Hegelsche Dialektik
                 Teil II




Annette Schlemm:
  http://philosophenstuebchen.wordpress.com/
Siehe auch die Texte im Internet unter: http://www.thur.de/philo/hegel/hegel.htm

Die Abbildung zitiert eine Zeichnung von M.C. Escher und verweist auf das Thema
Entwicklung mit Spiralformen.
Inhalt

•   Warum Dialektik ?
•   Erkenntnis-Entwicklung
•   Systemcharakter
•   Allgemeines-Besonderes-Einzelnes
•   Totalitarismus ?
•   Historische Entwicklung
Den Teil I gibt’s unter: http://de.slideshare.net/philosophenstuebchen/hegelsche-
dialektik-grundlagen-teil-i
Systemcharakter
•   Noch einmal zur systemischen Struktur des Hegelschen Begreifens der Welt.
    Die im Teil I vorgestellten drei aufeinander folgenden Erkenntnisstufen (denen
    auch entsprechende Gegenstände entsprechen), tauchen in den Hegelschen
    Texten auch bei den von Hegel selbst behandelten Gegenständen immer
    wieder auf. Deshalb unterteilen sich die Gliederungen seiner Bücher so, dass
    jeder Schritt sich selbst wieder in drei Unterschritte unterteilt.

•   Das entsteht aber nicht durch die formale „Anwendung“ einer abstrakten
    Regel. Hegel selbst spricht sich gegen das Formelhafte in der bekannten
    Dreistufung „These – Antithese – Synthese“ aus. Bei Hegel ist es immer der
    Inhalt selbst, der im Gegenstand danach drängt, auf diese Weise immer
    besser verstanden zu werden.
Systemcharakter




     „Das Wahre ist das Ganze“
•   Die Welt ist zwar unendlich vielfältig – aber letztlich ist sie Eine und ihre
    Unterteilung – z.B. in die Bereiche: „Natur“, „Denken“ und „Gesellschaft“ (bei
    Hegel: „Naturphilosophie“, „Logik“, „Philosophie des Geistes“) ist doch
    vollständig möglich (oder gibt es noch einen Bereich außer diesen dreien?).
    Deshalb gibt es so etwas wie einen „Abschluss“, ein Ganzes, das nicht mehr
    ins Unendliche zu erweitern wäre. (siehe auch Folie 9)

•   Dieses Ganze besteht im Vollzug aller Bewegungen, die in ihm angelegt sind –
    wenn man nur Teile der Bewegungen im Blick hat, hat man noch nicht die
    „ganze Wahrheit“ begriffen.

Wir haben bisher die Struktur als „Dreieck von Dreiecken“ verwendet (zu dieser
Fraktalstruktur siehe auch: Den Teil I gibt’s unter:
http://http://www.thur.de/philo/hegel/hegel2.htm; das rechts abgebildete
vollständige Systemdreieck gibt’s als Poster hier: http://www.hegel-
system.de/de/poster.htm).


Hegel selbst spricht auf von einem „Kreis von Kreisen“:


„Vermöge der aufgezeigten Natur der Methode stellt sich die Wissenschaft als ein
in sich geschlungener Kreis dar, in dessen Anfang, den einfachen Grund, die
Vermittlung das Ende zurückschlingt; dabei ist dieser Kreis ein Kreis von Kreisen;
denn jedes einzelne Glied, als Beseeltes der Methode, ist die Reflexion-in-sich,
die, indem sie in den Anfang zurückkehrt, zugleich der Anfang eines neuen
Gliedes ist. „ HW 6: 571)
Systemcharakter




System von Kategorien,
in dialektischer Abfolge
Systemcharakter
Wie offen ist das System?

(wofür soll das System offen sein?
Welche Ergänzungen sind möglich?)

• 3 Bereiche (Logik, Natur, Geist) vollständig, oder?
• 3 Sphären der Logik (Seinsl., Wesensl., Begriffsl.,) ebs.
• Bereiche des Natürlichen (physikalisch, organisch) ebs.


• offen: gegenüber Fortschritten in der Erkenntnis der
  Gegenstände (z.B. bei Hegel selbst: Naturphilosophie...)
• Hier gehe ich kurz auf eine lange Debatte über die Dialektik ein: Häufig wird
  Hegel als Vorwurf entgegen gehalten, dass sein System so geschlossen sei,
  während es doch besser offen wäre (z.B. von Ernst Bloch).

• Ich denke, dieser Vorwurf beruht auf einem Mißverständnis. Dies entsteht z.B.
  wenn die dialektische Entwicklung von vornherein als historische
  Zustandsveränderung interpretiert wird. Es ist natürlich offen, was in Zukunft
  geschehen wird. Aber darum geht es in Hegels System gar nicht. Da geht es
  um die innere Struktur, um die inneren Triebkräfte aller Bereiche der Welt. Und
  hier gibt es nicht eine Offenheit ins Beliebige, sondern: Alles was es gibt (bzw.
  was wir davon wissen), lässt sich sinnvoll unterteilen in: Natürliches,
  Gesellschaftliches, Gedachtes… Man kann auch andere Unterteilungen
  versuchen, aber letztlich wird jede Unterteilung sinnvollerweise danach
  streben, vollständig zu sein.

