OpenData als
                   Demokratiemotor
Lorenz Matzat   Government 2.0 Camp   Berlin   30. September 2010
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‣Bestandsaufnahme
‣OpenGov vs. Gov 2.0
‣Aussichten
3




Bestandsaufnahme
4


Trends
3. Jahrzehnt des Internet
‣ User/Bürger mit mehr Internetkompetenz
‣ Technologie günstig (Demokratisierung
  medialer Produktionsmittel)
‣ Rechenleistung/-kapazität steigt
  (Cloud-Computing)
‣ Semantische Fähigkeiten von Software nehmen
  zu = Automatisierung komplexere Aufgaben
‣ Netz wird mobiler + geobasiert
5


Datenhunger
Apps überall
Beispiel iPhone/iPad/iPod
Ende 2009:
Über 100.000 Anwendungen
Tägliche Downloads: 10.000+

                     Quelle: Apple
6

Bsp. Gov 2.0 Anwendung: Deutsche Post App
OpenData
Government Government Data
  Open 2.0 Camp Berlin

     meint: Prinzip&Methoden
     Veröffentlichungen von Datensätzen der
     öffentlichen Hand (=steuergeldfinanziert)
     in maschinenlesbaren Formaten
     (z.B.: xls, csv, XML, JSON)
8

OpenData
Welche Datensätze?

 ‣ Politik & Verwaltung
 ‣ Wissenschaft
 ‣ öffentlich-rechtliche Medienanstalten
   (siehe ARD-Archiv unter http://depub.org/)

   oder aus Privatwirtschaft, NGO usw.
9

    Umfrage
    OpenData Berlin
     Senat Berlin fragt
     bis Ende Oktober 2010
     online nach Interesse an Daten
     Stand: 30.9.2010 (ca. 1.000 Teilnehmende)

     Interesse ( >10%) vor allem an:
‣    Verwaltungsinfos (Öffnungszeiten,
     Zuständigkeiten, Formulare)
‣    Stadtplanung (Bauvorhaben,Verkehr)
‣    Kontrolle (Lebensmittel, Badegewässer)
‣    Umweltdaten
     http://www.berlin.de/sen/wtf/voting/opendata.php
10

„Open Government Strategie“
 des Bundes
 „Verwaltung braucht Vernetzung und
 Transparenz. Transparenz stärkt das
 Pflichtbewusstsein und liefert den Bürgern
 Informationen darüber, was Verwaltung
 leistet. Sie ermöglicht auf diese Weise
 Partizipations- und Kollaborationsformen
 und bindet das weit verstreute Wissen der
 Gesellschaft in Entscheidungsprozesse ein.“
  Aus: Regierungsprogramm „Vernetzte und transparente Verwaltung“ (S. 27, August 2010)
11


Beispiele Regierungen data.gov|data.gov.uk
12


Stand der Dinge
Deutschland
‣ Enquete-Komission des Bundestages
  „Internet und digitale Gesellschaft“
  tagt bis 2013
‣ OpenGov Strategie des Bundes
  soll 2013 umgesetzt werden

  Nächste BT-Wahl vorraussichtlich 2013
13


Überforderungen und Befürchtungen
in Verwaltung/Politik
‣ Unklarheit/Unverständnis:
  Was wollen Bürger/innen mit den Daten?
‣ Obrigkeitsstaat: „Missbrauchsgefahr“
‣ Selbsterhalt von Institutionen:
  Angst vor Arbeitsplatzverlust durch
  „Industrialisierung“ von Verwaltungaufgaben
  per Software (á la Einführung von EDV)
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OpenGov vs. Gov 2.0
15


Wunsch nach Teilhabe
ePartizipation
16


Government 2.0
versus OpenGov
 Gov 2.0 bildet Regierungshandeln und
 Verwaltungsvorgänge im Internet ab
 (nutzt dafür ggf. OpenData) und bietet
 Schnittstellen für Teilhabe (ePartizipation)
 und/oder Service.
 Gov 2.0 ist OpenGov, wenn wirkliche
 Transparenz und ungehinderter Zugang zu
 Rohdaten besteht.
17


Gov2.0 ist nicht OpenGov I
Bundestag: mobile App




                             Closed Data
18


Gov2.0 ist nicht OpenGov II
 Bsp: USA - Members of Congres: Outside Income
 OpenSecrets.org (Center for Responsive Politics)
19


Akteure (Stakeholder)
 1. Politik&Verwaltung mit Interesse
    Verwaltungsmodernisierung, Effizienz,
    Außenwirkung, ggf. Wandel
 2. Unternehmer interessiert an
    Geschäftsmodellen mit OpenData
 3. Zivilgesellschaft Bürgerrechte im digitalen
    Zeitalter

   sich überschneidene Interessen (zwischen 2. und 3.)
20


OpenGov Ökosystem in Dtl.
21


OpenData DYI: Geöffneter Bundeshaushalt
offenerhaushalt.de
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ePartizipation: meine-demokratie.de
Demokratie Suchmaschine (derzeit geschlossene Beta)
23

