Nacht der Forschung 2017:
Digitale Nachhaltigkeit:
Open Data, Open Source und Open Content
16. September 2017, Universität Bern
Dr. Matthias Stürmer
Forschungsstelle Digitale Nachhaltigkeit
Institut für Wirtschaftsinformatik
Universität Bern
Nacht der Forschung, 16. September 2017
Digitale Nachhaltigkeit: Open Data, Open Source und Open Content
2
Matthias Stürmer
> Seit 2013 Leiter der Forschungsstelle Digitale Nachhaltigkeit an der Universität Bern,
Dozentur für Digitale Nachhaltigkeit
> 2010 bis 2013 bei EY (Ernst & Young) als Senior Consultant/Manager Beratung zu Open
Source Software, Open Data und Social Media
> 2009 bis 2010 Business Development und Projektleiter beim Liip AG
> 2006 bis 2009 Assistent an der ETH Zürich am Lehrstuhl für Strategisches Management und
Innovation doktoriert über Zusammenarbeit zwischen Open Source Communities und
Technologie-Unternehmen
> 2000 bis 2005 Studium Betriebswirtschaft und Informatik an
Universität Bern, Lizenziatsarbeit zu Open Source Community Building
> Geschäftsleiter Parlamentarischen Gruppe Digitale Nachhaltigkeit
> Präsident tcbe.ch – ICT Cluster Bern, Switzerland
> Vorstandsmitglied CH Open
> Mitgründer und Vorstandsmitglied Verein Opendata.ch
> Stadtrat von Bern (EVP)
Dr. Matthias Stürmer
Dozentur und
Leiter Forschungsstelle
Digitale Nachhaltigkeit
Universität Bern
Institut für Wirtschaftsinformatik
Engehaldenstrasse 8
CH-3012 Bern
Telefon: +41 31 631 38 09
Mobile: +41 76 368 81 65
Tel: +41 31 631 38 79 (Sekretariat)
Twitter: @maemst
matthias.stuermer@iwi.unibe.ch
www.digitale-nachhaltigkeit.unibe.ch
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Digitale Nachhaltigkeit: Open Data, Open Source und Open Content
3
Forschungsstelle Digitale Nachhaltigkeit
Seit 2014 am Institut für Wirtschafsinformatik, Team von 14 Mitarbeitenden
Forschung, Lehre und Beratung zu
> Open Source Software: Community Governance, Business Models,
Maturitätsmodelle etc.
> Open Data: Open Data Apps, interaktive Visualisierungen etc.
> Linked Data: LINDAS Use Cases, Geoportal Bund etc.
> Open Government: Transparenz und Partizipation, Impact Models, Participatory
Apps, FixMyStreet.org etc.
> ICT-Beschaffungen: Agile Software-Entwicklung, Requirements Engineering,
Herstellerabhängigkeiten, freihändige Vergaben, WTO-Regeln etc.
> Digitale Nachhaltigkeit: Theorie, Voraussetzungen, Anwendungsbeispiele etc.
www.digitale-nachhaltigkeit.unibe.ch
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Digitale Nachhaltigkeit: Open Data, Open Source und Open Content
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Problematiken der Digitalisierung
> Verlust von oder kein Zugang zu Informationen
> Informationsüberflutung, Fake News
> Abhängigkeit von IT-Konzernen
> Gefährdung des Datenschutz
> Hacker-Angriffe
> etc.
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Digitale Nachhaltigkeit: Open Data, Open Source und Open Content
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Nachhaltige Entwicklung
> Ursprüngliche Idee: Nur so viele Bäume
fällen wie nachwachsen können.
