Adipositas Definition
Definition - Geschichte <ul><li>Vor 1800 </li></ul><ul><li>Dicksein demonstrierte Gesundheit  </li></ul><ul><li>Dicksein d...
Definition - Geschichte <ul><li>Mitte des 19 Jahrhunderts führt Chirurg Paul Broca eine Formel zur Berechnung des Idealgew...
Adipositas – Geschichte <ul><li>Anfang/Mitte des 20 Jahrhunderts </li></ul><ul><li>Erhebung der Daten amerikanischer </li>...
Adipositas – Aktuell <ul><li>Mitte der 80er Einführung des BMI als Leitlinie für Übergewicht </li></ul><ul><li>Gewicht in ...
Definition - Aktuell <ul><li>Fettverteilungsmuster </li></ul><ul><li>Intraabdominales Fett / </li></ul><ul><li>Viszerales ...
 
Adipositas Prävention
Prävention – Warum ? <ul><li>Kostenflut für das Gesundheitswesen </li></ul><ul><li>Wirtschaftliche Produktivität sinkt </l...
Prävention – Grundsätze <ul><li>Bewusstsein für den eigenen Körper wecken </li></ul><ul><li>Schulungen der Eltern </li></u...
Prävention - Bundesregierung Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz  (BMLEV)
Bundesregierung - Ansätze <ul><li>Höhere Steuern für fettreiche Nahrungsmittel </li></ul><ul><li>Einführung eines Ernährun...
Krankenkassen <ul><li>Adipositas wird bisher von den GKV </li></ul><ul><li>Krankenkassen nicht als Krankheit </li></ul><ul...
Adipositas Epidemiologie
Epidemiologie <ul><li>->  Adipositas breitet sich rapide aus: </li></ul><ul><li>seit 1980 verdreifachte sich die Prävalenz...
Epidemiologie - Erwachsene
Epidemiologie - Erwachsene Übergewicht Prävalenz von und Adipositas in Deutschland Quelle: Gesundheitsberichterstattung de...
Epidemiologie - Erwachsene Verbreitung der Adipositas Verbreitung der Adipositas bei 18-79 jährigen Frauen und Männern nac...
Epidemiologie - Ländervergleich Internationale Prävalenz der Adipositas bei Erwachsenen Quelle: Faktenblatt EURO/13/5, Adi...
Epidemiologie- Kinder
Epidemiologie - Kinder Verbreitung von Übergewicht und Adipositas nach Altersgruppen Quelle: Robert-Koch-Institut, KIGGS-S...
Adipositas Risiken
Risiken (I)  <ul><li>Hypertonie  </li></ul><ul><li>(50 % aller Hypertoniker sind adipös) </li></ul><ul><li>Diabetes mellit...
Risiken (II) <ul><li>Mortalität  (ab einem BMI > 25 beginnt die Sterblichkeit zu steigen) </li></ul><ul><li>Schlafapnoe-Sy...
Adipositas Gesundheitsökonomie
Gesundheitsökonomie <ul><li>Leistungen und Kosten: </li></ul><ul><ul><li>Übernahme direkter Kosten durch GKV nur in begrün...
Gesundheitsökonomie <ul><li>Unmittelbare Behandlungskosten Adipositas:  </li></ul><ul><li>ca. 530 Mio./Jahr  </li></ul><ul...
Gesundheitsökonomie <ul><li>„ Gesunde Ernährung und Bewegung“ </li></ul><ul><li>Fünf-Punkte-Plan: Vorgehen des Bundesgesun...
Ursachen
Übersicht <ul><li>Fettgewebe </li></ul><ul><li>Energiehaushalt des Körpers </li></ul><ul><li>Verändertes Ernährungsverhalt...
Fettgewebe <ul><li>Fette und Kohlenhydrate aus Nahrung lagern sich ich Adipozyten ein </li></ul><ul><li>Mit Grad der Adipo...
Hauptursachen
Energiehaushalt des Körpers 3 wichtige Faktoren
1. Grundumsatz <ul><li>= Energie, die für das Aufrechterhalten aller Körperfunktionen in Ruhe benötigt wird </li></ul><ul>...
2. Nahrungsabhängiger Verbrauch <ul><li>= Energie, die Körper aufwenden muss, um aufgenommene Nahrung zu verwerten </li></...
3. Arbeitsumsatz <ul><li>= Energie, die für Bewegung aufgewendet werden muss </li></ul><ul><li>20-40% des gesamten Energie...
Verändertes Ernährungsverhalten Direkter Zusammenhang zwischen Ernährungsgewohnheiten und Adipositas
Veränderung der Nahrungszusammensetzung <ul><li>Um 1900:  </li></ul><ul><li>60-70% KH </li></ul><ul><li>15% Eiweiß </li></...
Weitere Gründe <ul><li>Waren-Überangebot </li></ul><ul><li>Fertignahrung statt frisch zubereitet </li></ul><ul><li>Fastfoo...
Sozio-kulturelle Faktoren
Sozio-kulturelle Faktoren <ul><li>Bewegungsmangel </li></ul><ul><li>Sitzende Tätigkeit </li></ul><ul><li>Passive Freizeit ...
Krankheitsbedingte Adipositas
Krankheitsbedingte Adipositas <ul><li>Medikamente: </li></ul><ul><li>z.B. Glucocorticoide, orale Kontrazeptiva, </li></ul>...
Genetische Faktoren
Dicke Eltern – Dicke Kinder ?
Meistens leider ja! <ul><li>Zwillingsstudien und Adoptionsstudien zeigten: 60-80% des KG genetisch bedingt  </li></ul><ul>...
Leptin <ul><li>1959: Existenz eines Sättigungsfaktors </li></ul><ul><li>  (Tierversuch) </li></ul><ul><li>1994: Klonierung...
Leptin <ul><li>Hauptsächlich von Adipozyten gebildetes Hormon (167 AS) </li></ul><ul><li>Bivalente Aufgabe:  </li></ul><ul...
Leptin-Wirkung
Signaltransduktion am Leptinrezeptor
Worin könnten nun die genetischen Ursachen liegen? <ul><li>Fehlerhafte Leptinrezeptorexpression oder –regulation  </li></u...
Leptin… doch nur einer von vielen?
 
Definition <ul><li>Unter einer Diät versteht man seit Hippokrates eine spezielle Ern ähr ung bei der l äng erfristig oder ...
Reduktionsdiät <ul><li>In der Regel kurzfristige Ernährungsumstellung mit dem Ziel einer Gewichtsreduktion. Es existieren ...
