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Inhaltsverzeichnis
Heiner Groß Vorwort 3
Agnes Groß Der „Weiße Sonntag“ hat eine lange Tradition 4
Heiner Groß Vor 110 J...
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in dieser Ausgabe haben wir wieder eine breite Palette
von unterschiedlichen Themen behandelt. Die heimat-
historischen ...
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Die Osterwoche einschließlich des auf Ostern fol-
genden Sonntags, in der katholischen Kirche auch
Osteroktav genannt, h...
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gefeiert, zum Beispiel während des 1. und 2. Welt-
krieges. In der Regel werden die Kinder im dritten
Schuljahr auf dies...
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gingen in der Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis die
Kinder in den letzten Jahren mit einheitlichen wei-
ßen Kutten zur Ers...
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gehofft, daß er bald wieder nach Hause kommt.
Nur 3 Monate danach erhielten wir die nieder-
schmetternde Nachricht, daß ...
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In der Schrift „Das Kreisständehaus Saarlouis“, die
der Landkreis Saarlouis anläßlich der Renovierung
dieses ältesten un...
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AbdruckausderSaar–Zeitungvom18.August1938
Verfasser Johann Port (1911– 1984)
Den Beitrag stellte unser Vereinsarchivar G...
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Seit der Ausgabe Nr. 6 stellen wir Ihnen bekann-
te oder auch inzwischen in Vergessenheit gerate-
ne Persönlichkeiten v...
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Das Saarlied „Am grünen Saum der Saar“ von Jakob Ecker aus Lisdorf
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BarockeGemäldeinderPfarrkircheBeaumarais
Am 29. März 2004 war in der Saarbrücker Zeitung
unter der Rubrik „Zurückgeblät...
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ZICK, Januarius (Johann Rasso Januarius), Ma-
ler und Architekt, * 6.2. 1730 (getauft) München
als Sohn des Johann Zick...
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Heiner Groß
AusderGeschichtederHolzmühle
Wenn man heute von der Holzmühle spricht, dann
meint man damit den Lisdorfer O...
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SchnappschüssevomGrünkohlessenbeiderLFG
Ministerpräsident Peter Müller und Oberbür-
germeister Hans–Joachim Fontaine ma...
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LisdorferHeimatkundlerzurWeinprobeinPerl
Heiner Groß
Der Heimatkundeverein Lisdorf führt
in regelmäßiger Folge Weinprob...
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Das Wegekreuz von
Lisdorf an der Ecke
Groߖ Kirchenstraße,
das an der vorderen
linken Ecke des Hau-
ses Großstraße 49
s...
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Vazehlches
von Marianne Faust
Wie mia Kenna woren, hodden ma emma us
Amusemma, wenn de älla Leit Rängelcha onn
Spichten...
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Wie Städt haut senn, dat ohne Hohn
Ess jede stolz off Dradition.
Nett nur Vergangnes sich besehn!
Em Geischt, soll alle...
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Nach der Einführung des „Kultes der Vernunft“ an-
stelle des Christentums und einer neuen Zeitrech-
nung im Mai 1794 be...
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tete im Geheimen in seiner alten Pfarrei weiter und
taufte in den Jahren 1794 – 1798 insgesamt 104
Kinder aus Lisdorf u...
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Arnt Finkenberg
Auch in der Lisdorfer Geschichte sind vier Fälle von
Hexenverfolgungen bekannt. So wurden im Jahr
1594 ...
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Im Folgenden beschäftige
ich mich mit dem Namen
Breininger und Peter
Breininger von der Holz-
mühle. Peter ist ebenfall...
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Mitgliederstruktur des Vereins für Heimatkunde Lisdorf e.V.
Stand 15.02.2004
Saarländischen Volkskunde zu den Jahrestag...
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Heiner Groß
BesuchbeiFranz–JosefWeinaufSchloßSchiltern
Seit mehr als 10 Jahren leitet Franz–Josef Wein aus
Lisdorf die ...
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die saarländische Heimat überreichte. Er sprach
Franz-Josef Wein namens der gesamten Reise-
gruppe Hochachtung und beso...
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WienundBudapest–
diezweibezauberndenDonaumetropolen
Heiner Groß
Bereits im Jahre 2002 führte die große Jahresreise
des ...
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zum Shopping beziehungsweise einem Bummel
mit Einkehr in das Kaffee Sacher oder in ein an-
deres Kaffeehaus genutzt wur...
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Wir gratulieren
Für 90 Jahre
20. Jaunar Frau Margareta Rode, An der Kapellenmühle 2
02. Februar Herr Eduard Franz, Kreu...
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Lisdorfer Heimatblatt 7

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  1. 1. 2 Inhaltsverzeichnis Heiner Groß Vorwort 3 Agnes Groß Der „Weiße Sonntag“ hat eine lange Tradition 4 Heiner Groß Vor 110 Jahren: 3 Lisdorfer im Kreistag Saarlouis 8 Johann Port † Abdruck aus der Saar–Zeitung vom 18. August 1938 9 Heiner Groß Lebensbilder Lisdorfer Bürger Prof. Dr. Dr. Jakob Ecker, Saarlied 10 Hans Löw Barocke Gemälde in der Pfarrkirche Beaumarais 12 Heiner Groß Aus der Geschichte der Holzmühle 14 Georg Groß Schnappschüsse vom Grünkohlessen bei der LFG 15 Herbert Germann Bildreportage vom 2. Lisdorfer Grünkohlessen 16 Heiner Groß Lisdorfer Heimatkundler zur Weinprobe in Perl 18 August Balthasar Die Schiffsleute von Lisdorf 19 M. Faust/W. Naumann Beiträge zur Lisdorfer Mundart 20 Maria Roth–Weiland De gutt alt Saarbregg! 21 Arnt Finkenberg Die französische Revolution und ihre Folgen für Lisdorf 22 Arnt Finkenberg Lisdorfer Hexenverfolgungen 24 August Balthasar Deutung und Dialog über die Herkunft des Namens Breininger 25 Heiner Groß Besuch bei Franz–Josef Wein auf Schloß Schiltern 27 Wien und Budapest –die zwei bezaubernden Donaumetropolen 29 Flugreise nach Rom in die „Ewige Stadt“ 30 Impressum: Herausgeber: Verein für Heimatkunde Lisdorf e. V. (VHL) Am Ginsterberg 13, 66740 Saarlouis–Lisdorf Tel.: 06831/41694, Fax: 06831/128753 Redaktion: Heiner Groß (verantwortlich) Georg Groß (PC–Bearbeitung), Agnes Groß, Werner Naumann, Harald Weiler Druck: Druckerei und Verlag Heinz Klein GmbH, Auf der Wies 7, 66740 Saarlouis–Lisdorf Bankverbindungen: Kreissparkasse Saarlouis (BLZ 593 501 10), Kto.Nr.: 74–30088–0 Volksbank Saarlouis (BLZ 593 901 00), Kto.Nr.: 1401217629 Bezugspreis: 3 Euro je Heft, Vereinsmitglieder erhalten es kostenlos www.heimatkunde-lisdorf.de, e–mail: info@heimatkunde-lisdorf.de Namentlich gekennzeichnete Artikel geben die Meinung des Verfassers, nicht unbedingt der Redaktion wieder. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Herausgebers Einladung an alle Mitglieder, Leser und Freunde! Samstag, 8. Mai, Fahrt nach Luxemburg (Führung), Sandweiler, Remich 22 € Samstag, 22. Mai, Fahrt zur Landesgartenschau nach Trier 18 € Samstag, 10. Juli, Fahrt nach Nancy und Umgebung (Führung) 25 € 19.–27. September Busreise nach Prag, Breslau, Krakau und weiteren Orten in Südpolen, Schlesien mit großem Programm 638 € 16.–20. Oktober Flugreise nach Rom 598 € Info und Meldungen: Tel.: 41694; 42621; 2772; 443285; 40651; siehe Seite 23, 24, 30, 32 Ihr Verein für Heimatkunde Lisdorf e.V.
  2. 2. 3 in dieser Ausgabe haben wir wieder eine breite Palette von unterschiedlichen Themen behandelt. Die heimat- historischen Themen stehen - wie bisher immer - im Vordergrund. Man kann es nicht oft genug wiederho- len: Lisdorf hat eine reiche historische Vergangenheit, die bei weitem noch nicht vollständig erforscht ist. Seit dem Jahre 911 als Lisdorf in einer Urkunde erstmals erwähnt wird, sind fast 1.100 Jahre vergangen. Davon liegen noch etwa 750 Jahre weitgehend im Dunklen. Als Redaktion dieses Blattes fühlen wir uns verpflichtet, immer wieder auf diese Tatsache hinzuweisen und über das Aktenkundige und Erforschte zu berichten. So haben wir in dieser Ausgabe zwei unseres Erachtens besonders interessante Artikel aus dem Buch unseres Mitglieds Arnt Finkenberg aus Trier „Lisdorf von der Steinzeit bis zur Gegenwart (1996)“, das als Band 5 in der Reihe Geschichte der Kreisstadt Saarlouis 1997 er- schienen ist, abgedruckt. Der eine behandelt die auch in Lisdorf wütenden Hexenverfolgungen im Vorfeld des 30jährigen Krieges (1618 bis 1648) und der andere die vorübergehende Abschaffung des Christentums in Lisdorf als Folge der Französischen Revolution. Mehrere Beiträge aus unserer neueren Geschichte ergänzen den heimatkundlichen Teil. In dieser Ausgabe haben wir auch wieder mehrere Beiträge von Mitgliedern über die Lisdorfer und Saarlouiser Mundart. Zur Erhaltung und Pflege des Kulturgutes „Mundart“ werden wir mundart- liche Beiträge künftig regelmäßig veröffentlichen. Wir sind uns dabei durchaus der Tatsache bewusst, dass Mundart viel leichter und schneller über das Gehör wahrgenommen wird als in schriftlicher Form. Das ak- tuelle Geschehen hat in dieser Ausgabe auch wieder einen breiten Raum. Im Mittelteil berichten wir in einer Bildreportage von Herbert Germann über das großartige 2. Lisdorfer Grünkohlessen in der Halle der Lisdorfer Frischgemü- se, das landesweite Beachtung und mit etwa 250 ge- ladenen Teilnehmern eine überragende Besucher- resonanz gefunden hat, die an die Grenze des räum- lichen Fassungsvermögens geführt hat. Unter den zahl- reichen illustren Gästen war kein geringerer als unser Ministerpräsident Peter Müller, der als amtierender Grünkohlkönig eine begeisternde Rede hielt. Mit dem Grünkohlessen ist eine alte Lisdorfer Tradition wieder belebt worden. Einen relativ breiten Raum nehmen in dieser Ausgabe Berichte über durchgeführte und vorgesehene Ausflü- ge und Fahrten ein. Ein wesentlicher Teil der inzwischen über 600 Mitglieder des Heimatkundevereins Lisdorf er- wartet dies im Veranstaltungsangebot. Die Ausflüge und Fahrten mit breitem kulturellen und geschichtlichen Hintergrund sind äußerst beliebt. Dazu trägt wohl auch bei, dass sie durch weitgehende Selbstorganisation und Einholung von mehreren Angeboten besonders preis- günstig angeboten werden können. Den üblichen Überschuss wollen und dürfen wir als gemeinnütziger Verehrte Leserinnen und Leser, Ihr Heiner Groß Vorsitzender des Vereins für Heimatkunde Lisdorf e.V. Verein nicht einkalkulieren. Und die von uns engagier- ten Reiseveranstalter müssen sich mit einer bescheide- nen Gewinnspanne zufrieden geben. Als besonderes Highlight unserer in nächster Zeit vor- gesehenen Reisen kann ich die Busreise vom 19. bis 27. September über Prag nach Südpolen und Schlesi- en anbieten. Sie ist sowohl in preislicher als auch in programmlicher Hinsicht einmalig. Die Fahrt wird mit einem Luxusreisebus durchgeführt und alle Hotels ge- hören zur jeweiligen Spitzengruppe. Die „Goldene Stadt Prag“, die frühere schlesische Hauptstadt Breslau mit ihrer großen historischen Vergangenheit als Kultur- und Universitätshochburg und das bezaubernde Kra- kau als Zentrum von Kultur, Wissenschaft und katholi- scher Kirche mit Kardinals- und Bischofssitz sind einma- lig und in unseren Regionen noch weitgehend unbe- kannt. Daneben werden die weltbekannten Klöster Kalvarienberg, Tschenstochau, Annaberg und Trebnitz, wo jährlich Millionen hinpilgern, besucht. Aber auch Bochnia als Partnerkreis von Saarlouis, das weltbe- rühmte Salzbergwerk Wieliczka mit unterirdischer Kir- che, die heutige Friedensstätte Auschwitz-Birkenau (ehemaliges NS-KZ) und Wadowice, der Geburtsort des Papstes südwestlich von Krakau sowie die Städte Oppeln, Glatz und Hirschberg im Riesengebirge des Sudetenlandes und die Kurorte Bad Altheide bzw. Bad Kudowa werden auf dieser Reise besucht. Näheres kann auf Seite 32 dieser Ausgabe nachgelesen werden. Das Reise-Highlight des vergangenen Jahres war die 9tägige Fahrt nach Wien und Budapest mit einem ganztätigen Besuch bei Franz-Josef Wein auf Schloss Schiltern in der Nähe von Krems in der Wachau. Auf den Seiten 27 bis 30 berichten wir darüber. Jetzt, wo gerade die Berichtslegung für diese Ausgabe zum Abschluss gebracht wird, werden die letzten orga- nisatorischen Vorbereitungen für die 2. Auflage des großen Lisdorfer Festes „Lisdorf...alles im grünen Be- reich“ am Sonntag, 02. Mai 2004 getroffen. Wenn wie im vergangenen Jahr die Witterung mitspielt, wird es ein Open Air-Fest, wie es Lisdorf wohl noch nicht erlebt hat. Was die Hauptorganisatoren Herbert Germann und Georg Jungmann in mehrmonatiger Arbeit auf die Beine gestellt haben, ist beispielhaft. In der nächsten Ausgabe werden wir darüber ausführlich berichten. Mir bleibt Dank zu sagen für dieses aktive Geschehen, das danach in die Annalen eingehen und Geschichte wird. Danken möchte ich den Mitarbeitern an dieser Ausgabe, insbesondere Georg Groß für die mit viel Aufwand verbundene Fertigung der druckfertigen Vor- lage in Form einer CD. Ich wünsche auch dieser Ausgabe wieder eine große Leserschaft und viel Muße und Freude beim Lesen.
