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ALTERSDEPRESSION VS. DEMENZ
  Gibt es Besonderheiten bei älteren türkischen Migranten ?




                                                              Fatih Keskin

              Niederrheinischer Pflegekongress 9.9.2009
2




KENNEN SIE DAS PARIS SYNDROM?




        Niederrheinischer Pflegekongress 9.9.2009
3




Niederrheinischer Pflegekongress 9.9.2009
4

I. Warum dieses Thema ?

II. Kurze Migrationsgeschichte der türkischen Einwanderer

III. Kulturelle und religiöse Besonderheiten

IV. Altersdepression beim älteren türkischen Migranten

V. Demenz beim älteren Migranten

VI. Altersdepression vs. Demenz

VII. Fazit


               Einteilung
5


1. „Migrantengerontologie“:

Ein junges Thema für ein altbekanntes Problem

          - seit fast 16 Jahren konstant ca. 7 Mio. Ausländer in D1

          - Anteil der über 65-jährigen zwischen 1995 und 2005
            von 200.000 auf 530.000 hat sich mehr als verdoppelt2

          - „Menschen altern eben“


1 Quelle: Statistisches Bundesamt
2 Quelle: Bevölkerungsfortschreibung


                             I. Warum dieses Thema ?
6

2. Migranten der 1. Generation altern durchschnittlich früher als
   Deutsche im selben Alter

Gründe:

           - i.d.R. schlechte medizinische Versorgung im Herkunftsland

           - körperlich belastende Tätigkeiten nach Ankunft

           - geringe/fehlende Nutzung lokaler medizinischer Dienste
                    - wegen sprachlichen Problemen
                    - wegen fehlender Aufklärung/Sachkenntnis
                    - wegen unbegründeter Ängste
                      (Kosten/Konsequenzen)




                  I. Warum dieses Thema ?
7




Quelle: Bundesarchiv


                       I. Warum dieses Thema ?
8

3. Migranten der 1. Generation nehmen immer noch zu selten

        Präventionsmaßnahmen in Anspruch und erkranken daher häufiger1

Gründe:

                  - Prävention spielt in der Türkei immer noch eine untergeordnete Rolle

                  - Check-Up ist kein Begriff der breiten Masse, für Besserverdienende

                  - Mentalitätsbedingt kann man „5´e auch ma´ gerade sein lassen“


                    Schließlich ist z.B.…



1   Spallek, Razum (2007) Gesundheit von Migranten: Defizite im Bereich der Prävention




                                I. Warum dieses Thema ?
9

…die türkische Küche nicht gerade für ihr Kalorienbewusstsein bekannt !




                    I. Warum dieses Thema ?
10
4. Die ehemaligen altruistischen familiären Gefüge der türkischen
Großfamilie sind der modernen ideellen Selbstverwirklichung in
Deutschland „zum Opfer“ gefallen.



- „Alle unter einem Dach“, gibt es noch aber zunehmend kommt es zur
  Aufspaltung , „Ruhe in den eigenen 4 Wänden“.



- Pflegebereitschaft der älteren Eltern/Schwiegereltern kann in Frage gestellt
  werden und ist keine Selbstverständlichkeit mehr.



                     Zusammenfassend…


                     I. Warum dieses Thema ?
11




…wird dieses Thema in den nächsten Jahren immer mehr Raum

in der gerontologischen Versorgungslandschaft in Deutschland

bekommen.




              I. Warum dieses Thema ?
12
Arbeitsmigration in den 1960ern
 1960 gab es nicht einmal 1500 Türken in Deutschland1

 Zwischen 1961 und 1976 warben deutsche Unternehmen auf der Grundlage des
 Anwerbeabkommens zwischen der BRD und der Türkei 678 702 Männer und
 146 681 Frauen, also insgesamt 825 383 Menschen2
 1Theo Sommer: „Leben in Deutschland (26) - Wie man in Deutschland fremd ist“, DIE ZEIT, 25. März 2004
 2Ferda Ataman: „Türkische Frauen: Die Opferrolle hat ausgedient“, Der Spiegel, 11. März 2007




                                                                                                         Am
                                                                                                         Bahnhof
                                                                                                         Sirkeci
                                                                                                         In Istanbul


                                 II. Kurze Migrationsgeschichte der Türken
13
Verstärkter Familiennachzug in den 1970ern
  Nach dem Anwerbestop am 23. November 1973 folgte ein verstärkter
  Familiennachzug.

