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Innovationsreport 
Wie Kommunikationstechnologien 
Leben verbessern 
Schwerpunkt 
Landwirtschaft 
LänderFokus 
Indien 
Ghana 
Tansania
1 
Impressum 
betterplace lab 
gut.org gemeinnützige Aktiengesellschaft 
Schlesische Str. 26 
10997 Berlin 
Redaktionsschluss: 15. September 2014 
Über das betterplace lab 
Das betterplace lab ist ein Think-and-do-Tank in Berlin. Als 
Forschungsabteilung von Deutschlands größter Spendenplattform 
betterplace.org erforscht das betterplace lab vor allem digitale 
Anwendungen für den sozialen Sektor. 
Mehr unter: www.betterplace-lab.org 
Haben Sie Fragen? lab@betterplace.org 
Über die Bill & Melinda Gates Foundation 
Geleitet von der Überzeugung, dass jedes Leben den gleichen Wert 
besitzt, setzt sich die Bill & Melinda Gates Foundation dafür ein, allen 
Menschen dabei zu helfen, ein gesundes und produktives Leben zu 
führen. In den Entwicklungsländern konzentriert sich die Stiftung auf 
die Verbesserung der Gesundheit der Menschen und darauf, ihnen eine 
Chance zu geben, sich aus Hunger und extremer Armut zu befreien. In 
den Vereinigten Staaten versucht die Stiftung sicherzustellen, dass alle 
Menschen – insbesondere diejenigen mit den geringsten Mitteln – 
Zugang zu den Möglichkeiten und Chancen erhalten, die sie brauchen, 
um in der Schule und im Leben erfolgreich zu sein. 
Mehr unter: www.gatesfoundation.org/de 
Bildnachweis: „_DSC7192“, A Kenyan farmer uses a mobile phone in the 
field. Neil Palmer (CIAT), https://www.flickr.com/photos/ciat/5154975822
Was ist mAgri? 
Die UN bezeichneten im Jahr 2008 die sogenannte „e-agriculture“ 
(„e“ steht dabei für „electronic“) als ein aufkommendes Feld, 
das „spektakulären Fortschritt macht“ und höchste Priorität 
genießen muss.1 Gemeint ist das Potenzial digitaler Technologien, 
landwirtschaftliche Prozesse durch Informationsflüsse und 
Kommunikationsprozesse zu verbessern. „M-agriculture“ – oft 
einfach „mAgri“ abgekürzt – bezieht sich speziell auf mobile 
Technologien. 
Was sind IKT? 
IKT steht für Informations- und Kommunikationstechnologien und 
umfasst prinzipiell alle Medien vom Internet bis zu Radio- und 
Fernsehsendern. In der heutigen Verwendung bezieht sich IKT in 
erster Linie auf den digitalen Bereich. Dazu gehören Computer, 
Handys, Smartphones oder Tablets etc. Die Grenzen zwischen den 
einzelnen Technologien werden dabei immer fließender, und der 
Interaktionsraum für Nutzer wächst. IKT sind eines der zentralen 
Instrumente für die langfristige Verbesserung der Entwicklungs-zusammenarbeit 
und nachhaltige Entwicklung in Ländern mit 
geringem Einkommen. Durch die bessere Vernetzung werden 
Informationen für bisher marginalisierte Bevölkerungsgruppen zu-gänglicher. 
Noch überwiegt die Mobilfunknutzung mit klassischen 
Telefonieanwendungen. Doch IKT können strukturelle Probleme 
aus dem politischen und wirtschaftlichen Bereich nicht allein lö-sen: 
Um die „Digitale Kluft“ sowohl zwischen Entwicklungsländern 
und der westlichen Welt aber auch innerhalb der Länder selbst 
(Stadt und Land, Bildung und Analphabetismus) zu überwinden, 
bedarf es übergeordneter Veränderungen. 
Mehr zu IKT in Indien, Ghana und Tansania in den Länderprofilen 
ab Seite 20. 
www.betterplace-lab.org/Innovationsreport
3 
Inhalt 
Impressum 1 
Einleitung: Warum es sich lohnt, in 
Landwirtschaft zu investieren 4 
Über diesen Report: mAgri in der Anwendung 6 
Anbauwissen: Mit Wissen Bauern empowern 8 
Digital Green 
Farmerline 
Marktwissen: Wie IKT Bauern zu besseren Preisen verhelfen 11 
Habari Mazao 
Reuters Market Light 
Esoko 
Mikrofinanzierung: Warum Bauern auch Banker sind 14 
First Access 
Ekgaon 
Coffee Transparency 
Kilimo Salama 
Ausblick: Mehr Lebensmittel und bessere 
Lebenschancen durch das Handy? 18 
Anhang 
Länderprofil Indien 20 
Länderprofil Ghana 22 
Länderprofil Tansania 24 
Quellenverzeichnis 26 
Endnoten 27
Einleitung 
Warum es sich lohnt, 
in Landwirtschaft zu 
investieren 
Weltweit leiden 842 Millionen Menschen an Hunger. Aufgrund der 
wachsenden Bevölkerungszahlen verschärft sich das Problem der Nah-rungsmittelknappheit. 
Bis 2050 müsste daher die Lebensmittelproduktion 
um 70 Prozent steigen bzw. Nahrungsmittel müssten gerechter verteilt 
werden, um die Weltbevölkerung ernähren zu können. Denn eine gerechte 
Welt braucht erschwingliche Lebensmittel. 2 Das „Food Price Watch“-Pro-gramm 
der Weltbank verweist auf die Folgen steigender Lebensmittelprei-se, 
durch die in den letzten Jahren mehr als 40 Millionen Menschen in die 
Armut gedrängt wurden und sich das Risiko gewalttätiger Konflikte erhöht 
hat.3 
Die Landwirtschaft muss also besonders in den Entwicklungsländern 
effizienter und produktiver werden. Diese Herausforderung stellt gleichzei-tig 
auch eine große Chance dar, denn Landwirtschaft ist extrem wichtig für 
den Wohlstand und die Entwicklung in ärmeren Ländern – sprich Ländern 
mit einem durchschnittlichen Jahreseinkommen von 400 bis 1.800 US-Dol-lar 
pro Person. 
Rund drei Viertel der Bevölkerung in Subsahara-Afrika sind in der 
Landwirtschaft tätig und landwirtschaftliche Erträge machen dort durch-schnittlich 
ein Drittel des Bruttoinlandsprodukts aus.4 Es ist also von 
zentraler Bedeutung, dass Kleinbauern ertragreicher wirtschaften, da sie 
dadurch gestärkt werden und zu mehr Einkommen und somit auch zu 
einem besseren Leben kommen. Informations- und Kommunikationstech-nologien 
– siehe Erklärung auf Seite 2 – können dabei helfen. 
In den ländlichen Gebieten Indiens beispielsweise stieg der Anteil der 
Menschen, die ein Handy besitzen („Teledensity“), von einem Prozent im 
Jahr 2000 auf 40 Prozent im Jahr 2012. 5 Selbst in sehr unzugänglichen Regi-onen 
der ärmeren Länder haben immer mehr Menschen Zugang zu dieser 
Technologie und stehen so zum ersten Mal in Verbindung mit der ganzen 
Welt. Die Weltbank beschreibt 2012 in dem Report „Maximizing Mobile“ 
mobile digitale Technologien als „unverzichtbar” für die Weiterentwicklung 
ärmerer Länder und analysiert deren Potenzial: „Die möglichen Vorteile 
mobiler Geräte, um diverse Stakeholder entlang der landwirtschaftlichen 
Wertschöpfungskette miteinander zu verbinden, sprechen für sich.“6 
Kleinbauern haben mit mobiler Digitaltechnologie Zugriff auf für sie 
relevante Informationen – seien es Wettervorhersagen, neue Tipps für eine 
bessere Ernte oder zu welchem Preis sie ihre Jamswurzel-Ernte auf dem 
www.betterplace-lab.org/Innovationsreport
5 
Markt in der weit entfernten Stadt verkaufen können. Doch die Geräte und 
Apps, die Kleinbauern dabei helfen, ihre Aktivitäten besser zu managen, 
können noch mehr: Sie verschaffen ihnen einen besseren Zugang zu Kredi-ten, 
die ihnen ermöglichen, z. B. in neue Maschinen oder besseres Saatgut 
zu investieren. Das steigert die Produktivität und schafft damit Wohlstand. 
So zeigt dieser Innovationsreport vor allem anhand von Beispielen, wie 
mit neuen Informations- und Kommunikationstechnologien – im Folgen-den 
mAgri genannt – das Leben von Kleinbauern weltweit verbessert wird.
diesen Report 
mAgri in der Anwendung 
Das betterplace lab hat auf seiner Forschungsreise „lab around the 
world“ 2014 zahlreiche Anwendungsbeispiele für mAgri aufgespürt 
und ihre Erfinder, Anwender und Förderer interviewt. Für diesen Report 
wurden exemplarische Landwirtschafts-Anwendungen aus den drei 
Schwerpunktländern ausgewählt und deren Chancen und Risiken ermit-telt. 
Der Report gibt einen breiten Überblick über die Möglichkeiten von 
mAgri, denn Indien, Ghana und Tansania stehen vor unterschiedlichen 
Herausforderungen, und die Innovationen wirken in entsprechend unter-schiedlichem 
Kontext. 
In Indien leben 68 Prozent der Bevölkerung auf dem Land, und beinahe 
die Hälfte aller Menschen arbeitet in der Landwirtschaft. 7, 8 Dank vieler 
Initiativen konnte die Lebensmittelherstellung in den letzten sieben 
Jahren schon um 30 Prozent gesteigert werden.9 In dem extrem großen 
Land mit über einer Milliarde Einwohnern und fast 900 Millionen Handys 
stehen mAgri-Anwendungen vor allem vor der Herausforderung, dass sie 
für sehr viele Menschen, regionale Sprachen und Wetterlagen anwendbar 
sein müssen. 
Ghana dagegen hat in den letzten Jahren enorme Fortschritte in der 
Landwirtschaft gemacht – die Lebensmittelproduktion versorgt etwa 60 
Prozent der Bevölkerung, und auf 100 Einwohner kommen jetzt schon 
etwa 108 Handy-Verträge – beinahe so viele wie in Deutschland.10, 11 Doch 
wegen fehlender Agrar-Technologien schöpfen viele ghanaische Bauern 
das Potenzial ihrer Böden und Tiere noch nicht aus, weshalb der Anteil 
der Landwirtschaft am Bruttoinlandsprodukt auch in den letzten Jahren 
zurückgegangen ist.12 
Tansania: Selbst im Vergleich zu anderen Entwicklungsländern vollzieht 
sich das Bevölkerungswachstum sehr schnell: Innerhalb der vergangenen 
50 Jahre hat sich die Einwohnerzahl auf 50 Millionen vervierfacht.13 Nach 
einem kurzen Einbruch in den 1990er-Jahren passte sich die Landwirt-schaft 
diesen Herausforderungen an. Die Regierung initiierte ein umfas-sendes 
Ernährungsprogramm, das viele Anreize für Investitionen in die 
Landwirtschaft geschaffen hat.14 Die Ernteerträge sind vielversprechend, 
die Lebensmittelproduktion ist insgesamt zwischen 2006 und 2013 um 
knapp 40 Prozent gestiegen.15 Jedoch kommen auf 100 Einwohner bislang 
erst 55 Handy-Verträge16 – also nur gut halb so viele wie in Ghana. Ob-Über
7 
wohl viele Kleinbauern und Familien sich Telefone teilen und gemeinsam 
nutzen, bleibt noch viel Potenzial für mAgri-Anwendungen ungenutzt. 
Wer sind Kleinbauern? 
Zwar existiert keine allgemein gültige Definition von Kleinbauern 
(Engl.: “smallholder farmer”), und die Kriterien unterschiedlicher 
Organisationen und Publikationen variieren. Fest steht, dass ein 
Kleinbauer nur wenig Land (zwei bis fünf Hektar, meist weniger als 
zwei Hektar) und wenig Vieh besitzt und sein finanzielles Einkom-men 
entsprechend gering ist.17 Viele dieser Bauern sind zudem 
Subsistenzbauern, also Landwirte, die in erster Linie zur Selbstver-sorgung 
anbauen und Überschüsse nur auf lokalen Märkten ver-kaufen. 
Sie sind bei ausfallenden oder schlechten Ernten beson-ders 
von Hunger bedroht. Weltweit gibt es mehr als 500 Millionen 
Kleinbauern, und lange Zeit gehörten sie nicht zur Zielgruppe der 
Hersteller digitaler Geräte.18 Inzwischen hat sich diese Situation 
aufgrund sinkender Preise geändert, und sehr viele Kleinbauern 
besitzen ein Handy.19 
Im Folgenden gliedern wir die Fallbeispiele der drei besuchten Länder 
nach den in diesen Staaten dominierenden Anwendungsmöglichkeiten 
von mAgri: 
Anbauwissen Marktwissen Mikrofinanzierung
Anbauwissen 
Mit Wissen Bauern 
empowern 
Für eine gute Ernte müssen Bauern die richtigen Anbautechniken 
und Methoden für Viehzucht oder Ernte kennen: In Indien beispiels-weise 
haben aber 60 Prozent der mehr als 270 Millionen Bauern keinen 
Zugang zu diesem Wissen 20 – und verzeichnen entsprechend schlechte 
Ernten oder verschwenden wertvolle natürliche Ressourcen. Weltweit 
werden deshalb sogenannte Agricultural-Extension-Programme – also 
Weiterbildungsprogramme für Kleinbauern – durchgeführt, bei denen 
beispielsweise landwirtschaftliche Berater in die Dörfer kommen und die 
besten Anbaumethoden vermitteln. Bei einem solchen Projekt, das 2009 
Bauern in Ghana mit relevanten Informationen versorgte, stiegen die 
Ernten im Durchschnitt um 92 Prozent.21 Laut Weltbank arbeiten etwa 
eine Million dieser Berater in Entwicklungsländern,22 über 100.000 allein 
in Indien, wo zwischen 2009 und 2010 knapp 60 Millionen US-Dollar für 
diese Programme ausgegeben wurden.23 Doch trotz all dieser Bemühun-gen 
bekommen viele Bauern noch immer nicht die Informationen, die 
sie für eine gute Ernte brauchen. 
Digital Green 
Digital Green ist ein gutes Beispiel, wie das Wissen über gute Techni-ken 
und erfolgreiche Methoden multimedial verbreitet werden kann: Die 
indische Non-Profit-Organisation produziert zusammen mit erfolgrei-chen 
Bauern regional angepasste Lernvideos und zeigt sie in Dorf- und 
Bauerngemeinschaften. Um dies in einem so großen Land wie Indien 
logistisch durchführen zu können, kooperiert Digital Green mit beste-henden 
NGOs, die bereits in den Agricultural-Extension-Programmen 
als landwirtschaftliche Berater tätig sind. So vermeidet sie die Redun-danz, 
parallel zur bestehenden Hilfsindustrie eine neue aufzubauen. 
