Ich bin dann mal «off»                                                                                     Prof. Dr. Raine...
Zeit für Musse…    Quelle: Der Spiegel 29/20102
Europa 2012:ca. 270 Millionen Internetnutzer (70% der Bevölkerung)190 Million sind in Sozialen Netzwerken vertreten (ca. 7...
Das Spektrum von Social Media (exemplarisch)                                               Quelle: Amazee Labs, 2010
Das Spektrum von Social Media(mehr oder weniger vollständig für «DACH»)                                             Quelle...
Social Media in Zahlen (1/2)                           •   Facebook…                                –   >700 Mio registrie...
Social Media in Zahlen (2/2)                       •   27 Millionen                            –   …durchschnittliche Anza...
Mobile Verwendung von Social Media         Im Durchschnitt werden 25 Apps         auf einem Smartphone installiert,       ...
Die «sonnige» Seite…                       9
Die Generation Netz……sucht, präsentiert sich, kauft online, handelt, bewertet…                                            ...
Die Generation Netz……holt sich Empfehlungen in Communities…                                          11
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Digitale / Soziale Medien und mobile Kommunikation…                                  …verändern Wirtschaft        …und Ges...
Digitale / Soziale Medien verursachenfundamentale kulturelle Veränderungen…                            • …bzgl. was wir al...
Viel Licht, viel Schatten…                             16
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Symbiotische Reiz-Reaktions-Beziehung zu komischenkleinen Geräten…                            Das menschliche Gehirn reagi...
Herausforderung: Informationsflut...                                                                         • Je mehr Inf...
Herausforderung: Informationsflut...                                                                                      ...
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Die «Multitasking-Fähigkeit» des Menschen ist einMärchen…                                     •   Einmal unterbrochen, ben...
Die andere Wirklichkeit…Wir haben uns alle darauf gefreut, wie uns dieKommunikations- und Informationstechnologie das Lebe...
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Der «moderne» Mensch…  Er ist der Zukunft nur gewärtig   und so wird er niemals fertig                                    ...
Kreativität, Innovationskraft durch Musse…      (Erst) Wenn der Mensch zur Ruhe                                           ...
1. Zwischenfazit…                    •     Wir leben im «Stand by-Modus»…                    •     Wir «multitasken» und h...
Musse?                                                                                         Quelle: Der Spiegel 29/2010...
Musse hat mit Faulheit wenug zu tun…Faulheit / Langeweile ist gekennzeichnet durch«Abwesenheit von Interesse»             ...
Warum ist Musse so schwer?  Ein Mensch sagt – und ist stolz darauf,      Er geh’ in seinen Pflichten auf.  Bald aber, nich...
Kult um das «Beschäftigtsein»•   Max Weber: Zwischen der protestantischen Ethik und    dem Kapitalismus besteht ein enger ...
Das war nicht immer so…In der Antike war die Musse hoch geschätzt•   «Cum dignitate otium»:    Musse mit Würde sei das Zie...
Die Frage sollten wir uns stellen…               Warum sollte das          Leistungsprinzip heute so           viel bedeut...
Musse und Innovation•   Innovationen entstehen fast immer «neben» dem Alltag, neben    dem Tagesgeschäft  Musse…•   Den M...
Innovation ist überlebenswichtig... "…Knowledge and innovation lie at the heart of sustainable development. They are the p...
Es rechnet sich – TOP 100…• Seit 2002 jährlicher Wettbewerb (www.top100.de), Schirmherr Lothar  Späth• Fokus auf Unternehm...
2. Zwischenfazit                   •   Musse lässt sich nicht zwingen                   •   Der «Erfolg» von Musse kann ni...
Einige Handlungsempfehlungen…                                38
Im Umgang mit den modernen elektronischen Medien sind wir nochin der pubertären Phase…                                    ...
Für Arbeitgeber: Die Einsicht, dass die ständigeErreichbarkeit Ihrer Angestellten kein erstrebenswertesZiel ist, ist schon...
Finanzielle Folgen von Burn OutFall:• 55jähriger Angestellter mit einem Jahreslohn von CHF 100.000.-• Burnout – zu 100% ar...
Für Arbeitnehmer: Zeitfresser enttarnen…                •   Bearbeiten Sie Mails nur zwei- bis dreimal am Tag,            ...
Für Arbeitnehmer: Auch während der Arbeitszeit istMusse wichtig…                        •       Seien Sie sparsam mit Vera...