Von den 1980ern bis heute
 Die politische Lage in der Türkei Ende der 1970er und Anfang der 1980er Jahre
 führte schließlich zu einer weiteren Einwanderung, jetzt Asyl suchender
 Flüchtlinge.

 Der Militärputsch 1980 führte auch zur verstärkten Einwanderung Angehöriger
 der intellektuellen Schicht als politische Flüchtlinge.

 Ende 2008 gab es in Deutschland insgesamt 7,246 Millionen Ausländer. Davon
 waren die Türken mit 1,688 Millionen die größte Gruppe1
 1 Bundesamt für Migration und Flüchtlinge: Ausländerzahlen 2008




                               II. Kurze Migrationsgeschichte der Türken
14
  Kulturelle Besonderheiten
     Die Türken sind eine völlig heterogene Bevölkerungsgruppe




West-Ost-
Achse
1570 km




Nord-Süd-
Achse
660 km




                      III. Kulturelle und religiöse Besonderheiten
15
71.000.000 Menschen




                  III. Kulturelle und religiöse Besonderheiten
16
Türkische Migranten sind häufig mit den traditionellen Riten und Gebräuchen
des Herkunftsgebietes behaftet und führen diese in Subgruppen fort.

Insofern kann das was für den Einen gut ist für den Nächsten völlig weltfremd
sein.

Das Thema Hochzeit der Tochter mit einem Heimatsortfremden geschweige
denn andersnationalen/andersreligiösen Mann ist z.B. ein heikles Thema
dessen Diskussionsbedarf/Grundlage häufig nicht besteht.

Im Smalltalk dominiert der „Alles Bestens – keine Probleme“ Ton,
insbesondere familiäre Probleme oder psychische Krankheiten bleiben im
Gespräch häufig unerwähnt. Dies wird häufig als Zeichen der Schwäche und
persönlichen Insuffizienz gewertet.

          „Iyi diyelim iyi olalım“ - „Lass uns gut sagen und gut sein“




                 III. Kulturelle und religiöse Besonderheiten
17
Der ältere türkische Migrant ist mit einem hohen Grad an Respekt und
Anerkennung gegenüber Älteren aufgewachsen.

„Es ist unhöflich zu sitzen wenn ein Älterer ins Zimmer kommt“
„Älteren wird bei jeder Begrüßung die Hand geküsst“




                 III. Kulturelle und religiöse Besonderheiten
18

Religiöse Besonderheiten

 Die Religiosität des älteren türkischen Migranten wird in der Regel nicht in
 Frage gestellt.

 Den Zenith erreicht das religiöse Leben durch die Pilgerfahrt nach Mekka
 (Saudi Arabien), als eine der Säulen/Pflichten des Islam.
 Sehr häufig findet dies nach Erreichen des Rentenalters statt.

 Respekt und Anerkennung durch das Gebet und das Einbringen in die
 Aktivitäten der Gemeindemoschee gehören zum Wochenablauf.

 Fasten z.B. ist, falls nicht durch Krankheit oder religiöser Subgruppierung
 verhindert, auch für den älteren Türken während des Ramadan eine
 Selbstverständlichkeit.




