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Heimatblatt 22

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Lisdorfer Heimatblatt Nr. 22

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Heimatblatt 22

  1. 1. Nr. 22 Mai 2017 Preis3,00Euro Mehrfachjubiläüm der historischen Lisdorfer Mühle in 2017 Gründung durch Wadgasser Abt H. Mertz vor 310 Jahren Namensgebung: Kapellenmühle nach dortiger Kapelle durch Abt M. Stein vor 270 Jahren Gründung der Fa. Rietmann im Mühlenanwesen vor 50 Jahren
  2. 2. Impressum: Herausgeber: Verein für Heimatkunde Lisdorf e.V. Am Ginsterberg 13, 66740 Saarlouis−Lisdorf Tel.: 06831/ 4 16 94, Fax: 06831/ 12 87 53 Redaktion: Heiner Groß (verantwortlich) G. Groß, Agnes Groß, Gabi Feld, Marie-Luise Groß, Manfred Nebelung, Druck: Druckerei und Verlag Heinz Klein GmbH, Auf der Wies 7, 66740 Saarlouis−Lisdorf Bankverbindungen: Kreissparkasse Saarlouis (BLZ 593 501 10), Kto. Nr.: 74−30088−0 Volksbank Saarlouis (BLZ 593 901 10), Kto. Nr.: 1401217629 Bezugspreis: 3 Euro je Heft, Vereinsmitglieder erhalten es kostenlos Namentlich gekennzeichnete Artikel geben die Meinung des Verfassers, nicht unbedingt der Redaktion, wieder. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Herausgebers Inhaltsverzeichnis.....................................................................................................................................2 Impressum...........................................................................................................................................2 Vorwort................................................................................................................................................3 Beiträge zur Lisdorfer Mundart...............................................................................................................4 Firma Rietmann seit 50 Jahren auf geschichtsträchtigem Boden in Lisdorf................................................5 Familien Reinhardt und Spaniol auf der Kapellenmühle.........................................................................10 Vor 71 Jahren: Unsere „Samen-Hamsterfahrt“ nach Koblenz.................................................................15 Der Kaiser und sein Soldat...................................................................................................................17 Historische Hochzeitsbilder aus dem Archiv des Heimatkundevereins.....................................................20 Lebensbilder Lisdorfer Bürger: Rektor und Heimatforscher Johann Görgen (1898-1976).........................22 Auch das gehört zur Heimatpflege: Witze erzählen.................................................................................23 Johann Görgen– mein Klassenlehrer.....................................................................................................24 Chronologie der wichtigsten VHL–Aktivitäten in 2016............................................................................25 Herzlich willkommen!..........................................................................................................................29 Lisdorfer Detlef Geyer mit der höchsten DRK–Auszeichnung – dem Ehrenzeihen – gewürdigt....................30 Vorstandswahl bei der „Klingende Kirche“..............................................................................................31 Ein alljährliches Highlight– die Weinproben des Heimatkundevereins......................................................32 Aktuelles aus den Lisdorfer Sportvereinen................................................................................................35 Lisdorf picobello..................................................................................................................................37 Wir gratulieren..................................................................................................................................38 Nachruf..............................................................................................................................................38 Ministerpräsidentin Annegret Kramp–Karrenbauer Gast in Lisdorf..........................................................39 Nachruf Wir trauern um unseren Mitgründer und langjähriges Vorstandsmitglied Peter Breininger, der am 31.Januar 2017 plötzlich und unerwartet ver- starb. Seinen 70. Geburtstag am 27. Februar wollte Peter gebührend feiern. Dies war ihm leider nicht mehr vergönnt. Wir bedauern es sehr, dass Peter nicht mehr unter uns ist, werden ihn aber stets in guter und dankbarer Erinnerung behalten. Verein für Heimatkunde Lisdorf e.V. 2
  3. 3. 3 Verehrte Leser und Leserinnen, wenige Monate nach der letzten Ausgabe unseres Heimatblattes Nr.21, das wir am 5.Dezember 2016 mit Bürgermeisterin Marion Jost im Rathaus vorstellen konnten, können wir Ihnen bereits die Nr.22 präsentieren. Und wieder ohne jegliche Werbung, worauf wir stolz sind. An allen aktuellen heimatkundlichen und heimathistorischen Themen fehlt es uns nicht, so dass wir auch in dieser Ausgabe über eine Vielzahl von unterschiedlichen Themen in Wort und Bild berichten können. Schwerpunktmäßig befassen wir uns in dieser Ausgabe mit der historischen Lisdorfer Mühle, seit altersher als Kapellenmühle bezeichnet, in der seit nunmehr 50 Jahren die Firma Rietmann hochwertige Backzusätze produziert. Das Firmenjubiläum des Unternehmens Rietmann wird im September diesen Jahres gebührend gefeiert. Der Mühlenbetrieb, die Kapellenmühle, ist viel älter. Sie wurde im Jahre 1706, also vor mehr als 310 Jahren von der Abtei Wadgassen erbaut und war in deren Eigentum bis zur Französischen Revolution. Nachdem der aus Lisdorf stammende Wadgasser Abt Dr. Michael Stein in der Nähe der Mühle 1747 eine große Kapelle erbauen ließ, wurde die Abteimühle „Kapellenmühle“ bezeichnet. In Folge der Französischen Revolution musste die Kapelle abgerissen werden. Die fortbestehende Mühle behielt dagegen den Namen Kapellenmühle bis heute. Das süd- lich der Mühle seit 1950 entstandene Wohngebiet wurde entsprechend als „An der Kapellenmühle“ bezeichnet. Bei der historischen Erkundung für diese Heimatblatt Ausgabe, konnten auf Arbeiten der Heimatforscher Hermann Rupp aus Ensdorf, dessen Mutter von der Holzmühle aus dem Hause Groß stammte, und des Lisdorfer Schulrektors Johann Görgen zurückgegriffen werden. Für den Verfasser war es interessant, die Besitzverhältnisse der Kapellenmühle seit der Französischen Revolution bis heute aufzuklären. Daraus ist der Artikel „Die Familien Reinhardt und Spaniol auf der Kapellenmühle“ entstanden, die von 1918 bis 1973 deren Eigentümer waren. Hierbei bin ich Frau Marie–Elisabeth Spaniol, während ihrer Kindheit „Mariele“ gerufen, aus Edingen–Neckarshausen bei Heidelberg zu Dank verpflichtet. Sie ist 1948 auf der Kapellen- mühle geboren und stellte mir bereitwillig Informationen und die gezeigten Fotos zur Verfügung. Von ihr habe ich auch erfahren, dass ihre Mutter Maria Spaniol geb. Reinhardt, 1914 in der Mühle geboren, derzeit im gesegneten Alter von 102 Jahren im Seniorenheim „St.Martin“ in Siersburg lebt. In weiteren historischen Beiträgen befassen sich Maria Kunzler–Breininger, die aus der Machesstraße in Lisdorf stammt, mit ihrer „Hamsterfahrt“ im Jahre 1946 nach Koblenz und Dr. Franz–Josef Klein und seine Cousine Martina Dräger–Groß in ihrem Beitrag: „Der Kaiser und sein Soldat“ mit den Militär– und Kriegserlebnissen ihres Urgroßvaters Johann Rullang (1856–1942) aus Lisdorf. Marianne Faust, unsere bewährte Mundartkünstlerin, widmet sich wieder unserer Lisdorfer Mundart und Agnes Groß, die unser umfangreiches Bildarchiv führt, stellte wieder historische Hochzeitsbilder zusammen. Die gezeigten Fotos fertigten Georg Groß, Harald Weiler, Berthold Nagel, August Baltasar und Gerhard Grasmück. Den Schreib– und Lektorendienst erledigte Gabi Feld. Ihnen allen sage ich ein herzliches Dan- keschön. Ein besonderer Dank gebührt meinem Vorstandskollegen Georg Groß aus Beaumarais, der in eh- renamtlicher Arbeit das Layout gefertigt hat. Nicht vergessen möchte ich meinen Vorstandskollegen Manfred Nebelung, der für den Vertrieb zuständig ist. Diese letzten Zeilen für diese Ausgabe schreibe ich im Krankenbett in der St.Elisabeth–Klinik Saarlouis, wo ich mich seit einem Sturz nach einer heimatkundlichen Veranstaltung am 7.April mit einem Oberschenkel- halsbruch und weiteren kleineren Verletzungen und folgender OP aufhalten muss. Am 19.April werde ich für weitere drei bis vier Wochen zur weiteren Heilung und Genesung in die Reha–Klinik Illingen/Saar verlegt. Ich hoffe, dass ich danach wieder, zwar etwas eingeschränkt, heimatkundlich tätig sein kann. Ich wünsche Ihnen/Euch viel Freude beim Lesen und Betrachten der Bilder. Ihr/Euer Heiner Groß Vorsitzender des Heimatkunde Vereins Lisdorf e.V.
  4. 4. Beiträge zur Lisdorfer Mundart von Marianne Faust Kään Zeit Kään Zeit, émma kään Zeit, és èt dann schon nòmmòl so weit. Èt geht schnälla wie fréija mét da Woch on émm Jòa, awwa dè Zeit és dè sellwich, èt kommt ääm nua so fòa. Sè wird doch nét wenija, sè krèijt nua kään Ròu, ma wärfen dè Zeit nua mét zòu vill zòu. Aanhallen lòßt sè sich nét, sè wääs sich sè wehren, richdich met a émmgehn wären ma woll nemmä lehren. Zeit és Geld, dat senn so die Teen, soll èt dann émma noch schnälla gehn. Kään Zeit fò sè schbròchen, grad fòn gudden Dach, noch èn paa Wärta iwwat Wädda, mét Ach on Krach. Drei Termina schdehn aan, èt wird sich gedommelt, geht èt nét schnell genuch, schon gefft gegrommelt. Mét jeda Minutt wird gezockt on gegeizt, wenn dè Ampel rot és, senn dè Nerwen gereizt. Ma senn jò ach iwwerall mét da Naas gäa dabei, dòfòa és ém Kalänna jò aach kään Blatt mä frei. Haut schdeht Geburtsdach droff, dat senna jò zwehn, ma moß bei den Änen Kaffä drenken on bei den Annan Naad ässen gehn. Kään Zeit, émma kään Zeit, wat senn ma nua fò aarem Leit. Da Zeit kannen ma awwa dè Schòlld nét genn, mia grawweln jò sellwa én dè Schnällzuch renn. Fréija wòa dat lò nét so iwwadriewen, dò wòren dè Leit mét sich noch èm Frieden. De Zeit wie sè wòa, so wòa sè richdich, dè Männschen sèfridden, on dat wòa wichdich. Ma wellen jò den alten Zeiten nét nòò hänken, awwa ab on zòu kann ma schonn mòll draan dänken. 4
