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CAS ICT-Beschaffungen 2017
Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt
Standardisierung, Herstellerabhängigkeiten
und Open Source Software
13. Mai 2017
Dr. Matthias Stürmer
Forschungsstelle Digitale Nachhaltigkeit
Institut für Wirtschaftsinformatik
Universität Bern
CAS ICT-Beschaffungen 2017
Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt
2
Matthias Stürmer
> Seit 2013 Leiter der Forschungsstelle Digitale Nachhaltigkeit an der
Universität Bern, Dozentur für Digitale Nachhaltigkeit
> 2010 bis 2013 bei EY (Ernst & Young) als Senior Consultant/Managermit
Beratung zu Open Source Software, Open Data und Social Media
> 2009 bis 2010 Business Development und Projektleiter beim Liip AG
> 2006 bis 2009 Assistent an der ETH Zürich am Lehrstuhl für Strategisches
Management und Innovation doktoriert über Zusammenarbeit zwischen
Open Source Communities und Technologie-Unternehmen
> 2000 bis 2005 Studium Betriebswirtschaft und Informatik an
Universität Bern, Lizenziatsarbeit zu Open Source Community Building
> Geschäftsleiter Parlamentarischen Gruppe Digitale Nachhaltigkeit
> Präsident tcbe.ch – ICT Cluster Bern, Switzerland
> Vorstandsmitglied CH Open
> Mitgründer und Vorstandsmitglied Verein Opendata.ch
> Stadtrat von Bern (EVP)
Dr. Matthias Stürmer
Dozentur und
Leiter Forschungsstelle
Digitale Nachhaltigkeit
Universität Bern
Institut für Wirtschaftsinformatik
Engehaldenstrasse 8
CH-3012 Bern
Telefon: +41 31 631 38 09
Mobile: +41 76 368 81 65
Tel: +41 31 631 38 79 (Sekretariat)
Twitter: @maemst
matthias.stuermer@iwi.unibe.ch
www.digitale-nachhaltigkeit.unibe.ch
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Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt
3
Forschungsstelle Digitale Nachhaltigkeit
Angesiedelt am Institut für Wirtschafsinformatik seit 2014,
Team von 12 Mitarbeitenden
Forschung, Lehre und Beratung zu
> Open Source Software: Community Governance,
Business Models, Maturitätsmodelle etc.
> Open Data: Open Data Apps, interaktive
Visualisierungen, Open Aid, Linked Open Data etc.
> Open Government: Transparenz und Partizipation,
Impact Models, Participatory Apps etc.
> ICT-Beschaffungen: Agile Software-Entwicklung,
Requirements Engineering, Herstellerabhängigkeiten,
freihändige Vergaben, WTO-Regeln etc.
> Digitale Nachhaltigkeit: Theorie, Kriterien etc.
CAS ICT-Beschaffungen 2017
Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt
4
Agenda
Standardisierung, Herstellerabhängigkeiten und
Open Source Software
1. Standardsoftware vs. Individualentwicklungen
2. Freihändige Vergaben und Herstellerabhängigkeiten
3. Konzept der digitalen Nachhaltigkeit
4. Einführung Open Source Software
5. Total Cost of Ownership (TCO) und Open Source
6. BBL-Merkblatt «Software-Ausschreibungen»
7. SIK Checkliste «Beschaffung von Open Source»
8. Lessons Learnt bei Open Source Beschaffungen
CAS ICT-Beschaffungen 2017
Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt
5
Individual-Software
Individual-Software wird spezifisch für einen bestimmten Anwender und
seine Bedürfnisse entwickelt.
> Vor- und Nachteile
— Vorteil: Entspricht genau den Anforderungen der Anwender.
— Nachteil: Entwicklungsaufwand wegen „Massarbeit“ relativ hoch.
> Warum Individual-Software?
— Keine passende Standard-Software vorhanden
— Anpassung der Standard-Software käme teurer als Neuentwicklung
von Individual-Software
— Prozesse und Strukturen müssen nicht verändert werden
— Wettbewerbsvorteil durch individuelle Entwicklung
— Abhängigkeit reduzieren (wenn im Besitz vom Urheberrecht)
CAS ICT-Beschaffungen 2017
Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt
6
Standard-Software
Standard-Software wird zur Erfüllung funktionaler Anforderungen für
einen breiten Kreis von Anwendern entwickelt.
> Vor- und Nachteile
— Vorteil: Kosten für Erst-Entwicklung und Weiterentwicklung werden auf
mehrere Anwender verteilt.
— Nachteil: Anforderungen der einzelnen Nutzer werden nicht genau
abgedeckt.
> Warum Standard-Software?
— Ist günstiger falls Anforderungen ausreichend abgedeckt werden
— Profitieren von Weiterentwicklungen für andere Anwender
— Kann rascher eingeführt werden weil Software bereits besteht
— Weniger Risiko und Fehler da bestehende Software getestet werden kann
— Möglicherweise mehr Dokumentation und Schulungsunterlagen
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Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt
7
Kontinuum von
Standard-Software bis Individual-Software
Standard-Software Individual-Software
z.B. Office
Installieren
buy
Individual
Alles neu
programmieren
make
z.B. SAP
Konfigurieren,
parametrisieren
customize
Platform
Integration von
bestehenden
Komponenten
assemble
Framework
Verwendung
bestehendes
Programmier-
Framework
build
CAS ICT-Beschaffungen 2017
Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt
8
Wann ist eine Software wirklich
Standardsoftware?
1. Verbreitung: viele Nutzer verwenden die Software (de facto Standard)
2. Wiederverwendung: Software ist grössenteils bei allen Nutzern gleich
3. Funktionale Abdeckung: Anforderungen von allen Nutzern werden erfüllt
4. Parametrisierung: Individualisierung mittels Konfigurationen
5. Erweiterbarkeit: neue Funktionen (Plug-ins) über spezifizierte Schnittstellen
6. Verbesserungen: Software wird laufend weiterentwickelt
7. Release-Fähigkeit: neues Release kann bei allen Nutzern eingesetzt
werden, auch wenn sie Erweiterungen programmiert haben
8. Change Management: neue Releases berücksichtigen Anforderungen von
allen Nutzern
9. Kompatibilität: Daten können zwischen Nutzern transferiert werden, es
besteht Vorwärts- und Rückwärtskompatibilität
10. Support: mehrere Anbieter im Markt bieten Beratung, Implementierung,
Wartung, Erweiterungen, Bug Fixings etc. an
CAS ICT-Beschaffungen 2017
Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt
9
Varianten der Software-Nutzung
Quelle: SBB, 2010 – «Prinzip A9: Gesamtwirtschaftliche Open Source Entscheide»
CAS ICT-Beschaffungen 2017
Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt
10
Standardisierung in der Informatik
Was kann sonst noch alles in der Informatik standardisiert werden?
1. Datenformate (OOXML, ODF etc.)
2. Kommunikationsprotokolle (HTTP etc.)
3. Schnittstellen (Application Programming Interfaces APIs)
4. Software-Entwicklung (Programmiersprache, Patterns etc.)
5. Betriebssystem (Server, Client, Mobile etc.)
6. Middleware (Oracle Datenbank, IBM Application Server etc.)
7. Endbenutzer Software-Produkte (Microsoft Office etc.)
8. Benutzer-Identität (Identity and Access Management)
9. Benutzerkonzepte (Bedienungsoberfläche, Usability)
10. Begriffe, IT-Architektur, Prinzipien, Geschäftsprozesse (eCH-Standards)
11. Strategien, Vorgaben, Services (Sicherheitrichtlinien etc.)
CAS ICT-Beschaffungen 2017
Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt
11
eCH Standards
Quelle: http://www.ech.ch/vechweb/page?p=categoryList&site=/documents/Alle/A%20bis%20Z
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Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt
12
Vor- und Nachteile von
Produkt-Standardisierung
Gründe für Standardisierung:
1. Skaleneffekte (beim Hersteller!)
2. Weniger unterschiedliche
Plattformen müssen aktuell
gehalten werden
3. Weniger Komplexität dank
einheitlicher Technologie-
Architektur
4. Einsparungen im Betrieb
(Anwendung, Entwicklung,
Support, Schulung etc.)
Gründe gegen Standardisierung:
1. Hoher Koordinierungsaufwand
zwischen Behördenstellen,
unterschiedliche Interessen
2. Weniger rasche
Anpassungsfähigkeit an
technologische Entwicklungen
3. Abhängigkeit von einem
Hersteller, Einschränkung des
Wettbewerbs, freihändige
Vergaben notwendig
Zielsetzung sollte sein:
Vorteile von Standardisierung nutzen und
deren Nachteile reduzieren.
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Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt
13
Wann macht Standardisierung Sinn?
Standardisierung macht Sinn bei:
> Nicht proprietäre Daten, Metadaten, Formaten, Protokollen,
Schnittstellen
> Vorgaben, Begriffen, Strategien
Standardisierung ist kritisch bei:
> Programmiersprachen und Betriebssystemen
> Software-Produkten
Optimale Voraussetzungen:
> Offene Standards
> Implementierung des offenen Standards als Open Source Software
> Mehrere Hersteller, welche den Standard einsetzen
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Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt
14
Agenda
Standardisierung, Herstellerabhängigkeiten und
Open Source Software
1. Standardsoftware vs. Individualentwicklungen
2. Freihändige Vergaben und Herstellerabhängigkeiten
3. Konzept der digitalen Nachhaltigkeit
4. Einführung Open Source Software
5. Total Cost of Ownership (TCO) und Open Source
6. BBL-Merkblatt «Software-Ausschreibungen»
7. SIK Checkliste «Beschaffung von Open Source»
8. Lessons Learnt bei Open Source Beschaffungen
CAS ICT-Beschaffungen 2017
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https://www.nzz.ch/fragwuerdige_auftragsvergabe_des_bundes_an_microsoft-1.2502044
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16http://www.derbund.ch/schweiz/standard/freihaendige-itgrossauftraege-des-bundes-sorgen-fuer-unmut/story/29200791
CAS ICT-Beschaffungen 2017
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CAS ICT-Beschaffungen 2017
Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt
18
CAS ICT-Beschaffungen 2017
Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt
19
Quelle: http://www.computerworld.ch/news/it-branche/artikel/das-system-freihaender-viel-optimierungspotenzial-70184/
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SRF Rundschau zu IT-Beschaffungen
Link: http://www.srf.ch/news/schweiz/it-projekte-milliarden-ohne-ausschreibung
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IT- und CT-Projekte auf simap.ch
Information Technology:
> 48000000 Softwarepaket und Informationssysteme
> 72000000 IT-Dienste: Beratung, Software-Entwicklung, Internet und Hilfestellung
> 51600000 Installation von Computern und Büromaschinen
> 30200000 Computeranlagen und Zubehör
Communication Technology: (noch nicht ausgewertet)
> 32000000: Rundfunk- und Fernsehgeräte, Kommunikations- und Fernmelde-anlagen und Zubehör
> 35700000: Militärische elektronische Systeme
> 45314000: Installation von Fernmeldeanlagen
> 48219700: Kommunikationsserversoftwarepaket
> 48500000: Kommunikations- und Multimedia-Softwarepaket
> 50330000: Wartung von Fernmeldeeinrichtungen
> 51300000: Installation von Kommunikationsgeräten
> 64200000: Fernmeldedienste
> 71316000: Beratung in der Fernmeldetechnik
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Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt
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Anzahl monatliche Zuschläge total
Quelle: Publikationen auf simap.ch
Durchschnitt: 455.75 Zuschläge / Monat seit 2015
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Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt
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Anzahl monatliche IT-Zuschläge
Durchschnitt: 50.56 IT-Zuschläge pro Monat seit 2015
Quelle: Publikationen auf simap.ch (IT: Filterung nach CPV Codes 48****, 72****, 516***, 302***)
CAS ICT-Beschaffungen 2017
Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt
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Anzahl monatliche IT-Freihänder
Quelle: Publikationen auf simap.ch (IT: Filterung nach CPV Codes 48****, 72****, 516***, 302***)
Durchschnitt (seit 2015): 20.19 IT-Freihänder pro Monat
CAS ICT-Beschaffungen 2017
Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt
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simap.ch Analyse: Freihänder-Anteil bei
IT-Projekten und nicht-IT-Projekten
Quelle: Matthias Stuermer, Oliver Krancher, Thomas Myrach 2017 "When the exception becomes the norm: Direct awards to IT vendors by the
Swiss public sector" 10th International Conference on Theory and Practice of Electronic Governance (ICEGOV 2017) in New Dehli, India
47.2%
14.6%
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www.beschaffungsstatistik.ch
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Noch nicht erfasst:
«Offene» Produkte-Ausschreibungen
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http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/it-in-der-oeffentlichen-verwaltung-europas-fatale-abhaengigkeit-von-microsoft/19628246.html
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Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt
29
Software- vs. Anbieter-Abhängigkeit
Behörde ist abhängig von der Software (Software Lock-In):
1. Technische Abhängigkeiten: Schnittstellen, Datenformate etc.
2. Organisatorische Abhängigkeiten: Gewohnheiten der
Mitarbeitenden, Prozesse angepasst auf Software
3. Produktestandard-Abhängigkeit: andere Instanz gibt vor, welches
Produkt eingesetzt werden muss
Behörde ist abhängig vom Anbieter (Vendor Lock-In):
1. Rechtliche Abhängigkeiten: Urheberrecht, Verträge,
Lizenzbedingungen
2. Psychologische Abhängigkeiten: Marken-Produkte,
Bekanntheitsgrad, Verbreitung
3. Knowhow-Abhängigkeiten: Mitarbeiter des Anbieters wissen wie
was zusammenhängt
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Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt
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Marketing vs. R&D bei Microsoft
Sales and marketing FY 2014: 15.8 Mia. $ → 49% der Ausgaben
Research and development FY 2014: 11.4 Mia. $ → 35% der Ausgaben
Quelle: MICROSOFT CORP. 2014 10-K, http://www.microsoft.com/investor/AnnualReports/default.aspx
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Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt
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Weniger Anbieter-Abhängigkeiten mit
Open Source Software
Behörde
Open Source
Software
Anbieter
Anbieter
Anbieter
Wechsel möglich
abhängig
Behörde
Proprietäre
Software
Anbieter
abhängig
abhängig
CAS ICT-Beschaffungen 2017
Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt
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Realität: Verhandlungsschwierigkeiten
mit IT-Herstellern
> Vertragsprobleme mit Adobe wegen Adobe Cloud Produkten und
Adobe Experience Manager (AEM)
> Schwierige Situation mit Microsoft wegen Enterprise Agreements
> Unfriendly Partner Oracle wegen Lizenz-Audits und Volumenpreise
> Was macht SAP so?
