Zwangsneurosen
Inhaltsverzeichnis Definition Merkmale Ursachen Arten  Zwangsgedanken Zwangshandlungen Diagnose Therapie Medikamente Verhaltenstherapie Selbsthilfegruppen
Definition Zwänge: „ Normale Zwänge, Alltagszwänge“ Zwanghaftes Verhalten: „ Angewohnheiten, Verhaltensmuster“  Zwangsstörungen: „ ganze Kraft und Aufmerksamkeit seinen Zwängen gewidmet“  Zwanghafte Persönlichkeitsstrukturen: „ kein Leidensdruck, Regeln, keine Zwangshandlungen, -gedanken“
Merkmale Beginn: frühes Erwachsenenalter, oft nach belastenden Ereignissen 85% vor 35. Lj voll ausgeprägt Häufig in Kindheit zwanghaft verhalten Wiederkehrende Zwangsgedanken, -handlungen Trotz Erkennen der Sinnlosigkeit kein selbstständiges Befreien möglich Beeinträchtigen Privat- und Berufsleben Rückzug Verlust des Selbstwertgefühls Depressionen
Brauchen Gefühl, dass alles WIRKLICH in Ordnung ist Zwang wieder immer stärker Wegen ausgeprägtem Sicherheitsbedürfnis schwer mit Risiken des Lebens abfinden Abergläubische Elemente, magisches Denken Tritt stärker bei psychischen Belastungen auf Probleme mit Umfeld
Ursachen Neurobiologische Erklärung Vererbung Neurologische Veränderungen Biochemische Veränderungen Psychologische Erklärung Verhaltenstheorie Kognitive Theorie Psychoanalytische Theorie Meistens Zusammenwirken von verschiedenen Ursachen
Arten Zwangsgedanken: wiederholt auftretende und andauernde Gedanken, Impulse oder Vorstelllungen  Großer Leidensdruck Kaum dagegen wehren Werden als eigene Gedanken wahrgenommen sexuelle, aggressive bzw. religiöse Inhalte oder beziehen sich auf Ordnung und die korrekte Ausführung bestimmter Tätigkeiten  Sehr intensive Gefühle Energiereserven aufgebraucht
Beispiele: Ekel vor körperlichen Ausscheidungen Angst vor einer Infektion durch Schmutz und Keime Furcht vor Umweltzerstörungen     Zwanghafte Grübeleien Angst vor eigenen Handlungen Zwangsgedanken ohne Zwangshandlungen
Zwangshandlungen: wiederholt auftretende Verhaltensweisen, geistige Handlungen  Will sich und andere dadurch schützen Widerstand zwecklos schweren Schuld- und Schamgefühlen  Angst und Spannungen bei Nichtbefolgen Teufelskreis Leben stark beeinträchtigt Nimmt viel Zeit in Anspruch Auch körperliche Folgeerscheinungen
Beispiele: Reinigungs-/Waschzwänge Kontrollzwänge Sammelzwänge Ordnungszwänge Zwanghafte Langsamkeit Zählzwänge Wiederholungszwänge
Diagnose Für die Diagnose Zwangserkrankung müssen mindestens zwei Wochen lang an den meisten Tagen Zwangsgedanken oder -handlungen oder beides nachweisbar sein  Die Zwangsgedanken werden als die eigenen Gedanken erkannt und nicht als von außen aufgezwungen (wie es beispielsweise bei einer Schizophrenie der Fall sein kann) erlebt  Die Betroffenen versuchen sich gegen die Zwangssymptome zu wehren, haben dabei aber keinen - oder nur einen sehr begrenzten - Erfolg  Die Zwangsgedanken und -handlungen wiederholen sich auf die gleiche Weise ("stereotyp") in einer für den Betroffenen unangenehmen Weise und werden darüber hinaus als sinnlos oder zumindest übertrieben empfunden  Die Betroffenen leiden unter ihren Zwangsgedanken und -handlungen. Der damit verbundene hohe Zeitaufwand behindert sie in ihren sozialen Kontakten und ihrer allgemeinen Leistungsfähigkeit 
Diagnose Zwangsgedanken Bei Zwangsgedanken handelt es sich um als störend, lästig, ungewollt und sinnlos erlebte Ideen, Gedanken, Vorstellungen oder Impulse, die wiederholt und länger andauernd auftreten  Die Betroffenen versuchen, diesen Zwangsgedanken Widerstand zu leisten, sie zu ignorieren, zu unterdrücken oder sie mit Hilfe anderer Gedanken oder Handlungen auszuschalten Falls der Zwangserkrankte unter einer weiteren psychischen Störung leidet, so darf diese nicht in Beziehung zu den Zwangsgedanken stehen. So sind beispielsweise zwanghafte Gedanken übers Essen bei einer Essstörung keine Zwangsgedanken
