht, um           Administration/Ankauf/Organisation                                                                              4
ihre Berufe vorzustellen. Generell schwin-        Schulwegsicherung                                                                                               3
gen oft traditionelle Geschlechterrollenzu-       Finanzielle Unterstützung                                                                                       3
weisungen mit, z.B. auch in der Aussage ei-       Elternvertretung                                                                                                3
ner Direktorin „Die Väter haben ja untertags      Möbel schleppen                                                                                                 2
einen Beruf“ oder eines anderen Direktors,        Teilnahme an Klassen-/Schulforen                                                                                2
der meinte, dass besonders jene Frauen El-
ternarbeit leisten würden, die es aufgrund        Diese Aufzählung bzw. die Anzahl der Nennungen spiegelt aber natürlich nur teilweise die jeweilige Be-
                                                  wusstheit für Bereiche der freiwilligen Elternmitarbeit wider und ersetzt keine realistische Darstellung der
des Berufs ihres Mannes nicht nötig hätten
                                                  übernommenen Aufgaben bzw. ihrer Häufigkeit. Sie erhebt auch keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
zu arbeiten.



                                                                                                                                                 dreieck       03/2011
16 |   Geme i n d e e nt w i c k l u ng




Salzburger Gemeinden schaffen Orte der
Begegnung



Wettbewerb der
Gemeindeentwicklung                                          m
                                                         Zsamma
                                                                        o

Salzburg
                                                                kem               einsam. Gestalte
                                                                                                     n.


N                                                               Gemeinden. Gem
         eue Impulse können Salzburgs
         Gemeinden, Städte und Regionen
         noch lebenswerter machen. Die
Menschen, die hier leben und arbeiten,
wissen am besten, welche Impulse zu mehr        in einer Gemeinde ist, desto gesünder und       Preisgelder von insgesamt 10.000 Euro ste-
Lebensqualität führen können. Ihre Ideen        glücklicher sind auch ihre BürgerInnen, des-    hen bereit, um ausgezeichnete Ideen zu
sind es, die beim Wettbewerb „Zsammkem-         to mehr Erfolg haben die Betriebe, desto        unterstützen. Eine fachkundige Jury wird
ma – Gemeinden.Gemeinsam.Gestalten.“            größer sind die Bildungschancen und desto       die Einreichungen bewerten: Präs. Bgm.
gefragt sind. Mit diesem Wettbewerb will        geringer ist die Kriminalität. Gerade klei-     Helmut Mödlhammer (Gemeindebund Ös-
die Gemeindeentwicklung Salzburg den            ne Städte und Dörfer zeichnen sich meist        terreich), Mag. Ulrike Kendlbacher (Refe-
sozialen Zusammenhalt in den Salzburger         durch ein intensives und aktives Miteinan-      ratsleiterin Familie und Generationen), Dr.
Gemeinden stärken.                              der aus.                                        Martin Weichbold (Universität Salzburg),
                                                                                                Dr. Kriemhild Büchel-Kapeller (Büro für
In einer Zeit abnehmenden Engagements           Initiative engagierter Menschen                 Zukunftsfragen, Vorarlberg), Dr. Eva-Maria
und unverbindlicher werdender Bezie-            und Begegnungsangebote im                       Kampel (Raiffeisenverband Salzburg) und
hungen soll damit bewusst ein solidaritäts-     Visier                                          Dr. Anita Moser von der Gemeindeentwick-
fördernder Akzent gesetzt werden. Der mo-       „Gesucht werden Orte, Projekte, Initiativen,    lung Salzburg.
derne Lebensstil führt leider oft dazu, dass    Ideen, die Begegnung jeglicher Art ermög-
Beziehungen unverbindlicher werden, dass        lichen und fördern“, informiert die für die     Teilnehmen können alle Salzburgerinnen
Solidarität und Engagement abnehmen. Wir        Gemeindeentwicklung zuständige Landes-          und Salzburger, öffentliche Einrichtungen
können aber auch anders, wir können durch       rätin Tina Widmann, „Begegnung zwischen         oder die Gemeinden selbst. Bis 1. März 2012
unser Verhalten Sozialkapital gezielt fördern   Alt, Jung, MigrantInnen, Ortsansässigen,        haben Engagierte Zeit, ihre Ideen beim je-
und vermehren. Wird der soziale Zusam-          Zugezogenen, Beeinträchtigten, Anders-          weiligen Gemeindeamt oder beim Stadt-
menhalt gestärkt, festigt das nicht nur die     denkenden“. „Infrastrukturelle Vorausset-       teilverein einzureichen.              (MiHa)
Gesellschaft als Ganzes; auch die Gemeinde,     zungen wie Sport-, Kultur- oder Freizeitstät-
die Wirtschaft und jeder/jede Einzelne pro-     ten begünstigen zwar soziale Netzwerke
fitieren davon. Ein aktives Zusammenleben       und Kommunikation“, meint Widmann,
hat positive Auswirkungen auf die Gesund-       „doch ein Platz, ein Raum oder Gebäude            Weitere Infos und Einreichunterlagen:
heit, die lokale Wertschöpfung (Nahversor-      reicht nur in den wenigsten Fällen aus, um        www.gemeindeentwicklung.at
gung), steigert die Innovationsfähigkeit und    Begegnung zu fördern“. Neben der räum-            Alexander Glas MSc,
bringt individuellen Nutzen für jede/n. Un-     lichen Infrastruktur brauche es eine soziale      Tel: 0662-872691-13,
tersuchungen rund um den Erdball haben          Infrastruktur und die Initiative engagierter      alexander.glas@sbw.salzburg.at
gezeigt: Je ausgeprägter der Zusammenhalt       Menschen.



03/2011 dreieck
G emei n deentw ick lu ng    | 17



Neues Leben in alten Mauern
Lebensraum.Lebenstraum.Gemeinde
Jahresschwerpunkt widmet sich dem Thema Architektur.



J
    edes Jahr widmet sich die Gemeindeentwicklung einem ande-
    ren für Gemeinden und Bürgerinnen und Bürger interessanten
    Thema, heuer steht die Architektur im Mittelpunkt.
   Die Veranstaltungsserie, ein landesweites Leader-Projekt, gliedert
sich in vier Themenbereiche: Gemeinden, Ortskerne, Landwirtschaft
und zeitgenössisches Wohnen. Durch Impulsveranstaltungen, Se-
minare, Exkursion, Schulprojekte und Ausstellungen soll den Men-
schen der Wert historischer Bauten, des Orts- und Landschaftsbildes,
die Verbindung alter und neuer Bauten sowie die Verantwortung
für die Erhaltung von Bauten und Räumen nähergebracht werden.




                                                                                                                                                          Foto: Walter Schweinöster
„Erhalten, was die Geschichte uns gebracht hat, aber das Adaptierte
sichtbar machen – das ist ein Anspruch, der auf der einen Seite
wünschenswert und notwendig ist, auf der anderen Seite aber nicht
immer leicht umzusetzen ist“, ist die für Gemeindeentwicklung res-
sortzuständige Landesrätin Dr. Tina Widmann überzeugt.
Im Rahmen der Auftaktveranstaltung eröffneten Tina Widmann,                    toren des Vereins Landluft geben mit den präsentierten Beispielen
Franz Pospischil (Raiffeisen Salzburg) und Bgm. Helmut Mödlham-                Anregungen für Gemeinden, ähnliche Wege in der Gestaltung ihres
mer die Ausstellung „Baukultur-Gemeindepreis 2009“. Die Initia-                Lebensraumes zu gehen.                                      (MiHa)




  Neue Staffel „J.A.! Jung trifft Alt“ gestartet

  G
         enerationen kommen einander                  „J.A! Jung trifft Alt“ ist ein weiteres Projekt
         näher: 22 Jugendliche aus St.                der sozialen Gemeindeentwicklung in
         Josef, dem Bundesgymnasium                   Salzburg – nach dem Generationendorf,
  Zaunergasse und Borromäum kümmern                   den „Bonusmodellen für freiwilliges sozi-
  sich seit Herbst aktiv um PatientInnen              ales Engagement“ und dem Projekt „Altern
  der Gereatrie und um BewohnerInnen                  in guter Gesellschaft“. Es wurde gemein-
  der Seniorenpension am Schlossberg, im              sam mit Praktikern aus der Arbeit mit Se-
  Albertus Magnus-Haus und in der ÖJAB-               nioren entwickelt: Nach der Schule treffen
  Seniorenwohnanlage Aigen.                           sich Jugendliche mit älteren Menschen,            Senioren und den Einrichtungen austau-
                                                      machen Ausflüge, lesen ein Buch vor oder          schen können.
                                                      spielen ein Spiel – kurzum, sie verbringen        „J.A.! Jung trifft Alt“ ist eine Initiative der
                                                      Zeit mit ihnen. Die Jugendlichen werden           Gemeindeentwicklung Salzburg in Koo-
                                                      dafür durch Fachkräfte ausgebildet und            peration mit den Salzburger Landeskli-
                                                      erhalten somit die notwendigen sozialen,          niken und youngCaritas Salzburg. Das
                                                      kommunikativen und organisatorischen              Projekt wird unterstützt vom Referat für
                                                      Kompetenzen. Während des Einsatzes in             Familien und Generationen des Landes
                                                      den Senioreneinrichtungen nehmen die              Salzburg, Erzdiözese Salzburg, SPAR Ös-
                                                      Jugendlichen an Supervisionen teil, wo            terreichische Warenhandels-AG und der
                                           Foto: GE




                                                      sie sich über ihre Erfahrungen mit den            Alpenmilch Salzburg Ges.m.b.H.




                                                                                                                                         dreieck     03/2011
18 |   Geme i n d e e nt w i c k l u ng




  Ein Herz für Hallein




                                                                                                                                      Fotos: Gemeindeentwicklung Salzburg
Gemeinschaft, Kommunikation und Integration fordern und fördern
                                                                                                                      VON ANITA MEMMER




A
       nfang des Jahres startete in Hallein    können Halleiner und Halleinerinnen seit     Das erste Projekt entstand in Rehhof, wo
       das Projekt „Ein Herz für Hallein“      Jänner ihre Vorschläge und Ideen, aber vor   sich ein hoch motiviertes Team um Karin
       (wir berichteten im dreieck 01/2011     allem Eigeninitiativen deponieren.           Kogler bildete und jeden 1. Donnerstag im
darüber). Diese Initiative ermutigt alle Be-                                                Monat den „DOH-REH-TREFF“ im Pfarrzen-
wohnerInnen Halleins, selbst gegen Ent-        Ein regelmäßiger Herzschlag durch            trum etablierte. Dieser hat sich zum Ziel ge-
fremdung, Vereinsamung und Werteverlust        viele Ideen                                  setzt, Jung und Alt zusammenzuführen und
aktiv zu werden. Zwischenmenschliche           Nach anfänglich sehr zögerlichem Beginn      weitere Aktivitäten ins Leben zu rufen. So
Brücken sollten gebaut werden, um wieder       sind mittlerweile sehr interessante und      entstand daraus die Initiative „I FÜR DI – DU
mehr Nähe und Gemeinschaft spürbar wer-        engagierte Initiativen eingegangen, die      FÜR MI !“, ein Angebot für aktive Nachbar-
den zu lassen. Zu diesem Zweck wurden in       zum Teil bereits verwirklicht werden oder    schaftshilfe, wo sich RehhoferInnen bereit
Hallein an zwölf verschiedenen Orten Brief-    sich im Planungsstadium befinden. Einige     erklären, diverse Dienste anzubieten, die sie
kästen aufgestellt, die von Schülern der HTL   möchten wir Ihnen in dieser Ausgabe näher    in eine Liste eintragen, die dann über das
gebaut und kreativ gestaltet wurden. Darin     vorstellen.                                  Pfarrblatt bekannt gemacht werden.



03/2011 dreieck
G emei n deentw ick lu ng    | 19




                                                 Gesellschaftsspiele, alte und neue Spiele, in    ten wurde bereits von der Gemeinde zur
                                                 verschiedenen Kleingruppen, an Tischen           Verfügung gestellt. Auf mehr Verständnis
                                                 oder am Boden oder fallweise draußen.            zielt auch die Initiative von Brigitte Winkler
                                                 Ebenfalls in Planung ist ein „ RADIO-CAFE“       ab: Sie möchte speziell für Menschen mit
                                                 (voraussichtlich im Forsthaus). Hier sollen      Migrationshintergrund kostenlose FÜH-
                                                 einmal im Monat gemeinsam ausgesuchte            RUNGEN durch die Stadt Hallein und das
Ein Garten der Generationen                      Sendungen von Ö1 zum Nachdenken und              Keltenmuseum anbieten.
Weiters ist im evangelischen Pfarrgarten         Diskutieren, aber auch zum Träumen anre-
Hallein ein „GENERATIONENGARTEN“ ent-            gen.
standen, der von Esther Strodl betreut wird.
Kinder und Jugendliche pflanzten bereits         Ein Geben und Nehmen
Gemüse und bastelten eifrig an einem Wei-        Interessant ist auch das Projekt von Mag.
denhaus und Insektenhotel. Nächstes Jahr         Längle mit dem Titel „OFFENER BÜCHER-
ist gemeinsam mit aktiven PensionistInnen        SCHRANK“. Die Grundidee: Sie können Bü-
das Anlegen einer Kräuterschnecke ge-            cher nehmen – Sie können Bücher geben –
plant. Ziel dieses Projektes ist es, Generati-   Keine Anmeldung – Keine Kosten. Im Laufe
onen zusammenzuführen um voneinander             der Zeit sollte sich ein Ausgleich aus Geben
zu lernen. Aber auch das Fühlen, Probieren,      und Nehmen einstellen. Der Bücherschrank
mit allen Sinnen Werken und Schmecken            sollte sich dann quasi autark erhalten. Dieses
sowie das Warten zu lernen, ob es wächst         Projekt wurde bereits von der Stadtgemein-
– und letztendlich die Wertschätzung der         de Hallein bewilligt und befindet sich jetzt
eigenen Arbeit.                                  in der Umsetzungsphase.
Ein weiteres generationenverbindendes            Für ein besseres Verständnis der unter-
Projekt startete Martina Mathur. Sie grün-       schiedlichen Religionen und Glaubensrich-
dete das Spielefest „Spiel mit!“ im IKU. Hier    tungen möchte Suzan Arrer gerne einen
treffen sich Jugendliche, Kinder und Erwach-     „GARTEN DES GLAUBENS“ gestalten, in dem
sene im lockeren Rahmen, um miteinander          sich alle Glaubensrichtungen Halleins ein-
zu spielen. Gespielt werden Brettspiele und      bringen und präsentieren können. Ein Gar-        Vor dem Sommer entstand noch eine net-
                                                                                                  te Herz für Hallein-Geschichte, geschrieben
                                                                                                  von Karoline Haunsperger, in der es um
                                                                                                  ein keltisches Koboldmädchen geht, deren
                                                                                                  Herz so eng mit Hallein verknüpft ist, dass
                                                                                                  ihr physischer und psychischer Zustand
                                                                                                  vom Leben und Treiben in der Stadt abhän-
                                                                                                  gig ist. Die ganze Geschichte ist nachzule-
                                                                                                  sen unter www.herzfuerhallein.at.

                                                                                                  Es heißt also gespannt sein, ob es möglich
                                                                                                  sein wird, Luan als Hallein-Maskottchen zu
                                                                                                  etablieren, damit sie besonders den Kin-
                                                                                                  dern das „Herz für Hallein“ öffnen kann und
                                                                                                  was sich aus den Ideen und Aktivitäten der
                                                                                                  HalleinerInnen noch alles entwickeln wird.

                                                                                                  Dr. Anita Memmer ist Initiatorin von „Ein Herz für
                                                                                                  Hallein“ und leitet gemeinsam mit Friedl Bahner das
                                                                                                  Bildungswerk in Hallein.




                                                                                                                                    dreieck    03/2011
20 |   E u ro p a u n d Po l i t i s che B ildung




  Olmütz                                        Brünn                                         Nikolsburg




   Freie Fahrt nach Mikulov
   Mähren, das „östliche Drittel“ Tschechiens, war Ziel einer Studienreise



  F
       rüher – vor dem Vertrag von Schengen oder gar zu Zeiten            mit seinem malerischen Stadtbild, den Karstformationen, dem
       des „Eisernen Vorhangs“ – war der niederösterreichische            Schloss, der Piaristenkirche und der Mariensäule.
       Grenzort Drasenhofen vor allem für lange Wartezeiten „be-          Tagesziel war Olmütz (Olomouc), die fünftgrößte Stadt Tsche-
  rüchtigt“, Wartezeiten, die man in Kauf nehmen musste, wenn             chiens, Bezirksstadt, Sitz eines Erzbistums, der zweitältesten
  man die Grenze zwischen Österreich und Tschechien bzw. der              tschechischen Universität und eines der beiden tschechischen
  Tschechoslowakei passieren wollte.                                      Obergerichte. Die Stadt war bis ins 17. Jahrhundert historisches
                                                                          Zentrum Mährens und hat heute eine bedeutende Stellung als
  Kontrollen gehören der Vergangenheit an, zügig erreichten die           Handels-, Kultur- und Verwaltungszentrum.
  ReiseteilnehmerInnen des Katholischen Bildungswerks Berchtes-           Olmütz war unser Standquartier. Von dort aus besuchten wir
  gadener Land und des Instituts für Europa im Salzburger Bil-            den Marien-Wallfahrtsort Heiligenberg (Svatý Kopec     ̌ek), Burg
  dungswerk einen ersten Höhepunkt ihrer Exkursion nach Mäh-              Šternberk, Austerlitz (Slavkov) und den einstigen Sommersitz der
  ren: Mikulov (deutsch: Nikolsburg) am Rande des Wiener Beckens          Olmützer Bischöfe, Kremsier (Kroměríž). Ein Tag gehörte Tsche-
                                                                                                                ̌
                                                                          chiens zweitgrößter Stadt Brünn (Brno) mit ihrem markanten
                                                                          Blickfang, dem Dom St. Peter und Paul auf dem Berg Petrov. Das
                                                                          Bild der Brünner Altstadt bestimmen zwar zahlreiche Kirchen
                                                                          und geistliche sowie Adelspaläste, Brünn war ab 1918 aber auch
                                                                          ein wichtiges Zentrum moderner europäischer Architektur. Ein
                                                                          Beispiel dafür ist die Villa Tugendhat, der bedeutendste Bau von
                                                                          Ludwig Mies van der Rohe auf dem Kontinent.
                                                                          In Znaim (Znojmo), in schöner Lage über der Thaya, verabschie-
                                                                          deten wir uns von Mähren und erreichten nach kurzer Fahrt wie-
                                                                          der Niederösterreich.

                                                                          Wir bedanken uns herzlich bei PhDr. Oldrich Brenek, der uns die
                                                                                                                    ̌    ̌
                                                                          Sehenswürdigkeiten seiner Heimat mit sehr viel Engagement
                                                                          gezeigt hat. Wir danken ihm aber auch dafür, dass er uns die
                                                                          politische, wirtschaftliche und soziale Lage Tschechiens näher
                                                                          gebracht hat. Auch das „östliche Drittel“ unseres Nachbarlandes
  Ein besonderer Leckerbissen war ein Orgelkonzert in der St. Moritz-
                                                                          Tschechien, Mähren, ist uns nunmehr bekannt, eine interessante
  Kirche in Olmütz, zu dem Organist Karel Martínek (rechts) und Oldrich
                                                                    ̌
  Brenek eingeladen hatten.
   ̌                                                                      Region, die es lohnt, besucht zu werden.                    (FT)




03/2011 dreieck
Europa un d Pol i ti s ch e B ild u ng    | 21



Das Europa, das wir brauchen versus das Europa,
das wir wollen

V
      ertreterinnen und Vertreter von 48 Mitgliedseinrichtungen                Siegers des Fotowettbe-
      aus zehn Nationen des European Network for Education and                 werbs „Der Dialog der
      Training (EUNET), darunter das Institut für Europa im Salz-              Generationen“, der vom
burger Bildungswerk, trafen sich im französischen Metz zu Jahres-              EUNET-Jugendkomitee
konferenz und Mitgliederversammlung, die auch der Fortbildung                  ausgeschrieben worden
und dem Dialog dienten. Besondere „Highlights“ waren die Kür des               war und von einer jun-
                                                                               gen Fotografin aus Rho-
                                                                               dos gewonnen wurde.
                                                                               Im Rahmen der Tagung
                                                                               diskutierten im Centre
                                                                               Pompidou Metz „Euro-
                                                                               päer der ersten Stunde“,
                                                                               Paul Collowald, Président




                                                                                                                                                                    Bild: EUNET
                                                                               de l’Association Robert
                                                                               Schuman, und Arno
                                                                               Krause, Vorsitzender der
                                                                               Europäischen Akademie Otzenhausen, mit jungen in EUNET-Mit-
                                                                               gliedseinrichtungen tätigen Kolleginnen und Kollegen aus Schwe-
                                                                               den, Frankreich und Griechenland über die Zukunft unseres Konti-
                                                                               nents. Fazit: Alt und Jung werden weiterhin für ein gemeinsames
 Die Diskussionsrunde zur Zukunft unseres Kontinents.
                                                                               Europa arbeiten.                                            (FT)




  Kunst im Zeichen des religiösen Dialogs

  D
          as Institut für Europa im Salzburger                                                           Daiva Döring, Integrationsbeauftragte der
          Bildungswerk, das Renner-Institut                                                              Stadt Salzburg, kam bei ihrer Begrüßung
          Salzburg und das Bildungszentrum                                                               auf die Wichtigkeit des religiösen Aus-
  Saalfelden luden den deutschen Künstler                                                                tauschs zu sprechen. Pfarrer Martin Eisen-
  Jochen Gewecke ein, seine Fotografien                                                                  braun und Imam Abdullah Yakali führten
  „Kommt zusammen! Moschee und Kir-                                                                      die Gäste in die jeweiligen Religionen ein.
  che“ in Salzburg auszustellen. Für diese                                                               „Um sich gegenseitig besser verstehen zu
  war er mit dem Europäischen Bürgerpreis                                                                können, braucht es einen Dialog inner-
  des Europäischen Parlaments ausgezeich-                                                                halb und außerhalb des Gotteshauses.
  net worden.                                                                                            Durch diese Ausstellung sollen gängige
                                                    Imam Abdullah Yakali (re.) führte in der Altkatho-
  Rund 100 Personen kamen zur Vernissage            lischen Schlosskirche Mirabell in den Islam ein.
                                                                                                         Vorurteile abgebaut werden“, fasste Pfar-
  in die Altkatholische Schlosskirche Mira-                                                              rer Eisenbraun die Intention der Organisa-
  bell und in die ATIB-Moschee. Jochen Ge-          stellung ist für Gläubige eine gute Mög-             torInnen zusammen.
  wecke brachte dabei seine sehr persön-            lichkeit, um neue Kontakte zu knüpfen                Der gemeinsame Abend ging mit tür-
  lichen An- und Einsichten in die beiden           und von einem Nebeneinander zu einem                 kischen Köstlichkeiten in der ATIB-Mo-
  Gotteshäuser – die Kirche in die Moschee          Miteinander zu kommen“, so der Künstler              schee zu Ende.                         (FT)
  und die Moschee in die Kirche. „Die Aus-          bei seiner Eröffnungsrede.




                                                                                                                                             dreieck      03/2011
22 |            E u ro p a u n d Po l i t i s che B ildung




            VORSCHAU 2012: Nie wieder Krieg!

            D
                    as Institut für Europa arbeitet am       setzen, das Europahaus Vukovar, „Bauern                           Das Detailprogramm wird ab Jänner 2012
                    Programm einer Studienfahrt, die         helfen Bauern Salzburg“ in Srebrenica und                         im Institut für Europa bei Wolfgang Fort-
                    vom 15. bis 22. April des kommen-        ein Zentrum für Kriegstraumatisierte in                           hofer vorliegen: Tel: 0662-872691-21 bzw.
            den Jahres nach Bosnien  Herzegowina,           Novi Sad. Wir werden aber auch der Frage                          w.forthofer@sbw.salzburg.at.
            Kroatien und Serbien führen wird. Wir            nachgehen, was die Verantwortlichen in
            werden Einrichtungen und ihre Mitarbei-          Regierung und Verwaltung dieser Staaten                           Vorschau: Für den Herbst 2012 plant das
            terinnen und Mitarbeiter besuchen, die           tun, um den Frieden in der Region zu si-                          Institut für Europa eine Studienreise in die
            sich für das friedliche Zusammenleben in         chern. Dazu fahren wir auch in die Haupt-                         Ukraine.
            den Nachfolgestaaten Jugoslawiens ein-           städte Belgrad, Sarajevo und Zagreb.




                                                                                  Foto: Toni Schläffer
Foto: sbw




        „Bauern helfen Bauern Salzburg“ unterstützt weiterhin Rückkehrer in der                      Impression aus Vukovar.
        Region Srebrenica.
                                                                                  Foto: Toni Schläffer
Foto: sbw




        Blick über Sarajevo.                                                                         Belgrad: Die Save mündet in die Donau.




03/2011 dreieck
Inter n ati on a l e S ol id a rit ät    | 23



Was steckt hinter Dritte Welt-Patenschaften?

W
            en bewegen nicht die Kinder der
            sogenannten „Dritten Welt“: in
            Ostafrika, auf den Philippinen,
Indien, Peru und vielen weiteren Ländern.
Wir kennen die Bilder der Fehl- und Unter-
ernährung nur zu gut. Oft nehmen wir sie
kaum mehr wirklich wahr, und manchmal
verordnen wir uns zu Weihnachten wieder
etwas mehr Sensibilität. Dabei ist die Sen-
sibilität für die Situation dieser einzelnen
Kinder(bilder) gar nicht das Entscheidende.
Wichtig ist das Bewusstsein dafür, dass
es die Strukturen und Systeme im Hinter-
grund sind, die den Kindern millionenfach
das Kind-Sein rauben – verbunden mit ne-




                                                                                                                                                            Foto: INTERSOL
gativen Zukunftschancen im Falle, dass sie
überleben.
Die Kinderarmut hat Ausmaße erreicht, die
                                               Kinder von Bergarbeiterwitwen in Potosí, Bolivien, die im Kinderhort Nuevas Luces („Neue Lichter“) von
in vielen Zonen des „Südens“ mit Kriegssi-
                                               INTERSOLs Partnerorganisation MUSOL betreut werden.
tuationen vergleichbar sind. Ja richtig: es
geht nicht darum, die „armen Kinder“ aus
der eventuell sogar durch ihre Eltern (die     Statt Kinderpatenschaften                            weile immer öfter auch kollektive Projekte,
beispielsweise nichts von Familienplanung      umfassende systematische                             beispielsweise die Verbesserung der Was-
verstehen und wissen wollen) verschul-         Veränderungsaktivitäten                              serversorgung.
deten Armut zu „retten“. Sondern es geht,
wenn man von Naturkatastrophen absieht,        Wir sind nicht generell gegen Kinderpa-              Es braucht persönliche Betroffen-
um armutsproduzierende Politiken und           tenschaften, sind aber davon überzeugt,              heit und Engagement
Systeme, die die Kinder als schwächste Mit-    dass sie nicht der effizienteste Weg zur             Wir meinen, dass die Förderung der Kin-
glieder der Gesellschaft eben besonders        Verbesserung und Befreiung der Kinder                der, das heißt die Aktivitäten g e g e n ihre
hart treffen.                                  aus ihrer Armut und aus mangelnden Zu-               Armut und f ü r gerechte Lebenschancen,
                                               kunftsmöglichkeiten sind. Es handelt sich            einem umfassenden, integralen Konzept
Komplexität der armut fordert                  dabei meist um einen „Assistenzialismus“,            der Gesellschaftsveränderung entspringen
komplexe antworten                             eine Mildtätigkeit, die, was die Ursachen            muss. Auch mit der Einschränkung, dass
Inzwischen wird die Komplexität der Kin-       der Armut und die Lösungsansätze betrifft,           dieser Ansatz mangels mehr Macht und
derarmut nach und nach erkannt, vor allem      zu stark individualisiert und personalisiert.        Geld, fehlender Humanressourcen etc. sich
in unseren Breiten: so gibt es unzählige       Die strukturellen Ursachen und die struk-            nur jeweils im lokalen und regionalen Be-
„Kinderarmutsberichte“ diverser sozialer       turellen systematischen Antworten blei-              reich umsetzen lässt. INTERSOL arbeitet mit
Einrichtungen, Gemeinden, Parteien in          ben großteils aus. Damit ist zwar dann das           diesem Konzept mit PartnerInnen in Latein-
ganz Europa – und auch die UNICEF wird         Gewissen erleichtert, aber die Effizienz des         amerika und Indien sehr erfolgreich. Auch
nicht müde zu forschen und zu publizieren.     Wandels wird nicht erreicht. Davon abge-             da ist eine persönliche Identifikation mög-
Die Antworten der etablierten Politik frei-    sehen ist es höchst problematisch, aus ei-           lich, jedoch einbettet in weiterreichende
lich sind wenig überzeugend. Angesichts        ner Gemeinde oder Schule Kinder auf Basis            Versuche des „sozialen Wandels“. Auch das
dieser unbefriedigenden Lage lassen sich       bestimmter Förderkriterien (zB. Geschlecht,          hat eine emotionale Komponente, aber
viele Menschen „guten Willens“ vom Ange-       sozialer Status, Minderheitenzugehörigkeit)          eben auch eine analytische, strategische,
bot, Kinderpatenschaften zu übernehmen,        auszusuchen – vielerorts ist das Ergebnis            politische Ausrichtung – der Ko-Operation
motivieren. Es heißt dort, mit X Euros pro     Missgunst, Neid, Entzweiung in der Klasse            und Solidarität. Auch bei komplexen Ant-
Monat kannst du ein Kind retten und/oder       oder Gemeinde. Weil die Kritik an diesen             worten sind die persönliche Betroffenheit
sogar den Schulgang bezahlen. So weit so       Praktiken immer mehr zunimmt, realisieren            und das persönliche Engagement unver-
gut, oder doch nicht?                          die einschlägigen Organisationen mittler-            zichtbar!                                 (he)




                                                                                                                                         dreieck        03/2011
24 |    A u s d e r D i re k t i o n




                                                               50 Jahre Bildungswochen im
                                                               Land Salzburg




                                                                                                                                                Foto: iStock
D
       ie Eröffnung der 20. Bildungswoche in Goldegg bot im Sep-               Stöger, der ehemalige Direktor des Salzburger Bildungswerkes, mit
       tember auch den idealen Rahmen, das Jubiläum „50 Jahre                  56 Vorträgen zu vielfältigen Themen bei Bildungswochen oder 31
       Bildungswochen“ zu feiern. Genau in jenem Ort, wo man                   Bildungswochen in nur einem Jahr im Land Salzburg (1981, 1985).
diesen „Import“ aus Tirol – die so genannte „Dorfbildungswoche“ –              Zwischen sehr vielen Gipfeln füllten die „Schluchten“ aus heutiger
zum ersten Mal ausprobiert hat. Das Konzept ging damals auf, und               Sicht manchmal Außergewöhnliches – wie die „Einführung in die
es wurde bis heute laufend verbessert. Heute stehen wir bereits bei            Mengenlehre“ (Taxham 1974), „1985 – Leben mit dem Computer“
über 800 Bildungswochen!                                                       (Leogang 1973) oder ein „Männerabend: Demokratie in Gemeinde
                                                                               und Staat“ (Goldegg 1961). Einmal haben 56 Veranstaltungen in ei-
„Die Entwicklung der Bildungswochen schuf Gipfel und Schluchten“,              ner Woche die Gemeinde Oberalm fast überfordert. Doch es ging
meinten Dr. Martin Wiedemair als Leiter des Arbeitskreises „Bil-               gut, und ein weiterer Gipfel entstand. Lediglich neun Gemeinden
dungswochen“ und Dr. Günther Signitzer. Zu den höchsten „Gip-                  im Land Salzburg haben diese „Gebirgsbildung“ noch nicht erlebt.
feln“ zählen St. Martin bei Lofer mit 23 Bildungswochen, Ing. Josef
                                                                               Dem Anlass gemäß gab es bei der Jubiläumsfeier eine neue Variante
                                                                               eines „Zeitzeugengespräches“: Zeitzeugen von heute mussten sich
                                                                               dazu gedanklich in die Zukunft – in das Jahr 2036 – versetzen und
                                                                               erklären, wie und warum sich unsere Gesellschaft in eine bestimmte
                                                                               Richtung weiter entwickelt hat. Dieser Perspektivenwechsel gelang
                                                                               den „ZeitzeugInnen“ gut und man konnte wirklich interessante
                                                                               Dinge erfahren – über radikale Änderungen der Parteienlandschaft,
                                                                               von Gemeinden, die die Welle der Zusammenschlüsse „überlebt“
                                                                               haben oder von der Kommunikation über die neuen Technologien,
                                                                               die unseren Lebensstil in diesem Zeitraum am wesentlichsten ver-
                                                                               ändert haben.

