Wuppertal, 28. Oktober 2010


Populäre Ernährungsirrtümer

Jeder weiß, dass Margarine weniger Kalorien enthält als Butter – oder doch
nicht? Es kursiert viel vermeintliches Wissen über „gesunde“ Ernährung,
doch einiges davon ist falsch oder sehr vereinfacht dargestellt. Marianne
Rudischer, Ernährungsmedizinische Beraterin bei der BARMER GEK hilft,
die Mythen richtig einzusortieren.


Margarine hat weniger Fett und Kalorien als Butter
Beide Produkte haben einen fast identischen Kalorien- und Fettgehalt. Zum
Vergleich: 100 g Butter enthält durchschnittlich 755 Kalorien und 83 g Fett;
bei Margarine sind es 722 Kalorien und 80 g Fett.


Joghurt macht schlank
Joghurt gilt als Schlankmacher. Aber: Kein Lebensmittel allein „macht
schlank“ oder führt zu Übergewicht. Ausschlaggebend für die Gewichtsent-
wicklung ist, wie viel insgesamt über den Tag verteilt gegessen wird. Bei
Joghurt ist Naturjoghurt der mit dem geringeren Kalorienanteil: er enthält bei
1,5 Prozent Fett ca. 75 Kalorien. Bei gleicher Fettgehaltsstufe enthält ein
Joghurt mit Früchten hingegen ca. 125 Kalorien.


Müsli-Riegel sind eine gesunde Zwischenmahlzeit
Müsliriegel zählen zu den Süßwaren. Sie werden durch den Getreideanteil
nicht aufgewertet, denn in vielen Müsliriegeln ist der Zucker- und Fettgehalt
sehr hoch. Enthalten sind neben Haushaltszucker oft auch Fruchtzucker,
Malzzucker, Honig oder Glucosesirup. Riegel, die keinen Zusatzzucker ent-
halten, werden überwiegend mit Sirup gebunden, sie sind dann etwas kalo-
rienärmer.
                                                                                 _______________________

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Honig ist gesünder als Zucker                                                    Lichtscheider Straße 89
                                                                                 42285 Wuppertal
Mit Honig wird eine besondere „Naturbelassenheit“ verbunden, doch die
                                                                                 Tel.: 0202 56 81 99 14 01
Hauptbestandteile von Honig sind – wie beim Zucker auch – Fruchtzucker           Fax: 0202 56 81 99 14 59
                                                                                 presse@barmer-gek.de
                                                                                 www.barmer-gek.de
und Traubenzucker. Die in Honig enthaltenen Vitamine, Mineralstoffe und
                                                                                 Athanasios Drougias (Ltg.)
Enzyme sind nur in geringen Mengen vorhanden und leisten keinen nen-             Tel.: 0202 56 81 99 14 21
                                                                                 athanasios.drougias@barmer-gek.de

                                                                                 Dr. Kai Behrens
                                                                                 Tel.: 030 25331 44 3020
                                                                                 kai.behrens@barmer-gek.de
nenswerten Beitrag zur Nährstoffversorgung. Beide Süßungsmittel sind glei-
chermaßen kariesfördernd, doch durch die stärkere Süßkraft des Honigs
kann er sparsamer verwendet werden. Als Faustregel gilt: Wer Honig statt
Zucker zum Süßen verwendet, benötigt nur etwa ein Drittel der Menge.


Bonbons mit Vitaminzusätzen sind gesünder
Auch die mit künstlichen Vitaminen angereicherten Bonbons enthalten als
Hauptbestandteil Zucker, sie sind daher nicht gesünder als andere Süßigkei-
ten. Es handelt sich also lediglich um einen Marketing-Trick der Hersteller.


Fruchtnektar ist gesünder als Fruchtsaft
Nektar war die Götternahrung in der griechischen Mythologie, viele Men-
schen nehmen daher an, dass es sich um ein besonders edles Produkt han-
delt. Das Gegenteil ist der Fall: Als Fruchtnektar bezeichnet man verdünnte
Zubereitungen, die zwischen 25 und 50 Prozent Fruchtsaft und als Rest
Wasser und Zucker enthalten. Fruchtsäfte hingegen bestehen zu 100 Pro-
zent aus Saft und Fruchtfleisch.


Braune Eier sind gesünder als weiße
Die Farbe der Eierschale hängt allein von der Rasse der Hühner ab. Art und
Menge der Inhaltsstoffe wie Eiweiß, Vitamine und Mineralstoffe unterschei-
den sich nicht. Braune Eier haben lediglich eine etwas festere Schale.


Alkohol wärmt auf
Der Alkohol in Glühwein, Grog und Co. erweitert die Blutgefäße in der Haut
und fördert damit die Durchblutung, dadurch entsteht ein Wärmegefühl. Doch
das zirkulierende Blut transportiert die Wärme von der Hautoberfläche ins
Körperinnere und kühlt die Haut schnell ab. Alkoholische Heißgetränke sind
daher nicht geeignet, um sich aufzuwärmen. Besser geeignet sind alkohol-
freier Punsch, Ingwer- oder Schwarztee mit Zitrone, Kandis und Gewürznel-
                                                                               _______________________
ken.
                                                                               Pressestelle
                                                                               Lichtscheider Straße 89
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                                                                               Fax: 0202 56 81 99 14 59
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                                                                               www.barmer-gek.de

                                                                               Athanasios Drougias (Ltg.)
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                                                                               Dr. Kai Behrens
                                                                               Tel.: 030 20 61 87 99 18
                                                                               kai.behrens@barmer-gek.de