Jo-Jo-Effekt <ul><li>Meist ungewöhnlich schnelle Gewichtszunahme nach einer Diät. Das Endgewicht kann dabei das Ausgangsge...
<ul><li>Allen Diäten gemein ist eine einseitige Mangelernnährung, bei der auf einen Nahrungsbestandteil weitgehend verzich...
Diätkonzepte <ul><li>Glyx-Diäten </li></ul><ul><li>Low-Carb-Diäten </li></ul><ul><li>Low-Fat-Diäten </li></ul><ul><li>Tren...
Glyx-Diäten <ul><li>Glyx bezeichnet den glycämischen Index </li></ul><ul><li>Schwammiger Index: abhängigkeit von z.B. der ...
Low-Carb-Diäten <ul><li>Für Vegetarier ungeeignet </li></ul><ul><li>Kohlenhydrate aller Art sind als Übeltäter ausgemacht ...
Atkins-Diät <ul><li>Nach Robert C. Atkins aus den 70er Jahren </li></ul><ul><li>Fettgehalt der Nahrung über 50%; Kohlenhyd...
 
 
Trennkost <ul><li>Stark verkopftes System mit unzähligen Tabellen </li></ul><ul><li>Einteilung der Lebensmittel in Säure- ...
Fasten <ul><li>Wirksamkeit eher Zweifelhaft </li></ul><ul><li>Senkung des Grundumsatzes ==> Abnahme max. ca. 2 kg pro Woch...
Formula-Diäten <ul><li>Als Einstieg für stark übergewichtige Personen geeignet </li></ul><ul><li>Eintöniger Geschmack kost...
Die Diät-Falle
Bewertung <ul><li>Die Schwierigkeit in der Bewertung von Diätkonzepten ist die übermächtige Front von Wellness- und Frauen...
Pharmakotherapie  Der Adipostias
Wann ist eine Pharmakotherapie indiziert ? BMI > 30 kg/m 2  zur Diät-Unterstützung  BMI > 27 kg/m 2  zur Diätunterstützung...
Probleme der Pharmakotherapie <ul><li>Keine einheitliche Morphologie </li></ul><ul><li>Evolutionsbedingte Mechanismen zum ...
Allgemeines Wirkungsprinzip der Pharmaka <ul><li>Prinzip: </li></ul><ul><li>Ungleichgewicht zwischen Aufnahme und Verbrauc...
Appetithemmende Faktoren: POMC/CART, Vorläuferpeptide des  α -MSH ->  wirkt über MC3- und MC4-Rezeptor-Stimulation appetit...
Sibutramin SNRI Wirkmechanismus Wirksamkeit Ökonomie
Wirkmechanismus Steigerung der NA / 5 -HT Konzentrationen im synaptischen Spalt: 1) Steigerung des Grundumsatzes über Stei...
Wirkmechanismus:  - Einstellung eines Sättigungsgefühls    - Unterdrückung des Hungergefühls Ventromedialer Hypothalamus (...
STORM-Study „ S ibutramin  t rial in  o bestiy  r eduction and  m aintenance“ 1x tägliche Einnahme von 10 mg Besserung der...
Ökonomie Verschreibungspflichtig, nicht erstattungsfähig Reductil® 10/15 mg 28 Kapseln 48,-
Orlistat Syn.: Orthohydrolipstatin Lipase -Inhibitor Wirkmechanismus Wirksamkeit Ökonomie
Pankreatische und gastrische Lipasen Funktion: Spaltung von Triglyceriden in Glycerol und FFS, anschließende Resorption im...
Wirksamkeit Meta-Analyse, EMEA Gewichtsreduktion   - 6,1 kg vs. - 2,6 kg / Jahr (mean ca. 100 kg Ausgangsgewicht) >  5 %  ...
Ökonomie Verschreibungpflichtig, nicht erstattungsfähig Xenical®  120 mg  42 Tabl 59,-
Rimonabant Selektiver CB 1 - Rezeptor-Antagonist Wirkmechanismus Wirksamkeit UAW Ökonomie
Das Endocannabinoid -System (ECS) Endocannabinoide können als lokale Neuromodulatoren verstanden werden. Die Synthese erfo...
Die Cannabinoid –Rezeptoren   Vorkommen   Funktion CB 1   peripher:  Leber, Skelettmuskel  Lipogenese    GI -Trakt, Adipoc...
Der Cannabinoid-1-Rezeptor Heptahelikaler, G -Protein gekoppelter Rezeptor der Rhodopsin -Familie. Der Rezeptor findet sic...
2 -Zentren -Theorie Lateraler Hypothalamus (Hungerzentrum) Hemmung der Nahrungsaufnahme durch GABA Steigerung durch Glutam...
www.endocannabinoid.net
Wirkmechanismus Glutaminerges   Neuron Rimonabant Abb.: Wilson RI, Nicoll RA.  Science . 2002;96:678-682, modifiziert
GABAerges Neuron Cl - ? Leptin Abb.: Wilson RI, Nicoll RA.  Science . 2002;96:678-682, modifiziert Rimonabant Wirkmechanis...
Int J of Obesity, Despres 2006 (30), modifiziert
RIO -Europe -Studie „ R imonabant  i n  O besity“ 1507 Patienten  mit BMI >30 kg/m 2 bzw. BMI >27 kg/m 2  und Begleiterkra...
RIO -Europe -Studie „ R imonabant  i n  O besity“ UAW Abbruchrate 32 % vs. 35 % seriös 15 % vs. 5 % Häufigkeit > 5 % und s...
Post -Marketing mehrere Berichte über spontante Suizidversuche  „ über einen Vater der seine Tochter würgte“ „ über einen ...
Ökonomie Verschreibungspflichtig, nicht erstattungsfähig,  Acomplia® 20 mg  98 Tabl. 330,- Bereits 50000 Patienten in Deut...
Pharmaka in der klinischen Entwicklung <ul><li>Amylin </li></ul><ul><li>Zugelassen bei Typ-1-Diabetes </li></ul><ul><li>Un...
Pharmaka in der klinischen Entwicklung <ul><li>Oxyntomodulin </li></ul><ul><li>Bindet an GLP-1- und Glucagonrezeptor; gena...
Pharmaka in der klinischen Entwicklung <ul><li>PYY 3-36 </li></ul><ul><li>Wirkt am NPY Y2-Rezeptor; appetithemmend </li></...
Pharmaka in der klinischen Entwicklung <ul><li>TM 30338 </li></ul><ul><li>Wirkt am NPY2- und NPY4-Rezeptor agonistisch </l...
