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Hegel und Marx:
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● »Wer wissen will, warum Hegel falsch liegt, sollte die Marx-
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● Erkennen = Suche nach Einheit von Denken und Sein
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Dagegen: Formalismus und Empirismus
● Formalismus/Schematismus: Inhalte werden
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● Empirismus/Positivismus: synthetisierendes Ordnen
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● Beides: äußerliches Verhältnis von Erkennen und zu
Erkennendem, Abstraktion als inhaltliche Verarmung,
Isolation einzelner Fakten
Die spekulative Methode
Spekulation (≠ »raten« / »fabulieren« / »konstruieren«):
● begriffslogisches Aufschließen der Wahrheit durch
Reflexion auf das Sein des Gegenstands
● »den Gegenstand sprechen lassen« (nichts weglassen,
nichts hinzufügen)
● das innere notwendige Gefüge des Gegenstands begreifen
»indem der Gegenstand zuerst genommen wird, wie er ist,
dann wie er sich widerspricht, endlich wie er die concrete
Identität der Entgegengesetzten ist« (Erdmann, §15)
● Drei Sphären der Logik: Sein, Wesen, Begriff
● »Das Wahre ist das Ganze«
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● Beispiel: Leben
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● Etwas ist durch das
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AllgemeinesLebensprozess
Übergreifendes Allgemeines
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● Die Momente enthalten ihr Gegenteil
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Tod enthält das Leben, dessen Voraussetzung er ist
● Die Momente enthalten das Ganze
● Das Leben (der Tod) enthält den Lebensprozess aus
Leben und Tod, dessen Moment es (er) ist
Widerspruch
Werden:
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des Widerspruchs
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Allgemeines, Besonderes, Einzelnes
Beispiel:
● abstrakt Allgemeines:
»Menschen«
● Besonderes: Individuum
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(Begriff des Menschen)
Begriffslogik:
Spekulation
Kategorien der
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Totalität und
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konkrete
Allgemeinheit
Wesenslogik:
Dialektik
Kategorien der
Vermitteltheit
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derWissenschaften
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Material: »Die Rezeption des Hegelschen Dialektik- und
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Manuskripten‹«, Kapitel V aus: Sahra Wagenknecht (1997),
Vom Kopf auf die Füße? Zur Hegelkritik des jungen Marx oder
das Problem einer dialektisch-materialistischen
Wissenschaftsmethode, Bonn: Pahl-Rugenstein, S. 173-188
Stichpunkte für später
● Spekulation = Begreifen = Entwickeln
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☺
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Hegelsche Dialektik

  • 1. Eine erste Hinführung unter Nutzung von Material von Annette Schlemm http://philosophenstuebchen.wordpress.com Transformationsseminar Hiddinghausen 17.-20.5.2013 Stefan Meretz, Berlin keimform.de No rights reserved. Do what you want. Hegelsche Dialektik
  • 2. Zu zeigen Warum ohne Hegel-Dialektik nix geht ... und warum Marx nicht reicht
  • 3. Übliche verkürzte Sichten auf Hegel G. W. F. Hegel: ● Vertreter des deutschen Idealismus ● Idealismus: Die Wirklichkeit richtet sich nach einer Idee ● Materialismus: Die Idee wird aus der Wirklichkeit gewonnen ● Dialektik-Formel: These + Antithese => Synthese Hegel und Marx: ● Hegel = Idealist = falsch (aber: Dialektik als Methode ist ok) ● Marx = Materialist = richtig ● Marx hat Hegel »vom Kopf auf die Füße« gestellt ● Hegel ist in Marx »aufgehoben« (z.B. drei »Grundgesetze«) ● »Wer wissen will, warum Hegel falsch liegt, sollte die Marx- Kritik an Hegel lesen« (Frühschriften)