Für Privatpersonen: Was wofür wieviel?                          •   Fragen Sie sich kritisch und ehrlich, welche Social   ...
«Zusammenfassung»                  «Eine gewisse Anzahl von Müßiggängern ist notwendig zur                  Entwicklung ei...
Herzlichen Dank für Ihre              Musse……es hat mich gefreut, dass ich Ihre         Muse sein durfte!                 ...
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Ich bin dann mal Off - Gedanken zu Erholung und Müssiggang im digitalen Zeitalter

  1. 1. Ich bin dann mal «off» Prof. Dr. Rainer Endl Strategisches Kompetenzfeld eSociety Quelle:Titelbild Der Spiegel 29/2010 FHS St.Gallen Institut für Informations- und Prozessmanagement Rosenbergstr. 59 CH 9000 St.Gallen rainer.endl@fhsg.ch www.fhsg.ch/ipm www.esociety.netGedanken zu Erholung und Müssiggang im digitalen Zeitalter 1
  2. 2. Zeit für Musse… Quelle: Der Spiegel 29/20102
  3. 3. Europa 2012:ca. 270 Millionen Internetnutzer (70% der Bevölkerung)190 Million sind in Sozialen Netzwerken vertreten (ca. 70%)150 Millionen besitzen ein Smartphone (55% derMobiltelefone) 3
  4. 4. Das Spektrum von Social Media (exemplarisch) Quelle: Amazee Labs, 2010
  5. 5. Das Spektrum von Social Media(mehr oder weniger vollständig für «DACH») Quelle: http://www.ethority.de/weblog/social-media-prisma
  6. 6. Social Media in Zahlen (1/2) • Facebook… – >700 Mio registrierte Benutzer weltweit – In CH: Rund 2.4 Mio Facebook-Nutzer – 58% der Facebook-Nutzer sind mind. einmal täglich Online • 500 Milliarden Minuten >600 Millionen – …weltweite Login-Zeit in Facebook / Monat Menschen nutzen mind. einmal – In 2010 waren es noch 150 Milliarden täglich • 25 Milliarden Social Media- – «Content», der jeden Monat neu auf Facebook mit Instrumente «Freunden» geteilt wird – 6x mehr als ein Jahr zuvor… • 2 Milliarden – Anzahl Videos, die pro Tag auf YouTube angeschaut werden – Doppelt soviel wie in 2009 • 24 Stunden – …Videos, die jede Minute auf YouTube hochgeladen werden – Es dauert 424 Jahre, um alle Videos auf YouTube zu sehen • 4 Milliarden – Bilder auf Flickr. • 220 Milliarden – …eMails landen weltweit pro Tag in den Eingangspostkörben – …90% ist Spam – 25 Mails / Tag je berufstätige Person in DACH 6
  7. 7. Social Media in Zahlen (2/2) • 27 Millionen – …durchschnittliche Anzahl «tweets» auf Twitter (pro Tag) – 8x mehr als in 2009 • 7 Stunden – …benötigte der Basketball-Star LeBron James für seine ersten 150.000 Twitter Followers… – Bill Gates benötigte 8 Stunden für 100.000 Followers • Jedes 6. – …Paar hat sich via Social Media kennengelernt (2010) – Das ist doppelt soviel im Vergleich zu «herkömmlichen» Methoden wie Bars, Disko, Clubs zusammen • 95% – …der Unternehmen nutzen (auch) Soziale Medien wie LinkedIn oder XING, um qualifizierte Mitarbeiter zu finden • 37 Minuten – …dauert in Europa eine durchschnittliche Facebook Session – Bei Twitter sind es 23 Minuten 7
  8. 8. Mobile Verwendung von Social Media Im Durchschnitt werden 25 Apps auf einem Smartphone installiert, wovon aber nur 12 regelmässig verwendet werden. Die am meisten verwendeten Apps sind Social Media Apps.Quelle: Tom Deruyck, Insites Consulting (2011) 8
  9. 9. Die «sonnige» Seite… 9
  10. 10. Die Generation Netz……sucht, präsentiert sich, kauft online, handelt, bewertet… 10
  11. 11. Die Generation Netz……holt sich Empfehlungen in Communities… 11
  12. 12. Die Generation Netz……beschwert sich über Produkte und Dienstleistungen… 12