Pharmaka in der klinischen Entwicklung <ul><li>Oleoyl-Estron </li></ul><ul><li>Wirkt:  </li></ul><ul><ul><li>Appetithemmen...
Chirurgische Maßnahmen
Chirurgische Maßnahmen <ul><li>Indikation der Chirurgie : </li></ul><ul><li>BMI > 35kg/m 2  (+schwerwiegende Begleiterkran...
Chirurgische Maßnahmen Fettabsaugen / Liposuktion bei Adipositas Techniken sicher und problemlos (5 - 20 Liter Fett) Lipos...
Chirurgische Maßnahmen <ul><li>Verschieden Methoden:   </li></ul><ul><li>-  Gastric-Banding ( Magenband ) </li></ul><ul><l...
Chirurgische Maßnahmen <ul><li>GASTRIC-BANDING: </li></ul><ul><li>Magen wird durch ein kleines Band in einen Vor- und Rest...
Chirurgische Maßnahmen <ul><li>Kostensicherung: </li></ul><ul><li>Prinzipiell nicht erstattungsfähig </li></ul><ul><li>Auf...
<ul><li>Nahrungsergänzungsmittel </li></ul>
Nahrungsergänzungsmittel
Nahrungsergänzungsmittel Definition : Nahrungsergänzungsmittel ist ein Lebensmittel, das: 1.  dazu bestimmt ist, die allge...
<ul><li>Kategorien der NEM: </li></ul><ul><li>Ballaststoffe und Quellmittel </li></ul><ul><li>Einzelsubstanzen und Extrakt...
<ul><li>Ballaststoffe und Quellmittel: </li></ul><ul><li>Hochmolekulare Polysaccharide pflanzlicher und tierischer Herkunf...
Beispiel Chitosan anhand von Formoline® L112 (ein Medizinprodukt der Klasse III) Zusammensetzung: Polyglucosamin  (ß-1,4-P...
<ul><li>Wirkungsmechanismus: </li></ul><ul><li>WS wird im Magen protoniert </li></ul><ul><li>über Ionenbindung werden neg....
Studien belegen die fettabsorbierende Eigenschaften (s.Abb) allerdings liegen keine anerkannten Präparatspezifischen Studi...
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<ul><li>L-Carnitin wirkt als Transporter von Fettsäuren  </li></ul><ul><li>These: Steigerung der Fettsäureoxidation und de...
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Adipositas

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  • Adipositas

    1. 1. Adipositas Definition
    2. 2. Definition - Geschichte <ul><li>Vor 1800 </li></ul><ul><li>Dicksein demonstrierte Gesundheit </li></ul><ul><li>Dicksein demonstrierte Wohlstand </li></ul><ul><li> Dicksein war schön und angesehen </li></ul>
    3. 3. Definition - Geschichte <ul><li>Mitte des 19 Jahrhunderts führt Chirurg Paul Broca eine Formel zur Berechnung des Idealgewichts ein </li></ul>Körpergröße in cm minus 100  Normalgewicht Körpergröße in cm minus 110  Idealgewicht
    4. 4. Adipositas – Geschichte <ul><li>Anfang/Mitte des 20 Jahrhunderts </li></ul><ul><li>Erhebung der Daten amerikanischer </li></ul><ul><li>Lebensversicherungen als Indexwert </li></ul><ul><li>170 cm Mann  58-73Kg </li></ul>
    5. 5. Adipositas – Aktuell <ul><li>Mitte der 80er Einführung des BMI als Leitlinie für Übergewicht </li></ul><ul><li>Gewicht in kg     BMI = --------------------- (Größe in m)²  </li></ul>
    6. 6. Definition - Aktuell <ul><li>Fettverteilungsmuster </li></ul><ul><li>Intraabdominales Fett / </li></ul><ul><li>Viszerales Fettgewebe </li></ul><ul><li>Bauchumfang </li></ul><ul><li>Männer ab 102cm (erhöht ab 92cm) </li></ul><ul><li>Frauen ab 88cm (erhöht ab 80cm) </li></ul>
    7. 8. Adipositas Prävention
    8. 9. Prävention – Warum ? <ul><li>Kostenflut für das Gesundheitswesen </li></ul><ul><li>Wirtschaftliche Produktivität sinkt </li></ul><ul><li>Lebensfreude sinkt </li></ul><ul><li>Lebenserwartung sinkt </li></ul>
    9. 10. Prävention – Grundsätze <ul><li>Bewusstsein für den eigenen Körper wecken </li></ul><ul><li>Schulungen der Eltern </li></ul><ul><li>Schulungen der Kinder </li></ul><ul><li> mehr Bewegung </li></ul><ul><li> bewusster Ernähren </li></ul>
    10. 11. Prävention - Bundesregierung Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMLEV)
    11. 12. Bundesregierung - Ansätze <ul><li>Höhere Steuern für fettreiche Nahrungsmittel </li></ul><ul><li>Einführung eines Ernährungsführerscheins </li></ul><ul><li>Neue Schulfächer  Ernährungslehre </li></ul><ul><li>Kennzeichnung der Lebensmittel (Ampel) </li></ul><ul><li>Schulessen vergünstigen </li></ul><ul><li>5-Punkte-Plan </li></ul>
    12. 13. Krankenkassen <ul><li>Adipositas wird bisher von den GKV </li></ul><ul><li>Krankenkassen nicht als Krankheit </li></ul><ul><li>anerkannt. </li></ul><ul><li>AOK Pluscard </li></ul>
    13. 14. Adipositas Epidemiologie
    14. 15. Epidemiologie <ul><li>-> Adipositas breitet sich rapide aus: </li></ul><ul><li>seit 1980 verdreifachte sich die Prävalenz von Adipositas in Europa </li></ul><ul><li>bei gleichbleibender Prävalenz werden bis 2010 ca.150 Mio Erwachsene adipös sein </li></ul><ul><li>Ergebnis: in nur 5 Jahren wird sich die Zahl der Menschen um 20. Mio erhöhen -> 4 Mio/Jahr </li></ul>
    15. 16. Epidemiologie - Erwachsene
    16. 17. Epidemiologie - Erwachsene Übergewicht Prävalenz von und Adipositas in Deutschland Quelle: Gesundheitsberichterstattung des Bundes: Übergewicht und Adipositas <ul><li>Jeder zweite erwachsene Deutsche ist übergewichtig (BMI 25 – 30) </li></ul><ul><li>Jeder fünfte bis sechste ist adipös (BMI > 30) </li></ul>
    17. 18. Epidemiologie - Erwachsene Verbreitung der Adipositas Verbreitung der Adipositas bei 18-79 jährigen Frauen und Männern nach sozialer Schicht (Quelle: Robert-Koch-Institut, BGS98) -> Frauen sind häufiger betroffen
    18. 19. Epidemiologie - Ländervergleich Internationale Prävalenz der Adipositas bei Erwachsenen Quelle: Faktenblatt EURO/13/5, Adipositas eine Herausforderung für die Europäische Region der WHO
