Praktische Philosophie

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Praktische Philosophie

  1. 2. Ethik <ul><li>Ethik (ethos = Gewohnheit) </li></ul><ul><ul><li>Aristoteles: Lehre von den positiven und negativen Charaktereigenschaften </li></ul></ul><ul><ul><li>antiker Ethikbegriff war weiter gefaßt (später Ausgliederung: Theologie, Jura etc.) </li></ul></ul><ul><ul><li>wie sollen wir leben? </li></ul></ul><ul><ul><li>Was ist das höchste Gut/Glück/Sinn des Lebens? </li></ul></ul><ul><ul><li>Meta-Ethik: Basis für normative Urteile </li></ul></ul><ul><ul><ul><li>ontologische Fragen </li></ul></ul></ul><ul><ul><ul><li>epistemologische Fragen </li></ul></ul></ul><ul><ul><ul><li>semantische Fragen (Bedeutung von Ausdrücken) </li></ul></ul></ul>
  2. 3. Moral <ul><li>Moralphilosophie (Cicero: mores, morales): </li></ul><ul><ul><li>auf welche Wesen (und aufgrund welcher ihrer Eigenschaften) soll man Rücksicht nehmen? </li></ul></ul><ul><ul><li>Deskriptiv: wer hält was für gut? </li></ul></ul><ul><ul><li>Normativ: evaluative Ethik </li></ul></ul>
  3. 4. Begrenzungen für die handelnde Realisierung unserer Wünsche <ul><li>Grenzen des eigenen Tuns (vergangenheitsbezogen) </li></ul><ul><li>Grenzen der Naturgesetze (fliegen können) </li></ul><ul><li>kulturell-institutionalistische Grenzen (Päpstin werden) </li></ul><ul><li>Grenzen der Logik (rundes Quadrat) </li></ul><ul><li>Grenzen des Kooperativen Handelns (Skat spielen) </li></ul>
  4. 5. Praktische Überlegungen und ihre Imperative <ul><li>Strategisch: Mit dem ICE nach Hamburg </li></ul><ul><li>ethisch-praktisch: Durch Studium Wissen aneignen </li></ul><ul><li>moralisch-praktisch: Hilfeleistung </li></ul><ul><li>Problematisch-hypothetischer Imperativ </li></ul><ul><li>Asserorisch-hypothetischer Imperativ </li></ul><ul><li>kategorischer Imperativ </li></ul>
  5. 6. Kompatibilismus <ul><li>Schwache Theorie der Willensfreiheit </li></ul><ul><li>Willensfreiheit und Determinismus vereinbar, falls Determinismus wahr sein sollte </li></ul><ul><li>Kant: scheinbare Unvereinbarkeit beruht auf mangelnde Unterscheidung von Erscheinungen (phänoumena) und Dingen an sich (noumena) </li></ul>
  6. 7. Handlungsgründe (Davidson) <ul><li>1. Pro-Einstellung (desire) </li></ul><ul><li>2. Kognitive Einstellung (belief) </li></ul><ul><li>kausale Handlungstheorie: Gründe können Handlungen nicht nur rational rechtfertigen, sondern auch kausal erklären (= Ursache sein), gg. Wittgenstein gerichtet </li></ul><ul><ul><li>prima facie Gründe (Proeinstellung) </li></ul></ul><ul><ul><li>Primäre Gründe = Ursache einer Handlung </li></ul></ul>
  7. 8. Tugendbegriff: Aristoteles und heute <ul><li>Tugend (areté) bei Aristoteles (= Ethik i.e.S.= eudämonistsische Ethik): bestimmte Fähigkeiten, die man in optimaler Weise besitzen soll  Konzeption des guten Lebens </li></ul><ul><li>Tugendhaftigkeit: Übereinstimmung von Strebevermögen und Vernunft </li></ul><ul><li>ethische Tugenden bilden Dispositionen zu tugendhaftem Handeln, führen zu guten Charaktereigenschaften </li></ul><ul><ul><li>Ergebnis von Gewöhnung </li></ul></ul><ul><li>dianoethische Tugenden betreffen den vernünftigen Seelenteil und sind notwendig für die Realisierung der ethischen Tugenden </li></ul><ul><ul><li>Ergebnis von Lehre und Erfahrung </li></ul></ul><ul><li>erweiterter Tugendbegriff schließt Moralphilosophie mit ein </li></ul>