• Auf diese Weise muss das im Sinne einer Vollständigkeit geschlossene System
  Hegels auch gegen seine Kritiker bzw. kritisierenden Nachfolger verteidigen.

• Die Vollständigkeit bei Hegel verbietet natürlich überhaupt nicht, bessere
  Aufteilungen zu finden, besserer Erklärungen der Übergänge usw… Wir wissen
  inzwischen aus den Mitschriften zu Hegels Vorlesungen aus aufeinander
  folgenden Jahren, dass er selbst die Inhalte seiner Werke ständig überarbeitet
  hat, z.B. immer die neuesten naturwissenschaftlichen Erkenntnisse mit
  aufgenommen hat. Grundsätzlich ist seine Systematik offen gegenüber
  fortschritten in der Erkenntnis der Gegenstände – aber man muss nur das
  Prinzip des Systems erst mal verstanden und darf es nicht vorzeitig über Bord
  geworfen haben.
Gefahr: Schematismus

“Der Formalismus hat sich zwar der Triplizität
gleichfalls bemächtigt und sich an das leere Schema
derselben gehalten; der seichte Unfug und das Kahle
des modernen philosophischen sogenannten
Konstruierens, das in nichts besteht, als jenes formelle
Schema ohne Begriff und immanente Bestimmung
überall anzuhängen und zu einem äußerlichen Ordnen
zu gebrauchen, hat jene Form langweilig und übel
berüchtigt gemacht.“
 (WdL II: 565)
•   Die Hegelsche Dialektik wird leider oft dargestellt in einer sehr schematischen
    Form. Alle Zusammenfassungen, auch meine hier im Internet, fassen natürlich
    hunderte inhaltlich ausargumentierte Textseiten von Hegel zusammen und
    heben einheitliche Strukturen heraus. Diese einheitlichen Strukturen, z.B. in
    der Aufeinanderfolge von 1., 2. und 3. (die ich hier nicht weiter in einer
    Formel benenne), können natürlich jederzeit als abstraktes Schema
    missverstanden werden. Aus der Sicht von Hegel ist dies aber ein
    MISSverständnis und keine angemessene Widergabe des Hegelschen
    Denkens.

•   Auch die populäre Darstellung von Dialektik als Aufeinanderfolge von „Thesis“,
    „Antithesis“ und „Synthesis“ ist zu kritisieren, insbesondere, wenn dabei
    vorgestellt wird, das „Thesis“ und „Antithesis“ erst auseinander gedacht
    werden und dann durch die Synthese zusammen gebracht werden (auch im
    Wikipedia-Artikel zu „Synthese“ ist unklar, woher die Elemente kommen, die in
    einer Synthese zusammen gesetzt werden).

•   So würdigt es Hegel, dass „der Name Synthesis, synthetische Einheit außer
    Gebrauch gesetzt worden“ sei:
•   „Werden ist diese immanente Synthesis des Seins und Nichts; aber weil der
    Synthesis der Sinn von einem äußerlichen Zusammenbringen äußerlich
    gegeneinander Vorhandener am nächsten liegt, ist mit Recht der Name
    Synthesis, synthetische Einheit außer Gebrauch gesetzt worden.“ (HW 5: 100)
3 Schritte
                   widersprüchliche Welt
     Abstraktion von den              geistige Reproduktion
       Widersprüchen                 des (widersprüchlichen)
                                  Entwicklungszusammenhangs

„Kopie“ des          Analytisch (äqu.      Dial. Konkretisierung
Unmittelbaren        Einheiten,            (Widersprüche
                     Widersprüche          enthalten)
                     aufgehoben)
                     „abstrakt“ (z.B.
„pseudokonkret“      Systemtheorie)        „konkret“ (Dialektik)

                     „Aufsteigen vom Abstrakten zum Konkreten“

                       Definierte            Begründung der
Meinungsaustausch,                           Kategorien aus der
„Pluralismus“          Verwendung von
                       Kategorien            Logik der Sache
•   Hier geht es, in Fortführung der Darstellung der drei aufeinander folgenden
    Erkenntnisstufen, noch einmal genauer darum, wie diese verschiedenen
    Erkenntnis/Denkweise an komplexe, widersprüchliche Gegenstände
    herangehen.

•   Siehe dazu auch: http://www.thur.de/philo/kp/prot7.htm
Allgemeines
   abstrakte Allgemeinheit           wahrhafte Allgemeinheit



  das Gemeinschaftliche             das Universelle


  Hinweglassung des Besonderen      das sich selbst Besondernde


„Alle Vorwürfe, welche gegen das Denken überhaupt und dann näher
das philosophische Denken vom Standpunkt des Gefühls aus erhoben
zu werden pflegen, und die so oft wiederholte Behauptung von der
Gefährlichkeit des angeblich zu weit getriebenen Denkens haben ihren
Grund in jener Verwechslung.“ (Enz. I: 312, § 163 Z)
•   Die Hegelsche Dialektik ermöglicht eine Unterscheidung von zwei Formen des
    Allgemeinen, die sehr wichtig ist und die an vielen Stellen Missverständnisse
    in der Wissenschaftskritik und auch der Bewertung philosophischen Denkens
    vermeiden helfen würde.

