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MONIKA PETRY




          SCHLEIER DER MYSTIK

        Wege zum erleuchteten Glauben



         Erschienen im FROMM-Verlag
                 am 07.07.2011
            ISBN 978-3-8416-0165-0
          – alle Rechte vorbehalten –




            Englische Übersetzung
VEIL OF MYSTICISM – Paths to Enlightened Faith
        Erschienen im FROMM-Verlag
                am 09.11.2011
          ISBN 978-3-8416-0236-7
         – alle Rechte vorbehalten –




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Dies ist ein Buch über die Entwicklung meiner Liebe zu Gott und den Menschen, in
Anlehnung an die Beschreibungen der Hl. Teresa von Àvila als Mystikerin und
Kirchenlehrerin. Mystik bedeutet ursprünglich das Aufleuchten des Geheimnisses des
Lebens, der letzten Wirklichkeit, die wir GOTT nennen.

Ein Mystiker versteht sich als Wanderer, der dem Ruf Gottes folgt und immer vorwärts
schreiten muss, um seine Sehnsucht zu stillen. Durch die Vollkommenheit seiner
Bewusstheit in Wahrhaftigkeit und Liebe wird er eins mit Gott. Diese Erfahrung lässt
den Menschen glücklich und zufrieden sein mit der Göttlichen Vorsehung. Sein
Vertrauen ist stets begleitet durch die Leidenschaft zu Gott und der Annahme des
Lebens. Es ist ein Weg aus der Finsternis ins Licht.


Auch ich war mein Leben lang von der Sehnsucht erfüllt und schritt unaufhörlich
vorwärts. Ich suchte Gott, Er fand mich, und seitdem bin ich eine Wanderin zwischen
Himmel und Erde. Ich möchte Sie mit meiner Liebe zu Ihm und den Menschen
anstecken. Jetzt ist die Zeit gekommen. Lüften wir den Schleier der Mystik.

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Kurzvita:

Monika Petry, geb. November 1955, ehemals evangelisch, Kauffrau, Übersetzerin/
Dolmetscherin. Sie war 35 Jahren Atheistin und konvertierte 2009 zum katholischen
Glauben. Seit ihrer mystischen Verwandlung unterstellt sie ihr Leben vollkommen der
Göttlichen Vorsehung. Sie ist Gebetsheilerin und befasst sich mit Christlicher Mystik,
Spiritualität und Bewusstsein.

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Inhalt


Einführung: Hl. Teresa von Àvila

I. Absolutes Vertrauen – Urvertrauen
Was bedeutet das absolute Vertrauen, und wie erhalte ich es?

II. Die Vorsehung
Leben mit der Vorsehung – ein Leben in Freude und Hingabe
Vorsehung statt Wunscherfüllung
Wie reagiert Ihr Umfeld, wenn Sie sich Gott zuwenden?

III. GOTT
Wer oder was ist Gott?
Wer oder was sind wir?
Wie finden wir Gott?
Mein Gott warum? - Wenn wir zweifeln und verzweifeln
Der Zweifel
Die Verzweiflung

IV. Der Heilige Geist
Wer oder was ist der Heilige Geist?
Die sieben Gaben des Heiligen Geistes (Charismen)
Die zwölf Früchte des Heiligen Geistes
Die sieben Tröstungen des Heiligen Geistes

V. Jesus
Mein Weg zu Jesus
Ermutigende Worte Jesu an dich

VI. Maria
Gottesmutter Maria
Schwester Maria

VII. Erleuchteter Glaube
Das Licht Gottes im Menschen
Achtsamkeit/ Bewusstheit / Erleuchtung
Gedanken und Gefühle

VIII. Das Gebet
Die Gebetsarten
Stufen des inneren Betens

IX. Vergebung und Befreiung
Sünde, Reue und Buße

X. Heilung durch Glaube und Gebet
Das größte Geheimnis der Heilung



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XI. Demut
„Nimm mich wie ich bin“ oder:
Mein Weg durch das Nadelöhr

XII. Von der Liebe zur Erleuchtung
Liebe
Dolorismus
Ego
Achtsamkeit
Erleuchtung

XIII. Mystik
Brauchen wir eine neue Mystik?
Schöne Worte von lieben Menschen: Was ist Mystik?

Literatur

Anhang: Transverberation

Dank

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Einführung
                                  Hl. Teresa von Àvila

Teresa Sánchez de Cepeda y Ahumada wurde am 28. März 1515 in Àvila geboren; ihr
Vater war ein zum Christentum konvertierter Jude. Um den Vorwurf der Häresie zu
umgehen, nahm er einen Adelstitel an. Teresa genoss eine strenge Erziehung. Aus Angst
vor der Ehe trat sie endgültig 1535 in den Orden der Karmelitinnen in Àvila ein. Ihre
Gesundheit verschlechterte sich ständig, bis sie ein Jahr später im Koma lag und fast
lebendig begraben wurde. Während ihrer dreijährigen Rekonvaleszenz hatte sie die
ersten mystischen Visionen. Je weiter sie in ihrer Spiritualität wuchs, desto besser wurde
ihr Befinden. In vielen Prüfungen fand Teresa ihren Weg zu Gott und perfektionierte
ihre Anbetung zu Ihm. Ihr freundliches Wesen, ihre natürliche Autorität und ihre
weibliche Klugheit verhalfen ihr auf den Weg der eigenen Klostergründung der
Unbeschuhten Karmelitinnen, einer strengeren Form des Ordens. Weitere Schwestern-
und Mönchskonvente folgten; insgesamt wurden es siebzehn Klöster.

Teresas Leben war eine unaufhörliche Entwicklung zu einer geistigen Reifung und
inneren Stärke, an deren Ende sich die Geheimnisse des Dreifaltigen Gottes offenbarten
und ihre Seele in der mystischen Vermählung, der vollkommenen Vereinigung mit Gott,
ihren wahren Frieden fand. Teresa starb am 4. Oktober 1582. Sie hinterließ zahlreiche
Werke: mehr als 400 Briefe, Gedichte, Dokumentationen für die Inquisition über die
Prüfungen ihrer Beichtväter und Klostergründungen sowie der Gnadengaben ihrer
mystischen Erfahrungen. Sie beschrieb ihren Reifeprozess der Versenkung, der
Verwandlung und der Erleuchtung in ihren Büchern „Wege der Vollkommenheit“,
„Buch meines Lebens“ und „Die Innere Burg“.

Die Mystik dieser Frau ist ein Ausdruck der absoluten und bedingungslosen Liebe zu
Gott und zu den Menschen; demütig und in dankbarer Freude. Ihre Hingabe vor Gott
war nicht nur von dieser starken Liebe geprägt, sondern zeugte von einem unendlichen
Vertrauen und der Bereitschaft, alles, aber auch wirklich alles hinzunehmen, was Gott
ihr zugedacht hatte; immer wissend, dass Gott es gut meinte und sie von einem
Rohdiamanten zu einem schillernden Brillanten schleifen wollte.

Wie der Heilige Johannes vom Kreuz und der Heilige Pater Pio, so erlebte auch Teresa
die Transverberation, die Durchbohrung ihres Herzens. Dieses Ereignis ist im Anhang
dieses Buches dargestellt. Teresa beschrieb es mit einer großen Sinnlichkeit. Ihre
Wortwahl sowie die Darstellung dieser Durchbohrung ihres Herzens durch den
Bildhauer Lorenzo Bernini in einer wunderschönen Marmorskulptur hinterließen den
Eindruck, es handele sich um Teresas Art, ihre Erotik auszudrücken. Es war das
Göttliche Finale ihrer Herzensöffnung, die sie körperlich und geistig erlebte. Am 4. Juli
1585 wurde ihr Sarg geöffnet - sie war unverwest. Im Jahre 1614 folgten die
Seligsprechung und am 12. März 1622 die Heiligsprechung. Papst Paul VI. ernannte sie
am 27. September 1970 zur Kirchenlehrerin.

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Ich kam über Edith Stein zu Teresa von Àvila, denn auf einem großen Portrait Edith
Steins faszinierte mich etwas, was ich erst seit kurzer Zeit an mir selbst beobachte: eine
dunkle Stelle auf der Stirn über der Nasenwurzel. Sie zeigte sich nach meiner Firmung
im Juni 2009, als der Heilige Geist mit großer Wirkung über mich kam. Diese Firmung
war ein mystisches Erlebnis, was sich an diesem Tag in einer starken Benommenheit
und dem noch stärkeren Wunsch nach innerer Einkehr zeigte. Während der drei
folgenden Tage und Nächte vollzog sich in mir ein großer Wandel. Rückblickend
betrachtet, war seit diesem Tag alles anders.

In den nächsten Tagen wurde dieser Eindruck auch äußerlich durch zwei senkrechte,
rote Linien auf meiner Stirn sichtbar. Sie erschienen, wenn ich mich mit Gott verband.
Bei Gebeten für andere Menschen und für mich selbst. Diese Linien wurden jeden Tag
stärker, so wie auch der Heilige Geist Seine Gnaden, die Er mir geschenkt hatte,
tagtäglich neu strukturierte und verfeinerte. Ich wurde von einer damaligen Klientin auf
die Veränderung auf meiner Stirn hingewiesen. Fast zwei Monate lang kam sie täglich
und hatte somit die Gelegenheit, meine Entwicklung zu beobachten. „Da sind wieder
die Linien auf deiner Stirn“, sagte sie oft nach einer Behandlung. Es erinnert mich an
die Offenbarung des Johannes: „Und sie werden Sein Angesicht sehen; und Sein Name
wird an ihren Stirnen sein.“ (Offb.22,4)

An einem Nachmittag besuchte ich die St. Marienkirche in Bad Bergzabern, um Ruhe
zu finden und Kraft zu tanken. Dort hing ein großes Bild von Edith Stein. Ich stellte
mich davor und sprach mit ihr. Es dauerte nicht lange, da fing sie an zu leuchten, so wie
auch die Gottesmutter Maria leuchtet, wenn ich mit Ihr spreche. Nun war ich also mit
Edith Stein bekannt geworden, und somit interessierte mich auch diese Frau und ihre
Geschichte. Ich las einiges von ihr, es war zu hart; es war in dieser Phase meines Lebens
zu schwer für mich. Edith Stein starb am 9. August 1942 im KZ Auschwitz-Birkenau.
Papst Johannes Paul II. sprach sie 1987 selig und 1998 heilig. „Selig sind, die aus der
großen Bedrängnis kommen; sie haben ihre Gewänder gewaschen und im Blut des
Lammes weiß gemacht“ (Offb 7,14). So begann Papst Johannes Paul II. seine
Ansprache bei der Seligsprechung von Edith Stein in Köln 1987.

Edith Stein führte mich zu ihrer Lehrerin und ihrem großen Vorbild: Teresa von Àvila.
Als ich von ihr las, war ich von ihr gefesselt, und das hat sich bis heute nicht verändert.
Teresa von Àvila war mit Gott eins geworden. Sie hat sich ganz und gar hingegeben, um
von Gott neu erschaffen zu werden. Sie war am Ende ein Wesen, das den menschlichen
Zustand zum Höchstmöglichen verfeinert und vergöttlicht hatte. Das ist der Zustand,
der für uns Menschen auf Erden erreichbar ist. Es ist der sprichwörtliche Himmel auf
Erden.

Vom weltlichen Blickpunkt her betrachtet, ist Teresa durch und durch Frau, eine
erleuchtete Frau. Sie ist stark, intelligent, humorvoll, sinnlich, leidenschaftlich und
hingebungsvoll. Irgendwie fand ich mich selbst in ihr. Alles und nichts, niemals auf
einer Welle mitschwingend, sondern immer obenauf und zuvorderst, eigentlich
ungewollt, irgendwie getrieben durch die eigene Kraft und die Kraft der Menschen, mit
deren Seele ich verbunden bin; trotzdem in absoluter Treue und Demut und Hingabe vor
dem Einen, der mein ganzes Leben ausmacht: Gott. Teresas Schriften faszinierten mich!
Ich fasste den Mut, auch in der heutigen Zeit eine starke, kraftvolle, hingebungsvolle,
leidenschaftliche und fröhliche Spiritualität zu leben und mich zu meiner eigenen



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Mystik zu bekennen. Ich möchte meinen Mitmenschen mit meiner Liebe zur
unendlichen Liebe dienen.

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                  „Erhalte mich so liebenswert wie möglich.
                Ich möchte keine Heilige sein – mit ihnen lebt
                es sich so schwer – aber eine alte Griesgrämin
                      ist das Krönungswerk des Teufels.“
                               (Teresa von Àvila)
                                        *




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I.
                         Absolutes Vertrauen - Urvertrauen

Was bedeutet das absolute Vertrauen, und wie erhalte ich es?

Das allumfassende, unwiderrufliche und unzerstörbare Vertrauen ist das Urvertrauen des
Menschen, das in unserem Stammhirn angelegt ist. Es ist die angeborene
Hingabebereitschaft eines Menschen an seinen Schöpfer und an seine als Geschwister
erkannten Mitmenschen. Wir müssen das Urvertrauen jedoch – im Gegensatz zu dem im
Unterbewusstsein verankerten Ur-Instinkt – in unserem Bewusstsein mental aktivieren.
Es hängt eng mit der Lebensenergie, der Lebensbejahung und der Sexualkraft
zusammen. Ein energetischer, kraftvoller Mensch, der gern lebt und immer wieder Ja
zum Leben sagt, besitzt das Urvertrauen. Fehlt dieses Urvertrauen, fehlen auch die Ur-
Lebensenergie und die Lebensbejahung, und er muss sich immer wieder von außen die
Kraft zum Leben verschaffen.

Die Aktivierung des Urvertrauens geschieht gemäß der Tiefenpsychologie während des
ersten Lebensjahres eines Kindes. Meiner Erfahrung nach wird der Samen hierfür schon
bei der Zeugung gelegt: Ein willkommenes und in tiefer Liebe und Hingabe gezeugtes
Baby wird immer ein geliebtes Kind sein; in dieser Liebe steckt oftmals eine jahrelange
Sehnsucht nach einem Kind und die grenzenlose Freude, wenn es endlich geklappt hat.
Diese Gefühle der Sehnsucht, der Freude und der Liebe sind Energien, die sich niemals
auflösen, sie bleiben im Herzen der Eltern gespeichert und übertragen sich auf ihr Kind;
dieses wird sein Leben lang vertrauen und lieben können, weil es dieses Vertrauen und
diese Liebe in sich selbst trägt.

Daher ist dieses Vertrauen auch unwiderruflich und unzerstörbar. Es kann durch eine
starke Enttäuschung kurzfristig erschüttert werden – aber es wird niemals ausgelöscht!
Denn es wird immer wieder durch die Liebe zu Gott genährt, und diese Liebe zu Gott
lässt uns durch Seine Tröstungen jede Enttäuschung verarbeiten, vergeben und
vergessen.

Ein Zufallsprodukt der Eltern wird diese tiefe Liebe niemals kennenlernen; natürlich
wird es auch geliebt, aber es ist eine andere Form, die diesen Samen des Urvertrauens
nicht beinhaltet. Meine gute Nachricht an alle „Zufallsprodukte“: Gott hat gewollt, dass
Sie gezeugt wurden! Er hat Ihre Eltern zusammengeführt. Sie sind in dem Lebensbuch
Ihrer Mutter und Ihres Vaters eingeschrieben. Wenn Sie auch nicht geplant waren: Im
Unterbewusstsein, tief verborgen, wussten es Ihre Eltern.

Wenn es nun nicht ganz reichte zum Urvertrauen; das Vertrauen können Sie in jedem
Alter neu erlernen und üben. Sie werden vielleicht nie Ihr Misstrauen völlig verlieren,
aber letztendlich kann Sie das auch vor manch einer Dummheit bewahren.

Am besten erlernen Sie das Vertrauen, indem Sie an Gott glauben. Ihm können Sie
bedingungslos vertrauen. Dann glauben Sie an sich selbst, und nach und nach öffnen Sie
sich für andere gläubige Menschen. Sie werden immer die Erfahrung machen, dass
diese Menschen es ernst meinen mit Ihnen und Sie von ihnen nicht betrogen werden.
Natürlich gilt bei allen Menschen: Sie kommen und gehen in unserem Leben. Wenn Sie
sich an jemanden klammern, ist es kein Betrug, wenn dieser Mensch sich zurückzieht.
Vertrauen heißt, dem Anderen die Freiheit zu geben, sein eigenes Leben zu leben. Es


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wird sich nur so weit mit Ihrem Leben überschneiden, wie Gott es für Sie vorgesehen
hat bzw. wie Sie beide es brauchen, um sich zusammen zu entwickeln.

Blicken Sie vertrauensvoll in die Zukunft, auch wenn Ihre Lebenssituation unsicher ist.
Glauben Sie an Gott, dann wissen Sie: Er hilft Ihnen, Sie können in das kalte Wasser
springen. Das bedeutet Leben mit der Vorsehung. Sich dem Strom des Lebens
hinzugeben und zu sagen:

   –   „Vielleicht stehe ich an einem Wendepunkt des Lebens.“
   –    „Vielleicht sollte ich diesen Arbeitsplatz verlieren,
       weil irgendwo ein besserer auf mich wartet.“
   –   „Vielleicht sollte ich diese Krankheit durchmachen,
       um daraus zu lernen und in meinem Leben zu wachsen.“
   –   „Vielleicht sollte ich gar nichts verlangen,
       sondern einfach nur geschehen lassen!“

„Du lässt dich also einfach so treiben und entscheidest nicht selbst?“, werde ich
manchmal gefragt. Nein, ich lasse mich nicht treiben. Ganz im Gegenteil. Ich lebe
achtsam, aufmerksam, bewusst, hinschauend und einfühlend, intensiv, konzentriert auf
alles, was ich tue und andere um mich herum tun. Ich beobachte, öffne mich, lasse es
zu, gebe mich hin; ich vertraue und weiß, es ist gut so, hier ist alles in Göttlicher
Ordnung. Das ist die Freiheit, die ich meine.

Sobald ein Mensch eigenmächtig seinen Lebensweg beschreitet, schlägt er sein
Lebensbuch zu, das von Gott geschrieben ist, und öffnet sein eigenes, in dem er seinen
freien Willen austoben kann, den Gott ihm ebenfalls zur Verfügung gestellt hat. Das ist
das Buch der Umwege. Er ist frei, unzählige Umwege zu gehen, keine Frage. Aber es ist
nicht sein Leben. Wir dürfen Entscheidungen treffen und Konsequenzen ziehen, wir
dürfen die Welt auf den Kopf stellen und jeden Tag beginnen, als wäre es der erste Tag
unseres Lebens. Hauptsache, wir sind mit Gott verbunden und wissen, es ist unser Buch
des Lebens. Dafür übernehmen wir natürlich auch die Verantwortung; wir nehmen es
an.

Stellen Sie sich vor: Gott kennt jedes einzelne Haar auf Ihrem Kopf – also kennt Er
auch schon den nächsten Schritt in Ihrem Leben. Er kennt Ihren nächsten Chef, Ihre
nächste Wohnung, Ihren Lebenspartner, und Er weiß, wie Ihr Kind aussehen wird. „Er
sah alles an, was Er gemacht hatte, und siehe da, es war sehr gut“ (Buch Genesis 1,31).
Und Sie wissen: Die Schöpfung wurde niemals beendet. Gott erschafft tagtäglich unser
Leben neu. Deshalb schaut Er sich immer wieder alles an, was Er geschaffen hat, und Er
wird immer wieder alles für gut befinden.

Vorausgesetzt, wir bringen Ihm das, was wir von Ihm erhalten haben, immer wieder dar,
sozusagen zur Inspektion. „Schau mal nach, passt das noch zu meinem heutigen Leben
oder müssen wir etwas daran verändern?“ Lassen wir ständig die Energien fließen,
damit sich alles unserem Lebensweg anpassen kann, und machen wir nie den Fehler,
uns, auf die faule Haut legend, zu denken: „Jetzt bleibt alles so, wie es ist.“ Das ist eine
gefährliche Illusion. So wie sich jede Zelle in unserem Körper ständig verändert, so
muss sich auch alles um uns herum verändern und anpassen. Dafür sorgt Gott, solange
wir Ihn arbeiten lassen, denn Er hat den großen Netzplan schon längst fertiggestellt und
aktualisiert ihn ständig. So ist es wichtig, uns nicht zu sehr auf die „Rat-Schläge“

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unserer Freunde und Bekannten oder der vielen professionellen Lebensberater zu
verlassen.

Auch ich habe schon viele Menschen begleitet. Dabei achte ich darauf, Sie als
Hilfesuchende nicht zu beeinflussen. Die als 'Coaching' bezeichnete lösungs- und
zielorientierte Begleitung ist ideal. Dabei richte ich mich nach Ihrer Seele. Was braucht
Ihre Seele, wohin zieht es Ihr Herz? Das sagt mir Ihr Unterbewusstsein, und ich helfe
Ihnen dabei, die Botschaften Ihrer Seele wahrzunehmen, sie zu respektieren und Ihre
Wünsche in die Realität umzusetzen.

Sie sehen es in der Natur: Sobald der Mensch eingreift, gerät die Natur aus dem
Gleichgewicht. Löscht er eine Tierart aus, hat das immense Auswirkungen auf die
gesamte Tierwelt. Besprüht der Landwirt seine Felder, um das Unkraut fernzuhalten,
tötet er damit die Wildpflanzen ab, die den Insekten als Nahrung dienen, die Vögel
bleiben weg und so weiter. Sobald wir beginnen, ohne Anbindung an Gott unseren
eigenen Kopf durchzusetzen, bringen wir nicht nur uns selbst aus der Balance, sondern
auch unsere Umwelt, denn wir sind keine Einzelwesen.

Es überträgt sich auf unsere direkte Umgebung und zieht immer weitere Kreise.
Entscheiden Sie sich für eine neue Arbeitsstelle, beeinflussen Sie damit Ihre komplette
Familie, und Sie mischen sozusagen die Karten neu für Ihre Zukunft und die Zukunft
Ihrer Familie, Ihrer Freunde, Ihrer Kollegen und wiederum deren Zukunft – und so geht
es endlos weiter. Verlassen Sie sich auf Ihre innere Stimme, die von Gott kommt, und
seien Sie bereit für alles Kommende. Er kennt Ihren Plan, in dem nicht nur Sie, sondern
alle anderen Menschen eingebunden sind.

Nun, da Sie sicher nicht in einer Zeitschleife hängen und Ihr Leben wiederholen können
wie der Schauspieler, der in dem Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“ täglich
dieselbe Szene erlebt, bis er durch seine Selbsterziehung ein besserer Mensch wird und
eines Morgens endlich einen neuen Tag erreicht hat, wird es also von Ihnen abhängen,
wie Sie wieder auf Ihren Lebensweg zurückkommen zu Ihrem Buch des Lebens, in dem
geschrieben steht, dass Sie an einem bestimmten Tag eine bestimmte Person
kennenlernen oder einen neuen Arbeitsplatz finden werden, was Ihr Leben in eine
bestimmte Richtung weiterführen wird. Diese Ereignisse warten schon auf Sie.

Welche Personen hat Gott wohl in Ihr Buch des Lebens hineingeschrieben? Denken Sie
an Situationen, die irgendwie besonders waren, wo Sie spürten: Jetzt hat Gott gerade die
Weichen gestellt für einen wichtigen, neuen Lebensabschnitt. Als Sie beispielsweise
Ihren Partner kennenlernten. Da spürten Sie vielleicht: Sie haben nicht einfach auf einen
Menschen gewartet, sondern auf diesen Menschen, auf diese Seele. Sie haben sich Ihr
ganzes Leben lang unbewusst gesucht, bis Sie sich jetzt gefunden haben.

Wie alt waren Sie, als die wichtigsten Menschen in Ihr Leben eintraten bzw. als sich Ihr
Leben veränderte? Es gibt den bekannten Siebener-Rhythmus in unserem Leben, das
heißt bestimmte Perioden, die in sieben Lebensphasen unterteilt werden können, und in
denen sich Gravierendes verändert. Jede Lebensphase ist mit einer bestimmten Periode
gekoppelt:




                                           11
0 – 7 – Kleinkind
        7 – 14       – Kind
       14 – 21       – Pubertät/Schulabschluss
       21 – 28       – Studium/Familienplanung/Beruf
       28 – 35       – Beruf/Karriere/Familie
       35 – 42       – Berufsausübung
       42 – 49       – Das war noch nicht alles
       49 – 56       – Das Leben neu ordnen
       56 – 63       – Die Saat des Lebens ernten
       63 – 70       – Rentenalter/Weise und gelassen werden

Der Rest hängt davon ab, wie Sie sich Ihr Leben vorgestellt haben. Sprachen Sie ständig
von dem Lebensabend ab 65 Jahren, wird es auch schnell Abend werden, und Sie
werden sich so fühlen. Dachten Sie: „Ich werde früh sterben“, wird es auch so sein. Sie
werden leben, als seien Sie schon tot. Nahmen Sie es eher gelassen, können Sie auch
gelassen hundert werden. In unserem Buch des Lebens steht die Endzahl unseres
Lebens geschrieben. Wie wir diese erreichen, ob wir uns bis dahin jung fühlen oder alt
und verbraucht, ob wir gesund bleiben oder krank sind, das bestimmen wir durch unsere
Gedanken. Für diese Lebensphasen sind die Weichen gestellt und die Eckpfeiler gesetzt.

Natürlich können wir wählen! Wenn wir nicht vergessen, dass wir aus Körper, Geist und
Seele bestehen, ist alles in Ordnung. Dann tut der Verstand nichts, was er nicht mit der
Seele abgesprochen hat. Und diese Seele ist verbunden mit Gott. Im Idealfall sind Sie
mit Jesus Christus eins. Im Idealfall schwebt der Heilige Geist über Ihnen. Solange
dieser Idealfall noch nicht eingetreten ist, wird Ihre Seele es Ihnen zeigen. Durch
sogenannte Schicksalsschläge, Pechsträhnen oder auch durch Krankheiten. Dann haben
Sie wieder die Chance, zu Gott zu finden und sich von Ihm finden zu lassen. Sie haben
die Chance, Jesus zu finden und Maria – Gott ist sehr einfallsreich, wenn es darum geht,
Ihnen Seine Helfer zu schicken. Vielleicht bin auch ich Ihr Helfer mit diesem Buch.