  3. 3. 4 Die Osterwoche einschließlich des auf Ostern fol- genden Sonntags, in der katholischen Kirche auch Osteroktav genannt, hatte in der frühen Kirche eine besondere Bedeutung. Täglich fanden Eucharistie- feiern statt, bei denen die Neugetauften tiefer in das Verständnis der Sakramente eingeführt wurden. Die Täuflinge trugen während der gesamten Osterwo- che ihre weißen Taufkleider zum Gottesdienst bis zum Sonntag nach Ostern. Deshalb wird die Oster- woche auch „Weiße Woche“ oder „Woche in den weißen Kleidern“ und der Sonntag nach Ostern „Weißer Sonntag“ genannt. Weiße Stoffe – Ausdruck der Reinheit des Menschen nach der Taufe – sind dabei seit dem dritten Jahrhundert bezeugt. Im siebten Jahrhundert wurde die jährliche Tauf– Erinnerungsfeier üblich, bei der die gesamte Ge- meinde mit den Täuflingen des Vorjahres das Taufgedächtnis feierte. Wegen des wechselnden Ostertermins wurde dieses schließlich auf den Montag nach dem Weißen Sonntag festgesetzt. Als die Sitte der österlichen Taufe mehr und mehr ab- nahm und zunehmend die Kinder gleich nach der Geburt getauft wurden, verlor der Brauch an Be- deutung. Ursprünglich war das „weiße Kleid“ mit der Taufe verbunden. Noch im 12. Jahrhundert empfingen die Getauf- ten am Karsamstag ihre erste Kommunion mit Tau- fe und Firmung. Das IV. Laterankonzil legte 1215 das Alter für den Empfang der Kommunion nicht genau fest. Es wurde dann regional unterschied- lich gehandhabt und schwankte zwischen dem 7. und 14. Lebensjahr. Die Vorbereitung und Festset- zung dieses Termins wurde den Eltern überlassen. Wegen der von Thomas von Aquin geforderten Andachtshaltung verlagerte sich der Termin aller- dings in ein immer späteres Alter. So ging man nach Vereinbarung mit dem Pfarrer an einem Fei- ertag – meist während der österlichen Zeit – ge- meinsam mit dem Kind zum Altar. Um 1650 begannen sich im Rheinland die Jesui- ten mit der Vorbereitung der Kinder auf die Erst- kommunion zu befassen. Ihre Volksmissions- termine wurden oft der Anlass zu feierlichen Erst- kommunionfeiern. Später verlagerte sich das Fest ganz in die Pfarreien, wo es vielfach schon zu ei- ner festen Einrichtung geworden war. Als Erst- kommuniontag wurden vor allem der Weiße Sonn- tag und der Himmelfahrtstag üblich. Der„WeißeSonntag“hateinelangeTradition Agnes Groß Im 17. Jahrhundert wurde der Weiße Sonntag zum Tag der gemeinsamen Erstkommunion der Kinder. Auch in evangelischen Gemeinden wurde es üb- lich, die Konfirmation mit dem ersten Abendmahls- gang um das Osterfest herum – oft am Palmsonn- tag – zu feiern. Vermutlich hängt beides weniger mit dem theologischen Gehalt der Osterfeiern als mit bestimmten Gegebenheiten des bürgerlichen Jahres und des Bildungswesens zusammen (Ende des Schuljahres an Ostern). Das Dekret „Quam singulari’’ von Papst Pius X. aus dem Jahre 1910 wünschte ein frühes Kommunionalter für die Kin- der. In Deutschland stieß es zunächst auf heftigen Widerstand der Eltern, bis dann später die allge- meine feierliche Erstkommunion in das zweite oder dritte Schuljahr und in der Regel auf den Weißen Sonntag gelegt wurde. In der Pfarrei St. Crispinus und Crispinianus zu Lis- dorf ist der „Weiße Sonntag“ der Sonntag nach Aufnahme von 1907 mit den Erstkommunikantinnen Katharina Groß (links) und Anna Berdin, beide aus der Machesstraße
  4. 4. 5 gefeiert, zum Beispiel während des 1. und 2. Welt- krieges. In der Regel werden die Kinder im dritten Schuljahr auf dieses Ereignis vorbereitet. Soweit feststellbar, ist der Weiße Sonntag schon seit mehr als 100 Jahren ein fester Bestandteil im kirchlichen Leben von Lisdorf. In den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts wur- de versucht, die Kinder jn einem früheren Alter zur Eucharistie zu führen. Dies sollte – wann immer es von den Kindern oder deren Eltern gewünscht wür- de – unabhängig vom Weißen Sonntag gesche- hen. Dieser Versuch fand jedoch bei den Eltern keinen Zuspruch. Die Anfang der 70er Jahre des vergangenen Jahr- hunderts in Lisdorf erfolgte Verlegung der Erstkom- munionfeier vom Weißen Sonntag auf den Pfingst- sonntag war nur von kurzer Dauer. Im Jahre 1977 wurde sie wieder auf den Weißen Sonntag verlegt. Mancherorts, so zum Beispiel in der Pfarrei St. Lud- wig in Saarlouis, finden die Erstkommunionfeiern an verschiedenen Sonntagen im Monat Mai statt. Für die Kinder ist auch heute der Weiße Sonntag mit der Erstkommunion ein großer Tag in ihrem jungen Leben und ein Fest für die ganze Pfarrge- meinde. Die Eltern kleiden ihre Kinder besonders hübsch für diesen Tag, die Mädchen in weiße Klei- der aus edlen Stoffen, die Jungen in schicke Anzü- ge. In manchen Pfarreien versucht man einem übertriebenen Kleideraufwand dadurch zu begeg- nen, dass man die Kinder einheitlich kleidet. So Aufnahme von 1908 mit den Erstkommunikanten Lud- wig Klein (links) und Peter Luxenburger Aufnahme vom Weißer Sonntag 1952 in Lisdorf Ostern, an dem die Kinder zur Erstkommunion ge- führt werden. Nur in wenigen Ausnahmejahren wurde die Erstkommunion an einem anderen Tag
  5. 5. 6 gingen in der Pfarrei St. Ludwig in Saarlouis die Kinder in den letzten Jahren mit einheitlichen wei- ßen Kutten zur Erstkommunion. Neben den festli- chen Kleidern gehören vor allem die langen ver- zierten Kerzen mit Kerzentüchern zu den unent- behrlichen Requisiten der Erstkommunion. Bei den Kindern spielen die Geschenke eine gro- ße Rolle. Im Gegensatz zu früher fallen diese heute sehr üppig aus. Lange war es Sitte, daß die Erst- kommunikanten von einem der Taufpaten die er- ste Armbanduhr geschenkt bekamen. Aufgrund der durch den Priestermangel veranlaß- ten Reformen in der katholischen Kirche werden heute in zunehmendem Maße Laien als Kateche- ten in die Erstkommunion–Vorbereitung mitein- bezogen. Zumeist handelt es sich um Eltern von Erstkommunikanten. Beim Niederschreiben dieser Zeilen wurde ich mit Wehmut und Traurigkeit an meine Erstkommunion vor 59 Jahren in Lisdorf erinnert. Es war der 3. Juni 1945 als wir knapp einen Monat nach Ende des verheerenden 2. Weltkrieges von Dechant Joseph Spengler in der notdürftig hergerichteten Lisdorfer Pfarrkirche die erste heilige Kommunion empfan- gen durften. Wir, das waren nur 13 Mädchen und 8 Jungen des Jahrgangs 1935/36, der insgesamt mehr als 80 Köpfe zählte. Die anderen 60 waren entweder noch in der Evakuierung und hatten dort ihre Erstkommunion empfangen oder konnten aufgrund der durch den Krieg zerrütteten Verhält- nisse erst später ihre Erstkommunion feiern. Bei mehreren aus meinem Jahrgang war kurz zu- vor der Vater im Krieg gefallen, vermißt oder noch in Kriegsgefangenschaft. Etliche von diesen säum- ten mit ihren Müttern, Geschwistern und weiteren Verwandten unseren Weg zur Pfarrkirche und be- klagten schluchzend ihr Schicksal. Wir waren einfachst gekleidet, zumeist in geliehenen oder aus weißen Stoffresten zusammengenähten Kleidern, überhaupt kein Vergleich zu heute. Trotzdem war die kirchliche Erstkommunionfeier für uns etwas ganz Großartiges, ein Lichtblick nach den Kriegs- jahren voller Ängste und Entbehrungen. Zur häuslichen Feier gab es etwas Kuchen, was in den Monaten zuvor im Stollen Rosenthal und da- nach in der Evakuierung in Überherrn ein Traum war. Die häuslichen Feiern waren so kurz nach dem furchtbaren Krieg bestimmt von der Gewißheit des eigenen Überlebens, andererseits aber auch von dem Gedenken und der Sorge um die gefallenen, vermißten und die in Kriegsgefangenenlagern aus- harrenden Angehörigen. Auch wir Kinder blieben von diesen physischen Belastungen nicht verschont. Während meiner Erstkommunionfeier habe ich – wie viele andere auch – um meinen in russische Kriegsgefangenschaft geratenen Vater gebetet und Aufnahme der Erstkommunikanten 1956 mit Pastor Alois Löw vor der Mariengrotte an der Kirche in Lisdorf
  6. 6. 7 gehofft, daß er bald wieder nach Hause kommt. Nur 3 Monate danach erhielten wir die nieder- schmetternde Nachricht, daß er wenige Tage nach Kriegsende im Mai 1945 in einem Lager in Sibiri- en gestorben sei. Am Tag meiner Erstkommunion war er also bereits tot. Meine nun 59 Jahre zurück- liegende Erstkommunionzeit war – wie bei so vie- len – äußerlich geprägt von Krieg, Zerstörung, Angst, Hunger, Entbehrungen und dem besonders schmerzvollen Verlust des Vaters. Den „Weißen Sonntag“, der für mich am 3. Juni 1945 war, habe ich jedoch in guter Erinnerung behalten. Der Tag war geprägt von der Feier in der Kirche und dem erstmaligen Empfang der heiligen Kommunion so- wie innigen Gebeten und Gesängen in der kirch- lichen Gemeinschaft. Das weitgehende Fehlen von heute üblichen Äußerlichkeiten, wie modische Klei- dung und viele Geschenke sowie von opulentem Essen, Getränken und Süßigkeiten wurde von uns Erstkommunikanten nicht als besonderer Mangel empfunden. Wir freuten uns auf und an diesem Ehrentag und waren nach den besonders harten letzten Kriegsmonaten voller Hoffnung, daß bald alles wieder gut würde. Leider wurde diese Hoff- nung in den folgenden Wochen, Monaten und Jah- ren wiederholt getrübt oder zeitweise zunichte ge- macht durch Meldungen vom Tod des Vaters, Opas, Bruders oder Onkels im fernen Osten. Die Hoffnung, die uns an unserem Weißen Sonn- tag vermittelt wurde, ist trotz aller Rückschläge glücklicherweise geblieben. Aufnahme von der Erstkommunionfeier 1960 in der Pfarrkirche Lisdorf Flugreise nach Rom Lisdorfer Reisegruppe im Forum Romanum. Lesen Sie den Bericht auf Seite 30 in dieser Ausgabe. Ausführlicher Bildbe- richt in der nächsten Ausgabe.
