Fachtagung AG 78 Gewaltprävention Köln

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Spots über Kölner Projekte der Gewaltprävention

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Fachtagung AG 78 Gewaltprävention Köln

  1. 1. Vielfalt einer nachhaltigen Opferprävention Spots über Kölner Projekte und Qualitätsstandards im Fünf-Minuten-Takt
  2. 2. Amt für Kinder Jugend und Familie, Abteilung Tageseinrichtung und Tagesbetreuung für Kinder Partizipation in der Kita Ein Beispiel aus dem städtischen Familienzentrum Europaring „Der Kindergarten ist dafür da, damit die Erzieherinnen die Kinder schützen.“ „ Ich habe mit meiner Mama gesprochen, aber sie hört mir nicht zu. Kannst Du mir helfen?“ „Wenn ich auf meinen Bruder nicht aufpasse, werde ich von meinem Vater mit einem spitzen Holz geschlagen.“
  3. 3. Amt für Kinder Jugend und Familie, Abteilung Tageseinrichtung und Tagesbetreuung für Kinder Runder Tisch Familienzentrum Europaring ASD GSD Familien- zentrum Europaring Familienberatung der Stadt Köln Caritasverband für die Stadt Köln e.V. Caritas- Integrationsagentur Logo gGmbH Städtische Fachberatung Interkultureller Dienst der Stadt Köln
  4. 4. Amt für Kinder Jugend und Familie, Abteilung Tageseinrichtung und Tagesbetreuung für Kinder Ergebnisse des runden Tisches • Mut-tut-gut- Kindergruppe • Mut-tut-gut- Elterngruppe • Offene und freiwillige Elterngruppe mit variablen Themenfeldern (Caritas Integrations- dienst), 1x im Monat • „Muss“-Gruppe für Eltern, die aufgefallen sind (ASD + Logo gGmbH)
  5. 5. Eskalation der Gewalt im Stadtteil - „Ohne Gang bist du nichts“ (WDR Reportage) Gewalt auf dem Schulhof
  6. 6. Institutionelles Schutzkonzept für Grundschulen Baustein: Kinderrechte auf unserem Schulhof
  7. 7. Arbeitshilfe: Partizipation
  8. 8. Kinderrechte und Regeln zum grenzachtenden Umgang
  9. 9. Kinderrechtefest mit 1300 Kindern und Erwachsenen aus dem Stadtteil
  10. 10. • friedlichere Schulhofsituation • Mädchen und Jungen kennen ihre persönlichen Rechte • Mädchen und Jungen bitten um Hilfe (z. B. auch bei häuslicher Gewalt) • Mädchen und Jungen achten die persönlichen Rechte anderer Kinder
  11. 11. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!
  12. 12. Gleichberechtigt - Schülerinnen und Schüler als Experten ihrer Lebenswelt
  13. 13. Kopernikusschule Köln Porz • Entwicklung von Strukturen in der Schule Stärkung der Schülerinnen und Schüler • Beteiligung und Verantwortung der Schülerinnen und Schüler • Soziales Lernen Fachtag Opferschutz und Opferhilfe, 28.4.2016
  14. 14. Gleichberechtigt - Schülerinnen und Schüler als Experten ihrer Lebenswelt
  15. 15. 2. Fachtag Gewaltprävention in Köln, 28.04.2016 OPFERSCHUTZ UND OPFERHILFE – AUFGABE DER GEWALTPRÄVENTION FÜR KINDER, JUGENDLICHE UND JUNGE ERWACHSENE VERTRAUENSSCHUTZ UND TRANSPARENZ IN DER ARBEIT MIT VON GEWALT BETROFFENEN FAMILIEN
  16. 16. Auftrag der Familienberatung § 28 SGB VIII Erziehungsberatung Erziehungsberatungsstellen und andere Beratungs- dienste und -einrichtungen sollen Kinder, Jugendliche, Eltern und andere Erziehungsberechtigte bei der Klärung und Bewältigung individueller und familien-bezogener Probleme und der zugrunde liegenden Faktoren, bei der Lösung von Erziehungsfragen sowie bei Trennung und Scheidung unterstützen.