•   Diese Unterscheidung hat eine lange Tradition in der Philosophie
    (http://www.thur.de/philo/abstrakt.htm#_Toc494860270), ist aber
    weitgehend unbekannt. Und trotz der formelhaften Wiederholung des
    Marxschen Satzteiles vom „Aufsteigen vom Abstrakten zum Konkreten“ (MEW
    42: 35) scheint sich die Bedeutung des konkret-Allgemeinen bei Marxist_innen
    nicht herumgesprochen zu haben.

•   Ich selbst fand es erstmalig in einer Broschüre von Camilla Warnke aus dem
    Jahr 1972, übrigens aus dem Bücherschrank von Nina Hager ;-)
•   Um zu verstehen, was damit gemeint war, begab ich mich auf den langen
    Weg des Hegelstudiums…
A–B–E
 wahrhafte Allgemeinheit    - das sich selbst Besondernde


Freie Selbstbestimmung


Besondere
Bestimmungen/
Aspekte/ Arten
                         Einzelnes,
                         welches Allgemeines auf besondere
                         Weise verwirklicht
•   Auf dieser Folie erscheint eigentlich nur das Ergebnis einer sehr ausführlichen
    Argumentation über das Verhältnis von Allgemeinem, Besonderen und
    Allgemeinen. Diese führt durch die gesamte sog. „Begriffslogik“ (Meine Texte
    zum ersten Bereich daraus (der Urteilslogik) gibt’s unter:
    http://philosophenstuebchen.wordpress.com/2013/02/12/menschliche-
    verhaeltnisse-begreifen/).
A–B–E
„Alle Dinge sind eine Gattung (ihre Bestimmung
und Zweck) in einer einzelnen Wirklichkeit von
einer besonderen Beschaffenheit

und ihre Endlichkeit ist, daß das Besondere
derselben dem Allgemeinen gemäß sein kann oder
auch nicht.“ (Enz.I: 331, § 179)
•   Auch ein Resultat aus dem Durchgang durch die Begriffslogik. Man kann
    schon mal ausführlich darüber meditieren, was das so bedeutet für die
    Themen, mit denen man sich beschäftigt… ;-)
„Ich“ als A – B – E
 „Ich“: Subjekt in seinem bestimmten Verhältnis zu allen

„Ich“ als Allgemeines        „Ich“ als Besonderes        „Ich“ als Einzelnes

reine autonome, sich auf     in Selbstbestimmung, d.h.   als Individuelles
sich beziehende Form         Entgegensetzung und
                             Besonderung


das, was alle                das dem „Nicht-Ich“         unverwechselbare Einheit;
selbstbewussten Wesen sind   entgegen gesetzte Wesen     der Mensch als dieser
(Ich bin Teil der                                        Mensch;
selbstbewussten Welt)                                    Einheit von A und B

                             Beziehung auf Besonderung   Beziehung auf mich selbst,
allgemeine Identität         in Form des Gegensatzes     als einzelner Mensch
•   Auch dies ist eine Konsequenz aus der „Logik der Verhältnis von A,B und E“…
    Hier wird aber ein Bezug hergestellt zu den in Teil I ausführlich vorgestellten
    drei Erkenntnisschritten…

•   Der Allgemeinbegriff ist kein beliebig zuordenbarer Name, sondern bezeichnet
    eine innere Kontinuität.
„Ich“ als A – B – E
 „Ich“: Subjekt in seinem bestimmten Verhältnis zu allen

„Ich“ als Allgemeines   „Ich“ als Besonderes   „Ich“ als Einzelnes




 „Das wirkliche Ich ist nicht einfach Ichheit als solche,
 sondern sich dem Nicht-Ich entgegensetzende, tätige
 Ichheit. (= Negation)

 Diese tätige ... Ichheit ist aber zugleich die
 Wiederherstellung des allgemeinen Ich in der Besonderheit
 ... (= Negation der Negation) (Hoffmann: 361)
A–B–E
 Allgemeines – Besonderes - Einzelnes

Allgemeines               Besonderes                      Einzelnes

Freies Selbstverhältnis   je besondere Darstellung        Individualität, sich selbst
(nicht durch Anderes      des sich von sich               Bewirkendes
bestimmt)                 unterscheidenden
                          Allgemeinen

                                                          Wirkliches als Allgemeines in
(erzeugende) Gattung      Eine Art gegen eine andere      besonderer Weise.
                          Art – vollständig disjunkt )*


                                                          z.B. als Planet
z.B. Bewegung             z.B. Bewegung gegen Ruhe
                                                          z.B. als einzelner Organismus
z.B. Ich)**               z.B. (emp.) Ich gegen Nicht-
                                                          z.B. als einzelner Mensch)***
                          Ich
•   )* „Daß die Natur, etwa bei den Lebewesen, die Besonderung in eine
    unübersehbare Verschiedenheit treibt, statt den Unterschied in logischer
    Reinheit dichotomisch darzustellen, rechnet Hegel zur „Ohnmacht der Natur;
    die Strenge des Begriffs nicht festhalten und darstellen zu können un din
    diese begrifflose blinde Mannigfaltigkeit sich zu verlaufen.“ (WdL II: 282)
•   - bei Arterhaltung: Aufteilung in männlich und weiblich

•   )** das Übergreifend-Allgemeine

•   )*** Unterschied Besonderes – Einzelnes:
•   Besonderes: inhaltlicher Aspekt
•   Einzelnes: empirische, wirkliche Untereinheit des Ganzen