Nun sind wir wieder bei den Personen Ihres Lebensbuches angelangt. Denn auch sie
sind die Göttlichen Helfer. In meinem Lebensbuch gibt es einige wichtige Helfer. Unter
einem Helfer verstehe ich einen Menschen, der uns im Positiven hilft. Manche helfen
auch, indem sie nichts tun, weil wir dann wieder auf uns selbst reduziert werden.
Allerdings gibt es auch Menschen, die uns aufrütteln, die uns auf den ersten Blick
schaden, was – im Nachhinein gesehen – uns wieder auf den richtigen Weg bringt. Also
sind sie auch Helfer, aber eben Menschen, an die wir nicht so gern zurückdenken und
denen wir auch vergeben müssen, bevor wir überhaupt weiterkommen. Diese Helfer
stehen nicht im Buch des Lebens. Sie stehen in den „Hilfsbüchern“, die wir für unsere
möglichen Umwege geschrieben haben. Sie helfen uns auf dem Sprung in unser Buch
des Lebens zurück.

Überlegen Sie einmal, wer Ihnen in Ihrem Leben sehr geschadet hat, wer Sie sehr
verletzt hat – und was hat sich daraus ergeben, wie hat sich Ihr Leben dadurch
verändert?

Viele Menschen haben einen einzigen großen Umbruch in ihrem Leben. Dieser wird
meist durch eine Krankheit oder Leid ausgelöst, wonach sich das Leben mehr oder
weniger stark verändert. Nach meiner Erfahrung, nach tausenden von Beratungen,
geschieht das überwiegend um das 42. und um das 49. Lebensjahr – und das ist dann die


                                          12
letzte Warnung. So war es bei mir. Ich war 48 Jahre alt, als ich Gottes Geduld genug
strapaziert hatte und Er mich packte. Meine damals vierzehnjährige Tochter und ich
lebten zusammen mit unserem siebenjährigen Hund, einem fröhlichen und klugen
Bordercollie namens Timmi, und diesem Hund verdanke ich mein jetziges Leben. Er
gab seines dafür hin.

Mehr möchte ich dazu nicht erklären. Es genügt zu wissen, warum es so kam: Ich
befand mich nicht auf meinem Lebensweg, hatte meinen Heilsweg nicht im Blick. Denn
schon in jungen Jahren hatte ich Gott aus meinem Leben verbannt in der Annahme, Er
schicke mir zu viele Katastrophen in meine Familie, zu viele Verluste; alle starben sie
oder zogen sie weg. Und was das Schlimmste war: Irgendwie fühlte ich mich schuldig,
ahnend, dass mit meinen Energien etwas nicht stimmte. Ständig hatte ich zu viele
davon. Nicht in Form von Kraft in meinen Muskeln, sondern diese Energie, die man
nicht benennen kann, die aber innerlich zu spüren ist und ständig brodelt wie ein
Vulkan. Ich wusste nur, ich zog die Menschen an, die nicht mehr lange zu leben hatten;
Menschen jeden Alters.

Wer sein Leben mit einer Nahtod-Erfahrung beginnt, erfährt eine tiefe Prägung Gottes.
So geschah es bei meiner Geburt. Gott zeigte mir an einem Sonntagnachmittag,
pünktlich um 15 Uhr zur Marienstunde, Sein Licht und beförderte mich ins Leben, um
das meine Eltern mit der Hebamme zu Hause kämpften und das der Rest meiner Familie
in der Kirche erflehte. Dieses Licht, das ich damals nicht bewusst erlebte, das sich
jedoch tief in mein Unterbewusstsein einprägte, suchte ich mein Leben lang und fand es
bei meiner Firmung wieder. Da erleuchtete mich der Heilige Geist noch einmal, und es
war um mich geschehen.

Vielleicht war dieses tiefgreifende Geburtserlebnis auch der Grund, dass ich als Kind in
Sachen Gott und Evangelium eine Art Wunderkind war. Ein evangelisches Wunderkind
wohlgemerkt! Dank meiner katholischen Familie mütterlicherseits wurden auch die
Engel und Heiligen in mein Leben integriert. Woher kam aber meine Bibelfestigkeit? Es
gab keine Bibelstelle, die ich nicht kannte und zitieren konnte; natürlich mit Angabe des
Verfassers, des jeweiligen Kapitels und allen Querverweisen. Die Religionslehrer und
Pfarrer beanspruchte ich sehr, indem ich darüber ständig mehr erfahren und diskutieren
wollte.

Denn damals schon war mir bewusst: Das kann doch nicht alles gewesen sein, da muss
es doch noch mehr geben. Ich las und lernte und diskutierte; aber niemand sprach über
die Liebe Gottes, niemand erreichte mein Herz. So ging das weiter bis zu meiner
Konfirmation, – der Pfarrer überreichte mir die Hostie und den Wein – und irgendwie
war es vorbei. Der Heilige Geist wollte die große Flamme in mir noch nicht entzünden,
er beließ es bei der kleinen, die seit der Geburt in mir glimmte. Er zog es vor zu warten.
Wohl wissend, dass ich meine „Lebenserfahrung“ auch allein machen könnte.
Selbstständig, im Alleingang, immer alles wissend, alles könnend, mit großer Klappe
und wehenden Fahnen durch's Leben schreitend und nicht wenige Spuren von
Verwüstung hinter mir lassend. Das hielten nicht viele Menschen aus!

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                      „Ich bin ein Weib und obendrein kein gutes“
                                   (Teresa von Àvila)
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So wandelte ich weitere 35 Jahre ohne Gott durch's Leben, voller Vertrauen in mich
selbst – ich besitze das Urvertrauen, das ich schon anfangs erwähnt habe. Gott war mit
Sicherheit da, aber ich machte mir über Ihn keine Gedanken. Ich hatte auch immer
ausgesprochenes Glück. Es war natürlich nicht einfach Glück, es war die Fügung Gottes
und mein Können, dass ich in namhaften deutschen Firmen arbeitete – bzw. ich erlebte
deren Umbrüche – und zwischendurch ein Mal nach Paris und ein zweites Mal in die
Bretagne auswanderte, um nach jeweils einem Jahr wieder nach Deutschland
zurückzukehren mit der Erkenntnis: Das französische Essen wird auch nur mit Wasser
gekocht, und in Deutschland lässt sich besser arbeiten. Der Trend setzte sich fort: Wo
auch immer ich hinging, traf ich auf Menschen und Situationen, die sich im Umbruch
bzw. kurz davor befanden. Gott wollte mir einfach nicht erlauben, mich irgendwo
bequem niederzulassen. Ständig befand ich mich in einer Übergangssituation und war
die Fachfrau für das Krisenmanagement in jeder Hinsicht. Und wenn keiner mehr
weiterwusste, lief ich zur Höchstleistung auf.

Vor sieben Jahren war es also so weit, mein Schicksal hatte zugeschlagen. Vor der
Wende kam eine Herausforderung, die ich bisher nicht gekannt hatte: Ich musste dem
Menschen vergeben, der die größte Krise meines Lebens verursacht hatte, als er unseren
Hund Timmi tötete. Ganz allmählich gelang es mir. Gott ließ mich meine eigene
Verantwortung erkennen und annehmen. Damit konnte ich diesen Groll aus meiner
Seele entfernen. So bereitete ich den Weg für die Menschen, die meine Kräfte spürten
und in die richtigen Bahnen lenkten. Mir darüber klar werdend, was in mir steckt,
erkannte ich Gott. Noch nicht ganz, aber ich wusste: Das bin nicht ich, die Menschen
heilen, Flüche von Häusern weg beten, Stürme umleiten und sonstige unerklärlich
erscheinende Dinge tun kann – das ist Gott.

Mein erstes wirksames Vaterunser betete ich mit einer Frau, die ebenfalls viele
Charismen des Heiligen Geistes besaß. Sie wurde oftmals um Hilfe gebeten, wenn
Menschen, Tiere oder Besitztümer unter einem Fluch standen, was sich durch ständig
wiederkehrendes Unglück zeigte. Ich befand mich in ihrer Nähe, als ein telefonischer
Hilferuf einer Familie sie erreichte: Wieder einmal stand eine Scheune in Flammen!
„Monika, komm, wir beten“, befahl sie. Ich fragte nicht, zweifelte nicht, zögerte nicht;
ich setzte mich zu ihr und betete nach 35 Jahren mein erstes Vaterunser. Und noch eines.
Und ein drittes Mal. Ich erinnere mich heute noch daran, wie eine große Kraft in mir
aufstieg und an das Mitgefühl – nicht nur mit dieser Frau, die mich einfach mit
einbezogen hatte, wohl ahnend, dass Gott in mir diesen Samen zum Keimen gebracht
hatte und dieser gerade dabei war zu sprießen, sondern auch mit diesen gepeinigten
Menschen und ihren in Lebensgefahr schwebenden Tieren. Nach einer Stunde beruhigte
sich die Situation. Die Feuerwehr hatte das Ihre getan, und der Feuerteufel war von Gott
besiegt worden, dessen waren wir uns gewiss!




                                          14
„Das war alles?“, dachte ich damals. „Einfach nur das Vaterunser beten? Das kann ich!
Wenn es mehr nicht ist, das kann ich!“ Es war damals nicht mehr als beten. Auch heute
ist es nicht mehr als beten. Es ist das Gleiche auf verschiedenen Ebenen mit einer
großen Liebesgeschichte mit Gott dazwischen.

                                            *
                  „Hätte ich früher erkannt, dass der winzige Palast
                   meiner Seele einen so großen König beherbergt,
                  dann hätte ich Ihn nicht so häufig allein gelassen.“
                                   (Teresa von Àvila)
                                            *




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II.
                                    Die Vorsehung

Joh 1,1.14: „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott und Gott war das
Wort. ... Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen Seine
Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade
und Wahrheit.“ Zuerst war die Stille. Jesus Christus existierte zuerst als Gedanke Gottes
und als Sein Wort in Seiner Vorsehung, in Seinem Plan. Als die Zeit reif war, wurde das
Wort zu Fleisch, und Jesus kam als unser Erlöser auf die Erde. Erlösung bedeutet
Erleuchtung. Durch Ihn können wir das Licht Gottes durch uns leuchten lassen und
selbst zu einem Licht Gottes werden.

Wie auch wir im Anfang in der Stille Gottes Sein Wort, Sein Gedanke waren, so gehen
auch wir in die Stille und erschaffen mit unseren Gedanken und unseren Worten Neues.
Wir sind die Erschaffer und Erhalter unserer Gesundheit. Unsere destruktiven Gedanken
lassen unseren Körper erkranken. Sie führen zu einem destruktiven Leben. Unsere
liebevollen, zukunftsweisenden Gedanken erschaffen ein Leben in Gesundheit und
Würde. Liebe erschafft Liebe. Es liegt einzig und allein an uns selbst, was wir aus
unserem Leben machen. Wenn wir den Sinn des Lebens nicht begriffen haben, werden
wir es zu erleiden haben. Der Sinn des Leidens ist Leid. Es ist nicht Gott. Er hält
unseren Plan mit einem groben Raster in Seiner Hand.

Der Kern allen Seins sind Sein Licht und Seine Liebe; Gott ist die Freude und die Fülle
– für alle Zeit. Wir dürfen durchaus schon in diesem irdischen Leben Seine Gaben
genießen, denn nur in diesem Augenblick leben wir ganz bewusst. Die Vergangenheit ist
vorbei, die Zukunft liegt vor uns; nur in der Gegenwart geschieht jedoch das Gewahr
sein, die Achtsamkeit, und nur jetzt leben wir bewusst und eigenverantwortlich
handelnd.

Warum hat Gott uns diese wunderschöne Erde geschenkt, wenn nicht für dieses Leben
im Hier und Jetzt? Also sollten wir sie auch annehmen. Achten wir auf die Erhaltung
dieser Erde. Achten wir auch darauf, uns mit Seinen Gaben zu entwickeln und sie nicht
in einem oberflächlichen Leben zu missbrauchen. Wir leben mit Körper, Geist und
Seele in diesem Leben im Hier und Jetzt. So wie wir es wollen. Wenn wir mit Gott
vollkommen eins und uns dessen bewusst sind, können wir dieses Denken und Handeln
wiederum gänzlich Ihm überlassen. In der Gewissheit, gemäß Seines Heilsplans in
Liebe und Fülle zu leben.

Das ist Seine zuvorkommende Gnade und die Mitwirkung des freien Willens der
vernunftbegabten Geschöpfe, wie der Begriff 'Vorsehung' laut 'Wikipedia' beschrieben
wird: „Eine höhere Macht, die das Schicksal der Menschen und den Lauf der
Weltgeschichte beeinflusst“. – „Die Vorsehung ist der allmächtige und allwissende Gott,
insofern Er den Verlauf des Welt- und Heilsgeschehens ordnet und schon im Voraus
weiß. Dies kann auf verschiedene Weise geschehen: gemäß der Naturgesetze, durch
Wunder, durch zuvorkommende Gnade, durch Mitwirkung mit dem freien Willen der
vernunftbegabten Geschöpfe oder durch Zulassung der Sünde, die aber jedes Mitwirken
ausschließt. ...“

Die Vorsehung brachte mich in die Altstadt nach Limburg an der Lahn zum Katholisch
werden. Dieses Ziel verfolgte ich, ohne mir auch nur irgend einen Gedanken darüber zu


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machen; einfach wissend, so muss es sein! Ich wusste bereits das ganze Jahr davor, es
würde im November 2008 signifikant weitergehen in meinem Leben. Schon im
September zeichnete es sich ab, dass es Limburg an der Lahn sein würde.

In dem Kapitel 'Maria' beschreibe ich, wie ich die Wohnung in Limburg gefunden hatte.
Einfach so, ich wurde hingeführt; zwei Minuten nach dem Gebet zu Maria im Dom zu
Limburg stand ich vor dem Haus in der kleinen Straße, die zum Dom führt, und im
November zog ich ein. Ich hatte kaum Möbel, das war auch gut so, denn in ein 550
Jahre altes Fachwerkhaus passen nicht viele Möbel hinein. Dafür hatte ich meine
Heiligenfiguren, und das Haus selbst strahlte eine heilige Atmosphäre aus.

Es war für mich das Beste zu dieser Zeit. Denn es führte mich auf dem geraden Wege zu
Gott. Ihn besuchte ich im Dom, täglich mehrere Male. Nicht nur während der
Gottesdienste, nein, auch zwischendurch. Dieses Gotteshaus zog mich magisch an. Es
gab Momente, in denen ich förmlich die Energie spürte, die mich auf den Domberg
hinauf zog, bei Tag und bei Nacht. Gott zog mich, Er wollte mich in 'Seiner Kirche'
haben!

Ich verbrachte im Jahr 2008 ein wunderschönes Weihnachtsfest sowie den
Silvesterabend im Dom. Im Januar 2009 erlebte ich das erste Pontifikalamt, und es war
um mich geschehen: In der Liturgie war eine große Kraft, ich sah bei geschlossenen
Augen ein tiefes Lila, das die höchste Spiritualität anzeigt; die Gebete gingen durch und
durch, und der Domchor sang fast unerträglich schön.

Von unerwarteter Seite her sandte Gott mir noch einen Helfer: Johannes. Sein Leben lief
nicht wie geplant, und als er aus Berlin anrief und mir berichtete, er sei gar nicht
glücklich, war meine Antwort: „Komm doch nach Limburg!“ Am nächsten Tag war er
da und wurde mein Mitbewohner. Ich hatte Johannes schon im vorigen Jahr die Vorzüge
des Vertrauens in Gott gelehrt. Er kannte dieses Denken sehr gut, er stammt aus einer
sehr katholischen Familie mit zwei Priestern. Eigentlich hätte Johannes auch Priester
werden sollen, er übte schon als Kind fleißig im Sandkasten und verteilte
selbstgebackene Hostien an die entzückten Nachbarinnen – aber als es soweit war, zog
er die Bretter der Welt dem Altar in der Kirche vor. Nun, diese Zeit war nun auch vorbei
– und so erinnerte ich ihn mit meiner neu entdeckten Leidenschaft für Gott und die
Kirche an seine eigene Vergangenheit als Katholik. Nun war es an ihm, mich etwas zu
lehren, und das tat er dann auch.

„Du willst katholisch werden?“, lachte er, „dann lass uns üben.“ Er holte ein
Gebetsbuch hervor und begann mit dem Unterricht: „Gegrüßet seist Du Maria, voll der
Gnaden. Der Herr ist mir Dir. Du bist gebenedeit unter den Weibern...“ – „Was?!?“, rief
ich, „gebenedeit unter den Weibern! – was heißt das denn?“ – „Na, gesegnet unter den
Frauen, heißt das“, erklärte Johannes. „Ja aber solche Worte habe ich noch nie gehört,
das kann ich mir auch nicht merken!“ Nein, das begeisterte mich nun gar nicht. Ich
wollte lieber etwas anderes. Johannes war es recht. Er besuchte mit mir den
Gottesdienst im Dom. Ich wollte mich auf den Stuhl setzen, aber er klappte das
Fußbänkchen, jedenfalls das, was ich als solches ansah, nieder und befahl: „Knie dich!“
Ich tat es; oh, und es tat weh. „Das ist zu hart, das kann ich nicht!“, protestierte ich.
„Wenn du katholisch werden willst, musst du knien“, war sein Kommentar. Und er
drückte mich auf die Bank. So kniete ich und murrte vor mich hin. Das hatte ich mir
anders vorgestellt.


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In der Messe wurde ich entschädigt. Jetzt passte Johannes auf, dass ich mich katholisch
benahm. Aufstehen, setzen, aufstehen, knien, singen, beten, nochmals knien; eine sehr
sinnliche Erfahrung. Es war nicht langweilig: viel Bewegung, der Weihrauch duftete,
wunderschöne Eindrücke durch die Orgelmusik und den Chor, und die Priester sahen in
ihren Gewändern auch gut aus. Ich lernte: Katholisch ist man mit Körper, Geist und
Seele und mit viel Liebe im Herzen!

Es dauerte jedenfalls nicht lange, da wusste ich: Ich wollte nicht mehr nichts sein, ich
wollte nun wirklich katholisch sein und dazugehören! Und vor allem wollte ich endlich
zur Kommunion gehen. Ich meldete mich im Dompfarramt an, absolvierte einige
Vorbereitungsgespräche, und am 25. Juni 2009 hatte ich mein erstes Etappenziel
erreicht: meine Firmung. Johannes war mein Firmpate. Er schwärmt heute noch davon,
wie ihm die Haare zu Berge standen durch die Kraft und Energie, die der Heilige Geist
durch den begnadeten Priester über uns ausschüttete.

Als ich endlich gefirmt war, ging es richtig los. Jeder Gottesdienst in der Pfarrgemeinde
„St. Georg“ war mein Gottesdienst. Grob geschätzt, besuchte ich im Folgejahr etwa
siebenhundert Mal die Gottesdienste, im Schnitt zwei Mal pro Tag: Die alltägliche
Morgenmesse, die Frauenmesse, die Abendmessen unter der Woche, Freitagabend den
ökumenischen Gottesdienst, den ich bald wegen der vermissten Leidenschaft aufgab –
selbst der Abschlusssegen war mir nicht stark genug; und alle vierzehn Tage die Messe
im Lateinischen Ritus, die mich ganz stark berührte. „Die Seele erinnert sich“, schreibt
der Papst dazu. Ja, meine Seele erinnerte sich sehr gut, und zuerst einmal war ich so
berührt von dieser Art des Zelebrierens, dass es mich schier innerlich zerriss. Vielleicht
lag es auch an dem wunderbaren Priester, denn auch seine ganz normalen Messen
morgens im Dom hatten diese Wirkung. Kaum war er zugegen, war Jesus auch da, und
zu dieser Zeit hatte ich eine ganz heftige Zeit der Reue, dass ich Ihn so lange allein
gelassen hatte. Am Wochenende besuchte ich die Vorabendmesse am Samstag sowie das
Hochamt und die Abendmesse am Sonntag. Da kam schon etwas zusammen!
Zwischendurch Vesper und Andacht des Allerheiligsten und Rosenkranz und Kreuzweg
beten und einmal im Monat die Marianische Messe in einer kleinen Kapelle im
Westerwald, die sich bis zu vier Stunden lang hinzog. Dabei segnet der Priester mit
einer kleinen Monstranz jeden Einzelnen – das hatte etwas ganz Besonderes! (Für alle
Nicht-Katholiken: Eine Monstranz (v. at.: monstrare, „zeigen“) ist ein kostbares, mit
Gold und Edelsteinen gestaltetes liturgisches Schaugerät mit einem Fensterbereich, in
dem eine konsakrierte Hostie zur Verehrung und Anbetung ausgesetzt wird.)

Ich konnte nicht genug bekommen. Das Katholische zog mich in seinen Bann, und ich
wusste nicht mehr, wie mir geschah. Ich vollzog eine komplette innerliche Wandlung:
Sünde, Reue, Buße, Sühne, Vergebung; mein Innerstes wurde nach Außen gestülpt und
wieder nach innen verwandelt. Wobei die Freude nicht zu kurz kam! Ebenso konnte sich
meinen damals noch vorhandener Hang zur Theatralik und Leidenschaft vollends
entfalten. „Johannes! Was glaubst du, wie schön es wieder war! Die Orgel, die Musik,
der Chor!!!“ So kam ich oft sonntagmittags nach der Heiligen Messe aus dem Dom.
Oder ich war gänzlich in mich gekehrt und unansprechbar, weil mich die Predigt noch
beschäftigte.

Niemals werde ich meine erste Anbetung der Monstranz mit anschließender Segnung
vergessen: Ich war vollkommen aufgelöst, tränen überströmt, schluchzend, zitternd,
bebend, ich dachte, mein letztes Stündlein habe geschlagen. Als es mir gelungen war,


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einigermaßen gefasst den kurzen Weg nach Hause zu gehen, war ich nicht in der Lage,
darüber zu berichten. Vollkommen aufgelöst saß ich bei Johannes und beruhigte mich
erst nach einem doppelten Cognac. Heute weiß ich: Meine Seele hatte Gott gesehen
und geriet außer Kontrolle. Diese Zustände wiederholten sich bei jedem Anblick der
Monstranz aufs Neue und ebbten nur langsam ab. Es war ein Zustand der Ekstase, wie
es die Heilige Teresa von Àvila in „Die Innere Burg“ beschrieb. Eine Ekstase ist nicht
immer ein glücklicher Zustand, er kann auch das absolute Gegenteil sein.

Selbst als die Zeit der Euphorie vorbei war und ich wieder klar denken konnte, blieb
diese Leidenschaft für das Katholische bestehen. Ich kritisierte vieles, ich hätte gern
vieles geändert, und des öfteren wollte ich alles wieder hinwerfen, weil ich den
Eindruck hatte, es bewegt sich nichts, da bin ich am falschen Ort! Um die Pfingstzeit
2010 blieb ich fünf Wochen der Kirche völlig fern, um wirklich zu prüfen, was noch
Bestand haben würde und was nicht. Und es war alles wieder wie gehabt! Im Gegenteil,
ich war mir darüber im Klaren, dass ich nur durch die Liebe geführt wurde, es war
nichts als die Liebe zur unendlichen Liebe, die sich in mir entwickelte, die Kirche als
Institution hatte keinen Einfluss darauf. Wobei ich auch immer die Liebe zu dieser
Institution aufrecht erhielt, es war die Demut und die Dankbarkeit, dass man mich mit
offenen Armen aufgenommen hatte. Und ich bin mittlerweile felsenfest davon
überzeugt, dass die Kirche – ich spreche von der Weltkirche, nicht nur von der
katholischen Kirche, obwohl ich diese für mich persönlich bevorzuge – von Gott/dem
Heiligen Geist geschaffen wurde und immer wieder von Ihm aufgefangen werden wird,
sonst hätte sie die letzten 2.000 Jahre sicher nicht überlebt.

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                     „Wenn es im Himmel viele Wohnungen gibt,
                             so gibt es auch viele Wege,
                              um dorthin zu gelangen.“
                                 (Teresa von Àvila)
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Leben mit der Vorsehung – ein Leben in Freude und Hingabe

Die Hingabe an Gott macht froh. Diese Freude kommt aus meinem Herzen. Es ist die
Freude der Gläubigen. Schauen Sie die wahrhaft Gläubigen einmal genauer an: Wir
strahlen innerlich. Wir mögen genau so viele Falten haben wie alle anderen auch, aber
das stört nicht. Wir senden ein Licht aus, es ist das Göttliche Licht. Je größer die
Spiritualität – darunter verstehe ich den gelebten Glauben – desto größer wird die
empfundene und gelebte Freude.

Manchmal ist es nicht zu ertragen für andere, ich gebe es zu. Allerdings ist der Missmut
auch für mich schlecht zu ertragen. Und die aufgesetzte Fröhlichkeit der
Spaßgesellschaft hat sich schon längst als Geißel der Menschheit erwiesen. Diese
unerträgliche Leichtigkeit des Seins. Sie überkommt jene, die keine Anbindung an Gott
haben. In nicht allzu weiter Ferne wird es kippen. Dann werden sie sich nicht mehr
halten können.

Der tschechische Schriftsteller Milan Kundera schrieb über diese Auswüchse des von
Gott abgewandten Menschen ein gutes Buch: „Die unerträgliche Leichtigkeit des
Seins“, das auch verfilmt wurde. In dem Roman verliebt sich Tomas in Teresa, die es


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ernst meint mit ihm, aber Tomas hat nichts Besseres zu tun, als sich in Untreue und
sonstige Zerstreuungen zu flüchten. Bis sich dann alles irgendwie auflöst und beide
sterben. Das Leben in der Liebe zu Gott kann man getrost als „die Leichtigkeit des
Seins“ bezeichnen. Alles wird einfach, alles ist leicht. Selbst die härtesten Prüfungen
des Lebens und die schwierigsten Phasen werden mit Gott an unserer Seite und Jesus
Christus in unserem Herzen erträglich.

Solange ich Nein sage, begrenze ich mich selbst. In dieser Begrenzung gebe ich Gott
nicht die Erlaubnis, mir das zu schenken, was Er mir schenken möchte. Solange ich
mich nicht gut genug fühle in einem Bereich, wirkt sich das auch auf alle anderen
Bereiche aus. Dieses „nicht gut genug fühlen“ beruht auf dem Mangel an Selbstliebe:
„Ich genüge nicht, also bin ich es auch nicht wert, alles zu haben.“

Sage ich Ja zu Gott, befinde ich mich in der Weite des offenen Raums, in dem alles
geschieht. Ja sagen heißt alles annehmen. Ich öffne mich für alles, was Er mir geben
will. Das ist die Fülle, in der wir leben dürfen. Jedoch: Je mehr ich haben kann, desto
weniger brauche ich. Lebe ich nicht im Mangeldenken, bin ich mit wenigen Dingen
glücklich. Wie froh bin ich, nicht von den materiellen Besitztümern abhängig zu sein.
Ich brauche andere Menschen, aber ich möchte niemanden von mir abhängig machen.
Das ist das Gegenteil: der Besitzanspruch, das Haben wollen, die Gier. Nein, ich genüge
mir selbst, ich ruhe in mir. Ich habe eine Beziehung mit Gott. Es kann nicht sein, dass
Gott uns etwas Schlechtes geben will. Gott ist die Liebe, also gibt Er uns auch die
Liebe. Er gibt uns die Freude, Er gibt uns den Frieden. Wir können sicher sein, dass es
genau der richtige Moment ist, in dem Er uns etwas zukommen lässt. Denn – wie
eingangs schon gesagt – Gott sah, dass es gut war... Gott kennt unseren Heilsweg, Er hat
das Buch unseres Lebens vorliegen – also ist Er der Regisseur, Er weiß, wie es
weitergeht. Das ist meine Überzeugung.