  5. 5. In diesem Jahr kann d i e F i r - ma Riet- mann ihr 50jähriges Firmenju- biläum in Lisdorf fei- ern. Aus kleinsten Anfängen im Jahre 1967 hat sie sich in diesen 50 Jahren zu einem flo- rierenden mittelständischen Unternehmen mit mehr als 120 Mitarbeitern entwickelt, und die Zeichen stehen wei- terhin auf Wachstum. Die Entwicklung der Firma ist eine absolute Erfolgsgeschichte. Zu verdanken ist dies in erster Linie dem Firmengründer Theodor Riet- mann, der 2013 im Alter von 81 Jahren verstarb. Er wurde 1932 in dem kleinen Ort Grieth am Nieder- rhein, unweit von Kleve an der holländischen Gren- ze, in einer kinderreichen Familie geboren. Nach der Schule verließ er sein Elternhaus und erlernte das Bäckerhandwerk, das er in Frankfurt mit der Meisterprüfung abschloss. Außerdem absolvierte er eine Ausbildung zum Chemotechniker. Während seiner Gesellenzeit ging er auf Wanderschaft quer durchs Land. Nach der Meisterprüfung sammelte er zwei Jahre lang berufliche Erfahrung in Australien. Nach seiner Rückkehr heiratete er 1959 in Düsseldorf seine Ruth, mit der er 54 Jahre glücklich verbunden war und 4 Kinder bekam. Mut, Tüchtigkeit, Streb- samkeit, Durchhaltevermögen und ein gutes Gespür zeichneten ihn schon seit seiner Jugend aus. Als er 1967 die Chance bekam, in Lisdorf die leerstehende Kapellenmühle zu mieten, griff er zu. Die altehrwür- dige Getreidemühle, seit 1918 im Besitz der Familie Reinhardt aus der bayerischen Pfalz, war 1951 völlig abgebrannt und nicht wieder in Betrieb genommen worden. Theo Rietmann, damals 35 Jahre alt, wagte Firma Rietmann seit 50 Jahren auf geschichtsträchtigem Boden in Lisdorf das Abenteuer der Selbständigkeit und gründete in dem früheren Mühlenbetrieb die Firma „Theodor Rietmann GmbH, Labor und Werk“, die auf die Ent- wicklung und Produktion von Backmischungen aus- gerichtet ist. Zunächst startete Theo Rietmann unter einfachsten Bedingungen mit zwei Mitarbeitern in den gemieteten Räumen der alten Mühle. Mit der Entwicklung und Produktion von Backmitteln und Backmischungen für die Herstellung von qualitativ hochwertigem Brot, Kuchen und Gebäck hatte das junge Unternehmen eine Marktlücke entdeckt. Die Nachfrage nach seinen Produkten stieg kontinuier- lich, so dass Theo und Ruth Rietmann die Kapellen- mühle nicht nur käuflich erwarben, sondern auch ständig vergrößerte. Entsprechend stieg die Mitarbei- terzahl inzwischen auf mehr als 120. Heute vertreibt die Firma ihre Produkte weltweit, vor allem an Groß- bäckereien. Die zu verarbeitenden Rohstoffe werden ebenfalls weltweit bezogen. Neben ihren großen Produktions- und Büroräumen unterhält die Firma ein modernes backtechnisches und analytisches La- bor für die ständigen Rohstoff- und Produktanaly- sen. Desweiteren werden hier von spezialisierten Fachkräften ständig Backversuche vorgenommen zur Qualitätssteigerung, Produktentwicklung und Produktneuentwicklung. Es ist erstaunlich, wie sich die alte, abgebrannte Kapellenmühle im Laufe dieser 50 Jahre unter Theodor Rietmann zu einer hochmo- dernen Betriebsstätte entwickelt hat. Heute besteht die Geschäftsführung aus den Söhnen Stephan und Thomas sowie dem externen Geschäftsführer Faust. Auch Tochter Claudia ist im Betrieb tätig. Zum Firmenjubiläum ist eine Festschrift in Vorberei- tung, in der nicht nur das unternehmerische Gesche- hen während der letzten 50 Jahre, sondern auch die historische Entwicklung der Kapellenmühle seit ihrer Errichtung durch die Abtei Wadgassen vor mehr als 300 Jahren nachzulesen ist. Da die Geschichte der Mühle und der früheren Ka- pelle im Bereich Grostrow für die Leser des Heimat- blattes wohl interessant sind, soll sie nachfolgend aufgezeichnet werden. In der Überschrift zu diesem Artikel ist bereits zum Ausdruck gebracht, dass die Fa. Rietmann sich auf geschichtsträchtigem Boden befindet. Der gesamte Oberbruch einschließlich der Bereiche, die heute als Theodor Rietmann (1932-2013) 5
  6. 6. Grostrow und Kleintrow sowie Kapellenmühle be- zeichnet werden, gehörte der Prämonstratenser-Abtei Wadgassen, die 1135 gegründet wurde. Nach und nach wurden ihr Ländereien von Feudalherren ge- schenkt bzw. vererbt. Später wurden auch Flächen hinzugekauft, so dass die Abtei im Mittealter der weitaus größte Grundbesitzer in unserer Gegend war. Der jeweilige Abt war auch in Lisdorf Grund- Patronats-, Pfarr- und Gerichtsherr, das heißt, die Bürger hatten Frondienst zu leisten und Steuern und Abgaben zu zahlen. Das Abhängigkeitsverhältnis begründete eine gewisse Leibeigenschaft gegenüber der Abtei bzw. dem Abt. Nur wenige sog. „Freie Bür- ger“ waren davon ausgenommen. Dieser Zustand heutige Ansicht der ehemaligen Kapellenmühle Foto:Harald Weiler Ansicht der Betriebsgebäude der Firma Rietmann Foto:Harald Weiler 6
  7. 7. dauerte in unserem Raum bis zur Französischen Re- volution (1789/90). Bis gegen 1600 bildeten die heutige Saarstraße (rue de la Sarre) und teilweise die Großstraße (grande rue) das südliche Ortsende von Lisdorf. In Höhe der Saarstraße befand sich damals eine zweite Fäh- re zwischen Lisdorf und Ensdorf, die vor allem von Kirchgängern aus Ensdorf genutzt wurde, wenn sie zu ihrer Pfarrkirche nach Lisdorf kamen. Von einer Besiedlung weiter südlich ist bisher nichts bekannt. Erstmals wird am 21.12.1708 von einer Lisdorfer Kapelle in diesem Bereich berichtet (Rupp/LHA Ko218/764S.33). Ob diese im Auftrag des Abtes Hermann Mertz (1705–1743) errichtet wurde oder bereits vor 1700 existierte, ist nicht bekannt. Es ist aber anzunehmen, dass die Lisdorfer Kapelle im Be- reich Grostrow etwa 150 m von der späteren Mühle entfernt schon vor Hermann Mertz als einfache Ka- pelle errichtet wurde, so die Heimatforscher Johann Görgen und Hermann Rupp. Am 29.12.1706 erteilte Abt Hermann Mertz dem Zimmermann Hans Micha- el Sieberger den Auftrag zum Bau einer Walkmühle unterhalb der Kapelle, und zwar an der Stelle, an der sich heute die Fa. Rietmann befindet. Am selben Tag schloss der Abt mit mehreren Wollwebern aus Saar- louis einen Pachtvertrag über die Nutzung bzw. den Betrieb der Walkmühle. In Walkmühlen wurde aus Flachs und anderen Rohstoffen Leinen und andere Stoffe gewalkt (hergestellt). Um die Mühle mit einem Wasserrad antreiben zu können, wurde der von der Holzmühle kommende Mühlenbach, der ursprüng- lich durch die Holzmühler Straße – Deichlerstraße zwischen Wolff- und Machesstraße hindurch zu Saar floss, durch das Mittelbruch zum Grostrow und der neuerrichteten Mühle verlegt. Nachfolger von Abt Hermann Mertz war der Lisdor- fer Michael Stein. Er residierte von 1743 bis zu sei- nem Tod 1778. Kurz nach seiner Wahl zum Abt ließ er an der Stelle der kleinen Kapelle eine größere und schönere bauen. 1744 legte Abt Michael Stein den Grundstein zu dieser Kapelle, die 1746 fertiggestellt und am 2. Juli 1748 eingeweiht wurde zu Ehren des Namens Mariae (Marienkapelle). Nach H. Rupp ist über diese Kapelle zu lesen: a) bei Motte, Band II, S. 62 ff: „In kurzer Entfernung vom Ort, in der Nähe der Fähre befindet sich eine große und schöne Kapelle, geweiht der Hl. Jungfrau, erbaut 1744 und eingeweiht 1748.“ b) Im Kirchenbuch von Lisdorf: „Im Jahre 1744 am 2. Juli wurde von H.H. Michael Stein, Abt des Klosters Wadgassen, der Grundstein gelegt zu einer Kapelle und am gleichen Tag des Jahres 1748 wurde sie von dem gleichen Herrn Abt zu Ehren des Namens Mari- ae eingesegnet. P. Emmericus Graach“. Emmerericus Graach war von 1715–1759 Pastor in Lisdorf. Mit der Fertigstellung der Marienkapelle im Jahr 1746 wurde die nahegelegene Mühle (Walkmühle) der Ab- tei Wadgassen als Kapellenmühle bezeichnet. Später wurde sie in eine Getreidemühle umgewandelt. Das Gebiet, auf dem sowohl die Mühle als auch die Kapelle lagen, wird seit altersher als Grostrow be- zeichnet. Nach L. K. Balzer „Saarlouis 1964“ ist dort von der Saar Schwemmboden angetrieben worden. Das englische Wort to drive = treiben sei mit der Wortbildung verwandt. Dagegen war J. Görgen der Meinung, dass das Wort „Trow“ abgeleitet sei von „trou“ = Loch, was sich auf die zahlreichen Gräben und versumpften Stellen dieses tiefliegenden Gebie- tes nahe der Saar bezog (A. Finkenberg: „Lisdorf von der Steinzeit bis zur Gegenwart“, S. 115). Nach der Umleitung des Mühlenbaches wurde das Gelände nördlich des neuen Bachlaufes (in Richtung Ortskern bzw. Saarstraße gelegen) „Klein-Trow“ und südlich davon „Gros-Trow“ genannt. Nach der Flurbezeich- nung „Gros-Trow“ heißt die Straße dort seit 1951 „Grostrowstraße“; zuvor hieß sie „Mühlenstraße“. Diese Änderung der Straßenbezeichnung wurde am 2. Juli 1951 im Stadtrat von Saarlouis beschlossen. Dass der schönen großen Kapelle der Abtei Wad- gassen in Lisdorf seinerzeit eine besondere Bedeu- tung beigemessen wurde, war sicherlich auch ein Verdienst ihres Erbauers Dr. Michael Stein, der aus Lisdorf stammte. Es wird berichtet, dass die Kon- ventalen des Klosters jährlich ein- bis zweimal eine Prozession von ihrer Abtei in Wadgassen zur Ma- rienkapelle in Lisdorf veranstalteten. Das sei auch nach dem Tode von Abt Stein beibehalten worden. Der Nachfolger von Stein war Peter/Pierre/Petrus Schmidt, der ebenfalls aus Lisdorf stammte. Er wur- de am 29.04.1738 als 4. Kind der Eheleute Andreas und Katharina Schmidt in Lisdorf geboren und später „Marchal“ genannt. Von 1774 bis 1778 war er Pas- tor der Pfarrei Lisdorf und starb 1783 im Alter von 45 Jahren im Kloster eines gewaltsamen Todes (s. Lisdorfer Heimatblatt Nr. 5 vom 5.6.2003, S. 27). Sein Nachfolger war Jean Baptiste de Bordier, gebo- ren in Saarlouis und wie sein Vorgänger, Abt Pierre Schmidt, französischer Staatsbürger. Während sei- ner Amtszeit brach 1789 in Paris die Revolution aus. Am 2.12.1789 erließ die Nationalversammlung ein Dekret, wonach die Klöster aufgehoben, die Mön- che und Priester von ihren Gelübden entbunden 7
  8. 8. und die Güter der Geistlichkeit zur Disposition des Staates gestellt wurden (L. K. Balzer: „Saarlouis“, S. 173). Obwohl sich die Konventalen unter Abt Bordier diesen Anordungen widersetzten, wurde ihr Kloster von Revolutionären besetzt und teilweise zerstört. In der Nacht vom 4. zum 5. September 1792 konnten die Mönche über die Saar nach Bous flüchten und einige Wertsachen mitnehmen. Bous war deutsches Reichsgebiet und die Mönche somit gerettet. Von dort zogen sie in ihre Klosterniederlassung nach Ensheim. Abt Bordier gelang es zwar, die Mönche zusammen- zuhalten, er selbst aber zog als Vertriebener weiter in das Prämonstratenser-Kloster Strahow auf dem Hradschin in Prag, wo er 1799 starb. Die Güter des Klosters Wadgassen wurden nach 1792 von staat- licher Seite verkauft oder versteigert. So auch die Kapellenmühle und die Kapelle in Lisdorf. Die Kapellenmühle wurde zwischen 1792 und 1794 an einen Lisdorfer Bürger namens Morguet verkauft (Görgen S. 104 / Finkenberg S. 123). Vermutlich handelte es sich dabei um den Ackerer und Gärt- ner Anton Morguet, geb. am 31.07.1745, verst. am 26.12.1813 in Lisdorf und von 1795 bis 1809 Bür- germeister bzw. Maire von Lisdorf. Er gehörte auch dem ersten Kirchenbeirat nach den Revolutionsjahren (1804) unter Pastor Goby an. Die Marienkapelle in der Nähe der Kapellenmühle wurde im September 1794 auf Abbruch mit einem kleinen Garten und dazugehörigem Land an den Saarlouiser Bürger Claudius Rosat versteigert (Gör- gen S. 110 / Tritz S. 586 / Finkenberg S. 124). Dieser beseitigte die Kapelle umgehend und verkaufte das Land wohl als Bauland. Um 1800 taucht in diesem Gebiet kein Grundeigentümer namens Rosat auf (Görgen, S. 206/207). Mit der Enteignung, Verstaatlichung und Privati- sierung der Kapellenmühle waren ihre verbrieften Rechte als „Freimühle“ oder „Friedstätte“ und „Bann- mühle“ der Abtei Wadgassen erloschen. Freimüh- len bzw. Friedstätten gewährten Verfolgten Schutz und Asyl, solange sie sich dort aufhielten. Als von der Abtei ausgewiesene „Bannmühle“ waren alle in dem betreffenden Bann (Gemeinde Lisdorf) gebannt (verpflichtet), ihr Getreide dort mahlen zu lassen. Vor allem die Eigenschaft als Bannmühle verschaff- te der Kapellenmühle einen enormen, gesicherten Kundenstamm und erhebliche Wettbewerbsvorteile. 1832 wurde die Kapellenmühle an Johann Louis, einen Müller aus Püttlingen, verkauft. Dieser war verheiratet mit Angela geb. Quirin, die ebenfalls aus einer Müllerfamilie stammte. Sie hatten 7 Kinder. Der älteste Sohn, Matthias Louis, geb. 1852 in Lisdorf, bewirtschaftete die Mühle bis 1908. Seine Schwes- ter Elisabeth war in zweiter Ehe mit dem Lisdorfer Gutsbesitzer Friedrich Wilhelm Ruff verheiratet, seine Schwester Angela mit dem Schiffer und Kaufmann Johann Adam Lonsdorfer. Matthias Louis verkaufte die Kapellenmühle 1908 an das Bankhaus Albert und Albrecht Hanau in Straßburg. Dieses verpachtete die Mühle zunächst an Jakob Sommer, dann an den Lisdorfer Kaufmann Adolf Lonsdorfer (geb. 1892), dessen Mutter Angela Lonsdorfer geb. Louis aus der Mühle stammte. Adolf Lonsdorfer war mit Anna Groß-Breininger aus der Gastwirtschaft Breininger verheiratet, einer Tante des Berichtsverfassers Heiner Groß. Adolf Lonsdorfer war Pächter der Mühle bis 1918. Dann wurde sie erworben von Barbara und Franz Reinhardt, geb. 1887 als 5. Kind der Eheleu- te Philipp Reinhardt aus Niederkirchen in der Pfalz und Maria geb. Klein aus Lisdorf. Franz Reinhardt war verheiratet mit Barbara geb. Sieger (geb. 1891 in Lisdorf). Die Eheleute Philipp Reinhardt und Ma- ria geb. Klein hatten 11 Kinder. Das 8. Kind, Josef Reinhardt (geb. 1891), war verheiratet mit Maria Lonsdorfer und wohnte in einem Bauernhaus in der Grostrowstraße, wo er Handel und Gemüsebau be- trieb. Sein älterer Bruder Franz betrieb haupterwerb- lich die Mühle und nebenerwerblich Handel. Da ihre Vorfahren väterlicherseits aus der bayerischen Pfalz stammten, wurden Franz und Josef „Baya-Franz“ und „Baya-Schoss“ genannt. Der Mühlenbesitzer Franz Reinhardt hatte einen Sohn und Tochter. Sohn Josef, der das Mühlenhandwerk erlernte und Nachfolger im Mühlenbetrieb werden sollte, ist als Soldat in Sta- lingrad gefallen. Tochter Maria (geb. 1914) heiratete Eduard Spaniol aus der Holzmühler Straße in Lisdorf. Sie wohnten in ihrer Kapellenmühle, ohne diese aller- dings selbst zu betreiben. Als die Mühle 1951 nieder- brannte, zogen Eduard Spaniol und Ehefrau Maria geb. Reinhardt mit ihren Kindern Wolfgang (geb. 1938) und Maria-Elisabeth (geb. 1948) nach Püttlin- gen, wo Eduard Spaniol eine Stahlbaufirma betrieb. Sohn Wolfgang erbte die Firma und wanderte nach deren Konkurs mit seiner Familie nach Brasilien aus, wo er verstorben ist. Seine Schwester Maria-Elisabeth erbte die Kapellenmühle, die von ihrer Mutter Maria Spaniol-Reinhardt seit 1967 an die Firma Rietmann verpachtet war und nach der Übereignung auf ihre Tochter Maria-Elisabeth Bunk-Spaniol von dieser an die Eheleute Ruth und Theodor Rietmann verkauft wurde. Maria-Elisabeth Spaniol war verheiratet mit dem Automobil-Kaufmann Wolfgang Bunk, mit dem 8
