06!                     Rechtschreiben!
                       Schreibstrategien!

 Grundschuldidaktik Deutsch
 Mag. phil. Sigrid Jones, MA
 sigrid.jones@kphvie.ac.at
 sigridjones.wordpress.com
 KIRCHLICHE PÄDAGOGISCHE HOCHSCHULE WIEN/KREMS   www.kphvie.ac.at
Zwei Prinzipien des 

   deutschen Schriftsystems!
1 Das lautliche Prinzip: Phonologische
  Bewusstheit, Phonem-Graphem-Zuordnung,
  Alphabetische Strategie, Sequenzierung, Laute,
  Silben, Reime
2 Nichtlautliche Prinzipien: Rechtschreibregeln,
  Morphemkonstanz, Grammatik
Nichtlautliche Prinzipien!
  Prinzip der Morphemkonstanz („Wortfamilien“)
  Herkunftstreue (Chauffeur, Bus, Handy,
   Theater, Photo)
  Historie (ie, ah: mittelhochdeutschen
   Ursprungs),
  Differenzierung gleichlautender Wörter (Moor,
   Mohr),
  Grammatik (Großschreibung, Zeichensetzung,.)
06.1!   5 Strategien –!
        5 Faustregeln!
Sprich deutlich!

1!   Schreib wie du sprichst!
Alphabetische Strategie
> Faustregel: Deutlich sprechen! Schreib wie du sprichst!(?)
  Analyse des eigenen Sprechens
  Verschriftlichen der eigenen Artikulation
  häufige Sprech-Schreibmuster
  beim Schreiben laut und langsam selbst
   mitsprechen bzw. murmeln
  Beispiele für Schwierigkeiten:
   Regenwurm, Stein, Blätter, knackt
2!   Verlängere das Wort!
> Faustregel: Verlängere das Wort!
  Am Ende eines Wortes oder einer Silbe klingen
   b d g wie p t k
  Verlängere das Wort, dann erkennst Du, ob es
   mit weich oder hart geschrieben wird.
  gelb – gelbe, rund – runde, klug – kluge, Bad –
   Bäder, Rad – Räder
  Am Ende eines Wortes wird ein Mittlaut
   verdoppelt: Velängere das Wort, damit die
   Mittlautverdopplung hörbar wird.
  schnell – schnelle , komm – kommen, Knall –
   knallen, Schritt - Schritte
3! Frage nach dem Stammwort!
  Leite von dem Stammwort ab!
Schreibe Gleiches möglichst gleich!
Morphematische Strategie
> Faustregel: Frage nach dem Stammwort. Schreibe
Gleiches möglichst gleich!
  Herleitung der Schreibungen durch Beachtung
   der morphematische Struktur der Wörter
  Erschließung des jeweiligen Wortstammes
   Auslautverhärtung, z.B. (Staubsauger,
   Handtuch)
  Zerlegung komplexer Wörter bzw. Komposita in
   Wortteile (Fahrrad und Geburtstag)
  Umlautableitung (Verkäuferin, Räuber, Kräuter)
  Vorsilben (ver-, ent-, ab-,)
> Übungen zur Wortschatzerweiterung
Wende die Regeln an!

4!(Es gibt aber auch Ausnahmen!
 Ausnahmen bestätigen die Regel!)
Wortübergreifende Strategie!
> Faustregel: Wende die Regeln an!

  Die Beachtung von wortübergreifenden
   Gesichtspunkten bzw. grammatikalisches
   Verständnis ist notwendig:
  Herleitung der Groß-/ Kleinschreibung
  das und dass
  grammatisch bestimmte Endungen, z.B. im
   hohen Bogen, mit dem Schiedsrichter
  Satzzeichen (Punkt, Beistrich, Anführungsz.)
Regelwissen: das - dass!
Merkregel:

Kann ich dieses, jenes oder welches einsetzen,
so wird „das“ mit einem „s“ geschrieben.

(„österreichische Dialektregel“: Kann ich das „das“
durch „des wos“ ersetzen wird es mit einem s
geschrieben.)
5!      Merke dir die Regel!
      Merke dir die Schreibung!
     Schau im Wörterbuch nach!
Orthografische Strategie!

