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KLARSTELLUNGEN                                                         AM RANDE DIESER FRAGE    • 1. Gott   ist nicht die ...
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QUALITÄT UND                                                KOMMUNIKATION                                                 ...
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KOMMUNIKATIONSSTRATEGIEN    • 1.         Intellektualisierung (Individualisierung):        Erhöhung der Informationsdichte...
KOMMUNIKATIONSSTRATEGIEN© Harald Rau, Ostfalia, Studiengebiet Medienmanagement, h.rau@ostfalia.de                         ...
RÜCKBEZUG: MARKETING      • Beide    Strategien - Individualisierung und Kollektivierung sind          bekannt aus dem Mar...
ERKENNTNISSE - 2    • These      und erste Erkenntnis: Die Qualitätsversprechen psychischer        Vertrauensgüter bewegen...
WAS DARAUS FOLGT...    • Im  Falle psychisch verbundener Vertrauensgüter sucht der Adressat        Angstreduktion...    • ...
KOMMUNIKATIONSSTRATEGIEN    3. Spiritualisierung:    Reduktion der Störgeräusche (Meditation, Kontemplation)    "Erst das ...
SPIRITUELLE REISEN    • 1. Es            ist kein „religiöses“ Reisen?    • 2. Es            ist der äußere Ausdruck eines...
SPIRITUELLE REISEN    • Nicht  mehr länger: „Gott, um zu“ - (also: keine Trivialisierung der        Gottesbeziehung)    • ...
KLARSTELLUNG    • Alles, was  wir vielfach als „spirituelle Reisen“ bezeichnen, kann im        Sinne der hier gewählten Be...
KLARSTELLUNG    • ...und sie sind damit eher anstrengend, mühsam, mehr Wüste als Oase,        mehr Hunger als Sättigung.  ...
LEBENSWELTEN    Ein Begriff aus dem produktorientierten Marketing (Funk)    Lebenswelten im Marketing lassen Gegenstände o...
LEBENSWELTEN    Es wird dann, im eigentlichen Sinn, nicht das Ding, also die Cola,    vermarktet, sondern die Lebenswelt, ...
LEBENSWELTEN    Im Sinne (des spirituellen Marketing) der göttlichen Beziehung ist „Die    Suche nach Gott“ die Lebenswelt...
DIE MARKE GOTT - WIEDERGEBURT           IN LEBENSWELTEN    • Das ist der Titel dieses Beitrags und gleichzeitig sein ultim...
Kontakt:Harald RauOstfalia - Hochschule für angewandte WissenschaftenKarl-Scharfenberg-FakultätStudiengebiet Medienmanagem...
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Marke Gott - Die Wiedergeburt in Lebenswelten

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Marke Gott - Die Wiedergeburt in Lebenswelten

  1. 1. MARKE GOTT Die Wiedergeburt in Lebenswelten Fachtagung Tourismusmanagement, 24. Mai 2012, Ostfalia - Hochschule für angewandte Wissenschaften, Campus SalzgitterHarald Rau, Professor für Kommunikationsmanagement, Ostfalia -Hochschule für angewandte Wissenschaften, StudiengebietMedienmanagementh.rau@ostfalia.de 1
  2. 2. Fachtagung Tourismusmanagement, 24. Mai 2012, Ostfalia - Hochschule für angewandte Wissenschaften, Campus Salzgitter DER ANFANG 2
