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Gerber, Starke: Rechtliche Fragen der Filmmusik

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Gerber, Starke: Rechtliche Fragen der Filmmusik

  1. 1. B Urheber- und Leistungsschutzrechte sowie VerwertungsgesellschaftenB1 UrheberrechtRechtliche Fragen der FilmmusikBettina GerberRechtsanwältin in Köln mit Fachanwaltskenntnissen in den Bereichen Urheber,Medien- und Arbeitsrecht (www.koelner-anwaltskanzlei.de); Mitglied im Ge-schäftsführenden Ausschuss der Arbeitsgemeinschaft Geistiges Eigentum & Me-dien des Deutschen Anwaltsvereins (DAV) B 1.7Simon Starke S. 1Rechtsreferendar in Hamburg, Interessenschwerpunkte: Urheber- und Medien-recht, freier ÜbersetzerInhalt Seite1. Einleitung 32. Die Rechte an der Musik 42.1 Synchronization Right 42.2 Master-Use-Right 52.3 Vervielfältigungs-/Verbreitungsrecht 52.4 Vorführungsrecht/Theaterrecht 52.5 Senderecht 52.6 Videorecht/Video-Home-Use 52.7 Werberecht 62.8 Klammerauswertungsrecht 62.9 Synchronisationsrecht/Untertitelungsrecht 63. Rechteinhaber und -erwerb 63.1 Speziell komponierte Musikwerke 73.2 Vorbestehende Musikwerke 93.3 Erwerb der Nutzungsrechte 103.4 Pflichten nach Fertigstellung der Produktion 134. Vertragstypen im Einzelnen 184.1 Künstlerexklusivvertrag und Bandübernahmevertrag 184.2 Filmmusikvertrag 194.3 Master-Use-Vertrag 215. Änderungen nach der Urheberrechtsnovelle 2008 225.1 Widerrufsrecht 225.2 Zitatrecht 235.3 Elektronische Leseplätze 23 Checkliste Nutzungsrechte Filmmusik 10 46 Kultur & Recht Juli 2009
  2. 2. B Urheber- und Leistungsschutzrechte sowie Verwertungsgesellschaften B1 UrheberrechtB1.7S. 2 Die Verbindung von Musik und Film ist für das Kino eine Selbstverständlichkeit. Der damit einhergehende juristische Aufwand kann intensiv sein, denn in der Regel ist eine Vielzahl von Personen beteiligt, wodurch ebenso viele Nutzungs- rechte berücksichtigt werden müssen. Der Beitrag gibt zunächst einen Überblick über die verschiedenen Rechte an der Musik, klärt, von wem sie zu erwerben sind und stellt abschließend die einschlägigen Vertragstypen vor, die Sie als Vertrags- muster unter L 1 finden. 46 Kultur & Recht Juli 2009
  3. 3. B Urheber- und Leistungsschutzrechte sowie VerwertungsgesellschaftenB1 Urheberrecht1. EinleitungDie rechtliche Lage im Bereich Filmmusik ist oft nur schwer zu überschauen, dameist viele Personen daran beteiligt sind. Es kommt eher selten vor, dass derFilmproduzent sich einem Komponisten als Vertragspartner gegenübersieht, derdie gesamte Filmmusik selbst geschrieben und aufgenommen hat, der nicht aneinen Verlag gebunden ist, der vorher noch keinen Tonträger veröffentlicht hatund auch nicht Mitglied einer Verwertungsgesellschaft ist. Sehr viel wahrschein- Blicher ist eine der vielen anderen Konstellationen, was gleichzeitig bedeutet, dass 1.7es neben dem Komponisten Dritte gibt, die Rechte an der zu verwendenden Mu- S. 3sik haben, wie z. B. Texter, ausübende Künstler, Verlage, Tonträgerhersteller undVerwertungsgesellschaften.Um sich Klarheit über die rechtlichen Verhältnisse zu verschaffen, sollte der Film-produzent daher ein Filmmusikkonzept erstellen, d. h. ein den filmischen Erfor-dernissen, insbesondere dem Drehbuch und den Vorstellungen des Regisseurs,entsprechendes Konzept. Dies kann nach dem klassischen Verständnis der Film-musik eine speziell für den Film situativ-atmosphärisch komponierte Illustrati-onsmusik sein. Nach einem anderen, modernen Konzept kann auch ein Künstleraus einem bestimmten Musikgenre die gesamte Filmmusik komponieren.Um die schwierigen Fragen hinsichtlich der Auswahl des Musikkomponisten, desGenres, der