Auf diesem Weg erfahren Bauern aus Madhya Pradesh, wie viel 
Wasser Auberginen brauchen, auf Malayalam, welches das beste Futter 
für welche Hühner ist, und in der Regionalsprache Kannada, wie sie das 
Saatgut am besten vorbereiten. 
Der 33-jährige Gründer der Organisation, Rikin Gandhi, forschte 
früher bei Microsoft India’s Research Program „Technology for Emerging 
Markets“ auf dem Gebiet landwirtschaftlicher Beratungsthemen. Er fand 
www.betterplace-lab.org/Innovationsreport
9 
heraus, dass die Akzeptanz der neuen Methoden unter den oft traditio-nell 
eingestellten Kleinbauern höher war, wenn die Methoden per Video 
vorgestellt wurden, in der Regionalsprache verfasst und an die regiona-len 
Bedingungen angepasst waren – und wenn ebenfalls ein Landwirt, 
nicht ein Berater, die Techniken vorstellte. Dank der Unterstützung 
vieler Kleinbauern erreicht Digital Green seine Ziele im Vergleich zu 
herkömmlichen Methoden zehnmal so effizient – das heißt, die Ergeb-nisse 
der herkömmlichen Beratung werden mit jetzt einem Zehntel der 
bisherigen Aufwendungen erreicht. 
Da es in den Einsatzgebieten der landwirtschaftlichen Berater oft we-der 
Strom noch Internet gibt, war es besonders wichtig, die Technik den 
lokalen Gegebenheiten anzupassen. Der 25-jährige Sreenivas Reddy, 
Software-Entwickler von Digital Green, erklärt: „Da wir meist in Dörfern 
ohne Internetzugang und Elektrizität arbeiten, brauchten wir ein System, 
das auch offline funktioniert. Wir haben dafür die Open-Source-Techno-logie 
von Google offline verwendet, und unsere Software ist auch jedem 
frei zugänglich.“ 
Die Mitarbeiter der Partner-Organisationen bekommen nach einer 
zehntätigen Ausbildung in Videodreh und -schnitt eine Kamera und den 
Pico-Projector, einen einfachen, batteriebetriebenen Beamer mit Laut-sprechern, 
mit dem sie die Filme speichern und wiedergeben können. 
Ihre Ergebnisse, also welche Bauern welche neuen Techniken anwenden, 
dokumentieren sie in der Connect-Online-Connect-Offline-Software 
COCO. Dafür nutzen sie Smartphones, Tablets oder auch Desktopcom-puter. 
Sobald das entsprechende Gerät Internetzugang hat, lädt COCO 
die Informationen automatisch auf die Server von Digital Green, wo die 
Ergebnisse zentral analysiert werden. 
Auf diese Weise hat die Organisation bereits 4.700 indische Dörfer 
erreicht und 290.000 Videoscreenings veranstaltet. 550.000 Tipps und 
neue Methoden wurden bereits umgesetzt. Bis 2015 will Digital Green 
über Kooperationen mit internationalen Stiftungen und der indischen 
Regierung eine Million Bauern in 11.000 Dörfern erreichen. 
Digital Green ist so erfolgreich, weil die mAgri-NGO mithilfe tech-nischer 
Mittel wie Videos, Projektoren und einer Analyse-Software ein 
bestehendes System der Hilfe für Bauern verbessert und effizient macht. 
Der größte Teil ist weiterhin die analoge Arbeit von Menschen vor Ort, 
die von der Technologie nur unterstützt werden. „Wir helfen mit Technik 
und Know-how, damit unsere Partner besser arbeiten können“, sagt 
Deeptha Umapathy, Managerin für Forschung und Entwicklung bei 
Digital Green.
Farmerline 
Das Start-up Farmerline schickt ghanaischen Bauern Tipps und Tricks 
für einen höheren Ertrag direkt aufs Handy. Das sehr junge Team hinter 
dem mAgri-Projekt sieht als wichtigen Erfolgsfaktor, dass es die Bauern 
und ihre Bedürfnisse gut versteht – zum Teil kommen die Teammit­glieder 
selbst aus Kleinbauernfamilien. Sie wissen also, wie man am 
besten mit der Zielgruppe kommuniziert. Das heißt erstens, lokale 
Sprachen zu nutzen – Farmerline bietet seine Dienste in zwölf Sprachen 
an. Zweitens sind SMS-Nachrichten oft nicht passend, weil es für einige 
der Sprachen keine Schriftform gibt, und weil in der Zielgruppe die Rate 
von Analphabetismus hoch sein kann. Deswegen benutzt Farmerline 
oft Sprachnachrichten. Etwa zum Thema Fischfutter: Man sollte nicht 
zu viel verwenden, sonst lagern sich zu viele Nährstoffe im Gewässer 
an (Eutrophierung). Hört sich trivial an, sei aber ein Fehler, den viele 
machen, erklärt Mitgründer Bright Schandorf Adu. Dank der Informati-onen 
stiegen die Ernten der Fischer um zehn Prozent und der Gewinn 
sogar um 20 Prozent. Farmerline wurde im März 2013 mit Förderung der 
Indigo Trust gegründet und erreichte im ersten Jahr 2.000 Landwirte in 
sechs Regionen Ghanas. 
Das Potenzial von IKT für Wissens- 
Anwendungen für Bauern 
› IKT erleichtern den Zugang zu Wissen auch in schwer 
zugänglichen Regionen. 
› Multimediale Angebote führen dazu, dass neue Techniken 
häufiger angewendet werden. 
› Mit Video- und Tonaufnahmen kann man auch Analphabeten 
wichtiges Wissen vermitteln. 
› Digitalisiertes Feedback ermöglicht die stetige Verbesserung der 
Angebote. 
› IKT ermöglichen nicht nur „vertikalen“, sondern auch 
„horizontalen“ Wissenstransfer: nicht nur von Experten zu 
Bauern, sondern auch von Bauern zu Bauern. 
www.betterplace-lab.org/Innovationsreport
11 
Marktwissen 
Wie IKT Bauern zu besseren 
Preisen verhelfen 
Nach Saat, Aufzucht und Ernte steht für die meisten Bauern der 
Verkauf ihrer Waren an. Kleinbauern sind hier aufgrund der Entfer-nungen 
zu größeren Städten auf Zwischenhändler angewiesen, die 
die Waren auf den Markt bringen. Doch ohne das Wissen über den 
tatsächlichen Marktpreis sind die Bauern gezwungen, sich auf den Preis 
des Zwischenhändlers einzulassen – egal, ob dieser ihnen einen fairen 
Preis anbietet oder sich an ihnen bereichert. Außerdem gibt es hohe, 
unbegründete Preisspannen zwischen Produkten gleicher Art, die auf 
unterschiedlichen, jedoch nicht sehr weit voneinander entfernten Märk-ten 
angeboten werden. Kleinbauern büßen als Folge Einkommen ein, 
und die Konsumenten auf den Märkten müssen zum Teil zu hohe Preise 
bezahlen. 
Im IKT-Bereich bieten daher immer mehr Dienstleister Informationen 
für die Kleinbauern an, die sie vor Ausbeutung und Betrug schützen. 
Diese mAgri-Anwendungen, teilweise für einfache Handys ohne In-ternetzugang 
entwickelt, geben den Bauern in Echtzeit einen Zugang 
zu Marktinformationen und damit eine faire Chance auf ein besseres 
Einkommen, unabhängig von der Preispolitik der Zwischenhändler. 
Einige Studien haben die Vorteile dieser IKT bereits errechnet: Laut 
verschiedener Studien erhöhte sich das Einkommen der Kleinbauern in 
verschiedenen indischen Bundesstaaten um bis zu 19 Prozent, in Ghana 
um zehn Prozent. 24 Und bei einer Umfrage in Ghana nannten Bauern 
den Zugang zu Preisinformationen umliegender Märkte als sinnvollste 
mobile Funktion, die sie für ihre Geschäftstätigkeiten nutzen könnten.25 
Habari Mazao 
Die tansanische Online-Plattform Habari Mazao (Swahili für: „Wie 
geht’ s dem Gemüse?“) bietet einen SMS-Service an, der zum Beispiel 
über den Preis von Reis oder Mais auf dem Markt Kariakoo in Dares-salam 
informiert. „Über die Zeit können die Bauern auch Preisschwan-kungen 
beobachten und entscheiden, ob sie gleich verkaufen oder noch 
warten und Reis einlagern“, sagt Sugwejo Kaboda, der Geschäftsführer 
von Habari Mazao. Für über 100 Produkte erhalten die Bauern den 
Tagespreis und eine Jahresübersicht. Der Service kostet nur die SMS, die
mit der Anfrage versendet wird, weitere Gebühren fallen nicht an. Seit 
Februar 2014 ist die Plattform online und wird bereits von über 500 Bau-ern 
genutzt. Auch Großabnehmer wie Hotelküchen oder Supermärkte 
sollen in Zukunft gegen eine Gebühr von dem Angebot profitieren 
können. 
Reuters Market Light 
Bereits seit sechs Jahren hält der Agrar-Informationsservice Reuters 
Market Light (RML) indische Kleinbauern per Handy über aktuelle 
Entwicklungen im Erntebetrieb auf dem Laufenden. Inzwischen nutzen 
über 1,3 Millionen Menschen den Service. Schätzungen zufolge erstreckt 
sich die Reichweite sogar auf vier Millionen, da die Nachrichten auch 
ausgetauscht und weitergegeben werden. 
In 13 indischen Bundesstaaten erhalten die registrierten Nutzer per 
SMS in ihrer lokalen Sprache Wettervorhersagen für ihre Region, Ge-treidepreise 
ihrer lokalen Märkte und Analysen des Erntezyklus ihres 
Saatgutes. 90 Prozent der befragten Bauern, die den Service nutzen, 
bestätigten eine erhebliche Verbesserung ihrer Ernteerträge. Zudem hat 
sich die Preisspanne zwischen den Märkten um zwölf Prozent reduziert. 
Mittlerweile bietet RML auch Business-to-Business-Kommunikation 
und hat seine Reichweite dadurch um 400 Prozent gesteigert. 
Esoko 
Wie Reuters Market Light war Esoko (2005 mit dem Namen „Trade- 
Net“ gegründet) ein Pionier der SMS-Dienstleistung für Informationen 
zu Marktpreisen in Ghana. Schon in den ersten Tagen merkte das Team, 
dass es sich nicht auf die offiziellen Zahlen der Regierung verlassen 
konnte. Der Prozess zur Bestimmung der Preise war zu langsam, sodass 
nur veraltete Informationen veröffentlicht wurden. Daher benutzt Esoko 
sein eigenes Netzwerk von Scouts, die die Preise direkt auf den Märkten 
sammeln. 
Inzwischen ist das ghanaische Unternehmen in acht Ländern Afrikas 
aktiv und erreicht nach eigener Schätzung mehr als 150.000 Bauern. 
Esoko ist nicht nur geografisch stark gewachsen, sondern hat auch sein 
Leistungsspektrum erweitert. So bietet der mAgri-Dienstleister mitt-lerweile 
auch eine Informations-Hotline und SMS-Umfragen an, mit 
denen Verbände und Vereinigungen ihre Mitglieder befragen können. 
www.betterplace-lab.org/Innovationsreport
13 
Das Potenzial von IKT für 
Marktwissen 
› Die günstige und schnelle Kommunikation der IKT verschafft den 
Bauern zum ersten Mal Preistransparenz, sodass sie nicht mehr 
von den Preisen der Zwischenhändler abhängig sind. 
› Mithilfe der Informationen über Marktpreise können Kleinbauern 
auch strategische Entscheidungen für den zukünftigen Anbau 
treffen, um besser wirtschaften zu können.
Mikrofinanzierung 
Warum Bauern auch 
Banker sind 
Dank mobiler Technologien können nun auch Menschen mit gerin-gem 
Grundeinkommen in ländlichen Gegenden ihr Geld verwalten. 
Denn bislang waren für sie Bankgeschäfte kaum möglich – und wenn, 
dann nur umständlich und teuer, da die schlechte Infrastruktur hohe 
Transaktionskosten verursachte. So haben in Indien mehr als 60 Prozent 
der Bevölkerung auf dem Land kein Bankkonto.26 Weltweit sind es etwa 
2,5 Milliarden Menschen, die keinen Zugang zu Finanzdienstleistungen 
haben.27 Mobile-Banking-Systeme können das ändern und den Zugang 
zu wichtigen Finanzgeschäften und Mikrokrediten demokratisieren. 
Besonders für Kleinbauern, die keine Rücklagen haben, kann das eine 
große Hilfe sein. Durch Mikrokredite können sie Saatgut oder Gerät-schaften 
auch dann kaufen, wenn zum Beispiel die letzte Ernte schlecht 
ausgefallen ist oder Preisschwankungen für weniger Einkommen sorgen. 
First Access 
Um die Vergabe von Mikrokrediten an Kleinunternehmer zu be-schleunigen, 
bietet das Social Business „First Access“ in Tansania einen 
innovativen Service an: Nachdem der Kreditbewerber zunächst per SMS 
seine Daten freigegeben hat, prüft ein Algorithmus anhand von Han-dyrechnungen 
und weiteren 85 Variablen (zum Beispiel der Anzahl der 
Anrufe) dessen Kreditwürdigkeit. 
„In informellen Märkten wie hier in Tansania sind Mikrokredite 
teuer“, sagt Athu Karume, der Leiter des Büros von First Access in 
Daressalam. „Die Kreditinspektoren müssen oft weit reisen und lange 
Evaluierungsbögen ausfüllen, um die Kreditwürdigkeit eines Bauern 
oder Kioskbesitzers irgendwo auf dem Land einzuschätzen.“ Durch First 
Access lässt sich dieser Prozess nun deutlich abkürzen: Der Algorith-mus 
berechnet, wie viel Geld dem potenziellen Kreditnehmer gestattet 
werden sollte – und auch für die Auszahlung braucht der Bewerber kein 
Konto. Über den Mobile-Payment-Dienst M-Pesa kann das Geld einfach 
aufs Handy überwiesen werden. 
www.betterplace-lab.org/Innovationsreport
15 
Ekgaon 
Ähnlich wie First Access will das Mobile-Banking-System von Ekgaon 
in Indien Kleinbauern den Zugang zu wichtigen Finanzgeschäften wie 
Mikrokrediten oder Rentenzahlungen erleichtern. Die Open-Source-­Software 
beinhaltet eine App, mit der Mikrokredite in Sekundenschnelle 
dahin gelangen, wo sie gebraucht werden – und macht mit einem 
ausgeklügelten Identifikationssystem (virtueller Fingerabdruck oder 
Unterschrift) gleichzeitig den Weg des Geldes nachvollziehbar. Das sorgt 
für mehr Transparenz und für eine schnellere Mikrofinanzierung der 
Menschen. Darlehensanfragen, Kreditgewährungen und Überweisungen 
werden einfach per SMS erledigt. Damit das Ganze nicht in exzessiven 
Kreditaufnahmen endet, hat Ekgaon auch einen kostenlosen SMS-In-foservice 
für Bauern eingerichtet, der ihnen wichtige Informationen zu 
Preisentwicklungen sendet und als Entscheidungsgrundlage für die 
Kreditaufnahme dient. 