  3. 3. MEDIENMANAGEMENT UND „MARKE GOTT“???? • Schlüsselbegriff: metaxy (Aristoteles) • Medien sind das, was zwischen den Organen (Sinnen) und den Gegenständen unserer Wahrnehmung. • Ernst genommen bedeutet Spiritualität: Vermittlung zwischen uns und Gott - und damit hat sie mediale Eigenschaften. • Noch etwas: Begriff Medium bis heute: Menschen, die mit anderen „Welten“ vermitteln, insbesondere dem „Jenseits“ (Bedeutung heute gegenüber massenmedialem Verständnis zurückgedrängt).© Harald Rau, Ostfalia, Studiengebiet Medienmanagement, h.rau@ostfalia.de 3 Ich  möchte  Ihnen  ein  Geheimnis  verraten:  Auch  wenn  alle  Welt  den  ganzen  Tag  mit  Medien  handelt  und  über  Medien  spricht,  wissen  wir  Medienwissenscha?lerinnen  und  –wissenscha?ler  eigentlich  nicht  genau,  was   Medien  überhaupt  sind.  Schuld  daran  ist  Aristoteles,  genauer  gesagt,  diejenigen,  die  Aristoteles  aus  dem  Altgriechischen  übersetzt  haben.  Sie  haben  seinen  Begriff  „metaxy“  falsch  verstanden,  und  dieses   Missverständnis  setzt  sich  bis  heute  fort.  Wenn  man  Aristoteles  korrekt  übersetzt,  versteht  er  unter  Medien  das,  was  zwischen  den  Organen  bzw.  Sinnen  unserer  Wahrnehmung  und  den  Gegenständen  unserer   Wahrnehmung  vermiOelt. Warum  erzähle  ich  Ihnen  das?  Ich  meine,  wenn  man  Spiritualität  ernst  nimmt,  dann  vermiOelt  sie  zwischen  uns  und  GoO  –  und  hat  damit  mediale  Eigenscha?en.  Interessant  ist,  dass  der  Begriff  „Medium“  bis  MiOe  des   zwanzigsten  Jahrhunderts  auch  eher  in  diese  Richtung  verstanden  worden  ist.  Man  hat  nicht  Zeitungen,  Radio  oder  Brief  als  Medium  aufgefasst,  sondern  Menschen,  die  in  der  Lage  sind,  uns  beispielsweise  Kontakt   zum  Jenseits  herzustellen.
  4. 4. MEDIENMANAGEMENT UND „MARKE GOTT“!!!!! • Schlüsselbegriff: metaxy (Aristoteles) • Medien sind das, was zwischen den Organen (Sinnen) und den Gegenständen unserer Wahrnehmung. • Ernst genommen bedeutet Spiritualität: Vermittlung zwischen uns und Gott - und damit hat sie mediale Eigenschaften. • Noch etwas: Begriff Medium bis heute: Menschen, die mit anderen „Welten“ vermitteln, insbesondere dem „Jenseits“ (Bedeutung heute gegenüber massenmedialem Verständnis zurückgedrängt).© Harald Rau, Ostfalia, Studiengebiet Medienmanagement, h.rau@ostfalia.de 4
  5. 5. WHY CAN‘T WE SELL BROTHERHOOD LIKE SOAP? WIEBE 1954© Harald Rau, Ostfalia, Studiengebiet Medienmanagement, h.rau@ostfalia.de 5
  6. 6. WHY CAN‘T WE SELL BROTHERHOOD LIKE SOAP? WIEBE 1954 • In dieser Tradition 1.: Nonprofit-Marketing • In dieser Tradition 2.: Social Marketing • Beides sind zwischenzeitlich hoch anerkannte Teildisziplinen im Marketing© Harald Rau, Ostfalia, Studiengebiet Medienmanagement, h.rau@ostfalia.de 6
  7. 7. WHY CAN‘T WE SELL GOD LIKE SOAP?© Harald Rau, Ostfalia, Studiengebiet Medienmanagement, h.rau@ostfalia.de 7
  8. 8. KLARSTELLUNGEN AM RANDE DIESER FRAGE • 1. Gott ist nicht die Marke - Gott ist ein über (normativ markierte) Religionen vermitteltes Gut (im gewählten Bild: Gott = Seife, Islam = Persil) • 2. Güter befriedigen Bedürfnisse (in diesem Falle wäre zu diskutieren, inwiefern die Marktfähigkeit gesichert ist (das aber ist ein anderes Thema - und wäre am Rande ein schönes für einen weiteren Vortrag). • 3. Religionsgemeinschaften, Glaubensrichtungen und Sekten liefern „Markierungen“ unterschiedlicher Provenienz - aber das „göttliche“ Prinzip dahinter ist das gleiche. (cf. Jäger, Willigis: Kathedralenfenster und das göttliche Licht; in: Die Welle und das Meer, 2001, Herder)© Harald Rau, Ostfalia, Studiengebiet Medienmanagement, h.rau@ostfalia.de 8ad 2. Erkenntnis, Offenbarung? oder eher: Gesundheit, Lebensfreude, Glück, gutes Leben...
