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Digitale Assistenten: Die Möglichkeiten von Kontextadaption (Vortrag beim UX-Roundtable, Juni 2015)

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Der Assistent für die Hosentasche – eigentlich sollte genau diese Aufgabe das Smartphone übernehmen. Allerdings ist das Smartphone längst noch nicht das, was es sein soll: smart. Wie hilfreich wäre es aber, wenn das Smartphone sich dem Nutzer und seiner aktuellen Situation anpassen würde? Wenn das Smartphone mal ansatzweise smart wäre und nicht immer alles vergisst? Wenn es eine Termineintragung für einen via WhatsApp vereinbarten Termin vorschlagen würde?

Das Stichwort für dieses Thema heißt Kontextadaption und beschäftigt sich mit der Anpassung der Präsentation, des Inhalts und der Interaktion einer App oder eines Gerätes an den gegebenen Nutzungskontext.

Chris hat sich diesem Thema gewidmet und stellt in einem kurzen Talk die unterschiedlichen Anpassungsmöglichen vor und zeigt, wie sie bereits heute angewendet werden, um clevere Apps und Services zu konzipieren.

Der Assistent für die Hosentasche – eigentlich sollte genau diese Aufgabe das Smartphone übernehmen. Allerdings ist das Smartphone längst noch nicht das, was es sein soll: smart. Wie hilfreich wäre es aber, wenn das Smartphone sich dem Nutzer und seiner aktuellen Situation anpassen würde? Wenn das Smartphone mal ansatzweise smart wäre und nicht immer alles vergisst? Wenn es eine Termineintragung für einen via WhatsApp vereinbarten Termin vorschlagen würde?

Das Stichwort für dieses Thema heißt Kontextadaption und beschäftigt sich mit der Anpassung der Präsentation, des Inhalts und der Interaktion einer App oder eines Gerätes an den gegebenen Nutzungskontext.

Chris hat sich diesem Thema gewidmet und stellt in einem kurzen Talk die unterschiedlichen Anpassungsmöglichen vor und zeigt, wie sie bereits heute angewendet werden, um clevere Apps und Services zu konzipieren.

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Digitale Assistenten: Die Möglichkeiten von Kontextadaption (Vortrag beim UX-Roundtable, Juni 2015)