                                                                               Nach dem Jubiläum in Goldegg wurde die 800. Bildungswoche in
                                                                               Piesendorf durchgeführt. Einige Bildungswochen sind bereits für
                                                                               das nächste Jahr 2012 vorgemerkt oder schon in konkreter Planung.
                                                                               Der „Bildungswochen 50er“ gehört bereits wieder der Vergangen-
                                                                               heit an, und der Arbeitskreis „Bildungswochen“ wird sich über die
Im Bild (v.li.) HR Dr. Wilhelm Pölzl, der Goldegger Bürgermeister Hans Mayr,
LR Dr. Tina Widmann, Bildungswerkleiter Martin Klettner und Rektor Mag.        weitere Qualitätssicherung und Weiterentwicklung der erfolg-
Dr. Josef Sampl, Vorstandsvorsitzender des Salzburger Bildungswerkes.          reichen Methoden bemühen.                                     (RiB)




03/2011 dreieck
Aus der Di re k t ion    | 25




                                                                                                                                              Fotos: Reinhard Klinger
  Sing ein frohes Lied dem Tag!

E
      s schwinden jedes Kummers Falten,       Andreas Gassner und Helmut Zeilner, die
      solang des Liedes Zauber walten: Es     beiden Salzburger Landeschorleiter, Petra
      war wohl weniger Friedrich von Schil-   Huber und Gabriel Heun, das energiege-
lers erfreulich-beruhigende Feststellung,     ladene Kinderbetreuungsduo, sowie die
sondern in erster Linie die Freude am ge-     beiden Stimmbildner Thomas Schneider
meinsamen Singen, die heuer an die 150        und Agnes Mitterlechner-Wimmer boten
Frauen, Männer und Kinder zur 48. Salzbur-    in jeder Hinsicht facettenreiche Klangerleb-
ger Singwoche nach Strobl geführt hat. Und    nisse: beim Singen im Plenum, im Frauen-
ihre Erwartungen wurden nicht enttäuscht.     und Männerchor, bei der Stimmbildung –
                                              im Gesamtchor oder individuell – und beim
Sing ein frohes Lied dem Tag: Dieses Mot-     Singen, Musizieren und Tanzen im Kinder-
to hatte für jeden Lied-Geschmack etwas       chor. Groß war auch die Begeisterung bei
                                                                                              Stimmbildung mit vollem Einsatz: Thomas
zu bieten. Geistliche und weltliche Chorli-   den Jugendlichen (zwischen 14 und 25 ...),
                                                                                              Schneider und Agnes Mitterlechner-Wimmer
teratur stand ebenso auf dem intensiven       für die heuer erstmalig nach vielen Jahren      in Aktion.
Probenplan wie Volkslieder aus aller Herren   wieder ein Jugendchor angeboten wurde.
(und Frauen) Länder – und es blieb auch       Thomas Schneider, er ist unter anderem
Platz für unterschiedliche musikalische       Mitglied des bekannten Männerensembles         Eine beeindruckende Abendmusik mit mu-
Gefühls-Richtungen: von fröhlich-heiter bis   „Voices Unlimited“, hatte die spezielle Ju-    sikalischen Beiträgen der ReferentInnen,
melancholisch-besinnlich.                     gendchorliteratur ausgewählt, und die Ju-      ein gemütlicher Tanzabend und ein launig-
                                              gendlichen ließen sich von seinem Enthusi-     bunter Abend mit dem großen Auftritt
                                              asmus anstecken.                               der Kinder sowie das Abschlusskonzert in
                                                                                             Abersee rundeten die Woche musikalisch-
                                                                                             gesellig ab.

                                                                                             Die Freude am gemeinsamen Singen führt
                                                                                             seit fast fünf Jahrzehnten Menschen un-
                                                                                             terschiedlicher Herkunft und unterschied-
                                                                                             lichen Alters – der Bogen reichte heuer von 6
                                                                                             bis 91 (!) Jahre – zusammen und ermöglicht
                                                                                             nicht nur gesangliche Begegnungen und
                                                                                             Freundschaften. Dass sich die Singwoche in
                                                                                             einer Zeit des Freizeitaktivitäten-Überange-
                                                                                             botes bewährt, ist nicht selbstverständlich.
                                                                                             Der Erfolg scheint uns aber Recht zu geben,
                                                                                             und so können sich sangesfreudige Frauen,
                                                                                             Männer und Kinder hoffentlich noch über
                                                                                             viele weitere Singwochen freuen!       (MiHa)




                                                                                                                            dreieck      03/2011
26 |   A u s d e r D i re k t i o n




   Unsere Herbstfahrt nach Linz
                                                                                                men geschlossen. Vorwiegend Kunst-, Kultur-
                                                                                                und Heimatvereine stehen für Erwachsenen-
                                                                                                bildung und Regionalkultur. Zu finden sind
                                                                                                auch Fotoclubs, Galerien, Volkskulturförder-
                                                                                                vereine, Museen oder Eltern-Kind-Zentren. Et-
                                                                                                was exotisch wirken Absolventenvereine oder
                                                                                                Freunde der Hirschbacher Bauernmöbel. Ört-
                                                                                                liche Bildungswerke wie wir sie in Salzburg fast
                                                                                                flächendeckend haben, gibt es hingegen nur
                                                                                                mehr sehr wenige, sie stammen aus früheren
                                                                                                Tagen des Oberösterreichischen Volksbil-
                                                                                                dungswerkes.

                                                                                                Vor langer, langer Zeit, war‘s gestern


                                            J
                                                edes Jahr trifft sich das Salzburger Bil-       oder war‘s heut‘ ...
                                                dungswerk im Herbst mit seinen ehren-           In ihrem Angebot finden sich großteils volks-
                                                amtlichen BildungswerkleiterInnen sowie         kulturelle Veranstaltungen. Darunter auch die
                                             seinen BezirksleiterInnen zu einem (Bildungs-)     „Zaubermärchen und Sagen aus Oberöster-
                                            Austausch. Dieses Jahr blickte man nicht nur        reich“ mit Helmut Wittmann, die die Teilneh-
                                            auf die eigene Bildungsarbeit, sondern über         merInnen der Herbstfahrt nach einer Stadtfüh-
                                            die Grenzen Salzburgs hinaus nach Oberöster-        rung zu sehen und vor allem zu hören bekamen.
                                            reich. Denn es ist nicht nur die Sprache, die uns   Begleitet wurde der auf österreichische Mär-
                                            vom Oberösterreichischen Volksbildungswerk          chen spezialisierte Erzähler von Franz Berneg-
                                            unterscheidet, sondern vielmehr die Arbeits-        ger am „Bock“, der alpenländischen Variante
                                            weise und Struktur.                                 des Dudelsacks, der eine mystische Stimmung
                                            So hießen der neue Obmann Dir. Wolfgang             zauberte.
                                            Pfeil und die Geschäftsführerin Mag. Daniela
                                            Zeilinger die Salzburger Delegation in Linz, im     Die Herbstfahrt kam so gut an, dass eine Neu-
  Bildungswerkleiter Dr. Hans Stehrer       Ursulinenhof, sehr herzlich willkommen und          auflage 2013, nach einer „normalen“ Herbstta-
  aus Strobl und Ingrid Foller, Bildungs-
                                            gaben Einblicke in ihre Arbeit. 190 Mitglieds-      gung 2012, mit einem neuen Ziel notwendig
  werkleiterin aus Salzburg-Itzling,
  beim Testen der Technik der Zukunft.      einrichtungen (hauptsächlich eigenständige          sein wird.                             (RiB/MP)
                                            Vereine) sind in dem Landesverband zusam-




                                              In eine ganz andere Art von „Märchen-
                                              welt“ tauchten die SalzburgerInnen im
                                              Ars Electronica Center bei der „High-
                                              light“- Führung ein. Ein Foto der eige-
                                              nen Netzhaut aufnehmen, ein Roboter
                                              als Unterstützung im Alltag, ein 3D-
                                              Film im „Deep Space“ und vieles mehr
                                              erwartete die BildungswerklerInnen.




03/2011 dreieck
Aus G emei n de un d Bez irk    | 27



Ein Wochenende im Zeichen der Kräuter
Ein besonderer Ort für ein besonderes Produkt: Präsentation des Nationalparktees und
des Nationalpark-Kräutersalzes
                                                                                                     VON ANDREA RIEDER




A
      nfang August fand auf 2.200 Meter Höhe, auf der Fürther Hüt-     statt. Bei herrlichem Wetter wurden die Produkte von Nationalpark-
      te, mitten im Nationalpark „Hohe Tauern“ die Präsentation        direktor Dipl. Ing. Wolfgang Urban und von den Verantwortlichen
      der eigens kreierten „Hollersbacher-Nationalpark-Produkte“       vom Hollersbacher Kräutergarten den zahlreichen Gästen präsen-
                                                                       tiert. Darunter ein sehr schmackhaftes Nationalpark-Kräutersalz,
                                                                       das „die Würze“ in den Alltag bringt, und eine genussvolle Teemi-
                                                                       schung. Dafür werden handverlesene Kräuter sanft getrocknet und
                                                                       zu einem aktivierenden, harmonischen Tee gemischt und liebevoll
                                                                       handverpackt.
                                                                       An diesem Wochenende wurden auch Kräuterbuschen gebun-
                                                                       den, in der Kirche geweiht und an die Anwesenden verteilt. Beim
                                                                       anschließenden Kräutergartenfest wurde die erste Hollersbacher
                                                                       Kräuterbroschüre „Holunder mit allen Sinnen erfahren, erleben und
                                                                       genießen“ vorgestellt.
                                                                       Andrea Rieder ist Bildungswerkleiterin in Hollersbach.


                                                                     Für alles ist ein Kraut gewachsen. Im Bild (v.li.) Josef Stöckl (Verein Hollersba-
                                                                     cher Kräutergarten/ Bienenlehrpfad), Gabi und Hans Scheurer (Hüttenwirte),
                                                                     Andrea Rieder und Wolfgang Urban bei der Präsentation der besonderen
                                                                     Produkte.




 Flotte Käfer auf Rädern
                                                                      VON HEIDEMARIA MIMRA




 A
         m 10. September 2011 war es so-         alles abverlangte. Mit Schwimmflossen auf
         weit: Bürgermeister Fritz Zettinig      einem Abhang einen Golfball balancieren,
         begrüßte die TeilnehmerInnen der        Gasteiner Thermalwasser aus Trinkwasser-          ierten Floß. Vor dem Ziel wurden die Ge-
 1. Fahrradrallye in Bad Hofgastein im Na-       proben herausschmecken und verschie-              hirnzellen noch mit einem Gasteiner Quiz
 men der anwesenden Honoratioren aus             dene Pflanzen erkennen, waren noch die            gefordert. Der Wintersportverein wachte
 Politik und Wirtschaft, unter ihnen Vize-       leichteren Aufgaben. Schwieriger waren            mit seinen Streckenposten streng über die
 bürgermeister Harald Schaireiter und Kul-       da schon die Geschicklichkeitsprüfungen           Einhaltung der Straßenverkehrsordnung.
 turreferent Siegfried Pichler. Neben top        oder die spektakuläre Überquerung des             So erreichten alle TeilnehmerInnen sicher
 ausgerüsteten SportlerInnen, der jüngste        Kurparkteichs auf einem eigens konstru-           wieder die Alpenarena.
 zarte drei Jahre, waren auch flotte Marien-                                                       Alle waren sich nach der lustigen Preisver-
 käfer und selbst Mutter Natur mit ihren El-                                                       leihung einig: Im nächsten Jahr machen
 fen am Start, die später für ihre originellen                                                     wir wieder mit! Die Veranstalter, Salzbur-
 Kostüme Ehrenpreise ergatterten.                                                                  ger Bildungswerk und Kulturgut Bad Hof-
                                                                                                   gastein, samt allen Helfern und Sponsoren
 Bei strahlendem Sonnenschein absol-                                                               haben sich gefreut, das zu hören!
 vierten die gut gelaunten TeilnehmerInnen
 einen Parcours, der ihnen in jeder Hinsicht                                                       Mag. Dr. Heidemaria Mimra ist Bildungswerkleite-
                                                                                                   rin in Bad Hofgastein.




                                                                                                                                       dreieck   03/2011
28 |   A u s G e me i n d e u n d B ezirk




    Vo Schoppornou bis Niedansöi
                                                                         VON GERLINDE ALLMAYER




  G
          si und allno – gwen und oiwei           Die Absicht, dem Publikum durch lautliche

„
          no“ hieß es bei der 24. Niedern-        und inhaltliche Übertragung und Gegen-
          siller Stund, einer bekannten und       überstellung von Mundartdichtung zweier
beliebten Mundartveranstaltung. Die Be-           sehr unterschiedlicher Dialektfärbungen,
sucherInnen im vollbesetzten Niedernsiller        wie dem Alemannischen aus dem Rheintal
Kulturzentrum „Samerstall“ bekamen Ende           und dem Bregenzerwald und dem Bairisch-            Vorarlbergerisch trifft Pinzgauerisch.
September Ungewohntes zu hören. Vorarl-           Österreichischen aus dem Ober- und Mitter-         Im Bild Max Faistauer, Stefan Schipflinger,
bergerisch aus dem Bregenzerwald und aus          pinzgau, verständlich zu machen, kann man          Adolf Vallaster (stehend v.li.), Birgit Rietzler
dem Rheintal, junges, poppiges Pinzgaue-          als überaus geglückt bezeichnen. Adolf Val-        und Gerlinde Allmayer (sitzend v.li.).

risch und Vihuela-Klänge.                         laster und Max Faistauer trugen ihre Texte
Vorarlberg ist das einzige österreichische        kraftvoll und mit viel Humor vor. Ihre von        fan Schipflinger den Abend. Barbara Ret-
Bundesland, in dem alemannische Mundart           hohem Niveau geprägten Gedichte wurden            tenbacher-Höllwerth gedachte in einem
gesprochen wird. Dieser Dialekt wird nicht        durch die Übersetzungen in ihrer Aussage          Gespräch mit dem Moderator Manfred
von allen ÖsterreicherInnen gleich gut ver-       verstärkt.                                        Baumann (ORF) dem 100. Geburtstag ihres
standen, ja, es wird sogar oft behauptet,         Ebenso machten es Birgit Rietzler und Ger-        verstorbenen Mannes August Rettenbacher
er wäre besonders schwierig zu verstehen.         linde Allmayer. Wobei die Pinzgauerin be-         und trug zwei seiner Gedichte vor.
Deshalb hatte Gerlinde Allmayer, die Orga-        sonders gefordert war, denn Birgit Rietzlers
nisatorin der Niedernsiller Stund, anfangs        Heimat Schoppernau liegt im hintersten            Wie kam der Abend beim Publikum an?
berechtigte Zweifel, ob die Zuhörer die vor-      Bregenzer Wald. Je weiter Täler abgeschie-        „Mia kimb vi, so waos Guats haots in da
getragenen Texte auch verstehen werden.           den vom Zentralraum sind, desto ursprüng-         Mundartszene no nia gebm.“ „ Ihr habt der
Aus diesen Zweifeln entstand dann plötzlich       licher erhält sich ein Dialekt. Die einfühlsame   Mundartdichtung der heutigen Zeit neue
die Idee, die Vorarlberger Gedichte ins Pinz-     musikalische Begleitung mit Klangzitaten          Wege gewiesen.“ „Des wos da Seial gspüt
gauerische zu übertragen und die Pinzgau-         verschiedener Epochen und Stilrichtungen          hot, ho i zeascht nit vastandn, owa mit da
er Texte ins Vorarlbergerische. Birgit Rietzler   durch Christa Lukatsch an der Harfe sowie         Zeit bin i ruhiger worn.“ „Man kann euch
aus dem Bregenzerwald und Adolf Vallaster         Wolfgang Seierl, Gitarre und Vihuela, ver-        nur gratulieren zu dem heutigen Abend.“
aus dem Rheintal bildeten das Poetenpaar          stärkten die sprachlichen Eindrücke.              Gerlinde Allmayer ist Bildungswerkleiterin in
aus Vorarlberg, Max Faistauer und Gerlinde        Mit originellen und frechen Dialektliedern        Niedernsill.
Allmayer vertraten den Pinzgau.                   bereicherte der junge Viehhofener Ste-



Ich darf meinen Lehrer nicht duzen ...
50 Jahre Salzburger Bildungswerk Piesendorf                                                                                        VON PAUL WIDMANN




                                                  V
                                                         om 25. September bis 2. Oktober            Hier entführte digitalisiertes Foto- und Film-
                                                         2011 wurde das 50-jährige Bestehen         material, musikalisch umrahmt von Chören
                                                         des Salzburger Bildungswerkes Pie-         und einem Ensemble der Trachtenmusik-
                                                  sendorf im Rahmen einer Bildungswoche             kapelle, die Zuseher in längst vergangene
                                                  gefeiert.                                         Zeiten. Auch für Kinder und Jugendliche
                                                  Über das bunte Programm, das Menschen             hatte das Programm der Bildungswoche
                                                  aus Piesendorf von Jung bis Alt anzuspre-         etwas zu bieten. Die Lesung „Schmidolins
                                                  chen versuchte, freuten sich mehr als 650         erstes Abenteuer“ von Tina Widmann so-
                                                  BesucherInnen. Eröffnet wurde die Bil-            wie die „Heilsame Wirkung des Boxens“
 Im Bild (v.li.) Tina Widmann, Paul Widmann und   dungswoche von LR Dr. Tina Widmann, die           mit Conny König machten den Kindern
 die ehemalige Bildungswerkleiterin Elisabeth     sich von der Eröffnungsveranstaltung „Frü-        und Jugendlichen genauso Spaß wie die
 Sonderegger.
                                                  her bei uns im Pinzgau“ begeistert zeigte.        Leistungsschau der Freiwilligen Feuerwehr



03/2011 dreieck
Aus G emei n de un d Bez irk     | 29


Piesendorf, des Roten Kreuzes Zell am See       dem Vortrag „Viel Spaß beim Erziehen“. Der
und der Trachtenmusikkapelle Piesendorf.        Tag der offenen Tür im neu umgebauten
Ebenfalls großes Interesse wurde der Ge-        Gemeindeamt sowie die Beratung mit einer
meindeversammlung entgegen gebracht.            kleinen Genussjause im Seniorenheim und
Die GemeindebürgerInnen bekamen auf             im Tageszentrum erfreuten sich genauso
Fragen nach bestehenden und geplanten           interessierten Besuches wie die anschlie-
Projekten der Gemeindevertretung Antwor-        ßend besinnliche Zeit in der „Langen Nacht
ten aus erster Hand. Für ein weiteres High-     der Kirche“.
light der Woche und einen Angriff auf die
Lachmuskeln sorgte Dr. Jan Uwe Rogge mit        Paul Widmann ist Bildungswerkleiter in Piesendorf.




   Übern Trischibl zum Cyberspace
                                                                                                                                    VON PETER LÖCKER




   Ü
            bern Trischibl zum Cyberspace“

 „
            – St. Margarethen im Wandel der
            Zeit: So lautete der Titel der 6.
 Bildungswoche, die anlässlich des 50-jäh-
 rigen Jubiläums des örtlichen Bildungs-
 werkes veranstaltet wurde.
 Der „Trischibl“ ist die alte Lungauer Be-
 zeichnung für die Türschwelle, der Absatz,
 das Hindernis zwischen altem und neuem
 Raum und der Cyberspace der gedachte,
 nicht wirklich reale Raum der vernetzten
 Computerwelt. Sie bilden den Bogen vom         mälererhebung, aufgelockert durch die in
 „Gestern“ zum „Morgen“ – mitten drin das       der Schreibwerkstatt mit Annemarie In-
 heutige Tun. Die Bildungswoche war die         dinger entstandenen Texte und die Klän-
 Einladung, über die „Trischibl“ zu steigen     ge der Musikkapelle mit anschließender
 und aus dem Wissen, wie es war die ge-         Ausstellung „Musik im Wandel der Zeit“.
 meinsame Zukunft des Dorfes zu gestalten       Es folgten Dokumente aus dem 19. Jahr-
 und so mit jedem Schritt einen mutigen         hundert, die deutlich die Veränderungen              verband ein, in die Zukunft zu schauen.
 Schritt in die Zukunft zu gehen.               der Höfe im Ort und der Essensgewohn-                Das Erntedankfest bildete den Abschluss
                                                heiten zeigten, der auch die Landwirt-               der ereignisreichen Bildungswoche.
 Eröffnet wurde die Bildungswoche mit           schaft unterworfen ist. Was im Internet so           Peter Löcker ist Bildungswerkleiter in
 der Präsentation der Klein- und Flurdenk-      los ist und wie virtuelle soziale Netzwerke          St. Margarethen im Lungau.
                                                funktionieren, konnten ältere Menschen
                                                mit Unterstützung der Lehrer und Schü-
                                                lerInnen des Multiaugustinums erfahren.
                                                Viel Spaß hatten die Kinder und Jugend-
                                                lichen von Kindergarten, Volksschule und
                                                vom Jugendtreff bei sportlichen und spie-
                                                lerischen Alternativen zu Computer und
                                                Co. Als Ausklang gab es im Jugendtreff ein
                                                Konzert der Musikgruppe „Stuff“. Mit dem
                                                Architekten DI Herfried Peyker, Fachmann
                                                für Raumentwicklung, lud der Tourismus-




                                                                                                                                          dreieck   03/2011
30 |   A u s G e me i n d e u n d B ezirk




Tennengauer Weiterbildungsangebote und -einrichtungen informieren
                                                                                                                                                 VON MICHAEL NEUREITER




                                                                   D
                                                                           as erste lern.fest, das von der „Ler-       bote, mehr Kooperation der Einrichtungen
                                                                           nenden Region Tennengau“ Anfang             und mehr Publikation der Leistungen zu er-
                                                                           Oktober in der Halleiner Salzberghal-       reichen. Das ist mit dem ersten lern.fest ge-
                                                                   le ausgerichtet wurde, erwies sich als voller       lungen: Hunderte Interessierte, von Kindern
                                                                   Erfolg: Acht Weiterbildungseinrichtungen,           bis zu SeniorInnen, folgten der Einladung,
                                                                   darunter auch das Salzburger Bildungs-              und die Salzberghalle wurde so zu einem
                                                                   werk, und die Öffentlichen Bibliotheken lu-         bunten Schauplatz der Angebotsvielfalt
                                                                   den zum „Staunen, Erleben, Begreifen“ ein.          und Zusammenarbeit.
                                                                   Die Tennengauer Weiterbildung hat sich im
                                                Fotos: Neureiter




                                                                                                                       MMag. Michael Neureiter ist Bezirksleiter im
                                                                   Projekt „Lernende Region“ zusammenge-               Tennengau.
                                                                   schlossen, um mehr Innovation der Ange-



 „denk.plätze“ hieß ein Fotowettbewerb, bei
 dem Lieblingsplätze gesucht wurden, an de-
 nen die TeilnehmerInnen am liebsten lernen.
 Unter den eingereichten Arbeiten entschieden
 sich die BesucherInnen für jene Aufnahmen,
 die am besten entsprachen: Bei der Prämie-
 rung der meistgenannten drei Arbeiten dankte
 der Halleiner Bürgermeister Dr. Christian Stöckl
 (li.) der lern.fest-Koordinatorin Heike Guritzer-
 Maurer (re.) für das bunte lern.fest und die                      Beim lern.fest gab es zusätzlich zu den aktuellen   Die Kooperation der Bibliotheken im Tennengau
 beispielhafte Zusammenarbeit.                                     Programmen konkrete Hinweise zur beruflichen        lud zum Bücherschätzen ein, bei dem es um die
                                                                   Weiterbildung und Qualifizierung.                   Seitenzahl von Buchpaketen ging.




Wer sind die Freiwilligen?
                                                                                                                                                      VON DANIEL KRAINER




A
        m 28. Oktober 2011 wurde zum Fest                          engagieren sich rund 44 Prozent der über            sellschaft. Viele Projekte könnten in der Ge-
        „Freiwillige im Mittelpunkt“ eingela-                      15-Jährigen in der österreichischen Zivilge-        meinde ohne Freiwillige nicht umgesetzt
        den, um den vielen ehrenamtlich tä-                                                                            werden. Aber nicht alle Aufgaben in der Ge-
tigen BürmooserInnen einmal in der Öffent-                                                                             meinde können auf Freiwillige übertragen
lichkeit zu danken. Mehr als 200 Personen                                                                              werden und erfordern daher auch eine Ver-
aus den verschiedensten Bereichen – von                                                                                stärkung der professionellen Dienstleister.
A=Altenbetreuung bis Z=Zukunftsdialog
– konnte Bürgermeister Peter Eder im Ge-                                                                               Dr. Günther Signitzer betonte in seiner
meindezentrum Bürmoos begrüßen.                                                                                        Grußbotschaft das vielfältige Angebot der
LAbg. Dr. Josef Schlömicher-Thier betonte                                                                              örtlichen Bildungswerke mit der Zielset-
die Wichtigkeit der Freiwilligenarbeit für                                                                             zung, Veränderungen in der Gesellschaft of-
die Gemeinschaft. Im Besonderen sei es                                                                                 fen zu diskutieren. Die ehrenamtlich tätigen
die Jugendarbeit in den Vereinen und Insti-                        Als besondere Überraschung gab es noch eine
                                                                                                                       BildungswerkleiterInnen mit ihrem Team
tutionen, die für den Fortbestand der per-                         Hörprobe des jungen Musikers Markus Paul            und die jeweiligen Bürgermeister als Vorsit-
sonellen Struktur wichtig ist. Laut Statistik                      Hasenauer auf dem Klavier.                          zende planen die Bildungsangebote für die



03/2011 dreieck
Aus G emei n de un d Bez irk     | 31




                                                         Die Festrede wurde
                                                         mit viel Aufmerksam-
                                                         keit aufgenommen,
                                                         und alle Anwesenden
                                                         spürten die Wert-
                                                         schätzung für die von




                                                                                                                                                   Fotos: Kurt Winkler
                                                         ihnen erbrachte eh-
                                                         renamtliche Leistung.




