Gender Aspekte in multimedialem Lehren und Lernen Prof. Dr. Heike Wiesner Harriet Taylor Mill- Institut  der Fachhochschule für Wirtschaft Berlin
Gliederung Kurze Einführung in den Gender-Diskurs Kurze Einführung in den eLearning-Kontext Gender Aspekte in multimedialem Lehren und Lernen Fazit
Kurze Einführung in den Gender-Diskurs
Der Diskurs um die Kategorie Gender   Sex  versus gender (biologisches versus soziales Geschlecht) De/construction sex and gender („Geschlechterinszenierungen“)
Innerhalb der Frauen- und Geschlechterforschung lassen sich immer noch viele Ansätze aufführen, die den Ansatz  “geschlechtsspezifische Unterschiede“ verfolgen. ( Geschlechterdifferenzansatz ) Ansätze, die sich gegen Differenzansatz wenden, fanden erst ab den 90er Jahren Eingang in die Debatte. Es wird in diesen Ansätzen von “Geschlechterinszenierungen“  (Wiesner 2002) und der  „kulturellen Einschreibung von Geschlecht“ (Haraway 1995; Butler 1995) gesprochen  (Geschlechterinszenierung)
Geschlechter differenz  versus  Geschlechter inszenierung Beispiel Ansätze in der Schulforschung Viele Schulforschungsansätze gehen von einer   Geschlechter differenz   aus:   d.h. den Jungen wird per se naturwissenschaftliche und den Mädchen sprachliche Kompetenzen zugeordnet. Und die Realität bestätigt im Kern diese Setzung.   Die neuere Geschlechterforschung im Bereich der Schulforschung wendet sich gegen den Differenzansatz und geht von einer  Geschlechterinszenierung  aus:  Elisabeth Frank (1995,115) hat nachgewiesen, das schriftliche Arbeiten in Physik besser benotet wurden, wenn nicht bekannt ist, das sie von einem Mädchen kommen.  Zudem stellte sich heraus, dass an Mädchen nur in einem anonymisierten Verfahren die Bestnote15 Punkte vergeben wird:  „ Völlig wider die Natur scheint für die Mädchen die Note 15 Punkte in Physik (…). Diese Situation ändert sich allerdings im anonymen zentralen Physikabitur “
Kurze Einführung in den eLearning-Kontext
Definition Eine Lernplattform ist eine Software für die Organisation und Betreuung webunterstützten Lernens (eLearning)
Funktionsbereiche Lernplattform Anmeldung Mailsysteme Kurse Teilnehmer- verwaltung Chat Gruppenarbeit
Funktionsbereiche webbasierter Lernplattformen Inhaltsebene: Präsentationen von Inhalten (Text, Grafik, Bild, Ton, Film, etc.) Kommunikationswerkzeuge:  Asynchrone Werkzeuge wie z.B. E-Mail, Wikis und Foren  Synchrone Werkzeuge wie z.B. Chat, ICQ
Funktionsbereiche webbasierter Lernplattformen Werkzeuge zur Erstellung von Aufgaben und Übungen Evaluationsinstrumente (u. a. Umfragen) Administration (von Lernenden, Inhalten, Kursen, Lernfortschrittskontrollen, Zeit- und Terminmanagement)
Trends Zielgruppenorientierung (Partizipative Lernplattformentwicklung) E-Learning als  Ergänzung  des herkömmlichen Lernens Kommunikations- und Informationsbeschaffungsmedium  Blended Learning , d.h. systematischer Einsatz der Vorteile von Präsenzveranstaltungen und eLearning Ergänzung und Vertiefung zum herkömmlichen Lernen (u. a. Unterstützung von Gruppenaktivitäten und dem Selbststudium)
Gender Aspekte in multimedialem Lehren und Lernen
eLearning und Gender Abbruchquote von eLearning Angeboten liegt (in der BRD) bei ca. 70 % Anmeldequote von Frauen ist deutlich geringer als bei Männern Abbruchquote von Frauen ist höher als bei Männern
10 Punkte Plan zur genderbewussten Gestaltung von virtuellen Lernangeboten
Das gendersensitive Lernmodul… beinhaltet eine gendersensible und transparente (An-)Sprache bietet einen umfangreichen "(Sozio-)Technischen Support“  hat eine gute (zeitsparende) Navigation  berücksichtigt unterschiedliche (technische und inhaltliche) Kenntnisstände sowie Lebens- und Arbeitsumstände der Nutzer/innen bietet einen übersichtlichen Einblick über alle und in alle Kursmodule (Meta-Plan) gibt Auskunft über gemeinsame Termine und den zeitlichen Umfang von spezifischen Online-Meetings/ Aufgabenstellungen Das genderbewusste Lernmodul besitzt ein didaktisches genderbewusstes Lernkonzept  beinhaltet vielseitige, flexible, interaktive und anonymisierte Lernangebote Bietet vielfältige interaktive (moderierte) Kommunikationsangebote enthält Anerkennungsstrukturen (Die 10 wichtigsten Regeln!)
