Analgetika ZahnmedizinAnalgetika lassen sich hinsichtlich der Chemie, dem Wirkungsort, der Wirkungsdauer, derWirkungsstärk...
Vorzeitiger Verschluß des Ductus arteriosus Botalli im letzten TrimenonAnwendung:In Niedrigdosis bis 100mg/die Behandlung ...
rheumatischen ErkrankungenNebenwirkungen:Gastrointestinale Beschwerden (Übelkeit, Sodbrennen, Erbrechen), Magen-Darmblutun...
Nebenwirkungen:Gastrointestinale Beschwerden, Magen- Darmblutungen, Kopfschmerzen, Schwindel,Störung der Blutbildung, Nase...
Max. 4g/Tag Erwachsene, max. 1-2g/Tag KinderMefenaminsäureHandelsname:Ponstan (CH), Mephadolor (CH), Spiralgin (CH), Parke...
BematilHandelsname:BematilWirkung:SchmerzmittelAnwendung:Zahnschmerzen (nach Präp oder WB)Nebenwirkung:Keine bekanntDosier...
Antibiotische Prophylaxe und Therapie inDer ZahnmedizinAntibiotika (v. altgriech. ἀντί- „anstelle, gegen“ und βίος „Leben“...
4. MehrlogenabszessenWahl des Antibiotikums:AbszessAbszesse werden inzidiert, drainiert und die Ursache beseitigt. Entleer...
Eröffnung der Kieferhöhlen:Die Kieferhöhle ist physiologischerweise steril (LAMBRECHT et al. 1986). Wird einekeimfreie Kie...
Bei Patienten, die sich einer Therapie mit Antikoagulantien unterziehen müssen, bildensich im Rahmen von zahnärztlich-chir...
Tetracykline            Doxycyclin                   Sigadoxin®          2x100 mg                                         ...
- zuletzt werden die motorischen Nervenfasern blockiert= Lähmung im InnervationsgebietBei Lokalanästhetikalösungen werden ...
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Sami Khalaji - Analgesie

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Sami Khalaji

Analgesie

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  1. 1. Analgetika ZahnmedizinAnalgetika lassen sich hinsichtlich der Chemie, dem Wirkungsort, der Wirkungsdauer, derWirkungsstärke und des Wirkungsspektrums einschließlich der beeinflussten Schmerzqualitäteneinteilen.Gebräuchlich ist meist die Einteilung in Opioide und Nicht-Opioide:Nichtopioid-Analgetika (Cyclooxygenase-Hemmer)Nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR)AcetylsalicylsäureHandelsname:Alcacyl, Asa-Tabs, Aspégic, Aspirin, Aspro, Kardégic, TiatralWirkung:Thrombozytenaggregationshemmung: Hemmung v.a. der TxA2-synthetisierenden COX1in den Thrombozyten durch irreversible Acetylierung (→Ind. bei Herzinfarkt-Prophylaxe). Das Endothel produziert PGI2 v.a. über COX2, die weniger empfindlich aufASS reagiert und zudem schneller regeneriert werden kann, was den kernlosenThrombozyten nicht möglich ist. Das Gleichgewicht zwischen TxA2 und PGI2 wirdzugunsten des antithrombogenen PGI2 verschoben.Analgetisch und antiinflammatorisch durch Hemmung der ProstaglandinsyntheseNebenwirkung:Erhöhte BlutungsneigungGastritis, Ulcus, Übelkeit (lokal: Anreicherung saurer Valenzen im Magenepithel,systemisch: die Produktion Schleimhautschützender Prostaglandine ist vermindert)allergische ReaktionenAsthmaanfall (Verlagerung der Mediatorsynthese von der PG- auf dieLeukotriensynthese)Einschränkung der Nierenfunktion (Synthesehemmung vasodilatatorischer PG imNierengefäßbett) *Hemmung der Harnsäureausscheidung (Konkurrenz am Tubulus-Transporter für organische Säuren)