  7. 7. 8 In der Schrift „Das Kreisständehaus Saarlouis“, die der Landkreis Saarlouis anläßlich der Renovierung dieses ältesten und architektonisch schönsten Dienstgebäudes der Kreisverwaltung im Jahr 1989 herausgab, sind auf Seite 9 die Mitglieder des Kreistages – damals Abgeordnete genannt – im Jahre 1891 aufgeführt. Diese hatten später den Bau des Kreisständehauses beschlossen. Es fällt auf, daß von den 27 Kreistagsabgeordne- ten 3 aus Lisdorf waren, und zwar der Gutsbesit- zer DU SARTZ DE VIGNEULLE, der Gutsbesit- zer RUFF und der Gastwirt JOSEF BREININGER (Josef Brejdasch). A) Landrat Helfferich als Vorsitzender B) Abgeordnete: 1. Boch, Geh. Commerz.-Rath, Mettlach 2. Boch, R., Geh. Commerz.-Rath, Wallerfangen 3. Boch, A., Fabrikdirektor, Fremersdorf 4. Du Sartz de Vigneulle, Gutsbesitzer, Lisdorf 5. Gathmann, Direktor, Dillingen 6. Ruff, Gutsbesitzer, Lisdorf 7. Vopelius, Fabrikbesitzer, Sulzbach 8. Sauer, Direktor, Fraulautern 9. Alger, Ackerer, Schwarzenholz 10. Bach, Ortsvorsteher, Diefflen 11. Breininger, Gastwirt, Lisdorf 12. Diedrichs, Forstverwalter, Linslerhof 13. Ewen, Beigeordneter, Bettingen 14. Hektor, Vorsteher, Pachten 15. Hetzler, Gastwirt, Wallerfangen 16. Johannes, Vorsteher, Gerlfangen 17. Klein, Vorsteher, Eimersdorf 18. Knobe, Vorsteher, Jabach 19. Luxenburger, Gastwirt, Bous 20. Margraf, Direktor, Hostenbach 21. Röder, Vorsteher, Dillingen 22. Schmidt, Vorsteher, Fraulautern 23. Schneider, Vorsteher, Gisingen 24. Senzig, Vorsteher, Roden 25. Staudt, Ackerer, Außen 26. Fissene, Kaufmann, Saarlouis 27. Kniesz, Geschäftsführer, Saarlouis Der Kreistagsabgeordnete Du Sartz de Vigneulle war nur begrenzte Zeit als Gutsbesitzer in Lisdorf wohnhaft. In dem Lisdorfer Einwohnerbuch von Rudolf Zenner ist er nicht nachgewiesen, so dass er weder hier geboren noch gestorben ist. Heiner Groß Vor110Jahren:3LisdorferimKreistagSaarlouis Bei dem Kreistagsabgeordneten und Gutsbesitzer Ruff aus Lisdorf handelt es sich um den am 7. Ja- nuar 1835 in Hechingen (Baden–Württemberg) geborenen Friedrich Wilhelm Ruff, der als Soldat in die Garnisonsstadt Saarlouis kam und in 1. Ehe mit Theresia Schmitz (* 14. Januar 1833 Saarlouis, † 18. Juni 1887 in Lisdorf) und in 2. Ehe ab 1888 mit der Witwe Elisabeth Morguet geb. Louis (*17. Dezember 1854 in Lisdorf) verheiratet war. Nach seiner Militärzeit war Friedrich Wilhelm Ruff als Kaufmann und Gutsbesitzer tätig. Im Jahre 1871 kaufte er den Labacher Hof bei Reisbach und kur- ze Zeit später auch ein größeres Anwesen in der Provinzialstraße in Lisdorf mit einem feudalem Wohnhaus (Ruff`sche Villa). Trotz seines größeren Besitzes Labacher Hof wohnte er mit seiner Fami- lie in Lisdorf. Am 21. Dezember 1894 ist er im Al- ter von knapp 60 Jahren in Lisdorf verstorben. Sein Sohn Max aus 1. Ehe, geb. am 15. Oktober 1875 in Saarlouis, erbte sowohl den Labacher Hof in Reisbach als auch das Anwesen in Lisdorf. 1908 verkaufte Max Ruff den Labacher Hof. Vom 1. Ok- tober 1920 bis zum 17. Dezember 1933 war Max Ruff Bürgermeister der damals selbstän- digen Gemeinde Lisdorf. Er ist an diesem Tag infolge eines Schlaganfalles im Alter von 58 Jah- ren verstorben und wurde am 20. Dezember 1933 auf dem Alten Friedhof in Saarlouis beigesetzt. Der Kreistagsabgeordnete Josef Breininger aus Lisdorf war Land– und Gastwirt und Eigentümer der „Brejdasch Wirtschaft“ an der Ecke Maches- straße/ Kleinstraße. Er war am 27. Januar 1834 in Lisdorf geboren und ab 1858 mit der am 9. Ok- tober 1834 ebenfalls in Lisdorf geborenen Anna Maria Morguet verheiratet. Aus dieser Ehe gingen 10 Kinder hervor. Seine Ehefrau ist 1895 im Alter von knapp 61 Jahren verstorben und er 1910 im Alter von 76 Jahren. Von 1870 bis etwa 1905 war er in der Kommunalpolitik aktiv. Zunächst viele Jahre im Gemeinderat Lisdorf und später auch noch im Kreistag. Eine ganze Reihe von Urenkeln von Josef Breinin- ger gehört heute dem Heimatkundeverein Lisdorf an, so Adolf Breininger, Marlies Schütz geb. Breininger, Agnes Groß, Heiner Groß, Hilde Fritz geb. Seidel, Irmgard Wein geb. Breininger, Alfred Breininger, Monika Breininger geb. Franz, Margot Hoen geb. Gangloff (Saarlouis), und Maria Kunzler geb. Breininger (Überherrn–Bisten).
  8. 8. 9 AbdruckausderSaar–Zeitungvom18.August1938 Verfasser Johann Port (1911– 1984) Den Beitrag stellte unser Vereinsarchivar Günter Mang zur Verfügung. Anmerkung der Redaktion: Am 13. Januar 1936 wurden die bisher selbständigen Gemeinden Fraulautern, Lisdorf, Picard und Schönbruch (Beaumarais) mit der Stadt Saarlouis einschließlich Roden zur neuen Kreisstadt Saarlautern zusammengeschlossen. Lisdorf wurde Stadtteil 4 oder Saarlautern 4. Roden kam bereits am 1. Oktober 1907 und Neuforweiler am 1. Juli 1970 zur Stadt Saarlouis.
  9. 9. 10 Seit der Ausgabe Nr. 6 stellen wir Ihnen bekann- te oder auch inzwischen in Vergessenheit gerate- ne Persönlichkeiten vor, die in Lisdorf geboren oder hier tätig gewesen sind. Zu diesem Kreis zählen wir die Männer und Frauen unseres Ortes, die Be- rühmtheit erlangt haben, sich große Verdienste in und für Lisdorf erworben haben oder deren Wir- ken besondere Beachtung verdient. Daneben wer- den wir auch solche vorstellen, deren Lebensweg von außergewöhnlichen Umständen bestimmt wurde. Die Reihenfolge, in der wir Ihnen die Per- sonen vorstellen, stellt keine Rangfolge dar. Prof. Dr. phil. Dr. theol. Jakob Ecker 1851 – 1912 Jakob Ecker wur- de am 27. Febru- ar 1851 als Sohn des Landwirts Ni- kolaus Ecker und seiner Ehefrau Barbara geb. Stutz in Lisdorf gebo- ren. Nach Ab- legung des Abiturs studierte er in Trier, Bonn und Löwen Theologie und Philosophie. Am 28. August 1875 empfing er in Trier die Prie- sterweihe. Im Jahre 1879 promovierte er an der Universität Bonn zum Doktor der Philosophie und erhielt in demselben Jahr einen Lehrauftrag für hebräische Sprachen und Exegese des Alten Testa- mentes an der Universität in Münster/Westfalen. Im Jahre 1886 berief ihn der damalige Trierer Bi- schof Korum als Professor der Exegese an das Priesterseminar nach Trier. Zum Doktor der Theo- logie promovierte er 1895 in Freiburg im Breis- gau. Jakob Ecker ist besonders als Verfasser einer Haus- und Schulbibel weithin bekannt geworden. Es erschienen von ihm 1905 die Katholische Hausbibel, 1906 die Katholische Schulbibel, 1907 der Kommentar zur Schulbibel und 1908 die Klei- ne Katholische Schulbibel. Seine Bibelausgaben unterbrachen die seit Mitte des 18. Jahrhunderts übliche Bibel–Unterweisung mit kindertümlichen Umschreibungen und Erklärungen und boten da- für das Gotteswort der Bibel selbst. Die Bibelaus- gabe von Prof. Jakob Ecker fanden in den meisten deutschen Bistümern und auch in Luxemburg eine gute Aufnahme. Der berühmte Gelehrte war gleichzeitig ein hervor- ragender Übersetzer, ein Dichter von großem Sprachgenie und ein guter Musiker. Seine Über- setzungskunst bewies er in deutschen Bearbeitun- gen von Werken Bonaventuras und Ludwig von Granadas. Er veröffentlichte 1881 die deutsche Übersetzung von Bonaventuras „Baum des Lebens und Vollkommenheit“, 1882 „Der Jugendspiegel im Lichte der Wahrheit“, 1889 den Gedichtband „Knospen“, in dem sein Saarlied „Am grünen Saum der Saar“ enthalten ist, das von Adolph Reckzeh, dem Musikmeister des Infanterie-Regi- ments Nr. 30 in Saarlouis, komponiert wurde und 1891 den Gedichtband „Lilien“. Während seiner Urlaube in Lisdorf dirigierte er oft den Männerge- sangverein 1859, der wegen Fehlens eines Kir- chenchores damals auch den Kirchengesang pflegte. Nachdem Hauptlehrer Ritter, der seit Grün- dung des Männergesangvereins dessen Dirigent war, im Jahre 1889 in den Ruhestand trat und nach Trier übersiedelte, übernahm Jakob Ecker bis 1891 zeitweise die Dirigentschaft. Professor Dr. Dr. Jakob Ecker starb am 17. November 1912 im Al- ter von 61 Jahren in Trier. 26 Jahre lang formte er als Gelehrter, Lehrer und Erzieher den Priester- nachwuchs am Seminar in Trier. Die letzte Ruhe- stätte fand Jakob Ecker gemäß seines in der letz- ten Strophe des Saarliedes ausgesprochenen Wun- sches auf dem Friedhof seiner Heimatgemeinde. Lisdorf ehrte den großen Sohn durch die Benen- nung der Schule und einer Straße nach ihm. Lebensbilder Lisdorfer Bürger Heiner Groß
  10. 10. 11 Das Saarlied „Am grünen Saum der Saar“ von Jakob Ecker aus Lisdorf
  11. 11. 12 BarockeGemäldeinderPfarrkircheBeaumarais Am 29. März 2004 war in der Saarbrücker Zeitung unter der Rubrik „Zurückgeblättert“ zu lesen: „Drei Kunstwerke fast wie neu 29. März 1954: In der Dorfkirche von Beaumarais wurden drei riesige, alte Ölgemälde gefunden, die seit Jahrhunderten der Vergessenheit anheim ge- fallen waren. Die Gemälde, die aus der Zeit des Barocks stammen, gehörten wahrscheinlich zum Besitz des alten Klosters Wadgassen. Nachdem das Saarbrücker Modehaus Sinn die erforderlichen Räume zur Restaurierung der stark verschmutzten Gemälde durch den saarländischen Kunstmaler Ernst Sonne zur Verfugung gestellt hatte, erstrah- len jetzt „Die Legende vom Heiligen Norbert“, „Die Anbetung der Hirten“ und „Sendung des Heiligen Geistes“ in neuem Glanz.“ Anmerkungen zu den drei Gemälden in der Pfarrkirche Saarlouis - Beaumarais von Hans Löw, Schaffhausen Im Nachgang zur französischen Revolution wurde im September 1792 die Prämonstratenserabtei zu Wadgassen von französischen Soldaten besetzt, Johann Baptist Bordier, letzter Abt von Wadgassen, floh in der Nacht zum 5.9.1792 nach Bous. Der Fluchtweg des Abtes führte schließlich nach Prag, wo er am 30.7.1799 starb. Was mit anderen Abteien in Frankreich bereits ge- schehen war, vollzog sich auch in Wadgassen: Ent- eignung, Raub, Plünderung und Zerstörung. Die wertvolle Inneneinrichtung der hohen Abteikirche (noch nicht einmal 50 Jahre alt), insbesondere die sakralen Gegenstände und Gemälde standen zum Verkauf oder wurden schlicht und einfach geraubt oder zerstört. So wurde ein Teil der Inneneinrichtung nach Saarlouis gebracht und dort meistbietend ver- kauft: Der Pastor von Waldwisse kaufte für seine Kirche den schönen Altar mit den zwei Engeln, drei wertvolle Gemälde von Januarius Zick kamen in die Kirche von Beaumarais. Noch heute kann man sie dort bewundern, ein Besuch empfiehlt sich. Die drei großformatigen Bilder in der Pfarrkirche zu Beaumarais beeindrucken durch ihren warmen, verhaltenen Anruf; zart empfunden und verinner- licht, vermitteln sie höchste Wahrheit. In ihnen liegt eine Welt, die man draußen kaum antrifft. Sie be- sitzen keinen Aufforderungscharakter und kaum eine Spur von Wirklichkeit; die abgestimmten Farb- töne und die Harmonie des Ganzen beglücken den Beschauer. Diese Gemälde erinnern zum Teil an Watteau, zum Teil auch an Claude Gellée. Sie sind geschaffen zur Ehre Gottes und vornehmlich für Menschen, die ihr „adsum“ oder „fiat“ gespro- chen haben. Sie besitzen Meditationscharakter und wollen keineswegs eine Idylle wiedergeben. Der heutige Mensch, konsumorientiert und im Weltli- chen verstrickt, findet nicht immer Zugang zu die- sen Werken. Die moderne Kunst lebt von anderen Vorgaben. Betrachtet man manche „Schöpfung“ von heute, so fällt auf, daß das Konstruierte, das rein Materielle Ausrichter geistiger Betätigung sein soll. Geist und Seele quälen sich zwangläufig, ver- sanden im Materiellen. Diese Andersartigkeit der modernen Kunst läßt umsomehr den Wert der Bilder von Januarius Zick aufleuchten. Sie weisen wohltuend auf eine andere Welt hin. Im Wandel der Zeiten mögen sie dazu bei- tragen, den Atem der Seele stets neu auszudrücken. Gottes großartiges Geschenk, seine Welt schöpfe- risch zu gestalten, hatte Januarius Zick voll Ehr- furcht angenommen. Seine Werke zeugen davon. Januarius Zick gehört zu den großen Malern des deutschen Rokoko. Bekannt geworden ist er vor allem als Freskomaler, hinterließ aber auch neben der Monumentalmalerei ein reiches Werk von Ta- felbildern großen und kleinen Formats. Seine Viel- seitigkeit, die sich auf das ganze katholische Ge- biet am Mittelrhein und in Süddeutschland erstreck- te, seine Fähigkeit als Innenarchitekt und Organi- sator großer kirchlicher Ausstattungen sprechen für eine bedeutende Künstlerpersönlichkeit. Hinweis: Nach dem lothringischen Forscher Henri Hiegel stammt das bekannte Tafelbild mit der „Kreuzabnahme“ des Malers Januarius Zick eben- falls aus der Abtei Wadgassen. Es befindet sich ne- ben weiteren Tafelbildern und Kunstwerken heute in der Nikolauskirche in Sarreguemines/ Saargemünd. www.saar-lor-lux-alsace.de/barock/barock2.html Vorspann, Hinweis und Angaben zu Januarius Zick von Georg Groß