Das genderbewusste Lernmodul beinhaltet eine gendersensitive transparente (An-)Sprache!  (Regel 1)   Personenbeschreibungen bieten einen Überblick über die Personen, die an dem Lernmodul beteiligt sind (Dozent/in, Techniker/in, Tutor/in, etc) z.B. eine Einstiegsseite auf der neue (!) interessierte  Nutzer/innen  beiderlei Geschlechts freundlich begrüßt werden (sollten) Falls das Angebot regelmäßig evaluiert und oder kontrolliert wird, sollte dies in den betroffenen Bereichen ausgewiesen werden. Hinweis im Lernmodul: Gender Mainstreaming-Strategien werden verfolgt
(Konstruiertes) Good-Practice Beispiel:  Personenbeschreibung/Arbeitsschwerpunkte Name und vollständige Adresse  zu erreichen: Feste Sprechzeiten angeben!   Werdegang Zuständigkeiten/Funktion Forschungsschwerpunkte   Publikationen
(Konstruiertes) GoodPractice-Beispiel:Erstbesucher/innen Erstbesucher/innen
Das genderbewusste Lernangebot bietet einen umfangreichen „Sozio-Technischen“ Support (Regel 2 )   die gängigen Hilfestellungen wie Email, Fax, FAQ  aber auch die weniger üblichen Hilfestellungen, wie hilfsbereite Avatare, kontextsensitive Hilfen Telefon  direkte  aktive  Ansprache seitens der Techniker/innen, Administrator/innen (zu abgesprochenen Zeiten)
GoodPractice-Beispiel  - Avatar
GoodPractice-Beispiel - Telefonauskunft
Interviews: Teilnehmerinnen eines Lernmodul (EEEYMS) „ Ein Anruf, und dein Problem ist in der Regel gelöst. Viele Probleme lassen sich viel einfacher am Telefon beschreiben. Du kannst dann einfach direkt (am Modul) weiterarbeiten. Bis eine Antwort per Mail kommt, die dann auch wirklich das Problem löst, das kann einfach dauern– und das frustriert irgendwie, denn du willst ja direkt weitermachen.“   „…  bei mir ist es so, dass ich gerne öfter das Telefon für Hilfestellungen benutzen möchte. Das geht aber leider nicht. … Ich arbeite nun einmal hauptberuflich und habe noch ein Kind zu versorgen, ich kann einfach nicht während der Arbeit anrufen. Und wenn ich zu Hause bin, dann ist der Telefonservice einfach nicht mehr gegeben. Bleibt nur die Mail und damit auch die Warterei auf eine Antwort …“
GoodPractice-Beispiel: Open Source-Browser
Das genderbewusste Lernangebot hat eine gute (zeitsparende) Navigation (Regel 3)   Navigationsbäume sollten den Umfang von maximal 7 Unterverzeichnisse nicht überschreiten Kreative (graphische und textuelle) Navigationshilfen erleichtern den Einstieg Ein direkter erneuter Einsteig wird durch die Navigationshilfe “zuletzt besuchte Seite“ unterstützt Navigationserklärungen, die sich an den Alltag der Nutzenden orientieren, optimieren das Navigationsverhalten (Alltagsbeispiele) Statusebene und Inhaltsebene müssen ausdifferenziert werden und aufeinander bezogen verlinkt sein („who is who“, Glossar)
Goodpractice Beispiel: Navigation unten rechts Erklärung, oben links Navigationsbaum