Gemeinde und bringen Farbe ins örtliche       standen im Mittelpunkt der Betrachtung.          – Weh dem, der keine Heimat hat!“. Trach-
Leben. Das Engagement der BürgerInnen         Die uneigennützige Hilfe, ohne zu fragen,        tenmusikkapelle, Oberstimmenchor und
zu fördern und die Lebensqualität zu erhal-   was es bringt, zeichnet den Edelmut aus.         Männerchor sorgten für den feierlichen
ten, zählt zu den Aufgaben des Salzburger     Selbstentfaltung ist die Möglichkeit, für        Rahmen der Veranstaltung. Zum Ausklang
Bildungswerkes.                               Andere nützlich zu sein, also die eigenen        des Festes „Freiwillige im Mittelpunkt“ und
Das Festreferat von Prälat Prof. Dr. Hans     Talente und Fähigkeiten einzusetzen. Zum         als Anerkennung für das Engagement hat
Paarhammer war dem Thema „Die Rol-            Unterschied zur Selbstverwirklichung, wo         die Gemeinde Bürmoos alle Anwesenden
le des Ehrenamts in unserer Gesellschaft“     die Konzentration auf dem „Was ich zu tun        zum Umtrunk und einen kleinen Imbiss ein-
gewidmet. Viele Bereiche des öffentlichen     wünsche“ liegt und somit „Eigen-Sinn“ ins        geladen.
und sozialen Lebens würden ohne Ehren-        Zentrum rückt. Zum Begriff Heimat zitierte
amt kaum mehr existieren. Edelmut, Selbst-    Prof. Paarhammer eine Zeile aus dem Ge-          Daniel Krainer ist Bildungswerkleiter in Bürmoos.

entfaltung, Wertschätzung und Heimat          dicht von Friedrich Nietzsche „Vereinsamt




   Mösler haben großes Herz für Kinder
                                                                                                                  VON WALTRAUT HOFMEISTER




  A
         nfang November überreichte Waltraut Hofmeister, Bil-        Kinder in Salzburg. Das vom Salzburger Bildungswerk organisier-
         dungswerkleiterin von Leopoldskron-Moos, den Rein-          te Benefizkonzert in Leopoldskron-Moos erbrachte mit mehr als
         erlös des Benefizkonzerts „Mösler Jugend musiziert“ an      200 BesucherInnen einen erfreulichen Reinerlös von 5.600 Euro.
  Theresia Feichtinger von der ARGE Hippotherapie und an Direk-      Je 2.800 Euro gehen nun an die Hippotherapie und an die Schule
  tor Hannes Liegle von der Sonderschule für körperbehinderte        für körperbehinderte Kinder, damit beide ihre wertvolle Arbeit
                                                                     fortsetzen können. Die ARGE Hippotherapie ermöglicht Kindern
                                                                     mit Behinderung, auf dem Rücken eines Pferdes Bewegungsab-
                                                                     läufe zur Schulung des Gleichgewichts, der Koordination und der
                                                                     Atmung zu erlernen. Die Schule für körperbehinderte Kinder bie-
                                                                     tet mit dem Projekt „Unterstützende Kommunikation“ Kindern
                                                                     mit Sprachbehinderung eine Ausdrucksmöglichkeit.

                                                                     Im Bild (li.) Waltraut Hofmeister bei der Spendenübergabe im Reiterhof in
                                                                     der Moosstraße. Viele Ehrenamtliche und Firmen haben mitgeholfen: Der
                                                                     hohe Reinerlös wurde möglich, weil im Hintergrund 46 (großteils) Mös-
                                                                     lerinnen und Mösler ehrenamtlich am Erfolg der Aktion mitgearbeitet
                                                                     haben. Viele Firmen und Betriebe aus dem Stadtteil Leopoldskron-Moos,
                                                                     aber auch aus Maxglan, Gneis, Wals-Viehhausen, Anif und Grödig haben
                                                                     die Aktion unterstützt.




                                                                                                                                  dreieck   03/2011
32 |   A u s G e me i n d e u n d B ezirk




    Bildungswochen-Spitzenreiter …
                                                                                                                          VON RUDI SCHMIDERER




S
      t. Martin ist die Gemeinde mit den      gefeiert wurde das 50-jährige Bestehen des     informativen und ernsten Programm zum
      meisten Bildungswochen im Land          örtlichen Bildungswerkes.                      Thema Suchtverhalten. Die Kinder konnten
      Salzburg. Bei strahlendem Wetter        Die Bildungswochen, die alle zwei Jahre ab-    sich beim Workshop „Die Milchkiste“ in der
feierte die Gemeinde die Eröffnung der        gehalten werden, haben eine große Bedeu-       Herstellung von Butter und Käse versuchen
nunmehr 23. Bildungswoche mit dem Auf-        tung im Ort. Dass man auch nach bereits        und erfuhren auch sonst noch Einiges über
marsch der Vereine, dem Festgottesdienst      22 durchgeführten Bildungswochen noch          die Milchverarbeitung. Bei der Trachtenmo-
und dem Festakt im Martinerhof. Ebenfalls     ein neues, attraktives Programm mit Vorträ-    denschau begeisterten die Models in ihren
                                              gen, Workshops, kulturellen Abenden oder       verschiedenen Bauern-, Bürger- und Ver-
                                              Ausstellungen gestalten kann, liegt an der     einstrachten aus dem Unteren Saalachtal
  Zusammenhalt dank                           guten Zusammenarbeit mit den örtlichen         die BesucherInnen aus St. Martin und den

  Ehrenamt                                    Vereinen und der Ideenvielfalt in den Pla-
                                              nungssitzungen. Besonderer Dank ging an
                                                                                             umliegenden Gemeinden.
                                                                                             Die zweite Hälfte der Bildungswoche bot
                                              alle engagierten Mitwirkenden und an die       noch einen interessanten Vortrag über die
                                              Bevölkerung für das rege Interesse am Bil-     Hauskrankenpflege sowie ein tolles WII-
                                              dungswochenangebot.                            Turnier und einen Spielenachmittag für
                                                                                             die Jugend. Ein gemeinsamer Nachmittag
                                              So erhielten heuer viele ZuhörerInnen beim     der Feuerwehrjugend und des Jugendrot-
                                              Vortrag über den „Pinzgauer Marienweg“         kreuzes mit verschiedenen Stationen und
                                              die neuesten Informationen über die Rou-       Übungen und ein Gemeinschaftskonzert
                                              ten und die Organisation des Pilgerweges,      der St. Martiner Chöre standen am Schluss
                                              der 2012 eröffnet wird und vom Oberpinz-       der 23. Bildungswoche, die auch nach Be-
                                              gau nach Maria Kirchental führt. Ein erstes    sucherzahlen wieder ein großartiger Erfolg
                                              Highlight der Bildungswoche war Ingo Vogl      war.
                                              mit seinem kritischen Kabarett „G’sundheit“.
                                              Mehr als 140 BesucherInnen begeisterte er      Rudi Schmiderer ist Bildungswerkleiter in St. Martin
                                              mit seinem urkomischen, aber auch sehr         bei Lofer.




  Für seine mehr als 20-jährige Leitung
  des örtlichen Bildungswerkes erhielt
  Rudi Schmiderer das Silberne Ehrenzei-
  chen der Gemeinde.
  In ihrer Rede an die JungbürgerInnen
  wies LHF Gabi Burgstaller darauf hin,
  dass unser Glücksempfinden nicht von
  materiellen Werten abhängt, sondern
  dass Glück viel mehr empfunden wird,
  wenn man in eine Gemeinschaft ein-
  gebettet ist. Wichtig ist vor allem, dass
  junge Menschen ihre Wurzeln kennen
  und bewahren, auch wenn ihre Lebens-
  kreise in der Ferne liegen.




03/2011 dreieck
Aus G emei n de un d Bez irk     | 33



14 Freiwillige zertifiziert

    S
          chade, dass es schon vorbei ist“, meinte eine Teilnehmerin

„
          des Lehrganges „FreiwilligenkoordinatorIn“ nach der Pro-
          jektpräsentation, „ich habe nicht nur Wissen, sondern auch
Anerkennung und Freunde aus diesem Lehrgang mitgenommen“.




                                                                          Foto: Franz Neumayr
Im Rahmen des Interreg IIIA-Projektes „Forum Freiwillige“ wurde der
Lehrgang „FreiwilligenkoordinatorIn“ ins Leben gerufen, und seither
wird er alle zwei Jahre vom Salzburger Bildungswerk durchgeführt.
Neben den theoretischen Inputs zur Gewinnung und Führung von
Freiwilligen, zur Kommunikation und Anerkennung im Ehrenamt,              Landeshauptfrau Gabi Burgstaller überreichte die Zertifikate Ende No-
den rechtlichen Grundlagen und dem Veranstaltungsmanagement               vember an Berta Altendorfer (Mattsee), Marion Bauer (Wien), Claudia Beier
stehen die praxisorientierten Teile und vor allem der gegenseitige        (Salzburg), Michaela Busching (Ainring), Alexandra Doppler-Brandis (Salz-
Austausch im Vordergrund. Dadurch werden neben den aufgelis-              burg), Heidrun Eibl-Göschl (Grödig), Heidi Klinger (Straßwalchen), Heinz
                                                                          Krispler (Pfarrwerfen), Marianne Krump ( St. Michael im Lungau), Elfriede
teten Inhalten auch die Kreativität und die sozial-kommunikativen
                                                                          Lebesmühlbacher (Anthering), Sandra Miller (Krankenschwester für Malawi/
Kompetenzen gefördert, die Problemlösungsfähigkeit der Teilneh-           Afrika), Josef Pichler (Kuchl), Elfriede Steiner (St. Michael im Lungau) und
merInnen trainiert und natürlich auch zum Lernen motiviert.               Markus Vieweger (Bürmoos).
Der wahre Schatz an Wissen im Umgang mit Freiwilligen liegt ja nicht
in der Theorie allein, sondern den haben sich die Freiwilligen in ihrem   das Erlernte umsetzen. Das Hauptaugenmerk lag dabei auf der Füh-
täglichen Tun erworben. Das Salzburger Bildungswerk versteht es,          rung und Koordinierung anderer Freiwilliger innerhalb dieses Pro-
beim Lehrgang diesen Schatz zu heben und allen TeilnehmerInnen            jektes. Die schriftlichen Projektarbeiten geben Zeugnis davon, wie in-
zur Verfügung zu stellen. Dadurch erhält diese Ausbildung die persön-     tensiv während dieses Jahres gearbeitet wurde und wie wichtig es ist,
liche Note und auch den hohen Stellenwert bei den AbsolventInnen.         Grundlegendes über die Freiwilligenarbeit zu wissen: Das reicht von
Der gute Ruf des Lehrganges geht auch über die Grenzen des Bundes-        den rechtlichen Grundlagen, dem Wissen über den Umgang mit Frei-
landes hinaus, und so haben in diesem Jahr auch TeilnehmerInnen           willigen und sich selbst bis hin zu organisationstechnischen Fragen.
aus Wien und dem angrenzenden Bayern den Weg nach Seekirchen              Die Lehrgangsinhalte wurden eingesetzt, erprobt und reflektiert.
nicht gescheut. Auch bei der WeiterbildungsAkademie Österreich ist        Dieser Lehrgang wurde gemeinsam mit dem Leader-Programm
dieser Lehrgang akkreditiert.                                             der Europäischen Union finanziert. Unser herzlicher Dank für die
14 TeilnehmerInnen wurden nun zertifiziert. Sie mussten dafür an          Unterstützung gilt vor allem dem Regionalverband Salzburger
sechs Samstagen die Schulbank drücken und in einem Praxisprojekt          Seenland sowie dem Land Salzburg.                                 (IM)




 Der Duft der Stillen Zeit
                                                  Schöner konnte man die „Stille Zeit“ gar         Kulturprogramms standen in diesem Jahr
                                                  nicht beginnen: Weit weg von den tou-            die alten Bräuche des „Ausräucherns“ mit
                                                  ristischen Großveranstaltungen bot der           seinen geheimnisvollen Düften. Mehrmals
                                                  Kunst- und Kulturmarkt des „Doppelver-           am Tag konnten die BesucherInnen In-
                                                  eins“ Salzburger Bildungswerk/ Kultur.Gut        teressantes zu diesem Thema hören und
                                                  an drei Tagen all das, was Kinder und Er-        beim Räucherritual die Magie von Wachol-
                                                  wachsene kurz vor der Advent- und Weih-          der, Weihrauch und verschiedenen ande-
                                                  nachtszeit erwarten: besinnliche Klänge,         ren Kräutern erleben.
                                                  winterliches Brauchtum und die vertrauten        Eine breite Palette kulinarischer und meist



  I
     m stimmungsvollen Ambiente des               Gerüche nach Glühwein, Keksen, Räucher-          lokal produzierter Schmankerl rundete das
     Weitmoser Schlössls eröffneten Bürger-       werk und heimischen Köstlichkeiten. Schö-        Angebot ab. Die Musik-, Gesangs- und Li-
     meister Fritz Zettinig und der Hausherr      ne Dinge, von zahlreichen KünstlerInnen          teraturbeiträge sowie die Erinnerungen
  des Weitmoserschlössls, LAbg. Mag. Hans         und KunsthandwerkerInnen geschaffen,             einiger SeniorInnen trugen ihren Teil zum
  Scharfetter, am 18. 11. 2011 den Kunst- und     wurden im jahrhundertealten Stallgebäu-          Gelingen dieses stilvollen Marktes bei.
  Kulturmarkt „Der Duft der Stillen Zeit.“        de stilvoll präsentiert. Im Mittelpunkt des      Mag. Dr. Heidemaria Mimra ist Bildungswerk-
                                                                                                   leiterin in Bad Hofgastein.




                                                                                                                                     dreieck     03/2011
34 |   A u s G e me i n d e u n d B ezirk




  „Alles fließt“...
  ... das Motto der 2. Bildungswoche in
  Thomatal, begleitete die BewohnerInnen
  symbolisch durch acht intensiv erlebte
  Tage der gemeinsamen Arbeit, des Ler-
  nens und Feierns. Anlass waren die Ein-
  weihung des neuen Gemeindezentrums
  mit der Feuerwehrzeugstätte und das
  10-jährige Jubiläum der Musikkapelle.




In nomine Patris
                                                                                                                             VON BERNHARD IGLHAUSER




D
        as 60-jährige Bestehen des Sängerbundes Thalgau und das
        10. Spieljahr der Freilichtspiele bildeten 1962 für den dama-
        ligen Bildungswerkleiter, Lehrer Balthasar Iglhauser, die An-
lässe, als erste Gemeinde im Flachgau die „1. Dorfbildungswoche“
zu organisieren. Die seither durchgeführten 20 Bildungswochen
spannten einen reichhaltigen Bogen von Themen wie Brauchtum,
Sport, Gesundheit, Landwirtschaft bis zu Ortsgeschichte, Kunst, Mu-
sik, Technik und vieles andere mehr.




                                                                                                                                                   Foto: Franz Neumayr
Zum Jubiläumsanlass „50 Jahre Bildungswochen in Thalgau“ wer-
den 2012 die örtliche Kirchen- und Fremdenverkehrsgeschichte im
Mittelpunkt der 21. Bildungswoche „In nomine patris“ stehen.

Thalgau feiert Jubiläen der Kirchen- und Tourismus-                       Mit der Museums-Sonderschau 2012 „In nomine patris“ zeigen die
geschichte                                                                Organisatoren und Sponsoren, (v.li.) Bildungswerkleiter Bernhard Igl-
Mit dem 40-jährigen Gründungsjubiläum der Ortsgruppe Thalgau              hauser, Dechant Josef Zauner, Gerda Stelzinger (Raiba Thalgau), Obfrau
des Alpenvereins und dem 100-jährigen Entstehungsdatum des                Anneliese Grubinger, Franz Pospischil (Raiffeisen Salzburg), Günther
                                                                          Kendlbacher (Ke-We), Josef Winkler (Zimmerei Winkler) und Bgm.
„Thalgauer Verschönerungsvereins 1912“ (Vorläufer des Tourismus-
                                                                          Martin Greisberger, zahlreiche Dekanats-Kostbarkeiten und die Lebens-
verbandes) werden beide Institutionen bei der Eröffnung am 17.            bilder der Thalgauer Priester seit 1812.
März 2012 mit einem Vortrag des Extremalpinisten Hans Kammer-
lander in den Mittelpunkt gestellt.
Der Pfarrhof und die von 1753 bis 1755 errichtete Kreuzkapelle          Nacht“ mit dem Auftritt der englischen Folkrocklegende „Fairport
sind bauhistorische Kostbarkeiten der Pfarr- und Marktgemeinde          Convention“ am 30. Juni 2012.
Thalgau. Mit der Sonderschau „In nomine patris“ beginnt am 2. Juni      Ein völlig unbekanntes Kapitel der örtlichen Kirchenhistorie schlägt
der Kultur- und Museumsverein „Hundsmarktmühle“ das Programm            das erste öffentliche Konzert für Orgel und Harfe zur Erinnerung an
zum 200-jährigen Dekanatsjubiläum – mit einer biografischen             den Pfarrer von Thalgau und späteren Eichstätter Bischof Eberhard
Präsentation aller seit 1812 in Thalgau geborenen Priestersöhne,        II. von Hirnheim in der prächtig renovierten „Kreuzkapelle“ am 7.
verbunden mit einer Ausstellung von bisher nie öffentlich präsen-       September 2012 auf. Die Wiederaufstellung und Weihe des alten
tierten Exponaten des Pfarrhofes und des Stiftes Michaelbeuern.         Schoberkreuzes mit dem Originalherrgott 1894 am 26. Oktober
Die Feier zur Fertigstellung der gelungenen Renovierung beider          2012 beim „Schwandtbauer“ als verbindendes Symbol der Thalgau-
Bauwerke findet am 3. Juni 2012 mit einem Festgottesdienst statt.       er Berg-, Kirchen- und Tourismusgeschichte bilden den Abschluss
Das 15. Bestandsjahr als Synonym für Sternenhimmel und Legen-           des Jubiläumsjahres im Rahmen der 21. Bildungswoche 2012.
denbands der Rockmusik feiert die „Wartenfelser Goldbrünnlein-          DDr. Bernhard Iglhauser ist Bildungswerkleiter in Thalgau.




03/2011 dreieck
Ar bei t sk re ise    | 35




  Mundartpreis neu belebt
Jahrestagung des Arbeitskreises „Regionale Sprache und Literatur“
                                                                              VON PETER HAUDUM




D
        ie diesjährige Jahrestagung des Ar-        Mundartpreises an Theresia Oblasser Ende
        beitskreises „Regionale Sprache und        Juni 2011 in Nußdorf am Haunsberg hin.




                                                                                                                                                        Foto: Allmayer
        Literatur“ fand in Niedernsill, im Ober-   Dass dieser Mundartpreis neu belebt wurde,
pinzgau statt. Mitglieder des Arbeitskreises       ist Verdienst des Arbeitskreises „Regionale
und Leiter Max Faistauer ließen es sich nicht      Sprache und Literatur“. Die Gemeinde Nuß-
nehmen zurückzuschauen, vorauszuschau-             dorf als Heimatgemeinde von Walter Kraus         Im Anschluss an Max Faistauer folgte das
en, zu reflektieren und zu evaluieren.             und das Salzburger Bildungswerk sind die         Referat von Barbara Rettenbacher über das
Zu den Ereignissen des Jahres 2011 zählen          Träger dieses Preises, der Salzburger Raiffei-   von ihr aufgebaute Tauriska-Mundartarchiv
unter anderem die Lesung des Flachgauer            senverband sicherte die Mitfinanzierung und      im Samerstall in Niedernsill.
Mundartkreises im Seniorenwohnheim Matt-           das ORF-Landesstudio Salzburg unterstützte       Neben dem Mundartarchiv in St. Koloman
see, die alljährlich stattfindende Mundartle-      medial und beratend.                             ist das Archiv in Niedernsill ein zweiter Ort
sung in Werfen sowie die Gedenklesung für                                                           im Bundesland Salzburg, an dem Literatur
Hermine Weixlbaumer-Zach. Die bereits 24.          Mundart im Mittelpunkt                           in Mundart und über Mundart sowie au-
„Niedernsiller Stund“ fand Ende September          Anlässlich des 100. Geburtstages von Prof.       thentische Audio- und Videoaufnahmen
2011 im Kulturzentrum Samerstall statt, zu         August Rettenbacher wurden 2011 zahl-            von Mundartsprecherinnen und –spre-
der auch diesmal zwei Mundartschaffende            reiche Veranstaltungen in dessen Heimat-         chern gesammelt und archiviert werden
aus Vorarlberg eingeladen wurden, um so            gemeinde St. Koloman durchgeführt, so die        und für eine interessierte Öffentlichkeit zu-
die Vielfalt und den unterschiedlichen Klang       Einweihung eines Kreuzwegs mit Texten            gänglich sind.
der Mundartdichtung in Österreich hör- und         Rettenbachers, die Enthüllung einer Ge-
                                                                                                    Mag. Peter Haudum ist Germanist und Mitglied des
erlebbar zu machen. Auch wies Max Faistau-         denktafel sowie ein großer Mundartabend          Arbeitskreises „Regionale Sprache und Literatur“.
er auf die Überreichung des Walter-Kraus-          mit Lesung seiner Texte.

                                                                                                                                         Pe rsona lia               |

  Roswitha Huber ist neue Bildungswerkleiterin
  in Rauris


  S
        eit zwei Jahren war das Bildungswerk        schaften in Wien und Gastrosophie in Salz-
        in Rauris verwaist. Bürgermeister Ro-       burg. Wer sie kennt, weiß, dass sie voller
        bert Reiter kann sich nun über die Zu-      Energie und Ideen ist – also ideal für die
  sage von Roswitha Huber, die Leitung des          Leitung eines Bildungswerkes!
  Rauriser Bildungswerkes zu übernehmen,
  freuen.                                           Rauris etabliert immer mehr Schwerpunkte,
                                                    die internationale Anerkennung verdienen.
                                                                                                     Im Bild (v.li.) Bezirksleiter Siegfried Kopp,
  Roswitha Huber ist keine Unbekannte: Mit          In der drittgrößten Gemeinde Österreichs
                                                                                                     Roswitha Huber, Bgm. Robert Reiter und
  ihrer „Schule am Berg“, die hunderte Schü-        wird derzeit das Thema Wasser intensiv           Dipl. Ing. Richard Breschar vom Salzburger
  lerInnen jedes Jahr besuchen, dem Rauri-          bearbeitet. Viele Brunnen werden wieder          Bildungswerk.
  ser Brotfest oder ihrem „Buch vom Brot-           hergerichtet und andere Projekte zum
  backen“ ist sie bereits vielen ein Begriff.       Thema umgesetzt. Deshalb soll auch das          den Neuzugang im Bildungswerk Pinzgau
  Huber, in Oberösterreich aufgewachsen,            Thema Wasser in die Bildungswerkarbeit          und wünscht Roswitha Huber viel Erfolg
  Mutter von 5 Kindern, war Volksschulleh-          im nächsten Jahr aufgenommen werden.            und Freude mit dem Bildungswerk Rau-
  rerin in Rauris. Sie studiert Theaterwissen-      Bezirksleiter Siegfried Kopp freut sich über    ris.                              (RiB)




                                                                                                                                      dreieck       03/2011
36 |                     Pe rs o n a l i a




                 Engagement verGOLDet                                 Ehrenamt kommt in Göming
                                                                      nicht aus der Mode
                   D
                           er Bildungswerkleiterin von Tho-



                                                                      S
                           matal, Mag. Friederike Moser,                    abine Fischinger ist neue Bildungswerkleiterin in Göming. Die Lehrerin an der Neuen
                           wurde kürzlich, im Rahmen der                    Mittelschule in Bürmoos hat die Leitung Ende September offiziell übernommen. „Ich
                   Bildungswoche, die Ehrennadel in Gold                    freue mich auf diese Arbeit und werde versuchen, GemeindebürgerInnen zu ermuti-
                   des Salzburger Bildungswerkes verlie-              gen, ihre eigenen Wünsche und Bedürfnisse zu äußern, denen ich dann mit Veranstaltungen
                   hen. Seit 1995 leitet sie mit viel Engage-         entsprechen kann.“ Außerdem möchte Sabine Fischinger die aktuellen Themen mit der Ju-
                   ment das örtliche Bildungswerk, „und                                                                      gend und den Vereinen diskutieren
                   es sind vor allem die vielen Initiativen,                                                                 und durchdenken und somit auf
                   die Ricki Moser „angestoßen“, unter-                                                                      überparteilicher Ebene zum Gelingen
                   stützt und organisiert hat, die nach-                                                                     eines guten Miteinanders beitragen.
                   haltig wirken: Anfänglich vor allem in                                                                    Auf dem Programm stehen schon
                   der Dorf- und Stadterneuerung, unter                                                                      Aktivitäten zur Gesundheit und ein
                   anderem mit der Herausgabe der Tho-                                                                       Rückblick auf die Geschichte von
                   mataler Rundschau, und immer wieder                                                                       Göming im Rahmen der Eröffnung
                   im kulturellen Bereich“, betonte Direk-                                                                   des neuen Heimatmuseums. (IM)
                   tor Dr. Günther Signitzer anlässlich der
                   Verleihung. Die Bandbreite reiche von                                                                     Im Beisein von Bürgermeister Werner
                                                                                                                             Fritz (li.) und Amtsleiterin Margarita Bartl
                   traditionellen Veranstaltungen bis hin
                                                                                                                             (2.v.li.) überreichte Prof. Felix Stroh-
                   zu innovativen Aktivitäten. „Vor allem                                                                    bichler, Bezirksleiter des Salzburger
                   die hervorragenden Kooperationen, die                                                                     Bildungswerkes im Flachgau (re.), die
                   diese Bildungsarbeit kennzeichnen, sind                                                                   Bestellungsurkunde an Sabine Fischin-
                   erwähnenswert“.                                                                                           ger (2.v.re.).


                   Günther Signitzer dankte der langjäh-
                   rigen Bildungswerkleiterin für ihr Enga-
                   gement. Ricki Moser ist auch seit vielen             Barbara Holzner: Arbeit, die bereichert(e)
                   Jahren im Verein Hochofenmuseum
                   Bundschuh aktiv. Die Bildungswerklei-



                                                                        I
                   terin freute sich über die Auszeichnung                  n ihrer Bewerbung stand unter anderem: „... zu meinen
                   und betonte, dass diese Aktivitäten nur                  wesentlichen Persönlichkeitsmerkmalen zählen analy-
                   durch die Mithilfe vieler aktiver Men-                   tisches Denkvermögen, sehr gute kommunikative Fähig-
                   schen in der Gemeinde Thomatal mög-                  keiten, Zielstrebigkeit sowie eine hohe Problemlösungskom-
                   lich sind.                                           petenz“.
                                                                        Seit 2007 hat Barbara Holzner diese Aussage in der Bewer-
                                                                        bung immer wieder tatkräftig in ihrer Tätigkeit beim Salz-
                                                                        burger Bildungswerk unter Beweis gestellt. Zuerst im Be-
                                                                        reich des Institutes Eltern-, Frauen- und Seniorenbildung,
                                                                        dann in der Seniorenbildung und Betreuung der örtlichen
                                                                        Bildungswerke in der Region Oberpinzgau und im Bezirk Tennengau. Sie erfüllte
Foto: Roland Lorscheid




                                                                        die Arbeit mit großem Engagement, persönlichem Einfühlungsvermögen und in
                                                                        einer gewinnbringenden Art. Neben der beruflichen Tätigkeit absolvierte sie auch
                                                                        die Ausbildung „Human Ressource Management“ am WIFI in Wels und erhielt das
                                                                        wba-Zertifikat als „Zertifizierte Erwachsenenbildnerin“. Ihre Zielstrebigkeit führt die
                                                                        gebürtige Oberösterreicherin nun mit November nach Linz, wo sie die Leitung eines
                Gold für Friederike Moser. Im Bild (v.li.) Bezirks-     neuen Aufgabenbereiches der Telefonseelsorge übernimmt. Ein herzliches Danke
                hauptmann HR Dr. Robert Kissela, Schwester
                                                                        für die geleistete Arbeit, die Initiativen und vielen persönlichen Begegnungen, die
                Irmgard, Friederike Moser, Bgm. Valentin Kö-
                nig, BSI Robert Grießner, Günther Signitzer und
                                                                        für uns im Team des Bildungswerkes und für die Einrichtung immer eine Bereiche-
                Vizebgm. Volker Mörtl.                                  rung waren. Für den neuen Aufgabenbereich wünschen wir alles Gute!                  (GS)




03/2011 dreieck
Persona lia    | 37



 Das Salzburger Bildungswerk gratuliert

 Uli Bazanella-Müller, Bildungswerkleiterin von                Im Bild: Die Aus-
 Oberndorf,                                                    gezeichneten
                                                               aus Salzburg mit
 Wolfgang Brudl, ehem. Bildungswerkleiter von Oberalm,
                                                               Bundesministe-
 Gabriele Di Centa Laimer, Bezirksleiterin Pinzgau,            rin Dr. Claudia
 Dr. andrea Eder-Gitschthaler, Mitglied des Vorstandes,        Schmied.




                                                                                                                                               Foto: BMUKK
 DDr. Manfred Holztrattner, Ehrenmitglied des Salzbur-
 ger Bildungswerkes,
 Josef Irnberger, Bildungswerkleiter in Scheffau und
 Vorstandsmitglied,                                            BSI i.R. Josef Irnberger, Bildungswerkleiter von Scheffau und
 Bgm. Helmut Mödlhammer, Hallwang,                             Vorstandsmitglied,
 Bgm. Johann Mühlbacher, Anthering,                            MMag. DDr. Bernhard Iglhauser, Bildungswerkleiter in Thalgau und
 oStR Prof. Mag. Josef Neudorfer, Bildungswerkleiter           Bezirksleiter Flachgau,
 von Bruck,                                                    Daniel Krainer, Bildungswerkleiter von Bürmoos, und
 Dir. Mag. Johann Posch, Bildungswerkleiter von                Martin Rohrmoser, Bildungswerkleiter von Hüttschlag,
 St. Andrä,                                                    zur Verleihung des Bundesehrenzeichens für Erwachsenenbildung.
 LSI.a.D. Manfred Rothschädl, ehem. Bildungswerkleiter
 von Elixhausen,
 Linde Schwarzbold, ehem. Bildungswerkleiterin von             Waltraut Hofmeister, Bildungswerkleiterin aus Leopoldskron-Moos, zur
 Straßwalchen,                                                 Verleihung des Bürgerbriefes der Landeshauptstadt Salzburg. Mit dieser
 Stefanie Walch, Bildungswerkleiterin in Hof und               Auszeichnung wurde ihr Engagement im öffentlichen Leben sowie im
 Bezirksleiterin Flachgau, und                                 Erziehungs- und Volksbildungswesen gewürdigt.
 HD Maria Weißbacher, ehem. Bildungswerkleiterin von           HR Dipl. Ing. Dr. arno von Watteck, langjähriger Arbeitskreisleiter
 Adnet,                                                        „Heimatsammlungen“,
 zum runden Geburtstag.                                        zur Verleihung des Berufstitels Professor.