  9. 9. sie zwei Töchter hat. Jetzt lebt sie bei ihrer Tochter Saskia in der Nähe von Heidelberg. Ihre Mutter Ma- ria Spaniol geb. Reinhardt, die in der Kapellenmühle von 1918 bis zum Brand 1951 wohnte, lebt derzeit als 102jährige im Alten- und Pflegeheim St. Martin in Siersburg. Nach Berichten von Nachfahren der Mühlenbesit- zer florierte nach Aufgabe der Mühle durch Mat- thias Louis im Jahre 1908 der Betrieb nicht mehr so recht. Als Franz Reinhardt die Mühle 1918 kauf- te, sei sie in einem ziemlich heruntergekommenen Zustand gewesen. Durch Ankauf von gebrauchten Geräten und Maschinen und Einbau in Selbsthilfe sei es Franz Reinhardt gelungen, die Mühle wieder funktionstüchtig zu machen. Doch der verheerende Brand 1951 habe alles zunichte gemacht. Die Nachfahren der Familie Reinhardt und viele Lis- dorfer freuen sich, dass es der Familie Rietmann in 50 Jahren gelungen ist, die Kapellenmühle zu einem derart florierenden Unternehmen zu machen, das mehr als 120 Menschen „Brot und Arbeit“ gibt. Ob- wohl sich der Gebäudekomplex der Firma Rietmann inzwischen sehr vergrößert hat, ist die naturnahe Gestaltung des ganzen Geländes beispielhaft und äußerst ansprechend. Der historische Name „Kapel- lenmühle“ wird durch das angrenzende Wohngebiet, das dort seit 1950 entstanden ist, mit dem Straßen- namen „An der Kapellenmühle“ gewahrt. (hg) Kapellenmühle heute 1951 brennt die alte Getreidemühle ab und wird nach dem Brand nicht mehr in Betrieb ge­nommen. Dem früheren Mühlenbetrieb artverwandt beginnt 1967 das Unternehmen „Theodor Riet­mann GmbH. La- bor und Werk“ mit der Entwicklung und Produktion von Backmischungen. Heute beherbergt die alte Mühle moderne Produktionsräume, Büros, ein backtechnisches und analytisches Laboratorium. Zeichnung: R. Eisenbarth 9
  10. 10. Meine Recherchen über die Kapellenmühle haben mich u.a. zu Franz-Josef Reinhardt (62), wohnhaft in der Grostrowstraße in Lisdorf, Erich Werle (79) aus Neuforweiler, dessen Mutter eine geborene Spaniol war, Wolfgang Bunk in Saarbrücken und zu Ma- ria-Elisabeth Spaniol, wohnhaft in Edingen-Neckar- hausen bei Heidelberg geführt. Sie wurde 1948 auf der Kapellenmühle geboren, lebte dort 5 Jahre bis 1953 und ist dann mit ihren Eltern Edmund Spaniol und Maria geb. Reinhardt nach Püttlingen verzogen, wo Edmund Spaniol eine Stahlbaufirma betrieb. Ihre Mutter, geb. am 8. Mai 1914, war Eigentümerin der Mühle einschließlich der umliegenden Grundstücke, die sie 1967 an die Eheleute Ruth und Theodor Riet- mann vermietete. 1968 übereignete sie die Mühle an ihre Tochter Maria-Elisabeth Bunk, die sie ihrerseits 1973 an die Firma „Theodor Rietmann GmbH, Labor und Werk“, verkaufte. Damit ging die mehr als 50 Jahre währende Ära der Familie Reinhardt auf der ursprünglichen Kapellenmühle zu Ende. Sie begann mit Franz Reinhardt, geb. am 28.1.1887 in Lisdorf als 5. Kind der Eheleute Philipp Reinhardt und Maria geb. Klein. Vater Philipp, geboren am 15.4.1848 und von Beruf Hüttenschmied, stammte aus Niederkirchen bei Deidesheim in der Vorder- pfalz. Da er aus der bayrischen Pfalz stammte, wurde er in Lisdorf „Baya-Philipp“ genannt. Warum er nach Lisdorf kam, ist nicht bekannt. Möglicherweise aus beruflichen Gründen wegen besserer Arbeitsbedin- gungen oder durch Militärdienst in Saarlouis. 1878 heiratete er die Landwirt- stochter Maria Klein, geb. am 25.9.1853 in Lisdorf. Aus dieser Ehe gingen 11 Kinder hervor, von denen 4 Jungen und 5 Mädchen das Kindesalter überleb- ten. Das 11. Kind, Sohn Peter, geb. am 1.4.1897, ist im 1. Weltkrieg in der Schlacht von Arras gefal- len. Alle 5 Töchter hatten Ehemänner von auswärts, drei aus St. Ingbert; davon Familien Reinhardt und Spaniol auf der Kapellenmühle Lisdorfer Mühle/ Kapellenmühle Mitte der 60-iger Jahre Franz Reinhardt 10
  11. 11. waren zwei Bäckermeister namens Detemple bzw. Friedrich. Die Söhne Franz, geb. am 28.1.1887, und Josef, geb. am 23.9.1891, blieben in Lisdorf. Man nann- te sie „Baya-Franz“ und „Baya-Schoss“. Josef hei- ratete die Lisdorfer Bauerntochter Maria Karolin Lonsdorfer. Sie bauten sich in der Mühlenstraße, der heutigen Grostrowstraße, ein Bauernhaus und lebten von der Landwirtschaft, dem Gemüsebau und schwerpunktmäßig vom Gemüsehandel. Im Lisdorfer Einwohnerbuch ist Josef Reinhardt mit dem Beruf „Handelsmann“ ausgewiesen. Josef und Maria Karolin Reinhardt hatten zwei Söhne: Josef, geb. am 29.3.1922, ist am 20.7.1944 als Soldat im Alter von 22 Jahren im 2. Weltkrieg in Russland gefallen. Der jüngere Sohn Richard war mit Maria geb. Dini (De- nis) von der Holzmühle verheiratet und betrieb eben- falls Gemüsebau und Gemüsehandel. Als er 1992 seinen Verkaufstand auf dem Homburger Wochen- markt aufgab, berichtete die SZ darüber in Wort und Bild. 41 Jahre lang hatten er und seine Frau diesen Verkaufstand betrieben, den seine Eltern zuvor schon 30 Jahre lang innehatten. Zwei Reinhardt-Generatio- nen belieferten also insgesamt 71 Jahre lang unun- terbrochen den Homburger Wochenmarkt! Danach übernahm Stefan Denis, ein Verwandter von Maria Reinhardt-Dini (Denis), den Marktstand. Franz-Josef Reinhardt, geb. 1954, einziger Sohn von Richard und Maria Reinhardt, wohnt mit seiner Fa- milie in der Grostrowstraße und ist nicht im Gemü- seanbau oder -handel tätig. Es ist nicht bekannt, ob Franz Reinhardt, der Begrün- der der Reinhardt’schen Familien-Ära auf der Kapel- lenmühle den Beruf des Müllers erlernte. Bekannt ist, dass er technisch und handwerklich recht begabt war. Es ist auch anzunehmen, dass er als Jugendli- cher zeitweise in der Mühle gearbeitet hat, als seine Eltern kurzzeitig im Mühlenanwesen und später in der Nähe gewohnt hatten. Bis 1918 war die Mühle an den Kaufmann Adolf Heinrich Lonsdorfer, geb. 1892, vermietet. Dieser stammte aus der Kohlen– und Bau- stoffhandlung Lonsdorfer in Lisdorf („Dederchen“) und war verheiratet mit Anna Groß geb. Breininger aus der Gastwirtschaft Breininger (Breydasch Wirt- schaft), einer Tante des Berichtsverfassers. Bei ihm in der Mühle waren sowohl Handwerker als auch Ar- beiter, vermutlich auch ausgebildete oder angelernte Müller beschäftigt. Darunter könnte auch Franz Rein- hardt gewesen sein, der 1912 Barbara Sieger, geb. am 16.2.1891 als Tochter von Peter Sieger und Maria geb. Becker, heiratete. Im Einwohnerbuch von Lisdorf ist er unter der Berufsbezeichnung Schweinehändler ausgewiesen. Verwandte seiner Frau Barbara waren später ebenfalls Schweinehändler, ein damals auch in Lisdorf florierender Beruf, da fast in jedem Haus Schweine gehalten wurden. 1913 wurde Sohn Josef und am 8.5.1914 Tochter Maria geboren. Mit Be- ginn des 1. Weltkrieges wurde der damals 27jährige Franz zum Kriegsdienst einberufen und während des Krieges als Kürassier eingesetzt. Seine junge Frau Barbara, die von den Nachfahren als sehr fleißig, strebsam und sparsam geschildert wird, ernährte sich und ihre beiden Kinder durch Gemüseanbau auf Flächen, die zur Kapellenmühle gehörten. Nach der Rückkehr aus dem Krieg kauften Franz und Barba- ra Reinhardt 1918 das Mühlenanwesen vom Bank- haus Albert und Albrecht Hanau in Straßburg, das es 1908 von Matthias Louis, vermutlich während eines Konkursverfahrens, erworben hatte. Franz bemühte sich sofort nach seiner Rückkehr, die Mühle wieder funktionstüchtig zu machen, die von den Vorbesitzern ziemlich vernachlässigt worden war. Für eine notwendige fachkundige Totalreno- vierung und neue Maschinen und Geräte fehlte das Geld. Hinzu kam, dass das damalige Saargebiet Franz Reinhardt als Kürassier 1909 in Köln Teilnehmer am 1.Weltkrieg von 1914-1918 11
  12. 12. vom Deutschen Reich getrennt und zunächst fran- zösische Besatzungszone war und unter der Ver- waltung des Völkerbundes stand. Also machte sich Franz Reinhardt auf und suchte in Lothringen und im Elsaß in stillgelegten Mühlen nach funktionsfä- higen Geräten. Er baute diese selbst mit Helfern aus, transportierte sie nach Lisdorf und baute sie in seiner Kapellenmühle wieder ein. Unter größten Anstrengungen gelang es ihm, die Mühle wieder in Gang zu bringen. Der Tag, an dem das erste Ge- treide gemahlen wurde, sei ein Freudentag für die ganze Familie gewesen. Bald hatte der Müller Franz Reinhardt viele Kunden, vornehmlich Bauern aus dem Saargebiet und Lothringen. Seine Ehefrau Bar- bara bewirtschaftete mit viel Geschick und Fleiß die Grundstücke um die Mühle herum, baute Gemüse an und erntete Obst von den Obstbäumen. Auch Schweine, Hühner und Gänse wurden gehalten, so dass Barbara Reinhardt einen wesentlichen Teil zum Lebensunterhalt beitrug. Die Kinder Josef und Maria mussten schon früh sowohl in der Mühle als auch in der Landwirtschaft mithelfen. Eine große Stütze im Haushalt und im Garten war Angela Sieger (geb. 1896), eine unverheiratete Schwester von Barbara, die zur Familie gehörte. Laut Maria-Elisabeth Spa- niol war Angela Sieger, genannt „Engel“, eine ganz wichtige Person im Mühlenanwesen, die überall mit anpackte. Aber in erster Linie sei sie Hauswirtschaf- terin und Köchin gewesen. Sie besaß das Wohnrecht in der Mühle und umsorgte nicht nur die Familie ihrer Schwester, sondern auch die Betriebsangehörigen. Sie sei die „gute Seele“ in der Mühle gewesen. Auch mein Jahrgangskollege Wolfgang Spaniol und sein Cousin Erich Werle, der sich als Kind oft in der Mühle aufhielt, rühmten die Kochkünste von Angela. Diese bekochte täglich bis zu 20 Personen. Sie sei guther- zig, sehr fromm und äußerst bescheiden gewesen und habe für jeden ein offenes Ohr gehabt. Ihre Nichte und ihren Neffen liebte sie sehr, und später auch deren Kinder. Täglich sei sie um 5.00 Uhr auf- gestanden, um die Frühmesse in der Lisdorfer Kirche zu besuchen, und das bei jedem Wetter. Josef Reinhardt, der Sohn von Franz und Barbara, erlernte den Beruf des Müllers und half seinem Vater in der Mühle. Außerdem transportierte er mit dem betriebseigenen LKW Getreide, Mehl und Gemüse. Gleich zu Beginn des 2. Weltkrieges im September 1939 wurde Josef als 26jähriger zum Kriegsdienst 3 Reinhardt-Generationen in einem Zelt im Garten der Kapellenmühle in Lisdorf in den 1950-iger Jahren. v.l.: Maria Spaniol geb.Reinhardt, Maria-Elisabeth Spaniol, Angela Sieger, Schwester von Barbara Reinhardt, Engel und Hauswirtschafterin der Mühle und Barbara Reinhardt geb. Sieger 12