  2. 2. Vorzeitiger Verschluß des Ductus arteriosus Botalli im letzten TrimenonAnwendung:In Niedrigdosis bis 100mg/die Behandlung des Herzinfarktes und (Sekundär)Prophylaxethrombotischer Ereignisse bei KHK, nach PTCA (perkutane transluminaleCoronarangioplastie) und bei erhöhtem Risiko für einen ischämischen apoplektischenInsult. Höher dosiert als Analgetikum bei Kopf- und Zahnschmerzen, rheumatischenErkrankungen.Kontraindikation:letztes Trimenon, Kinder, Ulcus, Gerinnungsstörungen, operative Eingriffe (7 Tage davorabsetzen bzw. Präparatewechsel), Vorsicht bei Niereninsuffizienz, eher ungeignet beiGichtanfallIntoxikation:Salicylismus - gastrointestinale (Übelkeit, Erbrechen) und zentrale (Unruhe,Hörstörungen, Hyperventilation -> Parästhesien) Symptome. Erst respiratorischeAlkalose, dann metabolische Acidose. Kardiale und respiratorische Störungen, Koma,Asphyxie.Aspirin Dosierung:Dosierung:Kinder 6-14 Jahre: 250 mg (1/2-1 Tablette Aspirin) bis zu 3 mal täglich (im Abstand von4-8 Stunden).Erwachsene und Jugendliche: 500-1000 mg (1-2 Tabletten Aspirin), bis zu 3 mal täglich(im Abstand von 4-8 Stunden).Hinweis: Bei Patienten mit Leber- und Nierenfunktionsstörungen muss die Dosisverringert bzw. der Abstand zwischen den Einnahmen verlängert werden.IbuprofenHandelsname:Dolormin®, IBU-ratiopharm®Lysinat (D), ratioDolor®Wirkung:Ibuprofen ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika,der zur Behandlung von Schmerzen, Entzündungen und Fieber eingesetzt wird. Chemischgehört es in die Gruppe der Arylpropionsäuren. Der Name leitet sich - mit einerUmstellung - von der Struktur ab: 2-(4-Isobutylphenyl) propionsäure.Anwendung:leichte bis mäßig starke Schmerzen
  3. 3. rheumatischen ErkrankungenNebenwirkungen:Gastrointestinale Beschwerden (Übelkeit, Sodbrennen, Erbrechen), Magen-Darmblutungen, Kopfschmerzen, Schwindel, Störung der Blutbildung, Nasenbluten,Zahnfleischbluten, Analgetika-Asthma, Nierenschäden, HautausschlagKontraindikation:BlutungsneigungGastritis oder Ulcus (auch bei Verdacht)Allergische Erkrankungen, Asthmaschere Nieren- und LeberfunktionsstörungSchwangerschaft und StillzeitDiclofenacHandelsname:Diclac (D, CH), Difene (A), Difen-Stulln (D, CH), Dolgit-Diclo (D), Dolostrip (A), Dolpasse(A), Ecofenac (CH), Effekton (D), Effigel (CH), Fenisole (CH), Flam-X (CH), Flector (D,CH), Fortenac (CH), Inflamac (CH), Olfen (CH), Primofenac (CH), Relowa (CH), Voltaren(D, A, CH),Wirkung:Diclofenac ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der Nichtopioid-Analgetika, der bei leichtenbis mittleren Schmerzen und Entzündungen eingesetzt wird, beispielsweise bei Rheuma,Prellungen, Zerrungen und Arthrose. Seine Wirkung beruht auf einer nichtselektivenHemmung der Cyclooxygenasen (COX), die im Körper für die Bildung vonEntzündungsmediatoren, den Prostaglandinen, verantwortlich sind. Chemisch gehört eszu den Phenylessigsäuren. Der Name leitet sich von der Struktur ab: 2-((2,6-Dichloranilino)phenyl)acetat.Anwendung:SchmerzenEntzündungen, vor allem rheumatischen Ursprungs (Der Wirkstoff wird vor allemeingesetzt zu Behandlung von Schmerzen und Entzündungen aufgrund akuter oderchronischer Arthritiden (wie rheumatoide Arthritis), Arthrosen, weichteilrheumatischenErkrankungen wie Morbus Bechterew (chronisch-entzündlich-rheumatische Erkrankungdes Achsenskeletts, vor allem der Wirbelsäule),Schwellungen und Entzündungen nach Verletzungen
