LRS im Spannungsfeld Umwelt und Familie  Was macht LRS mit den  Emotionen der Kinder?
Mag. Michaela AuerKlinische – und GesundheitspsychologinLuftfahrtspsychologinNotfallpsychologinAkademische LRS Therapeutin...
• Schwierige Kinder haben Probleme• Schwierige Kinder machen Probleme
LRS – mögliche „Teufelskreise“• elterlicher Druck –  Kompensationsverhalten auf Seiten des  Kindes – mehr elterlicher Druc...
Es ist nur LRS...oder?• LRS wird neben widrigen familiären  Sozialisationsbedingungen als der  bedeutsamste Risikofaktor f...
Emotionalität des Kindes• Selbstwert• Selbstüberzeugung• Einschätzen der eigenen Leistung –  zwischen Realismus und Optimi...
Peter• Erstvorstellung, Ende 3. Klasse VS, LRS  beim Vater;  SLRT Lesen: PR 8-1, RS: PR 5-1, SLS 63 (sehr schwach), IQ 114...
•   Häufige Wörter: 57,37 – 30,8•   Zusammenges. Wörter: 59,7 – 35,1•   Text lang: 114 – 52,5•   Wortunähnliche PW: 76 – 4...
• Was tun?
Komorbide Störungen• ADHS (bis zu 80 %) Aggression, Delinquenz, Störung des Sozialverhaltens oder Lernstörungen – halten e...
Die „Ich mach nur das    Notwendigste Störung“ Konrad, 17 Jahre....• Aufwandsoptimierer• Wiederholt zum zweiten Mal eine ...
Verhaltensauffälligkeiten sind...• vielfältig und individuell unterschiedlich• „Erscheinungsbild“ = für die Umwelt  sichtb...
Gruppierungen der  Symptomatik
Benjamin, 8 Jahre• Deutliche Entwicklungsverzögerung (2-3  Jahre)• Sprachentwicklungsstörung• Legasthenie?• Konzentrations...
EntstörungTherapeutischer Blick:Förderversuche betonen Inhaltsebene, Betroffene reagieren fast ausschließlich auf der Bezi...
Hilfe....• Beim Kind: durch Erwerb einer  Selbstkompetenz und  störungsspezifischem Wissen, - „ich bin  nicht dumm“• Bei d...
Angststörung• starke und anhaltende Einschränkung des kindlichen  Alltags  Flucht und Vermeidungsverhalten• Beispiele:   ...
Sara, 9 Jahre•   Angst vor Wind•   starkes Vermeidungsverhalten•   viel Unterstützung durch die Eltern•   z.T. stark einge...
Symptome bei Angst• Alpträume• Verschlechterung der Schulleistung• Ein- und Durchschlafschwierigkeiten• Konzentrations- un...
Was tun?• Kontakt zu den Erziehungsberechtigten   – intensive Elternberatung durch Therapeuten   – Achtung: Elternteil oft...
Lena, 12 Jahre• Prüfungsangst – somatisiert bei  Prüfungen
Depression• behandlungsbedürftige psychische  Erkrankung und keine erzieherisch  beeinflussbare Verhaltensanomalie
Symptome• depressive Stimmung• Verlust von Interesse oder Freude• verminderter Antrieb oder erhöhte  Ermüdbarkeit• Verlust...
Was tun?• angenehme Aktivitäten unternehmen• Aktivitäten mit Personen, die man  besonders mag, unternehmen• anderen Mensch...
Martin, 9 Jahre•   Kindliche Depression•   Frühmorgendliches Erwachen•   Schulangst•   Soziale Ausgrenzung•   Angst vor Le...
Aggression• Angst und Wut gehört zu den  grundlegenden Gefühlen  signalisieren  Unbehagen• Unmut und Gereiztheit wahrnehm...
Symptome• pathologisch auffällig: aggressive  Verhaltensweisen, die darauf ausgerichtet sind,  jemandem direkt oder indire...
Was tun?• Ursachenfindung wichtig• konfliktvorausschauendes Agieren• Konflikte vermeiden• klare Regeln für Unterricht und ...
Schulverweigerung• Kein einheitliches Störungsbild, Prävalenz  5%• Schulangst - Schulphobie• dem Kind ist es nicht möglich...
• Schulverweigerung: Inter-System-Problem  – Verhältnis Schüler, Mitschüler, Lehrer  und Familie untersuchen• Schuleschwän...
Friedrich - Förderangst• F. (8 Jahre) kommt mit Mutter zur  Legastheniediagnostik; ist nicht ohne die  Mutter testbar,• Fö...
Entstörung• Oft kindliche Trennungsängste• Angst vor Selbstwertverlust• Förderung der Unabhängigkeit und  Autonomie der ei...
Schuleschwänzen - Entstörung• Hintergrund: Schulpflicht• Bei chronischen Schuleschwänzern ist die  Schule meist in dem „sc...
Mobbing• Def. : systematisch, gerichtete, häufige,  dauerhafte Ausübung negativer  Handlungen auf einzelne Personen;  Mach...
Entstörung• Selbstwertsteigerung des Opfers und des  Täters• Weiterhin Hinschauen• Schulwechsel?
„Schatzsuche statt Fehlerfahndung!“
Werkzeuge und Haltungen• Erst durch eine bestimmte pädagogische  Haltung werden Techniken wirksam!  – Sich als Person nich...
Voraussetzungen für              erfolgreiches Arbeiten• Einbindung aller beteiligten Personen  –   Eltern  –   Lehrer  – ...
Mag. Michaela AuerTherapiecafé 1.0Ullmannstraße 55/181150 WienFoliendownload:http://www.therapiecafe.at/mag_michaela_auer....
Sprachtagung linz 2012 download
Sprachtagung linz 2012 download
Sprachtagung linz 2012 download
Sprachtagung linz 2012 download
Sprachtagung linz 2012 download
Sprachtagung linz 2012 download
Sprachtagung linz 2012 download
Nächste SlideShare
Wird geladen in …5
×