                                          *
                          „Gott wird nicht müde zu geben,
                     und Seine Erbarmungen sind unerschöpflich.
                     Werden auch wir nicht müde zu empfangen.“
                                 (Teresa von Àvila)
                                          *




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Vorsehung statt Wunscherfüllung

Es gibt eine neue Wissenschaft auf dem großen Tummelplatz der Esoterik: Die
Wunscherfüllung. Der Vorsatz war sicher gut gemeint; was jedoch die Menschen daraus
machten, war eine neue Art des Konsums: Nun sind sie sogar selbst in der Lage, ihre
materiellen Bedürfnisse zu befriedigen. Mein Haus, mein Auto, mein Boot – nun wird
imaginiert und materialisiert, und sind sie dessen überdrüssig, kommen neue
Konsumgüter hinzu. Alles gemäß der Ur-Geheimnisse selbst erschaffen! Sie nennen es
Glück und Erfolg. Der einzige Irrtum liegt darin, dass diese Materialisierung nichts mit
unserer Befreiung zu tun hat. Ganz im Gegenteil: Sie verhindert sie gerade. Wir wollten
das Glück erschaffen, den Reichtum in uns selbst finden – Gott –, und was wurde
daraus? Neuer Wohlstandsmüll, der uns im Außen verstopft und uns an unserer
Erfüllung im Göttlichen Sinn hindert.

Gott – die Vorsehung – hat die Fülle schon erschaffen. Wenn Jesus sagt: „Du Narr!
Diese Nacht wird man deine Seele von dir fordern; und wem wird dann gehören, was du
angehäuft hast? So geht es dem, der sich Schätze sammelt und ist nicht reich bei Gott“
(Lukas 12,20-21), meint Er den Reichtum der Liebe, der Gesundheit, des inneren
Friedens, und das hat alles nichts mit dem materiellen Besitz zu tun. Die Vorsehung
sorgt sogar für unser Einkommen. Keine Angst: Gott weiß, unser täglich' Brot beinhaltet
nicht nur die tägliche Verbindung mit dem Leib Jesu, sondern auch die Kosten für unser
weltliches Leben, und Er sorgt auch dafür. Prinzipiell ist Er aber nicht an der Anhäufung
materieller Dinge interessiert, denn das blockiert unser wesentliches Leben und hält uns
von Ihm fern.

Sie müssen nun nicht Ihre Antiquitätensammlung auflösen und verschenken, aber es tut
gut, darüber nachzudenken. Solange das Bewahren alter Werte im Vordergrund steht, ist
sicher nichts dagegen einzuwenden. Nimmt jedoch die Sammelwut überhand, kann es
dramatische Auswüchse annehmen, die ich selbst schon oft verwundert und besorgt
beobachten konnte. Lassen Sie die Energien in Ihrem Leben ständig fließen. Wenn Sie
sich auf der einen Seite durch eine Sammelleidenschaft blockieren, sollten Sie dafür
sorgen, dass trotzdem ein gesunder Energiekreislauf bestehen bleibt und die Freude am
Leben nicht abhanden kommt. Sonst begraben Sie sich selbst.

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                            „Wer nicht mehr genießen kann,
                                  wird ungenießbar.“
                                  (Teresa von Àvila)
                                           *




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Wie reagiert Ihr Umfeld, wenn Sie sich Gott zuwenden?

Sie werden nicht ernst genommen. Wie auch, es kann ja niemand wirklich
nachvollziehen. Diese Ebene ist einfach zu hoch! Und Ihr Aufstieg vollzog sich
vielleicht auch zu schnell. Zu Beginn wird man testen, wie ernst Sie es meinen. Einmal
verstanden, wendet man sich von Ihnen ab. Sie werden uninteressant. „Mal ehrlich“,
heißt es dann, „willst du wirklich sagen, dass du mit dem weltlichen Leben nichts mehr
zu tun haben willst?“ Niemand kann sich vorstellen, dass Sie das so nicht mehr
brauchen. Niemand versteht, dass Sie einen viel größeren Reichtum haben, als Sie je
Geld hatten, und dass für Sie Gott als Partner an erster Stelle steht und ein eventueller
Lebenspartner sich mit seiner Liebe zu Gott qualifizieren muss. „Ich kann mit
niemandem sein, mit dem ich nicht über Gott reden kann“, schrieb Teresa von Àvila. Ich
auch nicht; es geht nicht mehr anders.

Dann gibt es noch diejenigen, die so tun, als seien sie auf derselben Linie wie Sie. Sie
sprechen von Gott, als hätten sie ihr Leben nichts anderes getan. Sie sind plötzlich
bibelfest und gehen auch mit Ihnen in die Kirche, damit sie noch mitreden können. Aber
Sie spüren, es ist nicht echt. Es kommen ständig irgend welche Spitzen, es wird ständig
über „die Kirche“ geschimpft, über das Geld der Kirche, die Skandale in der Kirche, als
hätte die Welt keine. Geht Sie das etwas an – Sie ganz persönlich auf Ihrem Weg zu
Gott, in Ihrer Liebe zu Gott? Nein! Oder Sie müssen sich ständig irgend welche
Beleidigungen Gottes, dumme Witze über Jesus oder ähnliches anhören, was Sie ganz
schnell ablehnen werden, weil es Sie persönlich in der Seele schmerzt. Weiterhin haben
Sie das Problem, sich Ihre benötigte Zeit zum Gebet und zum Rückzug zu verschaffen,
weil Ihre Freunde es nicht verstehen, dass Sie nicht mehr jeden Tag für stundenlange
Telefonate zur Verfügung stehen und Sie sich auch nicht mehr für diese Probleme der
"Welt" interessieren. Sie registrieren diese Themen, denn Sie haben ja weiterhin Ihren
Verstand. Aber Sie wissen, es gibt im Außen nichts zu suchen und nichts zu tun. Nur in
Ihrem Inneren.

Lieben heißt nicht, zu jedem und allem „Ja und Amen“ sagen. Es heißt auch manchmal
„Nein“ sagen. Sich abgrenzen von Menschen, die uns aussaugen wollen, bewusst oder
unbewusst, sich schützen vor negativen Energien. Das alles gehört dazu. Denn Gott gibt
uns Pflichten, aber auch Rechte. Und dazu gehört das Recht der Unversehrtheit unserer
Seele und die unserer Lieben.

Wenden Sie einmal pro Woche die Nadelöhr-Methode an, die ich in den späteren
Kapiteln beschreibe. Geben Sie Gott alles ab, und warten Sie, was Er Ihnen zurück gibt.
Was Sie nicht brauchen, kommt nicht mehr. Dafür lernen Sie ab jetzt nur noch die
Menschen kennen, die zu Ihnen gehören. Wir haben alle Zeit der Welt. Aber die Welt
braucht keine Zeitverschwendung mehr, dafür ist sie zu schade.

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                       „Es ist etwas sehr Großes, ein freies Herz
                         und ein ruhiges Gewissen zu haben.“
                                   (Teresa von Àvila)
                                            *




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III.
                                          GOTT

Wer oder was ist Gott?

Gott ist unser Vater im Himmel und auf Erden
Himmel und Erde bedeuten für uns das Diesseits, in dem wir leben, und das Jenseits, in
dem Gott, der Vater, der Sohn, der Heilige Geist, und alle Engel und Heilige leben.
Gleichwohl besteht im Innern des Menschen Himmel und Erde, das Körperliche und
das Geistige. So können wir sagen: Gott ist in uns, und Er ist außerhalb von uns. Er
entzündet in uns die Liebe und das Licht, und Er ist außerhalb die unbeschreibliche
Liebe und das unfassbare Licht.

Teresa von Àvila schreibt in ihrem Buch 'Die Innere Burg, 7. Wohnung': „Denn wie Er
im Himmel Seine Wohnstatt hat, so muss Er wohl auch in der Seele eine Stätte haben,
wo nur Seine Majestät weilt, also gleichsam einen zweiten Himmel.“ Teresa war äußerst
klug. Es gibt einen Gott, einen Himmel über allem, also gibt es auch die Entsprechung
im Menschen, in dessen Seele. Vor 450 Jahren riskierte Teresa, für diese Lehre in aller
Offenheit auf dem Scheiterhaufen zu brennen – heute noch sehen die Menschen ihren
Gott, so sie denn einen Gott haben, weit oben irgendwo im Himmel thronen. Arme
Welt!

Gott ist transpersonal
Gott ist in jeder Form, im kleinsten Atom und im größten Universum, gleichzeitig ist Er
formlos. Wir dürfen, wir können uns kein Bildnis machen von Ihm, da Er außerhalb
jeder Form ist. Form bedeutet Verkörperung, Gott ist alles außerhalb jeder
Verkörperung. Er ist nichts, Er ist die Leere außerhalb der Form. Da es auch diese nicht
gibt, ist alles Gott. Gott ist die Stille, denn erst in dieser Stille ist Gott erfahrbar und
hörbar. Daher ist es so wichtig, die Gotteshäuser (wieder) zu Orten der Stille zu machen.

Gott ist personal
Gott ist verkörpert in Jesus Christus, Seinem Sohn. Jesus ist die Form Gottes, Sein zu
Fleisch gewordenes Wort. In Jesus Christus, dem Gesalbten, hat Er sich den Menschen
gezeigt und uns Seinen Sohn zu unserer aller Erlösung gesandt.

Gott spricht zu uns durch den Heiligen Geist
Der Heilige Geist ist das Wort und der Lebensspender Gottes. Ursprünglich wurde das
Wort Gottes durch die Propheten und Evangelisten empfangen und in dem Buch der
Bücher, der Bibel, niedergeschrieben.

Gott handelt mit uns durch Seine himmlischen Helfer
Zu den himmlischen Helfern Gottes zählen alle Selig- und Heiliggesprochenen, die
Erzengel und eine große Hierarchie weiterer Engel sowie mit Sicherheit auch alle
Verstorbenen, die zu Gott gefunden haben.

Viele Menschen sehen Maria als Seine wichtigste Helferin an. Denn Er machte Sie zur
Mutter Seines Sohnes Jesus, und ohne Maria ist alles nur halb so schön.




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Wer oder was sind wir?

Wir sind der sichtbare Beweis der Präsenz Gottes auf Erden. Unsere Ur-Substanz ist von
Gott. Es heißt, Gott habe den Menschen geschaffen nach Seinem Ebenbild. Da Gott
keine Form ist, sind auch wir gestalt- und formlos. Wir sind nicht unser Körper, wir sind
nicht unsere Gedanken und unsere Gefühle. Wir sind Geist. Denn auch wir haben das
Göttliche in uns, in unserem Selbst, unserem wahren Ich, das sich über unseren Körper
und unser Denken und Fühlen erhebt. Fragen wir: „Wer bin ich?“, sind wir der Fragende
und nicht der, nach dem wir fragen. Wir sind reines, Göttliches Bewusstsein. Nennen
wir es einfach 'Göttliche Seele'. Wenn sich diese unsere Göttliche Seele mit Gott
verbindet, dann sind wir eins mit Gott, und dies ist das größte aller Geheimnisse, denn
dies kann schon auf Erden stattfinden. Von diesem Geheimnis spricht Jesus in Seinen
Gleichnissen und Parabeln, denn vor 2000 Jahren durfte Er es dem Volk noch nicht
offenbaren, da sie es noch nicht erfassen konnten.

Unser Bewusstsein ist reif für die Wahrhaftigkeit, die Wahrheit und Klarheit. Die Bibel,
spricht die Wahrheit, erkennen muss sie jeder selbst. Hilfe gibt es für jeden, der sie
sucht, geführt wird er durch Jesus („Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben,
niemand kommt zum Vater denn durch mich!“).

                                            *
                    „Christus hat niemanden auf Erden außer euch,
                               keine Hände außer euren,
                               keine Füße außer euren“
                                   (Teresa von Àvila)
                                            *




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Wie finden wir Gott?

Indem wir jenseits aller Gedanken und Gefühle gehen. Indem wir alles vorbei ziehen
lassen, auch die Bilder und Visionen. Denn auch diese sind begrenzte Vorstellungen.
Erst wenn wir ganz offen sind, ist Er da. Er zeigt sich uns, nicht umgekehrt. Er
entscheidet, wann der rechte Zeitpunkt gekommen ist. Gibt es bei uns noch Blockaden,
Fiktionen und Schuldgefühle, die hinderlich sind, müssen wir sie entfernen. Damit Er
durch unsere Seele Sein Licht leuchten lassen, damit Er sich uns zeigen kann. Gott
brennt sich in jede einzelne Zelle unseres Körpers ein, und die Sehnsucht nach Ihm hört
niemals auf. Dieses Gefühl wird auch von Menschen beschrieben, die ein Nahtod-
Erlebnis hatten. Einmal mit Gott in Kontakt kommen, einmal das Licht gesehen haben –
und das Leben ist ein anderes. Der Höhepunkt ist die Unio Mystica, die mystische
Vereinigung, die Gottesschau, die im absolut Verborgenen der tiefsten Seele stattfindet.

Als ich die erste Offenbarung Gottes an den Menschen las, beschrieben in Enochs
Vision: „Sei still, wisse, ich bin Gott“, war ich zutiefst erschüttert. – Diese Worte sprach
Gott direkt zu mir! Ich konnte lange Zeit diese Sätze nicht bis zu Ende durchlesen, ohne
vollkommen aufgewühlt zu sein, und sie berühren mich noch immer. Wie konnte ich so
blind, so taub, so stumpfsinnig gewesen sein! Wie konnte ich das nicht gewusst haben!
Ich fasse es heute noch nicht, wie es möglich sein kann, dass wir es einfach nicht
wissen: Gott ist da! Warum haben wir uns so abgeschottet, dass wir selbst Gott nicht
mehr wahrnehmen? Wir zählen die Worte eines Gedichtes und erkennen nicht seinen
Sinn.

Erst wenn wir fähig sind, in uns einen Zustand der tiefen Stille zu schaffen; besser
gesagt, wenn wir diesen Raum der Stille in uns finden, erst dann sind wir fähig, Gott in
uns zu finden. Denn erst durch die Stille kann Gott sprechen. Erst durch die Stille kann
ein Ton klingen, ein Wort verstanden werden.

Bitte werden Sie still, damit Gott zu Ihnen sprechen kann:




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Ich spreche zu dir.
           Sei still
            Wisse
        Ich bin Gott.

      Ich sprach zu dir
  Als du geboren wurdest.
           Sei still
            Wisse
        Ich bin Gott.

      Ich sprach zu dir
  Bei deinem ersten Blick.
           Sei still
            Wisse
        Ich bin Gott.

     Ich sprach zu dir
  Bei deinem ersten Wort.
          Sei still
           Wisse
       Ich bin Gott.

      Ich sprach zu dir
Bei deinem ersten Gedanken.
           Sei still
            Wisse
        Ich bin Gott.

     Ich sprach zu dir
  Bei deiner ersten Liebe.
          Sei still
           Wisse
       Ich bin Gott.

     Ich sprach zu Dir
  Bei deinem erstem Lied.
           Sei still
            Wisse
        Ich bin Gott.

     Ich spreche zu dir
 Durch das Gras der Wiese.
           Sei still
            Wisse
        Ich bin Gott.




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Ich spreche zu dir
Durch die Bäume der Wälder.
           Sei still
            Wisse
        Ich bin Gott.

     Ich spreche zu dir
 Durch die Täler und Hügel.
           Sei still
            Wisse
        Ich bin Gott.

     Ich spreche zu dir
  Durch die Heiligen Berge.
           Sei still
            Wisse
        Ich bin Gott.

     Ich spreche zu dir
  Durch Regen und Schnee.
           Sei still
            Wisse
        Ich bin Gott.

     Ich spreche zu dir
Durch die Wogen des Meeres.
           Sei still
            Wisse
        Ich bin Gott.

     Ich spreche zu dir
 Durch den Tau des Morgens.
           Sei still
            Wisse
        Ich bin Gott.

     Ich spreche zu dir
  Durch den Abendfrieden.
           Sei still
            Wisse
        Ich bin Gott.

      Ich spreche zu dir
Durch das Leuchten der Sonne.
            Sei still
             Wisse
         Ich bin Gott.




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Ich spreche zu dir
     Durch die funkelnden Sterne.
                Sei still
                 Wisse
             Ich bin Gott.

          Ich spreche zu dir
   Durch den Sturm und die Wolken
                Sei still
                 Wisse
             Ich bin Gott.

          Ich spreche zu dir
       Durch Donner und Blitz.
                Sei still
                 Wisse
             Ich bin Gott.

           Ich spreche zu dir
Durch den geheimnisvollen Regenbogen.
                 Sei still
                  Wisse
              Ich bin Gott.

      Ich werde zu dir sprechen
         Wenn du allein bist.
               Sei still
                Wisse
            Ich bin Gott.

      Ich werde zu dir sprechen
     Durch die Weisheit der Alten.
                Sei still
                 Wisse
             Ich bin Gott.

      Ich werde zu dir sprechen
          Am Ende der Zeit.
               Sei still
                Wisse
            Ich bin Gott.

     Ich werde zu dir sprechen
  Wenn du meine Engel gesehen hast.
              Sei still
               Wisse
           Ich bin Gott.




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Ich werde zu dir sprechen
                                   In Ewigkeit.
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                                       Wisse
                                   Ich bin Gott.

                                Ich spreche zu dir.
                                      Sei still
                                       Wisse
                                   Ich bin Gott.

(Quelle: Das Evangelium der Essener, Gesamtausgabe Buch 1–4. Die Originaltexte aus
dem Aramäischen und Hebräischen; übersetzt von Dr. Edmond Bordeaux Székely,
Verlag Bruno Martin )

Die aramäische Fassung wurde in den Qumran-Rollen gefunden und ist damit sicher
datierbar auf die Zeit zwischen 130 vor Chr. und 68 nach Chr. Die Chroniken von
Enoch (Henoch) wurden im 4. Jahrhundert von Kirchenvater Hieronymus zu den
Apokryphen und somit als häretisch erklärt. Damit war Enochs Vision raus aus der
Bibel, aber was gut ist, kommt wieder – und so entdeckte man ihn in den Qumran-
Rollen, Dank sei Gott!

                                          *
                         „Gott lässt uns nicht im Finstern.
                           Nur wenn wir Ihn verlassen,
                               gehen wir zugrunde“
                                 (Teresa von Àvila)
                                          *




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Mein Gott warum? - Wenn wir zweifeln und verzweifeln

Der Zweifel

„Eloi, Eloi, lema sabachtani?“ – „Mein Gott, mein Gott, wozu hast Du mich verlassen?“
(Mk 15,34; vgl. Mt 27,46). Laut Markus und Matthäus waren das Jesu letzte Worte, als
Er am Kreuz verstarb. Es wird als ein Zweifeln gedeutet. Wie konnte Jesus an Seinem
Vater zweifeln, wenn Er und der Vater eins sind? Jesus wusste von Gottes Plan für Ihn,
Er wusste von Seiner Mission, Er wusste es schon, als Er als Zwölfjähriger den Lehrern
im Tempel in Jerusalem Rede und Antwort stand. „Wusstet ihr nicht, dass ich in dem
sein muss, was meinem Vater gehört?“, fragte Er Seine aufgebrachten Eltern.

Johannes war der einzige Jünger Jesu, der bei dessen Kreuzigung anwesend war. Er
beschreibt Jesu letzte Worte wie folgt: „Darnach, da Jesus wusste, dass schon alles
vollbracht war, dass die Schrift erfüllt würde, spricht Er: 'Mich dürstet!' Da stand ein
Gefäß voll Essig. Sie aber füllten einen Schwamm mit Essig und legten ihn um einen
Isop und hielten es Ihm dar zum Munde. Da nun Jesus den Essig genommen hatte,
sprach Er: 'Es ist vollbracht!' und neigte das Haupt und verschied.“ (Joh. 19,28-30).
Natürlich hat Jesus nicht gezweifelt. Er war ein Mensch, und Er war Gottes Sohn. Jesus
kam auf Erden, um uns die Liebe zu lehren, damit wir zu Gott finden! Das heißt, Er
liebte mit ganzem Herzen. Er musste es nicht erlernen.

Nun, ob wir jemals so weit unser Herz öffnen können? Ja! Jedenfalls dürfen wir fest
daran glauben: Gott hält unseren Heilsplan in Seinen Händen, und Er verliert weder den
Plan noch uns selbst jemals aus den Augen. Und so wie Jesus bei Seinen Heilungen
darauf bedacht war, dass die Menschen nicht zweifeln, so bin auch ich überzeugt: Jeder
Zweifel macht alles zunichte. Er verhindert die Heilung und bringt uns aus unserer
Herzensliebe heraus. Er verhindert unsere Gebete daran, zu Gott zu gelangen, denn
unsere Seele hält sie zurück. Sie fühlt sich unwürdig und schlecht, wenn wir zweifeln.

Denn dieser Zweifel kommt aus unserem Verstand. Unsere Seele möchte lieben, und wir
müssen es ihr erlauben. Möchten Sie nicht nur oberflächlich gesund, sondern heil an
Körper, Geist und Seele werden, denken Sie an Jesu Worte, die Er zu den beiden
Aussätzigen sprach, die nach der Heilung der insgesamt zehn Aussätzigen zu Ihm
zurückkehrten, um Ihm zu danken: „Dein Glaube hat dir geholfen“.

Jesus sprach zu den Kranken: „Effata!“ – Öffne dich. Öffne dich für das Licht Gottes,
damit es durch dich fließen und deine Seele erleuchten kann. Darin ist alles enthalten.
Glaube, Hoffnung und Liebe und das Vertrauen, es ist gut so wie es ist. Bei der Taufe
berührt der Priester Ohren und Mund des Täuflings und spricht „Effata!“, um deutlich
zu machen, dass dieser sich öffne für den Heiligen Geist.

„Effata“ – Es geschieht, indem wir tief einatmen. Wir atmen den Geist Gottes ein und
empfangen Seine Liebe in unserem Herzen.

Wichtig ist unsere ständige geistige Reifung. Nur durch ein Wachsen im Glauben mit
Gott erfährt unser Leben einen Sinn, auch mit all seinen Widrigkeiten und den Zeiten
der Entfremdung und Prüfungen. Auch wenn unser Leben manchmal durch eine Zeit
des Suchens geführt wird, es ist doch niemals mehr eine Sinnsuche nach dem Leben
selbst, es ist nur eine Zeit der Dürre und der Trockenheit, in der wir wieder unseren


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neuen Lebens- und Heilsweg ordnen und strukturieren können. Damit wir mündig
werden. Gott braucht mündige Menschen!

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                     „Wie selten sind doch die Menschen,
                       die das, was sie tun, ganz tun.“
                              (Teresa von Àvila)
                                       *




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Die Verzweiflung

Selbst wenn wir an das ewige Leben glauben, trifft uns der Tod eines geliebten
Menschen sehr. Jeder Mensch verarbeitet diesen Schmerz auf seine Weise. Einige
erleben einen über viele Jahre andauernden traumatischen Prozess, der alle Freude und
alles Lachen aus dem Leben der Hinterbliebenen nimmt.

Meines Erachtens hilft die völlige Hingabe in den Schmerz am besten. Bringen Sie Gott
Ihren Schmerz dar. Leise oder laut, wie es Ihnen gut tut. Lassen Sie ihn los in den
Abgrund des Lebens, an dem Sie derzeit stehen. Sträuben Sie sich nicht dagegen! Wir
können mit dem Verlust nicht umgehen, und wir haben Angst vor unserem eigenen Tod,
weil wir diese Tatsache immer noch tabuisieren. Aber bitte fragen Sie Gott nicht:
„Warum hast Du mich verlassen?“, sondern bitten Sie Ihn: „Verlass mich nicht!“ Das
klingt schon besser, das ist eine Bitte, die Er gern erfüllt. Die Frage: "Warum hast Du
mich verlassen?" lässt Sie zweifeln und bringt Sie aus Ihrer Liebe zu Ihm weg. Er wird
uns niemals verlassen. Wir sind es, die wir uns in unserem Schmerz von Ihm abwenden,
weil wir in unserem Zweifel unser Herz verschließen und Ihn somit nicht mehr fühlen
können.

Die größte Angst im Zusammenhang mit dem Tod ist unsere Ungewissheit über das
Nachher. Viele glauben nicht an ein Weiterleben nach dem Tod, und das mag eine
unvorstellbar schreckliche Vorstellung sein. Andere glauben an einen irgendwie
gearteten Himmel und vielleicht an eine Hölle und an das Fegefeuer und sind unsicher,
wie Gott sie beurteilen wird und ob sie entweder das Eine oder das Andere verdienen
werden. Wir haben Angst, von unseren Liebsten getrennt zu werden, ihnen damit Leid
zuzufügen und alles, was uns lieb ist, zurücklassen zu müssen.
Vielleicht ist es hilfreich, uns daran zu erinnern, dass wir nachts im Traum in einen
ähnlichen Bewusstseinszustand übergehen. Menschen, die schon einmal eine Nahtod-
Erfahrung hatten, wissen mit absoluter Sicherheit, dass es so etwas wie ein Ende des
Lebens nicht gibt. Sie berichten mehrheitlich von einem strahlenden, grenzenlosen Licht
und einem Gefühl der unendlichen, unbeschreiblichen Liebe. Wir treten ein in dieses
Licht und werden von Seiner Liebe umschlungen, und wir erleben eine immense
Ausweitung unseres Bewusstseins. Wir treffen die Menschen wieder, die wir liebten. In
diesem Zustand leben wir weiter und entwickeln unsere Seele.

Das Fegefeuer, die Strafe Gottes, die wir befürchten, ist eine Lebensrückschau.
Sicherlich wird es für den Einen oder Anderen schwierig werden. Wenn wir nicht schon
im Diesseits unsere Seele und unser Gewissen erleichtern, müssen wir es eben im
Jenseits tun. Da wir uns dann in ungewohnter Umgebung in einem ungewohnten
Zustand befinden werden, mag es umso schwieriger sein.