Hyplerlokalpolitik
frankfurt-gestalten.de
24


OpenData Probleme
‣ offene Standards in Politik+Verwaltung kaum
  etabliert (Linux, OpenSource usw.)
‣ Rechtliche Unklarheiten z.B. Copyright auf
  Gesetzestexten? Überarbeitung des
  Informationsweiterverwendungsgesetz (IWG)
  notwendig
‣ Entgelte für Nutzung öffentlicher Daten
  hemmt Start-ups & non-profit Initiativen
‣ Hohe Hürden bei
  Informationsfreiheitgesetzes (IFG)
25




Aussichten
26


Regierung als Plattform
Konzept von Tim O‘Reilley

‣ Staat stellte sowieso schon Infrastrukturen
   (ursprünglich Internet; heute GPS/Galileo)
‣ Regierende sollten Umgebungen und Schnittstellen
   für Apps, Beteiligung etc. öffnen
‣ Do-it-Ourselves (statt DYI)
‣ Verwaltung nicht als Dienstleister („Getränkeautomat)
   sondern Organisator von „Civic Activities“
27


Abschlussthesen I: Verwaltung
‣ Automatisierung der Verwaltung kann Ressourcen
  freisetzen, neues Selbstverständnis ermöglichen
‣ Auch, aber nicht nur Wirtschaftsförderung durch
  OpenData betreiben (siehe Berlin-Wettbewerb „Apps 4
  Berlin - statt „Apps for Democracy“)
‣ Politik&Verwaltung braucht mehr Internet/Technik/
  Programmierkompetenz (neue Ausbildungsberufe)
28


Abschlussthesen II:
Demokratiemotor
‣ OpenData wirkt gegen
  „Politikverdrossenheit“:
  Bürger/innen und Wähler/innen fühlen
  sich (zeitgemäß) ernstgenommen
‣ OpenData schafft durch Transparenz den
  Abbau von Informationshierachien und
  ermöglicht wahre demokratische Teilhabe
‣ So oder so - OpenGovernment findet statt:
  Regierung und Verwaltung kann aktiv
  teilnehmen - oder an Stellenwert verlieren
29



Danke für die
Aufmerksamkeit.

Fragen?



                  Lorenz Matzat
                  www.datenjournalist.de
                  twitter: @lorz
                  matzat at gmail dot com