1. Regelwissen (Herleitung)
  Merk- und Regelwissen ist notwendig!
  die Schreibung folgt nicht der eigenen
   Artikulation und nicht morphematischen Regeln
2. Lernwörter, Merkelemente, Merkwörter,
   Sichtwortschatz, (Grundwortschatz 1. Klasse ca.
   100 – 4. Klasse ca. 800-1000)
06.2!      Wichtige Regeln !
  und Lernwörter - Beispiele!

     siehe: WEDEL WOLFF Fachdidaktische Aspekte des Übens
     im Rechtschreibunterricht
A B 2. K L A S S E


     d/t, g/k und b/p am Wortende
     Du kannst hören, welchen Buchstaben
                                                                                  2 Hunde
     du am Wortende schreiben musst, wenn du
     die Mehrzahl dieses Wortes bildest.
     Wiewörter setzt du vor ein Namenwort und
     verlängerst sie: kalt - das kalte Wasser


                                                 1 Hund


     Beispiele
     d: Pferd- Pferde       t: Paket- Pakete    g: Zug- Züge      k: Geschenk- Geschenke
        Schild- Schilder        Hut- Hüte         Berg- Berge       Schrank- Schränke
        Wald- Wälder            Zelt- Zelte       Zwerg- Zwerge     Bank- Bänke




15
A B 2. K L A S S E


         ss oder ß
         Nach einem kurzen Selbstlaut oder Umlaut schreibst du ss.
         Nach einem langen Selbstlaut, Umlaut oder Doppellaut schreibst du ß.
         kurz gesprochenes                                       lang gesprochenes


                 u                                                        u
     o
ü        a                                                        ä
     e       i                                                           ei

         Beispiele
         ss: Kuss, Schluss, essen, Wasser, vergessen, Kissen, Schloss,
             blass, müssen, bisschen, nass


         ß: Fuß, süß, weiß, Strauß, Gefäß, Straße, groß, schließen

10
Lernwörter: das stumme <h>!

  Die stumme <h>-Schreibung in Wörtern wie Bahn,
   Zahn, Lohn, Pfuhl etc. ist historisch zu erklären
   (allerdings nicht ganz einfach);
  stummes <h> kommt nur vor den Graphemen
   <l, m, n, r> vor
  (Ausnahme Fehde wegen fechten)
A B 2. K L A S S E


     Dehnungs-h
     Der Selbstlaut vor dem Dehnungs-h wird lang gesprochen.


     Als Lernwörter gelten u.a. Schal, Hose, Brot, malen, Samen, .....
     => Bitte auf Karteikarten schreiben!


                                         lang gesprochen



                Ge w e                                         h r

     Beispiele
     z.B. Fahne, Schuh, Mohrrübe, Stuhl, Huhn, Reh, Gewehr, Glühbirne
14
A B 2. K L A S S E

     Wörter mit lang klingendem i                                                    ie
     Wenn du in einem Wort ein langes i hörst, kann das Wort
     mit ie, i, ieh, ih geschrieben werden.
                                                                                      i
     Diese Wörter sind Lernwörter - bitte auf Karteikarten schreiben.


                                                                                    ieh

     Beispiele
     ie:   fliegen, wieder, Kies, verbieten, Lied, Biene,                            ih
           Stiefel, Zwiebel, Ziel, Spiegel, vier, Riese, Wiese, Liege...


     i:    Tiger, Igel, Kino, Biber


     ieh: zieht, flieht, stiehlt


     ih:   ihnen, ihre, ihm, ihn
12
Lernwörter mit <aa>, <ee>, <oo>!

  Wörter, bei denen der Buchstabe für den betonten Vokal
   verdoppelt wird. Dieses Phänomen ist auf <aa>,
   <ee>, <oo> beschränkt.
  <uu> kommt dem Buchstaben <w>; <ii> dem
   <ü> grafisch zu nahe.
  Im Deutschem gibt es, niederdeutsche Wörter wie Reet
   eingerechnet, ca. 70 Wörter mit dieser Schreibung, ca.
   30 sind davon gebräuchlich:
  Boot, Beere, Moos, Moor, See, Tee, Fee, Saal, Haare,
   Schnee, Beet...