Sie mögen nun zweifeln und denken: „Woher will sie das alles wissen?“ Die mystischen
Erlebnisse gleichen den Nahtod-Erfahrungen. Ich weiß es aus der Liebe Gottes und
durch meine Verbindung mit Ihm. Ich weiß, wie sich Zweifel anfühlen, und ich kenne
den Zustand der Verzweiflung und der Trauer sehr gut. Ich weiß tief in meinem Herzen,
dass es ein Leben nach dem Tode gibt, und ich weiß aus meinem Leben sowie von
meiner Arbeit her, dass die Verstorbenen unter uns weilen.

So wie wir mit den Heiligen über die Telepathie kommunizieren, so können wir uns
auch mit den Verstorbenen von Seele zu Seele verständigen. Es ist sogar viel einfacher,


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denn es trennen uns keine Mauern mehr und keine Körper. Wir erkennen den
verstorbenen Menschen ganz einfach an einem bestimmten Gefühl. Indem wir mit ihm
sprechen, so tun wir dies mit der Gewissheit, dass unsere Worte und unsere Gefühle
unmittelbar empfangen werden. Sagen wir ihnen einfach alles, was unausgesprochen
blieb. Es ist nie zu spät! Und denken Sie daran:

                                        *
                    „Das Allerbeste und Alleredelste ist dies:
             schweigen und schweigend Gott wirken und reden lassen.
                     Mitten in dem Schweigen ward zu mir
                        das heimliche Wort gesprochen.“
                               (Teresa von Àvila)
                                        *




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IV.
                                   Der Heilige Geist

Wer oder was ist der Heilige Geist?

Jesus sprach zu seinen Aposteln: „Dann werde ich den Vater bitten, dass Er an meiner
Stelle jemanden zu euch senden soll, der euch helfen wird und euch nie verlässt. Dies ist
der Geist der Wahrheit. Die Welt kann Ihn nicht aufnehmen, denn sie ist blind für Ihn
und erkennt Ihn deshalb nicht. Aber ihr kennt Ihn, denn Er lebt schon jetzt bei euch, und
einmal wird Er in euch sein. Nein, ich lasse euch nicht als Waisenkinder zurück. Ich
komme wieder zu euch.“ (Johannes 14,16-18).

An Pfingsten erlebten die Jünger Jesu die ganze Bandbreite des Heiligen Geistes in
Form Seiner Gaben und Früchte: „Als der Pfingsttag gekommen war, befanden sich alle
am gleichen Ort. Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger
Sturm daher fährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie waren. Und es erschienen
ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine
nieder. Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen, in fremden Sprachen
zu reden, wie es der Geist ihnen eingab“. (Apg. 2,1-4).

Dies war die Geburtsstunde der Kirche, denn durch ihre Erleuchtung konnten die Jünger
Sein Wort verkünden. Jesus sprach durch Seine Jünger, es war nicht nur eine Erzählung
Seiner Geschichte. Ohne den Heiligen Geist wäre Jesus wahrscheinlich eine Randfigur
der Geschichte geblieben, interessant genug, um von Ihm zu berichten, aber Sein
Wirken als Sohn Gottes, als Gottes leibliche Gestalt, wäre niemals verkündet worden.
Dadurch wurde die Bibel zum Buch der Bücher, ein Heiliges Buch, ein Buch Gottes für
die Menschen, geschrieben von jenen, die Er als Heiliger Geist erleuchtete.

Der Heilige Geist kommt bei der Taufe und bei der Firmung auch über uns. Von der
Taufe Christi heißt es: „In jenen Tagen kam Jesus aus Nazaret in Galiläa und ließ sich
von Johannes im Jordan taufen. Und als Er aus dem Wasser stieg, sah Er, dass der
Himmel sich öffnete und der Geist wie eine Taube auf Ihn herabkam. Und eine Stimme
aus dem Himmel sprach: Du bist mein geliebter Sohn, an Dir habe ich Gefallen
gefunden.“ (Markus 1,9-11).

Es gibt in der katholischen Kirche Gelegenheiten, die an unsere Taufe erinnern: Ständig
präsent ist das Weihwasser am Eingang der Kirche, mit dem wir uns bekreuzigen. Es ist
nicht einfach irgendein Wasser. Es wird mit Weihegebeten geweiht und erhält dadurch
die Kraft Gottes. In der Osternacht geschieht die Erneuerung des Taufbekenntnisses der
Gemeinde in der Liturgie. Am Sonntag nach Epiphanie (6. Januar) wird das Fest der
Taufe des Herrn gefeiert, das an die Taufe Jesu durch Johannes den Täufer im Jordan
erinnert. Der dabei erteilte Segen mit Weihwasser ist ebenfalls sehr viel wirkungsvoller
als ein normaler Segen.

Den größten Eindruck des Heiligen Geistes hatte ich anlässlich meiner Firmung, was
ich in der Einführung dieses Buches schon erwähnte, als ich meine Liebesbeziehung mit
Gott begann. Seitdem weiß ich, wer oder was der Heilige Geist ist, und Seine
Gnadengaben, Früchte und Tröstungen wurden mir mehr und mehr zuteil. Ich bin mir
dessen vollkommen bewusst, dass es sich um Geschenke Gottes handelt, die uns „das
Leben“ nicht geben kann. Allerdings verlangt Gott nach meiner Erfahrung, dass wir


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erstens Vorarbeit leisten und uns als gereift, als würdig erweisen und zweitens uns
ständig entwickeln müssen, damit diese Gaben sich richtig entfalten können. Wir
erhalten zuerst ein wenig, werden dann geprüft, ob wir es auch annehmen und es richtig
verwenden; und erst dann kommt das nächste Geschenk. Immer mit einer „Rückruf-
Option“ verbunden, falls wir uns der Gabe nicht würdig zeigen oder vielleicht dadurch
überfordert sind. Ich selbst habe mich in den zwei Jahren nach meiner Firmung in
immer kürzeren Abständen komplett gehäutet. Jedenfalls haben diese Geschenke des
Heiligen Geistes nichts mit den Lorbeeren zu tun, auf denen man sich ausruhen könnte
– ganz und gar nicht. Und trotzdem erfüllt mich eine andauernde Demut und
Dankbarkeit, und ich möchte sie nicht mehr missen!

                                            *
              „Die vollkommene Liebe wird uns nicht auf einmal zuteil,
                      weil wir nicht alles auf einmal hergeben.“
                                  (Teresa von Àvila)
                                            *




                                         35
Die sieben Gaben des Heiligen Geistes (Charismen)

Religiöser Begriff

Im Neuen Testament und älteren Christentum bezeichnet Charisma die aus Wohlwollen
gespendete Gabe (Gnadengabe) des Heiligen Geistes an die Christen. Dazu zählen:
Verstand, Wissenschaft, Weisheit, Rat, Frömmigkeit, Gottesfurcht, Stärke, Erkenntnis,
Glaube, Prophetie, Krankenheilungen, Wundertaten, Geisterunterscheidung,
Zungenrede und Auslegung der Zungenrede. Unter besonderer Betonung einiger dieser
Charismen entstanden in der Neuzeit geistliche Aufbruchsbewegungen wie die
charismatische Bewegung oder die Pfingstbewegung. 1. Korinther 12,10: „In einem
jeglichen erzeigen sich die Gaben des Geistes zum allgemeinen Nutzen. Einem wird
gegeben durch den Geist, zu reden von der Weisheit; dem andern wird gegeben, zu
reden von der Erkenntnis nach demselben Geist; einem andern der Glaube in demselben
Geist; einem andern die Gabe, gesund zu machen in demselben Geist; einem andern,
Wunder zu tun; einem andern Weissagung; einem andern, Geister zu unterscheiden;
einem andern mancherlei Sprachen; einem andern, die Sprachen auszulegen. Dies aber
alles wirkt derselbe eine Geist und teilt einem jeglichen seines zu, nach dem Er will.“

Die Voraussetzungen für diese Gnaden sind:
   1) die Wassertaufe im Namen Jesus Christus
   2) die Geistige Taufe durch den Heiligen Geist
   3) der absolute Glaube an Vater, Sohn und Heiligen Geist
   4) ein angepasster Lebenswandel in Demut und Nächstenliebe
   5) eine ständige geistige (spirituelle) Weiterentwicklung

Die Geistesgaben wirkten sich bei den Aposteln verschieden aus: Thomas besaß die
Gabe des Verstandes, Johannes die Gabe der Weisheit, Philippus die Gabe des Rates,
Jakobus die Gabe der Frömmigkeit, Andreas die Gabe der Gottesfurcht, Petrus die Gabe
der Stärke, Matthäus die Gabe der Einsicht.

Ich möchte die einzelnen Charismen zum allgemeinen Verständnis näher erläutern bzw.
in einzelne Gruppen einteilen:

Verstand, Wissenschaft, Weisheit, Rat, Erkenntnis

Diese Charismen betreffen die Erkenntnis der unsagbaren Größe (Gnosis). Durch
Unkenntnis entsteht Leid, durch die Erkenntnis entsteht die Liebe, und der Mensch wird
erlöst. Es ist nicht der Verstand in unserem Gehirn. Es ist nicht das erlernbare Wissen.
Es geht um das intuitive Wissen, das tief in unserem Unterbewusstsein verborgen ist. Es
entwickelt sich mit der Weisheit und der Erkenntnis. Dies befähigt uns dazu, anderen
Menschen einen Rat zu geben. Dieser Rat kommt wiederum nicht aus unserem
Bewusstsein, wir denken uns nichts aus, wir blähen unser Ego nicht auf, um klug
daherzureden. Nein, der Rat kommt von Gott, und wir sprechen ihn aus.

Das Charisma Wissenschaft bedeutet, dass wir plötzlich die Einzelheiten der
Wissenschaft zu einem Ganzen zusammenfügen können. Plötzlich wissen wir – wieder
rein intuitiv – wie es um die Dinge steht. Der Nachteil ist: Alles Normale langweilt uns,
da wir alles schon kennen bzw. das Falsche sofort entlarven. Die Vorteile: Es wird uns
bewusst, wie wir alle die Verantwortung mittragen, beispielsweise im Umweltschutz.


                                           36
Das gesamte Spektrum der Ökologie breitet sich vor uns aus, obwohl wir es nicht in
Büchern gelernt haben, sondern von innen heraus erfahren. Wir verstehen das
Universum. Wir verstehen Stephen Hawkings, wenn er von dem Urknall spricht und
selbst die Erkenntnis hat: „Da muss doch noch etwas vorher gewesen sein; also gibt es
doch einen Gott!“ Albert Einstein befürchtete, verrückt zu werden, falls es stimmte, dass
„Gott würfelt“, das heißt nicht im klassisch linearen Sinn berechenbar ist. Wir verstehen
die neuen Wissenschaftler der Quantentheorie, wenn sie erkennen, dass die ehemalige
„große Leere“ sogar Energie enthält; wissend: Es gibt keine Leere, Gott ist in allem. Wir
können vielleicht nicht mitreden, weil uns der Wortschatz fehlt. Aber wir verstehen es
intuitiv: Die Naturgesetze sowie die geistigen Gesetze reflektieren dieselbe Wahrheit:
Gott.

Frömmigkeit, Gottesfurcht, Glaube, Stärke

Dabei geht es um den Glauben aus dem Herzen, um die Liebe zu Gott und die tiefe
Demut vor Ihm. Diese Liebe macht uns einerseits stark, sie gibt uns allerdings auch die
notwendige Furcht, Ihn immer zufriedenstellen zu wollen. Die Seele, die einmal Gott
verlassen und dies als Fehler erkannt hat, wird diesen Fehler nie wiederholen; wissend,
Es hätte auch anders kommen können!

Teresa von Àvila, Die Innere Burg, 6. Wohnung: „Durch die Herrlichkeiten, die Er der
Seele mitteilt, erkennt sie nämlich viel klarer die Größe Gottes. Es erschreckt sie, wie
sie so vermessen sein konnte, sie beweint ihre geringe Ehrfurcht, und so irrwitzig
erscheint ihr die eigene Torheit, dass sie es nie genug beklagen kann, wenn sie daran
denkt, dass sie eine solch erhabene Majestät so niedriger Dinge wegen je verließ.“

Die Stärke bedeutet auch gleichzeitig Demut. Meine Gebete können die Welt aus den
Angeln heben – aber immer nur, wenn Gott es will! Ich bin nichts, ich bin klein wie ein
Sandkorn! Ich bin nichts, und alles kommt aus Gott.

Krankenheilungen, Wundertaten, Prophetie:

Wir gehorchen einem Impuls Gottes. Gott hat uns als Seinen Kanal auserkoren, und wir
führen diese Taten auf Seinen Impuls hin aus: Die Krankenheilung per Handauflegen
und Beten, die Wundertaten erweisen sich in der Form der Spontanheilungen sowie in
der Beherrschung der Elemente; die Prophetie bedeutet die Verkündung von Gottes
Wort (griech: „Einer, der für einen Anderen spricht“). Das beinhaltet auch die
Vorhersagen von wichtigen Ereignissen.

Geisterunterscheidung, Zungenrede und deren Auslegung:

Nach meiner Erfahrung zeigt sich das Charisma der Zungenrede in der Fähigkeit, in
einer Fremdsprache zu träumen oder zu denken oder Worte und Sätze davon sprechen
und verstehen zu können, ohne sich dessen bewusst zu sein. Die Auslegung der
Zungenrede habe ich gespürt, nachdem ich gefirmt war: Meine Seele erinnerte sich, wie
es der Papst in dem Vorwort zur Lateinischen Messe beschrieb. Tief in uns ist der
Wortlaut in allen Sprachen vergraben, und wenn wir diese Worte hören, erinnert sich die
Seele. Meine Seele konnte also plötzlich Latein; jedenfalls genug um die Heilige Messe
in Latein dem Sinn nach zu verstehen und darin aufzugehen und in den ersten drei
Messen in Tränen auszubrechen.

                                           37
Die Geisterunterscheidung brauchen wir zur Erkennung der falschen Propheten, und
diese sind, wie wir alle sehr gut wissen, zahlreich. Sobald wir das Charisma des
Heiligen Geistes erhalten haben, wissen wir, etwas ist richtig oder falsch! Wir werden
niemals Opfer einer Sekte. Wir durchschauen sie sofort. Wir werden indirekt sogar
hingeführt, damit wir helfen können, deren Opfer zu befreien. Das habe ich bereits
getan, kann es hier natürlich nicht weiter ausführen.

Papst Johannes Paul II., der alle Charismen des Heiligen Geistes schon in seiner
Erscheinung ausstrahlt, hat diese Heilungs-Charismen auch bei nicht-geweihten
Personen anerkannt und am 25. September 2000 die Veröffentlichung dieser Erkenntnis
angeordnet. Unser jetziger Papst Benedikt XVI. war damals Vorsitzender dieser
Kongregation. Somit stehen zwei Päpste auf unserer Seite – ist das nicht wunderbar?!


Auszug aus: Kongregation für die Glaubenslehre

Instruktion über die Gebete um Heilung durch Gott:

„Wie bereits erwähnt, erweitern das Ende des Markusevangeliums wie auch der
Galaterbrief den Horizont und beschränken die wunderbaren Heilungen nicht auf die
Tätigkeit der Apostel und einige Verkünder des Evangeliums, denen eine herausragende
Bedeutung bei der ersten Missionierung zukommt. Unter diesem Gesichtspunkt sind die
Hinweise auf die „Heilungs-Charismen“ (vgl. 1 Kor 12,9.28.30) besonders wichtig. Die
Bedeutung des Wortes Charisma ist an sich sehr weit; ein Charisma ist eine „frei
geschenkte Gabe“, im genannten Fall geht es um „Gaben, Krankheiten zu heilen“. Diese
Gnadengaben werden einem einzelnen zugeteilt (vgl. 1 Kor 12,9), sie werden also nicht
verstanden als Heilungen, die ein jeder der Geheilten für sich selbst erlangt hat, sondern
als eine Gabe, die einer Person gegeben ist, um Heilungsgnaden für andere zu erwirken.
Diese Gabe wird verliehen in dem „einen Geist“, wobei nicht näher bestimmt wird, wie
diese Person die Heilungen erwirkt. Man kann davon ausgehen, dass dies durch das
Gebet geschieht, vielleicht begleitet durch eine symbolische Geste.“
(Quelle:www.vatican.va/roman_curia/congregations/cfaith/documents/rc_con_cfaith_do
c_20001123_istruzione_ge.html)




                                           38
Die zwölf Früchte des Heiligen Geistes

„Komm Heiliger Geist, öffne die Herzen Deiner Gläubigen und erfülle Sie mit Deiner
Liebe.“ Im Neuen Testament schreibt der Evangelist Matthäus: „An ihren Früchten
werdet ihr sie erkennen.“ (Mt 7.16)

Die Früchte sind: Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Langmut,
Sanftmut, Treue, Bescheidenheit, Enthaltsamkeit, Keuschheit.

Über die Liebe handelt dieses Buch. Die Freude möchte ich hier besonders erwähnen.
Auch Teresa von Àvila empfand eine große Freude in ihrer Spiritualität, die aus der
gewonnenen inneren Freiheit entspringt. Das Herz wird frei. Die Demut bedeutet keine
Schwere, keine Last, sondern ein Gefühl der Leichtigkeit und der Freiheit. Ich selbst
bete nun das Vaterunser als Bittgebet und als Lobpreis mit hoch erhobenen Armen. Die
Kraft des Heiligen Geistes durchströmt meinen ganzen Körper, und meine Hände
werden schön warm.

Der Heilige Geist lässt unser Ego absterben wie von selbst. Erst dann können sich Seine
Früchte voll entfalten. Wie von selbst wird aus einem ungeduldigen Menschen ein
geduldiger Mensch. Langmut, Sanftmut – dem egozentrischen Menschen völlig
unbekannt. Enthaltsamkeit und Keuschheit werden als weltfremd abgetan von den
Menschen, die gerade dabei sind, durch ihren Irrtum zugrunde zu gehen. Der spirituelle
Mensch verwandelt seine Sexualkraft in Geisteskraft – und er erkennt, dass das, was er
früher Liebe nannte, selten die Göttliche Liebe, sondern eher der Befriedigung des
Mangels an Eigenliebe diente. Wie unterscheide ich diese Göttliche Liebe von der
weltlichen? Ganz einfach: Die Göttliche Liebe stirbt niemals. Sie kehrt sich nicht
plötzlich in Hass um. Sie haben keine Angst um diese Liebe. Sie lieben einfach. Selbst
wenn der Mensch nicht bei Ihnen ist und vielleicht niemals sein wird – Sie lieben ihn,
Ihre beider Seelen lieben einander – voilà! Nach den anfänglichen Unruhen löst sich der
Schmerz, und zurück bleiben Zufriedenheit und Freude.

Die sieben Tröstungen des Heiligen Geistes

In den zwölf Früchten des Heiligen Geistes sind auch Seine Tröstungen enthalten. Das
Weinen ist ein ganz starker Trost. Doch es gibt viele Menschen, die es nicht können. Ich
kann es, und ich bin froh darüber! Ich hätte mir manchmal gewünscht, die Tränen
zurückhalten zu können, vor allem während der Messen im Dom, wenn ich wieder
einmal völlig aufgelöst in der ersten Reihe hing und mich alle sehen konnten. Ich
musste tapfer durch diese Entwicklungsphase durch. Wobei ich mir sicher bin: Es waren
nicht immer meine eigenen Tränen, die da flossen. Ich weinte oft die Tränen der
anderen. Anlässlich des Neujahrsempfanges des Bischofs von Limburg in 2010
entschuldigte ich mich bei ihm wegen meiner vielen Tränenmeere in seinen
wunderschönen Messen. Er bedankte sich für mein Mittragen. Gerne!
                                            *
                   „Vorausgesetzt wir geben unser Gebet nicht auf,
                         dann wird der Herr alles, was wir tun,
                      zu unserem Vorteil umwandeln, sogar dann,
                  wenn wir niemanden finden, der uns unterrichtet.“
                                   (Teresa von Àvila)
                                            *


                                          39
V.
                                         Jesus

Mein Weg zu Jesus

Jesus war einfallsreich und geduldig. Bis ich endlich begriffen hatte, dass die Zeichen
um mich herum, am Himmel, im Wasser und auf Erden, von Ihm kamen, dauerte es
Jahre. Von einigen Gelegenheiten möchte ich hier erzählen:

Vor drei Jahren fuhr ich nach Plouescat, einem kleinen Ort am Ärmelkanal im
Département Finistère in der Bretagne, der westlichsten kontinentalen Region
Frankreichs. Sie erhielt bereits in der römischen Zeit den Namen 'Finis Terrae' (Ende der
Erde), der bretonische Name lautet 'Penn ar Bed' (Anfang, Spitze oder auch Haupt der
Welt). Interessant finde ich, dass die Römer diese Region als das 'Ende der Erde'
bezeichneten, die Flüchtlinge und Einwanderer aus Großbritannien, die die bretonische
Sprache aus Cornisch (Cornwall) und Walisisch (Wales) entwickelten, als den 'Anfang
der Welt'. Für die Römer war dieses Land ein Fleckchen Erde, sogar das Ende der Erde,
für die Bretonen war es der Anfang der Welt.

Mit dem Wort 'Welt' wird die Totalität bezeichnet, die Gesamtheit des Universums, des
Weltalls, des Seienden. Diese Weltanschauung übertrug sich auf den Charakter der
Menschen; sie ist heute noch energetisch spürbar. Nicht von ungefähr erfuhr ich dort
diese beeindruckenden mystischen Erlebnisse und hatte das Licht Gottes auf meinen
Fotos eingefangen. Das Wort Département bedeutet übrigens Verwaltungseinheit. Dies
nur zur kompletten Information. Weil ich dieses Stück Erde, Pardon!, dieses Stück Welt,
so sehr liebe und es in den 1980er Jahren besser kannte als meine eigene Heimat. Es
bedeutete für mich Freiheit und Geborgenheit zugleich, Liebe zu allen Dingen, zu den
Menschen, zu der Sprache und zu der überwältigenden Natur, der Architektur und
natürlich auch die Liebe zum Essen – ich konnte mich von dem Meeresgetier ernähren
–, und irgendwie war es auch die Mystik, die ich allerdings derzeit noch nicht genau
einordnen konnte. Mystik war damals der Oberbegriff für das Geheimnisvolle. Dieses
erstreckte sich lediglich auf die Natur und das Empfinden ihrer Schönheit und ihrer
Schauspiele, die sich stündlich änderten und sich niemals wiederholten. Ich hatte ja
noch keinen Zugang zu den angeblich 7.777 Heiligen der Bretagne – von denen nicht
viele kirchlich anerkannt sind. Außerdem gibt es unzählige Heilquellen. Und es gibt die
weltweit einzigartigen 'Calvaires', die Kalvarienberge, die zu den 'Enclos Paroissiaux',
den Umfriedeten Pfarrbezirken, gehören. Diese entstanden im 16. und 17. Jahrhundert
vor allem im Gebiet Finistère. Ein Kalvarienberg erzählt in beeindruckender Weise von
dem Leben und der Passion Christi. Wer also im Département Finistère schon einmal
außerhalb der Touristensaison seinen Urlaub verbrachte oder dort lebte, kann diese
Bezeichnung 'Anfang der Welt' sehr gut nachvollziehen.

1980 lebte ich ein Jahr in der Nähe von Lorient im westlich gelegenen Département
Morbihan. Dieses befindet sich in der Südbretagne im gleichnamigen Golf 'Mor Bihan',
was 'kleines Meer' bedeutet. Im Morbihan entstanden in der Jungsteinzeit Westeuropas
die berühmten Grabhügel (Tumulus), woraus in Kombination mit den riesigen Menhiren
die Megalithanlagen und Steinkreise entstanden. Berühmt sind die Steinkreise von
Carnac. Ich wohnte in einem kleinen Haus direkt am Meer. Vom Garten aus konnte ich
direkt die Felsen betreten, die bis zum Atlantik hinaus reichten. Bei einer Sturmflut
stand oft der Garten unter Wasser, und in den 'Doigts de Sorcière' (zu Deutsch


                                           40
Hexenfinger), einer Wucherpflanze, die den ganzen Garten überzog, verfingen sich die
Muscheln. Vielleicht wächst dort auch noch meine chinesische Hanfpalme, die ich
damals mit umgezogen hatte. Klimatisch gesehen ist es durchaus möglich, denn der
Golfstrom fließt an der Atlantikküste vorbei und sorgt für ein raues, aber mildes Klima
mit frostfreien Wintern. Als ich dieses Fleckchen Erde, das einmal kurzfristig meine
Heimat war, während meines Urlaubs besuchen wollte, fand ich es nicht mehr! Die
gesamte Küste wurde für eine Ferienanlage mit Jachthafen komplett zugebaut. Dafür
verbrachte ich in Plouescat zehn Tage fast mutterseelenallein auf einem Campingplatz
am Meer in einem Mobilheim, sehr komfortabel und sehr ruhig, ohne Fernseher und
Computer, und Handy nur zum Notfall. Allein der Umstand, wie ich dort hinfand, war
ziemlich schräg. Gott genügte auch in diesem Fall...

Mein Weg führte mich von Deutschland aus nonstop zum Mont Saint Michel, dieser
legendären Klosterinsel im Ärmelkanal zwischen der Normandie und der Bretagne, auf
der heute noch eine Handvoll Benediktinermönche lebt und die täglichen Ströme von
Touristen erträgt. Dafür ist es nachts ruhig in den mittelalterlichen Gassen, und die
wenigen Touristen genießen nach einem vorzüglichen Essen in den Restaurants oder
Crèperien und einem anschließenden Spaziergang auf dem Weg entlang der Stadtmauer
rings um den Klosterberg herum eine ruhige Nacht in klösterlicher Atmosphäre. Das
Besondere an dieser Insel ist der riesige Unterschied der Gezeiten. Bei Ebbe zieht sich
das Meer bis zu siebzehn Kilometer weit zurück, und man kann wunderschöne
Wattspaziergänge unternehmen. Sobald die Flut zurückkehrt, muss man sich allerdings
beeilen, denn der Berg wird bis auf den Damm, der ihn mit dem Festland verbindet,
vom Meer umspült. Auf diesem Damm kann man mit dem Auto bis zu den Parkplätzen
fahren. Die Busse verlassen die Insel abends wieder, und die wenigen PKWs der
Übernachtungsgäste parken auf höher gelegenen Plätzen.