  • 4. Erkenntnis, die Selbsterkenntnis ist ● Erkennen = Suche nach Einheit von Denken und Sein ● Einheit = Identität: Der Erkennende ist das zu Erkennende ● Unterschied = Differenz: Der Erkennende ist nicht das zu Erkennende ● Erkennen der Identität von Identität und Differenz von Denken und Sein
  • 5. Dagegen: Formalismus und Empirismus ● Formalismus/Schematismus: Inhalte werden vorgegebenen analytischen Schemata (formal-logische abstrakte »Denkgesetze«) unterworfen und als abstrakte Allgemeinheiten fixiert ● Empirismus/Positivismus: synthetisierendes Ordnen unmittelbar aufgenommener, isolierter Inhalte ● Beides: äußerliches Verhältnis von Erkennen und zu Erkennendem, Abstraktion als inhaltliche Verarmung, Isolation einzelner Fakten
  • 6. Die spekulative Methode Spekulation (≠ »raten« / »fabulieren« / »konstruieren«): ● begriffslogisches Aufschließen der Wahrheit durch Reflexion auf das Sein des Gegenstands ● »den Gegenstand sprechen lassen« (nichts weglassen, nichts hinzufügen) ● das innere notwendige Gefüge des Gegenstands begreifen »indem der Gegenstand zuerst genommen wird, wie er ist, dann wie er sich widerspricht, endlich wie er die concrete Identität der Entgegengesetzten ist« (Erdmann, §15) ● Drei Sphären der Logik: Sein, Wesen, Begriff ● »Das Wahre ist das Ganze«
  • 7. »...der Gegenstand ... wie er ist...« ● Beispiel: Leben
  • 8. »...dann wie er sich widerspricht...« ● Negation des Lebens: Tod ● Etwas ist durch das bestimmt, was es nicht ist: Jede Bestimmung ist eine Negation
  • 9. »...endlich wie er die concrete Identität der Entgegengesetzten ist« ● Leben und Tod sind Momente des Lebensprozesses ● Lebensprozess als übergreifendes AllgemeinesLebensprozess
  • 10. Übergreifendes Allgemeines ● Das übergreifende Allgemeine ist das sich und sein Gegenteil (=Momente) erzeugende Ganze (=Totalität) ● Der Lebensprozess ist das Leben und der Tod, die den Lebensprozess erzeugen ● Die Momente bringen einander hervor ● Das Leben erzeugt den Tod, der neuem Leben vorausgesetzt ist ● Die Momente enthalten ihr Gegenteil ● Das Leben enthält seine Negation, den Tod, und der Tod enthält das Leben, dessen Voraussetzung er ist ● Die Momente enthalten das Ganze ● Das Leben (der Tod) enthält den Lebensprozess aus Leben und Tod, dessen Moment es (er) ist
  • 11. Widerspruch Werden: Sich bewegende Lösung des Widerspruchs Sein – Nichts: Pole des Widerspruchs
  • 12. Allgemeines, Besonderes, Einzelnes Beispiel: ● abstrakt Allgemeines: »Menschen« ● Besonderes: Individuum ● konkret Allgemeines: gesellschaftliche Mensch (Begriff des Menschen)
  • 13. Begriffslogik: Spekulation Kategorien der Freiheit Totalität und Momente Widersprüchliches konkrete Allgemeinheit Wesenslogik: Dialektik Kategorien der Vermitteltheit Ganzes und Teile Gegensätzliches abstrakte Allgemeinheit Entwicklung vom Sein zum Begriff Seinslogik: Wahrnehmung Kategorien der Unmittelbarkeit unverbundene Einzelne Verschiedenes Gleichgültigkeit Pseudokonkretheit Entwicklung
  • 15. Und Marx? Das ist jetzt Thema in den AGs ;-) Material: »Die Rezeption des Hegelschen Dialektik- und Spekulations-Konzepts in den ›Ökonomisch-philosophischen Manuskripten‹«, Kapitel V aus: Sahra Wagenknecht (1997), Vom Kopf auf die Füße? Zur Hegelkritik des jungen Marx oder das Problem einer dialektisch-materialistischen Wissenschaftsmethode, Bonn: Pahl-Rugenstein, S. 173-188
  • 16. Stichpunkte für später ● Spekulation = Begreifen = Entwickeln ● Identität von Identität und Unterschied ● Übergreifendes Allgemeines ● Vermittlung der Gegensätze ● Totalität und Momente ● Aufhebung = bestimmte Negation = Negation der Negation ☺ No rights reserved. Do what you want.