  13. 13. eingezogen. Er war damals verlobt mit Maria Alt- meyer. Zunächst war er an der Westfront eingesetzt und dann an der Ostfront in Russland, wo er am 1. Januar 1942 im Alter von fast 29 Jahren in Stalingrad gefallen ist. Damit gab es für den Betrieb keinen Nachfolger mehr. Maria, seine um 1 Jahr jüngere Schwester, hatte 1937 den Maschinenbau-Ingenieur Edmund Spaniol geheiratet, einen Sohn des Lehrers Johann Spaniol (1875-1913) aus Schiffweiler und sei- ner Ehefrau Anna Breinig, Bäckerstochter aus Lisdorf. Das Elternhaus befand sich in der Holzmühler Straße in der heutigen Zahnarztpraxis Baumann. Nach der Hochzeit wohnten Edmund und Maria Spaniol im Mühlenanwesen, wo ihre beiden Kinder Wolfgang (*1938) und Maria-Elisabeth (*1948) geboren wur- den, und einige Zeit auch in der Holzmühler Straße. Nach dem Tod ihres Ehemannes Franz vermietete Barbara Reinhardt die Mühle, blieb aber weiterhin dort wohnen. 1951 kam es durch eine Mehlstau- bexplosion zu einem verheerenden Brand, bei dem die Mühle vollständig zerstört wurde und der Müh- lenbetrieb infolgedessen eingestellt werden musste. Der Wohnbereich war nur leicht beschädigt und noch bewohnbar. 1953 verlegte die Familie Edmund und Maria Spaniol ihren Wohnsitz nach Püttlingen, dem Sitz ihrer Stahlbaufirma. Barbara Reinhardt und ihre Schwester Angela Sieger blieben in der Mühle bis zum Tod von Angela. Barbara Reinhardt zog zu ihrer Tochter nach Püttlingen und ist dort verstorben. 1967 hatte Barbara Spaniol das Mühlenanwesen an die Firma Rietmann vermietet. Danach übereignete sie das Anwesen ihrer Tochter Maria Spaniol, die es Josef Reinhardt vor seinem LKW auf der Mühle mit Getreide-Ladung kurz danach wiederum an ihre Tochter Maria-Elisa- beth Bunk weitergab. Diese verkaufte es 1973 an die Eheleute Ruth und Theodor Rietmann. Die letzte Eigentümerin der altehrwürdigen Kapellenmühle aus der Familie Reinhardt-Spaniol, Frau Maria-Elisabeth Bunk, nahm nach der Trennung von ihrem Ehemann Wolfgang Bunk wieder ihren Mädchennamen an und v.l.:Josef Reinhardt,in Stalingrad gefallen und seine Verlobte Maria Altmeyer, Maria Reinhardt und Reinold Rupp, ein Freund von Josef Barbara Sieger, Ehefrau von Franz Reinhardt bei der Gartenarbeit im grossen Gemüsegarten des Müh- lenanwesens 13
  14. 14. lebt mit ihrer Tochter Saskia Bunk in Edingen-Neck- arhausen in der Nähe von Heidelberg. Ihr Bruder Wolfgang Spaniol, der vom Vater das Stahlbauun- ternehmen in Püttlingen erbte, ist bereits vor vielen Jahren mit seiner Familie nach Brasilien ausgewan- dert, wo er inzwischen verstorben ist. Ihre Mutter Ma- ria Spaniol-Reinhardt – nahezu 103 Jahre alt – und lebt heute im Alten- und Pflegeheim St. Martin in Siersburg. Zuvor hatte sie bereits viele Jahre im be- treuten Wohnbereich des Seniorenzentrums Orscholz verbracht. Sie erinnert sich immer sehr gerne daran, dass an ihrem Geburtstag (8. Mai) der unglückse- lige 2. Weltkrieg geendet hatte und dass sie in der schlimmen Zeit vielen hungernden Menschen hatte helfen können. Viele ältere Lisdorfer haben Maria Spaniol-Reinhardt sowie ihren Vater „Baya-Franz“ und dessen Bruder „Baya-Schoss“ noch in guter Er- innerung. Andere verdienstvolle Angehörige der Fa- milien Reinhardt und Spaniol geraten dabei leicht in den Hintergrund. Der Heimatverein hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Erinnerung an verdienstvolle Vorfahren wach zu halten. Diesem Anliegen soll auch dieser ausführli- che familiengeschichtliche Beitrag dienen. Vielleicht ist es möglich, beim 50jährigen Jubiläum der Fa. Rietmann die Verdienste der Verantwortlichen für die Kapellenmühle in den mehr als 250 vorausgegan- genen Jahren zu würdigen. Herzlichen Dank an Frau Maria-Elisabeth Spaniol für die Informationen über ihre Familie und die Bereit- stellung der alten Fotos; ebenso Dank an Franz-Josef Reinhardt und Erich Werle. (hg) Maria Reinhardt verh. mit Edmund Spaniol im Gar- ten der Mühle Barbara Reinhardt mit ihrer Enkelin Maria-Elisabeth Spaniol im Garten der Mühle 14
  15. 15. Vorwort der Redaktion: Die Berichtsverfasse- rin gehört von Anfang an dem VHL als treues und eifriges Mitglied an. Als wir uns vor etwa 20 Jahren daran machten, die Endphase des 2. Weltkrieges in Lisdorf und insbesondere die Flucht der daheim- gebliebenen Lisdorfer in den Felsenstollen schriftlich festzuhalten, war Maria Kunzler mit Eifer dabei. Sie verfasste den Bericht „Mein schlimmstes Kriegser- lebnis: 6 Wochen Stollen“, der in dem 1999 veröf- fentlichten Buch „Der Felsenstollen Rosenthal“ (Seite 143) nachzulesen ist. Restexemplare dieses Buches können beim VHL-Vorsitzenden Heiner Groß zum Preis von 19,80 Euro erworben werden. Die Berichtsverfasserin Ma- ria Kunzler-Breininger (Foto) wurde am 11.12.1930 als ältestes von drei Kindern des Landwirtes Peter Josef Breininger und Maria Ka- tharina geb. Klein in der Machesstraße 1 geboren. 1958 heiratete sie den Landwirt Remigius Kunzler aus Bisten, mit dem sie im Beruser Bruch den Aussiedlerbetrieb „Albertushof“ errichtete, wo sie seither wohnt. Sie hat drei Kinder und ist seit 1990 verwitwet. Mit dem namensgleichen VHL-Vorstandsmitglied Maria Kunzler-Breininger aus der Großstraße ist sie verschwägert. Sie ist auch direkt verwandt mit dem VHL-Vorsitzenden Heiner Groß und dessen Schwester Agnes Groß. Ihr Groß- vater väterlicherseits war Inhaber der Gastwirtschaft Breininger, Ecke Klein-/Machesstraße (Breydasch Wirtschaft), dessen Schwester Anna Groß-Breininger (Breydasch Anna) die Großmutter von Heiner und Agnes Groß war. Als Maria Kunzler-Breininger mit sechs weiteren Lis- dorfern die abenteuerliche Zugfahrt nach Koblenz unternahm, um dort Gemüsesamen zu „hamstern“, war sie mit 15 Jahren die jüngste der Reisegrup- pe. Im Vergleich zu heute gestaltete sich die Rei- se damals vor 71 Jahren, kurz nach Ende des 2. Weltkrieges, ziemlich abenteuerlich. Das Saarland war damals französische Besatzungszone, während Koblenz von den Amerikanern kontrolliert wurde. Auf der Bahnstrecke nach Trier/Koblenz musste in Saar- hölzbach eine Grenze passiert werden, die von den Franzosen streng bewacht wurde. Die Ein- und Aus- fuhr von Waren, darunter auch Gemüsesämereien, war verboten. Da die Gemüsebauern in Lisdorf aber dringend verschiedene Gemüsesamen benötigten, wagte man die illegale Einfuhr. Lassen wir Maria Kunzler-Breininger berichten: Nach dem Krieg Ende 1945/Anfang 1946 verbreitete sich im Dorf das Gerücht, beim Gassen in Koblenz gibt es wieder Samen. Gassen hatte jahrzehntelang Samen an die Lisdorfer Bauern geliefert. Der Gemü- sebau Josef Welsch (Spitznamen „Da Bischof“), aus der Kleinstraße am Friedhof ergriff die Initiative. Sein Spitzname rührte übrigens daher, dass er den Trierer Bischof mit seiner schönen Pferdekutsche immer vom Bahnhof abholte und zum Lisdorfer Pfarrhaus brachte, wenn dieser zur Firmung anreis- te. Josef Welsch radelte also zum Saarlouiser Bahn- hof, um in Erfahrung zu bringen, wann ein Zug nach Koblenz fuhr. Dann informierte er zunächst die Mitglieder des Versuchsringes für Gemüsebau und dann die übrigen Lisdorfer Gemüsebauern über die beabsichtigte Reise zum Gassen nach Koblenz. Das Interesse war zwar sehr groß, aber die Angst war bei den meisten größer. Man wusste, dass der Erwerb und die Einfuhr von Gemüsesamen ohne besondere Genehmigung nicht erlaubt war. Au- ßerdem fürchtete man die strengen Kontrollen der amerikanischen Besatzung in Koblenz. Trotzdem meldeten sich sechs Interessenten bei Josef Welsch, und zwar Jakob Breininger aus dem Hador – er stammte aus der Breiningerstraße und war verhei- ratet mit einer Amann aus der Provinzialstraße 153 –, dessen Brüder Franz und Willi Breininger aus der Breiningerstraße 7 – Franz war der Vater von Alfred, Marianne und Leni Breininger. Diese drei Brüder waren Schwager von Josef Welsch. Außer- dem meldeten sich drei Jugendliche, und zwar Anni Adam, später verheiratete Kiefer, Tochter von Peter Adam und Barbara geb. Klein, wohnhaft in der Pro- vinzialstraße; Werner Groß aus der Kirchenstraße, ältester Sohn von Matthias Groß und Anna geb. Klein, später verheiratet mit Anni Rullang, und ich, Maria Breininger aus der Machesstraße 1. Unsere 7-köpfige Reisegruppe begab sich Anfang des Jahres 1946 frühmorgens zum Bahnhof in Saarlouis. Anni, Werner und ich, wir drei Jugendlichen, waren übri- gens miteinander verwandt – unsere Mütter waren Vor 71 Jahren: Unsere „Samen-Hamsterfahrt“ nach Koblenz Bericht von Maria Kunzler-Breininger, Albertushof, Überherrn-Berus/Bisten 15
  16. 16. Geschwister. Bekleidet waren wir alle mit dicken Pullovern und alten Wintermänteln, die noch aus den Kriegsjahren stammten. Marschverpflegung für mehrere Tage hatten wir ebenfalls dabei. An Essbarem mangelte es uns Lisdorfern damals glück- licherweise nicht. Der Zug Richtung Merzig war total überfüllt mit sichtbar hungrigen Menschen, die wir wir auf „Hamsterfahrt“ waren, um in den Bauerndörfern auf dem Merziger Saargau Nah- rungsmittel für sich und ihre Familien aufzutreiben. Beim Anblick der hungrigen Menschen wagten wir zunächst nicht, unsere Wurstbrote, hartgekochten Eier und Weiteres aus der bäuerlichen Hausmanns- kost hervor zu holen und zu „futtern“. Die Brüder Breininger hatten sogar einen halben Schinken da- bei. Das war damals eine absolute Delikatesse. Die Grenzkontrolle bei Saarhölzbach war recht harmlos, nur die Personalien wurden kontrolliert. Auch auf dem Trierer Bahnhof ging es recht zügig weiter. Für Anni, Werner und mich war es die erste längere Zugfahrt nach den langen Kriegsjahren und des- halb für uns ein Abenteuer. An jeder Station hielt der Zug, Leute stiegen ein und aus, viele mit leeren Rucksäcken, manche mit prall gefüllten. Für sie hat- te sich das „Hamstern“ offensichtlich gelohnt. Spät am Vormittag war in Cochem zunächst Endstation, da der Bahntunnel dort während des Krieges ge- sprengt worden war. Alle Reisenden mussten den Zug verlassen und zu Fuß über Stock und Stein auf die andere Seite des Tunnels wandern. Dort stand wieder ein Zug bereit, der uns schließlich nach vie- len Stopps in das ersehnte Koblenz brachte. Es war bereits später Nachmittag. Erst jetzt konnten wir unbehelligt unsere Brote, Eier und den Schinken es- sen, was im Zug nicht möglich gewesen war. Dann machten wir uns auf die Suche nach dem Samen- haus Gassen. Nachdem wir mehrmals Passanten ge- fragt hatten, kamen wir relativ schnell dorthin. Der Mann in dem Samengeschäft war sehr erfreut, als er hörte, dass wir aus dem Gemüsedorf Lisdorf im abgetrennten Saargebiet kamen. Er fragte nach un- seren Namen. Offenbar hatte er bis Kriegsende viele Kunden aus Lisdorf, denn die Namen Breininger, Welsch, Groß und Adam waren ihm sehr geläufig. Er bediente uns sehr höflich wir gute alte Bekann- te bzw. Kunden. Von allen Gemüsesämereien, die wir begehrten, bekamen wir rationierte Mengen, darunter alle Kohlarten, Möhren, Zwiebeln, Lauch, Salate, Bohnen, Erbsen und Spinat, soweit ich mich nach 71 Jahren noch erinnern kann. Auch Zucker- rübensamen bot er uns an, damit wir im Herbst Zuckerrübensirup als Zuckerersatz hatten. Sichtlich erfreut gingen wir mit unseren „Schätzen“ zum Deutschen Eck, wo die Mosel in den Rhein mündet. Ein Schiffmann gesellte sich zu uns und warnte uns vor den Amis. Er sagte: „Die nehmen euch alles weg und sperren euch wegen des Samens noch ein.“ Daraufhin gingen wir schnellstens wieder zurück zum Bahnhof Koblenz. Nach dieser Warnung hatten nicht nur wir drei Jugendlichen, sondern auch die vier Männer aus unserer Reisegruppe Angst vor Scherereien. Im Wartesaal des Bahnhofs durften wir übernachten, da kein Zug mehr nach Hause fuhr. Dort standen Holzbänke, die mit verschlissenen Polstern überzogen waren. Da saßen wir nun und deckten unsere mit Samen gefüllten Taschen mit unseren Mänteln zu. Es dauerte nicht lange, da ka- men amerikanische Soldaten zur Kontrolle. Sie frag- ten uns auf Deutsch, was wir in der Stadt Koblenz suchten. Unsere vier Männer antworteten, sie hätten kranke Verwandte besucht und gaben uns drei Ju- gendliche als ihre Kinder aus. Damit begnügten sich die Amis, ohne unser Gepäck zu kontrollieren. Wir waren heilfroh, besonders, da wir sahen, dass sie etliche Personen aus dem Wartesaal abführten. In der Nacht konnten wir im Sitzen kaum schlafen und erinnerten uns dabei an die furchtbare Zeit im Stol- len Rosenthal gegen Kriegsende 1944/45. Am Mor- gen waren unsere Hände rot und dick geschwollen, offenbar hervorgerufen durch viele Wanzenstiche. Wir bestiegen den ersten Zug, der nach Cochem fuhr. Nach mehreren Stopps mussten wir wieder den Zug vor Cochem verlassen und auf die andere Seite des gesprengten Tunnels marschieren. Dort bestiegen wir den Zug nach Saarlouis, der uns nach langer Fahrt und ohne nennenswerte Kontrolle an der Grenze bei Saarhölzbach mit unserem begehr- ten Samen zum Saarlouiser Bahnhof brachte. Es war später Nachmittag, als wir das Bahnhofsgebäude verließen und mit der Straßenbahn zum Kleinen Markt fuhren. Von dort ging es zu Fuß nach Lisdorf. Wir freuten uns, dass alles trotz Reisestrapazen so gut verlaufen war. Noch mehr freuten sich unsere Angehörigen, dass wir wieder unbehelligt zu Hause waren und Samen mitbrachten, der im Frühjahr aus- gesät wurde für eine neue Gemüseernte und unser Überleben. Später trauten sich mehr Lisdorfer zum Samenkauf nach Koblenz. Wie sich die Zeiten ändern: Was vor 71 Jahren nur durch eine strapaziöse Zweitagesreise zu bewälti- gen war, kann heute bequem an einem halben Tag erledigt werden. 16