Ich war etwa zehn Jahre nicht mehr auf dem Mont, wie die Einheimischen ihren Berg
nennen. (Übrigens, zu Anfang hieß er 'Mont-Tombe', das bedeutet Grab-Berg.) Es war,
wie ich es von früher her kannte: voller Touristen, die sich durch die engen Gassen
drückten und die Andenkenläden durchstöberten. Ich suchte mein Zimmer auf, das ich
einige Tage zuvor reserviert hatte. Es lag etwas abseits der Hauptstraße, und ich hatte
aus meinem Fenster einen sehr idyllischen Blick auf einen alten Friedhof und einen
grünen Garten mit Hortensien, die Nationalblume der Bretonen, die allerdings erst Ende
Juni blüht. Weiter oben sah ich die dreistöckige Klosterkirche, die über hohe Treppen
erreichbar ist. Hinter dem Garten erstreckte sich bereits die Stadtmauer, und darüber
schien die Sonne an einem wolkenlosen blauen Himmel. Es war sehr ruhig, und ich
hörte von weitem nur das aus weiter Ferne herannahende Meer. Da noch etwas Zeit bis
zum Essen war, besuchte ich eine Künstlerin, die sich auf die Herstellung von
Kupferschmuck spezialisiert hatte, und kaufte ein wunderschönes Amulett, das mich in
der Form an die Göttlichkeit des Menschen erinnerte. Die eingearbeitete kleine Krone
bedeutete Jesus für mich.

Zurück in meinem Zimmer, legte ich mich auf das Bett und las in einem Buch über
Jesus. Dann schloss ich die Augen, legte das Buch beiseite und meine Halskette mit dem
neuen kupfernen Anhänger darauf. Obenauf legte ich meine linke Hand. Zum Ausruhen
kam ich nicht! Nach ein paar wenigen Minuten fing ich an zu glühen. Und ich glühte
immer mehr! Von Kopf bis Fuß, und dieses Glühen erstreckte sich auf das gesamte Bett.
Ich rutschte zur Seite, aber dort war es auch schon so heiß, dass ich nicht liegen konnte.
Mir wurde mulmig; ich wusste, das geht nicht mit rechten Dingen zu. Ich weiß sehr gut,


                                           41
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Schleier der Mystik - Wege zum erleuchteten Glauben - Monika Petry

