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outreach [ˈaʊtriːtʃ] = freundlicher Kontakt
       Menschen für Museum begeistern.


Ivana Scharf für die Jahrestagung des Arbeitskreis Museumspädagogik
Ostdeutschland e.V. „ am 20. und 21. Mai 2011, Jüdisches Museum Berlin
Woher kommt Outreach ?


-  Ursprung in den USA der 1920er Jahre
-  1922 Columbian Museum of Chicago beginnt Bildungsarbeit
-  Philadelphia Museum of Art gründete in den 1930er Jahren mehre
   Außenstellen und zeigt routierende Teile der Sammlung
- 1954 setzt sich Outreach im heutigen Verständnis nach gesetzlicher
   Forderung (Anti-Diskriminierung) durch
- Vor allem Kunstmuseen wir vorgeworfen, sie seinen elitär
-  1960er Gründung von Nachbarschaftsmuseen
-  Museumstypus Nachbarschaftsmuseum trägt zur weiteren Etablierung des
   Konzeptes bei
- 60er und 70er: Museen suchen die Nichtbesucher vor Ort auf
- Seit 80er: Ausrichtung hin zu Community Management und Engagement
Outreach in Deutschland


-  1876 Julius Post gründet Wandermuseum für Arbeiterbildungsvereine
-  1903 Konferenz Museen als Volksbildungsstätten
-  Museen öffnen sich um Zuge der Volksbildungsbewegung
-  1970er weitere Öffnung und Demokratisierung der Museen
-  1970er Museumspädagogik gewinnt an Bedeutung
-  Etablierung des Museumskoffers als Methode das Museum außer
   Haus zu präsentieren
-  2008 das Outreach Konzept wird mit JMB on.tour des Jüdischen Museums
   Berlin erstmalig in Deutschland umgesetzt
Was bedeutet Outreach ?


Outreach bedeutet als Verb wortwörtlich übersetzt: hinausreichen, übertreffen
oder auch freundlicher Kontakt.

Als Nomen bedeutet Outreach zugänglich machen von Informationen und
Dienstleistungen an Personen, die andererseits benachteiligt sein könnten oder
auch Reichweite.

Outreach wird auch im Kontext von Sozialarbeit verwendet. Outreach work ist
die aufsuchende Sozialarbeit.
Definitionen von Outreach

„Outreach is a flexible term used to describe a range of services. At one end of
the spectrum it can be an extension of the museum service whereby collection
items and educational sessions are relocated to schools, centres, hospitals or
meeting rooms to substitute for a visit to the museum‘s premises. At the other
end, it can mean active marketing and awareness raising designed to
encourage more visits to the museum itself.“ (Lorente 1996)

„Extension' refers to the programmes museums offer outside the museum
building to their traditional audiences, while 'outreach' refers to museum
activities that are designed for new or non-traditional audiences, whether
offered in the museum or another location.“ (Lord/Lord: 1997)
Definitionen von Outreach

„Ebenfalls in den Museen der USA wurde der „outreach“-Gedanke entwickelt.
Er umfasst verschiedene Maßnahmen, durch die ein Museum einem einzelnen
Bürger oder auch der Bevölkerung eines ganzen Stadtteils näher gebracht und
es in die jeweilige Lebenswirklichkeit integriert wird. Dies ist unter anderem
durch gezielte Zusammenarbeit mit Schulen und Gruppen aller Art,
Museumsbusse, Museumskoffer und kleine, leicht montierbrae
Wanderausstellungen zu erreichen.“ (Waidacher 1999)

„The socially engaged musem is now no longer to be conceived of as a building
to which visitors are enticed, but a service which tailors its work to different
target audiences. As a result, outreach work has become an important menas
of service delivery, both as an end in itself, and as a way in which musuem can
publicise itself.“ (Merriman 2004)
Definitionen von Outreach

„Basically museum outreach is a process that ‘involves going out from a
specific organization or centre to work in other locations with sets of people
who typically do not or cannot avail themselves of the services of that
centre’.“ (Golding 2006)

„A systematic attempt to provide services beyond conventional limits, as to
particular segments of a community.“ (Dolan 2008)