•   Auch: Gott – Welt – Sohn („in welchem er als Geist bei sich selbst ist“, Enz.:
    I: 309, § 161 Zusatz)
Totalitarismus?
Totalität = konkret Allgemeines = Einheit von Einheit
und Unterschied = Subjekt

• Allgemeines und                •Besonderes:
Besonderes bzw. Einzelnes        Selbstunterschiedenes im
einander äußerlich.              Allgemeinen.
                                 •Allgemeines kehrt in der
                                 Besonderung zu sich
                                 selbst zurück.
• z.B. einzelner Organismus im   •Im einzelnen Menschen
Verhältnis zu seiner Gattung.    bestätigt sich seine allgemeine
(zufällig, austauschbar...)      Natur (Vernunft) vermittels
                                 seiner besondern Art (Naturell).
•   Hier setze ich mich damit auseinander, dass dem Hegelschen Denken häufig
    so etwas wie „Totalitarismus“ unterstellt und vorgeworfen wird. Hegel
    verwendet ja auch den Begriff „Totalität“ positiv.

•   Die beiden, andersfarbig hinterlegten Seiten beschreiben zwei
    unterschiedliche Sichtweisen: die linke ist unzureichend (aber die häufig
    angewandte), die rechte beschreibt in Ansätzen die Hegelsche Sichtweise.
Totalitarismus?
Totalität = konkret Allgemeines = Einheit von Einheit
und Unterschied = Subjekt

•Verwechslung Beziehung        •Allgemeines als das
unmittelbar-Einzelnes –        innere Wesen, wie es sich
abstrakt Allgemeines: aA       zur äußeren Erscheinung
„subsumiert“/beherrscht        besondert, ohne sich darin
das uE.                        zu verlieren.


•z.B. Element – System;       •„Nicht der Begriff des
• Organismus – Gattung        Menschen, sondern der des
                              Sokrates ist Princip seiner
•Teil - Ganzes                Entwicklung.“ (Erdmann)
•   Hier ebenfalls diese beiden Sichtweisen, bezogen auf das Verhältnis von
    Allgemeinem und Einzelnen.
Totalitarismus?
Totalität = konkret Allgemeines = Einheit von Einheit
und Unterschied = Subjekt

•Verwechslung mit              •Keine Bestimmtheit von
Ursache-Wirkungs-Denken        außen, sondern
oder Grund-Folge: das          Selbstbestimmtheit =
Totale als Ursache oder        Freiheit
Grund von Anderem.
•   Ebenfalls diese zwei Denkweisen…
Totalitarismus?
Totalität = konkret Allgemeines = Einheit von Einheit
und Unterschied = Subjekt

•Vorstellung von               •Differenziertheit durch
herrschendem,                  Selbstbestimmung.
hierarchisch Höherem
gegen untergeordnetes
Niederes.
Das Ergebnis

Totalität: Gesamtheit aller Bedingungen
    Kritik jeglicher Beschränktheit
    auf Zusammenhänge orientiert, wo erst nur
      Unmittelbar-Isoliertes gesehen wird


Prozessualität: Kritik jeglicher Verdinglichung


genauer: Dinghaftigkeit  Prozessualität  Verhältnis
•   Was meint Hegel also tatsächlich mit der „Totalität“?...
•   Und: Hegel als Kritiker jeglicher Verdinglichung, aber auch der Auflösung in
    reine Bewegtheit
Das Ergebnis
Fremdbestimmender     Beliebigkeit
Determinismus
               Handeln sinnlos

Zweckmäßiges Handeln braucht
 genügend Offenheit
 genügend Wirkfähigkeit
 Freiheit: hat die Notwendigkeit zu ihrer
  Voraussetzung und enthält dieselbe als aufgehoben
  in sich (Enz. I: 303, § 158 Zusatz)

 • Nicht nur „Freiheit von“ sondern „Freiheit zu“
 • Konkrete und positive Freiheit
•   Hegels Denken will, wie die gesamte Tradition des Deutschen Idealismus, die
    Freiheit begründen. Das heißt, es geht darum, keinen neuen
    fremdbestimmenden Determinismus zu entwickeln, aber auch die Freiheit
    nicht mit Beliebigkeit zu verwechseln. In beiden Fällen wäre bewusstes,
    vernünftiges Handeln sinnlos.

•   Letztlich braucht zweckmäßiges Handeln einerseits genügend Offenheit,
    andererseits aber auch Wirkfähigkeit, d.h.: das Handeln muss erwartbare
    Wirkungen haben, wir erwarten, dass das, was wir möchten, bewirkt wird –
    wenn wir mit Sachverstand und Vernunft handeln. Es muss eine
    NOTWENDIGE Verbindung zwischen dem, was wir möchten, den Eigenarten
    des Gegenstandes, auf den wir einwirken und unserem Handlungsziel geben.