Coffee Transparency 
Der ebenfalls SMS-basierte Service von Coffee Transparency von 
TechnoServe ermöglicht eine engere Betreuung zwischen Banken und 
Kaffeekooperativen in Tansania. Letztere benötigen während der Ern-te- 
Saison mindestens 100.000 US-Dollar Arbeitskapital, um laufende 
Kosten zu decken, und sind daher auf Kredite angewiesen. Bisher fehlte 
es oft an den nötigen Sicherheiten für die Kreditvergabe. „Banken, die 
mit Kaffee-Kooperativen zusammenarbeiten, haben zwei Alternativen: 
hoffen, beten und warten, ob das Geld wieder zurückkommt – oder die 
Kooperativen kontinuierlich begleiten und beraten“, so Moritz Waldstein 
von der NGO TechnoServe. 
Mit dem SMS-Service sendet die Kooperative nun regelmäßig wich-tige 
Informationen u. a. zum Einkaufsvolumen und zur Kapitalverwen-dung, 
die automatisch in eine Datenbank eingepflegt werden. Nicht nur 
Banken und Kooperative erhalten somit einen Überblick zur Rentabilität 
der Kaffee-Produktion, auch Großkunden beobachten über die Plattform 
die Entwicklung der Kaffeepreise und identifizieren für sie passende 
Kooperativen in ihrer Region. In der Erntesaison 2014 wurden über die 
Plattform bereits mehr als fünf Millionen US-Dollar abgewickelt. 2015 
soll sich das Volumen verdoppeln.
Kilimo Salama 
Mithilfe der Versicherungsinitiative Kilimo Salama („Sichere Ernte“) 
können Kleinbauern in Tansania, Kenia und Ruanda seit einigen Jahren 
ihre Ernte gegen extremes Wetter wie Dürre und Überschwemmungen 
oder gegen Krankheiten versichern. Im Jahr 2013 kam hier bereits eine 
Versicherungssumme von über 25 Millionen US-Dollar zusammen – 
Tendenz steigend.28 Knapp 185.000 Kleinbauern nutzen bereits die 
Vorteile der Dienstleistung: Die Versicherungen können u. a. zusammen 
mit dem Saatgut für fünf Prozent des Kaufpreises erworben werden, 
sodass die Bauern nicht erst mit Versicherungsvertretern verhandeln 
müssen. Über M-Pesa – mehr Informationen zu Mobile Money auf 
Seite 17 – wird bequem per Handy bezahlt. Mehrere solarbetriebene 
Wetterstationen sammeln Wetterdaten in den Anbauregionen der 
versicherten Bauern. Bei Wetterkatastrophen erhalten sie automatisch 
eine Zahlung über M-Pesa, die den Kosten des beschädigten Saatguts 
entspricht. Hoher Administrationsaufwand wie Kontrollbesuche, Scha-denserhebungen 
und langwierige Abrechnungen entfallen. 
In einer 2012 durchgeführten Wirkungsanalyse wurde festgestellt, dass 
versicherte Kleinbauern 19 Prozent mehr investiert und 16 Prozent mehr 
verdient haben als benachbarte Bauern ohne Versicherung.29 2015 sollen 
mehr als eine Million Bauern in der Region Ostafrika versichert werden. 
www.betterplace-lab.org/Innovationsreport
17 
Das Potenzial von IKT für 
Mikrofinanzierung 
› Mithilfe von IKT haben viele Kleinbauern zum ersten Mal 
Zugang zu Finanzdienstleistungen und können besser 
wirtschaften, indem sie besseres Saatgut und Geräte oder eine 
Mikroversicherung zur Verfügung haben. 
› Indem sie die Prüfung der Kreditwürdigkeit und die Kreditverga-be 
automatisieren, verringern IKT die Kosten für Kreditgeber. So 
sind Kredite für eine neue Gruppe von Empfängern verfügbar. 
› Dienstleistungen, die Buchhaltung u. Ä. digitalisieren, können 
nicht nur Effizienz und Produktivität ankurbeln, sondern bilden 
auch eine Informationsgrundlage für potenzielle Investoren. 
Was ist Mobile Money? 
Mobile Money (auch m-payment oder m-commerce) ermöglicht 
den sofortigen Geldtransfer zwischen Handys. Für viele Millionen 
Menschen in Entwicklungsländern, die bislang kein Bankkonto 
hatten, ist das eine kleine Revolution. Denn diese sogenannten 
„unbanked“ Menschen werden finanziell integriert, in Wirtschafts-kreisläufe 
eingebunden und können in ihrem Alltag auch ohne 
Bankkonto effizient, bargeldlos, preiswert und sicher Geld im 
ganzen Land transferieren. 
Pionier von Mobile Money und immer noch das bekannteste Er-folgsbeispiel 
der Welt ist M-Pesa vom kenianischen Mobilfunkan-bieter 
Safaricom. Jeder, der über ein Handy verfügt, kann sich bei 
Safaricom für den M-Pesa Dienst registrieren und erhält für seine 
Telefonnummer eine PIN, die bei jeder Transaktion benötigt wird. 
Nach Bedarf kann nun kostenlos Geld aufgeladen werden und ge-gen 
eine geringe Gebühr per verschlüsselter SMS versendet oder 
empfangen werden. Safaricom hat in seinem Jahresbericht vom 
März 2014 angegeben, dass via M-Pesa pro Monat im Schnitt 835 
Millionen Euro transferiert werden. Der Dienst ist mittlerweile so 
erfolgreich, dass M-Pesa auch nach Europa expandiert. 
Wie die oben genannten Beispiele zeigen, ist Mobile Money in 
Tansania weit verbreitet und wird von 44 Prozent aller Erwachse-nen 
genutzt.30 In Indien bieten 15 Telekommunikations-Unterneh-men 
mobile Bezahlmöglichkeiten an, bislang nutzen aber nur we-nige 
Menschen dieses Angebot.31 Ähnlich bleibt auch in Ghana das 
Potenzial von Mobile Money bisher unausgeschöpft, trotz regelmä-ßiger 
Bemühungen der Anbieter und positiver Berichterstattung.32
AUSBLICK 
Mehr Lebensmittel und 
bessere Lebenschancen 
durch das Handy? 
» Lasst uns in ländliche Gegenden investieren, um 
sie zu Orten zu machen, wo die heutige Jugend 
ihre Zukunft verbringen will. Orte, wo sie gesunde 
und gut gedeihende Gemeinden frei von Hunger 
und Armut aufbauen können. Orte, von denen aus 
sie die Welt ernähren können.« 
www.betterplace-lab.org/Innovationsreport 
– Kanayo F. Nwanze, 
Präsident des Internationalen Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung 33 
Technologien können viel verbessern – aber nicht alles. Die Land-wirtschaft 
und mit ihr die Menschen, die Äcker bepflanzen und Tiere 
züchten, wird immer von zentraler Bedeutung für die Ernährung der 
Weltbevölkerung sein. Was digitale Technologien verändern, ja sogar 
transformieren können, ist das Auskommen und das Leben der Klein-bauern 
auf der ganzen Welt, indem sie ihnen dabei helfen, ihre Effizienz, 
Produktivität und ihr Einkommen zu steigern. 
Dieser Innovationsreport vermittelt einen Eindruck darüber, welchen 
Fortschritt Technologien, insbesondere Handys, in ländliche Gebiete 
sich entwickelnder Länder gebracht haben. Digital Green in Indien 
(S. 8) versucht durch Lernvideos Bauern Hilfestellungen bei ihren 
Anbaumethoden zu liefern, Esoko in Ghana (S. 12) stellt Informationen 
über Marktpreise bereit und Kilimo Salama in Tansania (S. 16) verbindet 
mobiles Bezahlen mit gesammelten Daten aus fest installierten Wetter-stationen, 
um Kleinbauern ohne Bankkonto gegen Wetterkapriolen und 
Ungeziefer zu versichern. 
Trotz all dieser Fortschritte bleibt noch einiges zu tun. In der Tat 
lassen sich zahlreiche Gründe aufzählen, warum in den kommenden 
Jahrzehnten weiterhin in eine stabile Landwirtschaft investiert werden 
muss. Neben der Herausforderung, eine anhaltend wachsende Bevölke-rung 
zu ernähren, bedrohen die Folgen des Klimawandels eine stabile 
Ernährungsversorgung. Gleichzeitig ist ein starker landwirtschaftlicher 
Sektor eine wichtige Voraussetzung für den wirtschaftlichen Fortschritt 
in Entwicklungsländern.
19 
mAgri-Anwendungen tragen dazu bei, nicht nur 
Hunger weltweit zu bekämpfen, sondern sie fördern 
Wohlstand und Unabhängigkeit vieler Millionen 
Menschen in ländlichen Gemeinschaften. Nun ist 
es an der Zeit, sich für skalierbare, nachhaltige 
Lösungen einzusetzen.
Anhang 
Länderprofil Indien 
• Bevölkerung: 1,23 Mrd. 
• Human Development Index: 136 von 187 
• BIP: 1.086 Mrd. US-Dollar 
• Pro-Kopf-Einkommen: 1.503 US-Dollar 
• BIP-Wachstumsrate: 4,7 Prozent 
• Handynutzer von 100: 70,78 34 
• Internetnutzer: 12,58 Prozent 
1. Dynamik des IKT-Sektors 
Indien ist das Land der Superlative, wenn es um IKT geht: Die meis-ten 
internationalen Technologie- und Internetkonzerne haben Depen-dancen 
oder Forschungsabteilungen im Land und jedes Jahr schließen 
ungefähr 300.000 Inder ein IT- oder Technologiestudium ab und finden 
weltweit Arbeit in Internet- und Softwareunternehmen. 2012 generierte 
der indische IKT-Sektor einen Umsatz von 100 Milliarden US-Dollar. 
Internet und Mobilfunk gehören für große Teile der Bevölkerung zum 
Alltagsleben. Seit 2008 hat sich die Anzahl der Handy-Nutzer mehr als 
verdoppelt. Fast 900 Millionen Menschen haben mittlerweile ein Mobil-telefon 
(Stand 2013), das sind nahezu 70 Prozent der Gesamtbevölke-rung 
des Landes. Insbesondere in den Städten besitzt jeder Einwohner 
mindestens ein Handy – hier liegt die Versorgung bei 140 Anschlüssen 
pro 100 Einwohnern – während sie auf dem Land bei nur etwa 40 liegt. 
Weniger als ein Viertel dieser Mobiltelefone sind Smartphones, Handys 
sind derzeit noch in der Mehrzahl. Festnetztelefone waren in Indien 
noch nie wichtig – etwa 2,5 Prozent der Einwohner haben einen An-schluss, 
und die Tendenz ist fallend. 
Der Ausbau der Internet-Verfügbarkeit geht in Indien schnell voran: 
Die meisten Nutzer greifen von mobilen Geräten wie Smartphones und 
Tablets darauf zu – wie viele Nutzer das mobile Internet hat, darüber ge-hen 
die Meinungen auseinander, bewegen sich aber in einem Spektrum 
zwischen 150 und 220 Millionen. Insgesamt haben etwa zwölf Prozent 
der Bevölkerung Zugang zum Internet. Für die ländlichen Regionen, in 
denen ungefähr 68 Prozent der Bevölkerung leben, ist der Zugang zu 
diesen Technologien nur eingeschränkt möglich – aufgrund von Netz- 
www.betterplace-lab.org/Innovationsreport
21 
abdeckung, Stromversorgung, Bildung und finanziellen Ressourcen. Der 
Ausbau von Breitbandinternet per Festnetz wird von der Regierung stark 
angetrieben, geht aber im ländlichen Bereich nur langsam voran. 
2. Rolle der Regierung für IKT 
Die Regierung spielt eine wichtige Rolle in der Digitalisierung des ge-samten 
Landes. Die „National Telecom Policy“ von 2012 hat zum Ziel, bis 
2020 allen Indern – also mindestens einem Mitglied jeder Familie – einen 
Internetanschluss zu garantieren. Das soll vor allem die digitale Kluft 
zwischen Stadt und Land verringern. Der tatsächliche Ausbau stockt aber, 
da sich die Gesetzgebung zwischen den Bundesstaaten teilweise stark 
unterscheidet und große Distanzen zu überbrücken sind. 
Der „National E-Governance Plan“ sorgt seit Anfang der 2000er-Jahre 
dafür, dass öffentliche Dienstleistungen online zugänglich sind. Staatliche 
Hilfsleistungen, Pässe oder Baugenehmigungen können im Internet be-antragt 
werden – das spart nicht nur Zeit, sondern verhindert Korruption. 
In einer landesweiten Open-Data-Initiative veröffentlicht und analysiert 
die Regierung offen zugängliche Daten zur Bevölkerung und lädt ihre 
Bürger dazu ein, auf Hackathons und Wettbewerben Apps und andere 
Anwendungen zu entwickeln, um diese Daten für die Verbesserung der 
Lebensumstände zu nutzen. Die Regierung hat mittlerweile das Potenzial 
dieser digitalen Innovationen für das Soziale entdeckt und unterstützt in 
groß angelegten Programmen neue Entwicklungen oder die Verbreitung 
erfolgreicher Projekte. 
3. Ausblick auf die digital-soziale Szene 
Der Ausdruck „Tech 4 Good“ ist in Indien weit verbreitet. Er be-schreibt, 
mit welchen Mitteln Internet und Mobiltelefone das Leben von 
armen Menschen erleichtern oder sogar revolutionieren können. 
» Besonders beeindruckt haben mich die Organisationen, 
die digitale Tools und analoge Realität verbinden – wie 
Digital Green, das mit einer Online-offline-Software 
allen Lebenslagen gerecht wird, ob nun für Menschen in 
entlegenen Regionen Indiens oder der Zentrale in Delhi.« 
Medje Prahm 
hat für das betterplace lab in Indien geforscht.
Länderprofil Ghana 
• Bevölkerung: 25,4 Mio. 
• Human Development Index: Rang 135 von 187 
• BIP: 40,71 Mrd. US-Dollar 
• Pro-Kopf-Einkommen: 1.605 US-Dollar 
• BIP-Wachstumsrate: 7,9 Prozent 
• Mobilfunkverträge pro 100 Einwohner: 108,19 35 
• Internetnutzer: 12,3 Prozent 36 
• SMS-Preis Durchschnitt: 0,01 Euro 37 
1. Dynamik des IKT-Sektors 
Ghanas Wirtschaft wächst. Das gilt auch für den IKT-Sektor. Seit Be-ginn 
der 2000er-Jahre ist die Anzahl der Mobiltelefone sprunghaft ange-stiegen. 
Verfügten im Jahr 2003 nur zwei von hundert Einwohnern über 
eine aktive SIM-Karte, lag diese Rate im Jahr 2012 bereits bei über 100,9 
SIM-Karten pro hundert Einwohner. 38 Das heißt, pro Person sind heute 
in der Regel mehrere SIM-Karten in Benutzung. Damit liegt Ghana bei 
der aktiven Handy-Nutzung an fünfter Stelle in Afrika. Das schlägt sich 
auch im ghanaischen Alltagsleben nieder – mobile Technologien und 
Anwendungen verbreiten sich schnell und werden rege genutzt. 