Outreach kann als eine mögliche Strategie beschrieben werden, mit der
proaktiv und systematisch Museumsinhalte außerhalb des Museums vermittelt
und neue Besucher angesprochen werden, um perspektivisch die Bereitschaft
für einen Museumsbesuch zu erhöhen. (Scharf 2010)
Vorbehalte in Verbindung mit Outreach

-  Das Museum kann nicht die Defizite der Gesellschaft ausgleichen.
-  Das ist Sozialarbeit und sprengt die Aufgaben des Museums.
-  Was kann ein Museum schon dazu beitragen, um dieses Problem zu lösen?
- Eine Konzentration auf Outreach bedeutet die Vernachlässigung der
   Kernaufgaben.
-  Wenn wir uns an neuen Besuchern orientieren, verlieren wir unsere
   Stammbesucher.
-  Es fehlen die Ressourcen (Zeit, Geld, Mitarbeiter, Know-How)
Welche Formen hat Outreach ?

Outreach mit klassischen Vermittlungsformaten




Everson Museum of    St. Augustine    Morris Museum, New
  Art, New York      Lighthouse &            Jersey
                    Museum, Florida
Welche Formen hat Outreach ?
Outreach mit Museumskoffern




Boston Children‘s   Museum im Koffer,   The open Museum
    Museum             Nürnberg             Glasgow
Welche Formen hat Outreach ?
Outreach mit mobilen Museen damals




 1933, Besucherandrang vor dem   1949, Museumobile             1953, Artmobile
     Hygiene-Auto auf seiner
        Ostgrenzlandfahrt        Illinois State Museum   Virginia Museum of Fine Arts
Hygiene Museum Dresden, DHMB
            2006/506
Welche Formen hat Outreach ?
Outreach mit mobilen Museen heute




MAYA MOBILE, Los Angeles   Bucks County Community   JMB on.tour, Jüdisches
  County Museum of Art,       College Artmobile,       Museum Berlin
       Californien              Pennsylvania
Welche Formen hat Outreach ?
 Online Outreach




Online Teaching Resources         Virtual Outreach        Videoconferencing
Phildadelphia Musuem of Art   Michigan State University   Museum of London
                                     Museum
Welche Formen hat Outreach ?
Community Outreach




Museum of Tolerance   Tuscon Museum   Moma
    Los Angeles           of Art
Herausragende Beispiele
Herausragende Beispiele
Das Philadelphia Museum of Art wurde 1876 als Pennsylvania Museum and School of Industrial Art
gegründet nach dem Vorbild der V&A in London. Outreach hat dort eine lange Tradition. „The
Phildelphia Museum’s outreah efforts go back to the 1930s, when it established several satellite
museums to which selections from the permanent collection’s were circulated for audiences unlikely
to visit the parent building.“ (Newsom / Silver 1978: 144) 1970 wurde das DUO (Department of
Urban Outreach) gegründet mit zahlreichen Aktivitäten in unmittelbarer Nachbarschaft des
Museums. Aus dieser Tradition heraus ist der Gedanke heute fest im Leitbild des Musuems
verankert: „Making art accessible to everyone“. Das spiegelt sich auch im umfangreichen
Museumsprogramm mit Community Engagement, Diversity & Outreach, Accessibility, Online
Learning und Social Media“ wider.

http://www.philamuseum.org




Das National Museum of Australia in Canberra (Völkerkundemuseum ) wurde 2001 eröffnet.
Ein wichtiges Ziel im strategischen Plan für 2008 bis 2013 des National Museum ist die
Einbeziehung der australischen Bevölkerung. Das Museum hat ein Interesse daran sich national
und international zu profilieren, indem es eine Vielzahl an eigenen Outreach Aktivitäten initiiert und
sich als Partner bei Outreach Programmen beteiligt. Die outreach Strategie mit Zielen und
Maßnahmen ist einsehbar ebenso wie die Dokumentation der Ergebnisse.

http://www.nma.gov.au/about_us/nma_corporate_documents/annual_report/2009_2010/part_two_performance_reports/
program_12_nat_ex_prog_services/outreach
Gesellschaftsorientierung als Bedingung




                       In Anlehnung an Gary E. / David D. (1994)
Was bedeutet Outreach ?

