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Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 1
Dr. Matthias Stürmer und Gabriel Abu-Tayeh
Forschungsstelle Digitale Nachhaltigkeit
Institut für Wirtschaftsinformatik der Universität Bern
Nachhaltigkeitstag 2015 der Universität Bern
Workshop „Swiss Platform for Sustainable Development Research:
Digitale Vernetzung und Digitale Nachhaltigkeit“
20. November 2015
Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 2
Forschungsstelle
Digitale Nachhaltigkeit
Forschung, Lehre und Beratung zu
● Open Source Software: Community
Governance, Anwendergemeinschaften,
Qualitätskriterien, Geschäftsmodelle usw.
● Open Data: Daten-Visualisierungen,
Open Aid, Creative Commons usw.
● Open Government: Open Government
Partnership, Transparenz und
Partizipation von und in politischen
Prozessen usw.
● IT-Beschaffung:
Herstellerabhängigkeiten, Transparenz,
WTO-Regeln usw.
Dr. Matthias Stürmer
Oberassistent,
Leiter Forschungsstelle
Digitale Nachhaltigkeit
Forschungsstelle
Digitale Nachhaltigkeit
Institut für Wirtschaftsinformatik
Engehaldenstrasse 8
CH-3012 Bern
www.digitale-nachhaltigkeit.unibe.ch
Kontakt:
Dr. Matthias Stürmer
Telefon: +41 31 631 38 09
Mobile: +41 76 368 81 65
Tel: +41 31 631 38 79 (Sekretariat)
matthias.stuermer@iwi.unibe.ch
Gabriel Abu-Tayeh
Hilfsassistent,
Doktorand ab 2016
Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 3
Agenda
1.Digitalisierung des Wissens
2.Wissen als Gemeingut
3.Mögliche Charakteristiken
4.Historische und heutige Beispiele
5.Wie weiter?
Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 4
Definition von Nachhaltigkeit
Ursprüngliche Idee: Nur so viele Bäume
fällen wie nachwachsen können.
(Hans Carl von Carlowitz, 1713)
Definition im Brundtland Bericht, 1987:
„Dauerhafte Entwicklung ist Entwicklung,
die die Bedürfnisse der Gegenwart
befriedigt, ohne zu riskieren, daß künftige
Generationen ihre eigenen Bedürfnisse
nicht befriedigen können.“
Source: Our Common Future (Brundtland Report) 1987 United Nations World Commission on Environment and Development
Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 5
Dimensionen der Nachhaltigkeit
Ökologische
Nachhaltigkeit
Soziale
Nachhaltigkeit
Ökonomische
Nachhaltigkeit
Digitale
Nachhaltigkeit
Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 6
Von analogen zu digitalen Daten
Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 7
Digitale Welt wächst exponentiell
Quelle: IDC's Digital Universe Study, sponsored by EMC, December 2012
http://www.emc.com/collateral/analyst-reports/idc-the-digital-universe-in-2020.pdf
Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 8
Wissen ist heute digital
Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 9
Güterklassen
Privates Gut Klubgut
Allmendegut
Source: N. Gregory Mankiw, Principles of Economics, Dryden 1998.
Öffentliches Gut
Rivalität (=Verbrauch)
nicht-rivalisierendrivalisierend
ausschliessbar
nicht ausschliessbar
Ausschliessbarkeit
z.B. proprietäre Daten
z.B. Open Data
Wissen
?
?
Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 10
Agenda
1.Digitalisierung des Wissens
2.Wissen als Gemeingut
3.Mögliche Charakteristiken
4.Historische und heutige Beispiele
5.Wie weiter?
Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 11
Tragödie der Allmende?
> Hardin (1968) behauptete die Tragödie der Allmende:
„Eine Ressource neigt zur Übernutzung, wenn zu viele Eigner ein
Privileg haben, die Ressource zu nutzen und keiner das Recht hat,
andere von der Nutzung auszuschliessen“ (übersetzt von
Lutterbeck 2002).
> Die Ansicht von Hardin führte jahrelang zu einer „Überprivatisierung“
> Ostrom fand heraus, dass es unzählige Beispiele gibt, wo die Tragik
der Allmende nicht stattfindet (Ostrom 1990).
> Ostrom konnte zeigen, dass überall auf der Welt funktionierende
Allmenden zum Teil schon seit Jahrhunderten sehr gut
funktionieren.
Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 12
Tragödie der Anti-Allmende
> Heller (1998) entdeckte die Tragödie der Anti-Allmende
„Der Begriff bezeichnet jede Situation, in der Rechteinhaber
einander an der Erzeugung oder Nutzung einer wertvollen
Ressource behindern“ (Heller 2012).
> Buchanan/Yoon (2000) entwickelten ein formelles ökonomisches
Modell »wie und warum wirtschaftliche Werte im ›Schwarzen Loch‹
der Ressourcen-Unternutzung verschwinden«
> Beispiel: In einem Smartphone stecken schätzungsweise 250.000
Patente (Süddeutsche Zeitung 2011).
Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 13
Konsequenz?
Wissen als Gemeingut betrachten:
Quelle: Kuhlen 2012, Berliner Bibliothekswissenschaftliches Kolloqium; http://slideplayer.org/slide/916222/
Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 14
Verschiedene Strömungen
Mehrere Disziplinen und Communites stellen normative
Bedingungen an die Handhabung mit Wissen(sgütern)
1.Informationsethik/Wissensökologie
2.Open Source/Open Data Communites
3.Commons (Commons-based peer production /
knowledge commons / creative commons)
4.Archivwissenschaften
Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 15
Beispiel Wissensökologie
● Ziel einer nach nachhaltigen Prinzipien organisierten
Wissensgesellschaft ist die Sicherung des freien Zugriffs
auf Wissen und Information, für Gegenwart, aber auch
für zukünftige Generationen.
● Wissen kann niemandem gehören, ebenso wenig wie die
Luft niemandem gehören können.
● Commons sind nicht naturgegeben. Commons werden
aus den Common Pool Resourcen sozial konstruiert.
● Informationsethik ist die Reflexion über moralisches
Verhalten in den elektronischen Räumen des Internets.
Quelle: Kuhlen 2012, Berliner Bibliothekswissenschaftliches Kolloqium; http://slideplayer.org/slide/916222/
Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 16
Viele Gemeinsamkeiten
● Es gibt sehr grosse Schnittmengen zwischen den
einzelnen Disziplinen und Communites
● Die einzelnen Communites / Disziplinen manifestieren
sich im dringenden Appell einer Erweiterung des
Nachhaltigkeitskonzepts:
1. digital sustainable commons
2. informationelle Nachhaltigkeit
3. digitale Nachhaltigkeit
Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 17
Agenda
1.Digitalisierung des Wissens
2.Wissen als Gemeingut
3.Mögliche Charakteristiken
4.Historische und heutige Beispiele
5.Wie weiter?
Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 18
Zwei Perspektiven
A) Funktionale Perspektive (Mittel zum Zweck):
Digitale Güter wie Standards (XBRL etc.), Daten
(Entwicklungszahlen etc.) oder Software (Analyse-Tools
etc.) werden genutzt um nachhaltige Entwicklung zu
fördern.
B) Konzeptionelle Perspektive (Objekt der Nachhaltigkeit):
Digitale Nachhaltigkeit bedeutet, dass digitale Wissensgüter
ressourcenschonend hergestellt, frei genutzt, kollaborativ
weiterentwickelt und langfristig zugänglich gesichert
werden.
Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 19
Mögliche Charakteristiken
Quelle: Stuermer, M. 2014 Characteristics of Digital Sustainability – Proceedings of The 8th International Conference on
Theory and Practice of Electronic Governance ICEGOV 2014
1.Inter-Generationen-Gerechtigkeit
Zugänglichkeit: Digitale Güter müssen finanziell,
technisch, rechtlich und organisatorisch für alle
Menschen nutzbar und veränderbar sein
(offene Formate und Standards, freie Lizenzen)
Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 20
Mögliche Charakteristiken
Quelle: Stuermer, M. 2014 Characteristics of Digital Sustainability – Proceedings of The 8th International Conference on
Theory and Practice of Electronic Governance ICEGOV 2014
2.Regenerationsfähigkeit
Verteiltes Wissen: Das „nicht greifbare“ Wissen über das
digitale Gut darf nicht nur bei einer Person oder
Organisation liegen, sondern ist verteilt über viele
verschiedenartige Akteure.
Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 21
Mögliche Charakteristiken
Quelle: Stuermer, M. 2014 Characteristics of Digital Sustainability – Proceedings of The 8th International Conference on
Theory and Practice of Electronic Governance ICEGOV 2014
3.Sparsamkeitsprinzip
Wiederverwendung: Weiterverbreitung einmal
geschaffener digitaler Güter durch jegliche Akteure muss
technisch und rechtlich möglich sein (nicht „das Rad
zweimal erfinden“).
Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 22
Mögliche Charakteristiken
Quelle: Stuermer, M. 2014 Characteristics of Digital Sustainability – Proceedings of The 8th International Conference on
Theory and Practice of Electronic Governance ICEGOV 2014
4.Risikominimierung
Herstellerabhängigkeiten: Digitale Güter müssen so
gestaltet werden, dass sie keine Abhängigkeiten zu ihren
Herstellern schaffen und vertrauenswürdig sind
(Transparenz).
Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 23
Mögliche Charakteristiken
Quelle: Stuermer, M. 2014 Characteristics of Digital Sustainability – Proceedings of The 8th International Conference on
Theory and Practice of Electronic Governance ICEGOV 2014
5.Absorptionsfähigkeit
Verständlichkeit: Sinnvolle Strukturierung
(Modularisierung), Dokumentation, Auffindbarkeit und
Filterung von digitalen Gütern muss gewährleistet sein.
Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 24
Mögliche Charakteristiken
Quelle: Stuermer, M. 2014 Characteristics of Digital Sustainability – Proceedings of The 8th International Conference on
Theory and Practice of Electronic Governance ICEGOV 2014
6.Ökologisch-ökonomische Wertschöpfung
Systemvoraussetzungen: Rahmenbedingungen auf
regulatorischer Ebene müssen so beschaffen sein, dass
digital nachhaltige Güter gefördert werden.
Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 25
Mögliche Charakteristiken
Quelle: Stuermer, M. 2014 Characteristics of Digital Sustainability – Proceedings of The 8th International Conference on
Theory and Practice of Electronic Governance ICEGOV 2014
1. Inter-Generationen-Gerechtigkeit
Zugänglichkeit: Digitale Güter müssen finanziell, technisch, rechtlich und organisatorisch für
alle Menschen nutzbar und veränderbar sein (offene Formate und Standards, freie Lizenzen)
2. Regenerationsfähigkeit
Verteiltes Wissen: Das „nicht greifbare“ Wissen über das digitale Gut darf nicht nur bei einer
Person oder Organisation liegen, sondern ist verteilt über viele verschiedenartige Akteure.
3. Sparsamkeitsprinzip
Wiederverwendung: Weiterverbreitung einmal geschaffener digitaler Güter durch jegliche
Akteure muss technisch und rechtlich möglich sein (nicht „das Rad zweimal erfinden“).
4. Risikominimierung
Herstellerabhängigkeiten: Digitale Güter müssen so gestaltet werden, dass sie keine
Abhängigkeiten zu ihren Herstellern schaffen und vertrauenswürdig sind (Transparenz).
5. Absorptionsfähigkeit
Verständlichkeit: Sinnvolle Strukturierung (Modularisierung), Dokumentation, Auffindbarkeit
und Filterung von digitalen Gütern muss gewährleistet sein.
6. Ökologisch-ökonomische Wertschöpfung
Systemvoraussetzungen: Rahmenbedingungen auf regulatorischer Ebene müssen so
beschaffen sein, dass digital nachhaltige Güter gefördert werden.
Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 26
Agenda
1.Digitalisierung des Wissens
2.Wissen als Gemeingut
3.Mögliche Charakteristiken
4.Historische und heutige Beispiele
5.Wie weiter?
Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 27
Pioneer Plaque (1972)
Quelle: NASA, Wikipedia: http://en.wikipedia.org/wiki/Pioneer_plaque
Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 28
Voyager 1 und 2 (1977)
Quelle: NASA, Wikipedia: http://en.wikipedia.org/wiki/Voyager_Golden_Record
Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 29
Voyager Golden Record (1977)
●
Gramophone records included in Voyager 1 and
2 spacecrafts
● A „bottle in the cosmic ocean“ intended to
communicate to extra-terrestrials a story of the
world of humans on Earth
● Content: 116 images, natural sounds, classical
music, spoken languages
● Travelling at 60'000 km/h, now around 20 billion
km away
● In about 40'000 years Voyager 1 and 2 will be
within 1.8 light-years of other stars
●
Golden Records should last 500 million years
Quelle: NASA, Wikipedia: http://en.wikipedia.org/wiki/Voyager_Golden_Record
Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 30
Anleitung Abspielen der Schallplatte
Quelle: NASA, Wikipedia: http://en.wikipedia.org/wiki/Voyager_Golden_Record
Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 31
Bilder auf der Golden Record
Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 32
Digitale Nachhaltigkeit
Ausgehend von Voyager Golden Record Beispiel:
Was sind die Voraussetzungen für digitale Nachhaltigkeit?