.
Lernwörter: Wörter mit <x>!

  x (weil mehrfach repräsentierbar: x, chs, ks, cks, gs)
  Wörter mit <x>: Hexe, Axt, fix, Faxen, Box, boxen, Jux,
   Text, feixen, mixen, Taxi...
  dagegen: Fuchs, Dachs, Luchs, Echse; Knacks, Koks,
   glugs, rücklings
Lernwörter: Wörter mit <v>!

  Lautwert /f/
Vogel, Vater, Veilchen, ver-, viel, Vers, Vesper, Vetter, Vieh,
    vier, Volk,
voll, völlig, November (süddeutsche Aussprache)
vom, von, vor, vor
  Lautwert /w/
November, Vase, Villa, Vene, Ventil, Violine, Vulkan
Lernwörter: Wörter mit <qu>!
  qu (weil alphabetisch: kw)


         Wörter mit <sp><st>!
  sp-/st- am Wort-/ Stammanfang



              Wörter mit <ai>!
Wörter mit <ai>: Laib, Saite, Waise, Mai, Kaiser, Mais,
  Rain...
Ziele und Kompetenzen!

  Teilhabe an Schriftkultur durch orthographisch sicheren
   Umgang mit Schriftspache
  Rechtschreibung ist kein Selbstzweck sondern ist ein
   sinnvolles und notwendiges Element im Dienste des
   Lesers!
  Anpassung an Normen, kontextabhängig




 Budde, Monika et al. (2011) Sprachdidaktik. Berlin: Akademie Verlag.
 siehe Kapitel 9, S. 122
06.2!     Arbeit mit dem !
        Grundwortschatz!
Grundwortschatz!

  900 Wortkarten aus dem
   Grundwortschatz für die Volksschule
   Klasse 1-4 gibt es kostenlos zum
   Download
  Die fertigen, alphabetisch geordneten
   Wortkarten können direkt ausgedruckt
   und im Klassenzimmer verwendet
   sowie als Grafik am interaktiven
   Whiteboard eingesetzt werden.



http://www.myboard.de/board-tipps/details/article/900-wortkarten-grundwortschatz-
klasse-1-4-kostenlos-zum-download//link//0bce03777d.html
Grundwortschatz, Lernwörter!

    Grundwortschatz, Merkwortschatz („Lernwörter“,
    „Merkwörter“, „Kopfwörter“, Sichtwörter“)
  Modellcharakter der Lernwörter
  Lernwörter bestehen aus:
1.  Grundwortschatz
2.  spezifisch für die Klasse ausgewählte Wörter
3.  individuelle Wörter
> Durch Üben den Zugriff auf Regularitäten
    systematisieren