  12. 12. 13 ZICK, Januarius (Johann Rasso Januarius), Ma- ler und Architekt, * 6.2. 1730 (getauft) München als Sohn des Johann Zick, † 14.11. 1797 (Ko- blenz-) Ehrenbreitstein. – Nach der Ausbildung bei seinem Vater und einer Maurerlehre bei Jacob Emele in Schussenried 1745-48 setzte J.Z. seine Tätigkeit in der väterlichen Werkstatt fort. Im Zu- sammenhang mit der Ausstattung des Gartensaals in der Würzburger Residenz durch Johann Z. ent- stand 1750 das „Benediktwunder“ als frühestes er- haltene Gemälde J. Z.s, dessen italienisierende Malweise die Abhängigkeit vom Freskostil seines Vaters deutlich macht. Erst in der „Auferweckung des Lazarus“ von 1751 bediente er sich stilistischer Mittel Rembrandts, wie vereinheitlichender Licht- führung mit Hell-Dunkelkontrasten, Silhouetten- figur und gesteigerter Raumtiefe. Bis Mitte der 50er Jahre arbeitete er am Freskierungsauftrag Johann Z.s für das Schloß Bruchsal mit; ab 1756 begab sich der Künstler zur weiteren Ausbildung nach Paris, wo er 1757 für 6 Supraporten des kur- trierischen Schlosses Schönbornlust bei Koblenz bezahlt wurde. Das Kolorit, die Komposition und der Figurenstil in seinen derzeitigen Werken zeu- gen von einer Auseinandersetzung mit der franzö- sischen Malerei des Barock-Klassizismus und des Rokokos, die entscheidend für seine Stilbildung wurde. Dem berühmten, in Paris lebenden Kupfer- stecher und Verleger J.G. Wille verdankte er Bezie- hungen zum Kunstbetrieb nach Rom, Basel und Augsburg. Im Januar 1758 ist J.Z.s Name in Ba- sel nachgewiesen, für das gleiche Jahr wird ein Aufenthalt in Rom angenommen, wo er unter An- leitung von A.R. Mengs nach antiken Reliefs und den originalen Fresken in der Galleria Farnese gezeichnet hat. Im Herbst 1758 wurde er Mitglied an der Kaiserl. Französischen Akademie in Augs- burg und erwarb für das Gemälde „Merkur in der Bildhauerwerkstatt“ den ersten Preis. 1759 erhielt J.Z. mit den Dekorationen des Watteau-Kabinetts im Schloß Bruchsal seinen ersten größeren Auftrag, in dem er die Anregungen aus italienischen, nie- derländischen und französischen Komponenten zu einem eigenen, persönlichen Stil verschmolz. Auf- grund der Freskierung von Schloß Engers bei Ko- blenz 1760 wurde er vermutlich zwischen 1761 und 1763 zum kurtrierischen Hofmaler ernannt. 1762 heiratete J. Z. in Ehrenbreitstein und ließ sich dort endgültig nieder. Ab 1774 entwarf er Intarsienbilder für den Kunsttischler David Roentgen. Seit den späten 70er Jahren führte der Künstler bedeutende Freskoaufträge sowie Altarbil- der in oberschwäbischen Kloster- und Pfarrkirchen aus; von 1778 bis 1781 war er als Maler und In- nenarchitekt für die Benediktinerklosterkirche. Wiblingen tätig, 1780 malte er die Fresken der Pfarrkirche Zell bei Riedlingen, 1782 der Pfarrkir- che Dürrenwaldstetten, 1782/83 der Benediktiner- klosterkirche Oberelchingen bei Ulm, 1784 der Prämonstratenserklosterkirche Rot an der Rot. Ab Mitte der 80er Jahre wandte sich J.Z. Aufträgen im Kurtrierer und Kurmainzer Gebiet zu: 1785 betä- tigte er sich als Freskant im Schloß zu Koblenz, 1786 in St. Ignaz und der Domprobstei in Mainz sowie in der Augustinerklosterkirche in Triefenstein, 1787 im Akademiesaal des Schlosses zu Main, 1790 in der Hofkirche in Koblenz, für die er auch ein Altarblatt anfertigte. 1792/93 übernahm er in Frankfurt im Palais Schweitzer und im sog. Russi- schen Hof Dekorationsaufträge. - J.Z. zählt zu den bedeutendsten deutschen Malern des späten Ba- rock. Berühmt wurde er vor allem aufgrund der Freskierung und Ausstattung einiger oberschwäb- ischen Klosterkirchen, von denen die Klosterkirche Wiblingen sein Hauptwerk darstellt. Die themati- sche Spannweite seiner Tafelbilder reicht von Dar- stellungen aus der Heilsgeschichte über Rokoko- allegorien, Historienbilder, Genrestücke bis hin zum bürgerlichen Portrait. Während die Fresken in der Tradition des Spätbarock - Illusionismus verhaf- ten blieben, spiegeln die späten Tafelbilder im hel- len, kühlen Kolorit und plastischer Modellierung der Figuren rokokohaften Stil mit frühklassizis- tischen Tendenzen wider. Biographisch–Bibliographisches Kirchenlexikon Verlag Traugott Bautz www.bautz.de/bbkl Januarius Zick, Selbstbildnis um 1761, Main- fränkisches Museum, Würzburg
  13. 13. 14 Heiner Groß AusderGeschichtederHolzmühle Wenn man heute von der Holzmühle spricht, dann meint man damit den Lisdorfer Ortsteil Holzmühle, der sich seit etwa 35 Jahren durch das Neubauge- biet Holzmühle und neuerdings durch die Bebau- ung im Bereich der Neue–Welt–Straße wesentlich vergrößert hat. Die alte Holzmühle existiert bereits seit mehr als 700 Jahren und ihre Geschichte und ihr Name sind untrennbar mit der Mühle namens Holzmühle verbunden. Die Mühle namens Holzmühle mahlte nicht etwa Holz, sondern war wie die später durch das Klo- ster Wadgassen gegründete Neumühle am Anfang des Weilers Holzmühle von Lisdorf aus gesehen eine Getreidemühle. Es ist davon auszugehen, dass im Bereich des heu- tigen Ortsteils Holzmühle vor etwa 800 Jahren ein weitgehend geschlossenes Waldgebiet war. Wie damals üblich, sind Mühlen ausschließlich an Bä- chen und kleineren Flüssen zum Antrieb eines Wasser– oder Mühlenrades errichtet worden. So war es auch der Fall bei der hier in Rede stehen- den Mühle. Sie wurde an dem aus Neuforweiler kommenden Bach, dem späteren Mühlenbach, mitten im Wald (Holz) errichtet und hat ihren Na- men von dem sie umgebenden Holz erhalten. Von der Holzmühle hat der später nach und nach ent- standene Weiler den Namen übernommen. Die Holzmühle erscheint schon urkundlich in den Jahren 1329 und 1350. So in dem Vertrage zwi- schen dem Abt von Wadgassen und dem Heneguin Velter von Rimiring, wodurch unter an- derem der Abt das Land an der Dodenbach unter- halb Lisdorf und nahe der Holzmühle erhält. Im Jahre 1610 hatte sie der Müller von Lisdorf als abteiliche Bannmühle in Erbpacht für 28 Quart Roggen und 36 Liter Öl. Zudem hatte der Abt nach einer Urkunde des Friedensrichters aus Saarlouis noch eine Ölmühle bei Beaumarais. Am 18. Juli 1680 überläßt der Abt seine freie Mühle, genannt Holzmühle, dem Zimmermeister Johann Amman gegen eine Abgabe von 15 Quart Getreide und 15 Quart Mischfrucht nebst einem fetten Schwein zu 100 Pfund. Bei dem Festungsbau der Stadt Saarlouis wurde auch das gegen die Holzmühle und Beaumarais gelegene Bruch, das sogenannte „Mättelbruch“, einst mit einem großen Eichen- und Buchenwald bestanden, abgeholzt. Späterhin hatte die Holzmühle noch mehrere Besit- zer und Pächter. So erscheint im Jahre 1798 der in Lisdorf wohnende Eigentümer von Grundstücken im Bereich der Holzmühle, Peter Kanne, und klagt in einem Prozeß gegen die Bürgerin Gertrud Hector, Witwe Senzig, wegen der durch die Mühle ver- ursachten häufigen Überschwemmungen. Als Sach- verständigen hatte die letztere einen gewissen Pe- ter Dimmel, Peter Kanne den damals sehr bekann- ten Architekten Franz Gannal. Auch an der hi- storischen Vergangenheit um die Kämpfe der Fe- stung von Saarlouis hatte die Holzmühle einen An- teil, als in den Kämpfen im Januar des Jahres 1815 preußische Husaren die Mühle besetzten und da- durch die Mehlversorgung der französischen Fe- stung Saarlouis empfindlich störten. Während der französischen Festungszeit von Saarlouis (1680– 1815) belieferte die Holzmühle, neben anderen Mühlen, überwiegend die Festung Saarlouis. Später war die Holzmühle, die zeitweise die Be- zeichnung „Johannismühle“ führte, im Besitz der in unserem Raum bekannten Müller–Familie Senzig. Letzter Inhaber der Mühle war bis Anfang der sechziger Jahre des vorigen Jahrhunderts, also bis vor etwa 40 Jahren, der gelernte Müller Herbert Senzig, der heute dem Vorstand des Vereins für Heimatkunde Lisdorf e.V. angehört. Aufgrund der damaligen Mühlenstrukturreform wurde der Be- trieb der Mühle eingestellt und das Anwesen von den Brüdern Herbert und Richard Senzig zu Wohn- gebäuden umgebaut. 17. Holzmühler Fest am 19./20. Juni 1988 wurde es erstmals gefeiert, das Holz- mühler Fest als typisches Dorffest. In diesem Jahr steigt die 17. Auflage unter der Linde in- mitten der historischen Holzmühle. Was zu- nächst als Dorffest mit Bekannten, Freunden und Verwandten konzipiert war, hat sich inzwi- schen zu einem Fest von weit überörtlicher Be- deutung entwickelt. Die Idee dazu hatte der lei- der viel zufrüh verstorbene Josef Amann unter- stützt von den Familien Morguet, Beck, Maschke, Klein u.a., die seither für den Erfolg des Festes sorgen.
  14. 14. 15 SchnappschüssevomGrünkohlessenbeiderLFG Ministerpräsident Peter Müller und Oberbür- germeister Hans–Joachim Fontaine macht der Grünkohlgenuss sichtlich Spaß Die zahlreichen Teilnehmer saßen dicht ge- drängt und lauschten aufmerksam den Wor- ten der Grünkohl–Sachverständigen Pastor Anton Heidger und Gilbert Ecker von der LFG im angeregten Gespräch. Gerhard Kunzler lässt es sich schon schmecken. Bauernverbandspräsident Klaus Fontaine, Kreisvorsitzende Croon, MD König vom Um- weltministerium und Kammrdirektor Schmeer mundet es ebenfalls
  15. 15. 18 LisdorferHeimatkundlerzurWeinprobeinPerl Heiner Groß Der Heimatkundeverein Lisdorf führt in regelmäßiger Folge Weinproben im saarländischen Weinbaugebiet in Perl an der Obermosel durch. Sie finden vornehmlich an Samstagabenden in den Weingütern Schmitt–Weber in Oberperl und Petgen in Sehndorf statt. Zu diesen Winzern bestehen freund- schaftliche Kontakte. Der gute Wein und das ansprechende Ambiente in diesen Häusern wissen die Teilnehmer an diesen Weinproben in geselliger Runde zu schätzen. Die Weinprobenfahrten per Bus nach Perl mit jeweils 30–50 Teilnehmern sind zu einem nicht mehr wegzudenkenden Bestandteil der geselligen Veranstaltun- gen des Heimatkundevereins gewor- den. Daran können neben den Mitglie- dern des Vereins auch sonstige Interes- sierte teilnehmen, die Freude am kulti- vierten Weingenuss in geselliger Atmo- sphäre haben. Dass die Teilnehmer im- mer viel Spaß an diesen Abenden ha- ben, zeigen die Bilder auf dieser Seite. Aufgrund einer spontanen Idee, die vor Jahren während einer Weinprobe in weinseliger Stimmung geboren wur- de, wird seither einmal im Jahr aus der jeweiligen Weinprobengesellschaft ein Lisdorfer Weinkönigspaar gewählt. Bei der letzten Weinprobe am 10. Ja- nuar dieses Jahres wurden für die Ses- sion 2004/05 Sabine Weyand– Amann zur neuen Lisdorfer Weinköni- gin gewählt und August Balthasar als Weinkönig bestätigt. Die beiden oberen Bilder zeigen das Weinkönigspaar nach seiner „feierli- chen Inthronisierung“ mit Thomas Schmitt vom Weingut Schmitt–Weber beziehungsweise Doris Freichel und Maria Scholly vom Heimatkundever- ein Lisdorf. Die beiden unteren Bilder zeigen einige der Teilnehmer während der Weinprobe. Die nächste Weinpro- be findet im Zeitraum Oktober –De- zember 2004 statt.