(Hans Carl von Carlowitz, 1713)
> Definition im Brundtland Bericht, 1987:
„Dauerhafte Entwicklung ist Entwicklung, die
die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne
zu riskieren, dass künftige Generationen ihre
eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können.“
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Schützenswerte Ressourcen
Umwelt
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Menschen
Schützenswerte Ressourcen
Umwelt
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8
Volkswirtschaft
Menschen
Schützenswerte Ressourcen
Umwelt
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Volkswirtschaft
Menschen
Schützenswerte Ressourcen
Umwelt
Wissen
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Digitales Wissen wächst exponentiell
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Digitale Nachhaltigkeit: Open Data, Open Source und Open Content
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Dualität der Digitalisierung
> Digitalisierung als indirektes Mittel für nachhaltige Entwicklung
— Bspw. Smart Logistics damit Transportwege reduziert werden
— Bspw. Green IT um Strom zu sparen für effizienten Betrieb von Rechenzentren
> Digitalisierung als direktes Mittel für nachhaltige Entwicklung
— Bspw. Open Source Software nutzen damit Abhängigkeiten von westlichen
IT-Herstellern reduziert werden und lokale Wertschöpfung geschieht
— Bspw. Open Content (Wikipedia, OpenStreetMap etc.) damit auch Menschen mit
niedrigem Einkommen vom globalen Wissen profitieren können
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Digitale Nachhaltigkeit: Open Data, Open Source und Open Content
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Ziel der digitalen Nachhaltigkeit
Den Nutzen der
Digitalisierung für die
Menschheit heute und
morgen maximieren
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10 Voraussetzungen für digitale Nachhaltigkeit
Digitales
Gut
1. Ausgereiftheit
2. Transparente Strukturen
3. Semantische Daten
4. Verteilte Standorte
Quelle:
Stuermer, M., Abu-Tayeh, G. and Myrach, T.
(2017). Digital sustainability: basic conditions
for sustainable digital artifacts and their
ecosystems, Sustainability Science 12:
247-262. doi:10.1007/s11625-016-0412-2
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14
10 Voraussetzungen für digitale Nachhaltigkeit
Ökosystem
Digitales
Gut
1. Ausgereiftheit
2. Transparente Strukturen
3. Semantische Daten
4. Verteilte Standorte
5. Freie Lizenz
6. Geteiltes Wissen
7. Partizipations-Kultur
8. Faire Führungsstrukturen
9. Breit abgestützte Finanzierung Quelle:
Stuermer, M., Abu-Tayeh, G. and Myrach, T.
(2017). Digital sustainability: basic conditions
for sustainable digital artifacts and their
ecosystems, Sustainability Science 12:
247-262. doi:10.1007/s11625-016-0412-2
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10 Voraussetzungen für digitale Nachhaltigkeit
Ökosystem
Digitales
Gut
1. Ausgereiftheit
2. Transparente Strukturen
3. Semantische Daten
4. Verteilte Standorte
schaffen nutzen
5. Freie Lizenz
6. Geteiltes Wissen
7. Partizipations-Kultur
8. Faire Führungsstrukturen
9. Breit abgestützte Finanzierung Quelle:
Stuermer, M., Abu-Tayeh, G. and Myrach, T.
(2017). Digital sustainability: basic conditions
for sustainable digital artifacts and their
ecosystems, Sustainability Science 12:
247-262. doi:10.1007/s11625-016-0412-2
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16
10 Voraussetzungen für digitale Nachhaltigkeit
Ökosystem
Digitales
Gut
1. Ausgereiftheit
2. Transparente Strukturen
3. Semantische Daten
4. Verteilte Standorte
schaffen nutzen
Welt
5. Freie Lizenz
6. Geteiltes Wissen
7. Partizipations-Kultur
8. Faire Führungsstrukturen
9. Breit abgestützte Finanzierung
10. Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung
Quelle:
Stuermer, M., Abu-Tayeh, G. and Myrach, T.
(2017). Digital sustainability: basic conditions
for sustainable digital artifacts and their
ecosystems, Sustainability Science 12:
247-262. doi:10.1007/s11625-016-0412-2
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1. Ausgereiftheit
> Ausgereiftheit umfasst
Verständlichkeit, Vollständigkeit,
Korrektheit, Modularität, Integrität,
Präzision, Sicherheit etc. von
digitalen Gütern
> Hohe Qualität von digitalen Gütern
schafft direkten Nutzen von deren
Anwendern und erleichert künftige
Verbesserungen
Digitales
Gut
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2. Transparente Strukturen
> Technische Offenheit des digitalen Guts:
— Detaillierte Spezifikation der Datenstrukturen und Formate
— Offen zugänglicher Software-Quellcode
— Offen zugängliche Informations-Architektur und Dokumentation
> Transparenz ermöglicht Kontrolle und Verbesserungen durch die
Öffentlichkeit was zu mehr Vertrauen und weniger Fehler führt
Digitales
Gut
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3. Semantische Daten
> Semantische Informationen (Meta-Daten,
Ontologien) sind maschinenlesbare
und/oder für Menschen verständliche
Angaben über ein digitales Gut
> Mit semantischen Informationen
kann Wissen besser absorbiert,
weiterverarbeitet, interpretiert und
weiterentwickelt werden
Digitales
Gut
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4. Verteilte Standorte
> Digitale Güter sind bspw. als
redundate Server oder Peer-to-Peer
mehrfach an physisch
unterschiedlichen Orten gespeichert
> Abhängigkeit von einem einzigen
Standort wird reduziert
> Langfristige Verfügbarkeit der
digitalen Güter verbessert
Bild-Quelle: Paul Baran 1964 "On distributed
communications networks." Communications
Systems, IEEE Transactions
Digitales
Gut
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5. Freie Lizenz
> Allen ist erlaubt, digitales Gut zu nutzen und zu verändern
> Bereits erschaffenes Wissen kann beliebig wiederverwendet werden
 «Standing on the shoulders of giants»
> Gesellschaft profitiert durch freie Zugänglichkeit des digitalen
Wissens und Vermeidung von «Rad neu erfinden»
> Offene Frage: mit oder ohne Copyleft?