 Budde, Monika et al. (2011) Sprachdidaktik. Berlin: Akademie Verlag.
 siehe Kapitel 9, S. 127
Beispiel für Merkwortliste I!
Kleine Wörter: ab, ob, als, und, bald, wenn, wann, nämlich, denn, dann,
        endlich, nirgends, stets, falls, bereits, ihr, seid, jetzt,
        plötzlich, trotzdem, zuletzt, gar nicht, so dass, ein bisschen,
        nimmt, überhaupt, niemand, ziemlich, prompt, abseits, bloß,
V- Wörter: von, vom vier, voll, viele, vielleicht, vorn, brav, Vogel, Vater,
        Volk, Kurve, Larve, vespern, Vase, Villa, Ventil, Advent,
        Pullover, Klavier, ver- und vor-
H-Wörter: sehr, mehr, ohne, wohl, während, ähnlich, ungefähr,
        allmählich, fahren, zählen, wohnen, nehmen, führen,
        wählen, lehren, bohren, dehnen, sehnen, ahnen, fühlen,
        stöhnen, stehlen, gähnen, Mahlzeit, Fehler, Bahn, Nahrung, Ohr,
        Frühling, Ahnung, Weihnachten, Wahrheit, kühl, hohl, Mühle,
        Mehl, mahlen
Lange i-Wörter: ihn, ihm, ihr, wir, mir, dir, Vieh, sieht, stiehlt, geschieht,
        befiehlt, empfiehlt, Fibel, Bibel, Tiger, Biber, Augenlid,
        Baustil, erwidern, Widerspruch, Motiv, Lokomotive. Sabine,
        Maschine, Apfelsine, Ruine
Beispiel für Merkwortliste II!
aa ee oo – Wörter: Haar, Waage, Saal, Paar, ein paar
        Meer, See, Schnee, Beet, Fee, Tee, Allee, Kaffee, Idee,
        Beere, Seele, Teer, leer, Gelee
        Boot, Moos, Moor, Zoo
Ähnlich- und gleichklingende Laute:
        links, Keks, Klecks, flugs, Fuchs, wechseln, wachsen,
        nächste, Dachs, Büchse, Ochse, Jagd, Stadt, verwandt,
        Mai, Kaiser, Hai, Laich, Clown, Chor, Christian, groß,
        außen, Straße, grüßen, saßen, Spaß, schließlich, stoßen,
        schweißen, Käfig, Märchen, Lärm, Käse, Geländer, Knäuel,
        sämtlich, dämmern
Qu-Laute: quer, quälen, quietschen, Quark
Andere Wörter: Arzt, Herbst, Jugend, Weihnachten
Fremdwörter: Differenz, Kollege, Batterie, Grammatik, Barrikade,
        Aggression, Passage, Interesse
Rechtscheiben lernen!
  selbst Texte verfassen
  Rechtschreibung überprüfen (Computer, Wörterbuch)
  Korrigieren
  Entwickeln von Fehlersensibilität
   („Rechtschreibgewissen“)
  Überarbeitung, Endkorrektur
  > Fehler als Ausgangspunkt für gemeinsame
   Erkundungen
  Rechtschreibgespräche


 Budde, Monika et al. (2011) Sprachdidaktik. Berlin: Akademie Verlag.
 siehe Kapitel 9, S. 127
06.3!
                    Die Fresh-Methode!

 Grundschuldidaktik Deutsch
 Mag. phil. Sigrid Jones, MA
 sigrid.jones@kphvie.ac.at
 sigridjones.wordpress.com
 KIRCHLICHE PÄDAGOGISCHE HOCHSCHULE WIEN/KREMS   www.kphvie.ac.at
06 Rechtschreiben
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06 Rechtschreiben
06 Rechtschreiben