  17. 17. Ein auf dem Speicher gefundenes Soldbuch erinnert an den Ur-Großvater. Wilhelm I., aus dem Hause Hohenzollern, war seit 1861 König von Preußen und von 1871 bis 1888 in Personalunion auch Deutscher Kaiser. Gleichzeitig war er Oberbefehlshaber des Deutschen Heeres und der Marine. Unser Ur-Großvater Johann Rullang (1856-1942) war Ackerer (= Landwirt). Nach seiner Lehre dien- te er zwei Jahre lang als Musketier und später als Gefreiter in der 6. Compagnie (= Kompanie) beim Königlich Preußischen 4. Rheinischen-Infanterie-Re- giment Nr. 30 in Saarlouis. - Der Infanterie-General Graf von Werder hatte sich als Chef des Regiments im Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 große Verdienste erworben. Nach seinem Tode erfolgte deshalb im Jahre 1889 eine Umbenen- nung in ‚Infanterie-Regiment Graf Werder Nr. 30‘. – Eine prägende Rolle in der Gesellschaft spielte da- mals der Verhaltens- und Ehrenkodex des Militärs. Das Weltbild war von der Treue zur Monarchie und der Verteidigung des Kaiserreichs geprägt. Trotz der vielen Schikanen und Entbehrungen für die Rekru- ten bezeichnete man den Wehrdienst auch als ‚die Schule der Nation‘. Das Erlernen preußischer Diszi- plin sollte die Integration der jungen Männer in die Gesellschaft fördern. - Überspitzt und mit ironischer Distanz beschreibt diese Zusammenhänge auch Heinrich Mann in seinem 1918 verfassten sozialkritischen Roman ‚Der Untertan‘. – Vom vollendeten 20. bis zum vollendeten 39. Le- bensjahr war jeder wehrfähige (tauglich gemuster- te) Deutsche wehrpflichtig. Die aktive Dienstpflicht dauerte zwei Jahre. Anschließend folgten 5 Jahre in der Reserve mit der Verpflichtung zur Teilnahme an Übungen mit bis zu 8 Wochen Dauer. Der Wehr- pflichtige hatte auch die Möglichkeit, sich freiwillig zu einem drei- oder vierjährigen Dienst zu melden, mit der Möglichkeit weiterer Verlängerungen. Diese Freiwilligen nannte man ‚Kapitulanten‘; aus ihnen wurden in der Regel die Unteroffiziere rekrutiert. ‚Gediente‘ konnten später mit einer bevorzugten Einstel- lung im Staatsdienst aber auch in der Industrie rechnen. - Illustre Beispiele hierfür liefert die Geschichte vom Sträfling Friedrich Wilhelm Voigt in Carl Zuckmayers Drama ‚Der Hauptmann von Köpenick‘ (1931). – Das Soldbuch von Johann Rullang, ausgestellt am 5. November 1878, gibt detaillierte Informationen über Rechte und Pflichten eines Soldaten im Deutschen Kai- serreich. Darin heißt es unter anderem: „Soldbücher haben als Schriften, welche zum Beweise von Rechten oder Rechtsverhältnissen von Erheblichkeit sind, nach § 267 des bürgerlichen Strafgesetzbuches vom 14. April 1851 die Eigenschaft von Urkunden.“ Wer eine solche Urkunde beschädigte oder vernichtete, muss- te mit hohen Strafen rechnen (Gefängnis, Geldbuße, Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte). Die ‚Löhnung‘ ist in Johann Rullangs Soldbuch mit monatlich 10,50 Mark angegeben. - In dieser Zeit kosteten, basierend auf Statistiken der Kaufkraftentwicklung (1), beispielsweise 1 kg Rog- genbrot 0,26 Mark, 1 kg Speisekartoffeln 0,07 Mark, 1 Liter Vollmilch 0,17 Mark, 10 Eier 0,50 Mark, 1 Li- ter Bier 0,24 Mark aber 1 kg Butter erstaunliche 1,98 Mark, 1 kg Weizenmehl 0,45 Mark und 1 kg Rind- fleisch 1,60 Mark. Im Vergleich zu Einkommen und Kaufkraft heutiger Haushalte waren bestimmte Le- bensmittel damals ausgesprochen teuer. Bestimmt Der Kaiser und sein Soldat 17
  18. 18. nicht einfach, in dieser „guten alten Zeit“, wenn bei nur einem Durchschnittsverdiener in einer Mehr- generationen-Großfamilie täglich alle Teller gefüllt werden sollten. Ohne eigene Kleintierhaltung und die Bewirtschaftung eines privaten „Bauerngar- tens“war dies für das Gros der Bevölkerung sonst schier unmöglich. – Die Höhe des Wehrsoldes war also nicht gerade üp- pig, verdiente doch ein Facharbeiter in der Industrie etwa 80 bis 120 Mark monatlich (2). Von diesem kargen Wehrsold musste jeder Soldat in Friedenszeiten „zur Beschaffung der Mundporti- on“ auch noch einen Betrag von 13 Pfennig pro Tag „hergeben“. Im „Kriegszustande“ entfiel die Entrich- tung dieses „Löhnungsanteils“. Weiterhin heißt es: „Die Löhnung wird sowohl im Frieden als auch im Kriege auf je 10 Tage (decaden- weise) im Voraus bezahlt. Der Anspruch auf Löhnung geht verloren, sobald der Soldat in die Laza- rett-Verpflegung aufgenommen, mit mittlerem oder strengem Arrest bestraft, ohne Gehalt beurlaubt, gefangen genommen, vermisst oder entlassen wird. Wenn dem Soldaten im Felde die Selbstbeschaffung des Brotes und der Mundportion überlassen wird, so erhält er 12½ Pfennig Brotgeld und 62½ Pfennig Portionsgeld pro Tag.» Bei einem Aufenthalt im La- zarett hatte der Soldat einen Anspruch auf «Kranken- löhnung». Die Höhe schwankte, je nach Dienstgrad, zwischen 3 und 50 Pfennig pro Tag. Dies galt auch «im Felde» für die Genesungszeit im Kriegslazarett. Festgelegt war auch, dass die tägliche Brotration in Friedenszeiten 750 Gramm beträgt. Bei Manövern hatte der Soldat Anspruch auf folgende «tägliche Mundportion»: 250 g Fleisch, 120 g Reis oder 150 g Graupen oder 30 g Hülsenfrüchte oder 2000 g Kartoffeln sowie 25 g Salz sowie 15 g Kaffee (in ge- brannten Bohnen). «Soldaten, welche die Strafe des mittleren oder strengen Arrestes verbüßen, erhalten 1000 Gramm Brot pro Tag und an jedem 4. Tage der Arrestdauer warmes Essen. Arrestaten, welche sich im gelinden oder im Untersuchungs-Arrest be- finden, erhalten die volle Mundportion». Auch die tägliche Verpflegung des Soldaten «im Fel- de» führt das Soldbuch minutiös auf. Preußisch genau auch die Angaben über Bekleidung und Ausrüstung, die Eigentum des Truppenteils sind, 18
  19. 19. welchem der Soldat angehört. So beträgt die vor- geschriebene Tragezeit für ein Paar Stiefel 71/5 Monate und für ein Hemd 6 Monate. Ebenso war festgelegt: „Bei der Entlassung nach abgeleisteter Heerespflicht oder nach abgelaufener Kapitulation erhält der Soldat zum Marsch in die Heimat einen Anzug von ausgetragenen Stücken, bestehend aus Rock, Mütze, Halsbinde, Hose (letz- tere je nach Jahreszeit von Tuch oder Leinwand resp. Drillich), einem Paar Schuhe oder Stiefeln und einem Hemde, welche er behalten darf.“ Aus heutiger Sicht unvorstellbar, dass die dama- lige Jugend sich derart ‚gängeln‘ ließ. Schlimmer noch, dass ähnlich drangsalierte und reglemen- tierte junge Männer nur wenige Jahrzehnte später mit lautem „Hurra!“ in das offene Maschinenge- wehr-Feuer stürmten. - Erschreckend realistisch ist die Darstellung von Pat- riotismus und Traumatisierung durch den 1. Weltkrieg in Erich Maria Remarques Klassiker der Weltliteratur ‚Im Westen nichts Neues‘ von 1928‘. - Martina Dräger-Groß und Dr. Franz Josef Klein Johann Rullang mit seiner Familie im Jahre 1902. Ehefrau Barbara geb. Klein (1857-1933) und die drei Söhne Peter (1887-1976), Johann Hermann Ignaz (1896-1943) und Jo- sef (1898-1976; Opa der beiden Berichterstatter mütterli- cherseits) Bild 3: Kriegsjahr 1916: die Söhne (v. l.) Johann Herman Ignaz, Peter und Josef dienten später ebenfalls einem Kaiser (Wilhelm II., Enkel von Kaiser Wilhelm I.). Sie nah- men an den erbitterten Kampfhandlungen an der West- front in Frankreich teil. Josef wurde mehrfach verwundet aber alle drei Brüder überlebten den 1. Weltkrieg. Literatur: (1) Hohorst, G. Kocka, J. und Ritter G.: Sozialgeschichtliches Arbeitsbuch II, Materialien zur Statistik des Kaiserreichs 1870-1914, C.H. Beck Verlag, München (1978) (2) Schraepler E.: Quellen zur Geschichte der sozialen Frage in Deutschland, 1871 bis zur Gegenwart. 3. Überarbei- tete Auflage, Göttingen (1996) 19
  20. 20. Johann Görgen wurde am 30.6.1898 als sechstes von elf Kindern in der Familie des Architekten Johann Gör- gen in Fraulautern geboren. Er besuchte zunächst 8 Jah- re die Volksschule in Frau- lautern bis zum Abschluß und danach ab Ostern 1912 das Realgymnasium in Dil- lingen. Unterbrochen wurde seine Gymnasialausbildung durch die Einberufung zum Wehrdienst. Von 1916 bis 1918 nahm er als Fußartillerist am 1. Weltkrieg teil. Als Feldwebel und mit dem EK II sowie dem Ver- wundetenabzeichen ausgezeichnet, kehrte er in seine Heimat zurück. Unmittelbar danach besuchte er wie- der das Realgymnasium in Dillingen und legte dort 1919 das Kriegsteilnehmerabitur ab. Anschließend besuchte er das Lehrerseminar für Kriegsteilnehmer in Saarbrücken, wo er 1920 die 1. Lehrerprüfung ablegte. Im Jahre 1924 legte er die 2. Lehrerprüfung ab. Seit 1920 war er im Schuldienst tätig; zunächst als Vertretungslehrer und ab 1924 als Hilfslehrer. Die endgültige Anstellung als Lehrer erfolgte 1928. Bis dahin war er nacheinander tätig in Saarbrü- cken, Saarlouis, Saarwellingen, Mondorf, Wehrden, Überherrn, Saarwellingen, Hülzweiler und wieder in Wehrden. Hier wirkte er von 1928 bis 1933. Nach kurzer Tätigkeit in Ensdorf unterrichtete er von 1933 bis 1950 im Schulverband Saarlouis, überwiegend im Stadtteil Roden. Am 2. Weltkrieg hat er von 1939 bis 1945 teilge- nommen, zuletzt als Kompanieführer in einem Ar- mierungs- und Baubataillon. Er war Inhaber von mehreren Wehrmachtsorden und Auszeichnungen. Im Jahr 1950 wurde er nach kurzer Tätigkeit in SchwalbachGriesborn als kommissarischer Schul- leiter nach Lisdorf versetzt. Von diesem Zeitpunkt ab bezog er die Dienstwohnung an der Lisdorfer Schule und wurde damit Lisdorfer Bürger. Die Er- nennung zum Rektor erfolgte am 25.4.1951. Bis zu seiner Pensionierung am 7.2.1964 leitete er die Lis- dorfer Volksschule. Danach arbeitete er noch weiter- hin in der Volksschule Lisdorf mit bis zum Jahr 1967. Insgesamt 47 Jahre lang formte er als Lehrer und Erzieher an 12 verschiedenen Orten Tausende von jungen Menschen. Die meisten Jahre seines schulischen Wirkens verbrach- te Johann Görgen in Lisdorf. Er fühlte sich Lisdorf und seiner Bevölkerung besonders verbunden. Deshalb fiel es ihm schwer, nach abgeschlossenem Wiederaufbau seines kriegszerstörten Elternhauses 1967 Lisdorf zu verlassen und nach Fraulautern umzuziehen. Während seiner Tätigkeit in Lisdorf und vor allem nach seiner Pensionierung beschäftigte sich Johann Görgen intensiv mit der Ortsgeschichte von Lisdorf und der Geschichte verschiedener Lisdorfer Vereine. Anlässlich von Vereinsjubiläen verfasste er Chroni- ken, so u.a. zu den Stiftungsfesten des Bergmanns- vereins „St. Barbara“ Lisdorf in den Jahren 1960 und 1966, dessen Ehrenmitglied Johann Görgen war. Die Lisdorfer Ortsgeschichte erforschte er fast 20 Jahre lang bis zu seinem Ableben. Als aktives Mitglied der Vereinigung für die Heimatkunde des Landkreises Saarlouis widmete er sich ebenfalls der Erforschung der Vergangenheit unseres Ortes. Johann Görgen war der größte Lisdorfer Heimat- forscher und Geschichtsschreiber. Aus seiner Feder stammen u.a. folgende historische Aufsätze: „Unse- re Ortsgeschichte – Versuch zu einer zusammenhän- genden Darstellung der geschichtlichen Entwicklung“ (Festschrift der Sänger-Vereinigung Lisdorf 1959), „Das Lisdorfer Gemüseschiff Dillenschaß“, „Ernste und be- sinnliche Zeiten aus unserer Ortsgeschichte“, „Pioniere der Familie Lonsdorfer“ (Festschrift des Bergmanns- vereins „St. Barbara“ Lisdorf 1960), „Alte Gebets- und Andachtsstätten in Lisdorf“, „Pfarrhäuser in Lisdorf“, Chronik der Geistlichen in der Pfarrei Lisdorf“ (Pfarrbo- te Nummern 4 - 6, 1966), „Lisdorf und der Raum um Lisdorf, ein uraltes Siedlungsgebiet“, „Ein alter Hoch- zeitsbrauch in Lisdorf“, „Wie die Lisdorfer ihr Recht ver- teidigten“, „Woher hat der Roßberg seinen Namen?“ (Festschrift des Bergmannsvereins „St. Barbara“ Lisdorf 1966). „Eine Bittprozession vor nahezu 300 Jahren in Lisdorf“ (Pfarrbote Nummer 25, 1968), „Der Fischfang, ein altes überliefertes Erbgut in Lisdorf“ (Festschrift des Angelsportvereins e.V. Saarlouis-Lisdorf, 1970), „Ur- sprung und Geschichte der Lisdorfer Straßennamen“ (Heimatkundliches Jahrbuch des Landkreises Saarlou- is, 1975), „Eine Wolfsjagd auf Lisdorfer Bann“ (Unsere Heimat-Mitteilungsblatt des Landkreises Saarlouis für Kultur und Landschaft 1/1976). An den politischen Vorgängen in Bund, Land und in unserer Stadt nahm Johann Görgen, Mitglied der CDU, bis zu seinem Tode regen Anteil. Lebensbilder Lisdorfer Bürger: Rektor und Heimatforscher Johann Görgen (1898-1976) Johann Görgen 22