                 III. Kulturelle und religiöse Besonderheiten
19



Was ist eine Altersdepression ?
•   Es gibt keine allgemeingültige Definition des Begriffes

•   Frühere Bezeichnung: Involutionsdepression ( Involution: Rückbildung von
    Organen )

•   Die Altersdepression beschreibt …


    „ … das erstmalige Auftreten einer depressiven Episode

      nach dem 65. Lj.“




                    IV. Begriffsdefinition Altersdepression
20
Depressive Episode:                 Schlafstörungen
                                     Früherwachen




                                                            Körperliche
            Schuldgefühle
                                                            Symptome



                                Rasche         Gedrückte
                              Ermüdbarkeit     Stimmung




                                     Interessen- und
                                      Freudlosigkeit
           Appetitminderung                                 Reduzierte
           Gewichtsabnahme                                 Konzentration




                                    Suizidgedanken




                  IV. Begriffsdefinition Altersdepression
21
Ist die Migration der türkischen Arbeiter depressionsförderlich gewesen ?


Ja, denn Migration bedeutet:


- Eine existenzielle Verunsicherung

- Oft mehrjährige Trennung von der Kernfamilie/Bezugspersonen

- Dadurch Wechsel der Bezugspersonen für die Kinder mit daraus resultierenden
  Rollen- und Identitätskonflikten

- Nach Einschulung der Kinder besteht häufig eine Hilflosigkeit dem deutschen
  Lehrkörper / -system gegenüber

- Spagat zwischen Vermittlung traditioneller Werte und Integration den Kindern
  gegenüber häufig schwierig



                   IV. Altersdepression beim älteren türkischen Migranten
22
Folgen:

Konflikte werden über viele Jahre durch Mehrarbeit kompensiert.

Oftmals werden unterdrückte Impulse nach Erreichen des Rentenalters
offengelegt.

Die immer wieder geplante Rückkehr in die Heimat gestaltet sich
problematischer als erwartet, denn…

- Es gibt mittlerweile Enkel
- Auch hier gibt es mittlerweile Eigentum…oder Schulden
- Es gibt gute Sozialkontakte
- Das Viertel gibt Vertrautheit und Rückhalt
- Mit der Familie in der Türkei gibt es Zwistigkeiten


Daher kommt auch häufig das Konzept : „6 Monate hier, 6 Monate dort“
zur Anwendung mit seinen ganz eigenen Problemen.


                  IV. Altersdepression beim älteren türkischen Migranten
23
Unspezifische Hinweise auf eine Altersdepression bei älteren türkischen
Migranten:

- Die Sorge das der Glaube nachlasse

- Schuldgefühle den Kindern/der Ehefrau gegenüber

- Somatisieren / häufiges Benutzen von Bildern („Steinkopf“)

- Wechsel des Rollengefüges in der Familie (z.B. Vater = Störfaktor)

- Bei Frauen Erschöpfungssyndrome, Defizite der Haushaltsbewältigung,
  Versorgung von Gästen, hohes Schlaf- und Rückzugsbedürfnis

- Bei Männern Gereiztheit, reduzierte Frustrationstoleranz, Schlafstörungen,
  Persönlichkeitsveränderung

- Aufsuchen von diversen Ärzten/Geistlichen die eine rasche Lösung von i.d.R.
  Körpersymptomen (Kopf- und Magenschmerzen) herbeirufen sollen


                   IV. Altersdepression beim älteren türkischen Migranten
24

Was ist eine Demenz ?

Definition (nach ICD-10):

• Gedächtnisstörung
• Abbau des Denkvermögens
• Veränderungen der Persönlichkeit
• In der Folge deutliche Beeinträchtigung der Selbstständigkeit im Alltag
• Dauer der Symptomatik > 6 Monate


Häufigste Ursachen der Demenz:

• Alzheimer-Krankheit ca. 50-60 %
• Vaskuläre Demenz ca. 20 %
• Mischform beider o.g. ca. 15 %


                 V. Demenz beim älteren Migranten
25



Risikofaktoren der Demenz

Gesichert:
- Alter / Positive Familienanamnese / Down Syndrom (Trisomie 21)


Möglich:
- Bluthochdruck / Diabetes / Cholesterin / Schilddrüsenunterfunktion
- Parkinson
- Depressionen
- Niedriger Bildungsstand / geistige und körperliche Unteraktivität



Ist Migration ein Risikofaktor für die Entwicklung einer Demenz?