    19. 20. Epidemiologie- Kinder
    20. 21. Epidemiologie - Kinder Verbreitung von Übergewicht und Adipositas nach Altersgruppen Quelle: Robert-Koch-Institut, KIGGS-Symposium 2006 Quelle: Prävention der Adipositas. Deutsches Ärtzeblatt 95 Prävalenz der Adipositas bei Kindern
    21. 22. Adipositas Risiken
    22. 23. Risiken (I) <ul><li>Hypertonie </li></ul><ul><li>(50 % aller Hypertoniker sind adipös) </li></ul><ul><li>Diabetes mellitus 2 </li></ul><ul><li>(80 % aller Diabetiker sind adipös) </li></ul><ul><li>Hyperlipidämie und Dyslipidämie </li></ul><ul><li>Koronare Herzerkrankung </li></ul><ul><li>Herzinsuffizienz </li></ul><ul><li>Schlaganfall (Schlaganfallrisiko steigt mit zunehmendem BMI an) </li></ul>
    23. 24. Risiken (II) <ul><li>Mortalität (ab einem BMI > 25 beginnt die Sterblichkeit zu steigen) </li></ul><ul><li>Schlafapnoe-Syndrom </li></ul><ul><li>Gicht </li></ul><ul><li>Gallenblasenerkrankungen </li></ul><ul><li>Orthopädische Komplikationen (Arthrose) </li></ul><ul><li>Psychosoziale Komplikationen </li></ul>
    24. 25. Adipositas Gesundheitsökonomie
    25. 26. Gesundheitsökonomie <ul><li>Leistungen und Kosten: </li></ul><ul><ul><li>Übernahme direkter Kosten durch GKV nur in begründeten Fällen </li></ul></ul><ul><ul><li>Aber: erhebliche Kosten durch </li></ul></ul><ul><ul><li>Folgeerkrankungen! </li></ul></ul><ul><ul><li>-> Adipositas: „Wachsende Herausforderung für die </li></ul></ul><ul><ul><li> Gesundheitssysteme in den Industrieländern!“ </li></ul></ul>
    26. 27. Gesundheitsökonomie <ul><li>Unmittelbare Behandlungskosten Adipositas: </li></ul><ul><li>ca. 530 Mio./Jahr </li></ul><ul><li>Volkswirtschaftliche Gesamtkosten inklusive der Begleitertkrankungen: 5 Mrd./Jahr </li></ul><ul><li>-> Bundesregierung gründet 2007 Aktion: „Gesunde Ernährung und Bewegung“ </li></ul><ul><li>zur Adipositasprävention </li></ul>
    27. 28. Gesundheitsökonomie <ul><li>„ Gesunde Ernährung und Bewegung“ </li></ul><ul><li>Fünf-Punkte-Plan: Vorgehen des Bundesgesundheitsministeriums gegen das Übergewicht in Deutschland </li></ul><ul><li>Aufklärung und Vorsorge bezügl. Bewegung und Ernährung </li></ul><ul><li>Mehr Sport und Bewegung im Alltag </li></ul><ul><li>Gesünderes Kantinenessen </li></ul><ul><li>Forschung </li></ul><ul><li>Behörden </li></ul>
    28. 29. Ursachen
    29. 30. Übersicht <ul><li>Fettgewebe </li></ul><ul><li>Energiehaushalt des Körpers </li></ul><ul><li>Verändertes Ernährungsverhalten </li></ul><ul><li>Sozio-kulturelle Faktoren </li></ul><ul><li>Krankheitsbedingte Adipositas </li></ul><ul><li>Genetische Faktoren </li></ul>
    30. 31. Fettgewebe <ul><li>Fette und Kohlenhydrate aus Nahrung lagern sich ich Adipozyten ein </li></ul><ul><li>Mit Grad der Adipositas steigt Gehalt und Größe der Adipozyten </li></ul><ul><li>Gleichzeitig nehmen Anzahl und Empfindlichkeit der Insulinrezeptoren im Fettgewebe ab </li></ul>
    31. 32. Hauptursachen
    32. 33. Energiehaushalt des Körpers 3 wichtige Faktoren
    33. 34. 1. Grundumsatz <ul><li>= Energie, die für das Aufrechterhalten aller Körperfunktionen in Ruhe benötigt wird </li></ul><ul><li>50-70% des gesamten Energieverbrauchs </li></ul><ul><li>Abhängig von Muskelmasse </li></ul><ul><li>Sinkt im Alter </li></ul>
    34. 35. 2. Nahrungsabhängiger Verbrauch <ul><li>= Energie, die Körper aufwenden muss, um aufgenommene Nahrung zu verwerten </li></ul><ul><li>6-10% des gesamten Energieverbrauchs </li></ul>
    35. 36. 3. Arbeitsumsatz <ul><li>= Energie, die für Bewegung aufgewendet werden muss </li></ul><ul><li>20-40% des gesamten Energieverbrauchs </li></ul><ul><li>durch körperliche Aktivität steigerbar </li></ul>
    36. 37. Verändertes Ernährungsverhalten Direkter Zusammenhang zwischen Ernährungsgewohnheiten und Adipositas
    37. 38. Veränderung der Nahrungszusammensetzung <ul><li>Um 1900: </li></ul><ul><li>60-70% KH </li></ul><ul><li>15% Eiweiß </li></ul><ul><li>20-25% Fett </li></ul><ul><li>Heute: </li></ul><ul><li>40-45% KH </li></ul><ul><li>15-20% Eiweiß </li></ul><ul><li>40-45% Fett </li></ul><ul><li>Ideal: </li></ul><ul><li>50-55% KH </li></ul><ul><li>15-20% Eiweiß </li></ul><ul><li>30% Fett </li></ul>
    38. 39. Weitere Gründe <ul><li>Waren-Überangebot </li></ul><ul><li>Fertignahrung statt frisch zubereitet </li></ul><ul><li>Fastfood: Portionengröße, Essgeschwindigkeit, zu hoher Gehalt an Fett, Salz und Zucker, dabei nicht ausreichend sättigend </li></ul>
    39. 40. Sozio-kulturelle Faktoren
    40. 41. Sozio-kulturelle Faktoren <ul><li>Bewegungsmangel </li></ul><ul><li>Sitzende Tätigkeit </li></ul><ul><li>Passive Freizeit (PC, Fernsehen) </li></ul><ul><li>Essen als Ersatz für emotionale und persönliche Zuwendung </li></ul><ul><li>Frust, Langeweile, Stress -> Essen als „Abwechslung“ </li></ul><ul><li>Essen nebenher (unterwegs, beim Lesen…) </li></ul><ul><li>Werbung </li></ul><ul><li>Fehlende Aufklärung </li></ul>
    41. 42. Krankheitsbedingte Adipositas
    42. 43. Krankheitsbedingte Adipositas <ul><li>Medikamente: </li></ul><ul><li>z.B. Glucocorticoide, orale Kontrazeptiva, </li></ul><ul><li>Antidepressiva, Neuroleptika </li></ul><ul><li>Hormonelle Erkrankungen: </li></ul><ul><li>z.B. Hypothyreose, Cushing-Syndrom </li></ul>
    43. 44. Genetische Faktoren
    44. 45. Dicke Eltern – Dicke Kinder ?