GoodPractice-Beispiel – Navigationserklärung Stichwort: „Barrierefrei“; Diversity-Strategien schöne Navigationserklärung
interaktiveNavigationshilfe
GoodPractice-Beispiel – Navigationserklärung Stickwort: „Arbeitsplatznähe“ Hyperlink Ulicampus
GoodPractice-Beispiel - Navigationstips GoodPractice-Beispiel –  “zuletzt besuchte Seite“
Das genderbewusste Lernmodul berücksichtigt unterschiedliche (technische und inhaltliche) Kenntnisstände sowie Lebens- und Arbeitsumstände der Nutzer/innen  (Regel 4)   Weiterführende Hinweise, z.B. Handhabung zum Lernmodul, das Arbeiten mit Datenbanken, etc. Spezielle Angebote für Eltern, weiterführende Informationen  Ein flexibler Einstieg in gemeinsame Arbeitszusammenhänge ermöglicht den inhaltlichen Quereinsteig von Nutzenden  (full- or part-time job)
GoodPractice-Bsp.: inhaltliche Vorkenntnisse und  technische Ausstattung
link Goodpractice Bsp. Hyperlinktext
Das genderbewusste Lernangebot bietet einen übersichtlichen Einblick  über alle  und  in alle  Lernmodule (Meta-Plan) (Regel 5)   Mit einem Blick sollte sich das gesamte Lernmodul erschließen Mit einem „Mausklick“ sollte eine Übersicht über die einzelnen Kursangebote erscheinen In einer Übersicht sollten alle Ziele, Aufgaben und Möglichkeiten des Lernmoduls beschrieben werden
GoodPractice-Bsp.: Gesamtübersicht und Teilübersicht (Insel- oder Kosmos-Beispiele)
GoodPractice-Bsp.: Kursübersicht
Das genderbewusste Lernangebot gibt Auskunft über gemeinsame Termine und den zeitlichen Umfang von spezifischen Online-Meetings/ Aufgabenstellungen (Regel 6)   Eine stets aktualisierte Terminleiste  und  Zeitskala… ermöglicht den Nutzer/innen einen dezidierten Überblick und Umfang über alle (anstehenden) Aktivitäten und “Arbeitspakete“ ermöglicht eine individuelle Kursplanung (Full-time/Part-time study) gibt den Studierenden von Anfang an (!) die Möglichkeit sich für oder gegen einen Kurs zu entscheiden erhöht die Kursbindung durch Planungssicherheit (auf allen Seiten)
GoodPractice-Bsp: Aktualisierte ausgewiesene Terminleiste
GoodPractice-Beispiel: Flexibilität
Das genderbewusste Lernmodul besitzt ein didaktisches genderbewusstes Lernkonzept  (Regel 7)   Das didaktische Konzept wird in den meisten Lernmodulen leider nicht beschrieben – warum eigentlich nicht? Die Studierenden könnten sich von Beginn an für eine  Lernform  entscheiden: Selbstlernprogramm Online-Seminar Blended Learning Die Studierenden könnten sich für bestimmte  Lernprozesse  entscheiden: Aufnehmendes Lernen Entdeckendes Lernen  Kooperatives Lernen
PBL-Ansatz Die EEMYS-Evaluation hat ergeben, dass die Studierenden den „problem based learning“-Ansatz sehr schätzten, das Gefühl hatten, „ sehr viel gelernt zu haben“,  und die anfängliche Skepsis gegenüber der Gruppenarbeit vollständig abgebaut hatten.