Etwas zeitlich verzögert steigt in Ghana nun auch die Internetnut-zung. 
Hatten 2009 nur rund fünf Prozent der Bevölkerung Zugang zum 
Internet, stieg der Anteil innerhalb von nur drei Jahren auf zwölf Prozent 
(2012). 
Infrastrukturell gilt für Ghana – wie für viele andere afrikanische 
Länder –, dass Festnetzanschlüsse und Breitbandinternet unüblich und 
teuer sind. Pro 388 Einwohner gibt es nur einen Festnetzanschluss (die 
Kosten für eine Breitbandverbindung liegen bei 35 bis 100 US-Dollar pro 
Monat). Das mobile Internet ist günstiger und wird von vielen Firmen 
über einen USB-Stick, ein sogenanntes Dongle (Transmitter Dongle), zur 
Verfügung gestellt. Hier sind die Kosten vor allem durch die steigende 
Konkurrenz – MTN, Tigo, Airtel, Expresso, Vodafone und Glo sind die 
größten Anbieter – gesunken. Dadurch ist das Internet heute auch für 
viele Menschen mit geringerem Einkommen zugänglich. 
www.betterplace-lab.org/Innovationsreport
23 
Unterschiede in der Handynutzung finden sich allerdings zwischen 
Stadt- und Landbevölkerung. In Ghana leben 47 Prozent der Bevöl-kerung 
in ländlichen Gebieten. Hier ist die Netzabdeckung bis zu 15 
Prozent geringer als in urbanen Gebieten und die Internetnutzung liegt 
in etwa bei einem Siebtel der städtischen Vergleichszahlen. Auch weitere 
Faktoren wie die höhere Analphabetismusrate und die Altersstruktur 
spielen eine Rolle. 
2. Rolle der Regierung für IKT 
Obwohl die nationale Regierung die Förderung des IKT-Sektors 
als Priorität angibt, ist die IKT-Gemeinschaft nicht von dieser Politik 
überzeugt. Ein Beispiel dafür ist das Prestigeprojekt „Hope City“. Dieses 
kostspielige Technologiezentrum war von Anfang an sehr umstritten und 
bleibt problembeladen. Vielmehr fordern die Akteure des Sektors ein 
größeres Engagement für die Senkung der Betriebskosten vonseiten der 
Regierung. 
3. Ausblick auf die digital-soziale Szene 
In Accra sind in den vergangenen Jahren mehrere „Tech-Hubs“ 
gegründet worden, die Ausgangspunkt für viele Start-ups sind. 
» Von der Regierung bis zu den NGOs sehen viele 
besonders in Internet-Start-ups einen Motor für die 
Zukunft des Landes. Dieser Optimismus ist vor allem 
bei vielen Jungunternehmern zu finden – junge, gut 
ausgebildete Menschen mit großen Plänen.« 
Ben Mason 
hat für das betterplace lab in Ghana geforscht.
Länderprofil Tansania 
• Bevölkerung: 47,8 Mio. 
• Human Development Index: 152 von 187 
• BIP: 28,2 Mrd. 
• Pro-Kopf-Einkommen: 609 US-Dollar 
• BIP-Wachstumsrate: 6,9 Prozent 
• Handynutzer von 100: 56,6 39 
• Internetnutzer: 3,95 Prozent der Bevölkerung 
• SMS-Preis im Durchschnitt: 0,02 Euro 40 
1. Dynamik des IKT-Sektors 
Tansanias Wirtschaft ist im Aufstieg: In den vergangenen zehn Jahren 
wuchs sie jährlich um rund sieben Prozent. Zu diesem Aufschwung trägt 
auch der Mobiltelefoniemarkt bei. 2005 wurde der Mobilfunkmarkt in 
Tansania liberalisiert – seitdem stiegen die Nutzerzahlen sprunghaft an. 
Mehr als die Hälfte der Bevölkerung hat heute einen aktiven Handy-vertrag. 
Sechs große Mobilfunkanbieter haben sich am Markt etabliert: 
Airtel, Tigo, TTCL, Vodacom, Benson und Zantel – damit ist Tansania 
einer der liberalisiertesten Mobilfunkmärkte in Afrika. Entsprechend 
profitieren die Nutzer von konkurrenzfähigen Preisen: Eine SMS kostete 
2013 im Durchschnitt 0,02 Euro. Und jeder zweite Tansanier nutzt sein 
Handy auch, um bargeldlos zu bezahlen. 
Trotz des dynamischen Wachstums im IKT-Sektor bleibt die Anzahl 
der Internetnutzer gering, da derzeit nur etwa vier Prozent der Bevölke-rung 
regelmäßigen Zugang zum Internet haben. Das könnte sich bald 
ändern, denn im Mai 2014 wurde in Tansania als erstem afrikanischen 
Land 4G LTE eingeführt. Nun wird das mobile Internet schneller und 
besser verfügbar. Dem „Global Information Technology Report 2013“ 
zufolge fehlt es Tansania bislang an Netzabdeckung, vor allem für rurale 
Regionen, in denen 73 Prozent der Bevölkerung leben. 
2. Rolle der Regierung für IKT 
Die Regierung fördert gezielt den Ausbau der digitalen Infrastruktur 
im Land und will diese nutzen, um einige der drängendsten Probleme 
des Landes zu lösen. So hat beispielsweise das Ministry of Health and 
www.betterplace-lab.org/Innovationsreport
25 
Social Welfare Ende 2013 eine „eHealth Strategy“ veröffentlicht. Die 
Rolle von IKT wird hier als Unterstützung bei Planung, Management 
und Umsetzung von Gesundheitsleistungen definiert. Handys sollen 
beispielsweise dazu genutzt werden, Krankheitsausbrüche (z. B. Malaria) 
zu lokalisieren und besser zu bekämpfen. Ein weiteres Beispiel für die 
Förderung digitaler Lösungen durch die Regierung ist der DTBi Inkuba-tor, 
der digitale Start-ups fördert. Um den kreativen Digitalunternehmer-geist 
weiter zu fördern, arbeitet das Ministerium für Wissenschaft und 
Technologie derzeit auch an Guidelines für Innovatoren und Entwickler. 
Die Regierung plant bereits seit mehreren Jahren einen Technologiepark 
mit Universität und Forschungseinrichtungen außerhalb Daressalams. 
Das Projekt geht nur langsam voran. 
3. Ausblick auf die digital-soziale Szene 
» In Tansania geht es oft noch um die Grundlagen 
von IKT: Kinder, Studenten, Behördenmitarbeiter 
lernen mit dem Computer umzugehen. 
Dementsprechend gibt es nur wenige etablierte 
digital-soziale Anwendungen aus Tansania, dafür 
aber einige sehr spannende Pilotprojekte.« 
Kathleen Ziemann 
war für das betterplace lab in Tansania.
Agriculural Information Worldwide 
(2008) Vol.1/ No.1 www 
Egyir/Al-Hassan/Abaka (2011) 
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Services on the Performance of 
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How to feed the world in 2050 www 
Helder/Emden/Fuchs/Petrazzini (2013) 
Connecting ICTs to Development. The 
IDRC Experience www 
International Found for Agricultural 
Development (2012) 
Smallholders can feed the world www 
Leliveld/Dietz/Klaver/Kilama/Foeken 
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Agricultural dynamics and food security 
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Munyua, Hilda (2007) 
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Africa: a scoping study www 
National Development Planning 
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National Development Planning 
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The Implementation of the Ghana Shared 
Growth and Development Agenda – 2010 
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Sarpong/Anyidoho (2012) 
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Working Paper 045 www 
www.betterplace-lab.org/Innovationsreport 
The World Bank (2011) 
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The World Bank (2012) 
Maximizing Mobile. Information and 
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The World Bank (2014) 
Food Price Watch. Year 5/Issue 17 www 
UNDP (2014) 
The Millenium Development Goals Re-port 
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Wiredu, Alexander (2011) 
Enhancing farmer’s access to technology 
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African Journal of Agricultural Research 
Vol. 6(19) www 
Verwendete Online-Datenbanken 
ICT Facts and Figures 2014 
http://www.itu.int/en/ITU-D/Statistics/ 
Pages/stat/default.aspx 
The World Bank Database 
http://data.worldbank.org/ 
National Communications Authority 
(Ghana) http://www.nca.org.gh/40/52/ 
Network-Tariffs.html 
Online-Publikationen 
werden zitiert mit Autor, 
Jahr, Titel und durch ein 
www gekennzeichnet. 
Um diese Artikel online 
zu finden, reicht es, den 
Titel in einer Standard- 
Suchmaschine einzugeben. 
Quellenverzeichnis
27 
Endnoten 
1 Mangstl, Anton Dr. (2008): Emerging Issues, Priorities and Commitments in eAgriculture (S. 
5-6), entnommen aus dem Report Agricultural Information Worldwide. Online unter: http:// 
journals.sfu.ca/iaald/index.php/aginfo/article/view/1/2 
2 Die vorangegangenen Angaben stammen aus dem FAO-Report „How to Feed the World in 
2050“. Als PDF online unter: http://www.fao.org/fileadmin/templates/wsfs/docs/expert_pa-per/ 
How_to_Feed_the_World_in_2050.pdf 
3 Diese Angabe stammt aus dem Food Price Watch-Report der World Bank. Als PDF online 
unter: http://www.worldbank.org/content/dam/Worldbank/document/Poverty%20documents/ 
FPW_May%202014_final.pdf. Weitere Informationen sind zudem in diesem Artikel aufbereitet: 
http://web.worldbank.org/WBSITE/EXTERNAL/NEWS/0,,contentMDK:22833439~pageP-K: 
64257043~piPK:437376~theSitePK:4607,00.html 
4 Die Informationen stammen aus dem Fact Sheet „The World Bank and Agriculture in Africa“. 
Online unter: http://web.worldbank.org/WBSITE/EXTERNAL/COUNTRIES/AFRICAEXT/0,,con­te 
ntMDK:21935583~pagePK:146736~piPK:146830~theSitePK:258644,00.html 
5 Presseinformation 9/2014 „Telecom Regulatory Authority of India“. Als PDF online unter: 
http://www.trai.gov.in/WriteReadData/PressRealease/Document/PR-TSD-Dec,%2013- 
17022014.pdf 
6 Entnommen aus dem World Bank Report „Maximizing Mobile“, 2. Kapitel: Mobilizing the Agri-cultural 
Value Chain. Als PDF online unter: http://siteresources.worldbank.org/EXTINFORMA-TIONANDCOMMUNICATIONANDTECHNOLOGIES/ 
Resources/IC4D-2012-Chapter-2.pdf 
7 Weltbank: http://data.worldbank.org/indicator/SP.RUR.TOTL.ZS 
8 Weltbank: http://data.worldbank.org/indicator/SL.AGR.EMPL.ZS 
9 Weltbank: http://data.worldbank.org/indicator/AG.PRD.FOOD.XD 
10 Informationen nachzulesen in den beiden Berichten der National Development Planning 
Commission aus den Jahren 2010 und 2011. 
11 ICT Facts and Figures 2014. Online unter: http://www.itu.int/en/ITU-D/Statistics/Pages/stat/ 
default.aspx 
12 Informationen aus dem Future Agricultures Working Paper 045. Als PDF online unter: www. 
future-agricultures.org/publications/research-and-analysis/working-papers/doc_down-load/ 
1586-climate-change-and-agricultural-policy-processes-in-ghana 
13 Weltbank: http://data.worldbank.org/country/tanzania 
14 Diese Angabe ist dem Report “Agricultural dynamics and food security trends in Tanzania” 
entnommen. Als PDF online unter: https://openaccess.leidenuniv.nl/handle/1887/22944 
15 Weltbank: http://data.worldbank.org/indicator/AG.PRD.FOOD.XD 
16 ICT Facts and Figures 2014, abrufbar unter: http://www.itu.int/en/ITU-D/Statistics/Pages/stat/ 
default.aspx 
17 Diese Angabe stammt aus dem Bericht “ICTs and Small-Scale Agriculture in Africa”, 
unter: https://idl-bnc.idrc.ca/dspace/handle/10625/50998 
18 Diese Angaben stammen aus dem Report “Smallholders can feed the world”, als PDF 
unter http://www.ifad.org/pub/viewpoint/smallholder.pdf
19 Diese Angaben stammen aus dem Report “Connecting ICTs to Development. The IDRC Experi-ence”. 
Online unter: http://www.idrc.ca/EN/Resources/Publications/Collections/ICT4D/Pages/ 
default.aspx?index=38 
20 Aus dem Bericht “Recommendations of Working Group on Agricultural Extension for For-mulation 
of Eleventh Five-Year Plan (2007-2012)”, 12. Januar 2007, verfasst von der Working 
Group on Agricultural, Govt. of India. Als PDF online unter: http://planningcommission.nic.in/ 
aboutus/committee/wrkgrp11/wg11_agrext.pdf 
21 Angaben entnommen aus “Enhancing farmer’s access to technology for increased rice pro-ductivity 
in India”. Online unter: http://www.academia.edu/2515699/Enhancing_farmers_ac-cess_ 
to_technology_for_increased_rice_productivity_in_Ghana 
22 Gershon Feder zum Thema “The challenges facing agricultural extension - and a new oppor-tunity”. 
Online unter: http://www.new-ag.info/en/view/point.php?a=1253 
23 Entnommen aus dem Jahresbericht 2009/2010 der Indischen Notenbank. Online unter: http:// 
rbidocs.rbi.org.in/rdocs/AnnualReport/PDFs/0RBIAN240810_F.pdf 
24 Diese Zahlen sind abhängig von der Ernte, dem Land und dem Jahr der Studie. Die Informa-tionen 
stammen aus der Tabelle 2.2 (Seite 34) aus dem Bericht „Maximizing Mobile“. Online 
unter: http://siteresources.worldbank.org/EXTINFORMATIONANDCOMMUNICATIONAND-TECHNOLOGIES/ 
Resources/IC4D-2012-Chapter-2.pdf 
25 Diese Angaben stammen aus dem Artikel „The Effect of ICT-based Market Information Ser-vices 
on the Performance of Agricultural Markets: Experiences from Ghana.“ 
26 Diese Angaben sind einer Präsentation der Bank of India entnommen. Online unter: http:// 
www.bankofindia.co.in/FI-BOI/images/FI%20presentation.pdf 
27 Diese Angaben stammen aus McKinsey’s Quarterly “Counting the World’s Unbanked”. Online 
unter: http://www.mckinsey.com/insights/financial_services/counting_the_worlds_unbanked 
28 Angaben online unter: http://www.syngentafoundation.org/__temp/Kilimo_Salama_3_Pa-ger_ 
21_1_14.pdf 
29 Angaben online unter: http://www.ifc.org/wps/wcm/connect/industry_ext_content/ifc_exter-nal_ 
corporate_site/industries/financial+markets/retail+finance/insurance/kilimo+salama 
30 Angaben entnommen aus Jewfa, Baraka (2014): Tanzania Ahead of Kenya in Use of Mobile 
Money. Online unter: http://allafrica.com/stories/201407030111.html 
31 Angaben entnommen aus Mirani, Leo (2014): Why mobile money has failed to take off in India. 
Online unter: http://qz.com/222964/why-mobile-money-has-failed-to-take-off-in-india/ 
32 Zum Beispiel Kunateh, Masahudu (2014): Massive Uptake of MTN Ghana Mobile Money. Online 
unter: http://allafrica.com/stories/201406181370.html 
33 Zitat entnommen aus dem Report „Smallholders can feed the world.“ Online unter: http:// 
www.ifad.org/pub/viewpoint/smallholder.pdf 
34 ICT Facts and Figures 2014: http://www.itu.int/en/ITU-D/Statistics/Pages/stat/default.aspx. 
35 ICT Facts and Figures 2014: http://www.itu.int/en/ITU-D/Statistics/Pages/stat/default.aspx. 
36 ICT Facts and Figures 2014: http://www.itu.int/en/ITU-D/Statistics/Pages/stat/default.aspx 
37 National Communications Authority (Ghana): http://www.nca.org.gh/40/52/Network-Tariffs. 
html. 