                    Audience
                  Development /
            Besucherentwicklung



                   Outreach


Social Inclusion /             Community
   Teilhabe-                  Engagement /
  gerechtigkeit                   Partizipation
Was bedeutet Outreach ?
Outreach wird häufig in Verbindung mit Audience Development genannt.
Audience Development, verstanden als Besucherentwicklung hat in den USA
und in Großbritannien unterschiedliche Ausprägungen. Während in
Großbritannien kulturpolitische Ziele ausschlaggebend waren, ist Audience
Development in den USA historisch bedingt durch die wirtschaftliche
Notwendigkeit aufgrund von sinkenden Besucherzahlen, dem Rückgang
staatlicher und privater Fördergelder und zunehmenden Konkurrenzdruck
entstanden. (Siebenhaar 2008) Audience Development beinhaltet daher nicht
zwingend eine Outreach-Strategie zur Erreichung von im Museum
ausgegrenzten Gesellschaftsgruppen. Der Outreach-Ansatz beinhaltet den
Gedanken der Teilhabegerechtigkeit, die gezielte Auswahl von ungewöhnlichen
Orten und neuen Kontexten, um Menschen außerhalb des üblichen
Museumsumfeldes anzusprechen. Outreach trägt langfristig zu einer
repräsentativeren Besucherschaft in Museen bei. Outreach ist mehr Haltung
als Methode.
Stärken von Outreach
✔                                     ✖
Beteiligung unterschiedlichster       Gesamtausrichtung der Institution
Personengruppen                       erforderlich

Kultur findet im unmittelbaren und    Erfolg stellt sich erst nach einigen
vertrauten Lebensumfeld statt         Jahren ein

Kann Nachfrage nach Kultur steigern   Personalintensiv

Kontakt zu den Bürgern                Zeitintensiv

                                      Interner Schulungsbedarf von
Vertrauensbildend
                                      Mitarbeitern
Öffentlichkeitswirksam
Ziele von Outreach
Vielen Dank!
Literatur & Links
Literatur