 
Dazu eine typische Aussage einer interviewten Teilnehmerin: “ Without group work I don't think I would have managed the course“ Modules “offered excellent experiences in communicating and learning with colleagues from different countries“
Neue (gendersensitive) Lernkultur Für eine neue geschlechterbewusste Lernkultur Interdisziplinarität;  semesterübergreifend Projektorientierte,  konstruktivistische  Teamarbeit fördern (gestaltbare) digitale  Medien verwenden (Neue) Themen finden, die  technische & kommunikative Kompetenzen erfordern
Neue geschlechterbewusste Themen erschließen… Lehrveranstaltungen (Beispiel Wirtschaftsinformatik) Anstatt der üblichen LV-Themen wie „ Geschäftsoptimierung in der Automobilindustrie…“  neue LV-Themen erstellen, wie z.B.:  im Schwerpunktfach Projekt zum Themenfeld „eLearning und gender“ (Aufsetzen eines Kommunikationstools zum Kooperativen Lernen unter der Kategorie Geschlecht) Projektwoche zum Themenfeld „Virtuelle europäische Teams“ (Entwicklung und Implementation eines Wissensmanagementsystem zur Unterstützung von internationalen virtuellen Teams im Kontext von Diversity) Erstellung einer Informations- und Kommunikationsplattform für internationale Student/innen
 
 
Das genderbewusste Lernangebot beinhaltet vielseitige, flexible, interaktive und anonymisierte Lernangebote (Regel 8)   Die anonymisierte (und kreative) Lernfortschrittsüberprüfungen enthalten  Die sich an den Arbeitswelten der Nutzenden anlehnen Die geschlechterbewusste Beispiele und Metaphern aufgreifen  Die vielseitige (Experimentier-)Anteile enthalten
GoodPractice-Beispiel – Lernfortschrittskontrolle
GoodPractice-Beispiel für „Aufnehmendes Lernen“ Ein sehr anschauliches Beispiel! Modul Ravi Zum Abspielen:  Link auf Flash Animation
GoodPractice-Beispiel geschlechtersensitive De/konstruktionen von Arbeitsplätzen und Metaphern
Goodpractice Bsp. alltagsnahe Beispiele „ Überlagerung von Wellen“ erläutert am Beispiel der Seifenblase
GoodPractice-Beispiel – Interaktives Lernangebot Link Link
GoodPractice-Beispiel – Interaktives Lernangebot
Das genderbewusste Lernangebot bietet vielfältige interaktive (moderierte) Kommunikationsangebote (Regel 9)   Die zwei häufigsten Angebote waren:  Synchrone Kommunikationsform  (Chatroom) Informelle Chatrooms erhöhen die (statusgleiche) Kommunikation unter den Nutzenden („Brainstorming“)  Moderierte Chatrooms unterstützen den Vernetzungs- und Kooperationsprozess Asynchrone Kommunikationsform (Internetforum) moderierte (!) Internetforen können Arbeits-(Gruppen-)Prozesse unterstützen
Goodpractice Beispiel: Kommunikation Terminabsprachen? Nachbesprechungen?
Goodpractice Beispiel: Kommunikation: Forum
Goodpractice Beispiel: Eigene Beiträge einstellen
Das genderbewusste virtuelle lernangebot enthält Anerkennungsstrukturen   (Regel 10)   ... denn Wertschätzung und Anerkennung motiviert zum Weitermachen!
Fazit DIE TECHNIK: „Einsatz gestaltbarer Technologien fördern“; Technik als didaktischer Akteur (Wiesner-Steiner 2005) DIE EVALUATION: Evaluation dient als sog. passages point zwischen Didaktik und Technik DIE DIDAKTIK: „Flexibles und konstruktivistisches Lernen und Lehren ermöglichen und genderbewusst reflektieren“  DIE THEMENWAHL: Die Neu/Inszenierung von Geschlecht und Technik innerhalb der Lernmodule Ein an der Kategorie Gender orientierter Technikentwicklungsprozess kann dazu verhelfen virtuelle Lehr- und Lernangebote erfolgreich zu gestalten!
www.heike-wiesner.de  [email_address] Herzlichen Dank!
(Just in case…) Aufgabenstellung:  Bitte rufen Sie eine Ihnen bekannte virtuelle Lerneinheit auf und analysieren Sie diese unter dem Aspekt „gender“ beinhaltet eine gendersensible und transparente (An-)Sprache bietet einen umfangreichen "(Sozio-)Technischen Support“  hat eine gute (zeitsparende) Navigation  berücksichtigt unterschiedliche (technische und inhaltliche) Kenntnisstände sowie Lebens- und Arbeitsumstände der Nutzer/innen bietet einen übersichtlichen Einblick über alle und in alle Kursmodule (Meta-Plan) gibt Auskunft über gemeinsame Termine und den zeitlichen Umfang von spezifischen Online-Meetings/ Aufgabenstellungen Das genderbewusste Lernmodul besitzt ein didaktisches genderbewusstes Lernkonzept  (Themenstellung; Themenwahl) beinhaltet vielseitige, flexible, interaktive und anonymisierte Lernangebote Bietet vielfältige interaktive (moderierte) Kommunikationsangebote enthält Anerkennungsstrukturen (Die 10 wichtigsten Regeln!)