  9. 9. MARKE UND QUALITÄT • (Erfahrungs-) oder Vertrauensgut - „Glaubensgut“ (geringe (Markt-)Transparenz, hohe Unsicherheit)? • immaterielles Vertrauensgut, das wir in diesem Kontext auch Glauben nennen (stark: Evolutionstheorie; schwach: glaube an Gott aber keine wissenschaftlichen Gründe) - hier also: schwacher Glaube!) • Aristoteles (nikomachäische Ethik): Beschaffenheit und gut vs. schlecht • Jakob Böhme (philosophicus teutonicus): gut vs. böse© Harald Rau, Ostfalia, Studiengebiet Medienmanagement, h.rau@ostfalia.de 9Aristoteles: man kann nicht böse handeln. Absichtlich schlechtes - Grund das Schlechte zu tun, weil ich überzeugtbin, das Richtige zu tun... Gut gegen böse - kein Inhalt des Marketing, wir vermarkten nur den Gut-Teil.
  10. 10. ERKENNTNISSE - 1 • These und erste Erkenntnis: Die Qualitätsversprechen psychisch verbundener Vertrauensgüter bewegen sich überwiegend im mittelalterlich geöffneten Bereich des „Gut-vs.-Böse- Paradigmas“ • These und zweite Erkenntnis: Der Marketingansatz trifft bei psychisch verbundenen Vertrauensgütern die Kommunikation zwischen Gott und Mensch, Mensch und Gott. Für eine nähere Analyse müssen wir also die kommunikativen Beziehungen näher untersuchen - und die gewählten Strategien der „Markenhersteller“.© Harald Rau, Ostfalia, Studiengebiet Medienmanagement, h.rau@ostfalia.de 10
  11. 11. MARKE UND QUALITÄT • Die Markenversprechen der Anbieter sind durchaus ähnlich - allerdings verfolgen sie unterschiedliche Strategien • Markenversprechen sind in der Regel Qualitätsversprechen, die (Entscheidungs-)Unsicherheit reduzieren© Harald Rau, Ostfalia, Studiengebiet Medienmanagement, h.rau@ostfalia.de 11Jetzt wissen wir: Kommunikation -
  12. 12. QUALITÄT UND KOMMUNIKATION Kommunikationsmodell nach Shannon / Weaver 1963: „Die Mutter alle Kommunikationsmodelle“© Harald Rau, Ostfalia, Studiengebiet Medienmanagement, h.rau@ostfalia.de 12
  13. 13. KOMMUNIKATIONSSTRATEGIEN • 1. Trivialisierung (Kollektivierung): Reduktion der möglicher Zustände in Transmitter und Receiver (im Regelfall: Beschränkung der Wenn-Dann-Beziehungen) - oder: „Wenn das Geld im Kasten klingt...“; zumeist verbunden mit hochgradiger Dogmatisierung - (Sektenbezug!). Im informationstheoretischen Modell wird die Zahl möglicher Informationsfolgen beschränkt (reduziert Unsicherheit, stabilisiert das System). Das Göttliche wird erkennbar und manipulierbar - aus dem „...um zu Gott“ wird das „Gott, um zu“.© Harald Rau, Ostfalia, Studiengebiet Medienmanagement, h.rau@ostfalia.de 13Im  Zuge  trivialisierender  Strategien  wird  GoO  als  manipulierbar  bzw.  beeinflussbar,  und  drehen  sich  in  erster  Linie  darum,  solche  Beeinflussbarkeit  zu  erlernen,  einzuüben  oder  auszuüben.  Denken  Sie  etwa  an  Wallfahrten,  die  in  der  Hoffnung  auf  Segen  begangen  werden.  Interessanterweise  spalten  wir  zum  Teil  auch  durchaus  religiös  verknüp?e  Arbeitstechniken  (finde  kein  anderes  Wort)  ab,  um  sie  auf  Kausalabhängigkeiten  zurückzuführen.  Yoga,  Qi  Gong,  Tai  Chi,  Beten  wird  zu  Wünschen  (Bestellungen  an  das  Universum),  etc.  -­‐  viele  dieser  Arbeitstechniken  funkbonieren  auch.  Im  Übrigen  hat  die  Entwicklung  auf  diesem  Gebiet  auch  etwas  mit  der  zweiten  Strategievariante  zu  tun.  In  Abwandlung  des  „…  um  zu  GoO“  der  konsequent  glaubensbezogenen  Angebote  würde  ich  hier  von  „GoO,  um  zu…“  sprechen,  also  GoO  als  Werkzeug.  