Appleton, J. (2007): Museums for „The People?“, in Watson, S. (2007) (Hg): Museums and their Communities, Oxon, Routledge, S. 114-126, hier S. 122.
Carrington (1995) zitiert nach Davis, P. (2007): Place exploration: museums, identity, community, in: Watson (2007) (Hg): Museums and their Communities, Routledge, London, S.
53-75, hier S. 67.
Black, G. (2005 ): The Engaging Museum. Developing museums for visitor involvement, Routledge, London
Culture on Demand. Ways to engage a broader audience (2007), Department for Culture, Media and Sport, Crown Copyright July 2007/pp1046 007
Dolan, E. (2008): Education Outreach and Public Engagement, Springer, New York
E. W. Eisner, M. D. Day. (2004): Handbook of research and policy in art education,Lawrence Erlbaum Associates, Inc., Publishers, New Jersey, Contexts for Teaching Art , Mary
Stokrock, S.439 – 466, hier S. 459.
Golding (2006): Recollection and the UK Museum: Object, Image and the World. Paper presented for the conference „Connections, Communities and Collections in Miami Beach,
Florida, USA, July 10-12, 2006.
Gary E. / David D. (1994): The handbook for museums, Routlegde, London.
Hauenschild, A. (1988): Neue Museologie. Anspruch und Wirklichkeit anhand vergleichender Fallstudien in Kanada, USA und Mexico. Deutsches Kolonial- undÜbersee-Museum,
Reihe D. Bd. 16, Bremen.
Kirchberg, V. (2005): Gesellschaftliche Funktion von Museen. Makro-, meso- und mikrosoziologische Perspektiven, Wiesbaden, VS Verlag für Sozialwissenschaften.
Lord, G.D., Lord, B. (1997): The Manual of Museum Management, Routledge, London.
Lorente, P. (Hg) (1996): The role of museums and the arts in the urban regeneration of Liverpool, Leicester.
Merriman, N. (2004): Involving the public in museum archeology, Routledge, London in Merriman, N. (Hg): Public Archeology, S. 85-108, hier S. 95 f.
Moffat, H., Woollard, V. (2004): Museum & gallery Education. A manual of good practice, AltaMiraPress, Plymouth.
Newsom, B. Y., Silver, A.Z. (1978): The Art Museum as Educator: A Collection of Studies as Guides to Practice and Policy, University of California Press, New York.
Parry, R. (2207): Recoding the Museum. Digital heritage and the technologies of change, Routledge, Abingdon
Sandell, R. (2003): Social Inclusion, the museum and the dynamisc of sectoral change. In: museum and society , Bd. 1, Nr. 1, S.45-62, Leicester University of Leicester,
https://lra.le.ac.uk/bitstream/2381/52/1/mands4.pdf
Scharf, I. (2001): Wie macht man ein Museum mobil? Die Bildungsinitiative „on.tour – Das JMB macht Schule“ des Jüdischen Museums Berlin. Fachaufsatz, erschienen in der 22.
Ergänzungslieferung im Handbuch Kulturmanagement & Kulturpolitik, Herausgeber: Prof. Dr. Friedrich Loock, Prof. Dr. jur. Oliver Scheytt, RAABE Verlag,
http://slidesha.re/mobilesmuseum
Schulte, S. (2001): Das Deutsche Hygiene-Museum in Dresden von Wilhelm Kreis. Biographie eines Museums der Weimarer Republik, Inaugural-Dissertation zur Erlangung der
Doktorwürde der Philosophischen Fakultät der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität zu Bonn
Waidacher, F. (1999): Handbuch der Allgemeinen Museologie, Böhlau, Wien.
Siebenhaar, K. (2008): „Herzlich willkommen!“ Audience Development als kulturmanageriale Herausforderung und gesellschaftlicher Auftrag. Vortrag am 29. Mai 2008 im Rahmen
der Tagung „Audience Development. Neue Konzepte für die Beziehung Museum – Öffentlichkeit“, Musuemsakademie Joaneum, Linz.
Literatur & Links
Praxisbeispiele

http://www.bostonchildrensmuseum.org/educators/teaching_kits.html
http://www.everson.org/education/tours.php
http://www.glasgowlife.org.uk/museums/our-museums/open-museum/Pages/home.aspx
http://fieldmuseum.org/schools/outreach-programs
http://www.morrismuseum.org/education/schools/outreach.html
http://www.museum-im-koffer.de
http://www.staugustinelighthouse.com/outreach.php
http://www.museum.state.il.us/exhibits/museummobile/musmobile.html
http://www.vmfa.state.va.us/Visit/About_VMFA/About_VMFA.aspx
http://www.artsmagazine.info/articles.php?view=detail&id=2009122722121366366
http://www.history.com/this-day-in-history/worlds-first-traveling-art-museum-opens-in-virginia
http://www.lacma.org/programs/artmobiles.aspx
http://www.bucks.edu/artmobile/
http://www.jmberlin.de/ksl/ontour/aktuelles/aktuelles_DE.php
http://www.philamuseum.org/exhibitions/401.html
http://museum.msu.edu/programsandpartnerships/educational/virtualoutreach/
http://www.museumoflondon.org.uk/Schools/whatson/videoconferencing.htm
http://www.museumoftolerance.com/site/c.tmL6KfNVLtH/b.5877523/k.904E/Program_Outreach_Projects.htm
http://www.mfa.org/programs/community-programs
http://media.mfa.org/dropbox/cai/cai.mp4
http://www.tucsonmuseumofart.org/education/community-outreach.php
http://www.moma.org/learn/community/programs
http://www.nma.gov.au/about_us/nma_corporate_documents/annual_report/2009_2010/part_two_performance_reports/program_12_nat_ex_prog_services/outreach

Bildnachweise
S. 2, Columbian Museum of Chicago
S. 3, Moritz Nicolaus Schmid
S. 8, unbekannt
S. 15, Philadelphia Museum of Art, National Museum of Australia
Ivana Scharf
atelier für gesellschaftsgestaltung°
Kulturprojekte, -konzepte, -managementberatung

