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Einführung in die
  »Grundlegung der Psychologie«


                Teil 1:
»Von der Sensibilität zur Lernfähigkeit«



       Ferienuni Kritische Psychologie
           11.–15. September 2012

               Stefan Meretz
              grundlegung.de
Die GdP von Klaus Holzkamp

Vorläuferarbeiten:
 ● Klaus Holzkamp, Sinnliche Erkenntnis, 1973
 ● Ute Osterkamp, Grundlagen der psychologischen
   Motivationsforschung, Band 1: 1975, Band 2: 1976
 ● Volker Schurig, Naturgeschichte des Psychischen, Bd. 1 & 2:
   1975; Entstehung des Bewußtseins, 1976
 ● Rainer Seidel, Denken, 1976

Ab 1977 Integration, 1983 Veröffentlichung der GdP
► Paradigmatischer Anspruch, »die gesamte Psychologie
   … auf eine neue wissenschaftliche Basis zu stellen« (19)
Struktur der GdP
               1                                   6.1
               Fragestellung und Herangehen                     6.2
                          2.1-2.4                    Bedeutungen und Bedürfnisse
                 Grundform des Psychischen                                       6.3
               2.5                                       Bedeutungen und Bedürfnisse
3 Stränge:     Methodischer Fünfschritt            7.1
               3.1                                              7.2
  Methode                   3.2-3.4               Wahrnehmung, Emotion, Motivation
               Differenzierung des Psychischen     7.3.1
Phylogenese
               4.1                                                          7.3.ff
                            4.2-4.4               Wahrnehmung, Emotion, Motivation
Gesellschaft
                Lern- und Entwicklungsfähigkeit                                  7.4
               5.1                                        Subjektive Handlungsgründe
                              5.2                                                7.5
                     Hominini-Entwicklung         Handlungsfähigkeit im Kapitalismus
               5.3                                                                8
               Wechsel der Analyseebene                                  Ontogenese
               5.4                                 9
               Methodologische Konsequenzen        Aktualempirie
Vier theoretische Bezugsebenen



           Einzel-
          theorien


      Kategorialanalyse


     Gesellschaftstheorie


  Philosophische Grundlagen
Der methodische Fünfschritt
Die drei Fünfschritte der GdP
Der vorpsychische Lebensprozess

Vier Kriterien für »Leben«:
Population: Strukturidentische Selbstreproduktion durch
 ● Vermehrung
 ● Mutagenität
Organismus: Erhaltung der Strukturidentität durch
●  Stoffwechsel
●  Reizbarkeit
► Entwicklung und Erhaltung im gleichen Prozess
► Organismus im Organismus-Umwelt-Zusammenhang
► Nicht Ursache→Wirkung, sondern funktionale Widerspiegelung
► Historisch-empirische Methode: funktional-historische Analyse
Der erste Fünfschritt:
Herausbildung der Psychischen
Drei Formen der Orientierung
Orientierung und Ausführung
●   Orientierung: auf die Ausführung hinführenden Aktivitäten
●   Ausführung: Aktivitäten zur Erhaltung des Individuums und der Art
    –   Fortpflanzung (Arterhaltung)
    –   Existenzsicherung (Selbsterhaltung)
Bedeutung und Bedarf
●   Bedeutung:
    Aktivitätsrelevanz
●   Bedarf:
    Innerer Zustand
●   Emotionalität:
    Aktivitätsbereitschaft

