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Was soll ich tun?



                                 ?
Kants Fragen zur Philosophie 3
– Ethik –
Utilitarismus


1. Hedonistisches Prinzip

2. Teleologisches Prinzip

3. Sozialprinzip
Utilitarismus

           Gruppe




                                                             Gesamtaddition
                                              Freude

                              Freude

                                              Leid


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                                                                        Handlung ist gut,
                                                                        wenn sie das Leid
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                                                                        Glück maximiert,
                                            Leid
                          Dauer, Folgenträchtigkeit, Nähe,
                          Ferne, Intensität, Reinheit
Erweiterung des Utilitarismus
„Einziger Lebenssinn ist also nur die Lust... das ist doch menschenun-
würdig! Sind wir denn Schweine?!“




John Stuart Mill sagt:
   „Nicht die Utilitaristen entwürdigen den Menschen. Solche, die Menschen
   mit Schweinen gleichsetzen tun dies!“

   „Lieber ein unglücklicher Sokrates als ein
   glückliches Schwein!“
Utilitarismus angewandt

  Sollte die Bun-
  desrepublik Waf-
  fen an ein Land
  liefern, das die
  Menschenrechte
  nicht     achtet?
Antworten vom Handlungsuntilitarismus
W af en? Kann man doch ruhig schicken, sichert
     f
uns Arbei    ätze! Irgendwer schickt die ja eh
        tspl
irgendwann, warum dann nicht wir?

          Wozu denn? Bedürftigere Länder haben
          das Geld viel nötiger – denkt nur an
          Brasilien!


                           BloSS nicht! Die Waffen könnten
                           gegen uns gerichtet werden!
Antwort vom Regelutilitarismus



Potenzielle Förderung von weiteren   Men-
schenrechtsverletzungen?!


               Niemals!
Deontologische Ethik

Von Immanuel Kant entwickelt:



Pflicht-/Regelorientiert
Kategorischer Imperativ



Handle nur nach derjenigen Maxime, von der du
wollen kannst, dass sie allgemeines Gesetz werde.


„Wollen-Können“:
 Vernunft/Logik
Erban
                                                           lage
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Vernunft   Ist man der Glückseligkeit würdig?


                                    freier Wille


                                 Neigung strebt nach Glückseligkeit
                      Neigung




Sich-Dinge-Fragende
       Person
Wollen
                Autonomer Wille



         Vernunft




         sinnliches
         Wesen




                Sollen
                                         Kategorischer
             Einschränkender Imperativ
Mensch
                                           Imperativ
Kategorischer Imperativ



Handle nur nach derjenigen Maxime, von der du
wollen kannst, dass sie allgemeines Gesetz werde.
Sterbehilfe

                JA zum Leben

                NEIN zu Maschinen



          Mitleid begründet keine Ethik
Jedoch:
PID, Abtreibung, Kindertötung
    Erbgut vor Befruchtung kontrollieren



       Lieber menschen-
       unwürdiges Leben
       verhindern statt
       es auszulöschen!
                                       lem:
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Was soll ich tun?



                                       ?
     Kants Fragen zur Philosophie 3
     – Ethik –




                                                   1




Hier geht’s um die dritte der „kantschen Fragen“:
  Was soll ich tun?
Wir suchen eine Antwort auf die Frage des ethischen
  Handelns!

Werde auf drei Themenkomplexe eingehen
● Teleologische Ethik (speziell „Utilitarismus“)

● Deontologische Ethik

● Anwendung: Sterbehilfe ja/nein?
Utilitarismus


                1. Hedonistisches Prinzip

                2. Teleologisches Prinzip

                3. Sozialprinzip



                                                          2




Utilitarismus ist eine Form von teleologischer
Ethik!
Von Jeremy Bentham entwickelt setzt sie sich aus
folgenden Prinzipien zusammen:

1.Hedonistisch
    Auf Nutzen/Lust/Glück ausgerichtet
  •

2.Teleologisch
    Ziel-/Ergebnisorientiert
  •

   („Zweck heiligt die Mittel“ - Frieden bringen durch Krieg)
3.Sozial
    Alle Beteiligten Interessen miteinbezogen
  •




 also ist das Ziel: Das größte Glück der größten Zahl
Utilitarismus


                 Gruppe




                                                                   Gesamtaddition
                                                    Freude

                                    Freude

                                                    Leid


                                                  Freude                       Minimax
                                                                               Handlung ist gut,
                                                                               wenn sie das Leid
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                                                                               Glück maximiert,
                                                  Leid
                                Dauer, Folgenträchtigkeit, Nähe,
                                Ferne, Intensität, Reinheit
                                                                                            3




Achsen der Grafik:
Y: Gruppe: Soziales Prinzip, alle Beteiligten
  miteinbezogen.
X: Dauer, ...: hedonistisches Abwägen

Wieder Das größte Glück der größten Zahl!
Erweiterung des Utilitarismus
       „Einziger Lebenssinn ist also nur die Lust... das ist doch menschenun-
       würdig! Sind wir denn Schweine?!“




       John Stuart Mill sagt:
          „Nicht die Utilitaristen entwürdigen den Menschen. Solche, die Menschen
          mit Schweinen gleichsetzen tun dies!“

          „Lieber ein unglücklicher Sokrates als ein
          glückliches Schwein!“
                                                                                    4




Kritiker sagten: „Einziger Sinn des Lebens: der Lust nach, wie
  Schweine!!“

Mill hat Benthams Utilitarismus erweitert:
 Qualität spielt nun eine Rolle!

Unglücklicher Sokrates > glückliches Schwein
  Nur, wer das Unglück kennt, kann sich auch wirklich glücklich
  schätzen – Kontrast wichtig!

Qualität wäre z.B. Bildung, Tugend, etc. – alles, was
 sich am Lebensende rückblickend wirklich auszahlt
Keine Qualität hingegen haben einfache
 Lustbefriedigungen wie Sex, Eisessen; lohnt alles
 nicht auf lange Sicht!

Körperbewusste Menschen bevorzugen den Verzicht
 (Disziplin) gegenüber der Nascherei (Süßes:
 einfache Lust) wg. Gesundheitsaspekten
Utilitarismus angewandt

                 Sollte die Bun-
                 desrepublik Waf-
                 fen an ein Land
                 liefern, das die
                 Menschenrechte
                 nicht     achtet?

                                                   5




Es gibt im Prinzip zwei wichtige „Teilgruppen“ der
Utilitaristen.

1. Die Handlungsutilitaristen, die jedes mal alles
abwägen, was sie abwägen können, und

2. Die Regelutilitaristen, die den Aufwand für
hinderlich halten und verbindliche Regeln (im Prinzip
„Maximen“, wie bei Kant nachher) entwerfen und auf deren
Basis entscheiden.
Antworten vom Handlungsuntilitarismus
     W af en? Kann man doch ruhig schicken, sichert
          f
     uns Arbei    ätze! Irgendwer schickt die ja eh
             tspl
     irgendwann, warum dann nicht wir?

               Wozu denn? Bedürftigere Länder haben
               das Geld viel nötiger – denkt nur an
               Brasilien!


                                BloSS nicht! Die Waffen könnten
                                gegen uns gerichtet werden!
                                                              6




Mögliche Antworten vom Handlungutilitarismus
 ergeben sich durch eine hedonistische Rechnung
 (Kosten/Nutzen) vor dem Handeln. Jedes mal. Bei
 allem möglichen.

Geistesexperimentalisches Beispiel: Hitler ertrinkt
 im See und ruft um Hilfe.
 Handlungsutilitaristen würden das Retten dieses
 Menschen mit seinem Völkermord verrechnen und
 ihn wohl nicht retten.
Antwort vom Regelutilitarismus



     Potenzielle Förderung von weiteren   Men-
     schenrechtsverletzungen?!


                    Niemals!


                                              7




Eine wahrscheinliche Antwort von
  Regelutilitaristen würde auf einer, na, Regel
  basieren, wie hier z.B. „Menschenrechte achten
  und fördern“.