06 Rechtschreiben

  • 1.
    06! Rechtschreiben! Schreibstrategien! Grundschuldidaktik Deutsch Mag. phil. Sigrid Jones, MA sigrid.jones@kphvie.ac.at sigridjones.wordpress.com KIRCHLICHE PÄDAGOGISCHE HOCHSCHULE WIEN/KREMS www.kphvie.ac.at
  • 2.
    Zwei Prinzipien des
 deutschen Schriftsystems! 1 Das lautliche Prinzip: Phonologische Bewusstheit, Phonem-Graphem-Zuordnung, Alphabetische Strategie, Sequenzierung, Laute, Silben, Reime 2 Nichtlautliche Prinzipien: Rechtschreibregeln, Morphemkonstanz, Grammatik
  • 3.
    Nichtlautliche Prinzipien!   Prinzipder Morphemkonstanz („Wortfamilien“)   Herkunftstreue (Chauffeur, Bus, Handy, Theater, Photo)   Historie (ie, ah: mittelhochdeutschen Ursprungs),   Differenzierung gleichlautender Wörter (Moor, Mohr),   Grammatik (Großschreibung, Zeichensetzung,.)
  • 4.
    06.1! 5 Strategien –! 5 Faustregeln!
  • 5.
    Sprich deutlich! 1! Schreib wie du sprichst!
  • 6.
    Alphabetische Strategie > Faustregel:Deutlich sprechen! Schreib wie du sprichst!(?)   Analyse des eigenen Sprechens   Verschriftlichen der eigenen Artikulation   häufige Sprech-Schreibmuster   beim Schreiben laut und langsam selbst mitsprechen bzw. murmeln   Beispiele für Schwierigkeiten: Regenwurm, Stein, Blätter, knackt
  • 7.
    2! Verlängere das Wort!
  • 8.
    > Faustregel: Verlängeredas Wort!   Am Ende eines Wortes oder einer Silbe klingen b d g wie p t k   Verlängere das Wort, dann erkennst Du, ob es mit weich oder hart geschrieben wird.   gelb – gelbe, rund – runde, klug – kluge, Bad – Bäder, Rad – Räder   Am Ende eines Wortes wird ein Mittlaut verdoppelt: Velängere das Wort, damit die Mittlautverdopplung hörbar wird.   schnell – schnelle , komm – kommen, Knall – knallen, Schritt - Schritte
  • 9.
    3! Frage nachdem Stammwort! Leite von dem Stammwort ab! Schreibe Gleiches möglichst gleich!
  • 10.
    Morphematische Strategie > Faustregel:Frage nach dem Stammwort. Schreibe Gleiches möglichst gleich!   Herleitung der Schreibungen durch Beachtung der morphematische Struktur der Wörter   Erschließung des jeweiligen Wortstammes Auslautverhärtung, z.B. (Staubsauger, Handtuch)   Zerlegung komplexer Wörter bzw. Komposita in Wortteile (Fahrrad und Geburtstag)   Umlautableitung (Verkäuferin, Räuber, Kräuter)   Vorsilben (ver-, ent-, ab-,) > Übungen zur Wortschatzerweiterung
  • 11.
    Wende die Regelnan! 4!(Es gibt aber auch Ausnahmen! Ausnahmen bestätigen die Regel!)
  • 12.
    Wortübergreifende Strategie! > Faustregel:Wende die Regeln an!   Die Beachtung von wortübergreifenden Gesichtspunkten bzw. grammatikalisches Verständnis ist notwendig:   Herleitung der Groß-/ Kleinschreibung   das und dass   grammatisch bestimmte Endungen, z.B. im hohen Bogen, mit dem Schiedsrichter   Satzzeichen (Punkt, Beistrich, Anführungsz.)
  • 13.
    Regelwissen: das -dass! Merkregel: Kann ich dieses, jenes oder welches einsetzen, so wird „das“ mit einem „s“ geschrieben. („österreichische Dialektregel“: Kann ich das „das“ durch „des wos“ ersetzen wird es mit einem s geschrieben.)
  • 14.
    5! Merke dir die Regel! Merke dir die Schreibung! Schau im Wörterbuch nach!
  • 15.
    Orthografische Strategie! 1. Regelwissen(Herleitung)   Merk- und Regelwissen ist notwendig!   die Schreibung folgt nicht der eigenen Artikulation und nicht morphematischen Regeln 2. Lernwörter, Merkelemente, Merkwörter, Sichtwortschatz, (Grundwortschatz 1. Klasse ca. 100 – 4. Klasse ca. 800-1000)