  16. 16. 19 Das Wegekreuz von Lisdorf an der Ecke Groߖ Kirchenstraße, das an der vorderen linken Ecke des Hau- ses Großstraße 49 steht, ist, so wie mir die Inschrift bekundet, 1876 für verunglück- te Schiffsleute von Lis- dorf errichtet worden. Familienangehörige von Conrad Lons- dorfer und Anna Daub haben dieses Wegekreuz herstellen und errichten lassen. In seiner ursprüngli- chen Art ist nur der untere Teil, der Sockel des Wegekreuzes, erhalten geblieben, so wie mir Maria Jungmann geb. Klein von diesem Wegekreuz an ihrem Elternhaus be- richtete. Durch Kriegseinwirkungen in den Jahren 1944/45 wurde der obere Teil des Kreuzes zerstört und ist danach wieder erneuert worden. Dieses Kreuz erinnert daran, welches reges Schifferleben in den vergangenen Jahrhunderten im Ort Lisdorf vorhanden war. Lassen wir zu diesem Thema den früheren Rektor der Lisdorfer Schule Johnn Goergen (*1898 †1976) zu Wort kommen: „Der lebhafte Schiffsverkehr auf der Saar und der Fischreichtum, besonders im toten Arm bei Lisdorf, wirkten entscheidend auf die Entwicklung des Schif- fer– und Fischerberufes in Lisdorf hin, sodass beim Erneuerungsbau der Pfarrkirche Lisdorf 1764 die Statue des Schiffspatrons, des hl. Hubertus, einen Ehrenplatz auf einem Seitenaltar gefunden hatte“ …und weiter: „Holz aus den Vogesen, der Pfalz und den Saarwäldern wurde in den Jahren um 1466 von Händlern aus Friesland zu Flößen zusammen gebunden und auf dem Wasserwege bis nach Hol- land geleitet. Flussschiffer beförderten mittels Treidelbetrieb mit Pferdezug in flach gebauten Käh- nen mit geringem Tiefgang Salz, Getreide, Wolle und Häute. Ab etwa 1600 auch Kohle, Glas, Ruß, Pech oder Teer flussabwärts und brachten als Rück- fracht Kolonialwaren, Färb– und Gerbstoffe, Wein, Torf und besonders Erze von der Lahn mit zurück in ihre Heimathäfen. Aufgrund dieses starken Verkehrs entwickelten sich die Orte an der Saar kräftig; Lis- DieSchiffsleutevonLisdorf August Balthasar dorf zählte danach um etwa 1500 zu den volkreich- sten Orten der Umgebung“. Nach Schuldirektor Goergen hat Heimatkundler Liebertz (Waller- fangen) angegeben: „ für die Zeit von 1500–1600 in Lisdorf 40 Feuerstellen, 14 in Fraulautern, 10 in Hülzweiler, 8 in Saarwellingen, 4 in Griesborn, 3 in Ensdorf“; und weiter nach Rektor Goergen: „ Nach einem Bericht des Landrates in Saarlouis an die kö- nigliche Bezirksregierung in Trier im Jahre 1901 wurden trotz tiefgehenden Strukturwandels in Lisdorf noch 12 berufsständige Schiffer gezählt“. Nach den Kriegswirren 1945 waren in der Kirchen- straße Nr. 3 in Lisdorf, dem Haus des bekannten Schiffers und Sportlers Viktor Welsch, „se hodden kään Hämm me gehadt“ (Sie hatten kein Zuhau- se mehr gehabt), so Theo Follert und seine Frau Thea geb. Welsch, bis zu 30 Schiffsleute mit Fami- lien untergebracht. Die Häuser dieser Schiffsleute in Saarbrücken waren zerbombt oder sonst irgend- wie zerstört durch Kriegseinwirkungen. Zurück noch einmal zum Schiffsmann Viktor Welsch und seinem Schiff, der „Saargold“, das den beiden heute selbständigen Lisdorfer Sportvereinen „SC Saargold Saarlouis–Lisdorf“ (Handball) und „SV 1929 Saarlouis–Lisdorf“ (Fußball) damals als Namenspatron diente. Viktor Welsch (gestorben am 28.07.1967) war nicht nur ein tüchtiger Schiffs- mann, gern und leidenschaftlich war er auch in seinen jungen Jahren ein aktiver Fußballer. 1945/ 46 hat er bei einer von der französischen Besat- zungsmacht vorgeschriebenen Umstrukturierung der Lisdorfer Sportvereine den Vereinsvorsitz über- nommen. Zu dieser Zeit nach dem Krieg 1945/46, als noch jede Art selbständiger bzw. freiwilliger Vereinstätigkeit durch die französische Zwangsver- waltung verboten war, durfte es nur einen Verein für den ganzen Ort geben, in dem alle kultur- und sporttreibenden Vereine eingebunden waren. Den Vorsitz dieses Vereins durfte nur ein „Antifaschist“, ein Gegner der vorherigen Regierung, also ein „Antinazist“, führen. Dies war Schiffsmann Viktor Welsch. lm Mai 1952 erfolgte die Auflösung der zwangsbedingten Vereinsvereinigung und Viktor Welsch konnte sich wieder uneingeschränkt seinem Beruf als Schiffer widmen.
  17. 17. 20 Vazehlches von Marianne Faust Wie mia Kenna woren, hodden ma emma us Amusemma, wenn de älla Leit Rängelcha onn Spichten van freija vazehlt hann. Weil enn jedem Haus domols enn Stall voll Kenna dahemm woren, ess ett manchmoll so’n bißin drenna onn driwwa gang. Doo dofan gäf ich gäa ebbes vazehlen. Doo hann doo zou der Zeit emoll so’n Häad Trawanten dee ganzen Mettach off da Gass ge- spillt. Ett woren Kenna aus da ganz Nobaschaft. Wie ett angefonk hat duschda se genn, hat da Schang von newendran sein Bagasch renn gerouf: „Kommen dabba renn, ett langkt foo haut. Gleich laudett Betglock, onn de Maam hat ett Nadessen omm Desch.“ Honga hodden se jo al,l onn et hat sich känna vannen zwaimol häschen geloss. Wie se renn komm senn, hann se sich all meßten en daa Wäschschossel waschen. Onn doo nonana all Marsch an de Desch. Off da langk Bank hann se all en Reih on Glied gesetzt, Backen wie de Kirschen on hann ia Quellkromban onn de Brockel vadreckt. Wie se fertich woren, hatt da Papa gesaat: „So aweil gebet onn de helzernen Berg roff onn ge- schloof.“ Awwa äna vannen wollt sich nett ausdoun lossen, on ent Bett wollt a Patu ach nett. Doo hatt da Papa iwan geschennt: „ Watt ess haut mett dem Fräggat loo loss? Watt senn datt loo dann foo Spirenzcha?“ Doo hat der Klään an- gefonk se greischen onn hat bedreppst gesaat: „Onkel Schang foo watt derf eich dann haut nett hemm gehn, eich benn joo ganett aua.“ Mett gess hat der Klään jo gäa. Wäschen hott joo aach noch gang. Awwa schlofen gehn, dat wollda dahemm. Bei den traurijen Funseln, woo de Leit freija hodden, hann se sich joo selwa gegrault. Watt en Wonna, wenn se Owens de eijenen Kenna nett kannt hann. Onn se hann se bestemmt ach nett jeden Owend nogezehlt. „Usa Sprooch“ von Werner Naumann Die Alden hann se us vaerood. Van ewijen Zeiden es se iwwaliwad. Se hann se aan us weidagenn. Gereift en honnaden van Johren. Usa Sprooch G’was wie en Baam, däa Reng newen Reng leiht. Greßa word es se wie en Bach, däa zomm Fluß wird. Generatsjonen hann metg’holf, datt so word es wie se word es. Wort foa Wort es dazoukomm bes se so woa. Usa Sprooch Gud on schlecht Zeiden had se iwwalefd. Alles had se iwwastann. Awwa haud, haud had se de Kränk. Vill hallen se sogaa schon foa dod. Usa Sprooch All schwedsen se wie die Feinen dahemm em Glotzkaschden. Vill senn neme se ke.ihn se en de Mund se hollen. Foa domm wirren die g’hall die haud noch so schwedsen. Z’reck g’blief soll se senn. Usa Sprooch Dabei geht neischd ohne se. Datt es en ald Kuldua. Se es änni van usen Wurzeln – on en ganz dicki On bes riwwa bei de Noban wast se. Usa Sprooch Ohne se wären ma net datt watt ma haud senn. On an usa Kenna mossen ma se weida genn. Die sollen doch wessden wo se häa stammen. On do dafo brauchen se se so nedich wie’t tächlich Brot. Usa Sprooch Mia derfen se deswechen aach net valieren. Onn do dafoa mossen ma se aach hejen on flejen on aach jeden Daach schwedsen. Usa gud ald Sprooch! BeiträgezurLisdorferMundart
  18. 18. 21 Wie Städt haut senn, dat ohne Hohn Ess jede stolz off Dradition. Nett nur Vergangnes sich besehn! Em Geischt, soll alles offerstehn. So kommt die Erinnerung, all zereck, Ma denk nur an uus gutt alt Breck. Die Immer noch steht von frieren Johr Un watt dazwischen schon alles wohr. Datt well ich verzeelen auch innem Reim, So watt geht mol, en de Geschichte ein. In meiner Jugend, do wor et noch schehn, Do konnt ma noch richtig spazieren gehn. Autos woren noch nett modern, Ma hott gar keen Drang vor en de Fern! „De Welt, die leit jo vor em Haus“ Saat de Oma, un guckte zum Fenschter raus. Un Sonndags ging ma die enselvig Streck, Von der Wohnung bis zu der alten Saarbreck. De ganze Weg, do muscht ma faschten, Im Stadtgarten driwwe, do kunnt ma raaschten. Do wor en Wirtschaft, un vill tamm-tamm, Dat wor fir de Leit, dat wollten die hann. Eich vor ganz froh, wenn mei Papa gesaat, Et gefft nett lang haut iwwerlaat. Machen aich fertig ,die Sonn scheint scheen, Dass ma kennen spazieren gehn! Alles hat sich in Stoot geworf, Denn ach Leit vom Noberschdorf, Senn komm, in unser kleene Stadt, Die so en scheene Namen hat. Off der Breck, do wor en Betrieb, Do senn se all gär stehen blief. Von owen ronner konnt ma gucken, On ach gutt in at Wasser spucken. Eich selwer hot emma vill Brotmiffelcher, Die woren geminnst for de Saar-Fischelcher. Ün die senn im Wasser dann immer gesprung, Iss mol wieder, so en Miffelchen komm. Grad unna der Breck, do konnt ma gesinn, Do woren ach Leit em Wasser drinn. Jung un alt, un gross un kleen, Senn in der Badbox versammelt geween. Nett all die, konnten do schon schwimmen, Ma hat jo noch neischt gewuscht, vom trimmen. Hat ähner em Wasser gedräht un gepatscht, Do hann se von der Breck erunner geklatscht. Am liebste bliew ma do imma stehn, Awer die Grossen wollten doch weidergehn. Vom letschte Krieg domols, en Veteran, Erhot am Been, e Holzbeen dran. Der hat emma off seim Stielchen gehockt, Un so em Orgelkaschten Teen entlockt. Aich braucht meinen Papa nett lang se froon, Der hat em emmer ebbes en sei Metz gedoon. Er hot am Enn von der Breck gehuckt Do hat sich manch eener vorbeigedruckt. Wer vor den arm Mann neischt hott iwerich, Der es ganz stikum vorbeigeschlich. So Leit gab et enuna, die gefft et noch heit, Awwer sunscht wor et en ruhige Zeit. Doch off emol wor et aus mit der Ruh, Iwerallworendie Läden zu! Kään Minsch am Fenschter, kään Kennergeschrei, Alles wor off emol vorbei. Uuser Breck, die stand verlassen. Ach die konnt et garnett fassen, Datt schon nomol Krieg sollt senn, En unsrer scheenen Heimat drenn. Statt frohe Leit, un fröhlich lachen, Hat se geheert de Bomben krachen. Manch braver Landser kam iwwer de Breck, Nur triwwer, awer nett meh zereck. So hat sich Johr an Johr gereit. Et ess nett besser genn, die Zeit. Erscht wie die Stadt ball ganz am Enn, Do hat et endlich Ruh jetz genn. Die Schäden hat ma offnotiert, Die Breck wor ach schwer demoliert. So langsam senn die Leit ach kumm, Denn et vor nomol alles romm. Ma bat geschafft, on offgabaut, Vill scheener ess jetzt alles haut. Uuser Breck steht noch an der selwig Stell, Bei der Naad, erstrahlt se jetz ganz hell. Ach am Daach, do dun ma se ehren, Ma well ihr en scheene Aussicht bescheeren. Se ess uus gut Stick, etsoll ihr neischt fehlen, Denn vieles kann uuser Breck verzehlen. Sie steht noch do, wenn mir nimi senn, Un all dat, kommt dann enn de Cronik renn. Eine Hommage in Mundart–Reimversen an die alte Saarbrücke in Saarlouis von Maria Roth–Weiland, Saarlouis, Mitglied des VHL De gutt alt Saarbregg!
