Doktorspiele oder sexuelle Übergriffe

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  • Ich halte die obige Ausführung mit der Bilderreihe generell für gut & richtig. Es darf aber nicht außer Acht gelassen werden, daß Kinder heutztage in einer Welt aufwachsen müssen, die geradezu einen Nährboden für sexuell auffälliges Vehalten bietet. Gerade in den letzten 30 Jahren etwa, hat sich die Lage diesbzgl. enorm verschlechtert. Die natürliche, unbefangene, kindliche Freude an der noch unberwussten Sexualität wird mehr und mehr dämonisiert und immer öfter auch unter Strafe gestellt, während an der anderen Seite (auch von den Erwachsenen kommend) gleichsam eine völlige Übersexualisierung durch Medien, TV, Idole uvm. ... stattfindet. Somit wird dem Kind auf der einen Seite gesagt: " Du darfst das nicht" oder: "Das ist unanständig" etc., während es auf der anderen Seite dann aber regelrecht geflutet wird mit Erotik und heute sogar echter Hardcorepornografie, die es mit ein oder zwei Mausklicks erreichen kann und wirklich nichts für das kindliche Gemüt ist. Ein fataler Widerspruch und ein Zeugniss der unerträglichen Doppelmoral der Erwachsenenwelt, welche stets neue Erkenntnisse und Begründungen findet, Kindern jegliches Recht auf eine freie, gesunde und ungezwungene Sexualität ab zu sprechen. Kinder sind Menschen und der Mensch ist ein sexuelles Wesen. Wäre er dies nicht, so würde er sich nicht fortpflanzen und um die Schönheit und die Freude der Sexualität wissen. Wahre, gute und dem Kind förderliche Aufklärung ist frei von jeder Form der Unterdrückung und Dämonisierung. Sie muß stattdessen einher gehen mit der Erziehung hin zu Respekt, Nächstenliebe und vor allem der Empathie. Dann wird ein Kind auch von sich aus nichts tun wollen, was anderen schaden könnte.Ein Kind wird stets das zu tun suchen, wonach es trachtet und wenn es Freude daran hat, z.B. nackt herum zu toben oder gerne an der Wäsche anderer schnüffelt, so ist dies kein Zeichen von kranker Entwicklung, sondern von Experimentieren. Es entdeckt die Vielfalt der Welt und erfreut sich an seinen Sinnen. Eine Krankheit bis hin zur Gefährlichkeit wird erst dann entstehen, wenn an dieser Stelle nun Erwachsene mit Verbot oder Strafe drohen. Damit gerät das Kind dann in einen enormen, inneren Zwiespalt zwischen dem was es so gerne tut, woran es Freude hat und dem Verbot dessen durch seine Umwelt. Da Eltern alles für ein Kind bedeuten, glaubt dieses den Eltern und beginnt in Folge dieses Zwispaltes den nun unterdrückten Teil in sich dafür zu hassen. Dies ist der Beginn einer zutiefst gefährlichen und auch sonst negativen Entwicklung, die sich dann bei manchen später in der Adoleszenz nicht selten auch mit Gewalt ihren Weg bahnt. - Auf diese und vielfältige andere Art u. Weise schafft sich so also die Gesellschaft ihre Monster und Sexbestien selbst. ... Im übrigen finde ich das erste Bild oben in diesem Bericht im negativen Sinne suggestiv, da die Frage kombiniert mit einem derart harmlosen und völlig natürlichen Bild bereits dienlich ist, einer primitiv und nicht reflektierenden Masse von Menschen unterschwellig einzureden, daß selbst das gegenseitige Erforschen der Kinder untereinander, kritische Fragen aufwerfen sollte. (Was natürlich in derart Übertriebenheit nicht nur Quatsch, sondern "wie eben betont" völlig kontraproduktiv und oftmals gefährlich ist). Ansonsten ein recht gut gelungener Artikel. Gruß; Markus
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Doktorspiele oder sexuelle Übergriffe

  1. 1. © Zartbitter: Wolters 2012 Phänomene traumatischen Erlebnissen Ganz „normale“ kindliche Sexualität oder sexuelle Übergriffe? © Zartbitter e.V. Zartbitter e.V. 2012 
  2. 2. © Zartbitter: Enders 2012 Politische Grundhaltung Sexuelles Verhalten von Kindern • mehr Aktivität als die meisten Eltern und päd. Fachkräfte vermuten © Zartbitter • große Bandbreite e.V. • hauptsächlich außerhalb der Familie mit Peers • hauptsächlich „geheim“ – ohne Beobachtung durch Eltern
  3. 3. © Zartbitter: Enders 2012 Phänomene traumatischen Erlebnissen Kategorien sexuellen Verhaltens bei Kindern unter 12 Jahren © Zartbitter e.V. 