38 ICT Facts and Figures 2014: http://www.itu.int/en/ITU-D/Statistics/Pages/stat/default.aspx 
39 ICT Facts and Figures 2014: http://www.itu.int/en/ITU-D/Statistics/Pages/stat/default.aspx. 
40 Diese und weiterführende Angaben auf der Website der Tanzania Communications Regulatory 
Auhtority. Online unter: http://www.tcra.go.tz/ 
www.betterplace-lab.org/Innovationsreport
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Innovationsreport Landwirtschaft Gates Foundation

  • 1. Innovationsreport Wie Kommunikationstechnologien Leben verbessern Schwerpunkt Landwirtschaft LänderFokus Indien Ghana Tansania
  • 2. 1 Impressum betterplace lab gut.org gemeinnützige Aktiengesellschaft Schlesische Str. 26 10997 Berlin Redaktionsschluss: 15. September 2014 Über das betterplace lab Das betterplace lab ist ein Think-and-do-Tank in Berlin. Als Forschungsabteilung von Deutschlands größter Spendenplattform betterplace.org erforscht das betterplace lab vor allem digitale Anwendungen für den sozialen Sektor. Mehr unter: www.betterplace-lab.org Haben Sie Fragen? lab@betterplace.org Über die Bill & Melinda Gates Foundation Geleitet von der Überzeugung, dass jedes Leben den gleichen Wert besitzt, setzt sich die Bill & Melinda Gates Foundation dafür ein, allen Menschen dabei zu helfen, ein gesundes und produktives Leben zu führen. In den Entwicklungsländern konzentriert sich die Stiftung auf die Verbesserung der Gesundheit der Menschen und darauf, ihnen eine Chance zu geben, sich aus Hunger und extremer Armut zu befreien. In den Vereinigten Staaten versucht die Stiftung sicherzustellen, dass alle Menschen – insbesondere diejenigen mit den geringsten Mitteln – Zugang zu den Möglichkeiten und Chancen erhalten, die sie brauchen, um in der Schule und im Leben erfolgreich zu sein. Mehr unter: www.gatesfoundation.org/de Bildnachweis: „_DSC7192“, A Kenyan farmer uses a mobile phone in the field. Neil Palmer (CIAT), https://www.flickr.com/photos/ciat/5154975822
  • 3. Was ist mAgri? Die UN bezeichneten im Jahr 2008 die sogenannte „e-agriculture“ („e“ steht dabei für „electronic“) als ein aufkommendes Feld, das „spektakulären Fortschritt macht“ und höchste Priorität genießen muss.1 Gemeint ist das Potenzial digitaler Technologien, landwirtschaftliche Prozesse durch Informationsflüsse und Kommunikationsprozesse zu verbessern. „M-agriculture“ – oft einfach „mAgri“ abgekürzt – bezieht sich speziell auf mobile Technologien. Was sind IKT? IKT steht für Informations- und Kommunikationstechnologien und umfasst prinzipiell alle Medien vom Internet bis zu Radio- und Fernsehsendern. In der heutigen Verwendung bezieht sich IKT in erster Linie auf den digitalen Bereich. Dazu gehören Computer, Handys, Smartphones oder Tablets etc. Die Grenzen zwischen den einzelnen Technologien werden dabei immer fließender, und der Interaktionsraum für Nutzer wächst. IKT sind eines der zentralen Instrumente für die langfristige Verbesserung der Entwicklungs-zusammenarbeit und nachhaltige Entwicklung in Ländern mit geringem Einkommen. Durch die bessere Vernetzung werden Informationen für bisher marginalisierte Bevölkerungsgruppen zu-gänglicher. Noch überwiegt die Mobilfunknutzung mit klassischen Telefonieanwendungen. Doch IKT können strukturelle Probleme aus dem politischen und wirtschaftlichen Bereich nicht allein lö-sen: Um die „Digitale Kluft“ sowohl zwischen Entwicklungsländern und der westlichen Welt aber auch innerhalb der Länder selbst (Stadt und Land, Bildung und Analphabetismus) zu überwinden, bedarf es übergeordneter Veränderungen. Mehr zu IKT in Indien, Ghana und Tansania in den Länderprofilen ab Seite 20. www.betterplace-lab.org/Innovationsreport
  • 4. 3 Inhalt Impressum 1 Einleitung: Warum es sich lohnt, in Landwirtschaft zu investieren 4 Über diesen Report: mAgri in der Anwendung 6 Anbauwissen: Mit Wissen Bauern empowern 8 Digital Green Farmerline Marktwissen: Wie IKT Bauern zu besseren Preisen verhelfen 11 Habari Mazao Reuters Market Light Esoko Mikrofinanzierung: Warum Bauern auch Banker sind 14 First Access Ekgaon Coffee Transparency Kilimo Salama Ausblick: Mehr Lebensmittel und bessere Lebenschancen durch das Handy? 18 Anhang Länderprofil Indien 20 Länderprofil Ghana 22 Länderprofil Tansania 24 Quellenverzeichnis 26 Endnoten 27
  • 5. Einleitung Warum es sich lohnt, in Landwirtschaft zu investieren Weltweit leiden 842 Millionen Menschen an Hunger. Aufgrund der wachsenden Bevölkerungszahlen verschärft sich das Problem der Nah-rungsmittelknappheit. Bis 2050 müsste daher die Lebensmittelproduktion um 70 Prozent steigen bzw. Nahrungsmittel müssten gerechter verteilt werden, um die Weltbevölkerung ernähren zu können. Denn eine gerechte Welt braucht erschwingliche Lebensmittel. 2 Das „Food Price Watch“-Pro-gramm der Weltbank verweist auf die Folgen steigender Lebensmittelprei-se, durch die in den letzten Jahren mehr als 40 Millionen Menschen in die Armut gedrängt wurden und sich das Risiko gewalttätiger Konflikte erhöht hat.3 Die Landwirtschaft muss also besonders in den Entwicklungsländern effizienter und produktiver werden. Diese Herausforderung stellt gleichzei-tig auch eine große Chance dar, denn Landwirtschaft ist extrem wichtig für den Wohlstand und die Entwicklung in ärmeren Ländern – sprich Ländern mit einem durchschnittlichen Jahreseinkommen von 400 bis 1.800 US-Dol-lar pro Person. Rund drei Viertel der Bevölkerung in Subsahara-Afrika sind in der Landwirtschaft tätig und landwirtschaftliche Erträge machen dort durch-schnittlich ein Drittel des Bruttoinlandsprodukts aus.4 Es ist also von zentraler Bedeutung, dass Kleinbauern ertragreicher wirtschaften, da sie dadurch gestärkt werden und zu mehr Einkommen und somit auch zu einem besseren Leben kommen. Informations- und Kommunikationstech-nologien – siehe Erklärung auf Seite 2 – können dabei helfen. In den ländlichen Gebieten Indiens beispielsweise stieg der Anteil der Menschen, die ein Handy besitzen („Teledensity“), von einem Prozent im Jahr 2000 auf 40 Prozent im Jahr 2012. 5 Selbst in sehr unzugänglichen Regi-onen der ärmeren Länder haben immer mehr Menschen Zugang zu dieser Technologie und stehen so zum ersten Mal in Verbindung mit der ganzen Welt. Die Weltbank beschreibt 2012 in dem Report „Maximizing Mobile“ mobile digitale Technologien als „unverzichtbar” für die Weiterentwicklung ärmerer Länder und analysiert deren Potenzial: „Die möglichen Vorteile mobiler Geräte, um diverse Stakeholder entlang der landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette miteinander zu verbinden, sprechen für sich.“6 Kleinbauern haben mit mobiler Digitaltechnologie Zugriff auf für sie relevante Informationen – seien es Wettervorhersagen, neue Tipps für eine bessere Ernte oder zu welchem Preis sie ihre Jamswurzel-Ernte auf dem www.betterplace-lab.org/Innovationsreport
  • 6. 5 Markt in der weit entfernten Stadt verkaufen können. Doch die Geräte und Apps, die Kleinbauern dabei helfen, ihre Aktivitäten besser zu managen, können noch mehr: Sie verschaffen ihnen einen besseren Zugang zu Kredi-ten, die ihnen ermöglichen, z. B. in neue Maschinen oder besseres Saatgut zu investieren. Das steigert die Produktivität und schafft damit Wohlstand. So zeigt dieser Innovationsreport vor allem anhand von Beispielen, wie mit neuen Informations- und Kommunikationstechnologien – im Folgen-den mAgri genannt – das Leben von Kleinbauern weltweit verbessert wird.
  • 7. diesen Report mAgri in der Anwendung Das betterplace lab hat auf seiner Forschungsreise „lab around the world“ 2014 zahlreiche Anwendungsbeispiele für mAgri aufgespürt und ihre Erfinder, Anwender und Förderer interviewt. Für diesen Report wurden exemplarische Landwirtschafts-Anwendungen aus den drei Schwerpunktländern ausgewählt und deren Chancen und Risiken ermit-telt. Der Report gibt einen breiten Überblick über die Möglichkeiten von mAgri, denn Indien, Ghana und Tansania stehen vor unterschiedlichen Herausforderungen, und die Innovationen wirken in entsprechend unter-schiedlichem Kontext. In Indien leben 68 Prozent der Bevölkerung auf dem Land, und beinahe die Hälfte aller Menschen arbeitet in der Landwirtschaft. 7, 8 Dank vieler Initiativen konnte die Lebensmittelherstellung in den letzten sieben Jahren schon um 30 Prozent gesteigert werden.9 In dem extrem großen Land mit über einer Milliarde Einwohnern und fast 900 Millionen Handys stehen mAgri-Anwendungen vor allem vor der Herausforderung, dass sie für sehr viele Menschen, regionale Sprachen und Wetterlagen anwendbar sein müssen. Ghana dagegen hat in den letzten Jahren enorme Fortschritte in der Landwirtschaft gemacht – die Lebensmittelproduktion versorgt etwa 60 Prozent der Bevölkerung, und auf 100 Einwohner kommen jetzt schon etwa 108 Handy-Verträge – beinahe so viele wie in Deutschland.10, 11 Doch wegen fehlender Agrar-Technologien schöpfen viele ghanaische Bauern das Potenzial ihrer Böden und Tiere noch nicht aus, weshalb der Anteil der Landwirtschaft am Bruttoinlandsprodukt auch in den letzten Jahren zurückgegangen ist.12 Tansania: Selbst im Vergleich zu anderen Entwicklungsländern vollzieht sich das Bevölkerungswachstum sehr schnell: Innerhalb der vergangenen 50 Jahre hat sich die Einwohnerzahl auf 50 Millionen vervierfacht.13 Nach einem kurzen Einbruch in den 1990er-Jahren passte sich die Landwirt-schaft diesen Herausforderungen an. Die Regierung initiierte ein umfas-sendes Ernährungsprogramm, das viele Anreize für Investitionen in die Landwirtschaft geschaffen hat.14 Die Ernteerträge sind vielversprechend, die Lebensmittelproduktion ist insgesamt zwischen 2006 und 2013 um knapp 40 Prozent gestiegen.15 Jedoch kommen auf 100 Einwohner bislang erst 55 Handy-Verträge16 – also nur gut halb so viele wie in Ghana. Ob-Über
  • 8. 7 wohl viele Kleinbauern und Familien sich Telefone teilen und gemeinsam nutzen, bleibt noch viel Potenzial für mAgri-Anwendungen ungenutzt. Wer sind Kleinbauern? Zwar existiert keine allgemein gültige Definition von Kleinbauern (Engl.: “smallholder farmer”), und die Kriterien unterschiedlicher Organisationen und Publikationen variieren. Fest steht, dass ein Kleinbauer nur wenig Land (zwei bis fünf Hektar, meist weniger als zwei Hektar) und wenig Vieh besitzt und sein finanzielles Einkom-men entsprechend gering ist.17 Viele dieser Bauern sind zudem Subsistenzbauern, also Landwirte, die in erster Linie zur Selbstver-sorgung anbauen und Überschüsse nur auf lokalen Märkten ver-kaufen. Sie sind bei ausfallenden oder schlechten Ernten beson-ders von Hunger bedroht. Weltweit gibt es mehr als 500 Millionen Kleinbauern, und lange Zeit gehörten sie nicht zur Zielgruppe der Hersteller digitaler Geräte.18 Inzwischen hat sich diese Situation aufgrund sinkender Preise geändert, und sehr viele Kleinbauern besitzen ein Handy.19 Im Folgenden gliedern wir die Fallbeispiele der drei besuchten Länder nach den in diesen Staaten dominierenden Anwendungsmöglichkeiten von mAgri: Anbauwissen Marktwissen Mikrofinanzierung
  • 9. Anbauwissen Mit Wissen Bauern empowern Für eine gute Ernte müssen Bauern die richtigen Anbautechniken und Methoden für Viehzucht oder Ernte kennen: In Indien beispiels-weise haben aber 60 Prozent der mehr als 270 Millionen Bauern keinen Zugang zu diesem Wissen 20 – und verzeichnen entsprechend schlechte Ernten oder verschwenden wertvolle natürliche Ressourcen. Weltweit werden deshalb sogenannte Agricultural-Extension-Programme – also Weiterbildungsprogramme für Kleinbauern – durchgeführt, bei denen beispielsweise landwirtschaftliche Berater in die Dörfer kommen und die besten Anbaumethoden vermitteln. Bei einem solchen Projekt, das 2009 Bauern in Ghana mit relevanten Informationen versorgte, stiegen die Ernten im Durchschnitt um 92 Prozent.21 Laut Weltbank arbeiten etwa eine Million dieser Berater in Entwicklungsländern,22 über 100.000 allein in Indien, wo zwischen 2009 und 2010 knapp 60 Millionen US-Dollar für diese Programme ausgegeben wurden.23 Doch trotz all dieser Bemühun-gen bekommen viele Bauern noch immer nicht die Informationen, die sie für eine gute Ernte brauchen. Digital Green Digital Green ist ein gutes Beispiel, wie das Wissen über gute Techni-ken und erfolgreiche Methoden multimedial verbreitet werden kann: Die indische Non-Profit-Organisation produziert zusammen mit erfolgrei-chen Bauern regional angepasste Lernvideos und zeigt sie in Dorf- und Bauerngemeinschaften. Um dies in einem so großen Land wie Indien logistisch durchführen zu können, kooperiert Digital Green mit beste-henden NGOs, die bereits in den Agricultural-Extension-Programmen als landwirtschaftliche Berater tätig sind. So vermeidet sie die Redun-danz, parallel zur bestehenden Hilfsindustrie eine neue aufzubauen. Auf diesem Weg erfahren Bauern aus Madhya Pradesh, wie viel Wasser Auberginen brauchen, auf Malayalam, welches das beste Futter für welche Hühner ist, und in der Regionalsprache Kannada, wie sie das Saatgut am besten vorbereiten. Der 33-jährige Gründer der Organisation, Rikin Gandhi, forschte früher bei Microsoft India’s Research Program „Technology for Emerging Markets“ auf dem Gebiet landwirtschaftlicher Beratungsthemen. Er fand www.betterplace-lab.org/Innovationsreport
  • 10. 9 heraus, dass die Akzeptanz der neuen Methoden unter den oft traditio-nell eingestellten Kleinbauern höher war, wenn die Methoden per Video vorgestellt wurden, in der Regionalsprache verfasst und an die regiona-len Bedingungen angepasst waren – und wenn ebenfalls ein Landwirt, nicht ein Berater, die Techniken vorstellte. Dank der Unterstützung vieler Kleinbauern erreicht Digital Green seine Ziele im Vergleich zu herkömmlichen Methoden zehnmal so effizient – das heißt, die Ergeb-nisse der herkömmlichen Beratung werden mit jetzt einem Zehntel der bisherigen Aufwendungen erreicht. Da es in den Einsatzgebieten der landwirtschaftlichen Berater oft we-der Strom noch Internet gibt, war es besonders wichtig, die Technik den lokalen Gegebenheiten anzupassen. Der 25-jährige Sreenivas Reddy, Software-Entwickler von Digital Green, erklärt: „Da wir meist in Dörfern ohne Internetzugang und Elektrizität arbeiten, brauchten wir ein System, das auch offline funktioniert. Wir haben dafür die Open-Source-Techno-logie von Google offline verwendet, und unsere Software ist auch jedem frei zugänglich.“ Die Mitarbeiter der Partner-Organisationen bekommen nach einer zehntätigen Ausbildung in Videodreh und -schnitt eine Kamera und den Pico-Projector, einen einfachen, batteriebetriebenen Beamer mit Laut-sprechern, mit dem sie die Filme speichern und wiedergeben können. Ihre Ergebnisse, also welche Bauern welche neuen Techniken anwenden, dokumentieren sie in der Connect-Online-Connect-Offline-Software COCO. Dafür nutzen sie Smartphones, Tablets oder auch Desktopcom-puter. Sobald das entsprechende Gerät Internetzugang hat, lädt COCO die Informationen automatisch auf die Server von Digital Green, wo die Ergebnisse zentral analysiert werden. Auf diese Weise hat die Organisation bereits 4.700 indische Dörfer erreicht und 290.000 Videoscreenings veranstaltet. 550.000 Tipps und neue Methoden wurden bereits umgesetzt. Bis 2015 will Digital Green über Kooperationen mit internationalen Stiftungen und der indischen Regierung eine Million Bauern in 11.000 Dörfern erreichen. Digital Green ist so erfolgreich, weil die mAgri-NGO mithilfe tech-nischer Mittel wie Videos, Projektoren und einer Analyse-Software ein bestehendes System der Hilfe für Bauern verbessert und effizient macht. Der größte Teil ist weiterhin die analoge Arbeit von Menschen vor Ort, die von der Technologie nur unterstützt werden. „Wir helfen mit Technik und Know-how, damit unsere Partner besser arbeiten können“, sagt Deeptha Umapathy, Managerin für Forschung und Entwicklung bei Digital Green.