  19. 19. 22 Nach der Einführung des „Kultes der Vernunft“ an- stelle des Christentums und einer neuen Zeitrech- nung im Mai 1794 begann die letzte Phase des Terrors der Revolution. An deren Ende „fraߓ die Revolution ihre eigenen „Kinder“: Am 27./28. Juli 1794 wurde Robespierre, der „Unbestechliche“, durch die Vereinigung aller Gegengruppen im Konvent gestürzt, verhaftet und mit 21 seiner An- hänger hingerichtet. Kurz darauf wurden das Revolutionstribunal und die politischen Clubs in Paris geschlossen. In der Folge einigten sich die politischen Gruppierungen auf eine neue Verfas- sung, an deren Spitze fünf Direktoren – das „Di- rektorium“ – standen. Die beiden Kammern der Le- gislative, „der Rat der Alten“ (250 Mitglieder) und der „Rat der 500“, wurden nach indirektem Zen- suswahlrecht gewählt. Das Besitzbürgertum sah seine Ziele verwirklicht, Luxus– und Vergnügungs- sucht der Pariser Gesellschaft formten den Mode- stil des „Directoire“. Die Zeit des Terrors war vor- bei, doch die „Abschaffung“ des Christentums blieb vorerst bestehen. In den seit Jahrhunderten strenggläubigen Landgemeinden wie in Lisdorf, bedeutete dies einen radikalen Einschnitt in das tägliche Leben, von dem jeder Pfarrangehörige persönlich betroffen wurde. Die Kirche wurde geschlossen, das Inventar gestohlen oder ver- brannt, das Pfarrhaus neben der Kirche zu- nächst verpachtet und schließlich (1797) an den Saarlouiser Bürger Casper Besson ver- kauft. Bereits 1794 wurde die Marienkapelle in der Nähe der Kapellenmühle an den Saar- louiser Claudius Rosat auf Abbruch für 3.000 Francs verkauft. Auch von den Friedhöfen wur- den die Kreuze und alle christlichen Symbole ent- fernt. Auf Anordnung der Saarbrücker Kantonats- verwaltung wurde den Geistlichen die Mitwirkung an Beerdigungen ebenso untersagt, wie das Ge- bet und der Gesang den Gläubigen. Die Bestat- tungen galten als rein bürgerlicher Akt und so wurde auch der Lisdorfer Lehrer Theobald, zu Lebzeiten ein begeisterter und guter Sänger, 1794 ohne Gebet und Gesang zur letzten Ruhe gebet- tet. Die Geistlichen mußten sich verstecken und konnten ihre Seelsorgertätigkeit nur unter Lebens- gefahr im Verborgenen ausüben. Nur Geistliche, die den geforderten Eid auf die Verfassung ableg- ten, konnten sich wenigstens in den ersten Revolu- tionsjahren noch als „Administrator“ (Verwalter) halten. Auch in Saarlouis wurde die „Göttin der Vernunft“, dargestellt als Frau mit einem zerbro- chenen Kreuz zu ihren Füßen, von nun an anstel- le des christlichen Gottes verehrt. Die christlichen Feiertage wurden abgeschafft und anstelle des gregorianischen Kalenders wurde der Revolutions- kalender als Zeiteinteilung eingeführt. Gezählt wurde ab 1792 nach den Jahren der Republik. Das Jahr bestand aus 12 Monaten zu 30 Tagen und zusätzlichen fünf Ergänzungstagen (in Schalt- jahren sechs). Jeder Monat war eingeteilt in drei Wochen zu je zehn Tagen. Monate und Tage erhiel- ten neue Namen. Neben dem 14. Juli wurde auch der Tag der Göttin der Feldfrüchte, Ceres, feierlich begangen. Ochsen mit ver- goldeten Hörnern zogen einen vergoldeten Pflug von Saarlouis aus auf das Feld vor dem französischen Tor auf Lisdorfer Bann, dort wurden alle Phasen der Saat und Ernte sym- bolisch dargestellt und anschließend ein gro- ßes Volksfest mit Gesang und Tanz gefeiert. Der letzte vorrevolutionäre Pfarrer in Lisdorf, Pastor Johann Lutz, ein gebürtiger Trierer, wirk- te von 1785 bis 1791 in der heimischen Pfarrei. Da er nicht bereit war den seit 1790 geforderten Treueeid auf die neue Verfassung abzulegen, wur- de seine Pfarrei 1791 als „vakant“ erklärt. Lutz wohnte noch ein Jahr lang in Lisdorf und emigrier- te Mitte des Jahres 1792 nach Trier. Seine letzte nachvollziehbare Amtshandlung, die Bescheini- gung eines Sterbeaktes, stammt vom 4. Oktober 1791. Sein Nachfolger als Pfarrer in der Pfarrei Lisdorf–Ensdorf wurde Pastor Halstroff, der – ob- wohl er den Treueeid leistete – nur kurz, bis Ende 1792, sein Amt ausübte. Nach dem Verbot der Ausübung des christlichen Kultes, der Schließung der Kirche und der Verpachtung des Pfarrhauses entzog er sich der drohenden Verhaftung ebenfalls durch Emigration. Halstroff starb später in Frau- lautern, wo er ab 1810 die Pfarrstelle innehatte. Spätestens ab Mitte des Jahres 1794, gab es in Lisdorf bis 1798 keine ordentliche Seelsor- ge mehr. Jedoch übten in der näheren Umgebung einige ehemalige Klostergeistliche, die nicht geflo- hen waren, heimlich und nachts im Verborgenen, seelsorgerische Funktionen aus. So brachten wäh- rend dieser Zeit viele Lisdorfer ihre Kinder nach Wallerfangen zur Taufe, wo ein Priester namens Printz das Sakrament spendete. Auch der gebür- tige Lisdorfer Johann Neubecker, ein ehema- liger Mönch des Klosters Wadgassen, der bis zur Revolution Pastor in Bous gewesen war, arbei- Arnt Finkenberg Die französischeRevolutionundihre FolgenfürLisdorf
  20. 20. 23 tete im Geheimen in seiner alten Pfarrei weiter und taufte in den Jahren 1794 – 1798 insgesamt 104 Kinder aus Lisdorf und Ensdorf. Aus dem Jahr 1797 sind ebenfalls Taufen und Trauungen von Lisdorfer und Ensdorfer Pfarrangehörigen in Beaumarais nachzuweisen. In Saarlouis übten die ehemaligen Pater Jean Stein (Augustiner) und Conrad Bechel (Kapuziner) Seelsorgerdienste aus. Pfarrer Stein war es auch, der von 1798 an wie- der als Priester die Verwaltung der Pfarrei Lisdorf– Ensdorf sowie der Nachbarpfarreien übernahm. Aus den Tauf–, Ehe– und Sterberegistern der Jahre 1798 – 1801 geht hervor, daß ab 1799 auch wieder kirchliche Beerdigungen auf dem Lisdorfer Friedhof stattfanden, die Kirche wie- der für Gottesdienste genutzt wurde und zu- mindest stillschweigend von offizieller Seite die Ausübung des christlichen Kultes toleriert wurde. Dies scheint deshalb bemerkenswert, da das Abkommen zwischen Frankreich und dem Va- tikan, das Konkordat vom 15. Juli 1801, erst zwei Jahre später abgeschlossen wurde. Das Konkordat besaß bis 1905 Gültigkeit und band den Klerus in seinen Bestimmungen, wie der Ernennung der Bi- schöfe und der staatlichen Besoldung der Priester, die überdies einen Treueeid leisten mußten, sehr eng an den Staat. Offiziell wurde das Christentum sogar erst im April des Jahres 1803 wieder einge- führt. An dieser Entwicklung zeigt sich sehr ein- drucksvoll, wie stark jahrhundertealte Sitten, Ge- bräuche und Gewohnheiten – zumal, wenn sie sich auf die Aspekte des menschlichen Glaubens bezie- hen – in der Bevölkerung verankert sind und wie schwer und politisch unklug es ist, zu versuchen, durch Druck von außen, mit Hilfe von Gesetzen und Verboten, diese Überzeugung zu ändern. Nachfolger von Pfarrer Stein wurde ein alter Be- kannter, Pastor Johann Lutz, der von den Bestim- mungen der Amnestiegesetze für Angehörige des geistlichen Standes profitierte und von 1802 bis 1804 wieder die Geschicke der Pfarrei leitete. Je- doch fand er völlig andere Bedingungen vor als bei seiner ersten Tätigkeit in Lisdorf. Die Kirche war ausgeplündert, das Pfarrhaus verkauft, die klöster- liche Oberherrschaft vorbei und die Einkünfte ge- ringer. In seine kurze Amtszeit fallen zwei erwäh- nenswerte Begebenheiten: Zum einen der erste Bischofsbesuch in Saarlouis seit 20 Jahren durch Bischof Francois Bienaime von Metz, der die Fir- mung erteilte und zum anderen die große Dank- prozession vom 16.April 1804 am Jahrestag der Wiedereinführung des christlichen Kultes. Unter seinem Nachfolger, dem Pastor Johann Jakob Goby, wurde an Maria Himmelfahrt 1804 der erste nachrevolutionäre Kirchenrat in Lisdorf konstituiert. Die sechs Mitglieder Bernhard Fritz, Philipp Dondon (oder Dou-Dou) Johann Becker, Sebastian Denis, Jakob Hau und An- ton Morguet (Bürgermeister von Lisdorf) ver- sprachen, „ ... die Rechte der Kirche zu wahren, das Eigentum und allen Grundbesitz und alle Gü- ter wohl zu verwalten, auch jene, welche sie von irgend jemand in gutem Glauben unter irgendei- nem Titel erhält.“ Abdruck aus „Lisdorf von der Steinzeit bis zur Gegen- wart (1996)“, Verfasser Arnt Finkenberg Abfahrt ist am Samstag, dem 22. Mai, um 9.00 Uhr am Feuerwehrgerätehaus in Lisdorf. Auf dem Gartenschaugelände hat jeder Fahrtteilnehmer bis 17.30 Zeit und Muse – allein oder in der Gruppe – sich die verschiedenen Blumenschauen, Ausstel- lungen und Bereiche der Gartenschau in Ruhe an- zusehen. Am 22.05 finden auf dem Gelände der Gartenschau mehrere Veranstaltungen statt. U.a. findet von 11.00–17.00 Uhr eine Live Übertragung von SWR4 statt und um 14.00 Uhr spielt das RWE Unterhaltungsorchester auf der Wasserbühne Me- lodien aus Operetten, Musicals und Filmen. Außer- dem finden an diesem Tag verschiedene Sonder- schauen (Duftnoten, Der Kräutergarten, Kirchen- garten usw.) statt. Auf dem 48 ha großen Gelände bieten Restaurants, Cafes und ein Biergarten die Möglichkeit für eine kleinere oder auch größere Ruhepause während des Rundganges. Spätestens um 18.00 Uhr fahren wir wieder zurück in Richtung Lisdorf. Natürlich nicht ohne noch ein- mal einzukehren. Einkehr machen wir in der Bau- ernstube auf dem Pellinger Hof in Gerlfangen. Hier besteht die Möglichkeit zu einem preiswerten Abendessen. Wenn es die Zeit erlaubt, werden wir dort auch noch eine kleine Mundartlesung haben. Abfahrt ist um 21.15 Uhr, damit wir pünktlich um 22.00 Uhr wieder in Lisdorf sein werden. Für Fahrt und Eintritt sind 18 Euro zu entrich- ten. Zu der Fahrt sind alle Mitglieder und Freunde des Vereins für Heimatkunde Lisdorf e.V. herzlich eingeladen. Anmeldungen sind ab sofort möglich an den Vorsitzenden des Arbeitskreises, Werner Naumann, Tel. 06831/ 2770 und an Maria Scholly, Tel. 06821/42621und bei allen Mit- gliedern des Arbeitskreises. DerArbeitskreisMundartundBrauchtumfährtindiesemJahrzurLandesgartenschaunachTrier
  21. 21. 24 Arnt Finkenberg Auch in der Lisdorfer Geschichte sind vier Fälle von Hexenverfolgungen bekannt. So wurden im Jahr 1594 zwei Frauen mit den Namen „Schoentgen“ und „Kleinen Lehn“ von dem Hochgericht Wad- gassen zum Tode verurteilt und auf der Richtstätte „de Spurk les Wadgassen“ (Galgen) südlich des Geißberger Hofes hingerichtet. Anhand des Prozesses aus dem Jahr 1619/1620 gegen den wegen Zauberei Angeklagten Augustin Mattheis, der vor dem Hochgericht Lisdorf-Ensdorf durchgeführt wurde, soll kurz der Verlauf einer solchen Verhandlung geschildert werden. Prozeßort war in diesem Fall das Haus des Abts von Wadgassen in Wallerfangen, der Gerichtsort das Hochgericht Lisdorf–Ensdorf, das zu diesem Zweck nach Wallerfangen reisen mußte und sich folgendermaßen zusammensetzte: Der Meyer und vier Schöffen aus Lisdorf, ein Amtsprocurator des Abts, ein Tabellion (Notar) und ein Gerichtsschrei- ber, sowie der Rentmeister, der für die finanziellen Fragen, wie die Kosten und Unterbringung bzw. Verpflegung des Angeklagten zuständig war. Au- gustin Mattheiß wurde beschuldigt durch Zauberei den Tod drei seiner Söhne mitverursacht zu haben. Darüberhinaus sollte er verantwortlich sein für den Tod von sechs Pferden und vier Stück Rindvieh ei- nes Nachbarn. Außerdem wurde er angeklagt we- gen Anstiftung zu einem Mord („Mordstiftung“) an seiner ehemaligen Geliebten, der „Decker Lena“. Der umfangreiche Prozeß erstreckte sich über mehr als fünf Monate bis in den April 1620. Die zahlrei- chen belastenden Zeugenaussagen prangerten al- lerdings fast ausschließlich den lockeren Lebens- wandel des Angeklagten und seine zahlreichen Liebschaften an, als daß sie den Tathergang bzw. die Beweggründe aufhellten. Folgerichtig erklärte sich der Angeklagte in allen Punkten für nicht schuldig. Daraufhin wurde Augustin Mattheiß mehrmals zur Folter „aufgezogen“. Dabei wurde er Lisdorfer Hexenverfolgungen auf eine Leiter gelegt und an seinen auf dem Rük- ken gefesselten Händen ein Strick befestigt, der über eine an der Decke der Folterkammer ange- brachte Rolle lief. Dann wurde er soweit in die Höhe gezogen, daß er gerade noch mit den Ze- hen den Boden berührte, und so eine Zeitlang hängen gelassen. Da er bei dieser „gelinden Art“ von Folter kein Geständnis ablegte, wurde er wei- ter in die Höhe gezogen, dieses Mal aber so hoch, daß er nicht mehr den Boden berührte und das ganze Körpergewicht an den nach hinten gebo- genen Schultergelenken lastete. Trotz furchtbarer Schmerzen und obwohl diese Folter ungefähr eine dreiviertel Stunde andauerte, bestritt Mattheiß wei- terhin die Tat, sodaß seine Peiniger sich darauf verständigten, an einem anderen Tag mit dieser Art der „Vernehmung“ fortzufahren. An dieser Stelle brechen die Aufzeichnungen ab. Mattheiß, der angekündigt hatte lieber zerrissen zu werden, als eine nicht begangene Tat zu gestehen, ist vermut- lich infolge der Folterungen verstorben. Der Wahr- heitsfindung war aus richterlicher Sicht damit ge- nüge getan. Festzuhalten bleibt, daß in den mei- sten Fällen die Folter zum erwünschten Geständ- nis rührte. Der Geständige wurde verurteilt, erdros- selt und der Leichnam verbrannt. Aus dem Jahr 1623 wird von einem 14jährigen Jungen aus Lisdorf berichtet, der wegen Zauberei auf Anordnung des Gerichts in Wallerfangen ausgepeitscht worden ist. Die Auswirkungen des 30jährigen Krieges, indem weite Landstriche an der Saar nahezu entvölkert wurden, beendeten die Hexenverfolgungen in der Saarregion vorerst. Nach Labouvie, fehlte es vie- lerorts „ ... einfach an Personal, Geldern, Zeugen oder gar Angeklagten ... .“ Abdruck aus „Lisdorf von der Steinzeit bis zur Gegen- wart (1996)“, Verfasser Arnt Finkenberg Tagesfahrten des Heimatkundevereins nach Luxemburg und Nancy Am Samstag, 8. Mai 2004, ab 7.30 Uhr mit einem Luxus–Reisebus der Firma Geraldy nach Luxem- burg, Echternach und Remich.Teilnahmegebühr einschl. Stadtführung in Luxenburg 22 Euro. Am Samstag,10. Juli 2004, ab 7.30 Uhr mit einem Luxus–Reisebus der Firma Müllenbach über Metz nach Nancy. Teilnahmegebühr einschl. Stadtführung: 25 Euro verbindliche Anmeldungen: Tel: 06831/ 41694; 42621; 2770; 443285 oder 40651