  13. 13. Digitale / Soziale Medien und mobile Kommunikation…• …ermöglichen neue Formen der Zusammenarbeit durch räumliche Unabhängigkeit• …ermöglichen neue Geschäftsmodelle, z.B. im Bereich Gesundheit  selbstbestimmtes Wohnen im Alter• …stärken die Position der Nachfrager-Seite im Wettbewerb / eröffnen neue Wege für die Unternehmenskommunikation• …bieten zahlreiche Annehmlichkeiten / Vereinfachungen im Alltag 13
  14. 14. Digitale / Soziale Medien und mobile Kommunikation… …verändern Wirtschaft …und Gesellschaft
  15. 15. Digitale / Soziale Medien verursachenfundamentale kulturelle Veränderungen… • …bzgl. was wir als «normal» empfinden • …bzgl. was wir als unsere Privatsphäre empfinden • …bzgl. wie wir kommunizieren / kollaborieren / Meinungen bilden 15
  16. 16. Viel Licht, viel Schatten… 16
  17. 17. Eine Milliarde Smartphones auf dieser Welt… Quelle: TomiAhonen Cons. (http://de.statista.com/themen/581/smartphones/infografik/542/aktive-smartphones-wetweit) 17
  18. 18. Symbiotische Reiz-Reaktions-Beziehung zu komischenkleinen Geräten… Das menschliche Gehirn reagiert spontan auf neue akustische oder optische Reize… Das Smartphone hält die Menschen beschäftigt…Psychologen sprechen bereits von der«Nomophobie», der Angst, ohne Mobiltelefon zusein… 18
  19. 19. Herausforderung: Informationsflut... • Je mehr Informationen angeboten werden, umso grösser ist die subjektive Informationsnachfrage Objektiver Subjektiver Info-Bedarf Info-Bedarf • Vor allem: Deutliche Zunahme der kommunizierten Informationen – E-Mail – SMSInformations- Geäusserte – MMS etc.stand Informations- Nachfrage Ext. und internes • Forderung Info-Angebot – Technische und organisationelle Möglichkeiten der Info-Reduktion nutzen – Entwicklung einer „menschenfreundlichen“ Nutzungskultur
  20. 20. Herausforderung: Informationsflut... Für Entscheidung • Die Menge öffentlich verfügbarer Informationen relevante Information nimmt permanent zu... 500 Bytes(Quelle: ABI Research, 2010) – Im Jahre 2008 betrug der weltweite mobile Datenverkehr rund 11 Exabyte  11*1018 – Geschätzt für 2014: 19 Exabyte  19*1018 – Anzahl Webserver • im Jahre 2004: 46 Millionen • Im Jahr 2011: 110 Millionen Aufbereitetes 500 KB Info-Angebot für Management • Der Wandel – Früher: Je mehr Information, desto besser – Heute • Vernachlässigbare Kosten für Erstellung und Verbreitung von Informationen Gesamtes Info-Angebot • Phänomen der Informationsüberflutung  Information wird zur «Plage» • Problemstellung heute: Suche nach „Relevanten Informationen“ > 11 Exabyte / Jahr
  21. 21. Ein Leben im Stand by-Modus...  60% der amerikanischen Smartphone-Besitzer lesen ihre Nachrichten schon morgens im Bett  68% schauen mindestens einmal pro Stunde auf das Smartphone  10% legen das Gerät neben ihr Bett und beantworten Mails auch in der Nacht  6% unterbrechen Sex, um direkt auf Nachrichten zu antworten ,  20% antworten unmittelbar «danach»…  Umfrage des Personaldienstleisters Randstad in DE:  35% der befragten Angestellten erhalten geschäftliche Anrufe an ihren freien Tagen  Mehr als 50% beantworten regelmässig in der Freizeit / in den Ferien geschäftliche Mails, SMS, … Ständige potenzielle Erreichbarkeit schafft einen Zustand gleichzeitiger An- und Abwesenheit 21
  22. 22. Die «Multitasking-Fähigkeit» des Menschen ist einMärchen… • Einmal unterbrochen, benötigt eine Person bis zu 25 Minuten, um sich wieder in ein Thema herein zu finden„[...] dass die junge Generationeine Generation von Multitaskernist, die parallel nützt und ihre • Diese «geistigen Rüstzeiten» fressenAufmerksamkeit verteilt. bis zu 30% der täglichen ArbeitszeitWenn Sie heute Jugendlicheansehen: Da läuft der PC, da läuft • Untersuchungen in den USA ergaben,ein Chat, da wird etwas herunter dass sich Büromitarbeitende im Mittelgeladen, [...] parallel wird noch sogar nur noch zweieinhalb Minuten /eine SMS geschrieben. Wenn Tag ungestört einer Aufgabe widmenman fragt, was tust du, sagt er:‚Nichts, ich spiele nur so rum‘“ können… • Das «Zappen» zwischen den Aufgaben ist extrem ineffizient, führt zu Aufgabenstau, Stress und Mehrarbeit