Sprachtagung linz 2012 download

732 Aufrufe

Veröffentlicht am

Veröffentlicht in: Gesundheit & Medizin
0 Kommentare
0 Gefällt mir
Statistik
Notizen
  • Als Erste(r) kommentieren

  • Gehören Sie zu den Ersten, denen das gefällt!

Keine Downloads
Aufrufe
Aufrufe insgesamt
732
Auf SlideShare
0
Aus Einbettungen
0
Anzahl an Einbettungen
1
Aktionen
Geteilt
0
Downloads
2
Kommentare
0
Gefällt mir
0
Einbettungen 0
Keine Einbettungen

Keine Notizen für die Folie

Sprachtagung linz 2012 download

  1. 1. LRS im Spannungsfeld Umwelt und Familie Was macht LRS mit den Emotionen der Kinder?
  2. 2. Mag. Michaela AuerKlinische – und GesundheitspsychologinLuftfahrtspsychologinNotfallpsychologinAkademische LRS TherapeutinPsychotherapeutin (systemische Ft)
  3. 3. • Schwierige Kinder haben Probleme• Schwierige Kinder machen Probleme
  4. 4. LRS – mögliche „Teufelskreise“• elterlicher Druck – Kompensationsverhalten auf Seiten des Kindes – mehr elterlicher Druck• Leistungsmisserfolg – Senkung des Selbstwertgefühls – Leistungsvermeidung – weitere Misserfolge werden begünstigt• schlechte Lernleistung – erhöhte Leistungsanforderung (seitens Eltern) – Kind wird überfordert – schlechte Lernleistung
  5. 5. Es ist nur LRS...oder?• LRS wird neben widrigen familiären Sozialisationsbedingungen als der bedeutsamste Risikofaktor für spätere psychiatrische Auffälligkeiten angeführt• Lesen und Rechtschreiben gilt in der Gesellschaft als „Maß für Intelligenz“• Rechtschreibleistung vs. IQ in Bezug auf Schulwahl• beruflicher Werdegang• Reaktionen des Umfelds• komorbide Störungen
  6. 6. Emotionalität des Kindes• Selbstwert• Selbstüberzeugung• Einschätzen der eigenen Leistung – zwischen Realismus und Optimismus
  7. 7. Peter• Erstvorstellung, Ende 3. Klasse VS, LRS beim Vater; SLRT Lesen: PR 8-1, RS: PR 5-1, SLS 63 (sehr schwach), IQ 114• 1,5 Jahre Förderung – Peter macht große Fortschritte... und dennoch HSP: PR 10, SLS 68,• erneuter Schulbesuch, Gespräche mit der Lehrerin.... und dennoch
  8. 8. • Häufige Wörter: 57,37 – 30,8• Zusammenges. Wörter: 59,7 – 35,1• Text lang: 114 – 52,5• Wortunähnliche PW: 76 – 44,9• Wortähnliche PW: 76 – 44,• RS: 21 zu 14 Fehler, N Fehler: 4 – 0, G-K: 8 - 1
  9. 9. • Was tun?
  10. 10. Komorbide Störungen• ADHS (bis zu 80 %) Aggression, Delinquenz, Störung des Sozialverhaltens oder Lernstörungen – halten einer statistischen Kontrolle nicht stand• Angststörungen• Depression• hohe Rate an psychosomatischen Beschwerden• (Schulverweigerung)• (Mobbing)
  11. 11. Die „Ich mach nur das Notwendigste Störung“ Konrad, 17 Jahre....• Aufwandsoptimierer• Wiederholt zum zweiten Mal eine Klasse, nach bereits erfolgtem Schulwechsel
  12. 12. Verhaltensauffälligkeiten sind...• vielfältig und individuell unterschiedlich• „Erscheinungsbild“ = für die Umwelt sichtbare Symptome• „externalisierende“ vs. „internalisierende“ Symptome
  13. 13. Gruppierungen der Symptomatik