Diagnose Zwangshandlungen: Zwangshandlungen sind wiederholte, zweckgerichtete und beabsichtigte Verhaltensweisen, die nach bestimmten Regeln und meist in der gleichen Abfolge ("stereotyp") ausgeführt werden Das Verhalten ist nicht sinnvoll. Es dient vielmehr dazu, Ängste und Spannungen abzuschwächen und befürchtete Katastrophen zu vermeiden, die dem Betroffenen selbst oder einer ihm nahe stehenden Person zustoßen könnten. Dabei steht die Handlung in keiner logischen Beziehung zu dem, was sie bewirken oder verhindern soll oder ist eindeutig übertrieben
Therapie Medikamente: selektiven "Serotonin-Wiederaufnahmehemmer"   Neuroleptikum Sulpirid  Wirkung nach 8 – 10 Wochen feststellbar
Therapie Verhaltenstherapie: Reizkonfrontation Reaktionsverhinderung muss sich negativen Gefühlen stellen lernt das befürchtete Katastrophen nicht eintreten Gewöhnung tritt ein Selbstmanagementansatz Einbeziehen der Angehörigen Einsatz zu Hause Probleme besprechen Unterschiedliche Dauer
Selbsthilfegruppen Gemeinsames Ziel Motivation  Gegenseitige Unterstützung, Ermunterung bei Verhaltensänderungen Lernt Krankheit Akzeptieren Vorbeugung von Isolation Stößt auf Verständnis Gemeinsame Übungen Sachlicher und emotionaler Austausch

Zwangsneurosen

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    Inhaltsverzeichnis Definition MerkmaleUrsachen Arten Zwangsgedanken Zwangshandlungen Diagnose Therapie Medikamente Verhaltenstherapie Selbsthilfegruppen
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    Definition Zwänge: „Normale Zwänge, Alltagszwänge“ Zwanghaftes Verhalten: „ Angewohnheiten, Verhaltensmuster“ Zwangsstörungen: „ ganze Kraft und Aufmerksamkeit seinen Zwängen gewidmet“ Zwanghafte Persönlichkeitsstrukturen: „ kein Leidensdruck, Regeln, keine Zwangshandlungen, -gedanken“
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    Merkmale Beginn: frühesErwachsenenalter, oft nach belastenden Ereignissen 85% vor 35. Lj voll ausgeprägt Häufig in Kindheit zwanghaft verhalten Wiederkehrende Zwangsgedanken, -handlungen Trotz Erkennen der Sinnlosigkeit kein selbstständiges Befreien möglich Beeinträchtigen Privat- und Berufsleben Rückzug Verlust des Selbstwertgefühls Depressionen
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    Brauchen Gefühl, dassalles WIRKLICH in Ordnung ist Zwang wieder immer stärker Wegen ausgeprägtem Sicherheitsbedürfnis schwer mit Risiken des Lebens abfinden Abergläubische Elemente, magisches Denken Tritt stärker bei psychischen Belastungen auf Probleme mit Umfeld
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    Ursachen Neurobiologische ErklärungVererbung Neurologische Veränderungen Biochemische Veränderungen Psychologische Erklärung Verhaltenstheorie Kognitive Theorie Psychoanalytische Theorie Meistens Zusammenwirken von verschiedenen Ursachen
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    Arten Zwangsgedanken: wiederholtauftretende und andauernde Gedanken, Impulse oder Vorstelllungen Großer Leidensdruck Kaum dagegen wehren Werden als eigene Gedanken wahrgenommen sexuelle, aggressive bzw. religiöse Inhalte oder beziehen sich auf Ordnung und die korrekte Ausführung bestimmter Tätigkeiten Sehr intensive Gefühle Energiereserven aufgebraucht
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    Beispiele: Ekel vorkörperlichen Ausscheidungen Angst vor einer Infektion durch Schmutz und Keime Furcht vor Umweltzerstörungen    Zwanghafte Grübeleien Angst vor eigenen Handlungen Zwangsgedanken ohne Zwangshandlungen