  8. 9. Aristoteles - Glück <ul><li>Eudämonistische Konzeption des Guten </li></ul><ul><li>letztes menschliches Ziel </li></ul><ul><li>wird um seiner selbst willen erstrebt </li></ul><ul><li>ist selbstgenügsam </li></ul><ul><li>seelisches Gut des Menschen, das in einem tugendhaften Leben erfüllt ist: „der Tugend gemäße vernünftige Tätigkeit der Seele“ </li></ul><ul><li>Lust als Glücksbestandteil (in Ausübung der Vernunft) und als Folge des Glücklichseins (Ausschluß von Tieren, Kindern etc.) </li></ul>
  9. 10. Welche Tugenden sind notwendig für das Glück? <ul><li>Ethische: Dispositionen zu tugendhaftem Handeln </li></ul><ul><li>dianoethische: intellektuelle Tugenden, die durch Belehrung erworben werden </li></ul><ul><ul><li>Tugenden, die sich auf den vernünftigen Seelenteil beziehen (Ausschluß von Kindern, Frauen etc.) </li></ul></ul>
  10. 11. Konzeptionen des höchsten Gutes <ul><li>Aristoteles: letztes Endziel, an der Spitze der Zielhierarchie, um seiner selbst Willen, Eudaimonia = Glück, kann durch Lernen erreicht werden, Vernunft </li></ul><ul><li>Kant: a priori, guter Wille, absoluter Wert, letzter Zweck, Vernunft </li></ul><ul><li>Mill: ohne Vernunft, absoluter Wert, Maximierung des gesamten Guten, Wohlbefinden, Lust, Ruhe, Erregung </li></ul><ul><li>Politik hat die Aufgabe, die Bedingungen zu schaffen, die es ermöglichen, daß die Menschen das höchste menschliche Gut erreichen können </li></ul><ul><li>Ethik hat die Aufgabe zu bestimmen, worin das höchste menschliche Gut inhaltlich besteht </li></ul>
  11. 12. Gemeinsamkeiten von Kant und Aristoteles <ul><li>Zweiteilung des Seelenvermögens (in strebende bzw. Begehrende und vernünftige) </li></ul><ul><li>Forderung einer Bestimmung des nicht-vernünftigen Seelenvermögens durch das vernünftige </li></ul><ul><li>Evaluative Privelegierung der Vernunft als des höchsten und besten Vermögens, aufgrund der menschen Gottesähnlichkeit besitzen </li></ul><ul><li>Überzeugung, daß es nicht nur relative, bedingte Güter und Werte gibt, sondern auch absolute, unbedingte geben muß </li></ul><ul><li>Versuch einer inhaltlichen Bestimmung des absolut, unbedingt guten </li></ul>
  12. 13. Aristoteles: Glück und Tugend <ul><li>Glück  Tätigkeit </li></ul><ul><li>Tugend: reine Charakterdisposition </li></ul>
  13. 14. Wittgenstein: Konzeptionen des höchsten Gutes <ul><li>Welt besteht aus Tatsachen und nicht aus Werten </li></ul><ul><li>„ gut“ ist relativ </li></ul><ul><li>nur die erste Ursache kann absolut sein </li></ul>
  14. 15. Bentham: Glück <ul><li>Wird über die Summe aller Individuen definiert </li></ul><ul><li>ein Individuum kann schlechter gestellt werden als andere, sofern sich der Durchschnittsnutzen erhöht </li></ul><ul><li>Glückszuwachs in der Gesamtsumme </li></ul><ul><li>Größtes Glück der größten Zahl </li></ul><ul><li>Handlungsutilitarismus </li></ul><ul><li>hedonistisches Nutzenkalkül </li></ul>
  15. 16. Deontologisch ≠ konsequentialistisch <ul><li>Deontologische Ethik gilt normativ  Pflichtenethik </li></ul><ul><li>die Richtigkeit der Handlung wird von Regeln bestimmt, nicht aber aus den Konsequenzen, die sich aus dieser Handlung ergeben </li></ul><ul><li>guter Wille konstituiert deontologische Ethik </li></ul>