Ökosystem
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6. Geteiltes Wissen
> Know-How, Kenntnisse und Erfahrungen
über digitale Güter sind verteilt auf viele
Personen aus unterschiedlichen
Organisationen
> «Wissens-Abhängigkeit» von wenigen
Personen, Firmen und anderen
Organisationen wird reduziert
> Beiträge von vielen zu digitalen Gütern
werden ermöglicht
Ökosystem
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7. Partizipations-Kultur
> Alle kompetenten Leute mit konstruktiven Beiträgen können an
Weiterentwicklung des digitalen Guts partizipieren (Community)
> Peer-review Prozesse stellen Qualität sicher
> Ökosystem um digitales Gut stellt Partizipations-Kultur sicher
Ökosystem
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8. Faire Führungsstrukturen
> Kontrolle über digitales Gut liegt nicht bei
einer Person oder Organisation sondern
ist dezentral organisiert
> Faire Governance-Prozesse (Wahlen
etc.) regeln Verantwortlichkeiten
> Offene Frage: Je grösser der Beitrag,
umso grösser die Kontrolle (Meritokratie)
oder «alle haben eine Stimme»
(Demokratie)?
Ökosystem
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9. Breit abgestützte Finanzierung
> Finanzierung der technischen
Infrastruktur, Personal etc. erfolgt
durch verschiedene Akteure
> Breit abgestützte Finanzierung
schafft Unabhängigkeit von einer
einzelnen Organisation und
reduziert Interessenskonflikte
Ökosystem
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10. Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung
> Digitales Gut und dessen Ökosystem leisten
Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung
> Schaffen und Nutzen von digitalen Gütern
verbraucht natürliche und soziale
Ressourcen. Sind diese nachhaltig?
(bspw. erneuerbare Energiequellen)
> Herausforderung: Anwendung von digitalen
Gütern kann nachhaltige Entwicklung
fördern oder beeinträchtigen
Welt
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Digitale Nachhaltigkeit: Open Data, Open Source und Open Content
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Historisches Beispiel
> «Golden Record» (Schallplatte)
auf den 1977 gestarteten
Raumsonden Voyager 1 und 2
> 116 Bilder, dazu Töne, Musik etc.
> Heute ca. 20 Mrd. km weit weg
> Platte hat Lebensdauer von ca.
500 Millionen Jahren
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Digitale Nachhaltigkeit: Open Data, Open Source und Open Content
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Beispiel Linux Entwicklung
Letzte 12 Monate
8. Sept. 2016 – 8. Sept 2017
Beitragende: 4’195
Commits: 147’782
Total Zeilen Code:
33’580’696
Quelle: OpenHub
https://www.openhub.net/p/linux
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30
Beispiel Wikipedia
Heute, 16. September 2017
Englische Wikipedia
Inhalts-Seiten: 5’477’950
Seitenveränderungen: 910’246’522
Registrierte Beitragende: 31’779’271
Aktiv in den letzten 30 Tagen: 126’428
Quelle: Wikipedia
https://en.wikipedia.org/wiki/Special:Statistics
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Digitale Nachhaltigkeit: Open Data, Open Source und Open Content
31
Heute, 16. Septemer 2017
Anzahl registrierte Beitragende:
4’195’943
Anzahl Strassen:
438’681’697
Anzahl GPS Punkte:
5’869’702’269
Quelle: OpenStreetMap
http://www.openstreetmap.org/stats/data_stats.html
Beispiel OpenStreetMap
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32
Beispiel The Things Network
> IoT (Internet of Things) Basis-Infrastruktur
> Technologie basierend auf LoRaWAN
(Long-Range Wide Area Network)
> Reichweite eines einzigen Gateways: 2km – 40km
> Datenübertragungsrate: 292 Bit/s – 50 Kilobit/s
> The Things Network (TTN) schafft frei zugängliche
Netzwerk-Verbindungen für IoT Anwendungen
> Bereits sehr aktive Berner TTN Community
Link: https://www.thethingsnetwork.org/community/Bern/

Digitale Nachhaltigkeit: Open Data, Open Source und Open Content

  • 1.