                    V. Demenz beim älteren Migranten
26



Wahrscheinlich !

Nach den Feststellungen zweier internationaler Studien hat Migration einen
messbaren Einfluss auf die Demenzrate.

Graves und Mitarbeiter haben 1996 belegt, dass es unter den japanischstämmigen
Amerikanern in King County, Washington State mehr Demenzfälle gibt als in Japan1

Eine weitere Studie, (Dr. Hendrie) 2001 in Indianapolis und Ibadan, Nigeria, belegte,
dass Alzheimer innerhalb der gleichen Altersgruppe und bei gleicher Verteilung der
Geschlechter bei Afroamerikanern doppelt so häufig auftritt wie bei den
nigerianischen Yoruba2


1Graves   et al. "Prevalence of dementia and its subtypes in the Japanese American population of King County, Washington State. The Kame
Project". Am J. Epidemiol, 144(8), 1996, S. 760-771.
2 Hendrie et al. "Incidence of dementia and Alzheimer's disease in 2 communities: Yoruba residing in Ibadan, Nigeria and African Americans residing

in Indianapolis, Indiana." JAMA, 285, 2001, S. 739-747.




                                   V. Demenz beim älteren Migranten
Altersdepression vs. Demenz, oft eine klinische Herausforderung                  27


                               Altersdepression                   Demenz
Verlauf                  akut, subakut, fluktuierend   allmählich progredient
Klinisches Bild          eher Betroffenheit            bagatellisierend
                         Klagen über kognitive         kaum Klagen über kognitive
                         Beeinträchtigungen            Beeinträchtigung
                         detaillierte Schilderung      unpräzise Schilderung
                         "Ich weiß nicht",             Anstrengung
                         wenig Anstrengung             bei Aufgaben,
                                                       Lösungsversuch
                         schon früher psychische       psychische Anamnese leer
                         Störungen
                         Diskrepanz schlechtes         homogene Ausfälle:
                         Gedächtnis,                   Gedächtnis, Orientierung,
                         gute Orientierung             Konzentration, Auffassung
                         findet sich (meist) zurecht   im Stationsalltag hilflos




                  VI. Altersdepression vs. Demenz
28
                Altersdepression vs. Demenz (2)

                              Depression                    Demenz
Depressive Symptome   depressiver Affekt,         im Verlauf
                      Schlafstörungen,            bei 40-50 %
                      Gewichtsverlust, Grübeln,
                      Suizidgedanken
Therapie-             Besserung unter              keine wesentliche Besserung
effekt                Antidepressiva, Schlafentzug
Verarbeitung          Tendenz zur Aggravation     Tendenz zur Dissimulation
Leit-Symptome         Antriebsmangel, subjektives Neugedächtnis,
                      Versagen                    Werkzeugstörung
                      globale Leistungsschwäche   umschriebene
                                                  Fehlleistungen
                                                  Fehlbedienung von Geräten
                                                  Verlaufen
                                                  Apraxie
                                                  Sprachzerfall




                VI. Altersdepression vs. Demenz
29
Problem Testverfahren:


Der MMST oder DemTect ist für Menschen mit Problemen im Sprachverständnis
wie auch mangelnder schulischer Bildung nicht ausreichend valide.
Beispiel: Schreibaufgabe, Rechenaufgabe
In der Türkei gibt es noch immer eine hohe Analphabetenrate (Frauen > Männer)


In Zukunft…


TRAKULA "Transkulturelles Assessment mentaler Leistungen„1
Ein Diagnoseverfahren ist, bei dem überwiegend auf sprachliche Komponenten
verzichtet wurde und das vor allem mit Bildern arbeitet.

1Prof.   Kessler, Universität Köln, Abteilung für Neuropsychologie, Dr. med. Ozankan, Migrantenambulanz Langenfeld




                               VI. Altersdepression vs. Demenz
30

Fazit:


Eine professionelle, zukunftsorientierte Arbeit mit älteren Menschen darf den
Bereich der Kultursensibilität nicht ausklammern.