  17. 17. Familienberatung in Köln 9 Beratungsstellen an 17 Standorten Innenstadt 18
  18. 18. Gewalt in der Familie VERTRAUENSSCHUTZ UND TRANSPARENZ IN DER ARBEIT MIT VON GEWALT BETROFFENEN FAMILIEN 19  Körperliche Misshandlung  Seelische Misshandlung  Sexuelle Misshandlung  Vernachlässigung  Partnerschaftsgewalt
  19. 19. Beratungsstellen sichern grundsätzlich Vertraulichkeit zu, mit guten Gründen  Sie ist wichtige Grundlage eines Zugangs und Hilfekontakts zu Ratsuchenden, vor allem bei schwierigen Themen.  Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene können sich direkt an eine Beratungsstelle wenden.  Auch Eltern sind oft Opfer von familiärer Gewalt gewesen oder sind es noch (Kreislauf der Gewalt).  Kinder wollen ihre Eltern/ nahestehende Personen schützen oder trauen sich nicht, etwas zu sagen. VERTRAUENSSCHUTZ UND TRANSPARENZ IN DER ARBEIT MIT VON GEWALT BETROFFENEN FAMILIEN 20
  20. 20. Die Vertraulichkeit findet ihre Grenzen  durch den Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung  wenn Opfer von Gewalt Schutz und/ oder Trennung einfordern  wenn (weitere) Schädigungen drohen VERTRAUENSSCHUTZ UND TRANSPARENZ IN DER ARBEIT MIT VON GEWALT BETROFFENEN FAMILIEN 21
  21. 21. Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung Bundeskinderschutzgesetz  § 8a SGB VIII Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung Werden dem Jugendamt oder Fachkräften von Einrichtungen der Jugendhilfe gewichtige Anhaltspunkte für die Gefährdung des Wohls eines Kindes oder Jugendlichen bekannt, so haben sie das Gefährdungsrisiko im Zusammenwirken mehrerer Fachkräfte einzuschätzen. Ggflls. müssen JA und Familiengericht informiert werden.  § 8b SGB VIII Fachliche Beratung und Begleitung zum Schutz von Kindern und Jugendlichen  § 4 KKG Beratung und Übermittlung von Informationen durch Geheimnisträger bei Kindeswohlgefährdung VERTRAUENSSCHUTZ UND TRANSPARENZ IN DER ARBEIT MIT VON GEWALT BETROFFENEN FAMILIEN 22
  22. 22. Sowohl als auch …  Gewalt gegen Kinder ist nicht (nur) die isolierte Tathandlung, sondern die gestörte schädigende Beziehung.  In der Praxis geht es darum, sowohl die Gefährdung zu klären und ggflls. zu beenden als auch Beziehung herzustellen.  D.h. es geht nicht um Schutz oder Hilfe, sondern darum, beides klar und förderlich zu verbinden. VERTRAUENSSCHUTZ UND TRANSPARENZ IN DER ARBEIT MIT VON GEWALT BETROFFENEN FAMILIEN 23
  23. 23. Fachliche Konsequenzen  Zugang so früh wie möglich – frühe Hilfen  Kinder können allein begleitet/ beraten werden  Sorge um Kinder und notwendigen Schutz nicht gleich zur Ablehnung der Eltern werden lassen  Beziehung und Kontrolle/ Sprechen über schwierige Themen und Konsequenzen im Kontakt  Möglichkeit klarer Zuständigkeiten über längere Zeiträume VERTRAUENSSCHUTZ UND TRANSPARENZ IN DER ARBEIT MIT VON GEWALT BETROFFENEN FAMILIEN 24
  24. 24. „Ich schreie: „Stopp hört auf!“ Und stelle mich dazwischen, aber sie sehen mich nicht …. “ „Mein Herz weint , aber niemand hört es ….“ „Ich lag die ganze Nacht wach um auf Mama aufzupassen …………..“ „Wenn ich das erzähle, dann muss ich Weinen …“
  25. 25. Altersgerechte Ansprache bei kindlichen Opfern und Zeug*innen elterlicher häuslicher Gewalt Alle Gesetze, Schutzvorschriften und Kinderschutzkooperationen werden nichts nützen, wenn Kinder und Jugendliche nicht mit einbezogen werden. Wir müssen aufhören, immer nur über Kinder zu reden. Wir müssen mit ihnen reden.
  26. 26. Zentrale Elemente der Gesprächsführung: Die Pädagogin/der Pädagoge sollte sich mit uneingeschränkter Akzeptanz als Verbündete des Mädchen/Jungen zeigen, ihm Sicherheit, Kontinuität, Verlässlichkeit und Berechenbarkeit vermitteln.
  27. 27. Lösungsorientierte Gesprächsführung: Weg vom Problem - hin zur Lösung! - Ressourcen statt Defizite - Ziele statt Probleme - Lösungen statt aufarbeiten - Wenn etwas nicht kaputt ist - repariere es auch nicht ! - Wenn etwas funktioniert. Mach mehr davon! - Wenn etwas nicht funktioniert, mach etwas ander(e)s!
  28. 28. Last but not least: Der reflektierte Einsatz von Humor & Phantasie kann ein tolles Mittel für Erholung und Befreiung sein!