  23. 23. Die andere Wirklichkeit…Wir haben uns alle darauf gefreut, wie uns dieKommunikations- und Informationstechnologie das Lebenerleichtert…Aber • Das potenzielle Informationsangebot und deren leichte Verbreitung schaffen Nachfrage nach Information • Informationsüberflutung • Reizüberflutung • Beispiel Smartphones: Ein Gerät hält uns (selbst-)beschäftigt… • «Digital Natives» seien «multitaskingfähig»: Ein gefährlicher Unsinn ist populär… Unsere «Work-Leisure-Balance» gerät aus den Fugen 23
  24. 24. Massen-Yoga als Ausweg? Nicht wirklich… Beim modernen Menschen wird Entspannung «konsumiert»: Entspannung auf Bestellung, jetzt… Frei nach Loriot: «Jetzt seid doch mal entspannt!» 24
  25. 25. Der «moderne» Mensch… Er ist der Zukunft nur gewärtig und so wird er niemals fertig Faust II , Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832) 25
  26. 26. Kreativität, Innovationskraft durch Musse… (Erst) Wenn der Mensch zur Ruhe Francesco Petrarca, 1304 - 1374 gekommen ist, dann wirkt er Beispiel?  Theorie der Schwerkraft, Entwicklung der Himmelsmechanik… Sir Isaac Newton, 1642 - 1726 26
  27. 27. 1. Zwischenfazit… • Wir leben im «Stand by-Modus»… • Wir «multitasken» und hetzen bis zum «Burn Out»… • These: Musse ist für den Menschen – gerade im so sehr beschleunigten digitalen Zeitalter – lebenswichtig • Die erste gute Nachricht für die Wirtschaft: Musse ist Voraussetzung für • «neue» Gedanken • Invention • Innovation • Die zweite gute Nachricht für die Wirtschaft: Musse erhält die Mitarbeitenden länger motiviert, kreativ und leistungsfähig… 27
  28. 28. Musse? Quelle: Der Spiegel 29/2010Mit Musse bezeichnet man die Zeit, welche eine Person nach eigenem Wunschnutzen kann, um sich zu erquicken und zu erbauen, etwa seiner Muse oder denMusen frönend.Freizeit ist selten gleichzeitig auch Musse, da viele Freizeitaktivitäten indirekt vonFremdinteressen bestimmt werden. «Modernere» Bezeichnungen für Musse… Chillen Quality Time Aktive Erholung 28
  29. 29. Musse hat mit Faulheit wenug zu tun…Faulheit / Langeweile ist gekennzeichnet durch«Abwesenheit von Interesse» MUSSE«Sich amüsieren heißt etymologisch: die Musse loswerden.Amüsement wäre also das Vergnügen der Plattköpfe.»(Johann Gottfried Seume. Apokryphen 1811)«Faulheit ist Dummheit des Körpers, und DummheitFaulheit des Geistes»(Johann Gottfried Seume. Apokryphen 1811) 29
  30. 30. Warum ist Musse so schwer? Ein Mensch sagt – und ist stolz darauf, Er geh’ in seinen Pflichten auf. Bald aber, nicht mehr so ganz munter, geht er in seinem Pflichten unter. Eugen Roth, 1895 – 1976 (dt. Lyriker und Dichter) Wir zelebrieren einen Kult um das «Beschäftigtsein»… 30
  31. 31. Kult um das «Beschäftigtsein»• Max Weber: Zwischen der protestantischen Ethik und dem Kapitalismus besteht ein enger Zusammenhang • Arbeitsfleiss in der diesseitigen Welt verbessert die Chancen, ins Paradies zu kommen («die Auserwählten») • Wohlstand galt bei Calvin als Zeichen des «Auserwähltseins»• Die Bürger des 18./19. Jahrhunderts setzten der Musse des Adels das sichtbare Werk entgegen Max Weber , 1864 – 1920, • Masseinheit für den Wert des Werkes war Geld dt. Soziologe und Nationalökonom • Was kein Geld brachte, war auch nichts wert Die Gesellschaft achtet die Beschäftigten und misstraut dem Müssiggänger 31
