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Transformation
Szenarien der Aufhebung des
Kapitalismus
(auf Basis von Material der Gruppe
»Wege aus dem Kapitalismus« Berlin)
Transformationsseminar Hiddinghausen 17.-20.5.2013
Stefan Meretz, Berlin
keimform.de
No rights reserved. Do what you want.
Transformation:
Wie von A nach B kommen?
Ausgangspunkte Kapitalismus:
●
»Mittelepoche« mit Dominanz der Warenproduktion
●
PM verkörpern die warenbasierte PW
●
Weg der PM-Eroberung und -Umnutzung ausgeschlossen
●
Selbstzersetzung der PW durch permanente Krisen
Ausgangspunkte Commonismus:
●
»Alt-Commons« als Reste traditioneller PW
●
»Peer-Commons« als neue PW
●
Selbstentfaltung als Kernelement neuer PKE
●
Stigmergie als Kernelement neuer Vermittlung
► Transformation denken mit Fünfschrittmodell
Fünfschrittmodell nach Holzkamp (1983)
Fragestellung:
Wie setzt sich eine
neue Qualität in
einem System mit
dominanter alter
Erhaltungslogik
durch?
Begrenzung:
Das Fünfschrittmodell eignet sich
für historischdialektische
Entwicklungsprozesse
Vorklärungen
Lässt sich das Fünfschrittmodell überhaupt nutzen?
●
Ja, ein Gesellschaftsübergang ist ein historischdialektischer Entwicklungsprozess
Bestimmung konstitutiver Grundbegriffe
●
System: Was wird untersucht?
►Gesellschaft (Kapitalismus)
●
Dimension: Welcher Aspekt des Systems wird untersucht?
►Produktionsweise (Warenproduktion)
●
Funktion: Was bestimmt die Dynamik der untersuchten
Dimension des Systems?
►Vermittlungsform (Wertvermittlung)
1. Keimform
●

●
●

●

Nicht Keim (Bestimmtes), sondern Keimform
(Bestimmendes) – daher auch Einzahl!
Es gibt eine Keimform, aber viele Realisierungen
Die Keimform ist nicht schon das Neue als solches,
sondern repräsentiert die bestimmenden Momente des
Entwicklungsprozesses
Das Keimform-Stadium ist ein Nischenstadium

► Peer-Commons, darin die Funktion der bedürfnisbasierten, inklusiv-reziproken, stigmergischen
Ex-ante-Vermittlung zwischen Peers/Commons
2. Krise
●

●

●

Reproduktion des alten Systems auf eigener Grundlage ist
gefährdet
Innerer Widerspruch zwischen den Kapazitäten des
Systems und den Reproduktionsbedingungen kann nicht
mehr durch »Entwicklung« aufgehoben werden
Drei Optionen:
● Übergehen in einen äußeren Widerspruch (Kollaps)
● Stagnation, Aufbrauchen akkumulierter Ressourcen
● Aufschub mit Hilfe von Keimform-Realisierungen

► Multiple Krisen mit der Verwertungskrise als Kern
lassen sich nicht mehr auf Basis der alten Vermittlungsform lösen (kein neuer Verwertungsschub)
3. Funktionswechsel
(erster qualitativer Sprung)
●

●

Die Keimform tritt aus ihrer Nische heraus und bekommt
eine neue Funktion, bleibt aber nachgeordnet
Die neue Funktion ist doppelt bestimmt
● trägt zur Systemerhaltung in der alten Logik bei
● eigene Logik ist inkompatibel zur alten Logik
● M.a.W.: Sie kann für das Alte genutzt werden, geht aber
nicht darin auf, sondern erhält ihre neue Qualität

► Peer-Commons haben positive Funktion für den
Kapitalismus (Kostenentlastung, Beschleunigung von
Innovation, Ausweitung von Kooperation), bleiben aber
bzgl. der dominanten Vermittlungsform inkompatibel,
wenngleich von dieser noch abhängig (Geld/Ressourcen)
► Doppelte Funktionalität geht durch die Individuen hindurch
4. Dominanzwechsel
(zweiter qualitativer Sprung)
●

●
●

●

Umkehrung des Verhältnisses zwischen bestimmender
und nachgeordneter Funktion
Punktueller Umschlag, Netzwerkeffekt
Neue Funktion entfaltet sich auf eigener Grundlage und
wird die dominante Logik der Systemerhaltung
Alte Funktion tritt zurück, verschwindet aber nicht
notwendig und sofort

► Bedürfnisbasierte stigmergische Vermittlung der
Peer-Commons schließt partielle Zyklen der
ReProduktion und erreicht das Niveau inklusiver
Reziprozität auf gesamtgesellschaftlicher Ebene;
Tauschformen existieren als regressive Reste
5. Umstrukturierung
●

●

Wegfall, Rekonfiguration oder Differenzierung nebengeordneter Funktionen durch Ausrichtung auf die
konsolidierte neue dominante Entwicklungslogik
Ausgangspunkt für eine neuen Entwicklungszyklus

► Selbstentfaltung und stigmergische Vermittlung
setzen sich in allen Bereichen durch. Die Geschichte
der bewussten Herstellung der Lebensbedingungen
beginnt, die Vorgeschichte, bei der dies »hinter dem
Rücken« der Menschen geschah, endet. Neue Widersprüche entstehen – ein möglicher neuer qualitativer
Entwicklungszyklus beginnt.
Soweit, so kategorial.
Aber was heißt das jetzt konkret?

Das werden wir uns jetzt gemeinsam erschließen.
Dazu gibt es jetzt verschiedene Texte als
Material für die Arbeitsgruppen.