  21. 21. Am 5.11.1976 verstarb Johann Görgen innerhalb weniger Krankheitstage in der St. Elisabeth-Klinik in Saarlouis. Beigesetzt wurde er am 8.11.1976 in der Ruhestätte der Familie Görgen auf dem alten Fried- hof in Fraulautern. Im Buch von Rudolf Zenner aus dem Jahr 2001 „Die Einwohner von Lisdorf vor 1900“, Teilband 1 sind im geschichtlichen Vorspann S.13-S.96 viele Berichte von Johann Görgen abgedruckt. Sein Haupt- bzw. Standartwerk mit dem Titel: „Die Geschichte der Stadt Saarlouis–Lisdorf: Entstehung, Wachstum und Entwicklung zum Stadtteil von Saarlouis“ schloss er nach 20-jähriger Arbeit in handschriftlicher Fassung ab. Die Sekretärin seines in Saarbrücken wohnhaf- ten Bruders Prof.Dr. Josef Görgen, Priester, Regio- naldekan und Universitätsprofessors, brachte den umfassenden handschriftlichen Entwurf in Maschi- nenschrift. Es war vorgesehen, dass das Buch ent- weder von der Kreisvereinigung für die Heimatkunde im Kreis Saarlouis oder der Stadt Saarlouis heraus- gegeben wird. Doch dann verstarb Johann Görgen plötzlich und unerwartet im Alter von 78 Jahren und die Angelegenheit kam ins Stocken. Sein Bruder Prof. Dr. Josef Görgen bemühte sich danach um Druck und Herausgabe der umfassenden Lisdorfer Ortsge- schichte. Durch Einschaltung des damaligen Lisdorfer Stadtverordneten Heiner Groß wurde der Entwurf der Stadt Saarlouis übermittelt mit der Bitte um Druck und Herausgabe. Das war dem StVO Heiner Groß vom damaligen Saarlouiser Oberbürgermeister Dr. Manfred Henrich zugesagt worden. Nachdem das historische Institut der Universität Saarbrücken, dem der Entwurf zur Überprüfung vorgelegt wurde, Bedenken u.a. wegen fehlender Quellennachweise geäußert hatte, wurde von einer Veröffentlichung abgesehen. Dabei ist es bedauerli- cherweise auch geblieben. Jahre später ist auf Veranlassung des StVO Heiner Groß bei der Stadt Saarlouis eine Arbeitsbeschaf- fungsmaßnahme zur Erstellung einer Ortsgeschichte von Lisdorf mit dem Trierer Jung-Historiker Arnt Fin- kenberg eingerichtet worden. Im November 1997 war es schließlich soweit. Die ersehnte Ortsgeschichte von Lisdorf unter dem Titel: „Geschichte der Kreisstadt Saarlouis Band 5 – Lisdorf von der Steinzeit bis zur Gegenwart (1996) von Arnt Finkenberg lag vor und konnte gemeinsam von der Kreisstadt Saarlouis und dem neugegründeten Verein für Heimatkunde Lisdorf vorgestellt werden. Der Verfasser Arnt Finkenberg konnte sich bei der Erarbeitung des Buches weitge- hend auf den Entwurf von Johann Görgen stützen, wie das die Quellenangaben nachweisen. (hg) Auch das gehört zur Heimatpflege: Witze erzählen In dieser Jahreszeit hat „das Witze-Erzählen“ wieder Hochkonjunktur. Schließlich soll in der Fastnachts- zeit viel gelacht werden. Lachen macht fröhlich und ist gesund. Mindestens einmal pro Tag sollte kräftig gelacht werden. Dazu regen insbesondere schöne Witze an. Sie sind das Salz des Lebens. Beim Aussortieren älterer Schriftstücke ist mir eine kleine Schrift mit dem Titel „Humor in Uniform“ aus dem Jahr 1990 in die Hände gefallen mit über 300 Witzen aus dem Bundeswehrbereich. Nachste- hend eine kleine Auswahl: Der Onkel, der bei der Bundeswehr ist, bietet sich an, den kleinen Neffen in die Schule zu fahren. „Prima“, freut er sich, „aber nur in Uniform!“ „Wa- rum denn das?“ „Damit die anderen glauben, wir hätten einen Chauffeur.“ Bei der Musterung meint der Stabsarzt zu Wronski: „Umdrehen und bücken. Gut, tauglich.” „Das hät- ten Sie mir auch ins Gesicht sagen können!“ Hannes fragt Udo, der gerade bei der Bundeswehr Dienst schiebt, was sie in ihrer Freizeit machen. „Ja, wir stellen uns im Kreis auf und werfen uns eine scharfe Handgranate zu.“ „Und was ist mit dem, bei dem die Granate explodiert?“ „Der scheidet aus.“ Der Hauptmann fragt den Feldwebel beim Appell: „WarumhabenSiedenndiegroßenundkräftigenLeu- te vorne postiert und die kleinen schwächlichen hin- ten?“„Weilichim ZivillebenGemüsehändlerwar…“ Feldwebel zum Rekruten, der zum ersten Mal Wachdienst tut: „Wenn Sie den General sehen, so einen mit drei Sternen, dann sagen Sie mir Be- scheid.“ Stunden später sieht der Rekrut so einen, geht hin und fragt: „Sind Sie der General?“ „Ja, der bin ich!“ „Mensch“, sagt der Rekrut, „dann verdufte mal schnell, der Feldwebel sucht dich!“ Ein General liegt im Krankenhaus. Er schikaniert Ärzte und Schwestern nach Strich und Faden. Ein- mal tritt eine Pflegerin in das Krankenzimmer und fordert den General auf: „Bitte legen Sie sich auf den Bauch, ich muss Fieber messen.“ Der Patient be- folgt die Anweisung und wird dann allein gelassen. Nach über einer halben Stunde betritt eine andere Schwester das Zimmer, sieht den General und fängt schallend an zu lachen. „Haben wohl noch nie jese- hen, wie Fieber jemessen wird?“ „Doch“, lacht dir Schwester, „aber noch nie mit einer Rose im Po!“ 23
  22. 22. Das machte unseren Klassenlehrer wütend und konnte dann dazu führen, dass Kuppi mit auf dem Rücken verschränkten Armen durch die Reihen ging, Worte vor sich hermurmelte wie „Hat sie schon wieder keine Aufgaben ge- macht“, „Dich werde ich auch noch zur Ord- nung bringen“ ... und niemand wusste so recht, wen er meinte. Wir wurden in den Bänken immer kleiner und ängstlicher. Es war mucksmäuschenstill. Die Haare standen uns zu Berge, das Herz poch- te und der Angstschweiß stand auf der Stirn. Gott sei Dank, er ist an mir vorbeigegangen, also kann er mich nicht meinen, dachte sich jeder. Doch dann blieb er stehen. Alle hielten den Atem an. Keiner wagte, etwas zu sagen. Man hätte eine Stecknadel fallen hören. Mit gestrecktem Zeigefinger rief er in die Klasse: „Du da!“ ...Sicher könnt Ihr Euch alle noch daran erinnern. Züchtigungen waren damals in der Schule nor- mal. Wir haben uns auch nie getraut, zu Hau- se unseren Eltern etwas zu erzählen, denn sie hätten uns sowieso nicht geglaubt, der Lehrer bestraft uns ja nicht umsonst. Also hielten wir die Klappe und am nächsten Morgen gingen wir wieder brav zum Unterricht. Natürlich haben wir viel gelernt, aber wir hat- ten auch viel Angst. Von „Kuschelschule“ und „Unterricht muss Spaß machen“ war damals keine Rede. Es war der Ernst des Lebens. Doch Johann Görgen (1898-1976) war auch ein verdienstvoller Heimatforscher, der sich mit der Entwicklung der Lisdorfer Schule intensiv beschäftigt hatte. (Abdruck aus Festschrift von 2011: „1100 Jahre Lisdorf“ S.72) Johann Görgen – mein Klassenlehrer Gudrun Jungmann Realschullehrerin i.R. Künstlerin (Leiterin einer Mal- schule) Die Mädchen des 1958er Jahrgangs aus Lisdorf können sich sicherlich noch an ihn erinnern, unseren Klassenlehrer in der dritten Klasse, Johann Görgen, genannt Kuppi. Eine kräftige imposante Erscheinung mit aufrechter Haltung und Angst einflößender Miene. Wenn es zum Unterricht klingelte, mussten wir uns zwei und zwei vor der Treppe des Schulein- gangs aufstellen und auf ihn warten. Wir waren eine reine Mädchenklasse. Es dauerte nie lange, bis er kam, und wehe, wenn wir nicht so stan- den, wie er es von uns verlangte. Dann ging das Donnerwetter schon draußen los. Zu Beginn des Unterrichts wurde gebetet und er gab jedem, der in der Morgenandacht war, eine Eins in Religion. Dann ging es los, er un- terrichtete uns in allen Fächern, Rechnen, Lesen, Schreiben, Malen,Musik, Religion, Heimatkun- de und Schönschreiben. Auch samstags war Unterricht. Ich erinnere mich noch genau, dass er stets den gleichen grauen Anzug trug, wobei sei- ne Krawatte öfter einmal mit den Resten des Frühstückseis verziert war, worüber wir uns köstlich amüsierten. In Deutsch legte er sehr viel Wert auf eine or- dentliche Schrift, der legendäre „Feuerflam- menstrich“ beim kleinen „f” ist sicherlich meinen Mitschülerinnen noch sehr vertraut. Wir schrieben noch auf Schiefertafeln und wenn man sie einmal unachtsam in der Hülle verstau- te, kam es manchmal vor, dass das Geschriebe- ne weggewischt war. 24
  23. 23. Chronologie der wichtigsten VHL–Aktivitäten in 2016 Januar 18. Besprechung im Rathaus Saarlouis wg. Festumzug des Landkreises zur 200-Jahr-Feier am 17.1uli 19. Vorstandssitzung 23. Heilige Messe für die in 2015 verstorbenen 10 VHL-Mitglieder in der Pfarrkirche Lisdorf Februar 15. Besprechung im Rathaus Saarlouis wg. Festumzug 200 Jahre Landkreis Saarlouis am 17. Juli 18. Archivierungsarbeiten in der Heimatstube 19. Archivierungsarbeiten in der Heimatstube 25. Teilnahme des Vorstandes an Vorstellung des Mundartbuches „So schwäddse mir im Landkreis Saarlouis“ von Manfred Spoo im Landratsamt mit Mundartlesung von VHL-Vorstandsmitglied MarianneFaust März 01. Besprechung im Rathaus wg. Festumzug 200 Jahre Landkreis Saarlouis am 17. Juli 02. Besprechung im Rathaus bei OB Roland Henz wg. Raumbedarf der Heimatkundevereine, insbesondere des VHL (weitere Teilnehmer: VHVS-Vorsitzender Michael Hoen, Amtsleiter Jürgen Baus und Archiv- und Museumsleiter Benedikt Loew) 04. Vorstandssitzung 09. Teilnahme an Vorstellung des Buches „ Jüdisches Leben in der Stadt und im Landkreis Saarlouis“ von H.P. Klauck im Landratsamt 12. Piobello-Säuberungsaktion in Lisdorf 13. Teilnahme an Mundartveranstaltung mit Karin Peter, Ursula Kerber und Marianne Faust im Haus Saargau in Gisingen 14. Besprechung mit Lisdorfer Vereinen wg. Festumzug 200 Jahre Landkreis Saarlouis am 17. Juli 19. Bus-Ausflug nach Trier (Römische Bauwerke) und zum Roscheider Hof mit Führung 21. Besprechung im Rathaus wg. Festumzug 200 Jahre Landkreis Saarlouis April 01. Vorstandssitzung in der Heimatstube 08. Teilnahme an Besichtigung des Weltkulturerbes Völklinger Hütte mit dem Heimatkundeverein Roden 11. Besprechung im Gasthaus Schulden mit Lisdorfer Vereinen wg. Beteiligung am Festumzug 200 Jahre Landkreis 15. Fertigstellung der Steuererklärung des VHL für die Jahre 2012-2014 17. Exkursion der Heimatkundevereine Neuforweiler und Lisdorf nach Montmedy und Longwy 25
  24. 24. 20. Teilnahme an Mitgliederversammlung des Historischen Vereins für die Saargegend im Rathaus Saar- brücken (VHL ist Mitglied) 27. Vorstandsitzung in der Heimatstube mit VHVS 29. Teilnahme an Führung der VHS durch das Industriegebiet Lisdorfer Berg Mai 08. Amtseinführung von Pastor Frank Kleinjohann in St.Ludwig und anschl. Empfang in der Hans-Welsch- Halle in Lisdorf 11. Teilnahme an Info-Veranstaltung der Stadt. bzgl. Nutzung der städtischen Hallen 17. Teilnahme an Sitzung des VHVS-Arbeitskreises „Wegekreuze, Grenzsteine usw.“ beim Heimatkunde- verein Fraulautern 18. Teilnahme an Mitgliederversammlung der Vereinigung für die Heimatkunde im Landkreis Saarlouis im Landratsamt 19. Gemeinschaftsfahrt des VHL nach Verdun mit dortiger Führung Juli 17. Festumzug 200 Jahre Landkreis Saarlouis 23. Erhalt und Prüfung des Freistellungsbescheides des Finanzamtes für Zeitraum 2012-2014 August 04. Heimatkundlicher Nachlass von Günther Mang aus dessen Privathaus übemommen 26