  16. 17. Kant: Menschen als Selbstzweck <ul><li>Würde </li></ul><ul><li> guter Wille </li></ul><ul><li> absoluter Wert des Menschen </li></ul><ul><li> Instrumentalisierungsverbot </li></ul><ul><li> Autonomie </li></ul><ul><li> auch alle Anderen haben eigene Zwecke </li></ul><ul><li> Mensch ist sich selbst letzter Zweck </li></ul><ul><li> kann nicht als Mittel für andere verwendet werden </li></ul><ul><li>= kategorischer Imperativ </li></ul>
  17. 18. Kant: Maximen <ul><li>Man muß wollen können, daß die Maxime zum allgemeinen Gesetz wird </li></ul><ul><ul><li>dies stellt sicher, daß Maxime von allen akzeptiert wird und niemandem zum Schaden gereicht </li></ul></ul><ul><li>Kant schließt Neigungen bei Maximenbildung aus (nur dann wird aus dem Wollen ein Sollen) </li></ul><ul><li>Führen zur Handlung aus Pflicht </li></ul>
  18. 19. Kant: Pflicht <ul><li>Begriff der Pflicht enthält auch „freien Willen“, aber keine Neigungen </li></ul><ul><li>Handlungen aus Neigung sind keine Handlungen aus Pflicht </li></ul>
  19. 20. Handlungsfreiheit - Willensfreiheit <ul><li>Handlungsfreiheit (genus proximum): </li></ul><ul><ul><li>phys. Abwesenheit v. Hindernissen (z.B. Gefängnismauern) = äußere Barrieren </li></ul></ul><ul><li>Willensfreiheit: Freiheit, moralisch richtig handeln zu können: Setzt Vernunft voraus </li></ul><ul><ul><li>Neigungen = innere Barrieren </li></ul></ul>
  20. 21. Singer: Präferenzutilitarismus <ul><li>1. Präferenzen (= Interessen) </li></ul><ul><li>2. Universalisierung </li></ul><ul><li>3. Gleichheit </li></ul><ul><li>= Unparteilichkeit </li></ul><ul><li>Universalisierung und Gleichheit werden durch Speziezismus verletzt  Personenbegriff/Interessen  Empfindungsfähigkeit (Schmerz/Lust) </li></ul><ul><li>nur Interessen haben moralische Relevanz </li></ul>
  21. 22. Singer: Speziezismus <ul><li>Zugehörigkeit von Individuen zu einer bestimmten Gattung als moralisch relevantes Kriterium </li></ul><ul><li>= moralisch ungerechtfertigte Diskriminierung (  Rassismus, Sexismus, Nationalismus) </li></ul>
  22. 23. Kontroverse des Personenbegriffs <ul><li>Historische Kontroverse: Cicero (Ansehen, Würde, soziale Rolle), Kant (freies, selbstbestimmtes Handeln </li></ul><ul><li>Singer verknüpft mit P erstmalig das Recht auf Leben </li></ul><ul><li>Distinktionsprobleme: P an Eigenschaften geknüpft, die man gewinnen oder verlieren kann </li></ul>
  23. 24. SKIP: 4 Argumente, daß Embryonen Menschenwürde haben <ul><li>Speziesargument: Jedes Mitglied der Spezies Mensch hat Würde, Mensch zu sein, eine würdestiftende Eigenschaft, jedes Embryo ist Mitglied der Spezies Mensch </li></ul><ul><li>Kontinuumsargument: Jedes menschliche Wesen, das aktual ist, hat Würde, jeder Embryo entwickelt sich kontinuierlich zu einem aktualen Lebewesen </li></ul><ul><li>Identitätsargument: Erwachsene, die aktual sind, sind mit Embryonen in moralrelevanter Sicht identisch </li></ul><ul><li>Potentialitätsargument: Jedes Wesen, das potentiell ist, hat Würde </li></ul>
  24. 25. Utilitarismus <ul><li>Direkter (Smart): Handlung ist moralisch richtig, wenn ihre Konsequenzen mindestens ebenso gut sind, wie die alternativer Handlungen </li></ul><ul><li>indirekter (Berkeley): Richtig ist eine Handlung, die einer Regel folgt, die gewöhnlich gute Konsequenzen hat </li></ul><ul><li>objektiver: wirklich eingetretene Folgen, Erfüllung muß nicht mental erlebt werden (z.B. Erblasser) </li></ul><ul><li>subjektiver: prognostizierte Konsequenzen, Erfüllung muß mental erlebt werden </li></ul><ul><li>positiver: beste Konsequenzen fördern </li></ul><ul><li>negativer; schlechte Konsequenzen vermeiden </li></ul><ul><li>Gesamtsummen: Förderung Gesamtsumme </li></ul><ul><li>Durchschnittsnutzen: größter Durchschnittsnutzen </li></ul><ul><li>klassischer: Bentham, Mill </li></ul><ul><li>Nichtklassische (sind eigentlich nur nichtkonsequentialistische, keine richtigen utilitaristischen Ethiken) </li></ul><ul><ul><li>Präferenzutilitarismus (Singer) </li></ul></ul><ul><ul><li>Kooperationsutilitarismus (Sen) </li></ul></ul><ul><ul><li>Präferenzutilitarismus (Singer) </li></ul></ul>