Fazit:
> Viele grosse IT-Hersteller bereiten (neben technischen Problemen)
auch vertragliche Schwierigkeiten
> Behörden haben kaum Verhandlungsstärke weil keine Alternative
bekannt/vorhanden sind
> Schon nur glaubhafte Prüfung von Open Source Alternativen kann
Lizenzpreise senken
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Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt
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Agenda
Standardisierung, Herstellerabhängigkeiten und
Open Source Software
1. Standardsoftware vs. Individualentwicklungen
2. Freihändige Vergaben und Herstellerabhängigkeiten
3. Konzept der digitalen Nachhaltigkeit
4. Einführung Open Source Software
5. Total Cost of Ownership (TCO) und Open Source
6. BBL-Merkblatt «Software-Ausschreibungen»
7. SIK Checkliste «Beschaffung von Open Source»
8. Lessons Learnt bei Open Source Beschaffungen
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Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt
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Nachhaltigkeit
> Ursprüngliche Idee: Nur so viele Bäume
fällen wie nachwachsen können.
(Hans Carl von Carlowitz, 1713)
> Definition im Brundtland Bericht, 1987:
„Dauerhafte Entwicklung ist Entwicklung,
die die Bedürfnisse der Gegenwart
befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige
Generationen ihre eigenen Bedürfnisse
nicht befriedigen können.“
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Schützenswerte Ressourcen in der
nachhaltigen Entwicklung
Umwelt Menschen
Volkswirtschaft Wissen
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Güterklassen
Quelle: N. Gregory Mankiw, Principles of Economics, Dryden 1998.
Privates Gut Klubgut
Allmendegut Öffentliches Gut
Rivalität
nicht-rivalisierendrivalisierend
ausschliessbar
nicht ausschliessbar
Ausschliessbarkeit
z.B. proprietäre Software
digital nachhaltige Güter
Digitale WeltPhysische Welt
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Wissen, Information, Daten
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Digitales Wissen wächst exponentiell
(Big Data)
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Zielsetzung digitale Nachhaltigkeit
Den Nutzen der
Digitalisierung für die
ganze Gesellschaft
maximieren
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10 Voraussetzungen für
digitale Nachhaltigkeit
Ökosystem
Digitales
Gut
1. Ausgereiftheit
2. Transparente Strukturen
3. Semantische Daten
4. Verteilte Standorte
schaffen nutzen
Welt
5. Freie Lizenz
6. Geteiltes Wissen
7. Partizipations-Kultur
8. Faire Führungsstrukturen
9. Breit abgestützte Finanzierung
10. Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung
Quelle: Stuermer, M., Abu-Tayeh, G. and Myrach, T. (2017). Digital sustainability: basic conditions for sustainable digital
artifacts and their ecosystems, Sustainability Science 12: 247-262. doi:10.1007/s11625-016-0412-2
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Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt
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1. Ausgereiftheit
> Ausgereiftheit umfasst Verständlichkeit, Vollständigkeit,
Korrektheit, Modularität, Integrität, Präzision, Sicherheit etc. von
digitalen Gütern
> Hohe Qualität von digitalen Gütern schafft direkten Nutzen von
deren Anwendern und erleichert künftige Verbesserungen
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Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt
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2. Transparente Strukturen
> Technische Offenheit des digitalen Guts:
— Detaillierte Spezifikation der Datenstrukturen und Formate
— Offen zugänglicher Software-Quellcode
— Offen zugängliche Informations-Architektur und Dokumentation
> Transparenz ermöglicht Kontrolle und Verbesserungen durch die
Öffentlichkeit was zu mehr Vertrauen und weniger Fehler führt
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3. Semantische Daten
> Semantische Informationen (Meta-Daten, Ontologien) sind
maschinenlesbare und/oder für Menschen verständliche Angaben
über ein digitales Gut
> Mit semantischen Informationen kann Wissen besser absorbiert,
weiterverarbeitet, interpretiert und weiterentwickelt werden
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Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt
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4. Verteilte Standorte
> Digitale Güter sind bspw. als redundate Server oder Peer-to-Peer
mehrfach an physisch unterschiedlichen Orten gespeichert
> Abhängigkeit von einem einzigen Standort wird reduziert
> Langfristige Verfügbarkeit der digitalen Güter
Bild-Quelle: Paul Baran 1964 "On distributed communications networks." Communications Systems, IEEE Transactions
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5. Freie Lizenz
> Allen ist erlaubt, digitales Gut zu nutzen und zu verändern
> Bereits erschaffenes Wissen kann beliebig wiederverwendet
werden  «Standing on the shoulders of giants»
> Gesellschaft profitiert durch freie Zugänglichkeit des digitalen
Wissens und Vermeidung von «Rad neu erfinden»
> Offene Frage: mit oder ohne Copyleft?
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6. Geteiltes Wissen
> Know-How, Kenntnisse und Erfahrungen über digitale Güter sind
verteilt auf viele Personen aus unterschiedlichen Organisationen
> «Wissens-Abhängigkeit» von wenigen Personen, Firmen und
anderen Organisationen wird reduziert
> Beiträge von vielen zu digitalen Gütern werden ermöglicht
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Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt
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7. Partizipations-Kultur
> Alle kompetenten Leute mit konstruktiven Beiträgen können an
Weiterentwicklung des digitalen Guts partizipieren (Community)
> Peer-review Prozesse stellen Qualität sicher
> Ökosystem um digitales Gut stellt Partizipations-Kultur sicher
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Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt
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8. Faire Führungsstrukturen
> Kontrolle über digitales Gut liegt nicht bei einer Person oder
Organisation sondern ist dezentral organisiert
> Governance-Prozesse (Wahlen etc.) regeln Verantwortlichkeiten
> Offene Frage: Je grösser der Beitrag, umso grösser die Kontrolle
(Meritokratie)?
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9. Breit abgestützte Finanzierung
> Finanzierung der technischen Infrastruktur, Personal etc. erfolgt
durch verschiedene Akteure
> Breit abgestützte Finanzierung schafft Unabhängigkeit von einer
einzelnen Organisation und reduziert Interessenskonflikte
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Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt
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10. Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung
> Das digitale Gut und dessen Ökosystem leisten Beitrag zur
nachhaltigen Entwicklung
> Schaffen und Nutzen von digitalen Gütern verbraucht natürliche
und soziale Ressourcen. Sind diese nachhaltig? (bspw.
erneuerbare Energiequellen)
> Herausforderung: Anwendung von digitalen Gütern kann
nachhaltige Entwicklung fördern oder beeinträchtigen
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Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt
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Linux Kernel
Top 10 Firmen, die vom 02.09.2013 bis 07.12.2014 zur
Linux Kernel Entwicklung beigetragen haben:
Quelle: Linux Foundation, February 2015 „Linux Kernel Development How Fast is it Going, Who is Doing It,
What Are They Doing and Who is Sponsoring the Work“
http://www.linuxfoundation.org/publications/linux-foundation/who-writes-linux-2015
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Wikipedia
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OpenStreetMap
Quelle: http://tools.geofabrik.de/mc/#18/46.9477/7.4254&num=2&mt0=mapnik&mt1=google-map
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Linked Open Data
Quelle: http://lod-cloud.net
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Bitcoin und Blockchain-Technologien
Quelle: Reuters Graphics
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Weitere spannende Beispiele
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Agenda
Standardisierung, Herstellerabhängigkeiten und
Open Source Software
1. Standardsoftware vs. Individualentwicklungen
2. Freihändige Vergaben und Herstellerabhängigkeiten
3. Konzept der digitalen Nachhaltigkeit
4. Einführung Open Source Software
5. Total Cost of Ownership (TCO) und Open Source
6. BBL-Merkblatt «Software-Ausschreibungen»
7. SIK Checkliste «Beschaffung von Open Source»
8. Lessons Learnt bei Open Source Beschaffungen
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Proprietäre Software
> Anbieter entwickelt Software und
verkauft Nutzungslizenz an Anwender
> Anbieter behält Urheberrecht an der
Software
> Anwender kann die Software gemäss
Lizenzbestimmungen nutzen
> Proprietäre Lizenz gibt vor, dass
Software nur von bestimmter Anzahl
Nutzer verwendet werden kann oder
nur für bestimmte Prozessor-Art etc.
> Anwender kennt Software-Code nicht
und darf Software nicht kopieren oder
ändern
Proprietäre
Software
Anbieter
Anwender
Proprietäre
Lizenz
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Open Source Software
Ein Software-Produkt wird als Open Source
Software bezeichnet, wenn es unter einer
der rund 70 Lizenzen veröffentlicht ist, welche
durch die Open Source Initiative
(OSI, www.opensource.org) abgesegnet sind.
Alle Open Source Lizenzen geben vor:
1. Software darf beliebig eingesetzt werden
2. Quellcode der Software ist zugänglich
3. Software darf beliebig kopiert und
verbreitet werden
4. Software darf verändert und der
veränderter Form weitergegeben werden
Quelle: http://www.opensource.ch/oss-knowhow/details/kbarticle/open-source-software-im-geschaeftskritischen-einsatz/
Anwender
Anbieter
Open
Source
Lizenz
Anwender
Anwender
Open Source
Software mit
Quellcode
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Open Source Beispiel Ubuntu
> Linux-basiertes Betriebssystem für
Endanwender, Schulen, Behörden, Firmen etc.
> Freie Alternative zu Microsoft Windows
> Läuft auf Desktops (auch Mac), Tablets,
Smartphones, Servers etc.
> Alle 6 Monate neue Version: 17.04 aktuelle Version
> Software wird als Debian-Packages übers Internet installiert
> Wird von vielen Millionen Anwendern genutzt
> Download unter www.ubuntu.com
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Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt
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Open Source Beispiel LibreOffice
> Office-Suite mit Text, Tabellen,
Folienpräsentation, Grafik etc.
> Freie Alternative zu Microsoft Office
> Läuft auf Windows, Mac und Linux
> Auch als Cloud verfügbar: Collabora LibreOffice Online
> Unterstützt das offene Dokumentenformat ODF
> Wird von vielen Firmen, Verwaltungen, Schulen, Privatpersonen
etc. verwendet
> Download unter www.libreoffice.org
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Open Source Beispiel Zotero
> Literatur-Verwaltung und Zitieren
> Freie Alternative zu Endnote
> Läuft auf Windows, Mac und Linux
> Firefox-Plugin für Download von Literatur
> Gratis Cloud-Konto bis 300 MB Speicher
> Kann in LibreOffice und Microsoft Word integriert werden
> Unterstützt viele Export-Formate für Bachelorarbeit, Journals und
andere Publikationen
> Wird von vielen Studierenden und Forschenden verwendet
> Download unter www.zotero.org
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www.alternativeto.net
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67
Open Source Studie Schweiz 2015
> Alle 3 Jahre im Auftrag von swissICT
und CH Open
> Ausgeführt durch Forschungsstelle
Digitale Nachhaltigkeit
> Finanziert durch ISB, educa.ch, Kanton
Bern und OSS Anbieter
> Genau 200 CEOs, CTOs, CIOs etc.
haben alle Fragen beantwortet
> Rund 20 Fachartikel und
Praxisbeispiele enthalten
Quelle: www.swissict.ch/oss2015/
CAS ICT-Beschaffungen 2017
Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt
68
Einsatzgrad nach Branchen
CAS ICT-Beschaffungen 2017
Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt
69
Einsatzgründe für Open Source Software
CAS ICT-Beschaffungen 2017
Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt
70
Hinderungsgründe beim Einsatz
CAS ICT-Beschaffungen 2017
Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt
71
Eigenschaft von Open Source Software:
Hohe Modularität
CAS ICT-Beschaffungen 2017
Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt
72
Eigenschaft von Open Source Software:
Niedrige Herstellerabhängigkeit
Top 10 Firmen, die vom 02.09.2013 bis 07.12.2014 zur
Linux Kernel Entwicklung beigetragen haben:
Quelle: Linux Foundation, February 2015 „Linux Kernel Development How Fast is it Going, Who is Doing It,
What Are They Doing and Who is Sponsoring the Work“
http://www.linuxfoundation.org/publications/linux-foundation/who-writes-linux-2015
CAS ICT-Beschaffungen 2017
Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt
73
Eigenschaft von Open Source Software:
Nachhaltige Software-Entwicklung
Quelle: Björn Lundella, Brian Lings, Anna Syberfeldt 2011 “Practitioner perceptions of Open Source software in the
embedded systems area” The Journal of Systems and Software 84, p. 1540– 1549
Bild: „Airbus A380“ von Dmitry A. Mottl - Eigenes Werk. Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons
„There are many systems still being
maintained after 30 years. In some
parts of this sector life-cycles are even
longer, with 70 years not being
uncommon for avionics.“
CAS ICT-Beschaffungen 2017
Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt
74
Eigenschaft von Open Source Software:
Niedrigere Entwicklungskosten
Link: https://www.genivi.org
CAS ICT-Beschaffungen 2017
Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt
75
Open Source Lizenzen
Drei Kategorien von Open Source Lizenzen:
1. Starkes Copyleft: GNU General Public
License (GPL), Affero GPL
2. Schwaches Copyleft: GNU Lesser
General Public License (LGPL) und
Mozilla Public License MPL
3. Permissive Lizenzen (kein Copyleft):
Berkley Software Distribution BSD,
MIT License, Apache Software License etc.