  25. 25. 05. Vorstandssitzung in der Heimatstube 20. Heimatkundlicher Nachlass von Günther Mang aus dessen Privathaus übernommen September 17. Teilnahme „Tag der Geschichte” im Landratsarnt Saarlouis 19. Übernahme von historischen Unterlagen aus dem Pfarr-Archiv Lisdorf 20. Besprechung und Besichtigung von Kreuzen mit SZ-Mitarbeiter Raimund Küster (Marienstock im Obst- garten und Kreuz am Geisberger Hof) 26. Übernahme von historischen Unterlagen aus dem Pfarr-Archiv Lisdorf 29. Delegierten-Versammlung des VHVS im Studio des Theaters am Ring Okotober 03. Teilnahme an Exkursion des VHVS nach Neuf Brisach/Elsass 05. „Drachentaufe” mit Einweihung auf dem Lisdorfer Schulhof 08. Busfahrt gemeinsam mit dem Heimatkundeverein Wadgassen (Bisttal) nach Trier zur Besichtigung der NE- RO-Ausstellung des Domes mit Liebfrauen und des ehemaligen Wadgasser Abtei-Weingutes in Kanzem/Saar. 12. Teilnahme an Wadgasser Abtei-Treff zur Veranstaltung über Kirschweng 27
  26. 26. 14. Vorstandssitzung in der Heimatstube 17. Vorbereitung des Lisdorfer Heimatblattes Nr. 21 27. VHS Vortrag mit Dr. Schmitt im Studio des Theaters am Ring November 02. Vortrag mit Buchvorstellung „Saarlouis–Im Fluss der Zeit” im Städt. Museum 03. VHVS- Vortrag mit Prof. Dr. Conradt im Studio des Theaters am Ring 06. Lisdorfer Mundartabend im Saal Schulden 28
  27. 27. 10. VHVs-Vortrag mit Historiker Helmut Grein im Studio des Theaters am Ring 11. Gedenkfeier zum VoIkstrauertag am Ehrenmal auf den Friedhof in Lisdorf 17. VHVS-Vortrag mit Museumsleiter B. Loew im Studio des Theaters am Ring 18. Vorstandssitzung des VHL in der neu eröffneten Gastwirtschaft „Zum Bürgerhof“ in Lisdorf 19. Besprechung im Feuerwehrgerätehaus Lisdorf wg. Festschriftzur 200-Jahr-Feier der Feuerwehr Lisdorf 22. Fertigstellung und Auslieferung von 1260 Exemplaren des Lisdorfer Heimatblattes Nr. 21 in Druckerei Klein 26. Weinprobe im Wein- und Sekthaus Gerd Petgen (Winzerpräsident) in Perl-Sehndotf Wahl von Irina Peter und Christoph Jenal zum Weinkönigspaar 30. Teilnahme an Jahresabschusssitzung des VHVS im Vereinshaus Fraulautern Dezember 03. Fahrt des VHL zum Weihnachtsmarktnach Traben-Trarbach 05. Versand des Lisdorfer Heimatblattes Nt. 21 05. bis 10. Verteilung des Lisdorfer Heimatblattes 16. Jahresabscblusssitzung des VHL im Gasthaus Kiki Riki mit anschl. kleinem Essen Zusammenfassung der VHL-Aktivitäten 2016 Vorstandssitzungen 6 Sitzungen des VHVS 10 Fahrten und Exkursionen inkl. Weinprobe–Fahrten 9 Eigene Veranstaltungen und Aktionen einschl. Vorträge und Versammlungen 23 Besuch externer Veranstaltungen 17 Gratulationen von VHL-Mitgliedem (persönlich) 18 Beerdigungen von verstorben VHL-Mitgliedern 8 Herstellung von Heimatblättern 1 Sonstiges 10 Herzlich willkommen! Der Verein für Heimatkunde Lisdorf e.V. begrüßt als neue Mitglieder: Peter Gindorf, Saarlouis Dominique Gindorf, Saarlouis Christoph Jenal, Landau Irina Jenal, Landau Rosemarie Spoerhase-Eisel, Lisdorf Gudrun Rupp, Saarlouis Hannelore Weber, Saarlouis Kurt-Dieter Bartlewski, Saarlouis 29
  28. 28. Detlef Geyer (56), in Saarlouis geboren und in Lisdorf, Holzmühler Straße in einem schmucken Eigenheim mit Ehefrau Christine und zwei er- wachsenen Töchtern wohnhaft, ist vom Deutschen Roten Kreuz mit der höchsten Auszeichnung, die es zu vergeben hat, dem DRK–Ehrenzeichen (s. Abb.) ausgezeichnet worden. Die Auszeichnung wurde ihm von der DRK–Kreisvor- sitzenden Ministerin Monika Bachmann, dem Ober- bürgermeister Roland Henz und der Bürgermeisterin Marion Jost überreicht. Damit wurde das vierzigjäh- rige engagierte Wirken von Detlef Geyer im DRK, vornehmlich in der Führungsspitze des OV Saarlou- is gewürdigt. Detlef Geyer ist 1977 als 16–jähriger dem DRK beigetreten und seither engagiertes Mit- glied. Seit 1982, mit 22 Jahren, ist er ranghöchste Führungs– und Leitungskraft im OV Saarlouis. Er wurde bereits mehrfach ausgezeichnet, so mit der DRK–Jahresspange für 35 Jahre aktiven Dienst, dem Dienstaltersabzeichen in Silber, der Ehrennaddel und der Verdienstmedaille des DRK–Landesverbandes. Aktuell ist er 1.Vorsitzender und Bereitschaftsleit- er des OV Saarlouis (seit 31 Jahren), Ausbilder im Kreisverband, Beauftragter für den Blutspendedienst in Saarlouis sowie Leiter der Einsatzeinheit Süd im Kreisverband mit 16 DRK–Ortsvereinen. Für sein vielfältiges Wirken im DRK investiert De- tlef Geyer fast seine gesamte Freizeit einschließlich seines Jahresurlaubs. Beruflich ist er als Beamter des gehobenen Dienstes in der Zollverwaltung tätig. Der heitige hohe Stand des DRK Saarlouis und sein Ansehen und Wertschätzung sind weitgehend dein Verdienst. Sein unermüdliches Wirken im und für das DRK sieht er als seine Lebensaufgabe an. Trotz Beruf und DRK ist er 2002 dem Heimatkunde- verein Lisdorf beigetreten und gehört derzeit dessen Vorstand an. Wir freuen uns als VHL mit ihm über die hohe Auszeichnung, gratulieren ihm dazu herzlich und hoffen und wünschen auf weitere gute Zusam- menarbeit. (hg) VHL-Vorsitzender Heiner Groß begrüßt am 18.Janu- ar 2002 Detlef Geyer als 425. Mitglied im VHL Lisdorfer Detlef Geyer mit der höchsten DRK–Auszeichnung – dem Ehrenzeihen – gewürdigt DRK-Ehenzeichen 30
  29. 29. Vorstandswahl bei der „Klingende Kirche“ Am Sonntag, dem 12.März 2017 stand bei der turnusmäßigen Generalversammlung des Fördervereins Klingende Kirche Lisdorf auch die Vorstandsneuwahl auf der Tagesordnung. Der Einladung waren 22 Besuchern gefolgt, die vom 1.Vorsitzende Manfred Boßmann willkommen geheißen wurden. Das Vorstandsmitglied Marius Amann gab einen detaillierten Rückblick. Auf das ereignisreiche und erfolgreiche Veranstaltungsjahr 2016. Nach wie vor kann der über 310 Mitgliederstarke Verein eine mehr als positive Bilanz vorweisen. Aus dem früheren Orgelbauförderverein entwickelte sich nach Fertigstellung der MAYER-Orgel ein kulturtreibender Förderverein, der die Stadt Saarlouis und unseren Stadtteil Lisdorf in der Musikwelt bekannt gemacht hat. In der 24-jährigen Vereinsgeschichte hat der Verein 194 Veranstaltungen, darunter in Zusammenarbeit mit der Stadt Saarlouis sieben Orgel-Kompositionswettbewerbe und Saarlouiser Orgeltage, zehn internationale Orgelakademien mit Teilnehmern aus ganz Europa und dreizehn Open-Air-Konzerte durchgeführt. Lisdorf hat sich durch das Engagement des Förderverein weit über die Region hinaus zu einem kirchenmusikalischen Aushängeschild entwickelt. Die Kulturarbeit des Vereins Wird ab sofort vom einem personell leicht veränderten Vorstand geleitet. Von links nach rechts: Klaus Hild (Organisation), Marius Amann (Organisation), Regionalkantor Armin Lamar (stellvertretender Vorsitzender und künstlerischer Leiter), Sigrid Mayer (Kassiererin), Manfred Boßmann (1. Vorsitzender), Eva Maria Amann (Geschäftsführung), Rosemarie Spoerhase-Eisel (Beisitzerin), Alfred Philippi (Beisitzer) Kraft Amtes gehört auch der Pastor in St. Crispinus und Crispinianus Pfr. Frank Kleinjohann, dem Vorstand an. Zum Schluss der Versammlung stellte der 2. Vorsitzende und künstlerische Leiter des Vereins, Regionalkantor Armin Lamar, das Veranstaltungsprogramm für das Jahr 2017 vor. Es wird auch in diesem Jahr eine gelun- gene Mischung aus konzertanter Orgel-, Chor- und Konzertmusik geboten, dass sicherlich den Geschmack der musikinteressierten Öffentlichkelt,auch Weit über Lisdorf hinaus, finden wird. Veranstaltungstermine 2017 29. April Die Musik von St. Sulpice (Canta Nova Saar / John Sheppard Ensemble Freiburg I Leitung: Bernhard Schmidt, Prof. Daniel Roth, Paris - Titularorganist von St. SulpicelParis 11./12. Mai Jury-Sitzung des 8. Kompositionswettbewerbes 31
  30. 30. 1997 wurde der Verein für Heimatkunde Lisdorf e.V. (VHL) von etwa 50 Personen gegründet. Kurz da- nach traf man sich schon zu einer Weinprobe bei ei- nem Winzer oder einem Weingut der saarländischen Obermosel in Perl. In der Regel finden diese Fahrten im Spätherbst oder in den ersten Monaten des Jah- res statt, vorwiegend an Wochenenden. Die Teilneh- merzahl bewegt sich zwischen 30 und 50 Personen, wobei alle Altersgruppen vertreten sind, mittlerweile überwiegend jüngere. Die Stimmung bei diesen be- liebten Weinproben ist immer sehr harmonisch und lustig. Alle erfreuen sich an dem kultivierten Genuss erlesener Weine aus der Heimat in einem anspre- chenden Ambiente. Die Weinproben sind beim VHL zu einem festen Bestandteil der geselligen heimatkundlichen Ver- anstaltungen geworden, die nicht mehr wegzuden- ken sind. Aus einer Weinlaune heraus war die Idee entstanden, bei jeder Weinprobe eine Lisdorfer Weinkönigin oder einen Weinkönig bzw. ein Wein- königspaar zu wählen und vor Ort stilgerecht zu küren. Dies ist inzwischen zur Tradition geworden und wird immer noch mit großem Spaß praktiziert. Nach meiner Erinnerung wurden bisher u.a. fol- gende Weinfreundinnen und Weinfreunde „inthro- nisiert“: Rosa Germann-Klein (†), Maria Amann (†), Doris Freichel, Sabine Weyand-Amann, Mathilde Derré-Bommersbach , Mechthild Grasmück, Anne- marie Maier, Gabi Germann-Becker, Rita Freichel, Martina Klinz-Follert, Kathrin Adam, Saranja Nan- tasock und Irina Peter-Jenal. Bei den Herren wa- ren es u.a.: Walter Jungmann (†), August Balthasar (mehrere Jahre), Gerd Boudier, Herbert Gemann, Peter Gindorf, Bernd Dellmann, Hendrik Adam, Torsten Math und Christoph Jenal. Sie alle haben wesentlich dazu beigetragen, dass sich die Wein- proben des VHL zu einem echten Highlight entwi- ckelt haben. Viele Teilnehmer, die von Anfang an dabei waren, sind leider verstorben, so Georg und Maria Jungmann, Rudi und Rosa Germann, Alfred und Ottilia Schwind, Jupp und Maria Amann, Lud- wig Freichel, Walter Jungmann, Thomas Folz, Peter Breininger, Maria Amann (Miss Holzmühle), Werner Naumann u.a. Erfreulicherweise sind bei den Wein- proben inzwischen zunehmend Jüngere vertreten. Die letzte Weinprobe fand am 26. Nov. 2016 beim Ein alljährliches Highlight – die Weinproben des Heimatkundevereins Am 26.November 2016 inthronisierte der VHL bei seiner Weinprobe beim saarländischen Winzerpräsidenten Gerd Petgen (2.v.r.) Irina Peter und Christoph Jenal (Mitte) zum Lisdorfer Weinkönigspaar. 32
  31. 31. saarländischen Winzerpräsidenten Gerd Petgen in der Marienstraße in Perl-Sehndorf statt. Dieser ist ein Sohn des Perler Weinpioniers und Ökonomiera- tes Alfons Petgen (†), bei dem wir oft zu Gast waren. Gerd Petgen unterhält von April bis Weihnachten eine Wein- und Sektmanufaktur einschl. Sekthaus als sog. Straußwirtschaft. Er präsentierte kurzweilig und mit launigen Worten den saarländischen Wein- bau an der Obermosel und speziell die Köstlichkei- ten seines Hauses. Zuerst wurde ein Perler Crémant brut Savoir vivre gereicht, gefolgt von einer köstli- chen Winzervesper. Danach stellte uns Petgen einen Elbling, einen Weißen Burgunder, einen Auxerrois, einen Blanc de Noir, einen Grauen Burgunder und einen Spätburgunder vor, alles Qualitätsweine des Hauses Petgen, vorwiegend Spätlesen und eine Aus- lese. Von Probe zu Probe stieg die Stimmung aller Beteiligten, die wie immer mit der Wahl des neuen Lisdorfer Weinkönigspaares ihren Höhepunkt er- reichte. Diesmals waren es Christoph Jenal und seine Braut Irina Peter. Nach kurzer Vorstellung der beiden durch VHL-Vorsitzenden Heiner Groß übernahm Vorstandsmitglied Doris Freichel die stilgerechte Ze- remonie. Alle freuten sich mit dem glücklichen neuen Königspaar. Christoph Jenal, Sohn von Michael Jenal (†) und Elisabeth Jenal-Klein ist ein waschechter Lis- dorfer und arbeitet als Ingenieur im Mercedes-Werk in Wörth/Südpfalz. Seine damalige Braut und heu- tige Ehefrau Irina stammt aus Elm und arbeitet als Diplom-Kauffrau bei DM in Karlsruhe. Kurz nach ihrer Kür zum Weinkönigspaar heirateten die beiden standesamtlich in Landau/Pfalz. Am 17. Juni 2017 findet in unserer schönen Lisdorfer Pfarrkirche die kirchliche Hochzeit statt. Dann können wir unserem amtierenden Weinkönigspaar gratulieren und ihm nochmals „huldigen“. Die nächste Weinprobe findet voraussichtlich im Spätherbst statt. Alle Freunde des kultivierten Wein- genusses können daran teilnehmen, auch wenn sie noch nicht Mitglied im Heimatkundeverein sind. Mit- glieder werden schriftlich benachrichtigt, andere In- teressenten können sich über die Presse informieren. Der langjährige Organisator der VHL-Weinproben- fahrten, VHL-Vorsitzender Heiner Groß, muss sich aus gesundheitlichen Gründen nach und nach zu- rückziehen. Glücklicherweise sind VHL-Vorstands- mitglied Doris Freichel und ihre Söhne bereit, diese beliebte Tradition auch in den nächsten Jahren fort- zuführen. Doris Freichel hatte bereits die letzten Weinproben des VHL weitgehend organisiert. Die gezeigten Fotos wurden von Berthold Nagel, der sich dieses Highlight nie entgehen lässt, und von Gerhard Grasmück dankenswerter Weise zur Verfü- gung gestellt. (hg). Lisdorfer Weinkönigspaar im Jahr 2011 war Gabi und Herbert Germann 33