•   Freiheit ist also nicht das Gegenteil von Notwendigkeit, sondern es hat diese
    zu ihrer Voraussetzung.
Das Ergebnis

Gesellschaftlichkeitsproblem
   • Kapitalismus: „ungesellschaftliche
    Gesellschaftlichkeit“ hinter dem Rücken der
    Individuen
   • konkrete Utopie: bewusst hergestellte
    Gesellschaftlichkeit
• „Es ist vor allem zu vermeiden, die „Gesellschaft“
wieder als Abstraktion dem Individuum gegenüber zu
fixieren.“ (MEW 40: 538)
•   Die Philosophie des konkret-Allgemeinen ist auch eine wichtige Voraussetzung
    dafür, Gesellschaftlichkeit so denken zu können, dass Gesellschaft nicht „als
    Abstraktum dem Individuum gegenüber“ fixiert wird…
Hier endet der Teil II




                  http://www.thur.de/philo/
                     hegel/hegel.hm

Hegelsche Dialektik Grundlagen Teil II mit Notizen

  • 1.
    Hegelsche Dialektik Teil II Annette Schlemm: http://philosophenstuebchen.wordpress.com/
  • 2.
    Siehe auch dieTexte im Internet unter: http://www.thur.de/philo/hegel/hegel.htm Die Abbildung zitiert eine Zeichnung von M.C. Escher und verweist auf das Thema Entwicklung mit Spiralformen.
  • 3.
    Inhalt • Warum Dialektik ? • Erkenntnis-Entwicklung • Systemcharakter • Allgemeines-Besonderes-Einzelnes • Totalitarismus ? • Historische Entwicklung
  • 4.
    Den Teil Igibt’s unter: http://de.slideshare.net/philosophenstuebchen/hegelsche- dialektik-grundlagen-teil-i
  • 5.
  • 6.
    Noch einmal zur systemischen Struktur des Hegelschen Begreifens der Welt. Die im Teil I vorgestellten drei aufeinander folgenden Erkenntnisstufen (denen auch entsprechende Gegenstände entsprechen), tauchen in den Hegelschen Texten auch bei den von Hegel selbst behandelten Gegenständen immer wieder auf. Deshalb unterteilen sich die Gliederungen seiner Bücher so, dass jeder Schritt sich selbst wieder in drei Unterschritte unterteilt. • Das entsteht aber nicht durch die formale „Anwendung“ einer abstrakten Regel. Hegel selbst spricht sich gegen das Formelhafte in der bekannten Dreistufung „These – Antithese – Synthese“ aus. Bei Hegel ist es immer der Inhalt selbst, der im Gegenstand danach drängt, auf diese Weise immer besser verstanden zu werden.
  • 7.
    Systemcharakter „Das Wahre ist das Ganze“
  • 8.
    Die Welt ist zwar unendlich vielfältig – aber letztlich ist sie Eine und ihre Unterteilung – z.B. in die Bereiche: „Natur“, „Denken“ und „Gesellschaft“ (bei Hegel: „Naturphilosophie“, „Logik“, „Philosophie des Geistes“) ist doch vollständig möglich (oder gibt es noch einen Bereich außer diesen dreien?). Deshalb gibt es so etwas wie einen „Abschluss“, ein Ganzes, das nicht mehr ins Unendliche zu erweitern wäre. (siehe auch Folie 9) • Dieses Ganze besteht im Vollzug aller Bewegungen, die in ihm angelegt sind – wenn man nur Teile der Bewegungen im Blick hat, hat man noch nicht die „ganze Wahrheit“ begriffen. Wir haben bisher die Struktur als „Dreieck von Dreiecken“ verwendet (zu dieser Fraktalstruktur siehe auch: Den Teil I gibt’s unter: http://http://www.thur.de/philo/hegel/hegel2.htm; das rechts abgebildete vollständige Systemdreieck gibt’s als Poster hier: http://www.hegel- system.de/de/poster.htm). Hegel selbst spricht auf von einem „Kreis von Kreisen“: „Vermöge der aufgezeigten Natur der Methode stellt sich die Wissenschaft als ein in sich geschlungener Kreis dar, in dessen Anfang, den einfachen Grund, die Vermittlung das Ende zurückschlingt; dabei ist dieser Kreis ein Kreis von Kreisen; denn jedes einzelne Glied, als Beseeltes der Methode, ist die Reflexion-in-sich, die, indem sie in den Anfang zurückkehrt, zugleich der Anfang eines neuen Gliedes ist. „ HW 6: 571)
  • 9.
  • 10.
    Systemcharakter Wie offen istdas System? (wofür soll das System offen sein? Welche Ergänzungen sind möglich?) • 3 Bereiche (Logik, Natur, Geist) vollständig, oder? • 3 Sphären der Logik (Seinsl., Wesensl., Begriffsl.,) ebs. • Bereiche des Natürlichen (physikalisch, organisch) ebs. • offen: gegenüber Fortschritten in der Erkenntnis der Gegenstände (z.B. bei Hegel selbst: Naturphilosophie...)
  • 11.