    Nacht der Forschung2017: Digitale Nachhaltigkeit: Open Data, Open Source und Open Content 16. September 2017, Universität Bern Dr. Matthias Stürmer Forschungsstelle Digitale Nachhaltigkeit Institut für Wirtschaftsinformatik Universität Bern
  • 2.
    Nacht der Forschung,16. September 2017 Digitale Nachhaltigkeit: Open Data, Open Source und Open Content 2 Matthias Stürmer > Seit 2013 Leiter der Forschungsstelle Digitale Nachhaltigkeit an der Universität Bern, Dozentur für Digitale Nachhaltigkeit > 2010 bis 2013 bei EY (Ernst & Young) als Senior Consultant/Manager Beratung zu Open Source Software, Open Data und Social Media > 2009 bis 2010 Business Development und Projektleiter beim Liip AG > 2006 bis 2009 Assistent an der ETH Zürich am Lehrstuhl für Strategisches Management und Innovation doktoriert über Zusammenarbeit zwischen Open Source Communities und Technologie-Unternehmen > 2000 bis 2005 Studium Betriebswirtschaft und Informatik an Universität Bern, Lizenziatsarbeit zu Open Source Community Building > Geschäftsleiter Parlamentarischen Gruppe Digitale Nachhaltigkeit > Präsident tcbe.ch – ICT Cluster Bern, Switzerland > Vorstandsmitglied CH Open > Mitgründer und Vorstandsmitglied Verein Opendata.ch > Stadtrat von Bern (EVP) Dr. Matthias Stürmer Dozentur und Leiter Forschungsstelle Digitale Nachhaltigkeit Universität Bern Institut für Wirtschaftsinformatik Engehaldenstrasse 8 CH-3012 Bern Telefon: +41 31 631 38 09 Mobile: +41 76 368 81 65 Tel: +41 31 631 38 79 (Sekretariat) Twitter: @maemst matthias.stuermer@iwi.unibe.ch www.digitale-nachhaltigkeit.unibe.ch
  • 3.
    Nacht der Forschung,16. September 2017 Digitale Nachhaltigkeit: Open Data, Open Source und Open Content 3 Forschungsstelle Digitale Nachhaltigkeit Seit 2014 am Institut für Wirtschafsinformatik, Team von 14 Mitarbeitenden Forschung, Lehre und Beratung zu > Open Source Software: Community Governance, Business Models, Maturitätsmodelle etc. > Open Data: Open Data Apps, interaktive Visualisierungen etc. > Linked Data: LINDAS Use Cases, Geoportal Bund etc. > Open Government: Transparenz und Partizipation, Impact Models, Participatory Apps, FixMyStreet.org etc. > ICT-Beschaffungen: Agile Software-Entwicklung, Requirements Engineering, Herstellerabhängigkeiten, freihändige Vergaben, WTO-Regeln etc. > Digitale Nachhaltigkeit: Theorie, Voraussetzungen, Anwendungsbeispiele etc. www.digitale-nachhaltigkeit.unibe.ch
  • 4.
    Nacht der Forschung,16. September 2017 Digitale Nachhaltigkeit: Open Data, Open Source und Open Content 4 Problematiken der Digitalisierung > Verlust von oder kein Zugang zu Informationen > Informationsüberflutung, Fake News > Abhängigkeit von IT-Konzernen > Gefährdung des Datenschutz > Hacker-Angriffe > etc.
  • 5.