    45. 46. Meistens leider ja! <ul><li>Zwillingsstudien und Adoptionsstudien zeigten: 60-80% des KG genetisch bedingt </li></ul><ul><li>Aber: nicht Übergewicht wird vererbt, sondern Veranlagung dafür z.B. Grundumsatz </li></ul>
    46. 47. Leptin <ul><li>1959: Existenz eines Sättigungsfaktors </li></ul><ul><li> (Tierversuch) </li></ul><ul><li>1994: Klonierung und Sequenzierung des ob-Gens </li></ul><ul><li>(obese, obesity) und seines Genproduktes </li></ul><ul><li> Leptin (griech. leptos = dünn) </li></ul><ul><li>1995: Identifizierung eines leptinbindenden </li></ul><ul><li> Rezeptors im Gehirn und anderen </li></ul><ul><li> Organen </li></ul>
    47. 48. Leptin <ul><li>Hauptsächlich von Adipozyten gebildetes Hormon (167 AS) </li></ul><ul><li>Bivalente Aufgabe: </li></ul><ul><li>Langzeitregulation des KG und kurzfristiger Regulator </li></ul><ul><li>Leptinplasmaspiegel spiegelt Körperfettmenge wieder </li></ul>
    48. 49. Leptin-Wirkung
    49. 50. Signaltransduktion am Leptinrezeptor
    50. 51. Worin könnten nun die genetischen Ursachen liegen? <ul><li>Fehlerhafte Leptinrezeptorexpression oder –regulation </li></ul><ul><li>Gestörte Signaltransduktion </li></ul><ul><li>Defektes Carriersystem </li></ul><ul><li>Inaktivierung des Leptins schon im Blut </li></ul>
    51. 52. Leptin… doch nur einer von vielen?
    52. 54. Definition <ul><li>Unter einer Diät versteht man seit Hippokrates eine spezielle Ern ähr ung bei der l äng erfristig oder dauerhaft eine spezielle Auswahl von Nahrungsmitteln verzehrt wird. </li></ul><ul><li>Im Zusammenhang mit Adipositas und Übergewicht werden die Begriffe Diät und Reduktionsdiät synonym verwendet. </li></ul>
    53. 55. Reduktionsdiät <ul><li>In der Regel kurzfristige Ernährungsumstellung mit dem Ziel einer Gewichtsreduktion. Es existieren unzählige Varianten, die großenteils dem Zeitgeist und den Moden ihrer Entstehungszeit entsprechen. </li></ul>
    54. 56. Jo-Jo-Effekt <ul><li>Meist ungewöhnlich schnelle Gewichtszunahme nach einer Diät. Das Endgewicht kann dabei das Ausgangsgewicht vor der Diät noch überschreiten. </li></ul>
    55. 57. <ul><li>Allen Diäten gemein ist eine einseitige Mangelernnährung, bei der auf einen Nahrungsbestandteil weitgehend verzichtet wird, bzw. bei der die gesamte Ernährung mit nur einem Nahrungsmittel bestritten wird. </li></ul>
    56. 58. Diätkonzepte <ul><li>Glyx-Diäten </li></ul><ul><li>Low-Carb-Diäten </li></ul><ul><li>Low-Fat-Diäten </li></ul><ul><li>Trennkost </li></ul><ul><li>Fasten </li></ul><ul><li>Formula-Diäten </li></ul>
    57. 59. Glyx-Diäten <ul><li>Glyx bezeichnet den glycämischen Index </li></ul><ul><li>Schwammiger Index: abhängigkeit von z.B. der Zubereitung </li></ul><ul><li>Einteilung der Lebensmittel in drei Kategorien (Glyx niedrig, mittel, hoch) </li></ul>
    58. 60. Low-Carb-Diäten <ul><li>Für Vegetarier ungeeignet </li></ul><ul><li>Kohlenhydrate aller Art sind als Übeltäter ausgemacht </li></ul><ul><li>Fett und Eiweiß unbegrenzt erlaubt </li></ul><ul><li>Gilt bei Ernährungswissenschaftlern als Fehlernährung, ist aber noch nicht endgültig wissenschaftlich erforscht </li></ul>
    59. 61. Atkins-Diät <ul><li>Nach Robert C. Atkins aus den 70er Jahren </li></ul><ul><li>Fettgehalt der Nahrung über 50%; Kohlenhydrate maximal 20% </li></ul><ul><li>Tägliche Kalorienzufuhr ca. 2000 </li></ul><ul><li>Kaum Sportprogramm </li></ul><ul><li>Hohe Abbrecherrate </li></ul><ul><li>Verhaltensänderung wird nicht angesprochen </li></ul>
    60. 64. Trennkost <ul><li>Stark verkopftes System mit unzähligen Tabellen </li></ul><ul><li>Einteilung der Lebensmittel in Säure- und Basenbildner die nicht zusammen Verdaut werden können, und daher bei gemeinsamem Verzehr im Körper angereichert würden. </li></ul>
    61. 65. Fasten <ul><li>Wirksamkeit eher Zweifelhaft </li></ul><ul><li>Senkung des Grundumsatzes ==> Abnahme max. ca. 2 kg pro Woche </li></ul><ul><li>Hauptsächlich Muskelabbau </li></ul><ul><li>Gefahr von Mangelerscheinungen </li></ul>
    62. 66. Formula-Diäten <ul><li>Als Einstieg für stark übergewichtige Personen geeignet </li></ul><ul><li>Eintöniger Geschmack kostet </li></ul><ul><li>Überwindung </li></ul>
    63. 67. Die Diät-Falle
    64. 68. Bewertung <ul><li>Die Schwierigkeit in der Bewertung von Diätkonzepten ist die übermächtige Front von Wellness- und Frauenzeitschriften, die in jeder Ausgabe neue Wunderdiäten vorstellen, sowie die Emotionalität die das Thema Übergewicht für die Betroffenen mitbringt. </li></ul><ul><li>Sicher ist nur, dass es bisher keine Diät gibt, die Erfolg garantiert, und keine Möglichkeit ohne eine gewisse Disziplin und eigenen Aufwand auch langfristig das Wunschgewicht zu halten. </li></ul>