Am Beispiel von Hitlers Ertrinken:
 Regel „Menschenleben retten“ (in 99.999% der
 Fälle eine wirklich gute Idee) greift hier. Ohne
 Ausnahme wird sie befolgt, also rettet man Hitler
 vor dem Ertrinken.
 Normalerweise haben ja alle was davon, wenn man
 sich immer gegenseitig rettet, was
 Glücksmaximierung sicherstellt und utilitaristisch
 erstrebenswert ist.
Deontologische Ethik

     Von Immanuel Kant entwickelt:



     Pflicht-/Regelorientiert




                                                8




Griechisch: to deon - das Erforderliche, die Pflicht;
 „Lehre von dem, was sein soll“

Gegenteil zu teleologischer Ethik, die auf ein Ziel
 ausgerichtet ist:
 deontologische Ethik befolgt eine Pflicht/Regel;
 mögliche Folgen in (ferner) Zukunft muss man
 dabei gar nicht betrachten (Beispiel auf nächster
 Seite)

Die Motivation ist ausschlaggebend und wird geprüft
  (Der gute Wille zählt.)
Kategorischer Imperativ



      Handle nur nach derjenigen Maxime, von der du
      wollen kannst, dass sie allgemeines Gesetz werde.


      „Wollen-Können“:
       Vernunft/Logik


                                                         9




Maxime ist in etwa so was wie eine Handlungsregel,
  die man sich selber auferlegt und die durch diesen
  kategorischen Imperativ geprüft wird.
„Kann man wirklich soundso handeln?“
„Nicht Lügen“ als Maxime würde somit auch greifen,
  wenn man einen Freund versteckt, der von einem
  Mörder verfolgt wird; man müsste dem Mörder
  wahrheitsgemäß antworten, dass man den gesuch-
  ten Freund beherbergt (Pflicht), ohne die Folgen zu
  beachten (kann man ja selber nicht beeinflussen, was der
  Mörder da tut...)

Exkurs „aufklärerisches Gedankengut“:
 Vernunftbegabte Menschen entfalten ihre Vernunft
 erst durch Erziehung und Entwicklung, das
 Potenzial steckt aber in jedem.

Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstver-
  schuldeten Unmündigkeit!
Erban
                                                              lage
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                                           Autonomer Mensch
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                                                              E

Der heteronome Mensch (griech: fremd-bestimmt)
 „unterliegt“ all den Einflüssen von Außen, folgt ihnen
 blind, ohne sich selbst zu bemühen.

Ein autonomer Mensch (griech: selbst-bestimmt) kann
  den äußeren Einwirkungen entgegentreten und so
  selbst bestimmen, was mit ihm passieren soll.
  Er handelt selbstständig und pflichtbewusst.
Er kennt keine Entschuldigung für sein Verhalten, wie
  „so wurde ich aber erzogen“ sondern ist sich seines
  bewussten Handelns im klaren und muss selber
  geradestehen.

Mit viel Vernunft geht auch viel Verantwortung einher :)

Gibt durch ethisches Handeln aber keine
 Glücksgarantie; bspw. Krankheiten können einen
 immer noch gnadenlos hinwegraffen!
Vernunft   Ist man der Glückseligkeit würdig?


                                             freier Wille


                                          Neigung strebt nach Glückseligkeit
                               Neigung




         Sich-Dinge-Fragende
                Person
                                                                           11




Die Vernunft fragt sich, ob man das gewünschte
  Glück erhalten sollte
Die Neigungen des sinnlichen Wesens Mensch
  werden dabei durch den freien Willen ggf.
  kontrolliert oder unterdrückt.

Erinnerung an Utilitarismus: Verzicht auf Süßes ist
  möglich, wenn auch eigentlich „widersinnig“;
  schließlich machen Süßigkeiten Freude!