  25. 26. 4 Einwände gegen Utilitarismus <ul><li>Moralische Akzeptabilität: Das Wohl einzelner Unschuldiger wird geopfert, um das Wohl der Gesamtheit zu erhöhen </li></ul><ul><li>Ethische Akzeptabilität: Einschränkung der Willensfreiheit durch Verpflichtung zur Maximierung des Guten </li></ul><ul><li>Praktikabilität (Handlungsableitung): Aus dem Zweck der Nutzenmaximierung lassen sich keine konkreten Handlungen ableiten </li></ul><ul><li>Praktikabilität (Überforderung) </li></ul>
  26. 27. Hare: 2-Ebenen-Utilitarismus <ul><li>Intuitive Ebene: Anwendung von erlernten und anerkannten Prima-Facie-Prinzipien </li></ul><ul><li>Ebene des kritischen Denkens: Reflektion </li></ul><ul><li>Synthese beider Ebenen </li></ul>
  27. 28. Sanktionen bei Mill <ul><li>Äußere: Hoffnung auf die Gunst und die Furcht vor der Ungunst der Mitmenschen </li></ul><ul><li>Innere: Empfindung von Unlust bei Nichtbefolgung (= Gewissensbisse) </li></ul>
  28. 29. Ethisches Prinzip der politischen Philosophie Nussbaums <ul><li>Objektive Konzeption des guten Lebens </li></ul><ul><li>Menschen haben Bedürfnisse nach Tätigkeit </li></ul><ul><li>Anspruch auf Verwirklichung </li></ul><ul><li>Fähigkeitsethik: Staat muß gute Verhältnisse schaffen, um bestmögliche Entfaltung der Möglichkeiten zu gewährleisten </li></ul><ul><li>Aufgabe der Politik: Übergang von GF  IF  EF </li></ul>
  29. 30. Politischen Philosophie Nussbaums <ul><li>DK: Förderung für alle, die in einem Staat leben </li></ul><ul><li>HK: Staat hat Struktur einer guten Seele (Sinn, Affekt, Vernunft  Handwerker, Soldat, Philosoph), Kohärenz der Stände = Seelenteile </li></ul><ul><li>TGK: Staat ist nur so gut, wie die Bürger, die darin leben. </li></ul>
  30. 31. Nussbaum, Rawls: Politische Philosophie <ul><li>Rawls: ethischer Subjektivismus (Individuen haben unterschiedliche Zielvorstellungen) </li></ul><ul><ul><li>Gleichverteilung der Grundgüter (Freiheit, Chancen, Einkommen, Vermögen, Selbstachtung) als Gerechtigkeitsgrundsatz  Hauptaufgabe des Staates </li></ul></ul><ul><li>Nussbaum: ethischer Objektivismus </li></ul><ul><ul><li>Gundgüter haben lediglich instrumentellen Wert, Staat hat Aufgabe, GF der Menschen zu entwickeln </li></ul></ul>
  31. 32. 1. Entelechie und 2. Dynamis bei Aristoteles <ul><li>1. D: im Menschen angelegt (theoretisch sprechen können) </li></ul><ul><li>2. D: Ausprägung (praktisch sprechen können) </li></ul><ul><li>3. D: Anwendung (sprechen) </li></ul><ul><li>1. Entelechie (Vollendung) </li></ul><ul><li>2. Entelechie </li></ul>
  32. 33. Habermas: Diskusethik <ul><li>Universalisierungsgrundsatz (U): Eine Norm ist gültig, wenn alle Betroffenen die Folgen und Nebenwirkungen akzeptieren können, die sich für die Befriedigung der Interessen jedes einzelnen ergeben </li></ul><ul><li>Diskursprinzip (D): Dient der Verbesserung von U. Alle von der Norm möglicherweise Betroffenen müssen als Teilnehmer eines praktischen Diskurses der Norm zustimmen können </li></ul><ul><li>Akzeptanz der Diskursregeln führt zur Akzeptanz von U </li></ul>