  14. 14. Benjamin, 8 Jahre• Deutliche Entwicklungsverzögerung (2-3 Jahre)• Sprachentwicklungsstörung• Legasthenie?• Konzentrationsschwäche• Imaginärer Freund
  15. 15. EntstörungTherapeutischer Blick:Förderversuche betonen Inhaltsebene, Betroffene reagieren fast ausschließlich auf der BeziehungsebeneRessourcenorientiertheit
  16. 16. Hilfe....• Beim Kind: durch Erwerb einer Selbstkompetenz und störungsspezifischem Wissen, - „ich bin nicht dumm“• Bei den Eltern: Aufklärung!! & DD• In der Schule: Kontakt zur Schule (wenn möglich), Aufklärung und Möglichkeiten (Erlass, Schulunterrichtsgesetz)
  17. 17. Angststörung• starke und anhaltende Einschränkung des kindlichen Alltags  Flucht und Vermeidungsverhalten• Beispiele: – Trennung – Schulangst – Angst vor Dunkelheit / Tieren / Gespenstern – Angst vor Personen (vertraut und fremd)
  18. 18. Sara, 9 Jahre• Angst vor Wind• starkes Vermeidungsverhalten• viel Unterstützung durch die Eltern• z.T. stark eingeschränkter Alltag
  19. 19. Symptome bei Angst• Alpträume• Verschlechterung der Schulleistung• Ein- und Durchschlafschwierigkeiten• Konzentrations- und Gedächtnisstörungen• Entwicklungsrückschritte• aggressives Verhalten bei männlichen Jugendlichen sowie Verlust der Impulskontrolle• Kopf- und Bauchschmerzen
  20. 20. Was tun?• Kontakt zu den Erziehungsberechtigten – intensive Elternberatung durch Therapeuten – Achtung: Elternteil oft selber betroffen!• Entspannungstechniken (z.B. progressive MR)• dem Kind erklären• Vermeidung der Konfrontation mit Angstauslösern hilft nicht!• Rituale• stationäre kinder- und jugendpsychiatrische Behandlung
  21. 21. Lena, 12 Jahre• Prüfungsangst – somatisiert bei Prüfungen
  22. 22. Depression• behandlungsbedürftige psychische Erkrankung und keine erzieherisch beeinflussbare Verhaltensanomalie
  23. 23. Symptome• depressive Stimmung• Verlust von Interesse oder Freude• verminderter Antrieb oder erhöhte Ermüdbarkeit• Verlust von Selbstvertrauen oder Selbstwertgefühl• wiederkehrende Gedanken an den Tod/Suizid• vermindertes Denk- oder Konzentrationsvermögen• Schlafstörungen
  24. 24. Was tun?• angenehme Aktivitäten unternehmen• Aktivitäten mit Personen, die man besonders mag, unternehmen• anderen Menschen helfen – Helfer erhält positives Feedback• Entspannungsverfahren• Talente und Fertigkeiten entwickeln und fördern – erreichbare Ziele, keine Überforderung
  25. 25. Martin, 9 Jahre• Kindliche Depression• Frühmorgendliches Erwachen• Schulangst• Soziale Ausgrenzung• Angst vor Leistungsdruck
  26. 26. Aggression• Angst und Wut gehört zu den grundlegenden Gefühlen  signalisieren Unbehagen• Unmut und Gereiztheit wahrnehmen, ohne dies auf Kosten anderer auszuleben• wütend sein, aber andere nicht schädigen
  27. 27. Symptome• pathologisch auffällig: aggressive Verhaltensweisen, die darauf ausgerichtet sind, jemandem direkt oder indirekt zu schädigen• Abgrenzung Hyperaktivität: unabsichtlich• Abgrenzung Depression – Angst und Aggression liegen nah beieinander – bei Männer kann sich Angst oder Depression durch Aggression zeigen• Aggression vs. Autoaggression