Detailliertere Grafik folgt!
Wollen
                          Autonomer Wille



                   Vernunft




                   sinnliches
                   Wesen




                          Sollen
                                                   Kategorischer
                       Einschränkender Imperativ
          Mensch
                                                     Imperativ

                                                                   12




Das sinnliche Wesen begehrt Dinge (Triebe).
 [Pfeile in PDF wegen Animation nicht dargestellt]

Der Mensch als Wesen mit freiem Willen geht den
  Trieben jedoch nicht blind nach!
Sofortiges Stillen des sexuellen Bedürfnisses auf
  offener Straße mit fremden Menschen bspw. wird
  wahrscheinlich von vornherein ausgeschlossen...
Die Vernunft wägt mithilfe des kat. Imperativs ab, ob
  der gewollte eigene Wille (autonom) umgesetzt
  werden darf.
Der kategorische Imperativ hilft der Vernunft durch
  seine Entscheidungsregel dann, das Wollen in ein
  Sollen zu wandeln.
Der Mensch hat am Ende also eine „verbindliche“
  Entscheidung durch eigenes Denken erhalten.
  Go Mensch!!!
Kategorischer Imperativ



     Handle nur nach derjenigen Maxime, von der du
     wollen kannst, dass sie allgemeines Gesetz werde.




                                                     13




Weiterentwicklungen des kategorischen Imperativs
 durch Kant selbst:

Naturgesetz-Formel: nicht nur allgemeines Gesetz,
 sondern Naturgesetz soll die Maxime jetzt sogar
 werden können! Dadurch entsteht ein noch ärgerer
 Zwang, da man diese Maximen ebenso wenig
 umgehen „kann“ wie die Gravitation!
Menschzweckformel: Etwa „Der Mensch ist Zweck
 an sich selbst“; soll heißen, dass nur der Mensch
 sich einen Sinn („Zweck“, Ziel) gibt.
 Also autonom ist.
 Nicht ganz so relevant, da nicht unbedingt
 ersichtlich ist, wie das aus dem kat. Imperativ folgt.
 Ist auch (meiner Meinung nach) weniger konkret
 und nicht so anschaulich für Vergleiche mit
 teleologischer Ethik.
Sterbehilfe

                        JA zum Leben

                        NEIN zu Maschinen



                  Mitleid begründet keine Ethik
        Jedoch:

                                                        14




Betroffene wollen leben; aber sie wollen nicht von
 Maschinen leben und ihre Würde (aus eigener
 Sicht) dadurch verlieren. Lieber sterben, als
 unwürdig zu leben?
 Das ist diskutierbar.
Ist denn ein Leben je unwürdig? Kann man dem Menschen seine
   Würde nehmen, solange er seine Vernunft noch hat? Was ist mit
   atmenden „Morphiumhalden“, die keinen klaren Gedanken
   fassen können? Sind sie vernünftig, autonom, menschlich?

Nur weil man Mitleid mit den Menschen hat, soll man
 nicht die Vernunft völlig ausschalten und eine aktive
 Sterbehilfe (Tötung) in Betracht ziehen!
Töten widerspricht jeglicher Vernunft und
 jeglichen Regeln/Maximen und ist ethisch prinzipiell
 abzulehnen.
 Nur durch Mitleid lässt sich eine Befürwortung
 überhaupt in Betracht ziehen, und Mitleid ist kein
 Entscheidungskatalysator.
PID, Abtreibung, Kindertötung
                  Erbgut vor Befruchtung kontrollieren



                      Lieber menschen-
                      unwürdiges Leben
                      verhindern statt
                      es auszulöschen!
                                                        m:
                                                   le
                                              Prob
                                                     ist
                                              Wann
                                                         h
                                                    ensc
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                                              ein M




                                                              15




Singer sagt, der Mensch ist erst Mensch, wenn er
ein Präferenzwesen ist, das frei Wünsche
formuleiren und äußern kann (Friede auf Erden, z.B.)

Kleine Kinder (oder Geistig
behinderterte/unterentwickelte) sind daher nicht
besser als Affen, im Prinzip, auf jeden Fall aber keine
Menschen.