OpenData als Demokratiemotor

  • 1.
    OpenData als Demokratiemotor Lorenz Matzat Government 2.0 Camp Berlin 30. September 2010
  • 2.
  • 3.
  • 4.
    4 Trends 3. Jahrzehnt desInternet ‣ User/Bürger mit mehr Internetkompetenz ‣ Technologie günstig (Demokratisierung medialer Produktionsmittel) ‣ Rechenleistung/-kapazität steigt (Cloud-Computing) ‣ Semantische Fähigkeiten von Software nehmen zu = Automatisierung komplexere Aufgaben ‣ Netz wird mobiler + geobasiert
  • 5.
    5 Datenhunger Apps überall Beispiel iPhone/iPad/iPod Ende2009: Über 100.000 Anwendungen Tägliche Downloads: 10.000+ Quelle: Apple
  • 6.
    6 Bsp. Gov 2.0Anwendung: Deutsche Post App
  • 7.
    OpenData Government Government Data Open 2.0 Camp Berlin meint: Prinzip&Methoden Veröffentlichungen von Datensätzen der öffentlichen Hand (=steuergeldfinanziert) in maschinenlesbaren Formaten (z.B.: xls, csv, XML, JSON)
  • 8.
    8 OpenData Welche Datensätze? ‣Politik & Verwaltung ‣ Wissenschaft ‣ öffentlich-rechtliche Medienanstalten (siehe ARD-Archiv unter http://depub.org/) oder aus Privatwirtschaft, NGO usw.
  • 9.
    9 Umfrage OpenData Berlin Senat Berlin fragt bis Ende Oktober 2010 online nach Interesse an Daten Stand: 30.9.2010 (ca. 1.000 Teilnehmende) Interesse ( >10%) vor allem an: ‣ Verwaltungsinfos (Öffnungszeiten, Zuständigkeiten, Formulare) ‣ Stadtplanung (Bauvorhaben,Verkehr) ‣ Kontrolle (Lebensmittel, Badegewässer) ‣ Umweltdaten http://www.berlin.de/sen/wtf/voting/opendata.php
  • 10.
    10 „Open Government Strategie“ des Bundes „Verwaltung braucht Vernetzung und Transparenz. Transparenz stärkt das Pflichtbewusstsein und liefert den Bürgern Informationen darüber, was Verwaltung leistet. Sie ermöglicht auf diese Weise Partizipations- und Kollaborationsformen und bindet das weit verstreute Wissen der Gesellschaft in Entscheidungsprozesse ein.“ Aus: Regierungsprogramm „Vernetzte und transparente Verwaltung“ (S. 27, August 2010)
  • 11.
  • 12.
    12 Stand der Dinge Deutschland ‣Enquete-Komission des Bundestages „Internet und digitale Gesellschaft“ tagt bis 2013 ‣ OpenGov Strategie des Bundes soll 2013 umgesetzt werden Nächste BT-Wahl vorraussichtlich 2013
  • 13.
    13 Überforderungen und Befürchtungen inVerwaltung/Politik ‣ Unklarheit/Unverständnis: Was wollen Bürger/innen mit den Daten? ‣ Obrigkeitsstaat: „Missbrauchsgefahr“ ‣ Selbsterhalt von Institutionen: Angst vor Arbeitsplatzverlust durch „Industrialisierung“ von Verwaltungaufgaben per Software (á la Einführung von EDV)
  • 14.
  • 15.
  • 16.
    16 Government 2.0 versus OpenGov Gov 2.0 bildet Regierungshandeln und Verwaltungsvorgänge im Internet ab (nutzt dafür ggf. OpenData) und bietet Schnittstellen für Teilhabe (ePartizipation) und/oder Service. Gov 2.0 ist OpenGov, wenn wirkliche Transparenz und ungehinderter Zugang zu Rohdaten besteht.
  • 17.
    17 Gov2.0 ist nichtOpenGov I Bundestag: mobile App Closed Data
  • 18.
    18 Gov2.0 ist nichtOpenGov II Bsp: USA - Members of Congres: Outside Income OpenSecrets.org (Center for Responsive Politics)
  • 19.
    19 Akteure (Stakeholder) 1.Politik&Verwaltung mit Interesse Verwaltungsmodernisierung, Effizienz, Außenwirkung, ggf. Wandel 2. Unternehmer interessiert an Geschäftsmodellen mit OpenData 3. Zivilgesellschaft Bürgerrechte im digitalen Zeitalter sich überschneidene Interessen (zwischen 2. und 3.)
  • 20.
  • 21.
    21 OpenData DYI: GeöffneterBundeshaushalt offenerhaushalt.de
  • 22.
  • 23.
  • 24.
    24 OpenData Probleme ‣ offeneStandards in Politik+Verwaltung kaum etabliert (Linux, OpenSource usw.) ‣ Rechtliche Unklarheiten z.B. Copyright auf Gesetzestexten? Überarbeitung des Informationsweiterverwendungsgesetz (IWG) notwendig ‣ Entgelte für Nutzung öffentlicher Daten hemmt Start-ups & non-profit Initiativen ‣ Hohe Hürden bei Informationsfreiheitgesetzes (IFG)
  • 25.
  • 26.
    26 Regierung als Plattform Konzeptvon Tim O‘Reilley ‣ Staat stellte sowieso schon Infrastrukturen (ursprünglich Internet; heute GPS/Galileo) ‣ Regierende sollten Umgebungen und Schnittstellen für Apps, Beteiligung etc. öffnen ‣ Do-it-Ourselves (statt DYI) ‣ Verwaltung nicht als Dienstleister („Getränkeautomat) sondern Organisator von „Civic Activities“
  • 27.
    27 Abschlussthesen I: Verwaltung ‣Automatisierung der Verwaltung kann Ressourcen freisetzen, neues Selbstverständnis ermöglichen ‣ Auch, aber nicht nur Wirtschaftsförderung durch OpenData betreiben (siehe Berlin-Wettbewerb „Apps 4 Berlin - statt „Apps for Democracy“) ‣ Politik&Verwaltung braucht mehr Internet/Technik/ Programmierkompetenz (neue Ausbildungsberufe)
  • 28.
    28 Abschlussthesen II: Demokratiemotor ‣ OpenDatawirkt gegen „Politikverdrossenheit“: Bürger/innen und Wähler/innen fühlen sich (zeitgemäß) ernstgenommen ‣ OpenData schafft durch Transparenz den Abbau von Informationshierachien und ermöglicht wahre demokratische Teilhabe ‣ So oder so - OpenGovernment findet statt: Regierung und Verwaltung kann aktiv teilnehmen - oder an Stellenwert verlieren
  • 29.
    29 Danke für die Aufmerksamkeit. Fragen? Lorenz Matzat www.datenjournalist.de twitter: @lorz matzat at gmail dot com