Rödingsmarkt 14, 20459 Hamburg
Email post@atelierscharf.org www atelierscharf.org
Festnetz 040 605 349 78 Mobil 0172 734 17 91

Facebook www.facebook.com/atelierscharf
Xing https://www.xing.com/profile/Ivana_Scharf

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Museum outreach

  • 1. outreach [ˈaʊtriːtʃ] = freundlicher Kontakt Menschen für Museum begeistern. Ivana Scharf für die Jahrestagung des Arbeitskreis Museumspädagogik Ostdeutschland e.V. „ am 20. und 21. Mai 2011, Jüdisches Museum Berlin
  • 2. Woher kommt Outreach ? -  Ursprung in den USA der 1920er Jahre -  1922 Columbian Museum of Chicago beginnt Bildungsarbeit -  Philadelphia Museum of Art gründete in den 1930er Jahren mehre Außenstellen und zeigt routierende Teile der Sammlung - 1954 setzt sich Outreach im heutigen Verständnis nach gesetzlicher Forderung (Anti-Diskriminierung) durch - Vor allem Kunstmuseen wir vorgeworfen, sie seinen elitär -  1960er Gründung von Nachbarschaftsmuseen -  Museumstypus Nachbarschaftsmuseum trägt zur weiteren Etablierung des Konzeptes bei - 60er und 70er: Museen suchen die Nichtbesucher vor Ort auf - Seit 80er: Ausrichtung hin zu Community Management und Engagement
  • 3. Outreach in Deutschland -  1876 Julius Post gründet Wandermuseum für Arbeiterbildungsvereine -  1903 Konferenz Museen als Volksbildungsstätten -  Museen öffnen sich um Zuge der Volksbildungsbewegung -  1970er weitere Öffnung und Demokratisierung der Museen -  1970er Museumspädagogik gewinnt an Bedeutung -  Etablierung des Museumskoffers als Methode das Museum außer Haus zu präsentieren -  2008 das Outreach Konzept wird mit JMB on.tour des Jüdischen Museums Berlin erstmalig in Deutschland umgesetzt
  • 4. Was bedeutet Outreach ? Outreach bedeutet als Verb wortwörtlich übersetzt: hinausreichen, übertreffen oder auch freundlicher Kontakt. Als Nomen bedeutet Outreach zugänglich machen von Informationen und Dienstleistungen an Personen, die andererseits benachteiligt sein könnten oder auch Reichweite. Outreach wird auch im Kontext von Sozialarbeit verwendet. Outreach work ist die aufsuchende Sozialarbeit.
  • 5. Definitionen von Outreach „Outreach is a flexible term used to describe a range of services. At one end of the spectrum it can be an extension of the museum service whereby collection items and educational sessions are relocated to schools, centres, hospitals or meeting rooms to substitute for a visit to the museum‘s premises. At the other end, it can mean active marketing and awareness raising designed to encourage more visits to the museum itself.“ (Lorente 1996) „Extension' refers to the programmes museums offer outside the museum building to their traditional audiences, while 'outreach' refers to museum activities that are designed for new or non-traditional audiences, whether offered in the museum or another location.“ (Lord/Lord: 1997)
  • 6. Definitionen von Outreach „Ebenfalls in den Museen der USA wurde der „outreach“-Gedanke entwickelt. Er umfasst verschiedene Maßnahmen, durch die ein Museum einem einzelnen Bürger oder auch der Bevölkerung eines ganzen Stadtteils näher gebracht und es in die jeweilige Lebenswirklichkeit integriert wird. Dies ist unter anderem durch gezielte Zusammenarbeit mit Schulen und Gruppen aller Art, Museumsbusse, Museumskoffer und kleine, leicht montierbrae Wanderausstellungen zu erreichen.“ (Waidacher 1999) „The socially engaged musem is now no longer to be conceived of as a building to which visitors are enticed, but a service which tailors its work to different target audiences. As a result, outreach work has become an important menas of service delivery, both as an end in itself, and as a way in which musuem can publicise itself.“ (Merriman 2004)
