Wie lässt sich der (Miss-)Erfolg eines                    Bürgerhaushaltes messen?             Erfahrungen und Desiderate ...
Übersicht• War der Frankfurter Bürgerhaushalt ein Erfolg?• Wer definiert Erfolg und Misserfolg? – Perspektiven unterschied...
War der Frankfurter Bürgerhaushalt ein Erfolg?• „Der Frankfurter Bürgerhaushalt ist ein teurer Irrtum, der schleunigst  be...
Wer definiert Erfolg oder Misserfolg?               Medien                       Stadtpolitik             Wissenschaft   (...
Methoden der Frankfurter Evaluationa)      Perspektiven der Bürgerschaft und Teilnehmer•       repräsentative Befragung de...
Erfolgskriterien des Frankfurter Bürgerhaushaltes (I)  Ziele von Politik und Verwaltung laut Magistratsvorlage (M22) zur  ...
Erfolgskriterien des Frankfurter Bürgerhaushaltes (II)  zusätzliche Ziele:  4. Herstellung einer Identifikation mit der St...
Beispiel: Ziel „Dialog mit den nicht-organisiertenBürgerInnen verbessern“Was spricht für einen Misserfolg?• Soziodemograph...
Beispiel: Ziel „Entscheidungshilfen gewinnen“Was spricht für einen Misserfolg?• Themen und Vorschläge des Bürgerhaushaltes...
Evaluation zwischen „Hofberichterstattung“ undwissenschaftlichem Erkenntnisinteresse• Evaluation des Drittmittelgebers: wi...
Desiderate für künftigeBürgerhaushaltsevaluationen (I)• vergleichbare Erhebungsmethoden• gleichlautende Formulierungen bsp...
Desiderate für künftigeBürgerhaushaltsevaluationen (II)Flankierung der Evaluation („Auftragsforschung“) durch weitergehend...
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!                           Kontakt:                  kolleck@soz.uni-frankfurt.de     ...
Nächste SlideShare
Wird geladen in …5
×

Wie lässt sich der (Miss-)Erfolg eines Bürgerhaushalts messen? Erfahrungen und Desiderate aus Frankfurt

1.159 Aufrufe

Veröffentlicht am

Vortrag von Alma Kolleck und Martina Neunecker, Goethe Universität Frankfurt

0 Kommentare
0 Gefällt mir
Statistik
Notizen
  • Als Erste(r) kommentieren

  • Gehören Sie zu den Ersten, denen das gefällt!

Keine Downloads
Aufrufe
Aufrufe insgesamt
1.159
Auf SlideShare
0
Aus Einbettungen
0
Anzahl an Einbettungen
4
Aktionen
Geteilt
0
Downloads
7
Kommentare
0
Gefällt mir
0
Einbettungen 0
Keine Einbettungen

Keine Notizen für die Folie

Wie lässt sich der (Miss-)Erfolg eines Bürgerhaushalts messen? Erfahrungen und Desiderate aus Frankfurt