1.Daten (Open Data)
2.Datenspezifikation (Open Standard)
3.Methode um Daten zu lesen (Open Source Software)
4.Datenspeichermedium (Open Hardware)
5.Abspielgerät (Open Hardware)
Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 33
Lebenszyklus von digitalen Gütern
Create
Use
ImproveShare
Access
Open Source
Open Standards
Open Data
Open Content
Open Access
...
Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 34
Open Definition
Knowledge is open if anyone is free to access, use, modify,
and share it — subject, at most, to measures that preserve
provenance and openness:
1.Open License (use, modification etc.)
2.Access (available without charge)
3.Open Format (public specification)
Quelle: http://opendefinition.org/od
Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 35
Mozilla Firefox
Quelle: Sebastian Spaeth, Matthias Stuermer, Stefan Haefliger, Georg von Krogh 2007 „Sampling in Open Source Software
Development: The case for using the Debian GNU/Linux Distribution“
As an Example of Package Dependencies in Debian: The Graph of Mozilla Firefox
UNIX command: apt-cache dotty firefox | dot -Tps > dependencygraph_firefox.ps
Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 36
Open Source Beispiel: Linux
Quelle: Linux Foundation, February 2015 „Linux Kernel Development How Fast is it Going, Who is Doing It, What Are They Doing
and Who is Sponsoring the Work“ http://www.linuxfoundation.org/publications/linux-foundation/who-writes-linux-2015
Top 10 Firmen, die vom 02.09.2013 bis 07.12.2014
zur Linux Kernel Entwicklung beigetragen haben:
Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 37
Open Data Beispiel: OpenStreetMap
Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 38
Funktionale Perspektive
Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 39
Agenda
1.Digitalisierung des Wissens
2.Wissen als Gemeingut
3.Mögliche Charakteristiken
4.Historische und heutige Beispiele
5.Wie weiter?
Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 40
Übernutzung
Oft ist der Fokus der Nachhaltigkeitsdebatte vorwiegend auf
bereits vorhandenen finiten Ressourcen.
Quelle:Our Ecological Footprint, Wackernagel, Rees, 1995
Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 41
● In der Ökologie ist die Tragfähigkeit (carrying capacity)
die maximale Zahl von Organismen einer Art
(Populationsgrösse), die in einem Lebensraum für
unbegrenzte Zeit existieren können, ohne diesen
nachhaltig zu schädigen.
● Die Tragfähigkeit gibt im Bereich der Technik eine
maximale Belastbarkeit an.
Cap Model
Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 42
Bei Wissensgütern gibt es minimale
Rahmenbedingungen (basic conditions) an die
Produktion/Zurverfügungstellung des Wissens, um es für
die Gesellschaft für einen unbegrenzten Zeitraum existent
& nutzbar zu machen.
Floor Model
Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 43
Unternutzung
Wissensgüter müssen erstellt werden
Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 44
Arbeitshypothesen
Voraussetzungen für digitale Nachhaltigkeit:
● Anerkannter rechtlicher Rahmen
● Datenformate: offener Standard
● Software: Open Source Lizenz
● Daten: Open Data Lizenz
● Inhalte: Creative Commons Lizenz
● Wissenschaftsergebnisse: Open Access
● Hardware: Open Hardware
Zusätzliche Anforderungen für digitale Nachhaltigkeit:
● Daten: Metainformationen, Linked Data etc.
● Software: Dokumentation, Modularität, Benutzerfreundlichkeit etc.