  14. 14. KOMMUNIKATIONSSTRATEGIEN • 1. Intellektualisierung (Individualisierung): Erhöhung der Informationsdichte (Informationstheorie: Entropie steigt) - aufkommender Protestantismus (Buchdruck). Im Weltbild kausaler, naturwissenschaftlicher Begründungszusammenhänge zumeist verbunden mit schwindender Religiosität oder einer höheren Bandbreite an religiösen Ausrichtungen - sowie „Privatheit religiöser Gefühle“ - Individualität der Glaubensfrage.© Harald Rau, Ostfalia, Studiengebiet Medienmanagement, h.rau@ostfalia.de 14Jüdisches Bilderverbot - du sollst dir kein bildnis machen... das Verbot von Zeichen die zu eindeutig sind. Adorno:negative Dialektik - identisch und nichtidentisch, das bilderverbot Versuch des Identischmachen zurückhalten undnicht zu sehr kommt. Kolonialisierung der lebenswelt (Habermas) darf nicht passieren.
  15. 15. KOMMUNIKATIONSSTRATEGIEN© Harald Rau, Ostfalia, Studiengebiet Medienmanagement, h.rau@ostfalia.de 15
  16. 16. RÜCKBEZUG: MARKETING • Beide Strategien - Individualisierung und Kollektivierung sind bekannt aus dem Marketing in saturierten Gesellschaften: • 1. Diese neigen zur Ausdifferenzierung und damit zur Erfüllung immer individuellerer Bedürfnisse, Nischen werden auf ihre Tragfähigkeit getestet... • 2. Wer den Massenmarkt erreichen will, muss den kleinsten gemeinsamen Nenner adressieren (vgl. Boulevardisierungstendenzen bei Bezug auf Massenmedien)© Harald Rau, Ostfalia, Studiengebiet Medienmanagement, h.rau@ostfalia.de 16
  17. 17. ERKENNTNISSE - 2 • These und erste Erkenntnis: Die Qualitätsversprechen psychischer Vertrauensgüter bewegen sich überwiegend im mittelalterlich geöffneten Bereich des „Gut-vs.-Böse-Paradigmas“ • These und zweite Erkenntnis: Der Marketingansatz trifft bei psychisch verbundenen Vertrauensgütern die Kommunikation zwischen Gott und Mensch, Mensch und Gott. Für eine nähere Analyse müssen wir also die kommunikativen Beziehungen näher untersuchen - und die gewählten Strategien der „Markenhersteller“. • These und dritte Erkenntnis: Unsicherheitsreduktion in diesem Paradigma bedeutet im Wesentlichen: Angstreduktion (Absicherung: psychische Stabilität, psychische Gesundheit), wobei Markentreue und Angstfreiheit Hand in Hand gehen. • These und vierte Erkenntnis: Intellektualisierung und Trivialisierung sind/waren funktionsfähige Strategien der Marketingkommunikation dieser Güterkategorie.© Harald Rau, Ostfalia, Studiengebiet Medienmanagement, h.rau@ostfalia.de 17
  18. 18. WAS DARAUS FOLGT... • Im Falle psychisch verbundener Vertrauensgüter sucht der Adressat Angstreduktion... • ...dieseist interessanterweise bei Glaubensgütern NICHT länger mit einem konsistenten Preismodell verbunden • ...teuerist nicht gleich gut, denn hohe Preise können hier einen Machtanspruch manifestieren (Entsagung des „Followers“, Bereicherung des „Meisters“) und auf psychische Beschädigung verweisen. • Das zeigt eine ungewöhnliche Preiselastizität und erklärt zum Beispiel den Erfolg von niedgrigpreisigen Angeboten (z.B. der im Grunde quersubventionierten benediktinischen Klöster).© Harald Rau, Ostfalia, Studiengebiet Medienmanagement, h.rau@ostfalia.de 18Markt: nicht Reiseanbieter für jedes Land, sondern glauben an ihre eigenen Produkte - Glaubensaspekt, bestimmteAnbieterstruktur
  19. 19. KOMMUNIKATIONSSTRATEGIEN 3. Spiritualisierung: Reduktion der Störgeräusche (Meditation, Kontemplation) "Erst das Schweigen tut das Ohr auf für den inneren Ton in den Dingen." Romano Guardini „Die größte Offenbarung ist die Stille.“ Laotse© Harald Rau, Ostfalia, Studiengebiet Medienmanagement, h.rau@ostfalia.de 19
  20. 20. SPIRITUELLE REISEN • 1. Es ist kein „religiöses“ Reisen? • 2. Es ist der äußere Ausdruck eines Wunsches nach Innerlichkeit? • 3. Es ist gleichermaßen die aktive Suche nach Veränderung, ein Aufbrechen (vgl. Katholikentag 2012: „Einen neuen Aufbruch wagen!“) • 4. Noch mehr aber ist die spirituelle Reise mit einem (reflexiven und passiven) „sich bewegen“, „sich öffnen“, „sich verändern lassen“ verbunden...© Harald Rau, Ostfalia, Studiengebiet Medienmanagement, h.rau@ostfalia.de 20