    Nacht der Forschung,16. September 2017 Digitale Nachhaltigkeit: Open Data, Open Source und Open Content 5 Nachhaltige Entwicklung > Ursprüngliche Idee: Nur so viele Bäume fällen wie nachwachsen können. (Hans Carl von Carlowitz, 1713) > Definition im Brundtland Bericht, 1987: „Dauerhafte Entwicklung ist Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können.“
  • 6.
    Nacht der Forschung,16. September 2017 Digitale Nachhaltigkeit: Open Data, Open Source und Open Content 6 Schützenswerte Ressourcen Umwelt
  • 7.
    Nacht der Forschung,16. September 2017 Digitale Nachhaltigkeit: Open Data, Open Source und Open Content 7 Menschen Schützenswerte Ressourcen Umwelt
  • 8.
    Nacht der Forschung,16. September 2017 Digitale Nachhaltigkeit: Open Data, Open Source und Open Content 8 Volkswirtschaft Menschen Schützenswerte Ressourcen Umwelt
  • 9.
    Nacht der Forschung,16. September 2017 Digitale Nachhaltigkeit: Open Data, Open Source und Open Content 9 Volkswirtschaft Menschen Schützenswerte Ressourcen Umwelt Wissen
  • 10.
    Nacht der Forschung,16. September 2017 Digitale Nachhaltigkeit: Open Data, Open Source und Open Content 10 Digitales Wissen wächst exponentiell
  • 11.
    Nacht der Forschung,16. September 2017 Digitale Nachhaltigkeit: Open Data, Open Source und Open Content 11 Dualität der Digitalisierung > Digitalisierung als indirektes Mittel für nachhaltige Entwicklung — Bspw. Smart Logistics damit Transportwege reduziert werden — Bspw. Green IT um Strom zu sparen für effizienten Betrieb von Rechenzentren > Digitalisierung als direktes Mittel für nachhaltige Entwicklung — Bspw. Open Source Software nutzen damit Abhängigkeiten von westlichen IT-Herstellern reduziert werden und lokale Wertschöpfung geschieht — Bspw. Open Content (Wikipedia, OpenStreetMap etc.) damit auch Menschen mit niedrigem Einkommen vom globalen Wissen profitieren können
  • 12.
    Nacht der Forschung,16. September 2017 Digitale Nachhaltigkeit: Open Data, Open Source und Open Content 12 Ziel der digitalen Nachhaltigkeit Den Nutzen der Digitalisierung für die Menschheit heute und morgen maximieren
  • 13.
    Nacht der Forschung,16. September 2017 Digitale Nachhaltigkeit: Open Data, Open Source und Open Content 13 10 Voraussetzungen für digitale Nachhaltigkeit Digitales Gut 1. Ausgereiftheit 2. Transparente Strukturen 3. Semantische Daten 4. Verteilte Standorte Quelle: Stuermer, M., Abu-Tayeh, G. and Myrach, T. (2017). Digital sustainability: basic conditions for sustainable digital artifacts and their ecosystems, Sustainability Science 12: 247-262. doi:10.1007/s11625-016-0412-2
  • 14.
    Nacht der Forschung,16. September 2017 Digitale Nachhaltigkeit: Open Data, Open Source und Open Content 14 10 Voraussetzungen für digitale Nachhaltigkeit Ökosystem Digitales Gut 1. Ausgereiftheit 2. Transparente Strukturen 3. Semantische Daten 4. Verteilte Standorte 5. Freie Lizenz 6. Geteiltes Wissen 7. Partizipations-Kultur 8. Faire Führungsstrukturen 9. Breit abgestützte Finanzierung Quelle: Stuermer, M., Abu-Tayeh, G. and Myrach, T. (2017). Digital sustainability: basic conditions for sustainable digital artifacts and their ecosystems, Sustainability Science 12: 247-262. doi:10.1007/s11625-016-0412-2
  • 15.
    Nacht der Forschung,16. September 2017 Digitale Nachhaltigkeit: Open Data, Open Source und Open Content 15 10 Voraussetzungen für digitale Nachhaltigkeit Ökosystem Digitales Gut 1. Ausgereiftheit 2. Transparente Strukturen 3. Semantische Daten 4. Verteilte Standorte schaffen nutzen 5. Freie Lizenz 6. Geteiltes Wissen 7. Partizipations-Kultur 8. Faire Führungsstrukturen 9. Breit abgestützte Finanzierung Quelle: Stuermer, M., Abu-Tayeh, G. and Myrach, T. (2017). Digital sustainability: basic conditions for sustainable digital artifacts and their ecosystems, Sustainability Science 12: 247-262. doi:10.1007/s11625-016-0412-2
  • 16.