  32. 32. Das war nicht immer so…In der Antike war die Musse hoch geschätzt• «Cum dignitate otium»: Musse mit Würde sei das Ziel jeden Staatsbürgers• Lat. «Otium» = Musse, Würde• Die Verneinungsform «negotium» bedeutet «Arbeit»• Für die körperliche Arbeit hatte man Sklaven… M. Tullius Cicero, 109 v. Chr. – 43 v. Chr.• Platon: Musse ist Grundbedingung für bewusste schöpferische Auseinandersetzung mit Natur und Gesellschaft Platon, 428 – 348 v. Chr. 32
  33. 33. Die Frage sollten wir uns stellen… Warum sollte das Leistungsprinzip heute so viel bedeutsamer für die Gesellschaft sein als das Prinzip der Musse?• Arbeitszeit kann man nicht mehr messen… • Durch die Digitalisierung verschwimmen die Grenzen zwischen Arbeits- und Freizeit… • Arbeit als das Messbare, Musse als das Unwegbare: Das stimmt nicht mehr…• Ausserdem: Auch für Musse gibt es eine Masseinheit  Glück, Zufriedenheit • Musse und schlechte Gefühle schliessen einander aus… • Nur durch Musse können Erfahrungen verarbeitet werden, kann «inneres Gleichgewicht» erzielt werden • Positive Empfindungen wirken positiv auf Motivation und Leistungsbereitschaft 33
  34. 34. Musse und Innovation• Innovationen entstehen fast immer «neben» dem Alltag, neben dem Tagesgeschäft  Musse…• Den Mitarbeitenden Raum zur Musse zu geben, bedeutet • …diese zu achten und wertzuschätzen, • Verantwortung zu übernehmen für ihr langfristiges Wohlergehen• Voraussetzung dafür ist die Abkehr vom «Kult um das Beschäftigtsein» 34
  35. 35. Innovation ist überlebenswichtig... "…Knowledge and innovation lie at the heart of sustainable development. They are the preconditions for growth, competition and new jobs, and a healthier environment. Without investment in innovation not only may we fail to Romano Prodi 2003 grow, we may also see our living standards fall.“ (EU, Lisbon Agenda)Beispiel Siemens... 35
  36. 36. Es rechnet sich – TOP 100…• Seit 2002 jährlicher Wettbewerb (www.top100.de), Schirmherr Lothar Späth• Fokus auf Unternehmen < 5000 Mitarbeiter (Schwerpunkt = 100-300 Mitarbeiter), alle Branchen• Kernfrage: welches Unternehmen ist innovativ? Wer sorgt durch Organisation und Strukturen dafür, dass Innovation kein Zufall ist?Gemeinsame Merkmale der TOP 100 – «Gelebtes» Innovationsklima• Kreativität im Unternehmen fördern, finden – und nutzen • Freiräume schaffen • Kreativitätsräume und -zeiten schaffen • Aber auch: Eigenverantwortung fördern und einfordern • Erholungszeiten • Nicht einfach nur „rumhängen“• Bewusstsein schaffen: ALLE Mitarbeiter sind für Innovation verantwortlich 36
  37. 37. 2. Zwischenfazit • Musse lässt sich nicht zwingen • Der «Erfolg» von Musse kann nicht direkt gemessen werden • …das ist eine schreckliche Nachricht für unsere Leistungsgesellschaft («What you can’t measure, you can’t manage») • Dennoch • …nur mit innovativen Dienstleistungen / Produkten können wir unseren Wohlstand nachhaltig sichern • … Innovationen entstehen in kreativen, entspannten Umgebungen Mut zur Musse! 37
  38. 38. Einige Handlungsempfehlungen… 38
  39. 39. Im Umgang mit den modernen elektronischen Medien sind wir nochin der pubertären Phase… Quelle: Schaad, Tagesanzeiger vom 24.1.2013 39