Abtreiben würden Frauen eh, wenn sie das Baby
nicht wollen, also wird Abtreibung bis zum 3. Monat
nicht verfolgt (obwohl es laut Gesetz nicht
erlaubt/gewünscht/akzeptiert wird). Diese Toleranzphase
wird bei „behinderten“ Kindern noch verlängert
(„Menschenunwürdiges Leben verhindern“ - nie Präferenzwesen
werden).
Kinder mit „offenem Rücken“ (spina bifida) sollte man lieber vorher
abtreiben, um sie nicht unnötig leiden zu lassen!

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Teleologische & Deontologische Ethik

  • 1. Was soll ich tun? ? Kants Fragen zur Philosophie 3 – Ethik –
  • 2. Utilitarismus 1. Hedonistisches Prinzip 2. Teleologisches Prinzip 3. Sozialprinzip
  • 3. Utilitarismus Gruppe Gesamtaddition Freude Freude Leid Freude Minimax Handlung ist gut, wenn sie das Leid Leid Handlung minimiert, das Glück maximiert, Leid Dauer, Folgenträchtigkeit, Nähe, Ferne, Intensität, Reinheit
  • 4. Erweiterung des Utilitarismus „Einziger Lebenssinn ist also nur die Lust... das ist doch menschenun- würdig! Sind wir denn Schweine?!“ John Stuart Mill sagt: „Nicht die Utilitaristen entwürdigen den Menschen. Solche, die Menschen mit Schweinen gleichsetzen tun dies!“ „Lieber ein unglücklicher Sokrates als ein glückliches Schwein!“
  • 5. Utilitarismus angewandt Sollte die Bun- desrepublik Waf- fen an ein Land liefern, das die Menschenrechte nicht achtet?
  • 6. Antworten vom Handlungsuntilitarismus W af en? Kann man doch ruhig schicken, sichert f uns Arbei ätze! Irgendwer schickt die ja eh tspl irgendwann, warum dann nicht wir? Wozu denn? Bedürftigere Länder haben das Geld viel nötiger – denkt nur an Brasilien! BloSS nicht! Die Waffen könnten gegen uns gerichtet werden!
  • 7. Antwort vom Regelutilitarismus Potenzielle Förderung von weiteren Men- schenrechtsverletzungen?! Niemals!
  • 8. Deontologische Ethik Von Immanuel Kant entwickelt: Pflicht-/Regelorientiert
  • 9. Kategorischer Imperativ Handle nur nach derjenigen Maxime, von der du wollen kannst, dass sie allgemeines Gesetz werde. „Wollen-Können“: Vernunft/Logik
  • 10. Erban lage ze Autonomer Mensch et Ges ehung nf Erzi t rnu Ve nen Autonomer Mensch tio Heteronomer Mensch Emo
  • 11. Vernunft Ist man der Glückseligkeit würdig? freier Wille Neigung strebt nach Glückseligkeit Neigung Sich-Dinge-Fragende Person
  • 12. Wollen Autonomer Wille Vernunft sinnliches Wesen Sollen Kategorischer Einschränkender Imperativ Mensch Imperativ
  • 13. Kategorischer Imperativ Handle nur nach derjenigen Maxime, von der du wollen kannst, dass sie allgemeines Gesetz werde.
  • 14. Sterbehilfe JA zum Leben NEIN zu Maschinen Mitleid begründet keine Ethik Jedoch:
  • 15. PID, Abtreibung, Kindertötung Erbgut vor Befruchtung kontrollieren Lieber menschen- unwürdiges Leben verhindern statt es auszulöschen! lem: Prob ist Wann nsch in Me e - Peter Singer ch? Mens ein
  • 16. Was soll ich tun? ? Kants Fragen zur Philosophie 3 – Ethik – 1 Hier geht’s um die dritte der „kantschen Fragen“: Was soll ich tun? Wir suchen eine Antwort auf die Frage des ethischen Handelns! Werde auf drei Themenkomplexe eingehen ● Teleologische Ethik (speziell „Utilitarismus“) ● Deontologische Ethik ● Anwendung: Sterbehilfe ja/nein?