Kultursensibilität hat man weder von Geburt an noch durch Sprachkenntnis !




Man kann nicht alles wissen…

                   … aber die Sinne für Besonderheiten schärfen




                   VII. Fazit
31
                                              Man wird es Ihnen danken…




                 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!
Quelle: http://www.lv-rlp.drk.de/154.html



                                            VII. Fazit

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Altersdepression vs. Demenz

  • 1. 1 ALTERSDEPRESSION VS. DEMENZ Gibt es Besonderheiten bei älteren türkischen Migranten ? Fatih Keskin Niederrheinischer Pflegekongress 9.9.2009
  • 2. 2 KENNEN SIE DAS PARIS SYNDROM? Niederrheinischer Pflegekongress 9.9.2009
  • 4. 4 I. Warum dieses Thema ? II. Kurze Migrationsgeschichte der türkischen Einwanderer III. Kulturelle und religiöse Besonderheiten IV. Altersdepression beim älteren türkischen Migranten V. Demenz beim älteren Migranten VI. Altersdepression vs. Demenz VII. Fazit Einteilung
  • 5. 5 1. „Migrantengerontologie“: Ein junges Thema für ein altbekanntes Problem - seit fast 16 Jahren konstant ca. 7 Mio. Ausländer in D1 - Anteil der über 65-jährigen zwischen 1995 und 2005 von 200.000 auf 530.000 hat sich mehr als verdoppelt2 - „Menschen altern eben“ 1 Quelle: Statistisches Bundesamt 2 Quelle: Bevölkerungsfortschreibung I. Warum dieses Thema ?
  • 6. 6 2. Migranten der 1. Generation altern durchschnittlich früher als Deutsche im selben Alter Gründe: - i.d.R. schlechte medizinische Versorgung im Herkunftsland - körperlich belastende Tätigkeiten nach Ankunft - geringe/fehlende Nutzung lokaler medizinischer Dienste - wegen sprachlichen Problemen - wegen fehlender Aufklärung/Sachkenntnis - wegen unbegründeter Ängste (Kosten/Konsequenzen) I. Warum dieses Thema ?
  • 7. 7 Quelle: Bundesarchiv I. Warum dieses Thema ?
  • 8. 8 3. Migranten der 1. Generation nehmen immer noch zu selten Präventionsmaßnahmen in Anspruch und erkranken daher häufiger1 Gründe: - Prävention spielt in der Türkei immer noch eine untergeordnete Rolle - Check-Up ist kein Begriff der breiten Masse, für Besserverdienende - Mentalitätsbedingt kann man „5´e auch ma´ gerade sein lassen“ Schließlich ist z.B.… 1 Spallek, Razum (2007) Gesundheit von Migranten: Defizite im Bereich der Prävention I. Warum dieses Thema ?
  • 9. 9 …die türkische Küche nicht gerade für ihr Kalorienbewusstsein bekannt ! I. Warum dieses Thema ?
  • 10. 10 4. Die ehemaligen altruistischen familiären Gefüge der türkischen Großfamilie sind der modernen ideellen Selbstverwirklichung in Deutschland „zum Opfer“ gefallen. - „Alle unter einem Dach“, gibt es noch aber zunehmend kommt es zur Aufspaltung , „Ruhe in den eigenen 4 Wänden“. - Pflegebereitschaft der älteren Eltern/Schwiegereltern kann in Frage gestellt werden und ist keine Selbstverständlichkeit mehr. Zusammenfassend… I. Warum dieses Thema ?
  • 11. 11 …wird dieses Thema in den nächsten Jahren immer mehr Raum in der gerontologischen Versorgungslandschaft in Deutschland bekommen. I. Warum dieses Thema ?