    Nacht der Forschung,16. September 2017 Digitale Nachhaltigkeit: Open Data, Open Source und Open Content 16 10 Voraussetzungen für digitale Nachhaltigkeit Ökosystem Digitales Gut 1. Ausgereiftheit 2. Transparente Strukturen 3. Semantische Daten 4. Verteilte Standorte schaffen nutzen Welt 5. Freie Lizenz 6. Geteiltes Wissen 7. Partizipations-Kultur 8. Faire Führungsstrukturen 9. Breit abgestützte Finanzierung 10. Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung Quelle: Stuermer, M., Abu-Tayeh, G. and Myrach, T. (2017). Digital sustainability: basic conditions for sustainable digital artifacts and their ecosystems, Sustainability Science 12: 247-262. doi:10.1007/s11625-016-0412-2
  • 17.
    Nacht der Forschung,16. September 2017 Digitale Nachhaltigkeit: Open Data, Open Source und Open Content 17 1. Ausgereiftheit > Ausgereiftheit umfasst Verständlichkeit, Vollständigkeit, Korrektheit, Modularität, Integrität, Präzision, Sicherheit etc. von digitalen Gütern > Hohe Qualität von digitalen Gütern schafft direkten Nutzen von deren Anwendern und erleichert künftige Verbesserungen Digitales Gut
  • 18.
    Nacht der Forschung,16. September 2017 Digitale Nachhaltigkeit: Open Data, Open Source und Open Content 18 2. Transparente Strukturen > Technische Offenheit des digitalen Guts: — Detaillierte Spezifikation der Datenstrukturen und Formate — Offen zugänglicher Software-Quellcode — Offen zugängliche Informations-Architektur und Dokumentation > Transparenz ermöglicht Kontrolle und Verbesserungen durch die Öffentlichkeit was zu mehr Vertrauen und weniger Fehler führt Digitales Gut
  • 19.
    Nacht der Forschung,16. September 2017 Digitale Nachhaltigkeit: Open Data, Open Source und Open Content 19 3. Semantische Daten > Semantische Informationen (Meta-Daten, Ontologien) sind maschinenlesbare und/oder für Menschen verständliche Angaben über ein digitales Gut > Mit semantischen Informationen kann Wissen besser absorbiert, weiterverarbeitet, interpretiert und weiterentwickelt werden Digitales Gut
  • 20.
    Nacht der Forschung,16. September 2017 Digitale Nachhaltigkeit: Open Data, Open Source und Open Content 20 4. Verteilte Standorte > Digitale Güter sind bspw. als redundate Server oder Peer-to-Peer mehrfach an physisch unterschiedlichen Orten gespeichert > Abhängigkeit von einem einzigen Standort wird reduziert > Langfristige Verfügbarkeit der digitalen Güter verbessert Bild-Quelle: Paul Baran 1964 "On distributed communications networks." Communications Systems, IEEE Transactions Digitales Gut
  • 21.
    Nacht der Forschung,16. September 2017 Digitale Nachhaltigkeit: Open Data, Open Source und Open Content 21 5. Freie Lizenz > Allen ist erlaubt, digitales Gut zu nutzen und zu verändern > Bereits erschaffenes Wissen kann beliebig wiederverwendet werden  «Standing on the shoulders of giants» > Gesellschaft profitiert durch freie Zugänglichkeit des digitalen Wissens und Vermeidung von «Rad neu erfinden» > Offene Frage: mit oder ohne Copyleft? Ökosystem
  • 22.
    Nacht der Forschung,16. September 2017 Digitale Nachhaltigkeit: Open Data, Open Source und Open Content 22 6. Geteiltes Wissen > Know-How, Kenntnisse und Erfahrungen über digitale Güter sind verteilt auf viele Personen aus unterschiedlichen Organisationen > «Wissens-Abhängigkeit» von wenigen Personen, Firmen und anderen Organisationen wird reduziert > Beiträge von vielen zu digitalen Gütern werden ermöglicht Ökosystem
  • 23.