  32. 32. Vorstandsmitglied Maria Scholly und Weinkönigin Gabi Germann VHL-Vorsitzender Heiner Groß im Gespräch mit Weinkönig Herbert Germann v.l.n.r.:Peter Gindorf, Karl Faller, Dr.Steffen Freichel, Heiner Groß, Gerd Rupp, Robert Schütz v.l.n.r.: Annemarie Maier und Doris Freichel v.l.n.r.:Peter Gindorf, Laura Altmaier, Rita Freichel, Annemarie Maier Vorstandsmitglied Maria Kunzler 34
  33. 33. Tennisclub Grün-Weiß Lisdorf will fusionieren Kurz vor Redaktionsschluss erreichte uns die Nach- richt, dass der TC Lisdorf mit dem TCBP in Beau- marais fusionieren will. Am 7. April 2017 sollen die Mitglieder beider Clubs im Clubhaus Beaumarais darüber abstimmen. Sollte es zur Fusion kommen, geht für den TC Grün-Weiß Lisdorf eine annähernd 38 Jahre währende Selbständigkeit mit einem Wech- selbad von Höhen und Tiefen zu Ende. Er wurde am 25.10.1979 auf Initiative des Stadtrates Heiner Groß und Peter Guckeisen mit 67 Personen im Gasthaus Adolf Breininger gegründet mit folgendem Vorstand: Peter Guckeisen, Vorsitzender, Marie-Luise Groß, Stellv. Vorsitzende, Bruno Hewener, Gabi Germann, Dr. Dieter Bohr, Vinzenz Groß, Thomas Klein, Joa- chim Poetzsch, Hermann Schwind, Alois Wack. Die gewählte Führung des neuen TC Lisdorf war bereits tenniserfahren. Peter Guckeisen unterrichtete u.a. Sport am Gymnasium Dillingen und war Trainer des TC Altforweiler. Marie-Luise Groß unterrichtete u.a. Sport an der Hauptschule Kreuzberg in Saarlouis und war Mitglied des TC Blau-Weiß Saarlouis. Mangels eigener Plätze fand der Sportbetrieb zu- nächst auf den Tennisplätzen „In den Fliesen“ statt, die von der Stadt Saarlouis bereitgestellt wurden. Am 28.4.1985 konnten eigene Tennisplätze in Lis- dorf an der verlängerten Rosenthalstraße in Betrieb genommen werden. An der feierlichen Einweihung nahmen u.a. teil: OB Dr. Manfred Henrich, BM Willi Jakob, die Stadtratsfraktionsvorsitzenden, der Vorsit- zende des Stadtverbandes für Leibesübungen Dieter Schwarz, Saar-Tennispräsident Dr. H. Steigleiter. Die Einweihung nahm Pater Anton Loyo vor (s. Foto). Da- nach zeigte die damalige Weltklassespielerin Clau- dia Kohde-Kilsch und der afrikanische Tennistrainer Pascal Ondobo den zahlreichen Gästen ihr Können (s. Foto). 1989 wurde das Clubhaus im Rosenthal fertiggestellt, das wiederum 2009 komplett renoviert und erweitert wurde. Neben 6 Tennisplätzen verfügt der TC Lisdorf dort auch über einen Bouleplatz. Peter Guckeisen war bis 1996 insgesamt 16 Jahre lang Vorsitzender. Auf ihn folgte Herbert Schröder aus Neuforweiler, und seit 2006 ist Burgel Bohschulte Vorsitzende. In den knapp 38 Jahren seines Bestehens konnte der TC Lisdorf ne- ben mehreren sportlichen Erfolgen auch das 20jäh- rige Jubiläum am 2.7.1999 und das 30jährige am 9.10.2009 feiern. In den 38 Jahren gehörten u.a. fol- gende Mitglieder dem Vor- stand an: Yvette Killinger, Stefan Wack, Edi Denne- mark, Paul Morguet, Guido Haas, Wolfgang Willkomm, G u d r u n J u n g m a n n , Fred Sartorius, Helmut Klein, Axel Buschmann, Aktuelles aus den Lisdorfer Sportvereinen Einweihung der Tennisanlage Rosenthal am 28.4.1985 Der afrikanische Tennistrainer Pascal Ondobo und die damalige Weltklassespielerin Claudia Kohde-Kilsch 35
  34. 34. Joachim Hamacher, Armin Stein, Klaus-Dieter Kai- ser, Hans-Günther Siegwarth, Ralf Franzen, Jürgen Greff, Monika Müller, Marie-Anne Damde, Michael Damde, Iris Kretschmar, Karin Bussert, Torsten Gohn und Maria Stein. Dem jetzigen Vorstand gehören u.a. an: Vorsitzende Burgel Bohschulte, Stellvertre- ter Sebastian Keld (Hülzweiler), Thomas Linsler, Eva Schröder (Saarlouis). Die Mitgliederzahl unterlag ei- nem starken Wechsel. Von 67 Gründungsmitgliedern stieg die Zahl bis 1985 kontinuierlich auf 178 an. Mit den eigenen Tennisplätzen stieg sie innerhalb kurzer Zeit auf 269 an, reduzierte sich dann aber stetig bis auf jetzt 62 Mitglieder. Dieser Mitgliederschwund und mangelndes Engage- ment jüngerer Mitglieder ist nach Angaben der Vor- sitzenden der Hauptgrund für die angestrebte Fusion. Nach der Fusion sollen sowohl die Tennisplätze als auch das Clubhaus in Lisdorf erhalten bleiben. (hg) HGSschlägtKonstanz35:28–Aufwärtstrend? Vor diesem Spiel am Samstag, 25. März, stand die HGS auf Platz 17, dem ersten Abstiegsplatz der 2. Handball-Bundesliga-Tabelle. Konstanz war nur 2 Punkte besser, stand aber auf Platz 12. Da mehrere HGS-Stammspieler verletzungsbedingt nicht spielen und Konstanz in Bestbesetzung auftreten konnte, war der Ausgang der Partie offen. Doch die HGS legte schnell mehrere Tore vor, die sie mit einer überzeugenden Leistung über die gesamte Spiel- zeit halten konnte. So kam ein unerwarteter und viel umjubelter Sieg zustande. Von der in mehreren Spielen aufgetretenen „Heimschwäche“ war an diesem Abend nichts zu sehen, so dass eine be- rechtigte Hoffnung auf einen Aufwärtstrend bei den noch ausstehenden 11 Spielen besteht. Beim nächsten Spiel gegen Spitzenreiter TuS N-Lüb- becke wird es sicherlich sehr schwer zu punkten. Doch bei den 6 Heim- spielen gegen eben- falls abstiegsgefährdete Mannschaften müsste es möglich sein, mit der ge- gen Konstanz gezeigten Leistung Siege einzufah- ren und damit das untere Tabellendrittel verlassen zu können. (hg) Lisdorfer Fußballverein Spitzenreiter in der Kreisliga A Saar Nach 21 Spielen führt der SC 1929 Lisdorf die Ta- belle der Kreisliga A Saar mit 53 Pluspunkten und einem Torverhältnis von 89:20 knapp vor dem SV Felsberg und dem SC Roden an. Beim letzten Heim- spiel auf dem Rasenplatz im Rosenthal am 26. März 2017 wurden die SF Wadgassen mit 11:0 besiegt, ein wirklich beeindruckendes Ergebnis, das nicht nur die Spitzenposition festigte, sondern den SC Lisdorf auch als Mannschaft mit dem besten Torverhältnis in der Kreisliga A Saar auswies. In den bisherigen 21 Ligaspielen wurden im Schnitt jeweils mehr als 4 Tore erzielt. Auch das ist beeindruckend! Wenn auch noch 9 Pflichtspiele zu absolvieren sind, so darf jetzt schon von der Liga-Meisterschaft und dem Aufstieg in die Bezirksliga Saarlouis geträumt werden. Seit der SC Lisdorf im Rosenthal auf einem Rasenplatz spielen kann, ist eine deutliche Leistungs- steigerung zu verzeichnen. Sowohl die Meisterschaft als auch der Klassenaufstieg sind sehr realistisch geworden. Es wäre zu wünschen, dass sich bei den Heimspielen mehr Lisdorfer auf der schönen Sport- stätte Rosenthal einfinden und ihre Fußballer anfeu- ern würden. (hg) 36
  35. 35. Lisdorf picobello Die saarlandweite Picobello–Aktion fand dieses Jahr am Samstag, 11.Mär 2017 statt. Schulen, Kindergärten, Be- triebe u.a. waren bereits am Freitag aktiv. So auch die Prof.–Ecker–Grundschule und die Kita Herz–Jesu Lisdorf. Koordinator in Lisdorf ist der Heimatkundeverein, der von Anfang an dabei ist.Organisator von Saarland–Pi- cobello ist der EVS in Saarbrücken, der von Georg Jungmann als Geschäftsführer geleitet wird. In Saarlouis ist zudem der NBS zuständig. Treffpunkt der freiwilligen, ehrenamtlichen “Müllwerker” in Lisdorf war das Rosenthal. Dort fanden sich bis neun Uhr mehr als 20 Personen ein und danach nach und nach nochmals etwa 15, so dass annähernd 40 Freiwillige in Lisdorf im Einsatz waren, die von Ortskoordinator Heiner Groß zum Säubern unseres Ortes und der umgebenden Natur eingeteilt waren. Darunter ältere wie jüngere Helfer einschließlich der Jugendfeuer- wehr unter Leitung von Michael Wiltz, Vorstandsmitglieder des VHL und der CDU sowie EVS–Geschäftsführer Georg Jungmann und Stadtratsfraktionschef Raphael Schäfer. Auch einige Eltern von Schul– und Kindergar- ten–Kindern waren mit ihren Kindern dabei, ebenso der Schulelternsprecher Alexander Maul. Dieses Jahr ist etwas weniger wild abgelagerter Müll festgestellt worden, trotzdem noch viel zu viel. Vor allem Kunststoffe, die nicht verrotten, sind überall gefunden worden. Es ist unverständlich, dass Abfall, der unentgeltlich im Wertstoffhof oder anderen Stellen abge- geben werden kann, immer noch wild entsorgt und da- durch die Natur und Land- schaft verschandelt wird. Wir geben die Hoffnung nicht auf, dass PICOBELLO–Aktionen irgendwann entbehrlich wer- den. Bis dahin fühlen wir uns aber der Natur und unserem Ort zuliebe verpflichtet, immer wieder aufzurufen, mitzuhel- fen, unseren Ort mit Natur und Landschaft von Unrat zu einigen. (hg) Fotos: Harald Weiler 37
  36. 36. 70 Jahre Hildegard Messner, Lisdorf Doris Feichel, Lisdorf Edgar Gladel, Saarlouis Rita Freichel, Holzmühle Edelaut Comtesse, Holzmühle Albert Morguet, Holzmühle Klaus Pecina, Beaumarais 75 Jahre Annemarie Klein, Lisdorf Roswitha Blasius, Lisdorf Siegfried Luxenburger, Lisdorf Irmgard Follert, Holzmühle Brigitte Groß, Holzmühle 80 Jahre Elfriede Recktenwald, Holzmühle Juliane Senzig,Holzmühle Rosmarie Meyer, Lisdorf Horst Klein, Holzmühle Ulla Klein, Saarlouis Maria Scholly, Holzmühle Wir gratulieren unseren älteren Mitgliedern zu ihren halbrunden und runden Geburtstagen in 2016 Erna Sonntag, Lisdorf Christel Weiler, Holzmühle 85 Jahre Gerhard Kunzler, Lisdorf Klaus Comtesse, Holzmühle Maria Klein, Lisdorf 90 Jahre Dr. Erwin Müller, Wallerfangen Regina Welsch, Saarlouis Ilse Groß, Holzmühle Über 90 Jahre Maria Scholly, Lisdorf Hedwig Jeibmann, Saarlouis Clementine Bohr-Nobel, Lisdorf/Saarlouis Veronika Hild, Lisdorf Irma Theobald-Scholly, Schwalbach Maria Schmitt, Saarlouis Theo Speicher, Roden/Steinrausch Guido Zengerle, Losheim Nachruf Seit der letzten Ausgabe Nr. 21 des Lisdorfer Heimatblattes sind folgende Mitglie- der, Freunde und Förderer des Heimatkundevereins verstorben: Ruth Illenberger-Steffen, Port Elizabeth/ RSA Helmut Birk, Nalbach Peter Breininger, Lisdorf-Holzmühle Georg Krier, Lisdorf Ottilia Schwind, Lisdorf Ludwina Hafner, Emersacker, früher Schwalbach Wir halten die Verstorbenen in dankbarer Erinnerung und werden ihnen ein ehrendes Andenken bewahren. Verein für Heimatkunde Lisdorf e.V. 38
  37. 37. Ministerpräsidentin Annegret Kramp–Karrenbauer ist seit vielen Jahren zu den unterschiedlichsten Anlässen Gast in Lisdorf. 39
  38. 38. Am 29. August 2004 beim „Tag der Offenen Tür“ des Löschbezirkes Lisdorf besuchte Annegret Kramp–Karrenbauer als Innenministerin, auch zustän- dig für die Feuerwehren im Saarland, die Lisdorfer Wehr. Bild oben: v.l.n.r.: Hans-Joachim Loris, stellv. Wehrführer, Heiner Groß, Stadtrat und VHL-Vor- sitzender, Ministerin Annegret Kramp-Karrenbauer, Wolfgang Müller, stellv. Polizeichef von Saarlouis, Georg Jungmann, MdL Bild unten: Ministerin Annegret Kramp-Karrenbauer im Kreise von Lisdorfern im Feuerwehrhaus

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