CAS ICT-Beschaffungen 2017
Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt
76
Copyleft
> Wortspiel: Copyright vs. Copyleft
> Enthalten in: GNU GPL
> Wahrung der Freiheit als grundlegende Idee:
Freie Software bleibt für immer Freie Software
> Vorgabe: Veränderte Software muss unter
gleichen Bedingungen freigegeben werden
> Viraler Effekt: alle abgeleiteten Werke werden
von Copyleft «infiziert»
> Aber nicht alle Open Source Lizenzen
haben Copyleft-Eigenschaft
CAS ICT-Beschaffungen 2017
Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt
77
Fortschritt der Open Source Alternativen
Zeit
Funktionalität
Kundenanforderungen
z.B. für Büroautomation
oder Datenbanken
Heute
Proprietäres Produkt
z.B. Microsoft Office,
Oracle Datenbank
Vor 10 Jahren
Open Source Produkt
z.B. LibreOffice oder
PostgreSQL
Quelle: Diagramm von Clayton M. Christensen „The Innovator's Dilemma“ (1997) angepasst an den Open Source Kontext
CAS ICT-Beschaffungen 2017
Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt
78
Einsatz von Open Source Software
> 1) Einsatz ohne professionellen Support
— OSS gratis aus dem Internet runterladen und installieren
— Vorteile: niedrige Kosten, rasche Umsetzung
— Nachteile: kein garantierter Support, keine Haftungsansprüche
> 2) Einsatz mit internem Support
— Internes Knowhow aufbauen und Ressourcen bestimmen
— Vorteile: hohe Flexibilität, keine Anbieterabhängigkeiten
— Nachteile: hohe Investitionen, interne Fixkosten für Mitarbeitende
> 3) Einsatz durch externen Anbieter
— Subscriptions und Wartungs- und Supportverträge mit Externen
— Vorteile: Verbindlichkeiten, Absicherung „gegen oben“
— Nachteile: externe Kosten, Abhängigkeiten zu Anbietern
Quelle: http://www.opensource.ch/oss-knowhow/details/kbarticle/open-source-software-im-geschaeftskritischen-einsatz/
CAS ICT-Beschaffungen 2017
Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt
79
Geschäftsmodelle mit Open Source
1. Software-Entwicklung als Auftrag oder Werkvertrag
2. Verkauf von Service Level Agreement (SLA) oder Subscriptions
für Support, Haftung, Gewährleistung, Hardware-Kompatibilität etc.
(Red Hat, SUSE etc.)
3. Ergänzung zu Software- und Hardware Produkten (IBM etc.)
4. Nutzung im Rahmen von Software as a Service (Cloud)
5. Multiple Licensing: Verkauf von Rechten über die OSS Lizenz
hinaus (z.B. Verzicht auf Copyleft)
6. Verkauf von Werbung (Google, Facebook, Twitter etc.)
CAS ICT-Beschaffungen 2017
Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt
80Quelle: http://www.zdnet.com/article/red-hat-becomes-first-2b-open-source-company/
CAS ICT-Beschaffungen 2017
Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt
81
Informationsplattform zu Open Source
CAS ICT-Beschaffungen 2017
Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt
82
Verzeichnis von Open Source Anbietern
www.ossdirectory.ch
CAS ICT-Beschaffungen 2017
Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt
83
OSS-Strategie der Bundesverwaltung
> Publikation: 15.03.2005 durch ISB
> Geplante Massnahmen gemäss Aktionsplan:
— Standardisierung von Open Source Produkten
— OSS-Referenzlösungen für E-Government Projekte
— Erfahrungsaustausch und Kommunikation innerhalb der
Bundesverwaltung (inkl. jährliche Konferenz)
— Überwachung der Umsetzung der OSS-Strategie
— Web-Plattform innerhalb der Bundesverwaltung zum
Informations- und Erfahrungsaustausch
— OSS-Ausbildungsangebote und –Zertifizierungen
— TCO-Modell zur Analyse der Kosten von OSS vs.
proprietäre Software
— OSS-Referenz-Client der Bundesverwaltung
> Erneuerung der OSS-Strategie bis Ende 2018
Quelle: http://www.isb.admin.ch/themen/strategien/00745/00750/
CAS ICT-Beschaffungen 2017
Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt
84
Ausländische Beschaffungsleitfäden
zu Open Source Software
Quellen: https://www.gov.uk/government/uploads/system/uploads/attachment_data/file/78962/ICT-Advice-Note-Procurement-of-Open-Source.pdf
http://www.finance.gov.au/files/2012/04/AGuidetoOpenSourceSoftware.pdf
https://joinup.ec.europa.eu/sites/default/files/24/ac/83/OSS-procurement-guideline%20-final.pdf
CAS ICT-Beschaffungen 2017
Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt
85
Open Source by default in UK
> “Where appropriate, government will
procure open source solutions.
When used in conjunction with
compulsory open standards, open
source presents significant
opportunities for the design and
delivery of interoperable solutions.”
> “Ensure a level-playing field for open
source software. Demonstrate an
active and fair consideration of
using open source software – taking
account of the total lifetime cost of
ownership of the solution, including
exit and transition costs.”
Quelle: https://www.gov.uk/service-manual/making-software/open-source.html
CAS ICT-Beschaffungen 2017
Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt
86
Rahmenverträge mit
Open Source Anbietern in Schweden
> Verwaltung hat einen kompetenten
Ansprechspartner für Vielzahl von
Open Source Produkten
> Verwaltung erhält
Beschaffungssicherheit und
Anleitung für Vorgehen
> Rahmenvertrag deckt Urheberrecht,
Haftung, Gewährleistung etc. ab
> Beschaffungen von Open Source
durch Mini-Tenders werden für
Verwaltung einfach
Quelle: http://www.digitale-nachhaltigkeit.ch/2013/04/oss-rahmenvertraege/
CAS ICT-Beschaffungen 2017
Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt
87
Weitere Informationsquellen zu
Open Source Software
> Schweizer Open Source Plattform: www.opensource.ch
> Verzeichnis von Firmen, Referenzen, Produkten und Kunden:
www.ossdirectory.ch
> Verein zur Förderung von Open Source in der Schweiz:
www.ch-open.ch
> Informationen über Open Source Projekte:
http://www.openhub.net
> Open Source Alternativen: www.alternativeto.net
> Auswahl von OSS Programmen für Windows (in deutsch):
www.opensource-dvd.de
CAS ICT-Beschaffungen 2017
Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt
88
Agenda
Standardisierung, Herstellerabhängigkeiten und
Open Source Software
1. Standardsoftware vs. Individualentwicklungen
2. Freihändige Vergaben und Herstellerabhängigkeiten
3. Konzept der digitalen Nachhaltigkeit
4. Einführung Open Source Software
5. Total Cost of Ownership (TCO) und Open Source
6. BBL-Merkblatt «Software-Ausschreibungen»
7. SIK Checkliste «Beschaffung von Open Source»
8. Lessons Learnt bei Open Source Beschaffungen
CAS ICT-Beschaffungen 2017
Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt
89
Einkaufspreis ist nur die Spitze
des Eisbergs
Quelle: http://www.business.govt.nz/procurement/pdf-library/agencies/guides-and-tools/guide-total-cost-ownership.pdf
CAS ICT-Beschaffungen 2017
Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt
90
Kostenbestandteile über die Lebensdauer
Quelle: http://www.business.govt.nz/procurement/pdf-library/agencies/guides-and-tools/guide-total-cost-ownership.pdf
CAS ICT-Beschaffungen 2017
Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt
91
Beispiel einer TCO-Berechnung
Quelle: http://www.business.govt.nz/procurement/pdf-library/agencies/guides-and-tools/guide-total-cost-ownership.pdf
CAS ICT-Beschaffungen 2017
Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt
92
TCO bei Open Source Migrationen
Quelle: http://www.itmagazine.ch/Artikel/55166/Mehr_Geld__im_Portemonnaie__und_weniger__Sorgen_im_Gepaeck.html
CAS ICT-Beschaffungen 2017
Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt
93
Stadtrats-Entscheid, 11. November 2015
Quelle: http://www.derbund.ch/bern/stadt/stadt-bern-will-bei-it-weg-von-microsoftabhaengigkeit/story/26966635a
CAS ICT-Beschaffungen 2017
Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt
94
Kantonsinformatik, 7. November 2016
Quelle: http://www.derbund.ch/bern/kanton/kein-photoshop-mehr-fuer-den-kanton-bern/story/15491926
CAS ICT-Beschaffungen 2017
Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt
95
Oracle-Ablösung durch MariaDB
bei der Post
Quelle: http://www.ossdirectory.com/oss-knowhow/details/kbarticle/mariadb-migration-der-kassenapllikation-v-max/
CAS ICT-Beschaffungen 2017
Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt
96
Italienisches Militär spart 26-29 Mio. EUR
mit LibreOffice Migration
Quelle: https://joinup.ec.europa.eu/community/osor/news/italian-military-save-26-29-million-euro-migrating-libreoffice
CAS ICT-Beschaffungen 2017
Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt
97
Gemeinsam Open Source Software
weiterentwickeln
Varianten:
1. Erweiterung einer bestehenden Open Source Lösung
2. Gemeinsame Entwicklung einer neuen Open Source Lösung
Vorteile:
> Kosten der Weiterentwicklung können aufgeteilt werden
> Alle haben uneingeschränktes Nutzungsrecht der Software
> Weiterentwicklung kann auf verschiedene Firmen verteilt werden
Herausforderungen:
> Grosser Koordinationsaufwand
> Möglicherweise wenig Anbieter
CAS ICT-Beschaffungen 2017
Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt
98
Einzelne Features erweitern auf
www.bountysource.com
CAS ICT-Beschaffungen 2017
Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt
99
Beispiel Weiterentwicklung LibreOffice
> Ziel war bessere Interoperabilität von
LibreOffice mit Microsoft Word
> Städte München, Freiburg i.B., Leipzig,
Jena, Bundesgericht, ISB und Kt. Waadt
finanzierten total EUR 160’000
> Dazu 5 Use Cases ausgewählt und
Spezifikation verfasst, publiziert auf
Website und in entsprechenden News-
Kanälen
> 2 Angebote eingegangen (Lanedo und
SUSE), Use Cases auf beide Firmen
verteilt, im Sommer 2013 abgeschlossen
Quelle: Open Source Business Alliance Working Group Office Interoperability
http://www.osb-alliance.de/working-groups/wg-office-interoperability
CAS ICT-Beschaffungen 2017
Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt
100
Institutionalisiertes Crowdfunding
Phase 1: Initialisierung
a) Interesse und Wille von professionellen Open Source Nutzern wecken
b) Anforderungen zusammentragen und mit Entwicklern diskutieren
c) Resultat: Spezifikation zur gemeinsamen Weiterentwicklung verfassen
Phase 2: Finanzierung
a) Spezifikation publizieren als RfP, Firmen für Offerten einladen
b) Evaluieren der Angebote und Auswahl treffen
c) Resultat: Finanzierung des notwendigen Betrags gemeinsam aufteilen
Phase 3: Umsetzung
a) Projektmanagement festlegen, Verträge unterzeichnen, loslegen
b) Tests bei den Nutzern durchführen, Entwicklung abschliessen
c) Resultat: Neuen Source Code publizieren, in OSS Projekt integrieren
CAS ICT-Beschaffungen 2017
Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt
101
CAMAC
> Open Source Baugesuchsverwaltung von 8 Schweizer Kantonen
> www.camac.ch
CAS ICT-Beschaffungen 2017
Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt
102
Agenda
Standardisierung, Herstellerabhängigkeiten und
Open Source Software
1. Standardsoftware vs. Individualentwicklungen
2. Freihändige Vergaben und Herstellerabhängigkeiten
3. Konzept der digitalen Nachhaltigkeit
4. Einführung Open Source Software
5. Total Cost of Ownership (TCO) und Open Source
6. BBL-Merkblatt «Software-Ausschreibungen»
7. SIK Checkliste «Beschaffung von Open Source»
8. Lessons Learnt bei Open Source Beschaffungen
CAS ICT-Beschaffungen 2017
Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt
103
BBL Merkblatt
Software-Ausschreibungen
Software-Ausschreibungen: Sicherstellung eines breiten Wettbewerbs
CAS ICT-Beschaffungen 2017
Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt
104
BBL Merkblatt
Software-Ausschreibungen
Grundsätzliche Vorgaben gemäss BBL Merkblatt:
1. Anbieter von Open-Source und Closed-Source bzw.
proprietärer Software sowie von Mischformen sollen
gleiche Chancen haben, einen öffentlichen Auftrag
zu erhalten
2. Vergabestelle darf Technologien, Produkte und
Hersteller nur dann vorgeben bzw. ausschliessen,
wenn zwingende sachliche Gründe vorliegen und
schriftlich festgehalten sind
3. Vorgegebenen Schnittstellen und Dateiformate
basieren soweit möglich sowie technisch und
wirtschaftlich sinnvoll auf offenen, frei
zugänglichen Spezifikationen und Standards
CAS ICT-Beschaffungen 2017
Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt
105
BBL Merkblatt
Software-Ausschreibungen
Aussagen zu proprietärer Software:
> Bei proprietärer Software besitzt Hersteller alle
Schutzrechte und gewährt Nutzungsrecht an seiner
Software gegen Lizenzgebühr
> Proprietäre Software darf von Nutzern grundsätzlich
nicht verändert oder weitergegeben werden
> Verbesserung und Funktionstüchtigkeit der Software
stellt allein der Hersteller mittels periodischer
Upgrades und Major-Releases sicher
> Hersteller arbeitet oft mit exklusiven Partnern für
Lizenzeverkauf und/oder die Wartung zusammen
CAS ICT-Beschaffungen 2017
Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt
106
Agenda
Standardisierung, Herstellerabhängigkeiten und
Open Source Software
1. Standardsoftware vs. Individualentwicklungen
2. Freihändige Vergaben und Herstellerabhängigkeiten
3. Konzept der digitalen Nachhaltigkeit
4. Einführung Open Source Software
5. Total Cost of Ownership (TCO) und Open Source
6. BBL-Merkblatt «Software-Ausschreibungen»
7. SIK Checkliste «Beschaffung von Open Source»
8. Lessons Learnt bei Open Source Beschaffungen
CAS ICT-Beschaffungen 2017
Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt
107
SIK Checkliste
«Beschaffung von Open Source»
> Ziel ist die bessere Berücksichtigung
von Open Source Software bei der
Beschaffung von IT
> Erabeitet durch die Arbeitgruppe
Open Source Software der
Schweizerischen
Informatikkonferenz (SIK)
> Aktueller Stand:
18. August 2015, Version 1.0
> Mit Rückmeldungen von
Behördenstellen, Beschaffungsjuristen
und Open Source Experten
http://www.digitale-nachhaltigkeit.unibe.ch/e273593/e303697/e374606/e374617/SIKChecklisteOpenSourceSoftware26.05.2015_ger.pdf
CAS ICT-Beschaffungen 2017
Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt
108
1. Voranalyse/Konzeption
> Ist genügend Verständnis über das Open Source
Entwicklungsmodell vorhanden?
— Unterschiedliche Open Source Lizenzen
— Geschäftsmodelle von Open Source Anbietern
— Leistungen von Service Level Agreements etc.
> Sind bestehende Open Source Lösungen geprüft worden?
— OSS kann ohne Ausschreibung genutzt werden (interne Realisierung)
— OSS Directory: www.ossdirectory.com
— AlternativeTo: www.alternativeto.net
> Welcher Funktionsumfang wird tatsächlich benötigt?
— Tendenz zur Beschaffung von zu hohem Leistungsumfang
— Open Source Alternativen sind meistens Ausreichend
CAS ICT-Beschaffungen 2017
Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt
109
2. Kriterien die verhindern, dass
Open Source ausgeschlossen wird
> Sind die Beschaffungsunterlagen funktional verfasst ohne
Vorgabe von proprietären Produkten?
— Vorgaben von proprietären Produkten (Microsoft Sharepoint, SAP etc.)
schliessen OSS Anbieter aus
— Folge davon sind verstärkte Abhängigkeiten, Förderung von
Monopolstellungen, Einschränkung von Wettbewerb und Innovation
eingeschränkt, langfristig Zunahme der Informatikkosten
— Vorgabe von OSS Lösungen kann sinnvoll sein, denn sie kann von
allen kompetenten Dienstleistern angeboten werden
> Besteht ein Hinweis, dass auch Open Source Software
angeboten werden kann?
— AGBs von Bund und SIK lassen Beschaffung von OSS zu
— Hinweis sinnvoll, dass Lösungen basierend auf OSS zugelassen sind
CAS ICT-Beschaffungen 2017
Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt
110
2. Kriterien die verhindern, dass
Open Source ausgeschlossen wird
> Sind Subunternehmer und Bietergemeinschaften zugelassen?
— Viele der guten OSS Entwickler sind selbständig oder in kleinen Firmen
— Ausschreibungen sollten Subunternehmer oder Konsortium zulassen
> Sind Firmengrösse und Referenzen nicht zu hoch vorgegeben?
— OSS Anbieter sind tendenziell kleiner als proprietäre Hersteller
— OSS Lösungen sind (wegen Abhängigkeiten) meist weniger verbreitet
— Um OSS Anbieter nicht indirekt auszuschliessen sollten bei
Eignungskriterien nicht unnötig hohe Anforderungen an Firmengrösse,
Mitarbeiterzahl, Referenzen, installierte Versionen etc. gestellt werden
— Auch bei Grossunternehmen sind nur wenige Mitarbeitende fürs Projekt
zuständig
— Bei Grossunternehmen ist Mitarbeiterfluktuation meist höher und
Identifikation oft niedriger als bei kleinen Firmen
CAS ICT-Beschaffungen 2017
Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt
111
3. Kriterien, welche die Eigenschaften
von Open Source berücksichtigen
> Wird die Lieferung der Software unter einer Open Source
Lizenz in der technischen Spezifikation vorgegeben bzw.
wird Open Source als Zuschlagskriterium bemessen?
— OSS darf uneingeschränkt und kostenlos verwendet und kopiert werden
— OSS erlaubt vollständigen Zugang zum Quellcode und das Recht
diesen zu verändern  Möglichkeit selber oder im Auftrag an Dritte
Software zu auditieren, korrigieren, anzupassen und weiterzuentwickeln
— Vorgabe als TS oder Bewertung als ZK ist sinnvoll und erlaubt
— Z.B. OSS als ZK bei GEVER-Ausschreibung Kt. Bern:
CAS ICT-Beschaffungen 2017
Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt
112
3. Kriterien, welche die Eigenschaften
von Open Source berücksichtigen
> Werden „Open Source Kompetenzen“ des Anbieter als
Eignungskriterium vorgegeben?
— Wenn OSS beschafft werden soll machen Open Source Kompetenzen
des Anbieters als Eignungskriterium Sinn
> Besteht Zugang zum vollständigen Quellcode der offerierten
Software-Lösung?
— Zugang zum Quellcode aus Sicherheits- und Datenschutzsicht wichtig
um selber oder durch Dritte Sicherheitslücken oder Backdoors zu finden
— Zugang zum Quellcode um Code-Qualität oder Dokumentation zu prüfen
— Bei OSS ist vollständiger Zugang zum Quellcode immer gewährleistet,
bei proprietärer Software normalerweise nicht oder nicht vollständig
CAS ICT-Beschaffungen 2017
Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt
113
3. Kriterien, welche die Eigenschaften
von Open Source berücksichtigen
> Werden die Kosten der IT-Lösung über ihren gesamten
Lebenszyklus bemessen? (TCO)
— OSS in der Einführung oft teurer als Upgrade bisheriger proprietärer
Software wegen technischer und personeller Veränderungen (Migration,
Anpassungen, Umschulungen etc.)
— Jedoch Betriebs- und Wartungskosten wesentlich höher als Beschaffungs-
und Einführungskosten (Betrieb ca. 3x länger als Projekt)
— Ausschreibung sollte gesamte Lebensdauer der IT-Lösung berücksichtigen
> Wird Risiko des Konkurses bei proprietären Lösungen bemessen?
— Geht Hersteller von proprietärer Software in Konkurs, fallen Rechte am
Quellcode in die Konkursmasse
— Bei Open Source Software kann ein anderer Dienstleister mit
Weiterentwicklung des Systems beauftragt werden
CAS ICT-Beschaffungen 2017
Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt
114
3. Kriterien, welche die Eigenschaften
von Open Source berücksichtigen
> Werden auch Referenzinstallationen von Open Source Lösungen
berücksichtigt, die nicht vom Anbieter selber realisiert wurden?
— Verbreitungsgrad einer OSS Lösung an allen produktiv laufenden
Installationen bemessen macht Sinn (auch interne Realisierung möglich)
> Wird Aktivität einer Open Source Community berücksichtigt?
— Möglichst aktive und heterogene Community wichtig für Nachhaltigkeit
— Aktivität von OSS Projekten auf Open HUB www.openhub.net gezeigt
> Wird Verfügbarkeit von Dienstleistern einer OSS Lösung geprüft?
— Für langfristige Weiterentwicklung und möglichen Anbieterwechsel ist
breite Dienstleister-Community wichtig
— Als ZK Anzahl kommerzielle Anbieter für OSS Lösung berücksichtigen
CAS ICT-Beschaffungen 2017
Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt
115
Agenda
Standardisierung, Herstellerabhängigkeiten und
Open Source Software
1. Standardsoftware vs. Individualentwicklungen
2. Freihändige Vergaben und Herstellerabhängigkeiten
3. Konzept der digitalen Nachhaltigkeit
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5. Total Cost of Ownership (TCO) und Open Source
6. BBL-Merkblatt «Software-Ausschreibungen»
7. SIK Checkliste «Beschaffung von Open Source»
8. Lessons Learnt bei Open Source Beschaffungen
CAS ICT-Beschaffungen 2017
Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt
116
Fehlerhafte Bezeichnung
Fehlerhafte Berücksichtigung von Open Source Software:
> Die Open Source Initiative zertifiziert keine Software, sondern
bloss die Open Source Lizenzen
Quelle: Ausschreibung «IT@KOS Beschaffung Schulverwaltungs-Lösung», 24.01.2017
CAS ICT-Beschaffungen 2017
Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt
117
Open Source Software als ZK:
Schulverwaltungslösung Kt. Bern
Investitionsschutz: Unabhängigkeit vom Entwickler (Gewichtung: 2%)
Die Maximalpunktzahl erhält, wer aufzeigt, dass der Kunde auch bei einem Konkurs des
Lieferanten, einer Einstellung des Produkts und in ähnlichen Situationen das Produkt
weiter warten und einsetzen kann, insbesondere infolge einem oder mehrerer der
folgenden Faktoren:
> das Produkt ist ganz oder teilweise Open Source Software (OSS),
> der Kunde erhält den aktuellen Source Code und ein Nutzungs- und
Veränderungsrecht an der Software im Umfang einer OSS-Lizenz,
> am Markt gibt es auch ausserhalb des Lieferanten Entwickler mit guten Kenntnissen
des Produktes.
Quelle: Ausschreibung «IT@KOS Beschaffung Schulverwaltungs-Lösung», 24.01.2017
CAS ICT-Beschaffungen 2017
Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt
118
Open Source Software als EK:
Submiss-Beschaffung der Stadt Bern
Analyse der Kriterien (B6_Kriterienkatalog)
> Auszug aus der Ausschreibung:
Eignungskriterium 3  Der Anbieter erklärt sich bereit, dass
der Source Code unter einer OS-Lizenz veröffentlicht wird.
Nachweis: Deklaration der Einwilligung, den Source Code unter
einer Open Source Lizenz zu entwickeln oder bereitzustellen.
> Problem: European Dynamics wird das unbekannte Open Source
Framework "Qlack Fuse" verwenden.
> Wichtige Fragen bei Open Source Beschaffungen:
1. Welche Zuschlagskriterien wären bezüglich Open Source sinnvoll
um die Abhängigkeit vom Hersteller zu reduzieren?