Ein Umweltding ist für
einen Organismus dann
bedeutsam (1), wenn ein
Bedarf (2) vorhanden ist,
und die kognitiv erfasste
Bedeutung am Maßstab
des Bedarfs emotional (3)
positiv bewertet wird, so
dass es zu Aktivität (4)
kommt.
GdP-Kurs 1: Von der Sensibilität zur Lernfähigkeit
GdP-Kurs 1: Von der Sensibilität zur Lernfähigkeit
Zweiter Fünfschritt:
Lern- und Entwicklungsfähigkeit
GdP-Kurs 1: Von der Sensibilität zur Lernfähigkeit
Holzkamp zum Differenzierungslernen:
   »Die Fähigkeit zum Differenzierungslernen ist die individuelle ... Fähigkeit zur 
   Unterscheidung (Diskrimination) von Bedeutungseinheiten in der Orientierungs­
   aktivität. (…) Die … globalen artspezifischen Bedeutungstypen werden dabei … 
   durch Lernen ›individualisiert‹. Aus diese Weise individualisiert sich das jeweilige 
   Tier selbst« (134)
Holzkamp zum autarken Signallernen:
  »In diesem ›Signallernen‹ liegt ... eine neue Stufe des ›Auf­den­Begriff­Kommens‹ des 
  Psychischen selbst, indem die Signalvermitteltheit der Aktivität als zentrale 
  Bestimmung des Psychischen hier nicht mehr nur objektiv in phylogenetisch 
  festgelegten Bedeutungen sich quasi ›hinter dem Rücken‹ des Tieres durchsetzt, 
  sondern … vom Tier selbst durch Lernen hergestellt werden muß …« (142)
Der Dominanzwechsel zur Lernfähigkeit ist vollzogen, wenn
   »das Tier ohne den individuellen Entwicklungsprozeß wesentliche Bestimmungen 
   seiner artspezifischen Aktivitätsmöglichkeit nicht mehr zu realisieren vermag. (…) 
   Einzeltiere können … ohne die ›erfolgreiche‹ Hineinentwicklung in den 
   Sozialverband ihre individuelle Existenz nicht mehr sichern, da sie in ihren 
   artspezifischen Fähigkeiten verkümmern und ›lebensunfähig‹ werden (›ein 
   isolierter Affe ist kein Affe‹)« (157)
Zentrale Begriffe im ersten Teil
●   Psychisches: Signalvermittelte Lebenstätigkeit
●   Ausführung: Bewegung, Nahrungsaufnahme, Fortpflanzung
●   Orientierung: Aktivität, die zur Ausführung hinführt
    –   Gradientenorientierung: Bewegung = Orientierung
    –   Aussonderung/Identifizierung: Distanzbewegung = Orientierung
    –   Diskrimination/Gliederung: Distanzorientierung
●   Bedeutung: Aktivitätsrelevanz
●   Bedarf: Innerer Zustand
●   Emotionalität: Aktivitätsbereitschaft
●   Subsidiäres Lernen: Lernen mit Dominanz der Festgelegtheit
●   Autarkes Lernen: Lernen mit Dominanz der Lernfähigkeit
●   Kontrollbedarf: Grundlage des Neugier-/Explorationsverhaltens
●   Motivation: Gelernte Wertungsantizipation
●   Sozialverband: Strukturebene zwischen Population und
    Individuum zur Absicherung des Lernens
Alle Inhalte finden sich in diesem Buch:


                        ●   152 Seiten
                        ●   14 Kapitel
                        ●   83 Abschnitte
                        ●   36 meistens farbige
                            Abbildungen
                        ●   252 Glossar-Einträge

                        Weitere Infos:
                        grundlegung.de/buch

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GdP-Kurs 1: Von der Sensibilität zur Lernfähigkeit