eGender: Heike Wiesner

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    Gender Aspekte inmultimedialem Lehren und Lernen Prof. Dr. Heike Wiesner Harriet Taylor Mill- Institut der Fachhochschule für Wirtschaft Berlin
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    Gliederung Kurze Einführungin den Gender-Diskurs Kurze Einführung in den eLearning-Kontext Gender Aspekte in multimedialem Lehren und Lernen Fazit
  • 3.
    Kurze Einführung inden Gender-Diskurs
  • 4.
    Der Diskurs umdie Kategorie Gender Sex versus gender (biologisches versus soziales Geschlecht) De/construction sex and gender („Geschlechterinszenierungen“)
  • 5.
    Innerhalb der Frauen-und Geschlechterforschung lassen sich immer noch viele Ansätze aufführen, die den Ansatz “geschlechtsspezifische Unterschiede“ verfolgen. ( Geschlechterdifferenzansatz ) Ansätze, die sich gegen Differenzansatz wenden, fanden erst ab den 90er Jahren Eingang in die Debatte. Es wird in diesen Ansätzen von “Geschlechterinszenierungen“ (Wiesner 2002) und der „kulturellen Einschreibung von Geschlecht“ (Haraway 1995; Butler 1995) gesprochen (Geschlechterinszenierung)
  • 6.
    Geschlechter differenz versus Geschlechter inszenierung Beispiel Ansätze in der Schulforschung Viele Schulforschungsansätze gehen von einer Geschlechter differenz aus: d.h. den Jungen wird per se naturwissenschaftliche und den Mädchen sprachliche Kompetenzen zugeordnet. Und die Realität bestätigt im Kern diese Setzung. Die neuere Geschlechterforschung im Bereich der Schulforschung wendet sich gegen den Differenzansatz und geht von einer Geschlechterinszenierung aus: Elisabeth Frank (1995,115) hat nachgewiesen, das schriftliche Arbeiten in Physik besser benotet wurden, wenn nicht bekannt ist, das sie von einem Mädchen kommen. Zudem stellte sich heraus, dass an Mädchen nur in einem anonymisierten Verfahren die Bestnote15 Punkte vergeben wird: „ Völlig wider die Natur scheint für die Mädchen die Note 15 Punkte in Physik (…). Diese Situation ändert sich allerdings im anonymen zentralen Physikabitur “
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    Kurze Einführung inden eLearning-Kontext
  • 8.
    Definition Eine Lernplattformist eine Software für die Organisation und Betreuung webunterstützten Lernens (eLearning)
  • 9.
    Funktionsbereiche Lernplattform AnmeldungMailsysteme Kurse Teilnehmer- verwaltung Chat Gruppenarbeit
  • 10.
    Funktionsbereiche webbasierter LernplattformenInhaltsebene: Präsentationen von Inhalten (Text, Grafik, Bild, Ton, Film, etc.) Kommunikationswerkzeuge: Asynchrone Werkzeuge wie z.B. E-Mail, Wikis und Foren Synchrone Werkzeuge wie z.B. Chat, ICQ
  • 11.
    Funktionsbereiche webbasierter LernplattformenWerkzeuge zur Erstellung von Aufgaben und Übungen Evaluationsinstrumente (u. a. Umfragen) Administration (von Lernenden, Inhalten, Kursen, Lernfortschrittskontrollen, Zeit- und Terminmanagement)
  • 12.