2. Wie lassen sich diese Zuschlagskriterien bemessen? (Nachweis)
CAS ICT-Beschaffungen 2017
Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt
119
ZKs für fundierte Bewertung von
OSS-Beschaffungen
1. Werden bestehende Open Source Komponenten verwendet?  Nachweis: Etabliertes Open
Source Framework wird verwendet (versus eigenes Framework entwickeln)
2. Hat der Anbieter bereits Software-Projekte basierend auf diesem Open Source Framework
realisiert? Nachweis: eigene Projekt-Referenzen mit dem Open Source Framework
3. Wird das Open Source Framework auch von anderen Firmen verwendet? [relevant für
Reduktion der Anbieterabhängigkeit]  Nachweis: Anzahl Firmen, die das Open Source
Framework mit Wartung und Support unterstützen (siehe bspw. OSS Directory)
4. Wie aktiv wird das Open Source Framework weiterentwickelt?  Nachweis: OpenHub
Statistiken der Entwicklungs-Aktivität («12 Month Statistics»: «Contributors» & «Commits»)
5. Wird das Open Source Framework von unterschiedlichen Firmen weiterentwickelt? [Ziel ist
eine möglichst heterogene Open Source Community]  Nachweis: Entwickler («Contributors»)
arbeiten bei verschiedenen Firmen
6. Werden standardisierte Schnittstellen und offene Dateiformate verwendet?  Nachweis:
Spezifikationen von allen Schnittstellen sind öffentlich zugänglich
7. Ist das Framework gut dokumentiert?  Nachweis: Umfang und Qualität der Dokumentation
wird bewertet (API-Dokumentation, Tutorials, Handbuch, veröffentlichte Bücher etc.)
8. Ist die Open Source Lösung auch auf Linux lauffähig? [versus Microsoft Windows Server]
 Nachweis: Angabe ob Software auch auf Linux-Servern betrieben werden kann
CAS ICT-Beschaffungen 2017
Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt
120
Vergleich der Entwicklungs-Aktivität von
verschiedenen Open Source Framworks
Link: https://www.openhub.net/p/_compare?project_0=Qlack2-Fuse&project_1=Symfony&project_2=Ruby+on+Rails
CAS ICT-Beschaffungen 2017
Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt
121
Abschluss

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Standardisierung, Herstellerabhängigkeiten und Open Source Software

  • 1. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt Standardisierung, Herstellerabhängigkeiten und Open Source Software 13. Mai 2017 Dr. Matthias Stürmer Forschungsstelle Digitale Nachhaltigkeit Institut für Wirtschaftsinformatik Universität Bern
  • 2. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 2 Matthias Stürmer > Seit 2013 Leiter der Forschungsstelle Digitale Nachhaltigkeit an der Universität Bern, Dozentur für Digitale Nachhaltigkeit > 2010 bis 2013 bei EY (Ernst & Young) als Senior Consultant/Managermit Beratung zu Open Source Software, Open Data und Social Media > 2009 bis 2010 Business Development und Projektleiter beim Liip AG > 2006 bis 2009 Assistent an der ETH Zürich am Lehrstuhl für Strategisches Management und Innovation doktoriert über Zusammenarbeit zwischen Open Source Communities und Technologie-Unternehmen > 2000 bis 2005 Studium Betriebswirtschaft und Informatik an Universität Bern, Lizenziatsarbeit zu Open Source Community Building > Geschäftsleiter Parlamentarischen Gruppe Digitale Nachhaltigkeit > Präsident tcbe.ch – ICT Cluster Bern, Switzerland > Vorstandsmitglied CH Open > Mitgründer und Vorstandsmitglied Verein Opendata.ch > Stadtrat von Bern (EVP) Dr. Matthias Stürmer Dozentur und Leiter Forschungsstelle Digitale Nachhaltigkeit Universität Bern Institut für Wirtschaftsinformatik Engehaldenstrasse 8 CH-3012 Bern Telefon: +41 31 631 38 09 Mobile: +41 76 368 81 65 Tel: +41 31 631 38 79 (Sekretariat) Twitter: @maemst matthias.stuermer@iwi.unibe.ch www.digitale-nachhaltigkeit.unibe.ch
  • 3. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 3 Forschungsstelle Digitale Nachhaltigkeit Angesiedelt am Institut für Wirtschafsinformatik seit 2014, Team von 12 Mitarbeitenden Forschung, Lehre und Beratung zu > Open Source Software: Community Governance, Business Models, Maturitätsmodelle etc. > Open Data: Open Data Apps, interaktive Visualisierungen, Open Aid, Linked Open Data etc. > Open Government: Transparenz und Partizipation, Impact Models, Participatory Apps etc. > ICT-Beschaffungen: Agile Software-Entwicklung, Requirements Engineering, Herstellerabhängigkeiten, freihändige Vergaben, WTO-Regeln etc. > Digitale Nachhaltigkeit: Theorie, Kriterien etc.
  • 4. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 4 Agenda Standardisierung, Herstellerabhängigkeiten und Open Source Software 1. Standardsoftware vs. Individualentwicklungen 2. Freihändige Vergaben und Herstellerabhängigkeiten 3. Konzept der digitalen Nachhaltigkeit 4. Einführung Open Source Software 5. Total Cost of Ownership (TCO) und Open Source 6. BBL-Merkblatt «Software-Ausschreibungen» 7. SIK Checkliste «Beschaffung von Open Source» 8. Lessons Learnt bei Open Source Beschaffungen
  • 5. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 5 Individual-Software Individual-Software wird spezifisch für einen bestimmten Anwender und seine Bedürfnisse entwickelt. > Vor- und Nachteile — Vorteil: Entspricht genau den Anforderungen der Anwender. — Nachteil: Entwicklungsaufwand wegen „Massarbeit“ relativ hoch. > Warum Individual-Software? — Keine passende Standard-Software vorhanden — Anpassung der Standard-Software käme teurer als Neuentwicklung von Individual-Software — Prozesse und Strukturen müssen nicht verändert werden — Wettbewerbsvorteil durch individuelle Entwicklung — Abhängigkeit reduzieren (wenn im Besitz vom Urheberrecht)
  • 6. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 6 Standard-Software Standard-Software wird zur Erfüllung funktionaler Anforderungen für einen breiten Kreis von Anwendern entwickelt. > Vor- und Nachteile — Vorteil: Kosten für Erst-Entwicklung und Weiterentwicklung werden auf mehrere Anwender verteilt. — Nachteil: Anforderungen der einzelnen Nutzer werden nicht genau abgedeckt. > Warum Standard-Software? — Ist günstiger falls Anforderungen ausreichend abgedeckt werden — Profitieren von Weiterentwicklungen für andere Anwender — Kann rascher eingeführt werden weil Software bereits besteht — Weniger Risiko und Fehler da bestehende Software getestet werden kann — Möglicherweise mehr Dokumentation und Schulungsunterlagen
  • 7. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 7 Kontinuum von Standard-Software bis Individual-Software Standard-Software Individual-Software z.B. Office Installieren buy Individual Alles neu programmieren make z.B. SAP Konfigurieren, parametrisieren customize Platform Integration von bestehenden Komponenten assemble Framework Verwendung bestehendes Programmier- Framework build
  • 8. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 8 Wann ist eine Software wirklich Standardsoftware? 1. Verbreitung: viele Nutzer verwenden die Software (de facto Standard) 2. Wiederverwendung: Software ist grössenteils bei allen Nutzern gleich 3. Funktionale Abdeckung: Anforderungen von allen Nutzern werden erfüllt 4. Parametrisierung: Individualisierung mittels Konfigurationen 5. Erweiterbarkeit: neue Funktionen (Plug-ins) über spezifizierte Schnittstellen 6. Verbesserungen: Software wird laufend weiterentwickelt 7. Release-Fähigkeit: neues Release kann bei allen Nutzern eingesetzt werden, auch wenn sie Erweiterungen programmiert haben 8. Change Management: neue Releases berücksichtigen Anforderungen von allen Nutzern 9. Kompatibilität: Daten können zwischen Nutzern transferiert werden, es besteht Vorwärts- und Rückwärtskompatibilität 10. Support: mehrere Anbieter im Markt bieten Beratung, Implementierung, Wartung, Erweiterungen, Bug Fixings etc. an
  • 9. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 9 Varianten der Software-Nutzung Quelle: SBB, 2010 – «Prinzip A9: Gesamtwirtschaftliche Open Source Entscheide»
  • 10. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 10 Standardisierung in der Informatik Was kann sonst noch alles in der Informatik standardisiert werden? 1. Datenformate (OOXML, ODF etc.) 2. Kommunikationsprotokolle (HTTP etc.) 3. Schnittstellen (Application Programming Interfaces APIs) 4. Software-Entwicklung (Programmiersprache, Patterns etc.) 5. Betriebssystem (Server, Client, Mobile etc.) 6. Middleware (Oracle Datenbank, IBM Application Server etc.) 7. Endbenutzer Software-Produkte (Microsoft Office etc.) 8. Benutzer-Identität (Identity and Access Management) 9. Benutzerkonzepte (Bedienungsoberfläche, Usability) 10. Begriffe, IT-Architektur, Prinzipien, Geschäftsprozesse (eCH-Standards) 11. Strategien, Vorgaben, Services (Sicherheitrichtlinien etc.)
  • 11. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 11 eCH Standards Quelle: http://www.ech.ch/vechweb/page?p=categoryList&site=/documents/Alle/A%20bis%20Z
  • 12. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 12 Vor- und Nachteile von Produkt-Standardisierung Gründe für Standardisierung: 1. Skaleneffekte (beim Hersteller!) 2. Weniger unterschiedliche Plattformen müssen aktuell gehalten werden 3. Weniger Komplexität dank einheitlicher Technologie- Architektur 4. Einsparungen im Betrieb (Anwendung, Entwicklung, Support, Schulung etc.) Gründe gegen Standardisierung: 1. Hoher Koordinierungsaufwand zwischen Behördenstellen, unterschiedliche Interessen 2. Weniger rasche Anpassungsfähigkeit an technologische Entwicklungen 3. Abhängigkeit von einem Hersteller, Einschränkung des Wettbewerbs, freihändige Vergaben notwendig Zielsetzung sollte sein: Vorteile von Standardisierung nutzen und deren Nachteile reduzieren.