    65. 69. Pharmakotherapie Der Adipostias
    66. 70. Wann ist eine Pharmakotherapie indiziert ? BMI > 30 kg/m 2 zur Diät-Unterstützung BMI > 27 kg/m 2 zur Diätunterstützung bei bestehenden Risikofaktoren (Diabetes, Hypertonie u.a.) nach der Leitlinie der Deutschen Adipositas Gesellschaft
    67. 71. Probleme der Pharmakotherapie <ul><li>Keine einheitliche Morphologie </li></ul><ul><li>Evolutionsbedingte Mechanismen zum Gewichtserhalt </li></ul><ul><li>Geringe Gewichtsreduktion; schnelles Erreichen eines „Gewichts-steady-state“ </li></ul><ul><li>Physiologie noch nicht vollständig geklärt </li></ul><ul><li>Mechanismen der Langzeitregulation des Gewichts weitestgehend unbekannt </li></ul><ul><li>Enttäuschende Ergebnisse ehemals hoffnungsvoller Angriffspunkte </li></ul><ul><li>Hohe Ansprüche an Pharmaka (Applikation am gesunden Menschen!) </li></ul>
    68. 72. Allgemeines Wirkungsprinzip der Pharmaka <ul><li>Prinzip: </li></ul><ul><li>Ungleichgewicht zwischen Aufnahme und Verbrauch von Energie muss auf die Seite des Verbrauchs </li></ul><ul><li>Hemmung des Appetits </li></ul><ul><li>Hemmung der FS-Resorption im Darm </li></ul><ul><li>Verbrennung/Umwandlung des weißen Fettgewebes </li></ul>
    69. 73. Appetithemmende Faktoren: POMC/CART, Vorläuferpeptide des α -MSH -> wirkt über MC3- und MC4-Rezeptor-Stimulation appetithemmend Appetitsteigernde Faktoren: Neuropeptid Y (NPY) Agouti-related Protein (AgRP); -> wirkt als inverser Agonist an MC3- und MC4-Rezeptoren Martin Schmitt, SS 2007
    70. 74. Sibutramin SNRI Wirkmechanismus Wirksamkeit Ökonomie
    71. 75. Wirkmechanismus Steigerung der NA / 5 -HT Konzentrationen im synaptischen Spalt: 1) Steigerung des Grundumsatzes über Steigerung der Thermogenese 2) Verminderung der Nahrungsaufnahme aufgrund Einstellung eines Sättigungsgefühles/ Hemmung des Hungergefühls
    72. 76. Wirkmechanismus: - Einstellung eines Sättigungsgefühls - Unterdrückung des Hungergefühls Ventromedialer Hypothalamus (Sättigungszentrum) Hemmung der Nahrungsaufnahme durch 5-HT über 5-HT 2c Lateraler Hypothalamus (Hungerzentrum) Hemmung der Nahrungsaufnahme durch NA (und GABA)
    73. 77. STORM-Study „ S ibutramin t rial in o bestiy r eduction and m aintenance“ 1x tägliche Einnahme von 10 mg Besserung der Blutfettwerte, Blutglucosespiegel proportional zum Gewichtsverlust.
    74. 78. Ökonomie Verschreibungspflichtig, nicht erstattungsfähig Reductil® 10/15 mg 28 Kapseln 48,-
    75. 79. Orlistat Syn.: Orthohydrolipstatin Lipase -Inhibitor Wirkmechanismus Wirksamkeit Ökonomie
    76. 80. Pankreatische und gastrische Lipasen Funktion: Spaltung von Triglyceriden in Glycerol und FFS, anschließende Resorption im Duodenum über FATP. Es handelt sich hierbei um Serinhydrolasen, mit der katalytischen Triade im active site. Pseudoirreversible Inhibition des pankreatischen und gastrischen Lipasen führt zur Abnahme der Nahrungsfett- resorption. (-30%, Energiedefizit 900-1200 kJ)
    77. 81. Wirksamkeit Meta-Analyse, EMEA Gewichtsreduktion - 6,1 kg vs. - 2,6 kg / Jahr (mean ca. 100 kg Ausgangsgewicht) > 5 % 45 % vs. 23 % > 10 % 20 % vs. 8 % Weiterhin: Steigerung von HDL Senkung von LDL sekundär positiv auf Blutdruck und BZ-Spiegel Hierbei kein signifikaner Unterschied zwischen der Applikation von 60 und 120 mg, 3x täglich vor dem Essen
    78. 82. Ökonomie Verschreibungpflichtig, nicht erstattungsfähig Xenical® 120 mg 42 Tabl 59,-
    79. 83. Rimonabant Selektiver CB 1 - Rezeptor-Antagonist Wirkmechanismus Wirksamkeit UAW Ökonomie
    80. 84. Das Endocannabinoid -System (ECS) Endocannabinoide können als lokale Neuromodulatoren verstanden werden. Die Synthese erfolgt aus Membranphospholipiden Das ECS findet sich zentral im Hypothalamus und peripher in Leber, Skelettmuskel, Adipocyten, im GI -Trakt, sowie auf Immunzellen. Anandamid, AEA (Arachidonoylethanolamid) 2-AG (2-Arachidonoylglycerol)
    81. 85. Die Cannabinoid –Rezeptoren Vorkommen Funktion CB 1 peripher: Leber, Skelettmuskel Lipogenese GI -Trakt, Adipocyten Glucosehomöostase Energiebilanz zentral: Hypothalamus „food intake“ CB 2 hauptsächlich auf Immunzellen Immunreaktionen
    82. 86. Der Cannabinoid-1-Rezeptor Heptahelikaler, G -Protein gekoppelter Rezeptor der Rhodopsin -Familie. Der Rezeptor findet sich u.a. zentral im LH in der präsynaptischen Membran von vornehmlich GABAergen, aber auch glutaminergen Neuronen. Abb.: Shim J-Y, Welsh WJ, Howlett AC. Biopolymers. 2003;71:169-189.