  21. 21. SPIRITUELLE REISEN • Nicht mehr länger: „Gott, um zu“ - (also: keine Trivialisierung der Gottesbeziehung) • Nicht mehr länger: „Gott für mich!“ - (also: keine Individualisierung des Gottesverständnisses) • Es geht eher darum, die Rahmenbedingungen zu schaffen. • Erkenntnis, Offenbarung - das ist nicht beeinflussbar, wir werden „erkannt“, „erleuchtet“, in unserer Not „erhört“.© Harald Rau, Ostfalia, Studiengebiet Medienmanagement, h.rau@ostfalia.de 21Es geht um die Beziehung von Ego und alter Ego - das alter Ego ist widerständig gegenüber dem Ego. LudwigFeuerbach: „Erfinder des Atheismus“ - Ziehvater von Marx, formallogisch versucht er die Abtrennung Gottes vomMenschen zu beweisen. Fehlschluss: Ob Gott eine eigenständige Entität oder Teil von sich selbst ist - es ist egal,es ist unverfügbar, auch als Teil meiner selbst, ist es nicht verfügbar. Ich muss Gott als etwas Eigenständigesdenken, damit ich kommunizieren kann - und Kommunikation ist konstitutiv für die mediale Beziehung, wie wirbewiesen haben.
  22. 22. KLARSTELLUNG • Alles, was wir vielfach als „spirituelle Reisen“ bezeichnen, kann im Sinne der hier gewählten Begriffe nicht mehr länger so genannt werden. • Alle trivialisierenden oder individualisierenden (genauer: „das Ego stützenden“) Angebote fallen nicht mehr unter diese Kategorie. • Spirituelle Reisen sind jene, die die mediale Auseinandersetzung suchen... • ...die zwischen das alter und das ego die metaxy setzen...© Harald Rau, Ostfalia, Studiengebiet Medienmanagement, h.rau@ostfalia.de 22die zwischen das alter und das ego die metaxy setzen...
  23. 23. KLARSTELLUNG • ...und sie sind damit eher anstrengend, mühsam, mehr Wüste als Oase, mehr Hunger als Sättigung. • ...und sie sind in jedem Falle fremdbestimmt: Erkenntnis und Erleuchtung, Offenbarung und Mystik gehen Hand in Hand. • ...aber es gibt jede Menge Vorbilder und Weggefährten, die unser Bedürfnis der Gottesbegegnung teilen. • ...und diese geben uns Arbeitstechniken an die Hand, die uns in die Stille führen können, uns quasi vorbereiten helfen.© Harald Rau, Ostfalia, Studiengebiet Medienmanagement, h.rau@ostfalia.de 23Vor diesem Hintergrund sehe ich die Entstehung der „personal brands“ - Eckart Tolle, Rüdiger Betz, Anselm Grün,Deepak Chopra - im Grunde selbst Yogananda und Krishnamurti sowie die Renaissance der frühen Mönche, dieRenaissance von Meister Eckart, Nikolaus von Kues, Johannes vom Kreuz, Tauler, Seume, Böhme... eineausdifferenzierte Weltschau, die allerdings interessanterweise stets auf einen ähnlichen Kern zurückverweist:Stille, Versenkung, mönchische Tradition. Mönche des Atheismus: Ludwig Feuerbach - Karl Marx
  24. 24. LEBENSWELTEN Ein Begriff aus dem produktorientierten Marketing (Funk) Lebenswelten im Marketing lassen Gegenstände oder Dienstleistungen als reizvoll erscheinen. Bei einer Cola z.B. genügt es nicht darauf hinzuweisen, dass diese spezielle Marke besonders gut schmeckt. Stattdessen wird gezeigt: Wer diese Marke trinkt, ist damit Teil einer sorgenlosen, jugendlichen, partyorientierten, spaßfixierten Lebenswelt.© Harald Rau, Ostfalia, Studiengebiet Medienmanagement, h.rau@ostfalia.de 24Um das Ganze zum eigentlichen Ziel punkt machen - von anderer Seite nähern. Lebenswelt - marketingkonzept,besonders erfolgreich wäre. ich erklärepunkt 2 und 6 schwieriges feld nciht verwechseln lebenswelt accessoire ist cola und partyleben. religiösemenschen nehmen übel an welche stelle got gehört verwechselt. lebenswelt nicht als gott - das suche nach gottals lebenswelt. Gott ist einfach eine größe anhand derer sich diese lebenswelt definiert. Lebensfreude glück größeaus der sich der sinn lebenswelt herleitet dass sinn und bedeutung. wenn vergleich lebenswelt - suche nach gott(cola - Partyleben) was ist das accessorie das wir verkaufen, um hineinzukommen, das sind reisen, das ist anselmgrün etc. Cola braucht niemand, die Suche nach gott jeder...Schannon weaver - verschiedene Accessoires die medienähnlich auftreten. je besser an prägkräfte halten, destobesser funktionieren sie.