Ehrennadel in Silber an Hans Stehrer

P
        rof. Dr. Hans Stehrer wurde kürzlich   bekannten Künstlern bis zu gemeinsamen
        die Ehrennadel in Silber verliehen.    Abenden unter dem Motto „Strobl singt“,
        Seit 2001 leitet er erfolgreich das    vom Friedensthema bis zum Euro.
Salzburger Bildungswerk Strobl. Neben den      Hans Stehrer bedankte sich für die Aus-
vielfältigen kulturellen Veranstaltungen       zeichnung und betonte, dass ihn vor allem
sind es vor allem zahlreiche Reiseberichte     die rege Teilnahme der Bevölkerung und
und Themen der Politischen Bildung, die        die positive Resonanz immer wieder mo-
vom örtlichen Bildungswerk in den ver-         toviere, gute Bildungsprogramme anzubie-
gangenen Jahren organisiert wurden. Ins-       ten. Er bedankte sich auch bei den Koope-
gesamt 110 Veranstaltungen wurden von          rationspartnern.
rund 4.500 TeilnehmerInnen besucht. Dr.        Das Bildungswerk Strobl wurde 1971 von        Dr. Günther Signitzer (re.) gratuliert Dr. Hans
                                                                                             Stehrer zu über zehn Jahren erfolgreicher
Günther Signitzer gratulierte Hans Steh-       HL Josef Hahn gegründet. Von 1975 bis
                                                                                             Bildungsarbeit.
rer zur Auszeichnung und bedankte sich         2001 war Leo Forster als Bildungswerklei-
für seine unermüdliche Tätigkeit: „Es ist      ter aktiv und seit 2001 Hans Stehrer. Der    gegenüber 2009 und die hohen Zahlen in
die Spannweite des Angebotes, die diese        Flachgau war mit 342 Veranstaltungen         den Bereichen Lebensorientierung/Weiter-
Tätigkeit besonders auszeichnet“. Von Rei-     und rund 27.600 TeilnehmerInnen im Jahr      bildung, Gemeinwesenarbeit/Regionalent-
seberichten aus fernen Ländern bis zu den      2010 der aktivste Bezirk des Landes. Be-     wicklung sowie Gesundheit/Ernährung/
Naturlandschaften am Wolfgangsee, von          sonders erfreulich waren die Steigerung      Sport.                              (GS)




                                                                                                                              dreieck    03/2011
38 |   Pe rs o n a l i a




  Bildung, die bewegt!
  Gemeinsam gelaufen. Gemeinsam gelacht.



  A
          m 15. September 2011 traten mehr        Bildungswerkleiter Dr. Martin Weichbold
          als 3.000 Menschen in Rif zum fast      sowie Ulrike Freidl von der Direktion mit
          schon traditionellen Salzburger         einer Gesamtzeit von 1 Stunde und 37 Mi-
  Businesslauf an. Zum ersten Mal mit dabei       nuten den erfolgreichen 494. Platz. Team
                                                                                                 Bezirksleiter Bernhard Hutter, Manuela Pleninger,
  auch das Salzburger Bildungswerk mit den        2 – bestehend aus Richard Breschar, Sonja      Sonja Christ und Richard Breschar am Start zum
  beiden Teams „Bildung, die bewegt“. Ge-         Christ und Manuela Pleninger von der Di-       Businesslauf 2011.
  startet wurde in 3er-Teams, die jeweils eine    rektion – nahm sich das „(Geschäfts)Kon-
  Strecke von sechs Kilometer bewältigten.        takte Knüpfen“ sehr zu Herzen, traf daher      am Wettkampfabend. Das Ziel, unsere in-
  Die Zeiten der Teammitglieder wurden am         40 Minuten später ein und erreichte somit      terne Kommunikation zu vertiefen sowie
  Ende addiert. So erreichte das Team rund        Platz 959. Wir hatten alle sehr viel Spaß,     „Bildendewandeln“ zu bewegen wurde
  um Bezirksleiter Dir. Bernhard Hutter und       sowohl bei den Trainingsläufen als auch        auf jeden Fall erreicht!          (MP)




                           Das Salzburger Bildungswerk
                           begrüßt Sarah Baier
                           D
                                  ie gelernte Bürokauffrau kümmert sich seit An-     riatsarbeiten betreut die Neumarkterin auch das Insti-
                                  fang September 2011 gemeinsam mit Sonja            tut für Eltern-, Frauen- und Seniorenbildung. Durch ihr
                                  Christ um den Empfang und das Sekretariat im       kreatives Potential unterstützt uns Sarah Baier auch im
                           Salzburger Bildungswerk. Neben alltäglichen Sekreta-      grafischen Bereich und bei unserem Web 2.0-Auftritt .




  Zum Gedenken                          Mundartdichter Prof. august Rettenba-
                                        cher wäre am 30. September 2011 100
                                        Jahre alt geworden. Die Gemeinde St.
  Der ehemalige, langjährige            Koloman würdigte ihn mit einem Festakt,
  Leiter des Referates „Erhal-          bei dem am Gemeindezentrum eine Ge-
  tung des kulturellen Erbes“           denktafel zur Erinnerung enthüllt wurde.
  des Landes Salzburg und Vor-          August Rettenbacher (1911-1999) hinter-
  sitzende des Beirates der Ge-         ließ ein großes literarisches und musika-
  meindeentwicklung Salzburg,           lisches Werk. Seine besondere Liebe galt
  Dr. Herbert Schmid, ist am            der Mundart und der lokalen Geschichte
  27. August 2011 nach langer,          – in St. Koloman und in seiner zweiten
  schwerer Krankheit im Alter           Heimat Niedernsill. Max Faistauer, Leiter
  von 72 Jahren verstorben. Er          des von Rettenbacher mitbegründeten
  war viele Jahre der Dorf- und         Arbeitskreises „Regionale Sprache und
  Stadterneuerung bzw. heu-             Literatur“ im Salzburger Bildungswerk,
                                                                                    Im Bild (v.li.) Bgm. Willi Wallinger, Vizebgm. und Bildungswerk-
  tigen Gemeindeentwicklung             nannte die Texte Rettenbachers „ein-        leiter Herbert Walkner, Max Faistauer, Prof. Rettenbachers zwei-
  verbunden und leitete den             dringlich und nicht aufdringlich, berüh-    te Frau Barbara Rettenbacher-Höllwerth, seine Tochter Erika
  Beirat von 1999 bis 2005.             rend und nicht aufrührend“.                 Rettenbacher und Ortsbauernobmann Gerhard Ramsauer.




03/2011 dreieck
dreieck   03/2011
Österreichische Post AG
                                 Info-Mail. Entgelt bezahlt.




 www.salzburgerbildungswerk.at




salzburger
                           Wir machen
  bildungswerk       Bildung lebendig!