  1. 1. "Mein Job ist es, [meinem Chef] den Rücken freizuhalten, damit er über alles informiert ist, aber nur mit wichtigen Entscheidungen behelligt wird." — Erika Swan, Assistentin des Vorstands bei Adidas, SpOn (2012) http://www.spiegel.de/karriere/berufsstart/assistenten-des-vorstands-die-rechte-hand-der-macht-a-834961.html
  2. 2. Unterstützung Vorbereitung Erstellen von Aktionsplänen Nachverfolgen von Tasks Aufbereiten Kanalisieren Abfangen Sicherstellung des reibungslosen Tagesablaufs Koordination Verwaltung Verwaltung Organisation von Abläufen Schnittstelle Entlastung Selbständige Übernahme kleinerer Projekte
  3. 3. WAS EIN ASSISTENT KÖNNEN SOLLTE Mich implizit verstehen Meine aktuelle Situation verstehen Probleme automatisch erkennen (= Problemfeld kennen) Den Rücken freihalten; ggf. warnen, unterstützen oder handeln
  4. 4. WAS EIN ASSISTENT BRAUCHT Mich Mein 
 Ziel Meine Situation Mein
 Umfeld Assistenten
 Umfeld Assistenten
 Ressourcen
  5. 5. Kontext ist jede Information, die [du brauchst, um die Situation vom Nutzer und der Applikation zu erkennen]. — A. K. Dey, G. D. Abowd: Towards a Better Understanding of Context and Context- Awareness (1999, leicht abgeändert)
  6. 6. Digitale
 Assistenten Die Möglichkeiten von Kontextadaption Christian Reichel
  7. 7. Autor http://youtu.be/a6cNdhOKwi0 Microsoft Office - Productivity Future Vision (2011)
  8. 8. DIE VISION Die Vision
  9. 9. Wissen über Nutzer WAS ES DAZU BRAUCHT Die Vision Wissen über Kontext
  10. 10. Wissen über Nutzer Demografie WAS ES DAZU BRAUCHT Die Vision Wissen über Kontext Eigenschaften Interaktions- historie Nutzerwissen System- eigenschaften Kontext- informationen nach Zipf & Jöst: Combined User and Context-Model (2005)
  11. 11. Was kann angepasst werden?
  12. 12. Möglichkeiten Präsentation Interaktion Inhalt — Nach M. Jöst, „Adapting to the User“, 2010
  13. 13. Möglichkeiten Präsentation Interaktion Inhalt — Nach M. Jöst, „Adapting to the User“, 2010
  14. 14. BEISPIEL Möglichkeiten: Präsentation
  15. 15. BEISPIEL Möglichkeiten: Präsentation Patent Nr. US8452020 B2
  16. 16. BEISPIEL Möglichkeiten: Präsentation Apple Maps iOS App, Apple Inc.
  17. 17. Möglichkeiten: Präsentation Auswahl des Mediums Anpassen am Medium — Nach M. Jöst, „Adapting to the User“, 2010
  18. 18. Möglichkeiten Präsentation Interaktion Inhalt — Nach M. Jöst, „Adapting to the User“, 2010
  19. 19. BEISPIEL 19 The Future of Travel - Tourism Radio and Google Glass (2013)
  20. 20. BEISPIEL Möglichkeiten: Inhalt iBeacon NFC Apple Inc. - Taking Core Location Indoors
  21. 21. BEISPIEL Möglichkeiten: Inhalt estimote.com
  22. 22. BEISPIEL Möglichkeiten: Inhalt Google Now - http://www.google.com/landing/now/
  23. 23. 23 http://youtu.be/pPqliPzHYyc Google Inc. - Introducing Google Now (2012)
  24. 24. Möglichkeiten: Inhalt — Nach M. Jöst, „Adapting to the User“, 2010 Reduktion Erweiterung
  25. 25. Möglichkeiten: Inhalt Relevanz Interesse — Nach M. Jöst, „Adapting to the User“, 2010 Reduktion Erweiterung
  26. 26. Möglichkeiten Präsentation Interaktion Inhalt — Nach M. Jöst, „Adapting to the User“, 2010
  27. 27. BEISPIEL Möglichkeiten: Interaktion HVV iOS App, Version 3.0.3, EOS Uptrade GmbH
  28. 28. BEISPIEL Möglichkeiten: Interaktion 1-Click® Button, amazon.com Inc.
  29. 29. BEISPIEL Möglichkeiten: Interaktion ControlPlane, Version 1.5.4, Dustin Rue & Vladimir Beloborodov
  30. 30. Möglichkeiten: Interaktion — Nach M. Jöst, „Adapting to the User“, 2010 Reduktion Ausführen von
 Teilaufgaben Anpassen der
 Eingabe
  31. 31. Möglichkeiten Präsentation Interaktion Inhalt — Nach M. Jöst, „Adapting to the User“, 2010
  32. 32. Möglichkeiten Präsentation Interaktion Inhalt — Nach M. Jöst, „Adapting to the User“, 2010
  33. 33. Möglichkeiten Präsentation Interaktion Inhalt — Nach M. Jöst, „Adapting to the User“, 2010
  34. 34. https://youtu.be/DnZn4iLiB2k Google Now on Tap, The Verge - Google I/O 2015
  35. 35. AKTIVTÄTSORIENTIERTE ADAPTION Möglichkeit: Aktivitätsorientiert NUTZERAKTIVITÄT ZIEL DER 
 AKTIVITÄT VORSCHLAGEN / DURCHFÜHREN MÖGLICHER NACHFOLGENDER AKTION
  36. 36. Möglichkeiten Präsentation Interaktion Inhalt — Nach M. Jöst, „Adapting to the User“, 2010
  37. 37. BEISPIEL Möglichkeit: Geräteübergreifend Apple Handoff
  38. 38. https://youtu.be/JrRS8qRYXCQ Estimote Sticker Beacons - Nearables
  39. 39. Kontextadaptivität kann dabei helfen, die Bedienkomplexität für den Nutzer der Systeme zu verringern und die Gebrauchstauglichkeit zu erhöhen. — Jan D. S. Wischweh: Aktivitätsorienterte Kontextadaption für mobile Anwendungen, Diplomarbeit, Uni Hamburg, 2009
  40. 40. "Keine andere Stellung bietet Berufsanfängern einen derart tiefen und umfassenden Einblick in ein Unternehmen aus der Perspektive des Topmanagements.“ — Christoph Gottschalk, Personalberatung Russell Reynolds, SpOn (2012) http://www.spiegel.de/karriere/berufsstart/assistenten-des-vorstands- die-rechte-hand-der-macht-a-834961.html
  41. 41. Fragen?
  42. 42. Danke!