  • 11. Farmerline Das Start-up Farmerline schickt ghanaischen Bauern Tipps und Tricks für einen höheren Ertrag direkt aufs Handy. Das sehr junge Team hinter dem mAgri-Projekt sieht als wichtigen Erfolgsfaktor, dass es die Bauern und ihre Bedürfnisse gut versteht – zum Teil kommen die Teammit­glieder selbst aus Kleinbauernfamilien. Sie wissen also, wie man am besten mit der Zielgruppe kommuniziert. Das heißt erstens, lokale Sprachen zu nutzen – Farmerline bietet seine Dienste in zwölf Sprachen an. Zweitens sind SMS-Nachrichten oft nicht passend, weil es für einige der Sprachen keine Schriftform gibt, und weil in der Zielgruppe die Rate von Analphabetismus hoch sein kann. Deswegen benutzt Farmerline oft Sprachnachrichten. Etwa zum Thema Fischfutter: Man sollte nicht zu viel verwenden, sonst lagern sich zu viele Nährstoffe im Gewässer an (Eutrophierung). Hört sich trivial an, sei aber ein Fehler, den viele machen, erklärt Mitgründer Bright Schandorf Adu. Dank der Informati-onen stiegen die Ernten der Fischer um zehn Prozent und der Gewinn sogar um 20 Prozent. Farmerline wurde im März 2013 mit Förderung der Indigo Trust gegründet und erreichte im ersten Jahr 2.000 Landwirte in sechs Regionen Ghanas. Das Potenzial von IKT für Wissens- Anwendungen für Bauern › IKT erleichtern den Zugang zu Wissen auch in schwer zugänglichen Regionen. › Multimediale Angebote führen dazu, dass neue Techniken häufiger angewendet werden. › Mit Video- und Tonaufnahmen kann man auch Analphabeten wichtiges Wissen vermitteln. › Digitalisiertes Feedback ermöglicht die stetige Verbesserung der Angebote. › IKT ermöglichen nicht nur „vertikalen“, sondern auch „horizontalen“ Wissenstransfer: nicht nur von Experten zu Bauern, sondern auch von Bauern zu Bauern. www.betterplace-lab.org/Innovationsreport
  • 12. 11 Marktwissen Wie IKT Bauern zu besseren Preisen verhelfen Nach Saat, Aufzucht und Ernte steht für die meisten Bauern der Verkauf ihrer Waren an. Kleinbauern sind hier aufgrund der Entfer-nungen zu größeren Städten auf Zwischenhändler angewiesen, die die Waren auf den Markt bringen. Doch ohne das Wissen über den tatsächlichen Marktpreis sind die Bauern gezwungen, sich auf den Preis des Zwischenhändlers einzulassen – egal, ob dieser ihnen einen fairen Preis anbietet oder sich an ihnen bereichert. Außerdem gibt es hohe, unbegründete Preisspannen zwischen Produkten gleicher Art, die auf unterschiedlichen, jedoch nicht sehr weit voneinander entfernten Märk-ten angeboten werden. Kleinbauern büßen als Folge Einkommen ein, und die Konsumenten auf den Märkten müssen zum Teil zu hohe Preise bezahlen. Im IKT-Bereich bieten daher immer mehr Dienstleister Informationen für die Kleinbauern an, die sie vor Ausbeutung und Betrug schützen. Diese mAgri-Anwendungen, teilweise für einfache Handys ohne In-ternetzugang entwickelt, geben den Bauern in Echtzeit einen Zugang zu Marktinformationen und damit eine faire Chance auf ein besseres Einkommen, unabhängig von der Preispolitik der Zwischenhändler. Einige Studien haben die Vorteile dieser IKT bereits errechnet: Laut verschiedener Studien erhöhte sich das Einkommen der Kleinbauern in verschiedenen indischen Bundesstaaten um bis zu 19 Prozent, in Ghana um zehn Prozent. 24 Und bei einer Umfrage in Ghana nannten Bauern den Zugang zu Preisinformationen umliegender Märkte als sinnvollste mobile Funktion, die sie für ihre Geschäftstätigkeiten nutzen könnten.25 Habari Mazao Die tansanische Online-Plattform Habari Mazao (Swahili für: „Wie geht’ s dem Gemüse?“) bietet einen SMS-Service an, der zum Beispiel über den Preis von Reis oder Mais auf dem Markt Kariakoo in Dares-salam informiert. „Über die Zeit können die Bauern auch Preisschwan-kungen beobachten und entscheiden, ob sie gleich verkaufen oder noch warten und Reis einlagern“, sagt Sugwejo Kaboda, der Geschäftsführer von Habari Mazao. Für über 100 Produkte erhalten die Bauern den Tagespreis und eine Jahresübersicht. Der Service kostet nur die SMS, die
  • 13. mit der Anfrage versendet wird, weitere Gebühren fallen nicht an. Seit Februar 2014 ist die Plattform online und wird bereits von über 500 Bau-ern genutzt. Auch Großabnehmer wie Hotelküchen oder Supermärkte sollen in Zukunft gegen eine Gebühr von dem Angebot profitieren können. Reuters Market Light Bereits seit sechs Jahren hält der Agrar-Informationsservice Reuters Market Light (RML) indische Kleinbauern per Handy über aktuelle Entwicklungen im Erntebetrieb auf dem Laufenden. Inzwischen nutzen über 1,3 Millionen Menschen den Service. Schätzungen zufolge erstreckt sich die Reichweite sogar auf vier Millionen, da die Nachrichten auch ausgetauscht und weitergegeben werden. In 13 indischen Bundesstaaten erhalten die registrierten Nutzer per SMS in ihrer lokalen Sprache Wettervorhersagen für ihre Region, Ge-treidepreise ihrer lokalen Märkte und Analysen des Erntezyklus ihres Saatgutes. 90 Prozent der befragten Bauern, die den Service nutzen, bestätigten eine erhebliche Verbesserung ihrer Ernteerträge. Zudem hat sich die Preisspanne zwischen den Märkten um zwölf Prozent reduziert. Mittlerweile bietet RML auch Business-to-Business-Kommunikation und hat seine Reichweite dadurch um 400 Prozent gesteigert. Esoko Wie Reuters Market Light war Esoko (2005 mit dem Namen „Trade- Net“ gegründet) ein Pionier der SMS-Dienstleistung für Informationen zu Marktpreisen in Ghana. Schon in den ersten Tagen merkte das Team, dass es sich nicht auf die offiziellen Zahlen der Regierung verlassen konnte. Der Prozess zur Bestimmung der Preise war zu langsam, sodass nur veraltete Informationen veröffentlicht wurden. Daher benutzt Esoko sein eigenes Netzwerk von Scouts, die die Preise direkt auf den Märkten sammeln. Inzwischen ist das ghanaische Unternehmen in acht Ländern Afrikas aktiv und erreicht nach eigener Schätzung mehr als 150.000 Bauern. Esoko ist nicht nur geografisch stark gewachsen, sondern hat auch sein Leistungsspektrum erweitert. So bietet der mAgri-Dienstleister mitt-lerweile auch eine Informations-Hotline und SMS-Umfragen an, mit denen Verbände und Vereinigungen ihre Mitglieder befragen können. www.betterplace-lab.org/Innovationsreport
  • 14. 13 Das Potenzial von IKT für Marktwissen › Die günstige und schnelle Kommunikation der IKT verschafft den Bauern zum ersten Mal Preistransparenz, sodass sie nicht mehr von den Preisen der Zwischenhändler abhängig sind. › Mithilfe der Informationen über Marktpreise können Kleinbauern auch strategische Entscheidungen für den zukünftigen Anbau treffen, um besser wirtschaften zu können.
  • 15. Mikrofinanzierung Warum Bauern auch Banker sind Dank mobiler Technologien können nun auch Menschen mit gerin-gem Grundeinkommen in ländlichen Gegenden ihr Geld verwalten. Denn bislang waren für sie Bankgeschäfte kaum möglich – und wenn, dann nur umständlich und teuer, da die schlechte Infrastruktur hohe Transaktionskosten verursachte. So haben in Indien mehr als 60 Prozent der Bevölkerung auf dem Land kein Bankkonto.26 Weltweit sind es etwa 2,5 Milliarden Menschen, die keinen Zugang zu Finanzdienstleistungen haben.27 Mobile-Banking-Systeme können das ändern und den Zugang zu wichtigen Finanzgeschäften und Mikrokrediten demokratisieren. Besonders für Kleinbauern, die keine Rücklagen haben, kann das eine große Hilfe sein. Durch Mikrokredite können sie Saatgut oder Gerät-schaften auch dann kaufen, wenn zum Beispiel die letzte Ernte schlecht ausgefallen ist oder Preisschwankungen für weniger Einkommen sorgen. First Access Um die Vergabe von Mikrokrediten an Kleinunternehmer zu be-schleunigen, bietet das Social Business „First Access“ in Tansania einen innovativen Service an: Nachdem der Kreditbewerber zunächst per SMS seine Daten freigegeben hat, prüft ein Algorithmus anhand von Han-dyrechnungen und weiteren 85 Variablen (zum Beispiel der Anzahl der Anrufe) dessen Kreditwürdigkeit. „In informellen Märkten wie hier in Tansania sind Mikrokredite teuer“, sagt Athu Karume, der Leiter des Büros von First Access in Daressalam. „Die Kreditinspektoren müssen oft weit reisen und lange Evaluierungsbögen ausfüllen, um die Kreditwürdigkeit eines Bauern oder Kioskbesitzers irgendwo auf dem Land einzuschätzen.“ Durch First Access lässt sich dieser Prozess nun deutlich abkürzen: Der Algorith-mus berechnet, wie viel Geld dem potenziellen Kreditnehmer gestattet werden sollte – und auch für die Auszahlung braucht der Bewerber kein Konto. Über den Mobile-Payment-Dienst M-Pesa kann das Geld einfach aufs Handy überwiesen werden. www.betterplace-lab.org/Innovationsreport
  • 16. 15 Ekgaon Ähnlich wie First Access will das Mobile-Banking-System von Ekgaon in Indien Kleinbauern den Zugang zu wichtigen Finanzgeschäften wie Mikrokrediten oder Rentenzahlungen erleichtern. Die Open-Source-­Software beinhaltet eine App, mit der Mikrokredite in Sekundenschnelle dahin gelangen, wo sie gebraucht werden – und macht mit einem ausgeklügelten Identifikationssystem (virtueller Fingerabdruck oder Unterschrift) gleichzeitig den Weg des Geldes nachvollziehbar. Das sorgt für mehr Transparenz und für eine schnellere Mikrofinanzierung der Menschen. Darlehensanfragen, Kreditgewährungen und Überweisungen werden einfach per SMS erledigt. Damit das Ganze nicht in exzessiven Kreditaufnahmen endet, hat Ekgaon auch einen kostenlosen SMS-In-foservice für Bauern eingerichtet, der ihnen wichtige Informationen zu Preisentwicklungen sendet und als Entscheidungsgrundlage für die Kreditaufnahme dient. Coffee Transparency Der ebenfalls SMS-basierte Service von Coffee Transparency von TechnoServe ermöglicht eine engere Betreuung zwischen Banken und Kaffeekooperativen in Tansania. Letztere benötigen während der Ern-te- Saison mindestens 100.000 US-Dollar Arbeitskapital, um laufende Kosten zu decken, und sind daher auf Kredite angewiesen. Bisher fehlte es oft an den nötigen Sicherheiten für die Kreditvergabe. „Banken, die mit Kaffee-Kooperativen zusammenarbeiten, haben zwei Alternativen: hoffen, beten und warten, ob das Geld wieder zurückkommt – oder die Kooperativen kontinuierlich begleiten und beraten“, so Moritz Waldstein von der NGO TechnoServe. Mit dem SMS-Service sendet die Kooperative nun regelmäßig wich-tige Informationen u. a. zum Einkaufsvolumen und zur Kapitalverwen-dung, die automatisch in eine Datenbank eingepflegt werden. Nicht nur Banken und Kooperative erhalten somit einen Überblick zur Rentabilität der Kaffee-Produktion, auch Großkunden beobachten über die Plattform die Entwicklung der Kaffeepreise und identifizieren für sie passende Kooperativen in ihrer Region. In der Erntesaison 2014 wurden über die Plattform bereits mehr als fünf Millionen US-Dollar abgewickelt. 2015 soll sich das Volumen verdoppeln.