dreieck Ausgabe3 2011

  • 1.
    Erwachsenenbildungs-Magazin des SalzburgerBildungswerkes 03/2011 Aktives Altern?! Wenn Frauen Schule machen … Dritte Welt- Patenschaften salzburger bildungswerk
  • 2.
    Das Team desSalzburger Bildungswerkes Direktion Barbara HoLZNER Gemeindeentwicklung Günther SIGNITZER Institut für Seniorenbildung Salzburg Geschäftsführung Örtliche Bildungswerke alexander GLaS Tel: 0 662-87 26 91-14 Tel: 0 662-87 26 91-17 Tel: 0 662-87 26 91-13 g.signitzer@sbw.salzburg.at barbara.holzner@sbw.salzburg.at alexander.glas@sbw.salzburg.at Sarah BaIER Karin MaRESCH anita MoSER Sekretariat Sekretariat Tel: 0 662-87 26 91-18 Tel: 0 662-87 26 91-24 Tel: 0 662-87 26 91-12 anita.moser@sbw.salzburg.at sarah.baier@sbw.salzburg.at karin.maresch@sbw.salzburg.at Sarah REITHER Richard BRESCHaR Isolde MRWa Tel: 0 662-87 26 91-27 Örtliche Bildungswerke Organisation gemeindeentwicklung@sbw.salzburg.at Tel: 0 662-87 26 91-19 Tel: 0 6277-77 94 richard.breschar@sbw.salzburg.at isolde.mrwa@sbw.salzburg.at Forum Familie Sonja CHRIST Manuela PLENINGER andrea-Maria GRUBER Sekretariat/Buchhaltung Öffentlichkeitsarbeit Pongau, Tel: 0664-8284180 Tel: 0 662-87 26 91-11 Tel: 0 662-87 26 91-16 forumfamilie-pongau@salzburg.gv.at sonja.christ@sbw.salzburg.at manuela.pleninger@sbw.salzburg.at Wolfgang MayR Hans EDER Brigitte SINGER Flachgau, Tel: 0664-8284238 Institut für Internationale Solidarität Institut für Elternbildung forumfamilie-flachgau@salzburg.gv.at Tel: 0 662-87 26 91-20 Tel: 0 662-87 26 91-15 Corona RETTENBaCHER hans.eder@sbw.salzburg.at brigitte.singer@sbw.salzburg.at Tennengau, Tel: 0664-8565527 Wolfgang FoRTHoFER forumfamilie-tennengau@salzburg.gv.at Institut für Europa Institut für Medienbildung Christine SCHLäFFER Tel: 0 662-87 26 91-21 Martin SEIBT Pinzgau, Tel: 0664-8284179 w.forthofer@sbw.salzburg.at Geschäftsführung forumfamilie-pinzgau@salzburg.gv.at Ulrike FREIDL Tel: 0 662-82 20 23-12 Monika WEILHaRTER Sekretariat seibt@imb-salzburg.at Lungau, Tel: 0664-8284237 Tel: 0 662-87 26 91-22 Monika HoHENLoHE forumfamilie-lungau@salzburg.gv.at ulrike.freidl@sbw.salzburg.at Tel: 0 662-82 20 23 Michaela HaBETSEDER office@imb-salzburg.at Öffentlichkeitsarbeit m.habetseder@sbw.salzburg.at Qualitätssiegel Salzburger Salzburger Bildungswerk Bildungswerk SBWbildungswerk Qualitätstestiert bis 02.07. 2012 Veranstaltungstipps Regionalkonferenzen und Bezirkstagungen 2012 Bildungswoche Hüttau Flachgau, 2. März 2012, 14.00 bis 19.00 Uhr, Holznerwirt, Eugendorf 15. bis 21. April 2012 Lungau, 9. März 2012, 14.00 bis 19.00 Uhr, Lungauer Bildungsverbund, Tamsweg Pinzgau, 16. März 2012, 14.00 bis 19.00 Uhr, Wirtschaftskammer Zell am See
  • 3.
    Editorial Impressum Herausgeber und Verleger: Salzburger Bildungswerk (Dr. Günther Signitzer) Ein Jahr voller Bildung und Bereicherung Redaktion: Manuela Pleninger (MP) Imbergstraße 2/2, 5020 Salzburg Ein Jahr ist vergangen, seit ich das Salzburger Bildungs- Tel. 0662-87 26 91-0 Fax 0662-87 26 91-3 E-Mail: office@sbw.salzburg.at werk im Bereich Öffentlichkeitsarbeit unterstütze. Ein www.salzburgerbildungswerk.at spannendes Jahr voller Bildung geht für mich zu Ende: ZVR 200 288 147 So lernte ich viele Salzburger Gemeinden von einer neu- Grafik: Werbeagentur Gerhard Gürtler en, facettenreichen Seite, vielleicht sogar überhaupt erst Coverfoto: © Fotolia, Foto Rückseite: Dr. Hans Stehrer, Bildungswerkleiter Strobl kennen, bei 119 Gemeinden auch verständlich, oder? Ich Fotos: Salzburger Bildungswerk hoffe, man verzeiht mir. Außerdem erfuhr ich Persönlich- (falls nicht anders angegeben) keitsbildung durch einen – nennen wir ihn – generations- Druck: Schönleitner, Kuchl Gedruckt auf chlorfrei gebleichtem Papier. übergreifenden Dialog, fand Zugang zu Traditionen und Auflage: 2.200 Brauchtümern wie die Mundartdichtung. Sah Bildungsei- MitarbeiterInnen Redaktion: fer und Bildungslust, verbunden mit teils Bildungsfrust. Dipl.-Ing. Richard Breschar (RiB) Ich kann sagen, ich fühle mich nach einem Jahr Bildungswerk gebildeter. Dr. Hans Eder (HE) Dr. Wolfgang Forthofer (FT) Alexander Glas (AG) ... dies alles klingt wohl eher nach EINbildung! Mag. Michaela Habetseder (MiHa) Mag. Barbara Holzner (bh) Aber ich finde auf Ihre – unsere – Bildungsarbeit kann man sich auch etwas „einbil- Dr. Anita Moser (AM) Isolde Mrwa (IM) den“, ist sie doch mit anderen Erwachsenenbildungseinrichtungen im Land Salzburg Dr. Günther Signitzer (GS) nicht vergleichbar. Wo sonst verfolgen so viele unterschiedliche Persönlichkeiten DSA Mag. Brigitte Singer (BS) und Charaktere ein gemeinsames Ziel, nämlich ihre Gemeinde lebenswerter, kultu- Blattlinie: Darstellung und Auseinandersetzung mit reller und aufregender für alle zu gestalten – und das alles ehrenamtlich?! Und wo aktuellen bildungs- und gesellschaftspolitischen sonst bewegt eine Woche voller Bildung ganze Gemeinden? Themen, Mitteilungs- und Serviceblatt über Veran- staltungen des Salzburger Bildungswerkes. Ich freue mich schon jetzt auf (m)ein Bildungsjahr 2012 voller neuer Ideen und Ver- Das „dreieck“ richtet sich an MitarbeiterInnen in anstaltungen. Besonders freue ich mich auf den Kontakt mit vertrauten Gesichtern der Erwachsenenbildung, MultiplikatorInnen, sowie auf das Kennenlernen von neuen Persönlichkeiten. Einige konnte ich schon PolitikerInnen sowie Medien. auf unserer diesjährigen Herbstfahrt (lesen Sie dazu mehr ab Seite 26) nach Linz per- Namentlich gekennzeichnete Beiträge drücken die Meinungen der AutorInnen aus. Sie müssen sich sönlich begrüßen, auch über Besuche im Büro freue ich mich immer wieder, und seit nicht immer mit der Auffassung von Redaktion und Herbst kann man sich nun auch virtuell mit mir/uns anfreunden. Herausgeber decken. Offenlegung nach dem Pressegesetz: Aktuelle Man kann sich mit uns anfreunden?! Berichte, Informationen und Stellungnahmen, Ja, seit Oktober ist das Salzburger Bildungswerk nun auch im Web 2.0 angekommen die im Zusammenhang mit der Tätigkeit des über- parteilichen und konfessionell nicht gebundenen und unter www.facebook/salzburgerbildungswerk und twitter.com/SBGBildungs- Salzburger Bildungswerkes stehen. werk bereit, sich mit „Bildungshungrigen“ virtuell auszutauschen, zu vernetzen und Wir danken für die Zusammenarbeit und über unsere vielen Veranstaltungen zu informieren. Bildungseinrichtungen wie das Unterstützung dem bm:ukk. Kärntner Bildungswerk, das Burgenländische oder Steirische Volksbildungswerk dreieck-Leserservice: sind bereits auf Facebook, für uns eine gute Möglichkeit, sich überregional am Lau- Fragen an die Redaktion: Tel. 0662-872691-0 oder fenden zu halten. Auf Twitter gehören wir jedoch zu den Vorreitern Österreichischer E-Mail: office@sbw.salzburg.at Erscheinungsweise: 2-3mal jährlich Bildungseinrichtungen. 140 Zeichen ermöglichen es uns, in Echtzeit über Aktivitäten Abonnement- und Einzelbestellung: unserer täglichen Bildungsarbeit zu informieren. Werden Sie Teil unserer Communi- Einzelheft € 4,- (exkl. Versand) ty und verfolgen Sie uns bei unserer täglichen Arbeit (lesen Sie mehr auf Seite 6). Jahresabonnement € 11,- Einzahlungen: RVS Salzburg Kto-Nr. 00047993, BLZ 35 000 Für dieses Jahr ist das unsere letzte Ausgabe. Ich wünsche Ihnen angenehme Win- Wenn bis 31. Dezember keine Abbestellung erfolgt, tertage und schon jetzt Frohe Weihnachten. Wir lesen uns im nächsten dreieck, das verlängert sich das Abo jeweils um ein weiteres Jahr. Ende April 2012 erscheinen wird! Vorstand des Salzburger Bildungswerkes Rektor Dr. Josef Sampl, HR Dr. Alfred Berghammer, HR Dipl. Ing. Günter Daghofer, Dr. Andrea Eder- Bis dahin machen wir Bildung lebendig! Gitschthaler, BSI Josef Irnberger, HR Dr. Andreas Kiefer, Senatsrat Dr. Heinz Klier, Dr. Lucia Luidold, Manuela Pleninger Dr. Ursula Maier-Rabler, HR Dr. Eduard Paulus, HR Prof. Dr. Wilhelm Pölzl, Prim. Dr. Josef Rücker, Öffentlichkeitsarbeit OStR Prof. Felix Strohbichler, Prof. Dr. Martin Wiedemair Präsidentin des Salzburger Bildungswerkes LH Mag. Gabi Burgstaller
  • 4.
    4 | Erwachsenen- Inhalt bildung Foto: Pixelio.de /Bredehorn.J weiterhin auf der Ersatzbank? Mehr dazu auf 07 Seite 7 Erwachsenenbildung 08 Eltern-, Frauen- und Seniorenbildung Blickpunkte Gemeindeentwicklung 06 BildungsWEB 2.0 16 Salzburger Gemeinden schaffen Orte der Begegnung 17 „Neues Leben in alten Mauern – Lebensraum. Lebenstraum. Gemeinde“ Erwachsenenbildung 17 Neue Staffel „J.A! Jung trifft Alt“ gestartet 07 Erwachsenenbildung weiterhin auf der Ersatzbank? 18 Ein Herz für Hallein 07 Fördern statt fordern 08 Kostenlose Bildungsberatung für ALLE Europa und Politische Bildung 20 Freie Fahrt nach Mikulov Eltern-, Frauen- und Seniorenbildung 21 Das Europa, das wir brauchen versus das Europa, 08 Geld für die Familienkassa das wir wollen 09 Das war unsere Zeit! Generationen erzählen 21 Kunst im Zeichen des religiösen Dialogs 10 Kinder brauchen Grenzen?! 22 Vorschau 2012: Nie wieder Krieg! 12 Aktives Altern?! 14 GLOSSE: Wenn Frauen Schule machen ... Internationale Solidarität 23 Was steckt hinter Dritte Welt-Patenschaften? Ein Herz für Hallein Mehr dazu ab Seite 18 03/2011 dreieck
  • 5.
    | 5 16 Gemeindeentwicklung 24 Aus der Direktion 27 Aus Gemeinde und Bezirk Aus der Direktion Arbeitskreise 24 50 Jahre Bildungswochen im Land Salzburg 35 Mundartpreis neu belebt 25 Sing ein frohes Lied dem Tag! 26 Unsere Herbstfahrt nach Linz Personalia 35 Neue Bildungswerkleiterin für Rauris Aus Gemeinde und Bezirk 36 Engagement verGOLDet 27 Ein Wochenende im Zeichen der Kräuter 36 Ehrenamt kommt in Göming nicht aus der Mode 27 Flotte Käfer auf Rädern 36 Arbeit, die bereichert(e) 28 Vo Schoppornou bis Niedansöi 37 Das Salzburger Bildungswerk gratuliert 28 Ich darf meinen Lehrer nicht duzen ... 37 Ehrennadel in Silber an Hans Stehrer 29 Übern Trischibl zum Cyberspace 38 Bildung, die bewegt! 30 lern.fest.2011 38 Das Salzburger Bildungswerk begrüßt 30 Wer sind die Freiwilligen? 38 Zum Gedenken 31 Mösler haben großes Herz für Kinder 32 Bildungswochen-Spitzenreiter ... 33 14 Freiwillige zertifiziert Veranstaltungstipps 33 Der Duft der Stillen Zeit 02 Veranstaltungstipps 34 „Alles fließt“ 39 Ehren.Sache 34 In nomine Patris dreieck 03/2011
  • 6.
    6 | B lic k p u n k te BildungsWEB 2.0 – Wir sind Gestalter der Zukunft ... auch mit dem Salzburger Bildungswerk kann man sich nun virtuell anfreunden S oziale Netzwerke wie Facebook, Twit- sprochen“. Sei es von TeilnehmerInnen getwittert. Bereits nach einer Woche hatte ter und YouTube nehmen eine immer unserer (Bildungs-)Veranstaltungen, Refe- die Fanseite des Salzburger Bildungswerkes wichtiger werdende Bedeutung für ein rentInnen, MitarbeiterInnen oder Bildungs- an die 30 Fans und 10 Followers auf Twitter. Unternehmen ein. Auch das Salzburger Bil- werkleiterInnen, die bereits privat über dungswerk verwendet schon seit längerem einen Account bei einem oder mehreren so- Unsere BildungswerkleiterInnen können Web 2.0-Tools, wie die Terminvergabe mit- zialen Netzwerken verfügen. Wichtige Ziel- ihre Veranstaltungen als Person auf Face- tels Doodle, die an Wikipedia angelehnte gruppen, wie die Altersgruppe der 20- bis book bewerben, kommentieren, Hinter- Plattform Salzburgwiki (die weltweit die 40-Jährigen, finden sich zu größten Teilen grundinfos posten, u.v.m. Nummer 3 unter den regionalen Wissens- täglich im Web 2.0 ein, um sich auszutau- Zusätzlich werden wir wöchentlich aus- plattformen einnimmt und mehr als 36,5 schen, zu vernetzen oder aber auch um zu gewählte Veranstaltungen als Salzburger Millionen Zugriffe verzeichnet), Google- recherchieren. So suchen laut Austria Inter- Bildungswerk auf Twitter und Facebook be- Maps und ContentManagementSysteme net Monitoring von den rund sechs Milli- werben, so können auch „Internetmuffel“ (PIMCORE, Typo3), um ihre Homepages zu onen österreichischen InternetuserInnen sicher sein, dass ihre Bildungswoche gepos- warten. Web 2.0 ist also schon bei uns ange- über 30 Prozent aktiv nach Ausbildungs-, tet bzw. getwittert wird. kommen, aber noch nicht im strategischen Weiterbildungs- oder Kursangeboten. Einsatz der Öffentlichkeitsarbeit und Veran- Gerne können Sie sich mit uns auch via Fa- staltungsbewerbung. Unsere Vorteile „sehen und cebook virtuell anfreunden oder uns auf gesehen werden“ Twitter durch unseren Bildungsalltag be- Mittendrin statt Das Salzburger Bildungswerk hat das Potenti- gleiten. Machen wir gemeinsam Bildung außen vor! al einer Online-Gemeinschaft erkannt und ist lebendig und lassen die virtuelle Communi- nun auch auf Facebook und Twitter online. ty daran teilhaben. Einfach auf unsere Auch wenn wir als Salzburger Bildungswerk So wird seit Oktober 2011 unter www.face- Homepage salzburgerbildungswerk.at ge- im „Social Network“ bisher nicht vertreten book.com/salzburgerbildungswerk gepostet hen und unter Facebook oder Twit- waren, so wurde doch über uns darin „ge- und unter twitter.com/SBGBildungswerk terxmitlesen! (MP) 03/2011 dreieck
  • 7.
    Er wa chs en e nb ild u ng | 7 Erwachsenenbildung weiterhin auf der Ersatzbank? VON PETER BRAUN V or 20 Jahren haben die gemeinnüt- re Verschlechterungen. Insgesamt ist die nahezu allen Einrichtungen. Alles in allem zigen Einrichtungen der allgemeinen Weiterbildung weiterhin der am heftigsten wurden im Jahr 2010 16.124 Vorträge, und beruflichen Erwachsenenbil- unterfinanzierte Bereich unseres Bildungs- Kurse und Seminare durchgeführt, die von dung und der öffentlichen Bibliotheken die systems. 354.480 Menschen besucht wurden. Ver- „Arbeitsgemeinschaft Salzburger Erwach- stärkt nachgefragt sind hier die berufsbil- senen Bildung“ gegründet. Das damalige 20 Jahre „arbeitsgemeinschaft denden Angebote. Die Hälfte bis zwei Drit- Leitmotiv: Erwachsenenbildung von der Salzburger Erwachsenenbildung“ tel der Fortbildungswilligen sind Frauen. bildungspolitischen Ersatzbank herunter- Salzburg ist für freiwillige kooperative Struk- Diese Entwicklung ist unter anderem auf holen und neben Schule und Hochschule turen der gemeinnützigen Weiterbildung die erkennbare Wende in der Förderpolitik ein gleichwertiger Teil des Bildungssystems in Österreich wegweisend gewesen, indem der öffentlichen Hand, insbesondere auch werden. Ist dies gelungen? Die Antwort ist man hier mit vier kooperativen Entwick- von Seiten des Landes Salzburg, hin zu ei- ambivalent. Das Wissen über die Bedeutung lungskonzepten seit 1991 alle fünf Jahre ner verstärkten Forcierung der beruflichen der Weiterbildung und des öffentlichen Bi- Entwicklungsperspektiven und Positionen Weiterbildung zurück zu führen. Dass die öf- bliothekswesen ist heute größer als vor 20 für die Weiterbildung im Bundesland for- fentlichen Bibliotheken und Bildungswerk- Jahren. Die von der Bundesregierung im muliert hat. Salzburg hat (noch) eine gesun- einrichtungen für die nächsten drei Jahre Juli dieses Jahres beschlossene „Strategie de Grundstruktur mit einer einzigartigen um 8 Prozent gekürzt werden, wirft diese zum lebensbegleitenden Lernen in Öster- Flächendeckung in Österreich. Einrichtungen aber auf das Förderungsni- reich“ formuliert sehr ehrgeizige Ziele und veau von Mitte der neunziger Jahre zurück. Benchmarks für die nächsten Jahre, diese Die Veranstaltungs- und TeilnehmerInnen- Das ist keine Perspektive. Das derzeitige, betreffen auch die Erwachsenenbildung. statistik der Mitgliedsorganisationen der relativ ausbalancierte Förderungssystem in Im Bundesland Salzburg aber haben sich, Arbeitsgemeinschaft Salzburger Erwachse- der Salzburger Weiterbildung in einem Be- in Relation zu den öffentlichen Ausgaben nenbildung weist für das Jahr 2010 kaum reich einseitig zu verändern (es geht um gut in die anderen Bereiche des Bildungssys- eine Veränderung gegenüber 2009 auf. Im 100.000 Euro pro Jahr) und damit das insge- tems – Schule und Hochschule –, die Be- Vergleich etwa zu den Vorjahren 2008 und samt positive Bild zu beschädigen, sollte in dingungen für die Weiterbildung nur in den 2009, wo insbesondere bei den Veranstal- jedem Fall vermieden werden. neunziger Jahren deutlich verbessert. Zur tungszahlen noch deutliche Anstiege zu Zeit verbessert sich die Situation in einigen verzeichnen waren, stagnieren die Veran- Dir. Mag. Peter Braun ist Vorsitzender der Arbeitsge- Bereichen, in anderen gibt es unzumutba- staltungs- und TeilnehmerInnenzahlen in meinschaft Salzburger Erwachsenenbildung. Fördern statt fordern Helmut Mödlhammer fordert Anreizsysteme für Freiwilligenarbeit D as Europäische Jahr für Freiwilligentätigkeit geht zu Ende. Engagement fördern und nicht behindern Was wird davon übrig bleiben außer vielen anerkennenden sollen. Erbrachte Leistungen könnten bei- Reden und einem etwas dickeren Pressespiegel über Eh- spielweise mittels Punktesystem abgerech- renamtlichkeit? Manche Ideen bekamen heuer prominente Unter- net werden. Haftungsfragen sollen endlich stützung. Gemeindebundpräsident Bgm. Helmut Mödlhammer geklärt und die Möglichkeiten für einen Versicherungsschutz für fordert zum Beispiel, dass Menschen, die ihre Tatkraft unentgelt- ehrenamtliches Engagement ausgeweitet werden. Vielleicht wird lich zur Verfügung stellen, später davon profitieren sollen, und im nächsten Jahr doch etwas umgesetzt. Immerhin liegt jetzt ein dass rechtliche Rahmenbedingungen für Freiwilligenarbeit das erster Entwurf für ein Freiwilligengesetz vor. (RiB) dreieck 03/2011
  • 8.
    8 | E r wa c h se n e n b i l d u n g Kostenlose Bildungsberatung für ALLE Neues Netzwerk in der Erwachsenenbildung Z iel des Netzwerkes Bildungsberatung ist es, den Bür- gerInnen in Land und Stadt Salzburg eine kompetente, qualitätsvolle und wohnortnahe Bildungsberatung und -information zu ermöglichen. Ferner sollen im Laufe des Pro- jektes die Beratungs- und Weiterbildungsangebote besser auf individuelle wie auch regionale Bedürfnisse abgestimmt und weiterentwickelt werden. Um dieses Ziel zu erreichen, werden alle wichtigen Akteu- rInnen im Bereich Berufs- und Bildungsberatung und Weiter- bildung in Stadt und Land auf zwei Ebenen verbunden: dem PartnerInnen- und dem AkteurInnenetz. Den Kern bildet der Verein Salzburger Erwachsenenbildung als Träger und Koor- dinator, zusammen mit den beratungsaktiven PartnerInnen BiBer Bildungsberatung, Frau&Arbeit, Verein VIELE, der AK- Kompetenzberatung, der WKS-Karriereberatung sowie den Lernenden Regionen. Gefördert wird dieses ESF-Projekt aus Mitteln der Europäischen Nähere Informationen erhalten Sie bei Katrin Reiter, Union, des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kul- Bakk.phil. MA, Projektkoordinatorin Netzwerk Salzburg. tur, Abteilung Erwachsenenbildung, des Landes und der Stadt Tel: +43 (0)664 216 44 30 oder katrin.reiter@eb.salzburg.at Salzburg sowie des Arbeitsmarktservice Salzburg. | E lte r n- , Fra u e n - u n d Se n i o renbildung Forum Familie informiert Online-Broschüre „Geld für die Familienkassa - Beihilfen & Förderungen“ Gerade in schwierigen Zeiten wollen wir Familien den Zugang zu Finanzhilfen erleichtern. Daher bieten wir die neue und aktuelle Version unserer Online-Broschüre: www.salzburg.gv.at/1204_forumfamilie_familienkassa.pdf Die Broschüre enthält viele Neuerungen, wie z.B. Änderungen bei der Familienbeihilfe, und ist in folgende Abschnitte gegliedert: 3 der Geburt Vor 3Fördertipps für Lehrlinge 3Finanzielle Erleichterungen für 3Nach der Geburt – Kinderbetreuung 3Ebbe in der Kassa finanzielle Menschen mit Behinderung 3Fördertipps für Schulkinder Notlagen 3Weiterführende Links Detaillierte Infos bekommen Familien und Interessierte auch gerne direkt bei Forum Familie, den Elternservice-Stellen des Landes in allen Bezirken: www.salzburg.gv.at/forumfamilie 03/2011 dreieck
  • 9.
    El ter n-, Fra uen - un d S en i orenb ild u ng | 9 Foto: FamilieN/ProSenectute Das war unsere Zeit! Generationen erzählen Ein Projekt stellt sich vor Wenn ein alter Mensch stirbt, dann ist es, Archive, Chroniken, Stadt- und Landesarchiv sowie ORF und Salz- als ob eine ganze Bibliothek verbrennt. burger Nachrichten dokumentiert und diese Art der örtlichen „Wis- sens- und Geschichtsspeicherung“ in Gemeinden als Fixeinrichtung Afrikanisches Sprichwort verankert werden. Denn: Die Schilderungen, Berichte und Anekdo- ten, subjektiv nacherzählt und erinnert, ergeben als „oral history“ W ie sah es in Ihrer Gemeinde vor siebzig Jahren aus? Wel- ein ganz besonderes Stück Salzburger Geschichte. (bh) chen Schulweg mussten Kinder in Ihrer Gemeinde um 1935 zurücklegen? Was erlebten sie im Unterricht? Wie haben Generationen vor Ihnen Weihnachten gefeiert? Wie haben Und nun unsere Bitte an Sie: Bei der Ansprache lokaler „Per- sich die Lebensbedingungen in den letzten siebzig Jahren eigent- sönlichkeiten“, und später auch bei der Durchführung der lich verändert? Interviews, sind wir auf Ihre Hilfe angewiesen. Denn Sie sind unsere Kontaktperson zu den ZeitzeugInnen Ihres Ortes. Diese Diese und viele weitere Fragen will der Arbeitskreis Seniorenbildung Ihre Unterstützung ist von enormer Bedeutung für das Gelin- mit seinem im Herbst 2012 startenden Projekt „Das war unsere Zeit! gen des Projektes, weshalb wir Sie schon jetzt um Folgendes Generationen erzählen“ beantwortet wissen. Das ehrgeizige Projekt ersuchen: Bitte teilen Sie uns mit, ob Sie sich eine Mitarbeit Ihres des Salzburger Bildungswerkes zielt darauf ab, mit Hilfe standardi- Bildungswerkes am Projekt „Das war unsere Zeit! Generationen sierter Befragungsinstrumente in jeder Gemeinde des Landes Salz- erzählen“ vorstellen können. Wenn ja, freuen wir uns über erste burg mindestens zwei Personen der Geburtsjahrgänge vor 1932 zu Überlegungen zu geeigneten ErzählpartnerInnen Ihres Ortes! ihrer Jugendzeit zu befragen. Der Arbeitskreis setzt damit einen Im- puls, der die ältere Generation wachrüttelt, aber auch die jüngeren Generationen anspricht. Möglichst viele ältere Menschen sollen Für Ihre Anregungen und Fragen stehe ich gerne zur Verfügung: hinsichtlich ihrer Biografien aktiviert, das Erzählte durch örtliche Dr. Günther Signitzer, Tel: 0662-872691, office@sbw.salzburg.at dreieck 03/2011
  • 10.
    10 | E lte rn -, Fra u e n - u n d Senio renbildung Kinder brauchen Grenzen?! Foto: Irina Drazowa-Fischer Die heutige Eltern-Kind-Beziehung Teil 2 des Gespräches mit in der Erziehung nicht alleine ist und Unter- Welchen Effekt hat so ein Training für die Dr. Manfred Wünsche stützung erhält – zum Beispiel vom anderen Eltern? Elternteil oder eben durch die Großeltern. Sie erarbeiten sich Wissen über ihr Kind und I m letzten „dreieck“ war der erste Teil Um auch einmal nicht Eltern sein zu müs- das Miteinander zwischen Eltern und Kind. eines Interviews mit dem Psychologen, sen und ein Leben abseits des Kinder Erzie- Sie lernen, dieses Wissen konkret in ihrem Gesundheitspsychologen und Psycho- hens führen zu können. Das relativiert viel Alltag umzusetzen. Sie überprüfen, ob sie therapeuten Dr. Manfred Wünsche zu le- und erleichtert es, sich mit den alltäglichen nicht auch vieles richtig machen. Dann wer- sen. Im 2. Teil unseres Gespräches haben Anforderungen zu Recht zu finden. den sie im Training dafür auch bestärkt und wir mehr Zeit für interessante Detailfragen erlangen Sicherheit. Davon profitieren nicht verwendet. Sehen Sie in den letzten Jahren Verän- nur die Eltern, sondern auch ihre Kinder. derungen der Themen in der therapeu- Und es tut immer gut zu erfahren, dass die In der Arbeit mit Eltern sind vielfach die tischen arbeit mit Eltern? anderen Eltern mit ähnlichen Schwierig- Erziehungshintergründe ein viel bespro- Die Verunsicherung der Eltern wird durch keiten oder Fragestellungen konfrontiert chenes Thema. Aber es braucht auch gesell- mediale Auseinandersetzungen leider ver- sind. Nicht alleine zu sein oder zu erfahren, schaftliche Rahmenbedingungen, die es El- stärkt. TV, Internet und Ratgeber sind stän- wie Andere mit den Anforderungen zu tern erleichtern, ihre Sache gut zu machen. dig präsent und müssen von den Eltern Recht kommen, unterstützt mich und die interpretiert werden. Der Einfluss dieser Eltern in den Trainings enorm. Herr Dr. Wünsche, welches Umfeld brau- Medien wird immer stärker. Viele dieser chen Eltern, um ihre Sache gut zu ma- MeinungsbildnerInnen erzeugen Halbwahr- Brauchen Eltern einen Plan in der Erzie- chen? heiten und müssen kritisch und reflektiert hung oder haben wir das intuitiv intus, Ein gelungenes Familienleben hat immer betrachtet werden. Das findet aber meist wie es geht? auch mit der Verfügbarkeit von Ressourcen nicht statt. In meiner Tätigkeit als Eltern- Viele Eltern haben eine natürliche Gabe zu tun. Egal, ob das die Größe der Woh- trainer geht es oft darum, Licht ins Dunkel und Intuition, wie das Miteinander funkti- nung, eine zufriedenstellende Partnerschaft zu bringen, Eltern Sicherheit zu geben und oniert und können auch danach handeln. oder die Verfügbarkeit von Großeltern sind. konkrete Schritte für Veränderungen beizu- Viele Eltern werden aber durch ihre eigene Ich halte es für immens wichtig, dass man bringen. Geschichte und Erfahrungen verunsichert, 03/2011 dreieck
  • 11.
    El ter n-, Fra uen - un d S en i oren b ild u ng | 11 sodass diese Intuition verloren geht. Mir wir Menschen eben, und das Meiste ist geht es gar nicht darum, gegen intuitives gut versteh- und nachvollziehbar. Auch ich Handeln vorzugehen. Vielmehr sollten sie mache im Übrigen Fehler in der Erziehung dieses nützen, aber eben auch Zusammen- meiner Kinder. Ich weiß aber meist schnell Manfred Wünsche hänge lernen und dort Veränderungen er- – zumindest wenn es notwendig ist – worin ist Klinischer wirken, wo es notwendig ist. das Problem liegt und wie ich es verändern Psychologe, Gesund- kann. heitspsychologe und Was können Eltern tun, wenn sie von ihren Psychotherapeut Kindern sprichwörtlich „genervt“ sind? Brauchen Kinder Grenzen? Zum Beispiel sich und das Kind nicht im- Allgemein formuliert ist diese Frage nicht mer zu tierisch ernst nehmen. Auch einmal zu beantworten. In manchen Situationen ja locker lassen, Dinge relativieren. Ich muss natürlich, in anderen Situationen ist es bes- zum größten Einflussfaktor in der Familie auch nicht immer Eltern sein. Es ist gut, sich ser, das Kind selbst die Erfahrung machen und in der Erziehung entwickelt. Längst auch als FreundIn oder PartnerIn zu verste- zu lassen. Man muss als Eltern situativ ent- sind es nicht mehr nur die Eltern, Lehrer hen, Aktivitäten auch ohne das Kind zu un- scheiden, aber eben wissen, was man tut, oder Freunde, die unsere Kinder erziehen. ternehmen, abzuspannen und wieder Ener- welche Auswirkung die jeweilige Grenze Es liegt an uns, das Ausmaß des Konsums zu gie aufzutanken. Dauernd Eltern sein zu oder fehlende Grenze auf das Erleben und überblicken und mit dem Kind zu vereinba- müssen, reduziert bei vielen das Empfinden Verhalten des Kindes hat. Es ist enorm wich- ren. Dabei ist weder der Fernseher, PC oder für persönliche Freiheit und wirkt häufig als tig für das Kind zu lernen, dass es eine Frus- das Internet schlecht. Die Frage ist, wie viel Stressfaktor in der Eltern-Kind-Beziehung. tration ertragen muss – zum Beispiel drau- davon, gibt es alternative Aktivitäten und ßen ist es schön und heiß, ich muss aber vor allem was sieht und spielt das Kind? Warum machen wir in der Erziehung im- trotzdem für die Schularbeit lernen. Manch- Setzt man sich über die Inhalte des Konsu- mer die gleichen Fehler? mal müssen Kinder die Grenzen durch die mierten mit dem Kind auseinander und hält Erstens sind wir auch nur Menschen, die Konsequenzen ihres eigenen Handelns man die Dauer des Konsums in Grenzen Fehler begehen und zweitens sind es Feh- erfahren oder aber sie erleben, dass sie (abhängig vom Alter), können Kinder auch ler, die durchaus nachvollziehbar sind. Denn sich eigene Standards setzen und die Kon- von der „neuen“ Medienkultur profitieren. auch wir funktionieren nach bestimmten sequenzen selbst tragen müssen – das ist Doch leider können wir mit der Geschwin- Prinzipien. Inkonsequentes Handeln hat z.B. Leben und kann/soll auch nicht immer von digkeit dieser Entwicklungen gar nicht mit- nicht nur einen negativen Effekt, sondern uns Eltern beeinflusst werden. In diesem halten und verstehen Probleme erst dann, vorher auch einen positiven für mich: Etwa, Sinne sind Grenzen entwicklungsfördernd wenn sie sich bereits etabliert haben. wenn ich einen Konflikt mit meinem Kind oder -hemmend. nicht bereinige, weil ich die Auseinander- Ein einfaches „Hausmittelchen“ zum setzung fürchte und vermeiden will, werde Welche Rolle spielt der Medienkonsum in Schluss: Was hilft unseren Kindern? ich durch mein Verhalten zwar kurzfristig der Erziehung, in der Familie? Wir sollten neugierig und interessiert mit belohnt, langfristig aber bestraft. So sind Der Medienkonsum hat sich rasend schnell unseren Kindern leben lernen. Kinder zei- gen uns, wie man unvoreingenommen an Dinge herangeht. Sie sind individuell, pro- bieren aus und verwerfen wieder. Sie leben im Hier und Jetzt. Die meisten kennen keine „Sorgen“. Wir sollten ihnen nicht alles abge- wöhnen, nur weil wir Anpassung, Leistungs- erbringung und Konformität zu unseren höchsten Werten zählen. Vielmehr sollten wir den Kindern gegenüber offen sein, und wir können viel von den Kindern lernen. Wir sollten zuversichtlich sein, dass sie es im Leben schaffen werden. Vielleicht wird ihre Entwicklung aber auch ganz anders verlaufen, als wir das planen oder vorsehen wollen. Darin sollten wir sie unterstützen, schätzen und lieben. Foto: Fotolia Vielen Dank für das Gespräch! (BS) dreieck 03/2011
  • 12.