    Trends Zielgruppenorientierung (PartizipativeLernplattformentwicklung) E-Learning als Ergänzung des herkömmlichen Lernens Kommunikations- und Informationsbeschaffungsmedium Blended Learning , d.h. systematischer Einsatz der Vorteile von Präsenzveranstaltungen und eLearning Ergänzung und Vertiefung zum herkömmlichen Lernen (u. a. Unterstützung von Gruppenaktivitäten und dem Selbststudium)
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    Gender Aspekte inmultimedialem Lehren und Lernen
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    eLearning und GenderAbbruchquote von eLearning Angeboten liegt (in der BRD) bei ca. 70 % Anmeldequote von Frauen ist deutlich geringer als bei Männern Abbruchquote von Frauen ist höher als bei Männern
  • 15.
    10 Punkte Planzur genderbewussten Gestaltung von virtuellen Lernangeboten
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    Das gendersensitive Lernmodul…beinhaltet eine gendersensible und transparente (An-)Sprache bietet einen umfangreichen "(Sozio-)Technischen Support“ hat eine gute (zeitsparende) Navigation berücksichtigt unterschiedliche (technische und inhaltliche) Kenntnisstände sowie Lebens- und Arbeitsumstände der Nutzer/innen bietet einen übersichtlichen Einblick über alle und in alle Kursmodule (Meta-Plan) gibt Auskunft über gemeinsame Termine und den zeitlichen Umfang von spezifischen Online-Meetings/ Aufgabenstellungen Das genderbewusste Lernmodul besitzt ein didaktisches genderbewusstes Lernkonzept beinhaltet vielseitige, flexible, interaktive und anonymisierte Lernangebote Bietet vielfältige interaktive (moderierte) Kommunikationsangebote enthält Anerkennungsstrukturen (Die 10 wichtigsten Regeln!)
  • 17.
    Das genderbewusste Lernmodulbeinhaltet eine gendersensitive transparente (An-)Sprache! (Regel 1) Personenbeschreibungen bieten einen Überblick über die Personen, die an dem Lernmodul beteiligt sind (Dozent/in, Techniker/in, Tutor/in, etc) z.B. eine Einstiegsseite auf der neue (!) interessierte Nutzer/innen beiderlei Geschlechts freundlich begrüßt werden (sollten) Falls das Angebot regelmäßig evaluiert und oder kontrolliert wird, sollte dies in den betroffenen Bereichen ausgewiesen werden. Hinweis im Lernmodul: Gender Mainstreaming-Strategien werden verfolgt
  • 18.
    (Konstruiertes) Good-Practice Beispiel: Personenbeschreibung/Arbeitsschwerpunkte Name und vollständige Adresse zu erreichen: Feste Sprechzeiten angeben! Werdegang Zuständigkeiten/Funktion Forschungsschwerpunkte Publikationen
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  • 20.
    Das genderbewusste Lernangebotbietet einen umfangreichen „Sozio-Technischen“ Support (Regel 2 ) die gängigen Hilfestellungen wie Email, Fax, FAQ aber auch die weniger üblichen Hilfestellungen, wie hilfsbereite Avatare, kontextsensitive Hilfen Telefon direkte aktive Ansprache seitens der Techniker/innen, Administrator/innen (zu abgesprochenen Zeiten)
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    Interviews: Teilnehmerinnen einesLernmodul (EEEYMS) „ Ein Anruf, und dein Problem ist in der Regel gelöst. Viele Probleme lassen sich viel einfacher am Telefon beschreiben. Du kannst dann einfach direkt (am Modul) weiterarbeiten. Bis eine Antwort per Mail kommt, die dann auch wirklich das Problem löst, das kann einfach dauern– und das frustriert irgendwie, denn du willst ja direkt weitermachen.“ „… bei mir ist es so, dass ich gerne öfter das Telefon für Hilfestellungen benutzen möchte. Das geht aber leider nicht. … Ich arbeite nun einmal hauptberuflich und habe noch ein Kind zu versorgen, ich kann einfach nicht während der Arbeit anrufen. Und wenn ich zu Hause bin, dann ist der Telefonservice einfach nicht mehr gegeben. Bleibt nur die Mail und damit auch die Warterei auf eine Antwort …“
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    Das genderbewusste Lernangebothat eine gute (zeitsparende) Navigation (Regel 3) Navigationsbäume sollten den Umfang von maximal 7 Unterverzeichnisse nicht überschreiten Kreative (graphische und textuelle) Navigationshilfen erleichtern den Einstieg Ein direkter erneuter Einsteig wird durch die Navigationshilfe “zuletzt besuchte Seite“ unterstützt Navigationserklärungen, die sich an den Alltag der Nutzenden orientieren, optimieren das Navigationsverhalten (Alltagsbeispiele) Statusebene und Inhaltsebene müssen ausdifferenziert werden und aufeinander bezogen verlinkt sein („who is who“, Glossar)
  • 26.