  • 17. Kilimo Salama Mithilfe der Versicherungsinitiative Kilimo Salama („Sichere Ernte“) können Kleinbauern in Tansania, Kenia und Ruanda seit einigen Jahren ihre Ernte gegen extremes Wetter wie Dürre und Überschwemmungen oder gegen Krankheiten versichern. Im Jahr 2013 kam hier bereits eine Versicherungssumme von über 25 Millionen US-Dollar zusammen – Tendenz steigend.28 Knapp 185.000 Kleinbauern nutzen bereits die Vorteile der Dienstleistung: Die Versicherungen können u. a. zusammen mit dem Saatgut für fünf Prozent des Kaufpreises erworben werden, sodass die Bauern nicht erst mit Versicherungsvertretern verhandeln müssen. Über M-Pesa – mehr Informationen zu Mobile Money auf Seite 17 – wird bequem per Handy bezahlt. Mehrere solarbetriebene Wetterstationen sammeln Wetterdaten in den Anbauregionen der versicherten Bauern. Bei Wetterkatastrophen erhalten sie automatisch eine Zahlung über M-Pesa, die den Kosten des beschädigten Saatguts entspricht. Hoher Administrationsaufwand wie Kontrollbesuche, Scha-denserhebungen und langwierige Abrechnungen entfallen. In einer 2012 durchgeführten Wirkungsanalyse wurde festgestellt, dass versicherte Kleinbauern 19 Prozent mehr investiert und 16 Prozent mehr verdient haben als benachbarte Bauern ohne Versicherung.29 2015 sollen mehr als eine Million Bauern in der Region Ostafrika versichert werden. www.betterplace-lab.org/Innovationsreport
  • 18. 17 Das Potenzial von IKT für Mikrofinanzierung › Mithilfe von IKT haben viele Kleinbauern zum ersten Mal Zugang zu Finanzdienstleistungen und können besser wirtschaften, indem sie besseres Saatgut und Geräte oder eine Mikroversicherung zur Verfügung haben. › Indem sie die Prüfung der Kreditwürdigkeit und die Kreditverga-be automatisieren, verringern IKT die Kosten für Kreditgeber. So sind Kredite für eine neue Gruppe von Empfängern verfügbar. › Dienstleistungen, die Buchhaltung u. Ä. digitalisieren, können nicht nur Effizienz und Produktivität ankurbeln, sondern bilden auch eine Informationsgrundlage für potenzielle Investoren. Was ist Mobile Money? Mobile Money (auch m-payment oder m-commerce) ermöglicht den sofortigen Geldtransfer zwischen Handys. Für viele Millionen Menschen in Entwicklungsländern, die bislang kein Bankkonto hatten, ist das eine kleine Revolution. Denn diese sogenannten „unbanked“ Menschen werden finanziell integriert, in Wirtschafts-kreisläufe eingebunden und können in ihrem Alltag auch ohne Bankkonto effizient, bargeldlos, preiswert und sicher Geld im ganzen Land transferieren. Pionier von Mobile Money und immer noch das bekannteste Er-folgsbeispiel der Welt ist M-Pesa vom kenianischen Mobilfunkan-bieter Safaricom. Jeder, der über ein Handy verfügt, kann sich bei Safaricom für den M-Pesa Dienst registrieren und erhält für seine Telefonnummer eine PIN, die bei jeder Transaktion benötigt wird. Nach Bedarf kann nun kostenlos Geld aufgeladen werden und ge-gen eine geringe Gebühr per verschlüsselter SMS versendet oder empfangen werden. Safaricom hat in seinem Jahresbericht vom März 2014 angegeben, dass via M-Pesa pro Monat im Schnitt 835 Millionen Euro transferiert werden. Der Dienst ist mittlerweile so erfolgreich, dass M-Pesa auch nach Europa expandiert. Wie die oben genannten Beispiele zeigen, ist Mobile Money in Tansania weit verbreitet und wird von 44 Prozent aller Erwachse-nen genutzt.30 In Indien bieten 15 Telekommunikations-Unterneh-men mobile Bezahlmöglichkeiten an, bislang nutzen aber nur we-nige Menschen dieses Angebot.31 Ähnlich bleibt auch in Ghana das Potenzial von Mobile Money bisher unausgeschöpft, trotz regelmä-ßiger Bemühungen der Anbieter und positiver Berichterstattung.32
  • 19. AUSBLICK Mehr Lebensmittel und bessere Lebenschancen durch das Handy? » Lasst uns in ländliche Gegenden investieren, um sie zu Orten zu machen, wo die heutige Jugend ihre Zukunft verbringen will. Orte, wo sie gesunde und gut gedeihende Gemeinden frei von Hunger und Armut aufbauen können. Orte, von denen aus sie die Welt ernähren können.« www.betterplace-lab.org/Innovationsreport – Kanayo F. Nwanze, Präsident des Internationalen Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung 33 Technologien können viel verbessern – aber nicht alles. Die Land-wirtschaft und mit ihr die Menschen, die Äcker bepflanzen und Tiere züchten, wird immer von zentraler Bedeutung für die Ernährung der Weltbevölkerung sein. Was digitale Technologien verändern, ja sogar transformieren können, ist das Auskommen und das Leben der Klein-bauern auf der ganzen Welt, indem sie ihnen dabei helfen, ihre Effizienz, Produktivität und ihr Einkommen zu steigern. Dieser Innovationsreport vermittelt einen Eindruck darüber, welchen Fortschritt Technologien, insbesondere Handys, in ländliche Gebiete sich entwickelnder Länder gebracht haben. Digital Green in Indien (S. 8) versucht durch Lernvideos Bauern Hilfestellungen bei ihren Anbaumethoden zu liefern, Esoko in Ghana (S. 12) stellt Informationen über Marktpreise bereit und Kilimo Salama in Tansania (S. 16) verbindet mobiles Bezahlen mit gesammelten Daten aus fest installierten Wetter-stationen, um Kleinbauern ohne Bankkonto gegen Wetterkapriolen und Ungeziefer zu versichern. Trotz all dieser Fortschritte bleibt noch einiges zu tun. In der Tat lassen sich zahlreiche Gründe aufzählen, warum in den kommenden Jahrzehnten weiterhin in eine stabile Landwirtschaft investiert werden muss. Neben der Herausforderung, eine anhaltend wachsende Bevölke-rung zu ernähren, bedrohen die Folgen des Klimawandels eine stabile Ernährungsversorgung. Gleichzeitig ist ein starker landwirtschaftlicher Sektor eine wichtige Voraussetzung für den wirtschaftlichen Fortschritt in Entwicklungsländern.
  • 20. 19 mAgri-Anwendungen tragen dazu bei, nicht nur Hunger weltweit zu bekämpfen, sondern sie fördern Wohlstand und Unabhängigkeit vieler Millionen Menschen in ländlichen Gemeinschaften. Nun ist es an der Zeit, sich für skalierbare, nachhaltige Lösungen einzusetzen.
  • 21. Anhang Länderprofil Indien • Bevölkerung: 1,23 Mrd. • Human Development Index: 136 von 187 • BIP: 1.086 Mrd. US-Dollar • Pro-Kopf-Einkommen: 1.503 US-Dollar • BIP-Wachstumsrate: 4,7 Prozent • Handynutzer von 100: 70,78 34 • Internetnutzer: 12,58 Prozent 1. Dynamik des IKT-Sektors Indien ist das Land der Superlative, wenn es um IKT geht: Die meis-ten internationalen Technologie- und Internetkonzerne haben Depen-dancen oder Forschungsabteilungen im Land und jedes Jahr schließen ungefähr 300.000 Inder ein IT- oder Technologiestudium ab und finden weltweit Arbeit in Internet- und Softwareunternehmen. 2012 generierte der indische IKT-Sektor einen Umsatz von 100 Milliarden US-Dollar. Internet und Mobilfunk gehören für große Teile der Bevölkerung zum Alltagsleben. Seit 2008 hat sich die Anzahl der Handy-Nutzer mehr als verdoppelt. Fast 900 Millionen Menschen haben mittlerweile ein Mobil-telefon (Stand 2013), das sind nahezu 70 Prozent der Gesamtbevölke-rung des Landes. Insbesondere in den Städten besitzt jeder Einwohner mindestens ein Handy – hier liegt die Versorgung bei 140 Anschlüssen pro 100 Einwohnern – während sie auf dem Land bei nur etwa 40 liegt. Weniger als ein Viertel dieser Mobiltelefone sind Smartphones, Handys sind derzeit noch in der Mehrzahl. Festnetztelefone waren in Indien noch nie wichtig – etwa 2,5 Prozent der Einwohner haben einen An-schluss, und die Tendenz ist fallend. Der Ausbau der Internet-Verfügbarkeit geht in Indien schnell voran: Die meisten Nutzer greifen von mobilen Geräten wie Smartphones und Tablets darauf zu – wie viele Nutzer das mobile Internet hat, darüber ge-hen die Meinungen auseinander, bewegen sich aber in einem Spektrum zwischen 150 und 220 Millionen. Insgesamt haben etwa zwölf Prozent der Bevölkerung Zugang zum Internet. Für die ländlichen Regionen, in denen ungefähr 68 Prozent der Bevölkerung leben, ist der Zugang zu diesen Technologien nur eingeschränkt möglich – aufgrund von Netz- www.betterplace-lab.org/Innovationsreport
  • 22. 21 abdeckung, Stromversorgung, Bildung und finanziellen Ressourcen. Der Ausbau von Breitbandinternet per Festnetz wird von der Regierung stark angetrieben, geht aber im ländlichen Bereich nur langsam voran. 2. Rolle der Regierung für IKT Die Regierung spielt eine wichtige Rolle in der Digitalisierung des ge-samten Landes. Die „National Telecom Policy“ von 2012 hat zum Ziel, bis 2020 allen Indern – also mindestens einem Mitglied jeder Familie – einen Internetanschluss zu garantieren. Das soll vor allem die digitale Kluft zwischen Stadt und Land verringern. Der tatsächliche Ausbau stockt aber, da sich die Gesetzgebung zwischen den Bundesstaaten teilweise stark unterscheidet und große Distanzen zu überbrücken sind. Der „National E-Governance Plan“ sorgt seit Anfang der 2000er-Jahre dafür, dass öffentliche Dienstleistungen online zugänglich sind. Staatliche Hilfsleistungen, Pässe oder Baugenehmigungen können im Internet be-antragt werden – das spart nicht nur Zeit, sondern verhindert Korruption. In einer landesweiten Open-Data-Initiative veröffentlicht und analysiert die Regierung offen zugängliche Daten zur Bevölkerung und lädt ihre Bürger dazu ein, auf Hackathons und Wettbewerben Apps und andere Anwendungen zu entwickeln, um diese Daten für die Verbesserung der Lebensumstände zu nutzen. Die Regierung hat mittlerweile das Potenzial dieser digitalen Innovationen für das Soziale entdeckt und unterstützt in groß angelegten Programmen neue Entwicklungen oder die Verbreitung erfolgreicher Projekte. 3. Ausblick auf die digital-soziale Szene Der Ausdruck „Tech 4 Good“ ist in Indien weit verbreitet. Er be-schreibt, mit welchen Mitteln Internet und Mobiltelefone das Leben von armen Menschen erleichtern oder sogar revolutionieren können. » Besonders beeindruckt haben mich die Organisationen, die digitale Tools und analoge Realität verbinden – wie Digital Green, das mit einer Online-offline-Software allen Lebenslagen gerecht wird, ob nun für Menschen in entlegenen Regionen Indiens oder der Zentrale in Delhi.« Medje Prahm hat für das betterplace lab in Indien geforscht.
  • 23. Länderprofil Ghana • Bevölkerung: 25,4 Mio. • Human Development Index: Rang 135 von 187 • BIP: 40,71 Mrd. US-Dollar • Pro-Kopf-Einkommen: 1.605 US-Dollar • BIP-Wachstumsrate: 7,9 Prozent • Mobilfunkverträge pro 100 Einwohner: 108,19 35 • Internetnutzer: 12,3 Prozent 36 • SMS-Preis Durchschnitt: 0,01 Euro 37 1. Dynamik des IKT-Sektors Ghanas Wirtschaft wächst. Das gilt auch für den IKT-Sektor. Seit Be-ginn der 2000er-Jahre ist die Anzahl der Mobiltelefone sprunghaft ange-stiegen. Verfügten im Jahr 2003 nur zwei von hundert Einwohnern über eine aktive SIM-Karte, lag diese Rate im Jahr 2012 bereits bei über 100,9 SIM-Karten pro hundert Einwohner. 38 Das heißt, pro Person sind heute in der Regel mehrere SIM-Karten in Benutzung. Damit liegt Ghana bei der aktiven Handy-Nutzung an fünfter Stelle in Afrika. Das schlägt sich auch im ghanaischen Alltagsleben nieder – mobile Technologien und Anwendungen verbreiten sich schnell und werden rege genutzt. Etwas zeitlich verzögert steigt in Ghana nun auch die Internetnut-zung. Hatten 2009 nur rund fünf Prozent der Bevölkerung Zugang zum Internet, stieg der Anteil innerhalb von nur drei Jahren auf zwölf Prozent (2012). Infrastrukturell gilt für Ghana – wie für viele andere afrikanische Länder –, dass Festnetzanschlüsse und Breitbandinternet unüblich und teuer sind. Pro 388 Einwohner gibt es nur einen Festnetzanschluss (die Kosten für eine Breitbandverbindung liegen bei 35 bis 100 US-Dollar pro Monat). Das mobile Internet ist günstiger und wird von vielen Firmen über einen USB-Stick, ein sogenanntes Dongle (Transmitter Dongle), zur Verfügung gestellt. Hier sind die Kosten vor allem durch die steigende Konkurrenz – MTN, Tigo, Airtel, Expresso, Vodafone und Glo sind die größten Anbieter – gesunken. Dadurch ist das Internet heute auch für viele Menschen mit geringerem Einkommen zugänglich. www.betterplace-lab.org/Innovationsreport
  • 24. 23 Unterschiede in der Handynutzung finden sich allerdings zwischen Stadt- und Landbevölkerung. In Ghana leben 47 Prozent der Bevöl-kerung in ländlichen Gebieten. Hier ist die Netzabdeckung bis zu 15 Prozent geringer als in urbanen Gebieten und die Internetnutzung liegt in etwa bei einem Siebtel der städtischen Vergleichszahlen. Auch weitere Faktoren wie die höhere Analphabetismusrate und die Altersstruktur spielen eine Rolle. 2. Rolle der Regierung für IKT Obwohl die nationale Regierung die Förderung des IKT-Sektors als Priorität angibt, ist die IKT-Gemeinschaft nicht von dieser Politik überzeugt. Ein Beispiel dafür ist das Prestigeprojekt „Hope City“. Dieses kostspielige Technologiezentrum war von Anfang an sehr umstritten und bleibt problembeladen. Vielmehr fordern die Akteure des Sektors ein größeres Engagement für die Senkung der Betriebskosten vonseiten der Regierung. 3. Ausblick auf die digital-soziale Szene In Accra sind in den vergangenen Jahren mehrere „Tech-Hubs“ gegründet worden, die Ausgangspunkt für viele Start-ups sind. » Von der Regierung bis zu den NGOs sehen viele besonders in Internet-Start-ups einen Motor für die Zukunft des Landes. Dieser Optimismus ist vor allem bei vielen Jungunternehmern zu finden – junge, gut ausgebildete Menschen mit großen Plänen.« Ben Mason hat für das betterplace lab in Ghana geforscht.