  1. 1. Wie lässt sich der (Miss-)Erfolg eines Bürgerhaushaltes messen? Erfahrungen und Desiderate aus Frankfurt Alma Kolleck / Martina Neunecker Goethe Universität Frankfurt 22. November 201215.11.2012
  2. 2. Übersicht• War der Frankfurter Bürgerhaushalt ein Erfolg?• Wer definiert Erfolg und Misserfolg? – Perspektiven unterschiedlicher Akteure• Methoden der Frankfurter Evaluation• Beispiel: Erfolgskriterien des Frankfurter Bürgerhaushaltes aus Sicht von Verwaltung und Politik• Evaluation zwischen „Hofberichterstattung“ und wissenschaftlichem Erkenntnisinteresse• Desiderate für künftige Bürgerhaushaltsevaluationen15.11.2012 1
  3. 3. War der Frankfurter Bürgerhaushalt ein Erfolg?• „Der Frankfurter Bürgerhaushalt ist ein teurer Irrtum, der schleunigst beendet gehört“ Tobias Rösmann in der FAZ, 21.12.2011• „man muss sich ernsthaft die Frage stellen, worin der Mehrwert dieses Projektes liegt und ob die jährlichen Kosten […] nicht an anderer Stelle besser eingesetzt wären“ FDP Frankfurt, 21.12.2011• „wir haben nicht so viele erreicht, wie wir uns vorgestellt haben“ Uwe Becker, Stadtkämmerer, 20.12.2011 in der FNP• „Die von einigen Politikern und Journalisten bemängelte Qualität oder Kreativität der Vorschläge ist schlichtweg nicht richtig“, Anna Latsch, SPD-SV, 10.09.2012• „Wir waren begeistert von einigen Vorschlägen, vor allem im Bürgerforum“ Anne Rückschloß, Stadtverwaltung Frankfurt, 21.09.201215.11.2012 2
  4. 4. Wer definiert Erfolg oder Misserfolg? Medien Stadtpolitik Wissenschaft (Miss-)Erfolg Teilnehmer Stadtverwaltung Bürgerschaft15.11.2012 3
  5. 5. Methoden der Frankfurter Evaluationa) Perspektiven der Bürgerschaft und Teilnehmer• repräsentative Befragung der Bürgerschaft• Befragung der Teilnehmer an der Online-Phase• Befragung der Teilnehmer am Bürgerforum in drei Wellenb) Perspektiven von Verwaltung und Politik• Leitfaden-Interviews mit Vertretern aus Verwaltung und Politikc) Beobachtung der Medienberichterstattungd) Perspektiven der Wissenschaft• Auswertung der Vorschläge und Diskussionen mittels quantitativer Inhaltsanalyse• Teilnehmende Beobachtung am Bürgerforum• demokratietheoretische Fragestellungen15.11.2012 4
  6. 6. Erfolgskriterien des Frankfurter Bürgerhaushaltes (I) Ziele von Politik und Verwaltung laut Magistratsvorlage (M22) zur Einführung des Bürgerhaushaltes in Frankfurt: 1. Verbesserung des Dialogs insbesondere mit nicht-organisierten Bürgerinnen und Bürgern 2. Gewinnung von Entscheidungshilfen zur Verwendung von (knappen) finanziellen Mitteln 3. Erhöhung der Verständlichkeit und Transparenz des Haushalts der Stadt Frankfurt am Main  offizielle Ziele der Stadt  für die Evaluation „gesetzte“ Ziele 15.11.2012 5
  7. 7. Erfolgskriterien des Frankfurter Bürgerhaushaltes (II) zusätzliche Ziele: 4. Herstellung einer Identifikation mit der Stadt Frankfurt 5. Größere Akzeptanz stadtpolitischer Entscheidungen  entwickelt im Gespräch zwischen BH-Projektleitung der Stadt und Evaluations-Team; basierend auf Vorschlägen des Evaluations-Teams 15.11.2012 6
  8. 8. Beispiel: Ziel „Dialog mit den nicht-organisiertenBürgerInnen verbessern“Was spricht für einen Misserfolg?• Soziodemographisches Profil der Online-Teilnehmer: junge, weniger gebildete, nicht-organisierte BürgerInnen und BürgerInnen mit Migrationshintergrund sind deutlich unterrepräsentiert• Soziodemographisches Profil der Bürgerforums-Teilnehmer: aus Online-Phase rekrutiert, Repräsentativität hinsichtlich Alter und Geschlecht angestrebt, dennoch VerzerrungWas spricht für einen Erfolg?• guter Austausch zwischen Verwaltung und Bürgern im Rahmen des Forums (in Interviews, Befragungen und im Forum selbst betont) (Miss-)Erfolg ist schwer zu messen: „weiches“ Ziel; Fokus auf Input (Zahl und Soziodemographie der Teilnehmer) Throughput (Erfahrungen der Teilnehmer im Prozess) oder Output (Umsetzung von Verfahrens-/Policy-Vorschlägen)?15.11.2012 7
  9. 9. Beispiel: Ziel „Entscheidungshilfen gewinnen“Was spricht für einen Misserfolg?• Themen und Vorschläge des Bürgerhaushaltes in Politik und Verwaltung (fast) alle schon bekannt und diskutiert• keine „konkreten Handlungsempfehlungen“ für Politik und VerwaltungWas spricht für einen Erfolg?• Bürgerhaushalt mit „Informationsfunktion“ für die Stadt Frankfurt: „Stimmungslagen“ und „Präferenzen“ der Teilnehmer offen gelegt• Ablehnung städtischer Großprojekte (bspw. Ausbau Museum der Weltkulturen) durch Bürgerhaushalts-Teilnehmer wird deutlich unterschiedliche Wahrnehmungen der städtischen Akteure; wann ist ein Vorschlag eine Entscheidungshilfe: - von Mehrheit der Bürger bzw. Teilnehmer unterstützt? - Umsetzung des Vorschlages? -…15.11.2012 8
  10. 10. Evaluation zwischen „Hofberichterstattung“ undwissenschaftlichem Erkenntnisinteresse• Evaluation des Drittmittelgebers: wie viel Kritik ist erwünscht?• praktische „Zwickmühle“: einerseits kritische Distanz für „objektive“ Betrachtung; andererseits enge Zusammenarbeit an vielen Stellen nötig (Informationsaustausch, Zugang zu Daten)• unterschiedliche Ziele von Politik/Verwaltung und Wissenschaft: - Mittel- und Zeiteffizienz als Prinzip der Verwaltung - normorientierte Ideale und demokratietheoretische Fragestellungen als Interesse der Wissenschaft (z.B. Rekrutierung der Teilnehmer, Repräsentierung unterschiedlicher Interessen) potenzieller Konflikt zwischen praktischen Zielen der Stadt und Erkenntnisinteresse der Wissenschaft15.11.2012 9
  11. 11. Desiderate für künftigeBürgerhaushaltsevaluationen (I)• vergleichbare Erhebungsmethoden• gleichlautende Formulierungen bspw. für Befragungen• Katalog von möglichen Zielen• Zusammenhang von Verfahrensdesign und Zielerreichung• systematische Berücksichtigung unterschiedlicher Akteure und ihrer Perspektiven auf „Erfolg“• zeitliche und inhaltliche Planungshilfen für die Stadt• bessere Vernetzung der Evaluationsteams ideal: „Handbuch zur Begleitung und Evaluation von Bürgerhaushalten“; Webseite; Tagungen ermöglicht Vergleich und Zusammenfassung von Ergebnissen unterschiedlicher Bürgerhaushalts-Evaluationen15.11.2012 10
  12. 12. Desiderate für künftigeBürgerhaushaltsevaluationen (II)Flankierung der Evaluation („Auftragsforschung“) durch weitergehendewissenschaftliche Fragestellungen und zusätzliche Erhebungsmethodenzur Schließung von Forschungslücken, bspw.:• experimentelle Gruppen• Analyse der Deliberation in Kleingruppen des Bürgerforums• Analyse der Umsetzung der Vorschläge15.11.2012 11
  13. 13. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! Kontakt: kolleck@soz.uni-frankfurt.de neunecker@soz.uni-frankfurt.de Projektleitung: Prof. Dr. Brigitte Geißel Goethe-Universität Frankfurt/Main15.11.2012 12

×