  4. 4. Nebenwirkungen:Gastrointestinale Beschwerden, Magen- Darmblutungen, Kopfschmerzen, Schwindel,Störung der Blutbildung, Nasenbluten, Zahnfleischbluten, Analgetika-Asthma,Nierenschäden, HautausschlagDosierung Voltaren:Die Tagesdosierung liegt zwischen 50 - 150 mg beim Erwachsenen, bzw. 2 mg / kgKörpergewicht.ParacetamolHandelsname:Acetalgin (CH), ben-u-ron (D, CH), Captin (D), Contac (D), Contra-Schmerz (CH),Dafalgan (CH), Dolprone (CH), Enelfa Dr. Henk (D), GRIPPEX (D), Panadol (CH)Wirkung:Hemmung der PG-Synthese peripher und auf spinaler Ebene, keine Anreicherung imentzündeten Gewebe -> keine antiphlogistische Wirkung.Anwendung:Kopf- und Zahnschmerzen,rheumatische Erkrankungen,postoperative Schmerztherapie,Fieber1. Wahl bei Kindern!Nebenwirkung:In höheren Dosen hepatotoxisch (CYP450-abhängige Giftung von Paracetamol zu N-Acetyl-p-Benzochinonimin (NAPQI), Sättigung der Glutathion-abhängigen Entgiftung vonNAPQI bei Überdosis) -> Leberzellnekrose, akutes Leberversagen. Durch Überdosierungkann es auch zu tubulären Nekrosen oder interstitieller Nephritis kommen.Antidot: N-Acetylcystein (NAC/ACC) innerhalb von 8 bis 10 Stunden.Zu beachten: Kindersicher aufbewahren! Vorsicht bei Leberschaden!Dosierung Dafalgan:
  5. 5. Max. 4g/Tag Erwachsene, max. 1-2g/Tag KinderMefenaminsäureHandelsname:Ponstan (CH), Mephadolor (CH), Spiralgin (CH), Parkemed (A), Mefenacid (CH),Wirkung:Mefenaminsäure ist ein Nichtsteroidales Antirheumatikum. Es hemmt die Bildung vonProstaglandinen (Botenstoffe) und wirkt dadurch schmerzstillend, entzündungshemmendund fiebersenkend.Anwendung:Kopf- und Zahnschmerzenrheumatische Erkrankungenpostoperative SchmerztherapieNebenwirkung:Häufig: Durchfall, meist dosisabhängig, in diesem Fall sollte die Dosis reduziert werden.Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen.Selten: Schläfrigkeit, Müdigkeit, Schwindel, Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut undAtemwege, Nierenfunktionsstörungen, Sehstörungen, Ohrensausen.Krämpfe können schon bei relativ geringer Dosis auftreten, sie verlaufen aber zumeistgutartig. Als Antidot kann in diesem Fall Diazepam eingesetzt werden.Wechselwirkungen:sind mit folgenden Substanzen bekannt: Antikoagulantien, Corticoide, Methotrexat,Lithium, Antidiabetika, Diuretika, Omeprazol.Dosierung Ponstan:4x 500mg pro Tag. Tagesdosis 2g.
  6. 6. BematilHandelsname:BematilWirkung:SchmerzmittelAnwendung:Zahnschmerzen (nach Präp oder WB)Nebenwirkung:Keine bekanntDosierung Bematil:Nach dem Essen, Morgens 1Tabl., Abends 1Tabl.
  7. 7. Antibiotische Prophylaxe und Therapie inDer ZahnmedizinAntibiotika (v. altgriech. ἀντί- „anstelle, gegen“ und βίος „Leben“ mit lateinischer Endung; EinzahlAntibiotikum) sind im ursprünglichen Sinne natürlich gebildete, niedermolekulareStoffwechselprodukte von Pilzen oder Bakterien, die schon in geringer Konzentration dasWachstum von anderen Mikroorganismen hemmen oder diese abtöten.Indikation von Antibiotika in der zahnärztlichen ChirurgieEine Antibiotikaprophylaxe ist indiziert bei:1. länger dauernden Eingriffen2. Eingriffen mit erhöhtem Kontaminationsrisiko3. internistischen Risikopatienten in Absprache mit dem behandelnden ArztDie antibiotische Prophylaxe wird bei Endokarditisrisiko dringend erforderlich:Hohes Risiko– Klappenprothesen– Status nach bakterieller EndokarditisMässiges Risiko– Kongenitale Herzvitien (Ausnahme: Vorhofseptumdefekt)– Palliativ oder provisorisch operierte Vitien– Rheumatische Klappenvitien– Mitralklappenprolaps mit Mitralinsuffi zienz– Hypertrophe obstruktive KardiomyopathieEine antibiotische Therapie ist nach SCHUBERT (2003) u. a. absolut als die primäreChirurgie unterstützend indiziert bei:1. akuter Osteomyelitis2. Phlegmonen3. fortgeleiteten Abszessen