  • 1. Einführung in die »Grundlegung der Psychologie« Teil 1: »Von der Sensibilität zur Lernfähigkeit« Ferienuni Kritische Psychologie 11.–15. September 2012 Stefan Meretz grundlegung.de
  • 2. Die GdP von Klaus Holzkamp Vorläuferarbeiten: ● Klaus Holzkamp, Sinnliche Erkenntnis, 1973 ● Ute Osterkamp, Grundlagen der psychologischen Motivationsforschung, Band 1: 1975, Band 2: 1976 ● Volker Schurig, Naturgeschichte des Psychischen, Bd. 1 & 2: 1975; Entstehung des Bewußtseins, 1976 ● Rainer Seidel, Denken, 1976 Ab 1977 Integration, 1983 Veröffentlichung der GdP ► Paradigmatischer Anspruch, »die gesamte Psychologie … auf eine neue wissenschaftliche Basis zu stellen« (19)
  • 3. Struktur der GdP 1 6.1 Fragestellung und Herangehen 6.2 2.1-2.4 Bedeutungen und Bedürfnisse Grundform des Psychischen 6.3 2.5 Bedeutungen und Bedürfnisse 3 Stränge: Methodischer Fünfschritt 7.1 3.1 7.2 Methode 3.2-3.4 Wahrnehmung, Emotion, Motivation Differenzierung des Psychischen 7.3.1 Phylogenese 4.1 7.3.ff 4.2-4.4 Wahrnehmung, Emotion, Motivation Gesellschaft Lern- und Entwicklungsfähigkeit 7.4 5.1 Subjektive Handlungsgründe 5.2 7.5 Hominini-Entwicklung Handlungsfähigkeit im Kapitalismus 5.3 8 Wechsel der Analyseebene Ontogenese 5.4 9 Methodologische Konsequenzen Aktualempirie
  • 4. Vier theoretische Bezugsebenen Einzel- theorien Kategorialanalyse Gesellschaftstheorie Philosophische Grundlagen
  • 7. Der vorpsychische Lebensprozess Vier Kriterien für »Leben«: Population: Strukturidentische Selbstreproduktion durch ● Vermehrung ● Mutagenität Organismus: Erhaltung der Strukturidentität durch ● Stoffwechsel ● Reizbarkeit ► Entwicklung und Erhaltung im gleichen Prozess ► Organismus im Organismus-Umwelt-Zusammenhang ► Nicht Ursache→Wirkung, sondern funktionale Widerspiegelung ► Historisch-empirische Methode: funktional-historische Analyse
  • 9. Drei Formen der Orientierung
  • 10. Orientierung und Ausführung ● Orientierung: auf die Ausführung hinführenden Aktivitäten ● Ausführung: Aktivitäten zur Erhaltung des Individuums und der Art – Fortpflanzung (Arterhaltung) – Existenzsicherung (Selbsterhaltung)
  • 11. Bedeutung und Bedarf ● Bedeutung: Aktivitätsrelevanz ● Bedarf: Innerer Zustand ● Emotionalität: Aktivitätsbereitschaft Ein Umweltding ist für einen Organismus dann bedeutsam (1), wenn ein Bedarf (2) vorhanden ist, und die kognitiv erfasste Bedeutung am Maßstab des Bedarfs emotional (3) positiv bewertet wird, so dass es zu Aktivität (4) kommt.
  • 14. Zweiter Fünfschritt: Lern- und Entwicklungsfähigkeit
  • 16. Holzkamp zum Differenzierungslernen: »Die Fähigkeit zum Differenzierungslernen ist die individuelle ... Fähigkeit zur  Unterscheidung (Diskrimination) von Bedeutungseinheiten in der Orientierungs­ aktivität. (…) Die … globalen artspezifischen Bedeutungstypen werden dabei …  durch Lernen ›individualisiert‹. Aus diese Weise individualisiert sich das jeweilige  Tier selbst« (134)
  • 17. Holzkamp zum autarken Signallernen: »In diesem ›Signallernen‹ liegt ... eine neue Stufe des ›Auf­den­Begriff­Kommens‹ des  Psychischen selbst, indem die Signalvermitteltheit der Aktivität als zentrale  Bestimmung des Psychischen hier nicht mehr nur objektiv in phylogenetisch  festgelegten Bedeutungen sich quasi ›hinter dem Rücken‹ des Tieres durchsetzt,  sondern … vom Tier selbst durch Lernen hergestellt werden muß …« (142)
  • 18. Der Dominanzwechsel zur Lernfähigkeit ist vollzogen, wenn »das Tier ohne den individuellen Entwicklungsprozeß wesentliche Bestimmungen  seiner artspezifischen Aktivitätsmöglichkeit nicht mehr zu realisieren vermag. (…)  Einzeltiere können … ohne die ›erfolgreiche‹ Hineinentwicklung in den  Sozialverband ihre individuelle Existenz nicht mehr sichern, da sie in ihren  artspezifischen Fähigkeiten verkümmern und ›lebensunfähig‹ werden (›ein  isolierter Affe ist kein Affe‹)« (157)
  • 19. Zentrale Begriffe im ersten Teil ● Psychisches: Signalvermittelte Lebenstätigkeit ● Ausführung: Bewegung, Nahrungsaufnahme, Fortpflanzung ● Orientierung: Aktivität, die zur Ausführung hinführt – Gradientenorientierung: Bewegung = Orientierung – Aussonderung/Identifizierung: Distanzbewegung = Orientierung – Diskrimination/Gliederung: Distanzorientierung ● Bedeutung: Aktivitätsrelevanz ● Bedarf: Innerer Zustand ● Emotionalität: Aktivitätsbereitschaft ● Subsidiäres Lernen: Lernen mit Dominanz der Festgelegtheit ● Autarkes Lernen: Lernen mit Dominanz der Lernfähigkeit ● Kontrollbedarf: Grundlage des Neugier-/Explorationsverhaltens ● Motivation: Gelernte Wertungsantizipation ● Sozialverband: Strukturebene zwischen Population und Individuum zur Absicherung des Lernens
  • 20. Alle Inhalte finden sich in diesem Buch: ● 152 Seiten ● 14 Kapitel ● 83 Abschnitte ● 36 meistens farbige Abbildungen ● 252 Glossar-Einträge Weitere Infos: grundlegung.de/buch