  • 1. MONIKA PETRY SCHLEIER DER MYSTIK Wege zum erleuchteten Glauben Erschienen im FROMM-Verlag am 07.07.2011 ISBN 978-3-8416-0165-0 – alle Rechte vorbehalten – Englische Übersetzung VEIL OF MYSTICISM – Paths to Enlightened Faith Erschienen im FROMM-Verlag am 09.11.2011 ISBN 978-3-8416-0236-7 – alle Rechte vorbehalten – 1
  • 2. Dies ist ein Buch über die Entwicklung meiner Liebe zu Gott und den Menschen, in Anlehnung an die Beschreibungen der Hl. Teresa von Àvila als Mystikerin und Kirchenlehrerin. Mystik bedeutet ursprünglich das Aufleuchten des Geheimnisses des Lebens, der letzten Wirklichkeit, die wir GOTT nennen. Ein Mystiker versteht sich als Wanderer, der dem Ruf Gottes folgt und immer vorwärts schreiten muss, um seine Sehnsucht zu stillen. Durch die Vollkommenheit seiner Bewusstheit in Wahrhaftigkeit und Liebe wird er eins mit Gott. Diese Erfahrung lässt den Menschen glücklich und zufrieden sein mit der Göttlichen Vorsehung. Sein Vertrauen ist stets begleitet durch die Leidenschaft zu Gott und der Annahme des Lebens. Es ist ein Weg aus der Finsternis ins Licht. Auch ich war mein Leben lang von der Sehnsucht erfüllt und schritt unaufhörlich vorwärts. Ich suchte Gott, Er fand mich, und seitdem bin ich eine Wanderin zwischen Himmel und Erde. Ich möchte Sie mit meiner Liebe zu Ihm und den Menschen anstecken. Jetzt ist die Zeit gekommen. Lüften wir den Schleier der Mystik. * 2
  • 3. Kurzvita: Monika Petry, geb. November 1955, ehemals evangelisch, Kauffrau, Übersetzerin/ Dolmetscherin. Sie war 35 Jahren Atheistin und konvertierte 2009 zum katholischen Glauben. Seit ihrer mystischen Verwandlung unterstellt sie ihr Leben vollkommen der Göttlichen Vorsehung. Sie ist Gebetsheilerin und befasst sich mit Christlicher Mystik, Spiritualität und Bewusstsein. * 3
  • 4. Inhalt Einführung: Hl. Teresa von Àvila I. Absolutes Vertrauen – Urvertrauen Was bedeutet das absolute Vertrauen, und wie erhalte ich es? II. Die Vorsehung Leben mit der Vorsehung – ein Leben in Freude und Hingabe Vorsehung statt Wunscherfüllung Wie reagiert Ihr Umfeld, wenn Sie sich Gott zuwenden? III. GOTT Wer oder was ist Gott? Wer oder was sind wir? Wie finden wir Gott? Mein Gott warum? - Wenn wir zweifeln und verzweifeln Der Zweifel Die Verzweiflung IV. Der Heilige Geist Wer oder was ist der Heilige Geist? Die sieben Gaben des Heiligen Geistes (Charismen) Die zwölf Früchte des Heiligen Geistes Die sieben Tröstungen des Heiligen Geistes V. Jesus Mein Weg zu Jesus Ermutigende Worte Jesu an dich VI. Maria Gottesmutter Maria Schwester Maria VII. Erleuchteter Glaube Das Licht Gottes im Menschen Achtsamkeit/ Bewusstheit / Erleuchtung Gedanken und Gefühle VIII. Das Gebet Die Gebetsarten Stufen des inneren Betens IX. Vergebung und Befreiung Sünde, Reue und Buße X. Heilung durch Glaube und Gebet Das größte Geheimnis der Heilung 4
  • 5. XI. Demut „Nimm mich wie ich bin“ oder: Mein Weg durch das Nadelöhr XII. Von der Liebe zur Erleuchtung Liebe Dolorismus Ego Achtsamkeit Erleuchtung XIII. Mystik Brauchen wir eine neue Mystik? Schöne Worte von lieben Menschen: Was ist Mystik? Literatur Anhang: Transverberation Dank * 5
  • 6. Einführung Hl. Teresa von Àvila Teresa Sánchez de Cepeda y Ahumada wurde am 28. März 1515 in Àvila geboren; ihr Vater war ein zum Christentum konvertierter Jude. Um den Vorwurf der Häresie zu umgehen, nahm er einen Adelstitel an. Teresa genoss eine strenge Erziehung. Aus Angst vor der Ehe trat sie endgültig 1535 in den Orden der Karmelitinnen in Àvila ein. Ihre Gesundheit verschlechterte sich ständig, bis sie ein Jahr später im Koma lag und fast lebendig begraben wurde. Während ihrer dreijährigen Rekonvaleszenz hatte sie die ersten mystischen Visionen. Je weiter sie in ihrer Spiritualität wuchs, desto besser wurde ihr Befinden. In vielen Prüfungen fand Teresa ihren Weg zu Gott und perfektionierte ihre Anbetung zu Ihm. Ihr freundliches Wesen, ihre natürliche Autorität und ihre weibliche Klugheit verhalfen ihr auf den Weg der eigenen Klostergründung der Unbeschuhten Karmelitinnen, einer strengeren Form des Ordens. Weitere Schwestern- und Mönchskonvente folgten; insgesamt wurden es siebzehn Klöster. Teresas Leben war eine unaufhörliche Entwicklung zu einer geistigen Reifung und inneren Stärke, an deren Ende sich die Geheimnisse des Dreifaltigen Gottes offenbarten und ihre Seele in der mystischen Vermählung, der vollkommenen Vereinigung mit Gott, ihren wahren Frieden fand. Teresa starb am 4. Oktober 1582. Sie hinterließ zahlreiche Werke: mehr als 400 Briefe, Gedichte, Dokumentationen für die Inquisition über die Prüfungen ihrer Beichtväter und Klostergründungen sowie der Gnadengaben ihrer mystischen Erfahrungen. Sie beschrieb ihren Reifeprozess der Versenkung, der Verwandlung und der Erleuchtung in ihren Büchern „Wege der Vollkommenheit“, „Buch meines Lebens“ und „Die Innere Burg“. Die Mystik dieser Frau ist ein Ausdruck der absoluten und bedingungslosen Liebe zu Gott und zu den Menschen; demütig und in dankbarer Freude. Ihre Hingabe vor Gott war nicht nur von dieser starken Liebe geprägt, sondern zeugte von einem unendlichen Vertrauen und der Bereitschaft, alles, aber auch wirklich alles hinzunehmen, was Gott ihr zugedacht hatte; immer wissend, dass Gott es gut meinte und sie von einem Rohdiamanten zu einem schillernden Brillanten schleifen wollte. Wie der Heilige Johannes vom Kreuz und der Heilige Pater Pio, so erlebte auch Teresa die Transverberation, die Durchbohrung ihres Herzens. Dieses Ereignis ist im Anhang dieses Buches dargestellt. Teresa beschrieb es mit einer großen Sinnlichkeit. Ihre Wortwahl sowie die Darstellung dieser Durchbohrung ihres Herzens durch den Bildhauer Lorenzo Bernini in einer wunderschönen Marmorskulptur hinterließen den Eindruck, es handele sich um Teresas Art, ihre Erotik auszudrücken. Es war das Göttliche Finale ihrer Herzensöffnung, die sie körperlich und geistig erlebte. Am 4. Juli 1585 wurde ihr Sarg geöffnet - sie war unverwest. Im Jahre 1614 folgten die Seligsprechung und am 12. März 1622 die Heiligsprechung. Papst Paul VI. ernannte sie am 27. September 1970 zur Kirchenlehrerin. * 6
  • 7. Ich kam über Edith Stein zu Teresa von Àvila, denn auf einem großen Portrait Edith Steins faszinierte mich etwas, was ich erst seit kurzer Zeit an mir selbst beobachte: eine dunkle Stelle auf der Stirn über der Nasenwurzel. Sie zeigte sich nach meiner Firmung im Juni 2009, als der Heilige Geist mit großer Wirkung über mich kam. Diese Firmung war ein mystisches Erlebnis, was sich an diesem Tag in einer starken Benommenheit und dem noch stärkeren Wunsch nach innerer Einkehr zeigte. Während der drei folgenden Tage und Nächte vollzog sich in mir ein großer Wandel. Rückblickend betrachtet, war seit diesem Tag alles anders. In den nächsten Tagen wurde dieser Eindruck auch äußerlich durch zwei senkrechte, rote Linien auf meiner Stirn sichtbar. Sie erschienen, wenn ich mich mit Gott verband. Bei Gebeten für andere Menschen und für mich selbst. Diese Linien wurden jeden Tag stärker, so wie auch der Heilige Geist Seine Gnaden, die Er mir geschenkt hatte, tagtäglich neu strukturierte und verfeinerte. Ich wurde von einer damaligen Klientin auf die Veränderung auf meiner Stirn hingewiesen. Fast zwei Monate lang kam sie täglich und hatte somit die Gelegenheit, meine Entwicklung zu beobachten. „Da sind wieder die Linien auf deiner Stirn“, sagte sie oft nach einer Behandlung. Es erinnert mich an die Offenbarung des Johannes: „Und sie werden Sein Angesicht sehen; und Sein Name wird an ihren Stirnen sein.“ (Offb.22,4) An einem Nachmittag besuchte ich die St. Marienkirche in Bad Bergzabern, um Ruhe zu finden und Kraft zu tanken. Dort hing ein großes Bild von Edith Stein. Ich stellte mich davor und sprach mit ihr. Es dauerte nicht lange, da fing sie an zu leuchten, so wie auch die Gottesmutter Maria leuchtet, wenn ich mit Ihr spreche. Nun war ich also mit Edith Stein bekannt geworden, und somit interessierte mich auch diese Frau und ihre Geschichte. Ich las einiges von ihr, es war zu hart; es war in dieser Phase meines Lebens zu schwer für mich. Edith Stein starb am 9. August 1942 im KZ Auschwitz-Birkenau. Papst Johannes Paul II. sprach sie 1987 selig und 1998 heilig. „Selig sind, die aus der großen Bedrängnis kommen; sie haben ihre Gewänder gewaschen und im Blut des Lammes weiß gemacht“ (Offb 7,14). So begann Papst Johannes Paul II. seine Ansprache bei der Seligsprechung von Edith Stein in Köln 1987. Edith Stein führte mich zu ihrer Lehrerin und ihrem großen Vorbild: Teresa von Àvila. Als ich von ihr las, war ich von ihr gefesselt, und das hat sich bis heute nicht verändert. Teresa von Àvila war mit Gott eins geworden. Sie hat sich ganz und gar hingegeben, um von Gott neu erschaffen zu werden. Sie war am Ende ein Wesen, das den menschlichen Zustand zum Höchstmöglichen verfeinert und vergöttlicht hatte. Das ist der Zustand, der für uns Menschen auf Erden erreichbar ist. Es ist der sprichwörtliche Himmel auf Erden. Vom weltlichen Blickpunkt her betrachtet, ist Teresa durch und durch Frau, eine erleuchtete Frau. Sie ist stark, intelligent, humorvoll, sinnlich, leidenschaftlich und hingebungsvoll. Irgendwie fand ich mich selbst in ihr. Alles und nichts, niemals auf einer Welle mitschwingend, sondern immer obenauf und zuvorderst, eigentlich ungewollt, irgendwie getrieben durch die eigene Kraft und die Kraft der Menschen, mit deren Seele ich verbunden bin; trotzdem in absoluter Treue und Demut und Hingabe vor dem Einen, der mein ganzes Leben ausmacht: Gott. Teresas Schriften faszinierten mich! Ich fasste den Mut, auch in der heutigen Zeit eine starke, kraftvolle, hingebungsvolle, leidenschaftliche und fröhliche Spiritualität zu leben und mich zu meiner eigenen 7
  • 8. Mystik zu bekennen. Ich möchte meinen Mitmenschen mit meiner Liebe zur unendlichen Liebe dienen. * „Erhalte mich so liebenswert wie möglich. Ich möchte keine Heilige sein – mit ihnen lebt es sich so schwer – aber eine alte Griesgrämin ist das Krönungswerk des Teufels.“ (Teresa von Àvila) * 8
  • 9. I. Absolutes Vertrauen - Urvertrauen Was bedeutet das absolute Vertrauen, und wie erhalte ich es? Das allumfassende, unwiderrufliche und unzerstörbare Vertrauen ist das Urvertrauen des Menschen, das in unserem Stammhirn angelegt ist. Es ist die angeborene Hingabebereitschaft eines Menschen an seinen Schöpfer und an seine als Geschwister erkannten Mitmenschen. Wir müssen das Urvertrauen jedoch – im Gegensatz zu dem im Unterbewusstsein verankerten Ur-Instinkt – in unserem Bewusstsein mental aktivieren. Es hängt eng mit der Lebensenergie, der Lebensbejahung und der Sexualkraft zusammen. Ein energetischer, kraftvoller Mensch, der gern lebt und immer wieder Ja zum Leben sagt, besitzt das Urvertrauen. Fehlt dieses Urvertrauen, fehlen auch die Ur- Lebensenergie und die Lebensbejahung, und er muss sich immer wieder von außen die Kraft zum Leben verschaffen. Die Aktivierung des Urvertrauens geschieht gemäß der Tiefenpsychologie während des ersten Lebensjahres eines Kindes. Meiner Erfahrung nach wird der Samen hierfür schon bei der Zeugung gelegt: Ein willkommenes und in tiefer Liebe und Hingabe gezeugtes Baby wird immer ein geliebtes Kind sein; in dieser Liebe steckt oftmals eine jahrelange Sehnsucht nach einem Kind und die grenzenlose Freude, wenn es endlich geklappt hat. Diese Gefühle der Sehnsucht, der Freude und der Liebe sind Energien, die sich niemals auflösen, sie bleiben im Herzen der Eltern gespeichert und übertragen sich auf ihr Kind; dieses wird sein Leben lang vertrauen und lieben können, weil es dieses Vertrauen und diese Liebe in sich selbst trägt. Daher ist dieses Vertrauen auch unwiderruflich und unzerstörbar. Es kann durch eine starke Enttäuschung kurzfristig erschüttert werden – aber es wird niemals ausgelöscht! Denn es wird immer wieder durch die Liebe zu Gott genährt, und diese Liebe zu Gott lässt uns durch Seine Tröstungen jede Enttäuschung verarbeiten, vergeben und vergessen. Ein Zufallsprodukt der Eltern wird diese tiefe Liebe niemals kennenlernen; natürlich wird es auch geliebt, aber es ist eine andere Form, die diesen Samen des Urvertrauens nicht beinhaltet. Meine gute Nachricht an alle „Zufallsprodukte“: Gott hat gewollt, dass Sie gezeugt wurden! Er hat Ihre Eltern zusammengeführt. Sie sind in dem Lebensbuch Ihrer Mutter und Ihres Vaters eingeschrieben. Wenn Sie auch nicht geplant waren: Im Unterbewusstsein, tief verborgen, wussten es Ihre Eltern. Wenn es nun nicht ganz reichte zum Urvertrauen; das Vertrauen können Sie in jedem Alter neu erlernen und üben. Sie werden vielleicht nie Ihr Misstrauen völlig verlieren, aber letztendlich kann Sie das auch vor manch einer Dummheit bewahren. Am besten erlernen Sie das Vertrauen, indem Sie an Gott glauben. Ihm können Sie bedingungslos vertrauen. Dann glauben Sie an sich selbst, und nach und nach öffnen Sie sich für andere gläubige Menschen. Sie werden immer die Erfahrung machen, dass diese Menschen es ernst meinen mit Ihnen und Sie von ihnen nicht betrogen werden. Natürlich gilt bei allen Menschen: Sie kommen und gehen in unserem Leben. Wenn Sie sich an jemanden klammern, ist es kein Betrug, wenn dieser Mensch sich zurückzieht. Vertrauen heißt, dem Anderen die Freiheit zu geben, sein eigenes Leben zu leben. Es 9
  • 10. wird sich nur so weit mit Ihrem Leben überschneiden, wie Gott es für Sie vorgesehen hat bzw. wie Sie beide es brauchen, um sich zusammen zu entwickeln. Blicken Sie vertrauensvoll in die Zukunft, auch wenn Ihre Lebenssituation unsicher ist. Glauben Sie an Gott, dann wissen Sie: Er hilft Ihnen, Sie können in das kalte Wasser springen. Das bedeutet Leben mit der Vorsehung. Sich dem Strom des Lebens hinzugeben und zu sagen: – „Vielleicht stehe ich an einem Wendepunkt des Lebens.“ – „Vielleicht sollte ich diesen Arbeitsplatz verlieren, weil irgendwo ein besserer auf mich wartet.“ – „Vielleicht sollte ich diese Krankheit durchmachen, um daraus zu lernen und in meinem Leben zu wachsen.“ – „Vielleicht sollte ich gar nichts verlangen, sondern einfach nur geschehen lassen!“ „Du lässt dich also einfach so treiben und entscheidest nicht selbst?“, werde ich manchmal gefragt. Nein, ich lasse mich nicht treiben. Ganz im Gegenteil. Ich lebe achtsam, aufmerksam, bewusst, hinschauend und einfühlend, intensiv, konzentriert auf alles, was ich tue und andere um mich herum tun. Ich beobachte, öffne mich, lasse es zu, gebe mich hin; ich vertraue und weiß, es ist gut so, hier ist alles in Göttlicher Ordnung. Das ist die Freiheit, die ich meine. Sobald ein Mensch eigenmächtig seinen Lebensweg beschreitet, schlägt er sein Lebensbuch zu, das von Gott geschrieben ist, und öffnet sein eigenes, in dem er seinen freien Willen austoben kann, den Gott ihm ebenfalls zur Verfügung gestellt hat. Das ist das Buch der Umwege. Er ist frei, unzählige Umwege zu gehen, keine Frage. Aber es ist nicht sein Leben. Wir dürfen Entscheidungen treffen und Konsequenzen ziehen, wir dürfen die Welt auf den Kopf stellen und jeden Tag beginnen, als wäre es der erste Tag unseres Lebens. Hauptsache, wir sind mit Gott verbunden und wissen, es ist unser Buch des Lebens. Dafür übernehmen wir natürlich auch die Verantwortung; wir nehmen es an. Stellen Sie sich vor: Gott kennt jedes einzelne Haar auf Ihrem Kopf – also kennt Er auch schon den nächsten Schritt in Ihrem Leben. Er kennt Ihren nächsten Chef, Ihre nächste Wohnung, Ihren Lebenspartner, und Er weiß, wie Ihr Kind aussehen wird. „Er sah alles an, was Er gemacht hatte, und siehe da, es war sehr gut“ (Buch Genesis 1,31). Und Sie wissen: Die Schöpfung wurde niemals beendet. Gott erschafft tagtäglich unser Leben neu. Deshalb schaut Er sich immer wieder alles an, was Er geschaffen hat, und Er wird immer wieder alles für gut befinden. Vorausgesetzt, wir bringen Ihm das, was wir von Ihm erhalten haben, immer wieder dar, sozusagen zur Inspektion. „Schau mal nach, passt das noch zu meinem heutigen Leben oder müssen wir etwas daran verändern?“ Lassen wir ständig die Energien fließen, damit sich alles unserem Lebensweg anpassen kann, und machen wir nie den Fehler, uns, auf die faule Haut legend, zu denken: „Jetzt bleibt alles so, wie es ist.“ Das ist eine gefährliche Illusion. So wie sich jede Zelle in unserem Körper ständig verändert, so muss sich auch alles um uns herum verändern und anpassen. Dafür sorgt Gott, solange wir Ihn arbeiten lassen, denn Er hat den großen Netzplan schon längst fertiggestellt und aktualisiert ihn ständig. So ist es wichtig, uns nicht zu sehr auf die „Rat-Schläge“ 10
  • 11. unserer Freunde und Bekannten oder der vielen professionellen Lebensberater zu verlassen. Auch ich habe schon viele Menschen begleitet. Dabei achte ich darauf, Sie als Hilfesuchende nicht zu beeinflussen. Die als 'Coaching' bezeichnete lösungs- und zielorientierte Begleitung ist ideal. Dabei richte ich mich nach Ihrer Seele. Was braucht Ihre Seele, wohin zieht es Ihr Herz? Das sagt mir Ihr Unterbewusstsein, und ich helfe Ihnen dabei, die Botschaften Ihrer Seele wahrzunehmen, sie zu respektieren und Ihre Wünsche in die Realität umzusetzen. Sie sehen es in der Natur: Sobald der Mensch eingreift, gerät die Natur aus dem Gleichgewicht. Löscht er eine Tierart aus, hat das immense Auswirkungen auf die gesamte Tierwelt. Besprüht der Landwirt seine Felder, um das Unkraut fernzuhalten, tötet er damit die Wildpflanzen ab, die den Insekten als Nahrung dienen, die Vögel bleiben weg und so weiter. Sobald wir beginnen, ohne Anbindung an Gott unseren eigenen Kopf durchzusetzen, bringen wir nicht nur uns selbst aus der Balance, sondern auch unsere Umwelt, denn wir sind keine Einzelwesen. Es überträgt sich auf unsere direkte Umgebung und zieht immer weitere Kreise. Entscheiden Sie sich für eine neue Arbeitsstelle, beeinflussen Sie damit Ihre komplette Familie, und Sie mischen sozusagen die Karten neu für Ihre Zukunft und die Zukunft Ihrer Familie, Ihrer Freunde, Ihrer Kollegen und wiederum deren Zukunft – und so geht es endlos weiter. Verlassen Sie sich auf Ihre innere Stimme, die von Gott kommt, und seien Sie bereit für alles Kommende. Er kennt Ihren Plan, in dem nicht nur Sie, sondern alle anderen Menschen eingebunden sind. Nun, da Sie sicher nicht in einer Zeitschleife hängen und Ihr Leben wiederholen können wie der Schauspieler, der in dem Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“ täglich dieselbe Szene erlebt, bis er durch seine Selbsterziehung ein besserer Mensch wird und eines Morgens endlich einen neuen Tag erreicht hat, wird es also von Ihnen abhängen, wie Sie wieder auf Ihren Lebensweg zurückkommen zu Ihrem Buch des Lebens, in dem geschrieben steht, dass Sie an einem bestimmten Tag eine bestimmte Person kennenlernen oder einen neuen Arbeitsplatz finden werden, was Ihr Leben in eine bestimmte Richtung weiterführen wird. Diese Ereignisse warten schon auf Sie. Welche Personen hat Gott wohl in Ihr Buch des Lebens hineingeschrieben? Denken Sie an Situationen, die irgendwie besonders waren, wo Sie spürten: Jetzt hat Gott gerade die Weichen gestellt für einen wichtigen, neuen Lebensabschnitt. Als Sie beispielsweise Ihren Partner kennenlernten. Da spürten Sie vielleicht: Sie haben nicht einfach auf einen Menschen gewartet, sondern auf diesen Menschen, auf diese Seele. Sie haben sich Ihr ganzes Leben lang unbewusst gesucht, bis Sie sich jetzt gefunden haben. Wie alt waren Sie, als die wichtigsten Menschen in Ihr Leben eintraten bzw. als sich Ihr Leben veränderte? Es gibt den bekannten Siebener-Rhythmus in unserem Leben, das heißt bestimmte Perioden, die in sieben Lebensphasen unterteilt werden können, und in denen sich Gravierendes verändert. Jede Lebensphase ist mit einer bestimmten Periode gekoppelt: 11
  • 12. 0 – 7 – Kleinkind 7 – 14 – Kind 14 – 21 – Pubertät/Schulabschluss 21 – 28 – Studium/Familienplanung/Beruf 28 – 35 – Beruf/Karriere/Familie 35 – 42 – Berufsausübung 42 – 49 – Das war noch nicht alles 49 – 56 – Das Leben neu ordnen 56 – 63 – Die Saat des Lebens ernten 63 – 70 – Rentenalter/Weise und gelassen werden Der Rest hängt davon ab, wie Sie sich Ihr Leben vorgestellt haben. Sprachen Sie ständig von dem Lebensabend ab 65 Jahren, wird es auch schnell Abend werden, und Sie werden sich so fühlen. Dachten Sie: „Ich werde früh sterben“, wird es auch so sein. Sie werden leben, als seien Sie schon tot. Nahmen Sie es eher gelassen, können Sie auch gelassen hundert werden. In unserem Buch des Lebens steht die Endzahl unseres Lebens geschrieben. Wie wir diese erreichen, ob wir uns bis dahin jung fühlen oder alt und verbraucht, ob wir gesund bleiben oder krank sind, das bestimmen wir durch unsere Gedanken. Für diese Lebensphasen sind die Weichen gestellt und die Eckpfeiler gesetzt. Natürlich können wir wählen! Wenn wir nicht vergessen, dass wir aus Körper, Geist und Seele bestehen, ist alles in Ordnung. Dann tut der Verstand nichts, was er nicht mit der Seele abgesprochen hat. Und diese Seele ist verbunden mit Gott. Im Idealfall sind Sie mit Jesus Christus eins. Im Idealfall schwebt der Heilige Geist über Ihnen. Solange dieser Idealfall noch nicht eingetreten ist, wird Ihre Seele es Ihnen zeigen. Durch sogenannte Schicksalsschläge, Pechsträhnen oder auch durch Krankheiten. Dann haben Sie wieder die Chance, zu Gott zu finden und sich von Ihm finden zu lassen. Sie haben die Chance, Jesus zu finden und Maria – Gott ist sehr einfallsreich, wenn es darum geht, Ihnen Seine Helfer zu schicken. Vielleicht bin auch ich Ihr Helfer mit diesem Buch. Nun sind wir wieder bei den Personen Ihres Lebensbuches angelangt. Denn auch sie sind die Göttlichen Helfer. In meinem Lebensbuch gibt es einige wichtige Helfer. Unter einem Helfer verstehe ich einen Menschen, der uns im Positiven hilft. Manche helfen auch, indem sie nichts tun, weil wir dann wieder auf uns selbst reduziert werden. Allerdings gibt es auch Menschen, die uns aufrütteln, die uns auf den ersten Blick schaden, was – im Nachhinein gesehen – uns wieder auf den richtigen Weg bringt. Also sind sie auch Helfer, aber eben Menschen, an die wir nicht so gern zurückdenken und denen wir auch vergeben müssen, bevor wir überhaupt weiterkommen. Diese Helfer stehen nicht im Buch des Lebens. Sie stehen in den „Hilfsbüchern“, die wir für unsere möglichen Umwege geschrieben haben. Sie helfen uns auf dem Sprung in unser Buch des Lebens zurück. Überlegen Sie einmal, wer Ihnen in Ihrem Leben sehr geschadet hat, wer Sie sehr verletzt hat – und was hat sich daraus ergeben, wie hat sich Ihr Leben dadurch verändert? Viele Menschen haben einen einzigen großen Umbruch in ihrem Leben. Dieser wird meist durch eine Krankheit oder Leid ausgelöst, wonach sich das Leben mehr oder weniger stark verändert. Nach meiner Erfahrung, nach tausenden von Beratungen, geschieht das überwiegend um das 42. und um das 49. Lebensjahr – und das ist dann die 12
  • 13. letzte Warnung. So war es bei mir. Ich war 48 Jahre alt, als ich Gottes Geduld genug strapaziert hatte und Er mich packte. Meine damals vierzehnjährige Tochter und ich lebten zusammen mit unserem siebenjährigen Hund, einem fröhlichen und klugen Bordercollie namens Timmi, und diesem Hund verdanke ich mein jetziges Leben. Er gab seines dafür hin. Mehr möchte ich dazu nicht erklären. Es genügt zu wissen, warum es so kam: Ich befand mich nicht auf meinem Lebensweg, hatte meinen Heilsweg nicht im Blick. Denn schon in jungen Jahren hatte ich Gott aus meinem Leben verbannt in der Annahme, Er schicke mir zu viele Katastrophen in meine Familie, zu viele Verluste; alle starben sie oder zogen sie weg. Und was das Schlimmste war: Irgendwie fühlte ich mich schuldig, ahnend, dass mit meinen Energien etwas nicht stimmte. Ständig hatte ich zu viele davon. Nicht in Form von Kraft in meinen Muskeln, sondern diese Energie, die man nicht benennen kann, die aber innerlich zu spüren ist und ständig brodelt wie ein Vulkan. Ich wusste nur, ich zog die Menschen an, die nicht mehr lange zu leben hatten; Menschen jeden Alters. Wer sein Leben mit einer Nahtod-Erfahrung beginnt, erfährt eine tiefe Prägung Gottes. So geschah es bei meiner Geburt. Gott zeigte mir an einem Sonntagnachmittag, pünktlich um 15 Uhr zur Marienstunde, Sein Licht und beförderte mich ins Leben, um das meine Eltern mit der Hebamme zu Hause kämpften und das der Rest meiner Familie in der Kirche erflehte. Dieses Licht, das ich damals nicht bewusst erlebte, das sich jedoch tief in mein Unterbewusstsein einprägte, suchte ich mein Leben lang und fand es bei meiner Firmung wieder. Da erleuchtete mich der Heilige Geist noch einmal, und es war um mich geschehen. Vielleicht war dieses tiefgreifende Geburtserlebnis auch der Grund, dass ich als Kind in Sachen Gott und Evangelium eine Art Wunderkind war. Ein evangelisches Wunderkind wohlgemerkt! Dank meiner katholischen Familie mütterlicherseits wurden auch die Engel und Heiligen in mein Leben integriert. Woher kam aber meine Bibelfestigkeit? Es gab keine Bibelstelle, die ich nicht kannte und zitieren konnte; natürlich mit Angabe des Verfassers, des jeweiligen Kapitels und allen Querverweisen. Die Religionslehrer und Pfarrer beanspruchte ich sehr, indem ich darüber ständig mehr erfahren und diskutieren wollte. Denn damals schon war mir bewusst: Das kann doch nicht alles gewesen sein, da muss es doch noch mehr geben. Ich las und lernte und diskutierte; aber niemand sprach über die Liebe Gottes, niemand erreichte mein Herz. So ging das weiter bis zu meiner Konfirmation, – der Pfarrer überreichte mir die Hostie und den Wein – und irgendwie war es vorbei. Der Heilige Geist wollte die große Flamme in mir noch nicht entzünden, er beließ es bei der kleinen, die seit der Geburt in mir glimmte. Er zog es vor zu warten. Wohl wissend, dass ich meine „Lebenserfahrung“ auch allein machen könnte. Selbstständig, im Alleingang, immer alles wissend, alles könnend, mit großer Klappe und wehenden Fahnen durch's Leben schreitend und nicht wenige Spuren von Verwüstung hinter mir lassend. Das hielten nicht viele Menschen aus! * „Ich bin ein Weib und obendrein kein gutes“ (Teresa von Àvila) * 13
  • 14. So wandelte ich weitere 35 Jahre ohne Gott durch's Leben, voller Vertrauen in mich selbst – ich besitze das Urvertrauen, das ich schon anfangs erwähnt habe. Gott war mit Sicherheit da, aber ich machte mir über Ihn keine Gedanken. Ich hatte auch immer ausgesprochenes Glück. Es war natürlich nicht einfach Glück, es war die Fügung Gottes und mein Können, dass ich in namhaften deutschen Firmen arbeitete – bzw. ich erlebte deren Umbrüche – und zwischendurch ein Mal nach Paris und ein zweites Mal in die Bretagne auswanderte, um nach jeweils einem Jahr wieder nach Deutschland zurückzukehren mit der Erkenntnis: Das französische Essen wird auch nur mit Wasser gekocht, und in Deutschland lässt sich besser arbeiten. Der Trend setzte sich fort: Wo auch immer ich hinging, traf ich auf Menschen und Situationen, die sich im Umbruch bzw. kurz davor befanden. Gott wollte mir einfach nicht erlauben, mich irgendwo bequem niederzulassen. Ständig befand ich mich in einer Übergangssituation und war die Fachfrau für das Krisenmanagement in jeder Hinsicht. Und wenn keiner mehr weiterwusste, lief ich zur Höchstleistung auf. Vor sieben Jahren war es also so weit, mein Schicksal hatte zugeschlagen. Vor der Wende kam eine Herausforderung, die ich bisher nicht gekannt hatte: Ich musste dem Menschen vergeben, der die größte Krise meines Lebens verursacht hatte, als er unseren Hund Timmi tötete. Ganz allmählich gelang es mir. Gott ließ mich meine eigene Verantwortung erkennen und annehmen. Damit konnte ich diesen Groll aus meiner Seele entfernen. So bereitete ich den Weg für die Menschen, die meine Kräfte spürten und in die richtigen Bahnen lenkten. Mir darüber klar werdend, was in mir steckt, erkannte ich Gott. Noch nicht ganz, aber ich wusste: Das bin nicht ich, die Menschen heilen, Flüche von Häusern weg beten, Stürme umleiten und sonstige unerklärlich erscheinende Dinge tun kann – das ist Gott. Mein erstes wirksames Vaterunser betete ich mit einer Frau, die ebenfalls viele Charismen des Heiligen Geistes besaß. Sie wurde oftmals um Hilfe gebeten, wenn Menschen, Tiere oder Besitztümer unter einem Fluch standen, was sich durch ständig wiederkehrendes Unglück zeigte. Ich befand mich in ihrer Nähe, als ein telefonischer Hilferuf einer Familie sie erreichte: Wieder einmal stand eine Scheune in Flammen! „Monika, komm, wir beten“, befahl sie. Ich fragte nicht, zweifelte nicht, zögerte nicht; ich setzte mich zu ihr und betete nach 35 Jahren mein erstes Vaterunser. Und noch eines. Und ein drittes Mal. Ich erinnere mich heute noch daran, wie eine große Kraft in mir aufstieg und an das Mitgefühl – nicht nur mit dieser Frau, die mich einfach mit einbezogen hatte, wohl ahnend, dass Gott in mir diesen Samen zum Keimen gebracht hatte und dieser gerade dabei war zu sprießen, sondern auch mit diesen gepeinigten Menschen und ihren in Lebensgefahr schwebenden Tieren. Nach einer Stunde beruhigte sich die Situation. Die Feuerwehr hatte das Ihre getan, und der Feuerteufel war von Gott besiegt worden, dessen waren wir uns gewiss! 14
  • 15. „Das war alles?“, dachte ich damals. „Einfach nur das Vaterunser beten? Das kann ich! Wenn es mehr nicht ist, das kann ich!“ Es war damals nicht mehr als beten. Auch heute ist es nicht mehr als beten. Es ist das Gleiche auf verschiedenen Ebenen mit einer großen Liebesgeschichte mit Gott dazwischen. * „Hätte ich früher erkannt, dass der winzige Palast meiner Seele einen so großen König beherbergt, dann hätte ich Ihn nicht so häufig allein gelassen.“ (Teresa von Àvila) * 15