    Goodpractice Beispiel: Navigationunten rechts Erklärung, oben links Navigationsbaum
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    GoodPractice-Beispiel – NavigationserklärungStichwort: „Barrierefrei“; Diversity-Strategien schöne Navigationserklärung
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    GoodPractice-Beispiel – NavigationserklärungStickwort: „Arbeitsplatznähe“ Hyperlink Ulicampus
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    GoodPractice-Beispiel - NavigationstipsGoodPractice-Beispiel – “zuletzt besuchte Seite“
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    Das genderbewusste Lernmodulberücksichtigt unterschiedliche (technische und inhaltliche) Kenntnisstände sowie Lebens- und Arbeitsumstände der Nutzer/innen (Regel 4) Weiterführende Hinweise, z.B. Handhabung zum Lernmodul, das Arbeiten mit Datenbanken, etc. Spezielle Angebote für Eltern, weiterführende Informationen Ein flexibler Einstieg in gemeinsame Arbeitszusammenhänge ermöglicht den inhaltlichen Quereinsteig von Nutzenden (full- or part-time job)
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    Das genderbewusste Lernangebotbietet einen übersichtlichen Einblick über alle und in alle Lernmodule (Meta-Plan) (Regel 5) Mit einem Blick sollte sich das gesamte Lernmodul erschließen Mit einem „Mausklick“ sollte eine Übersicht über die einzelnen Kursangebote erscheinen In einer Übersicht sollten alle Ziele, Aufgaben und Möglichkeiten des Lernmoduls beschrieben werden
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    GoodPractice-Bsp.: Gesamtübersicht undTeilübersicht (Insel- oder Kosmos-Beispiele)
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    Das genderbewusste Lernangebotgibt Auskunft über gemeinsame Termine und den zeitlichen Umfang von spezifischen Online-Meetings/ Aufgabenstellungen (Regel 6) Eine stets aktualisierte Terminleiste und Zeitskala… ermöglicht den Nutzer/innen einen dezidierten Überblick und Umfang über alle (anstehenden) Aktivitäten und “Arbeitspakete“ ermöglicht eine individuelle Kursplanung (Full-time/Part-time study) gibt den Studierenden von Anfang an (!) die Möglichkeit sich für oder gegen einen Kurs zu entscheiden erhöht die Kursbindung durch Planungssicherheit (auf allen Seiten)
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    Das genderbewusste Lernmodulbesitzt ein didaktisches genderbewusstes Lernkonzept (Regel 7) Das didaktische Konzept wird in den meisten Lernmodulen leider nicht beschrieben – warum eigentlich nicht? Die Studierenden könnten sich von Beginn an für eine Lernform entscheiden: Selbstlernprogramm Online-Seminar Blended Learning Die Studierenden könnten sich für bestimmte Lernprozesse entscheiden: Aufnehmendes Lernen Entdeckendes Lernen Kooperatives Lernen
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    PBL-Ansatz Die EEMYS-Evaluationhat ergeben, dass die Studierenden den „problem based learning“-Ansatz sehr schätzten, das Gefühl hatten, „ sehr viel gelernt zu haben“, und die anfängliche Skepsis gegenüber der Gruppenarbeit vollständig abgebaut hatten.