  29. 29. Geschlechtsspezifisches Präventionsangebot für junge Frauen zum Thema Gewalt
  30. 30. Ein Angebot für junge Frauen zur Gewaltprävention: Zielgruppe: junge Frauen von 18 bis 25 Jahren mit sogenannten „multiplen Vermittlungshindernissen“ auf dem Arbeitsmarkt Ziele: • niederschwelliger Zugang zum Angebot der Mädchenberatungsstelle • allg. und rechtliche Informationen über frauenspezifische Problemlagen • Schutz und Hilfe bei Gewalterfahrung
  31. 31. Wie erreichen wir diese jungen Frauen? In Beziehung gehen durch: Gespräche, Diskussionen und Übungen Individuelles Ansetzen an: der Lebenssituation, der Lebenswelt und dem Erfahrungs- hintergrund der Teilnehmerinnen Partei ergreifen für die jungen Frauen durch: Ernstnehmen der jeweiligen Lebenssituation, Herausarbeiten ihrer Ressourcen und Fähigkeiten, sie bestärken, Grenzen zu ziehen und ihr Recht auf Hilfe wahrzunehmen
  32. 32. Gewalt- und Kinderschutzkonzepte für Flüchtlingsunterkünfte - Beispiele für Bausteine -
  33. 33. Mädchen und Jungen, die ihre Rechte nicht kennen, können sie nicht wahrnehmen! Kinder und Jugendliche müssen bei Aufnahme in Flüchtlingsunterkünfte über ihre Rechte informiert werden! Geflüchtete Mädchen und Jungen haben ein Recht auf bildgestützte Information!
  34. 34. Verhaltenskodex
  35. 35. Verhaltenskodex
  36. 36. Orientierung/ Regeln
  37. 37. Orientierung/ Regeln
  38. 38. Aufbau eines Schutzkonzeptes Beispiel eines Kölner Stadtteils
  39. 39. Was ist Streetwork? • Arbeitsfeld in der sozialen Arbeit, welches sich an Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 14 bis 27 Jahren richtet. • Die Besonderheit von Streetwork liegt darin, dass Sozialarbeiter und Sozialpädagogen sich direkt in den Lebensraum der Klienten begeben.
  40. 40. Das Team Streetwork • Das Streetworkteam arbeitet paritätisch und setzt sich aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verschiedener Nationalitäten zusammen • 6 Streetwork-Stellen, die gegenwärtig alle 9 Stadtbezirke betreuen • Kooperation zwischen Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Köln e.V. (AWO) und Stadt Köln
  41. 41. Beispiel einer Intervention im Gesamtteam
  42. 42. Problemlagen – Lärmbelästigung – Provokationen von Passanten – Sexualdelikte – Drogenkonsum – Schlägereien und Straftaten unter den Jugendlichen – Mobbing (Social Media) – Raubdelikte – IntensivtäterInnen
  43. 43. • 4.500 SchülerInnen von ca. fünf weiterführenden Schulen • Täglich nach Schulschluss in der Zeit von 13:00- 15:30Uhr. • Aufgrund der hohen Anzahl der Jugendlichen wurden alle 6 Streetworker vor Ort eingesetzt. • In Absprache mit Polizei, KVB, Ordnungsamt und Schulen wurde der Einsatz abgestimmt.
  44. 44. Aufgaben • Kontaktaufnahme und verteilen unsere Kontaktkarten • Gewaltprävention- und Intervention • Präventives Schutzangebot und Opferschutz • Vorstellung in Schulen- Endanonymisierung • Bus als mobiler Schutzraum. • Beratung • Vermittlung an das Kölner Hilfesystem
  45. 45. Ergebnis der Arbeit: • In Zusammenarbeit mit der Bezirksjugendpflege und dem Sozialdienst Katholischer Männer Köln e.V. wurde im August 2015 ein mobiles Projekt an der Neusser Str./ Gürtel installiert. • Durch regelmäßige Treffen mit den beteiligten Akteuren wurde herausgearbeitet, dass die Problematik sich entspannt.
  46. 46. Statistik 0 50 100 150 200 250 300 350 400 450 500 Januar Februar März April Mai Juni Juli August September Oktober November Dezember Quelle: Einsatzliste Streetwork Stadt Köln 2015 Anzahl Jugendliche
  47. 47. Kriminalhauptkommissar Werner Adamek Opferschutzbeauftragter der Kölner Polizei
  48. 48. Opferschutz und Opferhilfe der Polizei Opferschutz: angemessener Umgang Opferhilfe: Restitution
  49. 49. Opferschutz und Opferhilfe der Polizei Opfer: Alle Menschen im Zuständigkeitsbereich, die ein Hilfebedürfnis haben, dessen Ursache polizeilich relevant ist.
  50. 50. Opferschutz und Opferhilfe der Polizei Organisation: dezentrales Handeln zentrales Steuern
  51. 51. Opferschutz und Opferhilfe der Polizei Medien: Hilfe der Polizei Gewalt ist schwach!
  52. 52. Opferschutz und Opferhilfe der Polizei Ansprechpartner für Organisationen sowie Bürgerinnen und Bürger: Opferschutzbeauftragte: KHK‘in Anja Kleck 0221/229-9617 KHK Werner Adamek 0221/229-8080 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit !
  53. 53. Keine sexuelle Belästigung! Aktion der AG 78 Gewaltprävention

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