  4. 4. © Zartbitter: Enders 2012 Phänomene traumatischen Erlebnissen Kategorien I. altersgerechtes Sexualverhalten II. auffälliges Sexualverhalten aufgrund nicht gesetzter Grenzen und nicht vermittelter Normen III. sexuelle Verhaltensweisen als Reaktion auf eine nicht altersangemessene und/oder überfordernde Konfrontation mit Erwachsenensexualität IV. sexuelle Handlungen als Versuch, Beziehungen zu anderen Kindern aufzubauen V. sexuelle Übergriffe auf andere Kinder mit Zwang und Nötigung  © Zartbitter e.V.
  5. 5. © Zartbitter: Enders/Wolters 2012 Phänomene traumatischen Erlebnissen I. altersgerechtes Sexualverhalten Kennzeichen: Erkundung des eigenen Körpers gegenseitiges Entdecken des Körpers Erfahrung eigener sexueller Erregung © Zartbitter e.V. Neugierverhalten spontanes, aufgewühltes, manchmal albernes Spiel ohne Scham und Furcht 
  6. 6. © Zartbitter: Enders 2012 Phänomene traumatischen Erlebnissen I. altersgerechtes Sexualverhalten ausprobieren der Geschlechtsrollen gleiches Alter/gleicher Entwicklungsstand eher unter Freundinnen und Freunden als unter Geschwistern © Zartbitter e.V. im Vorschulalter eher gemischtgeschlechtlich Freiwilligkeit bei Grenzsetzungen durch Erwachsene vermindert sich das Verhalten, taucht evtl. später auf einer anderen Entwicklungsstufe wieder auf 
  7. 7. © Zartbitter: Wolters 2012 Phänomene traumatischen Erlebnissen I. altersgerechtes Sexualverhalten Beispiele: gegenseitig begucken, betasten, untersuchen eigene Genitalien zeigen © Zartbitter e.V. einmalig/selten Gegenstände in Genitalien stecken knutschen eigenen Genitalien berühren oder reiben  führt manchmal zu unbeabsichtigten Verletzungen!!
  8. 8. © Zartbitter: Enders 2012 Politische Grundhaltung Geschlechtsspezifische Unterschiede • Mädchen spielen häufiger „Doktor“ oder „Krankenhaus“ © Zartbitter e.V. • Jungen beobachten häufiger andere Kinder auf der Toilette (Sandnabba u.a. 2003)
  9. 9. © Zartbitter 2012 Phänomene traumatischen Erlebnissen II. sexuell auffälliges Verhalten als Folge unzureichender Grenzsetzung und © Zartbitter e.V. unklarer Normen
  10. 10. © Zartbitter: Enders 2012 II. sexuell auffälliges Verhalten: Phänomene traumatischen Erlebnissen unzureichende Grenzsetzung und Normen oftmals Folge einer: nicht erfolgten/mangelhaften Sexualaufklärung © Zartbitter e.V. falsch verstandenen "freien" Erziehung: – Orientierungslosigkeit – Vernachlässigung der Grenzen zwischen den Generationen Sexualisierung des Alltags von Kindern Bagatellisierung grenzverletzenden Verhaltens 
  11. 11. ©Zartbitter: Enders 2012 II. sexuell auffälliges Verhalten: Phänomene traumatischen Erlebnissen unzureichende Grenzsetzung und Normen Kennzeichen grenzverletzendes Sexualverhalten gilt als „normal“ Kinder sind bei Grenzsetzungen durch andere Mädchen, Jungen oder Erwachsene irritiert © Zartbitter e.V. Kindergruppe nimmt Grenzsetzungen durch Erwachsene nicht ernst einzelne sexuell auffällige Mädchen und Jungen prägen die Normen der Kindergruppe 
  12. 12. ©Zartbitter: Enders/Wolters 2012 II. sexuell auffälliges Verhalten Phänomene traumatischen Erlebnissen unzureichende Grenzsetzung und Normen Beispiele: sexualisierte Verhaltensweisen als Mittel, Erwachsene zu provozieren Sexualisierung des Alltags: sexualisierte Sprache, Gesten, Zeichnungen ... © Zartbitter e.V. 