    • Hier geheich kurz auf eine lange Debatte über die Dialektik ein: Häufig wird Hegel als Vorwurf entgegen gehalten, dass sein System so geschlossen sei, während es doch besser offen wäre (z.B. von Ernst Bloch). • Ich denke, dieser Vorwurf beruht auf einem Mißverständnis. Dies entsteht z.B. wenn die dialektische Entwicklung von vornherein als historische Zustandsveränderung interpretiert wird. Es ist natürlich offen, was in Zukunft geschehen wird. Aber darum geht es in Hegels System gar nicht. Da geht es um die innere Struktur, um die inneren Triebkräfte aller Bereiche der Welt. Und hier gibt es nicht eine Offenheit ins Beliebige, sondern: Alles was es gibt (bzw. was wir davon wissen), lässt sich sinnvoll unterteilen in: Natürliches, Gesellschaftliches, Gedachtes… Man kann auch andere Unterteilungen versuchen, aber letztlich wird jede Unterteilung sinnvollerweise danach streben, vollständig zu sein. • Auf diese Weise muss das im Sinne einer Vollständigkeit geschlossene System Hegels auch gegen seine Kritiker bzw. kritisierenden Nachfolger verteidigen. • Die Vollständigkeit bei Hegel verbietet natürlich überhaupt nicht, bessere Aufteilungen zu finden, besserer Erklärungen der Übergänge usw… Wir wissen inzwischen aus den Mitschriften zu Hegels Vorlesungen aus aufeinander folgenden Jahren, dass er selbst die Inhalte seiner Werke ständig überarbeitet hat, z.B. immer die neuesten naturwissenschaftlichen Erkenntnisse mit aufgenommen hat. Grundsätzlich ist seine Systematik offen gegenüber fortschritten in der Erkenntnis der Gegenstände – aber man muss nur das Prinzip des Systems erst mal verstanden und darf es nicht vorzeitig über Bord geworfen haben.
  • 12.
    Gefahr: Schematismus “Der Formalismushat sich zwar der Triplizität gleichfalls bemächtigt und sich an das leere Schema derselben gehalten; der seichte Unfug und das Kahle des modernen philosophischen sogenannten Konstruierens, das in nichts besteht, als jenes formelle Schema ohne Begriff und immanente Bestimmung überall anzuhängen und zu einem äußerlichen Ordnen zu gebrauchen, hat jene Form langweilig und übel berüchtigt gemacht.“ (WdL II: 565)
  • 13.
    Die Hegelsche Dialektik wird leider oft dargestellt in einer sehr schematischen Form. Alle Zusammenfassungen, auch meine hier im Internet, fassen natürlich hunderte inhaltlich ausargumentierte Textseiten von Hegel zusammen und heben einheitliche Strukturen heraus. Diese einheitlichen Strukturen, z.B. in der Aufeinanderfolge von 1., 2. und 3. (die ich hier nicht weiter in einer Formel benenne), können natürlich jederzeit als abstraktes Schema missverstanden werden. Aus der Sicht von Hegel ist dies aber ein MISSverständnis und keine angemessene Widergabe des Hegelschen Denkens. • Auch die populäre Darstellung von Dialektik als Aufeinanderfolge von „Thesis“, „Antithesis“ und „Synthesis“ ist zu kritisieren, insbesondere, wenn dabei vorgestellt wird, das „Thesis“ und „Antithesis“ erst auseinander gedacht werden und dann durch die Synthese zusammen gebracht werden (auch im Wikipedia-Artikel zu „Synthese“ ist unklar, woher die Elemente kommen, die in einer Synthese zusammen gesetzt werden). • So würdigt es Hegel, dass „der Name Synthesis, synthetische Einheit außer Gebrauch gesetzt worden“ sei: • „Werden ist diese immanente Synthesis des Seins und Nichts; aber weil der Synthesis der Sinn von einem äußerlichen Zusammenbringen äußerlich gegeneinander Vorhandener am nächsten liegt, ist mit Recht der Name Synthesis, synthetische Einheit außer Gebrauch gesetzt worden.“ (HW 5: 100)
  • 14.
    3 Schritte widersprüchliche Welt Abstraktion von den geistige Reproduktion Widersprüchen des (widersprüchlichen) Entwicklungszusammenhangs „Kopie“ des Analytisch (äqu. Dial. Konkretisierung Unmittelbaren Einheiten, (Widersprüche Widersprüche enthalten) aufgehoben) „abstrakt“ (z.B. „pseudokonkret“ Systemtheorie) „konkret“ (Dialektik) „Aufsteigen vom Abstrakten zum Konkreten“ Definierte Begründung der Meinungsaustausch, Kategorien aus der „Pluralismus“ Verwendung von Kategorien Logik der Sache
  • 15.
    Hier geht es, in Fortführung der Darstellung der drei aufeinander folgenden Erkenntnisstufen, noch einmal genauer darum, wie diese verschiedenen Erkenntnis/Denkweise an komplexe, widersprüchliche Gegenstände herangehen. • Siehe dazu auch: http://www.thur.de/philo/kp/prot7.htm
  • 16.
    Allgemeines abstrakte Allgemeinheit wahrhafte Allgemeinheit das Gemeinschaftliche das Universelle Hinweglassung des Besonderen das sich selbst Besondernde „Alle Vorwürfe, welche gegen das Denken überhaupt und dann näher das philosophische Denken vom Standpunkt des Gefühls aus erhoben zu werden pflegen, und die so oft wiederholte Behauptung von der Gefährlichkeit des angeblich zu weit getriebenen Denkens haben ihren Grund in jener Verwechslung.“ (Enz. I: 312, § 163 Z)