  • 13. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 13 Wann macht Standardisierung Sinn? Standardisierung macht Sinn bei: > Nicht proprietäre Daten, Metadaten, Formaten, Protokollen, Schnittstellen > Vorgaben, Begriffen, Strategien Standardisierung ist kritisch bei: > Programmiersprachen und Betriebssystemen > Software-Produkten Optimale Voraussetzungen: > Offene Standards > Implementierung des offenen Standards als Open Source Software > Mehrere Hersteller, welche den Standard einsetzen
  • 14. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 14 Agenda Standardisierung, Herstellerabhängigkeiten und Open Source Software 1. Standardsoftware vs. Individualentwicklungen 2. Freihändige Vergaben und Herstellerabhängigkeiten 3. Konzept der digitalen Nachhaltigkeit 4. Einführung Open Source Software 5. Total Cost of Ownership (TCO) und Open Source 6. BBL-Merkblatt «Software-Ausschreibungen» 7. SIK Checkliste «Beschaffung von Open Source» 8. Lessons Learnt bei Open Source Beschaffungen
  • 15. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 15 https://www.nzz.ch/fragwuerdige_auftragsvergabe_des_bundes_an_microsoft-1.2502044
  • 16. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 16http://www.derbund.ch/schweiz/standard/freihaendige-itgrossauftraege-des-bundes-sorgen-fuer-unmut/story/29200791
  • 17. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 17
  • 18. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 18
  • 19. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 19 Quelle: http://www.computerworld.ch/news/it-branche/artikel/das-system-freihaender-viel-optimierungspotenzial-70184/
  • 20. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 20 SRF Rundschau zu IT-Beschaffungen Link: http://www.srf.ch/news/schweiz/it-projekte-milliarden-ohne-ausschreibung
  • 21. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 21 IT- und CT-Projekte auf simap.ch Information Technology: > 48000000 Softwarepaket und Informationssysteme > 72000000 IT-Dienste: Beratung, Software-Entwicklung, Internet und Hilfestellung > 51600000 Installation von Computern und Büromaschinen > 30200000 Computeranlagen und Zubehör Communication Technology: (noch nicht ausgewertet) > 32000000: Rundfunk- und Fernsehgeräte, Kommunikations- und Fernmelde-anlagen und Zubehör > 35700000: Militärische elektronische Systeme > 45314000: Installation von Fernmeldeanlagen > 48219700: Kommunikationsserversoftwarepaket > 48500000: Kommunikations- und Multimedia-Softwarepaket > 50330000: Wartung von Fernmeldeeinrichtungen > 51300000: Installation von Kommunikationsgeräten > 64200000: Fernmeldedienste > 71316000: Beratung in der Fernmeldetechnik
  • 22. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 22 Anzahl monatliche Zuschläge total Quelle: Publikationen auf simap.ch Durchschnitt: 455.75 Zuschläge / Monat seit 2015
  • 23. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 23 Anzahl monatliche IT-Zuschläge Durchschnitt: 50.56 IT-Zuschläge pro Monat seit 2015 Quelle: Publikationen auf simap.ch (IT: Filterung nach CPV Codes 48****, 72****, 516***, 302***)
  • 24. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 24 Anzahl monatliche IT-Freihänder Quelle: Publikationen auf simap.ch (IT: Filterung nach CPV Codes 48****, 72****, 516***, 302***) Durchschnitt (seit 2015): 20.19 IT-Freihänder pro Monat
  • 25. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 25 simap.ch Analyse: Freihänder-Anteil bei IT-Projekten und nicht-IT-Projekten Quelle: Matthias Stuermer, Oliver Krancher, Thomas Myrach 2017 "When the exception becomes the norm: Direct awards to IT vendors by the Swiss public sector" 10th International Conference on Theory and Practice of Electronic Governance (ICEGOV 2017) in New Dehli, India 47.2% 14.6%
  • 26. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 26 www.beschaffungsstatistik.ch
  • 27. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 27 Noch nicht erfasst: «Offene» Produkte-Ausschreibungen
  • 28. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 28 http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/it-in-der-oeffentlichen-verwaltung-europas-fatale-abhaengigkeit-von-microsoft/19628246.html
  • 29. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 29 Software- vs. Anbieter-Abhängigkeit Behörde ist abhängig von der Software (Software Lock-In): 1. Technische Abhängigkeiten: Schnittstellen, Datenformate etc. 2. Organisatorische Abhängigkeiten: Gewohnheiten der Mitarbeitenden, Prozesse angepasst auf Software 3. Produktestandard-Abhängigkeit: andere Instanz gibt vor, welches Produkt eingesetzt werden muss Behörde ist abhängig vom Anbieter (Vendor Lock-In): 1. Rechtliche Abhängigkeiten: Urheberrecht, Verträge, Lizenzbedingungen 2. Psychologische Abhängigkeiten: Marken-Produkte, Bekanntheitsgrad, Verbreitung 3. Knowhow-Abhängigkeiten: Mitarbeiter des Anbieters wissen wie was zusammenhängt
  • 30. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 30 Marketing vs. R&D bei Microsoft Sales and marketing FY 2014: 15.8 Mia. $ → 49% der Ausgaben Research and development FY 2014: 11.4 Mia. $ → 35% der Ausgaben Quelle: MICROSOFT CORP. 2014 10-K, http://www.microsoft.com/investor/AnnualReports/default.aspx
  • 31. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 31 Weniger Anbieter-Abhängigkeiten mit Open Source Software Behörde Open Source Software Anbieter Anbieter Anbieter Wechsel möglich abhängig Behörde Proprietäre Software Anbieter abhängig abhängig
  • 32. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 32 Realität: Verhandlungsschwierigkeiten mit IT-Herstellern > Vertragsprobleme mit Adobe wegen Adobe Cloud Produkten und Adobe Experience Manager (AEM) > Schwierige Situation mit Microsoft wegen Enterprise Agreements > Unfriendly Partner Oracle wegen Lizenz-Audits und Volumenpreise > Was macht SAP so? Fazit: > Viele grosse IT-Hersteller bereiten (neben technischen Problemen) auch vertragliche Schwierigkeiten > Behörden haben kaum Verhandlungsstärke weil keine Alternative bekannt/vorhanden sind > Schon nur glaubhafte Prüfung von Open Source Alternativen kann Lizenzpreise senken
  • 33. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 33 Agenda Standardisierung, Herstellerabhängigkeiten und Open Source Software 1. Standardsoftware vs. Individualentwicklungen 2. Freihändige Vergaben und Herstellerabhängigkeiten 3. Konzept der digitalen Nachhaltigkeit 4. Einführung Open Source Software 5. Total Cost of Ownership (TCO) und Open Source 6. BBL-Merkblatt «Software-Ausschreibungen» 7. SIK Checkliste «Beschaffung von Open Source» 8. Lessons Learnt bei Open Source Beschaffungen
  • 34. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 34 Nachhaltigkeit > Ursprüngliche Idee: Nur so viele Bäume fällen wie nachwachsen können. (Hans Carl von Carlowitz, 1713) > Definition im Brundtland Bericht, 1987: „Dauerhafte Entwicklung ist Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können.“
  • 35. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 35 Schützenswerte Ressourcen in der nachhaltigen Entwicklung Umwelt Menschen Volkswirtschaft Wissen
  • 36. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 36 Güterklassen Quelle: N. Gregory Mankiw, Principles of Economics, Dryden 1998. Privates Gut Klubgut Allmendegut Öffentliches Gut Rivalität nicht-rivalisierendrivalisierend ausschliessbar nicht ausschliessbar Ausschliessbarkeit z.B. proprietäre Software digital nachhaltige Güter Digitale WeltPhysische Welt
  • 37. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 37 Wissen, Information, Daten
  • 38. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 38 Digitales Wissen wächst exponentiell (Big Data)
  • 39. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 39 Zielsetzung digitale Nachhaltigkeit Den Nutzen der Digitalisierung für die ganze Gesellschaft maximieren
  • 40. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 40 10 Voraussetzungen für digitale Nachhaltigkeit Ökosystem Digitales Gut 1. Ausgereiftheit 2. Transparente Strukturen 3. Semantische Daten 4. Verteilte Standorte schaffen nutzen Welt 5. Freie Lizenz 6. Geteiltes Wissen 7. Partizipations-Kultur 8. Faire Führungsstrukturen 9. Breit abgestützte Finanzierung 10. Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung Quelle: Stuermer, M., Abu-Tayeh, G. and Myrach, T. (2017). Digital sustainability: basic conditions for sustainable digital artifacts and their ecosystems, Sustainability Science 12: 247-262. doi:10.1007/s11625-016-0412-2
  • 41. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 41 1. Ausgereiftheit > Ausgereiftheit umfasst Verständlichkeit, Vollständigkeit, Korrektheit, Modularität, Integrität, Präzision, Sicherheit etc. von digitalen Gütern > Hohe Qualität von digitalen Gütern schafft direkten Nutzen von deren Anwendern und erleichert künftige Verbesserungen
  • 42. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 42 2. Transparente Strukturen > Technische Offenheit des digitalen Guts: — Detaillierte Spezifikation der Datenstrukturen und Formate — Offen zugänglicher Software-Quellcode — Offen zugängliche Informations-Architektur und Dokumentation > Transparenz ermöglicht Kontrolle und Verbesserungen durch die Öffentlichkeit was zu mehr Vertrauen und weniger Fehler führt
  • 43. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 43 3. Semantische Daten > Semantische Informationen (Meta-Daten, Ontologien) sind maschinenlesbare und/oder für Menschen verständliche Angaben über ein digitales Gut > Mit semantischen Informationen kann Wissen besser absorbiert, weiterverarbeitet, interpretiert und weiterentwickelt werden
  • 44. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 44 4. Verteilte Standorte > Digitale Güter sind bspw. als redundate Server oder Peer-to-Peer mehrfach an physisch unterschiedlichen Orten gespeichert > Abhängigkeit von einem einzigen Standort wird reduziert > Langfristige Verfügbarkeit der digitalen Güter Bild-Quelle: Paul Baran 1964 "On distributed communications networks." Communications Systems, IEEE Transactions
  • 45. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 45 5. Freie Lizenz > Allen ist erlaubt, digitales Gut zu nutzen und zu verändern > Bereits erschaffenes Wissen kann beliebig wiederverwendet werden  «Standing on the shoulders of giants» > Gesellschaft profitiert durch freie Zugänglichkeit des digitalen Wissens und Vermeidung von «Rad neu erfinden» > Offene Frage: mit oder ohne Copyleft?
  • 46. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 46 6. Geteiltes Wissen > Know-How, Kenntnisse und Erfahrungen über digitale Güter sind verteilt auf viele Personen aus unterschiedlichen Organisationen > «Wissens-Abhängigkeit» von wenigen Personen, Firmen und anderen Organisationen wird reduziert > Beiträge von vielen zu digitalen Gütern werden ermöglicht
  • 47. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 47 7. Partizipations-Kultur > Alle kompetenten Leute mit konstruktiven Beiträgen können an Weiterentwicklung des digitalen Guts partizipieren (Community) > Peer-review Prozesse stellen Qualität sicher > Ökosystem um digitales Gut stellt Partizipations-Kultur sicher
  • 48. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 48 8. Faire Führungsstrukturen > Kontrolle über digitales Gut liegt nicht bei einer Person oder Organisation sondern ist dezentral organisiert > Governance-Prozesse (Wahlen etc.) regeln Verantwortlichkeiten > Offene Frage: Je grösser der Beitrag, umso grösser die Kontrolle (Meritokratie)?
  • 49. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 49 9. Breit abgestützte Finanzierung > Finanzierung der technischen Infrastruktur, Personal etc. erfolgt durch verschiedene Akteure > Breit abgestützte Finanzierung schafft Unabhängigkeit von einer einzelnen Organisation und reduziert Interessenskonflikte
  • 50. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 50 10. Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung > Das digitale Gut und dessen Ökosystem leisten Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung > Schaffen und Nutzen von digitalen Gütern verbraucht natürliche und soziale Ressourcen. Sind diese nachhaltig? (bspw. erneuerbare Energiequellen) > Herausforderung: Anwendung von digitalen Gütern kann nachhaltige Entwicklung fördern oder beeinträchtigen
  • 51. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 51 Linux Kernel Top 10 Firmen, die vom 02.09.2013 bis 07.12.2014 zur Linux Kernel Entwicklung beigetragen haben: Quelle: Linux Foundation, February 2015 „Linux Kernel Development How Fast is it Going, Who is Doing It, What Are They Doing and Who is Sponsoring the Work“ http://www.linuxfoundation.org/publications/linux-foundation/who-writes-linux-2015
  • 52. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 52 Wikipedia
  • 53. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 53 OpenStreetMap Quelle: http://tools.geofabrik.de/mc/#18/46.9477/7.4254&num=2&mt0=mapnik&mt1=google-map
  • 54. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 54 Linked Open Data Quelle: http://lod-cloud.net
  • 55. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 55 Bitcoin und Blockchain-Technologien Quelle: Reuters Graphics
  • 56. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 56 Weitere spannende Beispiele
  • 57. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 57 Agenda Standardisierung, Herstellerabhängigkeiten und Open Source Software 1. Standardsoftware vs. Individualentwicklungen 2. Freihändige Vergaben und Herstellerabhängigkeiten 3. Konzept der digitalen Nachhaltigkeit 4. Einführung Open Source Software 5. Total Cost of Ownership (TCO) und Open Source 6. BBL-Merkblatt «Software-Ausschreibungen» 7. SIK Checkliste «Beschaffung von Open Source» 8. Lessons Learnt bei Open Source Beschaffungen
  • 58. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 58 Proprietäre Software > Anbieter entwickelt Software und verkauft Nutzungslizenz an Anwender > Anbieter behält Urheberrecht an der Software > Anwender kann die Software gemäss Lizenzbestimmungen nutzen > Proprietäre Lizenz gibt vor, dass Software nur von bestimmter Anzahl Nutzer verwendet werden kann oder nur für bestimmte Prozessor-Art etc. > Anwender kennt Software-Code nicht und darf Software nicht kopieren oder ändern Proprietäre Software Anbieter Anwender Proprietäre Lizenz
  • 59. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 59 Open Source Software Ein Software-Produkt wird als Open Source Software bezeichnet, wenn es unter einer der rund 70 Lizenzen veröffentlicht ist, welche durch die Open Source Initiative (OSI, www.opensource.org) abgesegnet sind. Alle Open Source Lizenzen geben vor: 1. Software darf beliebig eingesetzt werden 2. Quellcode der Software ist zugänglich 3. Software darf beliebig kopiert und verbreitet werden 4. Software darf verändert und der veränderter Form weitergegeben werden Quelle: http://www.opensource.ch/oss-knowhow/details/kbarticle/open-source-software-im-geschaeftskritischen-einsatz/ Anwender Anbieter Open Source Lizenz Anwender Anwender Open Source Software mit Quellcode
  • 60. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 60 Open Source Beispiel Ubuntu > Linux-basiertes Betriebssystem für Endanwender, Schulen, Behörden, Firmen etc. > Freie Alternative zu Microsoft Windows > Läuft auf Desktops (auch Mac), Tablets, Smartphones, Servers etc. > Alle 6 Monate neue Version: 17.04 aktuelle Version > Software wird als Debian-Packages übers Internet installiert > Wird von vielen Millionen Anwendern genutzt > Download unter www.ubuntu.com
  • 61. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 61
  • 62. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 62 Open Source Beispiel LibreOffice > Office-Suite mit Text, Tabellen, Folienpräsentation, Grafik etc. > Freie Alternative zu Microsoft Office > Läuft auf Windows, Mac und Linux > Auch als Cloud verfügbar: Collabora LibreOffice Online > Unterstützt das offene Dokumentenformat ODF > Wird von vielen Firmen, Verwaltungen, Schulen, Privatpersonen etc. verwendet > Download unter www.libreoffice.org
  • 63. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 63
  • 64. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 64 Open Source Beispiel Zotero > Literatur-Verwaltung und Zitieren > Freie Alternative zu Endnote > Läuft auf Windows, Mac und Linux > Firefox-Plugin für Download von Literatur > Gratis Cloud-Konto bis 300 MB Speicher > Kann in LibreOffice und Microsoft Word integriert werden > Unterstützt viele Export-Formate für Bachelorarbeit, Journals und andere Publikationen > Wird von vielen Studierenden und Forschenden verwendet > Download unter www.zotero.org
  • 65. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 65
  • 66. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 66 www.alternativeto.net
  • 67. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 67 Open Source Studie Schweiz 2015 > Alle 3 Jahre im Auftrag von swissICT und CH Open > Ausgeführt durch Forschungsstelle Digitale Nachhaltigkeit > Finanziert durch ISB, educa.ch, Kanton Bern und OSS Anbieter > Genau 200 CEOs, CTOs, CIOs etc. haben alle Fragen beantwortet > Rund 20 Fachartikel und Praxisbeispiele enthalten Quelle: www.swissict.ch/oss2015/
  • 68. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 68 Einsatzgrad nach Branchen
  • 69. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 69 Einsatzgründe für Open Source Software
  • 70. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 70 Hinderungsgründe beim Einsatz
  • 71. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 71 Eigenschaft von Open Source Software: Hohe Modularität
  • 72. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 72 Eigenschaft von Open Source Software: Niedrige Herstellerabhängigkeit Top 10 Firmen, die vom 02.09.2013 bis 07.12.2014 zur Linux Kernel Entwicklung beigetragen haben: Quelle: Linux Foundation, February 2015 „Linux Kernel Development How Fast is it Going, Who is Doing It, What Are They Doing and Who is Sponsoring the Work“ http://www.linuxfoundation.org/publications/linux-foundation/who-writes-linux-2015
  • 73. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 73 Eigenschaft von Open Source Software: Nachhaltige Software-Entwicklung Quelle: Björn Lundella, Brian Lings, Anna Syberfeldt 2011 “Practitioner perceptions of Open Source software in the embedded systems area” The Journal of Systems and Software 84, p. 1540– 1549 Bild: „Airbus A380“ von Dmitry A. Mottl - Eigenes Werk. Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons „There are many systems still being maintained after 30 years. In some parts of this sector life-cycles are even longer, with 70 years not being uncommon for avionics.“
  • 74. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 74 Eigenschaft von Open Source Software: Niedrigere Entwicklungskosten Link: https://www.genivi.org
  • 75. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 75 Open Source Lizenzen Drei Kategorien von Open Source Lizenzen: 1. Starkes Copyleft: GNU General Public License (GPL), Affero GPL 2. Schwaches Copyleft: GNU Lesser General Public License (LGPL) und Mozilla Public License MPL 3. Permissive Lizenzen (kein Copyleft): Berkley Software Distribution BSD, MIT License, Apache Software License etc.