  • 17.
    06.2! Wichtige Regeln ! und Lernwörter - Beispiele! siehe: WEDEL WOLFF Fachdidaktische Aspekte des Übens im Rechtschreibunterricht
  • 18.
    A B 2.K L A S S E d/t, g/k und b/p am Wortende Du kannst hören, welchen Buchstaben 2 Hunde du am Wortende schreiben musst, wenn du die Mehrzahl dieses Wortes bildest. Wiewörter setzt du vor ein Namenwort und verlängerst sie: kalt - das kalte Wasser 1 Hund Beispiele d: Pferd- Pferde t: Paket- Pakete g: Zug- Züge k: Geschenk- Geschenke Schild- Schilder Hut- Hüte Berg- Berge Schrank- Schränke Wald- Wälder Zelt- Zelte Zwerg- Zwerge Bank- Bänke 15
  • 19.
    A B 2.K L A S S E ss oder ß Nach einem kurzen Selbstlaut oder Umlaut schreibst du ss. Nach einem langen Selbstlaut, Umlaut oder Doppellaut schreibst du ß. kurz gesprochenes lang gesprochenes u u o ü a ä e i ei Beispiele ss: Kuss, Schluss, essen, Wasser, vergessen, Kissen, Schloss, blass, müssen, bisschen, nass ß: Fuß, süß, weiß, Strauß, Gefäß, Straße, groß, schließen 10
  • 20.
    Lernwörter: das stumme<h>!   Die stumme <h>-Schreibung in Wörtern wie Bahn, Zahn, Lohn, Pfuhl etc. ist historisch zu erklären (allerdings nicht ganz einfach);   stummes <h> kommt nur vor den Graphemen <l, m, n, r> vor   (Ausnahme Fehde wegen fechten)
  • 21.
    A B 2.K L A S S E Dehnungs-h Der Selbstlaut vor dem Dehnungs-h wird lang gesprochen. Als Lernwörter gelten u.a. Schal, Hose, Brot, malen, Samen, ..... => Bitte auf Karteikarten schreiben! lang gesprochen Ge w e h r Beispiele z.B. Fahne, Schuh, Mohrrübe, Stuhl, Huhn, Reh, Gewehr, Glühbirne 14
  • 22.
    A B 2.K L A S S E Wörter mit lang klingendem i ie Wenn du in einem Wort ein langes i hörst, kann das Wort mit ie, i, ieh, ih geschrieben werden. i Diese Wörter sind Lernwörter - bitte auf Karteikarten schreiben. ieh Beispiele ie: fliegen, wieder, Kies, verbieten, Lied, Biene, ih Stiefel, Zwiebel, Ziel, Spiegel, vier, Riese, Wiese, Liege... i: Tiger, Igel, Kino, Biber ieh: zieht, flieht, stiehlt ih: ihnen, ihre, ihm, ihn 12
  • 23.
    Lernwörter mit <aa>,<ee>, <oo>!   Wörter, bei denen der Buchstabe für den betonten Vokal verdoppelt wird. Dieses Phänomen ist auf <aa>, <ee>, <oo> beschränkt.   <uu> kommt dem Buchstaben <w>; <ii> dem <ü> grafisch zu nahe.   Im Deutschem gibt es, niederdeutsche Wörter wie Reet eingerechnet, ca. 70 Wörter mit dieser Schreibung, ca. 30 sind davon gebräuchlich:   Boot, Beere, Moos, Moor, See, Tee, Fee, Saal, Haare, Schnee, Beet... .
  • 24.
    Lernwörter: Wörter mit<x>!   x (weil mehrfach repräsentierbar: x, chs, ks, cks, gs)   Wörter mit <x>: Hexe, Axt, fix, Faxen, Box, boxen, Jux, Text, feixen, mixen, Taxi...   dagegen: Fuchs, Dachs, Luchs, Echse; Knacks, Koks, glugs, rücklings
  • 25.
    Lernwörter: Wörter mit<v>!   Lautwert /f/ Vogel, Vater, Veilchen, ver-, viel, Vers, Vesper, Vetter, Vieh, vier, Volk, voll, völlig, November (süddeutsche Aussprache) vom, von, vor, vor   Lautwert /w/ November, Vase, Villa, Vene, Ventil, Violine, Vulkan
  • 26.
    Lernwörter: Wörter mit<qu>!   qu (weil alphabetisch: kw) Wörter mit <sp><st>!   sp-/st- am Wort-/ Stammanfang Wörter mit <ai>! Wörter mit <ai>: Laib, Saite, Waise, Mai, Kaiser, Mais, Rain...
  • 27.
    Ziele und Kompetenzen!  Teilhabe an Schriftkultur durch orthographisch sicheren Umgang mit Schriftspache   Rechtschreibung ist kein Selbstzweck sondern ist ein sinnvolles und notwendiges Element im Dienste des Lesers!   Anpassung an Normen, kontextabhängig Budde, Monika et al. (2011) Sprachdidaktik. Berlin: Akademie Verlag. siehe Kapitel 9, S. 122