  • 17.
    Die Hegelsche Dialektik ermöglicht eine Unterscheidung von zwei Formen des Allgemeinen, die sehr wichtig ist und die an vielen Stellen Missverständnisse in der Wissenschaftskritik und auch der Bewertung philosophischen Denkens vermeiden helfen würde. • Diese Unterscheidung hat eine lange Tradition in der Philosophie (http://www.thur.de/philo/abstrakt.htm#_Toc494860270), ist aber weitgehend unbekannt. Und trotz der formelhaften Wiederholung des Marxschen Satzteiles vom „Aufsteigen vom Abstrakten zum Konkreten“ (MEW 42: 35) scheint sich die Bedeutung des konkret-Allgemeinen bei Marxist_innen nicht herumgesprochen zu haben. • Ich selbst fand es erstmalig in einer Broschüre von Camilla Warnke aus dem Jahr 1972, übrigens aus dem Bücherschrank von Nina Hager ;-) • Um zu verstehen, was damit gemeint war, begab ich mich auf den langen Weg des Hegelstudiums…
  • 18.
    A–B–E wahrhafte Allgemeinheit - das sich selbst Besondernde Freie Selbstbestimmung Besondere Bestimmungen/ Aspekte/ Arten Einzelnes, welches Allgemeines auf besondere Weise verwirklicht
  • 19.
    Auf dieser Folie erscheint eigentlich nur das Ergebnis einer sehr ausführlichen Argumentation über das Verhältnis von Allgemeinem, Besonderen und Allgemeinen. Diese führt durch die gesamte sog. „Begriffslogik“ (Meine Texte zum ersten Bereich daraus (der Urteilslogik) gibt’s unter: http://philosophenstuebchen.wordpress.com/2013/02/12/menschliche- verhaeltnisse-begreifen/).
  • 20.
    A–B–E „Alle Dinge sindeine Gattung (ihre Bestimmung und Zweck) in einer einzelnen Wirklichkeit von einer besonderen Beschaffenheit und ihre Endlichkeit ist, daß das Besondere derselben dem Allgemeinen gemäß sein kann oder auch nicht.“ (Enz.I: 331, § 179)
  • 21.
    Auch ein Resultat aus dem Durchgang durch die Begriffslogik. Man kann schon mal ausführlich darüber meditieren, was das so bedeutet für die Themen, mit denen man sich beschäftigt… ;-)
  • 22.
    „Ich“ als A– B – E „Ich“: Subjekt in seinem bestimmten Verhältnis zu allen „Ich“ als Allgemeines „Ich“ als Besonderes „Ich“ als Einzelnes reine autonome, sich auf in Selbstbestimmung, d.h. als Individuelles sich beziehende Form Entgegensetzung und Besonderung das, was alle das dem „Nicht-Ich“ unverwechselbare Einheit; selbstbewussten Wesen sind entgegen gesetzte Wesen der Mensch als dieser (Ich bin Teil der Mensch; selbstbewussten Welt) Einheit von A und B Beziehung auf Besonderung Beziehung auf mich selbst, allgemeine Identität in Form des Gegensatzes als einzelner Mensch
  • 23.
    Auch dies ist eine Konsequenz aus der „Logik der Verhältnis von A,B und E“… Hier wird aber ein Bezug hergestellt zu den in Teil I ausführlich vorgestellten drei Erkenntnisschritten… • Der Allgemeinbegriff ist kein beliebig zuordenbarer Name, sondern bezeichnet eine innere Kontinuität.
  • 24.
    „Ich“ als A– B – E „Ich“: Subjekt in seinem bestimmten Verhältnis zu allen „Ich“ als Allgemeines „Ich“ als Besonderes „Ich“ als Einzelnes „Das wirkliche Ich ist nicht einfach Ichheit als solche, sondern sich dem Nicht-Ich entgegensetzende, tätige Ichheit. (= Negation) Diese tätige ... Ichheit ist aber zugleich die Wiederherstellung des allgemeinen Ich in der Besonderheit ... (= Negation der Negation) (Hoffmann: 361)
  • 25.
    A–B–E Allgemeines –Besonderes - Einzelnes Allgemeines Besonderes Einzelnes Freies Selbstverhältnis je besondere Darstellung Individualität, sich selbst (nicht durch Anderes des sich von sich Bewirkendes bestimmt) unterscheidenden Allgemeinen Wirkliches als Allgemeines in (erzeugende) Gattung Eine Art gegen eine andere besonderer Weise. Art – vollständig disjunkt )* z.B. als Planet z.B. Bewegung z.B. Bewegung gegen Ruhe z.B. als einzelner Organismus z.B. Ich)** z.B. (emp.) Ich gegen Nicht- z.B. als einzelner Mensch)*** Ich
  • 26.
    )* „Daß die Natur, etwa bei den Lebewesen, die Besonderung in eine unübersehbare Verschiedenheit treibt, statt den Unterschied in logischer Reinheit dichotomisch darzustellen, rechnet Hegel zur „Ohnmacht der Natur; die Strenge des Begriffs nicht festhalten und darstellen zu können un din diese begrifflose blinde Mannigfaltigkeit sich zu verlaufen.“ (WdL II: 282) • - bei Arterhaltung: Aufteilung in männlich und weiblich • )** das Übergreifend-Allgemeine • )*** Unterschied Besonderes – Einzelnes: • Besonderes: inhaltlicher Aspekt • Einzelnes: empirische, wirkliche Untereinheit des Ganzen • Auch: Gott – Welt – Sohn („in welchem er als Geist bei sich selbst ist“, Enz.: I: 309, § 161 Zusatz)