  8. 8. 4. MehrlogenabszessenWahl des Antibiotikums:AbszessAbszesse werden inzidiert, drainiert und die Ursache beseitigt. Entleert sich Eiter, ist eineantibiotische Therapie nicht indiziert (Ausnahmen: siehe oben). Antibiotika sind indiziert,um eine Superinfektion bei drohender Ausbreitung in die angrenzenden Weichgewebe zuverhindern.Therapie: 1. Wahl: Aminopenicillin + Beta Lactamaseinhibitor;Ausweichtherapie bei Penicillinallergie: Clindamycin, MakrolideInfiltrat:Tritt bei einer Inzision kein Eiter aus, sollte auf Grund der möglichen Superinfektion einAntibiotikum verabreicht werden. Bei der Dentitio diffi cilis ist neben der Lokalbehandlungnur eine antibiotische Therapie indiziert, wenn Begleitsymptome wie Fieber,Schluckbeschwerden oder eine Kieferklemme vorliegen, also eine Superinfektion besteht.Spätere Ursachenbeseitigung ist selbstverständlich (z. B. Weisheitszahnentfernung beiDentitio difficilis).Therapie: 1. Wahl: Penicillin G (i. v.), Aminopenicillin (i. v. bis zum Abklingender Entzündungszeichen, dann 2 Wochen oral);Ambulante zahnärztlich-chirurgische Eingriffe:Unkomplizierte zahnärztlich-chirurgische Eingriffe (Zahnextraktionen, operativeEntfernung von Zähnen, Wurzelspitzenresektionen etc.) bedürfen beim gesundenPatienten keiner antibiotischen Prophylaxe. Erst bei entzündlichen Komplikationenist eine antibiotische Therapie indiziert. Das Einsetzen enossaler Implantate zählt zuden in der Zukunft zunehmenden zahnärztlich-chirurgischen Eingriffen. Auch hiererübrigt sich beim gesunden Patienten eine antibiotische Prophylaxe oderTherapie. Bei Risikopatienten sollte erst nach genauer Abklärung eine Implantationerfolgen. Bei Implantationen im Zusammenhang mit z. B. autologenKnochentransplantaten ist eine antibiotische Prophylaxe mit Aminopenicillin und BetaLactamaseinhibitor indiziert. Komplikationen werden nach oben genannten Kriterienantibiotisch therapiert.Zystenoperationen:Werden Zysten entfernt, kann mit Biomaterialien das Lumen aufgefüllt werden, um dieBlutkoagel zu stabilisieren und die knöcherne Ausheilung zu unterstützen. ImAllgemeinen kann bei gesunden Patienten auf eine antibiotische Prophylaxeverzichtet werden. Sollte es intraoperativ zum Freilegen des N. alveolaris inferiorkommen, wird eine «One Shot»-Prophylaxe oder eine antibiotische Therapie (1. Wahl:Penicillin V, Cephalosporin, Aminopenicillin und Beta Lactamase;Ausweichtherapie: Clindamycin) als sinnvoll erachtet.
  9. 9. Eröffnung der Kieferhöhlen:Die Kieferhöhle ist physiologischerweise steril (LAMBRECHT et al. 1986). Wird einekeimfreie Kieferhöhle im Rahmen eines zahnärztlich- chirurgischen Eingriffes eröffnet, istprimär keine antibiotische Therapie indiziert, wenn in kürzester Frist (innerhalb vonsechs Stunden) eine plastische Deckung vorgenommen wird. Ist die eröffnete Kieferhöhleentzündet, wird mit konservativen Massnahmen die Entzündung ausbehandelt. Übereine gezielte antibiotische Therapie muss im Einzelfall entschieden werden.Traumatologie:Bei allen Verletzungen ist prinzipiell zu prüfen, ob ein ausreichender Tetanusschutzvorliegt. Bei Replantationen ist eine perioperative Kurzzeitprophylaxe indiziert.Alveolarfortsatzfrakturen sind als offene Frakturen einzustufen. Hier ist eineantibiotische Therapie indiziert. Ginigiva- und Mundschleimhautwunden erfordern imRahmen der chirurgischen Versorgung abhängig von ihrer Ausdehnung, der Dauer ihresBestehens und vom Kontaminationsgrad eventuell ebenfalls eine Kurzzeitprophylaxe odereine antibiotischeTherapie (1. Wahl: Penicillin V, Cephalosporine, Aminopenicillin+ BetaLactamase; Ausweichtherapie: Clindamycin).Krankheitsbilder:Beim Diabetes mellitus führen die diabetische Makro- und Mikroangiopathie zu einererhöhten Infektanfälligkeit und oftmals zu persistierenden Wundheilungsstörungen.Insulinpfl ichtige Diabetiker mit labiler Stoffwechsellage sollten daher nach Absprache mitdem Hausarzt prophylaktisch und – bei Komplikationen– therapeutisch antiobiotischbehandelt werden.Lebererkrankungen, die mit Leberfunktionsstörungen einhergehen, sind mit einemMangel an Gerinnungsfaktoren und möglicherweise auch mit einer erniedrigtenLeukozytenzahl korreliert. Sowohl Blutungen als auch Infektionen treten daher gehäuftauf.Bei chronischen Nierenerkrankungen kumulieren mehr oder minder ausgeprägttoxische Stoffwechselprodukte. Wird eine Dialyse erforderlich, so müssen die Patientenfür den Zeitraum der Dialyse heparinisiert werden. Damit besteht ebenfalls erhöhteBlutungs- und Infektionsgefahr. Es empfiehlt sich die Behandlung im dialysefreienIntervall.Im Falle von Leukämien, bei denen unreife Zellen auftreten, ist eine genügendeImmunabwehr nicht gewährleistet. Infektanfälligkeit oder Immunmangelkrankheiten sindvorgegeben.Auch bei Patienten nach Organtransplantationen, welche langfristig mit Steroiden oderImmunsuppressiva behandelt werden, ist die Infektionsgefährdung erhöht.
  10. 10. Bei Patienten, die sich einer Therapie mit Antikoagulantien unterziehen müssen, bildensich im Rahmen von zahnärztlich-chirurgischen Eingriffen gehäuft Hämatome, die einergezielten Infektprophylaxe bedürfen.Nach Strahlentherapie im Kopf- und Halsbereich liegen ungünstigeVaskularisationsverhältnisse vor, welche die lokale Resistenz gegenüber einerKeiminvasion vermindern. Hier ist eine antibiotische Prophylaxe obligat.Auch bei Risikopatientinnen in der Schwangerschaft gelten Betalactame, d. h.beispielsweise alle Penicilline, als Antibiotika der ersten Wahl.Allgemeine Empfehlungen zur Wahl der in derZahnmedizin verwendeten Medikamente (DGZMK 2000):(Dosierung für gesunde und normalgewichtige Erwachsene, Dosiskorrektur bei Kindernoder bei Vorliegen von Allgemeinerkrankungen)Gruppe INN Handelsname DosierungPenicillin V Phenoxylmethylpenicillin Megacillin oral® 3x1,5 Mio I. E. Ospen® Penicillin® spirig Penicillin® cimexAminopenicilline Amoxicillin Azillin® 3x750 mg Clamoxyl® Clavamox®Aminopenicilline Amoxicillin + Clavulansäure Augmentin® 3x625 mg+ß Lactamaseinhibitoren Aziclav®Clindamycin Clindamycin Dalacin® C 3x300 mgCephalosporine I Cefaclor Ceclor® 3x500 mg Ceclor® RetardCephalosporine II Cefuroximaxetil Zinacef® 2x250 mgCephalosporine III Cefpodoxim Orelox® 2x200 mg Podomexef® Cefi ximum Cephaoral® 2x200 mg Cefotaxim Claforan®
  11. 11. Tetracykline Doxycyclin Sigadoxin® 2x100 mg Supracyclin® Vibramycin® Doxycyclin® Helve Pharm®Makrolide Erythromycin Erythrocin® 3x500 mg Roxithromycin Rulid® 1x300 mg Clarithromycin Klacid® 2x500 mg Azithromycin Zithromax® 1x500 mgNitroimidazol Metronidazol Arilin® 3x400 mg Flagyl®Lokalanästhetika in der ZahnmedizinAls Lokalanästhetikum (Pl. -ka) werden Anästhetika zur örtlichen Betäubung bezeichnet.Lokalanästhetika entfalten ihre Wirkung an der Zellmembran von Nervenzellen.Hier blockieren sie Natriumkanäle und verhindern dadurch den Einstrom von Natriumionen in dieZelle und somit die Bildung von Aktionspotenzialen. In höheren Konzentrationen wird zusätzlich derKaliumkanal blockiert und Kaliumionen gehindert, aus dem Zellinneren auszuströmen. Damit wirddie