Notizen

  • Bei der Vorbereitung auf diesen Vortrag habe ich einen interessanten Artikel auf Spiegel Online über Assistenten - also die richtigen, menschlichen Assistenten gefunden. Erika Swan hat diesen Satz im Artikel gesagt, der meine persönliche Definition eines Assistenten sehr genau trifft.
  • Wenn man sich anschaut, was für Anforderungen Unternehmen in Stellenanzeigen an Assistenten stellen, dann kommen sehr oft diese Bereiche heraus: Organisation, Abfangen, Kanalisieren, Entlasten, Unterstützen…
  • Für mich muss ein Assistent vor allen mich und meine Situation verstehen, obwohl ich sie gar nicht explizit sage. Er soll mich implizit verstehen.
  • Der Assistent muss allerdings so einiges für seine Arbeit Wissen: über mich, über meine Situation, Umfeld, etc.. Kurz gesagt…
  • … alle relevanten Infos, die den Kontext beschreiben. Alles, damit sich der Assistent dem Kontext anpassen kann.
  • Microsoft hat mehrere Videos in 2011 entwickelt, die zeigen sollen, wie deren Vision der Zukunft ist.
  • Die Vision ist simpel: ein oder mehrere mobile Geräte, die dir den Alltag erleichtern.
  • Digitale Assistenten müssen - ebenso wie ihr menschliches Pendant - sehr viel Wissen sammeln und haben, um richtig agieren zu können.
  • Das ist zum einen richtiges Wissen über den Nutzer, aber auch Wissen und Informationen, die den Kontext beschreiben
  • Was kann nun aber der Assistent an den Kontext anpassen?
  • Die Anpassung unterteilt sich in drei Kategorien, die sich in der Ausarbeitung immer wieder überschneiden.
  • Die erste ist die Präsentation
  • Simples Beispiel: der Inhalt von Apps passt sich automatisch der Ausrichtung des Smartphones an.
  • Ein anderes Beispiel ist dieses Apple-Patent: laut diesem Patent soll das Smartphone die Lautstärke abhängig von der Distanz zwischen Lautsprecher und Ohr automatisch variieren. Das würde dazu führen, dass das Smartphone die Lautstärke erhöht, wenn man es vom Ohr entfernt - und sogar die Freisprechfunktion aktiviert, sobald es auf dem Tisch liegt - vice versa.
  • Eine weitere Anpassung der Präsentation kann auch durch Farben erfolgen, basierend auf der Tageszeit oder auf den Helligkeitssensor im Gerät.
  • Kurz gefasst: die Anpassung der Präsentation kann sowohl die Auswahl des geeigneten Mediums als auch die Anpassung am Medium beinhalten. Wenn das Smartphone in der Autohalterung ist, kann es dadurch beispielsweise automatisch die Sprachausgabe aktivieren. Die Qualität eines Youtube-Videos wird ebenfalls auf Basis der Eigenschaften des Mediums - in dem Falle der Internetverbindung - angepasst. Wichtig dabei ist allerdings, dass die semantische Information nicht verloren geht.
  • Next: Anpassung des Inhalts
  • Tourism Radio hat mit einer Google Glass einen standortabhängigen Touristenführer gebaut. Der gesprochene Inhalt passte sich dabei dem aktuellen Standort an.
  • In Räumen können Technologien wie iBeacon und NFC dazu führen, dass Informationen (wie beispielsweise bei Exponaten in einem Museum) räumlich-abhängig werden. Diese Funktechnologien sind deutlich präziser durch einen kleineren Radius, als GPS.
  • Estimote hat beispielsweise solche kleinen iBeacon-Sticker entwickelt.
  • Google Now ist ein anderes Beispiel, dass sämtliche verfügbaren Informationen - vom Kalender, Kontakte über Erinnerungen bishin zu SMS und Co. - nutzt, um die verfügbaren Informationen aus dem Netz auf für den Nutzer relevante Informationen zu filtern und situationsabhängig anzupassen.