    83. 87. 2 -Zentren -Theorie Lateraler Hypothalamus (Hungerzentrum) Hemmung der Nahrungsaufnahme durch GABA Steigerung durch Glutamat Ventromedialer Hypothalamus (Sättigungszentrum)
    84. 88. www.endocannabinoid.net
    85. 89. Wirkmechanismus Glutaminerges Neuron Rimonabant Abb.: Wilson RI, Nicoll RA. Science . 2002;96:678-682, modifiziert
    86. 90. GABAerges Neuron Cl - ? Leptin Abb.: Wilson RI, Nicoll RA. Science . 2002;96:678-682, modifiziert Rimonabant Wirkmechanismus
    87. 91. Int J of Obesity, Despres 2006 (30), modifiziert
    88. 92. RIO -Europe -Studie „ R imonabant i n O besity“ 1507 Patienten mit BMI >30 kg/m 2 bzw. BMI >27 kg/m 2 und Begleiterkrankung Ergebnisse: signifikante Reduktion von Gewicht -7,2 kg vs. -2,5 kg, p < 0,001 nach 1 Jahr Gewichtsverlust >10 %: 32,1 % vs. 10,9 % und Taillenumfang -7,5 cm vs. -3,4 cm Begleiteffekte: HDL +15 % vs. + 7 %   Triglyceride - 10 % vs. + 7 % HbA 1 C - 0,6 vs. + 0,1
    89. 93. RIO -Europe -Studie „ R imonabant i n O besity“ UAW Abbruchrate 32 % vs. 35 % seriös 15 % vs. 5 % Häufigkeit > 5 % und signifikante Erhöhung gg. Placebo: - Nausea 12 % - Erbrechen 6 % - Hypoglykämie 5 % - psychische Störungen 5 % - Schwindel 9 % - psychiatrisch 26 % vs. 14 % - 1 Fall eines Suizidversuches (OR 2)
    90. 94. Post -Marketing mehrere Berichte über spontante Suizidversuche „ über einen Vater der seine Tochter würgte“ „ über einen Mann der seine Frau schlug“ Exazerbationen von MS Anfälle, Tremor, Parästhesien aus Briefingunterlagen der FDA FDA versagt Rimonabant am 14. Juni 2007 die Zulassung endgültige Beschlussfassung 27.07.2007 EMEA will auf Nichtzulassung in den USA reagieren (15.06.07)
    91. 95. Ökonomie Verschreibungspflichtig, nicht erstattungsfähig, Acomplia® 20 mg 98 Tabl. 330,- Bereits 50000 Patienten in Deutschland
    92. 96. Pharmaka in der klinischen Entwicklung <ul><li>Amylin </li></ul><ul><li>Zugelassen bei Typ-1-Diabetes </li></ul><ul><li>Unterstützt die Stabilität des Glucosespiegels, indem es: </li></ul><ul><ul><li>Die postprandialen Glucosespiegel reduziert </li></ul></ul><ul><ul><li>Glucagonfreisetzung hemmt </li></ul></ul><ul><ul><li>Magenentleerung verzögert </li></ul></ul>
    93. 97. Pharmaka in der klinischen Entwicklung <ul><li>Oxyntomodulin </li></ul><ul><li>Bindet an GLP-1- und Glucagonrezeptor; genauer WM nicht bekannt </li></ul><ul><li>Hemmt den Appetit </li></ul><ul><li>Aber: s.c.-Injektion vor jeder Mahlzeit, da Polypeptid </li></ul>
    94. 98. Pharmaka in der klinischen Entwicklung <ul><li>PYY 3-36 </li></ul><ul><li>Wirkt am NPY Y2-Rezeptor; appetithemmend </li></ul><ul><li>Natürlich vorkommendes Peptidhormon </li></ul>
    95. 99. Pharmaka in der klinischen Entwicklung <ul><li>TM 30338 </li></ul><ul><li>Wirkt am NPY2- und NPY4-Rezeptor agonistisch </li></ul><ul><li>s.c.-Gabe einmal täglich </li></ul><ul><li>Modifiziertes humanes Polypeptid aus Teilen von NPY3-36 und eines zweiten pankreatischen Polypeptids, welches durch NPY4-Rezeptor-Agonismus endogen appetithemmend wirkt </li></ul>
    96. 100. Pharmaka in der klinischen Entwicklung <ul><li>Oleoyl-Estron </li></ul><ul><li>Wirkt: </li></ul><ul><ul><li>Appetithemmend </li></ul></ul><ul><ul><li>Fettspeicher-abbauend </li></ul></ul><ul><ul><li>Fördert die Verbrennung im Muskel </li></ul></ul>
    97. 101. Chirurgische Maßnahmen
    98. 102. Chirurgische Maßnahmen <ul><li>Indikation der Chirurgie : </li></ul><ul><li>BMI > 35kg/m 2 (+schwerwiegende Begleiterkranknugen) oder BMI > 40kg/m 2 </li></ul><ul><li>nachweislichem Misserfolg betreuter konservativen Behandlungsmethoden </li></ul><ul><li>Keine definitive Alterobergrenze ( allerdings < 18 Jahren nur in Ausnahmefällen) </li></ul><ul><li>- KI: Abhängigkeit von Alkohol und Drogen </li></ul><ul><ul><ul><li>Immundefizitären Erkrankungen </li></ul></ul></ul><ul><ul><ul><li>Vorbehalt bei schweren Depressionen , Psychosen und Essstörungen </li></ul></ul></ul>
    99. 103. Chirurgische Maßnahmen Fettabsaugen / Liposuktion bei Adipositas Techniken sicher und problemlos (5 - 20 Liter Fett) Liposuktion zeigt keine positive Auswirkung Keine Änderung des Essverhalten.