  • 7. Definitionen von Outreach „Basically museum outreach is a process that ‘involves going out from a specific organization or centre to work in other locations with sets of people who typically do not or cannot avail themselves of the services of that centre’.“ (Golding 2006) „A systematic attempt to provide services beyond conventional limits, as to particular segments of a community.“ (Dolan 2008) Outreach kann als eine mögliche Strategie beschrieben werden, mit der proaktiv und systematisch Museumsinhalte außerhalb des Museums vermittelt und neue Besucher angesprochen werden, um perspektivisch die Bereitschaft für einen Museumsbesuch zu erhöhen. (Scharf 2010)
  • 8. Vorbehalte in Verbindung mit Outreach -  Das Museum kann nicht die Defizite der Gesellschaft ausgleichen. -  Das ist Sozialarbeit und sprengt die Aufgaben des Museums. -  Was kann ein Museum schon dazu beitragen, um dieses Problem zu lösen? - Eine Konzentration auf Outreach bedeutet die Vernachlässigung der Kernaufgaben. -  Wenn wir uns an neuen Besuchern orientieren, verlieren wir unsere Stammbesucher. -  Es fehlen die Ressourcen (Zeit, Geld, Mitarbeiter, Know-How)
  • 9. Welche Formen hat Outreach ? Outreach mit klassischen Vermittlungsformaten Everson Museum of St. Augustine Morris Museum, New Art, New York Lighthouse & Jersey Museum, Florida
  • 10. Welche Formen hat Outreach ? Outreach mit Museumskoffern Boston Children‘s Museum im Koffer, The open Museum Museum Nürnberg Glasgow
  • 11. Welche Formen hat Outreach ? Outreach mit mobilen Museen damals 1933, Besucherandrang vor dem 1949, Museumobile 1953, Artmobile Hygiene-Auto auf seiner Ostgrenzlandfahrt Illinois State Museum Virginia Museum of Fine Arts Hygiene Museum Dresden, DHMB 2006/506
  • 12. Welche Formen hat Outreach ? Outreach mit mobilen Museen heute MAYA MOBILE, Los Angeles Bucks County Community JMB on.tour, Jüdisches County Museum of Art, College Artmobile, Museum Berlin Californien Pennsylvania
  • 13. Welche Formen hat Outreach ? Online Outreach Online Teaching Resources Virtual Outreach Videoconferencing Phildadelphia Musuem of Art Michigan State University Museum of London Museum
  • 14. Welche Formen hat Outreach ? Community Outreach Museum of Tolerance Tuscon Museum Moma Los Angeles of Art
  • 16. Herausragende Beispiele Das Philadelphia Museum of Art wurde 1876 als Pennsylvania Museum and School of Industrial Art gegründet nach dem Vorbild der V&A in London. Outreach hat dort eine lange Tradition. „The Phildelphia Museum’s outreah efforts go back to the 1930s, when it established several satellite museums to which selections from the permanent collection’s were circulated for audiences unlikely to visit the parent building.“ (Newsom / Silver 1978: 144) 1970 wurde das DUO (Department of Urban Outreach) gegründet mit zahlreichen Aktivitäten in unmittelbarer Nachbarschaft des Museums. Aus dieser Tradition heraus ist der Gedanke heute fest im Leitbild des Musuems verankert: „Making art accessible to everyone“. Das spiegelt sich auch im umfangreichen Museumsprogramm mit Community Engagement, Diversity & Outreach, Accessibility, Online Learning und Social Media“ wider. http://www.philamuseum.org Das National Museum of Australia in Canberra (Völkerkundemuseum ) wurde 2001 eröffnet. Ein wichtiges Ziel im strategischen Plan für 2008 bis 2013 des National Museum ist die Einbeziehung der australischen Bevölkerung. Das Museum hat ein Interesse daran sich national und international zu profilieren, indem es eine Vielzahl an eigenen Outreach Aktivitäten initiiert und sich als Partner bei Outreach Programmen beteiligt. Die outreach Strategie mit Zielen und Maßnahmen ist einsehbar ebenso wie die Dokumentation der Ergebnisse. http://www.nma.gov.au/about_us/nma_corporate_documents/annual_report/2009_2010/part_two_performance_reports/ program_12_nat_ex_prog_services/outreach