    12 | E lte rn -, Fra u e n - u n d Senio renbildung ische Jahr für aktives Altern und Solidarität zwischen den Generati- onen 2012“ wurde ein Thesenpapier zum aktiven Alter(n) entwor- fen, das im Folgenden präsentiert wird. Man lernt auch im Alter nicht aus – nur anders 1. Das defizitorientierte altersbild wird durch ein ressourcenorientiertes altersmodell ersetzt Für Lern- und Bildungsprozesse gibt es keine Altersgrenze. Auch im Alter verändern sich Synapsen entsprechend ihrer Verwendung, sie werden größer, aktiver oder bilden sich gar neu. Diese Plastizität des Gehirns ist bis ins hohe Alter gegeben, stellt eine wesentliche Voraussetzung für Lernen dar und wird durch dieses gefördert. So nehmen Erfahrungen, Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten auch im Alter noch zu: Ältere Menschen verfügen über ein hohes Erfah- rungswissen, einen großen Wortschatz sowie hohe Sprachkom- petenz (= kristalline Intelligenz). Aufmerksamkeit, Verarbeitungs- geschwindigkeit und Auffassungsgabe (= fluide Intelligenz) sind jedoch reduziert, was dazu führt, dass ältere Menschen in neuen Situationen beziehungsweise bei der Aneignung von gänzlich neu- en Lerninhalten mehr Verarbeitungszeit benötigen. Zudem lernen Foto: CORBIS ältere Menschen anders als junge. Sie lernen das, was für sie wichtig ist, das Gelernte wird unmittelbar genutzt und im Alltag umgesetzt. Des Weiteren lernen Ältere, um ihre Kompetenzen zu erweitern Aktives Altern?! und zu erhalten sowie um soziale Kontakte herzustellen. Bildungs- beteiligung hat positive Auswirkungen auf die Gesundheit, erhöht intellektuelle Fähigkeiten, verändert die Gehirnstruktur, verringert Armutsgefährdung und erhöht Chancengleichheit. Alter ist auch aus diesen Gründen eine eigenständige und aktive Lebensphase, Unser Institut für Seniorenbildung entwickelt keine Rest- oder Ruhestandsphase. Das Defizitmodell des Alterns ist dazu fünf Thesen daher inadäquat und nicht mehr aktuell. 2. altern ist ein heterogener, mehrdimensionaler E in Fünftel der österreichischen Bevölkerung ist über 60 Jahre Prozess alt, Tendenz steigend. Die Lebensstile dieser Personengruppe Der demographische Wandel bedingt auch einen Wandel der sind sehr verschieden, und doch wird in der Öffentlichkeit nur Lebensläufe. Die nachberufliche Lebensphase wird durch die über „die Senioren“ gesprochen, ohne Altersgruppen, Lernerfah- steigende Lebenserwartung länger, zwischen dem Ende der Be- rungen und soziale Milieus zu unterscheiden. Diese Aspekte stellen rufstätigkeit und dem 75. Lebensjahr entsteht ein „dritter Lebens- nicht nur große Herausforderungen an die Erwachsenenbildung abschnitt“, an den dann der „vierte Lebensabschnitt“ mit Beginn dar, sondern bieten auch Chancen für neue Entwicklungen. Ver- des 76. Lebensjahres anschließt. Ausbildung, Berufstätigkeit und mehrt werden qualitativ hochwertige Bildungsangebote für Men- Pension folgen nicht mehr streng abgegrenzt aufeinander, sondern schen ab 60 Jahren nachgefragt. Diese müssen einerseits Wissens- vermischen sich. Individuelle Vielfalt und Pluralität der Lebensstile zuwachs, Beratung und Entfaltungsmöglichkeiten ermöglichen, im Alter nehmen zu, eine Angleichung erfolgt erst im höchsten Al- aber auch soziale Interaktion und Bindung gewährleisten sowie zur ter. Die Lebensstile und Lebenseinstellungen der Menschen über Integration älterer Menschen in der Gesellschaft beitragen. 60 Jahren sind folglich sehr verschieden. Es zeigt sich, dass unsere Gesellschaft dem Bild „DER SeniorInnen“ bis jetzt noch kein ange- Das Institut für Seniorenbildung befasst sich schon lange mit den messenes Alter(n)sbild entgegengesetzt hat. Dies ist insofern pro- zentralen Handlungsfeldern und Entwicklungen der Bildung im blematisch, als dass das gesellschaftliche Altersbild auf individueller Alter. Es bietet vielfältige Impulse für die nachberufliche Lebens- und gesellschaftlicher Ebene die Wahrnehmung und Beurteilung phase, thematisiert die Herausforderungen des Älterwerdens und von älteren Menschen, die Gestaltung von sozialen Interaktionen setzt Bildungsangebote, die die geistige, psychische und physische mit ihnen sowie die Erwartungen an den eigenen Altersprozess und Gesundheit erhalten und fördern. Als Vorausschau auf das „Europä- die persönliche Lebenssituation im Alter beeinflusst. Folglich muss 03/2011 dreieck
  • 13.
    El ter n-, Fra uen - un d S en i oren b ild u ng | 13 das öffentliche Bewusstsein für den Nutzen von Bildung und Lernen bildungseinrichtungen Raum gegeben werden muss. Damit ältere in allen Lebensphasen erhöht, ein differenzierteres Altersbild in den Menschen mitgestalten und mitentscheiden können, brauchen sie Fokus gestellt sowie die Öffentlichkeit für die individuellen Anlie- Informationen, Transparenz sowie offene Kommunikationsstruk- gen und Bedürfnisse der älteren Bevölkerung sensibilisiert werden. turen, die dialogorientiert, bürgernah und barrierefrei sind. Es müs- Bildung ist dafür eine wesentliche Bedingung. sen Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit allen (älteren) Menschen unabhängig vom Bildungs- und Einkommensstand, von Der „Spread Effect“ Geschlecht und der ethnischen Herkunft Teilhabe ermöglicht wird und ihr umfassendes Erfahrungswissen nicht verloren geht. Für äl- 3. Bildung ist ein wesentlicher Beitrag zur Sicherung tere MigrantInnen und sozial Benachteiligte sollen neue Formen der Teilhabe und Chancengleichheit von älteren des Zugangs zum Ehrenamt gefunden und unterstützt werden. Menschen Erwachsenenbildung ist der Weg zu Partizipation und Mitgestaltung sowie zu Selbstverantwortung und Selbstbestimmung. Sie muss an den spezifischen Möglichkeiten und Motivationen, Entwicklungs- aufgaben und Lebenseinstellungen der jeweiligen Lebensphase anknüpfen und entsprechende Angebote setzen. Ziele von Bildung im Alter sind die Sinnvermittlung, die Entwicklung von Rationalität und Wissenschaftlichkeit und die Entfaltung von Kompetenzen zur Reflexion und eigenständigen Urteilsbildung. Es geht um eine Er- weiterung der eigenen Welt, um die Vergrößerung eigener Hand- Grafik: A. Gruber lungsmöglichkeiten. Bildung im Alter steigert das physische und psychische Wohlbefinden, fördert die soziale Integration, stärkt Kompetenzen und Selbstorganisation und hilft, ein positives ge- sellschaftliches Altersbild zu entwickeln. Sie ist zudem förderlich für die Antizipation und Verarbeitung kritischer Lebensereignisse und 5. Bildungsangebote müssen Lernen im alter, aber senkt Demenz- sowie Mortalitätsrisiko. Bildung beugt durch Aktivi- auch das „alter(n) Lernen“ ermöglichen tät und Durchbrechung der alltäglichen Routine der Einsamkeit im Ältere Menschen müssen den vor ihnen liegenden neuen Lebens- Alter vor, sie erweitert den Interessensradius und begünstigt eine abschnitt mit Inhalten, Aufgaben und neuen Zielen füllen, eine Neu- positive Zukunftsorientierung. Ältere Menschen, die sich weiterbil- orientierung ist unabdingbar, doch woran? In den hoch individuali- den, engagieren sich eher ehrenamtlich, haben mehr Vertrauen in sierten Gesellschaften gibt es nicht nur einen großen Spielraum, das politische Institutionen, beteiligen sich eher an Unterschriftenakti- eigene Leben im Alter individuell zu gestalten, sondern auch einen onen und politischen Diskussionen. UND: Bildung hat auch „spread gewissen Zwang, diesen Spielraum zu nutzen, um soziales Leben effects“: Sie wirkt sich auch positiv auf das soziale Umfeld der Ler- und gesellschaftliche Teilhabe aufrecht zu erhalten. In Folge steigt nenden aus. Bildung im Alter kann jedoch nicht als Bringschuld der der Bedarf an qualitativ hochwertigen Bildungsangeboten, die ver- älteren Menschen gesehen, sondern muss als gesellschaftliche Ver- schiedenste Themenbereiche der nachberuflichen Lebensphase pflichtung wahrgenommen werden! behandeln, wobei die Vorbereitung auf diesen Lebensabschnitt schon lange vor der Pensionierung beginnen sollte. Den Prozess 4. Ehrenamtliches Engagement älterer ist eine des Alterns zu bewältigen, bedeutet, die Veränderungen des ge- wertvolle Ressource für die Gesellschaft, die es sellschaftlichen Umfelds und die Veränderungen auf der individu- zu nutzen gilt ellen Ebene nachzuvollziehen und zu gestalten. Die Entwicklung Soziales Engagement sowie Bildung haben vielfältige positive einer eigenen Alter(n)skultur ist von großer Bedeutung. Bildung ist Auswirkungen auf die Gesundheit und Lebenszufriedenheit von hierfür eine notwendige Bedingung. Sie gewährleistet die Selbstbe- älteren Menschen, was viele von ihnen dazu bewegt, sich ehren- hauptung auf einem derzeit noch alternsfeindlichen Arbeitsmarkt amtlich zu engagieren. Vor allem Menschen mit höherem Bildungs- sowie die Vorbereitung auf selbst gewählte Lebensformen oder die niveau wollen aktiv bleiben, sich persönlich weiterentwickeln, ihre Verfolgung von bereits während der Erwerbsphase gewählten au- Kompetenzen und ihr Wissen aus dem Erwerbsleben einbringen, ßerberuflichen Zielen. aber auch Entscheidungen treffen und gesellschaftliche Verände- rungen bewirken. Paradox dabei ist, dass Menschen im dritten Le- Das Institut für Seniorenbildung des Salzburger Bildungswerkes bie- bensabschnitt über eine bessere Lebensqualität und mehr Ressour- tet vielfältige Impulse für die nachberufliche Lebensphase, hilft, den cen als vor einigen Jahrzehnten verfügen, die Gesellschaft jedoch Übergang in diese Phase vorzubereiten und zu gestalten, themati- noch keine adäquate „Verwendung“ für sie gefunden hat. Die noch siert die Herausforderungen des Älterwerdens und setzt Bildungs- weitgehend ungenutzten Ressourcen und Potentiale älterer Men- angebote, die die geistige, psychische und physische Gesundheit schen stellen eine große Chance dar, denen auch in Erwachsenen- erhalten beziehungsweise fördern. (bh) dreieck 03/2011
  • 14.
    14 | E lte rn -, Fra u e n - u n d Senio renbildung GLOSSE Wenn Frauen Schule machen … greifend einseitig verteilt ist. Einseitig falsch verteilt ist. Dort, wo viel ist, bleibt viel, und dort, wo wenig ist, wird genommen. Eltern- mitarbeit heißt das dann. Von Lesefee bis Pedibus Aus diesem Anlass haben das Frauenbüro der Stadt Salzburg, die Stabsstelle für Chan- cengleichheit, Anti-Diskriminierung und Frauenförderung des Landes Salzburg und das Institut für Elternbildung im Salzburger Bildungswerk eine Erhebung an Salzburger Volksschulen durchgeführt, um Genaueres Foto: Fotolia zum tatsächlichen Ausmaß zu erfahren. Ne- ben ganz praktischen und verständlichen Praktiken, dass schon bei der Schulein- schreibung Mütter befragt werden, wie viel Wenn Frauen Schule machen, treffen wir sie nicht nur als Lehrerinnen sie mithelfen können und danach dann die und Direktorinnen, Reinigungskräfte, Büffethelferinnen, Hortpädagoginnen Klasseneinteilung erfolgt, um in jeder Klas- und Schulpsychologinnen, nein wir treffen sie auch in vielen anderen se genug mitarbeitende Mütter zu haben, Bereichen an, ohne die die Schule gar nicht mehr funktionieren könnte. gibt es auch ein lange Liste von Tätigkeiten, die hier von Frauen für die Schule erledigt W as Müttern hier abverlangt wird, am Vortag eine Stundenplanänderung für werden. bewegt sich in einem Rahmen den nächsten Morgen angekündigt wird der gerne unerwähnt bleibt, weil oder die Angst vor der Schule für ein Kind Zum Beispiel: dadurch ein neues Versagen unseres Schul- zur Qual wird. Von der (oft selbstverständ- 3 Mal wöchentlich Lesefee sein: zur Lese- 1 systems offenbart werden würde. Einem lich angenommenen) Aufgabenbetreuung förderung kommen jeweils 2 Mütter am System, das zwar (im europäischen Ver- zu Hause rede ich hier noch gar nicht. Die ist Vormittag 1 Stunde in die Schule und le- gleich) wahnsinnig viel Geld kostet, aber aber in vielen Schulen immer noch Voraus- sen mit den Kindern. leider nur unzulänglich funktioniert. Das setzung, um gut lernen zu können – wehe, 3 Mal wöchentlich gibt es „gesunde Jau- 1 hat mit dem beständigen Willen zum Ka- wer das nicht leisten kann. se“: eine Mutter bereitet die gesunde puttsparen zu tun, mit unflexiblen Syste- Jause für die ganze Klasse vor. Das heißt men, die es allen Beteiligten sehr schwer Im Jahr des Ehrenamtes sei es deswegen einkaufen, Brote schmieren, Gemüse und machen, die wichtigsten Ziele immer vor auch einmal erlaubt, auf die Aufgaben der Obst schneiden, nett herrichten und in Augen zu behalten: Dass es hier neugierige Mütter (und es sind leider überwiegend die Klasse transportieren, Reste und Ge- Kinder gibt, die lernen wollen, dass Lernen Mütter, auch wenn wir alle wissen, dass zu schirr wieder abholen. auch Spaß machen soll und dass am Ende jedem Kind zwei Elternteile gehören) hinzu- 3edibus: Mütter begleiten Kinder auf ge- P einer Schullaufbahn nicht der Widerwillen sehen, die so selbstverständlich sind, dass fährlichen Schulwegen. gegen Schule und Lernen übrigbleiben sie zur tatsächlichen Personalressource der 3usflugsbegleitung zu Lehrausgängen, A soll. Schulen mitgerechnet werden. Und hier ist ins Theater, ins Konzert, Exkursionen zur auch das Kernproblem im Ehrenamt ange- Post, auf den Bauernhof ... dauert den Frauenamt statt Ehrenamt siedelt: Wichtige soziale und Bildungs-Auf- ganzen Vormittag. Findet zwischen 5 bis Wer glaubt, mit Schulbeginn sind die Kin- gaben werden in das Ehrenamt verschoben 8 Mal pro Semester statt. der aus dem „Gröbsten raus“, erlebt spä- – und als Grund wird die Budget- und Ein- 3uchenbacken für den Elternsprechtag: 2 K testens nach der ersten Schulwoche eine sparungspolitik genannt. Die bei genauerer Mal im Jahr realistische Dusche: Wenn Kinder nach der ehrlicher Betrachtungsweise einfach nur 3uchen für die Geburtstagsfeier des Kin- K dritten Schulstunde schon zu Hause sind, verschleiert, dass das Geld schlicht und er- des in die Schule bringen. 03/2011 dreieck
  • 15.
    El ter n-, Fra uen - un d S en i oren b ild u ng | 15 3almbuschenbinden und Adventkranz- P Relevant waren jedoch sowohl Herkunft als binden in der Klasse. 1 Mutter hilft in der auch Berufstätigkeit: Es wird eingeschätzt, Schule und alle Anderen bringen die Äste dass generell die meisten Eltern berufstätig und Zweige in die Schule. sind. Jene, die besonders aktiv sind, wer- 3m Faschingsdienstag einen Beitrag fürs A den als in Teilzeit berufstätig angegeben, Buffet in die Schule bringen. manchmal auch als selbstständig oder in Brigitte Singer 3u Weihnachten Kekse für die Weih- Z Berufen, in denen sie sich ihre Zeit frei ein- leitet das Institut nachtsfeier in die Schule bringen. teilen können. Manche Eltern würden sich für Elternbildung. Elternabende, Elternsprechtage 3 aber auch extra für Lehrausgänge oder an- dere Projekte frei nehmen. Zusätzlich soll man auch noch jährlich die Einige Schulen gaben an, dass die Eltern- Festen und Schulfeiern. Die Elternmitarbeit komplette Ausstattung für die Schule or- mitarbeit von den immer gleichen Eltern, hat also auch eine wichtige Bedeutung für ganisieren, mit den Kindern Verkehrser- d.h. von einer relativ kleinen Gruppe geleis- das Schulklima bzw. den Raum und die ziehung und den Schulweg üben, auf die tet werde. Meist sind das jene, die auch im Gemeinschaft, innerhalb deren die Kinder Fahrradprüfung lernen und üben, Faschings- Elternverein tätig sind bzw. als Elternvertre- lernen. Das Stundenausmaß „ersetzt“ im kostüme schneidern, Schulaufführungen terInnen einer Klasse auftreten. Das heißt, Durchschnitt eine volle Lehrkraft an jeder begleiten, Musikinstrumente besorgen und dass teilweise eine relativ kleine Gruppe an Schule, wenn man die Lehrverpflichtung für Proben für Schulfeste vorbereiten, bei Menschen relativ stark durch die freiwillige mit 23 Wochenstunden annimmt. der Erstkommunion- und Firmvorbereitung Arbeit belastet wird. als Tischmütter mithelfen, Elternabende Das ist alles also selbstverständlich, weil die- besuchen, sich in Medienkompetenz schlau ohne Mami geht es nicht se Familien sich entschlossen haben, Kinder machen, im Elternverein an der Schule aktiv Einige Schulen gaben an, dass sie bestimmte zu haben. In der Folge heißt es dann: Sind sein, Schulabschlussfest, Buffet und Spiel- Aktivitäten nicht ohne die Unterstützung Sie diesen Monat schon mal ehrenamtlich stationen betreuen, Bücherflohmarkt in der der Eltern durchführen könnten. Am häu- bei der Müllabfuhr mitgefahren? Nein?? Schule, Klassenelternvertreterin sein, und figsten wurden hier Lehrausgänge genannt, Dann tragen Sie sich bitte ein! und und. am zweithäufigsten Buffets, gefolgt von (BS) „Die Väter haben ja untertags einen Beruf“ Die Elternmitarbeit wird immer noch vor Aufgaben in der freiwilligen Elternmitarbeit allem von den Müttern geleistet. Fast alle Schulen geben hier ein Ungleichgewicht Erhebung an 21 Salzburger Volksschulen. als aufgaben, die von den Eltern an, einige erwähnen einzelne mithelfende (unterstützend) übernommen werden, wurden folgende genannt: Väter extra. Dies ist offensichtlich aber auch Begleitung/Aufsicht bei Lehrausgängen/Ausflügen 19 abhängig von der jeweiligen Tätigkeit: Die Mitorganisation von Schulveranstaltungen (z.B. Feste, Aufführungen etc.) 17 Aktivitäten der Väter umfassen den Eltern- Buffets 12 verein, einige Male auch den Posten des Mitarbeit im Elternverein und Organisation diverser Schulaktionen (Osternester, Obmannes, obwohl die restlichen Funkti- Adventkranz binden, Bastelabende, Öffentlichkeitsarbeit etc.) 10 onen nur von Frauen ausgefüllt werden, Mithilfe bei Projekten (Lesenächte, Kulturprojekte, Multikulturelle Bibliothek etc.) 8 Begleitungen bei Lehrausgängen sowie Projekt „Gesunde Jause“ 6 immerhin zwei Mal eine eigene Erwähnung Gemeinsames Üben/Nachhilfe/Lernhilfe (z.B. LesepartnerInnenschaften) 6 im Zusammenhang mit „Möbel bzw. Ti- Bereicherung des Unterrichts 4 sche schleppen“. Außerdem kommen Väter Sportliche Aktivitäten 4 ebenso wie Mütter in den Unterricht, um Administration/Ankauf/Organisation 4 ihre Berufe vorzustellen. Generell schwin- Schulwegsicherung 3 gen oft traditionelle Geschlechterrollenzu- Finanzielle Unterstützung 3 weisungen mit, z.B. auch in der Aussage ei- Elternvertretung 3 ner Direktorin „Die Väter haben ja untertags Möbel schleppen 2 einen Beruf“ oder eines anderen Direktors, Teilnahme an Klassen-/Schulforen 2 der meinte, dass besonders jene Frauen El- ternarbeit leisten würden, die es aufgrund Diese Aufzählung bzw. die Anzahl der Nennungen spiegelt aber natürlich nur teilweise die jeweilige Be- wusstheit für Bereiche der freiwilligen Elternmitarbeit wider und ersetzt keine realistische Darstellung der des Berufs ihres Mannes nicht nötig hätten übernommenen Aufgaben bzw. ihrer Häufigkeit. Sie erhebt auch keinen Anspruch auf Vollständigkeit. zu arbeiten. dreieck 03/2011
  • 16.
    16 | Geme i n d e e nt w i c k l u ng Salzburger Gemeinden schaffen Orte der Begegnung Wettbewerb der Gemeindeentwicklung m Zsamma o Salzburg kem einsam. Gestalte n. N Gemeinden. Gem eue Impulse können Salzburgs Gemeinden, Städte und Regionen noch lebenswerter machen. Die Menschen, die hier leben und arbeiten, wissen am besten, welche Impulse zu mehr in einer Gemeinde ist, desto gesünder und Preisgelder von insgesamt 10.000 Euro ste- Lebensqualität führen können. Ihre Ideen glücklicher sind auch ihre BürgerInnen, des- hen bereit, um ausgezeichnete Ideen zu sind es, die beim Wettbewerb „Zsammkem- to mehr Erfolg haben die Betriebe, desto unterstützen. Eine fachkundige Jury wird ma – Gemeinden.Gemeinsam.Gestalten.“ größer sind die Bildungschancen und desto die Einreichungen bewerten: Präs. Bgm. gefragt sind. Mit diesem Wettbewerb will geringer ist die Kriminalität. Gerade klei- Helmut Mödlhammer (Gemeindebund Ös- die Gemeindeentwicklung Salzburg den ne Städte und Dörfer zeichnen sich meist terreich), Mag. Ulrike Kendlbacher (Refe- sozialen Zusammenhalt in den Salzburger durch ein intensives und aktives Miteinan- ratsleiterin Familie und Generationen), Dr. Gemeinden stärken. der aus. Martin Weichbold (Universität Salzburg), Dr. Kriemhild Büchel-Kapeller (Büro für In einer Zeit abnehmenden Engagements Initiative engagierter Menschen Zukunftsfragen, Vorarlberg), Dr. Eva-Maria und unverbindlicher werdender Bezie- und Begegnungsangebote im Kampel (Raiffeisenverband Salzburg) und hungen soll damit bewusst ein solidaritäts- Visier Dr. Anita Moser von der Gemeindeentwick- fördernder Akzent gesetzt werden. Der mo- „Gesucht werden Orte, Projekte, Initiativen, lung Salzburg. derne Lebensstil führt leider oft dazu, dass Ideen, die Begegnung jeglicher Art ermög- Beziehungen unverbindlicher werden, dass lichen und fördern“, informiert die für die Teilnehmen können alle Salzburgerinnen Solidarität und Engagement abnehmen. Wir Gemeindeentwicklung zuständige Landes- und Salzburger, öffentliche Einrichtungen können aber auch anders, wir können durch rätin Tina Widmann, „Begegnung zwischen oder die Gemeinden selbst. Bis 1. März 2012 unser Verhalten Sozialkapital gezielt fördern Alt, Jung, MigrantInnen, Ortsansässigen, haben Engagierte Zeit, ihre Ideen beim je- und vermehren. Wird der soziale Zusam- Zugezogenen, Beeinträchtigten, Anders- weiligen Gemeindeamt oder beim Stadt- menhalt gestärkt, festigt das nicht nur die denkenden“. „Infrastrukturelle Vorausset- teilverein einzureichen. (MiHa) Gesellschaft als Ganzes; auch die Gemeinde, zungen wie Sport-, Kultur- oder Freizeitstät- die Wirtschaft und jeder/jede Einzelne pro- ten begünstigen zwar soziale Netzwerke fitieren davon. Ein aktives Zusammenleben und Kommunikation“, meint Widmann, hat positive Auswirkungen auf die Gesund- „doch ein Platz, ein Raum oder Gebäude Weitere Infos und Einreichunterlagen: heit, die lokale Wertschöpfung (Nahversor- reicht nur in den wenigsten Fällen aus, um www.gemeindeentwicklung.at gung), steigert die Innovationsfähigkeit und Begegnung zu fördern“. Neben der räum- Alexander Glas MSc, bringt individuellen Nutzen für jede/n. Un- lichen Infrastruktur brauche es eine soziale Tel: 0662-872691-13, tersuchungen rund um den Erdball haben Infrastruktur und die Initiative engagierter alexander.glas@sbw.salzburg.at gezeigt: Je ausgeprägter der Zusammenhalt Menschen. 03/2011 dreieck
  • 17.
    G emei ndeentw ick lu ng | 17 Neues Leben in alten Mauern Lebensraum.Lebenstraum.Gemeinde Jahresschwerpunkt widmet sich dem Thema Architektur. J edes Jahr widmet sich die Gemeindeentwicklung einem ande- ren für Gemeinden und Bürgerinnen und Bürger interessanten Thema, heuer steht die Architektur im Mittelpunkt. Die Veranstaltungsserie, ein landesweites Leader-Projekt, gliedert sich in vier Themenbereiche: Gemeinden, Ortskerne, Landwirtschaft und zeitgenössisches Wohnen. Durch Impulsveranstaltungen, Se- minare, Exkursion, Schulprojekte und Ausstellungen soll den Men- schen der Wert historischer Bauten, des Orts- und Landschaftsbildes, die Verbindung alter und neuer Bauten sowie die Verantwortung für die Erhaltung von Bauten und Räumen nähergebracht werden. Foto: Walter Schweinöster „Erhalten, was die Geschichte uns gebracht hat, aber das Adaptierte sichtbar machen – das ist ein Anspruch, der auf der einen Seite wünschenswert und notwendig ist, auf der anderen Seite aber nicht immer leicht umzusetzen ist“, ist die für Gemeindeentwicklung res- sortzuständige Landesrätin Dr. Tina Widmann überzeugt. Im Rahmen der Auftaktveranstaltung eröffneten Tina Widmann, toren des Vereins Landluft geben mit den präsentierten Beispielen Franz Pospischil (Raiffeisen Salzburg) und Bgm. Helmut Mödlham- Anregungen für Gemeinden, ähnliche Wege in der Gestaltung ihres mer die Ausstellung „Baukultur-Gemeindepreis 2009“. Die Initia- Lebensraumes zu gehen. (MiHa) Neue Staffel „J.A.! Jung trifft Alt“ gestartet G enerationen kommen einander „J.A! Jung trifft Alt“ ist ein weiteres Projekt näher: 22 Jugendliche aus St. der sozialen Gemeindeentwicklung in Josef, dem Bundesgymnasium Salzburg – nach dem Generationendorf, Zaunergasse und Borromäum kümmern den „Bonusmodellen für freiwilliges sozi- sich seit Herbst aktiv um PatientInnen ales Engagement“ und dem Projekt „Altern der Gereatrie und um BewohnerInnen in guter Gesellschaft“. Es wurde gemein- der Seniorenpension am Schlossberg, im sam mit Praktikern aus der Arbeit mit Se- Albertus Magnus-Haus und in der ÖJAB- nioren entwickelt: Nach der Schule treffen Seniorenwohnanlage Aigen. sich Jugendliche mit älteren Menschen, Senioren und den Einrichtungen austau- machen Ausflüge, lesen ein Buch vor oder schen können. spielen ein Spiel – kurzum, sie verbringen „J.A.! Jung trifft Alt“ ist eine Initiative der Zeit mit ihnen. Die Jugendlichen werden Gemeindeentwicklung Salzburg in Koo- dafür durch Fachkräfte ausgebildet und peration mit den Salzburger Landeskli- erhalten somit die notwendigen sozialen, niken und youngCaritas Salzburg. Das kommunikativen und organisatorischen Projekt wird unterstützt vom Referat für Kompetenzen. Während des Einsatzes in Familien und Generationen des Landes den Senioreneinrichtungen nehmen die Salzburg, Erzdiözese Salzburg, SPAR Ös- Jugendlichen an Supervisionen teil, wo terreichische Warenhandels-AG und der Foto: GE sie sich über ihre Erfahrungen mit den Alpenmilch Salzburg Ges.m.b.H. dreieck 03/2011
  • 18.
    18 | Geme i n d e e nt w i c k l u ng Ein Herz für Hallein Fotos: Gemeindeentwicklung Salzburg Gemeinschaft, Kommunikation und Integration fordern und fördern VON ANITA MEMMER A nfang des Jahres startete in Hallein können Halleiner und Halleinerinnen seit Das erste Projekt entstand in Rehhof, wo das Projekt „Ein Herz für Hallein“ Jänner ihre Vorschläge und Ideen, aber vor sich ein hoch motiviertes Team um Karin (wir berichteten im dreieck 01/2011 allem Eigeninitiativen deponieren. Kogler bildete und jeden 1. Donnerstag im darüber). Diese Initiative ermutigt alle Be- Monat den „DOH-REH-TREFF“ im Pfarrzen- wohnerInnen Halleins, selbst gegen Ent- Ein regelmäßiger Herzschlag durch trum etablierte. Dieser hat sich zum Ziel ge- fremdung, Vereinsamung und Werteverlust viele Ideen setzt, Jung und Alt zusammenzuführen und aktiv zu werden. Zwischenmenschliche Nach anfänglich sehr zögerlichem Beginn weitere Aktivitäten ins Leben zu rufen. So Brücken sollten gebaut werden, um wieder sind mittlerweile sehr interessante und entstand daraus die Initiative „I FÜR DI – DU mehr Nähe und Gemeinschaft spürbar wer- engagierte Initiativen eingegangen, die FÜR MI !“, ein Angebot für aktive Nachbar- den zu lassen. Zu diesem Zweck wurden in zum Teil bereits verwirklicht werden oder schaftshilfe, wo sich RehhoferInnen bereit Hallein an zwölf verschiedenen Orten Brief- sich im Planungsstadium befinden. Einige erklären, diverse Dienste anzubieten, die sie kästen aufgestellt, die von Schülern der HTL möchten wir Ihnen in dieser Ausgabe näher in eine Liste eintragen, die dann über das gebaut und kreativ gestaltet wurden. Darin vorstellen. Pfarrblatt bekannt gemacht werden. 03/2011 dreieck
  • 19.
    G emei ndeentw ick lu ng | 19 Gesellschaftsspiele, alte und neue Spiele, in ten wurde bereits von der Gemeinde zur verschiedenen Kleingruppen, an Tischen Verfügung gestellt. Auf mehr Verständnis oder am Boden oder fallweise draußen. zielt auch die Initiative von Brigitte Winkler Ebenfalls in Planung ist ein „ RADIO-CAFE“ ab: Sie möchte speziell für Menschen mit (voraussichtlich im Forsthaus). Hier sollen Migrationshintergrund kostenlose FÜH- einmal im Monat gemeinsam ausgesuchte RUNGEN durch die Stadt Hallein und das Ein Garten der Generationen Sendungen von Ö1 zum Nachdenken und Keltenmuseum anbieten. Weiters ist im evangelischen Pfarrgarten Diskutieren, aber auch zum Träumen anre- Hallein ein „GENERATIONENGARTEN“ ent- gen. standen, der von Esther Strodl betreut wird. Kinder und Jugendliche pflanzten bereits Ein Geben und Nehmen Gemüse und bastelten eifrig an einem Wei- Interessant ist auch das Projekt von Mag. denhaus und Insektenhotel. Nächstes Jahr Längle mit dem Titel „OFFENER BÜCHER- ist gemeinsam mit aktiven PensionistInnen SCHRANK“. Die Grundidee: Sie können Bü- das Anlegen einer Kräuterschnecke ge- cher nehmen – Sie können Bücher geben – plant. Ziel dieses Projektes ist es, Generati- Keine Anmeldung – Keine Kosten. Im Laufe onen zusammenzuführen um voneinander der Zeit sollte sich ein Ausgleich aus Geben zu lernen. Aber auch das Fühlen, Probieren, und Nehmen einstellen. Der Bücherschrank mit allen Sinnen Werken und Schmecken sollte sich dann quasi autark erhalten. Dieses sowie das Warten zu lernen, ob es wächst Projekt wurde bereits von der Stadtgemein- – und letztendlich die Wertschätzung der de Hallein bewilligt und befindet sich jetzt eigenen Arbeit. in der Umsetzungsphase. Ein weiteres generationenverbindendes Für ein besseres Verständnis der unter- Projekt startete Martina Mathur. Sie grün- schiedlichen Religionen und Glaubensrich- dete das Spielefest „Spiel mit!“ im IKU. Hier tungen möchte Suzan Arrer gerne einen treffen sich Jugendliche, Kinder und Erwach- „GARTEN DES GLAUBENS“ gestalten, in dem sene im lockeren Rahmen, um miteinander sich alle Glaubensrichtungen Halleins ein- zu spielen. Gespielt werden Brettspiele und bringen und präsentieren können. Ein Gar- Vor dem Sommer entstand noch eine net- te Herz für Hallein-Geschichte, geschrieben von Karoline Haunsperger, in der es um ein keltisches Koboldmädchen geht, deren Herz so eng mit Hallein verknüpft ist, dass ihr physischer und psychischer Zustand vom Leben und Treiben in der Stadt abhän- gig ist. Die ganze Geschichte ist nachzule- sen unter www.herzfuerhallein.at. Es heißt also gespannt sein, ob es möglich sein wird, Luan als Hallein-Maskottchen zu etablieren, damit sie besonders den Kin- dern das „Herz für Hallein“ öffnen kann und was sich aus den Ideen und Aktivitäten der HalleinerInnen noch alles entwickeln wird. Dr. Anita Memmer ist Initiatorin von „Ein Herz für Hallein“ und leitet gemeinsam mit Friedl Bahner das Bildungswerk in Hallein. dreieck 03/2011
  • 20.