  • Ebenfalls kurz: Informationen kann man reduzieren oder erweitern.
  • Die jeweilige Methode ist abhängig von der Relevanz des Nutzers und der Information anhand der aktuellen Situation und am Interesse des Nutzers. Auch wenn der Kontext die Information erfordert, kann sie erweitert werden - wie beispielsweise ein Hinweis bei einer Erdbeben- oder Lawinenwarnung.
  • Next: Anpassung der Interaktion
  • Simples Beispiel: Durch das kleine Fadenkreuz-Icon wird automatisch der GPS-Standort ermittelt und das Ergebnis als Variable automatisch eingefügt. Der Nutzer merkt von all dem nichts und kommt so schneller an die gewünschten Informationen.
  • Ebenso simpel: Der 1-Click Button von Amazon nutzt bereits vorhandene Informationen, wie die Rechnungsadresse und Bezahlmethode, um den Kaufprozess über einen einzigen Klick abzuschließen.
  • Ein deutlich komplexeres Beispiel stellt das Mac OS Programm „ControlPlane“ dar. In diesem Programm werden verschiedene Umgebungen (Kontexte) mithilfe von Evidenzquellen und Regeln erkannt und dann anhand dieser Kontexte diverse Systemaktionen durchgeführt, die sonst eine Interaktion benötigen.
    Die Umgebungen sowie die Regeln und Aktionen speist der Nutzer selbst ein.
    Das Erkennen des Kontextes über die Evidenzquellen übernimmt hingegen das Programm - komplett automatisch.
  • Insgesamt kann also die Interaktion durch Nutzen vorhandenen Wissens über den Nutzer reduziert werden. Ebenso kann die Eingabe angepasst werden, wie eine automatische Aktivierung der Sprachsteuerung im Auto. Auch typische Teilaufgaben könnten vorgeschlagen oder sogar automatisch ausgeführt werden.
  • Diese drei Kategorien sind der Kern des Ganzen, was möglich ist…
  • … aber richtig interessant wird es, wenn man diese Kategorien miteinander vermischt.
  • Als erstes: was passiert, wenn man die Aktivität des Nutzers - die sich aus dem präsentiertem Inhalt und der aktuellen Interaktion zusammen setzt - für Kontextadaption nutzt?
  • Erst letzte Woche Donnerstag (28.05.2015) hat Google genau das in der Erweiterung von Google Now vorgestellt - die Now On Tap Funktion.
  • Wenn ich weiß, was der Nutzer machen möchte, weiß ich auch, was er als nächstes machen wird. Diese Aktion kann ich also ganz einfach vorschlagen oder sogar automatisch durchführen.
  • Aktivitätsorientierte Adaption haben wir. Noch spannender: die Kombination aller Anpassungen
  • Apple hat im Konsumentenbereich vorgelegt und mit den aktuellen Betriebssystem-Versionen die Handoff-Funktion ausgerollt. Damit kann ein Nutzer beispielsweise auf dem iPhone eine E-Mail anfangen zu schreiben und an seinem Mac dann diese weiter bearbeiten. Die Voraussetzung ist allerdings, dass die App für das jeweilige System verfügbar ist und die notwendigen Codezeilen für Handoff beinhaltet.
  • Eine weitere Verbindung und Vernetzung sämtlicher Geräte ist mit den Estimote Sticker Beacons geschehen: kleine iBeacon-Sticker signalisieren dem Smartphone, in welchem Kontext es sich gerade befindet und welche Objekte sich in der Nähe befinden.
  • Kontextadaptivität kann also dabei helfen, dass unsere digitalen Geräte uns wirkliche Services anbieten und damit eine Unterstützung wären.
  • Als Schlussbemerkung möchte ich dieses Zitat von Christoph Gottschalk aus dem SpOn-Artikel zeigen. Der Assistent hat ein immenses Wissen über seinen Vorgesetzten. Das kann sowohl hilfreich - aber auch am Ende sehr gefährlich sein.
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