  • 12. 12 Arbeitsmigration in den 1960ern 1960 gab es nicht einmal 1500 Türken in Deutschland1 Zwischen 1961 und 1976 warben deutsche Unternehmen auf der Grundlage des Anwerbeabkommens zwischen der BRD und der Türkei 678 702 Männer und 146 681 Frauen, also insgesamt 825 383 Menschen2 1Theo Sommer: „Leben in Deutschland (26) - Wie man in Deutschland fremd ist“, DIE ZEIT, 25. März 2004 2Ferda Ataman: „Türkische Frauen: Die Opferrolle hat ausgedient“, Der Spiegel, 11. März 2007 Am Bahnhof Sirkeci In Istanbul II. Kurze Migrationsgeschichte der Türken
  • 13. 13 Verstärkter Familiennachzug in den 1970ern Nach dem Anwerbestop am 23. November 1973 folgte ein verstärkter Familiennachzug. Von den 1980ern bis heute Die politische Lage in der Türkei Ende der 1970er und Anfang der 1980er Jahre führte schließlich zu einer weiteren Einwanderung, jetzt Asyl suchender Flüchtlinge. Der Militärputsch 1980 führte auch zur verstärkten Einwanderung Angehöriger der intellektuellen Schicht als politische Flüchtlinge. Ende 2008 gab es in Deutschland insgesamt 7,246 Millionen Ausländer. Davon waren die Türken mit 1,688 Millionen die größte Gruppe1 1 Bundesamt für Migration und Flüchtlinge: Ausländerzahlen 2008 II. Kurze Migrationsgeschichte der Türken
  • 14. 14 Kulturelle Besonderheiten Die Türken sind eine völlig heterogene Bevölkerungsgruppe West-Ost- Achse 1570 km Nord-Süd- Achse 660 km III. Kulturelle und religiöse Besonderheiten
  • 15. 15 71.000.000 Menschen III. Kulturelle und religiöse Besonderheiten
  • 16. 16 Türkische Migranten sind häufig mit den traditionellen Riten und Gebräuchen des Herkunftsgebietes behaftet und führen diese in Subgruppen fort. Insofern kann das was für den Einen gut ist für den Nächsten völlig weltfremd sein. Das Thema Hochzeit der Tochter mit einem Heimatsortfremden geschweige denn andersnationalen/andersreligiösen Mann ist z.B. ein heikles Thema dessen Diskussionsbedarf/Grundlage häufig nicht besteht. Im Smalltalk dominiert der „Alles Bestens – keine Probleme“ Ton, insbesondere familiäre Probleme oder psychische Krankheiten bleiben im Gespräch häufig unerwähnt. Dies wird häufig als Zeichen der Schwäche und persönlichen Insuffizienz gewertet. „Iyi diyelim iyi olalım“ - „Lass uns gut sagen und gut sein“ III. Kulturelle und religiöse Besonderheiten
  • 17. 17 Der ältere türkische Migrant ist mit einem hohen Grad an Respekt und Anerkennung gegenüber Älteren aufgewachsen. „Es ist unhöflich zu sitzen wenn ein Älterer ins Zimmer kommt“ „Älteren wird bei jeder Begrüßung die Hand geküsst“ III. Kulturelle und religiöse Besonderheiten
  • 18. 18 Religiöse Besonderheiten Die Religiosität des älteren türkischen Migranten wird in der Regel nicht in Frage gestellt. Den Zenith erreicht das religiöse Leben durch die Pilgerfahrt nach Mekka (Saudi Arabien), als eine der Säulen/Pflichten des Islam. Sehr häufig findet dies nach Erreichen des Rentenalters statt. Respekt und Anerkennung durch das Gebet und das Einbringen in die Aktivitäten der Gemeindemoschee gehören zum Wochenablauf. Fasten z.B. ist, falls nicht durch Krankheit oder religiöser Subgruppierung verhindert, auch für den älteren Türken während des Ramadan eine Selbstverständlichkeit. III. Kulturelle und religiöse Besonderheiten
  • 19. 19 Was ist eine Altersdepression ? • Es gibt keine allgemeingültige Definition des Begriffes • Frühere Bezeichnung: Involutionsdepression ( Involution: Rückbildung von Organen ) • Die Altersdepression beschreibt … „ … das erstmalige Auftreten einer depressiven Episode nach dem 65. Lj.“ IV. Begriffsdefinition Altersdepression