● Breite Basis an Beitragenden (Peer Production)
Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 45
Neue Anwendungsfelder
● Open Source Pharma
● Open Seeds
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Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 46
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Digitale Nachhaltigkeit: Offener Zugang zu Wissen

  • 1. Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 1 Dr. Matthias Stürmer und Gabriel Abu-Tayeh Forschungsstelle Digitale Nachhaltigkeit Institut für Wirtschaftsinformatik der Universität Bern Nachhaltigkeitstag 2015 der Universität Bern Workshop „Swiss Platform for Sustainable Development Research: Digitale Vernetzung und Digitale Nachhaltigkeit“ 20. November 2015
  • 2. Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 2 Forschungsstelle Digitale Nachhaltigkeit Forschung, Lehre und Beratung zu ● Open Source Software: Community Governance, Anwendergemeinschaften, Qualitätskriterien, Geschäftsmodelle usw. ● Open Data: Daten-Visualisierungen, Open Aid, Creative Commons usw. ● Open Government: Open Government Partnership, Transparenz und Partizipation von und in politischen Prozessen usw. ● IT-Beschaffung: Herstellerabhängigkeiten, Transparenz, WTO-Regeln usw. Dr. Matthias Stürmer Oberassistent, Leiter Forschungsstelle Digitale Nachhaltigkeit Forschungsstelle Digitale Nachhaltigkeit Institut für Wirtschaftsinformatik Engehaldenstrasse 8 CH-3012 Bern www.digitale-nachhaltigkeit.unibe.ch Kontakt: Dr. Matthias Stürmer Telefon: +41 31 631 38 09 Mobile: +41 76 368 81 65 Tel: +41 31 631 38 79 (Sekretariat) matthias.stuermer@iwi.unibe.ch Gabriel Abu-Tayeh Hilfsassistent, Doktorand ab 2016
  • 3. Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 3 Agenda 1.Digitalisierung des Wissens 2.Wissen als Gemeingut 3.Mögliche Charakteristiken 4.Historische und heutige Beispiele 5.Wie weiter?
  • 4. Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 4 Definition von Nachhaltigkeit Ursprüngliche Idee: Nur so viele Bäume fällen wie nachwachsen können. (Hans Carl von Carlowitz, 1713) Definition im Brundtland Bericht, 1987: „Dauerhafte Entwicklung ist Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, daß künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können.“ Source: Our Common Future (Brundtland Report) 1987 United Nations World Commission on Environment and Development
  • 5. Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 5 Dimensionen der Nachhaltigkeit Ökologische Nachhaltigkeit Soziale Nachhaltigkeit Ökonomische Nachhaltigkeit Digitale Nachhaltigkeit
  • 6. Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 6 Von analogen zu digitalen Daten
  • 7. Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 7 Digitale Welt wächst exponentiell Quelle: IDC's Digital Universe Study, sponsored by EMC, December 2012 http://www.emc.com/collateral/analyst-reports/idc-the-digital-universe-in-2020.pdf
  • 8. Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 8 Wissen ist heute digital
  • 9. Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 9 Güterklassen Privates Gut Klubgut Allmendegut Source: N. Gregory Mankiw, Principles of Economics, Dryden 1998. Öffentliches Gut Rivalität (=Verbrauch) nicht-rivalisierendrivalisierend ausschliessbar nicht ausschliessbar Ausschliessbarkeit z.B. proprietäre Daten z.B. Open Data Wissen ? ?
  • 10. Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 10 Agenda 1.Digitalisierung des Wissens 2.Wissen als Gemeingut 3.Mögliche Charakteristiken 4.Historische und heutige Beispiele 5.Wie weiter?
  • 11. Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 11 Tragödie der Allmende? > Hardin (1968) behauptete die Tragödie der Allmende: „Eine Ressource neigt zur Übernutzung, wenn zu viele Eigner ein Privileg haben, die Ressource zu nutzen und keiner das Recht hat, andere von der Nutzung auszuschliessen“ (übersetzt von Lutterbeck 2002). > Die Ansicht von Hardin führte jahrelang zu einer „Überprivatisierung“ > Ostrom fand heraus, dass es unzählige Beispiele gibt, wo die Tragik der Allmende nicht stattfindet (Ostrom 1990). > Ostrom konnte zeigen, dass überall auf der Welt funktionierende Allmenden zum Teil schon seit Jahrhunderten sehr gut funktionieren.
