Genderspezifische Barrieren internetbasierter Netzwerkkommunikation Arbeitsgemeinschaft  „GenderCommunication“ Wien Barbara Buchegger & Ursula Seethaler
Eigener Zugang / Hintergrund Projekt viwiKom am IPKW, Uni Wien (2003/04): Kommunikationsplattformen für Fachtutorien der Einführungsvorlesungen, virtuelle Räume mit umfassenden Funktionen ca. 400 TN in 20 Gruppen Ziel    Erleichterung des inhaltlichen und organisatorischen Ablaufs sowie Verbesserung des Informationsaustausches in den Gruppen Kommunikation der TN wurde beforscht.
Wichtige Aspekte dabei waren: Gleichrangigkeit Studierende und TutorInnen Hohe Transparenz auf den Plattformen Keine inhaltlich oder formal vorgegebene Struktur, selbstbestimmtes Arbeiten Der Plattforminput wurde von allen Beteiligten beigesteuert Personenorientiertes Lernsystem
Motivation Gender wird als soziales Geschlecht verstanden: „ Menschen haben kein Geschlecht, sie tun es“ „ Doing Gender“ – kommunikatives Handeln als zentraler Konstruktionsmechanismus wie werden mediale Rahmen im Sinne des „Doing Gender“ verwendet welches kommunikative Verhalten befestigt Stereotypen und stellt kommunikative Barrieren für effiziente Netzwerkkommunikation dar
Ziel: Virtuelle Kommunikationsabläufe auf genderspezifische Muster hin zu untersuchen  Online-Kommunikationsprozesse und -bedürfnisse bzw. soziales Verhalten sichtbar machen  geschlechterspezifische Kommunikationsmuster freilegen um „Undoing Gender“-Maßnahmen für die Praxis zu formulieren
Fragestellungen: Welche Barrieren entstehen durch das kommunikative Handeln von Frauen und Männern in internetbasierten Netzwerken?  Wie können die Nachteile von Kommunikationsmustern und -prozessen zwischen Frauen und Männern durch „Undoing-Gender“-Maßnahmen aufgehoben werden?
Untersuchungsdesign: Hypothensprüfendes vorgehen sowie qualitativ hypothesengenerierend Inhaltsanalyse von Chat und Forumsbeiträgen u.a. Plattformaktivitäten (Logfiles) 5 geschlechtsspezifische Ausgangshypothesen, expertinnen- und literaturgestützt entwickelt 3 empirische Fallbeispiele (Attac, Fachhochschule Eisenstadt, viwiKom)
Hypothesen, Ergebnisse, Maßnahmen Aspekt 1: Sprache und Sprachstil Ein dominant, expansiver Kommunikationsstil beeinträchtigt die Teilnahme von Frauen. Zu viel Empathie und Wertschätzung verleidet wiederum Männern ihre Teilnahme. Ergebnisse: Sprachstile symbolisieren ihre Geschlechteridentität. Frauen : persönliche Ebene, Gedanken, Gefühle, subjektivierend, nehmen sich zurück. Männer :  Betonung auf das eigene Wissen, technische Fachwörter, seltene Verwendung des Konkunktivs. „ Findet Mann es sollte so sein, fände Frau es gut, wenn es so sein würde …“
„ Undoing-Gender“-Maßnahmen: Geschlechtersensiblen Sprachgebrauch bzw. Kommunikationsverhalten einüben (Rollenspiele) Den dominant, expansiven Kommunikationsstil reflektieren und durchbrechen.