    20 | E u ro p a u n d Po l i t i s che B ildung Olmütz Brünn Nikolsburg Freie Fahrt nach Mikulov Mähren, das „östliche Drittel“ Tschechiens, war Ziel einer Studienreise F rüher – vor dem Vertrag von Schengen oder gar zu Zeiten mit seinem malerischen Stadtbild, den Karstformationen, dem des „Eisernen Vorhangs“ – war der niederösterreichische Schloss, der Piaristenkirche und der Mariensäule. Grenzort Drasenhofen vor allem für lange Wartezeiten „be- Tagesziel war Olmütz (Olomouc), die fünftgrößte Stadt Tsche- rüchtigt“, Wartezeiten, die man in Kauf nehmen musste, wenn chiens, Bezirksstadt, Sitz eines Erzbistums, der zweitältesten man die Grenze zwischen Österreich und Tschechien bzw. der tschechischen Universität und eines der beiden tschechischen Tschechoslowakei passieren wollte. Obergerichte. Die Stadt war bis ins 17. Jahrhundert historisches Zentrum Mährens und hat heute eine bedeutende Stellung als Kontrollen gehören der Vergangenheit an, zügig erreichten die Handels-, Kultur- und Verwaltungszentrum. ReiseteilnehmerInnen des Katholischen Bildungswerks Berchtes- Olmütz war unser Standquartier. Von dort aus besuchten wir gadener Land und des Instituts für Europa im Salzburger Bil- den Marien-Wallfahrtsort Heiligenberg (Svatý Kopec ̌ek), Burg dungswerk einen ersten Höhepunkt ihrer Exkursion nach Mäh- Šternberk, Austerlitz (Slavkov) und den einstigen Sommersitz der ren: Mikulov (deutsch: Nikolsburg) am Rande des Wiener Beckens Olmützer Bischöfe, Kremsier (Kroměríž). Ein Tag gehörte Tsche- ̌ chiens zweitgrößter Stadt Brünn (Brno) mit ihrem markanten Blickfang, dem Dom St. Peter und Paul auf dem Berg Petrov. Das Bild der Brünner Altstadt bestimmen zwar zahlreiche Kirchen und geistliche sowie Adelspaläste, Brünn war ab 1918 aber auch ein wichtiges Zentrum moderner europäischer Architektur. Ein Beispiel dafür ist die Villa Tugendhat, der bedeutendste Bau von Ludwig Mies van der Rohe auf dem Kontinent. In Znaim (Znojmo), in schöner Lage über der Thaya, verabschie- deten wir uns von Mähren und erreichten nach kurzer Fahrt wie- der Niederösterreich. Wir bedanken uns herzlich bei PhDr. Oldrich Brenek, der uns die ̌ ̌ Sehenswürdigkeiten seiner Heimat mit sehr viel Engagement gezeigt hat. Wir danken ihm aber auch dafür, dass er uns die politische, wirtschaftliche und soziale Lage Tschechiens näher gebracht hat. Auch das „östliche Drittel“ unseres Nachbarlandes Ein besonderer Leckerbissen war ein Orgelkonzert in der St. Moritz- Tschechien, Mähren, ist uns nunmehr bekannt, eine interessante Kirche in Olmütz, zu dem Organist Karel Martínek (rechts) und Oldrich ̌ Brenek eingeladen hatten. ̌ Region, die es lohnt, besucht zu werden. (FT) 03/2011 dreieck
  • 21.
    Europa un dPol i ti s ch e B ild u ng | 21 Das Europa, das wir brauchen versus das Europa, das wir wollen V ertreterinnen und Vertreter von 48 Mitgliedseinrichtungen Siegers des Fotowettbe- aus zehn Nationen des European Network for Education and werbs „Der Dialog der Training (EUNET), darunter das Institut für Europa im Salz- Generationen“, der vom burger Bildungswerk, trafen sich im französischen Metz zu Jahres- EUNET-Jugendkomitee konferenz und Mitgliederversammlung, die auch der Fortbildung ausgeschrieben worden und dem Dialog dienten. Besondere „Highlights“ waren die Kür des war und von einer jun- gen Fotografin aus Rho- dos gewonnen wurde. Im Rahmen der Tagung diskutierten im Centre Pompidou Metz „Euro- päer der ersten Stunde“, Paul Collowald, Président Bild: EUNET de l’Association Robert Schuman, und Arno Krause, Vorsitzender der Europäischen Akademie Otzenhausen, mit jungen in EUNET-Mit- gliedseinrichtungen tätigen Kolleginnen und Kollegen aus Schwe- den, Frankreich und Griechenland über die Zukunft unseres Konti- nents. Fazit: Alt und Jung werden weiterhin für ein gemeinsames Die Diskussionsrunde zur Zukunft unseres Kontinents. Europa arbeiten. (FT) Kunst im Zeichen des religiösen Dialogs D as Institut für Europa im Salzburger Daiva Döring, Integrationsbeauftragte der Bildungswerk, das Renner-Institut Stadt Salzburg, kam bei ihrer Begrüßung Salzburg und das Bildungszentrum auf die Wichtigkeit des religiösen Aus- Saalfelden luden den deutschen Künstler tauschs zu sprechen. Pfarrer Martin Eisen- Jochen Gewecke ein, seine Fotografien braun und Imam Abdullah Yakali führten „Kommt zusammen! Moschee und Kir- die Gäste in die jeweiligen Religionen ein. che“ in Salzburg auszustellen. Für diese „Um sich gegenseitig besser verstehen zu war er mit dem Europäischen Bürgerpreis können, braucht es einen Dialog inner- des Europäischen Parlaments ausgezeich- halb und außerhalb des Gotteshauses. net worden. Durch diese Ausstellung sollen gängige Imam Abdullah Yakali (re.) führte in der Altkatho- Rund 100 Personen kamen zur Vernissage lischen Schlosskirche Mirabell in den Islam ein. Vorurteile abgebaut werden“, fasste Pfar- in die Altkatholische Schlosskirche Mira- rer Eisenbraun die Intention der Organisa- bell und in die ATIB-Moschee. Jochen Ge- stellung ist für Gläubige eine gute Mög- torInnen zusammen. wecke brachte dabei seine sehr persön- lichkeit, um neue Kontakte zu knüpfen Der gemeinsame Abend ging mit tür- lichen An- und Einsichten in die beiden und von einem Nebeneinander zu einem kischen Köstlichkeiten in der ATIB-Mo- Gotteshäuser – die Kirche in die Moschee Miteinander zu kommen“, so der Künstler schee zu Ende. (FT) und die Moschee in die Kirche. „Die Aus- bei seiner Eröffnungsrede. dreieck 03/2011
  • 22.
    22 | E u ro p a u n d Po l i t i s che B ildung VORSCHAU 2012: Nie wieder Krieg! D as Institut für Europa arbeitet am setzen, das Europahaus Vukovar, „Bauern Das Detailprogramm wird ab Jänner 2012 Programm einer Studienfahrt, die helfen Bauern Salzburg“ in Srebrenica und im Institut für Europa bei Wolfgang Fort- vom 15. bis 22. April des kommen- ein Zentrum für Kriegstraumatisierte in hofer vorliegen: Tel: 0662-872691-21 bzw. den Jahres nach Bosnien Herzegowina, Novi Sad. Wir werden aber auch der Frage w.forthofer@sbw.salzburg.at. Kroatien und Serbien führen wird. Wir nachgehen, was die Verantwortlichen in werden Einrichtungen und ihre Mitarbei- Regierung und Verwaltung dieser Staaten Vorschau: Für den Herbst 2012 plant das terinnen und Mitarbeiter besuchen, die tun, um den Frieden in der Region zu si- Institut für Europa eine Studienreise in die sich für das friedliche Zusammenleben in chern. Dazu fahren wir auch in die Haupt- Ukraine. den Nachfolgestaaten Jugoslawiens ein- städte Belgrad, Sarajevo und Zagreb. Foto: Toni Schläffer Foto: sbw „Bauern helfen Bauern Salzburg“ unterstützt weiterhin Rückkehrer in der Impression aus Vukovar. Region Srebrenica. Foto: Toni Schläffer Foto: sbw Blick über Sarajevo. Belgrad: Die Save mündet in die Donau. 03/2011 dreieck
  • 23.
    Inter n ation a l e S ol id a rit ät | 23 Was steckt hinter Dritte Welt-Patenschaften? W en bewegen nicht die Kinder der sogenannten „Dritten Welt“: in Ostafrika, auf den Philippinen, Indien, Peru und vielen weiteren Ländern. Wir kennen die Bilder der Fehl- und Unter- ernährung nur zu gut. Oft nehmen wir sie kaum mehr wirklich wahr, und manchmal verordnen wir uns zu Weihnachten wieder etwas mehr Sensibilität. Dabei ist die Sen- sibilität für die Situation dieser einzelnen Kinder(bilder) gar nicht das Entscheidende. Wichtig ist das Bewusstsein dafür, dass es die Strukturen und Systeme im Hinter- grund sind, die den Kindern millionenfach das Kind-Sein rauben – verbunden mit ne- Foto: INTERSOL gativen Zukunftschancen im Falle, dass sie überleben. Die Kinderarmut hat Ausmaße erreicht, die Kinder von Bergarbeiterwitwen in Potosí, Bolivien, die im Kinderhort Nuevas Luces („Neue Lichter“) von in vielen Zonen des „Südens“ mit Kriegssi- INTERSOLs Partnerorganisation MUSOL betreut werden. tuationen vergleichbar sind. Ja richtig: es geht nicht darum, die „armen Kinder“ aus der eventuell sogar durch ihre Eltern (die Statt Kinderpatenschaften weile immer öfter auch kollektive Projekte, beispielsweise nichts von Familienplanung umfassende systematische beispielsweise die Verbesserung der Was- verstehen und wissen wollen) verschul- Veränderungsaktivitäten serversorgung. deten Armut zu „retten“. Sondern es geht, wenn man von Naturkatastrophen absieht, Wir sind nicht generell gegen Kinderpa- Es braucht persönliche Betroffen- um armutsproduzierende Politiken und tenschaften, sind aber davon überzeugt, heit und Engagement Systeme, die die Kinder als schwächste Mit- dass sie nicht der effizienteste Weg zur Wir meinen, dass die Förderung der Kin- glieder der Gesellschaft eben besonders Verbesserung und Befreiung der Kinder der, das heißt die Aktivitäten g e g e n ihre hart treffen. aus ihrer Armut und aus mangelnden Zu- Armut und f ü r gerechte Lebenschancen, kunftsmöglichkeiten sind. Es handelt sich einem umfassenden, integralen Konzept Komplexität der armut fordert dabei meist um einen „Assistenzialismus“, der Gesellschaftsveränderung entspringen komplexe antworten eine Mildtätigkeit, die, was die Ursachen muss. Auch mit der Einschränkung, dass Inzwischen wird die Komplexität der Kin- der Armut und die Lösungsansätze betrifft, dieser Ansatz mangels mehr Macht und derarmut nach und nach erkannt, vor allem zu stark individualisiert und personalisiert. Geld, fehlender Humanressourcen etc. sich in unseren Breiten: so gibt es unzählige Die strukturellen Ursachen und die struk- nur jeweils im lokalen und regionalen Be- „Kinderarmutsberichte“ diverser sozialer turellen systematischen Antworten blei- reich umsetzen lässt. INTERSOL arbeitet mit Einrichtungen, Gemeinden, Parteien in ben großteils aus. Damit ist zwar dann das diesem Konzept mit PartnerInnen in Latein- ganz Europa – und auch die UNICEF wird Gewissen erleichtert, aber die Effizienz des amerika und Indien sehr erfolgreich. Auch nicht müde zu forschen und zu publizieren. Wandels wird nicht erreicht. Davon abge- da ist eine persönliche Identifikation mög- Die Antworten der etablierten Politik frei- sehen ist es höchst problematisch, aus ei- lich, jedoch einbettet in weiterreichende lich sind wenig überzeugend. Angesichts ner Gemeinde oder Schule Kinder auf Basis Versuche des „sozialen Wandels“. Auch das dieser unbefriedigenden Lage lassen sich bestimmter Förderkriterien (zB. Geschlecht, hat eine emotionale Komponente, aber viele Menschen „guten Willens“ vom Ange- sozialer Status, Minderheitenzugehörigkeit) eben auch eine analytische, strategische, bot, Kinderpatenschaften zu übernehmen, auszusuchen – vielerorts ist das Ergebnis politische Ausrichtung – der Ko-Operation motivieren. Es heißt dort, mit X Euros pro Missgunst, Neid, Entzweiung in der Klasse und Solidarität. Auch bei komplexen Ant- Monat kannst du ein Kind retten und/oder oder Gemeinde. Weil die Kritik an diesen worten sind die persönliche Betroffenheit sogar den Schulgang bezahlen. So weit so Praktiken immer mehr zunimmt, realisieren und das persönliche Engagement unver- gut, oder doch nicht? die einschlägigen Organisationen mittler- zichtbar! (he) dreieck 03/2011
  • 24.
    24 | A u s d e r D i re k t i o n 50 Jahre Bildungswochen im Land Salzburg Foto: iStock D ie Eröffnung der 20. Bildungswoche in Goldegg bot im Sep- Stöger, der ehemalige Direktor des Salzburger Bildungswerkes, mit tember auch den idealen Rahmen, das Jubiläum „50 Jahre 56 Vorträgen zu vielfältigen Themen bei Bildungswochen oder 31 Bildungswochen“ zu feiern. Genau in jenem Ort, wo man Bildungswochen in nur einem Jahr im Land Salzburg (1981, 1985). diesen „Import“ aus Tirol – die so genannte „Dorfbildungswoche“ – Zwischen sehr vielen Gipfeln füllten die „Schluchten“ aus heutiger zum ersten Mal ausprobiert hat. Das Konzept ging damals auf, und Sicht manchmal Außergewöhnliches – wie die „Einführung in die es wurde bis heute laufend verbessert. Heute stehen wir bereits bei Mengenlehre“ (Taxham 1974), „1985 – Leben mit dem Computer“ über 800 Bildungswochen! (Leogang 1973) oder ein „Männerabend: Demokratie in Gemeinde und Staat“ (Goldegg 1961). Einmal haben 56 Veranstaltungen in ei- „Die Entwicklung der Bildungswochen schuf Gipfel und Schluchten“, ner Woche die Gemeinde Oberalm fast überfordert. Doch es ging meinten Dr. Martin Wiedemair als Leiter des Arbeitskreises „Bil- gut, und ein weiterer Gipfel entstand. Lediglich neun Gemeinden dungswochen“ und Dr. Günther Signitzer. Zu den höchsten „Gip- im Land Salzburg haben diese „Gebirgsbildung“ noch nicht erlebt. feln“ zählen St. Martin bei Lofer mit 23 Bildungswochen, Ing. Josef Dem Anlass gemäß gab es bei der Jubiläumsfeier eine neue Variante eines „Zeitzeugengespräches“: Zeitzeugen von heute mussten sich dazu gedanklich in die Zukunft – in das Jahr 2036 – versetzen und erklären, wie und warum sich unsere Gesellschaft in eine bestimmte Richtung weiter entwickelt hat. Dieser Perspektivenwechsel gelang den „ZeitzeugInnen“ gut und man konnte wirklich interessante Dinge erfahren – über radikale Änderungen der Parteienlandschaft, von Gemeinden, die die Welle der Zusammenschlüsse „überlebt“ haben oder von der Kommunikation über die neuen Technologien, die unseren Lebensstil in diesem Zeitraum am wesentlichsten ver- ändert haben. Nach dem Jubiläum in Goldegg wurde die 800. Bildungswoche in Piesendorf durchgeführt. Einige Bildungswochen sind bereits für das nächste Jahr 2012 vorgemerkt oder schon in konkreter Planung. Der „Bildungswochen 50er“ gehört bereits wieder der Vergangen- heit an, und der Arbeitskreis „Bildungswochen“ wird sich über die Im Bild (v.li.) HR Dr. Wilhelm Pölzl, der Goldegger Bürgermeister Hans Mayr, LR Dr. Tina Widmann, Bildungswerkleiter Martin Klettner und Rektor Mag. weitere Qualitätssicherung und Weiterentwicklung der erfolg- Dr. Josef Sampl, Vorstandsvorsitzender des Salzburger Bildungswerkes. reichen Methoden bemühen. (RiB) 03/2011 dreieck
  • 25.
    Aus der Dire k t ion | 25 Fotos: Reinhard Klinger Sing ein frohes Lied dem Tag! E s schwinden jedes Kummers Falten, Andreas Gassner und Helmut Zeilner, die solang des Liedes Zauber walten: Es beiden Salzburger Landeschorleiter, Petra war wohl weniger Friedrich von Schil- Huber und Gabriel Heun, das energiege- lers erfreulich-beruhigende Feststellung, ladene Kinderbetreuungsduo, sowie die sondern in erster Linie die Freude am ge- beiden Stimmbildner Thomas Schneider meinsamen Singen, die heuer an die 150 und Agnes Mitterlechner-Wimmer boten Frauen, Männer und Kinder zur 48. Salzbur- in jeder Hinsicht facettenreiche Klangerleb- ger Singwoche nach Strobl geführt hat. Und nisse: beim Singen im Plenum, im Frauen- ihre Erwartungen wurden nicht enttäuscht. und Männerchor, bei der Stimmbildung – im Gesamtchor oder individuell – und beim Sing ein frohes Lied dem Tag: Dieses Mot- Singen, Musizieren und Tanzen im Kinder- to hatte für jeden Lied-Geschmack etwas chor. Groß war auch die Begeisterung bei Stimmbildung mit vollem Einsatz: Thomas zu bieten. Geistliche und weltliche Chorli- den Jugendlichen (zwischen 14 und 25 ...), Schneider und Agnes Mitterlechner-Wimmer teratur stand ebenso auf dem intensiven für die heuer erstmalig nach vielen Jahren in Aktion. Probenplan wie Volkslieder aus aller Herren wieder ein Jugendchor angeboten wurde. (und Frauen) Länder – und es blieb auch Thomas Schneider, er ist unter anderem Platz für unterschiedliche musikalische Mitglied des bekannten Männerensembles Eine beeindruckende Abendmusik mit mu- Gefühls-Richtungen: von fröhlich-heiter bis „Voices Unlimited“, hatte die spezielle Ju- sikalischen Beiträgen der ReferentInnen, melancholisch-besinnlich. gendchorliteratur ausgewählt, und die Ju- ein gemütlicher Tanzabend und ein launig- gendlichen ließen sich von seinem Enthusi- bunter Abend mit dem großen Auftritt asmus anstecken. der Kinder sowie das Abschlusskonzert in Abersee rundeten die Woche musikalisch- gesellig ab. Die Freude am gemeinsamen Singen führt seit fast fünf Jahrzehnten Menschen un- terschiedlicher Herkunft und unterschied- lichen Alters – der Bogen reichte heuer von 6 bis 91 (!) Jahre – zusammen und ermöglicht nicht nur gesangliche Begegnungen und Freundschaften. Dass sich die Singwoche in einer Zeit des Freizeitaktivitäten-Überange- botes bewährt, ist nicht selbstverständlich. Der Erfolg scheint uns aber Recht zu geben, und so können sich sangesfreudige Frauen, Männer und Kinder hoffentlich noch über viele weitere Singwochen freuen! (MiHa) dreieck 03/2011
  • 26.
    26 | A u s d e r D i re k t i o n Unsere Herbstfahrt nach Linz men geschlossen. Vorwiegend Kunst-, Kultur- und Heimatvereine stehen für Erwachsenen- bildung und Regionalkultur. Zu finden sind auch Fotoclubs, Galerien, Volkskulturförder- vereine, Museen oder Eltern-Kind-Zentren. Et- was exotisch wirken Absolventenvereine oder Freunde der Hirschbacher Bauernmöbel. Ört- liche Bildungswerke wie wir sie in Salzburg fast flächendeckend haben, gibt es hingegen nur mehr sehr wenige, sie stammen aus früheren Tagen des Oberösterreichischen Volksbil- dungswerkes. Vor langer, langer Zeit, war‘s gestern J edes Jahr trifft sich das Salzburger Bil- oder war‘s heut‘ ... dungswerk im Herbst mit seinen ehren- In ihrem Angebot finden sich großteils volks- amtlichen BildungswerkleiterInnen sowie kulturelle Veranstaltungen. Darunter auch die seinen BezirksleiterInnen zu einem (Bildungs-) „Zaubermärchen und Sagen aus Oberöster- Austausch. Dieses Jahr blickte man nicht nur reich“ mit Helmut Wittmann, die die Teilneh- auf die eigene Bildungsarbeit, sondern über merInnen der Herbstfahrt nach einer Stadtfüh- die Grenzen Salzburgs hinaus nach Oberöster- rung zu sehen und vor allem zu hören bekamen. reich. Denn es ist nicht nur die Sprache, die uns Begleitet wurde der auf österreichische Mär- vom Oberösterreichischen Volksbildungswerk chen spezialisierte Erzähler von Franz Berneg- unterscheidet, sondern vielmehr die Arbeits- ger am „Bock“, der alpenländischen Variante weise und Struktur. des Dudelsacks, der eine mystische Stimmung So hießen der neue Obmann Dir. Wolfgang zauberte. Pfeil und die Geschäftsführerin Mag. Daniela Zeilinger die Salzburger Delegation in Linz, im Die Herbstfahrt kam so gut an, dass eine Neu- Bildungswerkleiter Dr. Hans Stehrer Ursulinenhof, sehr herzlich willkommen und auflage 2013, nach einer „normalen“ Herbstta- aus Strobl und Ingrid Foller, Bildungs- gaben Einblicke in ihre Arbeit. 190 Mitglieds- gung 2012, mit einem neuen Ziel notwendig werkleiterin aus Salzburg-Itzling, beim Testen der Technik der Zukunft. einrichtungen (hauptsächlich eigenständige sein wird. (RiB/MP) Vereine) sind in dem Landesverband zusam- In eine ganz andere Art von „Märchen- welt“ tauchten die SalzburgerInnen im Ars Electronica Center bei der „High- light“- Führung ein. Ein Foto der eige- nen Netzhaut aufnehmen, ein Roboter als Unterstützung im Alltag, ein 3D- Film im „Deep Space“ und vieles mehr erwartete die BildungswerklerInnen. 03/2011 dreieck
  • 27.
    Aus G emein de un d Bez irk | 27 Ein Wochenende im Zeichen der Kräuter Ein besonderer Ort für ein besonderes Produkt: Präsentation des Nationalparktees und des Nationalpark-Kräutersalzes VON ANDREA RIEDER A nfang August fand auf 2.200 Meter Höhe, auf der Fürther Hüt- statt. Bei herrlichem Wetter wurden die Produkte von Nationalpark- te, mitten im Nationalpark „Hohe Tauern“ die Präsentation direktor Dipl. Ing. Wolfgang Urban und von den Verantwortlichen der eigens kreierten „Hollersbacher-Nationalpark-Produkte“ vom Hollersbacher Kräutergarten den zahlreichen Gästen präsen- tiert. Darunter ein sehr schmackhaftes Nationalpark-Kräutersalz, das „die Würze“ in den Alltag bringt, und eine genussvolle Teemi- schung. Dafür werden handverlesene Kräuter sanft getrocknet und zu einem aktivierenden, harmonischen Tee gemischt und liebevoll handverpackt. An diesem Wochenende wurden auch Kräuterbuschen gebun- den, in der Kirche geweiht und an die Anwesenden verteilt. Beim anschließenden Kräutergartenfest wurde die erste Hollersbacher Kräuterbroschüre „Holunder mit allen Sinnen erfahren, erleben und genießen“ vorgestellt. Andrea Rieder ist Bildungswerkleiterin in Hollersbach. Für alles ist ein Kraut gewachsen. Im Bild (v.li.) Josef Stöckl (Verein Hollersba- cher Kräutergarten/ Bienenlehrpfad), Gabi und Hans Scheurer (Hüttenwirte), Andrea Rieder und Wolfgang Urban bei der Präsentation der besonderen Produkte. Flotte Käfer auf Rädern VON HEIDEMARIA MIMRA A m 10. September 2011 war es so- alles abverlangte. Mit Schwimmflossen auf weit: Bürgermeister Fritz Zettinig einem Abhang einen Golfball balancieren, begrüßte die TeilnehmerInnen der Gasteiner Thermalwasser aus Trinkwasser- ierten Floß. Vor dem Ziel wurden die Ge- 1. Fahrradrallye in Bad Hofgastein im Na- proben herausschmecken und verschie- hirnzellen noch mit einem Gasteiner Quiz men der anwesenden Honoratioren aus dene Pflanzen erkennen, waren noch die gefordert. Der Wintersportverein wachte Politik und Wirtschaft, unter ihnen Vize- leichteren Aufgaben. Schwieriger waren mit seinen Streckenposten streng über die bürgermeister Harald Schaireiter und Kul- da schon die Geschicklichkeitsprüfungen Einhaltung der Straßenverkehrsordnung. turreferent Siegfried Pichler. Neben top oder die spektakuläre Überquerung des So erreichten alle TeilnehmerInnen sicher ausgerüsteten SportlerInnen, der jüngste Kurparkteichs auf einem eigens konstru- wieder die Alpenarena. zarte drei Jahre, waren auch flotte Marien- Alle waren sich nach der lustigen Preisver- käfer und selbst Mutter Natur mit ihren El- leihung einig: Im nächsten Jahr machen fen am Start, die später für ihre originellen wir wieder mit! Die Veranstalter, Salzbur- Kostüme Ehrenpreise ergatterten. ger Bildungswerk und Kulturgut Bad Hof- gastein, samt allen Helfern und Sponsoren Bei strahlendem Sonnenschein absol- haben sich gefreut, das zu hören! vierten die gut gelaunten TeilnehmerInnen einen Parcours, der ihnen in jeder Hinsicht Mag. Dr. Heidemaria Mimra ist Bildungswerkleite- rin in Bad Hofgastein. dreieck 03/2011
  • 28.
    28 | A u s G e me i n d e u n d B ezirk Vo Schoppornou bis Niedansöi VON GERLINDE ALLMAYER G si und allno – gwen und oiwei Die Absicht, dem Publikum durch lautliche „ no“ hieß es bei der 24. Niedern- und inhaltliche Übertragung und Gegen- siller Stund, einer bekannten und überstellung von Mundartdichtung zweier beliebten Mundartveranstaltung. Die Be- sehr unterschiedlicher Dialektfärbungen, sucherInnen im vollbesetzten Niedernsiller wie dem Alemannischen aus dem Rheintal Kulturzentrum „Samerstall“ bekamen Ende und dem Bregenzerwald und dem Bairisch- Vorarlbergerisch trifft Pinzgauerisch. September Ungewohntes zu hören. Vorarl- Österreichischen aus dem Ober- und Mitter- Im Bild Max Faistauer, Stefan Schipflinger, bergerisch aus dem Bregenzerwald und aus pinzgau, verständlich zu machen, kann man Adolf Vallaster (stehend v.li.), Birgit Rietzler dem Rheintal, junges, poppiges Pinzgaue- als überaus geglückt bezeichnen. Adolf Val- und Gerlinde Allmayer (sitzend v.li.). risch und Vihuela-Klänge. laster und Max Faistauer trugen ihre Texte Vorarlberg ist das einzige österreichische kraftvoll und mit viel Humor vor. Ihre von fan Schipflinger den Abend. Barbara Ret- Bundesland, in dem alemannische Mundart hohem Niveau geprägten Gedichte wurden tenbacher-Höllwerth gedachte in einem gesprochen wird. Dieser Dialekt wird nicht durch die Übersetzungen in ihrer Aussage Gespräch mit dem Moderator Manfred von allen ÖsterreicherInnen gleich gut ver- verstärkt. Baumann (ORF) dem 100. Geburtstag ihres standen, ja, es wird sogar oft behauptet, Ebenso machten es Birgit Rietzler und Ger- verstorbenen Mannes August Rettenbacher er wäre besonders schwierig zu verstehen. linde Allmayer. Wobei die Pinzgauerin be- und trug zwei seiner Gedichte vor. Deshalb hatte Gerlinde Allmayer, die Orga- sonders gefordert war, denn Birgit Rietzlers nisatorin der Niedernsiller Stund, anfangs Heimat Schoppernau liegt im hintersten Wie kam der Abend beim Publikum an? berechtigte Zweifel, ob die Zuhörer die vor- Bregenzer Wald. Je weiter Täler abgeschie- „Mia kimb vi, so waos Guats haots in da getragenen Texte auch verstehen werden. den vom Zentralraum sind, desto ursprüng- Mundartszene no nia gebm.“ „ Ihr habt der Aus diesen Zweifeln entstand dann plötzlich licher erhält sich ein Dialekt. Die einfühlsame Mundartdichtung der heutigen Zeit neue die Idee, die Vorarlberger Gedichte ins Pinz- musikalische Begleitung mit Klangzitaten Wege gewiesen.“ „Des wos da Seial gspüt gauerische zu übertragen und die Pinzgau- verschiedener Epochen und Stilrichtungen hot, ho i zeascht nit vastandn, owa mit da er Texte ins Vorarlbergerische. Birgit Rietzler durch Christa Lukatsch an der Harfe sowie Zeit bin i ruhiger worn.“ „Man kann euch aus dem Bregenzerwald und Adolf Vallaster Wolfgang Seierl, Gitarre und Vihuela, ver- nur gratulieren zu dem heutigen Abend.“ aus dem Rheintal bildeten das Poetenpaar stärkten die sprachlichen Eindrücke. Gerlinde Allmayer ist Bildungswerkleiterin in aus Vorarlberg, Max Faistauer und Gerlinde Mit originellen und frechen Dialektliedern Niedernsill. Allmayer vertraten den Pinzgau. bereicherte der junge Viehhofener Ste- Ich darf meinen Lehrer nicht duzen ... 50 Jahre Salzburger Bildungswerk Piesendorf VON PAUL WIDMANN V om 25. September bis 2. Oktober Hier entführte digitalisiertes Foto- und Film- 2011 wurde das 50-jährige Bestehen material, musikalisch umrahmt von Chören des Salzburger Bildungswerkes Pie- und einem Ensemble der Trachtenmusik- sendorf im Rahmen einer Bildungswoche kapelle, die Zuseher in längst vergangene gefeiert. Zeiten. Auch für Kinder und Jugendliche Über das bunte Programm, das Menschen hatte das Programm der Bildungswoche aus Piesendorf von Jung bis Alt anzuspre- etwas zu bieten. Die Lesung „Schmidolins chen versuchte, freuten sich mehr als 650 erstes Abenteuer“ von Tina Widmann so- BesucherInnen. Eröffnet wurde die Bil- wie die „Heilsame Wirkung des Boxens“ Im Bild (v.li.) Tina Widmann, Paul Widmann und dungswoche von LR Dr. Tina Widmann, die mit Conny König machten den Kindern die ehemalige Bildungswerkleiterin Elisabeth sich von der Eröffnungsveranstaltung „Frü- und Jugendlichen genauso Spaß wie die Sonderegger. her bei uns im Pinzgau“ begeistert zeigte. Leistungsschau der Freiwilligen Feuerwehr 03/2011 dreieck
  • 29.
    Aus G emein de un d Bez irk | 29 Piesendorf, des Roten Kreuzes Zell am See dem Vortrag „Viel Spaß beim Erziehen“. Der und der Trachtenmusikkapelle Piesendorf. Tag der offenen Tür im neu umgebauten Ebenfalls großes Interesse wurde der Ge- Gemeindeamt sowie die Beratung mit einer meindeversammlung entgegen gebracht. kleinen Genussjause im Seniorenheim und Die GemeindebürgerInnen bekamen auf im Tageszentrum erfreuten sich genauso Fragen nach bestehenden und geplanten interessierten Besuches wie die anschlie- Projekten der Gemeindevertretung Antwor- ßend besinnliche Zeit in der „Langen Nacht ten aus erster Hand. Für ein weiteres High- der Kirche“. light der Woche und einen Angriff auf die Lachmuskeln sorgte Dr. Jan Uwe Rogge mit Paul Widmann ist Bildungswerkleiter in Piesendorf. Übern Trischibl zum Cyberspace VON PETER LÖCKER Ü bern Trischibl zum Cyberspace“ „ – St. Margarethen im Wandel der Zeit: So lautete der Titel der 6. Bildungswoche, die anlässlich des 50-jäh- rigen Jubiläums des örtlichen Bildungs- werkes veranstaltet wurde. Der „Trischibl“ ist die alte Lungauer Be- zeichnung für die Türschwelle, der Absatz, das Hindernis zwischen altem und neuem Raum und der Cyberspace der gedachte, nicht wirklich reale Raum der vernetzten Computerwelt. Sie bilden den Bogen vom mälererhebung, aufgelockert durch die in „Gestern“ zum „Morgen“ – mitten drin das der Schreibwerkstatt mit Annemarie In- heutige Tun. Die Bildungswoche war die dinger entstandenen Texte und die Klän- Einladung, über die „Trischibl“ zu steigen ge der Musikkapelle mit anschließender und aus dem Wissen, wie es war die ge- Ausstellung „Musik im Wandel der Zeit“. meinsame Zukunft des Dorfes zu gestalten Es folgten Dokumente aus dem 19. Jahr- und so mit jedem Schritt einen mutigen hundert, die deutlich die Veränderungen verband ein, in die Zukunft zu schauen. Schritt in die Zukunft zu gehen. der Höfe im Ort und der Essensgewohn- Das Erntedankfest bildete den Abschluss heiten zeigten, der auch die Landwirt- der ereignisreichen Bildungswoche. Eröffnet wurde die Bildungswoche mit schaft unterworfen ist. Was im Internet so Peter Löcker ist Bildungswerkleiter in der Präsentation der Klein- und Flurdenk- los ist und wie virtuelle soziale Netzwerke St. Margarethen im Lungau. funktionieren, konnten ältere Menschen mit Unterstützung der Lehrer und Schü- lerInnen des Multiaugustinums erfahren. Viel Spaß hatten die Kinder und Jugend- lichen von Kindergarten, Volksschule und vom Jugendtreff bei sportlichen und spie- lerischen Alternativen zu Computer und Co. Als Ausklang gab es im Jugendtreff ein Konzert der Musikgruppe „Stuff“. Mit dem Architekten DI Herfried Peyker, Fachmann für Raumentwicklung, lud der Tourismus- dreieck 03/2011
  • 30.
    30 | A u s G e me i n d e u n d B ezirk Tennengauer Weiterbildungsangebote und -einrichtungen informieren VON MICHAEL NEUREITER D as erste lern.fest, das von der „Ler- bote, mehr Kooperation der Einrichtungen nenden Region Tennengau“ Anfang und mehr Publikation der Leistungen zu er- Oktober in der Halleiner Salzberghal- reichen. Das ist mit dem ersten lern.fest ge- le ausgerichtet wurde, erwies sich als voller lungen: Hunderte Interessierte, von Kindern Erfolg: Acht Weiterbildungseinrichtungen, bis zu SeniorInnen, folgten der Einladung, darunter auch das Salzburger Bildungs- und die Salzberghalle wurde so zu einem werk, und die Öffentlichen Bibliotheken lu- bunten Schauplatz der Angebotsvielfalt den zum „Staunen, Erleben, Begreifen“ ein. und Zusammenarbeit. Die Tennengauer Weiterbildung hat sich im Fotos: Neureiter MMag. Michael Neureiter ist Bezirksleiter im Projekt „Lernende Region“ zusammenge- Tennengau. schlossen, um mehr Innovation der Ange- „denk.plätze“ hieß ein Fotowettbewerb, bei dem Lieblingsplätze gesucht wurden, an de- nen die TeilnehmerInnen am liebsten lernen. Unter den eingereichten Arbeiten entschieden sich die BesucherInnen für jene Aufnahmen, die am besten entsprachen: Bei der Prämie- rung der meistgenannten drei Arbeiten dankte der Halleiner Bürgermeister Dr. Christian Stöckl (li.) der lern.fest-Koordinatorin Heike Guritzer- Maurer (re.) für das bunte lern.fest und die Beim lern.fest gab es zusätzlich zu den aktuellen Die Kooperation der Bibliotheken im Tennengau beispielhafte Zusammenarbeit. Programmen konkrete Hinweise zur beruflichen lud zum Bücherschätzen ein, bei dem es um die Weiterbildung und Qualifizierung. Seitenzahl von Buchpaketen ging. Wer sind die Freiwilligen? VON DANIEL KRAINER A m 28. Oktober 2011 wurde zum Fest engagieren sich rund 44 Prozent der über sellschaft. Viele Projekte könnten in der Ge- „Freiwillige im Mittelpunkt“ eingela- 15-Jährigen in der österreichischen Zivilge- meinde ohne Freiwillige nicht umgesetzt den, um den vielen ehrenamtlich tä- werden. Aber nicht alle Aufgaben in der Ge- tigen BürmooserInnen einmal in der Öffent- meinde können auf Freiwillige übertragen lichkeit zu danken. Mehr als 200 Personen werden und erfordern daher auch eine Ver- aus den verschiedensten Bereichen – von stärkung der professionellen Dienstleister. A=Altenbetreuung bis Z=Zukunftsdialog – konnte Bürgermeister Peter Eder im Ge- Dr. Günther Signitzer betonte in seiner meindezentrum Bürmoos begrüßen. Grußbotschaft das vielfältige Angebot der LAbg. Dr. Josef Schlömicher-Thier betonte örtlichen Bildungswerke mit der Zielset- die Wichtigkeit der Freiwilligenarbeit für zung, Veränderungen in der Gesellschaft of- die Gemeinschaft. Im Besonderen sei es fen zu diskutieren. Die ehrenamtlich tätigen die Jugendarbeit in den Vereinen und Insti- Als besondere Überraschung gab es noch eine BildungswerkleiterInnen mit ihrem Team tutionen, die für den Fortbestand der per- Hörprobe des jungen Musikers Markus Paul und die jeweiligen Bürgermeister als Vorsit- sonellen Struktur wichtig ist. Laut Statistik Hasenauer auf dem Klavier. zende planen die Bildungsangebote für die 03/2011 dreieck