  • 17. Utilitarismus 1. Hedonistisches Prinzip 2. Teleologisches Prinzip 3. Sozialprinzip 2 Utilitarismus ist eine Form von teleologischer Ethik! Von Jeremy Bentham entwickelt setzt sie sich aus folgenden Prinzipien zusammen: 1.Hedonistisch Auf Nutzen/Lust/Glück ausgerichtet • 2.Teleologisch Ziel-/Ergebnisorientiert • („Zweck heiligt die Mittel“ - Frieden bringen durch Krieg) 3.Sozial Alle Beteiligten Interessen miteinbezogen • also ist das Ziel: Das größte Glück der größten Zahl
  • 18. Utilitarismus Gruppe Gesamtaddition Freude Freude Leid Freude Minimax Handlung ist gut, wenn sie das Leid Leid Handlung minimiert, das Glück maximiert, Leid Dauer, Folgenträchtigkeit, Nähe, Ferne, Intensität, Reinheit 3 Achsen der Grafik: Y: Gruppe: Soziales Prinzip, alle Beteiligten miteinbezogen. X: Dauer, ...: hedonistisches Abwägen Wieder Das größte Glück der größten Zahl!
  • 19. Erweiterung des Utilitarismus „Einziger Lebenssinn ist also nur die Lust... das ist doch menschenun- würdig! Sind wir denn Schweine?!“ John Stuart Mill sagt: „Nicht die Utilitaristen entwürdigen den Menschen. Solche, die Menschen mit Schweinen gleichsetzen tun dies!“ „Lieber ein unglücklicher Sokrates als ein glückliches Schwein!“ 4 Kritiker sagten: „Einziger Sinn des Lebens: der Lust nach, wie Schweine!!“ Mill hat Benthams Utilitarismus erweitert: Qualität spielt nun eine Rolle! Unglücklicher Sokrates > glückliches Schwein Nur, wer das Unglück kennt, kann sich auch wirklich glücklich schätzen – Kontrast wichtig! Qualität wäre z.B. Bildung, Tugend, etc. – alles, was sich am Lebensende rückblickend wirklich auszahlt Keine Qualität hingegen haben einfache Lustbefriedigungen wie Sex, Eisessen; lohnt alles nicht auf lange Sicht! Körperbewusste Menschen bevorzugen den Verzicht (Disziplin) gegenüber der Nascherei (Süßes: einfache Lust) wg. Gesundheitsaspekten
  • 20. Utilitarismus angewandt Sollte die Bun- desrepublik Waf- fen an ein Land liefern, das die Menschenrechte nicht achtet? 5 Es gibt im Prinzip zwei wichtige „Teilgruppen“ der Utilitaristen. 1. Die Handlungsutilitaristen, die jedes mal alles abwägen, was sie abwägen können, und 2. Die Regelutilitaristen, die den Aufwand für hinderlich halten und verbindliche Regeln (im Prinzip „Maximen“, wie bei Kant nachher) entwerfen und auf deren Basis entscheiden.
  • 21. Antworten vom Handlungsuntilitarismus W af en? Kann man doch ruhig schicken, sichert f uns Arbei ätze! Irgendwer schickt die ja eh tspl irgendwann, warum dann nicht wir? Wozu denn? Bedürftigere Länder haben das Geld viel nötiger – denkt nur an Brasilien! BloSS nicht! Die Waffen könnten gegen uns gerichtet werden! 6 Mögliche Antworten vom Handlungutilitarismus ergeben sich durch eine hedonistische Rechnung (Kosten/Nutzen) vor dem Handeln. Jedes mal. Bei allem möglichen. Geistesexperimentalisches Beispiel: Hitler ertrinkt im See und ruft um Hilfe. Handlungsutilitaristen würden das Retten dieses Menschen mit seinem Völkermord verrechnen und ihn wohl nicht retten.