Aspekt 2: Themenwahl Die geschlechtsspezifische Bearbeitung von Themen erzeugt Anschlussbarrieren für beiderlei Geschlecht. Faktenorientierter Austausch versus persönlicher Erfahrung. Ergebnisse : Frauen : stellen in Diskussionen ihre persönliche Erfahrung in den Vordergrund, weichen vom Thema ab, eher emotional Männer : bevorzugen Hard-Facts also klare Themenvorgaben
„ Undoing-Gender“-Maßnahmen: Ausgewogener Frauen- und Männeranteil Vermeidung von geschlechterstereotypen und -kontroversen Themenstellungen ModeratorInnen einsetzen - technische Unterweisung
Aspekt 3: Beteiligung und Partizipation Lurker versus aktive TeilnehmerInnen Ergebnisse : Frauen sind in geschlossenen Online-Foren aktiver als Männer. Bei offenen Foren gibt es deutlich mehr männliche aktive TN. „ Undoing-Gender“-Maßnahmen Persönliches Kennenlernen Detailliertes Profil Wechsel der ModeratorInnenrollen
Aspekt 4: Zugang zu Kommunikationsplattformen Versuchs und -Irrtumsvorgehen versus Brauchbarkeit und Nützlichkeit Ergebnisse : Technische Unwissenheit ist den Frauen vorbehalten. Technische Unterweisungen durch Männer. Zwei Lernstile. „ Undoing-Gender“-Maßnahmen Technik allen Beteiligten verständlich machen Frauen in Veränderungsprozesse miteinbeziehen Softwareentwicklung
Aspekt 5: Rollen und Hierarchien Geschlechterstereotype Selbstdarstellungsmuster und daraus resultierende Hierarchien. Ergebnisse : Konnten keine Hierarchien festgestellt werden. „ Undoing-Gender“-Maßnahmen Neue Verteilung der Rollen und Hierarchien Wechselnde Rollen
Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! AG Gender Communication http://gendercommunication.factlink.net/ Mag. Ursula Seethaler Literaturhinweis: Rußmann, Uta / Seethaler, Ursula/ Harnoncourt, Max (2005): Genderspezifische Barrieren internetbasierter Netzwerkkommunikation. In: Ernst, Sylke / Warwas, Jasmin / Kirsch-Auwärter, Edit (Hg.): wissenstransform. Wissensmanagement in gleichstellungsorientierten Netzwerken. Münster: LIT. S. 148 – 161.

eGender: Ursula Seethaler

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    Genderspezifische Barrieren internetbasierterNetzwerkkommunikation Arbeitsgemeinschaft „GenderCommunication“ Wien Barbara Buchegger & Ursula Seethaler
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    Eigener Zugang /Hintergrund Projekt viwiKom am IPKW, Uni Wien (2003/04): Kommunikationsplattformen für Fachtutorien der Einführungsvorlesungen, virtuelle Räume mit umfassenden Funktionen ca. 400 TN in 20 Gruppen Ziel  Erleichterung des inhaltlichen und organisatorischen Ablaufs sowie Verbesserung des Informationsaustausches in den Gruppen Kommunikation der TN wurde beforscht.
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    Wichtige Aspekte dabeiwaren: Gleichrangigkeit Studierende und TutorInnen Hohe Transparenz auf den Plattformen Keine inhaltlich oder formal vorgegebene Struktur, selbstbestimmtes Arbeiten Der Plattforminput wurde von allen Beteiligten beigesteuert Personenorientiertes Lernsystem
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    Motivation Gender wirdals soziales Geschlecht verstanden: „ Menschen haben kein Geschlecht, sie tun es“ „ Doing Gender“ – kommunikatives Handeln als zentraler Konstruktionsmechanismus wie werden mediale Rahmen im Sinne des „Doing Gender“ verwendet welches kommunikative Verhalten befestigt Stereotypen und stellt kommunikative Barrieren für effiziente Netzwerkkommunikation dar
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    Ziel: Virtuelle Kommunikationsabläufeauf genderspezifische Muster hin zu untersuchen Online-Kommunikationsprozesse und -bedürfnisse bzw. soziales Verhalten sichtbar machen  geschlechterspezifische Kommunikationsmuster freilegen um „Undoing Gender“-Maßnahmen für die Praxis zu formulieren
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    Fragestellungen: Welche Barrierenentstehen durch das kommunikative Handeln von Frauen und Männern in internetbasierten Netzwerken? Wie können die Nachteile von Kommunikationsmustern und -prozessen zwischen Frauen und Männern durch „Undoing-Gender“-Maßnahmen aufgehoben werden?