  • 76. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 76 Copyleft > Wortspiel: Copyright vs. Copyleft > Enthalten in: GNU GPL > Wahrung der Freiheit als grundlegende Idee: Freie Software bleibt für immer Freie Software > Vorgabe: Veränderte Software muss unter gleichen Bedingungen freigegeben werden > Viraler Effekt: alle abgeleiteten Werke werden von Copyleft «infiziert» > Aber nicht alle Open Source Lizenzen haben Copyleft-Eigenschaft
  • 77. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 77 Fortschritt der Open Source Alternativen Zeit Funktionalität Kundenanforderungen z.B. für Büroautomation oder Datenbanken Heute Proprietäres Produkt z.B. Microsoft Office, Oracle Datenbank Vor 10 Jahren Open Source Produkt z.B. LibreOffice oder PostgreSQL Quelle: Diagramm von Clayton M. Christensen „The Innovator's Dilemma“ (1997) angepasst an den Open Source Kontext
  • 78. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 78 Einsatz von Open Source Software > 1) Einsatz ohne professionellen Support — OSS gratis aus dem Internet runterladen und installieren — Vorteile: niedrige Kosten, rasche Umsetzung — Nachteile: kein garantierter Support, keine Haftungsansprüche > 2) Einsatz mit internem Support — Internes Knowhow aufbauen und Ressourcen bestimmen — Vorteile: hohe Flexibilität, keine Anbieterabhängigkeiten — Nachteile: hohe Investitionen, interne Fixkosten für Mitarbeitende > 3) Einsatz durch externen Anbieter — Subscriptions und Wartungs- und Supportverträge mit Externen — Vorteile: Verbindlichkeiten, Absicherung „gegen oben“ — Nachteile: externe Kosten, Abhängigkeiten zu Anbietern Quelle: http://www.opensource.ch/oss-knowhow/details/kbarticle/open-source-software-im-geschaeftskritischen-einsatz/
  • 79. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 79 Geschäftsmodelle mit Open Source 1. Software-Entwicklung als Auftrag oder Werkvertrag 2. Verkauf von Service Level Agreement (SLA) oder Subscriptions für Support, Haftung, Gewährleistung, Hardware-Kompatibilität etc. (Red Hat, SUSE etc.) 3. Ergänzung zu Software- und Hardware Produkten (IBM etc.) 4. Nutzung im Rahmen von Software as a Service (Cloud) 5. Multiple Licensing: Verkauf von Rechten über die OSS Lizenz hinaus (z.B. Verzicht auf Copyleft) 6. Verkauf von Werbung (Google, Facebook, Twitter etc.)
  • 80. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 80Quelle: http://www.zdnet.com/article/red-hat-becomes-first-2b-open-source-company/
  • 81. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 81 Informationsplattform zu Open Source
  • 82. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 82 Verzeichnis von Open Source Anbietern www.ossdirectory.ch
  • 83. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 83 OSS-Strategie der Bundesverwaltung > Publikation: 15.03.2005 durch ISB > Geplante Massnahmen gemäss Aktionsplan: — Standardisierung von Open Source Produkten — OSS-Referenzlösungen für E-Government Projekte — Erfahrungsaustausch und Kommunikation innerhalb der Bundesverwaltung (inkl. jährliche Konferenz) — Überwachung der Umsetzung der OSS-Strategie — Web-Plattform innerhalb der Bundesverwaltung zum Informations- und Erfahrungsaustausch — OSS-Ausbildungsangebote und –Zertifizierungen — TCO-Modell zur Analyse der Kosten von OSS vs. proprietäre Software — OSS-Referenz-Client der Bundesverwaltung > Erneuerung der OSS-Strategie bis Ende 2018 Quelle: http://www.isb.admin.ch/themen/strategien/00745/00750/
  • 84. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 84 Ausländische Beschaffungsleitfäden zu Open Source Software Quellen: https://www.gov.uk/government/uploads/system/uploads/attachment_data/file/78962/ICT-Advice-Note-Procurement-of-Open-Source.pdf http://www.finance.gov.au/files/2012/04/AGuidetoOpenSourceSoftware.pdf https://joinup.ec.europa.eu/sites/default/files/24/ac/83/OSS-procurement-guideline%20-final.pdf
  • 85. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 85 Open Source by default in UK > “Where appropriate, government will procure open source solutions. When used in conjunction with compulsory open standards, open source presents significant opportunities for the design and delivery of interoperable solutions.” > “Ensure a level-playing field for open source software. Demonstrate an active and fair consideration of using open source software – taking account of the total lifetime cost of ownership of the solution, including exit and transition costs.” Quelle: https://www.gov.uk/service-manual/making-software/open-source.html
  • 86. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 86 Rahmenverträge mit Open Source Anbietern in Schweden > Verwaltung hat einen kompetenten Ansprechspartner für Vielzahl von Open Source Produkten > Verwaltung erhält Beschaffungssicherheit und Anleitung für Vorgehen > Rahmenvertrag deckt Urheberrecht, Haftung, Gewährleistung etc. ab > Beschaffungen von Open Source durch Mini-Tenders werden für Verwaltung einfach Quelle: http://www.digitale-nachhaltigkeit.ch/2013/04/oss-rahmenvertraege/
  • 87. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 87 Weitere Informationsquellen zu Open Source Software > Schweizer Open Source Plattform: www.opensource.ch > Verzeichnis von Firmen, Referenzen, Produkten und Kunden: www.ossdirectory.ch > Verein zur Förderung von Open Source in der Schweiz: www.ch-open.ch > Informationen über Open Source Projekte: http://www.openhub.net > Open Source Alternativen: www.alternativeto.net > Auswahl von OSS Programmen für Windows (in deutsch): www.opensource-dvd.de
  • 88. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 88 Agenda Standardisierung, Herstellerabhängigkeiten und Open Source Software 1. Standardsoftware vs. Individualentwicklungen 2. Freihändige Vergaben und Herstellerabhängigkeiten 3. Konzept der digitalen Nachhaltigkeit 4. Einführung Open Source Software 5. Total Cost of Ownership (TCO) und Open Source 6. BBL-Merkblatt «Software-Ausschreibungen» 7. SIK Checkliste «Beschaffung von Open Source» 8. Lessons Learnt bei Open Source Beschaffungen
  • 89. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 89 Einkaufspreis ist nur die Spitze des Eisbergs Quelle: http://www.business.govt.nz/procurement/pdf-library/agencies/guides-and-tools/guide-total-cost-ownership.pdf
  • 90. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 90 Kostenbestandteile über die Lebensdauer Quelle: http://www.business.govt.nz/procurement/pdf-library/agencies/guides-and-tools/guide-total-cost-ownership.pdf
  • 91. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 91 Beispiel einer TCO-Berechnung Quelle: http://www.business.govt.nz/procurement/pdf-library/agencies/guides-and-tools/guide-total-cost-ownership.pdf
  • 92. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 92 TCO bei Open Source Migrationen Quelle: http://www.itmagazine.ch/Artikel/55166/Mehr_Geld__im_Portemonnaie__und_weniger__Sorgen_im_Gepaeck.html
  • 93. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 93 Stadtrats-Entscheid, 11. November 2015 Quelle: http://www.derbund.ch/bern/stadt/stadt-bern-will-bei-it-weg-von-microsoftabhaengigkeit/story/26966635a
  • 94. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 94 Kantonsinformatik, 7. November 2016 Quelle: http://www.derbund.ch/bern/kanton/kein-photoshop-mehr-fuer-den-kanton-bern/story/15491926
  • 95. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 95 Oracle-Ablösung durch MariaDB bei der Post Quelle: http://www.ossdirectory.com/oss-knowhow/details/kbarticle/mariadb-migration-der-kassenapllikation-v-max/
  • 96. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 96 Italienisches Militär spart 26-29 Mio. EUR mit LibreOffice Migration Quelle: https://joinup.ec.europa.eu/community/osor/news/italian-military-save-26-29-million-euro-migrating-libreoffice
  • 97. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 97 Gemeinsam Open Source Software weiterentwickeln Varianten: 1. Erweiterung einer bestehenden Open Source Lösung 2. Gemeinsame Entwicklung einer neuen Open Source Lösung Vorteile: > Kosten der Weiterentwicklung können aufgeteilt werden > Alle haben uneingeschränktes Nutzungsrecht der Software > Weiterentwicklung kann auf verschiedene Firmen verteilt werden Herausforderungen: > Grosser Koordinationsaufwand > Möglicherweise wenig Anbieter
  • 98. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 98 Einzelne Features erweitern auf www.bountysource.com
  • 99. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 99 Beispiel Weiterentwicklung LibreOffice > Ziel war bessere Interoperabilität von LibreOffice mit Microsoft Word > Städte München, Freiburg i.B., Leipzig, Jena, Bundesgericht, ISB und Kt. Waadt finanzierten total EUR 160’000 > Dazu 5 Use Cases ausgewählt und Spezifikation verfasst, publiziert auf Website und in entsprechenden News- Kanälen > 2 Angebote eingegangen (Lanedo und SUSE), Use Cases auf beide Firmen verteilt, im Sommer 2013 abgeschlossen Quelle: Open Source Business Alliance Working Group Office Interoperability http://www.osb-alliance.de/working-groups/wg-office-interoperability
  • 100. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 100 Institutionalisiertes Crowdfunding Phase 1: Initialisierung a) Interesse und Wille von professionellen Open Source Nutzern wecken b) Anforderungen zusammentragen und mit Entwicklern diskutieren c) Resultat: Spezifikation zur gemeinsamen Weiterentwicklung verfassen Phase 2: Finanzierung a) Spezifikation publizieren als RfP, Firmen für Offerten einladen b) Evaluieren der Angebote und Auswahl treffen c) Resultat: Finanzierung des notwendigen Betrags gemeinsam aufteilen Phase 3: Umsetzung a) Projektmanagement festlegen, Verträge unterzeichnen, loslegen b) Tests bei den Nutzern durchführen, Entwicklung abschliessen c) Resultat: Neuen Source Code publizieren, in OSS Projekt integrieren
  • 101. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 101 CAMAC > Open Source Baugesuchsverwaltung von 8 Schweizer Kantonen > www.camac.ch
  • 102. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 102 Agenda Standardisierung, Herstellerabhängigkeiten und Open Source Software 1. Standardsoftware vs. Individualentwicklungen 2. Freihändige Vergaben und Herstellerabhängigkeiten 3. Konzept der digitalen Nachhaltigkeit 4. Einführung Open Source Software 5. Total Cost of Ownership (TCO) und Open Source 6. BBL-Merkblatt «Software-Ausschreibungen» 7. SIK Checkliste «Beschaffung von Open Source» 8. Lessons Learnt bei Open Source Beschaffungen
  • 103. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 103 BBL Merkblatt Software-Ausschreibungen Software-Ausschreibungen: Sicherstellung eines breiten Wettbewerbs
  • 104. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 104 BBL Merkblatt Software-Ausschreibungen Grundsätzliche Vorgaben gemäss BBL Merkblatt: 1. Anbieter von Open-Source und Closed-Source bzw. proprietärer Software sowie von Mischformen sollen gleiche Chancen haben, einen öffentlichen Auftrag zu erhalten 2. Vergabestelle darf Technologien, Produkte und Hersteller nur dann vorgeben bzw. ausschliessen, wenn zwingende sachliche Gründe vorliegen und schriftlich festgehalten sind 3. Vorgegebenen Schnittstellen und Dateiformate basieren soweit möglich sowie technisch und wirtschaftlich sinnvoll auf offenen, frei zugänglichen Spezifikationen und Standards