  • 16. II. Die Vorsehung Joh 1,1.14: „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott und Gott war das Wort. ... Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen Seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.“ Zuerst war die Stille. Jesus Christus existierte zuerst als Gedanke Gottes und als Sein Wort in Seiner Vorsehung, in Seinem Plan. Als die Zeit reif war, wurde das Wort zu Fleisch, und Jesus kam als unser Erlöser auf die Erde. Erlösung bedeutet Erleuchtung. Durch Ihn können wir das Licht Gottes durch uns leuchten lassen und selbst zu einem Licht Gottes werden. Wie auch wir im Anfang in der Stille Gottes Sein Wort, Sein Gedanke waren, so gehen auch wir in die Stille und erschaffen mit unseren Gedanken und unseren Worten Neues. Wir sind die Erschaffer und Erhalter unserer Gesundheit. Unsere destruktiven Gedanken lassen unseren Körper erkranken. Sie führen zu einem destruktiven Leben. Unsere liebevollen, zukunftsweisenden Gedanken erschaffen ein Leben in Gesundheit und Würde. Liebe erschafft Liebe. Es liegt einzig und allein an uns selbst, was wir aus unserem Leben machen. Wenn wir den Sinn des Lebens nicht begriffen haben, werden wir es zu erleiden haben. Der Sinn des Leidens ist Leid. Es ist nicht Gott. Er hält unseren Plan mit einem groben Raster in Seiner Hand. Der Kern allen Seins sind Sein Licht und Seine Liebe; Gott ist die Freude und die Fülle – für alle Zeit. Wir dürfen durchaus schon in diesem irdischen Leben Seine Gaben genießen, denn nur in diesem Augenblick leben wir ganz bewusst. Die Vergangenheit ist vorbei, die Zukunft liegt vor uns; nur in der Gegenwart geschieht jedoch das Gewahr sein, die Achtsamkeit, und nur jetzt leben wir bewusst und eigenverantwortlich handelnd. Warum hat Gott uns diese wunderschöne Erde geschenkt, wenn nicht für dieses Leben im Hier und Jetzt? Also sollten wir sie auch annehmen. Achten wir auf die Erhaltung dieser Erde. Achten wir auch darauf, uns mit Seinen Gaben zu entwickeln und sie nicht in einem oberflächlichen Leben zu missbrauchen. Wir leben mit Körper, Geist und Seele in diesem Leben im Hier und Jetzt. So wie wir es wollen. Wenn wir mit Gott vollkommen eins und uns dessen bewusst sind, können wir dieses Denken und Handeln wiederum gänzlich Ihm überlassen. In der Gewissheit, gemäß Seines Heilsplans in Liebe und Fülle zu leben. Das ist Seine zuvorkommende Gnade und die Mitwirkung des freien Willens der vernunftbegabten Geschöpfe, wie der Begriff 'Vorsehung' laut 'Wikipedia' beschrieben wird: „Eine höhere Macht, die das Schicksal der Menschen und den Lauf der Weltgeschichte beeinflusst“. – „Die Vorsehung ist der allmächtige und allwissende Gott, insofern Er den Verlauf des Welt- und Heilsgeschehens ordnet und schon im Voraus weiß. Dies kann auf verschiedene Weise geschehen: gemäß der Naturgesetze, durch Wunder, durch zuvorkommende Gnade, durch Mitwirkung mit dem freien Willen der vernunftbegabten Geschöpfe oder durch Zulassung der Sünde, die aber jedes Mitwirken ausschließt. ...“ Die Vorsehung brachte mich in die Altstadt nach Limburg an der Lahn zum Katholisch werden. Dieses Ziel verfolgte ich, ohne mir auch nur irgend einen Gedanken darüber zu 16
  • 17. machen; einfach wissend, so muss es sein! Ich wusste bereits das ganze Jahr davor, es würde im November 2008 signifikant weitergehen in meinem Leben. Schon im September zeichnete es sich ab, dass es Limburg an der Lahn sein würde. In dem Kapitel 'Maria' beschreibe ich, wie ich die Wohnung in Limburg gefunden hatte. Einfach so, ich wurde hingeführt; zwei Minuten nach dem Gebet zu Maria im Dom zu Limburg stand ich vor dem Haus in der kleinen Straße, die zum Dom führt, und im November zog ich ein. Ich hatte kaum Möbel, das war auch gut so, denn in ein 550 Jahre altes Fachwerkhaus passen nicht viele Möbel hinein. Dafür hatte ich meine Heiligenfiguren, und das Haus selbst strahlte eine heilige Atmosphäre aus. Es war für mich das Beste zu dieser Zeit. Denn es führte mich auf dem geraden Wege zu Gott. Ihn besuchte ich im Dom, täglich mehrere Male. Nicht nur während der Gottesdienste, nein, auch zwischendurch. Dieses Gotteshaus zog mich magisch an. Es gab Momente, in denen ich förmlich die Energie spürte, die mich auf den Domberg hinauf zog, bei Tag und bei Nacht. Gott zog mich, Er wollte mich in 'Seiner Kirche' haben! Ich verbrachte im Jahr 2008 ein wunderschönes Weihnachtsfest sowie den Silvesterabend im Dom. Im Januar 2009 erlebte ich das erste Pontifikalamt, und es war um mich geschehen: In der Liturgie war eine große Kraft, ich sah bei geschlossenen Augen ein tiefes Lila, das die höchste Spiritualität anzeigt; die Gebete gingen durch und durch, und der Domchor sang fast unerträglich schön. Von unerwarteter Seite her sandte Gott mir noch einen Helfer: Johannes. Sein Leben lief nicht wie geplant, und als er aus Berlin anrief und mir berichtete, er sei gar nicht glücklich, war meine Antwort: „Komm doch nach Limburg!“ Am nächsten Tag war er da und wurde mein Mitbewohner. Ich hatte Johannes schon im vorigen Jahr die Vorzüge des Vertrauens in Gott gelehrt. Er kannte dieses Denken sehr gut, er stammt aus einer sehr katholischen Familie mit zwei Priestern. Eigentlich hätte Johannes auch Priester werden sollen, er übte schon als Kind fleißig im Sandkasten und verteilte selbstgebackene Hostien an die entzückten Nachbarinnen – aber als es soweit war, zog er die Bretter der Welt dem Altar in der Kirche vor. Nun, diese Zeit war nun auch vorbei – und so erinnerte ich ihn mit meiner neu entdeckten Leidenschaft für Gott und die Kirche an seine eigene Vergangenheit als Katholik. Nun war es an ihm, mich etwas zu lehren, und das tat er dann auch. „Du willst katholisch werden?“, lachte er, „dann lass uns üben.“ Er holte ein Gebetsbuch hervor und begann mit dem Unterricht: „Gegrüßet seist Du Maria, voll der Gnaden. Der Herr ist mir Dir. Du bist gebenedeit unter den Weibern...“ – „Was?!?“, rief ich, „gebenedeit unter den Weibern! – was heißt das denn?“ – „Na, gesegnet unter den Frauen, heißt das“, erklärte Johannes. „Ja aber solche Worte habe ich noch nie gehört, das kann ich mir auch nicht merken!“ Nein, das begeisterte mich nun gar nicht. Ich wollte lieber etwas anderes. Johannes war es recht. Er besuchte mit mir den Gottesdienst im Dom. Ich wollte mich auf den Stuhl setzen, aber er klappte das Fußbänkchen, jedenfalls das, was ich als solches ansah, nieder und befahl: „Knie dich!“ Ich tat es; oh, und es tat weh. „Das ist zu hart, das kann ich nicht!“, protestierte ich. „Wenn du katholisch werden willst, musst du knien“, war sein Kommentar. Und er drückte mich auf die Bank. So kniete ich und murrte vor mich hin. Das hatte ich mir anders vorgestellt. 17
  • 18. In der Messe wurde ich entschädigt. Jetzt passte Johannes auf, dass ich mich katholisch benahm. Aufstehen, setzen, aufstehen, knien, singen, beten, nochmals knien; eine sehr sinnliche Erfahrung. Es war nicht langweilig: viel Bewegung, der Weihrauch duftete, wunderschöne Eindrücke durch die Orgelmusik und den Chor, und die Priester sahen in ihren Gewändern auch gut aus. Ich lernte: Katholisch ist man mit Körper, Geist und Seele und mit viel Liebe im Herzen! Es dauerte jedenfalls nicht lange, da wusste ich: Ich wollte nicht mehr nichts sein, ich wollte nun wirklich katholisch sein und dazugehören! Und vor allem wollte ich endlich zur Kommunion gehen. Ich meldete mich im Dompfarramt an, absolvierte einige Vorbereitungsgespräche, und am 25. Juni 2009 hatte ich mein erstes Etappenziel erreicht: meine Firmung. Johannes war mein Firmpate. Er schwärmt heute noch davon, wie ihm die Haare zu Berge standen durch die Kraft und Energie, die der Heilige Geist durch den begnadeten Priester über uns ausschüttete. Als ich endlich gefirmt war, ging es richtig los. Jeder Gottesdienst in der Pfarrgemeinde „St. Georg“ war mein Gottesdienst. Grob geschätzt, besuchte ich im Folgejahr etwa siebenhundert Mal die Gottesdienste, im Schnitt zwei Mal pro Tag: Die alltägliche Morgenmesse, die Frauenmesse, die Abendmessen unter der Woche, Freitagabend den ökumenischen Gottesdienst, den ich bald wegen der vermissten Leidenschaft aufgab – selbst der Abschlusssegen war mir nicht stark genug; und alle vierzehn Tage die Messe im Lateinischen Ritus, die mich ganz stark berührte. „Die Seele erinnert sich“, schreibt der Papst dazu. Ja, meine Seele erinnerte sich sehr gut, und zuerst einmal war ich so berührt von dieser Art des Zelebrierens, dass es mich schier innerlich zerriss. Vielleicht lag es auch an dem wunderbaren Priester, denn auch seine ganz normalen Messen morgens im Dom hatten diese Wirkung. Kaum war er zugegen, war Jesus auch da, und zu dieser Zeit hatte ich eine ganz heftige Zeit der Reue, dass ich Ihn so lange allein gelassen hatte. Am Wochenende besuchte ich die Vorabendmesse am Samstag sowie das Hochamt und die Abendmesse am Sonntag. Da kam schon etwas zusammen! Zwischendurch Vesper und Andacht des Allerheiligsten und Rosenkranz und Kreuzweg beten und einmal im Monat die Marianische Messe in einer kleinen Kapelle im Westerwald, die sich bis zu vier Stunden lang hinzog. Dabei segnet der Priester mit einer kleinen Monstranz jeden Einzelnen – das hatte etwas ganz Besonderes! (Für alle Nicht-Katholiken: Eine Monstranz (v. at.: monstrare, „zeigen“) ist ein kostbares, mit Gold und Edelsteinen gestaltetes liturgisches Schaugerät mit einem Fensterbereich, in dem eine konsakrierte Hostie zur Verehrung und Anbetung ausgesetzt wird.) Ich konnte nicht genug bekommen. Das Katholische zog mich in seinen Bann, und ich wusste nicht mehr, wie mir geschah. Ich vollzog eine komplette innerliche Wandlung: Sünde, Reue, Buße, Sühne, Vergebung; mein Innerstes wurde nach Außen gestülpt und wieder nach innen verwandelt. Wobei die Freude nicht zu kurz kam! Ebenso konnte sich meinen damals noch vorhandener Hang zur Theatralik und Leidenschaft vollends entfalten. „Johannes! Was glaubst du, wie schön es wieder war! Die Orgel, die Musik, der Chor!!!“ So kam ich oft sonntagmittags nach der Heiligen Messe aus dem Dom. Oder ich war gänzlich in mich gekehrt und unansprechbar, weil mich die Predigt noch beschäftigte. Niemals werde ich meine erste Anbetung der Monstranz mit anschließender Segnung vergessen: Ich war vollkommen aufgelöst, tränen überströmt, schluchzend, zitternd, bebend, ich dachte, mein letztes Stündlein habe geschlagen. Als es mir gelungen war, 18
  • 19. einigermaßen gefasst den kurzen Weg nach Hause zu gehen, war ich nicht in der Lage, darüber zu berichten. Vollkommen aufgelöst saß ich bei Johannes und beruhigte mich erst nach einem doppelten Cognac. Heute weiß ich: Meine Seele hatte Gott gesehen und geriet außer Kontrolle. Diese Zustände wiederholten sich bei jedem Anblick der Monstranz aufs Neue und ebbten nur langsam ab. Es war ein Zustand der Ekstase, wie es die Heilige Teresa von Àvila in „Die Innere Burg“ beschrieb. Eine Ekstase ist nicht immer ein glücklicher Zustand, er kann auch das absolute Gegenteil sein. Selbst als die Zeit der Euphorie vorbei war und ich wieder klar denken konnte, blieb diese Leidenschaft für das Katholische bestehen. Ich kritisierte vieles, ich hätte gern vieles geändert, und des öfteren wollte ich alles wieder hinwerfen, weil ich den Eindruck hatte, es bewegt sich nichts, da bin ich am falschen Ort! Um die Pfingstzeit 2010 blieb ich fünf Wochen der Kirche völlig fern, um wirklich zu prüfen, was noch Bestand haben würde und was nicht. Und es war alles wieder wie gehabt! Im Gegenteil, ich war mir darüber im Klaren, dass ich nur durch die Liebe geführt wurde, es war nichts als die Liebe zur unendlichen Liebe, die sich in mir entwickelte, die Kirche als Institution hatte keinen Einfluss darauf. Wobei ich auch immer die Liebe zu dieser Institution aufrecht erhielt, es war die Demut und die Dankbarkeit, dass man mich mit offenen Armen aufgenommen hatte. Und ich bin mittlerweile felsenfest davon überzeugt, dass die Kirche – ich spreche von der Weltkirche, nicht nur von der katholischen Kirche, obwohl ich diese für mich persönlich bevorzuge – von Gott/dem Heiligen Geist geschaffen wurde und immer wieder von Ihm aufgefangen werden wird, sonst hätte sie die letzten 2.000 Jahre sicher nicht überlebt. * „Wenn es im Himmel viele Wohnungen gibt, so gibt es auch viele Wege, um dorthin zu gelangen.“ (Teresa von Àvila) * Leben mit der Vorsehung – ein Leben in Freude und Hingabe Die Hingabe an Gott macht froh. Diese Freude kommt aus meinem Herzen. Es ist die Freude der Gläubigen. Schauen Sie die wahrhaft Gläubigen einmal genauer an: Wir strahlen innerlich. Wir mögen genau so viele Falten haben wie alle anderen auch, aber das stört nicht. Wir senden ein Licht aus, es ist das Göttliche Licht. Je größer die Spiritualität – darunter verstehe ich den gelebten Glauben – desto größer wird die empfundene und gelebte Freude. Manchmal ist es nicht zu ertragen für andere, ich gebe es zu. Allerdings ist der Missmut auch für mich schlecht zu ertragen. Und die aufgesetzte Fröhlichkeit der Spaßgesellschaft hat sich schon längst als Geißel der Menschheit erwiesen. Diese unerträgliche Leichtigkeit des Seins. Sie überkommt jene, die keine Anbindung an Gott haben. In nicht allzu weiter Ferne wird es kippen. Dann werden sie sich nicht mehr halten können. Der tschechische Schriftsteller Milan Kundera schrieb über diese Auswüchse des von Gott abgewandten Menschen ein gutes Buch: „Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins“, das auch verfilmt wurde. In dem Roman verliebt sich Tomas in Teresa, die es 19
  • 20. ernst meint mit ihm, aber Tomas hat nichts Besseres zu tun, als sich in Untreue und sonstige Zerstreuungen zu flüchten. Bis sich dann alles irgendwie auflöst und beide sterben. Das Leben in der Liebe zu Gott kann man getrost als „die Leichtigkeit des Seins“ bezeichnen. Alles wird einfach, alles ist leicht. Selbst die härtesten Prüfungen des Lebens und die schwierigsten Phasen werden mit Gott an unserer Seite und Jesus Christus in unserem Herzen erträglich. Solange ich Nein sage, begrenze ich mich selbst. In dieser Begrenzung gebe ich Gott nicht die Erlaubnis, mir das zu schenken, was Er mir schenken möchte. Solange ich mich nicht gut genug fühle in einem Bereich, wirkt sich das auch auf alle anderen Bereiche aus. Dieses „nicht gut genug fühlen“ beruht auf dem Mangel an Selbstliebe: „Ich genüge nicht, also bin ich es auch nicht wert, alles zu haben.“ Sage ich Ja zu Gott, befinde ich mich in der Weite des offenen Raums, in dem alles geschieht. Ja sagen heißt alles annehmen. Ich öffne mich für alles, was Er mir geben will. Das ist die Fülle, in der wir leben dürfen. Jedoch: Je mehr ich haben kann, desto weniger brauche ich. Lebe ich nicht im Mangeldenken, bin ich mit wenigen Dingen glücklich. Wie froh bin ich, nicht von den materiellen Besitztümern abhängig zu sein. Ich brauche andere Menschen, aber ich möchte niemanden von mir abhängig machen. Das ist das Gegenteil: der Besitzanspruch, das Haben wollen, die Gier. Nein, ich genüge mir selbst, ich ruhe in mir. Ich habe eine Beziehung mit Gott. Es kann nicht sein, dass Gott uns etwas Schlechtes geben will. Gott ist die Liebe, also gibt Er uns auch die Liebe. Er gibt uns die Freude, Er gibt uns den Frieden. Wir können sicher sein, dass es genau der richtige Moment ist, in dem Er uns etwas zukommen lässt. Denn – wie eingangs schon gesagt – Gott sah, dass es gut war... Gott kennt unseren Heilsweg, Er hat das Buch unseres Lebens vorliegen – also ist Er der Regisseur, Er weiß, wie es weitergeht. Das ist meine Überzeugung. * „Gott wird nicht müde zu geben, und Seine Erbarmungen sind unerschöpflich. Werden auch wir nicht müde zu empfangen.“ (Teresa von Àvila) * 20
  • 21. Vorsehung statt Wunscherfüllung Es gibt eine neue Wissenschaft auf dem großen Tummelplatz der Esoterik: Die Wunscherfüllung. Der Vorsatz war sicher gut gemeint; was jedoch die Menschen daraus machten, war eine neue Art des Konsums: Nun sind sie sogar selbst in der Lage, ihre materiellen Bedürfnisse zu befriedigen. Mein Haus, mein Auto, mein Boot – nun wird imaginiert und materialisiert, und sind sie dessen überdrüssig, kommen neue Konsumgüter hinzu. Alles gemäß der Ur-Geheimnisse selbst erschaffen! Sie nennen es Glück und Erfolg. Der einzige Irrtum liegt darin, dass diese Materialisierung nichts mit unserer Befreiung zu tun hat. Ganz im Gegenteil: Sie verhindert sie gerade. Wir wollten das Glück erschaffen, den Reichtum in uns selbst finden – Gott –, und was wurde daraus? Neuer Wohlstandsmüll, der uns im Außen verstopft und uns an unserer Erfüllung im Göttlichen Sinn hindert. Gott – die Vorsehung – hat die Fülle schon erschaffen. Wenn Jesus sagt: „Du Narr! Diese Nacht wird man deine Seele von dir fordern; und wem wird dann gehören, was du angehäuft hast? So geht es dem, der sich Schätze sammelt und ist nicht reich bei Gott“ (Lukas 12,20-21), meint Er den Reichtum der Liebe, der Gesundheit, des inneren Friedens, und das hat alles nichts mit dem materiellen Besitz zu tun. Die Vorsehung sorgt sogar für unser Einkommen. Keine Angst: Gott weiß, unser täglich' Brot beinhaltet nicht nur die tägliche Verbindung mit dem Leib Jesu, sondern auch die Kosten für unser weltliches Leben, und Er sorgt auch dafür. Prinzipiell ist Er aber nicht an der Anhäufung materieller Dinge interessiert, denn das blockiert unser wesentliches Leben und hält uns von Ihm fern. Sie müssen nun nicht Ihre Antiquitätensammlung auflösen und verschenken, aber es tut gut, darüber nachzudenken. Solange das Bewahren alter Werte im Vordergrund steht, ist sicher nichts dagegen einzuwenden. Nimmt jedoch die Sammelwut überhand, kann es dramatische Auswüchse annehmen, die ich selbst schon oft verwundert und besorgt beobachten konnte. Lassen Sie die Energien in Ihrem Leben ständig fließen. Wenn Sie sich auf der einen Seite durch eine Sammelleidenschaft blockieren, sollten Sie dafür sorgen, dass trotzdem ein gesunder Energiekreislauf bestehen bleibt und die Freude am Leben nicht abhanden kommt. Sonst begraben Sie sich selbst. * „Wer nicht mehr genießen kann, wird ungenießbar.“ (Teresa von Àvila) * 21
  • 22. Wie reagiert Ihr Umfeld, wenn Sie sich Gott zuwenden? Sie werden nicht ernst genommen. Wie auch, es kann ja niemand wirklich nachvollziehen. Diese Ebene ist einfach zu hoch! Und Ihr Aufstieg vollzog sich vielleicht auch zu schnell. Zu Beginn wird man testen, wie ernst Sie es meinen. Einmal verstanden, wendet man sich von Ihnen ab. Sie werden uninteressant. „Mal ehrlich“, heißt es dann, „willst du wirklich sagen, dass du mit dem weltlichen Leben nichts mehr zu tun haben willst?“ Niemand kann sich vorstellen, dass Sie das so nicht mehr brauchen. Niemand versteht, dass Sie einen viel größeren Reichtum haben, als Sie je Geld hatten, und dass für Sie Gott als Partner an erster Stelle steht und ein eventueller Lebenspartner sich mit seiner Liebe zu Gott qualifizieren muss. „Ich kann mit niemandem sein, mit dem ich nicht über Gott reden kann“, schrieb Teresa von Àvila. Ich auch nicht; es geht nicht mehr anders. Dann gibt es noch diejenigen, die so tun, als seien sie auf derselben Linie wie Sie. Sie sprechen von Gott, als hätten sie ihr Leben nichts anderes getan. Sie sind plötzlich bibelfest und gehen auch mit Ihnen in die Kirche, damit sie noch mitreden können. Aber Sie spüren, es ist nicht echt. Es kommen ständig irgend welche Spitzen, es wird ständig über „die Kirche“ geschimpft, über das Geld der Kirche, die Skandale in der Kirche, als hätte die Welt keine. Geht Sie das etwas an – Sie ganz persönlich auf Ihrem Weg zu Gott, in Ihrer Liebe zu Gott? Nein! Oder Sie müssen sich ständig irgend welche Beleidigungen Gottes, dumme Witze über Jesus oder ähnliches anhören, was Sie ganz schnell ablehnen werden, weil es Sie persönlich in der Seele schmerzt. Weiterhin haben Sie das Problem, sich Ihre benötigte Zeit zum Gebet und zum Rückzug zu verschaffen, weil Ihre Freunde es nicht verstehen, dass Sie nicht mehr jeden Tag für stundenlange Telefonate zur Verfügung stehen und Sie sich auch nicht mehr für diese Probleme der "Welt" interessieren. Sie registrieren diese Themen, denn Sie haben ja weiterhin Ihren Verstand. Aber Sie wissen, es gibt im Außen nichts zu suchen und nichts zu tun. Nur in Ihrem Inneren. Lieben heißt nicht, zu jedem und allem „Ja und Amen“ sagen. Es heißt auch manchmal „Nein“ sagen. Sich abgrenzen von Menschen, die uns aussaugen wollen, bewusst oder unbewusst, sich schützen vor negativen Energien. Das alles gehört dazu. Denn Gott gibt uns Pflichten, aber auch Rechte. Und dazu gehört das Recht der Unversehrtheit unserer Seele und die unserer Lieben. Wenden Sie einmal pro Woche die Nadelöhr-Methode an, die ich in den späteren Kapiteln beschreibe. Geben Sie Gott alles ab, und warten Sie, was Er Ihnen zurück gibt. Was Sie nicht brauchen, kommt nicht mehr. Dafür lernen Sie ab jetzt nur noch die Menschen kennen, die zu Ihnen gehören. Wir haben alle Zeit der Welt. Aber die Welt braucht keine Zeitverschwendung mehr, dafür ist sie zu schade. * „Es ist etwas sehr Großes, ein freies Herz und ein ruhiges Gewissen zu haben.“ (Teresa von Àvila) * 22
  • 23. III. GOTT Wer oder was ist Gott? Gott ist unser Vater im Himmel und auf Erden Himmel und Erde bedeuten für uns das Diesseits, in dem wir leben, und das Jenseits, in dem Gott, der Vater, der Sohn, der Heilige Geist, und alle Engel und Heilige leben. Gleichwohl besteht im Innern des Menschen Himmel und Erde, das Körperliche und das Geistige. So können wir sagen: Gott ist in uns, und Er ist außerhalb von uns. Er entzündet in uns die Liebe und das Licht, und Er ist außerhalb die unbeschreibliche Liebe und das unfassbare Licht. Teresa von Àvila schreibt in ihrem Buch 'Die Innere Burg, 7. Wohnung': „Denn wie Er im Himmel Seine Wohnstatt hat, so muss Er wohl auch in der Seele eine Stätte haben, wo nur Seine Majestät weilt, also gleichsam einen zweiten Himmel.“ Teresa war äußerst klug. Es gibt einen Gott, einen Himmel über allem, also gibt es auch die Entsprechung im Menschen, in dessen Seele. Vor 450 Jahren riskierte Teresa, für diese Lehre in aller Offenheit auf dem Scheiterhaufen zu brennen – heute noch sehen die Menschen ihren Gott, so sie denn einen Gott haben, weit oben irgendwo im Himmel thronen. Arme Welt! Gott ist transpersonal Gott ist in jeder Form, im kleinsten Atom und im größten Universum, gleichzeitig ist Er formlos. Wir dürfen, wir können uns kein Bildnis machen von Ihm, da Er außerhalb jeder Form ist. Form bedeutet Verkörperung, Gott ist alles außerhalb jeder Verkörperung. Er ist nichts, Er ist die Leere außerhalb der Form. Da es auch diese nicht gibt, ist alles Gott. Gott ist die Stille, denn erst in dieser Stille ist Gott erfahrbar und hörbar. Daher ist es so wichtig, die Gotteshäuser (wieder) zu Orten der Stille zu machen. Gott ist personal Gott ist verkörpert in Jesus Christus, Seinem Sohn. Jesus ist die Form Gottes, Sein zu Fleisch gewordenes Wort. In Jesus Christus, dem Gesalbten, hat Er sich den Menschen gezeigt und uns Seinen Sohn zu unserer aller Erlösung gesandt. Gott spricht zu uns durch den Heiligen Geist Der Heilige Geist ist das Wort und der Lebensspender Gottes. Ursprünglich wurde das Wort Gottes durch die Propheten und Evangelisten empfangen und in dem Buch der Bücher, der Bibel, niedergeschrieben. Gott handelt mit uns durch Seine himmlischen Helfer Zu den himmlischen Helfern Gottes zählen alle Selig- und Heiliggesprochenen, die Erzengel und eine große Hierarchie weiterer Engel sowie mit Sicherheit auch alle Verstorbenen, die zu Gott gefunden haben. Viele Menschen sehen Maria als Seine wichtigste Helferin an. Denn Er machte Sie zur Mutter Seines Sohnes Jesus, und ohne Maria ist alles nur halb so schön. 23
  • 24. Wer oder was sind wir? Wir sind der sichtbare Beweis der Präsenz Gottes auf Erden. Unsere Ur-Substanz ist von Gott. Es heißt, Gott habe den Menschen geschaffen nach Seinem Ebenbild. Da Gott keine Form ist, sind auch wir gestalt- und formlos. Wir sind nicht unser Körper, wir sind nicht unsere Gedanken und unsere Gefühle. Wir sind Geist. Denn auch wir haben das Göttliche in uns, in unserem Selbst, unserem wahren Ich, das sich über unseren Körper und unser Denken und Fühlen erhebt. Fragen wir: „Wer bin ich?“, sind wir der Fragende und nicht der, nach dem wir fragen. Wir sind reines, Göttliches Bewusstsein. Nennen wir es einfach 'Göttliche Seele'. Wenn sich diese unsere Göttliche Seele mit Gott verbindet, dann sind wir eins mit Gott, und dies ist das größte aller Geheimnisse, denn dies kann schon auf Erden stattfinden. Von diesem Geheimnis spricht Jesus in Seinen Gleichnissen und Parabeln, denn vor 2000 Jahren durfte Er es dem Volk noch nicht offenbaren, da sie es noch nicht erfassen konnten. Unser Bewusstsein ist reif für die Wahrhaftigkeit, die Wahrheit und Klarheit. Die Bibel, spricht die Wahrheit, erkennen muss sie jeder selbst. Hilfe gibt es für jeden, der sie sucht, geführt wird er durch Jesus („Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater denn durch mich!“). * „Christus hat niemanden auf Erden außer euch, keine Hände außer euren, keine Füße außer euren“ (Teresa von Àvila) * 24
  • 25. Wie finden wir Gott? Indem wir jenseits aller Gedanken und Gefühle gehen. Indem wir alles vorbei ziehen lassen, auch die Bilder und Visionen. Denn auch diese sind begrenzte Vorstellungen. Erst wenn wir ganz offen sind, ist Er da. Er zeigt sich uns, nicht umgekehrt. Er entscheidet, wann der rechte Zeitpunkt gekommen ist. Gibt es bei uns noch Blockaden, Fiktionen und Schuldgefühle, die hinderlich sind, müssen wir sie entfernen. Damit Er durch unsere Seele Sein Licht leuchten lassen, damit Er sich uns zeigen kann. Gott brennt sich in jede einzelne Zelle unseres Körpers ein, und die Sehnsucht nach Ihm hört niemals auf. Dieses Gefühl wird auch von Menschen beschrieben, die ein Nahtod- Erlebnis hatten. Einmal mit Gott in Kontakt kommen, einmal das Licht gesehen haben – und das Leben ist ein anderes. Der Höhepunkt ist die Unio Mystica, die mystische Vereinigung, die Gottesschau, die im absolut Verborgenen der tiefsten Seele stattfindet. Als ich die erste Offenbarung Gottes an den Menschen las, beschrieben in Enochs Vision: „Sei still, wisse, ich bin Gott“, war ich zutiefst erschüttert. – Diese Worte sprach Gott direkt zu mir! Ich konnte lange Zeit diese Sätze nicht bis zu Ende durchlesen, ohne vollkommen aufgewühlt zu sein, und sie berühren mich noch immer. Wie konnte ich so blind, so taub, so stumpfsinnig gewesen sein! Wie konnte ich das nicht gewusst haben! Ich fasse es heute noch nicht, wie es möglich sein kann, dass wir es einfach nicht wissen: Gott ist da! Warum haben wir uns so abgeschottet, dass wir selbst Gott nicht mehr wahrnehmen? Wir zählen die Worte eines Gedichtes und erkennen nicht seinen Sinn. Erst wenn wir fähig sind, in uns einen Zustand der tiefen Stille zu schaffen; besser gesagt, wenn wir diesen Raum der Stille in uns finden, erst dann sind wir fähig, Gott in uns zu finden. Denn erst durch die Stille kann Gott sprechen. Erst durch die Stille kann ein Ton klingen, ein Wort verstanden werden. Bitte werden Sie still, damit Gott zu Ihnen sprechen kann: 25
  • 26. Ich spreche zu dir. Sei still Wisse Ich bin Gott. Ich sprach zu dir Als du geboren wurdest. Sei still Wisse Ich bin Gott. Ich sprach zu dir Bei deinem ersten Blick. Sei still Wisse Ich bin Gott. Ich sprach zu dir Bei deinem ersten Wort. Sei still Wisse Ich bin Gott. Ich sprach zu dir Bei deinem ersten Gedanken. Sei still Wisse Ich bin Gott. Ich sprach zu dir Bei deiner ersten Liebe. Sei still Wisse Ich bin Gott. Ich sprach zu Dir Bei deinem erstem Lied. Sei still Wisse Ich bin Gott. Ich spreche zu dir Durch das Gras der Wiese. Sei still Wisse Ich bin Gott. 26
  • 27. Ich spreche zu dir Durch die Bäume der Wälder. Sei still Wisse Ich bin Gott. Ich spreche zu dir Durch die Täler und Hügel. Sei still Wisse Ich bin Gott. Ich spreche zu dir Durch die Heiligen Berge. Sei still Wisse Ich bin Gott. Ich spreche zu dir Durch Regen und Schnee. Sei still Wisse Ich bin Gott. Ich spreche zu dir Durch die Wogen des Meeres. Sei still Wisse Ich bin Gott. Ich spreche zu dir Durch den Tau des Morgens. Sei still Wisse Ich bin Gott. Ich spreche zu dir Durch den Abendfrieden. Sei still Wisse Ich bin Gott. Ich spreche zu dir Durch das Leuchten der Sonne. Sei still Wisse Ich bin Gott. 27
  • 28. Ich spreche zu dir Durch die funkelnden Sterne. Sei still Wisse Ich bin Gott. Ich spreche zu dir Durch den Sturm und die Wolken Sei still Wisse Ich bin Gott. Ich spreche zu dir Durch Donner und Blitz. Sei still Wisse Ich bin Gott. Ich spreche zu dir Durch den geheimnisvollen Regenbogen. Sei still Wisse Ich bin Gott. Ich werde zu dir sprechen Wenn du allein bist. Sei still Wisse Ich bin Gott. Ich werde zu dir sprechen Durch die Weisheit der Alten. Sei still Wisse Ich bin Gott. Ich werde zu dir sprechen Am Ende der Zeit. Sei still Wisse Ich bin Gott. Ich werde zu dir sprechen Wenn du meine Engel gesehen hast. Sei still Wisse Ich bin Gott. 28
  • 29. Ich werde zu dir sprechen In Ewigkeit. Sei still Wisse Ich bin Gott. Ich spreche zu dir. Sei still Wisse Ich bin Gott. (Quelle: Das Evangelium der Essener, Gesamtausgabe Buch 1–4. Die Originaltexte aus dem Aramäischen und Hebräischen; übersetzt von Dr. Edmond Bordeaux Székely, Verlag Bruno Martin ) Die aramäische Fassung wurde in den Qumran-Rollen gefunden und ist damit sicher datierbar auf die Zeit zwischen 130 vor Chr. und 68 nach Chr. Die Chroniken von Enoch (Henoch) wurden im 4. Jahrhundert von Kirchenvater Hieronymus zu den Apokryphen und somit als häretisch erklärt. Damit war Enochs Vision raus aus der Bibel, aber was gut ist, kommt wieder – und so entdeckte man ihn in den Qumran- Rollen, Dank sei Gott! * „Gott lässt uns nicht im Finstern. Nur wenn wir Ihn verlassen, gehen wir zugrunde“ (Teresa von Àvila) * 29