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    Dazu eine typischeAussage einer interviewten Teilnehmerin: “ Without group work I don't think I would have managed the course“ Modules “offered excellent experiences in communicating and learning with colleagues from different countries“
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    Neue (gendersensitive) LernkulturFür eine neue geschlechterbewusste Lernkultur Interdisziplinarität; semesterübergreifend Projektorientierte, konstruktivistische Teamarbeit fördern (gestaltbare) digitale Medien verwenden (Neue) Themen finden, die technische & kommunikative Kompetenzen erfordern
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    Neue geschlechterbewusste Themenerschließen… Lehrveranstaltungen (Beispiel Wirtschaftsinformatik) Anstatt der üblichen LV-Themen wie „ Geschäftsoptimierung in der Automobilindustrie…“ neue LV-Themen erstellen, wie z.B.: im Schwerpunktfach Projekt zum Themenfeld „eLearning und gender“ (Aufsetzen eines Kommunikationstools zum Kooperativen Lernen unter der Kategorie Geschlecht) Projektwoche zum Themenfeld „Virtuelle europäische Teams“ (Entwicklung und Implementation eines Wissensmanagementsystem zur Unterstützung von internationalen virtuellen Teams im Kontext von Diversity) Erstellung einer Informations- und Kommunikationsplattform für internationale Student/innen
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    Das genderbewusste Lernangebotbeinhaltet vielseitige, flexible, interaktive und anonymisierte Lernangebote (Regel 8) Die anonymisierte (und kreative) Lernfortschrittsüberprüfungen enthalten Die sich an den Arbeitswelten der Nutzenden anlehnen Die geschlechterbewusste Beispiele und Metaphern aufgreifen Die vielseitige (Experimentier-)Anteile enthalten
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    GoodPractice-Beispiel für „AufnehmendesLernen“ Ein sehr anschauliches Beispiel! Modul Ravi Zum Abspielen: Link auf Flash Animation
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    Goodpractice Bsp. alltagsnaheBeispiele „ Überlagerung von Wellen“ erläutert am Beispiel der Seifenblase
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    Das genderbewusste Lernangebotbietet vielfältige interaktive (moderierte) Kommunikationsangebote (Regel 9) Die zwei häufigsten Angebote waren: Synchrone Kommunikationsform (Chatroom) Informelle Chatrooms erhöhen die (statusgleiche) Kommunikation unter den Nutzenden („Brainstorming“) Moderierte Chatrooms unterstützen den Vernetzungs- und Kooperationsprozess Asynchrone Kommunikationsform (Internetforum) moderierte (!) Internetforen können Arbeits-(Gruppen-)Prozesse unterstützen
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    Goodpractice Beispiel: KommunikationTerminabsprachen? Nachbesprechungen?
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    Goodpractice Beispiel: EigeneBeiträge einstellen
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    Das genderbewusste virtuellelernangebot enthält Anerkennungsstrukturen (Regel 10) ... denn Wertschätzung und Anerkennung motiviert zum Weitermachen!
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    Fazit DIE TECHNIK:„Einsatz gestaltbarer Technologien fördern“; Technik als didaktischer Akteur (Wiesner-Steiner 2005) DIE EVALUATION: Evaluation dient als sog. passages point zwischen Didaktik und Technik DIE DIDAKTIK: „Flexibles und konstruktivistisches Lernen und Lehren ermöglichen und genderbewusst reflektieren“ DIE THEMENWAHL: Die Neu/Inszenierung von Geschlecht und Technik innerhalb der Lernmodule Ein an der Kategorie Gender orientierter Technikentwicklungsprozess kann dazu verhelfen virtuelle Lehr- und Lernangebote erfolgreich zu gestalten!
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    (Just in case…)Aufgabenstellung: Bitte rufen Sie eine Ihnen bekannte virtuelle Lerneinheit auf und analysieren Sie diese unter dem Aspekt „gender“ beinhaltet eine gendersensible und transparente (An-)Sprache bietet einen umfangreichen "(Sozio-)Technischen Support“ hat eine gute (zeitsparende) Navigation berücksichtigt unterschiedliche (technische und inhaltliche) Kenntnisstände sowie Lebens- und Arbeitsumstände der Nutzer/innen bietet einen übersichtlichen Einblick über alle und in alle Kursmodule (Meta-Plan) gibt Auskunft über gemeinsame Termine und den zeitlichen Umfang von spezifischen Online-Meetings/ Aufgabenstellungen Das genderbewusste Lernmodul besitzt ein didaktisches genderbewusstes Lernkonzept (Themenstellung; Themenwahl) beinhaltet vielseitige, flexible, interaktive und anonymisierte Lernangebote Bietet vielfältige interaktive (moderierte) Kommunikationsangebote enthält Anerkennungsstrukturen (Die 10 wichtigsten Regeln!)