  22. 22. 25 Im Folgenden beschäftige ich mich mit dem Namen Breininger und Peter Breininger von der Holz- mühle. Peter ist ebenfalls Mitglied im Lisdorfer Ver- ein für Heimatkunde und aktiv tätig im Vorstand als Leiter der Arbeitsgruppe „ Familien– Ahnenforsch- ung und Genealogie“. Sein ganzes Leben lang ist er schon auf der Suche nach der Herkunft und den Wurzeln seines Familiennamens und wird stets von neuen Entdek- kungen über seine Herkunft, über seine Vorfahren mit dem Namen Breininger überrascht. Vor einiger Zeit hatte ich mir ein Buch von ihm ausgeliehen über eine deutsche Wappen– Bildersammlung, der He- raldik. Als ich es ihm zurückbrachte, haben wir ei- nige Stunden zusammen gesessen und uns wieder über die Herkunft seines Familiennamens Breininger unterhalten. Die Breiningers in Lisdorf sind, wenn man ein paar Jahrhunderte zurückgeht, alle mehr oder weniger miteinander verwandt, so sagte Peter zu mir. Dabei habe ich, August Balthasar, den Pe- ter gefragt, woher kommt der Name Breininger? August: Sag mal Peter, welche Namensdeutung kannst Du deinem Namen Breininger wohl geben? Peter: Mein Familienname kommt aus dem alt- hochdeutschen Wort „Prein“, heute sagen wir dazu Hirse. „Prein“ war vor 1000 – 2000 Jahren ein Hauptnahrungsmittel der Menschen. Später wurde Prein allgemein als Hirse bezeichnet. Das Saatgut der Frühzeit, das war das Ur–Einkorn. Mit ihm begann die Nutzung der großkörnigen Gräser. Emmer, Roggentrespe, Dinkel und andere Ge- treidesorten folgten ihnen nach. Die Fähigkeit des Entspelzens und Zerreibens der Körner zur Mehl- gewinnung haben eine lebenswichtige Ernähr- ungsgrundlage des Menschen mit sich gebracht. August: Hirse, ganz oder gerieben, von Hand ge- schrotet und zu Brei gekocht; zu dieser Suppe wur- de auch Kraut, Grünpflanzen, Krauter (getrocknet), gegebenenfalls auch Milch dazu gegeben. Gewür- ze, Fleisch und Salz, wenn vorrätig, das waren wertvolle Zutaten und wurden beigemischt. So könnte man den Namen „Breininger“ als „Sup- pen–,, oder „Breimacher“ schon deuten. Deutung und Dialog über die Herkunft des Namens Breininger August Balthasar Peter: Ja, vom „Suppe ma- chen – vom Breikochen“, so lässt sich mein Familienna- me natürlicherweise schon herleiten. August: In deinem Famili- ennamen steckt noch die Endung „–ing oder –inger“, was hat es mit dieser En- dung wohl auf sich, wo kann sie wohl herkommen? Peter: ,,–ingen, –fingen, –dorf“ wie zum Beispiel in Beckingen, Dillingen, Ittersdorf usw., das sind Endungen für Ortsnamen aus fränkischer Zeit. August: Die „Frennky“ (so benannt von den Grie- chen vor ca. 2000 Jahren) – die „Fränkis – die Franken“, so nannten sich die Freien, die nach der Römerzeit, während und nach der Völkerwande- rung, durch die freien Lande zogen, sich überall an den Orten niederließen und sesshaft wurden, an denen es ihnen gefiel und an denen man Weide- land fand für das Vieh. Von dem „Frennky“, von deren Art und Weise, wie sie sich untereinander verständlich machten, ihr Sprechen, ihre Mundart, ihr Platt, ihr Sprechen auf dem „platten Land“. Das Platt, das war die Ursprache der Landmenschen, „doo bischd de platt“ (da bist du sprachlos). Der Dialekt, die Muttersprache, das sprachliche Erbe, das Mosel– oder Rheinfränkische Sprechen, das haben wir von ihnen auch mitbekommen. Peter: Hirsebrot war ein wertvolles Brot, ein Gras- brot mit kleinen Samenkörnern, wenn überhaupt ausreichend vorhanden und Lisdorfer Fischgemüse gab es ganz bestimmt noch nicht. Die Samenkör- ner wurden anfänglich mit Hilfe zweier in den Händen gehaltener Steine, den Reib - Hand- mahlsteinen, zerkleinert und zerrieben (geschrotet), zu Mehl verarbeitet, mit Wasser zu einem Teig ver- mengt und auf heißen Steinen gebacken; so ent- stand daraus ein Fladenbrot. August: Die römischen Garnisonen hatten schon ihre Handmühlen dabei, an jeden Söldner wurde als Tages–Marschverpflegung 1 kg Weizen verteilt. Mit dem Übergang zum Getreideanbau sind auch die ersten wasserradgetriebenen Mahlsteine, also Mühlen, in Verbindung zu bringen. Im 3. Band der Peter BreiningerAugust Balthasar
  23. 23. 26 Mitgliederstruktur des Vereins für Heimatkunde Lisdorf e.V. Stand 15.02.2004 Saarländischen Volkskunde zu den Jahrestagun- gen 1996 und 1997 ist dazu nachzulesen, dass: „Schon 31 vor Christus ein römischer Militär– Gerätebauer namens „Polio Vitruvius“ unter Cae- sar und Augustus (*) nach erdachten Plänen eines Griechen das Mahlen von Getreide „mit Wasser und Steinen“ umsetzen konnte. Im Saarland im Kreis Merzig ist testamentarisch im Jahre 634 n. Chr. die Mühle eines merowingischen Edelmannes „ Adalgise Grimo“ erwähnt. Peter: Das Suppe–Kochen über einer offenen Feu- erstelle, über der der Kessel oder der eiserne Sup- pentopf an einer Kette hing und hin und her schwankte, dürfte für seinen Herrn die Arbeit der Breininger gewesen sein. Und wenn die Suppe schneller kochen oder erwärmt werden musste, konnte man den Topf ein Kettenglied oder einen Zahn tiefer hängen, also einen „Zahn zulegen“. August: Breininger, das waren also diejenigen, die für ihre Herrschaften „Prein“, also „Brei-Suppe“ kochen konnten, es durften oder es machen mus- sten. Und wenn dann die Breikocher einen Orts- wechsel vornahmen und gefragt wurden „wo kommst du denn her oder was kannst du ma- chen?“, dann waren es die „Breininger“. Dazu fällt mir noch ein frühmittelalterlicher Brauch ein: „Wes Brot (Suppe) ich ess, dess Lied ich sing“; Also konn- ten die Breinigers früherer Zeiten auch schon gut singen! Dieser symbolische Spruch besagte also früher, dass die Dienerschaft immer eine gute Mie- ne zum bösen Spiel zu machen hatte. Heute wird der Spruch noch mehr im übertragenen Sinne ge- nutzt, denn heute bedeutet es mehr: „Wessen Geld ich bekomme, dessen Meinung ich vertrete“. Peter: „Jitz reicht ed awwa „jetzt reicht es mir aber“ – sagte er zu mir. August: Und mir reicht es auch mit meinen Ge- schichten „vann Leischdrow unn vann de Leischdrowwa Leid“ (*) Anmerkung: Mit dem Begriff „Caesar“ ist hier wohl der designierte Nachfolger des Octavianus Augustus aus dem römischen Sprachgebrauch gemeint und nicht die Person Julius Caesar, denn dieser wurde bekanntlich bereits im Jahre 44 vor Christus ermordet. 1. Gesamtzahl der Mitglieder 580 1.1 Natürliche Personen 579 1.2 Juristische Personen 1 2. Wohnsitz der Mitglieder 2.1 in Lisdorf wohnen 355 = 61 % 2.2 außerh. von Lisdorf wohnen 225 = 39 % 3. Mitglieder nach Geschlecht 3.1 Männlich 267 = 46 % 3.2 Weiblich 312 = 54 % 3.3 Organisation 1 4. Altersstruktur der Mitglieder 4.1 bis 20 Jahre 57 = 10 % 4.2 von 21 bis 30 Jahre 37 = 7 % 4.3 von 31 bis 40 Jahre 51 = 9 % 4.4 von 41 bis 50 Jahre 83 = 14 % 4.5 von 51 bis 60 Jahre 106 = 18 % 4.6 von 61 bis 70 Jahre 151 = 26 % 4.7 von 71 bis 80 Jahre 66 = 11% 4.8 über 80 Jahre 28 = 5 % (Aufgestellt von Werner Naumann am 15. März 2004, Stellv. Vorsitzender des VHL)
  24. 24. 27 Heiner Groß BesuchbeiFranz–JosefWeinaufSchloßSchiltern Seit mehr als 10 Jahren leitet Franz–Josef Wein aus Lisdorf die international bekannte Meisterschule für Floristen auf Schloß Schiltern in der Gemeinde Langenlois in Niederösterreich. Langenlois ist als größte Weinbaugemeinde von Österreich bekannt. Sie liegt nur wenige Kilometer nördlich von Krems an der Donau; weilweit bekannt ist die romantische Gegend als Wachau. Um von Langenlois zum Ortsteil Schiltern mit seinem Schloß zu gelangen, muss man einige Kilometer durch ein großes Wald- gebiet fahren. Schiltern liegt am Rande des soge- nannten Waldviertels. Mit diesen wenigen Sätzen dürfte die geographische Lage der Wirkungsstätte von Franz–Josef Wein ausreichend beschrieben sein. Die Gegend von Schiltern ist mit Naturgütern gesegnet und reizt zum Besuchen. Der Hauptgrund für den Heimatkunde- verein Lisdorf im Rahmen ei- ner Reise nach Österreich und Ungarn im September des vergan- genen Jahres auch auf Schloß Schiltern zu fahren, war aber, Franz–Josef Wein an seiner Wirkungs- stätte zu erleben und mit ihm und vielen weiteren Gästen das 10–jährige Jubiläum der Meisterschule für Floristik und sein dortiges 10–jähriges Dienst- jubiläum zu feiern. Franz-Josef Wein hat die Schu- le auf Schloß Schiltern im Jahre 1993 maßgeblich mit aufgebaut. Sie ist in der Trägerschaft des nie- derösterreichischen Floristik–Verbandes. Als wir am Sonntag, dem 14. September 2003, uns frühmorgens von unserem Hotel in Wels aus auf den Weg zum Schloß Schiltern machten, hat- ten wir bestimmte Erwartungen. Von den über 60 Reiseteilnehmern, darunter auch das Ehepaar Grewelge aus Saarbrücken, in deren Blumenhaus am Theater Franz–Josef Wein seine Berufsausbil- dung als Florist absolvierte, kannte nur Irmgard Wein, die Mutter von Franz–Josef, Schiltern. Um es gleich vorweg zu sagen: Bereits nach den ersten Eindrücken waren unsere Erwartungen weit übertroffen. Das Äußere der historischen Schloßan- lage ist eher bescheiden, aber gut erhalten. Wenn man durch das Schloßtor in das Innere der Ge- bäulichkeiten und den großen Innenhof des Schlos- ses gelangt, stellt sich eine anheimelnde und anzie- hende Atmosphäre ein. Im Innenhof waren an die- sem Wochenende Getränke– und Essensstände und Sitzgelegenheiten aufgestellt, damit die vielen Fest- gäste aus nah und fern beköstigt werden konnten. Neben dem 10–jährigen Jubiläum war an diesem Wochenende auf Schloß Schiltern auch der einjäh- rige Meisterlehrgang mit der Abschlußprüfung zu Ende gegangen. Aus diesem Anlass waren auch die Angehörigen, Freunde und Bekannten der Absol- venten sowie die Meister der früheren Jahre gela- den. Und offenbar waren viele aus unterschiedli- chen Ländern gekommen. Immer wieder konnten herzliche Begrüßungen zwischen jungen Leuten und Franz-Josef Wein beobach- tet werden. Unschwer war zu erkennen, dass es sich um ehemalige Absolventen handelte, die sich freuten, ihren Meister auf Schloß Schiltern wieder zu treffen. Das war auch ein Indiz für das offenbar herzliche Klima, das zwischen Lehrenden und Lernenden auf Schloß Schiltern herrscht. Im Mittelpunkt des Interesses der Festbesucher standen zwei Ausstel- lungen: Das war einmal die Ausstellung mit den floralen Meisterarbeiten, die zuvor von ei- ner Kommission bewertet worden waren, und eine Ausstellung von Kränzen und Grabgebinden, bes- ser gesagt von wahren Kunstwerken, die die Besu- cher in Staunen und Entzücken versetzten. Franz–Josef Wein, der an diesem Tag durch das Festprogramm und die riesige Besucherresonanz stark gefordert war, nahm sich trotzdem Zeit für seine Lisdorfer. Im Innenhof des Schlosses be- grüsste er die große Lisdorfer Reisegruppe und freute sich dabei sichtlich, dass mit dem Heimat- kundeverein, dem er auch angehöre, erstmals ein Lisdorfer Verein ihn an seiner 10–jährigen Wirk- ungsstätte besuche. Heiner Groß, derVHL–Vorsitzende und Leiter der Reisegruppe, dankte Franz–Josef Wein für die Ein- ladung und gratulierte zum Jubiläum, wobei er als bescheidenes Gastgeschenk ein neues Werk über