  • 30. Mein Gott warum? - Wenn wir zweifeln und verzweifeln Der Zweifel „Eloi, Eloi, lema sabachtani?“ – „Mein Gott, mein Gott, wozu hast Du mich verlassen?“ (Mk 15,34; vgl. Mt 27,46). Laut Markus und Matthäus waren das Jesu letzte Worte, als Er am Kreuz verstarb. Es wird als ein Zweifeln gedeutet. Wie konnte Jesus an Seinem Vater zweifeln, wenn Er und der Vater eins sind? Jesus wusste von Gottes Plan für Ihn, Er wusste von Seiner Mission, Er wusste es schon, als Er als Zwölfjähriger den Lehrern im Tempel in Jerusalem Rede und Antwort stand. „Wusstet ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meinem Vater gehört?“, fragte Er Seine aufgebrachten Eltern. Johannes war der einzige Jünger Jesu, der bei dessen Kreuzigung anwesend war. Er beschreibt Jesu letzte Worte wie folgt: „Darnach, da Jesus wusste, dass schon alles vollbracht war, dass die Schrift erfüllt würde, spricht Er: 'Mich dürstet!' Da stand ein Gefäß voll Essig. Sie aber füllten einen Schwamm mit Essig und legten ihn um einen Isop und hielten es Ihm dar zum Munde. Da nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach Er: 'Es ist vollbracht!' und neigte das Haupt und verschied.“ (Joh. 19,28-30). Natürlich hat Jesus nicht gezweifelt. Er war ein Mensch, und Er war Gottes Sohn. Jesus kam auf Erden, um uns die Liebe zu lehren, damit wir zu Gott finden! Das heißt, Er liebte mit ganzem Herzen. Er musste es nicht erlernen. Nun, ob wir jemals so weit unser Herz öffnen können? Ja! Jedenfalls dürfen wir fest daran glauben: Gott hält unseren Heilsplan in Seinen Händen, und Er verliert weder den Plan noch uns selbst jemals aus den Augen. Und so wie Jesus bei Seinen Heilungen darauf bedacht war, dass die Menschen nicht zweifeln, so bin auch ich überzeugt: Jeder Zweifel macht alles zunichte. Er verhindert die Heilung und bringt uns aus unserer Herzensliebe heraus. Er verhindert unsere Gebete daran, zu Gott zu gelangen, denn unsere Seele hält sie zurück. Sie fühlt sich unwürdig und schlecht, wenn wir zweifeln. Denn dieser Zweifel kommt aus unserem Verstand. Unsere Seele möchte lieben, und wir müssen es ihr erlauben. Möchten Sie nicht nur oberflächlich gesund, sondern heil an Körper, Geist und Seele werden, denken Sie an Jesu Worte, die Er zu den beiden Aussätzigen sprach, die nach der Heilung der insgesamt zehn Aussätzigen zu Ihm zurückkehrten, um Ihm zu danken: „Dein Glaube hat dir geholfen“. Jesus sprach zu den Kranken: „Effata!“ – Öffne dich. Öffne dich für das Licht Gottes, damit es durch dich fließen und deine Seele erleuchten kann. Darin ist alles enthalten. Glaube, Hoffnung und Liebe und das Vertrauen, es ist gut so wie es ist. Bei der Taufe berührt der Priester Ohren und Mund des Täuflings und spricht „Effata!“, um deutlich zu machen, dass dieser sich öffne für den Heiligen Geist. „Effata“ – Es geschieht, indem wir tief einatmen. Wir atmen den Geist Gottes ein und empfangen Seine Liebe in unserem Herzen. Wichtig ist unsere ständige geistige Reifung. Nur durch ein Wachsen im Glauben mit Gott erfährt unser Leben einen Sinn, auch mit all seinen Widrigkeiten und den Zeiten der Entfremdung und Prüfungen. Auch wenn unser Leben manchmal durch eine Zeit des Suchens geführt wird, es ist doch niemals mehr eine Sinnsuche nach dem Leben selbst, es ist nur eine Zeit der Dürre und der Trockenheit, in der wir wieder unseren 30
  • 31. neuen Lebens- und Heilsweg ordnen und strukturieren können. Damit wir mündig werden. Gott braucht mündige Menschen! * „Wie selten sind doch die Menschen, die das, was sie tun, ganz tun.“ (Teresa von Àvila) * 31
  • 32. Die Verzweiflung Selbst wenn wir an das ewige Leben glauben, trifft uns der Tod eines geliebten Menschen sehr. Jeder Mensch verarbeitet diesen Schmerz auf seine Weise. Einige erleben einen über viele Jahre andauernden traumatischen Prozess, der alle Freude und alles Lachen aus dem Leben der Hinterbliebenen nimmt. Meines Erachtens hilft die völlige Hingabe in den Schmerz am besten. Bringen Sie Gott Ihren Schmerz dar. Leise oder laut, wie es Ihnen gut tut. Lassen Sie ihn los in den Abgrund des Lebens, an dem Sie derzeit stehen. Sträuben Sie sich nicht dagegen! Wir können mit dem Verlust nicht umgehen, und wir haben Angst vor unserem eigenen Tod, weil wir diese Tatsache immer noch tabuisieren. Aber bitte fragen Sie Gott nicht: „Warum hast Du mich verlassen?“, sondern bitten Sie Ihn: „Verlass mich nicht!“ Das klingt schon besser, das ist eine Bitte, die Er gern erfüllt. Die Frage: "Warum hast Du mich verlassen?" lässt Sie zweifeln und bringt Sie aus Ihrer Liebe zu Ihm weg. Er wird uns niemals verlassen. Wir sind es, die wir uns in unserem Schmerz von Ihm abwenden, weil wir in unserem Zweifel unser Herz verschließen und Ihn somit nicht mehr fühlen können. Die größte Angst im Zusammenhang mit dem Tod ist unsere Ungewissheit über das Nachher. Viele glauben nicht an ein Weiterleben nach dem Tod, und das mag eine unvorstellbar schreckliche Vorstellung sein. Andere glauben an einen irgendwie gearteten Himmel und vielleicht an eine Hölle und an das Fegefeuer und sind unsicher, wie Gott sie beurteilen wird und ob sie entweder das Eine oder das Andere verdienen werden. Wir haben Angst, von unseren Liebsten getrennt zu werden, ihnen damit Leid zuzufügen und alles, was uns lieb ist, zurücklassen zu müssen. Vielleicht ist es hilfreich, uns daran zu erinnern, dass wir nachts im Traum in einen ähnlichen Bewusstseinszustand übergehen. Menschen, die schon einmal eine Nahtod- Erfahrung hatten, wissen mit absoluter Sicherheit, dass es so etwas wie ein Ende des Lebens nicht gibt. Sie berichten mehrheitlich von einem strahlenden, grenzenlosen Licht und einem Gefühl der unendlichen, unbeschreiblichen Liebe. Wir treten ein in dieses Licht und werden von Seiner Liebe umschlungen, und wir erleben eine immense Ausweitung unseres Bewusstseins. Wir treffen die Menschen wieder, die wir liebten. In diesem Zustand leben wir weiter und entwickeln unsere Seele. Das Fegefeuer, die Strafe Gottes, die wir befürchten, ist eine Lebensrückschau. Sicherlich wird es für den Einen oder Anderen schwierig werden. Wenn wir nicht schon im Diesseits unsere Seele und unser Gewissen erleichtern, müssen wir es eben im Jenseits tun. Da wir uns dann in ungewohnter Umgebung in einem ungewohnten Zustand befinden werden, mag es umso schwieriger sein. Sie mögen nun zweifeln und denken: „Woher will sie das alles wissen?“ Die mystischen Erlebnisse gleichen den Nahtod-Erfahrungen. Ich weiß es aus der Liebe Gottes und durch meine Verbindung mit Ihm. Ich weiß, wie sich Zweifel anfühlen, und ich kenne den Zustand der Verzweiflung und der Trauer sehr gut. Ich weiß tief in meinem Herzen, dass es ein Leben nach dem Tode gibt, und ich weiß aus meinem Leben sowie von meiner Arbeit her, dass die Verstorbenen unter uns weilen. So wie wir mit den Heiligen über die Telepathie kommunizieren, so können wir uns auch mit den Verstorbenen von Seele zu Seele verständigen. Es ist sogar viel einfacher, 32
  • 33. denn es trennen uns keine Mauern mehr und keine Körper. Wir erkennen den verstorbenen Menschen ganz einfach an einem bestimmten Gefühl. Indem wir mit ihm sprechen, so tun wir dies mit der Gewissheit, dass unsere Worte und unsere Gefühle unmittelbar empfangen werden. Sagen wir ihnen einfach alles, was unausgesprochen blieb. Es ist nie zu spät! Und denken Sie daran: * „Das Allerbeste und Alleredelste ist dies: schweigen und schweigend Gott wirken und reden lassen. Mitten in dem Schweigen ward zu mir das heimliche Wort gesprochen.“ (Teresa von Àvila) * 33
  • 34. IV. Der Heilige Geist Wer oder was ist der Heilige Geist? Jesus sprach zu seinen Aposteln: „Dann werde ich den Vater bitten, dass Er an meiner Stelle jemanden zu euch senden soll, der euch helfen wird und euch nie verlässt. Dies ist der Geist der Wahrheit. Die Welt kann Ihn nicht aufnehmen, denn sie ist blind für Ihn und erkennt Ihn deshalb nicht. Aber ihr kennt Ihn, denn Er lebt schon jetzt bei euch, und einmal wird Er in euch sein. Nein, ich lasse euch nicht als Waisenkinder zurück. Ich komme wieder zu euch.“ (Johannes 14,16-18). An Pfingsten erlebten die Jünger Jesu die ganze Bandbreite des Heiligen Geistes in Form Seiner Gaben und Früchte: „Als der Pfingsttag gekommen war, befanden sich alle am gleichen Ort. Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daher fährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie waren. Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder. Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen, in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab“. (Apg. 2,1-4). Dies war die Geburtsstunde der Kirche, denn durch ihre Erleuchtung konnten die Jünger Sein Wort verkünden. Jesus sprach durch Seine Jünger, es war nicht nur eine Erzählung Seiner Geschichte. Ohne den Heiligen Geist wäre Jesus wahrscheinlich eine Randfigur der Geschichte geblieben, interessant genug, um von Ihm zu berichten, aber Sein Wirken als Sohn Gottes, als Gottes leibliche Gestalt, wäre niemals verkündet worden. Dadurch wurde die Bibel zum Buch der Bücher, ein Heiliges Buch, ein Buch Gottes für die Menschen, geschrieben von jenen, die Er als Heiliger Geist erleuchtete. Der Heilige Geist kommt bei der Taufe und bei der Firmung auch über uns. Von der Taufe Christi heißt es: „In jenen Tagen kam Jesus aus Nazaret in Galiläa und ließ sich von Johannes im Jordan taufen. Und als Er aus dem Wasser stieg, sah Er, dass der Himmel sich öffnete und der Geist wie eine Taube auf Ihn herabkam. Und eine Stimme aus dem Himmel sprach: Du bist mein geliebter Sohn, an Dir habe ich Gefallen gefunden.“ (Markus 1,9-11). Es gibt in der katholischen Kirche Gelegenheiten, die an unsere Taufe erinnern: Ständig präsent ist das Weihwasser am Eingang der Kirche, mit dem wir uns bekreuzigen. Es ist nicht einfach irgendein Wasser. Es wird mit Weihegebeten geweiht und erhält dadurch die Kraft Gottes. In der Osternacht geschieht die Erneuerung des Taufbekenntnisses der Gemeinde in der Liturgie. Am Sonntag nach Epiphanie (6. Januar) wird das Fest der Taufe des Herrn gefeiert, das an die Taufe Jesu durch Johannes den Täufer im Jordan erinnert. Der dabei erteilte Segen mit Weihwasser ist ebenfalls sehr viel wirkungsvoller als ein normaler Segen. Den größten Eindruck des Heiligen Geistes hatte ich anlässlich meiner Firmung, was ich in der Einführung dieses Buches schon erwähnte, als ich meine Liebesbeziehung mit Gott begann. Seitdem weiß ich, wer oder was der Heilige Geist ist, und Seine Gnadengaben, Früchte und Tröstungen wurden mir mehr und mehr zuteil. Ich bin mir dessen vollkommen bewusst, dass es sich um Geschenke Gottes handelt, die uns „das Leben“ nicht geben kann. Allerdings verlangt Gott nach meiner Erfahrung, dass wir 34
  • 35. erstens Vorarbeit leisten und uns als gereift, als würdig erweisen und zweitens uns ständig entwickeln müssen, damit diese Gaben sich richtig entfalten können. Wir erhalten zuerst ein wenig, werden dann geprüft, ob wir es auch annehmen und es richtig verwenden; und erst dann kommt das nächste Geschenk. Immer mit einer „Rückruf- Option“ verbunden, falls wir uns der Gabe nicht würdig zeigen oder vielleicht dadurch überfordert sind. Ich selbst habe mich in den zwei Jahren nach meiner Firmung in immer kürzeren Abständen komplett gehäutet. Jedenfalls haben diese Geschenke des Heiligen Geistes nichts mit den Lorbeeren zu tun, auf denen man sich ausruhen könnte – ganz und gar nicht. Und trotzdem erfüllt mich eine andauernde Demut und Dankbarkeit, und ich möchte sie nicht mehr missen! * „Die vollkommene Liebe wird uns nicht auf einmal zuteil, weil wir nicht alles auf einmal hergeben.“ (Teresa von Àvila) * 35
  • 36. Die sieben Gaben des Heiligen Geistes (Charismen) Religiöser Begriff Im Neuen Testament und älteren Christentum bezeichnet Charisma die aus Wohlwollen gespendete Gabe (Gnadengabe) des Heiligen Geistes an die Christen. Dazu zählen: Verstand, Wissenschaft, Weisheit, Rat, Frömmigkeit, Gottesfurcht, Stärke, Erkenntnis, Glaube, Prophetie, Krankenheilungen, Wundertaten, Geisterunterscheidung, Zungenrede und Auslegung der Zungenrede. Unter besonderer Betonung einiger dieser Charismen entstanden in der Neuzeit geistliche Aufbruchsbewegungen wie die charismatische Bewegung oder die Pfingstbewegung. 1. Korinther 12,10: „In einem jeglichen erzeigen sich die Gaben des Geistes zum allgemeinen Nutzen. Einem wird gegeben durch den Geist, zu reden von der Weisheit; dem andern wird gegeben, zu reden von der Erkenntnis nach demselben Geist; einem andern der Glaube in demselben Geist; einem andern die Gabe, gesund zu machen in demselben Geist; einem andern, Wunder zu tun; einem andern Weissagung; einem andern, Geister zu unterscheiden; einem andern mancherlei Sprachen; einem andern, die Sprachen auszulegen. Dies aber alles wirkt derselbe eine Geist und teilt einem jeglichen seines zu, nach dem Er will.“ Die Voraussetzungen für diese Gnaden sind: 1) die Wassertaufe im Namen Jesus Christus 2) die Geistige Taufe durch den Heiligen Geist 3) der absolute Glaube an Vater, Sohn und Heiligen Geist 4) ein angepasster Lebenswandel in Demut und Nächstenliebe 5) eine ständige geistige (spirituelle) Weiterentwicklung Die Geistesgaben wirkten sich bei den Aposteln verschieden aus: Thomas besaß die Gabe des Verstandes, Johannes die Gabe der Weisheit, Philippus die Gabe des Rates, Jakobus die Gabe der Frömmigkeit, Andreas die Gabe der Gottesfurcht, Petrus die Gabe der Stärke, Matthäus die Gabe der Einsicht. Ich möchte die einzelnen Charismen zum allgemeinen Verständnis näher erläutern bzw. in einzelne Gruppen einteilen: Verstand, Wissenschaft, Weisheit, Rat, Erkenntnis Diese Charismen betreffen die Erkenntnis der unsagbaren Größe (Gnosis). Durch Unkenntnis entsteht Leid, durch die Erkenntnis entsteht die Liebe, und der Mensch wird erlöst. Es ist nicht der Verstand in unserem Gehirn. Es ist nicht das erlernbare Wissen. Es geht um das intuitive Wissen, das tief in unserem Unterbewusstsein verborgen ist. Es entwickelt sich mit der Weisheit und der Erkenntnis. Dies befähigt uns dazu, anderen Menschen einen Rat zu geben. Dieser Rat kommt wiederum nicht aus unserem Bewusstsein, wir denken uns nichts aus, wir blähen unser Ego nicht auf, um klug daherzureden. Nein, der Rat kommt von Gott, und wir sprechen ihn aus. Das Charisma Wissenschaft bedeutet, dass wir plötzlich die Einzelheiten der Wissenschaft zu einem Ganzen zusammenfügen können. Plötzlich wissen wir – wieder rein intuitiv – wie es um die Dinge steht. Der Nachteil ist: Alles Normale langweilt uns, da wir alles schon kennen bzw. das Falsche sofort entlarven. Die Vorteile: Es wird uns bewusst, wie wir alle die Verantwortung mittragen, beispielsweise im Umweltschutz. 36
  • 37. Das gesamte Spektrum der Ökologie breitet sich vor uns aus, obwohl wir es nicht in Büchern gelernt haben, sondern von innen heraus erfahren. Wir verstehen das Universum. Wir verstehen Stephen Hawkings, wenn er von dem Urknall spricht und selbst die Erkenntnis hat: „Da muss doch noch etwas vorher gewesen sein; also gibt es doch einen Gott!“ Albert Einstein befürchtete, verrückt zu werden, falls es stimmte, dass „Gott würfelt“, das heißt nicht im klassisch linearen Sinn berechenbar ist. Wir verstehen die neuen Wissenschaftler der Quantentheorie, wenn sie erkennen, dass die ehemalige „große Leere“ sogar Energie enthält; wissend: Es gibt keine Leere, Gott ist in allem. Wir können vielleicht nicht mitreden, weil uns der Wortschatz fehlt. Aber wir verstehen es intuitiv: Die Naturgesetze sowie die geistigen Gesetze reflektieren dieselbe Wahrheit: Gott. Frömmigkeit, Gottesfurcht, Glaube, Stärke Dabei geht es um den Glauben aus dem Herzen, um die Liebe zu Gott und die tiefe Demut vor Ihm. Diese Liebe macht uns einerseits stark, sie gibt uns allerdings auch die notwendige Furcht, Ihn immer zufriedenstellen zu wollen. Die Seele, die einmal Gott verlassen und dies als Fehler erkannt hat, wird diesen Fehler nie wiederholen; wissend, Es hätte auch anders kommen können! Teresa von Àvila, Die Innere Burg, 6. Wohnung: „Durch die Herrlichkeiten, die Er der Seele mitteilt, erkennt sie nämlich viel klarer die Größe Gottes. Es erschreckt sie, wie sie so vermessen sein konnte, sie beweint ihre geringe Ehrfurcht, und so irrwitzig erscheint ihr die eigene Torheit, dass sie es nie genug beklagen kann, wenn sie daran denkt, dass sie eine solch erhabene Majestät so niedriger Dinge wegen je verließ.“ Die Stärke bedeutet auch gleichzeitig Demut. Meine Gebete können die Welt aus den Angeln heben – aber immer nur, wenn Gott es will! Ich bin nichts, ich bin klein wie ein Sandkorn! Ich bin nichts, und alles kommt aus Gott. Krankenheilungen, Wundertaten, Prophetie: Wir gehorchen einem Impuls Gottes. Gott hat uns als Seinen Kanal auserkoren, und wir führen diese Taten auf Seinen Impuls hin aus: Die Krankenheilung per Handauflegen und Beten, die Wundertaten erweisen sich in der Form der Spontanheilungen sowie in der Beherrschung der Elemente; die Prophetie bedeutet die Verkündung von Gottes Wort (griech: „Einer, der für einen Anderen spricht“). Das beinhaltet auch die Vorhersagen von wichtigen Ereignissen. Geisterunterscheidung, Zungenrede und deren Auslegung: Nach meiner Erfahrung zeigt sich das Charisma der Zungenrede in der Fähigkeit, in einer Fremdsprache zu träumen oder zu denken oder Worte und Sätze davon sprechen und verstehen zu können, ohne sich dessen bewusst zu sein. Die Auslegung der Zungenrede habe ich gespürt, nachdem ich gefirmt war: Meine Seele erinnerte sich, wie es der Papst in dem Vorwort zur Lateinischen Messe beschrieb. Tief in uns ist der Wortlaut in allen Sprachen vergraben, und wenn wir diese Worte hören, erinnert sich die Seele. Meine Seele konnte also plötzlich Latein; jedenfalls genug um die Heilige Messe in Latein dem Sinn nach zu verstehen und darin aufzugehen und in den ersten drei Messen in Tränen auszubrechen. 37
  • 38. Die Geisterunterscheidung brauchen wir zur Erkennung der falschen Propheten, und diese sind, wie wir alle sehr gut wissen, zahlreich. Sobald wir das Charisma des Heiligen Geistes erhalten haben, wissen wir, etwas ist richtig oder falsch! Wir werden niemals Opfer einer Sekte. Wir durchschauen sie sofort. Wir werden indirekt sogar hingeführt, damit wir helfen können, deren Opfer zu befreien. Das habe ich bereits getan, kann es hier natürlich nicht weiter ausführen. Papst Johannes Paul II., der alle Charismen des Heiligen Geistes schon in seiner Erscheinung ausstrahlt, hat diese Heilungs-Charismen auch bei nicht-geweihten Personen anerkannt und am 25. September 2000 die Veröffentlichung dieser Erkenntnis angeordnet. Unser jetziger Papst Benedikt XVI. war damals Vorsitzender dieser Kongregation. Somit stehen zwei Päpste auf unserer Seite – ist das nicht wunderbar?! Auszug aus: Kongregation für die Glaubenslehre Instruktion über die Gebete um Heilung durch Gott: „Wie bereits erwähnt, erweitern das Ende des Markusevangeliums wie auch der Galaterbrief den Horizont und beschränken die wunderbaren Heilungen nicht auf die Tätigkeit der Apostel und einige Verkünder des Evangeliums, denen eine herausragende Bedeutung bei der ersten Missionierung zukommt. Unter diesem Gesichtspunkt sind die Hinweise auf die „Heilungs-Charismen“ (vgl. 1 Kor 12,9.28.30) besonders wichtig. Die Bedeutung des Wortes Charisma ist an sich sehr weit; ein Charisma ist eine „frei geschenkte Gabe“, im genannten Fall geht es um „Gaben, Krankheiten zu heilen“. Diese Gnadengaben werden einem einzelnen zugeteilt (vgl. 1 Kor 12,9), sie werden also nicht verstanden als Heilungen, die ein jeder der Geheilten für sich selbst erlangt hat, sondern als eine Gabe, die einer Person gegeben ist, um Heilungsgnaden für andere zu erwirken. Diese Gabe wird verliehen in dem „einen Geist“, wobei nicht näher bestimmt wird, wie diese Person die Heilungen erwirkt. Man kann davon ausgehen, dass dies durch das Gebet geschieht, vielleicht begleitet durch eine symbolische Geste.“ (Quelle:www.vatican.va/roman_curia/congregations/cfaith/documents/rc_con_cfaith_do c_20001123_istruzione_ge.html) 38
  • 39. Die zwölf Früchte des Heiligen Geistes „Komm Heiliger Geist, öffne die Herzen Deiner Gläubigen und erfülle Sie mit Deiner Liebe.“ Im Neuen Testament schreibt der Evangelist Matthäus: „An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen.“ (Mt 7.16) Die Früchte sind: Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Langmut, Sanftmut, Treue, Bescheidenheit, Enthaltsamkeit, Keuschheit. Über die Liebe handelt dieses Buch. Die Freude möchte ich hier besonders erwähnen. Auch Teresa von Àvila empfand eine große Freude in ihrer Spiritualität, die aus der gewonnenen inneren Freiheit entspringt. Das Herz wird frei. Die Demut bedeutet keine Schwere, keine Last, sondern ein Gefühl der Leichtigkeit und der Freiheit. Ich selbst bete nun das Vaterunser als Bittgebet und als Lobpreis mit hoch erhobenen Armen. Die Kraft des Heiligen Geistes durchströmt meinen ganzen Körper, und meine Hände werden schön warm. Der Heilige Geist lässt unser Ego absterben wie von selbst. Erst dann können sich Seine Früchte voll entfalten. Wie von selbst wird aus einem ungeduldigen Menschen ein geduldiger Mensch. Langmut, Sanftmut – dem egozentrischen Menschen völlig unbekannt. Enthaltsamkeit und Keuschheit werden als weltfremd abgetan von den Menschen, die gerade dabei sind, durch ihren Irrtum zugrunde zu gehen. Der spirituelle Mensch verwandelt seine Sexualkraft in Geisteskraft – und er erkennt, dass das, was er früher Liebe nannte, selten die Göttliche Liebe, sondern eher der Befriedigung des Mangels an Eigenliebe diente. Wie unterscheide ich diese Göttliche Liebe von der weltlichen? Ganz einfach: Die Göttliche Liebe stirbt niemals. Sie kehrt sich nicht plötzlich in Hass um. Sie haben keine Angst um diese Liebe. Sie lieben einfach. Selbst wenn der Mensch nicht bei Ihnen ist und vielleicht niemals sein wird – Sie lieben ihn, Ihre beider Seelen lieben einander – voilà! Nach den anfänglichen Unruhen löst sich der Schmerz, und zurück bleiben Zufriedenheit und Freude. Die sieben Tröstungen des Heiligen Geistes In den zwölf Früchten des Heiligen Geistes sind auch Seine Tröstungen enthalten. Das Weinen ist ein ganz starker Trost. Doch es gibt viele Menschen, die es nicht können. Ich kann es, und ich bin froh darüber! Ich hätte mir manchmal gewünscht, die Tränen zurückhalten zu können, vor allem während der Messen im Dom, wenn ich wieder einmal völlig aufgelöst in der ersten Reihe hing und mich alle sehen konnten. Ich musste tapfer durch diese Entwicklungsphase durch. Wobei ich mir sicher bin: Es waren nicht immer meine eigenen Tränen, die da flossen. Ich weinte oft die Tränen der anderen. Anlässlich des Neujahrsempfanges des Bischofs von Limburg in 2010 entschuldigte ich mich bei ihm wegen meiner vielen Tränenmeere in seinen wunderschönen Messen. Er bedankte sich für mein Mittragen. Gerne! * „Vorausgesetzt wir geben unser Gebet nicht auf, dann wird der Herr alles, was wir tun, zu unserem Vorteil umwandeln, sogar dann, wenn wir niemanden finden, der uns unterrichtet.“ (Teresa von Àvila) * 39
  • 40. V. Jesus Mein Weg zu Jesus Jesus war einfallsreich und geduldig. Bis ich endlich begriffen hatte, dass die Zeichen um mich herum, am Himmel, im Wasser und auf Erden, von Ihm kamen, dauerte es Jahre. Von einigen Gelegenheiten möchte ich hier erzählen: Vor drei Jahren fuhr ich nach Plouescat, einem kleinen Ort am Ärmelkanal im Département Finistère in der Bretagne, der westlichsten kontinentalen Region Frankreichs. Sie erhielt bereits in der römischen Zeit den Namen 'Finis Terrae' (Ende der Erde), der bretonische Name lautet 'Penn ar Bed' (Anfang, Spitze oder auch Haupt der Welt). Interessant finde ich, dass die Römer diese Region als das 'Ende der Erde' bezeichneten, die Flüchtlinge und Einwanderer aus Großbritannien, die die bretonische Sprache aus Cornisch (Cornwall) und Walisisch (Wales) entwickelten, als den 'Anfang der Welt'. Für die Römer war dieses Land ein Fleckchen Erde, sogar das Ende der Erde, für die Bretonen war es der Anfang der Welt. Mit dem Wort 'Welt' wird die Totalität bezeichnet, die Gesamtheit des Universums, des Weltalls, des Seienden. Diese Weltanschauung übertrug sich auf den Charakter der Menschen; sie ist heute noch energetisch spürbar. Nicht von ungefähr erfuhr ich dort diese beeindruckenden mystischen Erlebnisse und hatte das Licht Gottes auf meinen Fotos eingefangen. Das Wort Département bedeutet übrigens Verwaltungseinheit. Dies nur zur kompletten Information. Weil ich dieses Stück Erde, Pardon!, dieses Stück Welt, so sehr liebe und es in den 1980er Jahren besser kannte als meine eigene Heimat. Es bedeutete für mich Freiheit und Geborgenheit zugleich, Liebe zu allen Dingen, zu den Menschen, zu der Sprache und zu der überwältigenden Natur, der Architektur und natürlich auch die Liebe zum Essen – ich konnte mich von dem Meeresgetier ernähren –, und irgendwie war es auch die Mystik, die ich allerdings derzeit noch nicht genau einordnen konnte. Mystik war damals der Oberbegriff für das Geheimnisvolle. Dieses erstreckte sich lediglich auf die Natur und das Empfinden ihrer Schönheit und ihrer Schauspiele, die sich stündlich änderten und sich niemals wiederholten. Ich hatte ja noch keinen Zugang zu den angeblich 7.777 Heiligen der Bretagne – von denen nicht viele kirchlich anerkannt sind. Außerdem gibt es unzählige Heilquellen. Und es gibt die weltweit einzigartigen 'Calvaires', die Kalvarienberge, die zu den 'Enclos Paroissiaux', den Umfriedeten Pfarrbezirken, gehören. Diese entstanden im 16. und 17. Jahrhundert vor allem im Gebiet Finistère. Ein Kalvarienberg erzählt in beeindruckender Weise von dem Leben und der Passion Christi. Wer also im Département Finistère schon einmal außerhalb der Touristensaison seinen Urlaub verbrachte oder dort lebte, kann diese Bezeichnung 'Anfang der Welt' sehr gut nachvollziehen. 1980 lebte ich ein Jahr in der Nähe von Lorient im westlich gelegenen Département Morbihan. Dieses befindet sich in der Südbretagne im gleichnamigen Golf 'Mor Bihan', was 'kleines Meer' bedeutet. Im Morbihan entstanden in der Jungsteinzeit Westeuropas die berühmten Grabhügel (Tumulus), woraus in Kombination mit den riesigen Menhiren die Megalithanlagen und Steinkreise entstanden. Berühmt sind die Steinkreise von Carnac. Ich wohnte in einem kleinen Haus direkt am Meer. Vom Garten aus konnte ich direkt die Felsen betreten, die bis zum Atlantik hinaus reichten. Bei einer Sturmflut stand oft der Garten unter Wasser, und in den 'Doigts de Sorcière' (zu Deutsch 40
  • 41. Hexenfinger), einer Wucherpflanze, die den ganzen Garten überzog, verfingen sich die Muscheln. Vielleicht wächst dort auch noch meine chinesische Hanfpalme, die ich damals mit umgezogen hatte. Klimatisch gesehen ist es durchaus möglich, denn der Golfstrom fließt an der Atlantikküste vorbei und sorgt für ein raues, aber mildes Klima mit frostfreien Wintern. Als ich dieses Fleckchen Erde, das einmal kurzfristig meine Heimat war, während meines Urlaubs besuchen wollte, fand ich es nicht mehr! Die gesamte Küste wurde für eine Ferienanlage mit Jachthafen komplett zugebaut. Dafür verbrachte ich in Plouescat zehn Tage fast mutterseelenallein auf einem Campingplatz am Meer in einem Mobilheim, sehr komfortabel und sehr ruhig, ohne Fernseher und Computer, und Handy nur zum Notfall. Allein der Umstand, wie ich dort hinfand, war ziemlich schräg. Gott genügte auch in diesem Fall... Mein Weg führte mich von Deutschland aus nonstop zum Mont Saint Michel, dieser legendären Klosterinsel im Ärmelkanal zwischen der Normandie und der Bretagne, auf der heute noch eine Handvoll Benediktinermönche lebt und die täglichen Ströme von Touristen erträgt. Dafür ist es nachts ruhig in den mittelalterlichen Gassen, und die wenigen Touristen genießen nach einem vorzüglichen Essen in den Restaurants oder Crèperien und einem anschließenden Spaziergang auf dem Weg entlang der Stadtmauer rings um den Klosterberg herum eine ruhige Nacht in klösterlicher Atmosphäre. Das Besondere an dieser Insel ist der riesige Unterschied der Gezeiten. Bei Ebbe zieht sich das Meer bis zu siebzehn Kilometer weit zurück, und man kann wunderschöne Wattspaziergänge unternehmen. Sobald die Flut zurückkehrt, muss man sich allerdings beeilen, denn der Berg wird bis auf den Damm, der ihn mit dem Festland verbindet, vom Meer umspült. Auf diesem Damm kann man mit dem Auto bis zu den Parkplätzen fahren. Die Busse verlassen die Insel abends wieder, und die wenigen PKWs der Übernachtungsgäste parken auf höher gelegenen Plätzen. Ich war etwa zehn Jahre nicht mehr auf dem Mont, wie die Einheimischen ihren Berg nennen. (Übrigens, zu Anfang hieß er 'Mont-Tombe', das bedeutet Grab-Berg.) Es war, wie ich es von früher her kannte: voller Touristen, die sich durch die engen Gassen drückten und die Andenkenläden durchstöberten. Ich suchte mein Zimmer auf, das ich einige Tage zuvor reserviert hatte. Es lag etwas abseits der Hauptstraße, und ich hatte aus meinem Fenster einen sehr idyllischen Blick auf einen alten Friedhof und einen grünen Garten mit Hortensien, die Nationalblume der Bretonen, die allerdings erst Ende Juni blüht. Weiter oben sah ich die dreistöckige Klosterkirche, die über hohe Treppen erreichbar ist. Hinter dem Garten erstreckte sich bereits die Stadtmauer, und darüber schien die Sonne an einem wolkenlosen blauen Himmel. Es war sehr ruhig, und ich hörte von weitem nur das aus weiter Ferne herannahende Meer. Da noch etwas Zeit bis zum Essen war, besuchte ich eine Künstlerin, die sich auf die Herstellung von Kupferschmuck spezialisiert hatte, und kaufte ein wunderschönes Amulett, das mich in der Form an die Göttlichkeit des Menschen erinnerte. Die eingearbeitete kleine Krone bedeutete Jesus für mich. Zurück in meinem Zimmer, legte ich mich auf das Bett und las in einem Buch über Jesus. Dann schloss ich die Augen, legte das Buch beiseite und meine Halskette mit dem neuen kupfernen Anhänger darauf. Obenauf legte ich meine linke Hand. Zum Ausruhen kam ich nicht! Nach ein paar wenigen Minuten fing ich an zu glühen. Und ich glühte immer mehr! Von Kopf bis Fuß, und dieses Glühen erstreckte sich auf das gesamte Bett. Ich rutschte zur Seite, aber dort war es auch schon so heiß, dass ich nicht liegen konnte. Mir wurde mulmig; ich wusste, das geht nicht mit rechten Dingen zu. Ich weiß sehr gut, 41