☺
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Transformation - Szenarien der Aufhebung des Kapitalismus

  • 1. Transformation Szenarien der Aufhebung des Kapitalismus (auf Basis von Material der Gruppe »Wege aus dem Kapitalismus« Berlin) Transformationsseminar Hiddinghausen 17.-20.5.2013 Stefan Meretz, Berlin keimform.de No rights reserved. Do what you want.
  • 2. Transformation: Wie von A nach B kommen? Ausgangspunkte Kapitalismus: ● »Mittelepoche« mit Dominanz der Warenproduktion ● PM verkörpern die warenbasierte PW ● Weg der PM-Eroberung und -Umnutzung ausgeschlossen ● Selbstzersetzung der PW durch permanente Krisen Ausgangspunkte Commonismus: ● »Alt-Commons« als Reste traditioneller PW ● »Peer-Commons« als neue PW ● Selbstentfaltung als Kernelement neuer PKE ● Stigmergie als Kernelement neuer Vermittlung ► Transformation denken mit Fünfschrittmodell
  • 3. Fünfschrittmodell nach Holzkamp (1983) Fragestellung: Wie setzt sich eine neue Qualität in einem System mit dominanter alter Erhaltungslogik durch? Begrenzung: Das Fünfschrittmodell eignet sich für historischdialektische Entwicklungsprozesse
  • 4. Vorklärungen Lässt sich das Fünfschrittmodell überhaupt nutzen? ● Ja, ein Gesellschaftsübergang ist ein historischdialektischer Entwicklungsprozess Bestimmung konstitutiver Grundbegriffe ● System: Was wird untersucht? ►Gesellschaft (Kapitalismus) ● Dimension: Welcher Aspekt des Systems wird untersucht? ►Produktionsweise (Warenproduktion) ● Funktion: Was bestimmt die Dynamik der untersuchten Dimension des Systems? ►Vermittlungsform (Wertvermittlung)
  • 5. 1. Keimform ● ● ● ● Nicht Keim (Bestimmtes), sondern Keimform (Bestimmendes) – daher auch Einzahl! Es gibt eine Keimform, aber viele Realisierungen Die Keimform ist nicht schon das Neue als solches, sondern repräsentiert die bestimmenden Momente des Entwicklungsprozesses Das Keimform-Stadium ist ein Nischenstadium ► Peer-Commons, darin die Funktion der bedürfnisbasierten, inklusiv-reziproken, stigmergischen Ex-ante-Vermittlung zwischen Peers/Commons
  • 6. 2. Krise ● ● ● Reproduktion des alten Systems auf eigener Grundlage ist gefährdet Innerer Widerspruch zwischen den Kapazitäten des Systems und den Reproduktionsbedingungen kann nicht mehr durch »Entwicklung« aufgehoben werden Drei Optionen: ● Übergehen in einen äußeren Widerspruch (Kollaps) ● Stagnation, Aufbrauchen akkumulierter Ressourcen ● Aufschub mit Hilfe von Keimform-Realisierungen ► Multiple Krisen mit der Verwertungskrise als Kern lassen sich nicht mehr auf Basis der alten Vermittlungsform lösen (kein neuer Verwertungsschub)
  • 7. 3. Funktionswechsel (erster qualitativer Sprung) ● ● Die Keimform tritt aus ihrer Nische heraus und bekommt eine neue Funktion, bleibt aber nachgeordnet Die neue Funktion ist doppelt bestimmt ● trägt zur Systemerhaltung in der alten Logik bei ● eigene Logik ist inkompatibel zur alten Logik ● M.a.W.: Sie kann für das Alte genutzt werden, geht aber nicht darin auf, sondern erhält ihre neue Qualität ► Peer-Commons haben positive Funktion für den Kapitalismus (Kostenentlastung, Beschleunigung von Innovation, Ausweitung von Kooperation), bleiben aber bzgl. der dominanten Vermittlungsform inkompatibel, wenngleich von dieser noch abhängig (Geld/Ressourcen) ► Doppelte Funktionalität geht durch die Individuen hindurch
  • 8. 4. Dominanzwechsel (zweiter qualitativer Sprung) ● ● ● ● Umkehrung des Verhältnisses zwischen bestimmender und nachgeordneter Funktion Punktueller Umschlag, Netzwerkeffekt Neue Funktion entfaltet sich auf eigener Grundlage und wird die dominante Logik der Systemerhaltung Alte Funktion tritt zurück, verschwindet aber nicht notwendig und sofort ► Bedürfnisbasierte stigmergische Vermittlung der Peer-Commons schließt partielle Zyklen der ReProduktion und erreicht das Niveau inklusiver Reziprozität auf gesamtgesellschaftlicher Ebene; Tauschformen existieren als regressive Reste
  • 9. 5. Umstrukturierung ● ● Wegfall, Rekonfiguration oder Differenzierung nebengeordneter Funktionen durch Ausrichtung auf die konsolidierte neue dominante Entwicklungslogik Ausgangspunkt für eine neuen Entwicklungszyklus ► Selbstentfaltung und stigmergische Vermittlung setzen sich in allen Bereichen durch. Die Geschichte der bewussten Herstellung der Lebensbedingungen beginnt, die Vorgeschichte, bei der dies »hinter dem Rücken« der Menschen geschah, endet. Neue Widersprüche entstehen – ein möglicher neuer qualitativer Entwicklungszyklus beginnt.
  • 10. Soweit, so kategorial. Aber was heißt das jetzt konkret? Das werden wir uns jetzt gemeinsam erschließen. Dazu gibt es jetzt verschiedene Texte als Material für die Arbeitsgruppen. ☺ No rights reserved. Do what you want.