  • 31.
    Aus G emein de un d Bez irk | 31 Die Festrede wurde mit viel Aufmerksam- keit aufgenommen, und alle Anwesenden spürten die Wert- schätzung für die von Fotos: Kurt Winkler ihnen erbrachte eh- renamtliche Leistung. Gemeinde und bringen Farbe ins örtliche standen im Mittelpunkt der Betrachtung. – Weh dem, der keine Heimat hat!“. Trach- Leben. Das Engagement der BürgerInnen Die uneigennützige Hilfe, ohne zu fragen, tenmusikkapelle, Oberstimmenchor und zu fördern und die Lebensqualität zu erhal- was es bringt, zeichnet den Edelmut aus. Männerchor sorgten für den feierlichen ten, zählt zu den Aufgaben des Salzburger Selbstentfaltung ist die Möglichkeit, für Rahmen der Veranstaltung. Zum Ausklang Bildungswerkes. Andere nützlich zu sein, also die eigenen des Festes „Freiwillige im Mittelpunkt“ und Das Festreferat von Prälat Prof. Dr. Hans Talente und Fähigkeiten einzusetzen. Zum als Anerkennung für das Engagement hat Paarhammer war dem Thema „Die Rol- Unterschied zur Selbstverwirklichung, wo die Gemeinde Bürmoos alle Anwesenden le des Ehrenamts in unserer Gesellschaft“ die Konzentration auf dem „Was ich zu tun zum Umtrunk und einen kleinen Imbiss ein- gewidmet. Viele Bereiche des öffentlichen wünsche“ liegt und somit „Eigen-Sinn“ ins geladen. und sozialen Lebens würden ohne Ehren- Zentrum rückt. Zum Begriff Heimat zitierte amt kaum mehr existieren. Edelmut, Selbst- Prof. Paarhammer eine Zeile aus dem Ge- Daniel Krainer ist Bildungswerkleiter in Bürmoos. entfaltung, Wertschätzung und Heimat dicht von Friedrich Nietzsche „Vereinsamt Mösler haben großes Herz für Kinder VON WALTRAUT HOFMEISTER A nfang November überreichte Waltraut Hofmeister, Bil- Kinder in Salzburg. Das vom Salzburger Bildungswerk organisier- dungswerkleiterin von Leopoldskron-Moos, den Rein- te Benefizkonzert in Leopoldskron-Moos erbrachte mit mehr als erlös des Benefizkonzerts „Mösler Jugend musiziert“ an 200 BesucherInnen einen erfreulichen Reinerlös von 5.600 Euro. Theresia Feichtinger von der ARGE Hippotherapie und an Direk- Je 2.800 Euro gehen nun an die Hippotherapie und an die Schule tor Hannes Liegle von der Sonderschule für körperbehinderte für körperbehinderte Kinder, damit beide ihre wertvolle Arbeit fortsetzen können. Die ARGE Hippotherapie ermöglicht Kindern mit Behinderung, auf dem Rücken eines Pferdes Bewegungsab- läufe zur Schulung des Gleichgewichts, der Koordination und der Atmung zu erlernen. Die Schule für körperbehinderte Kinder bie- tet mit dem Projekt „Unterstützende Kommunikation“ Kindern mit Sprachbehinderung eine Ausdrucksmöglichkeit. Im Bild (li.) Waltraut Hofmeister bei der Spendenübergabe im Reiterhof in der Moosstraße. Viele Ehrenamtliche und Firmen haben mitgeholfen: Der hohe Reinerlös wurde möglich, weil im Hintergrund 46 (großteils) Mös- lerinnen und Mösler ehrenamtlich am Erfolg der Aktion mitgearbeitet haben. Viele Firmen und Betriebe aus dem Stadtteil Leopoldskron-Moos, aber auch aus Maxglan, Gneis, Wals-Viehhausen, Anif und Grödig haben die Aktion unterstützt. dreieck 03/2011
  • 32.
    32 | A u s G e me i n d e u n d B ezirk Bildungswochen-Spitzenreiter … VON RUDI SCHMIDERER S t. Martin ist die Gemeinde mit den gefeiert wurde das 50-jährige Bestehen des informativen und ernsten Programm zum meisten Bildungswochen im Land örtlichen Bildungswerkes. Thema Suchtverhalten. Die Kinder konnten Salzburg. Bei strahlendem Wetter Die Bildungswochen, die alle zwei Jahre ab- sich beim Workshop „Die Milchkiste“ in der feierte die Gemeinde die Eröffnung der gehalten werden, haben eine große Bedeu- Herstellung von Butter und Käse versuchen nunmehr 23. Bildungswoche mit dem Auf- tung im Ort. Dass man auch nach bereits und erfuhren auch sonst noch Einiges über marsch der Vereine, dem Festgottesdienst 22 durchgeführten Bildungswochen noch die Milchverarbeitung. Bei der Trachtenmo- und dem Festakt im Martinerhof. Ebenfalls ein neues, attraktives Programm mit Vorträ- denschau begeisterten die Models in ihren gen, Workshops, kulturellen Abenden oder verschiedenen Bauern-, Bürger- und Ver- Ausstellungen gestalten kann, liegt an der einstrachten aus dem Unteren Saalachtal Zusammenhalt dank guten Zusammenarbeit mit den örtlichen die BesucherInnen aus St. Martin und den Ehrenamt Vereinen und der Ideenvielfalt in den Pla- nungssitzungen. Besonderer Dank ging an umliegenden Gemeinden. Die zweite Hälfte der Bildungswoche bot alle engagierten Mitwirkenden und an die noch einen interessanten Vortrag über die Bevölkerung für das rege Interesse am Bil- Hauskrankenpflege sowie ein tolles WII- dungswochenangebot. Turnier und einen Spielenachmittag für die Jugend. Ein gemeinsamer Nachmittag So erhielten heuer viele ZuhörerInnen beim der Feuerwehrjugend und des Jugendrot- Vortrag über den „Pinzgauer Marienweg“ kreuzes mit verschiedenen Stationen und die neuesten Informationen über die Rou- Übungen und ein Gemeinschaftskonzert ten und die Organisation des Pilgerweges, der St. Martiner Chöre standen am Schluss der 2012 eröffnet wird und vom Oberpinz- der 23. Bildungswoche, die auch nach Be- gau nach Maria Kirchental führt. Ein erstes sucherzahlen wieder ein großartiger Erfolg Highlight der Bildungswoche war Ingo Vogl war. mit seinem kritischen Kabarett „G’sundheit“. Mehr als 140 BesucherInnen begeisterte er Rudi Schmiderer ist Bildungswerkleiter in St. Martin mit seinem urkomischen, aber auch sehr bei Lofer. Für seine mehr als 20-jährige Leitung des örtlichen Bildungswerkes erhielt Rudi Schmiderer das Silberne Ehrenzei- chen der Gemeinde. In ihrer Rede an die JungbürgerInnen wies LHF Gabi Burgstaller darauf hin, dass unser Glücksempfinden nicht von materiellen Werten abhängt, sondern dass Glück viel mehr empfunden wird, wenn man in eine Gemeinschaft ein- gebettet ist. Wichtig ist vor allem, dass junge Menschen ihre Wurzeln kennen und bewahren, auch wenn ihre Lebens- kreise in der Ferne liegen. 03/2011 dreieck
  • 33.
    Aus G emein de un d Bez irk | 33 14 Freiwillige zertifiziert S chade, dass es schon vorbei ist“, meinte eine Teilnehmerin „ des Lehrganges „FreiwilligenkoordinatorIn“ nach der Pro- jektpräsentation, „ich habe nicht nur Wissen, sondern auch Anerkennung und Freunde aus diesem Lehrgang mitgenommen“. Foto: Franz Neumayr Im Rahmen des Interreg IIIA-Projektes „Forum Freiwillige“ wurde der Lehrgang „FreiwilligenkoordinatorIn“ ins Leben gerufen, und seither wird er alle zwei Jahre vom Salzburger Bildungswerk durchgeführt. Neben den theoretischen Inputs zur Gewinnung und Führung von Freiwilligen, zur Kommunikation und Anerkennung im Ehrenamt, Landeshauptfrau Gabi Burgstaller überreichte die Zertifikate Ende No- den rechtlichen Grundlagen und dem Veranstaltungsmanagement vember an Berta Altendorfer (Mattsee), Marion Bauer (Wien), Claudia Beier stehen die praxisorientierten Teile und vor allem der gegenseitige (Salzburg), Michaela Busching (Ainring), Alexandra Doppler-Brandis (Salz- Austausch im Vordergrund. Dadurch werden neben den aufgelis- burg), Heidrun Eibl-Göschl (Grödig), Heidi Klinger (Straßwalchen), Heinz Krispler (Pfarrwerfen), Marianne Krump ( St. Michael im Lungau), Elfriede teten Inhalten auch die Kreativität und die sozial-kommunikativen Lebesmühlbacher (Anthering), Sandra Miller (Krankenschwester für Malawi/ Kompetenzen gefördert, die Problemlösungsfähigkeit der Teilneh- Afrika), Josef Pichler (Kuchl), Elfriede Steiner (St. Michael im Lungau) und merInnen trainiert und natürlich auch zum Lernen motiviert. Markus Vieweger (Bürmoos). Der wahre Schatz an Wissen im Umgang mit Freiwilligen liegt ja nicht in der Theorie allein, sondern den haben sich die Freiwilligen in ihrem das Erlernte umsetzen. Das Hauptaugenmerk lag dabei auf der Füh- täglichen Tun erworben. Das Salzburger Bildungswerk versteht es, rung und Koordinierung anderer Freiwilliger innerhalb dieses Pro- beim Lehrgang diesen Schatz zu heben und allen TeilnehmerInnen jektes. Die schriftlichen Projektarbeiten geben Zeugnis davon, wie in- zur Verfügung zu stellen. Dadurch erhält diese Ausbildung die persön- tensiv während dieses Jahres gearbeitet wurde und wie wichtig es ist, liche Note und auch den hohen Stellenwert bei den AbsolventInnen. Grundlegendes über die Freiwilligenarbeit zu wissen: Das reicht von Der gute Ruf des Lehrganges geht auch über die Grenzen des Bundes- den rechtlichen Grundlagen, dem Wissen über den Umgang mit Frei- landes hinaus, und so haben in diesem Jahr auch TeilnehmerInnen willigen und sich selbst bis hin zu organisationstechnischen Fragen. aus Wien und dem angrenzenden Bayern den Weg nach Seekirchen Die Lehrgangsinhalte wurden eingesetzt, erprobt und reflektiert. nicht gescheut. Auch bei der WeiterbildungsAkademie Österreich ist Dieser Lehrgang wurde gemeinsam mit dem Leader-Programm dieser Lehrgang akkreditiert. der Europäischen Union finanziert. Unser herzlicher Dank für die 14 TeilnehmerInnen wurden nun zertifiziert. Sie mussten dafür an Unterstützung gilt vor allem dem Regionalverband Salzburger sechs Samstagen die Schulbank drücken und in einem Praxisprojekt Seenland sowie dem Land Salzburg. (IM) Der Duft der Stillen Zeit Schöner konnte man die „Stille Zeit“ gar Kulturprogramms standen in diesem Jahr nicht beginnen: Weit weg von den tou- die alten Bräuche des „Ausräucherns“ mit ristischen Großveranstaltungen bot der seinen geheimnisvollen Düften. Mehrmals Kunst- und Kulturmarkt des „Doppelver- am Tag konnten die BesucherInnen In- eins“ Salzburger Bildungswerk/ Kultur.Gut teressantes zu diesem Thema hören und an drei Tagen all das, was Kinder und Er- beim Räucherritual die Magie von Wachol- wachsene kurz vor der Advent- und Weih- der, Weihrauch und verschiedenen ande- nachtszeit erwarten: besinnliche Klänge, ren Kräutern erleben. winterliches Brauchtum und die vertrauten Eine breite Palette kulinarischer und meist I m stimmungsvollen Ambiente des Gerüche nach Glühwein, Keksen, Räucher- lokal produzierter Schmankerl rundete das Weitmoser Schlössls eröffneten Bürger- werk und heimischen Köstlichkeiten. Schö- Angebot ab. Die Musik-, Gesangs- und Li- meister Fritz Zettinig und der Hausherr ne Dinge, von zahlreichen KünstlerInnen teraturbeiträge sowie die Erinnerungen des Weitmoserschlössls, LAbg. Mag. Hans und KunsthandwerkerInnen geschaffen, einiger SeniorInnen trugen ihren Teil zum Scharfetter, am 18. 11. 2011 den Kunst- und wurden im jahrhundertealten Stallgebäu- Gelingen dieses stilvollen Marktes bei. Kulturmarkt „Der Duft der Stillen Zeit.“ de stilvoll präsentiert. Im Mittelpunkt des Mag. Dr. Heidemaria Mimra ist Bildungswerk- leiterin in Bad Hofgastein. dreieck 03/2011
  • 34.
    34 | A u s G e me i n d e u n d B ezirk „Alles fließt“... ... das Motto der 2. Bildungswoche in Thomatal, begleitete die BewohnerInnen symbolisch durch acht intensiv erlebte Tage der gemeinsamen Arbeit, des Ler- nens und Feierns. Anlass waren die Ein- weihung des neuen Gemeindezentrums mit der Feuerwehrzeugstätte und das 10-jährige Jubiläum der Musikkapelle. In nomine Patris VON BERNHARD IGLHAUSER D as 60-jährige Bestehen des Sängerbundes Thalgau und das 10. Spieljahr der Freilichtspiele bildeten 1962 für den dama- ligen Bildungswerkleiter, Lehrer Balthasar Iglhauser, die An- lässe, als erste Gemeinde im Flachgau die „1. Dorfbildungswoche“ zu organisieren. Die seither durchgeführten 20 Bildungswochen spannten einen reichhaltigen Bogen von Themen wie Brauchtum, Sport, Gesundheit, Landwirtschaft bis zu Ortsgeschichte, Kunst, Mu- sik, Technik und vieles andere mehr. Foto: Franz Neumayr Zum Jubiläumsanlass „50 Jahre Bildungswochen in Thalgau“ wer- den 2012 die örtliche Kirchen- und Fremdenverkehrsgeschichte im Mittelpunkt der 21. Bildungswoche „In nomine patris“ stehen. Thalgau feiert Jubiläen der Kirchen- und Tourismus- Mit der Museums-Sonderschau 2012 „In nomine patris“ zeigen die geschichte Organisatoren und Sponsoren, (v.li.) Bildungswerkleiter Bernhard Igl- Mit dem 40-jährigen Gründungsjubiläum der Ortsgruppe Thalgau hauser, Dechant Josef Zauner, Gerda Stelzinger (Raiba Thalgau), Obfrau des Alpenvereins und dem 100-jährigen Entstehungsdatum des Anneliese Grubinger, Franz Pospischil (Raiffeisen Salzburg), Günther Kendlbacher (Ke-We), Josef Winkler (Zimmerei Winkler) und Bgm. „Thalgauer Verschönerungsvereins 1912“ (Vorläufer des Tourismus- Martin Greisberger, zahlreiche Dekanats-Kostbarkeiten und die Lebens- verbandes) werden beide Institutionen bei der Eröffnung am 17. bilder der Thalgauer Priester seit 1812. März 2012 mit einem Vortrag des Extremalpinisten Hans Kammer- lander in den Mittelpunkt gestellt. Der Pfarrhof und die von 1753 bis 1755 errichtete Kreuzkapelle Nacht“ mit dem Auftritt der englischen Folkrocklegende „Fairport sind bauhistorische Kostbarkeiten der Pfarr- und Marktgemeinde Convention“ am 30. Juni 2012. Thalgau. Mit der Sonderschau „In nomine patris“ beginnt am 2. Juni Ein völlig unbekanntes Kapitel der örtlichen Kirchenhistorie schlägt der Kultur- und Museumsverein „Hundsmarktmühle“ das Programm das erste öffentliche Konzert für Orgel und Harfe zur Erinnerung an zum 200-jährigen Dekanatsjubiläum – mit einer biografischen den Pfarrer von Thalgau und späteren Eichstätter Bischof Eberhard Präsentation aller seit 1812 in Thalgau geborenen Priestersöhne, II. von Hirnheim in der prächtig renovierten „Kreuzkapelle“ am 7. verbunden mit einer Ausstellung von bisher nie öffentlich präsen- September 2012 auf. Die Wiederaufstellung und Weihe des alten tierten Exponaten des Pfarrhofes und des Stiftes Michaelbeuern. Schoberkreuzes mit dem Originalherrgott 1894 am 26. Oktober Die Feier zur Fertigstellung der gelungenen Renovierung beider 2012 beim „Schwandtbauer“ als verbindendes Symbol der Thalgau- Bauwerke findet am 3. Juni 2012 mit einem Festgottesdienst statt. er Berg-, Kirchen- und Tourismusgeschichte bilden den Abschluss Das 15. Bestandsjahr als Synonym für Sternenhimmel und Legen- des Jubiläumsjahres im Rahmen der 21. Bildungswoche 2012. denbands der Rockmusik feiert die „Wartenfelser Goldbrünnlein- DDr. Bernhard Iglhauser ist Bildungswerkleiter in Thalgau. 03/2011 dreieck
  • 35.
    Ar bei tsk re ise | 35 Mundartpreis neu belebt Jahrestagung des Arbeitskreises „Regionale Sprache und Literatur“ VON PETER HAUDUM D ie diesjährige Jahrestagung des Ar- Mundartpreises an Theresia Oblasser Ende beitskreises „Regionale Sprache und Juni 2011 in Nußdorf am Haunsberg hin. Foto: Allmayer Literatur“ fand in Niedernsill, im Ober- Dass dieser Mundartpreis neu belebt wurde, pinzgau statt. Mitglieder des Arbeitskreises ist Verdienst des Arbeitskreises „Regionale und Leiter Max Faistauer ließen es sich nicht Sprache und Literatur“. Die Gemeinde Nuß- nehmen zurückzuschauen, vorauszuschau- dorf als Heimatgemeinde von Walter Kraus Im Anschluss an Max Faistauer folgte das en, zu reflektieren und zu evaluieren. und das Salzburger Bildungswerk sind die Referat von Barbara Rettenbacher über das Zu den Ereignissen des Jahres 2011 zählen Träger dieses Preises, der Salzburger Raiffei- von ihr aufgebaute Tauriska-Mundartarchiv unter anderem die Lesung des Flachgauer senverband sicherte die Mitfinanzierung und im Samerstall in Niedernsill. Mundartkreises im Seniorenwohnheim Matt- das ORF-Landesstudio Salzburg unterstützte Neben dem Mundartarchiv in St. Koloman see, die alljährlich stattfindende Mundartle- medial und beratend. ist das Archiv in Niedernsill ein zweiter Ort sung in Werfen sowie die Gedenklesung für im Bundesland Salzburg, an dem Literatur Hermine Weixlbaumer-Zach. Die bereits 24. Mundart im Mittelpunkt in Mundart und über Mundart sowie au- „Niedernsiller Stund“ fand Ende September Anlässlich des 100. Geburtstages von Prof. thentische Audio- und Videoaufnahmen 2011 im Kulturzentrum Samerstall statt, zu August Rettenbacher wurden 2011 zahl- von Mundartsprecherinnen und –spre- der auch diesmal zwei Mundartschaffende reiche Veranstaltungen in dessen Heimat- chern gesammelt und archiviert werden aus Vorarlberg eingeladen wurden, um so gemeinde St. Koloman durchgeführt, so die und für eine interessierte Öffentlichkeit zu- die Vielfalt und den unterschiedlichen Klang Einweihung eines Kreuzwegs mit Texten gänglich sind. der Mundartdichtung in Österreich hör- und Rettenbachers, die Enthüllung einer Ge- Mag. Peter Haudum ist Germanist und Mitglied des erlebbar zu machen. Auch wies Max Faistau- denktafel sowie ein großer Mundartabend Arbeitskreises „Regionale Sprache und Literatur“. er auf die Überreichung des Walter-Kraus- mit Lesung seiner Texte. Pe rsona lia | Roswitha Huber ist neue Bildungswerkleiterin in Rauris S eit zwei Jahren war das Bildungswerk schaften in Wien und Gastrosophie in Salz- in Rauris verwaist. Bürgermeister Ro- burg. Wer sie kennt, weiß, dass sie voller bert Reiter kann sich nun über die Zu- Energie und Ideen ist – also ideal für die sage von Roswitha Huber, die Leitung des Leitung eines Bildungswerkes! Rauriser Bildungswerkes zu übernehmen, freuen. Rauris etabliert immer mehr Schwerpunkte, die internationale Anerkennung verdienen. Im Bild (v.li.) Bezirksleiter Siegfried Kopp, Roswitha Huber ist keine Unbekannte: Mit In der drittgrößten Gemeinde Österreichs Roswitha Huber, Bgm. Robert Reiter und ihrer „Schule am Berg“, die hunderte Schü- wird derzeit das Thema Wasser intensiv Dipl. Ing. Richard Breschar vom Salzburger lerInnen jedes Jahr besuchen, dem Rauri- bearbeitet. Viele Brunnen werden wieder Bildungswerk. ser Brotfest oder ihrem „Buch vom Brot- hergerichtet und andere Projekte zum backen“ ist sie bereits vielen ein Begriff. Thema umgesetzt. Deshalb soll auch das den Neuzugang im Bildungswerk Pinzgau Huber, in Oberösterreich aufgewachsen, Thema Wasser in die Bildungswerkarbeit und wünscht Roswitha Huber viel Erfolg Mutter von 5 Kindern, war Volksschulleh- im nächsten Jahr aufgenommen werden. und Freude mit dem Bildungswerk Rau- rerin in Rauris. Sie studiert Theaterwissen- Bezirksleiter Siegfried Kopp freut sich über ris. (RiB) dreieck 03/2011
  • 36.
    36 | Pe rs o n a l i a Engagement verGOLDet Ehrenamt kommt in Göming nicht aus der Mode D er Bildungswerkleiterin von Tho- S matal, Mag. Friederike Moser, abine Fischinger ist neue Bildungswerkleiterin in Göming. Die Lehrerin an der Neuen wurde kürzlich, im Rahmen der Mittelschule in Bürmoos hat die Leitung Ende September offiziell übernommen. „Ich Bildungswoche, die Ehrennadel in Gold freue mich auf diese Arbeit und werde versuchen, GemeindebürgerInnen zu ermuti- des Salzburger Bildungswerkes verlie- gen, ihre eigenen Wünsche und Bedürfnisse zu äußern, denen ich dann mit Veranstaltungen hen. Seit 1995 leitet sie mit viel Engage- entsprechen kann.“ Außerdem möchte Sabine Fischinger die aktuellen Themen mit der Ju- ment das örtliche Bildungswerk, „und gend und den Vereinen diskutieren es sind vor allem die vielen Initiativen, und durchdenken und somit auf die Ricki Moser „angestoßen“, unter- überparteilicher Ebene zum Gelingen stützt und organisiert hat, die nach- eines guten Miteinanders beitragen. haltig wirken: Anfänglich vor allem in Auf dem Programm stehen schon der Dorf- und Stadterneuerung, unter Aktivitäten zur Gesundheit und ein anderem mit der Herausgabe der Tho- Rückblick auf die Geschichte von mataler Rundschau, und immer wieder Göming im Rahmen der Eröffnung im kulturellen Bereich“, betonte Direk- des neuen Heimatmuseums. (IM) tor Dr. Günther Signitzer anlässlich der Verleihung. Die Bandbreite reiche von Im Beisein von Bürgermeister Werner Fritz (li.) und Amtsleiterin Margarita Bartl traditionellen Veranstaltungen bis hin (2.v.li.) überreichte Prof. Felix Stroh- zu innovativen Aktivitäten. „Vor allem bichler, Bezirksleiter des Salzburger die hervorragenden Kooperationen, die Bildungswerkes im Flachgau (re.), die diese Bildungsarbeit kennzeichnen, sind Bestellungsurkunde an Sabine Fischin- erwähnenswert“. ger (2.v.re.). Günther Signitzer dankte der langjäh- rigen Bildungswerkleiterin für ihr Enga- gement. Ricki Moser ist auch seit vielen Barbara Holzner: Arbeit, die bereichert(e) Jahren im Verein Hochofenmuseum Bundschuh aktiv. Die Bildungswerklei- I terin freute sich über die Auszeichnung n ihrer Bewerbung stand unter anderem: „... zu meinen und betonte, dass diese Aktivitäten nur wesentlichen Persönlichkeitsmerkmalen zählen analy- durch die Mithilfe vieler aktiver Men- tisches Denkvermögen, sehr gute kommunikative Fähig- schen in der Gemeinde Thomatal mög- keiten, Zielstrebigkeit sowie eine hohe Problemlösungskom- lich sind. petenz“. Seit 2007 hat Barbara Holzner diese Aussage in der Bewer- bung immer wieder tatkräftig in ihrer Tätigkeit beim Salz- burger Bildungswerk unter Beweis gestellt. Zuerst im Be- reich des Institutes Eltern-, Frauen- und Seniorenbildung, dann in der Seniorenbildung und Betreuung der örtlichen Bildungswerke in der Region Oberpinzgau und im Bezirk Tennengau. Sie erfüllte Foto: Roland Lorscheid die Arbeit mit großem Engagement, persönlichem Einfühlungsvermögen und in einer gewinnbringenden Art. Neben der beruflichen Tätigkeit absolvierte sie auch die Ausbildung „Human Ressource Management“ am WIFI in Wels und erhielt das wba-Zertifikat als „Zertifizierte Erwachsenenbildnerin“. Ihre Zielstrebigkeit führt die gebürtige Oberösterreicherin nun mit November nach Linz, wo sie die Leitung eines Gold für Friederike Moser. Im Bild (v.li.) Bezirks- neuen Aufgabenbereiches der Telefonseelsorge übernimmt. Ein herzliches Danke hauptmann HR Dr. Robert Kissela, Schwester für die geleistete Arbeit, die Initiativen und vielen persönlichen Begegnungen, die Irmgard, Friederike Moser, Bgm. Valentin Kö- nig, BSI Robert Grießner, Günther Signitzer und für uns im Team des Bildungswerkes und für die Einrichtung immer eine Bereiche- Vizebgm. Volker Mörtl. rung waren. Für den neuen Aufgabenbereich wünschen wir alles Gute! (GS) 03/2011 dreieck
  • 37.
    Persona lia | 37 Das Salzburger Bildungswerk gratuliert Uli Bazanella-Müller, Bildungswerkleiterin von Im Bild: Die Aus- Oberndorf, gezeichneten aus Salzburg mit Wolfgang Brudl, ehem. Bildungswerkleiter von Oberalm, Bundesministe- Gabriele Di Centa Laimer, Bezirksleiterin Pinzgau, rin Dr. Claudia Dr. andrea Eder-Gitschthaler, Mitglied des Vorstandes, Schmied. Foto: BMUKK DDr. Manfred Holztrattner, Ehrenmitglied des Salzbur- ger Bildungswerkes, Josef Irnberger, Bildungswerkleiter in Scheffau und Vorstandsmitglied, BSI i.R. Josef Irnberger, Bildungswerkleiter von Scheffau und Bgm. Helmut Mödlhammer, Hallwang, Vorstandsmitglied, Bgm. Johann Mühlbacher, Anthering, MMag. DDr. Bernhard Iglhauser, Bildungswerkleiter in Thalgau und oStR Prof. Mag. Josef Neudorfer, Bildungswerkleiter Bezirksleiter Flachgau, von Bruck, Daniel Krainer, Bildungswerkleiter von Bürmoos, und Dir. Mag. Johann Posch, Bildungswerkleiter von Martin Rohrmoser, Bildungswerkleiter von Hüttschlag, St. Andrä, zur Verleihung des Bundesehrenzeichens für Erwachsenenbildung. LSI.a.D. Manfred Rothschädl, ehem. Bildungswerkleiter von Elixhausen, Linde Schwarzbold, ehem. Bildungswerkleiterin von Waltraut Hofmeister, Bildungswerkleiterin aus Leopoldskron-Moos, zur Straßwalchen, Verleihung des Bürgerbriefes der Landeshauptstadt Salzburg. Mit dieser Stefanie Walch, Bildungswerkleiterin in Hof und Auszeichnung wurde ihr Engagement im öffentlichen Leben sowie im Bezirksleiterin Flachgau, und Erziehungs- und Volksbildungswesen gewürdigt. HD Maria Weißbacher, ehem. Bildungswerkleiterin von HR Dipl. Ing. Dr. arno von Watteck, langjähriger Arbeitskreisleiter Adnet, „Heimatsammlungen“, zum runden Geburtstag. zur Verleihung des Berufstitels Professor. Ehrennadel in Silber an Hans Stehrer P rof. Dr. Hans Stehrer wurde kürzlich bekannten Künstlern bis zu gemeinsamen die Ehrennadel in Silber verliehen. Abenden unter dem Motto „Strobl singt“, Seit 2001 leitet er erfolgreich das vom Friedensthema bis zum Euro. Salzburger Bildungswerk Strobl. Neben den Hans Stehrer bedankte sich für die Aus- vielfältigen kulturellen Veranstaltungen zeichnung und betonte, dass ihn vor allem sind es vor allem zahlreiche Reiseberichte die rege Teilnahme der Bevölkerung und und Themen der Politischen Bildung, die die positive Resonanz immer wieder mo- vom örtlichen Bildungswerk in den ver- toviere, gute Bildungsprogramme anzubie- gangenen Jahren organisiert wurden. Ins- ten. Er bedankte sich auch bei den Koope- gesamt 110 Veranstaltungen wurden von rationspartnern. rund 4.500 TeilnehmerInnen besucht. Dr. Das Bildungswerk Strobl wurde 1971 von Dr. Günther Signitzer (re.) gratuliert Dr. Hans Stehrer zu über zehn Jahren erfolgreicher Günther Signitzer gratulierte Hans Steh- HL Josef Hahn gegründet. Von 1975 bis Bildungsarbeit. rer zur Auszeichnung und bedankte sich 2001 war Leo Forster als Bildungswerklei- für seine unermüdliche Tätigkeit: „Es ist ter aktiv und seit 2001 Hans Stehrer. Der gegenüber 2009 und die hohen Zahlen in die Spannweite des Angebotes, die diese Flachgau war mit 342 Veranstaltungen den Bereichen Lebensorientierung/Weiter- Tätigkeit besonders auszeichnet“. Von Rei- und rund 27.600 TeilnehmerInnen im Jahr bildung, Gemeinwesenarbeit/Regionalent- seberichten aus fernen Ländern bis zu den 2010 der aktivste Bezirk des Landes. Be- wicklung sowie Gesundheit/Ernährung/ Naturlandschaften am Wolfgangsee, von sonders erfreulich waren die Steigerung Sport. (GS) dreieck 03/2011
  • 38.
    38 | Pe rs o n a l i a Bildung, die bewegt! Gemeinsam gelaufen. Gemeinsam gelacht. A m 15. September 2011 traten mehr Bildungswerkleiter Dr. Martin Weichbold als 3.000 Menschen in Rif zum fast sowie Ulrike Freidl von der Direktion mit schon traditionellen Salzburger einer Gesamtzeit von 1 Stunde und 37 Mi- Businesslauf an. Zum ersten Mal mit dabei nuten den erfolgreichen 494. Platz. Team Bezirksleiter Bernhard Hutter, Manuela Pleninger, auch das Salzburger Bildungswerk mit den 2 – bestehend aus Richard Breschar, Sonja Sonja Christ und Richard Breschar am Start zum beiden Teams „Bildung, die bewegt“. Ge- Christ und Manuela Pleninger von der Di- Businesslauf 2011. startet wurde in 3er-Teams, die jeweils eine rektion – nahm sich das „(Geschäfts)Kon- Strecke von sechs Kilometer bewältigten. takte Knüpfen“ sehr zu Herzen, traf daher am Wettkampfabend. Das Ziel, unsere in- Die Zeiten der Teammitglieder wurden am 40 Minuten später ein und erreichte somit terne Kommunikation zu vertiefen sowie Ende addiert. So erreichte das Team rund Platz 959. Wir hatten alle sehr viel Spaß, „Bildendewandeln“ zu bewegen wurde um Bezirksleiter Dir. Bernhard Hutter und sowohl bei den Trainingsläufen als auch auf jeden Fall erreicht! (MP) Das Salzburger Bildungswerk begrüßt Sarah Baier D ie gelernte Bürokauffrau kümmert sich seit An- riatsarbeiten betreut die Neumarkterin auch das Insti- fang September 2011 gemeinsam mit Sonja tut für Eltern-, Frauen- und Seniorenbildung. Durch ihr Christ um den Empfang und das Sekretariat im kreatives Potential unterstützt uns Sarah Baier auch im Salzburger Bildungswerk. Neben alltäglichen Sekreta- grafischen Bereich und bei unserem Web 2.0-Auftritt . Zum Gedenken Mundartdichter Prof. august Rettenba- cher wäre am 30. September 2011 100 Jahre alt geworden. Die Gemeinde St. Der ehemalige, langjährige Koloman würdigte ihn mit einem Festakt, Leiter des Referates „Erhal- bei dem am Gemeindezentrum eine Ge- tung des kulturellen Erbes“ denktafel zur Erinnerung enthüllt wurde. des Landes Salzburg und Vor- August Rettenbacher (1911-1999) hinter- sitzende des Beirates der Ge- ließ ein großes literarisches und musika- meindeentwicklung Salzburg, lisches Werk. Seine besondere Liebe galt Dr. Herbert Schmid, ist am der Mundart und der lokalen Geschichte 27. August 2011 nach langer, – in St. Koloman und in seiner zweiten schwerer Krankheit im Alter Heimat Niedernsill. Max Faistauer, Leiter von 72 Jahren verstorben. Er des von Rettenbacher mitbegründeten war viele Jahre der Dorf- und Arbeitskreises „Regionale Sprache und Stadterneuerung bzw. heu- Literatur“ im Salzburger Bildungswerk, Im Bild (v.li.) Bgm. Willi Wallinger, Vizebgm. und Bildungswerk- tigen Gemeindeentwicklung nannte die Texte Rettenbachers „ein- leiter Herbert Walkner, Max Faistauer, Prof. Rettenbachers zwei- verbunden und leitete den dringlich und nicht aufdringlich, berüh- te Frau Barbara Rettenbacher-Höllwerth, seine Tochter Erika Beirat von 1999 bis 2005. rend und nicht aufrührend“. Rettenbacher und Ortsbauernobmann Gerhard Ramsauer. 03/2011 dreieck
  • 39.
    dreieck 03/2011
  • 40.
    Österreichische Post AG Info-Mail. Entgelt bezahlt. www.salzburgerbildungswerk.at salzburger Wir machen bildungswerk Bildung lebendig!