  25. 25. LEBENSWELTEN Es wird dann, im eigentlichen Sinn, nicht das Ding, also die Cola, vermarktet, sondern die Lebenswelt, verbunden mit dem Hinweis, dass diese Lebenswelt durch ebendiese Cola einfacher erreichbar ist. Frei nach dem Motto: Wir wollen dir nicht Cola verkaufen, sondern dich glücklich machen. Glücklich werden geht aber einfacher mit unserer Cola. Im Rahmen unserer Forschungen haben wir festgestellt, dass das Lebensweltkonzept (z.B. bezogen auf Medienmarken - theoretisch wie empirisch betrachtet - ein besonders erfolgreiches ist).© Harald Rau, Ostfalia, Studiengebiet Medienmanagement, h.rau@ostfalia.de 25
  26. 26. LEBENSWELTEN Im Sinne (des spirituellen Marketing) der göttlichen Beziehung ist „Die Suche nach Gott“ die Lebenswelt - und nicht „Gott“ selbst. Das Accessoire sind die Schriften der „Meister“, das Accessoire sind Reisen, die uns vorbereiten auf die Suche, die die Suche erleichtern. Im Rahmen unserer Forschungen haben wir festgestellt, dass das Lebensweltkonzept (z.B. bezogen auf Medienmarken - theoretisch wie empirisch betrachtet - ein besonders erfolgreiches ist).© Harald Rau, Ostfalia, Studiengebiet Medienmanagement, h.rau@ostfalia.de 26Religiöse menschen nehmen übel, wenn man verwechselt, an welche Stelle Gott gehört. Gott ist dabei eine Größe,anhand derer sich diese Lebenswelt definiert. ..
  27. 27. DIE MARKE GOTT - WIEDERGEBURT IN LEBENSWELTEN • Das ist der Titel dieses Beitrags und gleichzeitig sein ultimatives Fazit! • Wenn es uns gelingt „Die Suche nach Gott“ in einem passenden Lebensweltkontext zu verankern, dann werden wir auf diese Weise die mediale Kommunikationsleistung erleichtern und die dritte Kommunikationsstrategie „Spiritualisierung“ unterstützen.© Harald Rau, Ostfalia, Studiengebiet Medienmanagement, h.rau@ostfalia.de 27 Das  Suchen  nach  GoO  =  Lebenswelt?  Wir  wissen,  dass  dieses  Suchen  für  jeden  Menschen  existenbell  ist  –  völlig  unabhängig  davon,   wann,  in  welchen  Umständen  und  mit  welchen  Folgen  es  au?aucht.  Das  heißt:  Eine  so  vermarktete  Lebenswelt  ist  mitnichten  ein   Kunstprodukt,  sie  entspricht  sehr  genau  den  tatsächlichen  Wirklichkeitserfahrungen  der  meisten  Menschen  -­‐  auch  jener,  die  sich  als   areligiös  bezeichnen.  Unter  uns:  Cola  braucht  niemand,  die  Suche  nach  GoO  braucht  jeder.  Fürs  Markebng  stellt  sich  nur  die  Frage:   Weiß  das  auch  jeder?
  28. 28. Kontakt:Harald RauOstfalia - Hochschule für angewandte WissenschaftenKarl-Scharfenberg-FakultätStudiengebiet MedienmanagementKarl-Scharfenberg-Str. 55/5738229 Salzgitter05341 - 875 52110h.rau@ostfalia.dewww.ostfalia.de/imm/Team/Rau 28

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