  • 17. Gesellschaftsorientierung als Bedingung In Anlehnung an Gary E. / David D. (1994)
  • 18. Was bedeutet Outreach ? Audience Development / Besucherentwicklung Outreach Social Inclusion / Community Teilhabe- Engagement / gerechtigkeit Partizipation
  • 19. Was bedeutet Outreach ? Outreach wird häufig in Verbindung mit Audience Development genannt. Audience Development, verstanden als Besucherentwicklung hat in den USA und in Großbritannien unterschiedliche Ausprägungen. Während in Großbritannien kulturpolitische Ziele ausschlaggebend waren, ist Audience Development in den USA historisch bedingt durch die wirtschaftliche Notwendigkeit aufgrund von sinkenden Besucherzahlen, dem Rückgang staatlicher und privater Fördergelder und zunehmenden Konkurrenzdruck entstanden. (Siebenhaar 2008) Audience Development beinhaltet daher nicht zwingend eine Outreach-Strategie zur Erreichung von im Museum ausgegrenzten Gesellschaftsgruppen. Der Outreach-Ansatz beinhaltet den Gedanken der Teilhabegerechtigkeit, die gezielte Auswahl von ungewöhnlichen Orten und neuen Kontexten, um Menschen außerhalb des üblichen Museumsumfeldes anzusprechen. Outreach trägt langfristig zu einer repräsentativeren Besucherschaft in Museen bei. Outreach ist mehr Haltung als Methode.
  • 20. Stärken von Outreach ✔ ✖ Beteiligung unterschiedlichster Gesamtausrichtung der Institution Personengruppen erforderlich Kultur findet im unmittelbaren und Erfolg stellt sich erst nach einigen vertrauten Lebensumfeld statt Jahren ein Kann Nachfrage nach Kultur steigern Personalintensiv Kontakt zu den Bürgern Zeitintensiv Interner Schulungsbedarf von Vertrauensbildend Mitarbeitern Öffentlichkeitswirksam
  • 23. Literatur & Links Literatur Appleton, J. (2007): Museums for „The People?“, in Watson, S. (2007) (Hg): Museums and their Communities, Oxon, Routledge, S. 114-126, hier S. 122. Carrington (1995) zitiert nach Davis, P. (2007): Place exploration: museums, identity, community, in: Watson (2007) (Hg): Museums and their Communities, Routledge, London, S. 53-75, hier S. 67. Black, G. (2005 ): The Engaging Museum. Developing museums for visitor involvement, Routledge, London Culture on Demand. Ways to engage a broader audience (2007), Department for Culture, Media and Sport, Crown Copyright July 2007/pp1046 007 Dolan, E. (2008): Education Outreach and Public Engagement, Springer, New York E. W. Eisner, M. D. Day. (2004): Handbook of research and policy in art education,Lawrence Erlbaum Associates, Inc., Publishers, New Jersey, Contexts for Teaching Art , Mary Stokrock, S.439 – 466, hier S. 459. Golding (2006): Recollection and the UK Museum: Object, Image and the World. Paper presented for the conference „Connections, Communities and Collections in Miami Beach, Florida, USA, July 10-12, 2006. Gary E. / David D. (1994): The handbook for museums, Routlegde, London. Hauenschild, A. (1988): Neue Museologie. Anspruch und Wirklichkeit anhand vergleichender Fallstudien in Kanada, USA und Mexico. Deutsches Kolonial- undÜbersee-Museum, Reihe D. Bd. 16, Bremen. Kirchberg, V. (2005): Gesellschaftliche Funktion von Museen. Makro-, meso- und mikrosoziologische Perspektiven, Wiesbaden, VS Verlag für Sozialwissenschaften. Lord, G.D., Lord, B. (1997): The Manual of Museum Management, Routledge, London. Lorente, P. (Hg) (1996): The role of museums and the arts in the urban regeneration of Liverpool, Leicester. Merriman, N. (2004): Involving the public in