einzelnen Songs und insbesondere der Rechte zu klären, ist es für dieFilmproduktionsfirma oftmals ratsam, einen erfahrenen, am besten von Verlagenund Plattenfirmen unabhängigen, Music Supervisor hinzuzuziehen. Der vomFilmproduzenten beauftragte Filmmusikkomponist ist dagegen sein eigener Mu-sic Supervisor. Er muss selbständig die passende Musik erkennen und komponie-ren. Durch die Entscheidung des Produzenten für einen bestimmten Komponistentrifft dieser folglich eine entscheidende Vorauswahl.Ein solches Filmkonzept sollte auch die Verwendungsmöglichkeiten der Film-musik festlegen. Die häufigste Einsatzebene für Filmmusik ist die der Filmhand-lung nicht angehörige Ebene, die auch als extra-diegetische Ebene bezeichnetwird. Sie wird oftmals als Illustrationsmusik oder Score bezeichnet und bei einemmittleren Budget oft nicht speziell für den Film komponiert. Eine weitere Ver-wendungsmöglichkeit der Filmmusik stellt der Soundtrack dar. Die deutlichwachsende Anzahl von Filmmusiktonträgern macht deutlich, dass ein anspre-chender Soundtrack nicht nur eine gute Werbung für den Film darstellt, sondernauch ein finanzieller Erfolg sein kann. Da der Titelsong bzw. die wichtigstenSongs des Soundtracks zumeist einen Rahmen um die Filmhandlung bilden undan markanten Stellen im Film immer wieder auftauchen, sind sie für den kom-merziellen Erfolg eines Films von entscheidender Bedeutung und werden deshalbmeist speziell für den Film komponiert. 46 Kultur & Recht Juli 2009
  4. 4. B Urheber- und Leistungsschutzrechte sowie Verwertungsgesellschaften B1 Urheberrecht Auch ist es wichtig, sich über die Art der Filmproduktion Klarheit zu verschaf- fen und sich der rechtlichen Unterschiede bewusst zu sein. Hier ist vor allem die TV-Eigen- und Auftragsproduktionen von Sendern für eigene Sendezwecke her- vorzuheben, die in Teilbereichen rechtlich anders zu behandeln ist. Weitere Arten der Filmproduktion sind: - Kinofilme - WerbespotsB - multimediale Bild-Tonträger1.7 - dramatisch-musikalische WerkeS. 4 Dramatisch-musikalische Werke sind solche, deren einzelne Teile unter einem Leitgedanken stehen und die einen gemeinsamen Handlungsfaden zum Gegenstand haben. Die Musik und die darstellende, festgelegte Form bilden also eine Einheit. Auch gibt es Konstellationen, wo TV-Sender und eine Film-/TV-Produktionsfirma zusammenarbeiten, ohne dass der Sender die Produktionsfirma dazu beauftragt (sogenannte Ko-Produktionen). 2. Die Rechte an der Musik Nachdem sich der Produzent zunächst einen grundsätzlichen Überblick über die zu verwendende Musik verschafft hat, sollte er überprüfen, welche Rechte er sich an diesen Musikstücken verschaffen muss, die er sowohl für die Erstellung und Verbreitung der Filmproduktion als auch für die anderweitige Auswertung der Filmmusik benötigt. Einige der in Betracht kommenden Rechte werden im Folgenden mit kurzen Erklärungen aufgeführt (für weitere Rechte, vgl. Beitrag L 6.1, S. 14 f.). Aller- dings können die Nutzungsrechte, je nach Vertrag, aufgrund des Grundsatzes der Vertragsfreiheit auch anders eingeteilt sein oder weniger bzw. mehr umfassen, als in den hier dargestellten gängigen Erklärungen. Aus diesem Grund sind die Ver- träge, die von dem Vertragspartner vorgelegt werden, immer ausführlich auf den Umfang der Nutzungsrechte hin zu prüfen. 2.1 Synchronization Right - bezeichnet das Recht, den Film erstmalig mit der Musik zu verbinden. Hierfür ist es zunächst gleichgültig, ob es sich um speziell komponierte oder schon bestehende Musikstücke handelt. => Nutzungsbereich: Filmherstellung 46 Kultur & Recht Juli 2009

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