  40. 40. Für Arbeitgeber: Die Einsicht, dass die ständigeErreichbarkeit Ihrer Angestellten kein erstrebenswertesZiel ist, ist schon viel wert… • Respektieren Sie die Ruhezeiten Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter • Entwickeln Sie eine Strategie bzgl. Umgang mit Social Media im Unternehmen. Verbote bringen nichts… • Testen Sie einen eMail-freien Tag (interne Mails) • Bieten Sie aktive Unterstützung im «richtigen» Umgang mit digitalen Instrumenten • Nutzen Sie Blogs für breitgefächerte interne Kommunikation, keine Massen-Mails • Bieten Sie «Rückzugsräume» für Denkarbeit • Nehmen Sie Ihren Satz «Die Mitarbeiter sind unser wertvollstes Gut» wirklich ernst… • Bedenken Sie: Vorsorge ist immer besser, es lohnt sich… 40
  41. 41. Finanzielle Folgen von Burn OutFall:• 55jähriger Angestellter mit einem Jahreslohn von CHF 100.000.-• Burnout – zu 100% arbeitsunfähig• Behandlungsdauer 1 Jahr, danach zu 50% arbeitsfähig• Pensionierung mit 65 Jahren Quelle: In Anlehnung an www.swissburnout.chKostenarten• Lohnfortzahlung 30 Tage• Lohnfortzahlung Krankentaggeld 11 Monate 80%• IV 9 Jahre zu 50%• Heilungskosten KrankenkasseTotal direkte Kosten Arbeitgeber und Sozialversicherungen (ohne Auf- bzw.Abzinsung)• CHF 400.000.- 41
  42. 42. Für Arbeitnehmer: Zeitfresser enttarnen… • Bearbeiten Sie Mails nur zwei- bis dreimal am Tag, schalten Sie zwischendrin das Mail-Programm aus • Reservieren Sie sich explizit Zeit für die Bearbeitung von Mails und Social Media-Einträgen • Beantworten Sie nicht jede Mail sofort. Müssen Sie überhaupt antworten? • Seien Sie sparsam mit dem Dringlichkeitssymbol in den eMails. Wenn es so dringend ist, warum rufen Sie nicht an? • Schalten Sie das Mobilgerät aus, wenn Sie im Büro erreichbar sind. • Versenden Sie in Ihrer Freizeit keine beruflichen Mails / SMS etc. • Sensibilisieren Sie Ihre Chefin / Ihren Chef: Regen Sie z.B. einen eMail-freien Arbeitstag an (für interne Mails) 42
  43. 43. Für Arbeitnehmer: Auch während der Arbeitszeit istMusse wichtig… • Seien Sie sparsam mit Verabredungen zum «Business Lunch» (Arbeitsessen…) • Essen ist Musse… Essen Sie bewusst… • …wissen Sie, aus wie vielen «Schnitzen» die Orange oder Mandarine besteht, die sie gerade essen? Schmeckt sie süss? • Regen Sie beim Arbeitgeber «kreative Pausen» an… 43
  44. 44. Für Privatpersonen: Was wofür wieviel? • Fragen Sie sich kritisch und ehrlich, welche Social Media-Instrumente Sie wie nutzen (wollen). Motive? • Vereinbaren Sie mit sich klare Regeln und halten Sie sich daran. • Teilen Sie diese Regeln Ihren «Freunden» in den Social Media mit • «Verordnen» Sie sich und ihrer Familie internetfreie Wochenenden • Hören Sie auf, zur «Entspannung» Spiele auf Ihrem Smartphone zu spielen… Lassen Sie sich nicht vom Smartphone «beschäftigen»: Ein neuer Klingelton / eine neue App erhöhen die Lebensqualität nicht wesentlich… 44
  45. 45. «Zusammenfassung» «Eine gewisse Anzahl von Müßiggängern ist notwendig zur Entwicklung einer höheren Kultur.» (Miguel de Unamo: Plädoyer des Müßiggangs 1930)«Das Problem sind nicht die Geräte, die Social Media Anwendungenetc. Das Problem ist unsere Haltung zu diesen Geräten…» «Unternehmen können das Prinzip der Musse produktiv nutzen für Innovationen, Erhöhung der Arbeitszufriedenheit und der -motivation»«Unternehmen, Schulen und Hochschulen müssen dieMedienkompetenz bewusst und aktiv fördern, d.h. den richtigenUmgang mit digitalen Instrumenten. Hier stehen wir völlig am Anfang» «Kompetenz im Umgang mit digitalen Instrumenten ist eine notwendige Voraussetzung, um bewusst «Off» sein zu können»«Musse ist kreative Erholung…» 45
  46. 46. Herzlichen Dank für Ihre Musse……es hat mich gefreut, dass ich Ihre Muse sein durfte! Kreidezeichnung "Die Musen des Dramas huldigen Goethe" von Angelika Kauffmann (1788) 46

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