  33. 34. Arten der Staatslegitimation <ul><li>Eudämonistisch-perfektionistisch (Nussbaum): Staat hat Aufgabe, GF seiner Bürger durch Bereitstellung von Institutionen zu Fähigkeiten auszubilden </li></ul><ul><li>utilitaristisch: Staat hat Aufgabe, Wohlergehen seiner Bürger insgesamt zu fördern </li></ul><ul><li>kontraktualistisch (Rawls): Menschen schließen untereinander Vertrag, um aus dem Naturzustand zu gelangen </li></ul><ul><li>intersubjektiv: Individuen müssen in Strukturen eingebettet sein, um sich selbst realisieren zu können </li></ul>
  34. 35. Kontraktualistische Staatsbegründungen <ul><li>Starke: (Hobbes, Hume, Rousseau): Vertrag erzeugt Normen, die es vorher nicht gab, er hebt die Menschen vom Natur- in den gesellschaftlichen Zustand </li></ul><ul><li>schwache: (Locke, Kant): Menschen besitzen im Naturzustand bereits natürliche Rechte, die durch Vertrag realisiert werden müssen </li></ul>
  35. 36. Themen der politischen Philosophie <ul><li>Staatsmodelle/Staatsbegründung/ Staatslegitimation/Staatsaufgaben </li></ul><ul><li>Pflichten der Bürger ggü. dem Staat </li></ul><ul><li>Machtkontrolle im Staat, z.B. Gewaltenteilung </li></ul><ul><li>Menschenrechte </li></ul><ul><li>Demokratietheorien/Demokratiemodelle </li></ul>
  36. 37. Ethischer Naturalismus <ul><li>Normative Vorschriften als Ausdruck funktionaler Zusammenhänge in der Natur </li></ul><ul><li>menschliche Freiheit ist nicht Grundlage menschlichen Handelns, da selbst nur auf biologische Funktionen zurückzuführen </li></ul><ul><li>Mensch soll sich so verhalten, daß seine natürlichen Anlagen zur Geltung kommen  Selbstverwirklichung </li></ul><ul><li>ethische und moralische Fakten existieren wirklich in der Natur </li></ul>
  37. 38. Ist Ethik eine Wissenschaft? <ul><li>Kognitivismus (Aristoteles): Ethik ist erlernbar und kann durch Tätigkeit geübt werden </li></ul><ul><li>Nonkognitivismus (Wittgenstein): Welt besteht aus Tatsachen, nicht aus Werten, Ethik ist subjektiv, und daher keine Tatsache </li></ul><ul><ul><li>Werturteile sind nicht wahrheits- und begründungsfähig </li></ul></ul><ul><li>moralischer Realismus (starker und schwacher) </li></ul><ul><li>moralischer Anti-Realismus </li></ul>
  38. 39. Nonkognitivistische Theorien <ul><li>Emotivismus/Expressivismus (Ausdruck von Gefühlen: „Ich mißbillige dies“) </li></ul><ul><li>Präskriptivismus (Ausdruck von Empfehlungen) </li></ul><ul><li>Expressivismus-Evokativismus (Ausdruck der Billigung und Handlungsaufforderung), Imperativ des Sprechers: „Tu Du es auch!“ </li></ul>
  39. 40. Naturalistischer Fehlschluß <ul><li>Hume: „Aus dem Sein folgt niemals ein Sollen“ </li></ul><ul><li>aus Aussagen über Fakten folgen keine normativen Aussagen </li></ul><ul><li>„ In Afrika verhungern Kinder“≠ „Ihnen muß geholfen werden“ </li></ul><ul><ul><li>Einführung einer ersten Prämisse </li></ul></ul><ul><ul><li>Konkretisierung durch eine zweite Prämisse („Menschen, die Hunger leiden soll man helfen“) </li></ul></ul>
  40. 41. Moralischer Internalismus <ul><li>Derjenige, der der Auffassung ist, daß etwas Bestimmtes moralisch richtig ist, hat damit einen Handlungsgrund </li></ul><ul><li>Davidson: Gründe rationalisieren Handlungen (machen diese verständlich) </li></ul><ul><ul><li>moralische Auffassung als Pro-Einstellung (desire) </li></ul></ul>