  • 20. 20 Depressive Episode: Schlafstörungen Früherwachen Körperliche Schuldgefühle Symptome Rasche Gedrückte Ermüdbarkeit Stimmung Interessen- und Freudlosigkeit Appetitminderung Reduzierte Gewichtsabnahme Konzentration Suizidgedanken IV. Begriffsdefinition Altersdepression
  • 21. 21 Ist die Migration der türkischen Arbeiter depressionsförderlich gewesen ? Ja, denn Migration bedeutet: - Eine existenzielle Verunsicherung - Oft mehrjährige Trennung von der Kernfamilie/Bezugspersonen - Dadurch Wechsel der Bezugspersonen für die Kinder mit daraus resultierenden Rollen- und Identitätskonflikten - Nach Einschulung der Kinder besteht häufig eine Hilflosigkeit dem deutschen Lehrkörper / -system gegenüber - Spagat zwischen Vermittlung traditioneller Werte und Integration den Kindern gegenüber häufig schwierig IV. Altersdepression beim älteren türkischen Migranten
  • 22. 22 Folgen: Konflikte werden über viele Jahre durch Mehrarbeit kompensiert. Oftmals werden unterdrückte Impulse nach Erreichen des Rentenalters offengelegt. Die immer wieder geplante Rückkehr in die Heimat gestaltet sich problematischer als erwartet, denn… - Es gibt mittlerweile Enkel - Auch hier gibt es mittlerweile Eigentum…oder Schulden - Es gibt gute Sozialkontakte - Das Viertel gibt Vertrautheit und Rückhalt - Mit der Familie in der Türkei gibt es Zwistigkeiten Daher kommt auch häufig das Konzept : „6 Monate hier, 6 Monate dort“ zur Anwendung mit seinen ganz eigenen Problemen. IV. Altersdepression beim älteren türkischen Migranten
  • 23. 23 Unspezifische Hinweise auf eine Altersdepression bei älteren türkischen Migranten: - Die Sorge das der Glaube nachlasse - Schuldgefühle den Kindern/der Ehefrau gegenüber - Somatisieren / häufiges Benutzen von Bildern („Steinkopf“) - Wechsel des Rollengefüges in der Familie (z.B. Vater = Störfaktor) - Bei Frauen Erschöpfungssyndrome, Defizite der Haushaltsbewältigung, Versorgung von Gästen, hohes Schlaf- und Rückzugsbedürfnis - Bei Männern Gereiztheit, reduzierte Frustrationstoleranz, Schlafstörungen, Persönlichkeitsveränderung - Aufsuchen von diversen Ärzten/Geistlichen die eine rasche Lösung von i.d.R. Körpersymptomen (Kopf- und Magenschmerzen) herbeirufen sollen IV. Altersdepression beim älteren türkischen Migranten
  • 24. 24 Was ist eine Demenz ? Definition (nach ICD-10): • Gedächtnisstörung • Abbau des Denkvermögens • Veränderungen der Persönlichkeit • In der Folge deutliche Beeinträchtigung der Selbstständigkeit im Alltag • Dauer der Symptomatik > 6 Monate Häufigste Ursachen der Demenz: • Alzheimer-Krankheit ca. 50-60 % • Vaskuläre Demenz ca. 20 % • Mischform beider o.g. ca. 15 % V. Demenz beim älteren Migranten
  • 25. 25 Risikofaktoren der Demenz Gesichert: - Alter / Positive Familienanamnese / Down Syndrom (Trisomie 21) Möglich: - Bluthochdruck / Diabetes / Cholesterin / Schilddrüsenunterfunktion - Parkinson - Depressionen - Niedriger Bildungsstand / geistige und körperliche Unteraktivität Ist Migration ein Risikofaktor für die Entwicklung einer Demenz? V. Demenz beim älteren Migranten