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    Untersuchungsdesign: Hypothensprüfendes vorgehensowie qualitativ hypothesengenerierend Inhaltsanalyse von Chat und Forumsbeiträgen u.a. Plattformaktivitäten (Logfiles) 5 geschlechtsspezifische Ausgangshypothesen, expertinnen- und literaturgestützt entwickelt 3 empirische Fallbeispiele (Attac, Fachhochschule Eisenstadt, viwiKom)
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    Hypothesen, Ergebnisse, MaßnahmenAspekt 1: Sprache und Sprachstil Ein dominant, expansiver Kommunikationsstil beeinträchtigt die Teilnahme von Frauen. Zu viel Empathie und Wertschätzung verleidet wiederum Männern ihre Teilnahme. Ergebnisse: Sprachstile symbolisieren ihre Geschlechteridentität. Frauen : persönliche Ebene, Gedanken, Gefühle, subjektivierend, nehmen sich zurück. Männer : Betonung auf das eigene Wissen, technische Fachwörter, seltene Verwendung des Konkunktivs. „ Findet Mann es sollte so sein, fände Frau es gut, wenn es so sein würde …“
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    „ Undoing-Gender“-Maßnahmen: GeschlechtersensiblenSprachgebrauch bzw. Kommunikationsverhalten einüben (Rollenspiele) Den dominant, expansiven Kommunikationsstil reflektieren und durchbrechen.
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    Aspekt 2: ThemenwahlDie geschlechtsspezifische Bearbeitung von Themen erzeugt Anschlussbarrieren für beiderlei Geschlecht. Faktenorientierter Austausch versus persönlicher Erfahrung. Ergebnisse : Frauen : stellen in Diskussionen ihre persönliche Erfahrung in den Vordergrund, weichen vom Thema ab, eher emotional Männer : bevorzugen Hard-Facts also klare Themenvorgaben
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    „ Undoing-Gender“-Maßnahmen: AusgewogenerFrauen- und Männeranteil Vermeidung von geschlechterstereotypen und -kontroversen Themenstellungen ModeratorInnen einsetzen - technische Unterweisung
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    Aspekt 3: Beteiligungund Partizipation Lurker versus aktive TeilnehmerInnen Ergebnisse : Frauen sind in geschlossenen Online-Foren aktiver als Männer. Bei offenen Foren gibt es deutlich mehr männliche aktive TN. „ Undoing-Gender“-Maßnahmen Persönliches Kennenlernen Detailliertes Profil Wechsel der ModeratorInnenrollen
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    Aspekt 4: Zugangzu Kommunikationsplattformen Versuchs und -Irrtumsvorgehen versus Brauchbarkeit und Nützlichkeit Ergebnisse : Technische Unwissenheit ist den Frauen vorbehalten. Technische Unterweisungen durch Männer. Zwei Lernstile. „ Undoing-Gender“-Maßnahmen Technik allen Beteiligten verständlich machen Frauen in Veränderungsprozesse miteinbeziehen Softwareentwicklung
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    Aspekt 5: Rollenund Hierarchien Geschlechterstereotype Selbstdarstellungsmuster und daraus resultierende Hierarchien. Ergebnisse : Konnten keine Hierarchien festgestellt werden. „ Undoing-Gender“-Maßnahmen Neue Verteilung der Rollen und Hierarchien Wechselnde Rollen
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    Herzlichen Dank fürIhre Aufmerksamkeit! AG Gender Communication http://gendercommunication.factlink.net/ Mag. Ursula Seethaler Literaturhinweis: Rußmann, Uta / Seethaler, Ursula/ Harnoncourt, Max (2005): Genderspezifische Barrieren internetbasierter Netzwerkkommunikation. In: Ernst, Sylke / Warwas, Jasmin / Kirsch-Auwärter, Edit (Hg.): wissenstransform. Wissensmanagement in gleichstellungsorientierten Netzwerken. Münster: LIT. S. 148 – 161.