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    Zwangshandlungen: wiederholt auftretendeVerhaltensweisen, geistige Handlungen Will sich und andere dadurch schützen Widerstand zwecklos schweren Schuld- und Schamgefühlen Angst und Spannungen bei Nichtbefolgen Teufelskreis Leben stark beeinträchtigt Nimmt viel Zeit in Anspruch Auch körperliche Folgeerscheinungen
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    Beispiele: Reinigungs-/Waschzwänge KontrollzwängeSammelzwänge Ordnungszwänge Zwanghafte Langsamkeit Zählzwänge Wiederholungszwänge
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    Diagnose Für dieDiagnose Zwangserkrankung müssen mindestens zwei Wochen lang an den meisten Tagen Zwangsgedanken oder -handlungen oder beides nachweisbar sein Die Zwangsgedanken werden als die eigenen Gedanken erkannt und nicht als von außen aufgezwungen (wie es beispielsweise bei einer Schizophrenie der Fall sein kann) erlebt Die Betroffenen versuchen sich gegen die Zwangssymptome zu wehren, haben dabei aber keinen - oder nur einen sehr begrenzten - Erfolg Die Zwangsgedanken und -handlungen wiederholen sich auf die gleiche Weise ("stereotyp") in einer für den Betroffenen unangenehmen Weise und werden darüber hinaus als sinnlos oder zumindest übertrieben empfunden Die Betroffenen leiden unter ihren Zwangsgedanken und -handlungen. Der damit verbundene hohe Zeitaufwand behindert sie in ihren sozialen Kontakten und ihrer allgemeinen Leistungsfähigkeit 
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    Diagnose Zwangsgedanken BeiZwangsgedanken handelt es sich um als störend, lästig, ungewollt und sinnlos erlebte Ideen, Gedanken, Vorstellungen oder Impulse, die wiederholt und länger andauernd auftreten Die Betroffenen versuchen, diesen Zwangsgedanken Widerstand zu leisten, sie zu ignorieren, zu unterdrücken oder sie mit Hilfe anderer Gedanken oder Handlungen auszuschalten Falls der Zwangserkrankte unter einer weiteren psychischen Störung leidet, so darf diese nicht in Beziehung zu den Zwangsgedanken stehen. So sind beispielsweise zwanghafte Gedanken übers Essen bei einer Essstörung keine Zwangsgedanken
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    Diagnose Zwangshandlungen: Zwangshandlungensind wiederholte, zweckgerichtete und beabsichtigte Verhaltensweisen, die nach bestimmten Regeln und meist in der gleichen Abfolge ("stereotyp") ausgeführt werden Das Verhalten ist nicht sinnvoll. Es dient vielmehr dazu, Ängste und Spannungen abzuschwächen und befürchtete Katastrophen zu vermeiden, die dem Betroffenen selbst oder einer ihm nahe stehenden Person zustoßen könnten. Dabei steht die Handlung in keiner logischen Beziehung zu dem, was sie bewirken oder verhindern soll oder ist eindeutig übertrieben
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    Therapie Medikamente: selektiven"Serotonin-Wiederaufnahmehemmer" Neuroleptikum Sulpirid Wirkung nach 8 – 10 Wochen feststellbar
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    Therapie Verhaltenstherapie: ReizkonfrontationReaktionsverhinderung muss sich negativen Gefühlen stellen lernt das befürchtete Katastrophen nicht eintreten Gewöhnung tritt ein Selbstmanagementansatz Einbeziehen der Angehörigen Einsatz zu Hause Probleme besprechen Unterschiedliche Dauer
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    Selbsthilfegruppen Gemeinsames ZielMotivation Gegenseitige Unterstützung, Ermunterung bei Verhaltensänderungen Lernt Krankheit Akzeptieren Vorbeugung von Isolation Stößt auf Verständnis Gemeinsame Übungen Sachlicher und emotionaler Austausch