  • 27.
    Totalitarismus? Totalität = konkretAllgemeines = Einheit von Einheit und Unterschied = Subjekt • Allgemeines und •Besonderes: Besonderes bzw. Einzelnes Selbstunterschiedenes im einander äußerlich. Allgemeinen. •Allgemeines kehrt in der Besonderung zu sich selbst zurück. • z.B. einzelner Organismus im •Im einzelnen Menschen Verhältnis zu seiner Gattung. bestätigt sich seine allgemeine (zufällig, austauschbar...) Natur (Vernunft) vermittels seiner besondern Art (Naturell).
  • 28.
    Hier setze ich mich damit auseinander, dass dem Hegelschen Denken häufig so etwas wie „Totalitarismus“ unterstellt und vorgeworfen wird. Hegel verwendet ja auch den Begriff „Totalität“ positiv. • Die beiden, andersfarbig hinterlegten Seiten beschreiben zwei unterschiedliche Sichtweisen: die linke ist unzureichend (aber die häufig angewandte), die rechte beschreibt in Ansätzen die Hegelsche Sichtweise.
  • 29.
    Totalitarismus? Totalität = konkretAllgemeines = Einheit von Einheit und Unterschied = Subjekt •Verwechslung Beziehung •Allgemeines als das unmittelbar-Einzelnes – innere Wesen, wie es sich abstrakt Allgemeines: aA zur äußeren Erscheinung „subsumiert“/beherrscht besondert, ohne sich darin das uE. zu verlieren. •z.B. Element – System; •„Nicht der Begriff des • Organismus – Gattung Menschen, sondern der des Sokrates ist Princip seiner •Teil - Ganzes Entwicklung.“ (Erdmann)
  • 30.
    Hier ebenfalls diese beiden Sichtweisen, bezogen auf das Verhältnis von Allgemeinem und Einzelnen.
  • 31.
    Totalitarismus? Totalität = konkretAllgemeines = Einheit von Einheit und Unterschied = Subjekt •Verwechslung mit •Keine Bestimmtheit von Ursache-Wirkungs-Denken außen, sondern oder Grund-Folge: das Selbstbestimmtheit = Totale als Ursache oder Freiheit Grund von Anderem.
  • 32.
    Ebenfalls diese zwei Denkweisen…
  • 33.
    Totalitarismus? Totalität = konkretAllgemeines = Einheit von Einheit und Unterschied = Subjekt •Vorstellung von •Differenziertheit durch herrschendem, Selbstbestimmung. hierarchisch Höherem gegen untergeordnetes Niederes.
  • 34.
    Das Ergebnis Totalität: Gesamtheitaller Bedingungen  Kritik jeglicher Beschränktheit  auf Zusammenhänge orientiert, wo erst nur Unmittelbar-Isoliertes gesehen wird Prozessualität: Kritik jeglicher Verdinglichung genauer: Dinghaftigkeit  Prozessualität  Verhältnis
  • 35.
    Was meint Hegel also tatsächlich mit der „Totalität“?... • Und: Hegel als Kritiker jeglicher Verdinglichung, aber auch der Auflösung in reine Bewegtheit
  • 36.
    Das Ergebnis Fremdbestimmender Beliebigkeit Determinismus  Handeln sinnlos Zweckmäßiges Handeln braucht  genügend Offenheit  genügend Wirkfähigkeit  Freiheit: hat die Notwendigkeit zu ihrer Voraussetzung und enthält dieselbe als aufgehoben in sich (Enz. I: 303, § 158 Zusatz) • Nicht nur „Freiheit von“ sondern „Freiheit zu“ • Konkrete und positive Freiheit
  • 37.
    Hegels Denken will, wie die gesamte Tradition des Deutschen Idealismus, die Freiheit begründen. Das heißt, es geht darum, keinen neuen fremdbestimmenden Determinismus zu entwickeln, aber auch die Freiheit nicht mit Beliebigkeit zu verwechseln. In beiden Fällen wäre bewusstes, vernünftiges Handeln sinnlos. • Letztlich braucht zweckmäßiges Handeln einerseits genügend Offenheit, andererseits aber auch Wirkfähigkeit, d.h.: das Handeln muss erwartbare Wirkungen haben, wir erwarten, dass das, was wir möchten, bewirkt wird – wenn wir mit Sachverstand und Vernunft handeln. Es muss eine NOTWENDIGE Verbindung zwischen dem, was wir möchten, den Eigenarten des Gegenstandes, auf den wir einwirken und unserem Handlungsziel geben. • Freiheit ist also nicht das Gegenteil von Notwendigkeit, sondern es hat diese zu ihrer Voraussetzung.
  • 38.
    Das Ergebnis Gesellschaftlichkeitsproblem • Kapitalismus: „ungesellschaftliche Gesellschaftlichkeit“ hinter dem Rücken der Individuen • konkrete Utopie: bewusst hergestellte Gesellschaftlichkeit • „Es ist vor allem zu vermeiden, die „Gesellschaft“ wieder als Abstraktion dem Individuum gegenüber zu fixieren.“ (MEW 40: 538)
  • 39.
    Die Philosophie des konkret-Allgemeinen ist auch eine wichtige Voraussetzung dafür, Gesellschaftlichkeit so denken zu können, dass Gesellschaft nicht „als Abstraktum dem Individuum gegenüber“ fixiert wird…
  • 40.
    Hier endet derTeil II http://www.thur.de/philo/ hegel/hegel.hm