Bildung und Fortleitung von Empfindungen wie Temperatur, Druck oder Schmerz und dieÜberleitung motorischer Impulse an dieser Stelle abgeschwächt oder ganz unterbrochen.Chemische StrukturDie chemische Struktur aller Lokalanästhetika ist ähnlich. Sie bestehen aus einerlipophilen aromatischen Ringstruktur, einer Zwischenkette und einer hydrophilenAminogruppe. Nach der Zwischenkette unterscheidet man Aminoester („Ester-Typ“)und Aminoamide („Amid-Typ“).Die Aminoester werden im Gewebe durch eineCholinesterase metabolisiert; der Abbau der Aminoamide erfolgt in der Leber durch N-Dealkylierung oder Hydrolyse.Wirkungen der Lokalanästhetika- primär keine Fortleitung von Schmerzsignalen= völlige Schmerzfreiheit im Innervationsgebiet- auch die autonomen Fasern werden blockiert= Vasodilatation
  12. 12. - zuletzt werden die motorischen Nervenfasern blockiert= Lähmung im InnervationsgebietBei Lokalanästhetikalösungen werden vasokonstriktorisch wirkende Substanzenbeigemengt (Adrenalin), damit sie bei Injektion in das Gewebe nicht zu schnell von denBlutgefäßen abtransportiert werden, und allgemein auch länger wirken. Bei Endarterienaber keine Vasokonstriktoren verwenden (Finger)!Unerwünschte Wirkungen, IntoxikationLokalanästhetika können nicht nur die Bildung von Aktionspotenzialen in peripherenNerven blockieren, sondern auch in anderen Bereichen wie Gehirn oder Herz. Da sie imAllgemeinen (mit Ausnahme bei der intravenösen Regionalanästhesie) in die Nähe vonperipheren Nerven bzw. Rückenmark appliziert werden, kommt es nicht zu solchensystemischen Wirkungen. Gelangt jedoch eine zu große Menge der verwendetenSubstanz in das Kreislaufsystem, beispielsweise bei unbemerkter intravenöser Injektion,kann es zu unerwünschten Wirkungen kommen.Die Intoxikation kann in vier Stadien eingeteilt werden: 1. Prodromalstadium (periorale Taubheit, metallischer Geschmack) 2. Präkonvulsives Stadium (Tremor, Tinnitus, Nystagmus, Somnolenz) 3. Konvulsives Stadium (generalisierte tonisch-klonische Anfälle) 4. Stadium der ZNS Depression (Koma, Apnoe, Kreislaufkollaps)Beispiel Ultracain® D-S forteZusammensetzung: Ultracain D-S 1:200.000: Arzneilich wirksame Bestandteile: 1 mlInjektionslösung enthält 40 mg Articainhydrochlorid und 0,006 mg Adrenalinhydrochlorid.Ultracain D-S forte 1:100.000: Arzneilich wirksame Bestandteile: 1 ml Injektionslösungenthält 40 mg Articainhydrochlorid und 0,012 mg Adrenalinhydrochlorid. SonstigeBestandteile: Max. 0,5 mg Natriummetabisulfi t (Ph. Eur.) (entspr. max 0,34mg SO2), Natriumchlorid, Wasser für Injektionszwecke.Articain wird üblicherweise als Lokalanästhetikum vom Säureamid-Typ beschrieben.Articain verändert die Membranpermeabilität, so dass der Natriumeinstrom in dieNervenfaser gehemmt und somit die Bildung eines Aktionspotentials verhindert wird. DerWirkeintritt beträgt 2 Minuten und die Wirkdauer 1,5–3 Stunden.Der Arzneistoff verfügt über eine gute Penetration ins Knochengewebe. Inaktiviert wird erdurch Hydrolyse und Freilegung einer hydrophilen Säuregruppe, wodurch er rasch ausdem Körper eliminiert werden kann. Die Plasmahalbwertszeit liegt bei 25 Minuten.Articain hat eine hohe Plasmaproteinbindung und gute Allgemeinverträglichkeit und istdas Mittel der Wahl bei Schwangeren.Maximaldosierung4 mg/kg KörpergewichtBei einer Konzentration von 40 mg Articain/ml entspricht dies bei einem 70 kg schwerenPatienten einem Volumen von 7 ml (= 4 Zylinderampullen).

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