  41. 42. Meta-Ethik: moralische Eigenschaften als sekundäre Qualitäten <ul><li>Sekundäre Qualitäten sind beobachterabhängig und nicht meßbar </li></ul><ul><li>Primär-Eigenschaft: X = 1,80 groß </li></ul><ul><li>Sekundär-Eigenschaft: X = freundlich </li></ul>
  42. 43. Kontroverse dichter ethischer Ausdrücke <ul><li>Dünne ethische Ausdrücke: universell, kulturübergreifend, abstrakt </li></ul><ul><li>Dichte ethische Ausdrücke („freundlich“) lassen sich mittels anderer dichter ethischer Ausdrücke definieren </li></ul><ul><li>steht im Hintergrund der Kontroverse, ob es ethisches Wissen geben kann oder nicht </li></ul><ul><ul><li>Aristoteles: objektive Geltung für evaluative ethische Werte </li></ul></ul><ul><ul><li>Wittgenstein: ethische Werte sind perspektivenabhängig </li></ul></ul><ul><li>Realismus/Idealismus-Debatte </li></ul>
  43. 44. Angewandte und praktische Ethik <ul><li>Angewandte E.: </li></ul><ul><li>Bottom-Down-Prinzip </li></ul><ul><li>Anwendung bestimmter Moralprinzipien auf bestimmte Probleme </li></ul><ul><li>bloße Anwendung normativer Theorie </li></ul><ul><li>Praktische E.: </li></ul><ul><li>Bottom-Up-Prinzip </li></ul><ul><li>Beginnt bei moralischer Überzeugung </li></ul><ul><li>Konsenz auf mittl. Ebene, Dissenz auf Prinzipenebene </li></ul>
  44. 45. Unparteilichkeit bei Habermas und Rawls <ul><li>Habermas </li></ul><ul><li>Diskursethik </li></ul><ul><li>Ziele werden in einem Diskurs vorgetragen </li></ul><ul><li>Es werden die Ziele beschlossen, die keinem anderen Diskussionsteil-nehmer schaden </li></ul><ul><li>alle Betroffenen akzeptieren alle Folgen und Nebenwirkungen </li></ul><ul><li>Rawls </li></ul><ul><li>Praktische Ethik </li></ul><ul><li>Schleier des Nichtwissens </li></ul><ul><li>Urzustand </li></ul><ul><li>Sämtliche Individuen verlieren ihre spezifischen Eigenschaften </li></ul><ul><li>niemand weiß, welche Position in der Gesellschaft er einnehmen wird </li></ul>
  45. 46. Verfahrensethik <ul><li>Ethische Aussage als Ergebnis am Ende eines Verfahrens </li></ul><ul><ul><li>Kant: Kategorischer Imperativ </li></ul></ul><ul><ul><li>Habermas: Diskursethik </li></ul></ul><ul><ul><li>Mill: Utilitarismus </li></ul></ul><ul><li>Keine Verfahrensethiken: </li></ul><ul><ul><li>christliche Ethik </li></ul></ul><ul><ul><li>Aristoteles: Eudaimonistische Ethik </li></ul></ul><ul><ul><li>Nussbaum: Fähigkeitsethik </li></ul></ul>
  46. 47. Deontologische Auffassung bei Rawls <ul><li>Gemeinsamkeit mit Kant: Begriff der Freiheit </li></ul><ul><li>Aus Freiheit resultiert Verantwortung </li></ul><ul><li>Jedes Individuum ist für seine Handlung selbst verantwortlich </li></ul><ul><li>Pflicht zu moralischen Handeln  Pflichtenethik </li></ul><ul><li>Urzustand  Universalisierungsprinzip </li></ul>
  47. 48. Kritische Theorie <ul><li>Sowohl Erkennender als auch das Erkannte sind historisch und sozial geprägt </li></ul><ul><li>Gegenstand: Gesellschaft als Ganzes und deren Veränderung, anstatt nur einzelne Mißstände zu beseitigen </li></ul><ul><li>ökonomische Verhältnisse führen zu sozialen Gegensätzen, Kriegen und Revolution </li></ul>
  48. 49. Naturethik <ul><li>Anthropozentrismus: Natur hat keinen von den Menschen unabhängigen moralischen Wert und braucht moralisch nicht berücksichtigt zu werden (Natur ist dem Menschen Untertan) </li></ul><ul><li>Physiozentrismus: vv </li></ul>

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