    Nacht der Forschung,16. September 2017 Digitale Nachhaltigkeit: Open Data, Open Source und Open Content 23 7. Partizipations-Kultur > Alle kompetenten Leute mit konstruktiven Beiträgen können an Weiterentwicklung des digitalen Guts partizipieren (Community) > Peer-review Prozesse stellen Qualität sicher > Ökosystem um digitales Gut stellt Partizipations-Kultur sicher Ökosystem
  • 24.
    Nacht der Forschung,16. September 2017 Digitale Nachhaltigkeit: Open Data, Open Source und Open Content 24 8. Faire Führungsstrukturen > Kontrolle über digitales Gut liegt nicht bei einer Person oder Organisation sondern ist dezentral organisiert > Faire Governance-Prozesse (Wahlen etc.) regeln Verantwortlichkeiten > Offene Frage: Je grösser der Beitrag, umso grösser die Kontrolle (Meritokratie) oder «alle haben eine Stimme» (Demokratie)? Ökosystem
  • 25.
    Nacht der Forschung,16. September 2017 Digitale Nachhaltigkeit: Open Data, Open Source und Open Content 25 9. Breit abgestützte Finanzierung > Finanzierung der technischen Infrastruktur, Personal etc. erfolgt durch verschiedene Akteure > Breit abgestützte Finanzierung schafft Unabhängigkeit von einer einzelnen Organisation und reduziert Interessenskonflikte Ökosystem
  • 26.
    Nacht der Forschung,16. September 2017 Digitale Nachhaltigkeit: Open Data, Open Source und Open Content 26 10. Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung > Digitales Gut und dessen Ökosystem leisten Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung > Schaffen und Nutzen von digitalen Gütern verbraucht natürliche und soziale Ressourcen. Sind diese nachhaltig? (bspw. erneuerbare Energiequellen) > Herausforderung: Anwendung von digitalen Gütern kann nachhaltige Entwicklung fördern oder beeinträchtigen Welt
  • 27.
    Nacht der Forschung,16. September 2017 Digitale Nachhaltigkeit: Open Data, Open Source und Open Content 27 Historisches Beispiel > «Golden Record» (Schallplatte) auf den 1977 gestarteten Raumsonden Voyager 1 und 2 > 116 Bilder, dazu Töne, Musik etc. > Heute ca. 20 Mrd. km weit weg > Platte hat Lebensdauer von ca. 500 Millionen Jahren
  • 28.
    Nacht der Forschung,16. September 2017 Digitale Nachhaltigkeit: Open Data, Open Source und Open Content 28
  • 29.
    Nacht der Forschung,16. September 2017 Digitale Nachhaltigkeit: Open Data, Open Source und Open Content 29 Beispiel Linux Entwicklung Letzte 12 Monate 8. Sept. 2016 – 8. Sept 2017 Beitragende: 4’195 Commits: 147’782 Total Zeilen Code: 33’580’696 Quelle: OpenHub https://www.openhub.net/p/linux
  • 30.
    Nacht der Forschung,16. September 2017 Digitale Nachhaltigkeit: Open Data, Open Source und Open Content 30 Beispiel Wikipedia Heute, 16. September 2017 Englische Wikipedia Inhalts-Seiten: 5’477’950 Seitenveränderungen: 910’246’522 Registrierte Beitragende: 31’779’271 Aktiv in den letzten 30 Tagen: 126’428 Quelle: Wikipedia https://en.wikipedia.org/wiki/Special:Statistics
  • 31.
    Nacht der Forschung,16. September 2017 Digitale Nachhaltigkeit: Open Data, Open Source und Open Content 31 Heute, 16. Septemer 2017 Anzahl registrierte Beitragende: 4’195’943 Anzahl Strassen: 438’681’697 Anzahl GPS Punkte: 5’869’702’269 Quelle: OpenStreetMap http://www.openstreetmap.org/stats/data_stats.html Beispiel OpenStreetMap
  • 32.
    Nacht der Forschung,16. September 2017 Digitale Nachhaltigkeit: Open Data, Open Source und Open Content 32 Beispiel The Things Network > IoT (Internet of Things) Basis-Infrastruktur > Technologie basierend auf LoRaWAN (Long-Range Wide Area Network) > Reichweite eines einzigen Gateways: 2km – 40km > Datenübertragungsrate: 292 Bit/s – 50 Kilobit/s > The Things Network (TTN) schafft frei zugängliche Netzwerk-Verbindungen für IoT Anwendungen > Bereits sehr aktive Berner TTN Community Link: https://www.thethingsnetwork.org/community/Bern/