  • 22. Antwort vom Regelutilitarismus Potenzielle Förderung von weiteren Men- schenrechtsverletzungen?! Niemals! 7 Eine wahrscheinliche Antwort von Regelutilitaristen würde auf einer, na, Regel basieren, wie hier z.B. „Menschenrechte achten und fördern“. Am Beispiel von Hitlers Ertrinken: Regel „Menschenleben retten“ (in 99.999% der Fälle eine wirklich gute Idee) greift hier. Ohne Ausnahme wird sie befolgt, also rettet man Hitler vor dem Ertrinken. Normalerweise haben ja alle was davon, wenn man sich immer gegenseitig rettet, was Glücksmaximierung sicherstellt und utilitaristisch erstrebenswert ist.
  • 23. Deontologische Ethik Von Immanuel Kant entwickelt: Pflicht-/Regelorientiert 8 Griechisch: to deon - das Erforderliche, die Pflicht; „Lehre von dem, was sein soll“ Gegenteil zu teleologischer Ethik, die auf ein Ziel ausgerichtet ist: deontologische Ethik befolgt eine Pflicht/Regel; mögliche Folgen in (ferner) Zukunft muss man dabei gar nicht betrachten (Beispiel auf nächster Seite) Die Motivation ist ausschlaggebend und wird geprüft (Der gute Wille zählt.)
  • 24. Kategorischer Imperativ Handle nur nach derjenigen Maxime, von der du wollen kannst, dass sie allgemeines Gesetz werde. „Wollen-Können“: Vernunft/Logik 9 Maxime ist in etwa so was wie eine Handlungsregel, die man sich selber auferlegt und die durch diesen kategorischen Imperativ geprüft wird. „Kann man wirklich soundso handeln?“ „Nicht Lügen“ als Maxime würde somit auch greifen, wenn man einen Freund versteckt, der von einem Mörder verfolgt wird; man müsste dem Mörder wahrheitsgemäß antworten, dass man den gesuch- ten Freund beherbergt (Pflicht), ohne die Folgen zu beachten (kann man ja selber nicht beeinflussen, was der Mörder da tut...) Exkurs „aufklärerisches Gedankengut“: Vernunftbegabte Menschen entfalten ihre Vernunft erst durch Erziehung und Entwicklung, das Potenzial steckt aber in jedem. Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstver- schuldeten Unmündigkeit!
  • 25. Erban lage tze Autonomer Mensch ese G ung Erzieh f un t Vern n 10 e n Autonomer Mensch otio Heteronomer Mensch m E Der heteronome Mensch (griech: fremd-bestimmt) „unterliegt“ all den Einflüssen von Außen, folgt ihnen blind, ohne sich selbst zu bemühen. Ein autonomer Mensch (griech: selbst-bestimmt) kann den äußeren Einwirkungen entgegentreten und so selbst bestimmen, was mit ihm passieren soll. Er handelt selbstständig und pflichtbewusst. Er kennt keine Entschuldigung für sein Verhalten, wie „so wurde ich aber erzogen“ sondern ist sich seines bewussten Handelns im klaren und muss selber geradestehen. Mit viel Vernunft geht auch viel Verantwortung einher :) Gibt durch ethisches Handeln aber keine Glücksgarantie; bspw. Krankheiten können einen immer noch gnadenlos hinwegraffen!
  • 26. Vernunft Ist man der Glückseligkeit würdig? freier Wille Neigung strebt nach Glückseligkeit Neigung Sich-Dinge-Fragende Person 11 Die Vernunft fragt sich, ob man das gewünschte Glück erhalten sollte Die Neigungen des sinnlichen Wesens Mensch werden dabei durch den freien Willen ggf. kontrolliert oder unterdrückt. Erinnerung an Utilitarismus: Verzicht auf Süßes ist möglich, wenn auch eigentlich „widersinnig“; schließlich machen Süßigkeiten Freude! Detailliertere Grafik folgt!