  • 12. Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 12 Tragödie der Anti-Allmende > Heller (1998) entdeckte die Tragödie der Anti-Allmende „Der Begriff bezeichnet jede Situation, in der Rechteinhaber einander an der Erzeugung oder Nutzung einer wertvollen Ressource behindern“ (Heller 2012). > Buchanan/Yoon (2000) entwickelten ein formelles ökonomisches Modell »wie und warum wirtschaftliche Werte im ›Schwarzen Loch‹ der Ressourcen-Unternutzung verschwinden« > Beispiel: In einem Smartphone stecken schätzungsweise 250.000 Patente (Süddeutsche Zeitung 2011).
  • 13. Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 13 Konsequenz? Wissen als Gemeingut betrachten: Quelle: Kuhlen 2012, Berliner Bibliothekswissenschaftliches Kolloqium; http://slideplayer.org/slide/916222/
  • 14. Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 14 Verschiedene Strömungen Mehrere Disziplinen und Communites stellen normative Bedingungen an die Handhabung mit Wissen(sgütern) 1.Informationsethik/Wissensökologie 2.Open Source/Open Data Communites 3.Commons (Commons-based peer production / knowledge commons / creative commons) 4.Archivwissenschaften
  • 15. Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 15 Beispiel Wissensökologie ● Ziel einer nach nachhaltigen Prinzipien organisierten Wissensgesellschaft ist die Sicherung des freien Zugriffs auf Wissen und Information, für Gegenwart, aber auch für zukünftige Generationen. ● Wissen kann niemandem gehören, ebenso wenig wie die Luft niemandem gehören können. ● Commons sind nicht naturgegeben. Commons werden aus den Common Pool Resourcen sozial konstruiert. ● Informationsethik ist die Reflexion über moralisches Verhalten in den elektronischen Räumen des Internets. Quelle: Kuhlen 2012, Berliner Bibliothekswissenschaftliches Kolloqium; http://slideplayer.org/slide/916222/
  • 16. Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 16 Viele Gemeinsamkeiten ● Es gibt sehr grosse Schnittmengen zwischen den einzelnen Disziplinen und Communites ● Die einzelnen Communites / Disziplinen manifestieren sich im dringenden Appell einer Erweiterung des Nachhaltigkeitskonzepts: 1. digital sustainable commons 2. informationelle Nachhaltigkeit 3. digitale Nachhaltigkeit
  • 17. Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 17 Agenda 1.Digitalisierung des Wissens 2.Wissen als Gemeingut 3.Mögliche Charakteristiken 4.Historische und heutige Beispiele 5.Wie weiter?
  • 18. Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 18 Zwei Perspektiven A) Funktionale Perspektive (Mittel zum Zweck): Digitale Güter wie Standards (XBRL etc.), Daten (Entwicklungszahlen etc.) oder Software (Analyse-Tools etc.) werden genutzt um nachhaltige Entwicklung zu fördern. B) Konzeptionelle Perspektive (Objekt der Nachhaltigkeit): Digitale Nachhaltigkeit bedeutet, dass digitale Wissensgüter ressourcenschonend hergestellt, frei genutzt, kollaborativ weiterentwickelt und langfristig zugänglich gesichert werden.
  • 19. Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 19 Mögliche Charakteristiken Quelle: Stuermer, M. 2014 Characteristics of Digital Sustainability – Proceedings of The 8th International Conference on Theory and Practice of Electronic Governance ICEGOV 2014 1.Inter-Generationen-Gerechtigkeit Zugänglichkeit: Digitale Güter müssen finanziell, technisch, rechtlich und organisatorisch für alle Menschen nutzbar und veränderbar sein (offene Formate und Standards, freie Lizenzen)
  • 20. Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 20 Mögliche Charakteristiken Quelle: Stuermer, M. 2014 Characteristics of Digital Sustainability – Proceedings of The 8th International Conference on Theory and Practice of Electronic Governance ICEGOV 2014 2.Regenerationsfähigkeit Verteiltes Wissen: Das „nicht greifbare“ Wissen über das digitale Gut darf nicht nur bei einer Person oder Organisation liegen, sondern ist verteilt über viele verschiedenartige Akteure.
  • 21. Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 21 Mögliche Charakteristiken Quelle: Stuermer, M. 2014 Characteristics of Digital Sustainability – Proceedings of The 8th International Conference on Theory and Practice of Electronic Governance ICEGOV 2014 3.Sparsamkeitsprinzip Wiederverwendung: Weiterverbreitung einmal geschaffener digitaler Güter durch jegliche Akteure muss technisch und rechtlich möglich sein (nicht „das Rad zweimal erfinden“).