  • 28.
    06.2! Arbeit mit dem ! Grundwortschatz!
  • 30.
    Grundwortschatz!   900 Wortkartenaus dem Grundwortschatz für die Volksschule Klasse 1-4 gibt es kostenlos zum Download   Die fertigen, alphabetisch geordneten Wortkarten können direkt ausgedruckt und im Klassenzimmer verwendet sowie als Grafik am interaktiven Whiteboard eingesetzt werden. http://www.myboard.de/board-tipps/details/article/900-wortkarten-grundwortschatz- klasse-1-4-kostenlos-zum-download//link//0bce03777d.html
  • 31.
    Grundwortschatz, Lernwörter! Grundwortschatz, Merkwortschatz („Lernwörter“, „Merkwörter“, „Kopfwörter“, Sichtwörter“)   Modellcharakter der Lernwörter   Lernwörter bestehen aus: 1.  Grundwortschatz 2.  spezifisch für die Klasse ausgewählte Wörter 3.  individuelle Wörter > Durch Üben den Zugriff auf Regularitäten systematisieren Budde, Monika et al. (2011) Sprachdidaktik. Berlin: Akademie Verlag. siehe Kapitel 9, S. 127
  • 32.
    Beispiel für MerkwortlisteI! Kleine Wörter: ab, ob, als, und, bald, wenn, wann, nämlich, denn, dann, endlich, nirgends, stets, falls, bereits, ihr, seid, jetzt, plötzlich, trotzdem, zuletzt, gar nicht, so dass, ein bisschen, nimmt, überhaupt, niemand, ziemlich, prompt, abseits, bloß, V- Wörter: von, vom vier, voll, viele, vielleicht, vorn, brav, Vogel, Vater, Volk, Kurve, Larve, vespern, Vase, Villa, Ventil, Advent, Pullover, Klavier, ver- und vor- H-Wörter: sehr, mehr, ohne, wohl, während, ähnlich, ungefähr, allmählich, fahren, zählen, wohnen, nehmen, führen, wählen, lehren, bohren, dehnen, sehnen, ahnen, fühlen, stöhnen, stehlen, gähnen, Mahlzeit, Fehler, Bahn, Nahrung, Ohr, Frühling, Ahnung, Weihnachten, Wahrheit, kühl, hohl, Mühle, Mehl, mahlen Lange i-Wörter: ihn, ihm, ihr, wir, mir, dir, Vieh, sieht, stiehlt, geschieht, befiehlt, empfiehlt, Fibel, Bibel, Tiger, Biber, Augenlid, Baustil, erwidern, Widerspruch, Motiv, Lokomotive. Sabine, Maschine, Apfelsine, Ruine
  • 33.
    Beispiel für MerkwortlisteII! aa ee oo – Wörter: Haar, Waage, Saal, Paar, ein paar Meer, See, Schnee, Beet, Fee, Tee, Allee, Kaffee, Idee, Beere, Seele, Teer, leer, Gelee Boot, Moos, Moor, Zoo Ähnlich- und gleichklingende Laute: links, Keks, Klecks, flugs, Fuchs, wechseln, wachsen, nächste, Dachs, Büchse, Ochse, Jagd, Stadt, verwandt, Mai, Kaiser, Hai, Laich, Clown, Chor, Christian, groß, außen, Straße, grüßen, saßen, Spaß, schließlich, stoßen, schweißen, Käfig, Märchen, Lärm, Käse, Geländer, Knäuel, sämtlich, dämmern Qu-Laute: quer, quälen, quietschen, Quark Andere Wörter: Arzt, Herbst, Jugend, Weihnachten Fremdwörter: Differenz, Kollege, Batterie, Grammatik, Barrikade, Aggression, Passage, Interesse
  • 34.
    Rechtscheiben lernen!   selbstTexte verfassen   Rechtschreibung überprüfen (Computer, Wörterbuch)   Korrigieren   Entwickeln von Fehlersensibilität („Rechtschreibgewissen“)   Überarbeitung, Endkorrektur   > Fehler als Ausgangspunkt für gemeinsame Erkundungen   Rechtschreibgespräche Budde, Monika et al. (2011) Sprachdidaktik. Berlin: Akademie Verlag. siehe Kapitel 9, S. 127
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    06.3! Die Fresh-Methode! Grundschuldidaktik Deutsch Mag. phil. Sigrid Jones, MA sigrid.jones@kphvie.ac.at sigridjones.wordpress.com KIRCHLICHE PÄDAGOGISCHE HOCHSCHULE WIEN/KREMS www.kphvie.ac.at