PM Ernährungsirrtümer.pdf

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    Wuppertal, 28. Oktober2010 Populäre Ernährungsirrtümer Jeder weiß, dass Margarine weniger Kalorien enthält als Butter – oder doch nicht? Es kursiert viel vermeintliches Wissen über „gesunde“ Ernährung, doch einiges davon ist falsch oder sehr vereinfacht dargestellt. Marianne Rudischer, Ernährungsmedizinische Beraterin bei der BARMER GEK hilft, die Mythen richtig einzusortieren. Margarine hat weniger Fett und Kalorien als Butter Beide Produkte haben einen fast identischen Kalorien- und Fettgehalt. Zum Vergleich: 100 g Butter enthält durchschnittlich 755 Kalorien und 83 g Fett; bei Margarine sind es 722 Kalorien und 80 g Fett. Joghurt macht schlank Joghurt gilt als Schlankmacher. Aber: Kein Lebensmittel allein „macht schlank“ oder führt zu Übergewicht. Ausschlaggebend für die Gewichtsent- wicklung ist, wie viel insgesamt über den Tag verteilt gegessen wird. Bei Joghurt ist Naturjoghurt der mit dem geringeren Kalorienanteil: er enthält bei 1,5 Prozent Fett ca. 75 Kalorien. Bei gleicher Fettgehaltsstufe enthält ein Joghurt mit Früchten hingegen ca. 125 Kalorien. Müsli-Riegel sind eine gesunde Zwischenmahlzeit Müsliriegel zählen zu den Süßwaren. Sie werden durch den Getreideanteil nicht aufgewertet, denn in vielen Müsliriegeln ist der Zucker- und Fettgehalt sehr hoch. Enthalten sind neben Haushaltszucker oft auch Fruchtzucker, Malzzucker, Honig oder Glucosesirup. Riegel, die keinen Zusatzzucker ent- halten, werden überwiegend mit Sirup gebunden, sie sind dann etwas kalo- rienärmer. _______________________ Pressestelle Honig ist gesünder als Zucker Lichtscheider Straße 89 42285 Wuppertal Mit Honig wird eine besondere „Naturbelassenheit“ verbunden, doch die Tel.: 0202 56 81 99 14 01 Hauptbestandteile von Honig sind – wie beim Zucker auch – Fruchtzucker Fax: 0202 56 81 99 14 59 presse@barmer-gek.de www.barmer-gek.de und Traubenzucker. Die in Honig enthaltenen Vitamine, Mineralstoffe und Athanasios Drougias (Ltg.) Enzyme sind nur in geringen Mengen vorhanden und leisten keinen nen- Tel.: 0202 56 81 99 14 21 athanasios.drougias@barmer-gek.de Dr. Kai Behrens Tel.: 030 25331 44 3020 kai.behrens@barmer-gek.de
  • 2.
    nenswerten Beitrag zurNährstoffversorgung. Beide Süßungsmittel sind glei- chermaßen kariesfördernd, doch durch die stärkere Süßkraft des Honigs kann er sparsamer verwendet werden. Als Faustregel gilt: Wer Honig statt Zucker zum Süßen verwendet, benötigt nur etwa ein Drittel der Menge. Bonbons mit Vitaminzusätzen sind gesünder Auch die mit künstlichen Vitaminen angereicherten Bonbons enthalten als Hauptbestandteil Zucker, sie sind daher nicht gesünder als andere Süßigkei- ten. Es handelt sich also lediglich um einen Marketing-Trick der Hersteller. Fruchtnektar ist gesünder als Fruchtsaft Nektar war die Götternahrung in der griechischen Mythologie, viele Men- schen nehmen daher an, dass es sich um ein besonders edles Produkt han- delt. Das Gegenteil ist der Fall: Als Fruchtnektar bezeichnet man verdünnte Zubereitungen, die zwischen 25 und 50 Prozent Fruchtsaft und als Rest Wasser und Zucker enthalten. Fruchtsäfte hingegen bestehen zu 100 Pro- zent aus Saft und Fruchtfleisch. Braune Eier sind gesünder als weiße Die Farbe der Eierschale hängt allein von der Rasse der Hühner ab. Art und Menge der Inhaltsstoffe wie Eiweiß, Vitamine und Mineralstoffe unterschei- den sich nicht. Braune Eier haben lediglich eine etwas festere Schale. Alkohol wärmt auf Der Alkohol in Glühwein, Grog und Co. erweitert die Blutgefäße in der Haut und fördert damit die Durchblutung, dadurch entsteht ein Wärmegefühl. Doch das zirkulierende Blut transportiert die Wärme von der Hautoberfläche ins Körperinnere und kühlt die Haut schnell ab. Alkoholische Heißgetränke sind daher nicht geeignet, um sich aufzuwärmen. Besser geeignet sind alkohol- freier Punsch, Ingwer- oder Schwarztee mit Zitrone, Kandis und Gewürznel- _______________________ ken. Pressestelle Lichtscheider Straße 89 42285 Wuppertal Tel.: 0202 56 81 99 14 01 Fax: 0202 56 81 99 14 59 presse@barmer-gek.de www.barmer-gek.de Athanasios Drougias (Ltg.) Tel.: 0202 56 81 99 14 21 athanasios.drougias@barmer-gek.de Dr. Kai Behrens Tel.: 030 20 61 87 99 18 kai.behrens@barmer-gek.de