  • 26. 26 Wahrscheinlich ! Nach den Feststellungen zweier internationaler Studien hat Migration einen messbaren Einfluss auf die Demenzrate. Graves und Mitarbeiter haben 1996 belegt, dass es unter den japanischstämmigen Amerikanern in King County, Washington State mehr Demenzfälle gibt als in Japan1 Eine weitere Studie, (Dr. Hendrie) 2001 in Indianapolis und Ibadan, Nigeria, belegte, dass Alzheimer innerhalb der gleichen Altersgruppe und bei gleicher Verteilung der Geschlechter bei Afroamerikanern doppelt so häufig auftritt wie bei den nigerianischen Yoruba2 1Graves et al. "Prevalence of dementia and its subtypes in the Japanese American population of King County, Washington State. The Kame Project". Am J. Epidemiol, 144(8), 1996, S. 760-771. 2 Hendrie et al. "Incidence of dementia and Alzheimer's disease in 2 communities: Yoruba residing in Ibadan, Nigeria and African Americans residing in Indianapolis, Indiana." JAMA, 285, 2001, S. 739-747. V. Demenz beim älteren Migranten
  • 27. Altersdepression vs. Demenz, oft eine klinische Herausforderung 27 Altersdepression Demenz Verlauf akut, subakut, fluktuierend allmählich progredient Klinisches Bild eher Betroffenheit bagatellisierend Klagen über kognitive kaum Klagen über kognitive Beeinträchtigungen Beeinträchtigung detaillierte Schilderung unpräzise Schilderung "Ich weiß nicht", Anstrengung wenig Anstrengung bei Aufgaben, Lösungsversuch schon früher psychische psychische Anamnese leer Störungen Diskrepanz schlechtes homogene Ausfälle: Gedächtnis, Gedächtnis, Orientierung, gute Orientierung Konzentration, Auffassung findet sich (meist) zurecht im Stationsalltag hilflos VI. Altersdepression vs. Demenz
  • 28. 28 Altersdepression vs. Demenz (2) Depression Demenz Depressive Symptome depressiver Affekt, im Verlauf Schlafstörungen, bei 40-50 % Gewichtsverlust, Grübeln, Suizidgedanken Therapie- Besserung unter keine wesentliche Besserung effekt Antidepressiva, Schlafentzug Verarbeitung Tendenz zur Aggravation Tendenz zur Dissimulation Leit-Symptome Antriebsmangel, subjektives Neugedächtnis, Versagen Werkzeugstörung globale Leistungsschwäche umschriebene Fehlleistungen Fehlbedienung von Geräten Verlaufen Apraxie Sprachzerfall VI. Altersdepression vs. Demenz
  • 29. 29 Problem Testverfahren: Der MMST oder DemTect ist für Menschen mit Problemen im Sprachverständnis wie auch mangelnder schulischer Bildung nicht ausreichend valide. Beispiel: Schreibaufgabe, Rechenaufgabe In der Türkei gibt es noch immer eine hohe Analphabetenrate (Frauen > Männer) In Zukunft… TRAKULA "Transkulturelles Assessment mentaler Leistungen„1 Ein Diagnoseverfahren ist, bei dem überwiegend auf sprachliche Komponenten verzichtet wurde und das vor allem mit Bildern arbeitet. 1Prof. Kessler, Universität Köln, Abteilung für Neuropsychologie, Dr. med. Ozankan, Migrantenambulanz Langenfeld VI. Altersdepression vs. Demenz
  • 30. 30 Fazit: Eine professionelle, zukunftsorientierte Arbeit mit älteren Menschen darf den Bereich der Kultursensibilität nicht ausklammern. Kultursensibilität hat man weder von Geburt an noch durch Sprachkenntnis ! Man kann nicht alles wissen… … aber die Sinne für Besonderheiten schärfen VII. Fazit
  • 31. 31 Man wird es Ihnen danken… Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! Quelle: http://www.lv-rlp.drk.de/154.html VII. Fazit