  • 22. Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 22 Mögliche Charakteristiken Quelle: Stuermer, M. 2014 Characteristics of Digital Sustainability – Proceedings of The 8th International Conference on Theory and Practice of Electronic Governance ICEGOV 2014 4.Risikominimierung Herstellerabhängigkeiten: Digitale Güter müssen so gestaltet werden, dass sie keine Abhängigkeiten zu ihren Herstellern schaffen und vertrauenswürdig sind (Transparenz).
  • 23. Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 23 Mögliche Charakteristiken Quelle: Stuermer, M. 2014 Characteristics of Digital Sustainability – Proceedings of The 8th International Conference on Theory and Practice of Electronic Governance ICEGOV 2014 5.Absorptionsfähigkeit Verständlichkeit: Sinnvolle Strukturierung (Modularisierung), Dokumentation, Auffindbarkeit und Filterung von digitalen Gütern muss gewährleistet sein.
  • 24. Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 24 Mögliche Charakteristiken Quelle: Stuermer, M. 2014 Characteristics of Digital Sustainability – Proceedings of The 8th International Conference on Theory and Practice of Electronic Governance ICEGOV 2014 6.Ökologisch-ökonomische Wertschöpfung Systemvoraussetzungen: Rahmenbedingungen auf regulatorischer Ebene müssen so beschaffen sein, dass digital nachhaltige Güter gefördert werden.
  • 25. Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 25 Mögliche Charakteristiken Quelle: Stuermer, M. 2014 Characteristics of Digital Sustainability – Proceedings of The 8th International Conference on Theory and Practice of Electronic Governance ICEGOV 2014 1. Inter-Generationen-Gerechtigkeit Zugänglichkeit: Digitale Güter müssen finanziell, technisch, rechtlich und organisatorisch für alle Menschen nutzbar und veränderbar sein (offene Formate und Standards, freie Lizenzen) 2. Regenerationsfähigkeit Verteiltes Wissen: Das „nicht greifbare“ Wissen über das digitale Gut darf nicht nur bei einer Person oder Organisation liegen, sondern ist verteilt über viele verschiedenartige Akteure. 3. Sparsamkeitsprinzip Wiederverwendung: Weiterverbreitung einmal geschaffener digitaler Güter durch jegliche Akteure muss technisch und rechtlich möglich sein (nicht „das Rad zweimal erfinden“). 4. Risikominimierung Herstellerabhängigkeiten: Digitale Güter müssen so gestaltet werden, dass sie keine Abhängigkeiten zu ihren Herstellern schaffen und vertrauenswürdig sind (Transparenz). 5. Absorptionsfähigkeit Verständlichkeit: Sinnvolle Strukturierung (Modularisierung), Dokumentation, Auffindbarkeit und Filterung von digitalen Gütern muss gewährleistet sein. 6. Ökologisch-ökonomische Wertschöpfung Systemvoraussetzungen: Rahmenbedingungen auf regulatorischer Ebene müssen so beschaffen sein, dass digital nachhaltige Güter gefördert werden.
  • 26. Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 26 Agenda 1.Digitalisierung des Wissens 2.Wissen als Gemeingut 3.Mögliche Charakteristiken 4.Historische und heutige Beispiele 5.Wie weiter?
  • 27. Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 27 Pioneer Plaque (1972) Quelle: NASA, Wikipedia: http://en.wikipedia.org/wiki/Pioneer_plaque
  • 28. Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 28 Voyager 1 und 2 (1977) Quelle: NASA, Wikipedia: http://en.wikipedia.org/wiki/Voyager_Golden_Record
  • 29. Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 29 Voyager Golden Record (1977) ● Gramophone records included in Voyager 1 and 2 spacecrafts ● A „bottle in the cosmic ocean“ intended to communicate to extra-terrestrials a story of the world of humans on Earth ● Content: 116 images, natural sounds, classical music, spoken languages ● Travelling at 60'000 km/h, now around 20 billion km away ● In about 40'000 years Voyager 1 and 2 will be within 1.8 light-years of other stars ● Golden Records should last 500 million years Quelle: NASA, Wikipedia: http://en.wikipedia.org/wiki/Voyager_Golden_Record
  • 30. Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 30 Anleitung Abspielen der Schallplatte Quelle: NASA, Wikipedia: http://en.wikipedia.org/wiki/Voyager_Golden_Record
  • 31. Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 31 Bilder auf der Golden Record
  • 32. Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 32 Digitale Nachhaltigkeit Ausgehend von Voyager Golden Record Beispiel: Was sind die Voraussetzungen für digitale Nachhaltigkeit? 1.Daten (Open Data) 2.Datenspezifikation (Open Standard) 3.Methode um Daten zu lesen (Open Source Software) 4.Datenspeichermedium (Open Hardware) 5.Abspielgerät (Open Hardware)
  • 33. Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 33 Lebenszyklus von digitalen Gütern Create Use ImproveShare Access Open Source Open Standards Open Data Open Content Open Access ...