  13. 13. ©Zartbitter: Enders/Wolters 2012 II. sexuell auffälliges Verhalten Phänomene traumatischen Erlebnissen unzureichende Grenzsetzung und Normen Beispiele: öffentliche Präsentation der eigenen Geschlechtsteile © Zartbitter e.V. grenzverletzende Doktorspiele mit unbedarften Mädchen und Jungen Selbstbefriedigung in der Anwesenheit Dritter 
  14. 14. © Zartbitter: Enders 2012 Phänomene traumatischen Erlebnissen III. sexuelle Verhaltensauffälligkeiten als Reaktion auf eine nicht © Zartbitter e.V. altersangemessene, überfordernde Konfrontation mit Erwachsenensexualität 
  15. 15. © Zartbitter: Enders 2012 III. sexuelle Verhaltensauffälligkeit: Phänomene traumatischen Erlebnissen Reaktion auf Erwachsenensexualität oftmals Folge von: überfordernde Konfrontation mit Erwachsenensexualität/Pornographie © Zartbitter e.V. selbsterlebte sexuelle Übergriffe Zeugenschaft von sexualisierter Gewalt Überforderung durch Eltern, die eigene Opfererfahrungen gemacht haben und diese im Kontakt mit dem Kind verbalisieren 
  16. 16. © Zartbitter: Enders 2012 III. sexuelle Verhaltensauffälligkeit: Phänomene traumatischen Erlebnissen Reaktion auf Erwachsenensexualität Kennzeichen: dem Alter nicht entsprechendes verstärkt auftretendes Sexualverhalten © Zartbitter e.V. sexuelles Verhalten verbunden mit Scham, Schuldgefühlen und Ängstlichkeit spontanes, impulsives Verhalten stärkeres Interesse an Sexualität als an anderen Lebensbereichen 
  17. 17. © Zartbitter: Enders 2012 III. sexuelle Verhaltensauffälligkeit: Phänomene traumatischen Erlebnissen Reaktion auf Erwachsenensexualität Beispiele: exzessive und öffentliche Selbstbefriedigung subtile und offene sexuelle Grenzverletzungen gegenüber Erwachsenen (z.B. sich an Erwachsenen reiben, an die Brust fassen) © Zartbitter e.V. wiederholtes Zeigen der eigenen Genitalien in der Öffentlichkeit über Details des Sexualaktes reden 
  18. 18. © Zartbitter: Wolters 2012 III. sexuelle Verhaltensauffälligkeit: Phänomene traumatischen Erlebnissen Reaktion auf Erwachsenensexualität Beispiele: exzessive und öffentliche Selbstbefriedigung wiederholt Gegenstände in die eigenen Genitalien und die anderer Kinder einführen – auch wenn es schmerzt © Zartbitter e.V. 
  19. 19. © Zartbitter: Enders 2012 Phänomene traumatischen Erlebnissen IV sexuelle Handlungen - aus dem Bereich der Erwachsenensexualität © Zartbitter e.V. als Versuch, Kontakte/Beziehungen zu anderen Kindern aufzubauen. 
  20. 20. © Zartbitter: Wolters 2012 IV. sexuelle Handlungen Phänomene traumatischen Erlebnissen als Versuch Kontakt/Beziehungen aufzubauen oftmals Folge von: Zeugenschaft sexueller Gewalt © Zartbitter e.V. 
  21. 21. © Zartbitter: Wolters 2012 IV. sexuelle Handlungen Phänomene traumatischen Erlebnissen als Versuch Kontakt/Beziehungen aufzubauen oftmals Folge von: selbst erlebter sexueller Gewalt © Zartbitter e.V. 