  28. 28. Was tun?• Ursachenfindung wichtig• konfliktvorausschauendes Agieren• Konflikte vermeiden• klare Regeln für Unterricht und Pausen / viel Struktur geben• Aufträge an Kinder / Einbindung• Gespräche (Wuttechniken)-Feedback
  29. 29. Schulverweigerung• Kein einheitliches Störungsbild, Prävalenz 5%• Schulangst - Schulphobie• dem Kind ist es nicht möglich, die Schule zu besuchen oder den Schultag durchzuhalten• Schulverweigerung – Grund dafür kann auch Mobbing oder Bullying sein
  30. 30. • Schulverweigerung: Inter-System-Problem – Verhältnis Schüler, Mitschüler, Lehrer und Familie untersuchen• Schuleschwänzen wird sanktioniert• Schuleverweigern, wo eine ängstlich depressive Symptomatik im Hintergrund steht, wird oft lange toleriert• Mobbing passiert oft da, wo Lehrer und Eltenr wenig präsent sind
  31. 31. Friedrich - Förderangst• F. (8 Jahre) kommt mit Mutter zur Legastheniediagnostik; ist nicht ohne die Mutter testbar,• Förderstunden gestalten sich zu Beginn ähnlich schwierig, Trennung von der Mutter ist nur schrittweise möglich
  32. 32. Entstörung• Oft kindliche Trennungsängste• Angst vor Selbstwertverlust• Förderung der Unabhängigkeit und Autonomie der einzelnen Familienmitglieder bei gleichzeitiger Wertschätzung der gegenseitigen Abhängigkeitswünsche
  33. 33. Schuleschwänzen - Entstörung• Hintergrund: Schulpflicht• Bei chronischen Schuleschwänzern ist die Schule meist in dem „sch....egal Eck“ gelandet• Es ist davon auszugehen, dass der Jugendliche sehr viel Positives aus dem Schuleschwänzen zieht• Es muss also etwas gefunden werden, was vielleicht nicht so viel „kostet• Wie kann ich dir helfen, mich schnell
  34. 34. Mobbing• Def. : systematisch, gerichtete, häufige, dauerhafte Ausübung negativer Handlungen auf einzelne Personen; Machtgefälle (Verhalten: Bullying),• Prävalenz (in weiterführenden Schulen): 4 % (1-2 die Woche), in der Grundschule ca. 8 %
  35. 35. Entstörung• Selbstwertsteigerung des Opfers und des Täters• Weiterhin Hinschauen• Schulwechsel?
  36. 36. „Schatzsuche statt Fehlerfahndung!“
  37. 37. Werkzeuge und Haltungen• Erst durch eine bestimmte pädagogische Haltung werden Techniken wirksam! – Sich als Person nicht angegriffen fühlen! – Sich nicht mit dem Kind messen!• aktives und nicht re-aktives Agieren – Handeln, bevor der Schüler auffällig wird! – Unterstützend eingreifen!• Nicht „Störungen abstellen“, sondern „konstruktives Verhalten“ fördern!
  38. 38. Voraussetzungen für erfolgreiches Arbeiten• Einbindung aller beteiligten Personen – Eltern – Lehrer – System Schule – Unterstützungs- und Beratungsorganisationen• Vermeiden von Schuldzuweisungen• „Ernst nehmen und ernst genommen werden!“ Das Kind in den Mittelpunkt der gemeinsamen Arbeit stellen!
  39. 39. Mag. Michaela AuerTherapiecafé 1.0Ullmannstraße 55/181150 WienFoliendownload:http://www.therapiecafe.at/mag_michaela_auer.php

×