  • 34. Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 34 Open Definition Knowledge is open if anyone is free to access, use, modify, and share it — subject, at most, to measures that preserve provenance and openness: 1.Open License (use, modification etc.) 2.Access (available without charge) 3.Open Format (public specification) Quelle: http://opendefinition.org/od
  • 35. Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 35 Mozilla Firefox Quelle: Sebastian Spaeth, Matthias Stuermer, Stefan Haefliger, Georg von Krogh 2007 „Sampling in Open Source Software Development: The case for using the Debian GNU/Linux Distribution“ As an Example of Package Dependencies in Debian: The Graph of Mozilla Firefox UNIX command: apt-cache dotty firefox | dot -Tps > dependencygraph_firefox.ps
  • 36. Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 36 Open Source Beispiel: Linux Quelle: Linux Foundation, February 2015 „Linux Kernel Development How Fast is it Going, Who is Doing It, What Are They Doing and Who is Sponsoring the Work“ http://www.linuxfoundation.org/publications/linux-foundation/who-writes-linux-2015 Top 10 Firmen, die vom 02.09.2013 bis 07.12.2014 zur Linux Kernel Entwicklung beigetragen haben:
  • 37. Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 37 Open Data Beispiel: OpenStreetMap
  • 38. Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 38 Funktionale Perspektive
  • 39. Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 39 Agenda 1.Digitalisierung des Wissens 2.Wissen als Gemeingut 3.Mögliche Charakteristiken 4.Historische und heutige Beispiele 5.Wie weiter?
  • 40. Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 40 Übernutzung Oft ist der Fokus der Nachhaltigkeitsdebatte vorwiegend auf bereits vorhandenen finiten Ressourcen. Quelle:Our Ecological Footprint, Wackernagel, Rees, 1995
  • 41. Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 41 ● In der Ökologie ist die Tragfähigkeit (carrying capacity) die maximale Zahl von Organismen einer Art (Populationsgrösse), die in einem Lebensraum für unbegrenzte Zeit existieren können, ohne diesen nachhaltig zu schädigen. ● Die Tragfähigkeit gibt im Bereich der Technik eine maximale Belastbarkeit an. Cap Model
  • 42. Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 42 Bei Wissensgütern gibt es minimale Rahmenbedingungen (basic conditions) an die Produktion/Zurverfügungstellung des Wissens, um es für die Gesellschaft für einen unbegrenzten Zeitraum existent & nutzbar zu machen. Floor Model
  • 43. Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 43 Unternutzung Wissensgüter müssen erstellt werden
  • 44. Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 44 Arbeitshypothesen Voraussetzungen für digitale Nachhaltigkeit: ● Anerkannter rechtlicher Rahmen ● Datenformate: offener Standard ● Software: Open Source Lizenz ● Daten: Open Data Lizenz ● Inhalte: Creative Commons Lizenz ● Wissenschaftsergebnisse: Open Access ● Hardware: Open Hardware Zusätzliche Anforderungen für digitale Nachhaltigkeit: ● Daten: Metainformationen, Linked Data etc. ● Software: Dokumentation, Modularität, Benutzerfreundlichkeit etc. ● Breite Basis an Beitragenden (Peer Production)
  • 45. Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 45 Neue Anwendungsfelder ● Open Source Pharma ● Open Seeds ● Elektromobilität (Tesla Patente) ● etc.
  • 46. Digitale Nachhaltigkeit – Offener Zugang zu Wissen20. November 2015 46 Fragen, Diskussion