  22. 22. © Zartbitter: Enders 2012 IV. sexuelle Handlungen Phänomene traumatischen Erlebnissen als Versuch Kontakt/Beziehungen aufzubauen oftmals Folge von: Mobbing © Zartbitter e.V. Kindesvernachlässigung Zeugenschaft häuslicher Gewalt 
  23. 23. © Zartbitter: Enders 2012 IV. sexuelle Handlungen Phänomene traumatischen Erlebnissen als Versuch Kontakt/Beziehungen aufzubauen Kennzeichen: nicht altersgerechtes Sexualverhalten Kontaktaufnahme zu anderen (fremden) Kindern über Sexualität © Zartbitter e.V. Handlungen der Erwachsenensexualität Versuch der Geheimhaltung Versuch, andere Kinder zu überreden, ohne physische und psychische Gewalt wenig Affekte: – kaum Scham, Schuld, Wut und Aggression – keine spielerische Lust und Leichtigkeit 
  24. 24. ©Zartbitter: Enders 2012 IV. sexuelle Handlungen Phänomene traumatischen Erlebnissen als Versuch Kontakt/Beziehungen aufzubauen Intervention: Aufklärung über Unterschiede von Kinder- und Erwachsenensexualität langfristige Bindung an grenzachtende Erwachsene, damit das Kind lernen kann, eigene Bedürfnisse ohne Sexualisierung zu befriedigen © Zartbitter e.V. therapeutisches Angebot zur Verarbeitung belastender/traumatischer Vorerfahrungen Beratung der Eltern über altersgerechte Sexualerziehung und notwendige Grenzsetzungen innerhalb und außerhalb der Familie  ggf. Herausnahme der Kinder
  25. 25. © Zartbitter: Enders 2012 Phänomene traumatischen Erlebnissen V. sexuelle Übergriffe auf andere Kinder mit © Nötigung Zwang undZartbitter e.V. 
  26. 26. © Zartbitter: Enders 2012 V. sexuelle Übergriffe Phänomene traumatischen Erlebnissen auf andere Kinder mit Zwang und Nötigung oftmals Folge von: selbst erlebten sexuellen Übergriffe durch Erwachsene, Jugendliche oder Kinder (-gruppen) Mobbing © Zartbitter e.V. Kindesvernachlässigung körperlicher Misshandlung Zeugenschaft sexueller oder häuslicher Gewalt 
  27. 27. ©Zartbitter: Enders 2012 V. sexuelle Übergriffe Phänomene traumatischen Erlebnissen auf andere Kinder mit Zwang und Nötigung Beispiele: orale, anale, vaginale Sexualpraktiken gewaltsames Einführen von Gegenständen © Zartbitter e.V. sexuelle Handlungen mit physischer oder psychischer Gewalt (z.B. würgen oder Drohung „Wenn… , dann...“) Sexualpraktiken mit Tieren 
  28. 28. © Zartbitter: Enders 2012 V. sexuelle Übergriffe Phänomene traumatischen Erlebnissen auf andere Kinder mit Zwang und Nötigung Beispiele: trotz Strafandrohung: Unterwäsche schnüffeln, klauen … wiederholte Schmierereien mit Fäkalien und Urin © Zartbitter e.V. Toilette wiederholt mit Handtüchern verstopfen 
  29. 29. © Zartbitter: Enders 2012 V. sexuelle Übergriffe Phänomene traumatischen Erlebnissen auf andere Kinder mit Zwang und Nötigung Intervention: Intensives langfristiges, therapeutisches Angebote für Kind und Eltern © Zartbitter e.V. Abklärung der Notwendigkeit einer stationären Unterbringung langfristige Bindung an grenzachtende Erwachsene, damit das Kind lernen kann, eigene Bedürfnisse ohne Sexualisierung zu befriedigen 
  30. 30. Schutz © Zartbitter e.V. Fachartikel über Hilfen für kindliche Opfer sexueller Gewalt und Informationen über Möglichkeiten der Prävention unter: www.zartbitter.de www.dorotheewolters.de
  31. 31. Phänomene traumatischen Erlebnissen © Zartbitter e.V. Ursula Enders (Hrsg.): Grenzen achten! Schutz vor sexuellen Übergriffen und Missbrauch in Institutionen Kiwi 2012 Peter Mosser: Sexuell grenzverletzende Kinder. Praxisansätze und ihre empirische Grundlage. Eine Expertise für das IzKK Zum Downloaden: www.dji.de/izkk/MosserExpertiseDJIGesamt.pdf 

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