  • 25. Länderprofil Tansania • Bevölkerung: 47,8 Mio. • Human Development Index: 152 von 187 • BIP: 28,2 Mrd. • Pro-Kopf-Einkommen: 609 US-Dollar • BIP-Wachstumsrate: 6,9 Prozent • Handynutzer von 100: 56,6 39 • Internetnutzer: 3,95 Prozent der Bevölkerung • SMS-Preis im Durchschnitt: 0,02 Euro 40 1. Dynamik des IKT-Sektors Tansanias Wirtschaft ist im Aufstieg: In den vergangenen zehn Jahren wuchs sie jährlich um rund sieben Prozent. Zu diesem Aufschwung trägt auch der Mobiltelefoniemarkt bei. 2005 wurde der Mobilfunkmarkt in Tansania liberalisiert – seitdem stiegen die Nutzerzahlen sprunghaft an. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung hat heute einen aktiven Handy-vertrag. Sechs große Mobilfunkanbieter haben sich am Markt etabliert: Airtel, Tigo, TTCL, Vodacom, Benson und Zantel – damit ist Tansania einer der liberalisiertesten Mobilfunkmärkte in Afrika. Entsprechend profitieren die Nutzer von konkurrenzfähigen Preisen: Eine SMS kostete 2013 im Durchschnitt 0,02 Euro. Und jeder zweite Tansanier nutzt sein Handy auch, um bargeldlos zu bezahlen. Trotz des dynamischen Wachstums im IKT-Sektor bleibt die Anzahl der Internetnutzer gering, da derzeit nur etwa vier Prozent der Bevölke-rung regelmäßigen Zugang zum Internet haben. Das könnte sich bald ändern, denn im Mai 2014 wurde in Tansania als erstem afrikanischen Land 4G LTE eingeführt. Nun wird das mobile Internet schneller und besser verfügbar. Dem „Global Information Technology Report 2013“ zufolge fehlt es Tansania bislang an Netzabdeckung, vor allem für rurale Regionen, in denen 73 Prozent der Bevölkerung leben. 2. Rolle der Regierung für IKT Die Regierung fördert gezielt den Ausbau der digitalen Infrastruktur im Land und will diese nutzen, um einige der drängendsten Probleme des Landes zu lösen. So hat beispielsweise das Ministry of Health and www.betterplace-lab.org/Innovationsreport
  • 26. 25 Social Welfare Ende 2013 eine „eHealth Strategy“ veröffentlicht. Die Rolle von IKT wird hier als Unterstützung bei Planung, Management und Umsetzung von Gesundheitsleistungen definiert. Handys sollen beispielsweise dazu genutzt werden, Krankheitsausbrüche (z. B. Malaria) zu lokalisieren und besser zu bekämpfen. Ein weiteres Beispiel für die Förderung digitaler Lösungen durch die Regierung ist der DTBi Inkuba-tor, der digitale Start-ups fördert. Um den kreativen Digitalunternehmer-geist weiter zu fördern, arbeitet das Ministerium für Wissenschaft und Technologie derzeit auch an Guidelines für Innovatoren und Entwickler. Die Regierung plant bereits seit mehreren Jahren einen Technologiepark mit Universität und Forschungseinrichtungen außerhalb Daressalams. Das Projekt geht nur langsam voran. 3. Ausblick auf die digital-soziale Szene » In Tansania geht es oft noch um die Grundlagen von IKT: Kinder, Studenten, Behördenmitarbeiter lernen mit dem Computer umzugehen. Dementsprechend gibt es nur wenige etablierte digital-soziale Anwendungen aus Tansania, dafür aber einige sehr spannende Pilotprojekte.« Kathleen Ziemann war für das betterplace lab in Tansania.
  • 27. Agriculural Information Worldwide (2008) Vol.1/ No.1 www Egyir/Al-Hassan/Abaka (2011) The Effect of ICT-based Market Infor-mation Services on the Performance of Agricultural Markets: Experiences from Ghana. In: ICT Research and Develop-ment in Africa. Vol.2/Issue 2 FAO (2009) How to feed the world in 2050 www Helder/Emden/Fuchs/Petrazzini (2013) Connecting ICTs to Development. The IDRC Experience www International Found for Agricultural Development (2012) Smallholders can feed the world www Leliveld/Dietz/Klaver/Kilama/Foeken (2013) Agricultural dynamics and food security trends in Tanzania www Munyua, Hilda (2007) ICTs and small-scale agriculture in Africa: a scoping study www National Development Planning Commission (2010) The Ghana Shared Growth and Develop-ment Agenda 2010-2013, Vol. 1 – Policy Framework www National Development Planning Commission (2011) The Implementation of the Ghana Shared Growth and Development Agenda – 2010 Progress Report www Sarpong/Anyidoho (2012) Climate Change and Agricultural Policy Processes in Ghana. Future Agricultures Working Paper 045 www www.betterplace-lab.org/Innovationsreport The World Bank (2011) ICT in Agriculture. Connecting Small-holders to Knowledge, Networks and Institutions. Report No. 64605 www The World Bank (2012) Maximizing Mobile. Information and Communications for Development www The World Bank (2014) Food Price Watch. Year 5/Issue 17 www UNDP (2014) The Millenium Development Goals Re-port 2014 www Wiredu, Alexander (2011) Enhancing farmer’s access to technology for increased rice productivity in India. African Journal of Agricultural Research Vol. 6(19) www Verwendete Online-Datenbanken ICT Facts and Figures 2014 http://www.itu.int/en/ITU-D/Statistics/ Pages/stat/default.aspx The World Bank Database http://data.worldbank.org/ National Communications Authority (Ghana) http://www.nca.org.gh/40/52/ Network-Tariffs.html Online-Publikationen werden zitiert mit Autor, Jahr, Titel und durch ein www gekennzeichnet. Um diese Artikel online zu finden, reicht es, den Titel in einer Standard- Suchmaschine einzugeben. Quellenverzeichnis
  • 28. 27 Endnoten 1 Mangstl, Anton Dr. (2008): Emerging Issues, Priorities and Commitments in eAgriculture (S. 5-6), entnommen aus dem Report Agricultural Information Worldwide. Online unter: http:// journals.sfu.ca/iaald/index.php/aginfo/article/view/1/2 2 Die vorangegangenen Angaben stammen aus dem FAO-Report „How to Feed the World in 2050“. Als PDF online unter: http://www.fao.org/fileadmin/templates/wsfs/docs/expert_pa-per/ How_to_Feed_the_World_in_2050.pdf 3 Diese Angabe stammt aus dem Food Price Watch-Report der World Bank. Als PDF online unter: http://www.worldbank.org/content/dam/Worldbank/document/Poverty%20documents/ FPW_May%202014_final.pdf. Weitere Informationen sind zudem in diesem Artikel aufbereitet: http://web.worldbank.org/WBSITE/EXTERNAL/NEWS/0,,contentMDK:22833439~pageP-K: 64257043~piPK:437376~theSitePK:4607,00.html 4 Die Informationen stammen aus dem Fact Sheet „The World Bank and Agriculture in Africa“. Online unter: http://web.worldbank.org/WBSITE/EXTERNAL/COUNTRIES/AFRICAEXT/0,,con­te ntMDK:21935583~pagePK:146736~piPK:146830~theSitePK:258644,00.html 5 Presseinformation 9/2014 „Telecom Regulatory Authority of India“. Als PDF online unter: http://www.trai.gov.in/WriteReadData/PressRealease/Document/PR-TSD-Dec,%2013- 17022014.pdf 6 Entnommen aus dem World Bank Report „Maximizing Mobile“, 2. Kapitel: Mobilizing the Agri-cultural Value Chain. Als PDF online unter: http://siteresources.worldbank.org/EXTINFORMA-TIONANDCOMMUNICATIONANDTECHNOLOGIES/ Resources/IC4D-2012-Chapter-2.pdf 7 Weltbank: http://data.worldbank.org/indicator/SP.RUR.TOTL.ZS 8 Weltbank: http://data.worldbank.org/indicator/SL.AGR.EMPL.ZS 9 Weltbank: http://data.worldbank.org/indicator/AG.PRD.FOOD.XD 10 Informationen nachzulesen in den beiden Berichten der National Development Planning Commission aus den Jahren 2010 und 2011. 11 ICT Facts and Figures 2014. Online unter: http://www.itu.int/en/ITU-D/Statistics/Pages/stat/ default.aspx 12 Informationen aus dem Future Agricultures Working Paper 045. Als PDF online unter: www. future-agricultures.org/publications/research-and-analysis/working-papers/doc_down-load/ 1586-climate-change-and-agricultural-policy-processes-in-ghana 13 Weltbank: http://data.worldbank.org/country/tanzania 14 Diese Angabe ist dem Report “Agricultural dynamics and food security trends in Tanzania” entnommen. Als PDF online unter: https://openaccess.leidenuniv.nl/handle/1887/22944 15 Weltbank: http://data.worldbank.org/indicator/AG.PRD.FOOD.XD 16 ICT Facts and Figures 2014, abrufbar unter: http://www.itu.int/en/ITU-D/Statistics/Pages/stat/ default.aspx 17 Diese Angabe stammt aus dem Bericht “ICTs and Small-Scale Agriculture in Africa”, unter: https://idl-bnc.idrc.ca/dspace/handle/10625/50998 18 Diese Angaben stammen aus dem Report “Smallholders can feed the world”, als PDF unter http://www.ifad.org/pub/viewpoint/smallholder.pdf
  • 29. 19 Diese Angaben stammen aus dem Report “Connecting ICTs to Development. The IDRC Experi-ence”. Online unter: http://www.idrc.ca/EN/Resources/Publications/Collections/ICT4D/Pages/ default.aspx?index=38 20 Aus dem Bericht “Recommendations of Working Group on Agricultural Extension for For-mulation of Eleventh Five-Year Plan (2007-2012)”, 12. Januar 2007, verfasst von der Working Group on Agricultural, Govt. of India. Als PDF online unter: http://planningcommission.nic.in/ aboutus/committee/wrkgrp11/wg11_agrext.pdf 21 Angaben entnommen aus “Enhancing farmer’s access to technology for increased rice pro-ductivity in India”. Online unter: http://www.academia.edu/2515699/Enhancing_farmers_ac-cess_ to_technology_for_increased_rice_productivity_in_Ghana 22 Gershon Feder zum Thema “The challenges facing agricultural extension - and a new oppor-tunity”. Online unter: http://www.new-ag.info/en/view/point.php?a=1253 23 Entnommen aus dem Jahresbericht 2009/2010 der Indischen Notenbank. Online unter: http:// rbidocs.rbi.org.in/rdocs/AnnualReport/PDFs/0RBIAN240810_F.pdf 24 Diese Zahlen sind abhängig von der Ernte, dem Land und dem Jahr der Studie. Die Informa-tionen stammen aus der Tabelle 2.2 (Seite 34) aus dem Bericht „Maximizing Mobile“. Online unter: http://siteresources.worldbank.org/EXTINFORMATIONANDCOMMUNICATIONAND-TECHNOLOGIES/ Resources/IC4D-2012-Chapter-2.pdf 25 Diese Angaben stammen aus dem Artikel „The Effect of ICT-based Market Information Ser-vices on the Performance of Agricultural Markets: Experiences from Ghana.“ 26 Diese Angaben sind einer Präsentation der Bank of India entnommen. Online unter: http:// www.bankofindia.co.in/FI-BOI/images/FI%20presentation.pdf 27 Diese Angaben stammen aus McKinsey’s Quarterly “Counting the World’s Unbanked”. Online unter: http://www.mckinsey.com/insights/financial_services/counting_the_worlds_unbanked 28 Angaben online unter: http://www.syngentafoundation.org/__temp/Kilimo_Salama_3_Pa-ger_ 21_1_14.pdf 29 Angaben online unter: http://www.ifc.org/wps/wcm/connect/industry_ext_content/ifc_exter-nal_ corporate_site/industries/financial+markets/retail+finance/insurance/kilimo+salama 30 Angaben entnommen aus Jewfa, Baraka (2014): Tanzania Ahead of Kenya in Use of Mobile Money. Online unter: http://allafrica.com/stories/201407030111.html 31 Angaben entnommen aus Mirani, Leo (2014): Why mobile money has failed to take off in India. Online unter: http://qz.com/222964/why-mobile-money-has-failed-to-take-off-in-india/ 32 Zum Beispiel Kunateh, Masahudu (2014): Massive Uptake of MTN Ghana Mobile Money. Online unter: http://allafrica.com/stories/201406181370.html 33 Zitat entnommen aus dem Report „Smallholders can feed the world.“ Online unter: http:// www.ifad.org/pub/viewpoint/smallholder.pdf 34 ICT Facts and Figures 2014: http://www.itu.int/en/ITU-D/Statistics/Pages/stat/default.aspx. 35 ICT Facts and Figures 2014: http://www.itu.int/en/ITU-D/Statistics/Pages/stat/default.aspx. 36 ICT Facts and Figures 2014: http://www.itu.int/en/ITU-D/Statistics/Pages/stat/default.aspx 37 National Communications Authority (Ghana): http://www.nca.org.gh/40/52/Network-Tariffs. html. 38 ICT Facts and Figures 2014: http://www.itu.int/en/ITU-D/Statistics/Pages/stat/default.aspx 39 ICT Facts and Figures 2014: http://www.itu.int/en/ITU-D/Statistics/Pages/stat/default.aspx. 40 Diese und weiterführende Angaben auf der Website der Tanzania Communications Regulatory Auhtority. Online unter: http://www.tcra.go.tz/ www.betterplace-lab.org/Innovationsreport