  25. 25. 28 die saarländische Heimat überreichte. Er sprach Franz-Josef Wein namens der gesamten Reise- gruppe Hochachtung und besondere Anerkennung für sein verantwortungsvolles un zugleich künstleri- sches Schaffen auf Schloß Schil- tern aus und schloß mit den Worten: lieber Franz–Josef, wir sind als Lisdorfer stolz auf dich. Das wurde von den über 100 Zuhörern !! mit kräftigem Beifall untermauert. Anschließend lud uns Franz– Josef Wein zu einem Umtrunk und einer durch ihn geleitetem Führung durch die Ausstellung der floralen Meisterarbeiten ein. Der mehrstündige Rund- gang war sowohl eine Augen– als auch ein Ohrenschmaus. Nicht nur die besonderen Krea- tionen, die viel Experimentierfreude der jungen Meister–Floristen zeigten, brach- te uns zum Entzücken, sondern die Aus- führungen von Franz-Josef Wein zu je- der ausgestellten Meisterarbeit mit einer sehr einfühlsamen Vorstellung und Würdigung der jeweils anwesenden Meisterfloristen steigerten das Ganze zu einer „floralen Sin(n)fonie“. Hier war der in Fachkreisen weltweit bekannte Topflorist Franz–Josef Wein voll und ganz in seinem Element. Mit seinen ge- fühlvollen Worten ließ er das Betrachten der Meisterwerke zu einer Verzaube- rung der Sinne werden. Nach diesem „floralem Feuerwerk“ fiel der Abschied von Franz–Josef Wein und Schloß Schiltern nicht leicht. Nicht nur bei seiner Mutter Irmgard und seiner früheren Saarbrücker Lehrherrin Rene Grewelge flossen dabei Tränen. Dieser Tag bei Franz–Josef Wein auf Schloß Schiltern war ein besonderes Highlight auf unserer Reise durch Österreich und Ungarn, darüber wa- ren sich alle einig. Lisdorfer Gruppe mit Franz–Josef Wein vor dem Schloßeingang Franz–Josef Wein im Trachtenanzug (ein Geschenk von Schülerinnen) im Ge- spräch mit Lisdorfer Freunden Fotos: Agnes Groß und Waltraud Fritz
  26. 26. 29 WienundBudapest– diezweibezauberndenDonaumetropolen Heiner Groß Bereits im Jahre 2002 führte die große Jahresreise des Heimatkundevereins Lisdorf an die Donau mit Endziel Wien. Davor waren Regensburg, Passau, Waldkirchen, Schärding, Wels, Steyr, die Wachau mit Stift Melk und Krems Stationen. Nach Meinung einiger Reiseteilnehmer war die Zeit für Wien zu kurz bemessen. Da ohnehin Ungarn, eines der EU–Beitrittsländer am 1. Mai 2004, auf dem Plan für 2003 stand, wurde die Reise auf neun Tage aufgestockt und Wien wieder mit eingeplant. Trotz der relativ langen Reise meldeten sich 64 Teilneh- mer. Allerdings war die Reise mit Halbpension in zentral gelegenen 4–Sterne –Hotels und einem supermodernen 2 Stock Bus der Firma Krakau– Reisen aus Bitburg mit 559 Euro außergewöhnlich günstig. Erstes Tagesziel nach einer längeren Pause in Passau war Wels in Österreich. Von dort wurde nach der ersten Nacht nach einer schönen Fahrt durch die Wachau das 190 km entfernte Schloß Schiltern nördlich der Donau und der Stadt Krems angesteuert. Über den Besuch bei Franz–Josef Wein auf Schloß Schiltern ist an anderer Stelle in dieser Ausgabe ausführlich berichtet. Von Schiltern führte die Reise an Wien vorbei in das 330 km entfernte Budapest. Am Grenzübergang Nickels- dorf mussten mehrere Teilnehmer zurückbleiben, da ihre Pässe abgelaufen waren und die ungari- schen Grenzbeamten die Einreise trotz eifrigen Bemühens der Reiseleitung verweigerten. Die Be- treffenden mussten per Taxi nach Wien zurückfah- ren und konnten erst nach Ausstellung von Ersatz- pässen durch die deutsche Botschaft in Wien mit dem Zug nach Budapest nachkommen. In Budapest logierten wir im Grand Hotel Hungaria in der historischen Rakozcistraße am Zentralbahnhof. Sowohl das Frühstücksbuffet als auch das Abendes- sen ließen nichts zu wünschen übrig. Zum Abendes- sen und auch danach spielte eine Kapelle feurige Csardas–Musik und Wiener Operettenweisen. Unter Führung eines perfekt deutsch sprechenden ungarischen Reiseführers namens Ference wurden in Budapest fast alle berühmten Sehenswürdigkei- ten besichtigt, so unter anderem Parlament, Burg, Fischerbastei, Matthiaskirche, Heldenplatz. Eine Lichterfahrt durch das nächtliche Budapest mit den festlich angestrahlten Sehenswürdigkeiten und eine abendliche Schiffsfahrt auf der Donau standen ebenfalls auf dem Programm. Einige Teilnehmer besuchten abend sein großes Folklorekonzert im Donaupalast, andere besuchten in der Budaer Redoute ein Operettenkonzert mit guter Besetzung. Auch das Umfeld von Budapest wurde bei dieser Reise erkundet. Ein Ausflug führte in das Donau- knie nach Esztergom, die frühere Krönungsstadt der ungarischen Könige an der Donau, die dort die Grenze zur Slowakei bildet; dort wurde die impo- sante Burg, die nicht minder imposante Kathedrale mit dem Domschatz und die romantische Altstadt besichtigt. Auf der Rückfahrt nach Budapest wur- de das verträumte Szentendre mit seinen vielen Künstlerlokalen, Vinotheken und Museen besucht. Noch heute schwärmen einige von der schönen At- mosphäre in Szentendre. Ein anderer Ausflug führ- te uns in die Puszta bei Kescekement mit Folklore, Reitervorführungen und einer Kutschfahrt. Viel zu schnell war der Zeitpunkt des Abschieds von Budapest gekommen. Auf der Rückreise nach Wien wurde dem als Weltkulturerbe ausgezeichnetem Kloster Pannonhalma ein Besuch mit Führung ab- gestattet, ehe es nach einer äußerlichen Besichti- gung des Schlosses Esterhazy in Fertöd am Neu- siedler See über den Grenzübergang Klingenbach wieder nach Österreich ging. In Wien war das zentral gelegene Hotel Favorita unser Quartier. Eine ganztägige Stadtrundfahrt führte zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Donaumetropole. Unsere örtliche Reiseführerin legte bei ihren Ausführungen besonderen Wert auf den geschichtlichen Hintergrund der jeweiligen Monumente. Das war eine nette Geste an uns als Heimatkundler. Ein Tag in Wien stand den Reise- teilnehmern weitgehend zur freien Verfügung, der zum Besuch der spanischen Hofreitschule oder Auf dem Heldenplatz in Budapest
  27. 27. 30 zum Shopping beziehungsweise einem Bummel mit Einkehr in das Kaffee Sacher oder in ein an- deres Kaffeehaus genutzt wurde. Eine mehrstündige Führung durch das Schloß Schönbrunn, in dem unter anderem Kaiserin Elisa- beth, besser bekannt unter ihrem Kosenamen Sissi, residierte, gehörte zu unserem Pflichtprogramm. Was wäre ein Besuch in Wien ohne ein Abend in einem Heurigen–Lokal und ein Konzertabend in der Hofburg. Am vorletzten Tag in Wien erlebten wir einen stimmungsvollen Abend im historischen „Al- ten Presshaus“ in Grinzing. Die Lisdorfer tanzten Bei einem Ausflug in die Puszta Fotos: Agnes Groß, Waltaud Fritz zum Höhepunkt auf den Tischen, angeführt von Irmgard Wein, die offenbar an diesem Abend von allen orthopädischen Problemen befreit war. Einen stimmungsvollen Abend anderer Art erlebten wir am letzten Tag bei einem großen Strauߖ und Mo- zart–Konzert in der Wiener Hofburg. In guter Stim- mung brachten uns Fahrer Johann und seine Ehe- frau, die als eifrige Bordhostesse fungierte, mit ih- rem Superbus über 880 km sicher und bequem von Wien nach Lisdorf. Diese Reise wird sicherlich auf- grund der vielen Erlebnisse und Eindrücke bei al- len Teilnehmern in guter Erinnerung bleiben. Flugreise nach Rom in die „Ewige Stadt“ Rom war vom 1. bis 4. April 2004 das Ziel der ersten Flugreise des Heimatkundevereins Lisdorf. Bei vielen Reiseveranstaltern wurden zuvor Angebote eingeholt. Die Entscheidung fiel letztlich auf einen Linienflug mit der Luxair. Für den Aufenthalt in Rom hatten wir ein Spezialreisebüro in Köln engagiert. Dadurch erreichten wir einen Reisepreis, der um etwa 35–40 % günstiger war als vergleichbare Angebote. Am 1. April brachte uns ein Bus zum Flughafen Luxemburg. Um 7 Uhr startete dort die Linienmaschine (eine Embrayer) nach Rom. Kurz vor 9 Uhr waren wir bereits auf dem Internationalen Airport Leonardo da Vinci in Rom–Fiumicino. Dort wurden wir von unserer Reiseführerin erwartet. Claudia Hensold, so ihr Name, ist Kunsthistorikerin und stammt aus München, lebt aber schon seit mehr als 30 Jahren in Itali- en. Mit ihr waren wir bestens bedient. Zudem stand uns durch Vermitt- lung von Ennio Fiore aus Saarlouis mit der Sprachstudentin Valeria Lemma aus seiner Heimatstadt Rocca Priora bei Rom eine hübsche Dol- metscherin zur Verfügung. Bei der Landung in Rom regnete es in Strömen, aber bereits beim Bus- transfer zum Hotel, einem 4 Sterne–Haus im Zentrum nahe des Haupt- bahnhofs Termini, hatte das Regnen aufgehört und die Sonne kam her- vor. Während der folgenden Tage hatten wir stets Sonnenschein und ideale Temperaturen für das umfangreiche Besichtigungsprogramm in Rom. Dies begann bereits am 1.Tag um 11 Uhr mit einer mehrstündigen Führung unter dem Motto „Römische Basiliken und barocker Glanz“. Am späten Nachmittag kehrten wir mit der U–Bahn, in Rom „Metropolitana“ genannt, etwas erschöpft in unser Hotel zurück. Nach dem gemeinsa- men Abendessen begaben sich die meisten nach diesem anstrengenden 1. Tag zur Nachtruhe; nur wenige aus unserer Gruppe lauschten noch der Musik des Hotelpianisten oder genossen in der Hotelbar noch einen oder mehrere „Absacker“. Am 2. Tag stand ganztägig der Vatikan mit dem Petersplatz, der Peters- kirche sowie den Vatikanischen Museen einschließlich der von Michel- angelo gestalteten Sixtinischen Kapelle auf dem Programm. Einige bestie- gen die Peterskuppel, von wo sich ein beeindruckender Rundblick bietet. Den Abschluss bildet ein Besuch auf der wirklich schönen Piazza Navona. Der 3. Tag wurde weitgehend dem antiken Rom mit Kapitol, Kolosse- um, Forum Romanum, Palatin, Circus Maximus und weiteren antiken Stätten gewidmet. Aber auch der Piazza Vennezia mit dem mächtigen Denkmal Viktor Emanuels II. am Fuß des Kapitols, das Pantheon, der Trevi–Brunnen, die Spanische Treppe, die Engelsburg sowie der herrliche Piazza Popolo, um nur einige zu nennen, wurden besucht. Shopping in den unzähligen Geschäften und Boutiquen auf dem Corso und in der Via Condotti war natürlich auch angesagt. Dass in Rom mit seinem Nebeneinander von historischen Monumen- ten und quirliger Lebendigkeit in modernen Gebäuden, von religiösem Empfinden und lässiger Fröhlichkeit auch Lebenskräfte geweckt werden können, zeigte sich am letzten Abend, als ein Teil der Reisegruppe trotz des anstrengenden Tagesprogrammes bis spät in die Nacht in froher Stimmung in einem römischen Lokal weilte. Der Sonntagvormittag war zur freien Verfügung. Nach dem Frühstück am Buffet, das für römische Verhältnisse – wie an den Vortagen – recht üppig war, wurden Messen in den umliegenden Kirchen besucht, einige fuhren zum Lateran, ande- re wiederum zur Piazza Popolo. Nur ganz Wenige machten sich trotz Bombendrohung, großräumiger Absperrung des Petersplatzes und schar- fer Sicherheitskontrollen auf den Weg zum Petersplatz, wo von 9 bis etwa 12 Uhr vom Papst die Palmsonntagsmesse mit großer Palmsegnung im Freien gefeiert wurde. Trotz der Widrigkeiten waren etwa 50–60.000 Gläubige aus aller Welt zum Petersplatz gekommen und feierten mit dem Papst und seinen Kardinälen die weltweit direkt übertragene Messe. Für die Unannehmlichkeiten wurden die wenigen Lisdorfer Unverzagten mit dem päpstlichen Segen und vom Papst gesegneten Palmzweigen entschä- digt. Dem Verfasser war es gegen einen geringen Obolus gelungen, für alle Reiseteilnehmer vom Papst gesegnete Palmzweige zu ergattern und ins Hotel zu befördern. Nach dem Mittagessen wurden wir am frühen Nachmittag zum Flug- hafen befördert. Dort starteten wir kurz nach 16 Uhr mit einer Boeing zum Heimflug und landeten wohlbehalten um 18 Uhr in Luxemburg. Unser Transferbus der Firma Jobs stand schon bereit und kurz vor 20 Uhr war mit der Ankunft in Lisdorf die interessante Kurzreise nach Rom zu Ende. Aufgrund des großen Interesses an dieser Flugreise ist vor- gesehen, in den Herbstferien (Zeitraum 9.–24. Oktober) eine Wiederholung, allerdings 5 Tage, zum gleichgünstigen Preis durchzuführen. Anmeldungen werden bereits unter Tel.: 06831/41694 entgegen genommen.
  28. 28. 31 Wir gratulieren Für 90 Jahre 20. Jaunar Frau Margareta Rode, An der Kapellenmühle 2 02. Februar Herr Eduard Franz, Kreuzstraße 20 24. Februar Frau Berta Ecker, Provinzialstr. 115 Für 91 Jahre 26. März Frau Elisabeth Müller, An der Kapellenmühle 19 14. April Frau Erna Willkomm, Gatterstraße 14 Für 92 Jahre 18. Januar Herr Wilhelm Bohr, Provinzialstr. 42 26. Januar Herr Erhard Ecker, Provinzialstr. 115 14. Februar Frau Berta Maurer, Altenheim Saarlouis, früher Provinzialstr. 102 19. März Herr Reinhold Rupp, Großstr. 3 Für 93 Jahre 5. Januar Frau Rosa Groß, Gloriastr. 1 9. Januar Frau Margareta Amann, Feldstr. 24 Wir wünschen allen Jubilaren auf ihrem weiteren Lebensweg Gottes reichen Segen. Nachruf Wir trauern um unsere verstorbenen Mitglieder und werden ihnen ein ehrendes Andenken bewahren. Jean–Pierre Breininger, Dudelange/Lux. * 22.11.1928 † Nov. 2003 Maria Müller geb. Barthel * 23.05.1913 † 18.12.2003 Verein für Heimatkunde Lisdorf e.V.

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