    100. 104. Chirurgische Maßnahmen <ul><li>Verschieden Methoden: </li></ul><ul><li>- Gastric-Banding ( Magenband ) </li></ul><ul><li>Magenbypass </li></ul><ul><li>Sleeve-Gastrektomie </li></ul><ul><li>Gastroplastik </li></ul><ul><li>Magenballon </li></ul><ul><li>Magenschrittmacher </li></ul><ul><li>- BPD ( bilopancretic diversion ) </li></ul>
    101. 105. Chirurgische Maßnahmen <ul><li>GASTRIC-BANDING: </li></ul><ul><li>Magen wird durch ein kleines Band in einen Vor- und Restmagen unterteilt (Restriktiv) </li></ul><ul><li>GASTRIC-BYPASS </li></ul><ul><li>Dünndarmabschnitte werden mittels „Umleitung“ umgangen, um so die Resorptionfläche zu verkleinern </li></ul>
    102. 106. Chirurgische Maßnahmen <ul><li>Kostensicherung: </li></ul><ul><li>Prinzipiell nicht erstattungsfähig </li></ul><ul><li>Auf Antrag in Einzelfällen von Krankenkasse übernommen </li></ul><ul><li>Heilungschancen: </li></ul><ul><li>- 80 % erreichen ein Gewicht an der Obergrenze des Normalgewichtes ( in 2 Jahren) </li></ul><ul><li>50 % beurteilen ihre Lebensqualität als sehr gut </li></ul><ul><li>100 %-ige Behandlungserfolge gibt es nicht </li></ul>
    103. 107. <ul><li>Nahrungsergänzungsmittel </li></ul>
    104. 108. Nahrungsergänzungsmittel
    105. 109. Nahrungsergänzungsmittel Definition : Nahrungsergänzungsmittel ist ein Lebensmittel, das: 1. dazu bestimmt ist, die allgemeine Ernährung zu ergänzen, 2. ein Konzentrat von Nährstoffen oder sonstigen Stoffen mit ernährungsspezifischer oder physiologischer Wirkung allein oder in Zusammensetzung darstellt Da sie rechtlich zu den Lebensmitteln gehören, fallen sie in Deutschland unter die Regelungen des Lebensmittel- und Futtergesetzbuchs (LFGB).
    106. 110. <ul><li>Kategorien der NEM: </li></ul><ul><li>Ballaststoffe und Quellmittel </li></ul><ul><li>Einzelsubstanzen und Extrakte mit angeblich „schlankmachenden“ Eigenschaften </li></ul><ul><li>Enzym-, Kräuter-, Mineral-, und Vitaminpräpartae, Tees , Algenpräparate </li></ul><ul><li>chinesische Schlankheitsmittel </li></ul>Nahrungsergänzungsmittel
    107. 111. <ul><li>Ballaststoffe und Quellmittel: </li></ul><ul><li>Hochmolekulare Polysaccharide pflanzlicher und tierischer Herkunft </li></ul><ul><li>Sättigungsgefühl durch Quellfähigkeit  Volumenausdehnung </li></ul><ul><li>Vorraussetzung: ausreichende Flüssigkeitszufuhr (Obstipation) </li></ul><ul><li>UAW: Flatulenz und Druckgefühl im Magen </li></ul><ul><li>Stoffbeispiele: Chitosan, Pektine, Cellulose-Derivate, Alginate </li></ul>Nahrungsergänzungsmittel
    108. 112. Beispiel Chitosan anhand von Formoline® L112 (ein Medizinprodukt der Klasse III) Zusammensetzung: Polyglucosamin (ß-1,4-Polymer aus D-Glucosamin und N-Acetyl-D-Glucosamin) Weitere Bestandteile: Cellulose, Vitamin C, Weinsäure, Siliziumdioxid, Magnesiumstearat Nahrungsergänzungsmittel
    109. 113. <ul><li>Wirkungsmechanismus: </li></ul><ul><li>WS wird im Magen protoniert </li></ul><ul><li>über Ionenbindung werden neg. geladen Fettsäurereste gebunden </li></ul><ul><li>selbst stabilisierende, geordnete, molekulare Gelstruktur </li></ul><ul><li>lipophile Glomerulat wird auf natürlichem Wege ausgeschieden </li></ul><ul><li>deutlich verminderte Resorption der Lipide </li></ul><ul><li>sekundär dient es als Quellstoff und ist motilitäsfördend </li></ul>Nahrungsergänzungsmittel
    110. 114. Studien belegen die fettabsorbierende Eigenschaften (s.Abb) allerdings liegen keine anerkannten Präparatspezifischen Studien vor Überdies reichen die gebundenen Fettmengen nicht aus, um die Übergewichtsproblematik zu bewältigen. Dazu können auch noch allergische Reaktionen bei Menschen auftreten, die allergisch gegen Meerestiere sind. Nahrungsergänzungsmittel
    111. 115. Einzelsubstanzen und Extrakte mit angeblich „schlankmachenden“ Eigenschaften am Beispiel L-Carnitin: Carnitin ist ein vitaminähnlicher Wirkstoff L – Carnitin wird auch aus der Nahrung in Form der beiden essentiellen Aminosäuren Methionin und Lysin aufgenommen Funktion im Körper: L – Carnitin spielt eine besondere Rolle im Rahmen des Fettstoffwechsels. Nahrungsergänzungsmittel
    112. 116. <ul><li>L-Carnitin wirkt als Transporter von Fettsäuren </li></ul><ul><li>These: Steigerung der Fettsäureoxidation und des beschleunigten Körperfettdepotabbaus („Fatburner“ oder „sensationeller Fettverbrenner“) </li></ul>Nahrungsergänzungsmittel
    113. 117. <ul><li>Ist die Supplementierung also sinnvoll? </li></ul><ul><li>Lipolyserate ist Carnitinunabhängig </li></ul><ul><li>Fettsäuretransport unter physiologischen Bedingungen schon maximale Geschwindigkeit </li></ul><ul><li>randomisierten placebokontrollierten Doppelblindstudie bei moderat Übergewichtigen Frauen ergab keine gewichtsreduzierende Effekte </li></ul>Nahrungsergänzungsmittel
    114. 118. <ul><li>Beratungshinweise </li></ul><ul><li>bei NEM </li></ul><ul><li>NEM sind Lebensmittel und keine Arzneimittel </li></ul><ul><li>- „Natürlich“ nicht gleich Harmlos!! </li></ul><ul><li>Ernährungsphysiologische Sinnhaftigkeit </li></ul><ul><li>Vorsicht vor Zeitungsanzeige, Postwurfsendung oder übers Internet angebotene NEM. </li></ul><ul><li> Aus Gründen des Gesundheits- und Verbraucherschutzes ist von </li></ul><ul><li>allen Produkten abzuraten, die keine eindeutigen Verkehrsbezeichnungen (NEM, Medizinprodukt, diätetisches LM) und genaue Auflistung der Zutaten und Mengenangaben aufweisen. </li></ul>Nahrungsergänzungsmittel

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