  • 105. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 105 BBL Merkblatt Software-Ausschreibungen Aussagen zu proprietärer Software: > Bei proprietärer Software besitzt Hersteller alle Schutzrechte und gewährt Nutzungsrecht an seiner Software gegen Lizenzgebühr > Proprietäre Software darf von Nutzern grundsätzlich nicht verändert oder weitergegeben werden > Verbesserung und Funktionstüchtigkeit der Software stellt allein der Hersteller mittels periodischer Upgrades und Major-Releases sicher > Hersteller arbeitet oft mit exklusiven Partnern für Lizenzeverkauf und/oder die Wartung zusammen
  • 106. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 106 Agenda Standardisierung, Herstellerabhängigkeiten und Open Source Software 1. Standardsoftware vs. Individualentwicklungen 2. Freihändige Vergaben und Herstellerabhängigkeiten 3. Konzept der digitalen Nachhaltigkeit 4. Einführung Open Source Software 5. Total Cost of Ownership (TCO) und Open Source 6. BBL-Merkblatt «Software-Ausschreibungen» 7. SIK Checkliste «Beschaffung von Open Source» 8. Lessons Learnt bei Open Source Beschaffungen
  • 107. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 107 SIK Checkliste «Beschaffung von Open Source» > Ziel ist die bessere Berücksichtigung von Open Source Software bei der Beschaffung von IT > Erabeitet durch die Arbeitgruppe Open Source Software der Schweizerischen Informatikkonferenz (SIK) > Aktueller Stand: 18. August 2015, Version 1.0 > Mit Rückmeldungen von Behördenstellen, Beschaffungsjuristen und Open Source Experten http://www.digitale-nachhaltigkeit.unibe.ch/e273593/e303697/e374606/e374617/SIKChecklisteOpenSourceSoftware26.05.2015_ger.pdf
  • 108. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 108 1. Voranalyse/Konzeption > Ist genügend Verständnis über das Open Source Entwicklungsmodell vorhanden? — Unterschiedliche Open Source Lizenzen — Geschäftsmodelle von Open Source Anbietern — Leistungen von Service Level Agreements etc. > Sind bestehende Open Source Lösungen geprüft worden? — OSS kann ohne Ausschreibung genutzt werden (interne Realisierung) — OSS Directory: www.ossdirectory.com — AlternativeTo: www.alternativeto.net > Welcher Funktionsumfang wird tatsächlich benötigt? — Tendenz zur Beschaffung von zu hohem Leistungsumfang — Open Source Alternativen sind meistens Ausreichend
  • 109. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 109 2. Kriterien die verhindern, dass Open Source ausgeschlossen wird > Sind die Beschaffungsunterlagen funktional verfasst ohne Vorgabe von proprietären Produkten? — Vorgaben von proprietären Produkten (Microsoft Sharepoint, SAP etc.) schliessen OSS Anbieter aus — Folge davon sind verstärkte Abhängigkeiten, Förderung von Monopolstellungen, Einschränkung von Wettbewerb und Innovation eingeschränkt, langfristig Zunahme der Informatikkosten — Vorgabe von OSS Lösungen kann sinnvoll sein, denn sie kann von allen kompetenten Dienstleistern angeboten werden > Besteht ein Hinweis, dass auch Open Source Software angeboten werden kann? — AGBs von Bund und SIK lassen Beschaffung von OSS zu — Hinweis sinnvoll, dass Lösungen basierend auf OSS zugelassen sind
  • 110. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 110 2. Kriterien die verhindern, dass Open Source ausgeschlossen wird > Sind Subunternehmer und Bietergemeinschaften zugelassen? — Viele der guten OSS Entwickler sind selbständig oder in kleinen Firmen — Ausschreibungen sollten Subunternehmer oder Konsortium zulassen > Sind Firmengrösse und Referenzen nicht zu hoch vorgegeben? — OSS Anbieter sind tendenziell kleiner als proprietäre Hersteller — OSS Lösungen sind (wegen Abhängigkeiten) meist weniger verbreitet — Um OSS Anbieter nicht indirekt auszuschliessen sollten bei Eignungskriterien nicht unnötig hohe Anforderungen an Firmengrösse, Mitarbeiterzahl, Referenzen, installierte Versionen etc. gestellt werden — Auch bei Grossunternehmen sind nur wenige Mitarbeitende fürs Projekt zuständig — Bei Grossunternehmen ist Mitarbeiterfluktuation meist höher und Identifikation oft niedriger als bei kleinen Firmen
  • 111. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 111 3. Kriterien, welche die Eigenschaften von Open Source berücksichtigen > Wird die Lieferung der Software unter einer Open Source Lizenz in der technischen Spezifikation vorgegeben bzw. wird Open Source als Zuschlagskriterium bemessen? — OSS darf uneingeschränkt und kostenlos verwendet und kopiert werden — OSS erlaubt vollständigen Zugang zum Quellcode und das Recht diesen zu verändern  Möglichkeit selber oder im Auftrag an Dritte Software zu auditieren, korrigieren, anzupassen und weiterzuentwickeln — Vorgabe als TS oder Bewertung als ZK ist sinnvoll und erlaubt — Z.B. OSS als ZK bei GEVER-Ausschreibung Kt. Bern:
  • 112. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 112 3. Kriterien, welche die Eigenschaften von Open Source berücksichtigen > Werden „Open Source Kompetenzen“ des Anbieter als Eignungskriterium vorgegeben? — Wenn OSS beschafft werden soll machen Open Source Kompetenzen des Anbieters als Eignungskriterium Sinn > Besteht Zugang zum vollständigen Quellcode der offerierten Software-Lösung? — Zugang zum Quellcode aus Sicherheits- und Datenschutzsicht wichtig um selber oder durch Dritte Sicherheitslücken oder Backdoors zu finden — Zugang zum Quellcode um Code-Qualität oder Dokumentation zu prüfen — Bei OSS ist vollständiger Zugang zum Quellcode immer gewährleistet, bei proprietärer Software normalerweise nicht oder nicht vollständig
  • 113. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 113 3. Kriterien, welche die Eigenschaften von Open Source berücksichtigen > Werden die Kosten der IT-Lösung über ihren gesamten Lebenszyklus bemessen? (TCO) — OSS in der Einführung oft teurer als Upgrade bisheriger proprietärer Software wegen technischer und personeller Veränderungen (Migration, Anpassungen, Umschulungen etc.) — Jedoch Betriebs- und Wartungskosten wesentlich höher als Beschaffungs- und Einführungskosten (Betrieb ca. 3x länger als Projekt) — Ausschreibung sollte gesamte Lebensdauer der IT-Lösung berücksichtigen > Wird Risiko des Konkurses bei proprietären Lösungen bemessen? — Geht Hersteller von proprietärer Software in Konkurs, fallen Rechte am Quellcode in die Konkursmasse — Bei Open Source Software kann ein anderer Dienstleister mit Weiterentwicklung des Systems beauftragt werden
  • 114. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 114 3. Kriterien, welche die Eigenschaften von Open Source berücksichtigen > Werden auch Referenzinstallationen von Open Source Lösungen berücksichtigt, die nicht vom Anbieter selber realisiert wurden? — Verbreitungsgrad einer OSS Lösung an allen produktiv laufenden Installationen bemessen macht Sinn (auch interne Realisierung möglich) > Wird Aktivität einer Open Source Community berücksichtigt? — Möglichst aktive und heterogene Community wichtig für Nachhaltigkeit — Aktivität von OSS Projekten auf Open HUB www.openhub.net gezeigt > Wird Verfügbarkeit von Dienstleistern einer OSS Lösung geprüft? — Für langfristige Weiterentwicklung und möglichen Anbieterwechsel ist breite Dienstleister-Community wichtig — Als ZK Anzahl kommerzielle Anbieter für OSS Lösung berücksichtigen
  • 115. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 115 Agenda Standardisierung, Herstellerabhängigkeiten und Open Source Software 1. Standardsoftware vs. Individualentwicklungen 2. Freihändige Vergaben und Herstellerabhängigkeiten 3. Konzept der digitalen Nachhaltigkeit 4. Einführung Open Source Software 5. Total Cost of Ownership (TCO) und Open Source 6. BBL-Merkblatt «Software-Ausschreibungen» 7. SIK Checkliste «Beschaffung von Open Source» 8. Lessons Learnt bei Open Source Beschaffungen
  • 116. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 116 Fehlerhafte Bezeichnung Fehlerhafte Berücksichtigung von Open Source Software: > Die Open Source Initiative zertifiziert keine Software, sondern bloss die Open Source Lizenzen Quelle: Ausschreibung «IT@KOS Beschaffung Schulverwaltungs-Lösung», 24.01.2017
  • 117. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 117 Open Source Software als ZK: Schulverwaltungslösung Kt. Bern Investitionsschutz: Unabhängigkeit vom Entwickler (Gewichtung: 2%) Die Maximalpunktzahl erhält, wer aufzeigt, dass der Kunde auch bei einem Konkurs des Lieferanten, einer Einstellung des Produkts und in ähnlichen Situationen das Produkt weiter warten und einsetzen kann, insbesondere infolge einem oder mehrerer der folgenden Faktoren: > das Produkt ist ganz oder teilweise Open Source Software (OSS), > der Kunde erhält den aktuellen Source Code und ein Nutzungs- und Veränderungsrecht an der Software im Umfang einer OSS-Lizenz, > am Markt gibt es auch ausserhalb des Lieferanten Entwickler mit guten Kenntnissen des Produktes. Quelle: Ausschreibung «IT@KOS Beschaffung Schulverwaltungs-Lösung», 24.01.2017
  • 118. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 118 Open Source Software als EK: Submiss-Beschaffung der Stadt Bern Analyse der Kriterien (B6_Kriterienkatalog) > Auszug aus der Ausschreibung: Eignungskriterium 3  Der Anbieter erklärt sich bereit, dass der Source Code unter einer OS-Lizenz veröffentlicht wird. Nachweis: Deklaration der Einwilligung, den Source Code unter einer Open Source Lizenz zu entwickeln oder bereitzustellen. > Problem: European Dynamics wird das unbekannte Open Source Framework "Qlack Fuse" verwenden. > Wichtige Fragen bei Open Source Beschaffungen: 1. Welche Zuschlagskriterien wären bezüglich Open Source sinnvoll um die Abhängigkeit vom Hersteller zu reduzieren? 2. Wie lassen sich diese Zuschlagskriterien bemessen? (Nachweis)
  • 119. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 119 ZKs für fundierte Bewertung von OSS-Beschaffungen 1. Werden bestehende Open Source Komponenten verwendet?  Nachweis: Etabliertes Open Source Framework wird verwendet (versus eigenes Framework entwickeln) 2. Hat der Anbieter bereits Software-Projekte basierend auf diesem Open Source Framework realisiert? Nachweis: eigene Projekt-Referenzen mit dem Open Source Framework 3. Wird das Open Source Framework auch von anderen Firmen verwendet? [relevant für Reduktion der Anbieterabhängigkeit]  Nachweis: Anzahl Firmen, die das Open Source Framework mit Wartung und Support unterstützen (siehe bspw. OSS Directory) 4. Wie aktiv wird das Open Source Framework weiterentwickelt?  Nachweis: OpenHub Statistiken der Entwicklungs-Aktivität («12 Month Statistics»: «Contributors» & «Commits») 5. Wird das Open Source Framework von unterschiedlichen Firmen weiterentwickelt? [Ziel ist eine möglichst heterogene Open Source Community]  Nachweis: Entwickler («Contributors») arbeiten bei verschiedenen Firmen 6. Werden standardisierte Schnittstellen und offene Dateiformate verwendet?  Nachweis: Spezifikationen von allen Schnittstellen sind öffentlich zugänglich 7. Ist das Framework gut dokumentiert?  Nachweis: Umfang und Qualität der Dokumentation wird bewertet (API-Dokumentation, Tutorials, Handbuch, veröffentlichte Bücher etc.) 8. Ist die Open Source Lösung auch auf Linux lauffähig? [versus Microsoft Windows Server]  Nachweis: Angabe ob Software auch auf Linux-Servern betrieben werden kann
  • 120. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 120 Vergleich der Entwicklungs-Aktivität von verschiedenen Open Source Framworks Link: https://www.openhub.net/p/_compare?project_0=Qlack2-Fuse&project_1=Symfony&project_2=Ruby+on+Rails
  • 121. CAS ICT-Beschaffungen 2017 Block 2.1: Von der ICT-Strategie zum ICT-Projekt 121 Abschluss