  • 27. Wollen Autonomer Wille Vernunft sinnliches Wesen Sollen Kategorischer Einschränkender Imperativ Mensch Imperativ 12 Das sinnliche Wesen begehrt Dinge (Triebe). [Pfeile in PDF wegen Animation nicht dargestellt] Der Mensch als Wesen mit freiem Willen geht den Trieben jedoch nicht blind nach! Sofortiges Stillen des sexuellen Bedürfnisses auf offener Straße mit fremden Menschen bspw. wird wahrscheinlich von vornherein ausgeschlossen... Die Vernunft wägt mithilfe des kat. Imperativs ab, ob der gewollte eigene Wille (autonom) umgesetzt werden darf. Der kategorische Imperativ hilft der Vernunft durch seine Entscheidungsregel dann, das Wollen in ein Sollen zu wandeln. Der Mensch hat am Ende also eine „verbindliche“ Entscheidung durch eigenes Denken erhalten. Go Mensch!!!
  • 28. Kategorischer Imperativ Handle nur nach derjenigen Maxime, von der du wollen kannst, dass sie allgemeines Gesetz werde. 13 Weiterentwicklungen des kategorischen Imperativs durch Kant selbst: Naturgesetz-Formel: nicht nur allgemeines Gesetz, sondern Naturgesetz soll die Maxime jetzt sogar werden können! Dadurch entsteht ein noch ärgerer Zwang, da man diese Maximen ebenso wenig umgehen „kann“ wie die Gravitation! Menschzweckformel: Etwa „Der Mensch ist Zweck an sich selbst“; soll heißen, dass nur der Mensch sich einen Sinn („Zweck“, Ziel) gibt. Also autonom ist. Nicht ganz so relevant, da nicht unbedingt ersichtlich ist, wie das aus dem kat. Imperativ folgt. Ist auch (meiner Meinung nach) weniger konkret und nicht so anschaulich für Vergleiche mit teleologischer Ethik.
  • 29. Sterbehilfe JA zum Leben NEIN zu Maschinen Mitleid begründet keine Ethik Jedoch: 14 Betroffene wollen leben; aber sie wollen nicht von Maschinen leben und ihre Würde (aus eigener Sicht) dadurch verlieren. Lieber sterben, als unwürdig zu leben? Das ist diskutierbar. Ist denn ein Leben je unwürdig? Kann man dem Menschen seine Würde nehmen, solange er seine Vernunft noch hat? Was ist mit atmenden „Morphiumhalden“, die keinen klaren Gedanken fassen können? Sind sie vernünftig, autonom, menschlich? Nur weil man Mitleid mit den Menschen hat, soll man nicht die Vernunft völlig ausschalten und eine aktive Sterbehilfe (Tötung) in Betracht ziehen! Töten widerspricht jeglicher Vernunft und jeglichen Regeln/Maximen und ist ethisch prinzipiell abzulehnen. Nur durch Mitleid lässt sich eine Befürwortung überhaupt in Betracht ziehen, und Mitleid ist kein Entscheidungskatalysator.
  • 30. PID, Abtreibung, Kindertötung Erbgut vor Befruchtung kontrollieren Lieber menschen- unwürdiges Leben verhindern statt es auszulöschen! m: le Prob ist Wann h ensc ein M - Peter Singer h? ensc ein M 15 Singer sagt, der Mensch ist erst Mensch, wenn er ein Präferenzwesen ist, das frei Wünsche formuleiren und äußern kann (Friede auf Erden, z.B.) Kleine Kinder (oder Geistig behinderterte/unterentwickelte) sind daher nicht besser als Affen, im Prinzip, auf jeden Fall aber keine Menschen. Abtreiben würden Frauen eh, wenn sie das Baby nicht wollen, also wird Abtreibung bis zum 3. Monat nicht verfolgt (obwohl es laut Gesetz nicht erlaubt/gewünscht/akzeptiert wird). Diese Toleranzphase wird bei „behinderten“ Kindern noch verlängert („Menschenunwürdiges Leben verhindern“ - nie Präferenzwesen werden). Kinder mit „offenem Rücken“ (spina bifida) sollte man lieber vorher abtreiben, um sie nicht unnötig leiden zu lassen!