museum archeology, Routledge, London in Merriman, N. (Hg): Public Archeology, S. 85-108, hier S. 95 f. Moffat, H., Woollard, V. (2004): Museum & gallery Education. A manual of good practice, AltaMiraPress, Plymouth. Newsom, B. Y., Silver, A.Z. (1978): The Art Museum as Educator: A Collection of Studies as Guides to Practice and Policy, University of California Press, New York. Parry, R. (2207): Recoding the Museum. Digital heritage and the technologies of change, Routledge, Abingdon Sandell, R. (2003): Social Inclusion, the museum and the dynamisc of sectoral change. In: museum and society , Bd. 1, Nr. 1, S.45-62, Leicester University of Leicester, https://lra.le.ac.uk/bitstream/2381/52/1/mands4.pdf Scharf, I. (2001): Wie macht man ein Museum mobil? Die Bildungsinitiative „on.tour – Das JMB macht Schule“ des Jüdischen Museums Berlin. Fachaufsatz, erschienen in der 22. Ergänzungslieferung im Handbuch Kulturmanagement & Kulturpolitik, Herausgeber: Prof. Dr. Friedrich Loock, Prof. Dr. jur. Oliver Scheytt, RAABE Verlag, http://slidesha.re/mobilesmuseum Schulte, S. (2001): Das Deutsche Hygiene-Museum in Dresden von Wilhelm Kreis. Biographie eines Museums der Weimarer Republik, Inaugural-Dissertation zur Erlangung der Doktorwürde der Philosophischen Fakultät der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität zu Bonn Waidacher, F. (1999): Handbuch der Allgemeinen Museologie, Böhlau, Wien. Siebenhaar, K. (2008): „Herzlich willkommen!“ Audience Development als kulturmanageriale Herausforderung und gesellschaftlicher Auftrag. Vortrag am 29. Mai 2008 im Rahmen der Tagung „Audience Development. Neue Konzepte für die Beziehung Museum – Öffentlichkeit“, Musuemsakademie Joaneum, Linz.
  • 24. Literatur & Links Praxisbeispiele http://www.bostonchildrensmuseum.org/educators/teaching_kits.html http://www.everson.org/education/tours.php http://www.glasgowlife.org.uk/museums/our-museums/open-museum/Pages/home.aspx http://fieldmuseum.org/schools/outreach-programs http://www.morrismuseum.org/education/schools/outreach.html http://www.museum-im-koffer.de http://www.staugustinelighthouse.com/outreach.php http://www.museum.state.il.us/exhibits/museummobile/musmobile.html http://www.vmfa.state.va.us/Visit/About_VMFA/About_VMFA.aspx http://www.artsmagazine.info/articles.php?view=detail&id=2009122722121366366 http://www.history.com/this-day-in-history/worlds-first-traveling-art-museum-opens-in-virginia http://www.lacma.org/programs/artmobiles.aspx http://www.bucks.edu/artmobile/ http://www.jmberlin.de/ksl/ontour/aktuelles/aktuelles_DE.php http://www.philamuseum.org/exhibitions/401.html http://museum.msu.edu/programsandpartnerships/educational/virtualoutreach/ http://www.museumoflondon.org.uk/Schools/whatson/videoconferencing.htm http://www.museumoftolerance.com/site/c.tmL6KfNVLtH/b.5877523/k.904E/Program_Outreach_Projects.htm http://www.mfa.org/programs/community-programs http://media.mfa.org/dropbox/cai/cai.mp4 http://www.tucsonmuseumofart.org/education/community-outreach.php http://www.moma.org/learn/community/programs http://www.nma.gov.au/about_us/nma_corporate_documents/annual_report/2009_2010/part_two_performance_reports/program_12_nat_ex_prog_services/outreach Bildnachweise S. 2, Columbian Museum of Chicago S. 3, Moritz Nicolaus Schmid S. 8, unbekannt S. 15, Philadelphia Museum of Art, National Museum of Australia
  • 25. Ivana Scharf atelier für gesellschaftsgestaltung° Kulturprojekte, -konzepte, -managementberatung Rödingsmarkt 14, 20459 Hamburg Email post@atelierscharf.org www atelierscharf.org Festnetz 040 605 349 78 Mobil 0172 734 17 91 Facebook www.facebook.com/atelierscharf Xing https://www.xing.com/profile/Ivana_Scharf